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B978-3-437-58385-8.00020-5

10.1016/B978-3-437-58385-8.00020-5

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2013

533 ?

Einfachauswahl

Menschen, die ihre Angelegenheiten aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht mehr selbst regeln können, benötigen in vielen Fällen eine rechtliche Betreuung. Bei welcher Erkrankung ist im langfristigen Verlauf am ehesten die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung erforderlich?

Antwort A Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Antwort B Senile Demenz

Antwort C Asperger-Syndrom

Antwort D Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Antwort E Somatisierungsstörung

533 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Eine rechtliche Betreuung nach dem Betreuungsrecht (§ 1896 ff. BGB) ist möglich, wenn ein Volljähriger aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung bestimmte Rechtshandlungen nicht mehr selbst vornehmen kann. Erwachsene mit ADS/ADHS, Asperger-Syndrom oder anankastischer Persönlichkeitsstörung haben keine psychische Erkrankung oder Behinderung, die sie daran hindern würde, ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst zu regeln. Auch Menschen mit psychisch bedingten Schmerzen wie der Somatisierungsstörung können ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich regeln. Anders bei der Demenz mit spätem Beginn (= senile Demenz): Da ist aufgrund der kognitiven Defizite die Alltagskompetenz mehr und mehr eingeschränkt; viele Betroffene können ohne Hilfe keine Rechtsgeschäfte mehr tätigen.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

534 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Manie trifft zu?

Antwort A Psychotherapie steht im Vordergrund der Behandlung.

Antwort B Die Patienten erkranken i. d. R. erst im Alter über 60 Jahre.

Antwort C Es besteht ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Antwort D Psychotische Symptome sind mit der Diagnose einer Manie vereinbar.

Antwort E Größenideen kommen bei der Manie nicht vor.

534 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Im Vordergrund der Behandlung steht die Gabe von Psychopharmaka.

Zu B Falsch. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen 25 und 35 Jahren.

Zu C Falsch. Es besteht ein verringertes Schlafbedürfnis (die Betroffenen schlafen nachts oft nur 1–2 Stunden).

Zu D Richtig. Bei stark ausgeprägten manischen Episoden (ICD-10: manische Episode mit psychotischen Symptomen) finden sich oft akustische Halluzinationen in Du-Form oder Wahnvorstellungen (z. B. Größen- oder Sendungswahn).

Zu E Falsch. Größenideen (megalomane Gedanken) sind typisch für die Manie. Sie können sich bis zum Größenwahn steigern.

535 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome gehören typischerweise zur Korsakow-Psychose (organisches amnestisches Syndrom)?

  • 1.

    Ataxie

  • 2.

    Desorientierung

  • 3.

    Konfabulation

  • 4.

    Bewusstseinsstörungen

  • 5.

    Gedächtnisstörungen

Antwort A Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

535 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Ataxie (z. B. Torkeln) findet sich bei der Wernicke-Enzephalopathie, nicht beim amnestischen Syndrom.

Zu 2 Richtig. Als Folge der Störungen des Kurzzeitgedächtnisses haben die Betroffenen Orientierungsstörungen, sind dabei aber bewusstseinsklar.

Zu 3 Richtig. Konfabulation bedeutet: Die Patienten überspielen ihre Gedächtnislücken durch erfundene Geschichten.

Zu 4 Falsch. Patienten mit einem organischen amnestischen Syndrom sind bewusstseinsklar.

Zu 5 Richtig. Wie die Bezeichnung „amnestisch“ schon sagt, sind massive Störungen des Kurz-, meist auch des Langzeitgedächtnisses ein Leitsymptom des Korsakow-Syndroms.

536 ?

Einfachauswahl

Welches Kriterium ist kennzeichnend für die psychotische Störung Alkoholhalluzinose?

Antwort A Bewusstseinsstörung

Antwort B Auftreten im Alkoholentzug

Antwort C Akustische Halluzinationen

Antwort D Extreme Bewegungsunruhe

Antwort E Taktile Halluzinationen

536 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Im Gegensatz zum Alkoholdelir sind Patienten mit einer Alkoholhalluzinose bewusstseinsklar und haben kaum vegetative Begleitsymptome.

Zu B Falsch. Nicht verwechseln mit dem Alkohol-Entzugsdelir: Die Störung tritt nicht beim Entzug, sondern bei langjährigem Alkoholkonsum auf.

Zu C Richtig. Akustische Halluzinationen (oft im Chor) sind typisch. Nicht verwechseln mit den optischen Halluzinationen beim Delirium tremens!

Zu D Falsch. Die extreme Bewegungsunruhe ist typisch für das Alkoholdelir, nicht für die Alkoholhalluzinose.

Zu E Falsch. Taktile Halluzinationen finden sich beispielsweise bei einer Kokain-Intoxikation, bei der chronischen taktilen Halluzinose, in seltenen Fällen auch beim Alkoholentzugsdelir. Sie sind nicht typisch für die Alkoholhalluzinose.

537 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Ein 20-jähriger Mann kommt in Begleitung seiner Eltern zu Ihnen. Sie denken aufgrund der Angaben der Eltern und des auffälligen Verhaltens während des Gesprächs an eine hebephrene Schizophrenie. Welche Befunde oder anamnestischen Angaben stützen Ihren Verdacht?

