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B978-3-437-58385-8.00022-9

10.1016/B978-3-437-58385-8.00022-9

978-3-437-58385-8

Prüfungstermin Oktober 2014

589 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu selbstverletzenden Verhaltensweisen in der Adoleszenz treffen zu?

Antwort A Selbstverletzendes Verhalten ist untypisch bei Borderline-Störungen.

Antwort B Vor dem 14. Lebensjahr sind keine selbstverletzenden Verhaltensweisen zu beobachten.

Antwort C Jungen sind seltener betroffen als Mädchen.

Antwort D Sie haben oft eine affekt- und spannungsregulierende Funktion.

Antwort E Selbstverletzendes Verhalten in der Adoleszenz weist grundsätzlich auf eine schwere psychische Störung im Erwachsenenalter hin.

589 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Selbstverletzendes Verhalten ist typisch bei Borderline-Störungen.

Zu B Falsch. Selbstverletzendes Verhalten tritt auch vor dem 14. Lebensjahr auf.

Zu C Richtig. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Durch die hormonellen Umstellungen kommen Depressionen (damit auch z. B. Ritzen oder Suizidversuche) bei Mädchen häufiger vor. Auch bei angehenden Borderline-Störungen sind Mädchen häufiger betroffen.

Zu D Richtig. Selbstverletzungen (z. B. Ritzen) haben oft eine affekt- und spannungsregulierende Funktion.

Zu E Falsch. Selbstverletzendes Verhalten in der Adoleszenz ist i. d. R. kein Hinweis auf eine beginnende schwere psychische Störung des Erwachsenenalters.

590 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zur histrionischen Persönlichkeitsstörung treffen zu?

  • 1.

    Fühlt sich unwohl, wenn er/sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

  • 2.

    Die Interaktion mit anderen ist oft durch ein unangemessen verführerisches oder provokantes Verhalten charakterisiert.

  • 3.

    Zeigt einen rasch wechselnden und oberflächlichen Gefühlsausdruck.

  • 4.

    Versucht die eigene körperliche Erscheinung aus dem Blickpunkt zu nehmen.

  • 5.

    Dramatisierung und theatralisches Verhalten.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

590 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Falsch. Die Betroffenen stehen gern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Zu 2 Richtig. Typisch ist ein oft übertrieben verführerisches Verhalten.

Zu 3 Richtig. Die ICD-10 spricht von „oberflächlichen, labilen Affekten“.

Zu 4 Falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Die Betroffenen versuchen, mit ihrer verführerischen Erscheinung die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Zu 5 Richtig. Dramatische Selbstdarstellung und theatralisches Verhalten sind typisch.

591 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Sie vermuten bei einem 80-jährigen Patienten, der Ihnen wegen Gedächtnisstörungen vorgestellt wird, eine Demenz vom Alzheimer-Typ. Welche Symptome stützen Ihren Verdacht bei der Differenzialdiagnose?

Antwort A Seit einem Jahr bestehende Störungen der Merkfähigkeit

Antwort B Rechtsseitige Gesichtslähmung nach mehreren Schlaganfällen

Antwort C Rasche Verschlechterung innerhalb weniger Tage

Antwort D Keine qualitative Bewusstseinsstörung

Antwort E Anamnestisch bekannter langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum

591 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Störung der Merkfähigkeit ist ein Leitsymptom der Alzheimer-Demenz. Auch die Dauer der Störung (mindestens 6 Monate) passt zur Verdachtsdiagnose.

Zu B Falsch. Eine rechtsseitige Gesichtslähmung nach Schlaganfällen wäre evtl. die Ursache für eine vaskuläre Demenz, nicht für eine Alzheimer-Demenz.

Zu C Falsch. Das träfe auf eine vaskuläre Demenz zu, z. B. infolge eines Schlaganfalls.

Zu D Richtig. Keine Bewusstseinstrübung (= qualitative Bewusstseinsstörung) beim Morbus Alzheimer.

Zu E Falsch. Eine Alkoholdemenz hat nichts mit der Alzheimer-Krankheit zu tun.

592 ?

Einfachauswahl

Die Aussage eines Patienten: „Neulich im Bus sah ich, wie einige Fahrgäste miteinander tuschelten. Ich wusste sofort, dass sie dies taten, um mich zu verhexen“ bezeichnet am ehesten eine:

Antwort A Zwangsstörung

Antwort B Wahnwahrnehmung

Antwort C Optische Halluzination

Antwort D Illusion

Antwort E Gegenübertragung

592 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Der Patient deutet etwas real Vorhandenes im Sinne seines Wahns um. Dies ist typisch für die Wahnwahrnehmung.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

593 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Ein Patient wird von seinem Psychiater mit Lithium behandelt. An welche psychischen Erkrankungen müssen Sie am ehesten denken?

