© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-58385-8.00002-3

10.1016/B978-3-437-58385-8.00002-3

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2004

029 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen ist/sind für das Korsakow-Syndrom kennzeichnend?

  • 1.

    Es bestehen amnestische Störungen.

  • 2.

    Der Zustand ist vollkommen irreversibel.

  • 3.

    Die örtliche Orientierung ist typischerweise ungestört.

  • 4.

    Ein langjähriger Alkoholkonsum muss vorausgehen.

  • 5.

    Konfabulationen können ausgeprägt sein.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

029 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das Korsakow-Syndrom (ICD-10: amnestisches Syndrom) ist häufig Folge einer Verletzung des Gehirns, z. B. durch Alkoholismus, eine CO-Vergiftung oder eine schwere Schädelverletzung. Typisch sind massive Störungen des Gedächtnisses und Orientierungsstörungen. Die Betroffenen sind bewusstseinsklar, versuchen jedoch, ihre Gedächtnislücken durch Konfabulationen (erfundene Geschichten) zu kaschieren.

Zu 2 Falsch. In den meisten Fällen ist der Zustand irreversibel, in manchen Fällen können sich die Störungen nach kurzer Zeit zurückbilden. Früher hieß diese Erkrankung „akuter Korsakow“. Das akute Korsakow-Syndrom gibt es in der ICD-10 nicht mehr.

Zu 3 Falsch. Die Betroffenen haben Orientierungsstörungen zu Zeit und Ort. Die Orientierung zur eigenen Person bleibt i. d. R. erhalten.

Zu 4 Falsch. Nicht immer ist das Korsakow-Syndrom eine Folge von langjährigem Alkoholmissbrauch. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

030 ?

Einfachauswahl

Ein Patient litt unter starken Ängsten, wenn er einen Fahrstuhl benutzen sollte. Nach einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik berichtet der Patient seiner Familie: „Und dann musste ich schon zu Beginn der Behandlung einige Stunden am Stück Fahrstuhl fahren – zunächst mit meinem Therapeuten, später auch allein. Na ja, die Anstrengung hat sich gelohnt; meine Angst bin ich auf jeden Fall los.“ – Welche der folgenden Behandlungsstrategien entspricht am ehesten der hier beschriebenen?

Antwort A Biofeedback

Antwort B Kognitive Verhaltenstherapie

Antwort C Modell-Lernen

Antwort D Reizüberflutung

Antwort E Systematische Desensibilisierung

030 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Beim Biofeedback wird der Patient an ein Gerät oder einen PC angeschlossen und erfährt dann durch sofortige Rückkopplung (z. B. am Bildschirm), dass sein Körper sich entspannt, dass die Ängste weniger werden etc. – Dies passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie sollen verzerrte Gedankenmuster mithilfe des Therapeuten verändert werden (= kognitive Umstrukturierung). Dies ist hier nicht der Fall.

Zu C Falsch. Beim Modell-Lernen (Imitationslernen) würde der Patient sehen, wie jemand anderes mit der Angst vor Fahrstühlen umgeht und dessen Verhalten imitieren.

Zu D Richtig. Bei der Reizüberflutung (Flooding) wird der Patient dem angstauslösenden Reiz in vollem oder übertriebenem Maße ausgesetzt. Dies ist hier der Fall.

Zu E Falsch. Bei der systematischen Desensibilisierung wird der Patient im Zustand der Entspannung zunächst mit leichten, dann sich steigernden Angstreizen ausgesetzt.

031 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Zu den Methoden/Techniken der Verhaltenstherapie zählen:

Antwort A Gedankenstopp

Antwort B Modell-Lernen

Antwort C Selbstsicherheitstraining

Antwort D Diskriminationslernen

Antwort E Hypnokatharsis

031 !

Richtig sind die Antworten A, B, C und D.

Zu A Richtig. Während der Klient seine negativen Gedanken wiedergibt, klatscht der Therapeut in die Hände und sagt „Stopp!“ Der Klient übt das Verfahren zu Hause und lernt so, negative Gedanken zu unterbrechen.

Zu B Richtig. Beim Modell-Lernen sollen neue Verhaltensweisen dadurch erlernt werden, dass die Betroffenen beobachten, wie andere die Probleme bewältigen. Wird oft bei sozialen Ängsten oder im Rahmen eines Selbstsicherheitstrainings eingesetzt.

Zu C Richtig. Beim Selbstsicherheitstraining wird im Rollenspiel ein entsprechendes Verhalten eingeübt und – falls möglich – auf Video aufgenommen. Kommentar zu B.

Zu D Richtig. Beim Diskriminationslernen (engl.: discriminate = unterscheiden) lernen die Betroffenen, ähnliche Reize (z. B. Bohrer beim Zahnarzt/Bohrmaschine) zu unterscheiden und unterschiedlich darauf zu reagieren.

Zu E Falsch. Hypnokatharsis bedeutet: Durch Hypnose sollen weit zurückliegende traumatische Ereignisse ins Bewusstsein geholt und dann in einer Art Katharsis (griech., „Reinigung“) abreagiert werden.

032 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Ein 19-Jähriger leidet seit 6 Jahren an exzessivem Händewaschen verbunden mit der Angst, andere könnten mit schmutzigen/giftigen Substanzen die Wohnung verunreinigen. Zur Erhaltung der „Sauberkeit“ dienen täglich durchgeführte Rituale. – Im Rahmen der Diagnostik kommen hier infrage:

Antwort A Polysomnografie (Erfassung biometrischer Signale während des Schlafs)

Antwort B Erhebung der biografischen Anamnese unter tiefenpsychologischem Aspekt

Antwort C Verhaltensdiagnostik auf Basis systematischer Verhaltensanalyse

Antwort D Verwendung eines Fremdbeurteilungsverfahrens

Antwort E Regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen der Hände

032 !

