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B978-3-437-58385-8.00017-5

10.1016/B978-3-437-58385-8.00017-5

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2012

449 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur leichten Intelligenzminderung (nach ICD-10) trifft zu?

Antwort A Intelligenzquotient (IQ) 80–99

Antwort B Intelligenzquotient (IQ) 50–69

Antwort C Intelligenzquotient (IQ) 25–39

Antwort D Beim Erwachsenen mentales Alter von etwa 3 Jahren

Antwort E Fehlender Spracherwerb

449 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer leichten Intelligenzminderung liegt der IQ zwischen 50 und 69. Die Angabe 80–99 ist etwas willkürlich gewählt: Bei einem IQ von 85–115 ist jemand durchschnittlich/normal intelligent. Bei einem IQ von 70–84 spricht man von einer unterdurchschnittlichen Intelligenz (Lernbehinderung).

Zu B Richtig. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Wieder sind die Angaben nicht einer Stufe der geistigen Behinderung zuzuordnen. Bei einem IQ von 20–34 liegt eine schwere Intelligenzminderung vor, bei einem IQ von 35–49 spricht man von einer mittleren Intelligenzminderung.

Zu D Falsch. Personen mit einer leichten Intelligenzminderung haben ein mentales Alter von etwa 9–12 Jahren. Ein mentales Alter von 3–6 Jahren findet sich bei einer schweren Intelligenzminderung.

Zu E Falsch. Ein fehlender Spracherwerb (d. h. die Unfähigkeit, andere zu verstehen oder sich sprachlich zu äußern) ist ein Merkmal der „schwersten Intelligenzminderung“ (IQ unter 20).

450 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Merkmale treffen am ehesten auf eine anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung zu?

Antwort A Übermäßiger Zweifel und Vorsicht

Antwort B Rigidität und Eigensinn

Antwort C Ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden

Antwort D Eingeschränkte Fähigkeit, Alltagsentscheidungen ohne ein hohes Maß an Ratschlägen und Bestätigungen durch andere treffen zu können

Antwort E Übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen

450 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Typische Merkmale der anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) sind u. a: Gefühle von starkem Zweifel und übermäßiger Vorsicht, Rigidität (= mangelnde Flexibilität), Eigensinn, übermäßige Gewissenhaftigkeit, übertriebene Pedanterie, Beschäftigung mit Details, Regeln oder Listen etc.

Zu B Richtig. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Die Angst, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden, ist typisch für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung.

Zu D Falsch. Menschen, die für Alltagsentscheidungen ständig den Rat von anderen einholen, haben eine abhängige Persönlichkeitsstörung.

Zu E Falsch. Eine übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen ist ein Merkmal der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

451 ?

Aussagenkombination

Mit welchen Symptomen ist nach abruptem Absetzen der Benzodiazepin-Medikation bei langjähriger Benzodiazepin-Abhängigkeit zu rechnen?

  • 1.

    Hypersomnie

  • 2.

    Wahrnehmungsstörungen

  • 3.

    Krampfanfälle

  • 4.

    Tremor

  • 5.

    Dysphorie

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

451 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Betroffenen haben kein übergroßes Schlafbedürfnis (= Hypersomnie), sondern leiden an Unruhezuständen und extremen Schlafstörungen.

Zu 2 Richtig. Typisch sind optische Halluzinationen – im Gegensatz zum Alkoholentzug keine kleinen „Tierchen“, sondern eher große, z. T. übergroße szenische Halluzinationen. Auch illusionäre Verkennungen und taktile oder akustische Halluzinationen können vorkommen.

Zu 3 Richtig. Da Benzodiazepine eine muskelentspannende und krampflösende (antikonvulsive) Wirkung haben, kann beim Entzug der gegenteilige Effekt eintreten: Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, häufig auch ein epileptischer Krampfanfall.

Zu 4 Richtig. Zittern ist eines von vielen vegetativen Symptomen beim Entzug von „Benzos“.

Zu 5 Richtig. Eine missgestimmte, gereizte, mürrische Stimmung (Dysphorie) ist typisch. Häufig kommt es auch zu schweren depressiven Störungen.

452 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche psychischen Störungen können am ehesten Folgen einer langjährigen Alkoholkrankheit sein?

Antwort A Hebephrenie

Antwort B Amnestisches Syndrom

Antwort C Autismus

Antwort D Anorexia nervosa

Antwort E Akustische Halluzinose

452 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Die Hebephrenie – eine Unterform der Schizophrenie – kann nicht durch Missbrauch von Alkohol verursacht werden.

Zu B Richtig. Das amnestische Syndrom (früher: Korsakow-Syndrom) geht mit einer ausgeprägten Störung des Kurzzeitgedächtnisses einher. Ursache ist u. a. eine langjährige Alkoholkrankheit.

Zu C Falsch. Autismus ist eine von Geburt an vorhandene tiefgreifende Entwicklungsstörung, die mit dem Konsum von Alkohol nichts zu tun hat.

