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B978-3-437-58385-8.00008-4

10.1016/B978-3-437-58385-8.00008-4

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2007

197 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Typische Symptome der Manie sind:

Antwort A Ideenflucht

Antwort B Depersonalisation

Antwort C Zwangsgedanken

Antwort D Vermindertes Schlafbedürfnis

Antwort E Somatisierungsstörung

197 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Ideenflucht – das Springen von einem Thema zum anderen – ist eine typische formale Denkstörung bei der Manie.

Zu B Falsch. Beim Phänomen der Depersonalisation nehmen die Betroffenen ihre eigene Person als fremd und unwirklich wahr. Die Depersonalisation zählt nicht zum typischen Bild einer Manie.

Zu C Falsch. Zwangsgedanken finden sich bei Zwangsstörungen; sie haben nichts mit der Manie zu tun.

Zu D Richtig. Manische Patienten sind motorisch überdreht und haben deshalb ein vermindertes Schlafbedürfnis.

Zu E Falsch. Patienten mit einer Somatisierungsstörung leiden an multiplen, häufig wechselnden körperliche Beschwerden ohne medizinischen Befund. Die Somatisierungsstörung hat nichts mit der Manie zu tun.

198 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum frühkindlichen Autismus trifft zu?

Antwort A Autismus ist bei Mädchen wesentlich häufiger als bei Knaben.

Antwort B Ein autistisches Kind bedarf keiner Therapie, da die Symptome spätestens in der Adoleszenz spontan abklingen.

Antwort C Autistische Kinder kapseln sich von ihrer Umgebung ab, entwickeln aber ein hohes Maß an Empathie.

Antwort D Die Kommunikation ist von klein auf gestört, die aktive Sprache bleibt wenig produktiv, ist unmoduliert, affektarm, wird kaum von Mimik und Gestik begleitet.

Antwort E Hirnorganische Störungen (z. B. Epilepsie, Intelligenzminderung) sind bei autistischen Kindern i. d. R. nicht zu beobachten.

198 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Autismus kommt bei Jungen häufiger vor als bei Mädchen (Verhältnis etwa 4 : 1).

Zu B Falsch. Die Symptome „wachsen sich nicht aus“, sondern bestehen bis ins Erwachsenenalter weiter. Eine frühzeitige Therapie kann die Symptomatik verbessern und den Betroffenen helfen, mit ihrer Behinderung besser umzugehen.

Zu C Falsch. Autistische Kinder sind emotional stark eingeschränkt, sie können sich nicht in die Gefühle anderer einfühlen und meiden den Blickkontakt.

Zu D Richtig. Autistische Kinder können soziale Signale aus der Umwelt nicht deuten und sind ihrerseits unfähig, über Mimik, Gestik und Körperhaltung mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Bei vielen Betroffenen ist die Sprachentwicklung gestört.

Zu E Falsch. Bei etwa ⅓ der Kinder treten neurologische Auffälligkeiten auf, z. B. Epilepsie. Bei 70 % der an Autismus erkrankten Kinder liegt der IQ unter 70.

199 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Akathisie treffen zu?

  • 1.

    Die Akathisie kommt im Verlauf einer Neuroleptikatherapie vor.

  • 2.

    Sie hat einen hohen subjektiven Beschwerdecharakter.

  • 3.

    Sie ist ein wesentlicher Grund für medikamentöse Non-Compliance.

  • 4.

    Sie bereitet oft differenzialdiagnostische Probleme, denn sie kann als psychosebedingte Unruhesymptomatik fehlgedeutet werden.

  • 5.

    Innere Unruhe und Bewegungsdrang sind charakteristisch.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

199 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Der Begriff Akathisie bezeichnet die Unfähigkeit, dauerhaft zu sitzen. Typisch sind eine starke innere Unruhe und ein kaum beherrschbarer Bewegungsdrang. Die Akathisie ist eine häufige Nebenwirkung von Neuroleptika.

Zu 2 Richtig. Die Symptome werden von den Betroffenen als äußerst unangenehm empfunden. Viele setzen deshalb das Medikament eigenmächtig ab. Kommentar zu 3.

Zu 3 Richtig. Medikamentöse „Non-Compliance“ bedeutet (engl. comply with = befolgen, sich richten nach): Die Betroffenen befolgen nicht die Anweisungen des Arztes, sondern setzen das Medikament eigenmächtig ab.

Zu 4 Richtig. Mit anderen Worten: Die Unruhesymptomatik könnte auch eine Folge der Psychose, nicht eine Nebenwirkung der Neuroleptika sein.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

200 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zum Einnässen/Einkoten bei Kindern trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Anwendung von Verstärkerplänen ist eine Therapieoption.

  • 2.

    Für das Toilettentraining werden feste Uhrzeiten vereinbart.

  • 3.

    Einkoten ist bei Kleinkindern (unter 2 Jahren) i. d. R. psychisch bedingt.

  • 4.

    Eine Dokumentation der Häufigkeit von Einnässen/Einkoten ist unerlässlich.

  • 5.

    Ein Blasentraining wird oft mit gesteigerter Flüssigkeitszufuhr gekoppelt.