Richtig sind die Antworten B, C und D.

Zu A Falsch. Die Polysomnografie wird i. d. R. im Schlaflabor durchgeführt und dient vor allem der Diagnose von Schlafstörungen.

Zu B Richtig. Nach psychoanalytischer Vorstellung entstehen Zwangsstörungen oft in der analen Phase. In dieser Hinsicht könnte eine biografische Anamnese Hinweise geben.

Zu C Richtig. Die heute übliche Therapie für Zwangsstörungen ist die Verhaltenstherapie. Grundlage der Therapieplanung ist die Verhaltensanalyse.

Zu D Richtig. Da die Angaben von Patienten nicht immer verlässlich sind, kann es hilfreich sein, Beobachtungen nahestehender Personen (hier: der Eltern) in die Anamnese einzubeziehen.

Zu E Falsch. Regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen würden den Patienten darin bestärken, dass es sich nicht um eine psychische Störung handelt, sondern die Erkrankung tatsächlich auf Erreger zurückzuführen ist.

033 ?

Aussagenkombination

Bei schweren depressiven Störungen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • 1.

    Den Kranken auf etwa bestehende Suizidgedanken ansprechen

  • 2.

    Gegenüber dem Patienten wiederholt betonen, dass es sich um eine Krankheit handelt

  • 3.

    Gegenüber dem Patienten wiederholt von der Heilbarkeit seiner Erkrankung sprechen

  • 4.

    Immer wieder mit Nachdruck an den Kranken appellieren und darauf drängen, dass er mehr Willen und Energie zeigt

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

033 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei schweren Depressionen haben nahezu alle Betroffenen Suizidgedanken.

Zu 2 Richtig. Wenn die Betroffenen erkennen, dass sie nicht „verrückt“ oder „anormal“ sind, sondern unter einer heilbaren Erkrankung leiden, wächst die Bereitschaft, sich medikamentös behandeln zu lassen.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 4 Falsch. Bei schweren depressiven Störungen sind die Betroffenen unfähig, Willensentscheidungen zu treffen. Dies ist eine Folge der Erkrankung, nicht eine Folge von zu wenig Disziplin.

034 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Welches Merkmal ist für die hyperkinetische Störung des Kindesalters charakteristisch?

Antwort A Beeinträchtigte Aufmerksamkeit

Antwort B Zwangshandlungen

Antwort C Störung der Verhaltenssteuerung

Antwort D Durchgängig sozial überangepasstes Verhalten

Antwort E Stimmungsschwankungen

034 !

Richtig sind die Antworten A, C und E.

Zu A Richtig. Hyperkinetische Störungen werden heute meist als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichnet. Eine beeinträchtigte Aufmerksamkeit ist also typisch für die Störung.

Zu B Falsch. Zwangshandlungen gehören nicht zu den Erscheinungsformen der ADHS.

Zu C Richtig. Die Kinder haben eine verminderte Impulskontrolle und können deshalb ihr Verhalten oft nicht angemessen steuern.

Zu D Falsch. Wegen ihrer Impulsivität und ihrer Überaktivität können die Kinder sich meist nicht an Regeln der Gemeinschaft halten (Familie, Kindergarten, Schule) und geraten deshalb häufig in Konflikt mit Eltern, Erziehern, aber auch mit Gleichaltrigen.

Zu E Richtig. Die ADHS geht mit raschen Stimmungsschwankungen einher. Viele betroffene Kinder werden rasch wütend, aggressiv, dann plötzlich wieder traurig und missgestimmt.

035 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Interventionen kommen in Betracht, wenn Patienten Suizidgedanken äußern?

  • 1.

    Stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik

  • 2.

    Verhaltenstherapeutisches Löschen durch Ignorieren dieser Äußerungen

  • 3.

    Offenes Gespräch zur Klärung der Gründe

  • 4.

    Psychopharmakabehandlung einer zugrunde liegenden psychischen Erkrankung

  • 5.

    Einbeziehung von Angehörigen

Antwort A Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

035 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wenn jemand akut suizidgefährdet ist, ist eine stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik erforderlich. Wenn ein Patient nicht bereit ist, sich freiwillig einzuweisen, kann er notfalls gegen seinen Willen untergebracht werden.

Zu 2 Falsch. Eine Löschung (Extinktion) erreicht man nach verhaltenstherapeutischer Vorstellung durch Nichtbeachtung eines unerwünschten Verhaltens. Eine Nichtbeachtung von Suizidgedanken ist das Gegenteil von dem, was in diesem Fall ansteht. Aussage 3.

Zu 3 Richtig. Ein offenes Gespräch über vorhandene Suizidgedanken baut viel inneren Druck ab und ist für die meisten Patienten eine seelische Entlastung.

Zu 4 Richtig. Viele psychische Erkrankungen (depressive Episode, Borderline-Störung, Schizophrenie etc.) gehen mit Suizidgedanken einher. Bei einer erfolgreichen medikamentösen Therapie mit Psychopharmaka reduziert sich auch die damit zusammenhängende Suizidalität.

Zu 5 Richtig. Die Einbeziehung von Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil der Krisenintervention bei Suizidalität.

036 ?

Aussagenkombination

Hinsichtlich des Betreuungsgesetzes (BtG) gilt/gelten:

  • 1.

    Die Betreuung kann auf einen Aufgabenkreis begrenzt sein.

  • 2.

