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B978-3-437-58385-8.00010-2

10.1016/B978-3-437-58385-8.00010-2

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2008

253 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Zwangserkrankung treffen zu?

Antwort A Die Erkrankung beginnt meist nach dem 40. Lebensjahr.

Antwort B Zwangsimpulse beinhalten ein hohes Fremdgefährdungspotenzial.

Antwort C Bei Zwangsstörungen helfen lediglich psychotherapeutische Verfahren, medikamentöse Maßnahmen sind wirkungslos.

Antwort D Geeignete verhaltenstherapeutische Verfahren sind kognitive Therapiemaßnahmen.

Antwort E Therapeutisch sinnvoll ist der Einsatz von Antidepressiva.

253 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Zwangserkrankungen beginnen meist in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter.

Zu B Falsch. Zwangsimpulse (z. B. das Kind vor ein Auto zu werfen) verursachen große Angst und werden deshalb normalerweise nicht in die Tat umgesetzt.

Zu C Falsch. Therapeutisch sinnvoll ist die Kombination von Psychopharmaka (Antidepressiva) mit verhaltenstherapeutischen Verfahren (klassische oder kognitive VT).

Zu D Richtig. Wenn Zwangs gedanken das klinische Bild dominieren, hilft die kognitive Verhaltenstherapie, die verzerrten Gedanken (z. B. „Ich bin sündig“ – „Alles ist voll Bakterien“) zu erkennen, sie umzustrukturieren und das neue Denken und Verhalten dann im Alltag einzuüben.

Zu E Richtig. Im US-amerikanischen DSM-5 zählen Zwangsstörungen zu den Angststörungen. Zur Reduktion der zugrunde liegenden Angst haben sich Antidepressiva (z. B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bewährt.

254 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Demenz treffen zu?

  • 1.

    Die Demenz ist durch das Fehlen einer Bewusstseinstrübung gekennzeichnet.

  • 2.

    Im Vorfeld kommt es oft zu einer Verschlechterung der emotionalen Kontrolle.

  • 3.

    Häufig finden sich Sprachstörungen bis hin zum Sprachzerfall.

  • 4.

    Im Gegensatz zu Alzheimer verläuft die vaskuläre Demenz in Schüben.

  • 5.

    Orientierungsstörungen sind untypisch für Morbus Alzheimer.

Antwort A Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

254 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Demenzkranke leiden zwar unter Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, in der Anfangsphase sind sie jedoch bewusstseinsklar.

Zu 2 Richtig. ICD-10: „Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle […] begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf.“

Zu 3 Richtig. Aphasien (Sprachstörungen) wie z. B. Wortfindungsstörungen bis hin zum Sprachverfall sind typisch für die Alzheimer-Demenz. Ursache hierfür ist eine Schädigung in der dominanten (meist der linken) Hemisphäre des Gehirns.

Zu 4 Richtig. Bei der vaskulären Demenz sind Gefäßverschlüsse, Mini-Infarkte oder kleine Schlaganfälle für die Funktionsausfälle des Gehirns verantwortlich. Dies erklärt den häufig schubweisen Verlauf einer vaskulären Demenz.

Zu 5 Falsch. Orientierungsstörungen sind für Demenzerkrankungen typisch. Sie können als Folge der zunehmenden Störung des Erinnerungsvermögens erklärt werden. Im Frühstadium finden die Patienten sich in fremder Umgebung nicht zurecht, später auch nicht mehr im häuslichen Umfeld.

255 ?

Aussagenkombination

Welche Merkmale sind charakteristisch für das Vorliegen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ?

  • 1.

    Intensive, aber instabile Beziehungen

  • 2.

    Selbstverletzendes Verhalten

  • 3.

    Suiziddrohungen

  • 4.

    Unklarheit über die eigenen Ziele (beruflich, privat)

  • 5.

    Chronisches Gefühl von innerer Leere

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

255 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. ICD-10: „Neigung, sich auf intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen“.

Zu 2 Richtig. ICD-10: „Wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung. Dazu zählen auch Suiziddrohungen oder suizidale Gedanken“.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 4 Richtig. Viele Betroffene sind unsicher in Bezug auf ihr berufliches oder auch privates Lebensziel. Abgebrochene Ausbildungen, häufiger Wechsel der Arbeitsstelle und wechselnde Beziehungen sind im Lebenslauf von Borderline-Patienten oft zu beobachten.

Zu 5 Richtig. Ein anhaltendes Gefühl von innerer Leere ist ein weiteres wichtiges Symptom der Borderline-Störung.

256 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Wie lassen sich Waschzwänge mithilfe der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) behandeln?

Antwort A Rückversicherung durch den Therapeuten, dass keine Gefahr besteht

Antwort B Exposition mit Reaktionsverhinderung

Antwort C Analyse von Gedankenmustern und Befürchtungen

Antwort D Vermeidung von Reizen, die das Waschverhalten auslösen

Antwort E Vermehrtes Händewaschen, um eine Extinktion (Löschung des Verhaltens) zu erzielen

256 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Das ist das Gegenteil der unter B beschriebenen Expositionstechnik.

