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B978-3-437-58385-8.00019-9

10.1016/B978-3-437-58385-8.00019-9

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2013

505 ?

Aussagenkombination

Welche Verfahren zählen zu den Psychotherapieverfahren?

  • 1.

    Hypnose

  • 2.

    Gestalttherapie

  • 3.

    Lichttherapie

  • 4.

    Psychodrama

  • 5.

    EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

505 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Hypnose ist ein anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren, die Kosten werden allerdings nicht von den Krankenkassen erstattet.

Zu 2 Richtig. Die Gestalttherapie nach Fritz Perls zählt zu den anerkannten Psychotherapieverfahren.

Zu 3 Falsch. Lichttherapie basiert auf der Erkenntnis, dass Tageslicht die körpereigene Produktion von Melatonin hemmt. Ein Überschuss an Melatonin scheint bei Depressionen eine Rolle zu spielen. Lichttherapie wirkt also auf Körperfunktionen und zählt deshalb nicht zur Psychotherapie.

Zu 4 Richtig. Beim Psychodrama nach Moreno gestaltet der Klient als „Hauptdarsteller“ in einem psychodramatischen Spiel sein therapeutisches Thema. Mithilfe der Gruppe soll der Klient festgefahrene Rollenstrukturen verändern. Das Psychodrama zählt zu den anerkannten Psychotherapieverfahren.

Zu 5 Richtig. EMDR (Begründerin: Francine Shapiro) wird vor allem zur Behandlung von PTBS eingesetzt. EMDR zählt heute neben der Verhaltenstherapie zu den wirksamsten Therapieformen bei der Behandlung von Traumafolgestörungen.

506 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Kriterien (nach ICD 10) werden für die Diagnose einer Demenz vorausgesetzt?

Antwort A Die Symptome müssen beim Stellen der endgültigen Diagnose mindestens 6 Monate vorhanden sein.

Antwort B Es muss ein Intelligenzquotient (IQ) von 70 oder niedriger vorliegen.

Antwort C Der Patient muss mindestens 60 Jahre alt sein.

Antwort D In einem bildgebenden diagnostischen Verfahren müssen organische Veränderungen nachgewiesen sein.

Antwort E Es besteht eine Abnahme des Gedächtnisses und des Denkvermögens.

506 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Um eine Verwechslung mit reversiblen Zuständen zu vermeiden, sollten die Symptome mindestens 6 Monate vorhanden sein.

Zu B Falsch. Ein IQ unter 70 wäre ein Hinweis auf eine Intelligenzminderung (= geistige Behinderung), verursacht durch eine frühkindliche Hirnschädigung, nicht einen Abbau kognitiver Funktionen im Rahmen einer (später entstandenen) Demenz.

Zu C Falsch. Es gibt eine vererbliche Form der Alzheimer-Demenz, die schon im Alter von 45–55 Jahren beginnt, aber auch andere Formen der Demenz (vom Alzheimer-Typ, vaskuläre Demenz), die schon vor dem 60. Lebensjahr auftreten können.

Zu D Falsch. Die Diagnose erfolgt zunächst meist mit Testverfahren (z. B. Zeichnen eines Uhrenziffernblatts). Von Neurologen häufig verwendet: der Mini-Mental-Status-Test (kurz: MMST).

Zu E Richtig. Die ICD-10 nennt unter G1 zwei Bedingungen, die beide für die Diagnose einer Demenz vorhanden sein müssen: 1. Abnahme des Gedächtnisses, 2. Abnahme anderer kognitiver Fähigkeiten (Intelligenz, Denkvermögen; Urteilsvermögen etc.).

507 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome stellen die Trias des Korsakow-Syndroms dar?

  • 1.

    Akinese

  • 2.

    Krampfanfall

  • 3.

    Merkfähigkeitsstörung

  • 4.

    Desorientiertheit

  • 5.

    Konfabulation

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

507 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Wort „Akinese“ beschreibt eine hochgradige Bewegungsarmut bis zur völligen Bewegungslosigkeit (trotz normaler Muskelkraft). Die Akinese betrifft die willkürlichen und unwillkürlichen Abläufe der quergestreiften Muskulatur. Das Symptom Akinese ist typisch für die Parkinson-Erkrankung, nicht für das Korsakow-Syndrom (= amnestisches Syndrom).

Zu 2 Falsch. Das Korsakow-Syndrom (amnestisches Syndrom) ist u. a. eine Folgeerkrankung langjähriger Alkoholabhängigkeit. Nicht verwechseln! Anders als beim Alkohol-Entzugssyndrom gibt es beim Korsakow-Syndrom keine Krampfanfälle.

Zu 3 Richtig. Merkfähigkeitsstörungen (= amnestische Störungen) sind typisch.

Zu 4 Richtig. Aufgrund der Gedächtnisstörungen leiden die Betroffenen zwar unter Orientierungsstörungen, sind jedoch bewusstseinsklar.

Zu 5 Richtig. Die Betroffenen überspielen ihre Gedächtnislücken durch erfundene (objektiv falsche) Begebenheiten.

508 ?