Zu D Falsch. Zwischen dem Krankheitsbild der Anorexia nervosa und Alkoholismus besteht kein Zusammenhang.

Zu E Richtig. Als Folge von langjährigem Alkoholismus kann eine Alkoholhalluzinose mit akustischen Halluzinationen (meist bedrohlichen Stimmen) auftreten, die bei den Betroffenen große Angst auslösen.

453 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Symptomen führt (nach ICD-10), wenn das Zeitkriterium erfüllt ist und keine Ausschlusskriterien (affektive Störung oder organische Hirnerkrankung) vorliegen, das alleinige Auftreten des Symptoms zur Diagnose Schizophrenie?

  • 1.

    Gedankenlautwerden

  • 2.

    Sozialer Rückzug

  • 3.

    Gedankenentzug

  • 4.

    Gedankenausbreitung

  • 5.

    Zerfahrenheit

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

453 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Gefragt wird hier nach den Symptomen 1. Ranges, die sich – anders formuliert – in der ICD-10 wiederfinden. Die Ich-Störungen „Gedankenlautwerden“, „Gedankenentzug“ und „Gedankenausbreitung“ zählen alle zu den Erstrangsymptomen.

Zu 2 Falsch. Der soziale Rückzug ist ein Minus-Symptom (Negativsymptom) und zählt zu den Zweitrangsymptomen.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Die Denkzerfahrenheit (zusammenhangloses Reden und Denken = Inkohärenz) ist eine formale Denkstörung, die bei der Schizophrenie häufig vorkommt. Sie zählt nicht zu den Erstrangsymptomen.

454 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage trifft für Depressionen im hohen Lebensalter zu?

Antwort A Schwere Depressionen sind im hohen Lebensalter selten.

Antwort B Es handelt sich um eine normale Alterserscheinung.

Antwort C Es wird häufig zu Unrecht eine Demenz angenommen.

Antwort D Eine analytische Psychotherapie ist meist ausreichend.

Antwort E Körperliche Symptome treten nicht auf.

454 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bezüglich der Erstmanifestation (= erstes Auftreten) depressiver Episoden gibt es zwei „Gipfel“: Der eine liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, der zweite bei Personen über 60 Jahren (Late-Onset- Depression). Depressive Episoden jeden Schweregrades sind im Alter häufig.

Zu B Falsch. Neben demenziellen Erkrankungen sind depressive Störungen die häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter (keine normale Alterserscheinung!).

Zu C Richtig. Depressive Episoden gehen mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einher, deshalb wird oft zu Unrecht eine Demenz diagnostiziert.

Zu D Falsch. Die Behandlung ist auch im Alter am wirksamsten, wenn Antidepressiva und Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) kombiniert werden.

Zu E Falsch. Über 90 % der Erkrankten berichten fast ausschließlich über somatische Beschwerden, die auf eine depressive Störung hinweisen könnten (Schlafstörungen, Kraft- und Appetitlosigkeit, Druck auf der Brust etc.). Oft überschneiden sich die „Vitalstörungen“ mit begleitenden körperlichen Erkrankungen.

455 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu neurotischen Störungen und Belastungsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Bei einer spezifischen Phobie erkennt der Patient, dass seine Angst übertrieben oder unvernünftig ist.

  • 2.

    Soziale Phobie und depressive Störungen kommen oft gemeinsam vor.

  • 3.

    Bei einer generalisierten Angststörung ist u. a. die „Sorgenkonfrontation in sensu“ eine effektive Behandlungsart.

  • 4.

    Vegetative Erregtheit ist ein Merkmal einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

  • 5.

    Bei der Behandlung der Agoraphobie ist die „Reizkonfrontation in vivo“ eine wirksame Intervention.

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

455 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Menschen mit einer isolierten Phobie leiden unter ihren Symptomen und haben die „Einsicht, dass diese übertrieben und unvernünftig sind“ (ICD-10, F40.2/C).

Zu 2 Richtig. Die soziale Phobie hat eine hohe Komorbidität mit weiteren psychischen Erkrankungen, insbesondere mit anderen Angststörungen und depressiven Störungen.

Zu 3 Richtig. Sorgenkonfrontation in sensu bedeutet: Die Betroffenen stellen sich Situationen vor, die ihnen Sorgen bereiten. Dabei malen sie sich die Konsequenzen bis zum schlimmstmöglichen Ausgang bildhaft aus und halten die dabei auftretenden Angstgefühle so lange aus, bis sie im Zuge der Gewöhnung absinken. Dies führt nach Ansicht von Verhaltenstherapeuten zu einer Verringerung der allgemeinen Sorgen und Befürchtungen.

Zu 4 Richtig. Vegetative Erregtheit (Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen) ist typisch für die PTBS.

Zu 5 Richtig. Bei der Therapie der Agoraphobie hat sich die Expositionstechnik „in vivo“ (in der Realität, nicht in der Vorstellung) bewährt.

