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B978-3-437-58385-8.00021-7

10.1016/B978-3-437-58385-8.00021-7

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin März 2014

561 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur progressiven Muskelrelaxation (PMR) trifft zu?

Antwort A Ziel ist eine konzentrative Amnesie.

Antwort B Vorrangiges Ziel ist die Reduktion der Atemfrequenz.

Antwort C Das Verfahren ist durch willentliche und bewusste An- und Entspannung von Muskelgruppen charakterisiert.

Antwort D Bei akut psychotischen Patienten wirkt es sich günstig auf die Gespanntheit aus.

Antwort E Die PMR ist die Methode der Wahl zum Abbau von Zwangshandlungen.

561 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Ziel ist eine konzentrative Selbstentspannung, keine Amnesie mit Gedächtnisverlust.

Zu B Falsch. Ziel ist ein Zustand der Entspannung, bei dem i. d. R. auch der Atem ruhiger wird. Eine Reduktion der Atemfrequenz ist jedoch nicht das „vorrangige Ziel“ der PMR.

Zu C Richtig. Bei der PMR werden zunächst nacheinander einzelne Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge angespannt, anschließend wird die Spannung gelöst. Hierdurch kann ein Zustand tiefer körperlicher Entspannung erreicht werden: Der Muskeltonus lässt nach, Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz sinken etc. Mit etwas Übung lernen die Betroffenen sich zu entspannen, wann immer sie dies möchten.

Zu D Falsch. Bei psychotischen Patienten (z. B. Patienten, die an Schizophrenie oder an einer akuten psychotischen Episode leiden) sind Entspannungstechniken kontraindiziert.

Zu E Falsch. Eine Entspannung des Körpers bewirkt keinen Rückgang von Zwangssyndromen.

562 ?

Aussagenkombination

Wenn Sie einen Patienten bitten, das Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ zu erläutern, dann …

  • 1.

    … prüfen Sie das Abstraktionsvermögen.

  • 2.

    … prüfen Sie eine wichtige kognitive Eigenschaft.

  • 3.

    … können Sie dies – bei Nichterfassen des Zusammenhangs – als „Vorbeireden“ bezeichnen.

  • 4.

    … kann dies als „Konkretismus“ bezeichnet werden.

  • 5.

    … kann dies ein Hinweis auf Schizophrenie sein.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

562 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Abstrahieren bedeutet: aus dem Konkreten etwas Allgemeines erkennen. Wenn jemand z. B. antwortet: „Na klar, wenn ein Apfel herunterfällt, landet er natürlich nicht weit vom Stamm“ kann die Person das Sprichwort nicht auf andere Bereiche übertragen.

Zu 2 Richtig. Abstrahieren zählt – ähnlich wie Erinnern, Problemlösen, Aufmerksamkeit, Introspektion etc. – zu den kognitiven Fähigkeiten des Menschen.

Zu 3 Falsch. Vorbeireden bedeutet: auf gestellte Fragen wird nicht eingegangen, obwohl sie inhaltlich verstanden wurden. Davon ist im vorliegenden Fallbeispiel nichts zu finden.

Zu 4 Richtig. Konkretismus bedeutet: Jemand kann nur konkret denken und nicht verallgemeinern, nicht auf andere Dinge „übertragen“. Kleine Kinder denken beim Wort „Kreislaufprobleme“ z. B., jemand habe Probleme, im Kreis zu laufen. Erst später können sie das Wort im übertragenen Sinn verstehen.

Zu 5 Richtig. Konkretismus ist eine formale Denkstörung bei Schizophrenie und beim Asperger-Syndrom.

563 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Chorea Huntington treffen zu?

  • 1.

    Erste Symptome der Krankheit zeigen sich meist zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr.

  • 2.

    Bei frühzeitiger Therapie ist die Erkrankung heilbar.

  • 3.

    Psychische Beschwerden gehen den Bewegungsstörungen oft mehrere Jahre voraus.

  • 4.

    Die Bewegungsstörungen beginnen meist mit Hyperkinesen bei verringertem Muskeltonus.

  • 5.

    Die geistige Leistungsfähigkeit ist nicht beeinträchtigt.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

563 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. In der Literatur findet sich eine Zeitspanne zwischen 30 und 45 Jahren. Bei manchen Betroffenen zeigen sich die Symptome schon früher, bei anderen erst später.

Zu 2 Falsch. Chorea Huntington („Veitstanz“) ist eine erblich bedingte unheilbare Erkrankung des Gehirns. Eine Heilung ist nicht möglich.

Zu 3 Richtig. Die Betroffenen leiden an der fortschreitenden Zerstörung des „Striatums“, eines Gehirnbereichs, der nicht nur für die Muskelsteuerung, sondern auch für viele mentale Funktionen wichtig ist. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, häufig auch Depressionen und Reizbarkeit gehen den motorischen Symptomen oft Jahre voraus.

Zu 4 Richtig. Die Bewegungsstörungen beginnen meist mit Hyperkinesien (ungewollten Bewegungen) bei verringertem Muskeltonus. Später verändern sich die Störungen der Bewegung in Richtung Hypokinesie (Bewegungsarmut) und Erhöhung des Muskeltonus.

Zu 5 Falsch. Durch die Erkrankung kommt es zu Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten. Bei vielen Betroffenen entwickelt sich im Krankheitsverlauf eine Demenz.

564 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu Rauschdrogen und psychotropen Substanzen treffen zu?

Antwort A Cannabis kann psychotische Symptome (einschließlich Horrortrips) auslösen.

