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B978-3-437-58112-0.00008-X

10.1016/B978-3-437-58112-0.00008-X

978-3-437-58112-0

Abb. 8.1

[L143]

Aufbau des seelischen Apparats

Abb. 8.2

[L157]

Klassische Konditionierung auf der Grundlage von Pawlows Versuchsanordnung

Abb. 8.3

[L143]

Umwandlung biologischer Parameter in visuelle Rückmeldungen (Biofeedback)

Abb. 8.4

[L143]

Vereinfachte Darstellung des Genogramms einer Familie

Psychische Störungen als Folge von FixierungenFixierungen, psychische Störungenpsychische StörungenFixierungen

Tab. 8.1
Psychosexuelle Entwicklungsphasen Mögliche Folgen von Fixierungen
orale Phase (1. Lebensjahr)
  • Tendenz zu Abhängigkeit und Passivität

  • Suchttendenzen

  • höheres Risiko für Depressionen

anale Phase (2.–3. Lebensjahr)
  • Tendenz zu übertriebener Ordnung

  • höheres Risiko für Zwangsstörungen

ödipale Phase (3.–6. Lebensjahr)
  • Tendenz zu überzogenem Leistungsstreben

  • Tendenz zu sexuellen Störungen

Psychotherapie und Hilfsangebote

  • 8.1

    Psychoanalyse223

  • 8.2

    Kognitive Verhaltenstherapie225

  • 8.3

    Gesprächstherapie227

  • 8.4

    Andere psychotherapeutische Verfahren228

    • 8.4.1

      Körperorientierte Psychotherapie228

    • 8.4.2

      Hypnotherapie228

    • 8.4.3

      Gestalttherapie228

    • 8.4.4

      Familientherapie229

    • 8.4.5

      Autogenes Training229

    • 8.4.6

      Progressive Muskelentspannung229

    • 8.4.7

      Psychotraumatologie229

  • 8.5

    Stationäre und ambulante Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen229

Die PsychotherapiePsychotherapie gibt es nicht. Vielmehr haben sich viele verschiedene Psychotherapieschulen herausgebildet, aus denen sehr unterschiedliche Theorien und Behandlungstechniken hervorgegangen sind. Kaum ein Psychotherapeut hat heutzutage nur eine einzige therapeutische Ausbildung. Jede Psychotherapieschule hat eigene Grundannahmen über die Funktionsweise der menschlichen Seele und darüber, wie psychische Krankheiten entstehen und am besten behandelt werden.

In den folgenden Abschnitten werden für die wichtigsten Psychotherapierichtungen die Grundannahmen und wichtigsten Interventionstechniken beschrieben. Es werden diejenigen psychotherapeutischen Verfahren dargestellt, die in der täglichen Praxis am häufigsten eingesetzt werden. Dies sind neben den von den Krankenkassen anerkannten Verfahren v.a. diejenigen Methoden, die in Fachkliniken eingesetzt werden.

Von den verschiedenen Verfahren liegen mit Abstand die meisten Daten zur kognitiven Verhaltenstherapie vor. Sie hat – ebenfalls mit Abstand – die besten Therapieerfolge vorzuweisen. Die Ergebnisse zu Psychoanalyse und tiefenpsychologischer Therapie sind dagegen ernüchternd. Die Berechtigung der Anerkennung der Psychoanalyse als wissenschaftlich fundiertes Verfahren erfolgt v.a. aufgrund der historischen Verdienste der Psychoanalyse für die Psychotherapie. Für alle anderen Verfahren konnten keine ausreichenden Wirksamkeitsbeweise gefunden werden. Entweder lagen keine Untersuchungen in ausreichender Zahl und Qualität vor oder die Ergebnisse waren nicht konkret bzw. positiv genug. Damit fallen alle weiteren genannten Methoden unter die Rubrik „Wirksamkeit wissenschaftlich nicht erwiesen“. Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und tiefenpsychologische Therapie sind daher die einzigen Verfahren in Deutschland, die von den gesetzlichen Krankenkassen im Bereich der Psychotherapie bezahlt werden.

Das Thema Psychotherapie ist auch für den Heilpraktiker wichtig. Er muss in der Lage sein, Menschen mit seelischen Störungen einer qualifizierten Therapie zuzuführen. Juristisch ist der Heilpraktiker berechtigt, selbst Psychotherapie auszuüben. Er sollte dies jedoch nur tun, wenn er eine solide psychotherapeutische Zusatzausbildung durchlaufen hat. Eine solche Ausbildung sollte sich über mindestens 3 Jahre erstrecken und Eigentherapie und Supervision beinhalten.