456 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche typischen Symptome kommen bei dissoziativen Störungen vor?

Antwort A Trance und Besessenheitszustände

Antwort B Störung des Körperschemas

Antwort C Lichtstarre Pupillen

Antwort D Stupor

Antwort E Ideenflucht

456 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Trancezustände, „die unfreiwillig oder ungewollt sind und außerhalb von religiösen oder kulturell akzeptierten Situationen auftreten“, zählen nach ICD-10 ebenso zu den dissoziativen Störungen wie die Überzeugung, „von einem Geist, einer Macht, einer Gottheit oder einer anderen Person beherrscht zu werden“ (ICD-10/F44.3).

Zu B Falsch. Eine Störung des Körperschemas ist typisch für die Anorexia nervosa. Sie zählt nicht zu den dissoziativen Störungen.

Zu C Falsch. Wenn die Pupillen sich bei starkem Lichteinfall nicht mehr verengen, spricht man von lichtstarren Pupillen. Sie sind ein Hinweis auf eine Hirnschädigung, kein Symptom einer dissoziativen Störung.

Zu D Richtig. Der dissoziative Stupor (Zustand der Erstarrung) findet sich in der ICD-10 unter F44.2

Zu E Falsch. Ideenflucht ist eine für die Manie typische formale Denkstörung, keine dissoziative Störung.

457 ?

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Eine 45-jährige Patientin berichtet über ihre 18-jährige Tochter, bei der sie eine Magersucht vermutet. Welche Angaben stützen den Verdacht auf eine Anorexia nervosa?

Antwort A Körpergewicht von 52 kg bei einer Größe von 160 cm

Antwort B Ablehnung von Rohkost

Antwort C Meidung von körperlichen Aktivitäten

Antwort D Regelmäßige Verwendung von Abführmitteln

Antwort E Amenorrhö

457 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. 52 kg bei 160 cm entspricht etwa dem Idealgewicht (Normalgewicht = 60 kg abzüglich 10 %).

Zu B Falsch. Um möglichst wenig Kalorien zu sich zu nehmen, essen viele Betroffene nur Rohkost.

Zu C Falsch. Anorektikerinnen sind stark leistungsbetont und versuchen, durch übertriebene körperliche Aktivitäten Kalorien abzubauen.

Zu D Richtig. Die meisten Patienten mit Anorexia nervosa nehmen regelmäßig Abführmittel, damit die Nahrung, die sie zu sich nehmen, möglichst schnell Magen und Darm durchläuft und auf diese Weise keine Kalorien aufgenommen werden.

Zu E Richtig. Durch die Mangelernährung kommt es zu Störungen im Hormonhaushalt. Bei Frauen kommt es dadurch zu einer (meist sekundären) Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung).

458 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Demenz trifft zu?

Antwort A Die klinische Unterscheidung der Demenzursachen ist am besten im Endstadium der Erkrankung möglich.

Antwort B Bei frühem Beginn (vor dem 65. Lebensjahr) weist der Verlauf der Alzheimer-Krankheit i. d. R. eine raschere Verschlechterung auf als bei spätem Beginn.

Antwort C Zwei Wochen andauernde Gedächtnisstörungen sind für die Diagnose der Demenz nahezu beweisend.

Antwort D Sprachstörungen gehören nicht zum Bild einer Demenz.

Antwort E Bewusstseinstrübung ist ein typisches Frühsymptom.

458 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Ärzte diagnostizieren „Alzheimer“ oder andere Demenzarten auf der Grundlage einer sorgsam durchgeführten Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, Labortests und den für die jeweilige Demenzart typischen Auffälligkeiten (z. B. langsam-progredienter Verlauf bei Alzheimer, schubweiser Verlauf mit Hinweisen auf Mini-Infarkte bei vaskulärer Demenz etc.). Diese Vorgehensweise ist nur im Frühstadium der Erkrankung sinnvoll.

Zu B Richtig. Nach ICD-10 weist der Verlauf der Alzheimer-Krankheit mit Beginn vor dem 65. Lebensjahr „eine vergleichsweise rasche Verschlechterung auf“.

Zu C Falsch. Die Symptome müssen mindestens 6 Monate andauern, um die Diagnose Demenz stellen zu können.

Zu D Falsch. Sprachstörungen (Aphasien) wie z. B. Wortfindungsstörungen sind typisch für demenzielle Erkrankungen.

Zu E Falsch. Demenzkranke haben zwar Orientierungsstörungen, in der Anfangsphase der Erkrankung sind sie jedoch bewusstseinsklar.

459 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

In welche Typen teilt man die instabile Persönlichkeitsstörung entsprechend der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) ein?

Antwort A Dissozialer Typ

Antwort B Impulsiver Typ

Antwort C Borderline-Typ

Antwort D Histrionischer Typ

Antwort E Antisozialer Typ

459 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Bei der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung unterscheidet die ICD-10 zwischen dem „impulsiven Typ“ und dem „Borderline-Typ“.

