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B978-3-437-58385-8.00016-3

10.1016/B978-3-437-58385-8.00016-3

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2011

421 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Wochenbettpsychose (postpartale Psychose) treffen zu?

  • 1.

    Typische Symptome sind Wahn oder Halluzinationen.

  • 2.

    Es besteht keine Suizidgefahr.

  • 3.

    Bei einem Teil der Patientinnen besteht bei der nächsten Entbindung wieder die Gefahr einer psychischen Störung.

  • 4.

    Sie tritt frühestens 4 Wochen nach der Entbindung auf.

  • 5.

    Bei Hausgeburten sind Wochenbettpsychosen im Vergleich zu Klinikgeburten sehr selten.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

421 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typisch sind Verwirrtheitszustände, Wahn und akustische oder optische Halluzinationen. In dieser Phase ist die Gefahr einer Kindstötung sehr groß.

Zu 2 Falsch. Die betroffenen Frauen sind als Folge der psychotischen Symptome (z. B. befehlende Stimmen, Schuldwahn, Vorstellung, Wahn von drohenden Katastrophen) extrem suizidgefährdet; manche haben die Idee, ihr Kind mit in den Tod zu nehmen.

Zu 3 Richtig. Da eine genetische Disposition vorliegt, kann es bei der nächsten Entbindung wieder zu einer psychischen Störung (Wochenbettdepression, Wochenbettpsychose) kommen.

Zu 4 Falsch. Die Störung tritt innerhalb von 1–3 Wochen nach der Geburt auf. Die postpartale Psychose ist relativ selten (1–2 pro 1.000 Frauen).

Zu 5 Falsch. Bezüglich der Auftretenswahrscheinlichkeit einer Wochenbettpsychose gibt es keinen Unterschied zwischen Haus- und Klinikgeburten.

422 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Für die Durchführung freiheitsentziehender Maßnahmen gilt:

Antwort A Die öffentlich-rechtliche Unterbringung wird durch Ländergesetze geregelt.

Antwort B Der Heilpraktiker kann bei seinen Patienten freiheitsentziehende Maßnahmen anordnen.

Antwort C Im Rahmen des Betreuungsrechts gibt es die Möglichkeit, eine Person unter gewissen Voraussetzungen gegen ihren Willen einzuweisen.

Antwort D Ein psychisch Kranker kann bei deutlicher Verwahrlosung, unabhängig vom freien Willen, nach dem Betreuungsrecht eingewiesen werden.

Antwort E Freiheitsentziehende Maßnahmen sind nur bei Fremdgefährdung möglich.

422 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Das Unterbringungs- bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Grundlage sind Gesetze der einzelnen Bundesländer.

Zu B Falsch. Freiheitsentziehende Maßnahmen können nur vom Betreuungsgericht, in unaufschiebbaren Fällen auch von der Kreisverwaltungsbehörde angeordnet werden.

Zu C Richtig. Nach dem Betreuungsrecht kann jemand untergebracht werden bei akuter Gefahr für die Gesundheit (z. B. Suizidalität; ärztliche Untersuchung, ärztlicher Eingriff etc.). Im Gegensatz zur Zwangseinweisung erfolgt die „zivilrechtliche“ Unterbringung nicht durch die Polizei, sondern durch den Betreuer in Rücksprache mit dem zuständigen Richter.

Zu D Falsch. Nach dem Betreuungsrecht kann jemand nur eingewiesen werden, wenn er schon unter Betreuung steht. Ansonsten ist nur eine Unterbringung nach dem Unterbringungsgesetz möglich. Verwahrlosung ist kein Grund für eine öffentlich-rechtliche Unterbringung.

Zu E Falsch. Freiheitsentziehende Maßnahmen sind auch bei Selbstgefährdung (Suizidalität) möglich.

423 ?

Aussagenkombination

Persönlichkeitsstörungen zeichnen sich durch ein deutliches Abweichen der charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster aus. Welche der folgenden Aussagen zu dieser Abweichung trifft/treffen zu?

  • 1.

    Die Abweichung beginnt i. d. R. in der Kindheit oder Adoleszenz.

  • 2.

    Das resultierende Verhalten im sozialen Bereich ist flexibel und zweckmäßig.

  • 3.

    Die Abweichung hält typischerweise Monate an.

  • 4.

    Die Abweichung äußert sich in mehr als einem der folgenden Bereiche: Kognition, Affektivität, Impulskontrolle und Handhabung zwischenmenschlicher Beziehungen.

  • 5.

    Organische Erkrankungen oder Verletzungen müssen als Ursache für die Abweichung ausgeschlossen werden.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

423 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Auffälligkeiten zeigen sich meist schon in der Kindheit. Eine Diagnose sollte laut ICD-10 aber erst in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter gestellt werden.

Zu 2 Falsch. Laut ICD-10 ist das Verhalten „in vielen Situationen unflexibel und unangepasst“.

Zu 3 Falsch. Die Störung dauert vom Jugendalter ununterbrochen bis in die Gegenwart an.

Zu 4 Richtig. Laut ICD-10 müssen zur Diagnose mindestens zwei der folgenden Bereiche von der allgemeinen Norm abweichen: 1. Kognitionen (Einstellungen in Bezug auf sich und andere), 2. Affektivität (Empathie, emotionales Erleben), 3. Impulskontrolle, 4. soziales Handeln (zwischenmenschliche Beziehungen, Umgang mit anderen Menschen).