Psychoanalyse

In diesem Abschnitt wird die tiefenpsychologisch orientierte PsychotherapiePsychotherapietiefenpsychologisch orientierte (TP) Psychoanalysetiefenpsychologisch orientierte Psychotherapiegemeinsam mit der Psychoanalyse abgehandelt. Die TP hat sich auch aus Kostengründen aus der Psychoanalyse entwickelt. Während bei einer klassischen Psychoanalyse der Patient mehrmals in der Woche zum Therapeuten geht, ist dies bei der TP nur noch einmal wöchentlich der Fall. Auf weitere Unterschiede wird im Abschnitt „Interventionsmethoden“ eingegangen. Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie werden zusammengefasst auch häufig als psychodynamische Therapien bezeichnet.psychodynamische Therapien
Geschichte
Die Psychoanalyse wurde PsychotherapieGeschichtevon dem Wiener Arzt Sigmund FreudFreud, Sigmund Ende des 19. Jahrhunderts begründet. Dieser Zeitpunkt kann auch als Geburtsstunde der heutigen, modernen Psychotherapie angesehen werden. Bis dahin versuchte man, biologische, physikalische und neurologische Prinzipien auf seelische Krankheiten anzuwenden. Freud begann als erster, die Funktionsweise des seelischen Apparats systematisch zu beschreiben.
Grundannahmen
  • Der MenschPsychotherapieGrundannahmen durchläuft in seinem Reifungsprozess regelhaft bestimmte Phasen. Diese Phasen werden als psychosexuelle Entwicklungsphasen bezeichnet.psychosexuelle Entwicklung

  • Die ersten 6 Lebensjahre eines Menschen prägen seine Persönlichkeit entscheidend.

  • Neurotische Störungen entstehen durchneurotische Störungen innere Konflikte.innere Konflikte

  • Innere Konflikte sind in der Regel unbewusst.Verdrängung Sie sind durch einen seelischen Vorgang charakterisiert, der als Verdrängung bezeichnet wird.

  • Das Bewusstwerden eines inneren Konflikts lässt das Symptom verschwinden. Ziel der psychoanalytischen Therapie ist es, einen Konflikt wieder bewusst werden zu lassen und somit die Verdrängung aufzuheben.

Wichtige Begriffe
  • NeuroseNeurosen: Nach Freud ist dies eine psychisch bedingte Gesundheitsstörung, die sich infolge eines innerseelischen Konflikts entwickelt.

  • Das UnbewussteUnbewusstes: Ein großer und wichtiger Teil der Informationen, die Menschen im Laufe ihres Lebens aufnehmen, bleibt unbewusst. Dies hat zum einen den Zweck, das Nervensystem zu entlasten. Ein anderer wichtiger Grund dafür ist, dass einige dieser Informationen mit schmerzhaften Empfindungen gekoppelt sind und der seelische Apparat die Tendenz hat, unangenehme Empfindungen zu vermeiden (nach Freud: Vermeiden von Unlust). Das Unbewusste zeigt sich u. a. in Träumen, die man sich therapeutisch zunutze macht. Märchen und Mythen spiegeln das Unbewusste einer Gesellschaft oder Kultur wider.

  • Aufbau des seelischen Apparats: seelischer Apparat, AufbauFreud stellte die Theorie auf, dass der Mensch stark von sog. Trieben gesteuert sei. Diese Triebe haben meist eine sexuelle Färbung und streben nach unmittelbarer Befriedigung. Die Triebe werden im EsEs angesiedelt. Das Über-IchÜber-Ich ist die Instanz im seelischen Apparat, welche die gesellschaftlichen Normen vertritt. Diese Normen werden dem Kind v.a. durch seine Eltern vermittelt. Das IchIch schließlich hat die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen Es und Über-Ich herzustellen (Abb. 8.1). Ein gesunder Mensch ist in der Lage, sowohl seine inneren Antriebe wahrzunehmen und zu erfüllen als auch den Anforderungen der Außenwelt (Arbeit, Verantwortung für Familie und Gesellschaft) nachzukommen.

  • KonfliktKonflikte: Die verschiedenen Anteile des seelischen Apparats (Über-Ich, Ich, Es) stehen häufig in einem Spannungsverhältnis zueinander. Klassischerweise besteht ein Konflikt zwischen Triebwünschen und moralischen Ansprüchen der sozialen Umwelt (Es vs. Über-Ich). Gelingt es dem seelischen Apparat nicht, einen ausgewogenen Kompromiss herzustellen, kann sich ein neurotisches Symptom herausbilden. Auch bei psychosomatischen Krankheiten lassen sich häufig unbewusste Konflikte als psychogene Ursache finden.