Antwort A Hirnorganisches Psychosyndrom

Antwort B Manie

Antwort C Intelligenzminderung

Antwort D Alkoholkrankheit

Antwort E Bipolare affektive Störung

593 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Zum „hirnorganischen Psychosyndrom“ zählen z. B. die Demenz und das amnestische Syndrom. Lithium zeigt hier keine Wirkung.

Zu B Richtig. Bei der Manie und bei manisch-depressiven Erkrankungen (= bipolare Störung) werden zur Phasenprophylaxe Stimmungsstabilisierer (meist Lithium) gegeben.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Richtig. Kommentar zu B.

594 ?

Aussagenkombination

Faktoren, die bei der Erstmanifestation einer Schizophrenie hinsichtlich der Prognose als eher günstig gelten, sind:

  • 1.

    Heftige Begleitaffekte

  • 2.

    Unterstützende Familie

  • 3.

    Akuter Krankheitsbeginn

  • 4.

    Schleichender Krankheitsbeginn

  • 5.

    Auftreten von Schizophrenie bei nahen Angehörigen

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

594 !

Antwort A ist richtig.

Zu 1 Richtig. Plus-Symptome (Erregtheit, Halluzinationen, Wahn) sprechen besser auf Neuroleptika an als Minus-Symptome, deshalb ist die Prognose hier eher günstig.

Zu 2 Richtig. Eine Unterstützung durch enge Bezugspersonen wirkt sich günstig auf die Heilung aus.

Zu 3 Richtig. Ein akuter Krankheitsbeginn findet sich oft bei der paranoiden Schizophrenie, die erfolgreicher durch Neuroleptika behandelt werden kann als schizophrene Unterformen mit schleichendem Beginn (z. B. Schizophrenia simplex; Hebephrenie).

Zu 4 Falsch. Ein schleichender Krankheitsbeginn (z. B. bei der Schizophrenia simplex) ist schwer zu behandeln und hat eine eher ungünstige Prognose.

Zu 5 Falsch. Es besteht zwar eine genetische Disposition für schizophrene Erkrankungen, sie hat jedoch keinen Einfluss auf den Verlauf und die Prognose der Erkrankung.

595 ?

Einfachauswahl

Welche der nachfolgenden Beschreibungen charakterisiert am ehesten ein Tourette-Syndrom?

Antwort A Partielle oder vollständige Amnesie für kürzlich belastende Ereignisse

Antwort B Unfähigkeit, einem ständigen Impuls zum Haareausreißen zu widerstehen

Antwort C Scheinbares Vorhandensein von zwei oder mehreren Persönlichkeiten bei einem Individuum

Antwort D Auftreten von motorischen Tics kombiniert mit vokalen Tics mit explosivem und wiederholtem Räuspern, Grunzen, Gebrauch von obszönen Wörtern

Antwort E Beeinträchtigung bei der sozialen Interaktion sowie eingeschränkte, sich wiederholende, stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivität

595 !

Antwort D ist richtig.

Zu A Falsch. Das wäre eine dissoziative Amnesie.

Zu B Falsch. Beschrieben wird hier die Trichotillomanie (zwanghaftes Haareausreißen).

Zu C Falsch. Das wäre eine multiple Persönlichkeitsstörung.

Zu D Richtig. ICD-10: Leitsymptome sind „multiple motorische Tics und ein oder mehrere vokale Tics“ (z. B. Räuspern, Grunzen, Gebrauch von obszönen Wörtern).

Zu E Falsch. Beschrieben werden hier Symptome des frühkindlichen Autismus.

596 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Zwangsstörung treffen zu?

Antwort A Für die eindeutige Diagnose sollen die Symptome mindestens 2 Monate lang nachweisbar sein.

Antwort B Zwangsgedanken treten weit überwiegend bei Frauen auf.

Antwort C Die Zwangsgedanken werden vom Betroffenen als unangenehm erlebt.

Antwort D Die Zwangsgedanken werden als von außen eingegeben empfunden.

Antwort E Der Krankheitsbeginn liegt meist in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter.

596 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Die Mindestdauer beträgt 2 Wochen.

Zu B Falsch. Männer und Frauen sind von Zwangsstörungen etwa gleich häufig betroffen.