Zu 5 Richtig. Eine organische Verursachung muss laut ICD-10 für die Abweichungen von der Norm ausgeschlossen werden.

424 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome können am ehesten durch eine Demenz verursacht werden?

  • 1.

    Ich-Störungen

  • 2.

    Appetitlosigkeit

  • 3.

    Depressive Stimmung

  • 4.

    Sprachstörung

  • 5.

    Wahnvorstellungen

Antwort A Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

424 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Ich-Störungen gehören zur Schizophrenie, nicht zur Demenz.

Zu 2 Richtig. Viele Demenzkranke leiden an Appetitlosigkeit, haben einen gestörten Geschmackssinn oder vergessen, Mahlzeiten einzunehmen.

Zu 3 Richtig. Viele Demenzkranke entwickeln begleitend depressive Symptome (in der ICD-10 an 5. Stelle codiert: „mit zusätzlichen Symptomen, vorwiegend depressiv“).

Zu 4 Richtig. Sprachstörungen (Aphasien) wie Wortfindungsstörungen, Beeinträchtigungen des Sprachverständnisses, Probleme beim Lesen und Schreiben sind typisch für demenzielle Erkrankungen.

Zu 5 Richtig. Bei manchen Demenzkranken treten im späteren Stadium oft Wahnideen auf (z. B. Vergiftungs- oder Bestehlungswahn). Die ICD-10 spricht in diesem Zusammenhang von „Demenz mit zusätzlichen Symptomen, vorwiegend wahnhaft“.

425 ?

Einfachauswahl

Ein neuer Patient, der Sie wegen psychischer Probleme aufsucht, berichtet im Rahmen der Anamnese, dass er von seinem Arzt jahrelang Haldol ® (Haloperidol) verordnet bekommen habe. Für welche Erkrankung spricht diese Behandlung am ehesten?

Antwort A Alkoholkrankheit

Antwort B Depression

Antwort C Schizophrenie

Antwort D Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Antwort E Angststörung

425 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Haloperidol (Firmenname: Haldol ® ) ist ein hochpotentes Neuroleptikum, das u. a. zur Behandlung schizophrener Erkrankungen eingesetzt wird. Bei ADHS, Alkoholkrankheit, Depressionen und Angststörungen kommen hochpotente Antipsychotika wie Haldol normalerweise nicht zur Anwendung.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

426 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Therapie der Alkoholkrankheit treffen zu?

Antwort A Von entscheidender Bedeutung ist die Frühdiagnose.

Antwort B Ein wichtiges Prinzip zum Umgang mit Alkoholkranken ist eine verständnisvolle, unterstützende, aber konsequente Haltung mit klaren Absprachen.

Antwort C Angehörige sollten nicht in die Therapie einbezogen werden.

Antwort D Ziel der Behandlung ist meist kontrolliertes Trinken.

Antwort E Mit Langzeittherapien erreicht man bei Alkoholabhängigkeit eine dauerhafte Abstinenz in über 90 % der Fälle.

426 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Bei frühzeitigem Erkennen von Risikosituationen und entsprechenden Hilfen zu deren Bewältigung kann eine Entwicklung zur Abhängigkeit evtl. abgewendet werden.

Zu B Richtig. Wichtig sind einerseits Verständnis, Psychoedukation und entsprechende Hilfsangebote; andererseits auch ein konsequentes Bestehen auf dem Einhalten von Absprachen. Dies ist für den Arzt oder Therapeuten nicht immer leicht.

Zu C Falsch. Angehörige/Freunde von Alkoholikern sollten darauf achten, kein Verhalten zu entwickeln, das die Abhängigkeit eher fördert als überwinden hilft: z. B. dem Alkoholiker Probleme abzunehmen, ihn aus der Verantwortung für seine Situation zu entlassen, sein Verhalten zu entschuldigen (= Co-Abhängigkeit). Deshalb sollten Angehörige in die Therapie einbezogen werden.

Zu D Falsch. Ziel der Therapie ist eine dauerhafte Abstinenz von Alkohol.

Zu E Falsch. Laut Statistik sind 2 Jahre nach dem Ende der Therapie nur 6–20 % der alkoholkranken Patienten tatsächlich abstinent. Nach Langzeittherapie sind es etwa 50 %.

427 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen zur Therapie von Persönlichkeitsstörungen trifft/treffen zu?

  • 1.

    Bei Hinweisen auf Suizidalität sollte diese nicht thematisiert werden.

  • 2.

    Durch Antidepressiva ist meist eine Heilung möglich.

  • 3.

    Zu Beginn der Therapie sollte mehr stützend/ich-stärkend als aufdeckend gearbeitet werden.

  • 4.

    Es gibt keine erfolgversprechende Therapie bei Persönlichkeitsstörungen.

  • 5.

    Oftmals fehlt es an Therapiemotivation.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

427 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Einen suizidgefährdeten Patienten nicht auf Suizidalität anzusprechen wäre ein „Kunstfehler“. Um geeignete Maßnahmen (evtl. eine Unterbringung) zu veranlassen, ist eine Einschätzung der Suizidalität notwendig. Überdies ist es für viele Betroffene eine große Entlastung, wenn sie endlich offen über ihre Suizidgedanken reden können.

