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B978-3-437-58385-8.00015-1

10.1016/B978-3-437-58385-8.00015-1

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2011

393 ?

Aussagenkombination

Eine 45-jährige Frau greift einen Mitbewohner ihrer Wohngruppe mit einem Messer an – angeblich aus Notwehr. Der Mann stehe mit Satan im Bund, höre ihre Gedanken mit und versuche seit Jahren, ihr zu schaden. Er habe gerade sie als Opfer ausgewählt, weil sie die Mutter von Jesus sei. – Welche Symptome liegen vor?

  • 1.

    Depersonalisation

  • 2.

    Größenwahn

  • 3.

    Halluzinationen

  • 4.

    Verfolgungswahn

  • 5.

    Gedankenausbreitung

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.Antwort D ist richtig.

393 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Es gibt keinen Hinweis in der Geschichte, dass die Frau sich fremd, nicht zu sich gehörig oder unwirklich erlebt.

Zu 2 Richtig. Die Frau ist überzeugt davon, die Mutter von Jesus zu sein. Dies ist ein klarer Hinweis auf Größenwahn.

Zu 3 Falsch. Halluzinationen kommen in der Geschichte nicht vor: Die Frau hört weder Stimmen, noch hat sie optische Sinnestäuschungen.

Zu 4 Richtig. Die Überzeugung, dass ein Mitbewohner sich mit Satan verbündet und es über Jahre auf sie abgesehen habe, ist ein Zeichen für einen Verfolgungswahn.

Zu 5 Richtig. Sie glaubt, der Mann höre ihre Gedanken mit = Gedankenausbreitung.

394 ?

Einfachauswahl

Eine 40-jährige Verkäuferin erzählt, sie habe vor 4 Monaten einen Autounfall erlitten. Ihr Ehemann sei dabei schwer verletzt worden und noch an der Unfallstelle verstorben. Sie selbst habe mit nur leichten Verletzungen überlebt, musste aber von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden. Nun klagt sie über sich aufdrängende, szenisch ablaufende Erinnerungen. Sie könne kaum noch schlafen, fühle sich verängstigt und freudlos. – Welche Diagnose beschreibt das Zustandsbild am besten?

Antwort A Zwangsstörung

Antwort B Organische Persönlichkeitsstörung

Antwort C Posttraumatische Belastungsstörung

Antwort D Dysthymia

Antwort E Akute Belastungsreaktion

394 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen sind im Fallbeispiel nicht zu finden.

Zu B Falsch. Bei einer organischen Persönlichkeitsstörung müsste die Frau beim Unfall eine schwere Hirnschädigung erlitten und als Folge davon eine seit mindestens 6 Monaten andauernde Wesensänderung erfahren haben. Davon ist hier nicht die Rede.

Zu C Richtig. Die Frau hat ein einschneidendes Ereignis „mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß“ erlebt, die „bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“ (ICD-10). Die Frau hat Flashbacks (typisch für eine PTBS) und leidet unter Zusatzsymptomen der PTBS wie Ängsten, Freudlosigkeit und Schlafstörungen.

Zu D Falsch. Eine Dysthymia ist eine chronische, mindestens 2 Jahre andauernde leichtere depressive Verstimmung. Die Symptome einer Dysthymia passen nicht zur Fallgeschichte. Überdies liegt der Autounfall erst 4 Monate zurück.

Zu E Falsch. Bei einer akuten Belastungsreaktion gehen die Symptome „innerhalb von 2 oder 3 Tagen, oft bereits innerhalb von Stunden zurück“ (ICD-10).

395 ?

Einfachauswahl

Welcher Zustand wird durch den Begriff „Delir“ bezeichnet?

Antwort A Chronische organische Psychose

Antwort B Chronische organische Persönlichkeitsveränderung

Antwort C Chronische irreversible Psychose

Antwort D Akute reversible Psychose

Antwort E Akute irreversible Psychose

395 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Eine chronische organische Psychose wäre die Demenz.

Zu B Falsch. Eine chronische organische Persönlichkeitsveränderung infolge einer zerebralen Krankheit oder sonstigen Schädigung des Gehirns wird in der ICD-10 als organische Persönlichkeitsstörung aufgeführt.

Zu C Falsch. Eine chronische irreversible Psychose wäre z. B. die Alzheimer Demenz.

Zu D Richtig. Das Delir ist eine akute reversible Psychose. Die Erkrankung beginnt abrupt (z. B. nach einer schweren OP, einem Schädel-Hirn-Trauma oder dem abrupten Entzug von Alkohol) und ist reversibel (umkehrbar), d. h., nach wenigen Tagen bis Wochen ist die Erkrankung abgeklungen.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

396 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum Begriff „Gegenübertragung“ treffen zu?

Antwort A Der Patient verhält sich im längeren Verlauf einer Psychotherapie dem Therapeuten gegenüber so, wie er es früher in Beziehungen zu anderen bedeutsamen Personen getan hat.

Antwort B Die Gefühle, die beim Therapeuten durch den Klienten ausgelöst werden, bezeichnet man als Gegenübertragung.