Zu B Richtig. Exposition bedeutet: Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz, z. B. dem Berühren der Türklinke. Reaktionsverhinderung: Die normale Reaktion wäre Waschen der Hände – diese Reaktion wird verhindert, der Klient soll die Angst aushalten lernen.

Zu C Richtig. Die Analyse und kognitive Umstrukturierung von verzerrten Gedankenmustern (z. B. „Alles ist voll Bakterien“) ist ein wesentliches Merkmal der KVT.

Zu D Falsch. Eine Vermeidung von Auslösereizen ist das Gegenteil von der unter Antwort B beschriebenen Expositionstechnik.

Zu E Falsch. Vermehrtes Händewaschen führt zu einer kurzzeitigen Erleichterung, dadurch wird das Händewaschen verstärkt, nicht „gelöscht“.

257 ?

Aussagenkombination

Bei einer drogeninduzierten Psychose können folgende Symptome auftreten:

  • 1.

    Starke Angst

  • 2.

    Leibmissempfindungen

  • 3.

    Verfolgungserleben

  • 4.

    Ekstase

  • 5.

    Dranghafte Geschäftigkeit

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

257 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei Missbrauch oder Überdosierung von Halluzinogenen kommt es manchmal zu psychotischem Erleben mit panikartiger Angst, Verworrenheit und Verfolgungserleben (Aussage 3) oder Verfolgungswahn (Horrortrip). In manchen Fällen – v. a. bei Konsum von „Pilzen“ (Psilocybin) – kann eine schizophrene Psychose ausgelöst werden, bei der auch bizarre Leibmissempfindungen (Zönästhesien) vorkommen können (Aussage 2). In anderen Fällen (z. B. nach dem Konsum von Ecstasy oder Kokain) können maniforme Psychosen mit ekstatischen Zuständen (Aussage 4), Größenideen und „dranghafter Geschäftigkeit“ (Aussage 5) auftreten.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

258 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen über delirante Syndrome treffen zu?

Antwort A Sie beginnen schleichend (Wochen).

Antwort B Typisch ist eine Orientierungsstörung bei klarem Bewusstsein.

Antwort C Es ist auch an eine Stoffwechselstörung zu denken.

Antwort D Beim Alkohol-Entzugsdelir können Halluzinationen jeglicher Wahrnehmungsqualität auftreten.

Antwort E Es handelt sich um eine irreversible Psychose.

258 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Die Symptome des Delirs entwickeln sich abrupt, innerhalb weniger Stunden.

Zu B Falsch. Leitsymptom ist eine Bewusstseinsstörung in Verbindung mit einer Störung der Orientierung.

Zu C Richtig. Delirante Syndrome können verschiedene Ursachen haben: Hirnverletzungen, Entzugssyndrome oder große operative Eingriffe (diese Form des Delirs heißt auch „Durchgangssyndrom“). Auch Stoffwechselstörungen (Diabetes; Schilddrüsenerkrankungen) können an der Entstehung eines Delirs beteiligt sein.

Zu D Richtig. Typisch sind zwar optische Halluzinationen, aber in selteneren Fällen können auch akustische oder taktile Halluzinationen auftreten.

Zu E Falsch. Das Delir zählt zu den „akuten“ organischen Psychosen. Die Erkrankung hält meist nur wenige Tage an und ist meist reversibel.

259 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum psychogenen Dämmerzustand (dissoziative Amnesie) trifft nicht zu?

Antwort A Während eines Dämmerzustands treten Orientierungsstörungen auf.

Antwort B Ein Dämmerzustand kann im Rahmen einer psychogenen Reaktion auftreten.

Antwort C Während eines Dämmerzustands können die Kranken einfachen Aufgaben nachkommen und gewohnte Tätigkeiten verrichten.

Antwort D Bei einem Dämmerzustand ist das Bewusstsein getrübt oder eingeengt.

Antwort E Nach Abklingen des Dämmerzustands können sich die Betroffenen genau daran erinnern, was sie während des Dämmerzustands getan haben.

259 !

Antwort E ist nicht richtig.

Zu A Richtig. Die Fragesteller setzen offensichtlich die dissoziative Amnesie und den dissoziativen Dämmerzustand gleich, was nicht dem Codierungssystem der ICD-10 entspricht. Ein Dämmerzustand ist meist organisch bedingt; die entsprechenden Merkmale sind bei dieser verwirrenden Fragestellung wohl auf den dissoziativen Dämmerzustand zu übertragen. Bewusstseins- und Orientierungsstörungen sind hierfür typisch.

Zu B Richtig. Wie die Formulierung „psychogener Dämmerzustand“ schon aussagt, kann ein Dämmerzustand auch psychisch bedingt sein (z. B. nach einem massiven Schock).

Zu C Richtig. Während eines Dämmerzustands wirken die Betroffenen nach außen hin wach und orientiert; in diesem Zustand können sie gewohnte Tätigkeiten durchführen.

Zu D Richtig. Kommentar zu A.

Zu E Falsch. Für den Zeitraum des Dämmerzustands besteht i. d. R. eine – hier dissoziative – Amnesie.

