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B978-3-437-58385-8.00012-6

10.1016/B978-3-437-58385-8.00012-6

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2009

309 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Das abnorme Verhaltensmuster ist durchgängig vorhanden.

  • 2.

    Auffälligkeiten bestehen u. a. in den Bereichen Affektivität, Denken, Impulskontrolle, Sozialverhalten.

  • 3.

    Beginn im mittleren bis höheren Erwachsenenalter.

  • 4.

    Die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 1–3 %.

  • 5.

    Die Persönlichkeitsbezüge sind unflexibel und wenig angepasst.

Antwort A Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

309 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Das abnorme Verhaltensmuster ist durchgängig vorhanden und nicht – wie bei schizophrenen oder affektiven Störungen – auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt.

Zu 2 Richtig. Die ICD-10 nennt vier Bereiche von Auffälligkeiten: 1. Kognitionen, 2. Affektivität, 3. Impulskontrolle, 4. soziales Handeln.

Zu 3 Falsch. Der Beginn liegt laut ICD-10 in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter.

Zu 4 Falsch. Die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung liegt bei etwa 10 %. In diesem Zusammenhang interessant: Der Anteil der Personen mit Persönlichkeitsstörungen unter psychiatrischen Patienten ist mit 40–60 % deutlich höher.

Zu 5 Richtig. Laut ICD-10 ist das Verhalten in vielen Situationen unflexibel und unangepasst.

310 ?

Einfachauswahl

Leidet ein Mensch unter der Angst, das eigene Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, sich in eine Menschenmenge oder auf öffentliche Plätze zu begeben oder allein in Zügen, Bussen oder Flugzeugen zu reisen, dann ist das ein Ausdruck von:

Antwort A Sozialer Phobie

Antwort B Zwangsstörung

Antwort C Generalisierter Angststörung

Antwort D Posttraumatischer Belastungsstörung

Antwort E Agoraphobie

310 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Diagnostische Kriterien der Agoraphobie nach ICD-10: deutliche und anhaltende Furcht oder Vermeidung von mindestens zwei der folgenden Situationen: 1. Menschenmengen, 2. öffentliche Plätze, 3. Alleinreisen, 4. Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause.

311 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen über depressive Syndrome im Alter treffen zu?

  • 1.

    Depressive Syndrome im Alter treten selten auf.

  • 2.

    Auffällige Merkmale können Reizbarkeit, Hypochondrie und Misstrauen sein.

  • 3.

    Symptome einer Demenz sind gut von denen einer Depression zu unterscheiden.

  • 4.

    Antidepressiva sollten in jedem Fall gegeben werden.

  • 5.

    Risikofaktor für eine Depression im Alter kann die Einnahme bestimmter Medikamente sein.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

311 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Depressive Syndrome im Alter sind sehr häufig.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen sind oft reizbar, misstrauisch und klagen über vorhandene oder nicht vorhandene Krankheiten.

Zu 3 Falsch. Symptome wie Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme, Antriebsschwäche etc. finden sich sowohl bei der Demenz als auch bei Depressionen. Deshalb wird oft zu Unrecht eine Demenz angenommen.

Zu 4 Falsch. Bei leichteren Depressionen haben sich verhaltenstherapeutische Maßnahmen (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) bewährt.

Zu 5 Richtig. Einige Medikamente wie Blutdrucksenker, Antirheumatika, Betablocker oder Schmerzmittel können Depressionen verursachen (pharmakogene Depression).

312 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur hebephrenen Schizophrenie treffen zu?

Antwort A Das Denken ist i. d. R. nicht beeinträchtigt.

Antwort B Erste Symptome treten meist erst nach dem 40. Lebensjahr auf.

Antwort C Typisch ist eine übertriebene Befolgung von Konventionen.

Antwort D Affektive Veränderungen stehen im Vordergrund.

Antwort E Soziale Isolierung droht.

312 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Die Betroffenen haben laut ICD-10 „eindeutige Denkstörungen, die sich als unzusammenhängende, weitschweifige oder zerfahrene Sprache äußern“.

Zu B Falsch. Das Wort „Hebephrenie“ kommt aus dem Griechischen (Zusammensetzung aus hebe = Jugend und phrenos = Geist, Seele). Die Hebephrenie ist demnach eine Form der Schizophrenie, die in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter beginnt (meist zwischen 15 und 25 Jahren).

Zu C Falsch. Eine übertriebene Befolgung von Konventionen wäre typisch für die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Die Stimmung ist flach und oft unpassend. Die Betroffenen zeigen häufig ein läppisches Verhalten, Manierismen in Sprache, Gestik und Mimik und reagieren emotional nicht oder widersprüchlich auf Äußerungen der Umwelt.

Zu E Richtig. Viele Betroffene ziehen sich sozial zurück oder werden von anderen Menschen wegen ihres bizarren Verhaltens gemieden.

313 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Zuordnungen (Erkrankung – Therapieverfahren) treffen zu?