Zu C Richtig. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B

460 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zu formalen Denkstörungen trifft/treffen zu?

  • 1.

    Bei den formalen Denkstörungen ist das inhaltliche Ergebnis des Denkprozesses verzerrt/verändert.

  • 2.

    Formale Denkstörungen sind nicht krankheitsspezifisch.

  • 3.

    Neologismen sind Wortneubildungen, die z. B. bei der Schizophrenie vorkommen.

  • 4.

    Gedankenabreißen kann auf eine Schizophrenie hinweisen.

  • 5.

    Bei der Perseveration wird das Denken als mühsam, wie blockiert erlebt.

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

460 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Wenn der Inhalt verzerrt oder verändert ist, handelt es sich um eine inhaltliche Denkstörung, z. B. einen Wahn.

Zu 2 Richtig. Formale Denkstörungen finden sich bei sehr vielen, ganz verschiedenen psychischen Störungen.

Zu 3 Richtig. Neologismen (Wortneubildungen) zählen zu den formalen Denkstörungen.

Zu 4 Richtig. Gedankenabreißen ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung.

Zu 5 Falsch. Perseveration ist zwar eine formale Denkstörung, typisch hierfür ist jedoch ein ständiges Wiederholen von Wörtern oder ein Klebenbleiben an bestimmten Themen. Wenn das Denken „als mühsam, wie blockiert“ erlebt wird, handelt es sich um die formale Denkstörung „Denkhemmung“. Die Denkhemmung ist typisch für depressive Erkrankungen.

461 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf eine Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) primär angezeigt?

Antwort A EEG (Elektroenzephalografie)

Antwort B MRT (Magnetresonanztomografie, Kernspintomografie) des Gehirns

Antwort C Genetische Untersuchung

Antwort D Intelligenztest

Antwort E Hörtest

461 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Eine umschriebene Entwicklungsstörung wie die Legasthenie (LRS) kann weder durch ein EEG noch ein MRT nachgewiesen werden.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Es gibt zwar eine genetische Disposition für die LRS, eine diesbezügliche genetische Untersuchung ist jedoch weder sinnvoll noch möglich.

Zu D Richtig. Auch bei einer Intelligenzminderung gibt es Störungen des Lesens und Schreibens, deshalb sollte durch einen Intelligenztest eine Intelligenzminderung ausgeschlossen werden.

Zu E Richtig. Legastheniker sind häufig „fehlhörig“, d. h., sie können ähnlich gesprochene Laute wie „b/p“, „d/t“ oder „g/k“ nicht voneinander unterscheiden. Bei etwa 60 % der Legastheniker sind diese akustischen und sprachlichen Beeinträchtigungen die Ursache für die LRS.

462 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen über Antidepressiva treffen zu?

  • 1.

    Alle trizyklischen Antidepressiva sind psychomotorisch aktivierend.

  • 2.

    Bei SSRI können Übelkeit, Erbrechen und innere Unruhe auftreten.

  • 3.

    Johanniskraut hat keinen Einfluss auf die Wirkung anderer Medikamente.

  • 4.

    Zu Beginn der antidepressiven Medikation stehen häufig Nebenwirkungen im Vordergrund.

  • 5.

    Antidepressiva können auch bei Angst- oder Zwangsstörungen indiziert sein.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

462 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Es gibt auch trizyklische Antidepressiva, die nicht antriebssteigernd wirken (z. B. Antidepressiva vom Amitriptylin-Typ).

Zu 2 Richtig. Bei selektiven Wiederaufnahmehemmern (SSRI) reagieren manche Patienten mit Übelkeit, Erbrechen, unter Umständen auch mit innerer Unruhe.

Zu 3 Falsch. Johanniskraut verstärkt gewisse Abbauenzyme in der Leber. Dadurch werden z. B. mehr Hormone als normal abgebaut. Aber auch bestimmte Medikamente verlieren schneller als sonst ihre Wirkung (Antibiotika, die „Pille“, Antiepileptika, Immunsuppressiva etc.).

Zu 4 Richtig. Mundtrockenheit, Schwitzen, Blutdrucksenkung und Gewichtszunahme sind einige der anfangs auftretenden Nebenwirkungen, vor allem bei trizyklischen Antidepressiva. Bei einigen SSRI kann es anfangs zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen (Aussage 2).

Zu 5 Richtig. Antidepressiva haben einen angst- und spannungslösenden Effekt und machen nicht abhängig. Sie werden deshalb oft bei Angst- und Zwangsstörungen eingesetzt.

463 ?

Einfachauswahl

Ein 50-jähriger Mann wird von Angehörigen zu Ihnen gebracht. Er ist erregt, unruhig, angespannt, schwitzt und zittert. Er zeigt sich nicht orientiert. Sie vermuten halluzinatorisches Erleben. Auf welche Erkrankung weist dies hin?