Zu C Richtig. Die Zwangsgedanken werden als unangenehm empfunden. Die Betroffenen versuchen erfolglos, dagegen Widerstand zu leisten.

Zu D Falsch. Die Zwangsgedanken werden als eigene Gedanken erlebt.

Zu E Richtig. Es gibt allerdings Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten. Bei Männern liegt der Beginn häufig in der Kindheit und Jugend (zwischen 6 und 14 Jahren), bei Frauen eher zwischen 20 und 30 Jahren.

597 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Sie vermuten bei einer Patientin eine Anorexia nervosa. Welche anamnestischen Angaben oder Befunde stützen Ihren Verdacht?

Antwort A BMI 22 kg/m 2

Antwort B Körpergröße 1,65 m, Gewicht 38 kg

Antwort C Bluthochdruck

Antwort D Teerstuhl

Antwort E Einnahme von Abführmitteln

597 !

Richtig sind die Antworten B und E.

Zu A Falsch. Ein BMI von 22 gilt als Normalgewicht.

Zu B Richtig. Bei 1,65 m wäre das Normalgewicht 60–65 kg. 38 kg entsprechen einem starken Untergewicht.

Zu C Falsch. Bei Magersucht ist der Blutdruck erniedrigt.

Zu D Falsch. Als Teerstuhl (Meläna) wird ein durch Blutbeimengungen abnormal schwarz gefärbter, meist übel riechender Stuhl bezeichnet. Teerstühle entstehen durch Blutungen im Magen-Darm-Trakt (meist im Magen oder Zwölffingerdarm).

Zu E Richtig. Die Betroffenen nehmen oft Laxanzien (Abführmittel), um möglichst wenige Kalorien aufzunehmen.

598 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zur Behandlung psychisch Kranker trifft zu?

Antwort A Psychisch Kranke mit akuter Psychose werden für mindestens 10 Wochen zwangsweise in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Antwort B An Schizophrenie Erkrankte können bei akuter Selbstgefährdung auch gegen ihren Willen in die Fachklinik eingewiesen werden.

Antwort C Chronisch psychisch Kranke können auch vom Heilpraktiker zwangseingewiesen werden.

Antwort D Ein Heilpraktiker mit allgemeiner Erlaubnis darf keine Patienten mit seelischen Krankheiten behandeln.

Antwort E Chronisch psychisch Kranke werden vom Psychiater grundsätzlich auf ein injizierbares Depot-Neuroleptikum eingestellt.

598 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Eine zwangsweise Unterbringung psychisch Kranker (z. B. Personen mit einer akuten Psychose) ist nur bei gleichzeitiger Selbst- oder Fremdgefährdung möglich. Die Dauer der vorläufigen Unterbringung beträgt maximal 6 Wochen.

Zu B Richtig. Gemäß Unterbringungs- bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz kann ein psychisch Kranker (z. B. jemand mit Schizophrenie) zwangsweise untergebracht werden, wenn gleichzeitig eine Selbstgefährdung (oder eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit) vorliegt.

Zu C Falsch. Verantwortlich für eine Unterbringung ist die Kreisverwaltungsbehörde (KVB) in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Betreuungsgericht. Ein Heilpraktiker kann die KVB (im Notfall auch die Polizei) über die Notwendigkeit einer Unterbringung informieren, die Entscheidung über eine vorläufige Unterbringung liegt jedoch bei der KVB.

Zu D Falsch. Auch ein „großer Heilpraktiker“ darf psychisch kranke Patienten behandeln.

Zu E Falsch. Je nach Erkrankung entscheidet der Psychiater, ob die Medikamente in Tablettenform oder als Depotspritze verabreicht werden.

599 ?

Aussagenkombination

Welche der folgenden Aussagen zum Suizid/Suizidversuch treffen zu?

  • 1.

    Patienten mit paranoider Schizophrenie haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 2.

    Suizide treten jahreszeitlich gehäuft auf.

  • 3.

    Bei Personen, die früher einen Suizidversuch durchgeführt haben, besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 4.

    Patienten mit schwerer rezidivierender depressiver Störung haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 5.

    Frauen sind bei Suiziden wesentlich häufiger vertreten als Männer.

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

599 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

Zu 2 Richtig. Im Frühjahr und Sommer nehmen sich mehr Menschen das Leben als im Herbst und Winter.

Zu 3 Richtig. Personen, die bereits einen Suizidversuch unternommen haben, sind besonders suizidgefährdet.

