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B978-3-437-58385-8.00006-0

10.1016/B978-3-437-58385-8.00006-0

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2006

141 ?

Einfachauswahl

Eines der diagnostischen Kriterien für das Tourette-Syndrom nach ICD-10 ist:

Antwort A Es bestehen multiple motorische Tics und einer oder mehrere vokale Tics.

Antwort B Die Erkrankung tritt ausschließlich bei Kindern mit geistiger Behinderung auf.

Antwort C Die Erkrankung persistiert nie bis ins Erwachsenenalter.

Antwort D Soziale oder berufliche Beeinträchtigungen treten i. d. R. nicht auf.

Antwort E Die Symptome bessern sich in der Adoleszenz.

141 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Beim Tourette-Syndrom finden sich nicht kontrollierbare Bewegungen von Körperteilen (motorische Tics) kombiniert mit mindestens einem vokalen Tic (z. B. Räuspern, Grunzen). Zu den vokalen Tics zählt auch das unwillkürliche Ausstoßen obszöner Wörter (Koprolalie).

Zu B Falsch. Das Tourette-Syndrom tritt auch bei Menschen mit normaler Intelligenz auf und ist auf keinen Fall ein Hinweis auf eine geistige Behinderung.

Zu C Falsch. Das Tourette-Syndrom verläuft meist chronisch, d. h., die Symptome halten meist bis ins Erwachsenenalter an (persistieren = anhalten, andauern).

Zu D Falsch. Menschen mit einem Tourette-Syndrom wirken auf ihre Umgebung seltsam. Bereits in der Schulzeit haben die betroffenen Kinder Schwierigkeiten, sich in die Klassengemeinschaft zu integrieren und Freunde zu finden. Auch im Jugend- und Erwachsenenalter treten meist soziale und berufliche Beeinträchtigungen auf.

Zu E Falsch. Die Störung verschlechtert sich meist während der Adoleszenz und neigt dazu, bis in das Erwachsenenalter anzuhalten.

142 ?

Einfachauswahl

Zu den typischen psychopathologischen Symptomen der Schizophrenie gehört:

Antwort A Störung der zeitlichen Orientierung

Antwort B Beeinträchtigung des Bewusstseins

Antwort C Störung des inhaltlichen Denkens

Antwort D Gedächtnisstörungen

Antwort E Angeborene Intelligenzstörungen

142 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Patienten mit Schizophrenie haben keine Orientierungsstörungen.

Zu B Falsch. Patienten mit Schizophrenie sind bewusstseinsklar.

Zu C Richtig. Viele schizophrene Patienten haben einen Wahn. Der Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung.

Zu D Falsch. Keine Gedächtnisstörungen bei der Schizophrenie.

Zu E Falsch. Viele an Schizophrenie Erkrankte sind durchschnittlich oder überdurchschnittlich intelligent.

143 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu psychotherapeutischen Verfahren trifft zu?

Antwort A Die kognitive Therapie wirkt regressionsfördernd.

Antwort B Die Psychoanalyse ist ein zudeckendes Verfahren.

Antwort C Das Psychodrama ist ein Entspannungsverfahren.

Antwort D Körperorientierte Psychotherapie findet nur in Gruppen statt.

Antwort E Die psychoanalytische Standardtherapie ist ein Langzeitverfahren.

143 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Die kognitive Therapie zählt zur Verhaltenstherapie. Ziel ist eine Veränderung des Verhaltens im Hier und Jetzt ohne Zurückgehen in die Kindheit (= Regression).

Zu B Falsch. Die Psychoanalyse ist ein aufdeckendes Verfahren, im Gegensatz zu Entspannungsverfahren, die den Zustand des Klienten verbessern, ohne auf den Ursprung der psychischen Störung einzugehen (= zudeckende Verfahren).

Zu C Falsch. Beim Psychodrama (nach Jakob Moreno) werden Konflikte oder Probleme der Teilnehmer in eine improvisierte Spielszene umgesetzt und anschließend im Gruppengespräch ausgewertet. Entspannungsverfahren spielen hier keine Rolle.

Zu D Falsch. Körperpsychotherapie (z. B. Bioenergetik nach Lowen; Körperarbeit nach Gerda Boysen, Core Energetic nach J. C. Pierrakos, Hakomi nach Ron Kurtz) kann sowohl in Einzeltherapie als auch in der Gruppe durchgeführt werden.

Zu E Richtig. Die Sitzungen finden 3- bis 5-mal pro Woche statt und erstrecken sich über mehrere Jahre. Die psychoanalytische Standardtherapie ist also ein Langzeitverfahren.

144 ?

Einfachauswahl

Die Verhaltenstherapie …

Antwort A … kann nicht mit einer Pharmakotherapie gekoppelt werden.

Antwort B … arbeitet unter Einbeziehung kognitiver Theorien.

Antwort C … arbeitet bevorzugt mit Übertragung und Gegenübertragung.

