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B978-3-437-58082-6.00001-X

10.1016/B978-3-437-58082-6.00001-X

978-3-437-58082-6

Abb. 1.1

[L157]

Äußere Geschlechtsmerkmale

Abb. 1.2

[S007-1-23]

Männliches (a) und weibliches (b) Becken im Vergleich. Das weibliche Becken hat einen querovalen BeckeneingangBeckeneingang, das männliche einen längsovalen.

Abb. 1.3

[L234]

Äußeres Genitale (Vulva) einer Frau, die bereits geboren hat. Die Vulva besteht aus Mons pubis, großen und kleinen Schamlippen, Klitoris und Scheidenvorhof.

Abb. 1.4

[M441]

Bartholinitis links

Abb. 1.5

[S007-2-23]

Inneres Genitale mit Vagina, Uterus, Eileiter und Ovar. Dorsal sind Douglas-Raum und Rektum, ventral die Harnblase dargestellt.

Abb. 1.6

[S007-2-23]

Lumen von Scheide, Gebärmutter und Eileiter; Ovar frontal durchschnitten; von dorsal

Abb. 1.7

[M375]

Vaginalepithel; 1 = unverhorntes Plattenepithel, 2 = Lamina propria

Abb. 1.8

[L234]

Aufbau des Uterus

Abb. 1.9

[S007-2-23]

Anteversio und Anteflexio. * Längsachse der Vagina, ** Längsachse der Zervix uteri, *** Längsachse des Corpus uteri

Abb. 1.10

[E561]

Der normalerweise antevertierte Uterus kann als Normvariante verschieden stark aufgerichtet sein (farbige Umrisse = Retroflexio uteri)

Abb. 1.11

[E567]

Der Eileiter ist in der linken Bildhälfte geschlossen, rechts dagegen aufgeschnitten dargestellt.

Abb. 1.12

[L107]

Histologie der Tuba uterina (Ampulle)

Abb. 1.13

[S007-2-23]

Ligg. lata mit Mesosalpinx zwischen Tube und Ovar

Abb. 1.14

[S007-2-23]

Gefäßversorgung des inneren Genitale

Abb. 1.15

[L234]

Lymphabfluss des inneren Genitale; N. ll. = Nodi lymphatici = Lymphknoten

Abb. 1.16

[S007-1-23]

Die weibliche Brust ist aufgebaut aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe und sitzt der Faszie des M. pectoralis major auf.

Abb. 1.17

[S007-1-23]

Aufbau der Brust

Abb. 1.18

[L234]

Milchleiste

Abb. 1.19

[L234]

Lymphabflüsse der Mamma (LK = Lymphknoten)

Anatomie

  • 1.1

    Äußeres Genitale3

    • 1.1.1

      Große Schamlippen3

    • 1.1.2

      Kleine Schamlippen3

    • 1.1.3

      Scheidenvorhof3

  • 1.2

    Inneres Genitale4

    • 1.2.1

      Scheide4

    • 1.2.2

      Gebärmutter6

    • 1.2.3

      Eileiter8

    • 1.2.4

      Eierstock8

    • 1.2.5

      Bänder und Aufhängungen9

    • 1.2.6

      Gefäße und Nerven9

  • 1.3

    Mamma11

Einführung

Gynäkologie ist „die Lehre von der Frau“ (Frauenheilkunde). Etwas oberflächlich betrachtet unterscheiden sich Frauen und Männer hauptsächlich durch ihre geschlechtsspezifischen Merkmale. Diese Geschlechtsmerkmale lassen sich in primäre und sekundäre unterscheiden.

Primäre Geschlechtsmerkmale

Primäre GeschlechtsmerkmaleprimäreGeschlechtsmerkmaleGeschlechtsmerkmaleprimäre dienen direkt der Fortpflanzung und sind bereits bei der Geburt vorhanden. Ein Teil liegt äußerlich (äußere Geschlechtsorgane), ein Teil im Körperinneren (innere Geschlechtsorgane). Nach dieser Definition gehören beim Mann zu den äußeren primären Geschlechtsmerkmalen Penis mit Harnsamenröhre und Skrotum (Hodensack). Zu den inneren Geschlechtsorganen zählt man Hoden, Nebenhoden, Samenwege, Prostata und Samenbläschen. Das primäre äußere Geschlechtsorgan der Frau ist die Scham (Vulva) mit Schamberg (Mons pubis), Schamspalte (Rima pudendi), großen und kleinen Schamlippen (Labia majora et minora), Kitzler (Klitoris) und dem Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae). Die weibliche Harnröhre liegt mit ihrer Mündung im Scheidenvorhof und wird von einzelnen Autoren deshalb zu den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen gerechnet. Da sie im Gegensatz zur männlichen Harnröhre und deren Doppelfunktion (Harnsamenröhre) mit der Fortpflanzung nicht das Geringste zu tun hat, sollte sie aus der Definition der Geschlechtsorgane herausgelassen werden. Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane bestehen aus Scheide (Vagina), Gebärmutter (Uterus), Eileitern (Salpingen, Tuben) und Eierstöcken (Ovarien).

