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B978-3-437-58385-8.00018-7

10.1016/B978-3-437-58385-8.00018-7

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2012

477 ?

Aussagenkombination

Abwehrmechanismen sind:

  • 1.

    Regression

  • 2.

    Autosuggestion

  • 3.

    Projektion

  • 4.

    Verschiebung

  • 5.

    Imitation

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

477 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Lat. regredi bedeutet „zurückgehen“. Regression = Rückkehr zu unreifen, frühkindlichen Verhaltensweisen, um einem Konflikt auszuweichen.

Zu 2 Falsch. Autosuggestionen werden z. B. beim autogenen Training eingesetzt, sie dienen nicht der Abwehr unerwünschter Affekte oder Triebimpulse.

Zu 3 Richtig. Die Schwachpunkte, die jemand bei sich nicht akzeptieren kann, werden wie mit einem Diaprojektor auf andere projiziert und dort kritisiert: Jemand, der selbst nicht Ordnung halten kann, kritisiert z. B. vehement den Partner/seine Kinder wegen ihrer Schlampigkeit.

Zu 4 Richtig. Beim Abwehrmechanismus der Verschiebung werden z. B. aggressive Impulse gegenüber einer Autoritätsperson an einem Ersatzobjekt abreagiert: Ein Angestellter ist wütend auf seinen Chef: Anstatt ihn zur Rede zu stellen, beschimpft er einen Kunden oder schlägt beim geringsten Anlass seinen Sohn.

Zu 5 Falsch. Nicht verwechseln mit Identifikation! Die Imitation von Verhaltensweisen anderer Menschen zählt nicht zu den Abwehrmechanismen im psychoanalytischen Sinn.

478 ?

Einfachauswahl

Für welche Demenzform sind frühe, langsam fortschreitende Charakterveränderungen mit Verlust sozialer Fähigkeiten typisch?

Antwort A Demenz bei Alzheimer-Krankheit

Antwort B Demenz bei Pick-Krankheit (Frontallappendemenz)

Antwort C Vaskuläre Demenz

Antwort D Demenz bei Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (CJK)

Antwort E Demenz bei Morbus Parkinson

478 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Bei Alzheimer haben wir keine „frühen Charakterveränderungen“. In der Anfangsphase stehen Störungen des Gedächtnisses im Vordergrund.

Zu B Richtig. Bei der Pick-Demenz steht zunächst nicht die Beeinträchtigung von Gedächtnisleistungen im Vordergrund, sondern eine fortschreitende Veränderung der Persönlichkeit und der sozialen Verhaltensweisen. http://de.wikipedia.org/wiki/Pick-Krankheit - cite_note-1

Zu C Falsch. Die vaskuläre Demenz verläuft meist schubmäßig, nicht langsam progredient. Charakterveränderungen und Verlust sozialer Fähigkeiten stehen nicht im Vordergrund.

Zu D Falsch. Bei der CJK kommt es im Verlauf von wenigen Wochen bis Monaten zu einer rasch fortschreitenden Demenz, die meist innerhalb eines Jahres zum Tode führt. Die Erkrankung ist begleitet von Gangstörungen, Muskelzuckungen etc.

Zu E Falsch. Die Parkinson-Krankheit verläuft schleichend, ist aber in vielen Fällen nicht mit geistigen Einschränkungen verbunden. Erst im späten Krankheitsstadium bildet sich bei einem Teil der Betroffenen eine Demenz heraus.

479 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen treffen für eine Somatisierungsstörung (nach ICD-10) zu?

Antwort A Eine Somatisierungsstörung ist als eine spezifische Form der depressiven Störung definiert.

Antwort B Sie kann sich nur auf gastrointestinale oder neurologische Beschwerden beziehen.

Antwort C Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien mindestens 2 Jahre bestehen.

Antwort D Die Körpersymptome müssen nach den diagnostischen Leitlinien vor der Pubertät auftreten.

Antwort E Es findet sich keine ausreichende somatische Erklärung für die Symptome.

479 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Nicht verwechseln mit dem „somatischen Syndrom bei einer depressiven Episode“. Die Somatisierungsstörung zählt zu den somatoformen Störungen.

Zu B Falsch. Beschwerden, die durch das autonome Nervensystem verursacht werden (= gastrointestinal) zählen zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen; neurologische Beschwerden zählen zu den neurologischen Erkrankungen.

Zu C Richtig. Die Mindestdauer der Somatisierungsstörung beträgt 2 Jahre, meist ist die Erkrankung chronisch, und die Betroffenen leiden viele Jahre unter der Symptomatik.

Zu D Falsch. Der Beginn der Somatisierungsstörung liegt im Erwachsenenalter, meist vor dem 30. Lebensjahr.

Zu E Richtig. Trotz häufiger Arztbesuche gibt es keinen Befund, der die Beschwerden erklären könnte.

480 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen treffen auf eine typische Anorexia nervosa (nach ICD-10) zu?

  • 1.