Antwort A Leichtgradige Intelligenzminderung

Antwort B Beginn der Auffälligkeiten bei der Einschulung

Antwort C Flache, unpassende Stimmung

Antwort D Zunehmende Antriebsminderung

Antwort E Seit 1 Monat anhaltende gedrückte Stimmung

537 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Ursache für eine hebephrene Schizophrenie ist eine Störung des Hirnstoffwechsels, nicht eine organisch bedingte Intelligenzminderung.

Zu B Falsch. Die Erkrankung tritt erstmalig im Jugendalter auf (griech. hebe = Jugend), nicht im Alter von 6–7 Jahren. Das Alter der Ersterkrankung liegt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr.

Zu C Richtig. Die hebephrene Schizophrenie führt zu einer flachen Stimmungslage mit fehlender Schwingungsfähigkeit und Negativsymptomen, die an eine Depression erinnern. Typisch ist auch ein auffallend läppisch-heiteres, manieriertes Verhalten, das an das Verhalten pubertierender Jugendlicher erinnert.

Zu D Richtig. Der Verlauf der Hebephrenie ist langsam-progredient. Ein wichtiges Symptom hierbei ist die zunehmende Minderung des Antriebs.

Zu E Falsch. Die z. T. an eine Depression erinnernden Symptome dauern auf keinen Fall nur 1 Monat an, sondern entwickeln sich über Monate oder Jahre.

538 ?

Einfachauswahl

Wie lange müssen die Symptome bei einer Dysthymia für eine Diagnosestellung (nach ICD-10) mindestens bestehen?

Antwort A 1 Monat

Antwort B 6 Monate

Antwort C 1 Jahr

Antwort D 2 Jahre

Antwort E 5 Jahre

538 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Das Zeitkriterium „mindestens 1 Monat“ gilt für die Schizophrenie, nicht für die Dysthymia.

Zu B Falsch. 6 Monate ist z. B. die Mindestdauer für eine Demenz, nicht für die Dysthymia.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Die Dysthymia zählt zu den anhaltenden, meist viele Jahre andauernden affektiven Störungen. Die Mindestdauer nach ICD-10 beträgt 2 Jahre.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

539 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome sind bei der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) häufig zu beobachten?

  • 1.

    Nachhallerinnerungen

  • 2.

    Vermeidungsverhalten

  • 3.

    Emotionale Abgestumpftheit

  • 4.

    Vegetative Übererregtheit

  • 5.

    Sozialer Rückzug

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

539 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Nachhallerinnerungen (Flashbacks/Intrusionen) sind neben Albträumen ein typisches Symptom der PTBS.

Zu 2 Richtig. Die Betroffenen meiden Orte oder Situationen, die Erinnerungen an das Trauma auslösen könnten.

Zu 3 Richtig. Viele Betroffene haben infolge des Schocks ein Gefühl des Betäubtseins. Sie fühlen sich abgetrennt vom Leben und reagieren auf Außenreize oft ohne emotionale Beteiligung.

Zu 4 Richtig. Das Alarmsystem der Betroffenen signalisiert, dass die Gefahr noch nicht vorüber ist. Die Folge: Die Betroffenen sind vegetativ übererregt (engl.: hyperarousal ), sie sind schreckhaft, reizbar und können nachts nicht schlafen.

Zu 5 Richtig. Viele Betroffene entwickeln eine depressive Symptomatik mit Verlust von Freude und Interesse, einer Verarmung der Gefühle (engl. numbing ) und einem Rückzug von Freunden und Bekannten.

540 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?

  • 1.

    Zwangsstörungen können zu sozialer Isolierung führen.

  • 2.

    Zwangsgedanken werden von den Betroffenen meist als sinnlos erlebt.

  • 3.

    Beim Versuch, Zwangshandlungen zu unterlassen, treten innere Anspannung und Angst auf.

  • 4.

    Antidepressiva können die Symptome einer Zwangsstörung bessern.

  • 5.

    Zwangsimpulse sind gefährlich, da es hierdurch häufig zu Verletzungen kommt.

Antwort A Nur 2 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

540 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Die Zwangshandlungen sind oft so zeitaufwendig, dass die Betroffenen soziale Verpflichtungen nicht mehr wahrnehmen können. In manchen Fällen werden soziale Kontakte vermieden, z. B. wenn jemand glaubt, alles sei voller Bakterien oder krankmachender Keime.

Zu 2 Richtig. Die Zwangsgedanken und die daraus resultierenden Zwangshandlungen werden von den Betroffenen meist als sinnlos erlebt. „Gegen mindestens einen Zwangsgedanken oder mindestens eine Zwangshandlung wird gegenwärtig erfolglos Widerstand geleistet.“ (ICD-10)

Zu 3 Richtig. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die zugrunde liegende Angst.

Zu 4 Richtig. Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) haben sich bei der Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen als hilfreich erwiesen. Die Dosierung ist i. d. R. höher als bei Depressionen; die beruhigende und angstreduzierende Wirkung zeigt sich meist erst nach 4–6 Wochen.