Antwort A Nur 4 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

200 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Aufgeführt werden in dieser Frage verhaltenstherapeutische Maßnahmen, die der Fragesteller offensichtlich als die einzig Richtigen auffasst. Verstärkerpläne (Bei welchen Verhaltensweisen werden Verstärker = Belohnungen eingesetzt?) zählen zu den Techniken der Belohnung von „Trocken- bzw. Sauberbleiben“.

Zu 2 Richtig. Das verhaltenstherapeutische Toilettentraining sieht vor, dass die Kinder sich grundsätzlich nach den Mahlzeiten auf die Toilette begeben, auch wenn kein Stuhldrang besteht.

Zu 3 Falsch. Einkoten (Enkopresis) wird erst ab dem 4. Lebensjahr diagnostiziert. Einkoten unter 2 Jahren ist i. d. R. physiologisch bedingt. (Das Erlernen der Stuhlkontrolle ist erst nach dem 2. bis 3. Lebensjahr abgeschlossen.)

Zu 4 Richtig. Bei einer verhaltenstherapeutischen Behandlung ist es notwendig, das Auftreten des Einnässens und Einkotens zu protokollieren.

Zu 5 Richtig. Um den Kindern bewusst zu machen, in welchem Maße die Blase gefüllt ist, arbeiten manche Therapeuten mit einer gesteigerten Flüssigkeitszufuhr.

201 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Ein Therapeut besitzt eine nach dem Heilpraktikergesetz auf das Gebiet der heilkundlichen Psychotherapie beschränkte Erlaubnis. Welche Verfahren/Techniken darf er anwenden?

Antwort A Entspannungstraining

Antwort B Chirotherapie

Antwort C Akupressur

Antwort D Testpsychologische Untersuchungen

Antwort E Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie zur Krebsbehandlung

201 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Entspannungsverfahren wie z. B. das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung dürfen von einem Heilpraktiker für Psychotherapie zur Behandlung psychischer Störungen eingesetzt werden.

Zu B Falsch. Eine auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkte Heilerlaubnis muss sich – wie der Name schon sagt – auf den Bereich Psychotherapie beschränken. Chirotherapie ist eine Methode zur Behandlung von körperlichen Erkrankungen (meist der Wirbelsäule). Hierzu benötigt man eine ärztliche Zulassung oder den „großen“ Heilpraktiker.

Zu C Falsch. Bei der Akupressur werden – ähnlich wie bei der Akupunktur – Meridianpunkte aktiviert. Man benötigt hierfür den „großen“ Heilpraktiker.

Zu D Richtig. Um eine Verdachtsdiagnose zu stützen, können testpsychologische Verfahren eingesetzt werden. Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen derartige Tests anwenden.

Zu E Falsch. Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie ist ein Verfahren zur Behandlung körperlicher Krankheiten. Sie darf von Heilpraktikern für Psychotherapie nicht angewendet werden.

202 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome/Erkrankungen sind typisch für chronischen Alkoholismus?

  • 1.

    Mangelernährung

  • 2.

    Gerinnungsstörung

  • 3.

    Erhöhte Kreativität

  • 4.

    Potenzstörung

  • 5.

    Wernicke-Syndrom

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

202 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei langanhaltendem Alkoholkonsum kommt es zu einer Störung der Nahrungsaufnahme im Darm (Resorptionsstörung), damit zu einer Mangelernährung.

Zu 2 Richtig. Alkoholismus geht häufig mit einer Erkrankung der Leber (Leberzirrhose) einher. Die Folge ist u. a. eine Störung der Blutgerinnung, da die Leber die dafür notwendigen Eiweiße nicht mehr ausreichend produziert.

Zu 3 Falsch. Menschen mit Alkoholproblematik werden meist passiv, antriebslos und im Denken eingeschränkt – das Gegenteil von kreativ.

Zu 4 Richtig. Chronischer Alkoholismus bewirkt einen Rückgang des männlichen Sexualhormons Testosteron, damit auch ein Nachlassen des sexuellen Verlangens (Libidostörung). Durch die Schädigung des peripheren Nervensystems wird überdies auch die Erektionsfähigkeit beeinträchtigt (Potenzstörung).

Zu 5 Richtig. Die Wernicke-Enzephalopathie ist eine Spätfolge chronischen Alkoholkonsums. Sie führt zu schweren Gehirnschäden und verläuft oft tödlich. Typisch sind u. a. Gangstörungen, Augenmuskellähmungen und Bewusstseinsstörungen.

203 ?

Einfachauswahl

Eine Negativsymptomatik …

Antwort A … tritt im Rahmen des Übertragungswiderstands bei der Psychoanalyse auf.

Antwort B … wird oft bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung beobachtet.

Antwort C … ist ein häufiges Symptom der chronischen Schizophrenie.

Antwort D … charakterisiert den Verlauf therapieresistenter Depressionen.

Antwort E … bezeichnet die Krankheitsuneinsichtigkeit bei Manikern.

203 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die Symptome der Schizophrenie werden in Positiv- und Negativsymptome eingeteilt. Positivsymptome sind z. B. Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen. Sie sind typisch für die paranoide Schizophrenie. Negativsymptome finden sich bei chronischen schizophrenen Erkrankungen (Schizophrenia simplex, Hebephrenie, schizophrenes Residuum). Zur Negativsymptomatik gehören Antriebsarmut, Gefühlsverarmung, sozialer Rückzug, Verlust an Initiative und Antrieb etc.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

204 ?