Antwort B Cannabis führt zu Aktivitätssteigerung und kurzfristiger Leistungsverbesserung.

Antwort C Keine bekannte Droge wirkt direkt oder indirekt auf das vegetative Nervensystem.

Antwort D Alkohol kann beruhigend, spannungslösend und angstabbauend wirken.

Antwort E Zur Diagnose eines schädlichen Gebrauchs muss nach ICD-10 eine Toleranzentwicklung vorliegen.

564 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Bei Überdosierung von Cannabis kann es zu psychotischen Symptomen kommen, die zum Teil als Horrortrips erlebt werden (Verfolgungs- oder Vergiftungswahn, optische Halluzinationen, illusionäre Verkennungen etc.).

Zu B Falsch. Das Gegenteil ist der Fall! Typisch ist das sog. „Passivitätssyndrom“ mit Leistungseinbußen und Null-Bock-Mentalität.

Zu C Falsch. Die meisten bekannten Drogen nehmen direkt oder indirekt Einfluss auf die Weiterleitung von Reizen des autonomen Nervensystems. Die Folgen: Veränderungen von Atmung, Herzfrequenz und Blutdruck, Hitze- oder Kältegefühl etc.

Zu D Richtig. Bei Stress, Ängsten oder depressiven Verstimmungen wird Alkohol oft zur Selbstmedikation konsumiert.

Zu E Falsch. Schädlicher Gebrauch ist nicht gleichzusetzen mit Abhängigkeit. Eine Toleranzentwicklung ist nach ICD-10 kein notwendiges Kriterium für „schädlichen Gebrauch“. Aber selbst bei Abhängigkeit genügen drei der in der ICD-10 aufgeführten sechs Merkmale. Eine Toleranzentwicklung mit Dosiserhöhung kann hierbei fehlen.

565 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome gehören zu den Ich-Störungen bei der schizophrenen Psychose?

Antwort A Gedankenentzug

Antwort B Schlafstörung

Antwort C Affektverarmung

Antwort D Gedankenlautwerden

Antwort E Verfolgungswahn

565 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Gedankenentzug zählt ähnlich wie Gedankenausbreitung oder das Gefühl des Gemachten zu den Ich-Störungen.

Zu B Falsch. Schlafstörungen bei schizophrenen Erkrankungen sind häufig. Die Ursachen sind noch nicht zufriedenstellend erforscht. Schlafstörungen haben jedoch nichts mit Ich-Störungen zu tun.

Zu C Falsch. Affektverarmung ist ein häufiges Symptom bei schizophrenen Erkrankungen. Sie ist ein Negativsymptom der Schizophrenie und zählt zu den Störungen der Affektivität.

Zu D Richtig. Eigentlich zählt das Gedankenlautwerden zu den akustischen Halluzinationen. Da die Betroffenen beim Hören der eigenen Gedanken meinen, andere könnten „mithören“, ist ihre „Ich-Grenze“ nicht mehr voll vorhanden, sodass viele Psychiater (darunter auch Kurt Schneider) das Gedankenlautwerden zu den Ich-Störungen zählen.

Zu E Falsch. Der Wahn (z. B. Verfolgungswahn) zählt zu den inhaltlichen Denkstörungen, nicht zu den Ich-Störungen.

566 ?

Einfachauswahl

Ein diagnostisches Kriterium (nach ICD-10) für eine depressive Episode ist:

Antwort A Dauer von mindestens 2 Monaten

Antwort B Dauer von mindestens 6 Monaten

Antwort C Ängstlich-vermeidende Persönlichkeit

Antwort D Antriebsminderung

Antwort E Gesteigerte Libido

566 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Die Mindestdauer beträgt 2 Wochen, nicht 2 Monate.

Zu B Falsch. Die Mindestdauer beträgt 2 Wochen, nicht 6 Monate. Eine Mindestdauer von 6 Monaten findet sich bei der Demenz.

Zu C Falsch. Als Zweitdiagnose kann evtl. eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung vorliegen, sie ist jedoch kein Diagnosekriterium für eine depressive Episode.

Zu D Richtig. Antriebsminderung ist eines der drei Kernsymptome für die Diagnose einer depressiven Episode (neben der depressiven Stimmung und dem Verlust von Interesse).

Zu E Falsch. Eine gesteigerte Libido ist typisch für die Manie. Bei der Depression ist das sexuelle Verlangen reduziert.

567 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Merkmale/Symptome treffen auf einen Patienten mit einer Zwangsstörung zu?

Antwort A Zur Diagnosestellung nach ICD-10 müssen Zwangsgedanken auf jeden Fall, nicht aber Zwangshandlungen vorliegen.

Antwort B Die Symptome (Zwangsgedanken, -impulse, -handlungen) werden vom Patienten als unsinnig oder übertrieben erlebt.

Antwort C Die Zwangsinhalte beziehen sich sehr selten auf Themen wie Sexualität und Religion.

Antwort D Die Zwangssymptome bestehen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen.

Antwort E Der Inhalt der Zwangsgedanken ändert sich ständig.

567 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. In der ICD-10 heißt es unter A: „Entweder Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen oder beides.“

Zu B Richtig. ICD-10: „Mindestens ein Zwangsgedanke oder eine Zwangshandlung werden als übertrieben und unsinnig anerkannt.“

Zu C Falsch. Die Zwangsinhalte beziehen sich häufig auf Themen wie Sexualität und Religion.

Zu D Richtig. Diagnosekriterium für eine Zwangserkrankung: „an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen“.