Zu 4 Richtig. Bei allen Patienten mit Depression – auch schwerer rezidivierender depressiver Störung – ist das Suizidrisiko erhöht.

Zu 5 Falsch. Bei vollendetem Suizid beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen etwa 3 : 1; Suizidversuche werden hingegen wesentlich häufiger von Frauen unternommen.

600 ?

Aussagenkombination

Welche Diagnosen oder Verhaltensweisen zählen nach ICD-10 zu den abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle?

  • 1.

    Pyromanie

  • 2.

    Dissoziative Störung

  • 3.

    Fetischismus

  • 4.

    Pathologisches Glücksspiel

  • 5.

    Kleptomanie

Antwort A Nur 1, 2 und 3 ist richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 1, 4 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 4 und 5 sind richtig.

600 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Richtig. Pyromanie (zwanghaftes Feuerlegen), pathologisches Glücksspiel und Kleptomanie (Stehlsucht) zählen zu den Störungen der Impulskontrolle.

Zu 2 Falsch. Bei dissoziativen Störungen (z. B. dissoziative Amnesie/Konversionsstörungen) liegt keine Störung der Impulskontrolle vor.

Zu 3 Falsch. Fetischismus zählt zu den Störungen der Sexualpräferenz (F65), nicht zu den Störungen der Impulskontrolle.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

601 ?

Aussagenkombination

Welche Aussagen zum Asperger-Syndrom treffen zu?

  • 1.

    Es erkranken deutlich mehr Mädchen als Jungen.

  • 2.

    Bei den Betroffenen besteht meist eine Intelligenzminderung.

  • 3.

    Die Sprache ist gut entwickelt, aber in kommunikativer Form gestört.

  • 4.

    Vorliegen von Spezialinteressen bei gestörter Beziehungsfähigkeit.

  • 5.

    Die Kinder zeichnen sich durch eine geschickte Motorik aus.

Antwort A Nur 1 und 4 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

601 !

Antwort C ist richtig.

Zu 1 Falsch. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

Zu 2 Falsch. Viele Menschen mit Asperger-Syndrom sind normal oder überdurchschnittlich intelligent.

Zu 3 Richtig. Die Sprachentwicklung ist normal. Die Betroffenen haben jedoch Probleme in der Kommunikation mit anderen Menschen.

Zu 4 Richtig. Spezialinteressen sind typisch. Sie werden meist allein verfolgt. Die Interaktion mit dem sozialen Umfeld ist beeinträchtigt.

Zu 5 Falsch. Laut ICD-10 ist „motorische Ungeschicklichkeit ein übliches (aber kein notwendiges) diagnostisches Merkmal“.

602 ?

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Welche Personengruppen haben ein höheres Risiko für einen Tod durch Suizid?

Antwort A Personen mit Polytoxikomanie

Antwort B Frauen, die in ländlichen Wohngebieten wohnen

Antwort C Menschen mit bipolarer affektiver Störung

Antwort D Mädchen in einem Alter zwischen 8 und 10 Jahren

Antwort E Verheiratete

602 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Unter einer Polytoxikomanie versteht man den gleichzeitigen Konsum von verschiedenen psychotropen Substanzen/Drogen über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Suchtkranke sind vermehrt suizidgefährdet.

Zu B Falsch. Die Suizidalität ist in städtischen Gebieten wesentlich höher als auf dem Land. Nach einer WHO-Studie werden 70 % aller Suizidversuche in städtischen Gebieten unternommen.

Zu C Richtig. Menschen mit einer bipolaren Störung sind insbesondere in den depressiven Phasen, aber auch beim Phasenumschwung vermehrt suizidgefährdet.

Zu D Falsch. Durch die hormonellen Umstellungen beim Einsetzen der Pubertät (nicht zwischen 8 und 10 Jahren!) sind Mädchen im Vergleich zu Jungen vermehrt Stimmungsschwankungen ausgesetzt. Umfragen zufolge erlebt jedes dritte Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren depressive Stimmungen, etwa 50 % haben suizidale Gedanken, 8 % unternehmen einen Suizidversuch.

Zu E Falsch. Verheiratete sind laut Statistik weniger suizidgefährdet als Alleinstehende.

603 ?

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Welche Störungen gehören zu den quantitativen Bewusstseinsstörungen?

Antwort A Benommenheit

Antwort B Verwirrtheit

Antwort C Sopor

Antwort D Bewusstseinseinengung

Antwort E Halluzinationen

603 !

Richtig sind die Antworten A und C.