Sekundäre Geschlechtsmerkmale

Sekundäre GeschlechtsmerkmaleGeschlechtsmerkmalesekundäre entwickeln sich unter dem Einfluss der Sexualhormone in der Pubertät. PubertätGeschlechtsmerkmale, sekundäreDazu zählen der Behaarungstyp (Bart, Körperhaare, Schambehaarung), die Stimmlage, die Fettverteilung und die Brüste der Frau (Abb. 1.1). Bei Hormonstörungen können sich sekundäre Merkmale auch verändern, sodass das eigentliche Geschlecht äußerlich maskiert, eventuell auch falsch eingeschätzt wird. Wie wenig genormt die Einteilung sich teilweise darstellt, erkennt man nicht nur an der weiblichen Harnröhre, sondern auch daran, dass die Unterschiede in der Muskelmasse überhaupt nicht zu den Geschlechtsmerkmalen gehören, während die Menge und Verteilung des Körperfetts sehr wohl dazugerechnet wird. Das eine bedingt aber das andere! Zu allem Überfluss taucht die Fettverteilung teils bei den sekundären und teils bei den tertiären Geschlechtsmerkmalen auf.

Tertiäre Geschlechtsmerkmale

Unter den tertiären GeschlechtsmerkmalenGeschlechtsmerkmaletertiäre versteht man Unterschiede, die sich auf den Knochenbau beziehen. Hierzu gehört die unterschiedliche Körpergröße, Knochenstärke und Beckenbreite (Abb. 1.1). Sinnvollerweise sollte hierzu auch die geschlechterspezifische Fettverteilung und Muskelmasse gerechnet werden, weil die hormonelle Ursache dieselbe ist.

Merke

Primäre Geschlechtsmerkmale:

  • äußere Geschlechtsorgane (= Vulva): Schamberg, GeschlechtsmerkmaleprimäreSchamspalte mit großen und kleinen Schamlippen, Kitzler und Scheidenvorhof

  • innere Geschlechtsorgane: Scheide, Gebärmutter, Eileiter und Eierstock

Sekundäre Geschlechtsmerkmale: Körperbehaarung, Brüste, Stimmlage, Fettverteilung.

Tertiäre Geschlechtsmerkmale: Körpergröße, Knochenstärke, Beckenform.

Das Skelett der Frau ist zarter ausgebildet als das des Mannes. Besonders augenfällig aber sind die Unterschiede des knöchernen Beckens (Abb. 1.2): Das Becken der Frau ist breiter ausladend, weiter und gleichzeitig niedriger als dasjenige des Mannes. Aus dem größeren Abstand der Hüftgelenke resultiert die physiologische X-Beinstellung der Frau. Der Beckeneingang (Übergang vom großen zum kleinen Becken) ist beim Mann längsoval, bei der Frau wegen des größeren Platzbedarfs weiter und gleichzeitig queroval.

Hinweis des Autors

Evolutionär wurden 3,5 Milliarden (3.500 Millionen) Jahre dafür verwendet, alle entstehenden Lebensformen mit größter Präzision und Sorgfalt ihrer Funktion, Lebensweise und Umwelt anzupassen. Dies gilt auch für das Tierreich, bei dem die beiden Geschlechter bis ins kleinste Detail für ihre jeweiligen Aufgaben perfektioniert wurden, bis ein harmonisches Ganzes entstanden war. So dachte man früher. Wir wissen allerdings heute, dass es sich bei diesem unfassbaren Aufwand um verlorene Zeit, um einen unglaublichen Irrtum gehandelt hat:

Nach neuesten Erkenntnissen verfügen Mann und Frau über dieselben Anlagen und Eigenschaften und erfüllen vollumfänglich dieselben Funktionen, sind ausgestattet mit identischer Gefühlswelt, Vorlieben und Träumen. Beispielsweise hat man erkannt, dass der Mann Unmengen an Empathie, sozialer Kompetenz, Geduld und Duldsamkeit entwickelt, wenn er nur artgerecht erzogen und gehalten wird. Von daher ist es folgerichtig, dass in der heutigen Zeit Mann und Frau sämtliche anfallenden Tätigkeiten in Familie (einschließlich Kindererziehung), Beruf und sozialem Umfeld anteilig (je 50,0 %) übernehmen sollen.

Die wesentliche Ursache für die Identität der Geschlechter ist darin begründet, dass TestosteronTestosteron und EstradiolEstradiol einschließlich ihrer Stimulation zerebraler Zentren vollkommen übereinstimmende Wirkungen besitzen. Man darf es deshalb als beglückenden Umstand empfinden, dass es modernen Wissenschaftlern und Politikern gelungen ist, die zahllosen Irrtümer der Evolution aufzuzeigen und Schritt für Schritt auszumerzen.

Äußeres Genitale

Genitalorgane, weiblicheäußereDas äußere Genitale der Frau wird in seiner Gesamtheit als VulvaVulva bezeichnet. Die Grenze zum inneren Genitale bildet der HymenHymen (Jungfernhäutchen)Jungfernhäutchen (Hymen) am Eingang der Scheide. Zur Vulva gehören der Mons pubis (Schamberg)Schamberg mit horizontaler Schamhaargrenze (= sekundäres Geschlechtsmerkmal), die großen und kleinen Schamlippen, der Scheidenvorhof und die Klitoris (Abb. 1.3).

Große Schamlippen

Schamlippen, große/kleineDie großen Schamlippen (Labia majora pudendi; Labium = Lippe, Pudendum = Vulva = Scham) bilden zwischen sich die Schamspalte (Rima pudendi). Es handelt sich um fettreiche Bindegewebswülste, Schamspaltedie in ihrem äußeren Anteil mit allen üblichen Hautanhangsgebilden ausgestattet sind, die also Haare, ekkrine und apokrine Schweiß- sowie Talgdrüsen enthalten. Nach vorne vereinigen sie sich über dem Preputium clitoridis (Klitorisvorhaut) zur vorderen Kommissur, dorsal entsprechend zur hinteren Kommissur.