Zu 2 Falsch. Antidepressiva kommen nur ausnahmsweise (z. B. bei begleitenden Depressionen oder Angstzuständen) zum Einsatz. Eine „Heilung“ der Persönlichkeitsstörung ist hierbei nicht Ziel der Therapie.

Zu 3 Richtig. Stützende verhaltenstherapeutische Methoden haben sich als hilfreich erwiesen.

Zu 4 Falsch. Es gibt inzwischen für bestimmte Persönlichkeitsstörungen Behandlungskonzepte, die zu einer Besserung der Symptome führen: z. B. die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) für die Borderline-Störung oder die „motivierende Gesprächsführung“ ( Motivational Interviewing ) nach W. Miller für die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu 5 Richtig. Es besteht häufig keine Krankheitseinsicht, somit auch keine Therapiemotivation.

428 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Zu den charakteristischen Symptomen bei der Manie zählen:

Antwort A Hypersomnie

Antwort B Perseveration

Antwort C Größenideen

Antwort D Psychomotorische Enthemmung

Antwort E Ambivalenz

428 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Hypersomnie bedeutet: übergroßes Schlafbedürfnis. Bei der Manie ist das Gegenteil der Fall.

Zu B Falsch. Perseveration bezeichnet das Haftenbleiben an bestimmten Gedankengängen oder das beharrliche Wiederholen von Wörtern oder Sätzen, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind. Bei der Manie gibt es keine Perseveration.

Zu C Richtig. Größenideen zählen zu den typischen Symptomen der Manie. Sie können sich in manchen Fällen bis zum Größenahn steigern (Manie mit psychotischen Symptomen).

Zu D Richtig. Maniker haben einen gesteigerten Antrieb, der in manchen Fällen als manischer Erregungszustand mit psychomotorischer Enthemmung auftreten kann.

Zu E Falsch. Unter Ambivalenz versteht man das Nebeneinander von gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Aussagen. Für E. Bleuler war die Ambivalenz das Hauptsymptom der Schizophrenie. Es findet sich auch bei der Borderline-Störung („Ich hasse dich, und doch liebe ich dich“), nicht jedoch bei der Manie.

429 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

  • 1.

    Der Suizid zählt zu den 10 häufigsten Todesursachen.

  • 2.

    Bei Männern ist die Suizidrate höher als bei Frauen.

  • 3.

    Viele Betroffene – so weiß man – haben kurz vor dem Suizid einen Arzt aufgesucht.

  • 4.

    Bei Verdacht auf Suizidalität sollte man nicht nach sozialen Kontakten fragen.

  • 5.

    Das präsuizidale Syndrom nach Ringel beinhaltet: Einengung, Suizidfantasien und Aggressionsumkehr.

Antwort A Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

429 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Bei den Todesursachen liegt der Suizid weit hinter körperlichen Erkrankungen mit Todesfolge, z. B. Krebs-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.

Zu 2 Richtig. Bei vollendetem Suizid beträgt das Verhältnis von Männern zu Frauen etwa 3 : 1; Suizidversuche hingegen sind bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern.

Zu 3 Richtig. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass in den letzten 4 Wochen vor einer suizidalen Handlung etwa 75 % der Betroffenen einen Arzt aufsuchen, die Suizidgefährdung aber oft nicht erkannt wird.

Zu 4 Falsch. Im Rahmen der Krisenintervention sollte der Therapeut, falls möglich, das soziale Umfeld einbeziehen und so die soziale Isolation durchbrechen.

Zu 5 Richtig. Ein wichtiger Punkt des präsuizidalen Syndroms ist eine zunehmende Einengung in verschiedenen Bereichen (situative, gedankliche und soziale Einengung, Einengung der Wertewelt). Dazu kommen Suizidfantasien und Aggressionshemmung.

430 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur sozialen Phobie treffen zu?

Antwort A Das wesentliche Symptom ist eine allgemeine und anhaltende Angst, die aber nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt ist.

Antwort B Beschrieben wird damit die Angst, sich auf weiten offenen Flächen zu bewegen.

Antwort C Die soziale Phobie entsteht als Reaktion auf ein belastendes Ereignis.

Antwort D Die psychischen, Verhaltens- oder vegetativen Symptome sind primäre Manifestationen der Angst.

Antwort E Die Angst muss auf bestimmte soziale Situationen beschränkt sein oder darin überwiegen.

430 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Ängste, Sorgen und Befürchtungen allgemeiner Art ohne spezifische Auslöser sind typisch für die generalisierte Angststörung, nicht für eine soziale Phobie.

Zu B Falsch. Die Angst, sich auf weiten Flächen (z. B. Plätzen) zu bewegen, haben Menschen mit einer Agoraphobie.

Zu C Falsch. Psychische Störungen als Reaktion auf ein belastendes Ereignis sind typisch für die Anpassungsstörung und die PTBS, nicht für eine soziale Phobie.

Zu D Richtig. Die psychischen Symptome (z. B. extreme Unsicherheit, evtl. auch Derealisation oder Depersonalisation), das Vermeidungsverhalten und die vegetativen Symptome (z. B. Harndrang, Zittern) sind in erster Linie Reaktionen auf die Angst.

Zu E Richtig. Die Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, tritt vorwiegend in sozialen Situationen auf (z. B. Essen, Partys, Konferenz- oder Klassenräume, Hinzukommen zu kleinen Gruppen etc.).