Antwort A Schizophrenie – Lichttherapie

Antwort B ADHS – Reizkonfrontation

Antwort C Manie – Schlafentzugs-Therapie

Antwort D Phobie – Verhaltenstherapie

Antwort E Schwere, schlecht behandelbare Depression – Elektrokrampftherapie

313 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Die Lichttherapie wird vor allem bei saisonalen Depressionen (z. B. Winterdepression) eingesetzt.

Zu B Falsch. Die Reizkonfrontation wird bevorzugt bei isolierten Phobien und der Agoraphobie eingesetzt. Bei ADHS hat sich eine medikamentöse Behandlung (Ritalin) kombiniert mit Verhaltenstherapie (Verbesserung der Selbststeuerung; Selbstinstruktionstraining; Einüben neuer Problemlösestrategien etc.) bewährt.

Zu C Falsch. Schlafentzug wird bei Depressionen eingesetzt. Manische Erkrankungen werden vorrangig medikamentös behandelt.

Zu D Richtig. Bei Phobien wird meist die klassische Verhaltenstherapie (Exposition mit Reaktionsverhinderung) eingesetzt, oft kombiniert mit Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie (z. B. Angsttagebuch).

Zu E Richtig. Bei Patienten mit schweren Depressionen, die auf Antidepressiva nicht ansprechen, kann die Elektrokrampftherapie zur Anwendung kommen.

314 ?

Einfachauswahl

Was versteht man unter einem erweiterten Suizid?

Antwort A Suizid unter Mitnahme von Bezugspersonen ohne deren Einwilligung.

Antwort B Etappenweiser Suizid durch bewusste Schädigung des Körpers (z. B. Alkoholmissbrauch).

Antwort C Suizid als Folge eines anderen Suizids in der näheren Umgebung des Betroffenen.

Antwort D Gemeinsamer Suizid von zwei oder mehreren Personen (im freiwilligen Einvernehmen).

Antwort E Zwei Personen töten sich gegenseitig mit dem jeweiligen Einverständnis.

314 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Wenn jemand sich umbringt und z. B. seine Kinder oder seine Frau gegen ihren Willen mit in den Tod nimmt, ist dies ein erweiterter Suizid. Ein anderes Wort hierfür ist „Mitnahmesuizid“.

Zu B Falsch. Ein selbstschädigendes, lebensverkürzendes Verhalten wird nicht als Suizid bezeichnet.

Zu C Falsch. In manchen Fällen möchte jemand einer geliebten Person in den Tod folgen: Dann ist dies eine spezielle Motivation für den Suizid, aber kein Mitnahmesuizid. In anderen Fällen kann der Suizid eines Menschen in der näheren Umgebung zur Nachahmung anregen. Auch dies ist kein „erweiterter Suizid“.

Zu D Falsch. Ein gemeinsamer Suizid (in beiderseitigem Einvernehmen) ist etwas Anderes als ein erweiterter Suizid.

Zu E Falsch. Das ist in etwa dasselbe wie der unter D beschriebene gemeinsame Suizid.

315 ?

Aussagenkombination

Was ist bei der Behandlung von Patienten mit somatoformen Störungen unerlässlich?

  • 1.

    Vor der Behandlung müssen körperliche Ursachen der Symptome ausgeschlossen werden.

  • 2.

    Verordnung von Schmerzmitteln.

  • 3.

    Die Beschwerden des Patienten ernst nehmen.

  • 4.

    Die Patienten immer wieder auf mögliche körperliche Ursachen hinweisen.

  • 5.

    Die Patienten darin zu bestärken, regelmäßig zu verschiedenen Fachärzten zu gehen.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

315 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Wie bei jeder anderen psychischen Erkrankung müssen körperliche Erkrankungen, die die Symptome verursachen könnten, ausgeschlossen werden.

Zu 2 Falsch. Da die Symptome psychisch bedingt sind, wäre die Verordnung von Schmerzmitteln zur Unterdrückung der Symptome kontraindiziert. Da viele Betroffene Beruhigungs- und Schmerzmittel in Selbstmedikation nehmen, sollte dies abgeklärt werden. Nebenbei bemerkt: Ein Heilpraktiker für Psychotherapie darf keine Medikamente verordnen!

Zu 3 Richtig. Es geht darum, das Vertrauen des Klienten zu gewinnen, indem man seine Beschwerden ernst nimmt und ihm den Zusammenhang zwischen Psyche und Körper durch Psychoedukation vorsichtig bewusst macht.

Zu 4 Falsch. Das ist das Gegenteil der unter 3 beschriebenen Vorgehensweise.

Zu 5 Falsch. Fachärztliche Abklärung ja, aber kein „Doctor Shopping“! Das haben die meisten Klienten schon hinter sich.

316 ?

Aussagenkombination

Demenzielle Syndrome können auftreten bei:

  • 1.

    Multipler Sklerose (MS)

  • 2.

    Leberzirrhose

  • 3.

    Austrocknung (Exsikkose)

  • 4.

    Elektrolytstörung

  • 5.

    Parkinson-Krankheit

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

316 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei MS kommt es durch eine Autoimmunreaktion zur Schädigung der sog. Myelinscheiden im ZNS. Wenn die Schädigung im Gehirn auftritt, kann eine Demenz die Folge sein.