Zu 5 Falsch. Zwangsimpulse (z. B. der Impuls, das Kind vor ein Auto zu werfen) lösen große Angst aus und werden nahezu nie in die Tat umgesetzt, sondern durch bestimmte Rituale (z. B. Beten) neutralisiert.

541 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu?

Antwort A Eine Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) ist eine Therapieoption.

Antwort B Die Krankheit kommt bei Erwachsenen so gut wie nie vor.

Antwort C Bei der medikamentösen Therapie werden Psychostimulanzien eingesetzt.

Antwort D Die Krankheit ist bei Mädchen deutlich häufiger als bei Jungen.

Antwort E In Deutschland sind mehr als 30 % aller Kinder und Jugendlichen von der ADHS betroffen.

541 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Eine medikamentöse Therapie mit Ritalin (Kommentar zu C) wird oft mit Techniken der KVT kombiniert.

Zu B Falsch. Viele Menschen, die in der Kindheit unter ADS/ADHS litten, haben einen Teil der Symptome auch noch im Erwachsenenalter. Statistiken zufolge weisen bis zu 4 % aller Erwachsenen Symptome einer ADS/ADHS auf.

Zu C Richtig. Psychostimulanzien wie Ritalin steigern die Konzentrationsfähigkeit und reduzieren die hyperkinetische Symptomatik.

Zu D Falsch. Jungen sind 2- bis 4-mal häufiger betroffen als Mädchen.

Zu E Falsch. Etwa 3 % der Vorschulkinder und etwa 7–8 % der Kinder im schulpflichtigen Alter leiden an ADS/ADHS.

542 ?

Aussagenkombination

Welche der Aussagen trifft/treffen für die bipolare affektive Störung zu?

  • 1.

    Manische Episoden dauern i. d. R. zwischen 2 Wochen und 4–5 Monaten.

  • 2.

    Typisch ist eine weitgehende Besserung zwischen den Episoden.

  • 3.

    Von der Erkrankung sind überwiegend Männer betroffen.

  • 4.

    Manische Episoden beginnen i. d. R. abrupt.

  • 5.

    Depressive Phasen der bipolaren Störung dauern länger, selten länger als 1 Jahr.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3, und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

542 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Laut ICD-10 beträgt die Mindestdauer einer manischen Episode 1 Woche. In der Klinikpraxis dauert die Manie meist länger, deshalb war diese Aussage als richtig anzukreuzen.

Zu 2 Richtig. Nach Ausheilung einer Episode sind die Betroffenen gesund. Niemand kann zu diesem Zeitpunkt sagen, ob in der Zukunft wieder eine manische oder depressive Phase auftreten wird.

Zu 3 Falsch. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

Zu 4 Richtig. Manische Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung beginnen i. d. R. abrupt. Häufig gibt es einen Auslöser für das relativ plötzliche Auftreten der manischen Symptomatik.

Zu 5 Richtig. Depressive Phasen einer bipolaren Störung dauern meist Wochen bis Monate, allerdings selten länger als 1 Jahr.

543 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zum Suizid treffen zu?

Antwort A Ein Suizid ist nach deutschem Recht als Straftat einzustufen.

Antwort B Zur Verhinderung einer suizidalen Handlung können Zwangsmaßnahmen erforderlich werden.

Antwort C Die Suizidalität sollte bei dem entsprechenden Verdacht offen angesprochen werden.

Antwort D Psychische Erkrankungen stellen ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine suizidale Handlung dar.

Antwort E Suizide werden in den seltensten Fällen angekündigt.

543 !

Richtig sind die Antworten B und C.

Zu A Falsch. Es gibt in Deutschland keinen Strafrechtsparagrafen, der Selbsttötung unter Strafe stellt.

Zu B Richtig. Um das Leben eines akut Suizidgefährdeten zu retten, kann er gegen seinen Willen von der Polizei in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen werden. Grundlage hierfür ist das Unterbringungsrecht bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz des jeweiligen Bundeslandes.

Zu C Richtig. Bei Verdacht auf Suizidalität sollte das Thema offen angesprochen werden. Dies führt bei den Betroffenen i. d. R. zu einer emotionalen Entlastung.

Zu D Falsch. Das Risiko ist nicht „geringfügig erhöht“, sondern extrem hoch. Je nach Schätzung sind bis zu 90 % aller Suizide in westlichen Gesellschaften auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Vor allem bei Depressionen, bipolaren Störungen, Schizophrenien und Suchterkrankungen kommen Suizide gehäuft vor.

Zu E Falsch. Suizide werden in den meisten Fällen direkt oder indirekt angekündigt.

544 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zu Morbus Parkinson trifft/treffen zu?

  • 1.

    Das Krankheitsbild kann mit einer depressiven Symptomatik verwechselt werden.

  • 2.

    Bei der Parkinson-Krankheit entwickelt sich sehr selten eine Demenz.

  • 3.

    Beim Gangbild sind große Schritte und ein lebhaftes Mitschwingen der Arme typisch.

  • 4.

    Eine Parkinson-Symptomatik kann durch Psychopharmaka ausgelöst werden.

  • 5.

    Psychotherapeutische Verfahren haben vor allem bei psychischen Begleitsymptomen eine Bedeutung.