Einfachauswahl

Eine Ihrer Patientinnen berichtet von ihrem Mann, der seit seiner Pensionierung vor 6 Jahren reizbar und depressiv sei. Er verhalte sich teilweise wie ein Kleinkind, und sie müsse ihm die Schuhe zubinden, weil er mit offenen Schuhen herumlaufen würde. Wichtige Telefonnummern vergesse er immer wieder, sie müsse sie ihm aufschreiben. – Welche Verdachtsdiagnose haben Sie?

Antwort A Schizophrenie

Antwort B Multiple Sklerose (MS)

Antwort C Demenz

Antwort D Parkinson-Syndrom

Antwort E Depression

204 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Der Mann ist etwa 70 Jahre alt. Der Beginn einer Schizophrenie in diesem Alter ist sehr selten. Überdies finden sich keine für die Schizophrenie typischen Symptome wie Wahn, Halluzinationen, Ich-Störungen etc.

Zu B Falsch. Die MS ist eine neurologische Erkrankung mit Symptomen wie Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen etc. Davon ist im Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu C Richtig. Das Alter, die eingeschränkte Alltagskompetenz (Binden der Schuhe), die Vergesslichkeit und die depressive Stimmungslage sind Symptome, die am ehesten zu einer Demenz passen.

Zu D Falsch. Typisch für Parkinson wäre ein einseitiges Zittern der Hand, Bewegungsstörungen (Trippelschritt, Neigung zu Stürzen), reduzierte Mimik etc. Keines dieser typischen Merkmale findet sich in der Geschichte.

Zu E Falsch. Das kindhafte Verhalten und die Unfähigkeit, sich die Schuhe zuzubinden, passen nicht zu einer Depression, die übrigens kaum je 6 Jahre durchgehend vorhanden ist (er ist sein 6 Jahren reizbar und depressiv).

205 ?

Einfachauswahl

Ideenflucht ist ein Symptom bei psychiatrischen Erkrankungen. Darunter ist zu verstehen:

Antwort A Eine besondere Überlastungsreaktion

Antwort B Eine Zerstreutheit bei körperlicher Ermüdung

Antwort C Eine Zerfahrenheit

Antwort D Ein krankhaft beschleunigter Denkablauf

Antwort E Eine Wahnvorstellung

205 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Nicht verwechseln: Bei der Ideenflucht (Kommentar zu D) kann man den Gedankengängen des Patienten noch folgen, bei der Denkzerfahrenheit (Inkohärenz = Zusammenhanglosigkeit des Denkens) ist dies nicht mehr möglich. Oft stehen Satzfetzen oder einzelne Wörter unverbunden nebeneinander. Die Zerfahrenheit ist ein Symptom der Schizophrenie.

Zu D Richtig. Ein krankhaft beschleunigtes Denken mit Assoziationslockerungen und einem Springen von einem Thema zum nächsten wird als Ideenflucht bezeichnet. Die Ideenflucht ist eine formale Denkstörung, die vor allem bei manischen Erkrankungen vorkommt.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

206 ?

Einfachauswahl

Hypochondrische Befürchtungen sind am wenigsten zu erwarten bei:

Antwort A Somatisierungsstörung

Antwort B Herzangstneurose

Antwort C Dysmorphophobie

Antwort D Manische Episode im Rahmen der bipolaren affektiven Störung

Antwort E Anhaltende somatoforme Schmerzstörung

206 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Menschen mit einer Somatisierungsstörung haben vielfältige, häufig wechselnde Beschwerden, die sie evtl. glauben macht, an einer schweren Erkrankung zu leiden.

Zu B Falsch. Bei der Herzangstneurose haben die Betroffenen psychisch bedingte körperliche Symptome, die sie glauben machen können, einen Herzschaden zu haben.

Zu C Falsch. Die Dysmorphophobie ist eine Sonderform der hypochondrischen Störung. Dabei sind die Betroffenen überzeugt, körperlich entstellt oder missgebildet zu sein, obwohl Außenstehende diese Ansicht nicht teilen können.

Zu D Richtig. Am wenigsten zu erwarten sind hypochondrische Befürchtungen bei der Manie. Maniker sind euphorisch, fühlen sich vital und gesund und haben keine Krankheitseinsicht.

Zu E Falsch. Bei der somatoformen Schmerzstörung haben die Betroffenen quälende Schmerzen in einem Körperteil (Wirbelsäule, Unterleib etc.) ohne organischen Befund. Viele Patienten entwickeln daraufhin den Gedanken, es müsse eine körperliche Erkrankung als Ursache dafür geben.

207 ?

Aussagenkombination

Eine Ihrer Patientinnen ist vom Psychiater mit Antidepressiva eingestellt worden. Der Psychiater ist zurzeit im Urlaub und sie möchte nicht zu dessen Vertreter gehen. – Mit welchen Nebenwirkungen von (trizyklischen) Antidepressiva ist am ehesten zu rechnen?

  • 1.

    Mundtrockenheit

  • 2.

    Schwitzen

  • 3.

    Durchfall

  • 4.

    Hypotonie

  • 5.

    Gewichtszunahme

Antwort A Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

207 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Mundtrockenheit, Schwitzen, Blutdrucksenkung (Hypotonie) und Gewichtszunahme sind einige der anfangs auftretenden Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva. Durchfall ist nicht typisch, eher Verstopfung.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Kommentar zu 1. Nicht verwechseln mit den selektiven Wiederaufnahmehemmern: Da zählen zu den anfänglich auftretenden Nebenwirkungen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

208 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen zu?