Antwort D … arbeitet ausschließlich in Gruppen.

Antwort E … wurde von Sigmund Freud begründet.

144 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Verhaltenstherapie wird häufig mit der Gabe von Medikamenten kombiniert.

Zu B Richtig. Die kognitiven Lerntheorien beziehen Kognitionen und Emotionen mit ein. Die Umstrukturierung verzerrter Glaubenssätze, das Lernen am Modell oder das Lernen durch Einsicht basieren z. B. auf den kognitiven Theorien, die vor allem in der kognitiven Verhaltenstherapie Anwendung finden.

Zu C Falsch. Die Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung ist typisch für die Psychoanalyse.

Zu D Falsch. Die Verhaltenstherapie wird sowohl einzeln als auch in Gruppen angewendet.

Zu E Falsch. Sigmund Freud ist der Begründer der Psychoanalyse. Zu den Begründern der Verhaltenstherapie zählen u. a. Pawlow, Watson, Skinner, Eysenck.

145 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Suizidalität trifft zu?

Antwort A Die Aussage „Wer über Suizid redet, begeht ihn nicht“ trifft nahezu immer zu.

Antwort B Risikofaktor für Suizid in Deutschland ist hauptsächlich Kinderlosigkeit.

Antwort C Einen „Bilanzsuizid“ begehen in erster Linie junge Menschen.

Antwort D Suizidhandlungen werden auch spontan durchgeführt, z. B. als sog. „Affektreaktion“.

Antwort E Beim sog. erweiterten Suizid nimmt der Betroffene meist andere, ihm fremde Menschen mit in den Tod.

145 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Suizide werden nahezu immer direkt oder indirekt angekündigt und müssen ernst genommen werden.

Zu B Falsch. Kinderlosigkeit ist kein Risikofaktor für Suizid. Die meisten Suizide oder Suizidversuche sind die Folge von psychischen Erkrankungen (Depression, Schizophrenie, Suchterkrankungen, Borderline-Störung).

Zu C Falsch. Ein Bilanzsuizid kommt bei älteren Menschen vor, die über ihr Leben Bilanz ziehen und sich nach reiflicher Überlegung das Leben nehmen.

Zu D Richtig. Menschen mit mangelnder Impulskontrolle (z. B. Personen mit einer Borderline-Störung) können sich aus einem plötzlichen Affekt heraus das Leben nehmen.

Zu E Falsch. Beim erweiterten Suizid werden zwar andere Menschen gegen ihren Willen mit in den Tod genommen, es handelt sich jedoch nicht um Fremde, sondern um nahe Familienangehörige (Kinder, Ehepartner etc.).

146 ?

Aussagenkombination

Zum präsuizidalen Syndrom gehören:

  • 1.

    Gedankliche Einengung

  • 2.

    Ausweitung sozialer Kontakte

  • 3.

    Gehemmte Aggression

  • 4.

    Selbstmordfantasien

  • 5.

    Aggression wird nach außen abreagiert

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

146 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Ein wichtiger Punkt des präsuizidalen Syndroms ist eine zunehmende Einengung in verschiedenen Bereichen: situative und soziale Einengung, Einengung der Wertewelt und die hier aufgeführte gedankliche Einengung.

Zu 2 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Vor einer Suizidhandlung kommt es zum sozialen Rückzug.

Zu 3 Richtig. Das zweite Merkmal des präsuizidalen Syndroms ist die Aggressionshemmung, die sich als Autoaggression dann gegen die eigene Person wendet.

Zu 4 Richtig. Ein weiteres Merkmal sind Suizidfantasien, die zunächst gewollt herbeigeführt werden und sich später passiv aufdrängen.

Zu 5 Falsch. Aggressionen werden nicht nach außen abreagiert, sondern richten sich gegen die eigene Person. Kommentar zu 3.

147 ?

Einfachauswahl

Welches der genannten psychotherapeutischen Verfahren ist am ehesten zur Therapie einer spezifischen Phobie geeignet?

Antwort A Systematische Desensibilisierung

Antwort B Dynamische Psychotherapie

Antwort C Autogenes Training (AT)

Antwort D Psychoanalyse

Antwort E Hypnose

147 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Bei der systematischen Desensibilisierung nach Joseph Wolpe (1958) wird der Klient im Zustand der Entspannung langsam an das angstbesetzte Objekt gewöhnt. Dabei wird eine Angsthierarchie (= Stufenleiter der Angst) erarbeitet. Dieses Verfahren wurde früher vor allem bei isolierten Phobien (Angst vor Hunden, Spinnen etc.) angewandt. Heute verwenden Verhaltenstherapeuten eher die graduierte Exposition.

Zu B Falsch. Die in den 1950er-Jahren von Annemarie Dührssen entwickelt dynamische Psychotherapie ist eine Form der Psychoanalyse, die bei Phobien nur selten eingesetzt wird.