    Ein Gewichtsverlust kann durch übertriebene körperliche Aktivität herbeigeführt sein.

  • 2.

    Ein Gewichtsverlust kann somatisch bedingt sein.

  • 3.

    Es liegt eine Körperschemastörung vor, und die Betroffenen legen eine zu niedrige Gewichtsschwelle fest.

  • 4.

    Ein BMI von 19,5 kg/m2 steht i. d. R. mit der Anorexia nervosa in Zusammenhang.

  • 5.

    Es kann zu einer endokrinen Störung kommen.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

480 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Viele Anorektiker(innen) versuchen, durch übertriebene körperliche Aktivität Kalorien zu „verbrennen“.

Zu 2 Falsch. Der Gewichtsverlust ist selbst induziert, nicht körperlich (=somatisch) bedingt.

Zu 3 Richtig. Die Betroffenen haben eine verzerrte Körperwahrnehmung (= Körperschemastörung) und nehmen so nicht wahr, dass sie schon extrem untergewichtig sind. Anders als Bulimikerinnen legen sie eine extrem niedrige Gewichtsschwelle fest.

Zu 4 Falsch. Ein Body-Mass-Index (BMI) von 19,5 entspricht dem Normalgewicht. Ein Hinweis auf eine mögliche Anorexia nervosa ist ein BMI von 17,5 oder darunter.

Zu 5 Richtig. Endokrine Störungen sind Störungen der Drüsenfunktion. Fachbücher sprechen von einer endokrinen Störung auf der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse: erniedrigter Spiegel der Sexualhormone (Folge: Amenorrhö); erhöhter Kortisolspiegel; erhöhter Spiegel der Wachstumshormone (Folge: Lanugobehaarung); Hypothyreose; Störung der Insulinsekretion (erhöhte Diabetesgefahr).

481 ?

Einfachauswahl

Ein 60-jähriger Patient, der Sie wegen psychischer Probleme aufsucht, berichtet im Rahmen der Anamnese, dass er von seinem Arzt Lithium verordnet bekommen habe. Für welche Erkrankung spricht diese Behandlung am ehesten?

Antwort A Alkoholkrankheit

Antwort B Affektive Störung

Antwort C Vaskuläre Demenz

Antwort D Schizophrenie

Antwort E Histrionische Persönlichkeitsstörung

481 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Lithium ist ein Stimmungsstabilisator, der zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen, inzwischen auch bei unipolaren affektiven Störungen verordnet wird. Alle anderen Lösungen sind falsch.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

482 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Halluzinogenen treffen zu?

  • 1.

    Ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe ist LSD (Lysergsäurediethylamid).

  • 2.

    Es kommt üblicherweise zu keiner körperlichen Abhängigkeit.

  • 3.

    Typisch sind u. a. Veränderungen der Wahrnehmung und Denkens sowie Desorientiertheit.

  • 4.

    Nachhallzustände (Flashbacks) sind untypisch.

  • 5.

    Gefährlich sind „Horrortrips“ oder selbstgefährdende Handlungen.

Antwort A Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

482 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. LSD ist ein wichtiges und typisches Beispiel für Halluzinogene.

Zu 2 Richtig. Halluzinogene wie LSD oder Cannabis machen nicht körperlich abhängig.

Zu 3 Richtig. Halluzinogene wie LSD bewirken tiefgreifende Wahrnehmungsveränderungen (Halluzinationen, Illusionen), eine Veränderung des Denkens und in manchen Fällen auch Orientierungsstörungen („Wo bin ich eigentlich?“).

Zu 4 Falsch. Da sich die Substanzen im Fettgewebe einlagern, kann es noch Wochen nach der letzten Einnahme zu Echopsychosen (Flashbacks) kommen.

Zu 5 Richtig. Bei entsprechender Stimmungslage kann es zu Horrortrips oder selbstgefährdenden Handlungen kommen („Ich kann fliegen!“).

483 ?

Einfachauswahl

Eine 59-jährige Frau legt das Fundament ihres Hauses frei, um lose Steine zu entfernen, da dies den Beginn des Paradieses behindere. Trotz der Warnungen des Architekten mit Hinweis auf eine Gefährdung der Statik unterstützt der Ehemann das Vorhaben seiner Frau vehement. Als diese durch einen Aufenthalt in der Psychiatrie vom Mann getrennt wird, distanziert sich der Mann deutlich von den Ideen der Ehefrau. – Um welche Diagnose handelt es sich bei dem Ehemann am ehesten?

Antwort A Reaktive Bindungsstörung

Antwort B Schizoide Persönlichkeitsstörung

Antwort C Abhängigkeitssyndrom

Antwort D Induzierte wahnhafte Störung (Folie à deux)

Antwort E Beziehungswahn

483 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Die „reaktive Bindungsstörung“ (F94.1) zählt zu den Störungen sozialer Funktionen im Kindesalter.