  • psychosexuelle EntwicklungEntwicklung, psychosexuelle: psychosexuelle EntwicklungIm Zusammenhangpsychosexuelle Entwicklung mit der Beschreibung der Triebe entwickelte Freud ein Phasenmodell der kindlichen Entwicklung, auf das auch heute noch vielfach zurückgegriffen wird. Freuds Annahme zufolge durchläuft das Kind regelhaft Phasen, in denen nacheinander bestimmte Körperregionen lustvoll besetzt und erlebt werden. Diese sind in der Reihenfolge ihres Auftretens: die Mundregion (orale Phase), die Schließmuskeln des Darms (anale Phase) und die Genitalien (ödipale Phase). Mit der orale Phaseoralen Phase (bis zum 18. Lebensmonat) verbunden sind die Bereiche Vertrauen, Abhängigkeit und Bedürftigkeit. Die übergeordneten Themen in der anale Phaseanalen Phase (2.–3. Lebensjahr) sind Autonomie und Selbstbestimmung. In der ödipale Phaseödipalen Phase (3.–6. Lebensjahr) entwickeln sich Ich-Ideal, Geschlechtsidentifizierung sowie rivalisierendes Durchsetzungsvermögen. Freud ging davon aus, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen weitestgehend in den ersten 6 Lebensjahren entwickelt. Fehlentwicklungen in den verschiedenen Entwicklungsphasen können im Erwachsenenalter zu psychischen Störungen führen, wenn bestimmte Konflikte durch Krisen reaktiviert werden (Tab. 8.1). So können z. B. Trennungserlebnisse (Scheidung, Tod des Partners) bei Menschen mit Fixierungen in der oralen Phase mit Depression und Suizidalität einhergehen.

  • Abwehr:Abwehr Das Bestreben eines Menschen, ungute Gefühle zu vermeiden ist natürlich und gesund. Wehrt sich ein Mensch gegen die Wahrnehmung von Erlebnisinhalten, die im Zusammenhang mit einer Neurose stehen, kann sich jedoch seine Fähigkeit zur Lebensbewältigung einschränken. Somit kann Abwehr sowohl gesund als auch pathologisch sein. Die verschiedenen Abwehrstrategien werden als Abwehrmechanismen bezeichnet.

  • WiderstandWiderstand: Da die seelische Ursache einer Neurose von schmerzhafter Natur ist, setzt der Patient der Bewusstmachung des inneren Konflikts einen unbewussten Widerstand entgegen. Dies ist dem Patienten nicht vorzuwerfen und entzieht sich seiner Steuerung. Es ist Aufgabe des Therapeuten, Widerstand zu erkennen, zu verstehen und zu „deuten“. Ist die Abwehr nicht in der Lage, „untolerierbare“ Erlebnisinhalte fernzuhalten, wird das Ich der psychoanalytischen Theorie zufolge mit Angst überflutet.

  • ÜbertragungÜbertragung: Im Verlauf einer Psychotherapie verhält sich der Patient dem Therapeuten gegenüber so, wie er es früher in den Beziehungen zu anderen bedeutsamen Personen getan hat. Zu den Übertragungsphänomenen gehören nicht nur Verhaltensweisen, sondern auch Fantasien (darüber, was der Therapeut denkt und von einem hält), Gefühle (z. B. Ärger oder Verliebtheit) und Wünsche. Übertragungsphänomene treten auch außerhalb der Psychoanalyse in allen therapeutischen Situationen auf.

  • GegenübertragungGegenübertragung: Die Gefühle, die beim Therapeuten durch den Klienten ausgelöst werden, bezeichnet man als Gegenübertragung.

Interventionsmethoden
  • Freies AssoziierenAssoziieren, freies: PsychotherapieInterventionsmethodenDer freies AssoziierenTherapeut hält den Patienten dazu an, im Rahmen der Psychotherapie alles auszusprechen, was ihm in den Sinn kommt. Der Patient soll keine Zensur üben. Es sollen explizit auch Dinge ausgesprochen werden, die sinnlos erscheinen, peinlich sind oder die man aus Höflichkeit nicht aussprechen würde. Die Aufforderung zum freien Assoziieren wird auch Grundregel genannt.

  • Analyse von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand: Die Deutung der Übertragungs-, Gegenübertragungs- und Widerstandsphänomene stellt einen essenziellen Teil der Therapie in der klassischen Psychoanalyse dar.

  • TraumdeutungTraumdeutung: Das Unbewusste drückt sich im Traum aus. Eine Analyse von Trauminhalten ermöglicht einen Zugang zu sonst nicht erreichbaren Schichten der Psyche.

  • Abstinenzregel: DerPsychotherapieAbstinenzregel Abstinenzregel, PsychotherapieTherapeut gibt keine Informationen über seine Person, äußert keine Meinungen und enthält sich jeglicher praktischer Vorschläge.