Antwort C Die Gegenübertragung ist in der klassischen Psychoanalyse von großem Wert.

Antwort D Eine Selbstanalyse des Therapeuten spielt in diesem Zusammenhang keine wichtige Rolle.

Antwort E Die Deutung der Gegenübertragungsphänomene ist kein essenzieller Teil der tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie.

396 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Beschrieben wird hier das Phänomen der Übertragung, nicht der Gegenübertragung.

Zu B Richtig. Die positiven oder negativen Gefühle, die beim Therapeuten durch den Klienten ausgelöst werden, bezeichnet man in der Psychoanalyse als Gegenübertragung.

Zu C Richtig. Die Wahrnehmung und Deutung der Gegenübertragungsgefühle sind für den Therapeuten ein wertvolles diagnostisches Hilfsmittel zum Verständnis der Übertragung.

Zu D Falsch. Eine Eigentherapie und Supervision des Therapeuten zum Erkennen der Gegenübertragung und Verarbeiten der damit zusammenhängenden eigenen Erlebnisse aus der Kindheit spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

397 ?

Einfachauswahl

Was trifft für dissoziative Störungen (nach ICD-10) zu?

Antwort A Die Störungen gehen mit Symptomen der vegetativen Stimulation (Herzklopfen, Zittern etc.) einher.

Antwort B Typisch sind vegetativ bedingte komplexe Empfindungen (z. B. Schmerz).

Antwort C Es handelt sich um Störungen der Integration von Erinnerungen an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der unmittelbaren Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen.

Antwort D Typischerweise ist die Aufmerksamkeit auf ein oder zwei Organe fokussiert.

Antwort E Trotz anders lautender ärztlicher Befunde glauben die Betroffenen, dass sie an einer schweren körperlichen Erkrankung leiden.

397 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Störungen mit vorwiegend vegetativen Symptomen sind charakteristisch für die somatoforme autonome Funktionsstörung.

Zu B Falsch. Vegetativ bedingte Störungen wie Schmerz und andere komplexe Empfindungen zählen zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen.

Zu C Richtig. Beschrieben werden hier die Krankheitsbilder dissoziative Amnesie (F44.0), multiple Persönlichkeitsstörung (F44.81), dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (F44.6) und dissoziative Bewegungsstörungen (F44.4)

Zu D Falsch. Beschwerden, die sich auf ein, maximal zwei Organe konzentrieren, zählen zur somatoformen Schmerzstörung.

Zu E Falsch. Die Überzeugung, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden, ist typisch für die Hypochondrie.

398 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Diagnostik von Demenzerkrankungen treffen zu?

Antwort A Die Verminderung der Affektkontrolle und des Antriebs oder eine Änderung des Sozialverhaltens muss sich in allen folgenden Merkmalen manifestieren: emotionale Labilität, Reizbarkeit, Apathie und Vergröberung des Sozialverhaltens.

Antwort B Ein Kriterium ist die Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens, z. B. der Fähigkeit zu planen.

Antwort C Die kognitiven Beeinträchtigungen halten typischerweise 2–3 Monate an.

Antwort D Ein Kriterium ist die Abnahme des Gedächtnisses, die am deutlichsten beim Lernen neuer Informationen auffällt.

Antwort E Ein akuter Verwirrtheitszustand ist ein typisches Frühsymptom einer Demenz.

398 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Die Verminderung der Affektkontrolle und des Antriebs oder eine Änderung des Sozialverhaltens muss sich in mindestens einem der aufgeführten Merkmale manifestieren.

Zu B Richtig. Neben den Störungen des Gedächtnisses kommt es laut ICD-10 auch zu einer „Abnahme anderer kognitiver Fähigkeiten, charakterisiert durch eine Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens wie z. B. der Fähigkeit zu planen und zu organisieren“ (= Verminderung der Alltagskompetenz).

Zu C Falsch. Die Mindestdauer beträgt 6 Monate. Die meisten Demenzerkrankungen sind irreversibel, halten also auch nach 6 Monaten an.

Zu D Richtig. ICD-10: „Abnahme des Gedächtnisses, die am deutlichsten beim Lernen neuer Informationen auffällt“ (Störung des Kurzzeitgedächtnisses).

Zu E Falsch. Ein akuter Verwirrtheitszustand wäre eine Bewusstseinstrübung. Im Gegensatz zum Delir geht die Demenz nicht mit Bewusstseinsstörungen einher (Ausnahme: Spätstadium der Erkrankung).

399 ?

Einfachauswahl

Ein Patient, der gern auf Volksfesten Bier trinkt, bittet Sie um eine Beratung zur Alkoholmenge. Welche Aussage zur Alkoholmenge in Gramm von Bier trifft zu? – 1 Maß (1 Liter) Bier mit einem normalen Alkoholgehalt (von ca. 5 Vol.%) enthält etwa:

Antwort A 4 g Alkohol

Antwort B 10 g Alkohol

Antwort C 40 g Alkohol

Antwort D 100 g Alkohol

Antwort E 400 g Alkohol

399 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Zum Nachrechnen: 1 Liter = 1.000 g, 5 % davon = 50 g. Da Alkohol leichter ist als Wasser: 50 g × 0,72 = 40 g. Warum ein Psychotherapeut oder Heilpraktiker für Psychotherapie dies wissen muss, wäre eine Diskussion mit den Fragestellern wert.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

400 ?