    Das Gericht kann für alle festgelegten Aufgabenkreise einen Betreuer bestimmen.

  • 3.

    Beim Einwilligungsvorbehalt handelt es sich um eine Art Vetorecht, das jedem Betreuten zusteht.

  • 4.

    Das BtG regelt ebenso die Betreuung psychisch Kranker wie die körperlich Behinderter.

  • 5.

    Es handelt es sich um eine bundesgesetzliche Regelung.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

036 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Betreuung kann z. B. nur auf den Aufgabenkreis Vermögenssorge oder nur auf Gesundheitssorge oder nur auf Vertretung gegenüber Behörden etc. begrenzt sein.

Zu 2 Richtig. In den meisten Fällen übernimmt ein Betreuer die gesamte Betreuung für verschiedene Aufgabenkreise.

Zu 3 Falsch. Vorsicht Falle! Das Vetorecht steht dem Betreuer zu, nicht dem Betreuten.

Zu 4 Richtig. Der Gesetzestext nennt neben einer „psychischen Erkrankung“ und einer „geistigen“ oder „seelischen Behinderung“ auch eine „körperliche Behinderung“ als Voraussetzung.

Zu 5 Richtig. Das Betreuungsgesetz ist bundesweit einheitlich gültig. Das Gesetz findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

037 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Was ist für die Panikstörung (nach ICD-10) charakteristisch?

Antwort A Anfallsartige Angst ohne sichtbaren Anlass

Antwort B Fehlen von vegetativen Symptomen

Antwort C Ängstliche Erwartung („Angst vor der Angst“)

Antwort D Furcht vor Kontrollverlust

Antwort E Schleichender Beginn der einzelnen Anfälle

037 !

Richtig sind die Antworten A, C und D.

Zu A Richtig. Im Gegensatz zu Phobien tritt bei der Panikstörung die Angst „wie aus heiterem Himmel“, ohne erkennbaren äußeren Anlass, auf.

Zu B Falsch. Angst ist ein sehr körpernahes Gefühl. Alle Formen von Angst gehen deshalb mit vegetativen Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Tachykardie, Schwindel etc. einher.

Zu C Richtig. In den Phasen zwischen den Panikattacken haben die Betroffenen Angst vor weiteren Angstanfällen („Angst vor der Angst“).

Zu D Richtig. Bei einer Panikattacke steigt innerhalb kürzester Zeit die Angst unkontrollierbar hoch. Viele Betroffene haben in dieser Phase Angst zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren.

Zu E Falsch. Eine Panikattacke setzt abrupt ein, steigt in kürzester Zeit wellenförmig bis zum Höhepunkt der Angst an und flaut dann wieder ab. Der Beginn ist also keinesfalls schleichend.

038 ?

Einfachauswahl

Welche der folgenden Störungen wird nach ICD-10 in erster Linie zu den affektiven Störungen gerechnet?

Antwort A Organische emotional labile (asthenische) Störung

Antwort B Anhaftende wahnhafte Störung

Antwort C Schizotype Störung

Antwort D Rezidivierende depressive Störung

Antwort E Hypochondrische Störung

038 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Affektive Störungen werden nach gängiger Lehrmeinung durch eine Transmitterstörung im Gehirn verursacht, nicht durch eine organische Schädigung des Gehirns wie die organische emotionale labile Störung. Sie findet sich in der ICD-10 unter F0.

Zu B Falsch. Die anhaltende wahnhafte Störung gehört zum schizophrenen Formenkreis und steht in der ICD-10 unter F2, nicht unter F3 (= affektive Störungen).

Zu C Falsch. Die schizotype Störung findet sich in der ICD-10 unter den schizophrenen bzw. schizophrenieähnlichen Störungen (= F2).

Zu D Richtig. Die rezidivierende depressive Störung ist durch mehrfach auftretende depressive Episoden charakterisiert und zählt deshalb ebenso zu den affektiven Störungen wie z. B. die Manie, die Dysthymia und die bipolare Störung.

Zu E Falsch. Die hypochondrische Störung zählt zu den somatoformen Störungen und findet sich in der ICD-10 unter F4 (genauer: F45.2), nicht unter Ziffer F3 der affektiven Störungen.

039 ?

Einfachauswahl

Durch welches der genannten Merkmale ist die paranoide Persönlichkeitsstörung (nach lCD-10) in erster Linie charakterisiert?

Antwort A Unangemessener Affekt im Sinne der Parathymie

Antwort B Affektive Abstumpfung in Verbindung mit anhaltendem Gefühl von Leere

Antwort C Indifferenz gegenüber Lob oder Kritik von anderen

Antwort D Misstrauen und starke Neigung, neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich aufzufassen

Antwort E Neigung, sich auf intensive, doch instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen, verbunden mit übertriebenen Bemühungen, das Verlassen-werden zu vermeiden

039 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Die Parathymie ist typisch für die Schizophrenie.

Zu B Falsch. Eine „affektive Abstumpfung“ findet sich als Negativsymptom bei schizophrenen Erkrankungen, z. B. bei der Hebephrenie oder dem schizophrenen Residuum. Das Gefühl der inneren Leere passt am ehesten zu schweren Depressionen oder zur Borderline-Störung.

Zu C Falsch. Gleichgültigkeit gegenüber Lob oder Kritik von anderen ist typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Das engl. paranoid bedeutet u. a. auch „extrem misstrauisch“. Daraus resultiert die Tendenz, neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich aufzufassen.

Zu E Falsch. Intensive, doch instabile Beziehungen und ein übertriebenes Bemühen, Verlassen-Werden zu vermeiden, sind typisch für die Borderline-Störung.