Antwort A Nur 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

544 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Viele Jahre vor Ausbruch der Erkrankung leiden Betroffene infolge des Dopamin-Mangels oft an Depressionen. Überdies können Bewegungsarmut und erstarrte Mimik eine depressive Episode vortäuschen.

Zu 2 Falsch. Parkinson-Patienten erkranken etwa 6-mal häufiger an Demenz als die Allgemeinbevölkerung.

Zu 3 Falsch. Typisch für die Erkrankung ist eine gestörte Bewegungsfähigkeit. Die Ursache hierfür ist eine erhöhte Muskelspannung: Die Patienten krümmen Arme, Beine und den Rumpf und machen immer kleinere Schritte (Trippelschritte). Die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit, sondern hängen starr am Körper herab. Der Patient verliert so leicht die Balance.

Zu 4 Richtig. Bei der Behandlung mit Neuroleptika kommt es langfristig oft zum sog. „Parkinsonoid“. Die Symptome verschwinden allerdings beim Absetzen der Medikation.

Zu 5 Richtig. Psychotherapeutische Verfahren dienen vorwiegend dazu, bei den sozialen und persönlichen Folgen der Erkrankung zu helfen.

545 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Störungen gehören zu den formalen Denkstörungen?

Antwort A Denkverlangsamung

Antwort B Überwertige Ideen

Antwort C Verarmungswahn

Antwort D Ideenflucht

Antwort E Hypochondrischer Wahn

545 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Verlangsamtes Denken und Reden ist eine für die Depression typische formale Denkstörung.

Zu B Falsch. Überwertige Ideen und alle Formen von Wahn (C und E) zählen zu den inhaltlichen Denkstörungen.

Zu C Falsch. Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung

Zu D Richtig. Ideenflucht (Springen von einem Gedanken zum anderen) ist eine formale Denkstörung, die typisch ist für manische Erkrankungen.

Zu E Falsch. Jede Art von Wahn – auch der hypochondrische Wahn – zählt zu den inhaltlichen Denkstörungen.

546 ?

Einfachauswahl

Bei der erstmalig auftretenden paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie …

Antwort A … ist die Klarheit des Bewusstseins beeinträchtigt.

Antwort B … sind die intellektuellen Fähigkeiten akut herabgesetzt.

Antwort C … ist der Betroffene oftmals überzeugt, seine innersten Gedanken seien anderen bekannt.

Antwort D … herrschen Schuldgefühle vor.

Antwort E … sind Selbstverletzungen typisch.

546 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Personen mit einer paranoiden Schizophrenie sind bewusstseinsklar und voll orientiert.

Zu B Falsch. ICD-10: „Die Bewusstseinsklarheit und intellektuelle Fähigkeiten sind i. d. R. nicht beeinträchtigt.“ (F20: Einleitung)

Zu C Richtig. Typisch für die paranoide Schizophrenie sind Ich-Störungen wie Gedankenausbreitung oder Phänomene von Fremdbeeinflussung verschiedenster Art.

Zu D Falsch. Schuldgefühle sind typisch für Depressionen, nicht für schizophrene Störungen.

Zu E Falsch. Selbstverletzendes oder auch fremdaggressives Verhalten (meist verursacht durch befehlende Stimmen) kann im Rahmen einer paranoiden Schizophrenie vorkommen, ist aber nicht typisch für die Erkrankung und findet sich deshalb auch nicht in der ICD-10.

547 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum autogenen Training trifft zu?

Antwort A Das Verfahren ist durch willentliche und bewusste An- und Entspannung von Muskelgruppen charakterisiert.

Antwort B Ziel ist ein Entspannungszustand mit möglichst geringer Abhängigkeit vom anleitenden Therapeuten.

Antwort C Ziel ist eine konzentrative Amnesie.

Antwort D Bei akut psychotischen Patienten wirkt es sich günstig auf die Gespanntheit aus.

Antwort E Das autogene Training ist die Methode der Wahl zum Abbau von Zwangshandlungen.

547 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Die Beschreibung passt auf die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, nicht zum autogenen Training.

Zu B Richtig. In der Lern- und Übungsphase des autogenen Trainings wird die Entspannung heute häufig – gegen die Grundidee von Johannes Heinrich Schultz – zunächst von außen induziert, z. B. durch einen Trainer oder Therapeuten. Ziel ist jedoch die Entspannung von innen her, ohne äußeres Zutun und ohne Abhängigkeit vom anleitenden Therapeuten.

Zu C Falsch. Die Übenden werden durch die Entspannung auf keinen Fall in einen Zustand versetzt, in dem sie kurzzeitig ihr Erinnerungsvermögen verlieren.

Zu D Falsch. Bei akuten Psychosen, Schizophrenie, schweren Depressionen ist autogenes Training kontraindiziert.

Zu E Falsch. Die Methode der Wahl zum Abbau von Zwangshandlungen sind augenblicklich Techniken der Verhaltenstherapie.

548 ?

Einfachauswahl

Welches Psychotherapieverfahren hat sich bei der Agoraphobie als das wirksamste erwiesen?