Einfachauswahl

Was versteht man unter einem erweiterten Suizid?

Antwort A Suizid als Folge eines anderen Suizids im Bekanntenkreis.

Antwort B Ein Suizid wird so verschleiert, dass das Ereignis wie ein Unfall wirkt.

Antwort C Zwei Personen töten sich gegenseitig.

Antwort D Suizid unter beabsichtigter Mitnahme von weiteren Personen (z. B. Kinder) ohne deren Einverständnis.

Antwort E Zwei oder mehrere Personen des Betroffenen beschließen, sich gemeinsam das Leben zu nehmen.

400 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. In manchen Fällen kann der Suizid eines Menschen in der näheren Umgebung so suggestiv wirken, dass dies zur Nachahmung anregt. Dies wäre ein Nachahmungssuizid als Folge eines Vorbildsuizids.

Zu B Falsch. Dies wäre ein verschleierter Suizid.

Zu C Falsch. Das ist in etwa dasselbe wie der unter E beschriebene gemeinsame Suizid.

Zu D Richtig. Wenn jemand sich umbringt und z. B. seine Kinder oder seine Frau gegen ihren Willen mit in den Tod nimmt, ist dies ein erweiterter Suizid. Ein anderes Wort hierfür ist „Mitnahmesuizid“.

Zu E Falsch. Ein gemeinsamer Suizid (in beiderseitigem Einverständnis) ist etwas anderes als ein erweiterter Suizid.

401 ?

Einfachauswahl

Welche der Aussagen zu Tranquilizern/Anxiolytika trifft zu?

  • 1.

    Es handelt sich um Medikamente, die emotional entspannende Wirkeigenschaften haben.

  • 2.

    Die Gefahr einer Abhängigkeit ist nicht gegeben.

  • 3.

    Ältere Patienten können paradox auf Tranquilizer reagieren.

  • 4.

    Benzodiazepine weisen keine Toleranzentwicklung auf.

  • 5.

    Beim plötzlichen Absetzen können Krampfanfälle auftreten.

Antwort A Nur 5 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

401 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Tranquilizer haben eine beruhigende und angstlösende Wirkung.

Zu 2 Falsch. Benzodiazepine machen innerhalb von 4–6 Wochen, bei Hochdosierung sogar schon nach 1–2 Wochen abhängig.

Zu 3 Richtig. Manchmal reagieren die Betroffenen auf die eigentlich sedierenden Tranquilizer paradox: Sie fühlen sich belebt und euphorisch („paradoxe Euphorisierung“) oder auch hyperaktiv, aggressiv und reizbar. Die paradoxe Wirkung wurde vor allem bei älteren Menschen beobachtet, manchmal auch bei Patienten mit ADHS.

Zu 4 Falsch. Bei Benzodiazepinen lässt die Wirkung schon nach wenigen Wochen nach (= Toleranzentwicklung), sodass die Betroffenen die Dosis erhöhen.

Zu 5 Richtig. Beim Entzug von Benzodiazepinen treten sowohl körperliche als auch psychische Entzugserscheinungen auf. Die Entzugssymptome können sich zu einem Benzodiazepin-Entzugsdelir mit der Gefahr von epileptischen Anfällen entwickeln.

402 ?

Einfachauswahl

In welchem Alter erwarten Sie am ehesten die Erstmanifestation produktiv-psychotischer Symptome bei einem männlichen Patienten mit Schizophrenie?

Antwort A Mit 9 Jahren

Antwort B Mit 61 Jahren

Antwort C Mit 43 Jahren

Antwort D Mit 55 Jahren

Antwort E Mit 22 Jahren

402 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Die Schizophrenie tritt oft im Alter zwischen 15 und 35 Jahren auf. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig. Bei männlichen Patienten (hier 22 Jahre alt) tritt die Erkrankung früher auf als bei Frauen: Der Erkrankungsgipfel liegt bei Männern zwischen 15 und 25, bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren.

403 ?

Einfachauswahl

Welche formale Denkstörung tritt bei der Manie am häufigsten auf?

Antwort A Illusion

Antwort B Größenwahn

Antwort C Ideenflucht

Antwort D Grübelzwang

Antwort E Perseveration

403 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Illusion (= illusionäre Verkennung) ist eine Wahrnehmungsstörung, keine formale Denkstörung. Die Illusion ist nicht typisch für die Manie.

Zu B Falsch. Größenwahn findet sich zwar häufig bei manischen Störungen, ist jedoch eine inhaltliche, keine formale Denkstörung.

Zu C Richtig. Ideenflucht (das Springen von einem Gedanken zum nächsten) ist eine für die Manie typische formale Denkstörung.