Einfachauswahl

Wie lange müssen die spezifischen Symptome bei einer paranoiden Schizophrenie für die Diagnosestellung nach ICD-10 mindestens bestehen?

Antwort A 1 Tag

Antwort B 1 Woche

Antwort C 1 Monat

Antwort D 1 Jahr

Antwort E 2 Jahre

508 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die Mindestdauer für die Diagnose einer Schizophrenie beträgt 4 Wochen = etwa 1 Monat.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

509 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum somatischen Syndrom bei depressiver Episode (nach ICD-10) treffen zu?

Antwort A Gewichtsverlust ist ein typisches Merkmal des somatischen Syndroms.

Antwort B Frühmorgendliches Erwachen spricht gegen ein somatisches Syndrom.

Antwort C Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit ist ein Merkmal des somatischen Syndroms.

Antwort D Bei schwerer depressiver Episode ist das somatische Syndrom normalerweise nicht vorhanden.

Antwort E Bei der rezidivierenden depressiven Störung fehlen charakteristischerweise Symptome eines somatischen Syndroms.

509 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Gewichtsverlust (5 % oder mehr des Körpergewichts im vergangenen Monat) ist ein typisches Merkmal des somatischen Syndroms bei einer depressiven Episode.

Zu B Falsch. Das frühmorgendliche Erwachen ist ein wichtiges und auch typisches Merkmal des somatischen Syndroms.

Zu C Richtig. Wichtig zu wissen: Auch psychomotorische Agitiertheit ist ein Merkmal des somatischen Syndroms. Früher sprach man in diesem Zusammenhang von einer „agitierten Depression“.

Zu D Falsch. Bei einer schweren depressiven Episode ist das somatische Syndrom nahezu immer vorhanden und wird deshalb in der ICD-10 nicht extra verschlüsselt.

Zu E Falsch. Bei sich wiederholenden mittelgradigen oder schweren depressiven Episoden (= rezidivierende depressive Störung) sind Symptome eines somatischen Syndroms genauso häufig vorhanden wie bei einer einzelnen depressiven Episode.

510 ?

Einfachauswahl

Ein junger Mann leidet außerhalb seiner familiären Umgebung beim Umgang mit kleinen Gruppen immer unter der Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und ein peinliches Verhalten zu zeigen. – Welche Diagnose liegt am ehesten vor?

Antwort A Abhängige Persönlichkeitsstörung

Antwort B Autistische Störung

Antwort C Soziale Phobie

Antwort D Asperger-Syndrom

Antwort E Agoraphobie

510 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Menschen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung haben Probleme, ihre Bedürfnisse zu äußern, überlassen Entscheidungen oft anderen und haben große Trennungsangst. Dies passt nicht zum Fallbeispiel.

Zu B Falsch. Menschen mit frühkindlichem Autismus sind unfähig, Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen, soziale Kontakte zu pflegen oder sich verbal zu äußern. Diese Symptome passen nicht zu obiger Beschreibung.

Zu C Richtig. Die Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich in sozialen Situationen peinlich zu verhalten, ist typisch für die soziale Phobie.

Zu D Falsch. Menschen mit Asperger-Syndrom haben – ähnlich wie Patienten mit frühkindlichem Autismus – ein eingeschränktes Einfühlungsvermögen, eine mangelhafte soziale Kompetenz (Kommentar zu B), häufig auch Sonderinteressen. Diese Charakteristika passen nicht zur Fallgeschichte.

Zu E Falsch. Bei der Agoraphobie haben die Betroffenen Panikattacken auf Plätzen, in Menschenmengen oder beim Alleinreisen, nicht im sozialen Umgang mit anderen Menschen.

511 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Ereignisse sind am ehesten als Auslöser für eine posttraumatische Belastungsstörung anzusehen?

Antwort A Scheidung

Antwort B Schwerer Autounfall

Antwort C Chronische Krankheit eines Angehörigen

Antwort D Ansehen von Gewaltvideos

Antwort E Erleben von schwerer körperlicher Gewalt

511 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Eine Scheidung ist eine psychosoziale Belastungssituation, die normalerweise keine PTBS, sondern eine Anpassungsstörung zur Folge hat.

Zu B Richtig. Ein schwerer Autounfall kann für die Betroffenen als „Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung“ oder „katastrophalem Ausmaß“ erlebt werden mit Symptomen wie Flashbacks, Hypervigilanz, Abstumpfung etc.

Zu C Falsch. Eine chronische Erkrankung eines Angehörigen stellt i. d. R. eine soziale Belastungssituation dar. Die Folge wäre eine Anpassungsstörung, keine PTBS.

Zu D Falsch. Angehörige helfender Berufe, die häufig Zeugen traumatischer Erlebnisse sind, können eine sekundäre Traumatisierung erleben und dann Symptome einer PTBS aufweisen. Sie müssen die Situation allerdings persönlich – nicht im Film – erlebt haben. Eine PTBS als Folge von Gewaltvideos gibt es nicht.