Zu C Falsch. Entspannungstechniken wie das AT können momentan die Angst reduzieren, sie sind jedoch für eine Therapie nicht geeignet.

Zu D Falsch. Aufdeckende, sich über mehrere Jahre erstreckende Therapieformen wie die Psychoanalyse sind nur begrenzt zur Therapie von Phobien geeignet.

Zu E Falsch. Nach gegenwärtigem Wissensstand ist die Verhaltenstherapie besser zur Behandlung von Phobien geeignet als Techniken der Hypnosetherapie.

148 ?

Einfachauswahl

Psychopathologisches Phänomen einer Schizophrenie ist:

Antwort A Schlaganfall

Antwort B Sogenannte „doppelte Buchführung“

Antwort C Pathologisches Herzgeräusch

Antwort D Nykturie (vermehrtes nächtliches Wasserlassen)

Antwort E Koma

148 !

Richtig ist Antwort B.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Der Begriff der „doppelten Buchführung“ stammt von Eugen Bleuler (1911). Im Sinne einer „doppelten Buchführung“ lebt der Schizophrene einerseits in seiner wahnhaften Welt (er ist z. B. überzeugt davon, der Leiter der psychiatrischen Abteilung zu sein), andererseits parallel dazu in der realen Welt (als Patient der Psychiatrie nimmt er seine Medikamente und befolgt die Anweisungen des Pflegepersonals). Alle anderen unter A, C, D und E aufgeführten Phänomene sind Symptome einer körperlichen Erkrankung.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

149 ?

Einfachauswahl

Was trifft auf die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu?

Antwort A Gehäuftes familiäres Auftreten deutet auf eine genetische Komponente hin.

Antwort B Die Symptome beginnen nicht vor dem 10. Lebensjahr.

Antwort C Die Prävalenzrate für Alkohol- und Drogenmissbrauch ist bei ADHS-Patienten gegenüber gesunden Kontrollpersonen nicht erhöht.

Antwort D Eine emotionale Labilität und Störung der Impulskontrolle ist nicht vorhanden.

Antwort E ADHS-Patienten zeigen in Beruf, Partnerschaft und Familie ein normales Funktionsniveau.

149 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Zwillingsstudien und Familienuntersuchungen lassen vermuten, dass es für die Erkrankung eine genetische Disposition gibt.

Zu B Falsch. Laut ICD-10 liegt der „Beginn der Störung vor dem 7. Lebensjahr“.

Zu C Falsch. Um besser mit ihrer Hyperaktivität umgehen zu können, greifen die Betroffenen entweder zu beruhigenden Suchtstoffen (Alkohol, Cannabis), oder sie machen die Erfahrung, dass sie sich durch Stimulanzien wie Kaffee, Ecstasy, Kokain etc. besser konzentrieren können. Das Risiko, im Erwachsenenalter einen Missbrauch von Alkohol oder Drogen zu entwickeln, ist bei Personen mit ADHS schätzungsweise 4-mal so hoch wie bei Gesunden.

Zu D Falsch. Emotionale Labilität und impulsives Verhalten sind typisch für ADHS.

Zu E Falsch. Menschen mit ADHS sind impulsiv, können ihre Affekte nicht kontrollieren und missachten oft die Regeln der sozialen Gemeinschaft. Sie haben deshalb oft Probleme in der Schule, im Beruf und in ihrem sozialen Umfeld (Partnerschaft, Familie).

150 ?

Aussagenkombination

Zur dissozialen Persönlichkeitsstörung passen:

  • 1.

    Fehlende Reue, die sich in Gleichgültigkeit oder Rationalisierung äußert

  • 2.

    Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen, aber keine Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen

  • 3.

    Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung

  • 4.

    Dauerhafte Einhaltung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen

  • 5.

    Unterordnung der eigenen Bedürfnisse unter die von anderen

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

150 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Zu den typischen Merkmalen der dissozialen Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) zählen: fehlendes Schuldbewusstsein (= Reue); Unfähigkeit, aus negativen Erfahrungen (z. B. Bestrafung) zu lernen; herzloses Unbeteiligtsein gegenüber den Gefühlen anderer; Neigung, für das eigene Fehlverhalten Rationalisierungen anzubieten; Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen; Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung dauerhafter Beziehungen, obwohl keine Schwierigkeit besteht, sie einzugehen.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen können zwar schnell Kontakte knüpfen, wegen des ausgeprägten unsozialen Verhaltens sind die Beziehungen jedoch nur von kurzer Dauer.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Falsch. Kommentar zu 1

Zu 5 Falsch. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung können sich nicht in die Gefühle und Bedürfnisse anderer einfühlen und haben eine geringe Frustrationstoleranz. Sie sind deshalb unfähig, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen oder sie denen anderer Menschen unterzuordnen.

151 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zur Bulimia nervosa trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Patienten weisen oft eine unterdurchschnittliche Intelligenz auf.