Zu D Falsch. Beim Grübel zwang haben die Betroffenen wiederkehrende zwanghafte Gedanken. Zwanghaftes Grübeln ist typisch für depressive Störungen, nicht für die Manie. Überdies ist zwanghaftes Denken eine inhaltliche, keine formale Denkstörung.

Zu E Falsch. Als Perseveration bezeichnet man das Haftenbleiben an bestimmten Gedankengängen oder das beharrliche Wiederholen von Wörtern oder Sätzen, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind. Die Perseveration ist zwar eine formale Denkstörung, jedoch nicht typisch für die Manie.

404 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen für eine Somatisierungsstörung zu?

Antwort A Eine Somatisierungsstörung ist als spezielle Form der depressiven Störung definiert.

Antwort B Es kommen nur neurologische Beschwerden vor.

Antwort C Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien mindestens 2 Jahre bestehen.

Antwort D Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien mindestens 6 Monate bestehen.

Antwort E Es findet sich keine ausreichende somatische Erklärung für die Symptome.

404 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Nicht verwechseln mit dem somatischen Syndrom! Die Somatisierungsstörung zählt zu den somatoformen Störungen.

Zu B Falsch. Neurologische Beschwerden zählen zu den neurologischen Erkrankungen.

Zu C Richtig. Die Mindestdauer der Somatisierungsstörung beträgt 2 Jahre. Meist verläuft die Erkrankung chronisch, die Betroffenen leiden viele Jahre lang unter der Symptomatik.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Richtig. Trotz häufiger Arztbesuche gibt es keinen körperlichen Befund, der die Beschwerden erklären könnte.

405 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung treffen zu?

Antwort A Bei vielen Patienten kommt es zu wiederholten suizidalen Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen.

Antwort B Kennzeichnend ist ein übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit.

Antwort C Dramatische Selbstdarstellung und theatralisches Auftreten sind wesentliche Leitsymptome.

Antwort D Häufig liegt eine ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung vor.

Antwort E Das Leitsymptom der Störung ist ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht.

405 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. ICD-10: „Wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung“ (z. B. Ritzen, Suiziddrohungen, suizidale Handlungen).

Zu B Falsch. Ein übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit ist typisch für die narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Dramatische Selbstdarstellung ist ein Merkmal der histrionischen Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. In der ICD-10 lautet die Formulierung: „Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und inneren Präferenzen (einschließlich sexueller)“.

Zu E Falsch. Ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht, ist ein Leitsymptom der dissozialen Persönlichkeitsstörung.

406 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen sind einer leichten Intelligenzminderung zuzuordnen?

  • 1.

    Verzögerte Sprachentwicklung, meist für die täglichen Anforderungen ausreichend.

  • 2.

    In der Regel besteht eine Inkontinenz.

  • 3.

    Unfähigkeit, selbst einfache Aufforderungen oder Anweisungen zu verstehen oder auszuführen.

  • 4.

    Der Besuch einer Förderschule für Lernbehinderte/geistig Behinderte ist i. d. R. möglich.

  • 5.

    Meist besteht die Fähigkeit für angelernte praktische Tätigkeiten.

Antwort A Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

406 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Betroffenen haben ein mentales Alter von 9–12 Jahren, d. h., sie können sich sprachlich verständigen, die Sprachentwicklung ist jedoch verzögert.

Zu 2 Falsch. Keine Inkontinenz bei einer leichten Intelligenzminderung. Das Unvermögen, Harn oder Stuhl zu halten und kontrolliert abzugeben (= Inkontinenz) wäre typisch für schwere Formen der Intelligenzminderung.

Zu 3 Falsch. Beschrieben wird hier die sog. schwerste Intelligenzminderung (IQ unter 20). Die Betroffenen sind nicht nur unfähig, einfache Aufforderungen zu verstehen oder auszuführen, sie haben auch extreme motorische Störungen und leiden unter Inkontinenz.

Zu 4 Richtig. Der Besuch einer Förderschule für geistig Behinderte ist möglich und auch sinnvoll.

Zu 5 Richtig. Angelernte praktische Tätigkeiten (z. B. als Hilfsarbeiter) sind möglich. ICD-10: „Viele Erwachsene können arbeiten und gute soziale Beziehungen aufrechterhalten.“

407 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Störungsbild der Schizophrenie treffen zu?

  • 1.

    Die Symptomatik muss seit mindestens 3 Monaten bestehen.

  • 2.

    Gedankenentzug gehört zu den Ich-Störungen.

  • 3.

    Gedankenabreißen gehört zu den Ich-Störungen.

  • 4.

    Akustische Halluzinationen können die Form imperativer Stimmen annehmen.

  • 5.

    Die katatone Schizophrenie ist die häufigste Unterform der Schizophrenie.

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

407 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Mindestdauer für die Diagnose Schizophrenie beträgt 1 Monat = 4 Wochen.

Zu 2 Richtig. Gedankenentzug zählt ähnlich wie Gedankenausbreitung oder das Gefühl des Gemachten zu den Ich-Störungen.

Zu 3 Falsch. Vorsicht, Falle! Gedankenabreißen ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung, keine Ich-Störung.