Zu E Richtig. Erlebnisse von schwerer körperlicher oder psychischer Gewalt (Überfall, Folter, Vergewaltigung etc.) sind für viele Menschen so traumatisch, dass sie darauf mit einer PTBS reagieren.

512 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Als Zwangsgedanken können gewalttätige Inhalte auftreten.

  • 2.

    Die Lebenszeitprävalenz liegt bei etwa 15 %.

  • 3.

    Von einer Zwangsstörung spricht man auch dann, wenn die Symptomatik zusammen mit einer anderen psychischen Störung, z. B. Schizophrenie, auftritt.

  • 4.

    Zwangsstörungen tendieren zur Chronifizierung.

  • 5.

    Zwangsgedanken werden vom Patienten als eigene Gedanken erkannt.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4, und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

512 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Als Zwangsgedanken können zwar gewalttätige Inhalte auftreten, sie verursachen jedoch so große Angst, dass sie kaum je in die Tat umgesetzt werden. Beispiel: Zwanghafte Gedanken, andere mit spitzen Gegenständen zu verletzen oder das eigene Kind vor ein Auto zu werfen.

Zu 2 Falsch. Die Lebenszeitprävalenz (= Krankheitshäufigkeit) liegt bei 2–3 %, nicht bei 15 %.

Zu 3 Falsch. Zwangssyndrome im Zusammenhang mit einer Schizophrenie oder Depression werden diagnostisch der primären Erkrankung zugeordnet und verschwinden, wenn z. B. die Schizophrenie oder Depression erfolgreich behandelt wird.

Zu 4 Richtig. Ohne Behandlung werden Zwangsstörungen oft chronisch. Oft dauert es allerdings 7–10 Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert und entsprechend behandelt werden kann.

Zu 5 Richtig. Die Betroffenen erkennen, dass die unsinnigen Gedanken ihre eigenen Gedanken sind (anders als bei der Schizophrenie, wo die Betroffenen das Gefühl haben, die Gedanken würden ihnen eingegeben oder aufgezwungen).

513 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Wie lassen sich Waschzwänge mithilfe der Verhaltenstherapie behandeln?

Antwort A Exposition mit Reaktionsverhinderung

Antwort B Rückversicherung durch den Therapeuten, dass keine Gefahr besteht

Antwort C Vermehrtes Händewaschen, um eine Extinktion (Löschung des Verhaltens) zu erzielen

Antwort D Vermeidung von Reizen, die das Waschverhalten auslösen

Antwort E Analyse von Gedankenmustern und Befürchtungen

513 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Exposition bedeutet: Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz, z. B. dem Berühren der Türklinke. Reaktionsverhinderung: Die normale Reaktion wäre Waschen der Hände – diese Reaktion wird verhindert, der Klient soll die Angst aushalten lernen.

Zu B Falsch. Das ist das Gegenteil von „Aushalten-Lernen“.

Zu C Falsch. Vermehrtes Händewaschen führt zu einer kurzzeitigen Erleichterung, dadurch wird das Händewaschen verstärkt, nicht „gelöscht“.

Zu D Falsch. Eine Vermeidung von Auslösereizen ist das Gegenteil von der unter A beschriebenen Expositionstechnik.

Zu E Richtig. Die Analyse und kognitive Umstrukturierung von Gedankenmustern (z. B. „Alles ist voller Bakterien“) ist ein wesentliches Merkmal der kognitiven Verhaltenstherapie.

514 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zu Essstörungen trifft/treffen zu?

  • 1.

    Exzessive sportliche Betätigung kann ein Symptom sein.

  • 2.

    Zu den Essstörungen (nach ICD-10) zählen insbesondere die Bulimia nervosa und die Anorexia nervosa.

  • 3.

    Bei der Bulimie besteht eine ausgeprägte Körperschemastörung.

  • 4.

    Bei der Magersucht besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

  • 5.

    Risikofaktoren sind u. a. mangelndes Selbstwertgefühl und sozialer Rückzug.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

514 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Durch übermäßigen Sport und den damit verbundenen Kalorienverbrauch versuchen die Erkrankten, Gewicht zu verlieren. Dies gilt nicht für Binge-Eating-Patienten, die noch nicht von der ICD-10 erfasst werden.

Zu 2 Richtig. Die Binge-Eating-Störung wird in der ICD-10 nicht aufgeführt, deshalb ist die Aussage richtig.

Zu 3 Falsch. Auch wenn in vielen psychiatrischen Lehrbüchern und Internet-Kommentaren etwas anderes gesagt wird: Bulimie-Erkrankte orientieren sich am Idealgewicht, d. h., sie erkennen genau, wenn sie als Folge ihrer Essattacken zugenommen haben. Sie haben i. d. R. also keine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers!

Zu 4 Falsch. Anorektikerinnen haben kein Krankheitsgefühl, selbst wenn sie schon lebensbedrohlich erkrankt sind.

Zu 5 Richtig. Diese Aussage findet sich so in einem Teil der Fachliteratur. Ob sie stimmt, ist zumindest umstritten.

515 ?