Antwort A Die operante Konditionierung kann bei chronisch Schizophrenen eingesetzt werden.

Antwort B Bei akuten Psychosen kann durch kognitive Restrukturierung eine anhaltende Distanzierung von Wahninhalten erreicht werden.

Antwort C Die operante Konditionierung darf auch von ausgebildeten Helfern ausgeführt werden (nach Verordnung durch befugte Personen, z. B. Arzt, Heilpraktiker).

Antwort D In der Behandlung von Kindern bevorzugt man die klassische Konditionierung.

Antwort E Beim operanten Konditionieren wird durch systematische Reizreduktion eine Verhaltensänderung bewirkt.

208 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Zu den Methoden des operanten Konditionierens zählt die Token-Economy- Technik (Ansparen von Bons oder Münzen, die später für eine größere Belohnung eingetauscht werden können). Token-Programme können auch noch bei schweren Psychosen eingesetzt werden.

Zu B Falsch. Bei akuten Psychosen ist kognitive Verhaltenstherapie kaum möglich; eine Umstrukturierung wahnhafter Gedanken ist allein deshalb schon nicht möglich, weil die Betroffenen zu 100 % von ihrem Wahn überzeugt sind.

Zu C Richtig. Auf Anweisung kann z. B. in einer Klinik das Pflegepersonal die Belohnungen durchführen. Bei Kindern können auch die Eltern erwünschtes Verhalten belohnen und unerwünschtes Verhalten nicht beachten.

Zu D Falsch. Bei Kindern ist Belohnungslernen (operantes Konditionieren) am wirksamsten.

Zu E Falsch. Eine Veränderung des Reizes (durch Steigerung, nicht durch Reduktion des Reizes) wird beim klassischen Konditionieren (z. B. beim Flooding), nicht beim operanten Konditionieren eingesetzt.

209 ?

Aussagenkombination

In bestimmten Phasen des Kindes- und Jugendalters finden sich jeweils für diese Phase typische entwicklungsabhängige emotionale Phänomene bzw. Störungen. Hierzu zählen:

  • 1.

    Dunkelangst in der Adoleszenz

  • 2.

    Trennungsangst im Kindesalter

  • 3.

    Agoraphobie im Kleinkindalter

  • 4.

    Passagere zwangsähnliche Rituale bei jungen Kindern

  • 5.

    Artikulationsstörungen im Säuglingsalter

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

209 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Kleine Kinder haben oft Angst vor der Dunkelheit, nicht jedoch Jugendliche.

Zu 2 Richtig. Die Trennungsangst im Kindesalter äußert sich oft darin, dass die Kinder – um nicht von der Mutter getrennt zu werden – sich weigern, in die Schule zu gehen.

Zu 3 Falsch. Typisch sind isolierte Phobien (z. B. Tierangst) oder eine generalisierte Angststörung des Kindesalters. Eine Agoraphobie im Kleinkindalter kennt die ICD-10 nicht.

Zu 4 Richtig. Passagere (= vorübergehende) zwangsähnliche Rituale sind bei jungen Kindern häufig zu beobachten. Sie verschwinden meist beim Übergang ins Jugendalter.

Zu 5 Falsch. Man geht davon aus, dass ein Kind bis zum Ende des 5. Lebensjahres (!!!) alle Sprachlaute und Lautverbindungen korrekt bilden und anwenden kann. Lallen oder Einwortsätze sind im Säuglingsalter normal und zählen nicht zu den Artikulationsstörungen.

210 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Erkrankungen kann es zur Entwicklung einer Demenz kommen?

  • 1.

    Rezidivierende zerebrale Insulte

  • 2.

    Parkinson-Krankheit

  • 3.

    Creutzfeld-Jakob-Krankheit

  • 4.

    Multiple Sklerose

  • 5.

    Epilepsie

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

210 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wenn jemand mehrmals einen kleineren oder größeren Schlaganfall (= Insult) hatte, kommt es zu Durchblutungsstörungen des Gehirns und in der Folge innerhalb kurzer Zeit zu einer vaskulären Demenz.

Zu 2 Richtig. Durch den Dopamin-Mangel kommt es bei etwa 30–40 % der Parkinson-Patienten zu demenziellen Syndromen, die im höheren Alter zunehmen. Bei Patienten über 70 Jahren steigt das Demenzrisiko auf 70–80 % an.

Zu 3 Richtig. Bei der Creutzfeld-Jakob-Krankheit kommt es zu Gangstörungen, unkontrollierbaren Muskelzuckungen und zu einer sich rapide entwickelnden Demenz. Die Erkrankung führt innerhalb weniger Monate zum Tod.

Zu 4 Richtig. Bei der multiplen Sklerose kommt es zu einer Schädigung der die Nervenzellen umgebenden Myelinscheiden. Wenn die Schädigung im Gehirn auftritt, kann dies zu einer Demenz führen.

Zu 5 Richtig. Als Folge epileptischer Anfälle kann es zu Hirngewebsschädigungen kommen, als Folge davon zur sog. „epileptischen Demenz“. Die epileptische Demenz ist heute sehr selten.

211 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Anorexia nervosa treffen zu?

  • 1.