Zu 2 Richtig. Bei einer Leberzirrhose kann die Leber nicht mehr entgiften. Dadurch reichert sich im Blut das Stoffwechselgift Ammoniak an. Dies schädigt das Gehirn. Bei einem Teil der Patienten entsteht dadurch eine „hepatische Enzephalopathie“ mit demenziellen Syndromen und Störungen des Bewusstseins.

Zu 3 Richtig. Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr wird das Gehirn nicht mehr adäquat mit Sauerstoff versorgt. Die Folge: kurzzeitige demenzielle Syndrome, die bei Flüssigkeitszufuhr wieder verschwinden.

Zu 4 Richtig. Elektrolytstörungen können demenzielle Syndrome verursachen. Ein „Zuviel“ an Natrium z. B. führt zur Austrocknung der Nervenzellen. Demenzielle Syndrome und Verwirrungszustände können die Folge sein.

Zu 5 Richtig. Durch Dopamin-Mangel kommt es bei etwa 30–40 % der Parkinson-Patienten zu demenziellen Syndromen, die im höheren Alter zunehmen.

317 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Demenz bei Alzheimer Krankheit treffen zu?

Antwort A Schleichender Beginn mit langsamer Verschlechterung.

Antwort B Von Beginn an besteht eine Bewusstseinstrübung.

Antwort C Ein Krankheitsbeginn vor dem 65. Lebensjahr ist möglich.

Antwort D Neurologische Herdzeichen wie Hemiparese bestehen in der Frühphase der Krankheit.

Antwort E Wahn oder depressive Verstimmung treten bei der Erkrankung nicht auf.

317 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Vor allem bei der Alzheimer-Demenz mit spätem Beginn (ab 65 J.) ist ein schleichender Beginn mit langsamer Progredienz typisch.

Zu B Falsch. Im Gegensatz zum Delir sind die Betroffenen in den ersten Jahren der Erkrankung bewusstseinsklar.

Zu C Richtig. Liegt der Krankheitsbeginn vor dem 65. Lebensjahr, ist die Diagnose nach ICD-10 „Demenz bei Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn“.

Zu D Falsch. Neurologische Herdzeichen wie z. B. eine halbseitige Lähmung (Hemiparese) sind ein Hinweis auf eine Schädigung des Gehirns durch einen Schlaganfall, durch Mini-Infarkte oder transiente ischämische Attacken (TIA). Der Nachweis einer zerebrovaskulären Erkrankung ist ein Ausschlusskriterium für Morbus Alzheimer.

Zu E Falsch. Eine Demenz tritt häufig mit Zusatzsymptomen auf: a) vorwiegend wahnhaft; b) vorwiegend halluzinatorisch; c) vorwiegend depressiv; d) zusätzliche gemischte Symptome.

318 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für ein organisches amnestisches Syndrom sind:

Antwort A Bewusstseinstrübung

Antwort B Wahnideen

Antwort C Erhaltene Gedächtnisfunktion

Antwort D Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses

Antwort E Zustand nach Schlaganfall

318 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Das organische amnestische Syndrom (Korsakow-Syndrom) ist häufig Folge einer Schädigung des Gehirns durch eine schwere Schädelverletzung, einen Schlaganfall (zerebraler Insult), Vergiftungen (z. B. CO-Vergiftung) oder langjährigen Alkoholkonsum. Typisch sind Störungen des Kurzzeitgedächtnisses in Verbindung mit Orientierungsstörungen. Die Betroffenen sind bewusstseinsklar und versuchen, ihre Gedächtnislücken durch Konfabulationen zu kaschieren.

Zu B Falsch. Wahn ist kein Diagnosekriterium für das organische amnestische Syndrom.

Zu C Falsch. Wie die Bezeichnung „amnestisch“ es ausdrückt, leiden die Betroffenen unter Gedächtnisstörungen.

Zu D Richtig. Die Betroffenen können neue Informationen nicht mehr längerfristig speichern, ihr Kurzzeitgedächtnis ist stark beeinträchtigt.

Zu E Richtig. Die ICD-10 nennt unter F04/C als Diagnosekriterium ausdrücklich den „Nachweis eines Insults oder einer Gehirnerkrankung“, der/die für die Gedächtnisstörungen „verantwortlich gemacht werden kann“.

319 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu umschriebenen Entwicklungsstörungen bei Kindern treffen zu?

Antwort A Eine Sprachentwicklungsstörung liegt vor, wenn im Alter von bis zu einem Jahr nur drei bis vier Wörter gesprochen werden.

Antwort B Entwicklungsstörungen werden auch als Teilleistungsschwächen bezeichnet.

Antwort C Die häufigste umschriebene Entwicklungsstörung des Kindesalters ist die Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche).

Antwort D Der Intelligenzquotient der betroffenen Kinder ist deutlich erniedrigt.

Antwort E Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten werden meist erst am Ende der Schullaufbahn erworben.

319 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Die meisten Babys sagen ihr erstes bewusstes Wort (Mama, Papa) zwischen dem 9. und 14. Monat. Eine Sprachentwicklungsstörung liegt vor, wenn die sprachlichen Fähigkeiten deutlich unterhalb des Niveaus liegen, das für Kinder in diesem Alter normal ist.