Zu E Falsch. Die Zwangsinhalte bleiben gleich und wiederholen sich dauernd.

568 ?

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Welche Empfehlungen geben Sie einem Patienten mit chronischen Schlafstörungen?

Antwort A Mindestens 8–10 Stunden Schlaf täglich anstreben

Antwort B Einnahme von Benzodiazepinen

Antwort C Direkt vor dem Zubettgehen 1 Stunde joggen

Antwort D Auf längeren Tagschlaf verzichten, nicht zu früh ins Bett gehen

Antwort E Regelmäßigen zeitlichen Schlafrhythmus beibehalten

568 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Die Zielsetzung, mindestens 8–10 Stunden zu schlafen, erhöht die innere Anspannung und verstärkt so die Schlafprobleme.

Zu B Falsch. Benzodiazepine machen in kurzer Zeit abhängig. Eine diesbezügliche Empfehlung (mit zeitlicher Begrenzung) kann ohnehin nur ein Arzt geben.

Zu C Falsch. Durch Joggen direkt vor dem Zu-Bett-Gehen steigt der Blutdruck und damit auch die Wachheit.

Zu D Richtig. Verzicht auf Tagschlaf und spätes Zu-Bett-Gehen bewirken eine natürliche Ermüdung des Körpers, die in leichteren Fällen dazu führt, dass jemand z. B. schnell einschläft.

Zu E Richtig. Ein Zu-Bett-Gehen zu festen Zeiten führt oft zu einer Art innerer Programmierung im Sinne eines klassischen Konditionierens, sodass die Betroffenen bei einer bestimmten Uhrzeit automatisch müde werden. Im Bett sollte möglichst nur geschlafen werden (kein Fernsehen, kein langes Lesen), sonst kommt es zu einer Konditionierung Bett = Fernsehen bzw. Lesen etc.

569 ?

Einfachauswahl

Ein alkoholkranker Patient schildert das Hören von Stimmen. Sie stellen eine ängstliche, angespannte Grundstimmung mit Fluchttendenz fest. Welche Diagnose trifft am ehesten zu?

Antwort A Korsakow-Syndrom

Antwort B Hebephrenie

Antwort C Delirium tremens

Antwort D Alkoholhalluzinose

Antwort E Wernicke-Enzephalopathie

569 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Typisch für das Korsakow-Syndrom (ICD-10: „amnestisches Syndrom“) sind Gedächtnisstörungen, keine Halluzinationen.

Zu B Falsch. Die Hebephrenie ist eine Unterform der Schizophrenie, bei der Minus-Symptome im Vordergrund stehen. Stimmenhören kann kurzzeitig auftreten, Halluzinationen bestimmen jedoch nicht das klinische Bild.

Zu C Falsch. Nicht verwechseln: Typisch für das Delirium tremens wären optische Halluzinationen in Verbindung mit diversen vegetativen Symptomen.

Zu D Richtig. Für die Alkoholhalluzinose sind akustische Halluzinationen typisch, die von den Betroffenen oft als bedrohlich wahrgenommen werden.

Zu E Falsch. Die Wernicke-Enzephalopathie (ICD-10: E51.2) ist eine lebensgefährliche Erkrankung des Gehirns als Folge eines Vitamin-B 1 -Mangels. Die Erkrankung findet sich häufig bei Alkoholkranken. Typische Symptome sind Augenbewegungsstörungen (Nystagmus), Gangataxie, Orientierungs- und Bewusstseinsstörungen. Halluzinationen zählen nicht zum Krankheitsbild.

570 ?

Aussagenkombination

Typische körperliche Folgen einer Erkrankung an Anorexia nervosa sind:

  • 1.

    Kaliummangel mit Herzrhythmusstörungen, woraus ein plötzlicher Herztod folgen kann

  • 2.

    Bluthochdruck

  • 3.

    Zyklusstörungen

  • 4.

    Osteoporose mit erhöhtem Frakturrisiko

  • 5.

    Blutbildveränderungen

Antwort A Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

570 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Durch Kaliummangel kommt es zu Herzrhythmusstörungen, in seltenen Fällen zum plötzlichen Herztod.

Zu 2 Falsch. Durch die Unterernährung geht der Körper auf „Sparflamme“: Der Grundumsatz geht zurück, Blutdruck und Körpertemperatur verringern sich.

Zu 3 Richtig. Durch die Unterernährung kommt es bei Frauen meist zu einem Aussetzen der – vorher meist vorhandenen – Regelblutung (sekundäre Amenorrhö).

Zu 4 Richtig. Durch die Fehlernährung (Mangel an Vitamin D, Kalziummangel etc.) kommt es zum Abbau von Knochensubstanz.

Zu 5 Richtig. Durch den Nährstoffmangel kommt es u. a. zu Eisenmangel (Anämie), als Folge davon in den sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu einer Abnahme des Hämoglobins (Anämie). Überdies kommt es bei vielen Kranken zu einer Reduktion der Abwehrzellen (Leukozyten). Auch die für die Blutgerinnung verantwortlichen Thrombozyten sind häufig reduziert. Die Folge: schwer zu stillende Blutungen nach Verletzungen, Hämatome (blaue Flecken), Zahnfleisch- und Nasenbluten etc.

571 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur paranoiden Persönlichkeitsstörung treffen zu?

Antwort A Übertriebene Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurücksetzung

Antwort B Übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen

Antwort C Sehr geringe Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten

Antwort D Streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten

Antwort E Übermäßige Pedanterie und Befolgung von Konventionen

571 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Die „übertriebene Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurücksetzung“ steht fast wörtlich so in der ICD-10 (F60.0/B.1).