Zu B Falsch. Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist durch emotionale Kühle und einzelgängerisches Verhalten gekennzeichnet. Das passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu C Falsch. Das Abhängigkeitssyndrom tritt bei Abhängigkeit von psychotropen Substanzen auf und hat nichts damit zu tun, dass ein Partner vom anderen „abhängig“ ist.

Zu D Richtig. Bei der induzierten wahnhaften Störung (früher symbiotischer Wahn/Folie à deux, frz.: Wahnsinn zu zweit) handelt sich um eine wahnhafte Störung bei zwei Personen mit einer engen emotionalen Bindung. Nur eine davon hat einen Wahn, die andere hat den Wahn übernommen. Bei einer Trennung der beiden Personen wird der übernommene Wahn meist aufgegeben.

Zu E Falsch. Bei einem „Beziehungswahn“ beziehen die Betroffenen alltägliche Dinge auf sich und deuten sie im Sinne ihres Wahns. Dies hat nichts mit den Beziehungen zwischen Mann und Frau zu tun.

484 ?

Einfachauswahl

Ein 22-jähriger Mann berichtet, er werde außerhalb der familiären Umgebung in kleinen Gruppen von dem Gedanken geplagt, von den anderen Menschen beobachtet zu werden. Er habe beständig die Furcht, sein Auftreten sei unangemessen oder peinlich. In derartigen Gruppensituationen stehe er unter großem Stress und reagiere mit Erröten, Schwitzen und Händezittern. Daher versuche er, diese Situationen so gut wie möglich zu meiden. – Um welche Störung handelt es sich am ehesten?

Antwort A Anpassungsstörung

Antwort B Panikstörung

Antwort C Schizoide Persönlichkeitsstörung

Antwort D Soziale Phobie

Antwort E Zwangsstörung

484 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Die Angst, sich in sozialen Situationen peinlich zu verhalten, ist typisch für die soziale Phobie. Zusatzsymptome wie Erröten, Schwitzen, Händezittern, Vermeiden von Augenkontakt sowie Harndrang sind typisch für diese Störung.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

485 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Bulimie (Bulimia nervosa) trifft zu?

Antwort A Bei jungen Frauen in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter liegt die Prävalenz bei etwa 20 %.

Antwort B Bulimie-Betroffene sind meist übergewichtig.

Antwort C Bei lang anhaltender Symptomatik kommt es häufig zu einer Schädigung der Zähne.

Antwort D Im Vordergrund der Therapie stehen medikamentöse Maßnahmen (Antidepressiva).

Antwort E Die Bulimie hat eine ungünstigere Prognose als die Anorexia nervosa.

485 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die Prävalenz (Erkrankungshäufigkeit) liegt bei 1–3 %, ist also 2- bis 3-mal so hoch wie bei der Magersucht (Prävalenz etwa 0,7 %).

Zu B Falsch. Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, im Gegensatz zu Patienten mit einer Binge-Eating-Störung.

Zu C Richtig. Durch das Erbrechen gelangt vermehrt Magensäure in den Mund. Dies führt häufig zu einer Schädigung der Zähne.

Zu D Falsch. Im Vordergrund der Therapie stehen verhaltenstherapeutische Maßnahmen (meist kognitive Verhaltenstherapie).

Zu E Falsch. Da die Bulimie nicht zu einer lebensbedrohlichen Mangelernährung führt und die Betroffenen durch den Leidensdruck eher therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, ist die Prognose günstiger als bei der Anorexia nervosa.

486 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage beschreibt eine dissoziale Persönlichkeitsstörung?

Antwort A Verlust der Integration bestimmter Ich-Funktionen oder bestimmter körperlicher Funktionen

Antwort B Verhalten, das den geltenden sozialen Normen erheblich widerspricht

Antwort C Rückzug von sozialen Kontakten in eine abgeschirmte Fantasiewelt

Antwort D Vorhandensein von zwei oder mehr Persönlichkeiten in einem Individuum

Antwort E Manieriertes, flapsiges, oberflächliches Verhalten

486 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Beschreibung träfe auf eine dissoziative Störung zu (z. B. psychogene Lähmung; dissoziative Identitätsstörung), nicht auf eine Person, die „dissozial“ ist, d. h. sich nicht an die sozialen Regeln hält.

Zu B Richtig. Die ICD-10 spricht hier von einer „andauernden verantwortungslosen Haltung“ und einer „Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen“.

Zu C Falsch. Der Rückzug von sozialen Kontakten in eine abgeschirmte Fantasiewelt passt am ehesten zur schizoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu D Falsch. Ein Vorhandensein von zwei oder mehr Teilpersönlichkeiten ist typisch für die dissoziative Identitätsstörung (multiple Persönlichkeitsstörung).

Zu E Falsch. Ein manieriertes, flapsiges, oberflächliches, oft auch läppisches Verhalten findet sich u. a. bei der hebephrenen Schizophrenie, auf keinen Fall jedoch bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung.

487 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Therapie von schizophrenen Patienten treffen zu?