260 ?

Einfachauswahl

Bei einer schizoaffektiven Störung …

Antwort A … werden keine manischen Symptome beobachtet.

Antwort B … handelt es sich um eine drogeninduzierte Psychose.

Antwort C … wechselt die Stimmung ständig zwischen bedrückt und euphorisch.

Antwort D … sind kontinuierliche Wahnvorstellungen vorhanden.

Antwort E … treten affektive und schizophrene Symptome in derselben Krankheitsphase auf.

260 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer schizoaffektiven Störung treten Symptome der Schizophrenie und Symptome einer Manie oder Depression mindestens 14 Tage lang gleichzeitig auf.

Zu B Falsch. Eine schizoaffektive Störung wird nicht durch Drogen verursacht.

Zu C Falsch. Die Beschreibung passt am ehesten auf eine gemischte affektive Episode (F38.00), die „durch eine Mischung oder einen raschen Wechsel (im Allgemeinen innerhalb weniger Stunden) von hypomanischen, manischen und depressiven Symptomen gekennzeichnet ist“.

Zu D Falsch. Wahn ist kein notwendiges Symptom für die Diagnose einer schizoaffektiven Störung.

Zu E Richtig. Bei einer schizoaffektiven Störung treten Symptome einer mittelgradigen oder schweren depressiven oder manischen Phase gleichzeitig mit den Symptomen einer Schizophrenie auf. Für die Diagnose müssen die Symptome mindestens 2 Wochen lang vorhanden sein. Je nachdem, welche affektive Störung gerade aktiv ist, lautet die Diagnose z. B. „schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch“ oder „schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv“.

261 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Krankheitsbilder können auch psychogen bedingt sein?

  • 1.

    Ohnmacht

  • 2.

    Anfallsgeschehen

  • 3.

    Herzrhythmusstörungen

  • 4.

    Lähmung

  • 5.

    Durchfall

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

261 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nahezu alle körperlichen Symptome können eine psychische Ursache haben. Deshalb ist es wichtig, vor der Diagnose „psychogen“ eine körperliche Erkrankung auszuschließen. – Eine psychisch bedingte kurze Ohnmacht (Synkope) heißt in Fachkreisen Pseudosynkope. Daneben gibt es die „hysterische Ohnmacht“, die vor allem bei der histrionischen Persönlichkeitsstörung vorkommt.

Zu 2 Richtig. Psychisch bedingte „Anfälle“ finden sich in der ICD-10 unter F44.5: dissoziative Krampfanfälle.

Zu 3 Richtig. Psychisch bedingte Herzrhythmusstörungen finden sich in der ICD-10 unter „somatoforme autonome Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems“.

Zu 4 Richtig. Psychogene Lähmungserscheinungen zählen zu den dissoziativen Störungen der Bewegung (Konversionsstörungen).

Zu 5 Richtig. Psychogener Durchfall findet sich in der ICD-10 unter den somatoformen autonomen Funktionsstörungen des Verdauungstrakts.

262 ?

Aussagenkombination

Abwehrmechanismen sind:

  • 1.

    Regression

  • 2.

    Vergessen

  • 3.

    Projektion

  • 4.

    Verdrängung

  • 5.

    Imitation

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

262 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Abwehrmechanismen werden von den Prüfern oft gleichgesetzt mit „Abwehrmechanismen im Sinne der Psychoanalyse“, was in der Fragestellung fehlt. Im Sinne der Psychoanalyse ist Regression (Zurückfallen in längst überwundene Verhaltensmuster) ein typischer Abwehrmechanismus.

Zu 2 Falsch. Vergessen ist kein Abwehrmechanismus, sondern eine Funktion des Gedächtnisses. In der Psychoanalyse kann ein Vergessen von Terminen oder wichtigen Ereignissen als Zeichen von „Widerstand“ gewertet werden.

Zu 3 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Projektion werden Impulse oder Eigenschaften, die jemand an sich selbst nicht leiden kann, auf andere projiziert und dort kritisiert.

Zu 4 Richtig. Bei der Verdrängung werden ein Konflikt und die damit verbundenen Ängste oder aggressiven Impulse ins eigene Unbewusste verlagert.

Zu 5 Falsch. Imitation (Nachahmung) ist ein wichtiger Faktor beim Erlernen neuer Verhaltensweisen. „Imitationslernen“ wird auch in der Verhaltenstherapie eingesetzt, z. B. beim sozialen Kompetenztraining. Da wird nichts „abgewehrt“, Imitation ist also kein Abwehrmechanismus.

263 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu den Symptomen der depressiven Episode trifft zu?

Antwort A Stimmenhören kann bei einer depressiven Episode auftreten.

Antwort B Motorische Unruhe schließt eine depressive Episode aus.

Antwort C Die Dauer des Vorliegens der Symptome ist unerheblich.

Antwort D Die Symptome müssen den ganzen Tag kontinuierlich vorhanden sein.

Antwort E Das Vorkommen eines somatischen Syndroms ist für eine depressive Episode nicht typisch.