Weiterentwicklungen der klassischenObjekt-Beziehungs-Therapie Psychoanalyse sind die Objekt-Beziehungs-Therapie, bei der die Beziehungen zu den BezugspersonenObjekt-Beziehungs-Therapie (Objekte) in den Mittelpunkt rücken, die Selbst-PsychologieSelbst-Psychologie mit Fokus auf Selbstwert und Narzissmus, die analytische Psychologie analytische PsychologiePsychotherapieanalytischenach C. G. Jung mit Betonung von sog. Archetypen und einem gemeinsamen Unterbewussten, die Logotherapie,Logotherapie die sich stark mit Sinnfragen beschäftigt sowie die Individualpsychologie nach IndividualpsychologieA. Adler, die besonders soziale Faktoren berücksichtigt.

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapiekognitive VerhaltenstherapieVerhaltenstherapiekognitive in ihrer heutigen Form setzt sich aus einer Fülle von einzelnen Therapieverfahren zusammen, die unter diesem Oberbegriff zusammengefasst werden. Die Kerndisziplinen der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich aus ihrem Namen ableiten: Verhaltenstherapie (auch als behavioristische Therapie bezeichnet) und kognitive Therapie. Da beide zentralen Ansätze zu einer Methode verschmolzen sind, wird meist allgemein von Verhaltenstherapie gesprochen.
Geschichte
Während viele andere psychotherapeutische Verfahren einen Gründungsvater haben, sind die Wurzeln der kognitiven Verhaltenstherapie weit verzweigt.
Grundlegend für die spätere Verhaltenstherapie waren die Forschungen Iwan PawlowsPawlow, Iwan, für die er 1904 den Medizinnobelpreis erhielt. Pawlow erarbeitete die Prinzipien der klassischen KonditionierungKonditionierung, klassische/operante durch seine berühmten Experimente mit Hunden.
Burrhus F. SkinnerSkinner, Burrhus F., ein weiterer Pionier der Verhaltenstherapie, entwickelte seine Konzepte ebenfalls auf der Grundlage von Tierversuchen. Dabei nutzte er das Prinzip der operanten Konditionierung, operante Konditionierungbei der das Zielverhalten durch Verstärkung (Belohnung) des erwünschten Verhaltens erreicht wird. Ab den 1950er-Jahren übertrug Skinner die Prinzipien der operanten Konditionierung auf den Menschen, um seelische Störungen positiv zu beeinflussen.
Aaron T. BeckBeck, Aaron T. und Albert EllisEllis, Albert erarbeiteten in den 1960er-Jahren die Grundlagen der kognitiven Therapie. Sie wiesen auf die Bedeutung von gedanklichen Prozessen bei vielen psychischen Störungen hin.
Der amerikanische Psychologe Albert BanduraBandura, Albert beschrieb eine weitere wichtige Form des Lernens. In zahlreichen Experimenten konnte er belegen, dass Kinder durch Nachahmung neue Verhaltensweisen entwickeln. Er bezeichnete diese Form des Lernens als Modelllernen.
Grundannahmen
  • Psychische Störungen sind auf abnormes, gelerntes Verhalten psychische Störungengelerntes Verhaltenzurückzuführen.Verhalten, gelerntes

  • Neue Lernprozesse können ungünstiges Verhalten verändern.

  • Motive, Gefühle und innere Konflikte spielen bei der Behandlung von psychischen Störungen keine große Rolle.

  • Ungünstige Gedankenmuster können Verhaltensstörungen verursachen und verstärken (Einfluss der kognitiven Therapie).

  • Eine psychotherapeutische Intervention muss die Kriterien eines wissenschaftlichen Experiments erfüllen. Dies bedeutet, dass bei der gleichen Störung auch ein anderer Therapeut mit demselben Vorgehen den gleichen Erfolg erzielen können muss.

  • Für jede psychische Störung wird ein spezifisches, therapeutisches Vorgehen entwickelt.

Wichtige Begriffe
  • klassische KonditionierungKonditionierung, klassische/operante: klassische KonditionierungSie geht auf den russischen Physiologen Iwan Pawlow zurück. In seinen berühmten Experimenten mit Hunden beschrieb er erstmals, wie natürlich vorkommende Körperreaktionen durch künstliche Reize ausgelöst werden können. Er beobachtete, dass Hunde anfingen, Speichel abzusondern, wenn sie erwarteten, etwas zu fressen zu bekommen. Da die Hunde kurz vor der Nahrungsverteilung die Schritte der Hundepfleger hörten, reagierten sie bereits auf den Klang der Schritte mit einer Speichelabsonderung. Pawlow ersetzte den Klang der Schritte durch das Geräusch von Glöckchen. Er konnte zeigen, dass nach einer Trainingsphase allein durch das Klingeln der Glöckchen die Speichelsekretion beim Hund auslöst wird (Abb. 8.2).