Antwort A Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Biografiearbeit)

Antwort B Klientenzentrierte Psychotherapie nach Rogers

Antwort C Verhaltenstherapie (systematische Desensibilisierung, Flooding)

Antwort D Gestalttherapie (Psychodrama)

Antwort E Dialektisch-behaviorale Therapie nach Linehan (Skills-Training)

548 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Die auf Freud basierende tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat sich bei der Behandlung der Agoraphobie im Vergleich zur Verhaltenstherapie als weniger erfolgreich erwiesen.

Zu B Falsch. Zur Reduzierung von phobischen Ängsten ist die klientenzentrierte Gesprächstherapie erfahrungsgemäß weniger wirksam als die Verhaltenstherapie.

Zu C Richtig. Bei der Verhaltenstherapie sollen die Betroffenen lernen, die durch Plätze, Menschenmengen etc. ausgelöste Angst auszuhalten (Expositionstechnik, Flooding) oder sie durch Kombination mit Entspannungstechniken zu reduzieren (systematische Desensibilisierung).

Zu D Falsch. Beim Psychodrama nach Moreno soll sich der Klient mithilfe der Gruppe von festgefahrenen Rollenstrukturen befreien. Für die Therapie einer Agoraphobie ist das Psychodrama nicht geeignet. Das Psychodrama mit Gestalttherapie gleichzusetzen ist allerdings problematisch.

Zu E Falsch. Die dialektisch-behaviorale Therapie nach Linehan hat sich vor allem bei der Therapie der Borderline-Störung bewährt.

549 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur zwangsweisen Unterbringung psychisch Kranker treffen zu?

Antwort A Ein Heilpraktiker für Psychotherapie kann eine Unterbringung seines psychisch Kranken anordnen.

Antwort B Eine mehrwöchige Unterbringung bedarf eines Gerichtsbeschlusses.

Antwort C Die Unterbringung eines psychisch Kranken kann nur in einer Klinik für forensische Psychiatrie erfolgen.

Antwort D Bei zwangsweiser Unterbringung wird der psychisch Kranke i. d. R. mehrere Tage fixiert.

Antwort E Unterbringungsbedürftig sind psychisch Kranke, die sich oder andere krankheitsbedingt erheblich gefährden, wenn die Gefahr nicht anders abwendbar ist.

549 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Eine zwangsweise Unterbringung wird von der Kreisverwaltungsbehörde (meist Landratsamt) beim Betreuungsgericht beantragt. Anordnen kann die Unterbringung nur der zuständige Richter.

Zu B Richtig. Der Betroffene ist unverzüglich dem Richter vorzustellen, der dann per Gerichtsentschluss festlegt, wie lange die Unterbringung dauern soll.

Zu C Falsch. In einer Klinik für forensische Psychiatrie werden Personen untergebracht, die aufgrund einer psychischen Erkrankung straffällig geworden sind. Menschen, die infolge einer psychischen Erkrankung sich oder andere gefährden, kommen in eine „normale“ psychiatrische Klinik.

Zu D Falsch. Bei einer Zwangseinweisung ist eine Fixierung nur in Ausnahmefällen und nur zur Abwendung akuter Gefahren erlaubt (z. B. bei fremd- oder autoaggressivem Verhalten). Sie darf nur mit richterlicher Genehmigung erfolgen.

Zu E Richtig. Das ist in etwa die juristische Grundlage einer zwangsweisen Unterbringung.

550 ?

Einfachauswahl

Bei einem 17-jährigen Gymnasiasten verschlechtern sich die Schulleistungen zusehends. Er vernachlässigt seine bisherigen Interessen und Hobbys. Oftmals fallen gerötete Augen auf. Welche Ursache vermuten Sie am ehesten?

Antwort A Persönlichkeitsstörung

Antwort B Akustische Halluzinationen

Antwort C Angststörung mit Vermeidungsverhalten

Antwort D Chronischer Cannabiskonsum

Antwort E Autistische Störung

550 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Eine Persönlichkeitsstörung beginnt in der Adoleszenz und dauert über Jahre bis zur Gegenwart an. Der Gymnasiast ist erst 17 Jahre alt, sein Rückzugsverhalten zeigt nicht die Merkmale einer schizoiden oder ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, an die die Prüfer möglicherweise gedacht haben.

Zu B Falsch. Für akustische Halluzinationen gibt es keinen Hinweis in der Fallgeschichte.

Zu C Falsch. Hinweise auf eine Angststörung finden sich nicht im Fallbeispiel.

Zu D Richtig. Typisch für häufigen Cannabis-Konsum ist ein sog. amotivationales Syndrom („Null-Bock-Mentalität“) mit Vernachlässigung bisheriger Interessen. Überdies kommt es zu einer Reduzierung des Augeninnendrucks. Die Folge: Die blutgefüllten Adern treten stärker hervor und lassen die Augen rot erscheinen.

Zu E Falsch. Auffälligkeiten im Sozialverhalten sind ein zentrales Merkmal autistischer Störungen (z. B. frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom). Die Auffälligkeiten treten schon in frühester Kindheit auf, in unserer Fallgeschichte erst im Alter von 17 Jahren.

551 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur primären Enuresis treffen zu?