263 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Bei einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen können akustische Halluzinationen (meist in Du-Form) auftreten.

Zu B Falsch. Zu den diagnostischen Kriterien einer depressiven Episode zählt nach ICD-10 eine „psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung“ (C5.), d. h., manche Patienten sind psychomotorisch gehemmt, andere hingegen motorisch unruhig.

Zu C Falsch. Für die Diagnose „depressive Episode“ müssen die Symptome mindestens 2 Wochen lang vorhanden sein.

Zu D Falsch. Typisch sind tageszeitliche Schwankungen der Beschwerden. Antrieb und depressive Stimmung sind bei vielen Patienten am Morgen besonders ausgeprägt und bessern sich im Verlauf des Tages.

Zu E Falsch. Bei depressiven Episoden sind körperliche Symptome wie Morgentief, Früherwachen, Appetitverlust, Libidoverlust etc. häufig. Die ICD-10 unterscheidet deshalb zwischen einer depressiven Episode mit oder ohne somatisches Syndrom. Schwere depressive Episoden gehen nahezu immer mit einem somatischen Syndrom einher.

264 ?

Aussagenkombination

Somatoforme Störungen …

  • 1.

    … können zu einem primären Krankheitsgewinn führen.

  • 2.

    … können zu einem sekundären Krankheitsgewinn führen.

  • 3.

    … sind Ausdruck einer körperlichen Erkrankung.

  • 4.

    … können sich in muskulärer Schwäche äußern.

  • 5.

    … haben auch bei später Diagnosestellung eine günstige Prognose.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

264 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nach psychoanalytischer Vorstellung ist der primäre Krankheitsgewinn eine Verringerung der „Konfliktspannung“ und der damit verbundenen Angst. Wenn ein Konflikt auf den Körper „verschoben“ wird, muss der/die Betroffene sich nicht mit dem Konflikt auseinandersetzen, die Angst bzw. Konfliktspannung ist dadurch nicht oder nicht mehr in vollem Maße spürbar.

Zu 2 Richtig. Zum sekundären Krankheitsgewinn zählt z. B. die vermehrte Zuwendung durch die Ärzte und die Familie, evtl. auch Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung etc.

Zu 3 Falsch. Somatoforme Störungen sind Ausdruck einer psychischen Störung oder Erkrankung.

Zu 4 Richtig. Eine länger andauernde muskuläre Schwäche ohne somatischen Grund zählt zu den somatoformen Störungen, manchmal klassifiziert unter F45.1 (undifferenzierte Somatisierungsstörung).

Zu 5 Falsch. Die Prognose ist bei frühzeitiger Therapie günstig. Die Therapie einer somatoformen Störung wird aber umso schwieriger und langwieriger, je länger die Erkrankung bereits (unbehandelt) besteht.

265 ?

Einfachauswahl

Ein Patient berichtet, er lebe zurückgezogen und meide Partys. Bei der Arbeit versuche er, Kundenkontakten soweit wie möglich aus dem Weg zu gehen, aus Angst, er könne etwas falsch machen. Welche Diagnose trifft am ehesten zu?

Antwort A Panikstörung

Antwort B Agoraphobie

Antwort C Generalisierte Angststörung

Antwort D Soziale Phobie

Antwort E Klaustrophobie

265 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Bei einer Panikstörung müsste der Mann ohne ersichtlichen Anlass Panikanfälle haben. Dies ist hier nicht der Fall.

Zu B Falsch. Bei einer Agoraphobie haben die Betroffenen Angst vor Plätzen, vor Menschenschlangen, vor dem Alleinreisen. Davon ist im Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu C Falsch. Bei der generalisierten Angststörung leiden die Betroffenen an Befürchtungen und Sorgen in Bezug auf alltägliche Ereignisse. Besonders häufig sind Befürchtungen, der Betreffende selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben. Das passt nicht zu diesem Fallbeispiel.

Zu D Richtig. Der Patient hat offensichtlich Angst vor sozialen Situationen aus Furcht, „sich peinlich oder erniedrigend zu verhalten“ (ICD-10). Dies ist typisch für eine soziale Phobie.

Zu E Falsch. Menschen mit Klaustrophobie haben Angst vor engen Räumen. Davon ist hier nicht die Rede.

266 ?

Aussagenkombination

Schizophrene Störungen des Ich-Erlebens sind:

  • 1.

    Gedankeneingebung

  • 2.

    Wortfindungsstörungen

  • 3.

    Gedankenausbreitung

  • 4.

    Denkhemmung

  • 5.

    Willensbeeinflussung von außen

Antwort A Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

266 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Zu den schizophrenen Ich-Störungen zählen Erlebnisweisen, bei denen die Betroffenen keine Grenze mehr zwischen ihrem Ich und der Außenwelt setzen können. Typisch hierfür sind Phänomene wie Gedankeneingebung (Aussage 1), Gedankenausbreitung (Aussage 3), Gedankenentzug und „Willensbeeinflussung von außen“ (= Fremdbeeinflussung des Denkens und Handelns, Aussage 5).