Zu A Richtig. Typisch für quantitative Bewusstseinsstörungen ist eine herabgesetzte Wachheit mit den Ausprägungsformen Benommenheit, Somnolenz, Sopor und Koma.

Zu B Falsch. Verwirrtheitszustände (= Bewusstseinstrübung) zählen zu den qualitativen Bewusstseinsstörungen.

Zu C Richtig. Kommentar zu A.

Zu D Falsch. Die Bewusstseinseinengung zählt zu den qualitativen Bewusstseinsstörungen.

Zu E Falsch. Halluzinationen sind Störungen der Wahrnehmung (Sinnestäuschungen), keine Störungen des Bewusstseins.

604 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Hebephrenie treffen zu?

Antwort A Das Krankheitsbild ist u. a. gekennzeichnet durch ungeordnetes Denken, weitschweifige Sprache, verantwortungsloses, unvorhersehbares Verhalten.

Antwort B Halluzinationen und Wahn bestimmen das klinische Bild.

Antwort C Verflachung/Inadäquatheit des Affekts können in leichter Form vorkommen, bestimmen aber nicht das klinische Bild.

Antwort D Der Erkrankungsbeginn liegt meist zwischen der Pubertät und der Mitte des 3. Lebensjahrzehnts.

Antwort E Die Störung wird i. d. R. rasch erkannt, weil Halluzinationen, Wahnideen und katatone Symptome im Vordergrund stehen.

604 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. Das entspricht etwa der Beschreibung der Hebephrenie in der ICD-10.

Zu B Falsch. Wahn/Halluzinationen können hin und wieder vorkommen, bestimmen jedoch nicht das klinische Bild.

Zu C Falsch. Genau lesen! Verflachung oder Inadäquatheit des Affekts (z. B. läppisches, manieriertes Verhalten) sind typisch!

Zu D Richtig. Griech. hebe- = Jugend. Der Krankheitsbeginn liegt meist in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter (Mitte des 3. Lebensjahrzehnts = 25 Jahre!).

Zu E Falsch. Wegen des schleichenden Beginns und der sich langsam entwickelnden Negativsymptomatik bleibt die Erkrankung anfangs oft unerkannt.

605 ?

Aussagenkombination

Zur Positivsymptomatik bei Schizophrenie gehören:

  • 1.

    Halluzinationen

  • 2.

    Wahn

  • 3.

    Denkzerfahrenheit

  • 4.

    Affektverflachung

  • 5.

    Erregtheit

Antwort A Nur 1 und 2 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

605 !

Antwort D ist richtig.

Zu 1 Richtig. Halluzinationen sind Plus-/Positivsymptome.

Zu 2 Richtig. Wahn zählt neben den Halluzinationen und den Ich-Störungen zu den typischen Plus-Symptomen der Schizophrenie.

Zu 3 Richtig. Die Denkzerfahrenheit kommt dadurch zustande, dass die Patienten ein „Zuviel“ an Gedanken produzieren, sodass der Gedankenfluss ständig unterbrochen oder in neue Richtungen gelenkt wird. Die formale Denkstörung „Denkzerfahrenheit“ zählt deshalb zu den Positivsymptomen.

Zu 4 Falsch. Die Affektverflachung zählt zu den Negativsymptomen.

Zu 5 Richtig. Erregungszustände sind z. B. typisch für die katatone Schizophrenie. Sie zählen zu den Plus-Symptomen.

606 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zu Benzodiazepinen treffen zu?

Antwort A Kurz wirksame Benzodiazepine führen deutlich langsamer zu einer Toleranzentwicklung als länger wirksame Benzodiazepine.

Antwort B Im Gegensatz zum Alkoholentzug treten beim Entzug von Benzodiazepinen keine vegetativen Symptome auf.

Antwort C Nach Absetzen von Benzodiazepinen können Krampfanfälle auftreten.

Antwort D Charakteristisch für den Entzug ist ein ausgeprägtes Müdigkeitsgefühl.

Antwort E Ältere Patienten können auf Tranquilizer paradox mit Erregungszuständen, Schlaflosigkeit oder feindseligem Verhalten reagieren.

606 !

Richtig sind die Antworten C und E.

Zu A Falsch. Die Toleranzentwicklung ist bei Benzodiazepinen mit kurzer oder langer Halbwertszeit etwa gleich.

Zu B Falsch. Ähnlich wie beim Alkohol-Entzugssyndrom sind vegetative Symptome typisch.

Zu C Richtig. Krampfanfälle können beim Entzug auftreten.