Zu B Richtig. Unter Teilleistungsschwächen versteht man Leistungsdefizite in begrenzten Teilbereichen wie Rechnen, Lesen, Rechtschreiben, Sprechen oder der Motorik bei hinreichender Intelligenz sowie körperlicher und seelischer Gesundheit.

Zu C Richtig. Die Legasthenie (Lese-/Rechtschreibstörung) ist eine der häufigsten „umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“. 4–7 % der deutschen Bevölkerung sind davon betroffen.

Zu D Falsch. Die betroffenen Kinder haben einen normalen, in manchen Fällen auch einen überdurchschnittlich hohen IQ.

Zu E Falsch. ICD-10: „Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit“ (F8.a).

320 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen sind im Kontext einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen richtig?

Antwort A Beim Absetzen von Benzodiazepinen kann es zu körperlichen und psychischen Entzugssymptomen kommen.

Antwort B Ein Delir tritt ausschließlich bei vollständigem Absetzen von Benzodiazepinen auf.

Antwort C Beim Absetzen von Benzodiazepinen kommt es ausschließlich zu körperlichen Entzugssymptomen.

Antwort D Das Entzugsdelir und epileptische Anfälle sind potenziell lebensbedrohliche Komplikationen beim Benzodiazepin-Entzug.

Antwort E Eine ambulante Entzugsbehandlung ist bei Benzodiazepinen nicht möglich.

320 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Beim Entzug von Benzodiazepinen treten sowohl körperliche als auch psychische Entzugserscheinungen auf. Zu den körperlichen Symptomen zählen Schwitzen, Zittern, Sehstörungen, innere Unruhe und Muskelverkrampfungen. Psychische Entzugssymptome sind Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, z. T. auch optische Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

Zu B Falsch. Bei einer Hochdosisabhängigkeit kann eine plötzliche Reduktion der Menge um die Hälfte oder zwei Drittel zu massiven Entzugssyndromen mit der Gefahr eines Delirs führen. Deshalb muss der Entzug von Benzodiazepinen fraktioniert (kleinschrittig) erfolgen.

Zu C Falsch. Kommentar zu A.

Zu D Richtig. Die Entzugssymptome können sich zu einem Benzodiazepin-Entzugsdelir mit der Gefahr von epileptischen Anfällen entwickeln.

Zu E Falsch. In den meisten Fällen werden Entzug und Entwöhnung in Spezialkliniken durchgeführt. Bei ausreichender medizinischer Überwachung kann der Entzug auch ambulant erfolgen.

321 ?

Einfachauswahl

Ein Patient berichtet, dass er Panikattacken erleidet. Anhand welchen Merkmals/Kriteriums können Sie differenzialdiagnostisch feststellen, ob bei dem Patienten eine Panikstörung vorliegt?

Antwort A Der Patient erlebt anhaltend Sorgen, Angst und Grübeleien.

Antwort B Die Panikattacken treten in unterschiedlichen Situationen und unter verschiedenen Umständen auf (nicht vorhersehbar).

Antwort C Die Symptome beginnen allmählich und schleichend.

Antwort D Die Anfälle dauern maximal 15 Minuten an.

Antwort E Der Patient leidet auch unter einer depressiven Störung.

321 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Anhaltende Sorgen, Befürchtungen und Grübeleien sind typisch für die generalisierte Angststörung.

Zu B Richtig. Wichtig ist hier der Zusatz „nicht vorhersehbar“. ICD-10: „Wiederholte Panikattacken, die nicht auf eine spezifische Situation oder ein spezifisches Objekt bezogen sind und oft spontan auftreten.“

Zu C Falsch. Eine Panikattacke setzt abrupt ein, steigt in kürzester Zeit wellenförmig bis zum Höhepunkt der Angst an und flaut dann wieder ab. Der Beginn ist also keinesfalls schleichend.

Zu D Falsch. Panikattacken dauern zwar meist nur einige Minuten an (als maximale Dauer werden in der Literatur 15–30 Minuten angegeben). Allerdings finden sich Panikattacken (= massive Angstanfälle) auch bei anderen Angsterkrankungen und sind deshalb nur dann ein Diagnosekriterium für die Panikstörung, wenn sie wie aus heiterem Himmel auftreten.

Zu E Falsch. Die ICD-10 nennt als Ausschlussvorbehalt: „Die Panikattacken sind nicht Folge einer organischen psychischen Störung oder […] einer affektiven Störung.“

322 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Schizophrenie trifft zu?

Antwort A Das Erkrankungsrisiko ist bei Kindern eines an Schizophrenie Erkrankten erhöht.

Antwort B Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Antwort C Die sechs sog. „A-Symptome“ (Alogie, Affektverflachung, Apathie, Anhedonie, Asozialität, Aufmerksamkeitsstörungen) sind Kennzeichen der schizophrenen Positivsymptomatik.

Antwort D Die Symptome „Wahn“ und „Halluzination“ sind bei Schizophrenen immer ausgebildet.

Antwort E Die Symptome „Wahn“ und „Halluzination“ beweisen das Vorliegen einer Schizophrenie.