Zu 2 Falsch. Wortfindungsstörungen zählen zu den hirnorganisch bedingten Sprachstörungen (Aphasien), die z. B. bei der Demenz auftreten.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Falsch. Denkhemmung ist eine formale Denkstörung, die typisch ist für depressive Störungen.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

267 ?

Aussagenkombination

Zur Anorexia nervosa gehören folgende Symptome:

  • 1.

    Verstärkte Monatsblutung bei Frauen

  • 2.

    Übertriebene körperliche Aktivitäten

  • 3.

    Nahrungsverweigerung im Säuglingsalter

  • 4.

    Selbst induziertes Erbrechen

  • 5.

    Eingeschränkte Nahrungsauswahl

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

267 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Durch die Unterernährung kommt es zu hormonellen Störungen, als Folge davon zu einem Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö).

Zu 2 Richtig. Um Kalorien zu „verbrennen“, sind die meisten Betroffenen in übertriebenem Maße sportlich aktiv.

Zu 3 Falsch. In der Aussage wird suggeriert, die Anorexia nervosa beginne bei manchen Menschen schon im Säuglingsalter. Die „Pubertätsmagersucht“ beginnt in den meisten Fällen im Jugendalter. Eine Nahrungsverweigerung im Säuglingsalter ist nach ICD-10 eine „Fütterstörung im Säuglings- und Kindesalter“ (F98.2).

Zu 4 Richtig. Viele Anorektiker(innen) halten ihr Hungern nicht durch und verzehren dann auf einen Schlag große Nahrungsmengen, um sie anschließend zu erbrechen. Davon betroffen ist vor allem der aktive Typ der Magersucht. Nicht verwechseln mit der Bulimie! Die Essattacken mit anschließendem Erbrechen erfüllen nicht das Zeitkriterium einer Bulimie (mindestens 2-mal pro Woche).

Zu 5 Richtig. Personen mit einer Anorexia nervosa meiden Nahrungsmittel, die viele Kalorien enthalten (z. B. Fleisch).

268 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen über Halluzinationen treffen zu?

Antwort A Von der Illusion unterscheidet sich die Halluzination durch das Fehlen eines Sinnesreizes.

Antwort B Es handelt sich um eine Sinnestäuschung, bei der real Vorhandenes verfälscht wahrgenommen wird.

Antwort C Bei schizophrenen Psychosen kommen gleich häufig akustische wie optische Halluzinationen vor.

Antwort D Die Feststellung einer Halluzination ist stets erforderlich, um eine Schizophrenie zu diagnostizieren.

Antwort E Die Feststellung einer Halluzination lässt noch keinen sicheren Schluss auf das Vorhandensein eines psychotischen Prozesses zu.

268 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Bei der Halluzination sehen oder hören die Betroffenen etwas, was objektiv nicht vorhanden ist, im Gegensatz zur illusionären Verkennung, bei der etwas real Vorhandenes (z. B. ein Baumstumpf) durch eine Sinnestäuschung als etwas anderes (z. B. eine kauernde Gestalt) „verkannt“ wird.

Zu B Falsch. Beschrieben wird hier die Illusion, bei der Sinnesreize (z. B. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken) verfälscht wahrgenommen werden (Kommentar zu A).

Zu C Falsch. Für schizophrene Psychosen sind vor allem akustische Halluzinationen typisch.

Zu D Falsch. Bei bestimmten Schizophrenieformen (Schizophrenia simplex, Hebephrenie, katatone Schizophrenie) treten Halluzinationen nicht oder nur sporadisch auf.

Zu E Richtig. Halluzinationen können auch bei gesunden Menschen auftreten, z. B. bei längerem Schlafentzug.

269 ?

Aussagenkombination

Eine paranoide Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) äußert sich …

  • 1.

    … in geringer Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung.

  • 2.

    … in Selbstbezogenheit.

  • 3.

    … in ausgeprägtem Misstrauen.

  • 4.

    … in streitsüchtigem Verhalten.

  • 5.

    … in stetigem Drang zum Perfektionismus.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

269 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Die Betroffenen sind übertrieben empfindlich gegenüber Ablehnung.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen beziehen alles auf sich selbst und reagieren dann oft mit rechthaberischem Verhalten.

Zu 3 Richtig. Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sind übertrieben misstrauisch (engl.: paranoid = misstrauisch).

Zu 4 Richtig. Wenn die Betroffenen sich angegriffen oder zu Unrecht missachtet fühlen, reagieren sie streitsüchtig, oft auch mit juristischen Prozessen.

Zu 5 Falsch. Der Drang zum Perfektionismus ist typisch für die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

270 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) trifft zu?

Antwort A Bei ADHS-Patienten führt nur eine streng phosphatarme Diät zu einer deutlichen Besserung der Symptome.

Antwort B Therapieverfahren der Wahl ist die Spieltherapie.

Antwort C ADHS endet mit der Pubertät.

Antwort D Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Antwort E Durch medikamentöse Stimulanzien lässt sich das Sozialverhalten der Betroffenen in vielen Fällen bessern.