    Alle Anorexia-nervosa-Kranken sind Frauen.

  • 2.

    Die Betroffenen sind in Schule oder Beruf ehrgeizig und leistungsfähig.

  • 3.

    Ein Body-Mass-Index (BMI) von 25 ist typisch.

  • 4.

    Bei starker Abmagerung können Zwangsmaßnahmen (z. B. Zwangseinweisung in die Psychiatrie) notwendig werden.

  • 5.

    Anorexia-nervosa-Kranke haben ein starkes Selbstbewusstsein.

Antwort A Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

211 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Falsch. Über 90 % der Magersüchtigen sind Frauen, es gibt inzwischen aber immer mehr Männer, die an einer Anorexia nervosa erkranken.

Zu 2 Richtig. Personen mit Magersucht sind in der Schule und im Beruf meist ehrgeizig und stark leistungsorientiert.

Zu 3 Falsch. Ein BMI von 17,5 und darunter ist ein Diagnosekriterium für eine Anorexia nervosa. Ein BMI von 25 zählt noch zum Normalgewicht.

Zu 4 Richtig. Bei extremem Untergewicht kann eine Zwangsernährung notwendig werden. Wenn die Betroffenen sich weigern, können sie auch gegen ihren Willen in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden.

Zu 5 Falsch. Experten sehen Essstörungen als Bewältigungsversuche der Betroffenen für zugrunde liegende psychische Probleme. Eines dieser Probleme ist bei vielen Betroffenen ein mangelndes Selbstwertgefühl (z. B. in Bezug auf Gewicht und Figur), das durch ein nach außen hin selbstbewusstes Auftreten und hohe Leistungen in Beruf oder Schule kompensiert werden soll.

212 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen über das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) treffen zu?

Antwort A Bei der Behandlung des ADS sollten nicht gleichzeitig Medikamente und psychotherapeutische Techniken eingesetzt werden.

Antwort B Bei der Aufmerksamkeitsdefizitstörung des Kindesalters kann eine motorisch hyperaktive Symptomatik völlig fehlen.

Antwort C Störungen der Fein- oder Grobmotorik sind ein Ausschlusskriterium für die Diagnose ADS.

Antwort D Mit Flooding-Techniken erreicht man bei ADS-Patienten oft ein rascheres Verschwinden der Symptomatik als bei anderen Indikationen.

Antwort E Symptome wie z. B. Distanzlosigkeit oder Impulsivität stützen die Diagnose.

212 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Schwere Fälle von ADS werden üblicherweise mit Ritalin behandelt. Gleichzeitig sollte eine Verhaltenstherapie durchgeführt werden.

Zu B Richtig. Manche Kinder mit ADS sind unauffällig, gelten oft als Träumer und haben kaum Symptome von Überaktivität (ICD-10: G2) und Impulsivität (ICD-10: G3).

Zu C Falsch. Viele ADS-Kinder haben Probleme mit Schreiben und Malen (= Feinmotorik), häufig auch Störungen der Grobmotorik (z. B. beim Sport).

Zu D Falsch. Reizüberflutung (Flooding) verstärkt die Symptomatik und ist bei ADS kontraindiziert.

Zu E Richtig. Symptome wie Distanzlosigkeit oder Impulsivität sind für die Diagnose ADS nicht notwendig, stützen jedoch die Diagnose.

213 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum autogenen Training (AT) treffen zu?

  • 1.

    Das Erlernen des AT kann nur im Gruppensetting erfolgen.

  • 2.

    Das vegetative Nervensystem wird beeinflusst.

  • 3.

    Nach Anleitung kann das AT schon von 8- bis 10-Jährigen selbstständig ausgeübt werden.

  • 4.

    Das AT ist bei psychotischen Erkrankungen gut zur Lösung von Ängsten und Spannungen geeignet.

  • 5.

    Die Wirksamkeit des AT bei Neurodermitis wurde nachgewiesen.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

213 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das autogene Training wird oft im Gruppensetting angeboten, kann aber genauso gut in einer Einzeltherapiesitzung vermittelt und eingeübt werden.

Zu 2 Richtig. Das autogene Training wirkt harmonisierend auf das vegetative Nervensystem.

Zu 3 Richtig. Auch kleinere Kinder können das autogene Training erlernen und dann selbstständig anwenden. Viele Krankenkassen zahlen das AT bei Kindern ab etwa 8 Jahren.

Zu 4 Falsch. Das autogene Training ist bei psychotischen Erkrankungen (z. B. Schizophrenie) kontraindiziert.

Zu 5 Richtig. In klinischen Studien wurde nachgewiesen, dass autogenes Training bei Neurodermitis die Symptome lindern kann.

214 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome lassen Sie in erster Linie an eine körperlich verursachte Erkrankung denken?

Antwort A „Anfälle“ von kurz dauernder Bewusstlosigkeit

Antwort B Störungen der Orientiertheit

Antwort C Gedankenentzug

Antwort D Kommentierende Stimmen

Antwort E Kontrollwahn

214 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Bei kurzen Anfällen von Bewusstlosigkeit ist nahezu immer an eine organische Verursachung zu denken. Beispiele: transiente ischämische Attacken (TIAs), Schlaganfall, Epilepsie (Absencen), Herzrhythmusstörungen etc.