Antwort A Nach bereits erworbener Blasenkontrolle über 6 Monate tritt wieder Einnässen auf.

Antwort B Familiäre Häufung wird nur selten beobachtet.

Antwort C Primäre Enuresis ist definiert als unwillkürliches Einnässen ohne somatischen Befund über das 5. Lebensjahr hinaus.

Antwort D Der Verlauf zeigt eine hohe Spontanheilungsrate.

Antwort E Am häufigsten tritt sie tagsüber auf (Enuresis diurna).

551 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Beschrieben wird hier die sekundäre Enuresis, bei der nach erworbener Blasenkontrolle wieder Einnässen auftritt. Oft sind psychische Probleme des Kindes an der Störung beteiligt.

Zu B Falsch. Bei der primären Enuresis wird von einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung des Kindes ausgegangen. Im Gegensatz zur sekundären Enuresis ist diese Form des Einnässens oft genetisch bedingt und tritt deshalb familiär gehäuft auf.

Zu C Richtig. Primäre Enuresis bedeutet: Das Kind war seit der Geburt über das 5. Lebensjahr hinaus noch nie dauerhaft trocken. Häufigkeit: mindestens 2-mal im Monat.

Zu D Richtig. Oft ist die Enuresis Folge einer Entwicklungsverzögerung; spontane Heilungen sind deshalb häufig.

Zu E Falsch. Einnässen tritt nachts wesentlich häufiger auf als tagsüber.

552 ?

Einfachauswahl

Welche der genannten Auffälligkeiten ist bei einer chronischen Schizophrenie am häufigsten anzutreffen?

Antwort A Drohungen oder Gewalttätigkeiten

Antwort B Gesellschaftlich peinliches Verhalten

Antwort C Sozialer Rückzug

Antwort D Depression

Antwort E Vermehrte Aktivität

552 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Chronische Schizophrenie ist eine andere Bezeichnung für schizophrenes Residuum (F20.5). Typisch für die Erkrankung sind Negativsymptome wie Passivität, Affektverflachung, Antriebsverlust, sozialer Rückzug. Drohungen oder Gewalttätigkeit passen nicht in dieses Symptombild.

Zu B Falsch. Zu den Negativsymptomen einer chronischen Schizophrenie zählen u. a. eine verminderte verbale und nonverbale Kommunikation und sozialer Rückzug. Diese Symptomatik passt nicht zu „gesellschaftlich peinlichem Verhalten“, das u. a. typisch ist für die schizoide Persönlichkeitsstörung.

Zu C Richtig. Zu den typischen negativen Symptomen einer chronischen Schizophrenie zählt der soziale Rückzug. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Die Symptome ähneln zwar denen einer Depression, sind jedoch die Folge vorangegangener schizophrener Episoden. Nicht verwechseln mit der postschizophrenen Depression, die im Anschluss an eine schizophrene Erkrankung auftreten kann!

Zu E Falsch. Typische Symptome sind Antriebsverlust und Initiativemangel, keine vermehrte Aktivität.

553 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Delir treffen zu?

  • 1.

    Bei einem Delir liegt ein akuter, oft vital bedrohlicher Zustand vor.

  • 2.

    Ein typisches Symptom ist eine komatöse Bewusstseinslage.

  • 3.

    Typisch sind Desorientiertheit, optische Sinnestäuschungen und Situationsverkennung.

  • 4.

    Delirien treten nur bei Suchtkranken auf.

  • 5.

    Ein Delir sollte stationär behandelt werden.

Antwort A Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

553 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Unbehandelt kann das Delir schwerwiegende Komplikationen für das Herz-Kreislauf-System und die Atmung nach sich ziehen, die bis hin zum Tod führen können.

Zu 2 Falsch. Typisch für das Delir ist ein akuter Verwirrtheitszustand (Bewusstseinstrübung), keine bis zum Koma reichende quantitative Bewusstseinsstörung.

Zu 3 Richtig. Leitsymptom ist die Bewusstseinstrübung in Verbindung mit einer Beeinträchtigung des Immediat- und Kurzzeitgedächtnisses, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und diversen psychomotorischen Störungen (z. B. Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität). Optische Sinnestäuschungen sind typisch, aber für die Diagnose eines Delirs nicht spezifisch.

Zu 4 Falsch. Ein Delir tritt z. B. auch nach schweren Operationen oder im Zusammenhang mit einer Demenz auf. Es zählt dann zum „Delir, nicht durch Alkohol oder psychotrope Substanzen bedingt“.

Zu 5 Richtig. Ein Delir ist ein akuter Notfall und sollte unbedingt stationär behandelt werden.

554 ?

Einfachauswahl

Eine Frau (45 J.) mit der Diagnose akute Belastungsreaktion sucht Sie auf, um autogenes Training zu lernen. Bei der Anamnese schildert sie, dass sie am Morgen so im Stress gewesen sei, dass für einige Minuten auf dem rechten Auge alles schwarz geworden und ihr ein Teller aus der Hand gefallen sei. – Was ist hier vordringlich erforderlich?