  • 2.

    Bei einer Fressattacke können solche Patienten auf einmal über 3.000 kcal verzehren.

  • 3.

    Den Betroffenen fehlt immer die Krankheitseinsicht.

  • 4.

    Die Kranken zeigen ihre Symptomatik sehr gern auch in aller Öffentlichkeit.

  • 5.

    Eine typische Komplikation der Bulimia nervosa ist eine Schilddrüsenentzündung.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 3 ist richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

151 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Patienten/Patientinnen mit Bulimie weisen eine normale Intelligenz auf.

Zu 2 Richtig. Während der typischen Heißhungerattacken verschlingen die Betroffenen große Mengen an kalorienreicher Nahrung. Hierbei können durchaus 3.000 kcal oder mehr verzehrt werden.

Zu 3 Falsch. Im Gegensatz zu Patientinnen mit Magersucht haben die meisten Bulimikerinnen Leidensdruck und Krankheitseinsicht.

Zu 4 Falsch. Die Patientinnen schämen sich für ihre Essanfälle. Das Essen und das anschließende Erbrechen erfolgen deshalb heimlich.

Zu 5 Falsch. Bei der Bulimie kommt es infolge der Fehlernährung häufig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Eine Hypothyreose kann zwar auch durch eine Schilddrüsenentzündung verursacht werden, im Zusammenhang mit einer Bulimie ist eine Entzündung der Schilddrüse allerdings eher selten.

152 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Begriffe beschreibt/beschreiben (ein) Element(e) des psychopathologischen Befunds?

  • 1.

    Bewusstseinslage

  • 2.

    Ich-Erleben

  • 3.

    Blutdruckmessung

  • 4.

    Formaler Gedankengang

  • 5.

    Stimmung

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

152 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bewusstseinslage, Ich-Erleben, formaler Gedankengang und Stimmung sind wichtige Elementarfunktionen beim Erstellen des psychopathologischen Befunds. Bewusstseinsstörungen können qualitativer (Beispiel: Bewusstseinstrübung) oder aber quantitativer Art sein (Benommenheit, Somnolenz, Sopor, Koma).

Zu 2 Richtig. Störungen des Ich-Erlebens werden als Ich-Störungen bezeichnet, z. B. Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, leibliche Beeinflussungserlebnisse etc.

Zu 3 Falsch. Die Blutdruckmessung gehört zur körperlichen Untersuchung, nicht zum psychopathologischen Befund.

Zu 4 Richtig. Bei einer Störung des formalen Gedankengangs finden sich formale Denkstörungen wie z. B. Denkzerfahrenheit, Denkhemmung, Ideenflucht, Neologismen, Perseveration etc.

Zu 5 Richtig. Störungen der Stimmung (= Affektivität) finden sich z. B. bei manischen, depressiven oder schizophrenen Störungen.

153 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen ist/sind typisch bei Patienten mit Anorexia nervosa?

  • 1.

    Ihr Body-Mass-Index (BMI) liegt im Normbereich.

  • 2.

    Die Betroffenen haben eine Körperschemastörung.

  • 3.

    Die Betroffenen haben schon häufig Diäten durchgeführt.

  • 4.

    Hormonstörungen treten auf.

  • 5.

    Die Betroffenen haben eine Himbeerzunge.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

153 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Der Normalbereich des BMI liegt bei einem Wert von 18,5–25. Bei Anorektikerinnen liegt der BMI-Wert unter 17,5.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen haben eine verzerrte Wahrnehmung ihres Körpers und empfinden sich trotz massiven Untergewichts immer noch als zu dick.

Zu 3 Richtig. Um dem Idealbild einer jungen Frau/eines jungen Mannes zu entsprechen, machen viele Betroffene Diäten, die bei einigen im Laufe der Zeit in eine Magersucht übergehen.

Zu 4 Richtig. Durch die Mangelernährung kommt es zu Hormonstörungen, die bei Frauen zum Ausbleiben der Regel und bei Männern zu Libido- und Potenzverlust führen.

Zu 5 Falsch. Das Symptom „Himbeerzunge“ ist typisch für Scharlach und hat nichts mit einer Anorexia nervosa zu tun.

154 ?

Aussagenkombination

Welche der nachfolgenden Beobachtungen bei einem Ihrer Patienten lässt/lassen Sie an ein hyperkinetisches Syndrom denken?

  • 1.

    Der Betroffene ist häufig „auf Achse“ oder handelt oftmals, als wäre er „getrieben“

  • 2.

    Typische Intelligenzminderung

  • 3.

    Impulsives Handeln

  • 4.

    Ernährt sich mit viel zu viel Süßigkeiten (falsche Ernährung mit zu viel Zucker)

  • 5.

    Störung der Aufmerksamkeit

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

154 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Betroffenen sind motorisch unruhig, können sich nur kurz still verhalten und handeln oft, als wären sie „getrieben“.