Antwort A Hebephrene Schizophrenie

Antwort B Entzugssyndrom

Antwort C Manie

Antwort D Agitierte Depression

Antwort E Dyskinesien bei Neuroleptika-Einnahme

463 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Die Symptome lassen ein Entzugssyndrom vermuten. Je nach Substanz sind die Entzugserscheinungen verschieden; bei vielen Rauschdrogen finden sich jedoch die hier beschriebenen Symptome (Erregung, psychomotorische Unruhe, vegetative Entgleisungen, Halluzinationen). In Anbetracht des Alters (50 Jahre) könnte es sich um ein Alkohol- oder Benzodiazepin-Entzugssyndrom handeln. Alle anderen unter A, C, D und E aufgeführten Vorschläge passen nicht zum Krankheitsbild.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

464 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Eine Persönlichkeitsstörung wird im Erwachsenenalter erworben.

  • 2.

    Im Vergleich zur Allgemeinheit besteht eine deutliche Abweichung u. a. im Wahrnehmen und Denken.

  • 3.

    Ursächlich ist meist eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns.

  • 4.

    Oft ist eine Persönlichkeitsstörung mit gestörter sozialer Leistungsfähigkeit verbunden.

  • 5.

    Andere psychische Störungen treten oft begleitend auf.

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

464 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Der Beginn liegt laut ICD-10 in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter.

Zu 2 Richtig. Eine Abweichung im Wahrnehmen und Denken im Vergleich zur Mehrheit der Bevölkerung ist ein typisches Merkmal von Persönlichkeitsstörungen.

Zu 3 Falsch. ICD-10: „Eine organische Erkrankung, Verletzung oder deutliche Funktionsstörung des Gehirns müssen als mögliche Ursache für die Abweichung ausgeschlossen werden“ (F60/G6).

Zu 4 Richtig. ICD-10: „Persönlichkeitsstörungen gehen beinahe immer mit persönlichen Leiden und sozialen Beeinträchtigungen einher.“

Zu 5 Richtig. Schätzungsweise 30–50 % der Patienten mit einer PS leiden unter zusätzlichen psychischen Störungen wie Depressionen, Angst-, Zwangs- oder Essstörungen. Besonders häufig findet sich der Missbrauch von psychotropen Substanzen.

465 ?

Einfachauswahl

Ein Patient sucht Sie wegen psychischer Probleme auf. Sie erfahren im Rahmen der Anamnese, dass sein Arzt ihm ein amphetaminhaltiges Medikament verordnet hat. – Für welche Erkrankung spricht diese Behandlung am ehesten?

Antwort A Polytoxikomanie

Antwort B Depression

Antwort C Schizophrenie

Antwort D Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Antwort E Angststörung

465 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Bei gleichzeitigem Missbrauch mehrerer Drogen (= Polytoxikomanie) wird der Arzt wohl kaum eine weitere „Droge“ verschreiben.

Zu B Falsch. Bei Depressionen werden keine Amphetamine, sondern Antidepressiva eingesetzt.

Zu C Falsch. Bei Schizophrenie werden Neuroleptika verschrieben. Sie haben eine völlig andere Wirkung als Amphetamine.

Zu D Richtig. Ein amphetaminhaltiges Medikament ist z. B. Ritalin, das bei schweren Fällen von ADS/ADHS verordnet wird. Da auch Erwachsene ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom haben können, handelt es sich bei dem verordneten Medikament wahrscheinlich um Ritalin.

Zu E Falsch. Bei Angststörungen werden häufig Antidepressiva, kurzfristig auch Benzodiazepine eingesetzt. Die Wirkung ist nicht mit der von Amphetaminen vergleichbar.

466 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Bei welchen der folgenden Erkrankungen werden akustische Halluzinationen gehäuft beobachtet?

Antwort A Paranoide Schizophrenie

Antwort B Borderline-Persönlichkeitsstörung

Antwort C Alkoholhalluzinose

Antwort D Paranoide Persönlichkeitsstörung

Antwort E Angststörungen

466 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Bei der paranoiden Schizophrenie zählen akustische Halluzinationen in Form von kommentierenden Stimmen oder Stimmen in Rede und Gegenrede zu den Leitsymptomen.

Zu B Falsch. Bei der Borderline-Störung werden akustische Halluzinationen „nicht gehäuft beobachtet“.

Zu C Richtig. Typisch für die Alkoholhalluzinose sind bedrohliche oder abwertende Stimmen, die oft im Chor auftreten und den Betroffenen große Angst machen.

Zu D Falsch. Wie bei allen Persönlichkeitsstörungen (PS) können auch bei der paranoiden (= extrem misstrauischen) PS keine psychotischen Symptome (Halluzinationen oder Wahn) auftreten. Nicht verwechseln mit der paranoiden Schizophrenie!