Kleine Schamlippen

Die kleinen Schamlippen (Labia minora pudendi) bestehen aus einem fettfreien, besonders gefäß- und nervenreichen Bindegewebe, das einen hohen Anteil an elastischen Fasern aufweist. Auf ihrer Außenseite sind sie von einem schwach verhornenden Plattenepithel überzogen, das Schweiß- und Talgdrüsen enthält. Innen ist das Plattenepithel unverhornt. Nach vorne vereinigen sich die kleinen Schamlippen einerseits in der Klitoris, gehen aber andererseits auch in das Preputium clitoridis (= Klitoris-Vorhaut) über.
Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, werden die kleinen Schamlippen vollständig von den großen bedeckt.

Scheidenvorhof

Der ScheidenvorhofScheidenvorhof (Vestibulum vaginae) (Vestibulum vaginae) ist der Raum zwischen den kleinen Schamlippen und dem Introitus vaginae mit dem Hymen. In ihn münden etwa 2 cm hinter der Klitoris die UrethraUrethra (Harnröhre) und die Ausführungsgänge verschiedener Drüsen (Glandulae vestibulares minores et majores). Die Länge der Urethra beträgt lediglich 3–5 cm.
Die Glandulae vestibulares majores (= Bartholin-Drüsen) Bartholin-Drüsen (Gll. vestibulares majores)sind, etwa am Übergang vom mittleren zum hinteren Drittel, in die großen Schamlippen eingelassen.Glandulaevestibulares majores (= Bartholin-Drüsen) Ihre Ausführungsgänge verlaufen tunnelartig unter den kleinen Schamlippen hindurch und münden auf gleicher Höhe seitlich in den Scheidenvorhof. In den Bartholin-Drüsen wird, v.a. bei sexueller Erregung, ein muköses (schleimiges) Sekret gebildet, das den Scheidenvorhof gleitfähig macht.
Der Scheidenvorhof wird seitlich des Scheideneingangs von einem Schwellkörpersystem, ScheidenvorhofSchwellkörpersystem umgeben, welches sich vorne mit den Schwellkörpern der Klitoris vereinigt.

Pathologie

Bartholinitis

Bei der bakteriellen Infektion der Bartholin-Drüse (Bartholinitis),Bartholinitis die zumeist einseitig (und sehr schmerzhaft) durch E. coli, Gonokokken, Staphylokokken, Chlamydien und weitere Bakterien verursacht wird, sind die großen Labien im mittleren bis hinteren Drittel geschwollen und gerötet. Der Ausführungsgang ist verklebt, sodass der Eiter nicht abfließen kann (Abb. 1.4). Die übliche Therapie besteht in der Fensterung (Marsupialisation) vom Vestibulum vaginae aus. Umschläge mit Rivanol®-Lösung können sehr erfolgreich sein und besitzen den Vorteil, keine Narben zu hinterlassen.
Klitoris
Klitoris (Kitzler)Die Klitoris (Kitzler) liegt zwischen den vorderen Vereinigungen der kleinen und großen Schamlippen. Entwicklungsgeschichtlich entspricht sie dem männlichen Penis. Sie setzt sich aus 2 Schwellkörpern (an den unteren Schambeinästen angeheftet) zusammen, die sich unter der Symphyse zu einem kurzen Schaft (Corpus clitoridis) vereinigen. Der Klitoriskörper springt spitzwinklig gegen den Scheidenvorhof vor und wird hier, mit Ausnahme der Glans clitoridis (Eichel), dem leicht verdickten Ende der Klitoris, vom Preputium clitoridis (Klitorisvorhaut) der kleinen Schamlippen überdeckt.

Zusammenfassung

Äußeres Genitale

  • Mons pubis (Schamberg, Schamhügel) mit horizontaler Schamhaargrenze (= sekundäres Geschlechtsmerkmal)

  • große Schamlippen (Labia majora pudendi)

  • kleine Schamlippen (Labia minora pudendi)

  • Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) zwischen Klitoris, kleinen Labien und Scheideneingang

  • Klitoris mit Vorhaut

  • (Harnröhre)

Grenze zum inneren Genitale ist der Hymen.

Inneres Genitale

Zu den Genitalorgane, weiblicheinnereinneren Genitalorgane, weiblicheGeschlechtsorganen (Abb. 1.5, Abb. 1.6) gehören Scheide (Vagina), Gebärmutter (Uterus), Eileiter (Salpingen, Tuben) und Eierstöcke (Ovarien).
Der Hymen (Jungfernhäutchen)HymenJungfernhäutchen (Hymen) zwischen Scheidenvorhof und Scheideneingang (Introitus = Ostium vaginae) bildet die Grenze zum inneren Genitale. Der unversehrte Hymen stellt eine gefäßreiche, schleimhautüberzogene, bindegewebige Platte dar, versehen mit einer (manchmal mehreren) mittigen Öffnung(en). Die Öffnung ist bei der virginellen (jungfräulichen) Frau in der Regel gerade für einen Kleinfinger passierbar. Bei der ersten Kohabitation (Geschlechtsverkehr) reißt der Hymen in aller Regel ein und ist nach der ersten Spontangeburt nur noch als schmaler Saum (Carunculae myrtiformes) erkennbar.