Zu B Falsch. Eine übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen ist typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Eine sehr geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, oft gewalttätiges Verhalten sind typisch für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Ein „streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten“ findet sich wörtlich in der ICD-10 unter B5.

Zu E Falsch. „Übertriebene Pedanterie und Befolgung sozialer Konventionen“ (ICD-10: F60.5/B6) ist charakteristisch für die anankastische Persönlichkeitsstörung.

572 ?

Aussagenkombination

Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz sind:

  • 1.

    Alzheimer Demenz in der Familie

  • 2.

    Bluthochdruck

  • 3.

    Rauchen

  • 4.

    Diabetes mellitus

  • 5.

    Fettstoffwechselstörung

Antwort A Nur 2 und 4 ist richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

572 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Vaskuläre Demenz und Alzheimer-Demenz schließen einander aus.

Zu 2 Richtig. Bei Bluthochdruck müssen die Blutgefäße einem höheren Druck standhalten. Dadurch können kleinste Risse in der Gefäßinnenhaut entstehen. An diesen Stellen kommt es zu einer Verdickung/Verhärtung der Gefäßwände. Die Folge: eine Minderdurchblutung des Gehirns mit der Gefahr von Mini-Infarkten.

Zu 3 Richtig. Rauchen führt zu fortschreitender Verkalkung und Verengung der Blutgefäße. Die Folgen: Schädigung der Hirngefäße mit Gefahr einer vaskulären Demenz.

Zu 4 Richtig. Diabetes beschleunigt in erheblichem Ausmaß die Arteriosklerose, damit auch das Risiko für eine vaskuläre Demenz.

Zu 5 Richtig. Blutfette (= Lipide) braucht der Körper als Energielieferant, aber auch als Baustein für die Zellwände der Arterien. Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor, wenn die Cholesterinwerte, die Triglyzeridwerte oder beide erhöht sind. Die erhöhten Fettstoffe können – zusammen mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes – eine Arteriosklerose verursachen.

573 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Dyskalkulie (nach ICD-10) trifft zu?

Antwort A Die Dyskalkulie ist ein einheitliches Störungsbild.

Antwort B Dyskalkulie tritt bei jedem 4. Kind auf.

Antwort C Bei der Dyskalkulie handelt es sich um eine Störung beim Umgang mit Zahlen bei reduzierter Gesamtintelligenz.

Antwort D Die Problematik der Dyskalkulie macht sich erst in den höheren Schulklassen bemerkbar.

Antwort E Die Dyskalkulie sagt nichts über die Intelligenz der Betroffenen aus.

573 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Die Dyskalkulie ist kein einheitliches Störungsbild, d. h., ein Teil der Betroffenen hat z. B. keine Vorstellung von Mengen und Größen, andere vergessen Zwischenergebnisse, wieder andere haben Verständnisprobleme bei Textaufgaben oder können einmal Gelerntes nicht auf andere Bereiche übertragen (Transferprobleme).

Zu B Falsch. Die Dyskalkulie tritt bei 4–8 % der Bevölkerung auf (jedes 4. Kind, das wären 25 %!).

Zu C Falsch. Die Gesamtintelligenz ist nicht beeinträchtigt. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Die Rechenschwierigkeiten bestehen laut ICD-10 „seit den frühesten Anfängen des Rechnenlernens“.

Zu E Richtig. In der ICD-10 zählt die Rechenstörung (Dyskalkulie) zu den „umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ (F81.2). Für die Diagnose muss eine Diskrepanz zwischen mathematischen Leistungen und Begabung vorliegen. Eine allgemeine Intelligenzminderung ist deshalb ein Ausschlusskriterium für die Diagnose „Dyskalkulie“.

574 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Störungsbild einer sozialen Phobie treffen zu?

  • 1.

    Die Ängste treten vorwiegend in größeren Menschenmengen auf.

  • 2.

    Die Störung tritt überwiegend bei Männern auf.

  • 3.

    Soziale Phobien sind i. d. R. mit einem niedrigen Selbstwertgefühl verbunden.

  • 4.

    Die Symptome können sich bis hin zu Panikattacken verstärken.

  • 5.

    Beschwerden wie Händezittern, Übelkeit und Drang zum Wasserlassen sind typisch.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

574 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Ängste treten in sozialen Situationen auf. Ängste in größeren Menschenmengen zählen laut ICD-10 zur Agoraphobie.

Zu 2 Falsch. Einige Untersuchungen sprechen von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis, anderen zufolge ist die soziale Phobie bei Frauen häufiger als bei Männern; jedoch ist der Unterschied im Vergleich zu anderen Angststörungen eher gering (Verhältnis etwa 3 : 2). Auf keinen Fall sind Männer wesentlich häufiger betroffen als Frauen.

Zu 3 Richtig. ICD-10: „Soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden.“

Zu 4 Richtig. ICD-10: „Die Symptome können sich bis hin zu Panikattacken steigern.“

Zu 5 Richtig. ICD-10: Soziale Phobien „können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit und Drang zum Wasserlassen äußern.“

575 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

Antwort A Die meisten Menschen, die Suizid begehen, sind weder psychisch noch körperlich krank.

Antwort B Die Suizidrate hat in Deutschland in den letzten 30 Jahren kontinuierlich zugenommen.

Antwort C Suizide werden in den seltensten Fällen angekündigt.

Antwort D Frühere Suizidversuche erhöhen das Risiko.