Zu 2 Falsch. Kinder mit ADHS sind meist normal intelligent.

Zu 3 Richtig. Impulsivität ist ein typisches Merkmal für ADHS.

Zu 4 Falsch. Als Ursache für ADS/ADHS wird eine Dysregulation von Neurotransmittern (vor allem Dopamin) zwischen dem Stammhirn und dem Frontalkortex diskutiert. Das Frontalhirn stellt das Steuerungsorgan für die Aufmerksamkeit und die Informationsverarbeitung dar. Der vermehrte Konsum von Süßigkeiten gehört nicht zur typischen Symptomatik, auch wenn in einzelnen Fällen Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei ADS/ADHS evtl. eine Rolle spielen.

Zu 5 Richtig. Wie die gängige Bezeichnung „Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom“ schon sagt, ist ein Hauptmerkmal eine Störung der Aufmerksamkeit.

155 ?

Aussagenkombination

Zu den Positivsymptomen einer Schizophrenie zählt/zählen:

  • 1.

    Mangelnde Körperpflege

  • 2.

    Lautes Hören eigener Gedanken

  • 3.

    Antriebsmangel

  • 4.

    Verfolgungswahn

  • 5.

    Hypersomnie (krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis)

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

155 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Mangelnde Körperpflege ist ein Symptom für reduzierten Antrieb. Die mangelnde Körperpflege zählt somit zu den Negativsymptomen.

Zu 2 Richtig. Lautes Hören der eigenen Gedanken zählt zu den akustischen Halluzinationen. Halluzinationen gehören zur Gruppe der Positivsymptome (= Plus-Symptome).

Zu 3 Falsch. Antriebsmangel zählt zu den Negativsymptomen.

Zu 4 Richtig. Wie alle Formen von Wahn zählt auch der Verfolgungswahn zu den typischen Positivsymptomen der Schizophrenie.

Zu 5 Falsch. Schizophrene Patienten klagen häufig über Schlafstörungen. Ein krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis ist eher selten und gehört nicht zu den typischen Symptomen einer Schizophrenie.

156 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zu Tic-Störungen treffen zu?

  • 1.

    Räuspern, Hüsteln und Grunzen sind mögliche Phänomene einfacher vokaler Tics.

  • 2.

    Es besteht niemals eine genetische Disposition.

  • 3.

    Die Tics können willentlich immer dauerhaft unterdrückt werden.

  • 4.

    Bei schweren Tic-Störungen kann eine neuroleptische Behandlung indiziert sein.

  • 5.

    Im Extremfall können Tic-Störungen zu selbstverletzendem Verhalten führen.

Antwort A Keine der Aussagen ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

156 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Einfache vokale Tics äußern sich als Hüsteln, Räuspern etc. Komplexe vokale Tics bestehen aus Wörtern oder kurzen Sätzen.

Zu 2 Falsch. Familienuntersuchungen lassen den Schluss zu, dass für das Auftreten von Tic-Störungen eine genetische Disposition besteht.

Zu 3 Falsch. Tics können zwar für kurze Zeit willentlich unterdrückt werden, nicht jedoch „immer dauerhaft“.

Zu 4 Richtig. In schweren Fällen werden Tic-Störungen mit Neuroleptika behandelt.

Zu 5 Richtig. In schweren Fällen kann es durch sich wiederholende Tic-Bewegungen (Klopfen gegen Schläfe, Ohr oder Auge) zu körperlichen Schäden kommen.

157 ?

Einfachauswahl

Zu den formalen Denkstörungen gehört:

Antwort A Gedankenlautwerden

Antwort B Gedankenentzug

Antwort C Assoziativ gelockertes Denken

Antwort D Gedankenausbreitung

Antwort E Kommentierende Stimmen

157 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Gedankenlautwerden ist eine akustische Halluzination, gleichzeitig auch eine Ich-Störung (die Betroffenen glauben, andere könnten ihre lauten Gedanken hören). Gedankenlautwerden ist kein Hinweis auf eine Störung des Denkablaufs.

Zu B Falsch. Gedankenentzug ist eine schizophrene Ich-Störung, keine formale Denkstörung.

Zu C Richtig. Ein assoziativ gelockertes Denken (häufiger Themenwechsel, Ideenflucht) ist eine formale Denkstörung, die häufig bei Manikern auftritt.

Zu D Falsch. Gedankenausbreitung ist eine Ich-Störung, keine formale Denkstörung.

Zu E Falsch. Kommentierende Stimmen sind akustische Halluzinationen. Sie sind typisch für schizophrene Störungen.

158 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die häufigsten Zwangshandlungen sind Waschzwänge und Kontrollzwänge.

  • 2.

    Im Kindesalter werden Zwangsgedanken oder -handlungen nicht unbedingt als sinnlos oder unsinnig erlebt.

  • 3.