270 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. In den 1980er-Jahren stellte die Apothekerin Herta Hafer eine Theorie auf, wonach Phosphate in Nahrungsmitteln zu einer Störung der Hirnfunktion führen. In einer kontrollierten Studie, die an der Mainzer Universitäts-Kinderklinik durchgeführt wurde, konnte die Phosphat-Hypothese der Hyperaktivität nicht bestätigt werden.

Zu B Falsch. Bei leichteren Formen von ADHS ist die Verhaltenstherapie das Therapieverfahren der Wahl. In schweren Fällen wird meist eine Kombination von medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie durchgeführt.

Zu C Falsch. Bei vielen Betroffenen bestehen die Symptome der ADHS bis ins Erwachsenenalter fort.

Zu D Falsch. Jungen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

Zu E Richtig. Psychostimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin) bessern in vielen Fällen die Symptome von ADHS, u. a. auch das durch die Hyperaktivität geprägte Sozialverhalten.

271 ?

Aussagenkombination

Sie haben bei einem Ihrer Patienten den Verdacht auf Suizidalität. Welche weiteren Symptome bzw. Kenntnisse in Bezug auf den Patienten stützen ihren Verdacht?

  • 1.

    Suchtmittelkonsum

  • 2.

    Tiefe Religiosität

  • 3.

    Autoaggressivität

  • 4.

    Erheblicher Gewichtsverlust

  • 5.

    Sozialer Rückzug

Antwort A Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

271 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Menschen, die von Alkohol oder illegalen Drogen abhängig sind, haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

Zu 2 Falsch. Bei tief religiösen Menschen ist die Sinnhaftigkeit des Lebens, die bei vielen Suizidgefährdeten verloren gegangen ist, erhalten. Für viele Gläubige wäre überdies ein Suizid eine schwere Sünde.

Zu 3 Richtig. Autoaggressivität ist eines der Merkmale des präsuizidalen Syndroms nach Ringel.

Zu 4 Richtig. Ein erheblicher Gewichtsverlust lässt auf eine depressive Erkrankung schließen. Menschen mit Depressionen sind besonders suizidgefährdet.

Zu 5 Richtig. Sozialer Rückzug findet sich häufig bei Menschen mit depressiven Störungen. Nach Ringel zählt der soziale Rückzug zum präsuizidalen Syndrom.

272 ?

Aussagenkombination

Mögliche Verlaufsformen einer Schizophrenie sind:

  • 1.

    Vielphasischer Verlauf mit psychopathologischer Remission

  • 2.

    Schubförmiger Verlauf mit typischen schizophrenen Residualzuständen

  • 3.

    Auftreten von Rezidiven, die einer Depression ähneln

  • 4.

    Gradlinig progredienter Verlauf mit dem Ausgang typisch schizophrener Denkstörungen

  • 5.

    In der überwiegenden Zahl schwerste Residuen

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

272 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Hintergrund der Frage ist die sog. Drittelregel: Bei ⅓ der Patienten treten die Symptome einmalig auf, anschließend kommt es zu einer vollständigen Remission. Bei einem weiteren ⅓ verläuft die Erkrankung in Phasen. Zwischen den Phasen kommt es zu einer „psychopathologischen Remission“ (= Wiedergesundung). Beim letzten ⅓ kommt es nach jeder Episode zu einer Verschlechterung der Symptome, die schließlich in den Residualzustand eines schizophrenen Residuums einmünden (Aussage 2). Daneben gibt es zwei Sonderfälle: die postschizophrene Depression (Aussage 3). Im Gegensatz zu einer „normalen“ Depression müssen noch einige (nicht im Vordergrund der Symptomatik stehende) Plus- und Minus-Symptome vorhanden sein. Der zweite Sonderfall sind Erkrankungen wie die Hebephrenie oder die Schizophrenia simplex mit schleichendem Beginn und fortschreitender Entwicklung ohne phasenhaften Verlauf (Aussage 4).

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Nur bei etwa ⅓ der Fälle kommt es zu schweren Residualzuständen.

273 ?

Aussagenkombination

Als formale Denkstörungen gelten:

  • 1.

    Gedankenausbreitung

  • 2.

    Gedankenabreißen

  • 3.

    Neologismen (Wortneubildungen)

  • 4.

    Gedankenentzug

  • 5.

    Ideenflucht

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

273 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Gedankenausbreitung zählt zu den Ich-Störungen.

Zu 2 Richtig. Gedankenabreißen ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung.

Zu 3 Richtig. Neologismen (Wortneubildungen) sind typisch für schizophrene Erkrankungen. Sie zählen zu den formalen Denkstörungen.

Zu 4 Falsch. Gedankenentzug ist eine Ich-Störung, keine formale Denkstörung.

Zu 5 Richtig. Ideenflucht ist eine formale Denkstörung, die für manische Erkrankungen typisch ist.

274 ?

Einfachauswahl

Die hypochondrische Störung zählt nach ICD-10 zu den …

Antwort A … psychosomatischen Störungen.

Antwort B … somatoformen Störungen.

Antwort C … vorgetäuschten (artifiziellen) Störungen.

Antwort D … simulierten Störungen.