Einfachauswahl

Eine histrionische Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) ist u. a. durch folgende Begriffe definiert:

Antwort A Grobe und andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen

Antwort B Übermäßige Inanspruchnahme durch Fantasie und Introspektion

Antwort C Ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden

Antwort D Rigidität und Eigensinn

Antwort E Dramatisierung bezüglich der eigenen Person, theatralisches Verhalten, übertriebener Ausdruck von Gefühlen

515 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen ist typisch für die dissoziale, nicht die histrionische Persönlichkeitsstörung.

Zu B Falsch. Eine übermäßige Inanspruchnahme durch Fantasie und Introspektion (Introvertiertheit) ist typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Eine ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden, ist ein zentrales Merkmal der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung.

Zu D Falsch. Rigidität und Eigensinn sind charakteristische Merkmale der anankastischen (= zwanghaften) Persönlichkeitsstörung.

Zu E Richtig. „Histrionisch“ leitet sich vom lat. histrio = Schauspieler ab. Die dramatische Selbstdarstellung und ein übertriebener Ausdruck von Gefühlen sind typisch für die histrionische (früher: hysterische) Persönlichkeitsstörung.

516 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen für eine Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) (nach ICD-10) zu?

Antwort A Soziale und emotionale Anpassungsprobleme stehen nicht mit einer LRS in Zusammenhang.

Antwort B Die Leseleistung muss unter dem Niveau liegen, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und Beschulung zu erwarten wäre.

Antwort C Eine umschriebene Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache geht der LRS häufig voraus.

Antwort D Ein Defizit des Leseverständnisses ist typischerweise nicht vorhanden.

Antwort E Die Störung tritt im Rahmen einer allgemeinen Intelligenzminderung auf.

516 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Legastheniker haben als Folge ihrer Störung oft soziale und emotionale Probleme (Schulangst; Minderwertigkeitsgefühle, dadurch soziale Ausgrenzung etc.).

Zu B Richtig. Leseverständnis und Lesegenauigkeit liegen „mindestens zwei Standardabweichungen unterhalb des Niveaus …, das aufgrund des chronologischen Alters und der allgemeinen Intelligenz zu erwarten wäre“ (ICD-10, F81.0/A.1)

Zu C Richtig. In der ICD-10 heißt es hierzu: „Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache voraus.“

Zu D Falsch. Das Hauptmerkmal der Lese(!)-Rechtschreibschwäche ist eine Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch Sehprobleme oder eine „unangemessene Beschulung“ erklärbar ist.

Zu E Falsch. Die Lese- und Rechtschreibstörung liegt zwar unterhalb des Niveaus, das aufgrund des IQ zu erwarten wäre. In den meisten Fällen sind die Betroffenen jedoch normal, oft sogar überdurchschnittlich intelligent.

517 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur systematischen Desensibilisierung trifft zu?

Antwort A Sie ist Methode der Wahl zum Abbau von Zwangshandlungen.

Antwort B Sie ist bei Kindern und Jugendlichen kontraindiziert.

Antwort C Sie findet bei Phobien Anwendung.

Antwort D In der Regel wird sie mit der Gabe von Antidepressiva kombiniert.

Antwort E Es handelt sich um ein tiefenpsychologisches Verfahren.

517 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei Zwangsstörungen (Zwangsgedanken wie auch Zwangshandlungen) hat sich die systematische Desensibilisierung als wenig wirksam erwiesen.

Zu B Falsch. Die systematische Desensibilisierung kann bei Kindern und Jugendlichen ebenso eingesetzt werden wie bei Erwachsenen.

Zu C Richtig. Bei der Behandlung von Phobien wird Entspannung mit dem angstauslösenden Objekt gekoppelt. Da Angst und Entspannung sich gegenseitig hemmen (reziproke Hemmung), verringert sich durch die Entspannung die Angst. Die systematische Desensibilisierung nach Wolpe fand früher vor allem bei isolierten Phobien (z. B. Tierphobien) Anwendung; heute verwenden Therapeuten hierfür eher die graduierte Exposition (ohne Entspannung).

Zu D Falsch. Bei schweren phobischen Störungen können Antidepressiva gegeben werden, dies ist jedoch nicht die Regel.

Zu E Falsch. Die systematische Desensibilisierung zählt zu den verhaltenstherapeutischen Verfahren.

518 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zur Suizidalität trifft/treffen zu?

  • 1.

    Schizophrene junge Männer haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 2.

    Zu Beginn einer antidepressiven Therapie wird das Suizidrisiko vermindert.

  • 3.

    Fragen nach Suizidgedanken können eine Suizidhandlung auslösen, zu der es ansonsten nicht gekommen wäre.

  • 4.

    In Deutschland steigt die Suizidrate im höheren Lebensalter an.

  • 5.

    Frauen unternehmen häufiger Suizidversuche als Männer.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

518 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Schizophrene haben ein erhöhtes Suizidrisiko; ebenso junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren. Da Männer zu härteren Methoden greifen als Frauen, sind sie allein durch ihr Geschlecht stärker gefährdet.