    Der Patient ist nicht krankheitseinsichtig.

  • 4.

    Die Ausübung der Zwangshandlung verstärkt die Ängste des Patienten.

  • 5.

    Beide Geschlechter sind etwa gleich häufig betroffen.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

158 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wasch- und Kontrollzwänge sind die häufigsten Formen von Zwangshandlungen.

Zu 2 Richtig. In bestimmten Entwicklungsphasen haben Kinder das Bedürfnis, dass bestimmte Tätigkeiten genau geregelt ablaufen müssen. Dazu zählen Essens- oder Einschlafrituale, repetitive Spielabläufe, magisches Denken, Beschwörungsformeln etc. Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken dieser Art verschwinden beim Übergang ins Erwachsenenalter und sind deshalb nicht behandlungsbedürftig.

Zu 3 Falsch. Patienten mit Zwangssymptomatik sind krankheitseinsichtig: Sie leiden unter ihrer Störung und sind meist bereit, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zu 4 Falsch. Die Ausübung von Zwangshandlungen reduziert kurzzeitig die Ängste.

Zu 5 Richtig. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

159 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Welche Aussagen zu den Inhalten der Verhaltenstherapie treffen zu?

Antwort A Intermittierende Verstärker sind, was die Löschungsresistenz betrifft, nachweislich wirksamer als kontinuierliche Verstärker.

Antwort B Verschieben einer Prüfung bei starker Prüfungsangst ist ein Beispiel für positive Verstärkung.

Antwort C Körperliche Züchtigung eines Kindes ist ein Beispiel für negative Verstärkung.

Antwort D Wichtig bei operanten Verfahren ist die zeitliche Nähe zwischen problematischem Verhalten und daraus folgenden Konsequenzen.

Antwort E Die apparative Enuresis-Therapie basiert vor allem auf klassischer Konditionierung.

159 !

Richtig sind die Antworten A, D und E.

Zu A Richtig. Bei kontinuierlicher Verstärkung wird ein Verhalten schneller gelernt, aber auch schneller verlernt. Auf längere Sicht gesehen ist die intermittierende Verstärkung wirksamer.

Zu B Falsch. Es handelt sich hier um negative Verstärkung: Durch das Verschieben der Prüfung wird die Prüfungsangst weniger, das Vermeidungsverhalten wird auf diese Weise belohnt = negativ verstärkt.

Zu C Falsch. Verstärkung bedeutet Belohnung. Körperliche Züchtigung ist eine Bestrafung.

Zu D Richtig. Belohnungen oder Bestrafungen sind umso wirksamer, je zeitnaher sie erfolgen.

Zu E Richtig. Das sog. „Klingelhöschen“ weckt den Bettnässer durch ein akustisches Signal, das sich mit dem Ausscheiden der ersten Tropfen Harn koppelt (= klassisches Konditionieren).

160 ?

Aussagenkombination

Zu den Negativsymptomen einer Schizophrenie zählt/zählen:

  • 1.

    Inhaltliche Denkstörungen

  • 2.

    Emotionale Verarmung

  • 3.

    Gedankenausbreitung

  • 4.

    Sozialer Rückzug

  • 5.

    Manie

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

160 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Eine typische inhaltliche Denkstörung ist der Wahn. Wahnhaftes Denken zählt zu den positiven Symptomen (= Plus-Symptomen) der Schizophrenie.

Zu 2 Richtig. Gefühlsverarmung, Affektverflachung und Apathie zählen zu den Negativsymptomen (Minus-Symptomen) der Schizophrenie.

Zu 3 Falsch. Gedankenausbreitung ist zwar typisch für die Schizophrenie. Das Symptom zählt jedoch zu den Ich-Störungen.

Zu 4 Richtig. Sozialer Rückzug – z. B. bei der Schizophrenia simplex – zählt zu den Negativsymptomen der Schizophrenie.

Zu 5 Falsch. Die Manie ist kein Symptom, sondern eine eigenständige psychische Erkrankung.

161 ?

Aussagenkombination

Zu den typischen Symptomen einer Manie zählen:

  • 1.

    Ein deutlich vermehrtes Redebedürfnis

  • 2.

    Man hält sich für deutlich qualifizierter und intelligenter, als man tatsächlich ist

  • 3.

    Ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis

  • 4.

    Formale Denkstörungen

  • 5.

    Vermindertes Selbstwertgefühl mit Zweifeln an sich selbst

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

161 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typisch für Maniker ist die gesteigerte Gesprächigkeit (Logorrhö = „Redesucht“, „Sprechdurchfall“)

Zu 2 Richtig. Die ICD-10 spricht hier von „überhöhter Selbsteinschätzung“, die sich bis zum Größenwahn steigern kann.

Zu 3 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Maniker haben ein vermindertes Schlafbedürfnis.

Zu 4 Richtig. Die für Maniker typische formale Denkstörung ist die Ideenflucht (Springen von einem Thema zum anderen).