Antwort E Die Suizidrate ist bei Männern höher als bei Frauen.

575 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Die überwiegende Zahl von Suiziden und Suizidversuchen erfolgt im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung. Besonders betroffen sind Menschen, die unter Depression, Schizophrenie, Suchterkrankung, PTBS oder Borderline-Störung leiden. Auch Personen mit schweren körperlichen Erkrankungen oder chronischen Schmerzen zählen zur Risikogruppe für Suizidhandlungen.

Zu B Falsch. Die Suizidrate hat in den letzten 30–50 Jahren kontinuierlich abgenommen.

Zu C Falsch. Suizide werden vorher fast immer direkt oder indirekt angekündigt.

Zu D Richtig. Menschen, die schon einmal einen Suizidversuch unternommen haben, haben ein erhöhtes Risiko, einen weiteren Suizidversuch zu unternehmen.

Zu E Richtig. Die Rate für vollendeten Suizid ist bei Männern etwa doppelt so hoch wie bei Frauen.

576 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Sogenannte Flashbacks (Nachhallzustände/Nachhallerinnerungen) treten typischerweise auf bei:

Antwort A Fortgeschrittener Demenz

Antwort B Akuter manischer Episode

Antwort C Konsumenten von Halluzinogenen

Antwort D Posttraumatischer Belastungsstörung

Antwort E Querulatorischer Persönlichkeitsstörung

576 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Typisch für einen Flashback ist ein blitzartiges Wiedererleben eines früheren emotionalen Zustands (z. B. Drogenrausch; traumatische Erlebnisse). Bei Demenz haben die Betroffenen keine Flashbacks.

Zu B Falsch. Bei einer manischen Episode gibt es keine Flashbacks.

Zu C Richtig. Konsumenten von Cannabis oder LSD haben manchmal noch Wochen/Monate nach dem letzten Konsum eine Art Drogenrausch. Man nimmt an, dass sich THC/LSD im Fettgewebe einlagert, bei Anstrengung oder bestimmten Schlüsselreizen ausgeschüttet wird und so einen Flashback bewirkt.

Zu D Richtig. Ein wichtiges Symptom der PTBS ist das ständige Wiedererleben des Traumas in Form von Bildern oder Körpersymptomen. In der Psychiatrie nennt man diese Nachhallerinnerungen „Flashbacks“ oder „Intrusionen“.

Zu E Falsch. Die querulatorische Persönlichkeitsstörung ist eine Unterform der paranoiden Persönlichkeitsstörung. Typisch ist ein situationsunangemessenes Bestehen auf den eigenen Rechten („Streithansl“). Bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung gibt es keine Flashbacks.

577 ?

Aussagenkombination

Als Ursachen für Schlafstörungen kommen in Betracht:

  • 1.

    Einnahme von Amphetaminen

  • 2.

    Schilddrüsenüberfunktion

  • 3.

    Demenz

  • 4.

    Zerebrale Durchblutungsstörungen

  • 5.

    Depression

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

577 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Amphetamine sind aufputschend und verhindern so das Einschlafen.

Zu 2 Richtig. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse wird der Stoffwechsel beschleunigt. Die Folge: Unruhe, Herzklopfen, erhöhter Puls und Schlafstörungen.

Zu 3 Richtig. Patienten mit fortgeschrittener Demenz legen sich oft früh zu Bett, ohne sofort einzuschlafen; sie schlafen flach und werden daher in der Nacht mehrfach wach. Durch degenerative Veränderungen im Gehirn kommt es überdies zu einer Veränderung der „inneren Uhr“ und als Folge davon zu einer Umkehrung im Schlaf-Wach-Rhythmus (die Patienten schlafen am Tag und „geistern“ nachts durch die Wohnung).

Zu 4 Richtig. Durchblutungsstörungen des Gehirns können Schlafstörungen verursachen, vor allem wenn bei älteren Menschen durch Arteriosklerose oder einen zu niedrigen Blutdruck die Durchblutung des Gehirns nicht mehr ausreicht. Oft kommt es dadurch zu Verwirrtheitszuständen mit körperlicher Unruhe und Ängsten, die ein Einschlafen verhindern.

Zu 5 Richtig. Schlafstörungen aller Art sind ein typisches Symptom für Depressionen.

578 ?

Einfachauswahl

Bei einem Patienten tritt nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT) eine 2-stündige Erinnerungslücke für das Geschehen nach dem Unfall auf. Welche Diagnose trifft am ehesten zu?

Antwort A Retrograde Amnesie

Antwort B Alkoholentzugsdelir

Antwort C Anterograde Amnesie

Antwort D Organisch-amnestisches Syndrom

Antwort E Dissoziative Amnesie

578 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Wenn der Patient sich an einen kurzen oder längeren Zeitraum vor dem Unfall mit SHT nicht erinnern kann, spricht man von retrograder (rückwirkender) Amnesie. In unserem Fall kann der Patient sich an einige Zeit nach dem Unfall nicht erinnern: Er hat eine anterograde (vorwärts wirkende) Amnesie.

Zu B Falsch. Bei einem Alkohol-Entzugsdelir kann es zwar zu amnestischen Ausfällen kommen, sie sind jedoch nicht Folge eines SHT.

Zu C Richtig. Im Gegensatz zur retrograden Amnesie versteht man unter anterograder Amnesie einen Gedächtnisverlust für eine bestimmte Zeit nach dem schädigenden Ereignis (hier: Unfall mit SHT).