Scheide

Die ScheideScheide (Vagina, Kolpos)Vagina (Kolpos) stellt einen bindegewebig-muskulären, dehnbaren Schlauch dar, der bei der liegenden Frau fast horizontal verläuft. Die hintere Scheidenwand ist etwa 12 cm lang, die vordere dagegen nur 10, weil sie lediglich bis zur Portio reicht (Abb. 1.5). Die Portio vaginalis des Portio vaginalis (cervicis)GebärmutterhalsesGebärmutterhals ist zapfenartig in den hinteren Scheidenanteil eingefügt. Dieser Anteil der Scheide umgibt die Portio wie ein Gewölbe und wird deshalb als hinteres (dorsal der Portio) bzw. vorderes Scheidengewölbe Scheidengewölbebezeichnet.
Der Raum zwischen dem hinteren Scheidengewölbe und dem Rektum ist der tiefste Anteil der Bauchhöhle und wird als Douglas-Raum Douglas-Raumbezeichnet. Er kann vom hinteren Scheidengewölbe aus oder auch von rektal getastet und beurteilt werden.
Ausgekleidet wird die Vagina lumenwärts von einem mehrschichtigen, nicht verhornenden Plattenepithel (Abb. 1.7), in dessen Zellen sich reichliche Mengen an Glykogen befinden. Die physiologischen MilchsäurebakterienMilchsäurebakterien s. Laktobazillen (Laktobazillen) Laktobazillen, Vaginader Scheide ernähren sich von abschilfernden Zellen dieses Epithels und bilden aus der Glukose des Glykogens Milchsäure. Da das Scheidenepithel keine Schleimdrüsen enthält, handelt es sich im eigentlichen Sinn auch nicht um eine Schleimhaut. Ihre große Sekretionsfähigkeit erhält die Scheide durch ein Transsudat aus diesem Epithel. Es entsteht, in Abhängigkeit von der Durchblutung der Lamina propria und vom Östrogenspiegel, durch kleinste Lücken des Vaginalepithels. Täglich werden etwa 2–5 ml gebildet, bei sexueller Erregung erheblich mehr. Die Flüssigkeit ist reich an Kalium, enthält aber auch Harnstoff, Fettsäuren, Proteine und Immunglobuline sowie einzelne immunkompetente Zellen (Leukozyten). Umgekehrt vermag das Scheidenepithel auch Substanzen zu resorbieren, z. B. Medikamente.
Vor allem bei Östrogenmangel kommt es zur Verminderung des Transsudats und damit zur Scheidetrockenetrockenen Scheide. Das Vaginalepithel atrophiert.Östrogenmangel, Scheide, trockene

Merke

Das VaginalepithelVaginalepithel enthält weder Schleimdrüsen noch Becherzellen und ist damit auch keine Schleimhaut.

Mit Schwerpunkt im vorderen Drittel ist das Epithel zu zahlreichen quer verlaufenden Falten (Rugae vaginales) aufgeworfen, die bei der Erweiterung der Scheide verstreichen.
Die Scheidenwand besteht, unterhalb des Plattenepithels, aus elastischem Bindegewebe (Lamina propria), das in großem Umfang von venösen Gefäßen und gitterartig angeordneten glatten Muskelzellen durchzogen wird, die sich gemeinsam mit der Beckenbodenmuskulatur kontrahieren können. Im Alltag liegen die Scheidenwände zumindest teilweise einander an.

Zusammenfassung

Vagina (Scheide)

  • nicht verhornendes Plattenepithel

  • keine Schleimdrüsen

  • Sekretionsfähigkeit durch Transsudat

  • Hinter der Vagina und vor dem Rektum liegt der Douglas-Raum.

Gebärmutter

Die GebärmutterGebärmutter (Uterus) der Uterusgeschlechtsreifen Frau ist 7–9 cm lang und wiegt um die 100 g. Sie lässt sich in das Corpus uteri, ein knapp 1 cm langes Übergangsstück (Isthmus), sowie die Cervix uteri Cervix uteri(Gebärmutterhals) unterteilen. Der in die Scheide ragende Anteil der Zervix wird als Portio vaginalis uteri (oder cervicis), Cervix uteriPortio vaginalis (cervicis)im medizinischen Alltag jedoch meist nur als Portio bezeichnet (Abb. 1.8). Zervix und Corpus bilden einen Winkel miteinander (Abb. 1.9). Das Längenverhältnis zwischen Corpus (mit Isthmus) und Zervix beträgt ungefähr 2 : 1.
Corpus uteri
Das Corpus uteri, der Corpus uteriUteruskörper, wird von Peritoneum (= Perimetrium Perimetriumbzw. Serosa) überzogen und ragt frei in die Bauchhöhle. Das Peritoneum schlägt am ventralen Anteil der Gebärmutter, etwa auf Höhe des Isthmus, auf die Harnblase um. Der dorsale Umschlag auf das Rektum liegt tiefer und bildet zwischen hinterem Scheidengewölbe und Rektum den Douglas-RaumDouglas-Raum. Der Uteruskörper liegt also retroperitoneal, während die Lage der Zervix, Zervixohne wesentlichen Kontakt zum Bauchfell, als extraperitoneal beschrieben werden kann.
Vom Uteruskörper gehen im oberen Anteil beidseits die Eileiter ab. EileiterDieser oberste, leicht gewölbte Uterusanteil zwischen den Abgängen der Eileiter (Tuben) wird als Fundus uteri bezeichnet. Fundus uteriDirekt neben dem Abgang der Tuben entsteht beidseits das Lig. teres uteri (Mutterband), Ligamentum(-a)teres uteri (Mutterband)das durch den Leistenkanal bis zu den großen Schamlippen verläuft, sowie das Lig. ovarii, durch Ligamentum(-a)ovariiwelches das Ovar am Uterus befestigt ist (Abb. 1.8).
Der muskuläre Wandanteil der MyometriumGebärmutter (= Myometrium; Gebärmutter = Metra bzw. Mätra = Uterus = Hystera) wird aus glatter Muskulatur aufgebaut. Die Muskelfaserstränge bilden eine Art Scherengitter. Diese Anordnung ist eine wesentliche Voraussetzung sowohl für die Erweiterung der Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) in der Schwangerschaft als auch für den gleichmäßigen Druckaufbau bei der Austreibung des Kindes.
Die das Cavum uteri (Gebärmutterhöhle) auskleidende Schleimhaut wird als Endometrium bezeichnet. EndometriumSie besteht aus zwei Schichten:
  • Die sog. Basalis wird aus Basalis, Endometriumfaserreichem Bindegewebe aufgebaut und ist nur knapp 1 mm dick. Neben Blutgefäßen enthält sie die basalen Anteile der Endometriumdrüsen. Von dieser Schicht aus erfolgt die Regeneration der Schleimhaut nach der Menstruation bzw. nach der Geburt eines Kindes, weil sie auch unter diesen Umständen erhalten bleibt.