040 ?

Einfachauswahl

Welches der folgenden Phänomene rechnet man nach traditioneller psychopathologischer Einteilung vor allem zu den formalen Denkstörungen?

Antwort A Paranoide Ideenbildung

Antwort B Hypochondrie

Antwort C Wahnstimmung

Antwort D Ideenflucht

Antwort E Depersonalisation

040 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Paranoide (= wahnhafte) Gedanken und Ideen zählen – ebenso wie der Wahn – zu den inhaltlichen Denkstörungen.

Zu B Falsch. Der Gedanke, an einer schweren Krankheit zu leiden, ist eine Störung dessen, was der Betroffene denkt (inhaltliche Denkstörung), nicht wie er denkt und spricht (= formale Denkstörung). Formale Denkstörungen sind nicht typisch für die Hypochondrie.

Zu C Falsch. Die Wahnstimmung („Irgendetwas Unheimliches liegt in der Luft“) tritt oft zu Beginn einer Schizophrenie auf und zählt zu den Symptomen des Wahns. Der Wahn zählt zu den inhaltlichen Denkstörungen.

Zu D Richtig. Die Ideenflucht (Gedankenrasen, Springen von einem Gedanken zum nächsten) ist typisch für die Manie.

Zu E Falsch. Die Depersonalisation ist eine Störung des Ich-Erlebens, bei der die Betroffenen sich, ihre Person, ihren Körper oder ihre Stimme als fremd erleben.

041 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen über die Inhalte psychoanalytischer Einzeltherapien sind zutreffend?

  • 1.

    Einüben von Entspannungstechniken

  • 2.

    Systematisches Einüben von Verhaltensmustern wie Selbstbehauptung oder Kontaktfähigkeit

  • 3.

    Bearbeitung der persönlichen Beziehung zwischen Patient und Therapeut

  • 4.

    Kennenlernen bis dahin unbewusster Persönlichkeitsanteile

  • 5.

    Einblick in die eigene Gefühls- und Wunschwelt gewinnen

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

041 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei der Psychoanalyse werden keine Entspannungsverfahren eingeübt.

Zu 2 Falsch. Das Einüben neuer Verhaltensmuster wird in der Verhaltenstherapie, nicht in der Psychoanalyse eingesetzt.

Zu 3 Richtig. Das Wort „persönliche Beziehung“ ist unglücklich gewählt. Es geht um die Thematisierung von Übertragungsreaktionen auf den Therapeuten, deren Aufdeckung die ursprünglichen Konflikte mit einer wichtigen Bezugsperson bewusst machen kann.

Zu 4 Richtig. Das Bewusstwerden von bisher unbewussten Seelenanteilen ist ein wichtiger Teil der psychoanalytischen Therapie.

Zu 5 Richtig. Nach der psychoanalytischen Theorie sind an den meisten inneren Konflikten Triebimpulse des „Es“ beteiligt, die sich in oft kindhaften Wünschen und Emotionen ausdrücken. Wenn sie erkannt werden, können neurotische Konflikte gelöst werden.

042 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Symptome sind verdächtig auf ein Entzugsdelir bei Alkoholkrankheit?

  • 1.

    Optische Halluzinationen (Trugwahrnehmungen)

  • 2.

    Keine Beeinträchtigung der Klarheit des Bewusstseins

  • 3.

    Grobschlägiger Tremor

  • 4.

    Schwitzen

  • 5.

    Erhöhte Suggestibilität

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

042 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typisch für das Alkohol-Entzugsdelir (Delirium tremens) sind optische Halluzinationen, grobschlägiger Tremor, ausgeprägte vegetative Störungen (Schwitzen, Frieren, Tachykardie) und erhöhte Suggestibilität bei gleichzeitiger Störung des Bewusstseins und der Orientierung.

Zu 2 Falsch. Ein Leitsymptom für das Delir ist die Bewusstseinstrübung.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

043 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Zu den Methoden/Techniken der Verhaltenstherapie zählen üblicherweise:

Antwort A Systematische Desensibilisierung

Antwort B Reizüberflutung

Antwort C Positive Verstärkung

Antwort D Gestalttherapie

Antwort E Analytische Fokaltherapie

043 !

Richtig sind die Antworten A, B und C.

Zu A Richtig. Die systematische Desensibilisierung nach Wolpe zählt zu den klassischen Verfahren der Verhaltenstherapie.

Zu B Richtig. Bei der Reizüberflutung (Flooding) wird der Klient dem Angstreiz von Beginn an in voller Stärke ausgesetzt.

Zu C Richtig. In der Verhaltenstherapie wird oft Belohnungslernen (operantes Konditionieren) eingesetzt, um Verhaltensänderungen herbeizuführen.

Zu D Falsch. Die Gestalttherapie (nach Fritz Perls) ist ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, das sich stark von der Verhaltenstherapie unterscheidet.

Zu E Falsch. Das Wort „fokal“ leitet sich her vom lat. focus = Herd, Brennpunkt. Die Fokaltherapie konzentriert sich auf einen „Brennpunkt“, ein zentrales Thema, das in relativ wenigen Stunden bearbeitet werden soll. Die „analytische Psychotherapie“ ist eine Sonderform der Psychoanalyse. Die analytische Fokaltherapie hat also nichts mit der Verhaltenstherapie zu tun.

044 ?