Zu D Falsch. Beim organisch-amnestischen Syndrom (Korsakow-Syndrom) kommt es infolge einer Schädigung des Gehirns zu Beeinträchtigungen des Kurz- und Langzeitgedächtnisses bei erhaltenem Immediatgedächtnis. Die Erkrankung ist i. d. R. nicht heilbar; die Erinnerungslücken dauern also nicht nur 2 Stunden an.

Zu E Falsch. Bei einer dissoziativen Amnesie ist die Erinnerungslücke psychisch bedingt, nicht – wie im Fallbeispiel – durch ein SHT verursacht.

579 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage über Lithium trifft zu?

Antwort A Lithium gehört zur Medikamentengruppe der Phasenprophylaktika.

Antwort B Lithium besitzt eine hohe therapeutische Breite.

Antwort C Grippale Infekte beeinflussen die Lithiumwirkung nicht.

Antwort D Die therapeutische Wirkung von Lithium setzt innerhalb weniger Minuten ein.

Antwort E Lithium hat in erster Linie eine antriebssteigernde Wirkung.

579 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Bei Patienten mit depressiven, manischen oder bipolaren Störungen kann eine regelmäßige Lithium-Einnahme dem erneuten Auftreten von Krankheitsphasen vorbeugen (Fachausdruck: Phasenprophylaxe).

Zu B Falsch. Als therapeutische Breite eines Arzneimittels bezeichnet man den Abstand zwischen der therapeutischen Dosis und der toxisch wirkenden Dosis. Ein Medikament ist umso sicherer, je größer die therapeutische Breite ist. Lithium besitzt eine geringe therapeutische Breite, weshalb die Lithium-Konzentration im Blut regelmäßig kontrolliert werden muss.

Zu C Falsch. Der Lithium-Haushalt ist eng an den Salzhaushalt gekoppelt. Bei Salzverlust (z. B. durch Schwitzen, Fieber, grippale Infekte) scheidet der Körper Wasser aus, die Lithium-Konzentration steigt und kann zu einer Lithium-Intoxikation führen.

Zu D Falsch. Die antimanische Wirkung setzt innerhalb von 1–3 Wochen ein, bei Depressionen ist mit 4–6 Wochen Wartezeit zu rechnen.

Zu E Falsch. Lithium hat eine stimmungsstabilisierende Wirkung.

580 ?

Aussagenkombination

Welche therapeutischen Techniken gehören zu den typischen verhaltenstherapeutischen Verfahren?

  • 1.

    Reizkonfrontation

  • 2.

    Training sozialer Kompetenz

  • 3.

    Hypnose

  • 4.

    Kognitive Therapie

  • 5.

    Genogramm (grafische Darstellung der Familie)

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

580 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Zur klassischen Verhaltenstherapie zählt die Reizkonfrontation (Exposition mit Reaktionsverhinderung), das Training sozialer Kompetenzen, die systematische Desensibilisierung und das operante Konditionieren. Auch die in den 1960er-Jahren entwickelte kognitive Verhaltenstherapie (engl.: cognitive [behavioral] therapy ) nach Beck/Ellis zählt zu den verhaltenstherapeutischen Verfahren. – Die Hypnose (z. B. die Hypnotherapie nach Milton H. Ericson) und die in der systemischen Familientherapie verwendete Technik des Genogramms sind zwar anerkannte psychotherapeutische Verfahren, sie zählen aber nicht zur Verhaltenstherapie.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Kommentar zu 1.

581 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur katatonen Schizophrenie treffen zu?

Antwort A Sopor ist ein Leitsymptom.

Antwort B Erregungszustände sprechen gegen eine katatone Schizophrenie.

Antwort C Das klinische Bild wird von Wahnvorstellungen und akustischen Halluzinationen beherrscht.

Antwort D Typisch ist die automatische Befolgung von Anweisungen (Befehlsautomatismen).

Antwort E Psychomotorische Störungen stehen im Vordergrund.

581 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Nicht verwechseln! Sopor ist eine Form der quantitativen Bewusstseinsstörung. Typisch für die katatone Schizophrenie ist der „katatone Stupor“.

Zu B Falsch. ICD-10: „Episodenhafte schwere Erregungszustände können ein Charakteristikum dieses Krankheitsbildes sein.“

Zu C Falsch. Im Vordergrund der Symptomatik stehen psychomotorische Störungen. In manchen Fällen können kurzzeitig Wahnphänomene oder akustische Halluzinationen auftreten; manchmal verbinden sich die katatonen Phänomene auch kurzzeitig mit einem traumähnlichen (oneiroiden) Zustand mit lebhaften szenischen Halluzinationen. Vorherrschende akustische Halluzinationen und Wahnvorstellungen wären typisch für die paranoide, nicht für die katatone Form der Schizophrenie.

Zu D Richtig. Typisch für die Erkrankung sind laut ICD-10 (B7) „Befehlsautomatismen“, d. h. die „automatische Befolgung von Anweisungen“.

Zu E Richtig. Kommentar zu C.

582 ?

Einfachauswahl

Welche psychische Erkrankung zeigt als Hauptmerkmal die Tendenz, impulsiv zu handeln ohne Berücksichtigung von Konsequenzen?

Antwort A Histrionische Persönlichkeitsstörung

Antwort B Schizophrenia simplex

Antwort C Anankastische Persönlichkeitsstörung

Antwort D Schizoaffektive Psychose

Antwort E Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung

582 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Bei der histrionischen Persönlichkeitsstörung steht die dramatische Selbstdarstellung im Mittelpunkt, nicht impulsives Handeln ohne Berücksichtigung der Konsequenzen.