Antwort A Kognitives Training wie z. B. das Training der sozialen Wahrnehmung ist sinnvoll.

Antwort B Imaginationsübungen sollten frühzeitig durchgeführt werden.

Antwort C Die Psychotherapie bei schizophrenen Patienten beinhaltet u. a. Problemanalyse, Psychoedukation, Kommunikations- und Problemlösetraining.

Antwort D Therapie der Wahl ist eine aufdeckende Psychotherapie.

Antwort E Bei der Ersterkrankung sollte eine Behandlung mit Neuroleptika spätestens nach 4 Wochen beendet werden.

487 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. An Schizophrenie Erkrankte haben häufig Mühe, zwischen der Wirklichkeit und der eigenen subjektiven Wahrnehmung zu unterscheiden. Sie hören Stimmen oder sehen in Freunden, Geschwistern, Eltern auf einmal Feinde und Verräter. Ein Training der sozialen Wahrnehmung kann helfen, verzerrte Wahrnehmungen zu erkennen und zu verändern.

Zu B Falsch. Übungen zur Imagination (z. B. Fantasiereisen) sind bei Schizophrenie kontraindiziert.

Zu C Richtig. Viele schizophrene Patienten ziehen sich zurück oder können nicht mehr mit ihrem Umfeld kommunizieren. Kommunikationstraining, Problemlösetraining und Aufklärung über die Hintergründe und Symptome der Erkrankung können dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.

Zu D Falsch. Aufdeckende psychotherapeutische Verfahren (z. B. Psychoanalyse) sind bei schizophrenen Erkrankungen kontraindiziert.

Zu E Falsch. Bei der Ersterkrankung wird eine Neuroleptika-Einnahme über 1–2 Jahre empfohlen.

488 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome ordnen Sie einem amnestischen Syndrom (Korsakow-Syndrom) zu?

  • 1.

    Zönästhesien

  • 2.

    Desorientiertheit

  • 3.

    Konfabulationen

  • 4.

    Gedankenausbreitung

  • 5.

    Merkfähigkeitsstörung

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

488 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Unter Zönästhesien versteht man bizarre Körpermissempfindungen (Leibhalluzinationen). Sie sind typisch für schizophrene Erkrankungen, nicht für das Korsakow-Syndrom.

Zu 2 Richtig. Durch die massiven Ausfälle des Gedächtnisses haben die Betroffenen Orientierungsstörungen bei klarer Bewusstseinslage.

Zu 3 Richtig. Die Betroffenen überspielen ihre Gedächtnislücken durch erfundene Geschichten (Konfabulationen).

Zu 4 Falsch. Die Gedankenausbreitung zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen und hat nichts mit dem Korsakow-Syndrom zu tun.

Zu 5 Richtig. Wie der Begriff „amnestisch“ schon sagt, leiden die Betroffenen unter massiven Störungen des Kurz- und Langzeitgedächtnisses.

489 ?

Einfachauswahl

Eine 25-jährige Frau bekommt plötzlich Angstgefühle, „pfötchenartige“ Verkrampfungen der Hände und atmet schnell und flach. Es handelt sich am ehesten um:

Antwort A Klaustrophobie

Antwort B Soziophobie

Antwort C Hyperventilationstetanie

Antwort D Herzanfall

Antwort E Lungenembolie

489 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die Frau hat Angstgefühle, sie hyperventiliert (atmet schnell und flach) und hat pfötchenartige Verkrampfungen der Hände. Weitere Symptome wären Parästhesien (z. B. Kribbeln in Händen, Füßen oder Mundbereich), Muskelkrämpfe (Tetanie) oder ein Kitzeln in der Zunge. Die Ursache: Durch die Hyperventilation wird zu viel Kohlendioxid abgegeben. Das führt dazu, dass der Kalziumspiegel im Blut absinkt, was wiederum Muskelkrämpfe (Tetanie), Parästhesien etc. zur Folge hat.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

490 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome werden zu den Ich-Störungen gezählt?

  • 1.

    Gedankenentzug

  • 2.

    Depersonalisation

  • 3.

    Kommentierende Stimmen

  • 4.

    Derealisation

  • 5.

    Optische Halluzinationen

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

490 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Gedankenentzug zählt zu den schizophrenen Ich-Störungen (Störungen der Ich-Grenze).

Zu 2 Richtig. Depersonalisation und Derealisation zählen zu den allgemeinen Störungen des Ich-Erlebens (Störungen des Ich-Gefühls). Sie finden sich in der ICD-10 unter „sonstige neurotische Störungen“ (F48.1). In reiner, isolierter Form ist die Störung selten. Häufiger finden sich Depersonalisations- und Derealisationsphänomene im Zusammenhang mit Panikattacken, Schockerlebnissen, PTBS. Sie sind in diesem Fall kein Symptom für eine schizophrene Psychose, zählen jedoch nach psychiatrischer Lehrmeinung trotzdem zu den Ich-Störungen.