Antwort E … Zwangsstörungen.

274 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Psychosomatische Störungen/Erkrankungen sind zwar z. T. psychisch bedingt, es gibt jedoch einen eindeutigen organischen Befund (z. B. Magengeschwür, Schilddrüsenüberfunktion, Asthma, Darmentzündung etc.).

Zu B Richtig. Die hypochondrische Störung zählt zu den somatoformen Störungen. Ihr Merkmal ist eine übertriebene Angst, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden, obwohl es keinen ärztlichen Befund gibt.

Zu C Falsch. Bei der artifiziellen Störung (Münchhausen-Syndrom) täuscht jemand bewusst eine Erkrankung vor, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erlangen. Hypochonder täuschen ihre Erkrankung nicht vor, sie sind überzeugt davon, schwer krank zu sein.

Zu D Falsch. Wenn jemand eine Erkrankung vortäuscht, um z. B. am Montag „blau zu machen“ oder vom Militärdienst befreit zu werden, ist die Erkrankung simuliert = vorgetäuscht. Davon ist im Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu E Falsch. Zwangsstörungen haben nichts mit Hypochondrie zu tun.

275 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen sind im Kontext einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen richtig?

Antwort A Beim Absetzen von Benzodiazepinen kann es zu körperlichen und psychischen Entzugssymptomen kommen.

Antwort B Beim Absetzen von Benzodiazepinen kommt es ausschließlich zu psychischen Entzugssymptomen.

Antwort C Beim Absetzen von Benzodiazepinen kommt es ausschließlich zu körperlichen Entzugssymptomen.

Antwort D Das Entzugsdelir und epileptische Anfälle sind potenziell lebensbedrohliche Entzugssymptome beim Benzodiazepin-Entzug.

Antwort E Eine ambulante Entzugsbehandlung ist bei Benzodiazepinen nicht möglich.

275 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Beim Entzug von Benzodiazepinen treten sowohl körperliche als auch psychische Entzugserscheinungen auf. Zu den körperlichen Symptomen zählen Schwitzen, Zittern, Sehstörungen, innere Unruhe und Muskelverkrampfungen. Psychische Entzugssymptome sind Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, z. T. auch optische Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Richtig. Die Entzugssymptome können sich zu einem Benzodiazepin-Entzugsdelir mit der Gefahr von epileptischen Anfällen entwickeln.

Zu E Falsch. In den meisten Fällen werden Entzug und Entwöhnung in Spezialkliniken durchgeführt. Bei ausreichender medizinischer Überwachung kann der Entzug auch ambulant erfolgen.

276 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen über Bulimie treffen zu?

  • 1.

    Als Folge der Erkrankung treten Zahnschmelzschäden auf.

  • 2.

    Normal- oder Übergewicht schließen eine Bulimie aus.

  • 3.

    Bulimisch Kranke essen gern mit anderen zusammen.

  • 4.

    Eine mögliche Komplikation der Bulimie ist der plötzliche Herztod.

  • 5.

    Missbrauch von Abführmitteln kann auftreten.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

276 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Durch das häufige Erbrechen gelangt vermehrt Magensäure in den Mund. Dies führt häufig zu einer Schädigung der Zähne.

Zu 2 Falsch. Die meisten Bulimikerinnen sind normalgewichtig, manchmal auch ein wenig übergewichtig.

Zu 3 Falsch. Die Essanfälle (und das anschließende Erbrechen) erfolgen heimlich.

Zu 4 Richtig. Herzrhythmusstörungen sind eine klassische Folge der Bulimie. Ursache ist ein Mangel an Kalium und Natrium. In manchen Fällen können die Herzrhythmusstörungen zum Herzstillstand führen.

Zu 5 Richtig. Neben dem selbst induzierten Erbrechen und kurzzeitigen Hungerperioden dient auch der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien) der Gewichtsreduktion.

277 ?

Einfachauswahl

In Ihrer Praxis erscheint eine 25-jährige Frau mit Rückenschmerzen (eine organische Ursache ist ausgeschlossen): Beim Betreten des Sprechzimmers hinkt sie, reibt sich vermehrt die schmerzende Stelle und nimmt beim Sitzen eine Schonhaltung ein. Bei der Anamnese berichtet sie u. a., dass ihr Mann, wenn sie Schmerzen habe, sie entlaste und den Haushalt erledige. – Durch welchen Begriff ist das vermehrt gezeigte nonverbale Schmerzverhalten am ehesten zu erklären?

Antwort A Klassische Konditionierung

Antwort B Modell-Lernen

Antwort C Primäre Verstärkung

Antwort D Reizgeneralisierung

Antwort E Reizabschwächung

277 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei der klassischen Konditionierung kommt es zu einer Kopplung zweier Reize, die beide dasselbe Verhalten auslösen. Das passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Modell-Lernen = Imitationslernen. Dies passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu C Richtig. Wenn der Mann seine Frau immer dann entlastet, wenn sie Schmerzsignale aussendet, entspricht dies einer Belohnung. Die Folge: Das Schmerzverhalten wird verstärkt. Die Belohnung erfolgt durch das Stillen eines Urbedürfnisses (hier: Zuwendung), also durch einen primären Verstärker. Obwohl der Begriff sich kaum in der Fachliteratur findet, erwarten die Prüfer den Transfer: positive Verstärkung → primärer Verstärker → primäre Verstärkung.