Zu 5 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Maniker haben eine überhöhte Selbsteinschätzung und Größenideen. Selbstzweifel und vermindertes Selbstwertgefühl sind typisch für depressive Störungen.

162 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Therapieverfahren handelt es sich um verhaltenstherapeutische Interventionen?

  • 1.

    Klientenzentrierte Spieltherapie

  • 2.

    Expositionstraining

  • 3.

    Einsatz eines Verstärkerplans

  • 4.

    Katathymes Bilderleben

  • 5.

    Selbstkontrollverfahren

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

162 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die klientenzentrierte Spieltherapie richtet sich nach den Grundsätzen der nondirektiven Gesprächstherapie nach Rogers. Sie ist keine Technik der Verhaltenstherapie.

Zu 2 Richtig. Beim Expositionstraining werden die Klienten so lange dem angstauslösenden Reiz ausgesetzt, bis die Angstreaktionen nachlassen. Die Expositionstechnik ist ein typisches Verfahren der klassischen Verhaltenstherapie.

Zu 3 Richtig. Ein Verstärkerplan gibt vor, unter welchen Bedingungen und in welchen Abständen Verstärker gegeben werden (kontinuierliche oder intermittierende Verstärkung? Welches Verhalten wird wie belohnt etc.). Verstärkerpläne sind Teil des operanten Konditionierens.

Zu 4 Falsch. Das von Hanscarl Leuner begründete katathyme Bilderleben orientiert sich an psychoanalytischen Techniken, nicht an Techniken der Verhaltenstherapie.

Zu 5 Richtig. Methoden der Selbstkontrolle zählen zur Verhaltenstherapie. Sie werden z. B. bei Binge-Eating-Störungen oder zum bewussten Umgang mit negativen Denkmustern („Gedankenstopp“) eingesetzt.

163 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zu den Symptomen einer depressiven Episode trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Symptomatik reicht von leicht gedrückter Stimmung bis zu schwermütigem, scheinbar ausweglosem Nichts-mehr-fühlen-Können.

  • 2.

    Es besteht ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit.

  • 3.

    Erkennbar meist an mangelnder Mimik, Gestik, leiser, zögernder Stimme.

  • 4.

    Frühmorgendliches Erwachen spricht gegen eine Depression.

  • 5.

    Häufig ist ein verminderter Appetit.

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

163 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine Störung der Stimmung ist – zusammen mit dem verminderten Antrieb und dem Verlust von Freude und Interesse – eines der drei Kernsymptome für eine depressive Episode. Je nach Schwere der Erkrankung kann die Stimmung leicht gedrückt oder so stark herabgesetzt sein, dass die Erkrankten sich wie versteinert fühlen (Gefühl der Gefühllosigkeit).

Zu 2 Richtig. Pessimistische Zukunftsgedanken bis hin zur Hoffnungslosigkeit sind für depressive Episoden typisch.

Zu 3 Richtig. Depressiv Erkrankte sprechen mit leiser Stimme und zeigen kaum Gefühlsregungen.

Zu 4 Falsch. Fast alle Personen mit Depressionen leiden an Schlafstörungen. Besonders typisch ist das frühmorgendliche Erwachen (zwischen 3 und 5 Uhr).

Zu 5 Richtig. Bei Depressionen finden sich häufig körpernahe (somatische) Syndrome. Appetit- und Gewichtsverlust zählen dazu.

164 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Alkoholdelir/Delirium tremens trifft zu?

Antwort A Es handelt sich um eine lebensbedrohliche Störung.

Antwort B Therapie der Wahl ist die Gabe von 0,1 l 40-prozentigem Alkohol.

Antwort C Typisch ist das Vorliegen einer Bradykardie (Pulsfrequenz < 60).

Antwort D Durch ein einfühlsames Gespräch und die Gabe pflanzlicher Beruhigungsmittel ist i. d. R. nach wenigen Stunden Symptomfreiheit erreicht.

Antwort E Wahrnehmungsstörungen treten nicht auf.

164 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Unbehandelt verlaufen 15–30 % der Delirien tödlich, unter stationären klinischen Bedingungen kann der tödliche Verlauf auf unter 1 % gesenkt werden.

Zu B Falsch. Therapie der Wahl ist eine Entgiftung mit medikamentöser Unterstützung (Clomethiazol oder Benzodiazepine)

Zu C Falsch. Der Puls steigt auf über 100 Schläge/Min. (= Tachykardie).

Zu D Falsch. Weder einfühlsame Gespräche noch pflanzliche Beruhigungsmittel können in einem lebensbedrohlichen Zustand wie diesem helfen. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Typisch für das Alkoholdelir sind Wahrnehmungsstörungen in Form von optischen Halluzinationen (krabbelnde Insekten, Spinnweben, Mäuse oder Ratten etc.).