431 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Eine sehr schlanke 17-jährige Frau kommt in Begleitung ihrer Mutter in Ihre Praxis. Welche der folgenden anamnestischen Angaben bzw. Befunde sprechen für die Verdachtsdiagnose einer Anorexia nervosa?

Antwort A Seit Geburt bestehende Verdauungsstörung

Antwort B Amenorrhö

Antwort C Einnahme von Diuretika

Antwort D Body-Mass-Index (BMI) von 22 kg/m 2

Antwort E Blutig-schleimige Durchfälle

431 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Eine seit der Geburt vorhandene Verdauungsstörung wäre organisch bedingt. Die Magersucht ist eine psychische Erkrankung.

Zu B Richtig. Durch die Mangelernährung kommt es zu Störungen im Hormonhaushalt. Bei Frauen kommt es zu einer (meist sekundären) Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung).

Zu C Richtig. Diuretika sind Medikamente zur Entwässerung. Sie sollen den Magersüchtigen helfen, noch mehr an Gewicht abzunehmen.

Zu D Falsch. Ein BMI von 22 entspricht in etwa dem Normalgewicht. Erst ein BMI von 17,5 und darunter ist ein Diagnosekriterium für eine Anorexia nervosa.

Zu E Falsch. Anorektikerinnen leiden unter Verstopfung. Blutig-schleimige Durchfälle mit Gewichtsverlust wären typisch für die Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung).

432 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome sind typisch für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Antwort A Rückzug von affektiven, sozialen und anderen Kontakten, einzelgängerisches Verhalten

Antwort B Häufige, unvorhersehbare Stimmungsschwankungen

Antwort C Mangelnde Entscheidungsfähigkeit und Appellieren an die Hilfe anderer

Antwort D Intensive, aber instabile Beziehungen

Antwort E Starke Affektkontrolle

432 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Einzelgängerisches Verhalten und sozialer Rückzug sind typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu B Richtig. Affektlabilität und unvorhersehbare Stimmungsschwankungen (z. B. plötzliche depressive „Einbrüche“) sind typisch für die Borderline-Störung.

Zu C Falsch. Mangelnde Entscheidungsfähigkeit und Appellieren an die Hilfe anderer sind charakteristische Merkmale der abhängigen Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. Typisch ist die „Neigung, sich auf intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen“ (ICD-10, B2).

Zu E Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Ein typisches Merkmal der Borderline-Störung ist die mangelnde Affektkontrolle.

433 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Eine 50-jährige Patientin berichtet, dass sie bei ihrer 75-jährigen Mutter eine Alzheimer-Demenz vermutet. Welche Angaben sprechen eher für eine depressive Pseudodemenz?

Antwort A Langsame Verschlechterung der Leistungsfähigkeit

Antwort B Deutliche Merkfähigkeitsstörung

Antwort C Rascher Beginn der Auffälligkeiten nach Tod des Ehepartners

Antwort D Ungestörtes Orientierungsvermögen

Antwort E Überspielen der kognitiven Defizite

433 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit beginnen bei der Pseudodemenz die Symptome relativ schnell, oft im Anschluss an ein belastendes Ereignis (Kommentar zu C).

Zu B Falsch. Ausgeprägte Störungen der Merkfähigkeit (vor allem in Bezug auf neue Informationen) finden sich eher bei der Alzheimer Demenz als bei depressiven Störungen.

Zu C Richtig. Die Alzheimer-Demenz verläuft langsam-progredient. Ein rascher Beginn nach dem Tod des Ehemannes spricht für eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion oder eine durch das Ereignis ausgelöste depressive Episode. Bei beiden Störungen kann es zu Konzentrationsproblemen und kurzzeitigen Gedächtnisstörungen kommen.

Zu D Richtig. Bei einer depressiven Pseudodemenz sind die Betroffenen voll orientiert. Anders bei demenziellen Erkrankungen: Da sind Orientierungsstörungen typisch.

Zu E Falsch. Menschen mit Depressionen klagen über ihre kognitiven Störungen, Patienten mit einer beginnenden Demenz versuchen, in ihrem beruflichen oder sozialen Umfeld ihre kognitiven Defizite zu überspielen (z. B. durch Konfabulationen).

434 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom) trifft zu?

Antwort A Die Sprachentwicklung ist typischerweise ungestört.

Antwort B Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Antwort C Fixierung auf sog. Spezialinteressen kommt bei Patientinnen und Patienten mit frühkindlichem Autismus nur ausnahmsweise vor.

Antwort D Das Krankheitsbild ist selten (weniger als 1 %).

Antwort E Die Beziehungen zu Gleichaltrigen sind typischerweise ungestört.

434 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Entwicklungsstörung im Bereich Sprachverständnis (ICD-10: rezeptive Sprache) oder Sprachproduktion (ICD-10: expressive Sprache) ist für die meisten autistischen Kinder typisch.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Nicht verwechseln mit dem Asperger-Syndrom! Bei 70 % der an frühkindlichem Autismus erkrankten Kinder liegt der IQ unter 70, viele haben eine starke geistige Behinderung. Eine Entwicklung von Spezialinteressen oder Inselbegabungen ist allein schon durch die frühzeitigen Entwicklungsstörungen nicht möglich.

Zu D Richtig. Ein frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) tritt bei 2–5 von 10.000 Kindern auf. Jungen sind von dieser Autismus-Form 3- bis 4-mal häufiger betroffen als Mädchen.