322 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Nach heutigem Wissensstand gibt es eine genetische Disposition für Schizophrenie. Je näher die Verwandtschaft mit einem Schizophreniekranken, desto wahrscheinlicher wird eine eigene Erkrankung. Bei einem schizophreniekranken Elternteil beträgt sie 5–10 %, in der allgemeinen Bevölkerung liegt das Erkrankungsrisiko bei 1 %.

Zu B Falsch. Das Erkrankungsrisiko ist bei beiden Geschlechtern gleich.

Zu C Falsch. Die „sechs A's“ nach Andreasen sind Negativsymptome und zählen zu den Zweitrangsymptomen.

Zu D Falsch. Bei katatoner und hebephrener Schizophrenie, Schizophrenia simplex oder schizophrenem Residuum kommen produktive Symptome wie Wahn oder Halluzinationen nicht oder nur selten vor.

Zu E Falsch. Wahn und/oder Halluzinationen finden sich auch bei vielen anderen schweren psychischen Erkrankungen, z. B. bei depressiven/manischen Episoden mit psychotischen Symptomen, akuten psychotischen Störungen, Delir, Alkoholhalluzinose, anhaltender wahnhafter Störung etc.

323 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen treffen in Bezug auf eine Anpassungsstörung zu?

  • 1.

    Die Störung beginnt meist innerhalb von 1 Monat nach einem belastenden Ereignis/einer Lebensveränderung.

  • 2.

    Als Diagnosekriterium muss ein belastendes Ereignis/eine Lebensveränderung vorliegen.

  • 3.

    Für die Diagnose Anpassungsstörung dürfen keine Angstsymptome vorhanden sein.

  • 4.

    Beginn und Remission der Störung erfolgen binnen 4 Wochen nach dem belastenden Ereignis/der Lebensveränderung.

  • 5.

    Die Diagnose Anpassungsstörung soll nicht vergeben werden, wenn die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

323 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die ICD-10 nennt als Diagnosekriterium: identifizierbare psychosoziale Belastung von einem nicht außergewöhnlichen oder katastrophalen Ausmaß. Beginn der Symptome innerhalb eines Monats.

Zu 2 Richtig. Belastende Ereignisse, eine Lebensveränderung oder auch eine Trauerreaktion können eine Anpassungsstörung verursachen.

Zu 3 Falsch. ICD-10: „Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst, Sorge (oder eine Mischung von diesen).“

Zu 4 Falsch. Die Störung beginnt innerhalb von 4 Wochen und dauert bis zu 6 Monate an. Ausnahme: Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Dauer: bis zu 2 Jahre.

Zu 5 Richtig. Bei der Anpassungsstörung werden die Kriterien einer depressiven Episode nicht erfüllt.

324 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen für die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ zu?

Antwort A Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist mittels Psychotherapie rasch heilbar.

Antwort B Selbstverletzendes Verhalten dient dem Spannungsabbau.

Antwort C Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden selten an weiteren psychischen Störungen wie Angststörungen und affektiven Störungen.

Antwort D Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Antwort E Suizidalität ist bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung selten.

324 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Bei allen Persönlichkeitsstörungen kann Psychotherapie die Störungen nicht heilen, aber helfen, besser mit den Auffälligkeiten umzugehen, und so eine Verbesserung der Lebensqualität bewirken. Auch die Borderline-Störung ist deshalb schwer therapierbar; der Krankheitsverlauf ist ungünstig.

Zu B Richtig. Menschen mit Borderline-Störung leiden an starken inneren Spannungen, die sie durch selbstverletzendes Verhalten (z. B. Ritzen) abzubauen versuchen.

Zu C Falsch. „Borderliner“ leiden häufig an Depressionen, Angststörungen (oft: generalisierte Angststörung), Essstörungen und Verlassensängsten.

Zu D Richtig. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Manche Untersuchungen sprechen von einem 2:1-Verhältnis; andere gehen davon aus, dass 75 % der Borderline-Patienten Frauen sind.

Zu E Falsch. „Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung“ (ICD-10) sind ein wichtiges Merkmal der Borderline-Störung. Neben Ritzen und Substanzmissbrauch sind auch Suizidgedanken oder Suizidhandlungen häufig.

325 ?

Aussagenkombination

Zu den Abwehrmechanismen zählen:

  • 1.

    Symboldeuten

  • 2.

    Rationalisierung

  • 3.

    Verschiebung

  • 4.

    Gedankensperrung

  • 5.

    Isolierung

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

325 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Deuten von Symbolen gehört u. a. zur Traumdeutung und ist kein Abwehrmechanismus.

Zu 2 Richtig. Bei der Rationalisierung werden für bestimmte Gefühle, Handlungen oder Erlebnisse nachträglich verstandesmäßige Erklärungen gesucht (z. B. „Es ist gut, dass man mich entlassen hat, der Job hat mich ohnehin unterfordert“).

Zu 3 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Verschiebung wird ein Impuls oder eine Emotion auf ein anderes Objekt oder eine andere Person übertragen und als Ersatz an ihr ausagiert.