Einfachauswahl

Eine Patientin leidet seit Jahren unter Spannungskopfschmerz. Trotz regelmäßiger Massage und Wärmetherapie kann die Spannung der Nackenmuskulatur nicht verringert werden. Da die Patientin der Annahme ist, keinen Einfluss auf ihre Muskulatur zu haben, war sie nicht bereit, ein Entspannungstraining (AT, progressive Muskelrelaxation) zu erlernen. – Welches Verfahren kann zusätzlich eingesetzt werden, um die Patientin bei der Erlernung eines Entspannungsverfahrens zu unterstützen?

Antwort A Analyse der individuellen Abwehr

Antwort B Biofeedback

Antwort C Psychoanalyse

Antwort D Reizüberflutung

Antwort E Systematische Desensibilisierung

044 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Analyse von Abwehrmechanismen ist Bestandteil des psychoanalytischen Gesprächs und wäre zum Erlernen eines Entspannungsverfahrens kontraindiziert.

Zu B Richtig. Die Annahme, Entspannung habe keinen Einfluss auf die Muskulatur, kann mithilfe von Biofeedback relativ schnell verändert werden. Die Patientin wird beispielsweise an ein Gerät angeschlossen, das Puls, Hautwiderstand und Muskeltonus misst. Wenn sie sich entspannt, verändern sich z. B. die Werte der Nackenmuskulatur. Auf diese Weise bekommt die Patientin ein sofortiges Feedback (= Rückmeldung) auf ihr Bemühen.

Zu C Falsch. Psychoanalyse bietet keine Unterstützung beim Erlernen eines Entspannungsverfahrens.

Zu D Falsch. Bei der Reizüberflutung (Flooding) wird der Klient einem Angstreiz in voller Stärke ausgesetzt. Dies hat keinen Bezug zum Erlernen einer Entspannungstechnik.

Zu E Falsch. Die systematische Desensibilisierung ist eine verhaltenstherapeutische Technik zum Abbau von Ängsten, nicht zum Erlernen von Entspannungsverfahren.

045 ?

Einfachauswahl

Ein 25-jähriger – bewusstseinsklarer – Mann kann seit 3 Wochen kaum mehr schlafen. Er müsse sich oft die Hände waschen aus Angst, Keime weiterzutragen, die dann die ganze Stadt verunreinigen könnten. Seine Hände hätten sich außerdem verändert: Sie kämen ihm sehr groß vor, die Finger seien gegeneinander verschoben. Von den Händen gingen seltsame Stromgefühle aus, die sich im ganzen Körper ausbreiteten. – Welche der genannten Erkrankungen ist am wahrscheinlichsten?

Antwort A Alkoholentzugsdelir

Antwort B Somatisierungsstörung

Antwort C Multiple Persönlichkeitsstörung

Antwort D Histrionische Persönlichkeitsstörung

Antwort E Beginnende schizophrene Störung

045 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Beim Alkohol-Entzugsdelir hätte der Mann eine Bewusstseinsstörung, optische Halluzinationen und ausgeprägte vegetative Symptome. Keines dieser Symptome findet sich im Fallbeispiel. Es gibt auch keinen Hinweis auf eine Alkoholerkrankung des Mannes.

Zu B Falsch. Bei einer Somatisierungsstörung hätte der Patient häufig wechselnde körperliche Beschwerden ohne ausreichenden medizinischen Befund.

Zu C Falsch. In diesem Fallbeispiel gibt es keinen Hinweis auf das Hauptmerkmal einer multiplen Persönlichkeitsstörung: dem Vorhandensein verschiedener Persönlichkeitsanteile.

Zu D Falsch. Die Beschwerden sind seit 3 Wochen vorhanden, es kann sich also nicht um eine Persönlichkeitsstörung handeln, vor allem nicht um eine histrionische, die durch ihr theatralisches Verhalten auffällt.

Zu E Richtig. Die Schlaf- und Konzentrationsstörungen, die bizarren Leibhalluzinationen (Finger, Stromgefühle) und die sich anbahnenden Wahngedanken könnten auf eine beginnende Schizophrenie hinweisen. Eine endgültige Diagnose wäre erst nach 4 Wochen möglich.

046 ?

Aussagenkombination

Das Tauschpfandsystem (Token Economy) in der Psychotherapie …

  • 1.

    … ist ein aus der Ethnomedizin (z. B. bei Schamanen) entlehnter Begriff für eine Therapeut-Patient-Beziehung mit starker Führung des Therapeuten.

  • 2.

    … arbeitet mit systematischen Verstärkungen.

  • 3.

    … kann auch noch bei schweren psychischen Störungen eingesetzt werden.

  • 4.

    … ist eine Form nichtdirektiver Therapie.

  • 5.

    … ist eine verhaltenstherapeutische Technik.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

046 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Tauschpfandsystem (engl. token economy = Ansparen von Wertmarken) ist eine Form des operanten Konditionierens, bei der kleinere Verhaltensänderungen durch spezielle Münzen oder Bons systematisch belohnt = verstärkt werden. Das Tauschpfandsystem ist eine verhaltenstherapeutische Technik, die keinen Bezug hat zur Ethnomedizin (= medizinische Erkenntnisse in anderen Kulturkreisen).

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Das Tauschpfandsystem kann auch noch bei psychotischen Störungen (z. B. schizophrenen Erkrankungen) eingesetzt werden. Hierbei werden kleine Verhaltensänderungen der Betroffenen durch tokens belohnt, die sie später für bestimmte Vergünstigungen eintauschen können.

Zu 4 Falsch. Die Gesprächstherapie nach Rogers zählt zu den nichtdirektiven Therapieformen. Das Belohnungslernen mit tokens hingegen ist in hohem Maße direktiv.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

047 ?

Einfachauswahl

Welche der folgenden Wahnformen tritt bei Patienten mit schwerer depressiver Episode (nach ICD-10) am wahrscheinlichsten auf?