Zu E Falsch. Kinder mit frühkindlichem Autismus sind unfähig, „Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen mit gemeinsamen Interessen, Aktivitäten und Gefühlen“ (ICD-10/B.1.b).

435 ?

Aussagenkombination

Bei welchen Erkrankungen ist mit einem deutlich erhöhten Suizidrisiko zu rechnen?

  • 1.

    Depressive Störung

  • 2.

    Schizophrene Psychose

  • 3.

    Hypochondrische Störung

  • 4.

    Suchterkrankung

  • 5.

    Fortgeschrittene Demenz

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

435 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. 90 % der Suizide bzw. Suizidversuche werden von Menschen unternommen, die an einer psychischen Erkrankung leiden. Besonders gefährdet sind Personen mit depressiven Störungen, schizophrenen Erkrankungen oder Abhängigkeit von Alkohol, Tranquilizern, Schmerzmitteln oder illegalen Drogen.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Patienten mit einer hypochondrischen Störung haben extreme Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden und suchen Dutzende von Ärzten auf.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Wenn Menschen im Frühstadium der Demenz erkennen, was in der Folge auf sie zukommen wird (Beispiel: Gunter Sachs), kann es sein, dass sie an Selbsttötung denken oder sie auch durchführen. Im Spätstadium sind die Betroffenen meist teilnahmslos und nehmen ihre Umgebung und sich selbst kaum noch wahr. Als Folge der eingeschränkten Wahrnehmung sind Suizidgedanken kaum vorhanden. Überdies wären die Betroffenen in der Spätphase nicht fähig, eine Suizidhandlung zu planen und auszuführen.

436 ?

Einfachauswahl

Ein Symptomenkomplex aus Erregung, Unruhe, Anspannung, Orientierungsstörungen, vegetativer Entgleisung (Zittern, Schweißausbruch) und Halluzinationen deutet am ehesten auf folgende Erkrankung hin:

Antwort A Hebephrene Schizophrenie

Antwort B Entzugssyndrom

Antwort C Manie

Antwort D Agitierte Depression

Antwort E Dyskinesien bei Neuroleptika-Einnahme

436 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Je nach Substanz sind die Entzugserscheinungen verschieden. Bei vielen Rauschdrogen finden sich im Entzug jedoch Symptome wie Erregung, psychomotorische Unruhe, vegetative Entgleisungen und Halluzinationen Die Beschreibung passt z. B. gut auf die Symptomatik beim Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen. Alle anderen unter A, C, D und E aufgeführten Vorschläge passen nicht zum Krankheitsbild.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

437 ?

Einfachauswahl

Welcher psychopathologische Begriff steht am ehesten hinter folgender Aussage eines psychotischen Patienten: „Ich habe Gedanken im Kopf, die nicht zu mir gehören, die man mir durch ein dämonisches Spiel in den Kopf hineingearbeitet hat.“

Antwort A Denkhemmung

Antwort B Gedankenlautwerden

Antwort C Gedankeneingebung

Antwort D Wahnwahrnehmung

Antwort E Denkzerfahrenheit

437 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Denkhemmung ist eine formale Denkstörung, die häufig bei depressiven Erkrankungen vorkommt.

Zu B Falsch. Wenn jemand die eigenen Gedanken laut hört, leidet er an akustischen Halluzinationen, gleichzeitig auch an einer Ich-Störung (andere können die Gedanken hören!). Davon findet sich nichts im Fallbeispiel.

Zu C Richtig. Wenn jemand glaubt, die Gedanken in seinem Kopf seien nicht die seinen, man habe sie ihm von außen eingegeben, ist dies ein Beispiel für Gedankeneingebung. Die Gedankeneingebung ist eine Ich-Störung, die typisch ist für die Schizophrenie.

Zu D Falsch. Bei der Wahnwahrnehmung deutet jemand etwas real Vorhandenes im Sinne seines Wahns um. Dies passt nicht zur vorliegenden Beschreibung.

Zu E Falsch. Bei der Denkzerfahrenheit spricht jemand so unzusammenhängend und zerfahren, dass man seinem Gedankengang nicht mehr folgen kann. Davon ist im Fallbeispiel nichts zu finden.

438 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie drei Antworten.

Welche Aussagen zur Therapie schizophrener Patienten treffen zu?

Antwort A Psychotherapie-Maßnahmen sind i. d. R. erst nach Abklingen der akutpsychotischen Symptomatik sinnvoll.

Antwort B Die Elektrokrampftherapie (EKT) wird häufig zur Behandlung von Wahn eingesetzt.

Antwort C Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft sind bei Schizophrenie hoch.

Antwort D Bei der psychotherapeutischen Behandlung profitieren Patienten am ehesten von einer begleitenden verhaltenstherapeutischen Intervention.

Antwort E Die häufigsten Ursachen für Rückfälle sind: abruptes Absetzen bzw. unregelmäßige Einnahme der Medikation.

438 !

Richtig sind die Antworten A, D und E.

Zu A Richtig. Erst nach Abschwächung der akuten psychotischen Symptomatik durch Gabe von Neuroleptika sind die Betroffenen psychotherapeutischen Maßnahmen zugänglich.

Zu B Falsch. Die EKT wird bei schweren depressiven Episoden und therapieresistenten katatonen Zuständen eingesetzt, nicht jedoch bei der paranoiden Schizophrenie.