Zu 4 Richtig. Erstrangsymptome sind akustische Halluzinationen in Form von kommentierenden Stimmen oder Stimmen in Rede und Gegenrede. Auch imperative (= befehlende) Stimmen sind häufig. Sie können allerdings auch bei schweren manischen oder depressiven Erkrankungen vorkommen und zählen deshalb zu den Zweitrangsymptomen.

Zu 5 Falsch. Die häufigste Unterform der Schizophrenie ist die paranoide Schizophrenie.

408 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen auf das Asperger-Syndrom zu?

Antwort A Es sind überwiegend Mädchen betroffen.

Antwort B Typisch ist eine deutlich verminderte Sprachfähigkeit.

Antwort C Die Teilnahme am Unterricht einer Regelschule ist generell nicht möglich.

Antwort D Es besteht ein geringes Interesse an sozialen Kontakten.

Antwort E Die meisten Patienten besitzen eine normale allgemeine Intelligenz.

408 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Wie beim frühkindlichen Autismus sind mehr Jungen als Mädchen betroffen.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Die Betroffenen sind normal intelligent, der Besuch einer Regelschule ist meist problemlos möglich. Viele besuchen sogar das Gymnasium.

Zu D Richtig. Wichtigstes Merkmal des Asperger-Syndroms ist die Unfähigkeit, sich in andere hineinzufühlen, damit auch die Unfähigkeit zu sozialen oder engen persönlichen Kontakten.

Zu E Richtig. Die Sprachentwicklung und die Entwicklung der Intelligenz sind bei Asperger-Patienten normal, häufig auch überdurchschnittlich. Oft finden sich Sonderbegabungen.

409 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen über die Wernicke-Enzephalopathie treffen zu?

  • 1.

    Ursache ist ein Thiaminmangel (Vitamin B 1 ), der z. B. durch langjährigen Alkoholkonsum ausgelöst werden kann.

  • 2.

    Die Erkrankung kann tödlich verlaufen.

  • 3.

    Ein wichtiges Frühsymptom sind Konfabulationen.

  • 4.

    Typisch sind Augenmuskellähmungen, Ataxie und ein organisches Psychosyndrom.

  • 5.

    Orientierungsstörungen treten nicht auf.

Antwort A Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

409 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Der Thiaminmangel kann durch eine Mangelernährung bei Alkoholmissbrauch, in Entwicklungsländern auch durch eine allgemeine Mangelernährung verursacht werden.

Zu 2 Richtig. Die Wernicke-Enzephalopathie ist eine lebensgefährliche Erkrankung und kann auch bei Behandlung mit Thiamin (Vitamin B 1 ) tödlich verlaufen.

Zu 3 Falsch. Frühsymptome sind oft Doppelbilder, Sprechstörungen, Gangunsicherheit und Kribbelparästhesien der Beine. Konfabulationen sind typisch für das Korsakow-Syndrom, nicht für die Wernicke-Enzephalopathie.

Zu 4 Richtig. Beim Krankheitsbild der Wernicke-Enzephalopathie finden sich typischerweise Augenmuskellähmungen, Nystagmus („Augenzittern“), Doppelbilder und Ataxien (Gang- und Standunsicherheit). Dazu kommt ein organisches Psychosyndrom mit Gedächtnisverlust, Orientierungsstörungen, Verwirrtheitszuständen und vegetativen Entgleisungen.

Zu 5 Falsch. Die Wernicke-Enzephalopathie ist durch massive Orientierungsstörungen gekennzeichnet (die Betroffenen finden z. B. nicht mehr allein den Weg zur Toilette).

410 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Enuresis nocturna trifft zu?

Antwort A Sekundäre Enuresis bedeutet: Das Kind war noch nie trocken.

Antwort B Kinder, bei denen nach dem 7. Lebensjahr noch eine Enuresis nocturna vorliegt, werden in erster Linie medikamentös behandelt.

Antwort C In vielen Fällen ist eine Enuresis nocturna lediglich eine Reifungsverzögerung.

Antwort D Klingel- oder Weckgeräte sind bis zum Alter von 5 Jahren einsetzbar.

Antwort E Wichtig ist eine konsequente Flüssigkeitsrestriktion.

410 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Beschrieben wird hier die primäre Enuresis (das Kind war noch nie trocken). Bei einer sekundären Enuresis nässt das Kind nach erworbener Blasenkontrolle später wieder ein.

Zu B Falsch. „Enuresis nocturna“ bedeutet: nächtliches Einnässen. Als Therapie hierfür haben sich verhaltenstherapeutische Maßnahmen bewährt, keine Medikamente.

Zu C Richtig. In vielen Fällen ist nächtliches Einnässen durch eine Reifungsverzögerung des ZNS bedingt.

Zu D Falsch. Die Diagnose „sekundäre Enuresis“ kann erst ab dem 5. Lebensjahr gestellt werden; erst danach ist Einnässen behandlungsbedürftig, u. a. durch Klingelhöschen oder Klingeldecken.