  • Die innere, dem Lumen zugewandte sog. Funktionalis ist faserarm Funktionalis, Endometriumund wird von zahlreichen Gefäßen und Drüsen durchsetzt. Lumenwärts ist sie von einem einschichtigen, zylindrischen Epithel überzogen, das sich in die Drüsenausführungsgänge fortsetzt. Die Funktionalis erfährt im Verlauf des Zyklus oder der Schwangerschaft, unter dem Einfluss der Sexualhormone, tief greifende Veränderungen (Fach Endokrinologie).

Isthmus uteri
Der Isthmus uteri, Isthmus uterials Übergang zwischen Corpus und Cervix uteri und gleichzeitig engster Stelle der Gebärmutterhöhle (Abb. 1.8), ist etwa ½–1 cm lang. Die Drüsen dieses Abschnitts entsprechen jenen des Corpus, nehmen aber an den zyklischen Veränderungen nicht teil. Der Wandaufbau mit reichlich Bindegewebe und wenig Muskulatur entspricht bereits dem der Zervix. Etwa ab der 12. SSW (Schwangerschaftswoche) entfaltet sich der Isthmus zum sog. unteren Uterinsegment.Uterinsegment, unteres
Cervix uteri
Der Gebärmutterhals (Cervix uteri)Cervix uteriGebärmutterhals besteht aus der in die Scheide hineinragendenGebärmutterhals Portio vaginalis uteri (oder cervicis) uPortio vaginalis (cervicis)nd einem darüberliegenden, etwa 2 cm langen Kanal (innerer Muttermund). Die Gesamtlänge liegt bei knapp 3 cm. Die mittige Öffnung der Portio vaginalis zur Scheide hin ist der äußere Muttermund (MM). MuttermundäußererDie Schleimhaut (Endometrium) des Zervikalkanals bildet einen zähen Schleimpfropf, der vor der Aszension (dem Aufsteigen) von Keimen aus der Scheide schützen soll. Allerdings verändert sich hormonabhängig die Beschaffenheit des Schleimes so, dass er zwischen dem 12. und 14. Zyklustag von Spermien passiert werden kann. Am äußeren MM geht das einschichtige zylindrische (prismatische) Epithel des Zervikalkanals in das mehrschichtige unverhornte Plattenepithel der Portio über. Zervixkarzinome Zervixkarzinomentstehen üblicherweise im Bereich dieser Übergangszone (= Transformationszone), sodass dort auch der Krebsabstrich entnommen wird, zusätzlich zum Zervikalkanal. Bei der geschlechtsreifen Frau breitet sich das einschichtige Epithel des Zervikalkanals häufig auf die Umgebung des Muttermunds aus und bildet ein rötliches Feld (Portioektopie). PortioektopieDiese während der Geschlechtsreife physiologische Rötung kann mit der entzündlichen, „glasig“ erscheinenden Rötung einer chronischen ChlamydieninfektionChlamydieninfektion, Portioektopie oder einer anderweitig verursachten ZervizitisZervizitis verwechselt werden, was tatsächlich nicht ganz so selten geschieht.
Biegungen der Gebärmutter
Cervix uteri sowie zGebärmutterBiegungenusätzlich auch das Corpus uteri sind gegenüber der Achse der Vagina nach ventral verbogen (Abb. 1.9). Dabei wird die Kippung des Uterus gegenüber der Scheide nach ventral als Anteversio bezeichnet und die Abknickung des Corpus uteri gegenüber der Cervix uteri, ebenfalls nach ventral, als Anteflexio. Der Uterus findet sich bei der Untersuchung also üblicherweise antevertiert und anteflektiert.
Bei 10–15 % der erwachsenen Frauen findet sich der UterusGebärmutterBiegungen retroflektiert (Abb. 1.10), wobei hier von einer Normvariante gesprochen wird. Diese Normvariante kann den betroffenen Frauen erhebliche Beschwerden bereiten und darüber hinaus zur Sterilität führen, indem die Portio nicht mehr in das Spermadepot eintauchen kann (Kap. 4.6).