Zu B Richtig. Störungen der Orientiertheit finden sich bei vielen organisch bedingten psychischen Störungen (Demenz, Korsakow-Syndrom, Delir etc.)

Zu C Falsch. Gedankenentzug ist ein Erstrangsymptom der Schizophrenie. Schizophrenie wird durch eine Transmitterstörung, nicht durch eine körperliche Erkrankung verursacht.

Zu D Falsch. Kommentierende Stimmen sind ein Erstrangsymptom der Schizophrenie.

Zu E Falsch. Der Kontrollwahn (das Gefühl, andere würden die Gedanken oder Handlungen kontrollieren) ist ein Symptom der Schizophrenie.

215 ?

Aussagenkombination

Die Differenzialdiagnose der Schizophrenie umfasst u. a. folgende Krankheiten:

  • 1.

    Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

  • 2.

    Schizoaffektive Störung

  • 3.

    Depression

  • 4.

    Substanzmittelmissbrauch

  • 5.

    Substanzmittelentzug

Antwort A Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

215 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nach einem schweren SHT kann es durch eine Schädigung des Gehirns zu einer organisch bedingten wahnhaften (= schizophrenieformen) Störung kommen. Sie findet sich in der ICD-10 unter F06.2.

Zu 2 Richtig. Bei der schizoaffektiven Störung sind Symptome einer Schizophrenie und Symptome einer Manie bzw. Depression gleichzeitig vorhanden.

Zu 3 Richtig. Bei einer Depression mit psychotischen Symptomen leiden die Betroffenen oft an einem Wahn und hören Stimmen – Symptome, die auch bei einer Schizophrenie auftreten.

Zu 4 Richtig. Beim Konsum bestimmter Drogen (z. B. LSD, Cannabis oder Kokain) kann es zu einer drogeninduzierten akuten Psychose oder einer durch Drogen ausgelösten Schizophrenie kommen.

Zu 5 Richtig. Auch bei Substanzmittelentzug können Wahn und Halluzinationen auftreten, deshalb heißt es in der ICD-10 unter G2 Ausschlussvorbehalt: „Die Störung kann nicht einer organischen Gehirnerkrankung, einer Alkohol- oder Substanzintoxikation, einem Abhängigkeitssyndrom oder einem Entzugssyndrom zugeordnet werden.“

216 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

Antwort A Die Mehrzahl der infolge eines Suizids Verstorbenen hat ihren Suizid vorher angekündigt.

Antwort B Menschen, die an einer Psychose leiden, verüben selten Suizid.

Antwort C Bei einem Patienten mit Suizidversuch in der Vorgeschichte besteht besonders im ersten Jahr Wiederholungsgefahr.

Antwort D Bei den Suizidversuchen überwiegen zahlenmäßig die Männer.

Antwort E Bei Verdacht auf Suizidalität sollte dieses Thema im Rahmen der Untersuchung nicht direkt angesprochen werden.

216 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Studien haben gezeigt, dass in den Wochen vor dem Suizid viele Betroffene häufiger als sonst einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen; oft wird hierbei die Suizidgefährdung nicht erkannt.

Zu B Falsch. Menschen mit Psychosen (Schizophrenie, schwere depressive Episode etc.) sind besonders suizidgefährdet.

Zu C Richtig. Etwa 50 % der Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, haben in den 12 Monaten davor schon einmal einen Suizidversuch unternommen.

Zu D Falsch. Bei der Zahl der Suizidversuche überwiegen Frauen; bei den vollendeten Suiziden ist die Rate der Männer 2- bis 3-mal so hoch wie bei Frauen.

Zu E Falsch. Viele Betroffene sind erleichtert, wenn sie endlich äußern können, dass sie Suizidgedanken haben oder hatten. Dies führt bei den Betroffenen zu einer psychischen Entlastung. Auf keinen Fall bringt man jemanden durch direkte Fragen auf die Idee, sich umzubringen.

217 ?

Aussagenkombination

Welche Begriffe beschreiben Abwehrmechanismen im psychoanalytischen Sinne?

  • 1.

    Introjektion

  • 2.

    Dyslalie

  • 3.

    Reaktionsbildung

  • 4.

    Intellektualisierung

  • 5.

    Internalisierung

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

217 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei der Introjektion nimmt ein Kind Wertvorstellungen, Gebote und Verbote einer wichtigen Bezugsperson in sich auf. In der Gestaltpsychologie werden die aufgenommenen Eigenschaften als „Introjekte“ bezeichnet.

Zu 2 Falsch. Dyslalie (früher: Stammeln) ist ein Sammelbegriff für Störungen der Aussprache bzw. Artikulation. Dyslalie ist kein Abwehrmechanismus.

Zu 3 Richtig. Bei der Reaktionsbildung werden nicht akzeptierte Triebwünsche in ihr Gegenteil verkehrt: Eine Mutter, die ihr Kind ablehnt, entwickelt z. B. gegenüber ihrem Kind ein überfürsorgliches Verhalten.

Zu 4 Richtig. Bei der Intellektualisierung versucht jemand, durch abstraktes Denken einen emotionalen Konflikt zu kontrollieren. Beispiel: „Ich habe keine Ängste, aber ich schreibe gerade ein Buch über die Ängste der jungen Menschen in unserer Zeit.“

Zu 5 Falsch. Wenn jemand im Rahmen der Sozialisation bestimmte Werte und Normen verinnerlicht, spricht man in der Soziologie von Internalisierung (wörtl. „Verinnerlichung“). Die Internalisierung ist ein normaler Lernprozess, kein Abwehrmechanismus.