Zu 2 Falsch. Bei einer antidepressiven Therapie kommt es zunächst zu einer Antriebssteigerung, erst später zu einer Stimmungsaufhellung. Dies bedeutet: Die Betroffenen haben nun die Energie, ihre Suizidgedanken in die Tat umzusetzen.

Zu 3 Falsch. Bei Suizidgefährdung die Betroffenen unbedingt darauf ansprechen! Dies wird von vielen Betroffenen meist als große Erleichterung empfunden.

Zu 4 Richtig. Männer und Frauen über 60 Jahre haben ein weit höheres Suizidrisiko als jüngere Menschen.

Zu 5 Richtig. Die Zahl der Suizidversuche ist etwa 10- bis 15-mal höher als bei vollendeten Suiziden. Suizidversuche sind bei Frauen etwa 3-mal so häufig wie bei Männern. Bei vollendeten Suiziden ist es etwa umgekehrt: Das Verhältnis von Frauen zu Männern liegt hier bei 1 : 3.

519 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen treffen zu? Mögliche Symptome der Anorexia nervosa sind:

  • 1.

    Sekundäre Amenorrhö

  • 2.

    Body-Mass-Index (BMI) von 20 kg/m 2

  • 3.

    Karies

  • 4.

    Gebrauch von Diuretika

  • 5.

    Selbst induziertes Erbrechen

Antwort A Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

519 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Durch die Störung des Hormonhaushalts kommt es zu einem Ausbleiben der (vorher vorhandenen) Regelblutung.

Zu 2 Falsch. Ein Hinweis auf eine Anorexia nervosa ist ein BMI von 17,5 oder darunter. Ein BMI von 20 entspricht etwa dem Normalgewicht.

Zu 3 Richtig. Durch die beim Erbrechen hochkommende Magensäure kommt es zu Zahnschmelzschäden.

Zu 4 Richtig. Diuretika sind Medikamente, die eine vermehrte Ausscheidung von Wasser zur Folge haben und damit zu einem kurzzeitigen Gewichtsverlust führen.

Zu 5 Richtig. Selbst induziert bedeutet: selbst herbeigeführt, im Gegensatz zu einem Gewichtsverlust infolge einer körperlichen Erkrankung.

520 ?

Einfachauswahl

Eine Ihrer Patientinnen nimmt wegen einer Depression einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, z. B. Citalopram, Paroxetin, Sertralin) ein. Bei welcher zusätzlichen Selbstmedikation muss vor allem mit einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen gerechnet werden?

Antwort A Jod

Antwort B Lavendel

Antwort C Baldrian

Antwort D Johanniskraut

Antwort E Hopfen

520 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Bei SSRI wie Citalopram, Paroxetin etc. wird durch Wechselwirkung mit Johanniskraut die Serotonin-Konzentration im Zentralnervensystem erhöht, was bei höherer Dosierung zu einem lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom mit Symptomen einer schweren Grippe, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie, manchmal auch deliranten Zuständen und Krampfanfällen führen kann. – Unabhängig von der Wechselwirkung mit bestimmten Antidepressiva erhöht Johanniskraut die Aktivität eines bestimmten Leberenzyms, das für den Abbau verschiedener Medikamente verantwortlich ist. Durch die Einnahme von Johanniskraut kommt es deshalb zu einem vermehrten Abbau (und somit verminderter Wirkung) von Medikamenten, die z. B. zur Behandlung von Krebs- und Herzleiden oder zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen verordnet werden. Auch die empfängnisverhütende Wirkung der „Pille“ wird durch Einnahme von Johanniskraut reduziert.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

521 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen treffen zu? Zu den Abwehrmechanismen zählen:

  • 1.

    Symboldeuten

  • 2.

    Rationalisierung

  • 3.

    Verschiebung

  • 4.

    Gedankensperrung

  • 5.

    Isolierung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

521 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Deuten von Symbolen gehört u. a. zur Traumdeutung und zur Tagtraumtechnik. Symboldeuten ist kein Abwehrmechanismus.

Zu 2 Richtig. Als Rationalisieren bezeichnet man eine nachträgliche verstandesmäßige Begründung eines emotional schmerzhaften Erlebens.

Zu 3 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Verschiebung werden z. B. aggressive Impulse gegenüber einer Autoritätsperson an einem Ersatzobjekt abreagiert: Ein Schüler ist z. B. wütend auf den Lehrer und zerreißt stattdessen die mit 6 benotete Klassenarbeit. Dann geht er nach Hause und schlägt (anstelle des Lehrers) seinen jüngeren Bruder.

Zu 4 Falsch. Gedankensperrung ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung, kein Abwehrmechanismus.

Zu 5 Richtig. Bei der (Affekt-)Isolierung kann sich beispielsweise jemand zwar an ein Ereignis erinnern, der dazugehörige Affekt (Angst, Trauer) wird jedoch abgespalten. Jemand hat z. B. die Diagnose einer schweren Krankheit erhalten und erzählt anschließend detailgetreu, aber ohne emotionale Beteiligung von seiner Krankheit.

522 ?

Einfachauswahl

An welche Erkrankung bzw. welchen Zustand ist bei einem Alkoholkranken, der optische Halluzinationen beschreibt, in erster Linie zu denken?