165 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Fixierungen in einer bestimmten Phase führen nach der klassischen Theorie von Freud zu typischen Charakterauffälligkeiten. Welche Zuordnungen treffen zu?

Antwort A Durch orale Fixierung → hysterische Haltung: Konversion

Antwort B Durch anale Fixierung → zwanghafte Haltung: Geiz und Pedanterie (Anankasmus)

Antwort C Durch phallische Fixierung → Verschlossenheit und Misstrauen anderen gegenüber

Antwort D Durch orale Fixierung → Antriebsminderung, Niedergeschlagenheit (dependent & demanding)

Antwort E Durch einen nicht gelösten Ödipuskonflikt → Verschlossenheit und Misstrauen anderen gegenüber

165 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. In der psychoanalytischen Theorie bedeutet Fixierung, dass jemand in einer frühen Entwicklungsstufe stehengeblieben ist. Hysterische (= histrionische) Verhaltensweisen resultieren nach Freud aus der ödipalen, nicht der oralen Phase.

Zu B Richtig. Nach psychoanalytischer Vorstellung resultiert aus einer Nichtbefriedigung der für die anale Phase charakteristischen Bedürfnisse der „anale Charakter“ mit den Merkmalen Zwang, Geiz und Pedanterie.

Zu C Falsch. In der phallischen Phase wird der Vater (nach Freud) als Rivale gesehen (Ödipuskonflikt). Eine Nichtbewältigung des Ödipuskonflikts führt nach Freud zum „phallischen Charakter“ mit Konkurrenzdenken und kämpferischem Verhalten.

Zu D Richtig. Die orale Phase wird in den ersten beiden Lebensjahren durchlaufen. Eine Nichtbefriedigung der frühkindlichen Bedürfnisse kann zu depressiven Persönlichkeitszügen führen. In Beziehungen kommt es nach Freud zu einem Nebeneinander von forderndem und abhängigem Verhalten (engl. demand = fordern; engl. dependent = abhängig).

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

166 ?

Aussagenkombination

Die Anregung einer rechtlichen Betreuung kann erfolgen durch:

  • 1.

    Einen Nervenarzt oder Psychiater

  • 2.

    Einen in der Psychiatrie erfahrenen Arzt

  • 3.

    Einen Arzt oder Psychotherapeuten

  • 4.

    Eine öffentliche Einrichtung

  • 5.

    Jedermann

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

166 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Einen Antrag auf Betreuung kann nur der Betroffene selbst stellen. Eine rechtliche Betreuung anregen kann jedermann. Deshalb sind hier alle Lösungen richtig.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

167 ?

Aussagenkombination

Welche Begriffe beziehen sich auf die Gesprächspsychotherapie nach Rogers?

  • 1.

    Kongruenz

  • 2.

    Empathie

  • 3.

    Traumdeutung

  • 4.

    Bedingungsfreies Akzeptieren

  • 5.

    Negative Verstärkung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

167 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Kongruenz (= Echtheit), Empathie (Einfühlungsvermögen) und bedingungsloses Akzeptieren des Klienten sind die drei zentralen Eigenschaften des Therapeuten in der Gesprächspsychotherapie nach Rogers.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Die Traumdeutung ist ein wichtiges Element in der Psychoanalyse nach Freud.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Negative Verstärkung (= Belohnung durch Entfernen eines unangenehmen Reizes) zählt zur Verhaltenstherapie, nicht zur Gesprächspsychotherapie.

168 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage trifft für Depressionen im hohen Lebensalter zu?

Antwort A Schwere Depressionen sind im hohen Lebensalter selten.

Antwort B Es handelt sich um eine normale Alterserscheinung.

Antwort C Es wird häufig zu Unrecht eine Demenz angenommen.

Antwort D Eine analytische Psychotherapie ist meist ausreichend.

Antwort E Körperliche Symptome treten nicht auf.

168 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bezüglich des ersten Auftretens depressiver Episoden gibt es zwei „Gipfel“: Der eine liegt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, der zweite bei Personen über 60 (engl.: late-onset depression). Depressive Episoden jeden Schweregrads sind im Alter häufig.

Zu B Falsch. Neben demenziellen Erkrankungen sind depressive Störungen die häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter (keine normale Alterserscheinung!).

Zu C Richtig. Depressive Episoden gehen mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einher, deshalb wird oft zu Unrecht eine Demenz diagnostiziert.

Zu D Falsch. Die Behandlung ist auch im Alter am wirksamsten, wenn Antidepressiva und Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) kombiniert werden.

Zu E Falsch. Über 90 % der Erkrankten berichten fast ausschließlich über körperliche Symptome (Schlafstörungen, Kraft- und Appetitlosigkeit, Kopfdruck, Herzbeschwerden etc.), die oft im Zusammenhang mit einer Depression auftreten. Oft auch überschneiden sich die „Vitalstörungen“ mit begleitenden körperlichen Erkrankungen.

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