Antwort A Erlöserwahn

Antwort B Versündigungswahn

Antwort C Doppelgängerwahn

Antwort D Verfolgungswahn

Antwort E Berufungswahn

047 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Ein Erlöserwahn kann bei einer Schizophrenie, einer wahnhaften Störung oder einer Manie auftreten, nicht jedoch bei einer Depression.

Zu B Richtig. Versündigungs- und Schuldwahn sind typisch für schwere Depressionen.

Zu C Falsch. Beim Doppelgängerwahn unterscheidet man zwischen dem sog. Capgras-Syndrom, bei dem der Kranke glaubt, eine vertraute Bezugsperson werde von einem Doppelgänger ersetzt, und einem Wahn, bei dem der Betroffene glaubt, dass von ihm selbst ein Doppelgänger existiert, der versucht, seinen Platz einzunehmen. Keine der beiden Wahnformen kommt bei einer Depression vor.

Zu D Falsch. Verfolgungswahn kann bei verschiedensten psychotischen Erkrankungen auftreten (Schizophrenie, akute Psychose, Alkoholdelir, wahnhafte Störung). Verfolgungswahn ist nicht typisch für eine schwere Depression.

Zu E Falsch. Ähnlich wie bei einem Erlöserwahn (Antwort A) fühlen sich Menschen mit einem Berufungswahn zu besonderen Aufgaben berufen. Einen Berufungswahn finden wir typischerweise bei schizophrenen oder manischen Erkrankungen.

048 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) treffen nach ICD-10 zu:

Antwort A Sie kann als Reaktion auf ein lebensbedrohliches Ereignis entstehen.

Antwort B Sie setzt eine psychische Prädisposition in Form einer paranoiden Persönlichkeitsstruktur voraus.

Antwort C Zu den typischen Merkmalen zählen sogenannte Nachhallerinnerungen (Flashbacks).

Antwort D Sie kann einhergehen mit emotionaler Stumpfheit.

Antwort E In der Regel treten die ersten Symptome frühestens 10 Jahre nach dem Trauma auf.

048 !

Richtig sind die Antworten A, C und D.

Zu A Richtig. Nach ICD-10 ist die PTBS eine Reaktion auf ein Ereignis „mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß“. Dazu zählen lebensbedrohliche Ereignisse.

Zu B Falsch. Es gibt zwar einige Faktoren, welche die Schwelle für die Entwicklung einer PTBS senken können (z. B. zwanghafte Persönlichkeitszüge oder neurotische Erkrankungen in der Vorgeschichte), sie sind laut ICD-10 jedoch „weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären“. Auf keinen Fall ist eine paranoide = extrem misstrauische Persönlichkeitsstruktur eine Voraussetzung für die Entstehung einer PTBS.

Zu C Richtig. Sich aufdrängende Flashbacks, Albträume, Hypervigilanz, erhöhte Schreckhaftigkeit und Symptome von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit sind typische Merkmale einer PTBS.

Zu D Richtig. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Die Symptome treten nach ICD-10 mit einer Verzögerung (Latenzzeit) von wenigen Wochen bis maximal 6 Monaten auf.

049 ?

Einfachauswahl

Bei der klassischen Psychoanalyse ist – neben anderen Faktoren – folgender der genannten Effekte für den therapeutischen Erfolg am bedeutsamsten:

Antwort A Kathartisches Ausagieren der unbewussten Triebimpulse gegen den Widerstand der gewohnten Umgebung

Antwort B Herstellung eines Zustands von Ruhe und Entspannung mithilfe abgestufter Konzentrationsübungen

Antwort C Unterbrechung und Entschärfung von Handlungsketten wie z. B. Angst-Fluchtreaktion-Vermeidung, durch Rekonditionierung und Erstellung einer detaillierten Angsthierarchie

Antwort D Nachreifung der Persönlichkeit durch Wiederbewusstmachung und Lösung von bestimmten affektiv stark besetzten Konflikten

Antwort E Ausagieren des zentralen Konflikts durch szenisches Darstellen der Übertragungsneurose

049 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Katharsis kommt aus dem Griechischen und bedeutet „seelische Reinigung, Läuterung“. Durch ein „Hineingehen“ in alte Situationen und Abreagieren der belastenden Emotionen kommt es – so glaubte zeitweise Freud – zu einem Verschwinden der Symptomatik. Diese Vorstellung ist heute umstritten.

Zu B Falsch. Entspannungsverfahren werden in der Psychoanalyse nicht eingesetzt.

Zu C Falsch. Vermeidung von Fluchtreaktionen, Rekonditionierung und Erstellen einer Angsthierarchie sind Techniken der Verhaltenstherapie, nicht der Psychoanalyse.

Zu D Richtig. Das Ziel der klassischen Psychoanalyse ist das Bewusstmachen und anschließende Verarbeiten verdrängter frühkindlicher Konflikte. Dies führt nach psychoanalytischer Theorie zu einer Nachreifung der betroffenen Person.

Zu E Falsch. Ein szenisches Darstellen innerer Konflikte (meist in Gruppen) ist ein wichtiges Merkmal des Psychodramas nach Moreno. Bei der Psychoanalyse ist dies nicht vorgesehen.

050 ?