  • operante Konditionierung: operante KonditionierungEin natürlicherweise auftretendes Verhalten wird häufiger ausgeführt, wenn es eine positive Verstärkung erfährt. Bei negativen Konsequenzen wird es entsprechend seltener ausgeübt. Umgangssprachlich würde man von Lernen durch Belohnen und Bestrafen sprechen.

  • ModelllernenModelllernen: Menschen und Tiere lernen durch Vorbilder und haben die Tendenz, Verhalten nachzuahmen. Allerdings wird nicht jedes Verhalten imitiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Nachahmung einer Handlung kommt, ist davon abhängig, welchen sozialen Status das Vorbild hat und in welchem Maß seine Handlungen als erfolgreich erlebt werden.

  • SelbststeuerungSelbststeuerung: Ziel vieler verhaltenstherapeutischer Ansätze ist die Verbesserung der Selbststeuerung. Die Selbsthilfekompetenz und Selbstwirksamkeit der Patienten soll möglichst erhöht werden. Generell gilt in der kognitiven Verhaltenstherapie das Prinzip der minimalen Intervention. Der Therapeut gibt hierbei so wenig Hilfestellung wie möglich und so viel wie nötig, damit der Patient seine Ziele erreichen kann.

Interventionsmethoden
Verhaltenstherapeutische Interventionen sind auf bestimmte Störungen zugeschnitten und setzen sich meist aus mehreren Bausteinen zusammen.
  • ReizkonfrontationReizkonfrontation: Die Reizkonfrontation ist bis heute die erfolgreichste Therapieform bei situationsbezogenen Ängsten (Phobien). Da die Patienten nach genauer Aufklärung direkt mit den gefürchteten Situationen konfrontiert werden und daran gehindert werden, aus ihrer Angst zu flüchten oder sie zu vermeiden, können während der Therapie massive Angstzustände auftreten. Die Patienten lernen jedoch, diese starken Ängste zu erleben und auszuhalten. Die Reizkonfrontation kann graduell oder massiv (Flooding) und in der Vorstellung (in sensu) oder in einer realen Situation (in vivo) erfolgen.

  • Training sozialer Kompetenzsoziales Kompetenztraining: Unter diesem Begriff werden verschiedene Verfahren zusammengefasst, die dem Patienten helfen sollen, sich in bestimmten sozialen Situationen effektiver zu verhalten. Die Patienten sollen durch Rollenspiele und Verhaltensübungen ein höheres Maß an Selbstsicherheit und Selbstvertrauen erlangen. Besonders angezeigt sind diese auch als Selbstsicherheitstraining bezeichneten Maßnahmen bei sozialen Ängsten und depressiven Störungen.

    Beispiele für sozial kompetente Verhaltensweisen sind:

    • „Nein“ sagen können

    • auf Kritik reagieren

    • Widerspruch äußern können

    • sich entschuldigen können

    • unerwünschte Kontakte beenden

    • Komplimente akzeptieren

    • Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden

    • erwünschte Kontakte arrangieren

    • um einen Gefallen bitten

    • Komplimente machen

  • BiofeedbackBiofeedback: Bei dieser Therapieform verhelfen Apparaturen dem Patienten zu einer Rückmeldung (Feedback) über seine eigenen Körperfunktionen. Der Patient bekommt eine Rückmeldung zu den Werten seiner Herzfrequenz, seines Blutdrucks, der Hauttemperatur, der Muskelspannung oder des Hautwiderstands (Abb. 8.3). Auf diese Weise kann er ausprobieren und lernen, wie er diese biologischen Faktoren beeinflussen und somit die Selbstkontrolle verbessern kann. Besonders das Erlernen von Entspannung kann durch Biofeedback gefördert werden.

  • kognitive Therapiekognitive Verhaltenstherapie: Die kognitive Therapie versucht krankmachende und krankheitserhaltende Gedankenmuster zu identifizieren und positiv zu verändern. Bei depressiven Patienten beinhalten die automatischen Gedanken meist eine negative Sicht der eigenen Person, der umgebenden Welt und der eigenen Zukunft.

  • verhaltenstherapeutische SexualtherapieSexualtherapie, verhaltenstherapeutische: Nach verhaltenstherapeutische Sexualtherapieeiner Problemanalyse und ausführlicher Informationsvermittlung erhalten die Beziehungspartner von den Therapeuten Übungen, die sie zu Hause durchführen sollen. Die Partner üben miteinander, über Sexualität zu reden und sich miteinander Lust zu verschaffen. In der ersten Phase der Therapie besteht ein Verbot, miteinander Geschlechtsverkehr zu haben.