Antwort A Erhebung der vollständigen soziobiografischen Anamnese

Antwort B Psychoedukation zu den theoretischen Konzepten von Stress und Burnout

Antwort C Beginn des autogenen Trainings mit Vermittlung der Schwereübung

Antwort D Herstellung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung

Antwort E Fachärztliche Abklärung

554 !

Antwort E ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu E.

Zu B Falsch. Kommentar zu E

Zu C Falsch. Kommentar zu E

Zu D Falsch. Kommentar zu E

Zu E Richtig. Die Tatsache, dass der Frau der Teller aus der Hand fällt und ihr auf dem rechten Auge schwarz wird, könnte auf eine neurologische Hirnerkrankung (Hirntumor; kleiner Schlaganfall) hinweisen. Die Frau muss deshalb als Erstes von einem Neurologen untersucht werden. Die Aussagen A, B, C und D sind deshalb falsch.

555 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu Angststörungen ist nicht richtig?

Antwort A Agoraphobie kommt häufig kombiniert mit einer Panikstörung vor.

Antwort B Die Symptome der sozialen Phobie können sich bis zu Panikattacken steigern.

Antwort C Kennzeichen der Panikstörung sind wiederkehrende schwere Angstattacken, die sich auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken.

Antwort D Die Symptome der generalisierten Angststörung sind variabel. Beschwerden wie Nervosität, Zittern, Schwitzen oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild.

Antwort E Schlüsselsymptom bei der Agoraphobie ist das Auftreten von Angst bei Fehlen einer sofortigen Fluchtmöglichkeit.

555 !

Antwort C ist nicht richtig.

Zu A Richtig. Viele Patienten mit Agoraphobie haben zusätzlich Panikattacken ohne spezifische Auslöser (= Panikstörung). Die Diagnose ist dann: Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01).

Zu B Richtig. Erröten, Händezittern, Übelkeit, Drang zum Wasserlassen sind typische Symptome der sozialen Phobie. Panikattacken sind eher selten. In kritischen Situationen (z. B. vor einem Vortrag) können sich die Symptome jedoch bis hin zu Panikattacken steigern.

Zu C Falsch. Bei der Panikstörung treten die Panikattacken „wie aus heiterem Himmel auf“, sind nicht auf eine spezifische Situation beschränkt. Das wäre eine spezifische Phobie.

Zu D Richtig. Das wesentliche Symptom der generalisierten Angststörung ist eine anhaltende, frei flottierende Angst, die man früher als „Angstneurose“ bezeichnet hat. Infolge der anhaltenden Anspannung und Besorgnis leiden die Betroffenen unter Nervosität und diversen vegetativen Begleitsymptomen.

Zu E Richtig. Das Auftreten von Angst bei Fehlen einer sofort nutzbaren Fluchtmöglichkeit ist eines der typischen Merkmale einer Agoraphobie.

556 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zu frühkindlichem Autismus trifft zu?

Antwort A Bei autistischen Kindern beeindruckt zunächst die ausgeprägte Emotionalität.

Antwort B Bei Intelligenztests schneiden autistische Kinder besonders gut in Untertests für sprachliche Fähigkeiten ab.

Antwort C Häufig wird die Störung beim Besuch der Schule aufgedeckt und äußert sich schon in den ersten Unterrichtswochen durch fehlenden emotionalen Kontakt.

Antwort D Zum Aufbau von positiven oder normalen Fertigkeiten wie Blickkontakt und Sprachbenutzung werden besonders häufig operante Methoden eingesetzt.

Antwort E Repetitives und autoaggressives Verhalten kommen selten vor.

556 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Die Kinder kapseln sich von den engen Bezugspersonen ab; der Affekt ist indifferent, die emotionale Schwingungsfähigkeit herabgesetzt. Im direkten Kontakt ist ein verminderter Blickkontakt feststellbar.

Zu B Falsch. Typisch ist eine verzögerte Sprachentwicklung. Etwa 30 % der Betroffenen können sich sprachlich nicht oder nur bruchstückhaft verständigen.

Zu C Falsch. Die Störung zeigt sich spätestens im 2. bis 3. Lebensjahr, bei vielen Betroffenen schon früher.

Zu D Richtig. Um den Kindern neue Verhaltensweisen beizubringen, wird mit Belohnungslernen gearbeitet: Jedes erwünschte Verhalten (Blickkontakt etc.) wird positiv verstärkt und somit gefördert.

Zu E Falsch. Typisch sind sich ständig wiederholende Verhaltensmuster und Aktivitäten (Stereotypien). Viele autistische Kinder ertragen die Nähe von anderen nicht und reagieren dann mit Aggression (Beißen, Kratzen, Wegschubsen). Auch das mangelnde Sprachvermögen führt oft zu aggressivem Verhalten, das sich in vielen Fällen dann gegen die eigene Person richtet (= Autoaggression).

557 ?

Einfachauswahl

Was versteht man unter Pavor nocturnus?

Antwort A Gehäuft auftretende nächtliche Albträume mit detaillierter Erinnerung an die erschreckenden Trauminhalte

Antwort B Schlafwandeln

Antwort C Eine Form von Hypersomnie, die häufig bei depressiven Störungen auftritt

Antwort D Nächtliche Episoden von Furcht und Panik mit heftigem Schreien, Bewegungen und autonomer Erregung

Antwort E Eine besonders bei Frauen und älteren Menschen auftretende erhöhte Angst vor Schlaflosigkeit

557 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu D.