Antwort A Korsakow-Syndrom

Antwort B Einfacher Rausch

Antwort C Delirium tremens

Antwort D Alkoholhalluzinose

Antwort E Wernicke-Enzephalopathie

522 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Beim Korsakow-Syndrom haben die Betroffenen keine Halluzinationen, sondern massive Störungen des Gedächtnisses.

Zu B Falsch. Beim einfachen Rausch haben die Betroffenen keine Halluzinationen.

Zu C Richtig. Optische Halluzinationen – oft von Insekten, Spinnweben, Staubwölkchen etc. – sind typisch für das Alkohol-Entzugssyndrom und das Alkohol-Entzugsdelir (Delirium tremens).

Zu D Falsch. Leitsymptom für die Alkoholhalluzinose sind akustische Halluzinationen (oft im Chor).

Zu E Falsch. Die Wernicke-Enzephalopathie ist charakterisiert durch Gangataxien, Augenmuskelstörungen, Bewusstseins- und Orientierungsstörungen. Optische Halluzinationen zählen nicht zum Krankheitsbild.

523 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen treffen zu? Die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen kommt in Betracht bei/als:

  • 1.

    Patienten mit Schlafstörungen

  • 2.

    Patienten mit akuter Schizophrenie

  • 3.

    Training für Angstbewältigung

  • 4.

    Patienten mit chronischen Schmerzen

  • 5.

    Patienten mit arterieller Hypertonie

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

523 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei Schlafstörungen kann die progressive Muskelentspannung helfen, den Körper zu entspannen, emotionalen Stress abzubauen und auf diese Weise Schlafstörungen entgegenzuwirken.

Zu 2 Falsch. Entspannungsverfahren verstärken die psychotischen Symptome und sind bei Schizophrenie oder akuten Psychosen kontraindiziert.

Zu 3 Richtig. Da Entspannung und Angst nicht gleichzeitig existieren können, können Betroffene lernen, durch Entspannungsübungen ihre Angst zu reduzieren.

Zu 4 Richtig. Bei chronischen Schmerzen können Entspannungsverfahren helfen, Spannungen zu lindern und die Aufmerksamkeit vom Schmerz wegzulenken.

Zu 5 Richtig. Bei Bluthochdruck können Entspannungsverfahren auf das vegetative Nervensystem Einfluss nehmen und so die Symptome reduzieren.

524 ?

Einfachauswahl

Welche Denkstörung ist typisch für eine manische Episode ohne psychotische Symptome?

Antwort A Gedankenentzug

Antwort B Grübeln

Antwort C Perseveration

Antwort D Ideenflucht

Antwort E Denkhemmung

524 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Gedankenentzug zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen.

Zu B Falsch. Grübeln ist typisch für depressive Erkrankungen.

Zu C Falsch. Unter Perseveration versteht man ein beharrliches, oft mechanisches Wiederholen von Wörtern oder ein Haften an bestimmten Themen. Diese Denkstörung ist z. B. typisch für die Demenz, nicht für die Manie.

Zu D Richtig. Manikern gehen sehr viele Gedanken oder mehrere Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Die Betroffenen wechseln übergangslos die Themen und springen von einem Gedanken zum anderen. Diese formale Denkstörung heißt Ideenflucht.

Zu E Falsch. Die Denkhemmung (verlangsamtes Denken) ist typisch für depressive Störungen.

525 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum Betreuungsrecht treffen zu?

Antwort A Die Einrichtung einer Betreuung ist identisch mit der früheren Praxis der Entmündigung.

Antwort B Fremdgefährdung ist eine Voraussetzung für eine betreuungsrechtliche Unterbringung.

Antwort C Ein Betreuer darf nicht gegen den freien Willen eines Volljährigen bestellt werden.

Antwort D Das Vorliegen einer psychischen Erkrankung stellt eine zwingende Voraussetzung für die Einrichtung einer Betreuung dar.

Antwort E Eine Betreuung kann eingerichtet werden, wenn der Betroffene ganz oder teilweise nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten zu besorgen.

525 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. das Betreuungsrecht hat zwar das Entmündigungsgesetz abgelöst, ist aber nicht damit identisch. Die Betroffenen werden nicht voll entmündigt, sondern nur in bestimmten Bereichen betreut.

Zu B Falsch. Eine betreuungsrechtliche Unterbringung ist nur bei Selbstgefährdung oder Gefährdung der Gesundheit möglich. Bei Fremdgefährdung gilt das Unterbringungsgesetz/Psychisch-Kranken-Gesetz des jeweiligen Bundeslandes.

Zu C Richtig. Wenn der zu Betreuende seinen Willen kundtun kann, stellt er selbst den Antrag und muss bei der Wahl des Betreuers seine Zustimmung geben. Anders, wenn er seinen Willen nicht kundtun kann (z. B. an einer schweren Demenz leidet): Dann bestimmt der Richter den Betreuer.

Zu D Falsch. Auch Personen mit einer organischen (nicht psychischen) Erkrankung können für bestimmte Angelegenheiten einen Betreuer bekommen.