Pathologie

Im medizinischen Alltag ist die „Normvariante“ häufig durch postinfektiöse Verwachsungen (Kap. 4.2) erzwungen und stellt dann keine Normvariante, sondern eine pathologische Veränderung dar, die mit den geeigneten therapeutischen GebärmutterVerwachsungen, postinfektiöseMaßnahmen (Kap. 4.6) behoben werden kann.

Zusammenfassung

Uterus (Gebärmutter)

  • besteht aus Corpus uteri, Isthmus und Cervix uteri (Muttermund)

  • Corpus uteri

    • Endometrium = Schleimhaut, bestehend aus Basalis und Funktionalis

    • Myometrium = Muskelschicht des Uterus, aufgebaut aus glatter Muskulatur

  • Portio gehört zur Cervix uteri und ragt in die Scheide.

  • Winkel zwischen Cervix uteri und Vagina = Anteversio

  • Winkel zwischen Cervix und Corpus uteri = Anteflexio

Eileiter

Die beiden EileiterEileiterTubenSalpingen (Tuben [von Tuba uterina] bzw. Salpingen), (Abb. 1.11) ziehen vom Fundus der Gebärmutter, eingehüllt in Peritoneum, beidseits frei in die Bauchhöhle. Ihre Länge beträgt 12–15 cm. Es lassen sich drei Abschnitte unterscheiden:
  • Die Pars intramuralis (= interstitialis) ist der kurze Abschnitt, der in der Gebärmutterwand liegt.

  • Die Pars isthmica als Mittelteil der Tube ist 3–6 cm lang und weist ein Lumen von 2–3 mm auf.

  • Die Pars ampullaris schließlich, mit rund 7 cm der längste Teil der Tuben, besitzt ein vergleichsweise weites Lumen von 4–10 mm und endet mit dem frei beweglichen sog. Fimbrientrichter, Fimbrientrichter, Eileiterder das Ei zum Zeitpunkt der Ovulation auffängt.

Entsprechend dem Bauplan üblicher intraabdomineller Hohlorgane besteht die Wand der Tuben (Abb. 1.12) aus Mukosa, Submukosa und der zweischichtigen Muskularis. Aufgelagert ist die Serosa (= Peritoneum). Die Mukosa ist zu längs verlaufenden Falten aufgeworfen. Ihr Epithel ist einschichtig und mit Flimmerhaaren und Becherzellen durchsetzt. Der Flimmerstrom ist zur Gebärmutter hin gerichtet. Unterstützt wird der Transport der (befruchteten) Eizelle in Richtung Gebärmutter durch eine hormonell gesteuerte Peristaltik.

Zusammenfassung

Eileiter (Tuben)

  • Pars intramuralis, Pars isthmica, Pars ampullaris mit Fimbrientrichter

  • einschichtiges Epithel mit Flimmerhaaren und Becherzellen

  • hormonell gesteuerte Peristaltik

Eierstock

Die längsovalen EierstöckeEierstockOvarien (Ovarien) liegen beidseits der Gebärmutter (Uterus) im kleinen Becken. Sie messen etwa 3–4 cm (knapp „pflaumengroß“), wiegen jeweils 5–8 g und sind von einer dicken bindegewebigen Hülle (Tunica albuginea) Tunica albugineaumgeben. Am Hilus des Organs treten wie üblich Nerven, Blut- und Lymphgefäße ein und aus. Die Ovarien liegen intraperitoneal, hängen also beweglich in einer Duplikatur des Bauchfells (Meso) zwischen Gebärmutter und seitlicher Beckenwand. Befestigt sind sie über Ligamente sowohl am Fundus des Uterus (Lig. ovarii) als auch an der seitlichen Beckenwand (Lig. suspensorium = Infundibulum).Ligamentum(-a)suspensorium (infundibulum) ovarii
Der Eierstock wird auf seiner gesamten Oberfläche, zwischen Tunica albuginea und bedeckendem Peritoneum, von einem Epithel (Keimepithel oder einfach Oberflächenepithel) überzogen, das dem Peritoneum gleicht. Dieses Epithel reißt bei jeder Ovulation ein. Im Zuge der Regeneration wird es häufig auch unter die Oberfläche des Ovars verlagert.

Pathologie

Aus diesem Keimepithel entstehen sowohl epitheliale Tumoren als auch (überwiegend) das Ovarialkarzinom.Ovarialkarzinom

Im Inneren des Ovars unterscheidet man die sehr breite Rindenzone vom hilusnah gelegenen Mark. DieOvarienRindenzone Rindenzone besteht aus bindegewebigem Stroma und enthält sowohl „unverbrauchte“ als auch narbig umgewandelte, „verbrauchte“ Ei-Follikel. Daneben liegen die sog. Theka-Zellen im Stroma, in etwa vergleichbar mit den Leydig-Zwischenzellen des Hodens, in denThekazellenen nach Integration in den Follikel (s. u.) die ÖstrogeneÖstrogeneTheka-Zellen produziert werden.
Ein Follikel Follikelbesteht aus einer einzelnenEizelle Eizelle und einer umhüllenden, einreihigen, flachen Schicht von Epithelzellen, den sog. Granulosazellen. Die Einheit aus zentraler GranulosazellenEizelle und umhüllenden Granulosazellen stellt den Primordialfollikel Primordialfollikeldar, von denen in jedem Ovar (zur Zeit der Pubertät) etwa 200.000 vorhanden sind. Der Durchmesser der Primordialfollikel liegt bei 25 µm. Während der Reifung eines Follikels entsteht zusätzlich aus den Zellen des umgebenden Bindegewebes eine in den Follikel integrierte Umhüllung, die Theca folliculi, deren innerer Anteil (Theca interna) Theca folliculifür die Östrogenproduktion des Ovars zuständig ist.