Zu D Falsch. Müdigkeit ist typisch für die Intoxikation. Beim Absetzen kommt es zu ausgeprägten Unruhezuständen.

Zu E Richtig. Ältere Patienten, aber auch Personen mit ADHS reagieren manchmal paradox auf die Gabe von Tranquilizern. Die paradoxe Reaktion kann sich in Hyperaktivität, Erregungszuständen und aggressivem Verhalten äußern.

607 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Symptome zählen zu den Ich-Störungen?

Antwort A Gedankendrängen

Antwort B Gedankenausbreitung

Antwort C Gedankenabreißen

Antwort D Gedankenentzug

Antwort E Gedankenblockierung

607 !

Richtig sind die Antworten B und D.

Zu A Falsch. Das „Gedankendrängen“ ähnelt der Ideenflucht. Es ist eine für die Manie typische formale Denkstörung.

Zu B Richtig. Ähnlich wie der Gedankenentzug zählt auch die Gedankenausbreitung zu den Ich-Störungen.

Zu C Falsch. Gedankenabreißen ist eine formale Denkstörung, keine Ich-Störung.

Zu D Richtig. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Gedankenblockierung ist ein anderes Wort für Gedankenabreißen. Beide sind formale Denkstörungen (keine Ich-Störungen), die bei schizophrenen Erkrankungen auftreten.

608 ?

Aussagenkombination

Welche therapeutischen Techniken gehören zu den typischen verhaltenstherapeutischen Verfahren?

  • 1.

    Reizkonfrontation

  • 2.

    Training sozialer Kompetenz

  • 3.

    Zirkuläres Fragen

  • 4.

    Kognitive Therapie

  • 5.

    Genogramm (grafische Darstellung der Familie)

Antwort A Nur 1, 2 und 3 sind richtig.

Antwort B Nur 1, 2 und 4 sind richtig.

Antwort C Nur 2, 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 3, 4 und 5 sind richtig.

Antwort E Alle Aussagen sind richtig.

608 !

Antwort B ist richtig.

Zu 1 Richtig. Reizkonfrontation, soziales Kompetenztraining und kognitive Therapie sind Verfahren der Verhaltenstherapie.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Falsch. Zirkuläres Fragen ist eine Technik der systemischen Familientherapie. Hierbei werden Gefühle oder Verhaltensweisen, die z. B. Person A als Folge des Verhaltens von Person B entwickelt, nicht direkt von Person A erfragt, sondern von einer dritten Person. Beispiel: „Sag mal, Lena, was glaubst du, fühlt dein Vater, wenn deine Mutter so ausrastet?“

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Das Genogramm ist eine Technik der Familientherapie, nicht der Verhaltenstherapie.

609 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur schizoaffektiven Störung treffen zu?

Antwort A Sowohl affektive als auch schizophrene Symptome treten in derselben Krankheitsphase auf.

Antwort B Affektive und schizophrene Symptome treten nur in unterschiedlichen Krankheitsphasen auf.

Antwort C Die Langzeitprognose ist deutlich schlechter als bei der Schizophrenie.

Antwort D Sowohl manische als auch depressive Symptome können auftreten.

Antwort E Ich-Störungen treten nicht auf.

609 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. In derselben Krankheitsphase treten schizophrene Symptome (z. B. Ich-Störungen) zusammen mit affektiven (d. h. manischen oder depressiven) Symptomen auf.

Zu B Falsch. Affektive und schizophrene Symptome treten in derselben Krankheitsphase auf. Kommentar zu A.

Zu C Falsch. Die schizoaffektive Störung ist eine schwere psychische Erkrankung, die prognostisch eine Mittelstellung zwischen der Schizophrenie und den affektiven Störungen einnimmt: Ihre Prognose ist besser als bei der Schizophrenie, aber schlechter als bei den affektiven Störungen.

Zu D Richtig. Je nachdem, welche affektive Störung sich mit den schizophrenen Symptomen mischt, treten entweder manische oder depressive Symptome gleichzeitig mit dem schizophrenen Krankheitsbild auf.

Zu E Falsch. Ich-Störungen wie Gedankeneingebung, Gedankenentzug oder Gedankenausbreitung sind typisch.

610 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen über delirante Syndrome treffen zu?

Antwort A Sie beginnen schleichend (über Wochen).

Antwort B Typisch ist eine Orientierungsstörung bei klarem Bewusstsein.

Antwort C Es ist auch an eine Stoffwechselstörung zu denken.

Antwort D Beim Alkohol-Entzugsdelir treten Halluzinationen jeglicher Wahrnehmungsqualität auf.