218 ?

Einfachauswahl

Ein 45-jähriger Mann hatte vor einem Jahr einen Autounfall. Seit dieser Zeit hat er nicht nur Angst vor dem Autofahren, sondern auch Angst, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. – Was kommt aus lerntheoretischer Sicht für die Ausweitung der Angst am ehesten in Betracht?

Antwort A Diskriminationslernen

Antwort B Modell-Lernen

Antwort C Verstärkung

Antwort D Konditionierung

Antwort E Reizgeneralisierung

218 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Diskriminationslernen bedeutet: Jemand kann ähnliche Reize voneinander unterscheiden (engl.: discriminate = unterscheiden) und darauf unterschiedlich reagieren. Dies passt nicht zu der vorliegenden Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Modell-Lernen (Imitationslernen) wird z. B. bei der Therapie sozialer Ängste oder beim Selbstsicherheitstraining (oft in Gruppen mit Videoaufzeichnung) eingesetzt. Im Fallbeispiel gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Mann jemanden imitiert.

Zu C Falsch. Beim Verstärkungslernen (operantes Konditionieren) wird ein bestimmtes Verhalten belohnt. Daraufhin tritt es in der Folge häufiger auf. Dies ist im Fallbeispiel nicht zu sehen.

Zu D Falsch. Die Ausweitung der Angst auf öffentliche Verkehrsmittel lässt sich weder mit klassischem noch mit operantem Konditionieren erklären.

Zu E Richtig. Bei der Reizgeneralisierung wird ein bestimmter Reiz (hier: die Angst vor dem Autofahren) auf andere ähnliche Reize (hier: Angst vor Bahn, Bus, Straßenbahn, U-Bahn etc.) ausgeweitet.

219 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Begriffe gehören zu den formalen Denkstörungen?

Antwort A Projektion

Antwort B Gedankenabreißen

Antwort C Residualwahn

Antwort D Zerfahrenheit

Antwort E Mutismus

219 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Projektion ist ein Abwehrmechanismus, keine formale Denkstörung.

Zu B Richtig. Beim Gedankenabreißen wird ein zunächst flüssiger Gedankengang mitten im Satz abgebrochen. Gedankenabreißen ist typisch für die Schizophrenie.

Zu C Falsch. Unter Residualwahn versteht man einen Rest von Wahn, der nach einer abgeklungenen Psychose verbleibt. Jede Art von Wahn – auch der Residualwahn – zählt zu den inhaltlichen, nicht den formalen Denkstörungen.

Zu D Richtig. Die Denkzerfahrenheit (Inkohärenz) zählt zu den für die Schizophrenie typischen formalen Denkstörungen. Dabei ist die logische Verknüpfung der Gedanken/Worte nicht mehr zu verstehen.

Zu E Falsch. Mutismus (engl. mute = stumm) ist keine formale Denkstörung, sondern eine „Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit/Jugend“ (F94). Meist handelt es sich um einen „elektiven Mutismus“: Die Kinder sind unfähig, in bestimmten sozialen Situationen (z. B. in der Schule) zu sprechen, während dies in anderen Situationen (z. B. in der Familie) möglich ist.

220 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Alkoholdelir trifft zu?

Antwort A Ein Delirium tremens kann auch während fortgesetzten Trinkens auftreten.

Antwort B Ein Vorbote des Delirium tremens ist vermehrter Schlaf.

Antwort C Ein Alkoholentzugsdelir tritt frühestens 5 Tage nach Beginn des Entzugs auf.

Antwort D Typisch ist die Symptomtrias: Bewusstseinsklarheit, ungestörte Orientierung und akustische Halluzinationen.

Antwort E Bei einem Delir treten folgende vegetativen Störungen auf: Hypotonie, Bradykardie, Frösteln.

220 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Ein Alkoholdelir kann auch nach langjährigem Alkoholkonsum auftreten, wenn kein Entzug stattgefunden hat. Es heißt dann „Kontinuitätsdelir“. In der ICD-10 ist das Kontinuitätsdelir nicht aufgeführt. Die Verfasser der ICD-10 gehen offensichtlich davon aus, dass es nach langjährigem Alkoholkonsum zu einer massiven Toleranzentwicklung kommen kann, die trotz des Konsums von Alkohol Entzugserscheinungen, in manchen Fällen dann auch ein Delirium tremens zur Folge haben kann.

Zu B Falsch. Vorbote eines Delirium tremens ist ein unruhiger Schlaf mit Albträumen.

Zu C Falsch. Die Entzugssymptome treten schon nach etwa 12 Stunden auf; das Delir entwickelt sich am 2. bis 4. Tag der Entzugsphase.

Zu D Falsch. Typisch ist die Symptomtrias: Bewusstseinstrübung, Orientierungsstörungen und optische Halluzinationen. Dazu kommen diverse vegetative Symptome.

Zu E Falsch. Typisch für ein Delir sind vegetative Störungen wie Bluthochdruck (Hypertonie), Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), starkes Schwitzen etc.

221 ?

Aussagenkombination

Kennzeichen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind:

  • 1.

    Arrogantes, überhebliches Verhalten

  • 2.