Zu E Falsch. Konsequente Flüssigkeitsrestriktion = konsequente Reduktion der Trinkmenge. Das wäre bei Kleinkindern gesundheitsschädlich, evtl. sogar lebensbedrohlich.

411 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen über Neurotransmitter treffen zu?

  • 1.

    Affektive Störungen werden durch Störungen im Neurotransmittersystem verursacht.

  • 2.

    Wichtige Transmitter sind Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin.

  • 3.

    Synapse heißt der Bereich, in dem ein Reiz von einer Nervenzelle zur anderen übertragen wird.

  • 4.

    Johanniskraut hat keine Wirkung auf das Neurotransmittersystem.

  • 5.

    Ein Zuviel an Neurotransmittern führt oft zu vaskulärer Demenz.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

411 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine Störung des Gleichgewichts verschiedener Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin, Adrenalin und Dopamin ist an der Entstehung von depressiven oder manischen Störungen nachweislich beteiligt.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „synaptischen Spalt“.

Zu 4 Falsch. Johanniskraut erhöht die Serotonin-Konzentration im Zentralnervensystem.

Zu 5 Falsch. Eine vaskuläre Demenz wird durch eine organische Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht, nicht durch eine erhöhte (oder erniedrigte) Konzentration von Neurotransmittern.

412 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

  • 1.

    Der Suizid zählt zu den 10 häufigsten Todesursachen.

  • 2.

    Bei Männern ist die Suizidrate höher als bei Frauen.

  • 3.

    Viele Betroffene – so weiß man – haben kurz vor dem Suizid einen Arzt aufgesucht.

  • 4.

    Bei Verdacht auf Suizidalität sollte man nicht nach sozialen Kontakten fragen.

  • 5.

    Das präsuizidale Syndrom nach Ringel beinhaltet: Einengung, Suizidfantasien und Aggressionsumkehr.

Antwort A Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

412 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei den Todesursachen liegt der Suizid weit hinter körperlichen Erkrankungen mit Todesfolge, z. B. Krebs-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.

Zu 2 Richtig. Bei vollendetem Suizid beträgt das Verhältnis von Männern zu Frauen etwa 3 : 1; Suizidversuche hingegen sind bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern.

Zu 3 Richtig. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass in den letzten 4 Wochen vor einer suizidalen Handlung etwa 75 % der Betroffenen einen Arzt aufsuchen, die Suizidgefährdung aber oft nicht erkannt wird.

Zu 4 Falsch. Im Rahmen der Krisenintervention sollte der Therapeut – falls möglich – das soziale Umfeld einbeziehen und so die soziale Isolation durchbrechen.

Zu 5 Richtig. Ein wichtiger Punkt des präsuizidalen Syndroms ist eine zunehmende Einengung in verschiedenen Bereichen (situative, gedankliche und soziale Einengung; Einengung der Wertewelt). Dazu kommen Suizidfantasien und Aggressionshemmung.

413 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu psychischen Störungen bei älteren Menschen treffen zu?

  • 1.

    Die hohe Multimorbidität älterer Menschen ist ein erschwerender Faktor für die Psychotherapie.

  • 2.

    Die häufigsten psychischen Störungen bei über 65-Jährigen sind demenzielle und depressive Syndrome.

  • 3.

    Das Suizidrisiko nimmt im Alter ab.

  • 4.

    Depressionen im Alter gehen oft mit somatischen Beschwerden einher.

  • 5.

    Die Gesamtprävalenz psychischer Störungen nimmt im Alter ab.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

413 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Viele ältere Menschen leiden gleichzeitig zu psychischen Störungen auch an körperlichen Erkrankungen oder körperlich bedingten psychischen Störungen.

Zu 2 Richtig. Von den psychisch kranken Patienten ab 65 Jahren leidet rund die Hälfte an einer Demenz vom Alzheimer-Typ, weitere 20 % an einer vaskulären Demenz. Die Prävalenz für depressive Syndrome bei Menschen im höheren Lebensalter (ab 65) liegt bei 15–20 %.

Zu 3 Falsch. Das Suizidrisiko bei Menschen im höheren Lebensalter ist besonders hoch.

Zu 4 Richtig. Viele ältere Menschen mit Depressionen klagen verstärkt über körperliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, innere Unruhe etc. Typisch sind vor allem körperbezogene Klagen mit Überbewertung vorhandener Beschwerden (Hypochondrie).

Zu 5 Falsch. Die Prävalenz (Erkrankungshäufigkeit) psychischer Störungen nimmt im Alter zu. Etwa 25–30 % der Menschen über 65 Jahren leiden an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. An der Spitze stehen demenzielle und depressive Erkrankungen.

414 ?

Einfachauswahl

Welcher Begriff beschreibt das gemeinsame Auftreten von wahnhaften Störungen gleichen Inhalts bei zwei Personen mit enger emotionaler Bindung, wobei nur einer an einer echten psychotischen Störung leidet und die Wahnvorstellungen bei der anderen Person induziert sind und bei einer Trennung wieder verschwinden können.