Zu 3 Falsch. Kommentierende Stimmen sind akustische Halluzinationen, keine Ich-Störungen.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 2.

Zu 5 Falsch. Optische Halluzinationen sind Störungen der Wahrnehmung, nicht des Ich-Erlebens.

491 ?

Einfachauswahl

Bei einem 10-jährigen Jungen treten wiederkehrende nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigen Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung auf. Zu welcher Diagnose passt diese Beschreibung am besten?

Antwort A Enuresis nocturna

Antwort B Narkolepsie

Antwort C Schlafapnoe

Antwort D Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS)

Antwort E Pavor nocturnus

491 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Enuresis nocturna bedeutet: nächtliches Einnässen. Das hat mit dem Pavor nocturnus (Kommentar zu E) nichts zu tun.

Zu B Falsch. Die Narkolepsie ist charakterisiert durch übermäßige Tagesschläfrigkeit (die Betroffenen schlafen tagsüber plötzlich ein). Manche klagen über gestörten Nachtschlaf, haben nachts aber keine Episoden von Furcht und Panik.

Zu C Falsch. Apnoe bedeutet „Atemstillstand“, Schlafapnoe also „Atemstillstand während des Schlafs“. Das ist beim Pavor nocturnus nicht der Fall.

Zu D Falsch. Kommentar zu E.

Zu E Richtig. Pavor nocturnus heißt wörtlich „nächtlicher Angstanfall“. Typisch für das Krankheitsbild sind nächtliche Episoden von Furcht und Panik mit heftigem Schreien („Panikschrei“), vegetativer Erregtheit und perseverierenden Bewegungen.

492 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Bei einem 65-jährigen Patienten bemerken Sie während des Gesprächs kauende, grimassierende Bewegungen im Zungen-und Mundbereich. Er berichtet Ihnen, dass er von seinem Arzt jahrelang mit dem Medikament Haloperidol (Haldol) behandelt wurde. Worum handelt es sich wahrscheinlich?

Antwort A Es handelt sich um eine Tic-Störung.

Antwort B Die Medikamenteneinnahme spricht für eine Epilepsie.

Antwort C Bei dem Patienten bestehen wahrscheinlich Spätdyskinesien.

Antwort D Ein Zusammenhang zwischen den Bewegungen und der Medikamenteneinnahme ist äußerst unwahrscheinlich.

Antwort E Haloperidol wird bei psychotischen Symptomen eingesetzt.

492 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Tics treten unabhängig von einer medikamentösen Behandlung auf. Sie sind z. T. psychisch bedingt, manchmal spielt auch die Genetik eine Rolle. Tics beginnen meist im Grundschulalter (der Mann im Fallbeispiel ist 65!). Viele verschwinden spontan, andere bleiben lebenslang erhalten. Das passt nicht zur Fallgeschichte.

Zu B Falsch. Epileptische Erkrankungen werden durch Antikonvulsiva (Valproat, Carbamazepin etc.) behandelt, nicht durch Neuroleptika (z. B. Haldol).

Zu C Richtig. Spätdyskinesien treten nach langjähriger Einnahme von Neuroleptika wie Haldol auf. Es handelt sich um unwillkürliche Bewegungsabläufe oder Zuckungen, häufig im Gesicht (Ausstrecken der Zunge, Schmatzen, Grimassenziehen etc.).

Zu D Falsch. Ein Zusammenhang zwischen den grimassierenden Bewegungen und der langjährigen Einnahme von Haldol ist mehr als wahrscheinlich (Kommentar zu C).

Zu E Richtig. Haldol kommt z. B. bei schizophrenen Erkrankungen, organisch bedingten psychotischen Zuständen oder wahnhaften Störungen zum Einsatz.

493 ?

Einfachauswahl

Welcher Begriff umschreibt am ehesten die Diagnose „Neurasthenie“?

Antwort A Störung des Sozialverhaltens

Antwort B Stimmungsschwankungen

Antwort C Erschöpfungssyndrom

Antwort D Angstsyndrom

Antwort E Traumatisierung

493 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die Neurasthenie steht in der ICD-10 unter F48.0 und ist gleichbedeutend mit dem Begriff „Erschöpfungssyndrom“. Die ICD-10 unterscheidet bei der Neurasthenie zwei Hauptformen: 1. Klage über vermehrte geistige Ermüdbarkeit, 2. Klage über körperliche Erschöpfung. Die Mindestdauer beträgt 3 Monate.

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Falsch. Kommentar zu C.

494 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Zur Negativsymptomatik einer Schizophrenie zählen:

Antwort A Wahn

Antwort B Affektverflachung

Antwort C Denkzerfahrenheit

Antwort D Störung des Ich-Erlebens

Antwort E Sprachverarmung

494 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Wahn zählt zu den Plus-Symptomen der Schizophrenie.

Zu B Richtig. Die Affektverflachung ist ein typisches Minus-Symptom (= Negativsymptom) bei schizophrenen Erkrankungen.