Antwort E Es handelt sich um eine irreversible Psychose.

610 !

Richtig sind die Antworten C und D.

Zu A Falsch. Das Delir beginnt abrupt, oft innerhalb weniger Stunden.

Zu B Falsch. Typisch sind: Bewusstseinstrübung und Orientierungsstörung.

Zu C Richtig. Der Auslöser für delirante Syndrome ist ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe des zentralen Nervensystems (ZNS), die beim Delir zu starke Signale senden. Eine Störung der Neurotransmitter kann durch viele Störungen verursacht werden, u. a. auch durch Diabetes oder schwere Schilddrüsenerkrankungen (= Stoffwechselstörungen).

Zu D Richtig. Typisch sind zwar optische Halluzinationen. Laut ICD-10 können aber auch Halluzinationen anderer Sinneswahrnehmungen auftreten.

Zu E Falsch. Das Delir zählt zu den reversiblen organischen Psychosen (Dauer: wenige Tage!).

611 ?

Einfachauswahl

Ein Patient mit Spinnenphobie soll mit „Flooding“ (Reizüberflutung) behandelt werden. Bei welcher Erkrankung ist diese Behandlung mit besonderen Risiken verbunden?

Antwort A Krampfadern an den Beinen

Antwort B Koronare Herzkrankheit

Antwort C Chronische Alkoholkrankheit mit längerer Abstinenz

Antwort D HIV-Infektion

Antwort E Nikotinabhängigkeit

611 !

Antwort B ist richtig.

Zu A Falsch. Kommentar zu B.

Zu B Richtig. Bei einer Erkrankung der Herzkranzgefäße (= koronare Herzkrankheit) könnte bei extremer Angst durch Reizüberflutung ein Anfall ausgelöst werden. Deshalb ist Flooding in einem solchen Fall kontraindiziert. Alle anderen hier aufgeführten Erkrankungen sprechen nicht grundsätzlich gegen eine Anwendung von Flooding bei einer Spinnenphobie.

Zu C Falsch. Kommentar zu B.

Zu D Falsch. Kommentar zu B.

Zu E Falsch. Kommentar zu B.

612 ?

Aussagenkombination

Die Behandlungsbefugnis von Inhabern einer auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkten Heilpraktikererlaubnis beinhaltet grundsätzlich ...

  • 1.

    …die Anwendung von Hypnose.

  • 2.

    …die Anwendung wissenschaftlich anerkannter Psychotherapieverfahren.

  • 3.

    …die Feststellung einer psychischen Erkrankung.

  • 4.

    …die Stellung einer Diagnose im Sinne der ICD-10.

  • 5.

    …die Verordnung von rezeptpflichtigen Psychopharmaka.

Antwort A Nur 1 ist richtig.

Antwort B Nur 1 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 2 und 5 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

612 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Jeder Heilpraktiker für Psychotherapie darf anerkannte Psychotherapieverfahren (dazu zählt die Hypnose) anwenden und anhand der entsprechenden Diagnosekriterien eine psychische Erkrankung feststellen.

Zu 2 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Falsch. Weder der „große“ noch der „kleine“ Heilpraktiker dürfen rezeptpflichtige Psychopharmaka verordnen.

613 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Welche Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?

Antwort A Die Suizidrate ist hoch (ca. 5–15 %).

Antwort B Durch eine mehrmonatige neuroleptische Therapie lassen sich Rezidive dauerhaft verhindern.

Antwort C Bei Patienten mit schizophrenem Residuum besteht für Heilpraktiker Behandlungsverbot.

Antwort D Bei chronischem Verlauf stehen häufig kognitive Störungen und sozialer Rückzug im Vordergrund der Symptomatik.

Antwort E Bei einer Erstmanifestation einer akuten Schizophrenie besteht für Heilpraktiker Meldepflicht.

613 !

Richtig sind die Antworten A und D.

Zu A Richtig. An Schizophrenie Erkrankte haben ein stark erhöhtes Suizidrisiko.

Zu B Falsch. Auch bei neuroleptischer Dauermedikation lassen sich Rezidive oft nicht verhindern.

Zu C Falsch. Begleitend (in Zusammenarbeit mit einem Psychiater) darf ein Heilpraktiker für Psychotherapie mit den Betroffenen arbeiten, z. B. mit Verhaltenstherapie oder soziotherapeutischen Maßnahmen.