Zu C Falsch. Fehlende Krankheitseinsicht gehört zu den häufigsten Symptomen einer Schizophrenie. Wahnsymptome und Halluzinationen werden als Realität erlebt, deshalb ist die Behandlungsbereitschaft bei der Schizophrenie sehr gering.

Zu D Richtig. Verhaltenstherapeutische Interventionen wie z. B. Psychoedukation, Training der kommunikativen Fertigkeiten, Training der sozialen Wahrnehmung etc. sind sinnvoll.

Zu E Richtig. Viele Patienten setzen Neuroleptika wegen der Nebenwirkungen ab oder nehmen sie nicht regelmäßig ein. Die Folge ist häufig ein Rückfall.

439 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Eine 52-jährige Frau klagt über Schlafstörungen seit 4 Monaten. Sie wache nachts regelmäßig auf und könne dann nicht mehr einschlafen. Tagsüber sei sie daher sehr müde. Ansonsten sei sie immer gesund gewesen. – Welche Maßnahmen halten Sie für sinnvoll?

Antwort A Körperliche Untersuchung zur organischen Abklärung

Antwort B Verschreibung eines Schlafmittels zur regelmäßigen Einnahme

Antwort C Keine weiteren Maßnahmen, da die Störung sich vermutlich von selbst zurückbilden wird

Antwort D Verordnung eines stark wirksamen Neuroleptikums

Antwort E Abklärung der Möglichkeit einer depressiven Störung

439 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Für die Schlafstörung könnte es verschiedenste körperliche Ursachen geben, die vor einer psychotherapeutischen Behandlung abgeklärt werden müssen. Zu denken wäre hier an Hyperthyreose, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Begleitsymptome der Menopause etc.

Zu B Falsch. Schlafmittel wie Benzodiazepine machen innerhalb von 4–8 Wochen abhängig. Sie dürfen nur von einem Arzt – nicht von einem Heilpraktiker für Psychotherapie – verschrieben werden!

Zu C Falsch. Kommentar zu A und E.

Zu D Falsch. Falls überhaupt, kämen wegen ihrer sedierenden Wirkung nur niedrigpotente Neuroleptika infrage. Eine „Verschreibung“ darf nur ein Facharzt vornehmen!

Zu E Richtig. Das nächtliche Aufwachen (evtl. früh am Morgen) und die Antriebsstörungen (Müdigkeit) könnten auf eine depressive Episode (evtl. begünstigt durch die Wechseljahre) hinweisen. Diese Vermutung müsste durch weitere Fragen erhärtet bzw. ausgeschlossen werden.

440 ?

Einfachauswahl

Eine Mutter kommt mit ihrem Kindergartenkind zur Behandlung. Bei dem Kind bestehen nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigem Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung. Zu welcher Diagnose passt diese Beschreibung am besten?

Antwort A Enuresis nocturna

Antwort B Narkolepsie

Antwort C Schlafapnoe

Antwort D Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Antwort E Pavor nocturnus

440 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna) hat nichts mit der Symptomatik im Fallbeispiel zu tun.

Zu B Falsch. Bei der sog. Narkolepsie haben die Betroffenen Schlafattacken während des Tages. Die Erkrankung tritt meist ab dem 25. Lebensjahr auf, in seltenen Fällen auch schon in der Pubertät. Die Symptomatik der Narkolepsie passt nicht zur Symptomatik der Fallgeschichte.

Zu C Falsch: Das Wort „Schlafapnoe“ bedeutet: Atemstillstand während des Schlafs. Ein Atemstillstand wird hier nicht beschrieben.

Zu D Falsch. Bei ADHS kommt es nicht zu nächtlichen Panikattacken mit heftigem Schreien.

Zu E Richtig. Pavor nocturnus heißt wörtlich „nächtlicher Angstanfall“. Typisch für das Krankheitsbild sind nächtliche Episoden von Angst und Panik mit heftigem Schreien („Panikschrei“), vegetativer Übererregtheit und sich wiederholenden gleichförmigen Bewegungen.

441 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur klassischen Psychoanalyse nach Freud treffen zu?

Antwort A Der Therapeut sollte Gegenübertragungsgefühle diagnostisch nutzen.

Antwort B Der Therapeut muss im Therapieverlauf darauf achten, dass der Patient ihm gegenüber keine Übertragung entwickelt.

Antwort C Die Traumdeutung soll in der Therapie den Zugang zu sonst nicht oder nur schwer erreichbaren Schichten der Psyche ermöglichen.

Antwort D Der Therapeut versucht den Patienten von Anfang an durch Übernahme einer aktiven Rolle bei der Aufdeckung verdrängter seelischer Inhalte zu unterstützen.

Antwort E Bei der freien Assoziation soll sich der Patient mit Äußerungen über den Therapeuten zurückhalten.

441 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Eine Analyse der Gegenübertragungsgefühle (Liebesgefühle, Aggression, Mitleid) hilft zu verstehen, durch welche Art von Übertragung sie ausgelöst wurden.

Zu B Falsch. Die Übertragung ist in der Psychoanalyse gewünscht und wird in der psychoanalytischen Sitzung über den Therapeuten bewusst gemacht.