Zu C Falsch. Bei der formalen Denkstörung „Denkzerfahrenheit“ wird ein „Zuviel“ an Gedanken und Ideen produziert. Die Denkzerfahrenheit wird deshalb zu den Plus-(produktiven) Symptomen gerechnet.

Zu D Falsch. Störungen des Ich-Erlebens sind zwar typisch für die Schizophrenie, zählen jedoch zu den Ich-Störungen, die nach psychiatrischer Lehrmeinung den Plus-Symptomen zuzuordnen sind.

Zu E Richtig. Sprachverarmung zählt zu den Minus-Symptomen. Sprachverarmung ist typisch für die Schizophrenia simplex und das schizophrene Residuum.

495 ?

Aussagenkombination

Bei der Verhaltenstherapie werden folgende Techniken bzw. Prinzipien angewandt:

  • 1.

    Umfassender Persönlichkeitsstrukturwandel zur Verhinderung von Lebenskrisen

  • 2.

    Lerntheoretisch fundierte Modifikation des Verhaltens

  • 3.

    Erkennung und Veränderung negativer Denkschemata

  • 4.

    Training sozialer Kompetenz

  • 5.

    Systematische Desensibilisierung

Antwort A Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

495 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Verhaltenstherapie hat sich zum Ziel gesetzt, falsche Verhaltens- und Denkweisen zu verändern, ohne massiv in die Persönlichkeitsstruktur eingreifen oder sie verändern zu wollen. Welche Therapieform der Fragesteller mit dem „umfassenden Persönlichkeitsstrukturwandel“ im Kopf hatte, ist nicht erkennbar.

Zu 2 Richtig. Ziel der Verhaltenstherapie ist eine Veränderung (Modifikation) des Verhaltens auf der Grundlage der Erkenntnisse verschiedenster Lerntheorien (Konditionierungs-, Belohnungslernen etc.).

Zu 3 Richtig. Das Erkennen und Umstrukturieren verzerrter Gedanken ist ein wichtiger Baustein der kognitiven Verhaltenstherapie.

Zu 4 Richtig. Auch das soziale Kompetenztraining (im Rollenspiel, z. T. mithilfe von Videoaufzeichnungen) zählt zu den Techniken der Verhaltenstherapie.

Zu 5 Richtig. In der systematischen Desensibilisierung nach Wolpe werden die Betroffenen im entspannten Zustand langsam mit dem angstauslösenden Reiz konfrontiert. Die systematische Desensibilisierung zählt zur Verhaltenstherapie.

496 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur psychotischen Störung Alkoholhalluzinose treffen zu?

Antwort A Die Alkoholhalluzinose ist typischerweise durch akustische Halluzinationen gekennzeichnet.

Antwort B Charakteristisch sind ausgeprägte vegetative Begleiterscheinungen.

Antwort C Psychomotorische Störungen wie z. B. Erregung können auftreten.

Antwort D Wahnideen sprechen gegen eine Alkoholhalluzinose.

Antwort E Bewusstseinstrübung ist ein Hauptmerkmal der Alkoholhalluzinose.

496 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Nicht verwechseln mit dem Delirium tremens, bei dem meist optische Halluzinationen auftreten! Typisch für die Alkoholhalluzinose sind akustische Halluzinationen.

Zu B Falsch. Im Gegensatz zum Alkoholdelir finden sich bei der Alkoholhalluzinose keine ausgeprägten vegetativen Begleitsymptome.

Zu C Richtig. Psychomotorische Störungen (z. B. Erregungszustände) können begleitend auftreten.

Zu D Falsch. Die Betroffenen fühlen sich durch die Stimmen (oft im Chor) massiv bedroht und entwickeln häufig einen Bedrohungs- oder Verfolgungswahn.

Zu E Falsch. Patienten mit einer Alkoholhalluzinose sind bewusstseinsklar.

497 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Zwangsstörung trifft zu?

Antwort A Die Zwangsgedanken werden vom Patienten nicht als unsinnig erkannt.

Antwort B Bei den Zwangsvorstellungen werden wahnhafte Gedanken erlebt.

Antwort C Patienten mit einer gesicherten Zwangsstörung haben ein deutlich höheres Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung, an einer Schizophrenie zu erkranken.

Antwort D Zwangsgedanken können auch im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen und/oder postpartalen Psychosen auftreten.

Antwort E Das männliche Geschlecht ist von der Zwangsstörung deutlich häufiger betroffen als das weibliche.

497 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Die Zwangsgedanken werden typischerweise vom Patienten als unsinnig erkannt.

Zu B Falsch. Wahn ist ein psychotisches Symptom, Zwangsstörungen zählen zu den psychogenen Störungen. Also: kein Wahn bei Zwangsstörungen aller Art.

Zu C Falsch. Kein erhöhtes Risiko für Schizophrenie bei Menschen mit Zwangsstörungen.