Zu D Richtig. Bei chronischen Formen der Schizophrenie (Schizophrenia simplex, Hebephrenie, schizophrenes Residuum) stehen Negativsymptome wie kognitive Störungen, sozialer Rückzug und Verarmung von Affekt, Sprache und Mimik im Vordergrund der Symptomatik.

Zu E Falsch. Meldepflicht besteht nur für bestimmte übertragbare Infektionskrankheiten (z. B. Cholera, Diphterie, Masern, Tuberkulose, Hepatitis etc.). Dies betrifft vor allem den „großen“ Heilpraktiker.

614 ?

Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.

Akustische Halluzinationen treten typischerweise auf bei:

Antwort A Paranoider Schizophrenie

Antwort B Alkoholhalluzinose

Antwort C Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter

Antwort D Hypochondrischer Störung

Antwort E Paranoider Persönlichkeitsstörung

614 !

Richtig sind die Antworten A und B.

Zu A Richtig. Stimmenhören, z. B. in Rede und Gegenrede/kommentierende Stimmen etc., sind typisch für die paranoide Schizophrenie.

Zu B Richtig. Typisch für die Alkoholhalluzinose sind akustische Halluzinationen, oft Stimmen im Chor, die bei den Betroffenen große Angst bis hin zum Bedrohungswahn auslösen.

Zu C Falsch. Bei ADHS treten keine Halluzinationen auf.

Zu D Falsch. Bei der hypochondrischen Störung kommen keine Halluzinationen vor.

Zu E Falsch. Psychotische Symptome wie Wahn oder Halluzinationen sind ein Ausschlusskriterium für eine Persönlichkeitsstörung. Nicht verwechseln! Paranoid heißt hier: extrem misstrauisch.

615 ?

Aussagenkombination

Welche Symptome sind bei manischen Phasen einer manisch-depressiven Psychose (bipolare affektive Störung) häufig zu beobachten?

  • 1.

    Fehlendes Krankheitsgefühl

  • 2.

    Leibliche Beeinflussungserlebnisse

  • 3.

    Ideenflucht

  • 4.

    Vermindertes Schlafbedürfnis

  • 5.

    Gesteigerte sexuelle Aktivität

Antwort A Nur 1 und 5 sind richtig.

Antwort B Nur 2 und 3 sind richtig.

Antwort C Nur 3 und 4 sind richtig.

Antwort D Nur 1, 3 und 4 sind richtig.

Antwort E Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

615 !

Antwort E ist richtig.

Zu 1 Richtig. Patienten mit einer manischen Erkrankung haben kein Krankheitsgefühl. Sie schlafen kaum, springen von einem Gedanken zum anderen (Ideenflucht) und sind sexuell überaktiv.

Zu 2 Falsch. Leibliche Beeinflussungserlebnisse zählen zu den Ich-Störungen. Ich-Störungen sind nicht typisch für manische Erkrankungen.

Zu 3 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 4 Richtig. Kommentar zu 1.

Zu 5 Richtig. Kommentar zu 1.

616 ?

Einfachauswahl

Welche Aussage zum Begriff „Inkohärenz im Denken“, der im psychopathologischen Befund verwendet werden kann, trifft zu?

Antwort A Auffüllen von Erinnerungslücken mit frei erfundenen Faktoren, die für Erinnerungen gehalten werden

Antwort B Haftenbleiben an bestimmten Vorstellungen und Gedanken, die zuvor verwendet wurden

Antwort C Sprunghaftes Denken, Fehlen logischer und assoziativer Verknüpfungen im Gedankengang

Antwort D Schleppender, verzögert ablaufender und für den Patienten mühsamer Gedankengang

Antwort E Unkorrigierbar falsche Beurteilungen der Realität aus einer Stimmung des Unheimlichen und Vieldeutigen heraus

616 !

Antwort C ist richtig.

Zu A Falsch. Beschrieben wird hier die Konfabulation.

Zu B Falsch. Beschrieben wird hier die formale Denkstörung „Perseveration“.

Zu C Richtig. Unter Inkohärenz versteht man die Zusammenhanglosigkeit (= Inkohärenz) im Denken und Reden, die typisch ist für die Schizophrenie. Die Gedanken der Betroffenen sind nicht logisch verknüpft, die Sprache ist bruchstückhaft, die Gedankengänge sind für Außenstehende nicht nachvollziehbar.

Zu D Falsch. Beschrieben wird hier die Denkhemmung, die oft bei depressiven Störungen auftritt.

Zu E Falsch. Eine falsche Deutung der Realität im Sinne eines beginnenden Wahns (beschrieben wird hier die Wahnstimmung) heißt „Wahnwahrnehmung“.

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