Antwort A Kombinierte psychotische Störung

Antwort B Münchhausen-by-proxy-Syndrom (Münchhausen-Stellvertretersyndrom)

Antwort C Asperger-Syndrom

Antwort D Folie à deux

Antwort E Beziehungswahn

414 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Folie à deux (frz., wörtlich: „Verrücktsein zu zweit“) beschreibt das gleichzeitige Auftreten eines Wahns bei zwei Personen, die symbiotisch miteinander verbunden sind. Eine der beiden Personen hat einen echten Wahn, die zweite Person übernimmt den Wahn. Die Symptomatik bei der zweiten Person verschwindet, wenn die beiden voneinander getrennt werden. „Folie à deux“ und „symbiotischer/symbiontischer Wahn“ sind zwei früher verwendete Bezeichnungen für das Phänomen. In der ICD-10 findet sich die Störung unter der Bezeichnung „induzierte wahnhafte Störung“ (F24).

Zu E Falsch. Nicht verwechseln! Beim Beziehungswahn beziehen die Erkrankten alles auf sich. Der Beziehungswahn findet sich oft bei schizophrenen Erkrankungen; diese Form des Wahns hat nichts mit der Beziehung zwischen zwei Menschen zu tun. Kommentar zu D.

415 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur sozialen Phobie trifft zu?

Antwort A Es besteht die Furcht vor einem Aufenthalt in geschlossenen Räumen.

Antwort B Sie entspricht einer Agoraphobie.

Antwort C Das Hauptmerkmal dieser Störung ist ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht.

Antwort D Es besteht die Furcht, in einer Gruppe von Menschen im Mittelpunkt zu stehen und deren prüfenden Blicken ausgesetzt zu sein.

Antwort E Das Leitsymptom ist eine allgemeine, persistierende Ängstlichkeit.

415 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Menschen mit Angst vor engen Räumen haben eine Klaustrophobie.

Zu B Falsch. Bei der Agoraphobie haben die Betroffenen zwar auch Angst vor Menschen (Menschenmengen oder Menschenschlangen), im Vordergrund steht jedoch die Befürchtung, im Notfall nicht entkommen oder nicht schnell genug Hilfe bekommen zu können. Bei der sozialen Phobie hingegen ist es die Angst, sich in sozialen Situationen (Party, Treffen mit Bekannten, Geburtstagsfeier, Prüfungssituation etc.) lächerlich zu machen.

Zu C Falsch. Ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht, ist typisch für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Die Betroffenen haben Angst, in sozialen Situationen unangenehm aufzufallen, sich lächerlich zu machen, sich ungeschickt anzustellen und dafür von anderen negativ beurteilt zu werden.

Zu E Falsch. Eine allgemeine, nicht auf spezifische Situationen ausgerichtete Ängstlichkeit oder Besorgtheit („frei flottierende Angst“) wäre typisch für die generalisierte Angststörung.

416 ?

Aussagenkombination

Welche Erkrankungen können zu einer Demenz führen?

  • 1.

    Arteriosklerose

  • 2.

    Morbus Parkinson

  • 3.

    HIV-Krankheit

  • 4.

    Schilddrüsenüberfunktion

  • 5.

    Multiple Sklerose

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

416 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei der Arteriosklerose kommt es zu einer fortschreitenden Verkalkung und Verengung der Blutgefäße. Die Folge ist eine Schädigung der Hirngefäße mit der Gefahr einer vaskulären Demenz.

Zu 2 Richtig. Durch Dopamin-Mangel kommt es bei etwa 30–40 % der Parkinson-Patienten zu demenziellen Syndromen, die im höheren Alter zunehmen. Bei Patienten über 70 Jahren steigt das Demenzrisiko auf 70–80 % an.

Zu 3 Richtig. Der Erreger HIV zerstört Nervenzellen im Gehirn. In etwa 50 % der Fälle entwickeln Patienten mit HIV-Infektion demenzielle Syndrome, bei 5–10 % entwickelt sich eine ausgeprägte Demenz.

Zu 4 Falsch. Nicht verwechseln! Eine Schilddrüsenunterfunktion (nicht eine Schilddrüsenüberfunktion) kann zu einer Demenz führen.

Zu 5 Richtig. Bei der multiplen Sklerose kommt es im ZNS zu einer Schädigung der die Nervenzellen umgebenden Myelinscheiden. Wenn die Schädigung im Gehirn auftritt, kann dies zu einer Demenz führen.

417 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Alkoholerkrankung treffen zu?

Antwort A Etwa 1 % aller männlichen Patienten in psychiatrischen Krankenhäusern sind alkoholabhängig.

Antwort B Bei erwachsenen Frauen gilt ein dauernder Alkoholkonsum erst über 60 g am Tag als schädlich.

Antwort C Wenn ein Elternteil Alkoholiker ist, ist die Wahrscheinlichkeit, an Alkoholismus zu erkranken, um ein Mehrfaches erhöht.

Antwort D Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Antwort E Die Einteilung der Alkoholkranken nach Jellinek bezieht sich auf das Verhalten des Betroffenen bei Alkoholentzug.