Zu E Falsch. Bei allen unter F4 aufgelisteten psychogenen Störungen dürfen keine psychotischen Symptome wie Halluzinationen oder Wahn auftreten, sonst wären die Störungen nicht „psychogen“, sondern durch eine Störung des Hirnstoffwechsels bedingt. Dies gilt auch für Angststörungen und Phobien.

467 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche der folgenden Merkmale sprechen für eine hebephrene Schizophrenie?

Antwort A Affektive Veränderungen stehen im Vordergrund der Symptomatik.

Antwort B Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind führende Symptome.

Antwort C Psychomotorische Störungen bestimmen das Krankheitsbild.

Antwort D Der Erkrankungsbeginn liegt zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr.

Antwort E Haltungsstereotypien sind ein hervortretendes Krankheitsmerkmal.

467 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Die Stimmung ist flach und oft unpassend. Die Betroffenen zeigen häufig ein läppisches Verhalten, Manierismen in Sprache, Gestik und Mimik und reagieren emotional nicht oder widersprüchlich auf Äußerungen der Umwelt.

Zu B Falsch. Wahnphänomene oder Halluzinationen können laut ICD-10 „in leichter Form vorhanden sein“, bestimmen jedoch nicht das klinische Bild.

Zu C Falsch. Psychomotorische Störungen (Stupor oder Erregungszustände) sind typisch für die katatone Schizophrenie.

Zu D Richtig. Die Hebephrenie ist eine Form der Schizophrenie, die in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter auftritt (meist im Alter zwischen 15 und 25 Jahren).

Zu E Falsch. Haltungsstereotypien (freiwilliges Einnehmen und Beibehalten unsinniger und bizarrer Haltungen) sind typisch für die katatone Schizophrenie.

468 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur verhaltenstherapeutischen Technik der Reizkonfrontation trifft zu?

Antwort A Ein Patient mit Waschzwang darf sich spätestens 1–2 Std. nach Beginn der Reizkonfrontation wieder die Hände waschen.

Antwort B Verspürt der Patient während einer Reizkonfrontation Angst, soll er sich zur Angstbewältigung ablenken und an etwas Schönes denken.

Antwort C Der Patient kann mit dieser Technik die Erfahrung machen, dass die vorgestellte Katastrophe nicht eintritt.

Antwort D Bei der Reizkonfrontation ist die gedankliche Exposition (in sensu) nicht möglich.

Antwort E Bei herzinfarktgefährdeten Patienten sollte die Reizkonfrontation als Flooding erfolgen.

468 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei der Technik der Reizkonfrontation wird der Klient angehalten, den angstauslösenden Reiz (z. B. Berühren der Türklinke) auszuhalten und darauf nicht mit Händewaschen zu reagieren. Dies kann durchaus 1–2 Stunden dauern. Ein Händewaschen im Verlauf der Reizkonfrontation ist das Gegenteil von Reaktionsverhinderung.

Zu B Falsch. Ablenkung ist das Gegenteil von Reizkonfrontation. Kommentar zu A.

Zu C Richtig. Die Patienten machen die Erfahrung, dass der Angstpegel nach einiger Zeit sinkt und die Todesangst nachlässt.

Zu D Falsch. Die Konfrontation in vivo wird oft durch eine gedankliche Exposition (in sensu) vorbereitet oder damit kombiniert.

Zu E Falsch. Eine Reizüberflutung bewirkt eine starke vegetative Erregung. Sie könnte bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder bei denen eine Herzinfarktgefährdung vorliegt, zu einem Herzanfall führen.

469 ?

Aussagenkombination

Zu den Diagnosekriterien einer Demenz (nach ICD-10) gehören:

  • 1.

    Abnahme des Gedächtnisses

  • 2.

    Beeinträchtigung des Denkvermögens (z. B. der Urteilsfähigkeit)

  • 3.

    Verminderung der Affektkontrolle

  • 4.

    Abbau höherer kortikaler Funktionen (Aphasie, Apraxie)

  • 5.

    Bestehen der Symptome seit 3 Wochen

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

469 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. ICD-10: „Abnahme des Gedächtnisses, die am deutlichsten beim Lernen neuer Informationen auffällt“ (= Störung des Kurzzeitgedächtnisses).

Zu 2 Richtig. Laut ICD-10 kommt es typischerweise zu einer „Verminderung der Urteilsfähigkeit und des Denkvermögens wie z. B. der Fähigkeit zu planen und zu organisieren“.

Zu 3 Richtig. ICD-10: „Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle begleitet“ (z. B. emotionale Labilität, mangelnde Affektkontrolle, Reizbarkeit).

Zu 4 Richtig. „Kortikal“ leitet sich her vom lat. cortex = Hirnrinde. Über die Großhirnrinde werden wichtige kognitive Fähigkeiten wie z. B. Sprechen, Lesen, Sehen, Hören, Ausführen von Willkürbewegungen etc. gesteuert. Bei demenziellen Erkrankungen kommt es hier zu zunehmenden Beeinträchtigungen, z. B. zu Aphasie (Sprachstörungen) und Apraxie (mangelnde Fähigkeit, erlernte zweckmäßige Bewegungen auszuführen).