Zu B Falsch. Die Schizophrenia simplex ist eine Unterform der Schizophrenie mit vorwiegender Negativsymptomatik (Gefühlsverarmung, Verlust von Antrieb und Interesse) – das ist das Gegenteil von „impulsivem Handeln“.

Zu C Falsch. Menschen mit einer anankastischen (= zwanghaften) Persönlichkeitsstörung sind durch ängstliche Vorsicht gekennzeichnet – das Gegenteil von impulsivem Verhalten.

Zu D Falsch. Bei der schizoaffektiven Psychose finden sich neben den Symptomen einer paranoiden Schizophrenie auch Symptome einer depressiven oder auch einer manischen Episode. Impulsives Handeln ist nicht typisch für schizoaffektive Störungen.

Zu E Richtig. Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung umfasst zwei Erscheinungstypen: den impulsiven Typ und den Borderline-Typ. Für beide Erscheinungsformen sind impulsives Handeln, Affektlabilität und Neigung zu emotionalen Ausbrüchen typisch.

583 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Psychotherapie bei Anorexia nervosa treffen zu?

  • 1.

    Bei einem Body-Mass-Index (BMI) von unter 17,5 ist grundsätzlich eine stationäre Psychotherapie erforderlich.

  • 2.

    Gruppentherapie hat sich nicht bewährt.

  • 3.

    Die Behandlungsbereitschaft ist hoch.

  • 4.

    Sinnvoll ist eine Therapie der Körperschemastörung.

  • 5.

    Bei jungen Patienten sollten die Eltern in die Psychotherapie einbezogen werden.

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

583 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei einem BMI unter 17,5 besteht Verdacht auf Magersucht; eine stationäre Psychotherapie ist erst bei einem BMI unter 15 (weniger als 75 % des Gewichts) notwendig.

Zu 2 Falsch. Gruppentherapien (z. B. Kochen in der Gruppe; Übung der sozialen Kompetenz) sind ein wichtiger Baustein in der Therapie der Magersucht.

Zu 3 Falsch. Die Betroffenen empfinden sich trotz massiven Gewichtsverlusts immer noch als zu dick, haben deshalb keine Krankheitseinsicht und auch auch keine Therapiemotivation.

Zu 4 Richtig. Anorektiker(innen) leiden unter einer Körperschemastörung, d. h., sie empfinden sich trotz extremen Untergewichts immer noch als zu dick. Ein wichtiger Teil der Therapie sind deshalb Wahrnehmungsübungen in Bezug auf den eigenen Körper.

Zu 5 Richtig. Einerseits sind oft familiäre Konflikte an der Symptomatik der Anorexie beteiligt. Andererseits fühlen sich die Eltern einer Anorektikerin oft schuldig oder hilflos und benötigen deshalb selbst Hilfe. Deshalb wird häufig eine Familientherapie in das therapeutische Konzept einbezogen.

584 ?

Einfachauswahl

Die Vermittlung des autogenen Trainings (AT) sollte unterbleiben bei:

Antwort A Epileptischen Anfällen in der Vorgeschichte

Antwort B Metabolischem Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes mellitus

Antwort C Leichtgradiger Intelligenzminderung

Antwort D Schweren Konzentrationsstörungen

Antwort E Enttäuschenden Erfahrungen mit anderen Selbstentspannungsmethoden

584 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. In verschiedenen Internetbeiträgen warnen Ausbilder für AT davor, ohne ärztliche Rücksprache bei Epilepsie das autogene Training einzusetzen; trotzdem war nach Ansicht der Prüfer Aussage A falsch.

Zu B Falsch. Als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet man die Kombination von vier stoffwechselbedingten (= metabolischen) Risikofaktoren: 1. Adipositas, vor allem im Bauchbereich. 2. Bluthochdruck (Hypertonie). 3. veränderte Blutfettwerte (Dyslipidämie); 4. Insulinresistenz, die sich häufig zum Typ-2-Diabetes entwickelt. AT kann hier durchaus sinnvoll sein.

Zu C Falsch. AT kann auch bei Menschen mit Intelligenzminderung angewandt werden.

Zu D Richtig. Schwere Konzentrationsstörungen finden sich z. B. bei einer manischen Episode, bei der paranoiden Schizophrenie oder bei einer schweren depressiven Episode. Bei schweren psychischen Erkrankungen dieser Art ist AT kontraindiziert.

Zu E Falsch. Wenn jemand keine guten Erfahrungen mit der progressiven Muskelrelaxation oder Fantasiereisen gemacht hat, ist AT trotzdem nicht kontraindiziert.

585 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Angehörige berichten über einen 50-jährigen, wegen einer psychischen Erkrankung berenteten Mann, der keinerlei Eigeninitiative mehr zeigt und seine Körperpflege zunehmend vernachlässigt. Sie vermuten ein schizophrenes Residuum. – Welche anamnestischen Angaben stützen Ihren Verdacht?

Antwort A Langjährige schwere Alkoholkrankheit

Antwort B Seit über ½ Jahr rasch zunehmende Gedächtnisstörungen

Antwort C Seit über 1 Jahr deutlich verminderte Aktivität

Antwort D Ausgeprägter Verfolgungswahn vor 5 Jahren

Antwort E Einnahme von Methadon (Polamidon)

585 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Ein schizophrenes Residuum ist ein Defektzustand, der als Folge mehrerer schizophrener Episoden auftreten kann. Die Erkrankung hat nichts mit Alkoholabhängigkeit zu tun, auch wenn die beschriebenen Symptome (keine Eigeninitiative, Vernachlässigung der Körperpflege, verminderte Aktivität) auch bei einer Alkoholerkrankung auftreten können.