Neben den oben genannten Methoden hat die Verhaltenstherapie viele störungsspezifische Therapien entwickelt, die zumeist aus einer Kombination verhaltenstherapeutischer Basisverfahren mit krankheitsspezifischen Techniken bestehen. So wurden u. a. für Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Schlafstörungen, Bettnässen, Anorexie und Alkoholismus spezifische Programme mit verhaltenstherapeutischen Elementen entwickelt.

Gesprächstherapie

Die GesprächspsychotherapieGesprächspsychotherapie nach Rogers wird meist kurz als Gesprächstherapie bezeichnet. Es handelt sich um eine Therapieform, die den humanistischen Therapien zugerechnet wird, die sich in den 1970er-Jahren in Abgrenzung zu den etablierten Therapierichtungen formten.
Geschichte
Die Gesprächstherapie wurde von dem amerikanischen Psychologen Carl R. RogersRogers, Carl R. entwickelt. Er führte die Bezeichnung „Klient“ in die Psychotherapie ein. Er verstand diese Benennung als Abgrenzung zum Begriff „Patient“, der eine passive und abhängige Rolle der hilfesuchenden Person suggeriert.
Grundannahmen
  • Jeder Mensch verfügt über ausreichend Wachstumspotenzial und Selbstheilungskräfte.Selbstheilungskräfte Eine vertrauensvolle, weitgehend angstfreie Situation hilft dem Klienten, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dem Organismus wohnt eine Aktualisierungstendenz inne. Sie strebt nach Erhalt und Förderung des Organismus als Ganzem.

  • Der Mensch hat ein Bestreben, sich selbst zu erfahren und sein Erleben bewusst zu verarbeiten. Diesen Teil der Aktualisierungstendenz nennt man Selbstaktualisierungstendenz.Selbstaktualisierungstendenz

  • Beeinflusst durch die Interaktion mit seiner Umgebung entwickelt ein Mensch sein Selbstkonzept. SelbstkonzeptDieses besteht aus allen Annahmen und Ansichten über sich selbst.

  • Eine der Tendenzen, die dem Menschen innewohnt, wird als Selbstbehauptungstendenz Selbstbehauptungstendenzbezeichnet. Sie ist bestrebt, das Selbstkonzept aufrecht zu erhalten.

  • Das wichtigste Bedürfnis des Menschen ist das Bedürfnis nach Anerkennung. AnerkennungMenschen brauchen das Gefühl, gesehen, beachtet und verstanden zu werden.

  • Seelische Störungen entstehen durch das Erleben vonInkongruenzerleben Inkongruenz (Kongruenz = Übereinstimmung) und diese wiederum durch eine widersprüchliche Bewertung von Erfahrungen. Es bestehen innere „Ungereimtheiten“.

Interventionsmethoden
Die Arbeitsweise von Gesprächstherapeuten ist nicht im üblichen Sinne durch den Einsatz von Techniken und Werkzeugen zu erklären. Der Therapeut begegnet dem Klienten mit einer Haltung, die besonders durch drei Aspekte gekennzeichnet ist:
  • bedingungsfreie AnerkennungAnerkennung: unbedingte Wertschätzung oder bedingungsloses Akzeptieren des Klienten. Der Therapeut begegnet dem Klienten positiv, warmherzig und aktiv zugewandt.

  • EmpathieEmpathie: bedeutet ein unmittelbares Teilhaben am Erleben des anderen. Dies beinhaltet v.a. die mit dem Erleben zusammenhängenden Gefühle. Das empathische Verstehen wird gegenüber dem Klienten zum Ausdruck gebracht.

  • KongruenzKongruenz: Das Konzept der Kongruenz bezieht sich sowohl auf das Verhalten des Therapeuten gegenüber dem Klienten als auch auf das Verhältnis, das der Therapeut zu sich selbst hat. Der Therapeut verhält sich echt, authentisch und unverfälscht.

Weitere Haltungen und Interventionen der Gesprächstherapie sind:
  • Nicht-DirektivitätNicht-Direktivität: Der Therapeut beschränkt sich auf das Zuhören. Er strukturiert den therapeutischen Prozess nicht durch Fragen und schlägt keine Interventionen vor, wie dies in anderen Therapieformen üblich ist (Rollenspiele, Übungen, Hausaufgaben). Weder analysiert er den Klienten, noch kommentiert er dessen Verhalten. Er belehrt oder tröstet nicht und redet nicht über eigene Erfahrungen.