Zu D Richtig. Zwänge können auch begleitend bei Depressionen und Psychosen auftreten, damit natürlich auch bei depressiven oder psychotischen Erkrankungen im Wochenbett (= postpartale/postnatale Depression bzw. postpartale/postnatale Psychose).

Zu E Falsch. Zwangsstörungen kommen bei Männern und Frauen etwa gleich häufig vor.

498 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu den Gesetzen zur Unterbringung psychisch Kranker trifft zu?

Antwort A Sie regeln die Vorgehensweise und die Rechte eines Menschen bei Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung gegen seinen Willen.

Antwort B Sie sind in ganz Deutschland identisch.

Antwort C Eine Unterbringung kann bei Fremdgefährdung nur durch einen Facharzt für Psychiatrie bei Gericht angeregt werden.

Antwort D Eine Zwangseinweisung erfolgt nur auf richterlichen Beschluss.

Antwort E Bei Selbstgefährdung ist eine Unterbringung nur mit Zustimmung des Betroffenen möglich.

498 !

Antwort A ist richtig.

Zu A Richtig. Die Gesetze sind zwar von Bundesland zu Bundesland verschieden, alle jedoch regeln die Vorgehensweise (Kreisverwaltungsbehörde, Polizei, Betreuungsgericht etc.) und die Rechte eines Menschen, der gegen seinen Willen untergebracht werden soll.

Zu B Falsch. Die Gesetze sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Zu C Falsch. Eine Unterbringung bei Fremdgefährdung infolge einer psychischen Erkrankung wird durch das zuständige Gesundheitsamt oder die zuständige Kreisverwaltungsbehörde veranlasst und von der Polizei durchgeführt.

Zu D Falsch. Eine Zwangseinweisung erfolgt laut Gesetz zwar auf richterlichen Beschluss, es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Bei „Gefahr in Verzug“ ist eine „vorläufige Unterbringung“ ohne Zustimmung des Gerichts möglich. Die richterliche Zustimmung hierfür muss unverzüglich nachgeholt werden.

Zu E Falsch. Bei akuter Suizidgefährdung kann die betreffende Person auch gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Klinik „untergebracht“ werden.

499 ?

Aussagenkombination

Was sind wichtige Elemente der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung einer Angststörung, wenn identifizierbare Angstauslöser vorhanden sind und der Patient Vermeidungsverhalten zeigt?

  • 1.

    Reizkonfrontation

  • 2.

    Vermittlung eines Erklärungsmodells

  • 3.

    Psychoedukation

  • 4.

    Vermeidung der Angstauslöser

  • 5.

    Ermutigung des Patienten, sich in der angstauslösenden Situation durch Aktivitäten abzulenken

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 4 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

499 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Eine wichtige Technik der klassischen Verhaltenstherapie (VT) ist die Exposition (wörtl.: das „Sich-Aussetzen“) bzw. die Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz bei gleichzeitiger Reaktionsverhinderung. Der Patient lernt so, dass er die Angst „aushalten“ kann.

Zu 2 Richtig. Je nach Art der VT (kognitiv oder klassisch) wird dem Patienten z. B. erklärt, dass seine Angst erlernt ist und deshalb auch wieder verlernt werden kann.

Zu 3 Richtig. Der Begriff „Psychoedukation“ deckt sich z. T. mit Punkt 2. Im Einzelgespräch oder in der Gruppe klärt der Therapeut z. B. über die Symptome der Erkrankung auf, über die Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche (z. B. bei einer Panikattacke) und erläutert die wesentlichen Elemente seines therapeutischen Vorgehens.

Zu 4 Falsch. Eine Vermeidung der Angstauslöser bewirkt das Gegenteil der unter 1 beschriebenen Prinzipien.

Zu 5 Falsch. Ein Ablenken durch Aktivitäten kann als Selbsthilfe manchmal hilfreich sein, ist jedoch das Gegenteil von „die Angst aushalten lernen“. Kommentar zu 1.

500 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu?

Antwort A Sie beginnt vor dem 7. Lebensjahr.

Antwort B Bei nahezu allen Betroffenen heilt die Störung im Kindesalter aus.

Antwort C Die Symptome bestehen meist nur im Schulunterricht.

Antwort D In sozialen Beziehungen findet sich oft distanzloses Verhalten.

Antwort E Im Erwachsenenalter sind vorwiegend Frauen betroffen.

500 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Nach ICD-10 beginnt die Störung vor dem 7. Lebensjahr, meist in den ersten 5 Lebensjahren.

Zu B Falsch. Bei über der Hälfte der Betroffenen dauert die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter an.

Zu C Falsch. Es gibt seltene Fälle, in denen die Störung speziell im Schulunterricht oder speziell zu Hause auftritt (→ Taschenführer ICD-10, F90, Kommentar S. 312). Diese Störungsbilder wurden jedoch nicht in die Hauptklassifikation aufgenommen.

Zu D Richtig. Die Betroffenen sind in sozialen Beziehungen oft distanzlos.