Zu E Richtig. Das entspricht ungefähr der Formulierung im Betreuungsgesetz.

526 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur wahnhaften Störung treffen zu?

Antwort A Besonders bei jungen Patienten sind anhaltende akustische Halluzinationen typisch.

Antwort B Die Wahninhalte können manchmal lebenslang bestehen.

Antwort C Bei den Wahninhalten handelt es sich oft um einen Verfolgungswahn oder einen Größenwahn.

Antwort D Charakteristisch sind rasch wechselnde Wahnvorstellungen ohne inhaltlichen Bezug.

Antwort E Außerhalb der den Wahn betreffenden Lebensbereiche bestehen meist ausgeprägte Auffälligkeiten des Affekts, der Sprache und des Verhaltens.

526 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. In der ICD-10 heißt es: „Bei älteren Patienten schließen gelegentliche und vorübergehende akustische Halluzinationen die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen.“ Auf keinen Fall sind bei der wahnhaften Störung Halluzinationen typisch.

Zu B Richtig. Die Mindestdauer der wahnhaften Störung beträgt 3 Monate. Meist dauert der Wahn jahrelang, manchmal auch lebenslang an.

Zu C Richtig. Verfolgungs- oder Größenwahn sind häufig. Weitere für die Störung typische Wahnarten (nach ICD-10): Eifersuchtswahn, Liebeswahn, hypochondrischer Wahn, Beziehungswahn und Querulantenwahn (Prozess-Sucht).

Zu D Falsch. Es handelt sich um einen lang andauernden Wahn, nicht um wechselnde Wahnvorstellungen.

Zu E Falsch. Die Betroffenen sind im normalen Leben unauffällig.

527 ?

Einfachauswahl

Eine Patientin klagt über körperliche Symptome, für die keine organischen Ursachen gefunden werden können. Welches Merkmal muss für die Diagnose einer Somatisierungsstörung (nach ICD-10) erfüllt sein?

Antwort A Die Beschwerden sind auf ein bestimmtes Organ bzw. einen bestimmten Bereich begrenzt.

Antwort B Die Patientin zeigt Symptome der Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

Antwort C Die Beschwerden bestehen seit höchstens 6 Monaten.

Antwort D Die Beschwerden stammen aus multiplen Symptombereichen.

Antwort E Die Patientin gibt an, davon überzeugt zu sein, an einer schwerwiegenden, fortschreitenden Krankheit zu leiden.

527 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Beschwerden, die auf ein bestimmtes Organ oder einen bestimmten Bereich begrenzt sind, zählen zur somatoformen Schmerzstörung.

Zu B Falsch. Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit wären Symptome einer (evtl. larvierten) Depression.

Zu C Falsch. Die Mindestdauer für die Somatisierungsstörung beträgt 2 Jahre.

Zu D Richtig. Die Betroffenen leiden unter häufig wechselnden Beschwerden aus verschiedensten Symptombereichen.

Zu E Falsch. Wenn jemand glaubt, an einer schweren Krankheit zu leiden, wäre dies eine hypochondrische Störung.

528 ?

Einfachauswahl

Eine 38-jährige Büroangestellte berichtet, dass sie seit etwa 5 Jahren sehr häufig unter einer trüben und traurigen Stimmung leidet. Sie fühle sich erschöpft, könne nachts schlecht einschlafen und würde vermehrt grübeln. Sie gehe stets zur Arbeit, aber ungern. – Welche Erkrankung oder Störung liegt hier wahrscheinlich vor?

Antwort A Multiple Persönlichkeitsstörung

Antwort B Dysthymia

Antwort C Zyklothymia

Antwort D Somatisierungsstörung

Antwort E Schwere depressive Episode

528 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. In der Fallgeschichte gibt es keine Hinweise auf ein Vorhandensein verschiedener „Persönlichkeiten“, die für die multiple Persönlichkeitsstörung typisch sind.

Zu B Richtig. Die Frau hat leichtere depressive Symptome (z. B. Einschlafstörung, kein Früherwachen) und geht regelmäßig zur Arbeit. Die Symptome sind „chronisch“ (seit 5 Jahren durchgängig vorhanden: kein phasenhafter Verlauf wie bei einer rezidivierenden Depression). Die wahrscheinlichste Diagnose: Dysthymia, später Beginn (ab 21. Lebensjahr).

Zu C Falsch. Die Zyklothymia ist charakterisiert durch einen Wechsel zwischen leicht manischen und leicht depressiven Phasen.

Zu D Falsch. Bei einer Somatisierungsstörung müssten häufig wechselnde körperliche Beschwerden vorliegen. Dies trifft hier nicht zu.

Zu E Falsch. Eine schwere depressive Episode dauert nicht 5 Jahre lang durchgehend an; überdies sind die Symptome zu wenig ausgeprägt, um die Diagnose „schwere depressive Episode“ zu rechtfertigen.

529 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Asperger-Syndrom treffen zu?

  • 1.

    Schwäche in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation ist typisch.

  • 2.

    Die Intelligenz ist in den meisten Fällen normal ausgeprägt.