Zu 4 Falsch. Die Gedankensperrung ist eine bei der Schizophrenie vorkommende formale Denkstörung, kein Abwehrmechanismus.

Zu 5 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der (Affekt-)Isolierung spricht jemand z. B. über ein schreckliches Ereignis ohne jede Gefühlsregung: Der Affekt bzw. die Emotionen sind vom Inhalt des Erzählten „isoliert“.

326 ?

Einfachauswahl

Ein Patient berichtet, er habe einen Regenwurm auf der Straße liegen sehen. Dieser Regenwurm sei eigens für ihn ein Zeichen, dass er ein bestimmtes Geschäft aufsuchen solle. – Bei diesem Phänomen handelt es sich am ehesten um:

Antwort A Verschiebung

Antwort B Wahnwahrnehmung

Antwort C Zönästhesie

Antwort D Zwangsgedanken

Antwort E Sensitiven Beziehungswahn

326 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Verschiebung ist ein Abwehrmechanismus nach Freud. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Wenn reale Sinneswahrnehmungen auf die eigene Person bezogen und auf eine Weise umgedeutet werden, dass sie zu einem bereits vorhandenen Wahn passen, spricht man von Wahnwahrnehmung. Dies ist im vorliegenden Beispiel der Fall.

Zu C Falsch. Zönästhesien sind bizarre Leibhalluzinationen, die bei der Schizophrenie vorkommen können. Davon ist in diesem Fallbeispiel nicht die Rede.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Der sensitive Beziehungswahn wird in der ICD-10 als „anhaltende wahnhafte Störung“ bezeichnet. Die wahnhafte Störung ist kein „Phänomen“ im Sinne eines Symptoms, sondern eine psychische Erkrankung. Danach wurde hier nicht gefragt.

327 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche psychotherapeutischen Techniken gehören zur Verhaltenstherapie?

Antwort A Gesprächstherapie

Antwort B Reizüberflutung (Konfrontationsverfahren)

Antwort C Token-(Münz-)Verstärkungssysteme

Antwort D Familientherapie

Antwort E Gruppentherapie

327 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers ist ein eigenes Therapieverfahren.

Zu B Richtig. Bei der Reizüberflutung (Flooding) wird der Klient dem Angstreiz von Beginn an in voller Stärke ausgesetzt.

Zu C Richtig. Das Token-Verstärkungssystem (engl. token economy = Ansparen von Münzen, Wertmarken etc.) ist eine Form des operanten Konditionierens, bei der kleinere Verhaltensänderungen durch Münzen/Bons belohnt werden. Nach dem Ansparen von 5 oder 10 Tokens können die Betroffenen sie gegen einen Kinobesuch, längeren Ausgang etc. eintauschen. Das Token-Verstärkungssystem kann in der Psychiatrie auch noch bei Patienten eingesetzt werden, bei denen andere Belohnungssysteme nicht funktionieren.

Zu D Falsch. Die systemische Familientherapie ist ein eigenes Therapieverfahren.

Zu E Falsch. Auch bei vielen anderen therapeutischen Verfahren (Familientherapie, Psychodrama, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie etc.) gibt es die Gruppentherapie. Sie zählt deshalb nicht speziell zu den verhaltenstherapeutischen Verfahren.

328 ?

Einfachauswahl

Wenn wirkliche Gegenstände für etwas anderes gehalten werden, handelt es sich um:

Antwort A Metamorphose

Antwort B Zönästhesie

Antwort C Pseudohalluzination

Antwort D Halluzination

Antwort E Illusion

328 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Unter Metamorphose versteht man z. B. in der Biologie die Umwandlung einer Raupe in einen Schmetterling. Nicht verwechseln mit der meist neurologisch oder organisch bedingten Metamorphopsie (Sehstörung mit verzerrter Wahrnehmung der Umwelt)! Beide Begriffe haben nichts mit einer Illusion zu tun.

Zu B Falsch. Zönästhesien sind bizarre Körperhalluzinationen (Halluzinationen! Keine Illusionen!), die typisch sind für die paranoide Schizophrenie.

Zu C Falsch. Eine Pseudohalluzination ist eine Halluzination (keine Illusion!), die der Betroffene als solche erkennt.

Zu D Falsch. Eine Halluzination ist eine Sinnestäuschung, bei der etwas Nicht-Vorhandenes wahrgenommen wird.

Zu E Richtig. Bei einer Illusion (= illusionäre Verkennung) werden real vorhandene Gegenstände, Dinge oder Personen als etwas anderes „verkannt“: der Klinikarzt z. B. als Polizeichef (Personenverkennung), ein Gebüsch vor dem Haus als Einbrecher etc.

329 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu einem depressiven Patienten spricht am ehesten gegen eine akute Suizidgefahr?

Antwort A Tragfähige religiöse Bindungen

Antwort B Medikamentenabhängigkeit

Antwort C Pubertät

Antwort D Getriebenes Verhalten

Antwort E Versteckte Suizidalität

329 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Bei tief religiösen Menschen, die evtl. in eine Kirchengemeinschaft eingebunden sind, gibt es i. d. R. Werte, für die es sich zu leben lohnt. Für gläubige Christen wäre ein Suizid überdies eine schwere Sünde.