Zu B Falsch. Rasch zunehmende – mindestens 6 Monate andauernde – Gedächtnisstörungen wären ein Hinweis auf eine Demenz, nicht auf ein schizophrenes Residuum.

Zu C Richtig. Beim schizophrenen Residuum müssen Negativsymptome wie Passivität, Initiativmangel, Vernachlässigung der Körperpflege und verminderte Aktivität über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten vorhanden sein.

Zu D Richtig. Der ausgeprägte Verfolgungswahn vor 5 Jahren könnte im Rahmen einer paranoiden Schizophrenie aufgetreten sein.

Zu E Falsch. Eine Einnahme von Methadon lässt eine Heroinabhängigkeit vermuten, nicht eine vorangehende schizophrene Erkrankung.

586 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur zwangsweisen Unterbringung psychisch Kranker treffen zu?

  • 1.

    Zur Unterbringung psychisch Kranker anerkannte Einrichtungen sind Kliniken für Psychiatrie.

  • 2.

    Nur nahe Angehörige können eine solche Unterbringung beantragen.

  • 3.

    Eine Unterbringung ist bei akuter Selbstgefährdung möglich.

  • 4.

    Eine Unterbringung kann auch bei medikamentenabhängigen Personen erfolgen.

  • 5.

    Eine mehrwöchige Unterbringung setzt einen Gerichtsbeschluss voraus.

Antwort A Nur 1 und 3 sind ist richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

586 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Psychisch Kranke werden i. d. R. in psychiatrischen Krankenhäusern untergebracht.

Zu 2 Falsch. Die Unterbringung wird von der Kreisverwaltungsbehörde (z. B. Landratsamt) beim Betreuungsgericht beantragt.

Zu 3 Richtig. Um das Leben des Betroffenen zu retten, ist bei akuter Selbstgefährdung eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik die Regel.

Zu 4 Richtig. Wenn jemand an einer psychischen Erkrankung als Folge von Sucht leidet und dann die öffentliche Sicherheit gefährdet, kann er gegen seinen Willen untergebracht werden.

Zu 5 Richtig. Bei einer kurzzeitigen Unterbringung durch die Polizei muss so schnell wie möglich das Betreuungsgericht informiert werden. Der Richter erscheint daraufhin persönlich in der Klinik, befragt den Betroffenen und entscheidet dann über die Dauer der Unterbringung.

587 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen über Wahrnehmungsstörungen treffen zu?

Antwort A Eine Pseudohalluzination ist eine Fehlinterpretation eines realen Sinnesreizes.

Antwort B Bei einer Illusion kann der Betroffene den Trugcharakter erkennen.

Antwort C Halluzinationen sind Sinneswahrnehmungen ohne äußeren Reiz.

Antwort D Halluzinationen sollten erfragt werden.

Antwort E Körperhalluzinationen sind typisch für leichte bis mittelschwere Depressionen.

587 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Eine Pseudohalluzination ist eine Halluzination (= Wahrnehmung ohne reale Sinnesreize), die der Betroffene als solche erkennt. Eine „Fehlinterpretation eines realen Sinnesreizes“ wird als Wahnwahrnehmung bezeichnet.

Zu B Falsch. Bei einer illusionären Verkennung kann der Betroffene nicht erkennen, dass es sich um eine Sinnestäuschung handelt.

Zu C Richtig. Bei einer Halluzination nimmt jemand etwas wahr, das objektiv nicht vorhanden ist.

Zu D Richtig. Da Außenstehende nicht wahrnehmen können, ob die betroffene Person Stimmen hört oder etwas sieht, riecht, schmeckt oder spürt, was nicht vorhanden ist, muss der Untersucher dem Patienten entsprechende Fragen stellen.

Zu E Falsch. Körperhalluzinationen (Zönästhesien) sind typisch für die paranoide Schizophrenie. Nicht verwechseln mit dem somatischen Syndrom bei mittelgradigen oder schweren Depressionen, bei dem reale körperliche Beschwerden (keine Halluzinationen!) im Vordergrund stehen.

588 ?

Einfachauswahl

Eine formale Denkstörung bei Schizophrenie ist/sind:

Antwort A Interessenverlust

Antwort B Euphorische Stimmung

Antwort C Bizarres Verhalten mit der Vorstellung, verfolgt zu werden

Antwort D Gedankensperre

Antwort E Befehlende Stimmen

588 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Der Verlust von Freude und Interesse und eine mangelnde Fähigkeit, auf Erlebnisse emotional zu reagieren, zählen zu den Störungen der Affektivität.

Zu B Falsch. Eine übertrieben euphorische Stimmung zählt zu den Störungen der Affektivität.

Zu C Falsch. Verfolgungswahn ist eine inhaltliche Denkstörung, das daraus resultierende bizarre Verhalten zählt für manche Psychiater (z. B. Gerd Huber) zu den schizophrenen Ausdruckssymptomen.

Zu D Richtig. Bei der Gedankensperre reißen die Gedanken (und als Folge auch die Worte) plötzlich ab. Das Gedankenabreißen ist eine bei schizophrenen Patienten häufig vorkommende formale Denkstörung.

Zu E Falsch. Befehlende Stimmen sind akustische Halluzinationen. Halluzinationen zählen zu den Wahrnehmungsstörungen (Sinnestäuschungen).

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