Zu 5 Falsch. Für eine sichere Diagnose müssen die Symptome mindestens 6 Monate vorhanden sein.

470 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche der folgenden Aussagen passen zur Manie?

Antwort A Der Betroffene überschätzt sich selbst.

Antwort B Es bestehen hypochondrische Züge.

Antwort C Es kommt zu Assoziationslockerungen.

Antwort D Es besteht ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Antwort E Es kommt zu einer Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit.

470 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Die ICD-10 spricht von „überhöhter Selbsteinschätzung“, die sich bis zum Größenwahn steigern kann.

Zu B Falsch. Maniker sind euphorisch, fühlen sich absolut gesund und haben keine Krankheitseinsicht. Sie kämen nie auf die Idee, dass sie an einer schweren Erkrankung leiden.

Zu C Richtig. Die Assoziationslockerungen bewirken das Springen von einem Gedanken zum anderen (= Ideenflucht).

Zu D Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Maniker haben ein vermindertes Schlafbedürfnis.

Zu E Falsch. Die subjektiv empfundenen „kreativen“ Ideen und der Rededrang sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Maniker an Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen leiden und von einem Gedanken zum anderen springen (Ideenflucht, Gedankenrasen).

471 ?

Aussagenkombination

Wer darf nach dem Unterbringungsrecht die Unterbringung eines psychisch Kranken anordnen?

  • 1.

    Der behandelnde Arzt

  • 2.

    Der Betriebsarzt

  • 3.

    Ein Facharzt für Psychiatrie

  • 4.

    Das Gericht

  • 5.

    Nahe Angehörige

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

471 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Den Antrag auf Unterbringung stellt die Kreisverwaltungsbehörde (z. B. Landratsamt) beim Betreuungsgericht. Die Anordnung der Unterbringung trifft jedoch allein der Richter des zuständigen Betreuungsgerichts. Ein Arzt, ein Heilpraktiker, die Polizei oder nahe Angehörige können zwar der Kreisverwaltungsbehörde melden, dass jemand untergebracht werden sollte, die Entscheidung über die einleitenden Maßnahmen der Unterbringung trifft jedoch die Kreisverwaltungsbehörde, die i. d. R. die Polizei beauftragt, die betroffene Person in die Psychiatrie einzuliefern. In „unaufschiebbaren Fällen“ kann die Polizei jemanden ohne Mitwirkung der Kreisverwaltungsbehörde in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen. In Notfällen wie diesen müssen das Gericht und die Kreisverwaltungsbehörde unverzüglich (in Bayern bis 12 Uhr mittags des folgenden Tages) benachrichtigt werden.

Zu 2 Falsch. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Kommentar zu 1.

472 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Eine katatone Symptomatik tritt am ehesten auf bei:

Antwort A Schizophrenie

Antwort B Schwerer Depression

Antwort C Manie

Antwort D Persönlichkeitsstörung

Antwort E Alzheimer-Demenz

472 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Eine katatone Symptomatik (katatoner Stupor, katatone Erregungszustände) tritt bei der katatonen Schizophrenie auf.

Zu B Richtig. Eine katatone Symptomatik (= depressiver Stupor) findet sich manchmal bei einer schweren depressiven Episode.

Zu C Falsch. Bei der Manie treten keine Erregungs- oder Erstarrungszustände auf, die durch eine Störung der Hirntransmitter verursacht sind.

Zu D Falsch. Bei Persönlichkeitsstörungen gibt es keine katatonen Symptome.

Zu E Falsch. Bei Patienten mit Alzheimer kommt es im Spätstadium zu starken körperlichen Beeinträchtigungen. Ursache hierfür ist eine Hirnatrophie (Zerstörung von Nervengewebe im Gehirn), keine Störung von Botenstoffen im Gehirn.

473 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu Angststörungen ist nicht richtig?

Antwort A Agoraphobie tritt häufig kombiniert mit einer Panikstörung auf.

Antwort B Bei sozialer Phobie kann sich die Angst bis zu Panikattacken steigern.

Antwort C Hauptmerkmal der Panikstörung sind wiederkehrende schwere, auf spezifische Situationen/besondere Umstände beschränkte Angstattacken.

Antwort D Die Symptome der generalisierten Angststörung sind variabel, u. a. Nervosität, Zittern, Schwitzen, Oberbauchbeschwerden.

Antwort E Bei Agoraphobie handelt es sich um eine Gruppe von Phobien mit der Angst, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein.

473 !

Antwort C ist nicht richtig.

Zu A Richtig. in vielen Fällen ist die Agoraphobie kombiniert mit einer Panikstörung. Diagnose nach ICD-10: „Panikstörung mit Agoraphobie“ (F40.0).

Zu B Richtig. Laut ICD-10 können die Symptome „sich bis zu Panikattacken steigern“.