Exkurs

Ei-Follikel

Die maximale Anzahl der Follikel ist beim weiblichen Feten mit ungefähr 7 Millionen im 6. Schwangerschaftsmonat erreicht. Danach findet eine stetige Rückbildung statt, sodass zum Zeitpunkt der Geburt noch etwa 1 Million und mit Beginn der Pubertät „nur noch“ 400.000 Primordialfollikel vorhanden sind. Wenn man von einem 28-tägigen Menstruationszyklus der geschlechtsreifen Frau und einer etwa 30-jährigen Befruchtungsfähigkeit ausgeht, werden im Verlauf eines Lebens maximal 400 dieser 400.000 Ei-Follikel benötigt. Weil aber während eines jeden 28-Tage-Zyklus üblicherweise mehrere bis zahlreiche Follikel in beiden Ovarien reifen, die dann bis auf einen wieder zugrunde gehen, und weil sich zusätzlich weitere Primordialfollikel zurückbilden, sind zum Zeitpunkt der Menopause mit etwa 45–52 Jahren alle angelegten Follikel aufgebraucht. Ab diesem Zeitpunkt sind weder eine Befruchtung noch zyklische Monatsblutungen möglich.

Bänder und Aufhängungen

Die inneren Genitalorgane, weiblicheAufhängungen/BänderGenitalorgane sind an ihren Bändern und Aufhängevorrichtungen mehr aufgehängt als befestigt, um die erheblichen Verschiebungen der Schwangerschaft zu ermöglichen. Duplikaturen des Peritoneums seitlich der Gebärmutter, in denen die (intraperitoneal liegenden) Tuben verlaufen, stellen die Ligg. lata dar (Abb. 1.13). Zu diesenLigamentum(-a)lata zählen auch die Mesosalpinx, das Mesovarium und das Mesometrium. Die Haltefunktion dieser Duplikaturen ist eher gering. Die kräftigsten Aufhängungsbänder des Uterus sind die Ligg. sacrouterina, Ligamentum(-a)sacrouterinadie von der Hinterwand der Zervix zum Kreuzbein (Sakrum) ziehen. Die weitere (lockere) Aufhängung über die Ligg. teres uteri (Mutterbänder) wurde bereits besprochen.

Gefäße und Nerven

Blutversorgung
Die inneren Genitalorgane Genitalorgane, weiblicheBlutversorgung und NervenGenitalorgane, weiblicheGefäßewerden durch spiralig verlaufende Gefäße (sog. Spiralarterien) mit Blut versorgt (Abb. 1.14), wodurch die in der SchwangerschaftSpiralarterien erforderliche Längenzunahme sichergestellt wird.
Der Uterus erhält sein Blut über die A. uterina (A. iliaca communis → A. iliaca interna → A. uterina). Die A. uterina tritt im Bereich des Isthmus in die Gebärmutter ein, um sich dann in der Gebärmutterwand (intramural) in einen zervikalen und einen korporalen Ast zu teilen. Ebenfalls der A. iliaca interna entstammen die A. pudenda, von der die Vulva mit Blut versorgt wird, sowie die A. rectalis media, aus der die A. vaginalis hervorgeht.
Die Blutversorgung des Ovars erfolgt über die A. ovarica, die auf Höhe L2 direkt aus der Aorta abzweigt – entsprechend den beiden Aa. testiculares des Mannes. Die Arterien ziehen zunächst nach lateral zur Beckenwand und von dort aus durch das Infundibulum (Lig. suspensorium) zu den Eierstöcken. Die Arterie besitzt eine Anastomose zur A. uterina (Abb. 1.14), sodass selbst bei Störungen in einem der beiden Gefäße eine ausreichende Blutversorgung sichergestellt ist.
Die Venen der Genitalorgane sind überwiegend klappenlos und weit verzweigt mit zahllosen Anastomosen. Als Besonderheit sei die linke V. ovarica erwähnt, die in die linke Nierenvene mündet, während die rechte ihr Blut direkt in die V. cava weiterleitet (Fach Herz-Kreislauf-System).
Nervale Versorgung
Die Innervation der inneren Genitalorgane erfolgt sympathisch aus dem Nierenplexus und parasympathisch aus dem Sakralplexus über den N. pelvicus. Vulva und äußeres Scheidendrittel (mit Damm und Perianalregion) werden vom N. pudendus (aus dem Plexus sacralis S2–S4) innerviert.
Lymphabflüsse
Das Lymphgefäßsystem ist Genitalorgane, weiblicheLymphabflüssebesonders reichlich ausgebildet. Wichtig ist, dass der Lymphabfluss von Vulva und äußerem Scheidendrittel zu den inguinalen Lymphknoten erfolgt, sodass bei vergrößert tastbaren Leistenlymphknoten immer auch an diesen Bereich zu denken ist.
Die Lymphe der hinteren zwei Drittel der Scheide und der Zervix fließt zu den iliakalen Lymphknoten ab. Die Lymphe aus Uterus, Ovar und Tube gelangt zu den Lymphknoten entlang der großen Gefäße (Aa. iliacae und Aorta) und zur Beckenwand (Abb. 1.15).

Zusammenfassung

Inneres Genitale

  • Scheide (Vagina)

  • Gebärmutter (Uterus)

  • Eileiter (Salpingen, Tuben)

  • Eierstöcke (Ovarien)

Grenze zum äußeren Genitale ist der Hymen.