Zu C Richtig. Für Freud ist der Traum der „Königsweg zum Unbewussten“. Über die Deutung von Träumen sollen in der Therapie verdrängte Regungen, Gefühle und Impulse aufgedeckt werden, die dem bewussten Denken nicht zugänglich sind.

Zu D Falsch. Bei der Psychoanalyse hört der Therapeut „mit gleichschwebender Aufmerksamkeit“ zu. Auf keinen Fall übernimmt er von Anfang an eine aktive Rolle.

Zu E Falsch. Die „Grundregel“ besagt, dass der Klient ohne Scheu alles sagt, was ihm gerade durch den Kopf geht, auch in Bezug auf den Therapeuten.

442 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu dissoziativen Störungen treffen zu?

Antwort A Eine körperliche Ursache der Beschwerden muss ausgeschlossen werden.

Antwort B Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Antwort C Die Betroffenen geben von sich aus ungelöste seelische Konflikte als Ursache der Beschwerden an.

Antwort D Die Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) unterscheidet zwischen dissoziativer Amnesie, dissoziativer Fugue und dissoziativem Stupor.

Antwort E Mit der alten Krankheitsbezeichnung „Hysterie“ besteht kein Zusammenhang.

442 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Wie bei allen Körpersymptomen muss die Symptomatik fachärztlich abgeklärt werden.

Zu B Falsch. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Zu C Falsch. Die Betroffenen erkennen meist nicht den ursächlichen Zusammenhang zwischen einem unlösbaren Konflikt oder einem traumatisierenden Ereignis und ihren körperlichen Symptomen und können dies natürlich dem Therapeuten auch nicht mitteilen.

Zu D Richtig. Dissoziation bedeutet Abspaltung, das Gegenteil von Integration. Abgespalten sind z. B. Erinnerungen (dissoziative Amnesie; dissoziative Fugue) und Körperbewegungen (z. B. Erstarrung beim dissoziativen Stupor).

Zu E Falsch. Freud ging davon aus, dass „hysterische“ Personen, vor allem Frauen (heute: Menschen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung) in ihrer dramatischen Selbstdarstellung dazu neigen, Konflikte symbolhaft über den Körper auszudrücken (= Abwehrmechanismus „Konversion“).

443 ?

Einfachauswahl

Ein Patient ist unfähig, dem ständigen Impuls, sich die Kopfhaare auszureißen, zu widerstehen. Dies hat bereits zu sichtbarem Haarverlust geführt. Es handelt sich am ehesten um:

Antwort A Eine schizoaffektive Störung, die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose manisch ausgelenkt ist

Antwort B Eine spezifische Phobie, die durch eine übermäßige Angst vor Haarverlust gekennzeichnet ist

Antwort C Eine Form von bipolarer Störung mit psychotischen Symptomen

Antwort D Eine Störung der Geschlechtsidentität, die bereits im Kindesalter auftritt

Antwort E Eine Trichotillomanie

443 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Die Trichotillomanie (F63.3) steht in der ICD-10 unter der Rubrik „Störungen der Impulskontrolle“. ICD-10/B: „Die Betroffenen beschreiben einen intensiven Drang, die Haare auszureißen mit einer zunehmenden Spannung vorher und einem Gefühl von Erleichterung nachher.“ Die Diagnose sollte nicht gestellt werden, wenn das Ausreißen der Haare durch ein Wahnphänomen oder eine Halluzination ausgelöst wurde.

444 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Das Erfordernis zur Errichtung einer Betreuung ist aus medizinischer Sicht gegeben, wenn der Betroffene …

Antwort A … wegen einer psychischen Erkrankung die Tragweite eines operativen Eingriffs trotz umfassender ärztlicher Aufklärung nicht überblickt.

Antwort B … seinen Haushalt wegen einer Körperbehinderung nur mithilfe einer Putzfrau führen kann.

Antwort C … Drogen missbraucht (kompliziert durch Beschaffungskriminalität).

Antwort D … wegen psychischer Erkrankung unfähig ist, seine Angelegenheiten zu besorgen.

Antwort E … eine nicht altersentsprechende emotionale Abhängigkeit von Bezugspersonen aufweist.

444 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Wenn die Gesundheit eines Menschen gefährdet ist, können z. B. Ärzte eine Betreuung anregen. Das Betreuungsgericht kann dann ein Betreuungsverfahren einleiten.

Zu B Falsch. Laut Betreuungsgesetz ist eine Betreuung nicht erforderlich, wenn die Angelegenheiten des Volljährigen durch einen Bevollmächtigten oder andere Hilfen (Haushaltshilfe, Pflegedienst, juristischer Berater) besorgt werden können.

Zu C Falsch. Keine Betreuung bei Drogenmissbrauch, noch weniger bei Beschaffungskriminalität.

Zu D Richtig. „Kann jemand als Folge einer psychischen Krankheit […] seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer.“ (§ 1896 BGB)

Zu E Falsch. Keine Betreuung bei einer (hier: abhängigen) Persönlichkeitsstörung.

445 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Depressionen im Alter treffen zu?

  • 1.

    Depressionen im Alter sind selten.

  • 2.

    Die Differenzierung zwischen depressiver Somatisierung und echter somatischer Krankheit ist im Alter schwierig.

  • 3.

    Sie gehen nicht mit einem erhöhten Suizidrisiko einher.

  • 4.

    Sie können aufgrund einer hirnorganischen Erkrankung entstehen.

  • 5.