    Theatralischer Ausdruck von Gefühlen

  • 3.

    Beginn der Störung bei Frauen nach der Menopause

  • 4.

    Erwartung, durch andere bevorzugt behandelt zu werden

  • 5.

    Übertriebene Gewissenhaftigkeit und Perfektionismus

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

221 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung findet sich im US-amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-5, nicht jedoch explizit in der ICD-10. Im Anhang der ICD-10 finden sich allerdings die für die Störung wichtigen Diagnosekriterien, darunter auch „arrogante, hochmütige Verhaltensweisen und Attitüden“.

Zu 2 Falsch. Der theatralische Ausdruck von Gefühlen ist typisch für die histrionische Persönlichkeitsstörung.

Zu 3 Falsch. Alle Persönlichkeitsstörungen beginnen in der ausgehenden Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter.

Zu 4 Richtig. In der ICD-10 heißt es unter B5: „Anspruchshaltung; unbegründete Erwartungen besonders günstiger Behandlung oder automatischer Erfüllung der Erwartungen“.

Zu 5 Falsch. Eine übertriebene Gewissenhaftigkeit und perfektionistisches Denken sind charakteristische Merkmale der anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung.

222 ?

Aussagenkombination

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung umfasst:

  • 1.

    Impulsive, häufig selbstschädigende Verhaltensweisen

  • 2.

    Instabile und wechselhafte Stimmung

  • 3.

    Identitätsunsicherheit

  • 4.

    Dissoziative und paranoide Symptome

  • 5.

    Inkonstante und krisenhafte Beziehungen

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

222 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Impulsives Handeln ohne Berücksichtigung der Konsequenzen und selbstschädigendes Verhalten (z. B. Ritzen) sind typisch für die Borderline-Störung.

Zu 2 Richtig. Affektlabilität und Stimmungsschwankungen sind typisch für die Störung.

Zu 3 Richtig. Die ICD-10 spricht hier von „Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und inneren Präferenzen“ (z. B. auch Unsicherheit bezüglich der sexuellen Identität).

Zu 4 Richtig. In Krisensituationen kann es kurzzeitig zu präpsychotischen Symptomen kommen (z. B. Wahn, Halluzinationen). Auch dissoziative Phänomene (z. B. dissoziative Amnesie, Konversionsstörungen oder dissoziative Fugue) können vorkommen.

Zu 5 Richtig. Typisch ist die „Neigung, sich auf intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen“ (ICD-10: B2).

223 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen für Cannabiskonsum zu?

Antwort A Regelmäßiger Cannabiskonsum führt zu ausgeprägter körperlicher Abhängigkeit.

Antwort B Cannabiskonsum verursacht eine Pupillenverengung (Miosis).

Antwort C Durch regelmäßigen Cannabiskonsum können Psychosen ausgelöst werden.

Antwort D Länger dauernder Cannabiskonsum kann zu psychischer Abhängigkeit führen.

Antwort E Bei chronischem Cannabiskonsum kommt es häufig zu einer starken Antriebssteigerung.

223 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Cannabiskonsum führt i. d. R. nur zu psychischer Abhängigkeit. Körperliche Entzugserscheinungen sind die Ausnahme: Sie treten nur nach hochdosiertem, langjährigem Cannabiskonsum auf.

Zu B Falsch. Beim Konsum von Cannabis sind die Pupillen erweitert (Mydriasis).

Zu C Richtig. In seltenen Fällen (und bei entsprechender genetischer Disposition) kann Cannabis eine akute Psychose oder eine Schizophrenie auslösen.

Zu D Richtig. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Cannabiskonsum bewirkt eine Verminderung des Antriebs, des Interesses und der Motivation („Null-Bock-Mentalität“, „amotivationales Syndrom“).

224 ?

Aussagenkombination

Mögliche Hinweise auf Suizidgefährdung bei Verdacht auf Suizidalität sind:

  • 1.

    Aggressionsstau und Wendung der Aggression gegen sich selbst

  • 2.

    Einengung (sozial, kognitiv) der Wertewelt

  • 3.

    Anbehandelte Depression

  • 4.

    Suizidfantasien

  • 5.

    Vorkommen von Suiziden in der Familie oder Umgebung

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

224 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Aggressionsstau und Wendung der Aggression gegen sich selbst zählen zu den Merkmalen des „präsuizidalen Syndroms“ nach Ringel.

Zu 2 Richtig. Bei vielen Betroffenen kommt es zu einer zunehmenden Einengung im Bereich der Werte. Deshalb ist es oft wichtig, sinnhafte Elemente des augenblicklichen Lebens zu erfragen (Kinder? Partner? Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft etc.).

Zu 3 Richtig. Wenn jemand Antidepressiva einnimmt, kommt es am Anfang der Behandlung zu einer Antriebssteigerung, die stimmungsaufhellende Wirkung hingegen tritt meist erst Wochen später ein. In dieser Phase ist die Suizidgefährdung besonders hoch.

Zu 4 Richtig. Suizidfantasien sind ein wichtiges Merkmal des präsuizidalen Syndroms nach Ringel.

Zu 5 Richtig. Suizide in der Familie, im sozialen Umfeld oder in den Medien können Menschen mit Suizidgedanken zur Nachahmung anregen (Beispiel: das „Werther-Syndrom“ nach dem Roman Die Leiden des jungen Werther von Goethe).

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