Mamma

Die weibliche Brust (Mamma) isBrust, weiblicheMammat ein sekundäres Geschlechtsmerkmal (Abb. 1.16). Dermatologisch gehört sie als apokrine Drüse zu den Hautanhangsgebilden! Das Areal, das von ihr bedeckt wird, erstreckt sich etwa von der 2. bis zur 7. Rippe. Aufgebaut ist sie aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe, das der Faszie des M. pectoralis major aufsitzt. Die Pektoralisfaszie strahlt zusätzlich auch in den Hautanteil der Brust.
Größe und Form der weiblichen Brust hängen wesentlich von Fettgehalt, Drüsenentwicklung sowie Pektoralismuskulatur und -faszie ab. Neben dem Drüsengewebe wird auch der Fettgehalt hormonell beeinflusst. Er nimmt ganz allgemein im Verlauf der Jahre in Relation zum Drüsenanteil zu. Zur Hängebrust (Mastoptose), mit Mamillen unterhalb der Submammarfalte, kommt es v.a. im Alter (Atrophie des Gewebes), bei schwach ausgeprägter Pektoralismuskulatur oder bei allgemeiner Bindegewebsschwäche.
Brustdrüse
Der Drüsenanteil setzt Brustdrüse(n)sich aus 10–15 separaten Drüsenläppchen zusammen, zwischen denen sich Bindegewebssepten und Fettgewebe befinden. Ein Drüsenläppchen besteht aus einem Milch produzierenden, alveolären Zellanteil, zu Azini zusammengefasst, der über Ductuli in den Hauptausführungsgang Ductus lactifer führt. Die 10–15 Ductus lactiferi leiten die Milch zur Spitze der BrustwarzeBrustwarze (Mamille).Mamille Kurz vor ihrer Einmündung sind die Milchgänge zu den Sinus lactiferi erweitert, die während der Stillzeit als „Vorratsbehälter“ dienen (Abb. 1.16, Abb. 1.17).

Exkurs

Alveolen und Azini sind von einem Myoepithel umgeben, das sich durch die Wirkung des Hormons OxytocinOxytocinMilchabflussMilchabfluss, Oxytocin kontrahiert und so zum Milchabfluss führt.

Brustwarze und Warzenhof
Die Brustwarze (Mamille) enthältMamilleBrustwarzeWarzenhof glatte Muskulatur, die eine Erektion ermöglicht. Die Milchausführungsgänge sind als feine Vertiefungen gerade eben mit bloßem Auge zu erkennen. Der Warzenhof (Areola mammae) besteht aus pigmentierter Haut. Auf deren Oberfläche sind die Glandulae areolares (sog. Montgomery-Talgdrüsen) als feine Glandulaeareolares (Montgomery-Talgdrüsen)Montgomery-Talgdrüsen (Gll. areolares)Höckerchen wechselnder Zahl abzugrenzen (Abb. 1.16). Neben Talg- gibt es auch einzelne ekkrine und apokrine Drüsen. Die wesentliche Aufgabe der Glandulae areolares besteht in der Befeuchtung und Einfettung der Haut während der Stillzeit, doch sondern sie auch Duftstoffe zur Anlockung des Säuglings ab.

Pathologie

Akzessorische Brustdrüsen

Brustdrüse(n)akzessorischeAus der embryonalen Milchleiste, die von der Achselhöhle bis zum proximalen Oberschenkel reicht, entwickeln sich bei beiden Geschlechtern im Thoraxbereich Brust bzw. Brustwarzen. Manchmal kommt es aufgrund unzureichender Rückbildung in der Embryonalzeit, also angeboren, zu akzessorischen Brustwarzen oder sogar Brustdrüsen im Verlauf dieser MilchleisteMilchleiste (Abb. 1.18).
Lymphabflüsse der Mamma
Große Bedeutung, v.a. Brust, weiblicheLymphabflüssehinsichtlich des MammakarzinomsMammakarzinom, seiner Vorsorgeuntersuchung und Behandlung, kommt den Lymphabflüssen der Mamma zu. Einen wesentlichen Anteil an diesen Lymphabflüssen haben die axillären Lymphknoten (Abb. 1.19), mit Zuflüssen v.a. aus dem Bereich des oberen äußeren Quadranten der Brust, wo jedes zweite Karzinom entsteht. Weitere regionäre Lymphknoten, in deutlich geringerer Zahl, finden sich perimammär, parasternal hinter den Rippenknorpeln, infra- und supraklavikulär.

Achtung

Zur Vorsorgeuntersuchung gehört demnach auch die Palpation der infra- und supraklavikulären sowie der perimammären Lymphknoten, soweit sie zugänglich sind. Die intrathorakalen Lymphabflüsse (überwiegend para- bzw. retrosternal) entgehen allerdings der Vorsorge. Zu beachten ist die Verbindung der Lymphabflüsse beider Brüste über die parasternalen (retrosternalen) Lymphknoten, wodurch Metastasierungen zur primär nicht betroffenen Seite möglich sind.

Zusammenfassung

Mamma

  • Aufbau aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe

  • Drüsen: alveoläre Zellen → Ductus lactiferi → Sinus lactiferi → Mamille

  • Mamille

    • Mündung der Milchausführungsgänge

    • Glandulae areolares = Montgomery-Talgdrüsen

    • Duftdrüsen zur Anlockung des Säuglings

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