Zu C Falsch. Bei der Panikstörung haben die Betroffenen Angstanfälle wie aus heiterem Himmel, nicht im Zusammenhang mit einer „spezifischen Situation“.

Zu D Richtig. Die „frei flottierende“, ständig vorhandene Ängstlichkeit und Besorgnis zeigt sich in vegetativen Symptomen wie Nervosität, Zittern, Herzklopfen, Oberbauchbeschwerden etc.

Zu E Richtig. Die ICD-10 nennt vier Arten von angstbesetzten Situationen: 1. Menschenmengen, 2. öffentliche Plätze, 3. Alleinreisen, 4. Reisen mit weiter Entfernung von Zuhause. Allen gemeinsam ist die Angst, im Notfall nicht entkommen oder nicht schnell genug Hilfe bekommen zu können.

474 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Bulimia nervosa treffen zu?

  • 1.

    Als Folge der Erkrankung treten Zahnschmelzschäden auf.

  • 2.

    Normal- oder Übergewicht schließen eine Bulimie aus.

  • 3.

    Bulimisch Kranke essen gern mit anderen zusammen.

  • 4.

    Eine Komplikation der Bulimie ist die Elektrolytstörung.

  • 5.

    Missbrauch von Abführmitteln kann auftreten.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

474 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Durch das Erbrechen gelangt vermehrt Magensäure in den Mund. Dies kann langfristig zu einer Schädigung der Zähne führen.

Zu 2 Falsch. Die meisten Bulimikerinnen sind normal- oder leicht übergewichtig. Deshalb sieht man ihnen ihre Erkrankung meist nicht an.

Zu 3 Falsch. Die Essanfälle (und das anschließende Erbrechen) erfolgen heimlich.

Zu 4 Richtig. Durch das häufige Erbrechen kommt es zu Störungen des Elektrolythaushalts.

Zu 5 Richtig. Neben dem selbstinduzierten Erbrechen und kurzzeitigen Hungerperioden dient auch der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien) der Gewichtsreduktion.

475 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

  • 1.

    Wenn ein psychisch Kranker einen Suizidversuch ankündigt, ist das Suizidrisiko gering.

  • 2.

    Suizid zählt bei jungen Erwachsenen zu den häufigsten Todesursachen.

  • 3.

    Zu Beginn einer antidepressiven Therapie wird das Suizidrisiko stark vermindert.

  • 4.

    Bei schizophrenen Psychosen besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 5.

    Nach Suizidversuchen ist das Wiederholungsrisiko sehr gering.

Antwort A Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

475 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei Personen, die einen Suizidversuch ankündigen, ist das Suizidrisiko sehr hoch. Noch verstärkt wird das Risiko, wenn die betroffene Person an einer psychischen Erkrankung wie Depression, Schizophrenie oder Sucht leidet.

Zu 2 Richtig. Obwohl die Suizidrate in jungen Jahren wesentlich geringer ist als im höheren Alter, zählt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15–25 Jahre) der Suizid zu den häufigsten Todesursachen, denn andere Todesursachen (z. B. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall) sind in diesem Alter noch selten.

Zu 3 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Antidepressiva wirken zunächst antriebssteigernd, erst später stimmungsaufhellend. In dieser Phase ist die Suizidgefährdung besonders hoch, denn da haben die Betroffenen die Energie, ihre suizidalen Gedanken in die Tat umzusetzen.

Zu 4 Richtig. Etwa 20–30 % der schizophrenen Patienten unternehmen einen Suizidversuch, etwa 10 % versterben durch Suizid.

Zu 5 Falsch. Wenn jemand bereits einen Suizidversuch unternommen hat, ist das Suizidrisiko überdurchschnittlich hoch.

476 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Bei welchen der genannten Erkrankungen ist mit einem organischen Psychosyndrom bis hin zur Demenz zu rechnen?

Antwort A Commotio cerebri

Antwort B Alkoholabhängigkeit

Antwort C Rezidivierende Stirnhöhlenvereiterung

Antwort D Grauer Star

Antwort E HIV-Erkrankung ohne Behandlung

476 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Eine Commotio cerebri ist eine Gehirnerschütterung. Sie führt nicht zu einer Demenz.

Zu B Richtig. Als Folge langjährigen Alkoholmissbrauchs kann es zu einer Alkoholdemenz kommen. Sie tritt bei 5–10 % der chronisch Abhängigen auf.

Zu C Falsch. Weder eine Stirnhöhlenvereiterung noch ein grauer Star können das Gehirn so schädigen, dass daraus ein organisches Psychosyndrom, evtl. eine Demenz, entstehen könnte.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Richtig. Das humane Immundefizienz-Virus (HIV) zerstört Nervenzellen im Gehirn. In etwa 50 % der Fälle entwickeln Patienten mit HIV-Infektion demenzielle Syndrome, bei 5–10 % entwickelt sich eine ausgeprägte Demenz.

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