  • aktives ZuhörenZuhören, aktives: Aktives Zuhören für sich genommen ist noch keine Psychotherapie. Es findet eine zunehmende Verbreitung in vielen Lebensbereichen und wird u.a. Beratern und Führungskräften als Grundfertigkeit beigebracht. Auf eine förderliche, verständnisvolle Weise zuhören zu können ist eine kommunikative Grundfertigkeit, die in vielen Berufen gefordert ist. In besonderem Maße gilt dies auch für den Beruf des Heilpraktikers. Auch wenn es sich mehr um eine Haltung als um eine Technik handelt, lassen sich dennoch technische Aspekte beschreiben:

    • zugewandte, offene Körperhaltung

    • Blickkontakt

    • signalisieren, dass man zuhört, durch sog. Telefonlaute („hmm“, „ja“)

    • Paraphrasieren des Gehörten: Der Therapeut wiederholt mit eigenen Worten zusammenfassend, was er gehört hat. Er möchte sich vergewissern, ob er den Klienten richtig verstanden hat.

  • Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte:emotionale Erlebnisinhalte, Verbalisierung Viele Verbalisierung emotionaler ErlebnisinhalteMenschen sind in Hinsicht auf ihre Probleme sehr „verkopft“. Wahrgenommen werden Probleme jedoch als Gefühle. Der Therapeut spiegelt dem Klienten in der Gesprächstherapie zurück, welche Gefühle er durch sein empathisches Zuhören beim Klienten wahrgenommen hat.

Andere psychotherapeutische Verfahren

Körperorientierte Psychotherapie

Die körperorientierte PsychotherapiePsychotherapiekörperorientierte körperorientierte Psychotherapiehat sich aus den Ansätzen der Psychoanalyse heraus entwickelt. Die meisten Schulen beziehen sich auf Wilhelm Reich, der lange Jahre als Psychoanalytiker arbeitete. Im Rahmen seiner Forschungen stellte Reich die Bedeutung körperlicher Prozesse bei der Aufrechterhaltung einer Neurose heraus.
Heute gibt es eine Reihe körperorientierter Therapieformen, die sich überwiegend auf Reichs Arbeiten beziehen. An erster Stelle ist die bioenergetische Analyse zu nennen, die Alexander Lowen entwickelte. Weitere Formen körperorientierter psychotherapeutischer Verfahren sind Hakomi (nach Ron Kurtz), Biodynamik (nach Gerda Boysen), Biosynthese (nach David Boadella) und Core Energetik (nach John Pierrakos).
Die körperorientierte Psychotherapie arbeitet mit Atemübungen, Übungen des emotionalen Ausdrucks und beleuchtet den Beziehungs- und Kontaktaspekt.

Hypnotherapie

Die HypnotherapieHypnotherapie nach Erickson nach EricksonErickson, Milton ist eine moderne Form der Hypnosetherapie, die bei vielen Störungen in Form einer lösungsorientierten Kurzzeittherapie eingesetzt wird. In der modernen Hypnotherapie wird davon ausgegangen, dass nur der Klient den Weg zu einer guten Lösung seiner Probleme weiß. Es ist die Aufgabe des Therapeuten, dem Klienten zu helfen, Zugang zu diesem Wissen zu bekommen.
Die Patienten werden in eine Trance versetzt und vom Therapeuten bei inneren Suchprozessen begleitet. Neben den eigentlichen problematischen Fragestellungen wird in der Hypnotherapie mehr als in anderen Therapierichtungen auf Stärken und positive Erfahrungen fokussiert. In diesem Zusammenhang wird von Ressourcen des Patienten gesprochen.
Geschichten und Metaphern
Dem Patienten werden Geschichten erzählt, die scheinbar nichts mit seinem Problem zu tun haben. Dies setzt Suchprozesse in Gang. In therapeutische Geschichten können Implikationen eingestreut, also das Erwünschte wie selbstverständlich in die Geschichten eingebaut werden.

Gestalttherapie

Die GestalttherapieGestalttherapie wurde von dem Berliner Psychiater Frederick S. PerlsPerls, Frederick S. und seiner Frau Lore Perls, einer Gestaltpsychologin, begründet. Die Gestaltpsychologie beschreibt in vielen Experimenten, wie Wahrnehmung funktioniert. Nach Perls strebt der Mensch nach Selbstverwirklichung, nach einer Entwicklung von innen heraus. Als Gegensatz dazu besteht eine Tendenz, sein Selbstbild zu verwirklichen. Diese gegenläufige Tendenz bringt eine Orientierung an äußerlichen Maßstäben mit sich und lässt einen Menschen seine Selbstverwirklichung verfehlen. In der Gestalttherapie wird sich auf Vorgänge in der Gegenwart bezogen. Die Gestalttherapie erkennt an, dass Kindheitserlebnisse prägend für die Persönlichkeit sind, betont jedoch die Notwendigkeit, Probleme in der Gegenwart zu lösen (Hier-und-jetzt-Prinzip).