417 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Laut Möller-Laux sind 30–40 % der männlichen Patienten in psychiatrischen Krankenhäusern alkoholabhängig, manche sprechen sogar von 50 %. Die Zahl gilt nur für psychiatrische Kliniken, nicht normale Krankenhäuser.

Zu B Falsch. Schädlich ist ein Alkoholkonsum von über 20 g bei Frauen (= 0,5 l Bier oder ¼ l Wein), über 30 g bei Männern.

Zu C Richtig. Kinder von Alkoholikern sind verstärkt gefährdet, an Alkoholismus zu erkranken.

Zu D Richtig. Von den mehr als 4,3 Millionen Alkoholabhängigen sind 70 % Männer, 30 % Frauen, wobei die Tendenz bei Frauen steigend ist.

Zu E Falsch. Die Einteilung der Alkoholkranken nach Jellinek in Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Trinker bezieht sich auf das Verhalten der Betroffenen beim Trinken, nicht bei Alkoholentzug.

418 ?

Aussagenkombination

Welche Begriffe gehören zur Therapieform Psychoanalyse?

  • 1.

    Abwehr

  • 2.

    Widerstand

  • 3.

    Gegenübertragung

  • 4.

    Reizkonfrontation

  • 5.

    Abstinenz des Therapeuten

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

418 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Abwehr, Abwehrmechanismen, Widerstand, Übertragung, Gegenübertragung und Abstinenz des Therapeuten sind typische Begriffe aus der Psychoanalyse nach Freud.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Falsch. Die Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz mit der Aufforderung, die Angst so lange „auszuhalten“, bis sie zurückgeht, ist eine Technik der klassischen Verhaltenstherapie.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

419 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Für die Durchführung freiheitsentziehender Maßnahmen gilt:

Antwort A Die öffentlich-rechtliche Unterbringung wird durch Ländergesetze geregelt.

Antwort B Der Heilpraktiker muss bei akuter Fremd- oder Selbstgefährdung des Patienten ein Zeugnis zur Unterbringung anfertigen.

Antwort C Das Betreuungsrecht ist eine weitere Möglichkeit, jemanden unter gewissen Voraussetzungen gegen seinen Willen einzuweisen.

Antwort D Die Informierung der Angehörigen ist bei einer Zwangseinweisung nicht gestattet.

Antwort E Bei polizeilicher Zwangseinweisung ist eine Unterbringung ohne richterliche Überprüfung für 6 Wochen möglich.

419 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Das Unterbringungs- bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Grundlage sind Gesetze, die von den einzelnen Bundesländern erlassen wurden.

Zu B Falsch. Freiheitsentziehende Maßnahmen können nur vom Betreuungsgericht, in unaufschiebbaren Fällen auch von der Kreisverwaltungsbehörde angeordnet werden.

Zu C Richtig. Die Voraussetzungen sind: eine akute Gefahr für die Gesundheit (z. B. akute Suizidalität), eine ärztliche Untersuchung, ein ärztlicher Eingriff oder eine Heilbehandlung. Im Gegensatz zur Zwangseinweisung erfolgt die „zivilrechtliche“ Unterbringung nicht durch die Polizei, sondern durch den Betreuer in Rücksprache mit dem zuständigen Richter.

Zu D Falsch. Bei einer „zwangsweisen Unterbringung“ sind weitere Personen, z. B. nahe Familienangehörige oder eine Vertrauensperson, anzuhören (§ 320 FamFG).

Zu E Falsch. Die richterliche Überprüfung hat unverzüglich (in Bayern bis 12 Uhr mittags des folgenden Tages) zu erfolgen.

420 ?

Einfachauswahl

Welche Beschreibung trifft auf die katatone Form der Schizophrenie zu?

Antwort A Affektstörungen mit heiter-läppischer Grundstimmung stehen im Vordergrund.

Antwort B Vorherrschend sind Wahn und Halluzinationen.

Antwort C Psychomotorische Störungen stehen im Vordergrund.

Antwort D Vorherrschend sind Gedankenentzug und Gedankenausbreitung.

Antwort E Vorherrschend sind Zerfahrenheit, Gedankenabreißen und Neologismen,

420 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Affektstörungen mit heiter-läppischer Gestimmtheit sind typisch für die hebephrene Schizophrenie.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Im Vordergrund der Symptomatik stehen psychomotorische Störungen (katatoner Stupor oder katatone Erregungszustände). In manchen Fällen können kurzzeitig Wahnphänomene oder akustische Halluzinationen auftreten. Ein Vorherrschen von akustischen Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Ich-Störungen wäre typisch für die paranoide, nicht für die katatone Form der Schizophrenie.

Zu D Falsch. Ich-Störungen wie Gedankenentzug oder Gedankenausbreitung sind untypisch für die katatone Schizophrenie.

Zu E Falsch. Formale Denkstörungen wie Zerfahrenheit, Gedankenabreißen und Neologismen finden sich bei der paranoiden, nicht bei der katatonen Schizophrenie. Bei der katatonen Schizophrenie kommt es eher zu einer Reduktion der Sprachproduktion bis hin zum Mutismus.

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