Zu B Falsch. Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit sind besonders suizidgefährdet.

Zu C Falsch. Die Pubertät, eine Zeit des Umbruchs und der Veränderungen, ist für Jugendliche meist eine krisenanfällige Zeit. Durch die hormonellen Veränderungen und die Probleme mit dem sozialen Umfeld (Abnabelung von den Eltern, Liebeskummer, schulische Probleme) haben viele Jugendliche depressive Verstimmungen, die Gedanken an Suizid begünstigen.

Zu D Falsch. Ängstlich-gespanntes oder getriebenes Verhalten kann ein Hinweis sein, dass die betroffene Person sich in einem unlösbaren Zwiespalt befindet zwischen Todeswunsch und dem Wunsch zu leben.

Zu E Falsch. Versteckte Suizidankündigungen oder Suiziddrohungen sind immer ernst zu nehmen. 70–80 % der Suizide oder Suizidversuche wurden meist vorher versteckt angekündigt.

330 ?

Einfachauswahl

Lithiumsalze werden bevorzugt eingesetzt bei:

Antwort A Anorexie

Antwort B Katatonie

Antwort C Hebephrenie

Antwort D Schlafstörungen

Antwort E Bipolarer affektiver Störung

330 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Lithium hat eine stimmungsstabilisierende Wirkung. Lithiumsalze haben sich vor allem zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen, manchmal auch bei unipolaren Depressionen bewährt. In neuerer Zeit wird Lithium auch zusammen mit Antidepressiva gegeben: Man hat festgestellt, dass Lithium die Wirkung bestimmter Antidepressiva verstärkt.

331 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für ein delirantes Syndrom sind:

Antwort A Bewusstseinstrübung

Antwort B Länger als ein Jahr bestehende Symptome.

Antwort C Zeitliche Desorientiertheit

Antwort D Schleichender Beginn

Antwort E Ungestörter Schlaf-Wach-Rhythmus

331 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Bewusstseinstrübung ist ein Leitsymptom des Delirs.

Zu B Falsch. Das Delir beginnt abrupt; die Symptome bilden sich i. d. R. innerhalb weniger Tage zurück.

Zu C Richtig. Zu Beginn der Erkrankung sind die Betroffenen zeitlich desorientiert; im weiteren Verlauf findet sich meist auch Desorientiertheit zu Ort, Situation und Person.

Zu D Falsch. Typisch ist der plötzliche Beginn. Nicht verwechseln mit dem schleichenden Beginn bei bestimmten Demenzarten (z. B. Alzheimer-Demenz)!

Zu E Falsch. Die Kranken haben Schlafstörungen, oft verbunden mit einer Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus.

332 ?

Einfachauswahl

Zur formalen Denkstörung gehört/gehören:

Antwort A Überwertige Ideen

Antwort B Gedankenentzug

Antwort C Assoziativ gelockertes Denken

Antwort D Gedankenausbreitung

Antwort E Kommentierende Stimmen

332 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Überwertige Ideen sind eine Vorstufe des Wahns und zählen zu den inhaltlichen (nicht formalen) Denkstörungen.

Zu B Falsch. Gedankenentzug, Gedankenausbreitung und gedankliche Beeinflussungserlebnisse sind Ich-Störungen (keine formalen Denkstörungen), die bei der paranoiden Schizophrenie häufig vorkommen.

Zu C Richtig. Ein assoziativ gelockertes Denken (Ideenflucht) ist eine für die Manie typische formale Denkstörung.

Zu D Falsch. Gedankenausbreitung zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentierende Stimmen sind akustische Halluzinationen, die typisch sind für die paranoide Schizophrenie.

333 ?

Aussagenkombination

Welche(s) der genannten Phänomene lässt/lassen an eine Zwangsstörung denken?

  • 1.

    Furcht vor Beobachtung durch andere Menschen

  • 2.

    Impuls, eine als unsinnig erkannte Handlung immer wieder auszuführen

  • 3.

    Feste Überzeugung, von Parasiten befallen zu sein

  • 4.

    Die Handlung dient als Vorbeugung gegen ein Ereignis, durch das der Patient Schaden erleiden oder selbst Unheil anrichten könnte

  • 5.

    Gedankeneingebung

Antwort A Nur 2 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

333 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Furcht vor der (prüfenden) Beobachtung durch andere Menschen lässt an eine soziale Phobie denken.

Zu 2 Richtig. Typisch für Zwangshandlungen ist der Impuls, bestimmte Handlungen auszuführen, obwohl sie als unsinnig erkannt werden. Die betroffenen Menschen leiden unter ihren zwanghaften Gedanken und Handlungen und versuchen vergeblich Widerstand zu leisten.

Zu 3 Falsch. Die feste Überzeugung, von Parasiten befallen zu sein, lässt an eine chronisch-taktile Halluzinose (Dermatozoenwahn) denken. Die chronisch-taktile Halluzinose ist eine Sonderform der organischen Halluzinose (F06.0), keine Zwangsstörung.

Zu 4 Richtig. Zwangshandlungen haben oft die Funktion, Schaden von sich oder der Familie abzuwenden oder nicht erlaubte Zwangsgedanken zu neutralisieren.