Einfachauswahl

In einer Paarbeziehung agieren beide Partner nach einem gemeinsamen Schema, das ihnen nicht bewusst ist (z. B. nach der Regel: „Wir sind füreinander da, nehmen Rücksicht aufeinander und stimmen alles, was wir tun, auf die Bedürfnisse des anderen ab“). – Wenn sich in einer solchen Konstellation die Partner in ihren wechselseitigen neurotischen Befürchtungen verstricken, bezeichnet man dies als:

Antwort A Doppelbindung

Antwort B Gegenübertragung

Antwort C Gruppenkohäsion

Antwort D Kollusion

Antwort E Konvention

050 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Bei der Theorie der Doppelbindung (double bind) nach Bateson ist jemand mit Doppelbotschaften konfrontiert, auf die er nicht adäquat reagieren kann. Eine Mutter sagt z. B. mit aggressiver Stimme zu ihrem Kind: „Komm her, ich liebe dich doch!“.

Zu B Falsch. Unter Gegenübertragung versteht man in der Psychoanalyse die Reaktion eines Therapeuten auf einen Klienten/eine Klientin.

Zu C Falsch. In der Sozialpsychologie beschreibt der Begriff „Gruppenkohäsion“ die Kräfte, die eine Gruppe zusammenhalten (z. B. gemeinsame Ziele, Abgrenzung zu anderen Gruppen etc.).

Zu D Richtig. Im Begriff „Kollusion“ steckt das lateinische Wort ludere = spielen. Es geht also um ein „Zusammenspiel“ von neurotischen Verhaltensweisen zweier Partner, die sich ideal ergänzen: Ein Partner „spielt“ z. B. die Rolle des Beschützers, die Partnerin „spielt“ die Rolle des hilflosen Kindes.

Zu E Falsch. Konventionen sind Normen der Gesellschaft, an die sich die Mitglieder zu halten versuchen. Konvention ist kein Fachbegriff der Psychologie oder Psychotherapie.

051 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Was ist für Anpassungsstörungen (nach lCD-10) charakteristisch?

Antwort A Auftreten nach belastendem Lebensereignis

Antwort B Angstgefühle

Antwort C Auftreten depressiver Symptome

Antwort D Beeinträchtigung üblicher sozialer Aktivitäten

Antwort E Anpassungsstörungen führen meist zu einer chronischen Depression

051 !

Richtig sind die Antworten A, B, C und D.

Zu A Richtig. Nach ICD-10 entwickelt sich eine Anpassungsstörung als Folge einer psychosozialen Belastung nicht katastrophalen Ausmaßes.

Zu B Richtig. Ängste sind typisch. Die Symptomatik findet sich in der ICD-10 unter F43.22 (Anpassungsstörung. Angst und depressive Reaktion gemischt).

Zu C Richtig. Bei einer Anpassungsstörung sind depressive Symptome von kürzerer (maximal 6 Monate) oder längerer Dauer (maximal 2 Jahre) typisch. Früher hieß diese Form der Anpassungsstörung „reaktive Depression“.

Zu D Richtig. Als Folge der depressiven Symptomatik bestehen Tendenzen, sich von Freunden und Bekannten zurückzuziehen oder Tätigkeiten wie Sport, Tanzen, Partys etc. zu meiden.

Zu E Falsch. Die chronische Depression (Dauer: mindestens 2 Jahre) findet sich in der ICD-10 unter dem Begriff „Dysthymia“ wieder. Bei Menschen mit Dysthymia findet sich in der Vergangenheit häufig (aber nicht immer) eine schwere depressive Episode. Eine Anpassungsstörung zählt nicht zu den Störungen, aus denen sich eine Dysthymia entwickeln könnte.

052 ?

Einfachauswahl

Bei einer 17-jährigen Patientin bestehen seit dem 15. Lebensjahr Verhaltensauffälligkeiten wie läppisch-albernes Verhalten und Affektstörungen. Damals wurde eine Neuroleptikabehandlung eingeleitet. Jetzt berichtet sie, sie wolle schon immer lieber ein Junge sein als ein Mädchen. Welche Aussage ist nicht richtig?

Antwort A Ein Teil der Symptomatik lässt an Hebephrenie denken.

Antwort B Möglicherweise liegt eine Störung der Identitätsentwicklung vor.

Antwort C Transsexualismus ist eine mögliche Differenzialdiagnose.

Antwort D Eine operative Geschlechtsumwandlung ist eine mögliche Option.

Antwort E Die Prognose hinsichtlich des weiteren Verlaufs erscheint unsicher.

052 !

Antwort D ist nicht richtig.

Zu A Richtig. Das Alter, das läppisch-alberne Verhalten, die Affekt- und Konzentrationsstörungen und die formalen Denkstörungen lassen zunächst an eine Hebephrenie denken

Zu B Richtig. ICD-10: Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters (hier: 3. Lebensjahr).

Zu C Richtig. Transsexualismus bedeutet: Die junge Frau möchte als Mann leben und anerkannt werden und zu diesem Zweck den eigenen Körper durch hormonelle oder chirurgische Behandlungen verändern. Ob dies hier der Fall ist, müsste durch weitere Fragen geklärt werden.

Zu D Falsch. Eine operative Geschlechtsumwandlung kommt nur bei Volljährigen in Betracht. Sie hätte auch keinen Einfluss auf die Behandlung der Hebephrenie.

Zu E Richtig. Im Augenblick ist die Prognosestellung hinsichtlich des weiteren Verlaufs nicht möglich.

053 ?

Einfachauswahl

In der psychoanalytischen Theorie werden verschiedene Abwehrmechanismen postuliert. Welcher dieser Abwehrmechanismen kommt in der folgenden Beschreibung am besten zum Ausdruck? – „Uneingestandene Impulse werden in die Außenwelt verlagert, in einer anderen Person wahrgenommen und dort bekämpft.“

Antwort A Projektion

Antwort B Rationalisierung

Antwort C Verdrängung

Antwort D Verleugnung

Antwort E Verschiebung

053 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Projektion werden Impulse oder Eigenschaften, die jemand an sich selbst nicht leiden kann, auf andere projiziert und dort kritisiert.