  • 3.

    Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

  • 4.

    Die ersten Auffälligkeiten zeigen sich bereits in den ersten Lebensmonaten.

  • 5.

    Die betroffenen Kinder fallen durch eine extreme Sprachentwicklungsstörung auf.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

529 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Ähnlich wie Kinder mit frühkindlichem Autismus können Menschen mit Asperger-Syndrom sich nicht in andere hineinfühlen, meiden den Blickkontakt, können Mimik und Gestik ihrer Mitmenschen nicht deuten und sind unfähig, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen.

Zu 2 Richtig. Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus ist beim Asperger-Syndrom die Intelligenz meist normal ausgeprägt, manche sind sogar überdurchschnittlich intelligent.

Zu 3 Falsch. Autismus (auch die Sonderform des Asperger-Syndroms) ist bei Jungen 3- bis 4-mal häufiger als bei Mädchen.

Zu 4 Falsch. Beim Asperger-Syndrom sind die ersten Auffälligkeiten erst nach dem 3. Lebensjahr zu beobachten (nicht in den ersten Lebensmonaten wie häufig bei Kindern mit frühkindlichem Autismus).

Zu 5 Falsch. Beim Asperger-Syndrom ist die Sprachentwicklung normal.

530 ?

Aussagenkombination

Als formale Denkstörungen gelten:

  • 1.

    Gedankenausbreitung

  • 2.

    Gedankenabreißen

  • 3.

    Neologismen (Wortneubildungen)

  • 4.

    Gedankenentzug

  • 5.

    Ideenflucht

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

530 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Gedankenausbreitung zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen.

Zu 2 Richtig. Gedankenabreißen ist eine formale Denkstörung, die bei der Schizophrenie häufig vorkommt. Die Betroffenen erleben mitten im Satz ein Abbrechen des Gedankenflusses ohne erkennbaren Grund.

Zu 3 Richtig. Neologismen sind Wortneubildungen. Sie sind typisch für schizophrene Erkrankungen.

Zu 4 Falsch. Gedankenentzug zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen, nicht zu den formalen Denkstörungen.

Zu 5 Richtig. Ideenflucht (Springen von einem Gedanken zum anderen) ist eine formale Denkstörung bei der Manie.

531 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome sind typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung?

Antwort A Gedankenausbreitung

Antwort B Emotionale Kühle

Antwort C Paranoide Vorstellungen

Antwort D Andauernde Besorgtheit

Antwort E Mangelndes Gespür für gesellschaftliche Regeln

531 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Nicht verwechseln: Schizoid hat nichts mit schizophren zu tun. Die Gedankenausbreitung zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen und hat nichts mit der schizoiden Persönlichkeitsstörung zu tun.

Zu B Richtig. Emotionale Kühle, Distanziertheit und abgeflachter Affekt sind typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Bei einer Persönlichkeitsstörung gibt es keine psychotischen Symptome wie Wahn (= paranoide Vorstellungen). Nicht verwechseln mit der paranoiden Schizophrenie!

Zu D Falsch. Die andauernde Besorgtheit bzw. Ängstlichkeit passt am ehesten zur ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung.

Zu E Richtig. In der ICD-10 heißt es hierzu: „Deutlich mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen; wenn sie nicht befolgt werden, geschieht dies unabsichtlich.“ (F60.1-B9)

532 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Hebephrenie trifft zu?

Antwort A Die Hebephrenie ist eine Erkrankung, die sich bereits vor der Pubertät – meist mit 4–5 Jahren – manifestiert.

Antwort B Charakteristisch für die Hebephrenie sind die akustischen Halluzinationen, die von Vorschulkindern oft als singende Chöre beschrieben werden.

Antwort C Die Hebephrenie zählt zu den X-chromosomal vererbbaren Erkrankungen und wird somit vorwiegend auf weibliche Nachkommen vererbt.

Antwort D Bei der Hebephrenie bleiben das Bewusstsein und die Orientierung in den allermeisten Fällen erhalten.

Antwort E Die Hebephrenie hat nach der Pubertät eine gute Prognose.

532 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Griech. hebe = Jugend. Die Hebephrenie tritt also meist im Jugendalter (genauer: zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr) auf.

Zu B Falsch. Bei der Hebephrenie können Halluzinationen flüchtig auftreten, sind jedoch nicht charakteristisch. Da Vorschulkinder noch nicht an Hebephrenie erkranken können, sind die „singenden Chöre“ wohl der Fantasie entsprungen.

Zu C Falsch. Es gibt zwar eine genetische Disposition für schizophrene Störungen, die Krankheit ist aber nicht vererbt, so wissenschaftlich die Formulierung „X-chromosomal vererbbare Erkrankung(en)“ auch klingen mag.

Zu D Richtig. Bei allen Formen der Schizophrenie sind Bewusstsein und Orientierung nicht gestört.

Zu E Falsch. Die Hebephrenie zählt zu den Erkrankungen mit vorwiegender Minus-Symptomatik und langsam-progredienter Verschlechterung des Befindens. Die Prognose ist deshalb eher ungünstig.

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