Zu E Falsch. Jungen sind von der Störung 3-mal häufiger betroffen als Mädchen; diese Geschlechterverteilung bleibt im Erwachsenenalter bestehen.

501 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Hinweise für eine manische Episode sind:

Antwort A Bewusstseinstrübung

Antwort B Gesteigerte Selbstzweifel

Antwort C Vermehrtes Schlafbedürfnis

Antwort D Distanzlosigkeit

Antwort E Konzentrationsschwierigkeiten

501 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. In einer manischen Episode sind die Patienten bewusstseinsklar.

Zu B Falsch. Gesteigerte Selbstzweifel sind typisch für Depressionen, nicht für die Manie.

Zu C Falsch. Maniker haben kein Schlafbedürfnis, schlafen oft nur 1–2 Stunden in der Nacht.

Zu D Richtig. Distanzlosigkeit ist typisch für Menschen, die an einer manischen Episode erkrankt sind.

Zu E Richtig. Die Betroffenen sind leicht ablenkbar, springen von einem Gedanken zum anderen und haben deshalb Konzentrationsprobleme.

502 ?

Aussagenkombination

Eine paranoide Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) äußert sich …

  • 1.

    … in geringer Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung.

  • 2.

    … in Selbstbezogenheit.

  • 3.

    … in ausgeprägtem Misstrauen.

  • 4.

    … in streitsüchtigem Verhalten.

  • 5.

    … in stetigem Drang zum Perfektionismus.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

502 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Die Betroffenen sind übertrieben empfindlich gegenüber Ablehnung.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen beziehen alles auf sich selbst und reagieren dann oft mit rechthaberischem Verhalten.

Zu 3 Richtig. Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sind übertrieben misstrauisch (engl. paranoid = extrem misstrauisch).

Zu 4 Richtig. Wenn die Betroffenen sich angegriffen oder zu Unrecht missachtet fühlen, reagieren sie streitsüchtig, oft auch mit juristischen Prozessen.

Zu 5 Falsch. Der Drang zum Perfektionismus ist typisch für die zwanghafte, nicht die paranoide Persönlichkeitsstörung.

503 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome sind einer posttraumatischen Belastungsstörung zuzuordnen?

  • 1.

    Dissoziation

  • 2.

    Intrusion

  • 3.

    Gedankenentzug

  • 4.

    Vermeidungsverhalten

  • 5.

    Interessenverlust

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

503 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Typisch ist z. B. eine dissoziative (Teil-)Amnesie für das Trauma, manchmal auch eine dissoziative Fugue. Auch Depersonalisation, Derealisation oder ein Abspalten der Gefühle sind Phänomene der Dissoziation.

Zu 2 Richtig. Das englische Wort intrusion bedeutet „Eindringen“. Intrusionen sind sich aufdrängende Bilder und Gedanken, z. B. in Form von Flashbacks oder Albträumen.

Zu 3 Falsch. Gedankenentzug ist eine Ich-Störung, die typisch ist für schizophrene Erkrankungen, nicht für die PTBS.

Zu 4 Richtig. Die Betroffenen meiden Situationen, die an das Trauma erinnern.

Zu 5 Richtig. Verlust der Lebensfreude, Abspalten von Gefühlen (Gefühllosigkeit; Betäubtsein) und Interessenverlust sind typische Folgeerscheinungen eines traumatischen Erlebnisses.

504 ?

Aussagenkombination

Für organische psychische Störungen (nach ICD-10) gilt:

  • 1.

    Verfolgungswahn kann ein Symptom einer organischen psychischen Störung sein.

  • 2.

    Alkoholabhängigkeit zählt zu den organischen psychischen Störungen.

  • 3.

    Demenz bei HIV-Infektion ist eine organische psychische Störung.

  • 4.

    Eine internistische Abklärung ist nicht notwendig.

  • 5.

    Verschiedene körperliche Erkrankungen können dieselben psychischen Symptome hervorrufen.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

504 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Fast jede unter F2, F3 oder F4 aufgeführte Störung kann auch organisch bedingt sein, damit z. B. auch ein Wahn im Rahmen einer organischen wahnhaften Störung.

Zu 2 Falsch. Nicht verwechseln! Alkoholabhängigkeit zählt in der ICD-10 zu F1 (nicht F0).

Zu 3 Richtig. Die Demenz bei HIV-Infektion steht in der ICD-10 unter F02.4. Es handelt sich um eine Form der Demenz, die sich im Verlauf einer HIV-Infektion entwickeln kann.

Zu 4 Falsch. Bei vielen organischen psychischen Störungen ist eine neurologische oder eine internistische Abklärung notwendig.

Zu 5 Richtig. Das Symptom Angst kann z. B. durch eine Herzerkrankung verursacht werden, aber auch durch eine Schilddrüsenüberfunktion, einen Hirntumor, eine wahnhafte Demenz oder ein Durchgangssyndrom. Ein psychisches Symptom kann also nicht auf eine spezifische körperliche Verursachung zurückgeführt werden.

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