Zu B Falsch. Kommentar zu D.

Zu C Falsch. Kommentar zu D.

Zu D Richtig. Der Pavor nocturnus ist eine Form der Schlafstörung, die vorwiegend bei Klein- und Schulkindern auftritt, in seltenen Fällen auch bei Erwachsenen. Die Betroffenen schrecken mit einem Panikschrei, Körperbewegungen und vegetativer Übererregtheit aus dem Tiefschlaf auf. Das Kind erkennt seine Eltern nicht und ist kaum zu wecken. Die Störung tritt häufig gemeinsam mit dem Schlafwandeln auf und wird als grundsätzlich harmlos angesehen.

Zu E Falsch. Kommentar zu D.

558 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur schizoiden Persönlichkeitsstörung trifft zu?

Antwort A Übertriebene Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurücksetzung

Antwort B Übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen

Antwort C Sehr geringe Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten

Antwort D Streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten

Antwort E Übermäßige Pedanterie und Befolgung von Konventionen

558 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Eine übertriebene Empfindlichkeit bei Rückschlägen und Zurücksetzung ist typisch für die paranoide Persönlichkeitsstörung.

Zu B Richtig. Rückzug von sozialen Kontakten, emotionale Kühle und eine Vorliebe für „einzelgängerisches Verhalten und in sich gekehrte Zurückhaltung“ sind typische Merkmale der schizoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu C Falsch. Eine niedrige Schwelle für aggressives, oft gewalttätiges Verhalten charakterisiert die dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Zu D Falsch. Ein streitsüchtiges Bestehen auf eigenen Rechten ist ein typisches Merkmal der paranoiden Persönlichkeitsstörung.

Zu E Falsch. Übertriebene Pedanterie und Befolgung sozialer Konventionen sind Merkmale der anankastischen (zwanghaften) Persönlichkeitsstörung.

559 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome sind typische Merkmale des somatischen Syndroms im Rahmen einer depressiven Episode?

Antwort A Anhaltende Kopfschmerzen

Antwort B Gewichtszunahme

Antwort C Deutlicher Libidoverlust

Antwort D Häufiges Wasserlassen

Antwort E Morgentief

559 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Kommentar zu C.

Zu B Falsch. Ein Gewichtsverlust ist typisch. Kommentar zu C.

Zu C Richtig. Die ICD-10 nennt 8 Symptome, von denen mindestens 4 vorhanden sein müssen, um bei einer depressiven Episode ein somatisches Syndrom zu diagnostizieren: 1. deutlicher Interessenverlust oder Verlust der Freude; 2. mangelnde Fähigkeit, auf Ereignisse emotional zu reagieren; 3. morgendliches Früherwachen; 4. Morgentief (E ist richtig); 5. ausgeprägte psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit; 6. deutlicher Appetitverlust; 7. deutlicher Gewichtsverlust (B ist falsch); 8. deutlicher Libidoverlust (C ist richtig).

Zu D Falsch. Kommentar zu C.

Zu E Richtig. Kommentar zu C.

560 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Bei einem Ihrer Patienten besteht eine Herzneurose (somatoforme autonome Funktionsstörung). Welche Informationen/Empfehlungen geben Sie dem Patienten?

Antwort A Eine Herzneurose führt zu organischen Veränderungen am Herzen.

Antwort B Die regelmäßige Einnahme von Benzodiazepinen zur Beruhigung ist unbedenklich.

Antwort C Es sollte häufig ein Elektrokardiogramm (EKG) angefertigt werden.

Antwort D Bei subjektivem Leidensdruck ist eine Psychotherapie sinnvoll.

Antwort E Bei gleichzeitiger depressiver Verstimmung ist evtl. die Einnahme eines Antidepressivums sinnvoll.

560 !

Richtig sind die Antworten D und E.

Zu A Falsch. Eine Herzneurose wird durch eine Überreaktion des autonomen Nervensystems verursacht. Sie führt i. d. R. nicht zu organischen Veränderungen des Herzens.

Zu B Falsch. Beruhigungsmittel machen nach 6–8 Wochen abhängig. Eine Selbstmedikation mit Tranquilizern ist also keineswegs unbedenklich.

Zu C Falsch. Bei Patienten mit einer Herzneurose sind Symptome wie Herzrasen, Herzstolpern, Herzschmerzen etc. auf keine organische Ursache zurückzuführen. Ein EKG bleibt somit ohne Befund. Die Patienten werden dadurch allerdings nicht beruhigt, sondern glauben dem Arzt nicht und suchen weitere Spezialisten auf.

Zu D Richtig. Das Herz reagiert sehr empfindlich auf seelische Konflikte und Belastungen. Bei einer Herzneurose werden normale vegetative Reaktionen überbewertet. Eine Psychotherapie kann helfen, die dahinter liegenden Konflikte zu verarbeiten oder verzerrte Gedankenmuster zu verändern.

Zu E Richtig. Antidepressiva reduzieren die Angst. Anders als Benzodiazepine machen sie nicht abhängig.

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