Zu B Falsch. Bei der Rationalisierung werden für bestimmte Gefühle, Handlungen oder Erlebnisse nachträglich verstandesmäßige Erklärungen gesucht (z. B. „Es ist gut, dass man mich entlassen hat – der Job hat mich ohnehin unterfordert!“). Dies passt hier nicht.

Zu C Falsch. Bei der Verdrängung werden ein Konflikt und die damit verbundenen Ängste oder aggressiven Impulse ins eigene Unbewusste verlagert. Andere Personen sind hierbei nicht beteiligt.

Zu D Falsch. Bei der Verleugnung wird ein Teil der Realität nicht wahrgenommen oder beiseitegeschoben, damit die dadurch ausgelösten Ängste im Unbewussten verbleiben können.

Zu E Falsch. Bei der Verschiebung wird ein Impuls oder eine Emotion auf ein anderes Objekt oder eine andere Person übertragen und evtl. an ihr ausagiert.

054 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Merkmale sind für die schizoide Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) charakteristisch?

  • 1.

    Emotionale Kühle

  • 2.

    Mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen

  • 3.

    Histrionische Selbstdarstellung

  • 4.

    Introvertiertheit

  • 5.

    Wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einer anderen Person (unter Berücksichtigung des Alters)

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

054 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Emotionale Kühle, Mangel an Empathie und Distanziertheit sind typische Merkmale der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen haben ein mangelhaftes Gespür für soziale Normen.

Zu 3 Falsch. Histrionische Selbstdarstellung ist typisch für die histrionische Persönlichkeitsstörung.

Zu 4 Richtig. „Introvertiert“ bedeutet: „nach innen gekehrt“. Die Betroffenen beschäftigen sich bevorzugt mit sich selbst und ihren Gedanken und Fantasien. Die meisten haben keine engen Freunde, keine engen, vertrauensvollen Beziehungen und als Folge davon auch wenig Interesse „an sexuellen Erfahrungen mit einer anderen Person“.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 4.

055 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie vier Antworten.

Hinsichtlich psychotherapeutischer Verfahren treffen folgende Aussagen zu:

Antwort A In der Psychoanalyse ist die sogenannte Abstinenzregel von wesentlicher Bedeutung.

Antwort B Aktuelle Anpassungsschwierigkeiten können mit klientenzentrierter Psychotherapie behandelt werden.

Antwort C Bei der Indikationsstellung zur Psychoanalyse ist Leidensdruck des Patienten ein wichtiger Faktor.

Antwort D Die Psychoanalyse beschränkt sich auf die Bearbeitung frühkindlicher Konflikte.

Antwort E Verhaltensmodifikation kann zur Veränderung von Sozialbeziehungen eingesetzt werden.

055 !

Richtig sind die Antworten A, B, C und E.

Zu A Richtig. Der Analytiker hält seine persönlichen Gefühle und Interpretationen zurück. Auch ein persönlicher Kontakt zum Patienten ist tabu. Ziel ist eine therapeutische Distanz, die es dem Patienten ermöglichen soll, alles zu sagen, was ihm durch den Kopf geht (= Grundregel).

Zu B Richtig. Gemeint sind wohl Konflikte im sozialen Umfeld und Anpassungsstörungen, bei denen es hilfreich sein kann, verdrängte Gefühle zu erkennen und verbal zu äußern.

Zu C Richtig. Voraussetzungen für das Gelingen der Therapie (nach Freud) sind: wirkliche Motivation (z. B. durch Leidensdruck), Verbalisierungsfähigkeit und die Fähigkeit zur Introspektion (= Selbsteinsicht).

Zu D Falsch. In der Therapie werden nicht nur frühkindliche Konflikte bearbeitet: Genauso wichtig sind die Gespräche zwischen Therapeut und Patient, die auch Hilfen zur aktuellen Lebenssituation beinhalten.

Zu E Richtig. Eine Veränderung des Verhaltens (= Verhaltensmodifikation) durch verschiedene Techniken der Verhaltenstherapie kann zur Veränderung von Sozialbeziehungen beitragen.

056 ?

Aussagenkombination

Welche/s der folgenden von schizophrenen Patienten beschriebenen Phänomene wird/werden psychopathologisch zu den Ich-Störungen gezählt?

  • 1.

    Ich werde von fremden Menschen gelenkt und bin nicht mehr Herr meiner Handlungen.

  • 2.

    Unbekannte zwingen mir Gedanken auf, ich habe dauernd Gedanken im Kopf, die nicht zu mir gehören.

  • 3.

    Wenn ich durch die Stadt gehe, bin ich mir sicher, dass alle Leute, die mir begegnen, meine Gedanken kennen.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

056 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Überzeugung, von fremden Menschen oder Mächten gelenkt zu werden, ist ein Beispiel für Fremdbeeinflussungserleben, das zu den schizophrenen Ich-Störungen zählt.

Zu 2 Richtig. Wenn jemand glaubt, dass andere seine Gedanken beeinflussen oder ihm Gedanken aufzwingen, ist dies ein Beispiel für Gedankeneingebung. Gedankliche Beeinflussungserlebnisse zählen zu den schizophrenen Ich-Störungen

Zu 3 Richtig. Wenn jemand überzeugt ist, andere könnten seine Gedanken hören oder lesen, ist dies ein Beispiel für Gedankenausbreitung. Auch die Gedankenausbreitung zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen