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B978-3-437-58385-8.00004-7

10.1016/B978-3-437-58385-8.00004-7

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2005

085 ?

Aussagenkombination

Zu den quantitativen Bewusstseinsstörungen zählen:

  • 1.

    Bewusstseinseinengung

  • 2.

    Somnolenz

  • 3.

    Sopor

  • 4.

    Koma

  • 5.

    Bewusstseinsverschiebung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

085 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei der Bewusstseinseinengung sind die Betroffenen wach (keine quantitative Bewusstseinsstörung!). Sie scheinen nach außen hin orientiert, ihre Aufmerksamkeit ist jedoch auf einen Erlebnisaspekt eingeengt. Die Folge: verminderte Ansprechbarkeit auf Außenreize. Dieser Zustand beginnt und endet meist innerhalb kurzer Zeit.

Zu 2 Richtig. Somnolenz ist eine leichtere Form der quantitativen Bewusstseinsstörung (= reduzierte Wachheit). Die Betroffenen sind benommen, schläfrig, können aber leicht geweckt werden.

Zu 3 Richtig. Sopor ist eine schwerere Form der quantitativen Bewusstseinsstörung. Die Patienten können nur durch stärkere Reize wie Schütteln, Zwicken etc. geweckt werden.

Zu 4 Richtig. Koma ist die schwerste Form der quantitativen Bewusstseinsstörung (Bewusstlosigkeit).

Zu 5 Falsch. Die Bewusstseinsverschiebung ist eine Veränderung im Wacherleben (keine quantitative Bewusstseinsstörung!) mit Gefühlen der Intensitäts- oder Helligkeitssteigerung. Sie kann z. B. in meditativen Zuständen in Form einer gesteigerten Wahrnehmung auftreten.

086 ?

Einfachfachauswahl

In der Entwicklungspsychologie wird der Entwicklung des kindlichen Spiels große Bedeutung beigemessen. Ordnen Sie in der richtigen Reihenfolge die verschiedenen Arten kindlichen Spielens bei normgerechter Entwicklung:

Antwort A Rollenspiel – sensomotorisches Spiel – Regelspiele

Antwort B Rollenspiel – Regelspiele – sensomotorisches Spiel

Antwort C Sensomotorisches Spiel – Rollenspiel – Regelspiele

Antwort D Sensomotorisches Spiel – Regelspiele – Rollenspiel

Antwort E Regelspiele – Rollenspiel – sensomotorisches Spiel

086 !

Antwort C ist richtig

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Über sensomotorische Spiele machen Säuglinge und Babys Erfahrungen mit ihren Sinnesorganen (Augen, Ohren, Haut, Mund) und ihren motorischen Fähigkeiten. In der Reihenfolge der Entwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten folgen im Kleinkindalter (ab etwa 3–4 Jahren) die Rollenspiele. Im Vorschul- und Schulalter folgen dann Spiele, in denen die Kinder feste Regeln verstehen und befolgen müssen (= Regelspiele).

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

087 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche der folgenden Symptome sind typisch für eine Demenz bei HIV-Infektion?

Antwort A Dauernde Antriebssteigerung

Antwort B Antriebsarmut

Antwort C Keine Beeinträchtigung der lebenspraktischen Funktionen

Antwort D Auftreten der Symptome erst nach dem 70. Lebensjahr

Antwort E Fortschreitende Konzentrations- und Gedächtnisstörungen

087 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. In etwa 50 % der Fälle entwickeln Patienten mit HIV-Infektion demenzielle Syndrome, bei 5–10 % entwickelt sich eine ausgeprägte Demenz. Ein emotional enthemmtes Verhalten kann als Begleitsymptom auftreten; trotzdem ist der Antrieb auf Dauer reduziert.

Zu B Richtig. Einschränkungen der motorischen Funktionen (verlangsamte Bewegungen, Ataxien, Schwierigkeiten mit der Feinmotorik und der Bewegungskoordination) sind typisch.

Zu C Falsch. Die HIV-Demenz ist gekennzeichnet durch fortschreitende Beeinträchtigungen von Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen im Alltag, einer allgemeinen Verlangsamung der Motorik (Antwort B) und Schwierigkeiten beim „Multitasking“ (gleichzeitige Verrichtung mehrerer Aufgaben). Die „lebenspraktischen Funktionen“ sind also – ähnlich wie bei Patienten mit anderen Formen der Demenz – mit fortschreitender Erkrankung mehr und mehr beeinträchtigt.

Zu D Falsch. Die Ansteckung mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) ist in jedem Alter möglich. Patienten mit einer Demenz bei HIV-Infektion sind i. d. R. viel jünger als „normale“ Demenzkranke.

Zu E Richtig. Kommentar zu C.

088 ?

Aussagenkombination

Was trifft für das Derealisations-/Depersonalisationssyndrom zu?

  • 1.

    Der eigene Körper wird als unwirklich erlebt.

  • 2.

    Die Patienten klagen u. a. über den Verlust von Emotionen, das Abgetrenntsein von ihren Gedanken, von der realen Welt.

  • 3.

    Die Patienten sind überzeugt, an einer schweren Krebserkrankung zu leiden.

  • 4.

    Es besteht keine Krankheitseinsicht.

  • 5.

    Die Patienten sind sich der Unwirklichkeit der Veränderung bewusst.

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

088 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das Depersonalisations- und Derealisationssyndrom findet sich in der ICD-10 unter F48.1. Bei der Depersonalisation wird der eigene Körper als unwirklich erlebt; die Gefühle und Gedanken scheinen losgelöst von der äußeren Welt. Bei der Derealisation liegt der Fokus auf der Umgebung: Die Betroffenen klagen darüber, dass Menschen oder bestimmte Objekte ihnen fremd und unwirklich erscheinen, „wie eine Bühne, auf der jedermann spielt“ (ICD-10: A2). Die Störung findet sich bei vielen psychischen Störungen und sollte nach ICD-10 eher als Zweitdiagnose verwendet werden.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Die Überzeugung, an einer schweren Erkrankung zu leiden, zählt zur Hypochondrie.

Zu 4 Falsch. Kommentar zu 5

Zu 5 Richtig. ICD-10: „Trotz der dramatischen Form dieser Erfahrungen ist sich die betreffende Person der Unwirklichkeit dieser Veränderung bewusst“ (d. h., es besteht Krankheitseinsicht).

089 ?

Aussagenkombination

Für eine depressive Episode (nach ICD10) ist charakteristisch:

  • 1.

    Sie kann von sog. „somatischen“ Symptomen begleitet werden.

  • 2.

    Es besteht eine Verminderung von Antrieb und Aktivität.

  • 3.

    Es bestehen Gedanken über die eigene Wertlosigkeit.

  • 4.

    Es besteht immer ein Abendtief.

  • 5.

    Es besteht ein Verlust der Freude.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 4 und 5 sind richtig.

089 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine depressive Episode kann mit einem somatischen Syndrom einhergehen. Dazu zählen u. a. Appetitverlust, Gewichtsverlust, frühmorgendliches Erwachen, Morgentief, eine verminderte Libido und psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit

Zu 2 Richtig. Verminderung von Antrieb und Aktivität, Verlust von Interesse und Freude und Gedanken über die eigene Wertlosigkeit sind typische Symptome einer depressiven Episode.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 4 Falsch. Typisch für mittelgradige oder schwere depressive Episoden ist eher das sog. Morgentief. Auch Erkrankungen mit Abendtief sind möglich. Vorsicht allerdings bei Aussagen, die das Wort „immer“ enthalten – sie sind meist nicht richtig.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 2.

090 ?

Einfachauswahl

Welche der folgenden Befunde ist am ehesten mit einer leichten Intelligenzminderung (Debilität) vereinbar?

Antwort A Der Intelligenzquotient (IQ) liegt im Bereich um 30.

Antwort B Eine sprachliche Verständigung ist nicht möglich.

Antwort C Einfache praktische Arbeitstätigkeiten können ausgeübt werden.

Antwort D Die Symptome manifestieren sich erstmals im jungen Erwachsenenalter.

Antwort E Durch Einnahme von Ritalin (Methylphenidat) werden normale schulische Leistungen erreicht.

090 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer leichten Intelligenzminderung liegt der IQ zwischen 50 und 69. Ein IQ um 30 entspräche einer schweren Intelligenzminderung.

Zu B Falsch. Erwachsene mit einer leichten Intelligenzminderung haben ein mentales Alter von 6 bis unter 9 Jahren, d. h., eine sprachliche Verständigung ist natürlich möglich.

Zu C Richtig. Die Betroffenen haben zwar Schwierigkeiten bei der Schulausbildung und beim Schulabschluss, sie können jedoch einfache praktische Arbeiten ausführen und soziale Beziehungen aufrechterhalten.

Zu D Falsch. Eine Intelligenzminderung ist meist angeboren und zeigt sich deshalb schon in den ersten Jahren der Entwicklung.

Zu E Falsch. Ritalin (Methylphenidat) wird bei ADS/ADHS eingesetzt, nicht bei einer – nicht heilbaren – Intelligenzminderung.

091 ?

Aussagenkombination

Welche Erscheinungen gehören zum Symptomenkreis der Demenz?

  • 1.

    Orientierungsstörungen (im Hinblick auf Ort und Zeit)

  • 2.

    Herzneurose

  • 3.

    Merkfähigkeitsstörungen

  • 4.

    Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit

  • 5.

    Chronische Gastritis

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

091 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Orientierungsstörungen (bei klarer Bewusstseinslage), Merkfähigkeitsstörungen, eine Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit und Probleme in der Alltagsbewältigung sind typische Symptome einer Demenz.

Zu 2 Falsch. Das Herzangstsyndrom (früher: Herzneurose) zählt zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen, nicht zu den demenziellen Erkrankungen.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu A.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu A.

Zu 5 Falsch. Eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut (chronische Gastritis) kann als körperliches Begleitsymptom bestimmter psychischer Störungen (z. B. Alkoholismus) auftreten. Die Erkrankung ist nicht typisch für die verschiedenen Formen der Demenz.

092 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Betreuungsgesetz (BtG) trifft zu?

Antwort A Der Betreuer kann auch auf Antrag des Betroffenen bestellt werden.

Antwort B Der zu Betreuende muss schwerbehindert sein.

Antwort C Der zu Betreuende muss geschäftsunfähig sein.

Antwort D Der Einwilligungsvorbehalt ist unabdingbarer Bestandteil jeder Betreuung.

Antwort E Der Betreute muss zumindest gesetzlich krankenversichert sein.

092 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Eine Betreuung kann nur vom Betroffenen bestellt werden. Andere Personen oder Institutionen (z. B. Sozialamt, Altenheim) können die Betreuung lediglich anregen.

Zu B Falsch. Voraussetzung für die Bestellung eines Betreuers ist u. a. das Vorliegen einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung. Der Betroffene muss volljährig sein und seine juristischen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Eine schwere körperliche Behinderung allein ist keine Voraussetzung für eine Betreuung nach dem BtG.

Zu C Falsch. Geschäftsunfähigkeit ist kein ausreichender Grund für die Bestellung eines Betreuers. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Einwilligungsvorbehalt bedeutet, dass der Betreute bestimmte Rechtsgeschäfte nur mit Zustimmung des Betreuers tätigen kann. Eine Betreuung ohne Einwilligungsvorbehalt ist häufig. In diesem Fall wird die Geschäftsfähigkeit des Betreuten nicht eingeschränkt.

Zu E Falsch. Das Vorhandensein einer Krankenversicherung ist kein Kriterium für die Einrichtung einer Betreuung.

093 ?

Aussagenkombination

Beim amnestischen Syndrom (Korsakow-Syndrom) ist das Gedächtnis meist wie folgt beeinträchtigt:

  • 1.

    Erinnerungslücken

  • 2.

    Fehldeutung von Wahrgenommenen

  • 3.

    Störung des Kurzzeitgedächtnisses

  • 4.

    Komplette Erinnerungslosigkeit

  • 5.

    Konfabulationen

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

093 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wie der Name schon sagt, sind Erinnerungslücken typisch. Vor allem neue Informationen können nicht mehr gespeichert werden (Störung des Kurzzeitgedächtnisses).

Zu 2 Falsch. Eine Fehldeutung von Wahrgenommenem ist z. B. die Wahnwahrnehmung. Die Wahnwahrnehmung ist eine Form des Wahns. Wahn kommt beim Korsakow-Syndrom nicht vor.

Zu 3 Richtig. Störung des Kurzzeitgedächtnisses ist Leitsymptom für die Erkrankung.

Zu 4 Falsch. Eine komplette Erinnerungslosigkeit ist nicht vorhanden. Dinge aus der weit zurückliegenden Vergangenheit können z. T. noch bruchstückhaft erinnert werden.

Zu 5 Richtig. Erinnerungslücken werden durch erfundene Geschichten überspielt.

094 ?

Einfachauswahl

Ein 25-jähriger Mann hat wegen Alkoholproblemen seinen Arbeitsplatz verloren. Mehrere Beziehungen mit Frauen sind wegen seines Verhaltens auseinandergegangen. Schuld sind immer seine Partnerinnen. Aus einer Partnerschaft ist ein Sohn hervorgegangen, um den er sich nicht kümmert. Wegen Gewalttätigkeit wurde er bereits mit Gefängnis bestraft. – Welche Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) liegt vor?

Antwort A Schizoide Persönlichkeitsstörung

Antwort B Histrionische Persönlichkeitsstörung

Antwort C Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

Antwort D Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Antwort E Anankastische Persönlichkeitsstörung

094 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Emotionale Kühle, Introvertiertheit und ein Mangel an vertrauensvollen Beziehungen wären typische Symptome der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu B Falsch. Typisch für die histrionische Persönlichkeitsstörung sind ein theatralisches Verhalten und das Bedürfnis, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.

Zu C Falsch. Typisch für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung sind Minderwertigkeitsgefühle, Angst vor Zurückweisung und die Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden.

Zu D Richtig. Aggressives Verhalten, kriminelle Handlungen, fehlendes Verantwortungsgefühl, die Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung dauerhafter Beziehungen und die Neigung, andere zu beschuldigen, sind typisch für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu E Falsch. Typisch für die anankastische Persönlichkeitsstörung sind Pedanterie, übertriebene Gewissenhaftigkeit und Starrheit im Denken und Handeln. Dies passt nicht zum Fallbeispiel.

095 ?

Aussagenkombination

Symptome der Schizophrenie (nach ICD-10) sind:

  • 1.

    Die Bewusstseinsklarheit und die intellektuellen Fähigkeiten sind immer beeinträchtigt.

  • 2.

    Schizophrene Störungen können durch inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet sein.

  • 3.

    Einschiebungen in den Gedankenfluss.

  • 4.

    Kommentierende oder dialogische Stimmen, die über den Patienten sprechen.

  • 5.

    Suggestibilität (leichte Beeinflussbarkeit durch andere Personen).

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

095 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Schizophrene Patienten sind bewusstseinsklar; i. d. R. sind die intellektuellen Fähigkeiten nicht beeinträchtigt (viele Künstler, Dichter und Philosophen waren zeitweise „schizophren“).

Zu 2 Richtig. Vor allem bei der Hebephrenie oder der Schizophrenia simplex sind Negativsymptome wie Affektverflachung und nicht passende (inadäquate) Affekte typisch.

Zu 3 Richtig. Einschiebungen in den Gedankenfluss und inkohärentes Denken sind typisch.

Zu 4 Richtig. Kommentierende oder dialogische Stimmen sind vor allem typisch für die paranoide Schizophrenie.

Zu 5 Falsch. Suggestibilität ist typisch für die histrionische Persönlichkeitsstörung und das Delirium tremens, nicht jedoch für schizophrene Erkrankungen.

096 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Psychoanalyse trifft/treffen zu?

  • 1.

    Der Mensch ist fähig, alle Inhalte des „Es“ als Teil der Psyche bewusst werden zu lassen.

  • 2.

    Der Mensch hat Mechanismen entwickelt, um nicht erlaubte Konfliktimpulse nicht ins Bewusstsein dringen zu lassen.

  • 3.

    Der Patient verdrängt bewusst.

  • 4.

    Die Abwehrmechanismen dienen zur Angstabwehr.

  • 5.

    Sublimierung ist ein Abwehrmechanismus.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

096 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. In Freuds Instanzenmodell (Ich – Es – Über-Ich) ist das Es der triebhafte, oft instinktiv handelnde Teil der menschlichen Seele. Da die Bedürfnisse des Es meist im Widerspruch zu den Normen der Gesellschaft stehen, werden sie verdrängt. Sie alle ins Bewusstsein zu heben ist selbst bei langjähriger Therapie sicher nicht möglich.

Zu 2 Richtig. Diese konfliktabwehrenden Mechanismen heißen bei Freud Abwehrmechanismen.

Zu 3 Falsch. Verdrängung ist nach Freud ein unbewusst ablaufender Abwehrmechanismus.

Zu 4 Richtig. Abwehrmechanismen dienen der Vermeidung von Unlust wie z. B. Angst.

Zu 5 Richtig. Sublimierung ist ein Abwehrmechanismus, bei dem Triebimpulse wie Aggression oder sexuelle Wünsche in sozial akzeptierte Ausdrucksformen umgewandelt werden.

097 ?

Aussagenkombination

Welche Störungen lassen sich mit der systematischen Desensibilisierung bevorzugt behandeln?

  • 1.

    Isolierte Phobien

  • 2.

    Akute und subakute Psychosen

  • 3.

    Zwänge

  • 4.

    Situativ gebundene Ängste

  • 5.

    Frei flottierende Ängste

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

097 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Isolierte Phobien (z. B. Angst vor Hunden, Spinnen etc.) lassen sich mit der systematischen Desensibilisierung gut behandeln. Heute allerdings verwenden viele Therapeuten stattdessen die graduierte (sich langsam steigernde) Exposition.

Zu 2 Falsch. Bei Psychosen (z. B. Schizophrenie) sind Verfahren wie die klassische Verhaltenstherapie oder die systematische Desensibilisierung kontraindiziert.

Zu 3 Falsch. Bei Zwängen hat sich die systematische Desensibilisierung nicht bewährt.

Zu 4 Richtig. Auch bei situativ gebundenen Ängsten (z. B. Angst vor Plätzen) wird z. T. die systematische Desensibilisierung eingesetzt. Die Angsthierarchie und die Kombination der angstbesetzten Situation mit Entspannung erfolgt meist in der Vorstellung (in sensu).

Zu 5 Falsch. Bei Ängsten, die nicht an bestimmte Situationen gebunden sind (= frei flottierende Ängste), ist es nicht möglich, die Ängste mithilfe der systematischen Desensibilisierung zu reduzieren.

098 ?

Aussagenkombination

Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählt/zählen:

  • 1.

    Hemmung des Denkens

  • 2.

    Vorbeireden

  • 3.

    Inkohärenz (sprunghaftes Denken)

  • 4.

    Wahnideen

  • 5.

    Ideenflüchtigkeit

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

098 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Hemmung des Denkens ist eine formale Denkstörung. Sie findet sich bei depressiven Störungen.

Zu 2 Falsch. Vorbeireden ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung.

Zu 3 Falsch. Zusammenhangloses (= inkohärentes, zerfahrenes) Denken ist u. a. typisch für die Schizophrenie: Die einzelnen Gedanken und Gesprächsteile bleiben ohne Zusammenhang; sie sind unlogisch, bruchstückhaft und zerfahren. Teilweise bestehen die Gedanken nur noch aus einzelnen Wörtern oder Wortfetzen.

Zu 4 Richtig. Es gibt eigentlich nur drei inhaltliche Denkstörungen: Wahn, überwertige Ideen und Zwang. Wahnideen oder auch wahnhaftes Denken zählen zu den inhaltlichen Denkstörungen.

Zu 5 Falsch. Ideenflucht ist eine formale Denkstörung, bei der die Betroffenen ständig neue Ideen entwickeln, ohne sie zu Ende zu führen. Die Ideenflucht ist typisch für die Manie.

099 ?

Aussagenkombination

Hauptkennzeichen der schizophrenen Psychosen sind:

  • 1.

    Halluzinationen

  • 2.

    Quantitative Bewusstseinsstörungen

  • 3.

    Denkstörungen

  • 4.

    Wahn

  • 5.

    Intelligenzstörungen

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

099 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typische Merkmale der schizophrenen Psychosen sind Ich-Störungen, inhaltliche Denkstörungen (Wahn, z. B. Beeinflussungs- oder Verfolgungswahn), formale Denkstörungen wie Neologismen, Gedankenabreißen, Paralogik und konkretistisches Denken. Besonders typisch für die paranoid-halluzinatorische Schizophrenie sind auch akustische Halluzinationen, die oft kommentierend oder in der 3. Person sprechen.

Zu 2 Falsch. Schizophrene sind in ihrer Wachheit (Vigilanz) nicht eingeschränkt, sie haben also keine quantitativen Bewusstseinsstörungen. Auch qualitative Bewusstseinsstörungen im Sinne von Verwirrtheit sind nicht typisch für die Erkrankung.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Menschen mit Schizophrenie haben keine Intelligenzstörungen. Viele Künstler und Maler litten – so vermutet man – an schizophrenen Störungen.

100 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Delirium tremens (Alkoholentzugsdelir) trifft zu?

Antwort A Zittern stellt ein seltenes Symptom der Krankheit dar.

Antwort B Das Delirium tritt nur bei einem Blutalkoholspiegel von mehr als 3 Promille auf.

Antwort C Unbehandelt führt ein Delirium tremens in unter 1 % zum Tod.

Antwort D Krampfanfälle können Vorboten eines nahenden Delirs sein.

Antwort E Wahnvorstellungen schließen ein Delirium tremens aus.

100 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Zittern (Tremor) gehört zu den typischen und häufigen Symptomen eines Delirium tremens.

Zu B Falsch. Das Delirium tremens ist eine Folge von Alkoholentzug. Beim ersten Auftreten der Symptome ist der Alkoholspiegel also in einem eher niedrigen Bereich.

Zu C Falsch. Unbehandelt führt ein Delirium tremens in 15–20 % zum Tod.

Zu D Richtig. Etwa die Hälfte der Fälle von Delirium tremens kündigt sich mit zerebralen Krampfanfällen an.

Zu E Falsch. Länger anhaltende Wahnvorstellungen kommen beim Delirium tremens kaum vor. Ähnlich wie beim „organischen“ Delir (F05) sind flüchtige Wahnideen (= kurze Wahneinfälle) typisch, aber für die Diagnose nicht spezifisch.

101 ?

Einfachauswahl

Unter einer Störung der Vitalgefühle bei affektiven Störungen versteht man in erster Linie:

Antwort A Suizidassoziierte Handlungen oder Denkweisen

Antwort B Leibliche Befindlichkeitsstörungen

Antwort C Denkhemmungen

Antwort D Störungen (Verlust oder Steigerung) des Selbstwertgefühls

Antwort E Ängstlichkeit

101 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Suizidgedanken und Suizidhandlungen sind typisch für depressive Störungen, zählen jedoch nicht zu den Vitalstörungen.

Zu B Richtig. Bei depressiven Störungen finden sich viele körpernahe Symptome (Appetitlosigkeit, Druckgefühle im Brustbereich, Appetitverlust, Libidoverlust etc.), die früher als Vitalstörungen bezeichnet wurden. Ein Teil der Symptomatik findet sich in der ICD-10 unter der Bezeichnung „somatisches Syndrom“ wieder.

Zu C Falsch. Die formale Denkstörung „Denkhemmung“ ist typisch für Depressionen, zählt jedoch nicht zu den Vitalstörungen.

Zu D Falsch. Ein mangelndes Selbstwertgefühl ist zwar typisch für depressive Patienten. Störungen des Selbstwertgefühls zählen jedoch nicht zu den Vitalstörungen.

Zu E Falsch. Depressive Störungen gehen zwar nahezu immer mit Angst einher. Angst zählt jedoch nicht zu den Vitalstörungen.

102 ?

Aussagenkombination

Zu den charakteristischen Symptomen bei der Manie zählen:

  • 1.

    Hypersomnie

  • 2.

    Zerfahrenheit

  • 3.

    Größenideen

  • 4.

    Psychomotorische Enthemmung

  • 5.

    Pessimismus

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

102 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Hypersomnie bedeutet: übergroßes Schlafbedürfnis. Bei der Manie ist das Gegenteil der Fall.

Zu 2 Falsch. Zerfahrenes Denken mit unlogischen Gedankenverbindungen, Gedankensprüngen, z. T. „Wortsalat“ ist typisch für die Schizophrenie. Nicht verwechseln mit der für die Manie typischen Ideenflucht, bei der als Folge der Assoziationslockerungen ein Gedanke den anderen abwechselt, man den Gedankengängen aber i. d. R. folgen kann.

Zu 3 Richtig. Größenideen zählen zu den typischen Symptomen der Manie.

Zu 4 Richtig. Maniker haben einen gesteigerten Antrieb, der in manchen Fällen als manischer Erregungszustand mit psychomotorischer Enthemmung auftreten kann.

Zu 5 Falsch. Maniker sind euphorisch und übertrieben optimistisch. Pessimismus ist ein Merkmal einer depressiven Störung.

103 ?

Einfachauswahl

Mithilfe eines Abwehrmechanismus werden verpönte Hassimpulse gegen eine bestimmte Person in besondere Freundlichkeit, ja scheinbare Zärtlichkeit gegenüber dieser Person verwandelt. – Es handelt sich am wahrscheinlichsten um folgenden Abwehrmechanismus:

Antwort A Verschiebung

Antwort B Projektion

Antwort C Rationalisieren

Antwort D Sublimierung

Antwort E Reaktionsbildung

103 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Beim Abwehrmechanismus der Verschiebung wird ein Impuls oder eine Emotion auf ein anderes Objekt oder eine andere Person übertragen und als Ersatz an ihr ausagiert.

Zu B Falsch. Beim Abwehrmechanismus der Projektion werden Impulse oder Eigenschaften, die jemand an sich selbst nicht leiden kann, auf andere projiziert und dort kritisiert.

Zu C Falsch. Bei der Rationalisierung werden für bestimmte Gefühle, Handlungen oder Erlebnisse nachträglich verstandesmäßige Erklärungen gesucht (z. B. „Es ist gut, dass man mich entlassen hat – der Job hat mich ohnehin unterfordert!“). Dies passt hier nicht.

Zu D Falsch. Bei der Sublimierung werden aggressive oder sexuelle Triebimpulse in Aktivitäten umgewandelt, die gesellschaftlich akzeptiert sind (Kunst, Musik, geistige Leistungen, Kampfsport etc.).

Zu E Richtig. Reaktionsbildung bedeutet: Verkehrung ins Gegenteil.

104 ?

Einfachauswahl

Was versteht man unter einem erweiterten Suizid?

Antwort A Den vorzeitigen Tod bewusst in Kauf nehmendes, lebensverkürzendes Verhalten (z. B. exzessives Rauchen, extrem leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr)

Antwort B Suizid einer Person, um einer nahestehenden Person, die einige Zeit vorher Suizid begangen hat, „in den Tod zu folgen“

Antwort C Tötung einer anderen Person (z. B. der Ehefrau) ohne deren Einverständnis, verbunden mit dem (bereits geplanten) eigenen Suizid

Antwort D Tötung auf Verlangen durch eine andere Person (z. B. bei unheilbaren Krankheiten)

Antwort E Tod in Aufopferung für nahe Mitmenschen (z. B. Familie) angesichts tödlicher Gefahr

104 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Ein selbstschädigendes, lebensverkürzendes Verhalten wird nicht als Suizid bezeichnet.

Zu B Falsch. Wenn jemand einer nahestehenden Person, die vor einiger Zeit Suizid begangen hat, in den Tod folgen will, stellt dies eine spezielle Motivation für den Suizid dar. Diese Art von Suizid wird jedoch nicht als „erweiterter Suizid“ bezeichnet.

Zu C Richtig. Ein anderer Begriff hierfür ist „Mitnahmesuizid“.

Zu D Falsch. Tötung auf Verlangen oder die Mithilfe beim Suizid zählen juristisch zur Tötung einer anderen Person. Die Tötung auf Verlangen bei schwerer Krankheit zählt zur Sterbehilfe.

Zu E Falsch. Selbsttötung, um anderen den Tod zu ersparen, fällt nicht unter den Begriff „erweiterter Suizid“.

105 ?

Einfachauswahl

Auf die Frage, ob er traurig sei, bricht der Patient sofort in Tränen aus. Auf welche Affektstörung deutet dieses Verhalten am ehesten hin?

Antwort A Euphorie

Antwort B Deprimiertheit

Antwort C Gefühl der Gefühllosigkeit

Antwort D Affektinkontinenz

Antwort E Ambivalenz

105 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Euphorie ist ein Zustand gesteigerter Stimmung, wie er bei der Manie vorkommt.

Zu B Falsch. Deprimiertheit beschreibt eine für die Depression typische Stimmung. Eine Depression könnte hier zwar vorliegen, das Nicht-zurückhalten-Können = Affektinkontinenz ist hier aber der treffendere Ausdruck.

Zu C Falsch. Das Gefühl der Gefühllosigkeit ist typisch für schwere depressive Episoden, passt allerdings nicht zur Beschreibung in diesem Fallbeispiel.

Zu D Richtig. Bei der Affektinkontinenz können Emotionen nicht zurückgehalten werden. Bereits kleine Auslöser führen zu starken Gefühlsäußerungen (Weinen, Lachen, Wutausbrüche etc.). Die Affektinkontinenz hat Ähnlichkeit mit der Affektlabilität.

Zu E Falsch. Der Begriff Ambivalenz wurde von Eugen Bleuler geprägt und bezeichnet ein Nebeneinander von widersprüchlichen Gefühlen, Wünschen oder Beurteilungen. Zustände von Ambivalenz kommen häufig bei schizophrenen Psychosen vor. Eine affektive Ambivalenz findet sich häufig auch bei Borderline-Patienten („Ich hasse dich – ich liebe dich“).

106 ?

Einfachauswahl

Zu welcher Gruppe von Störungen gehört die Gedankenausbreitung?

Antwort A Affektstörungen

Antwort B Ich-Störungen

Antwort C Formale Denkstörungen

Antwort D Gedächtnisstörungen

Antwort E Inhaltliche Denkstörungen

106 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Störung der Affektivität ist eine Beeinträchtigung der Stimmung, wie sie z. B. bei der Depression oder der Manie vorkommt. Die Gedankenausbreitung zählt nicht dazu.

Zu B Richtig. Schizophrene haben oft das Gefühl, sie könnten ihre Gedanken nicht festhalten, andere könnten ihre Gedanken wahrnehmen. Die Gedankenausbreitung zählt deshalb zu den Störungen der Ich-Grenze, die typisch ist für die Schizophrenie.

Zu C Falsch. Bei den formalen Denkstörungen ist die Art, wie jemand denkt oder spricht, pathologisch verändert. Jemand spricht z. B. zerfahren, gehemmt, die Gedanken reißen ab etc. Eine Veränderung des Denkens liegt bei der Gedankenausbreitung nicht vor.

Zu D Falsch. Gedächtnisstörungen sind häufig organisch bedingt oder treten kurzzeitig als „dissoziative Amnesie“ auf. Die Gedankenausbreitung hat nichts mit Gedächtnisstörungen zu tun – Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Wahn und Zwangsgedanken sind die zwei wichtigsten inhaltlichen Denkstörungen. Ich-Störungen stellen eine eigene Kategorie des psychopathologischen Befunds dar.

107 ?

Einfachauswahl

Welche Therapieform spielt bei phobischen Syndromen eine besondere Rolle?

Antwort A Verhaltenstherapie

Antwort B Hypnose

Antwort C Systemische Familientherapie

Antwort D Klassische Psychoanalyse

Antwort E Denkhemmung

107 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Die nach Ansicht von Experten effektivste Therapieform zur Behandlung von Phobien ist die Verhaltenstherapie, meist die sog. Exposition mit Reaktionsverhinderung. Alle anderen unter B, C und D genannten Methoden haben sich als weniger erfolgreich erwiesen.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Die Denkhemmung ist keine Therapieform, sondern eine formale Denkstörung, die typisch ist für depressive Störungen.

108 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Punkte gehört/gehören zum präsuizidalen Syndrom (nach Ringel)?

  • 1.

    Soziale Isolation (Kontaktstörung, Vereinsamung)

  • 2.

    Aggressionsstauung und Aggressionsumkehr

  • 3.

    Suizidfantasien

  • 4.

    Erleben von Ausweglosigkeit

  • 5.

    Einengung der Wertewelt

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

108 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das präsuizidale Syndrom nach Ringel umfasst drei Symptomkomplexe: 1. Einengung (situativ, sozial, gedanklich, in Bezug auf die persönlichen Werte); 2. Aggressionsumkehr; 3. Suizidfantasien. – Die soziale Isolation zählt zur sozialen Einengung.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Das Erleben der eigenen Situation als ausweglos ist Teil der Einengung (hier: „gedanklich“ Aussage 1).

Zu 5 Richtig. Die Einengung der Wertewelt zählt ebenfalls zum Bereich „Einengung“: Was den Betroffenen bislang wichtig und wertvoll war (Familie, religiöse Werte, Freizeit, Freunde, Hobbys), hat plötzlich keine Bedeutung mehr.

109 ?

Einfachauswahl

Der Begriff Polytoxikomanie bezeichnet:

Antwort A Die Entstehung von Abhängigkeit

Antwort B Entzugssymptomatik

Antwort C Die Mehrfachabhängigkeit, bei der verschiedene Substanzen aus unterschiedlichen Gruppen (gleichzeitig) eingenommen werden

Antwort D Bedürfnis, die Substanz einzunehmen

Antwort E Kontrollverlust hinsichtlich der Konsummenge

109 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Polytoxikomanie bezeichnet eine Mehrfachabhängigkeit, bei der Alkohol, Drogen oder Medikamente (z. B. Schmerz- oder Beruhigungsmittel) gleichzeitig eingenommen werden. Alle anderen Beschreibungen sind Symptome des Abhängigkeitssyndroms.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

110 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zählt/zählen zu den sogenannten „negativen“ schizophrenen Symptomen?

  • 1.

    Halluzinationen

  • 2.

    Wahn

  • 3.

    Affektverflachung

  • 4.

    Sozialer Rückzug

  • 5.

    Aufmerksamkeitsstörung

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig

110 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Bei den Negativ- oder Minus-Symptomen fühlen die Betroffenen weniger, können sich weniger konzentrieren oder haben weniger Antrieb als im Normalzustand. Positiv- oder Plus-Symptome hingegen sind Symptome, bei denen Menschen z. B. mehr wahrnehmen als im Normalzustand. Halluzinationen zählen deshalb zu den Plus-Symptomen.

Zu 2 Falsch. Beim Wahn steigern sich die Ideen bis hin zu einem Zustand der subjektiven Gewissheit und Unkorrigierbarkeit. Auch der Wahn zählt deshalb zu den Plussymptomen.

Zu 3 Richtig. Bei der Affektverflachung und Affektarmut sind weniger Emotionen vorhanden als normal: Die Affektverflachung zählt deshalb zu den Minus- bzw. Negativsymptomen.

Zu 4 Richtig. Auch der soziale Rückzug zählt zu den Negativsymptomen der Schizophrenie.

Zu 5 Richtig. Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren oder die Aufmerksamkeit zu bündeln, ist bei Schizophrenen stark reduziert. Aufmerksamkeitsstörungen zählen deshalb zu den Minus-Symptomen der Schizophrenie.

111 ?

Aussagenkombination

Zu den drei wichtigsten Elementen in der Gesprächstherapie (nach Rogers) zählen:

  • 1.

    Echtheit und Selbstkongruenz

  • 2.

    Annehmen und Wertschätzen

  • 3.

    Suggestionen

  • 4.

    Fokussieren

  • 5.

    Empathie und Verbalisierung

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

111 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Echtheit, d. h. Übereinstimmung mit sich und seinen Gefühlen (Selbstkongruenz), ist eine zentrale Eigenschaft des Therapeuten bei der Gesprächstherapie nach Rogers.

Zu 2 Richtig. Eine zweite wichtige Eigenschaft des Therapeuten bei Rogers ist die Wertschätzung des Klienten: ihn ohne Vorbehalte annehmen, wie er ist.

Zu 3 Falsch. Suggestionen werden u. a. bei der Hypnosetherapie eingesetzt, aber auch beim autogenen Training („Mein rechter Arm ist schwer“ etc.).

Zu 4 Falsch. Fokussieren bedeutet: sich auf einen Fokus, einen Kernpunkt, auf ein zentrales Thema konzentrieren. Dies geschieht z. B. bei der Fokaltherapie, einer Sonderform der psychoanalytisch orientierten Kurzzeittherapie.

Zu 5 Richtig. Der Therapeut versucht, sich in die innere Erlebnis- und Wahrnehmungswelt des Klienten einzufühlen (= Empathie). Wenn der Klient spricht, versucht er, die dahinter liegenden (oft unbewussten) Gefühle zu erspüren, sie in Worte zu fassen und dann dem Patienten zu „spiegeln“.

112 ?

Einfachauswahl

Zu den stützenden (supportiven) psychotherapeutischen Verfahren gehört in erster Linie:

Antwort A Progressive Muskelrelaxation

Antwort B Gestalttherapie (nach Perls)

Antwort C Gesprächspsychotherapie (nach Rogers)

Antwort D Bioenergetik

Antwort E Hypnotherapie

112 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Supportive Verfahren werden insbesondere in der Nachsorgephase schwerer psychischer Erkrankungen eingesetzt, um den Betroffenen bei der Alltagsbewältigung zu helfen. Wichtig hierbei sind vor allem praktische Hilfen zur Strukturierung des Alltags, zur Zusammenarbeit mit Angehörigen und zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Auch Psychoedukation in Bezug auf die Erkrankung ist ein wichtiger Baustein. Entspannungsverfahren sind bei dieser Zielsetzung genauso wenig erfolgversprechend wie Bioenergetik, Gestalttherapie oder Hypnotherapie. Die Gesprächspsychotherapie (Antwort C) ist am ehesten geeignet, Menschen nach akuten Krisen oder Klinikaufenthalten sinnvoll in der Nachbetreuung zu unterstützen.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Richtig. Wie unter A ausgeführt, ist die Gesprächspsychotherapie nach Rogers am ehesten zur Unterstützung und Nachbetreuung nach schweren psychischen Störungen geeignet.

Zu D Falsch. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Kommentar zu A.

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