Zu 5 Falsch. Gedankeneingebung ist eine für die Schizophrenie typische Ich-Störung, die nichts mit Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen zu tun hat.

334 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum somatischen Syndrom bei depressiver Episode (nach ICD-10) treffen zu?

Antwort A Gewichtsverlust ist ein typisches Merkmal des somatischen Syndroms.

Antwort B Frühmorgendliches Erwachen spricht gegen ein somatisches Syndrom.

Antwort C Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit ist ein Merkmal des somatischen Syndroms.

Antwort D Bei schwerer depressiver Episode ist das somatische Syndrom normalerweise nicht vorhanden.

Antwort E Bei der rezidivierenden depressiven Störung fehlen charakteristischerweise Symptome eines somatischen Syndroms.

334 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Appetitverlust und daraus resultierender Gewichtsverlust sind typische Merkmale des somatischen Syndroms.

Zu B Falsch. „Früherwachen, zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Zeit“ (ICD-10) ist ein charakteristisches Merkmal des somatischen Syndroms.

Zu C Richtig. ICD-10: „Objektiver Befund einer ausgeprägten psychomotorischen Hemmung oder Agitiertheit (von anderen bemerkt oder berichtet)“.

Zu D Falsch. Bei schwerer depressiver Episode wird in der ICD-10 das somatische Syndrom i. d. R. nicht extra verschlüsselt, weil es ohnehin nahezu immer vorhanden ist.

Zu E Falsch. Bei sich wiederholenden mittelgradigen oder schweren depressiven Episoden (= rezidivierende depressive Störung) sind Symptome eines depressiven Syndroms genauso häufig vorhanden wie bei einer einzelnen depressiven Episode.

335 ?

Einfachauswahl

Welcher Befund spricht am ehesten für eine leichte Intelligenzminderung?

Antwort A Für die Mitteilung der Basisbedürfnisse nicht ausreichender Sprachgebrauch

Antwort B Unfähigkeit, einfache praktische Arbeiten auszuüben

Antwort C Intelligenzquotient (IQ) unter 35

Antwort D Verzögerter, für die Anforderungen des täglichen Lebens ausreichender Sprachgebrauch

Antwort E Unfähigkeit, Aufforderungen zu verstehen

335 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Erwachsene mit einer leichten Intelligenzminderung haben ein mentales Alter von 6 bis unter 9 Jahren, d. h., eine sprachliche Verständigung ist natürlich möglich, und sie sind auch fähig, einfache praktische Arbeiten auszuführen. In der ICD-10 heißt es hierzu: Die Betroffenen haben „Schwierigkeiten bei der Schulausbildung. Viele Erwachsene können arbeiten und gute soziale Beziehungen aufrechterhalten.“

Zu B Falsch. Die Betroffenen sind durchaus fähig, einfache praktische Arbeiten auszuführen. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Bei einer leichten Intelligenzminderung liegt der IQ zwischen 50 und 69. Ein IQ um 35 wäre eine schwere Intelligenzminderung.

Zu D Richtig. „Eine verzögerte oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten“ (ICD-10) hat auch eine verzögerte Sprachentwicklung zur Folge. Im Gegensatz zu einer schweren Intelligenzminderung reicht der Sprachgebrauch bei einer leichten Intelligenzminderung für die Anforderungen des täglichen Lebens aus.

Zu E Falsch. Kommentar zu A und D.

336 ?

Aussagenkombination

Bei der verhaltenstherapeutischen Behandlung von chronischer Insomnie (Schlaflosigkeit) …

  • 1.

    … werden schlaffördernde Verhaltensweisen verstärkt.

  • 2.

    … wird der Patient angehalten, im Bett zu bleiben, während er wach liegt.

  • 3.

    … wird der Patient angehalten, möglichst lange zu schlafen.

  • 4.

    … wird Gedankenstopp eingesetzt.

  • 5.

    … vermindert Entspannungstraining die körperliche Übererregung.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

336 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Schlaffördernde Verhaltensweisen, die verstärkt werden, sind z. B.: kein Fernsehen im Schlafzimmer, keine Arbeit am PC vor dem Schlafengehen; stattdessen sportliche Betätigung tagsüber, entspannende Tätigkeiten wie Lesen, ein kurzer Spaziergang, Entspannungsübungen etc. vor dem Schlafengehen.

Zu 2 Falsch. Eher wird der Patient angehalten, zu festen Zeiten aufzustehen und zu Bett zu gehen. Wenn jemand gezwungen wird, lange Zeit wach im Bett zu bleiben, steigert dies die innere Anspannung.

Zu 3 Falsch. Jemanden, der nicht schlafen kann, aufzufordern, möglichst lange zu schlafen, ist ein Widerspruch in sich und würde die innere Anspannung noch verstärken.

Zu 4 Richtig. Da die Betroffenen oft durch ihre kreisenden Gedanken wachgehalten werden, hilft evtl. die Technik des Gedankenstopps.

Zu 5 Richtig. Entspannungstraining kann helfen, die körperliche Übererregung zu reduzieren.

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