    Sie führen meist zu einer Demenz.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

445 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Falsch. Depressionen im Alter sind sehr häufig. Die Prävalenz für depressive Syndrome bei Menschen im höheren Lebensalter (ab 65 Jahre) liegt bei 15–20 %.

Zu 2 Richtig. Somatische Symptome wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Antriebslosigkeit oder das verstärkte Auftreten depressiver „Vitalstörungen“ (Druck auf der Brust, Magen- und Darmprobleme, Rücken- oder Muskelschmerzen etc.) können organisch bedingt oder Folge einer depressiven Störung sein.

Zu 3 Falsch. Depressionen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Parallel dazu steigt, besonders bei älteren Männern, das Suizidrisiko drastisch an.

Zu 4 Richtig. Depressionen im Alter können auch infolge einer hirnorganischen Erkrankung entstehen (z. B. im Zusammenhang mit Demenz, Schlaganfall etc.).

Zu 5 Falsch. Depressive Episoden im Alter führen i. d. R. nicht zu einer Demenz.

446 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?

  • 1.

    Anlagebedingte Faktoren sind eine Teilursache der Erkrankung.

  • 2.

    Schizophrene Patienten haben ein hohes Suizidrisiko.

  • 3.

    Wahnvorstellungen sind für die Diagnose eine notwendige Voraussetzung.

  • 4.

    Bei einer akuten paranoid-halluzinatorischen Symptomatik ist Soziotherapie die wichtigste Sofortmaßnahme.

  • 5.

    Leitsymptom für eine Schizophrenie ist die Antriebssteigerung.

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

446 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Man geht heute von einer genetischen Disposition für schizophrene Erkrankungen aus. Durch belastende Lebensereignisse (life events) kann bei Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung später eine Schizophrenie ausgelöst werden („Vulnerabilitäts-Stress-Modell“).

Zu 2 Richtig. Die statistischen Zahlen sind unterschiedlich. Schätzungsweise 20–50 % der schizophrenen Patienten unternehmen einen Suizidversuch, 10–15 % versterben an Suizid.

Zu 3 Falls überhaupt, müsste es sich um einen bizarren Wahn handeln. Es gibt jedoch viele schizophrene Erkrankungen ohne Wahn (z. B. Hebephrenie, Schizophrenia simplex, katatone Schizophrenie, schizophrenes Residuum).

Zu 4 Falsch. Bei einer akuten schizophrenen Episode ist die Gabe von Neuroleptika die wichtigste Erstmaßnahme.

Zu 5 Falsch. Die Antriebssteigerung ist u. a. ein Leitsymptom für manische Erkrankungen. Leitsymptome für die Schizophrenie sind Ich-Störungen, akustische Halluzinationen und Wahnphänomene (z. B. Wahnwahrnehmung, bizarrer Wahn).

447 ?

Einfachauswahl

Während einer Psychotherapie übt eine Patientin mit Bulimie alternative Strategien, die sie zur Impulskontrolle und Unterdrückung eines Essanfalls einsetzen kann. Welcher psychotherapeutischen Richtung ist diese Vorgehensweise am ehesten zuzuordnen?

Antwort A Gesprächspsychotherapie

Antwort B Psychoanalyse

Antwort C Systemische Therapie

Antwort D Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Antwort E Verhaltenstherapie

447 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E.

Zu C Falsch. Kommentar zu E.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Strategien zur Impulskontrolle und zur Unterdrückung eines Essanfalls sind Methoden der Verhaltenstherapie. Der Fachausdruck hierfür ist „Stimuluskontrolle.“

448 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Die Polizei wird zu einer belebten Straße gerufen, weil ein junger Mann trotz Vorhandenseins einer Verkehrsinsel auf eigenartige Weise schräg die Straße überquert, sich dadurch gefährdet und auch den Straßenverkehr behindert. Der Betroffene erklärt, er müsse immer der Verkehrsinsel ausweichen, da diese grundsätzlich von Lastwagen überfahren werde, wenn er sich darauf befinde. Außerdem überquere er Straßen grundsätzlich schräg, das müsse er einfach so machen. – Welche Symptome können vorliegen?

Antwort A Wahn

Antwort B Größenideen

Antwort C Illusionäre Verkennung

Antwort D Ideenflucht

Antwort E Zwang

448 !

Richtig sind die Antworten A und E.

Zu A Richtig. Der Mann ist zu 100 % überzeugt davon, dass eine bestimmte Verkehrsinsel grundsätzlich von LKWs überfahren wird, wenn er sich darauf befindet. Dies widerspricht der Realität, ist also ein Wahn. Eventuell verbirgt sich dahinter der Wahn, die LKWs hätten es auf ihn abgesehen.

Zu B Falsch. Größenideen sind im Fallbeispiel nicht vorhanden.

Zu C Falsch. Wahrnehmungsstörungen wie z. B. Illusionen sind im Fallbeispiel nicht vorhanden.

Zu D Falsch. Die Ideenflucht (das Springen von einem Thema zum nächsten) wäre typisch für eine Manie. Davon ist in der Fallgeschichte nichts zu finden.

Zu E Richtig. Die unsinnige Vorstellung, Straßen grundsätzlich schräg zu überqueren („das müsse er einfach so machen“) ist ein Zwangsgedanke, das zwanghafte Überqueren die daraus resultierende Zwangshandlung.

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