Zu D Falsch. Hier wird kein Reiz auf andere – ähnliche – Reize ausgeweitet.

Zu E Falsch. Hier wird kein Reiz abgeschwächt.

278 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage trifft für die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ zu?

Antwort A Die Borderline-Störung ist mittels Psychotherapie relativ leicht heilbar.

Antwort B Der Krankheitsverlauf kann in den meisten Fällen als günstig beurteilt werden.

Antwort C Patienten mit Borderline-Störung leiden häufig auch an Angst- und affektiven Störungen.

Antwort D Frauen sind weniger betroffen.

Antwort E Suizidalität ist bei Patienten mit Borderline-Störung sehr selten.

278 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Bei allen Persönlichkeitsstörungen kann Psychotherapie die Störung nicht heilen, aber den Betroffenen helfen, besser mit den Auffälligkeiten umzugehen und so eine Verbesserung ihrer Lebensqualität zu bewirken. Auch die Borderline-Störung ist schwer therapierbar, der Krankheitsverlauf ist deshalb ungünstig.

Zu B Falsch. Kommentar zu A.

Zu C Richtig. Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden häufig an Depressionen und Ängsten (häufig: generalisierte Angststörung).

Zu D Falsch. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Manche Untersuchungen sprechen von einem 2:1-Verhältnis; andere gehen davon aus, dass 75 % der Borderline-Patienten Frauen sind.

Zu E Falsch. „Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung“ (ICD-10) sind ein wichtiges Merkmal der Borderline-Störung. Neben Ritzen und Substanzmissbrauch sind auch Suizidgedanken oder Suizidhandlungen häufig.

279 ?

Aussagenkombination

Welche Verfahren zählen zu den Psychotherapieverfahren?

  • 1.

    Hypnose

  • 2.

    Gestalttherapie

  • 3.

    Elektrokrampftherapie

  • 4.

    Psychodrama

  • 5.

    Homöopathie

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

279 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Hypnose wurde schon von Sigmund Freud angewandt. Die moderne Hypnotherapie wurde vor allem von Milton H. Erickson geprägt. Hypnosetherapie ist ein anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren.

Zu 2 Richtig. In der von Fritz Perls begründeten Gestalttherapie spielen die Wahrnehmung (statt Denken und Analysieren) und die Wichtigkeit der Erfahrung eine wichtige Rolle.

Zu 3 Falsch. Bei Menschen mit schweren Depressionen, die auf Medikamente nicht ansprechen, wird unter Narkose ein Krampfanfall ausgelöst. Die EKT ist kein psychotherapeutisches Verfahren.

Zu 4 Richtig. Das von Moreno begründete Psychodrama ist eine Psychotherapieform, bei der z. B. soziale Konflikte in der Gruppe in einer Art „Psychodrama“ ausagiert werden.

Zu 5 Falsch. Die von Samuel Hahnemann entwickelte Homöopathie ist ein naturkundliches Verfahren, das vor allem bei körperlichen Erkrankungen eingesetzt wird. Homöopathie zählt nicht zu den psychotherapeutischen Verfahren und darf nur von einem „großen“ Heilpraktiker eingesetzt werden.

280 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?

  • 1.

    Sie ist eine Erkrankung aus der Gruppe der Psychosen.

  • 2.

    Veränderungen des Denkens und der Wahrnehmung sind typisch.

  • 3.

    Sog. „negative Symptome“ (z. B. Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte) können bestehen.

  • 4.

    Das Denken des Schizophrenen kann sich in Zerfahrenheit äußern.

  • 5.

    Die Erkrankung geht mit einer verminderten Lebenserwartung einher.

Antwort A Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

280 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei schizophrenen Erkrankungen finden sich viele psychotische Symptome (Wahn, Halluzinationen, Ich-Störungen), die Schizophrenie zählt deshalb zu den Psychosen.

Zu 2 Richtig. Typische Symptome sind Wahrnehmungsstörungen (akustische Halluzinationen), formale Denkstörungen (z. B. Denkzerfahrenheit) und inhaltliche Denkstörungen (Wahn). Auch die hier nicht genannten Ich-Störungen sind typisch.

Zu 3 Richtig. Negative Symptome finden sich bei einigen Unterformen der Schizophrenie wie der Schizophrenia simplex, der Hebephrenie und dem schizophrenen Residuum.

Zu 4 Richtig. Denkzerfahrenheit ist eine typische formale Denkstörung der Schizophrenie.

Zu 5 Richtig. Wegen der hohen Suizidrate (ca. 10 %), aber auch aus anderen, noch nicht völlig erforschten Gründen reduziert eine schizophrene Erkrankung die Lebenserwartung um 10–15 Jahre. Schizophrene erkranken z. B. häufiger an Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc. als der Durchschnitt der Bevölkerung.

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