Familientherapie

Die unter dem Oberbegriff FamilientherapieFamilientherapie zusammengefassten Therapieformen stellen eine heterogene Gruppe dar, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass seelische Krankheit nicht als individuelles Problem gesehen wird, sondern als Zeichen der Störung eines (Familien-)Systems. In vielen Fällen wird der Begriff systemische Therapie weitgehend mit Familientherapie gleichgesetzt. Die Familientherapie arbeitet beispielsweise mit GenogrammenGenogramme, die eine Familienstruktur über mehrere Generationen grafisch darstellen. Die Mitglieder eines Systems oder einer Familie werden auch in Familienaufstellungen und Familienskulpturen dargestellt (Abb. 8.4). Fragestellungen werden meist lösungsorientiert bearbeitet.

Autogenes Training

Das autogene Trainingautogenes Training ist ein in Deutschland weitverbreitetes Entspannungsverfahren, das eine Ergänzung zur herkömmlichen Psychotherapie darstellt und mit dieser meist kombiniert wird. Häufig wird es in Kursen von Krankenkassen und Volkshochschulen vermittelt. Der Patient erlernt vorgefertigte Formeln, mit denen er seine Aufmerksamkeit auf innere körperliche Prozesse lenkt und so Entspannung herbeiführt. Entspannungsverfahren sind für Patienten mit psychotischen Störungen in der Regel kontraindiziert. Das autogene Training wird einzeln und in Gruppen angewendet.

Progressive Muskelentspannung

Mit der Methode der progressiven Muskelrelaxationprogressive Muskelrelaxation nach Jacobson (= Muskelentspannung; PM) sollen Patienten lernen, Spannung und Entspannung selbstständig zu steuern. Die PM wurde von dem amerikanischen Physiologen Edmund Jacobson in den 1920er-Jahren entwickelt und wird häufig auch mit ihrem vollen Namen als progressive Muskelrelaxation nach Jacobson bezeichnet. Bei dieser Entspannungsmethode werden nacheinander einzelne Muskeln verschiedener Körperzonen für eine kurze Zeit maximal angespannt, um sie dann vollkommen entspannen zu lassen. Das Üben zu Hause kann mit Audioaufnahmen unterstützt werden.

Psychotraumatologie

Die PsychotraumatologiePsychotraumatologie ist eine noch recht junge Fachrichtung der Psychotherapie. Nur Therapeuten mit spezieller Zusatzqualifikation in Psychotraumatologie sollten Patienten mit Traumen behandeln. Eine nicht fachgerecht durchgeführte Psychotherapie kann zu einer RetraumatisierungRetraumatisierung führen. Entspannungsverfahren, reine verbale Therapie oder das Ausdrücken von Gefühlen reichen bei dieser Patientengruppe nicht aus.
Als eine Grundregel der Therapie sollte gelten: Vor einer Behandlung des Traumas selbst muss der Patient unbedingt ausreichend Stabilität erreicht und für ihn wirksame Schutzmaßnahmen erlernt haben, um in und nach der Therapiestunde mit dem Erlebten umgehen zu können. Der Patient sollte stimmungsmäßig mindestens genauso gut wieder aus der Therapiestunde hinausgehen, wie er hereinkam. Als wichtigstes Behandlungsziel ist anzusehen, dass der Patient lernt, seine Stimmungen regulieren zu können. Die Stabilisierung des Patienten steht an erster Stelle und nicht die Verarbeitung der traumatisierenden Situation.

Stationäre und ambulante Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen

Frühere Erfahrungen zeigten, dass sich psychische Störungenambulante/stationäre Hilfsangeboteder seinerzeitstationäre Hilfsangebote für psychisch kranke Menschenambulante Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen übliche langjährige Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik meist negativ auf die weitere persönliche und soziale Entwicklung der Patienten ausgewirkt hat. Heute gilt es bei der Behandlung von psychisch Kranken als wesentlich, den Patienten so viel Selbstverantwortung wie möglich zu überlassen, ihnen gemäß ihren Fähigkeiten Aufgaben zu übertragen und es darüber hinaus zu ermöglichen, dass die Patienten weitestgehend im bestehenden sozialen Umfeld bleiben können. Als besonders wichtig hat sich herausgestellt, den Patienten konkrete Hilfen und Angebote bei der Strukturierung ihrer Tagesabläufe anzubieten. Einige der bewährten Angebote, die sich zwischen vollstationärem Aufenthalt und ambulanter Individualtherapie bewegen, werden im Folgenden kurz beschrieben.
Psychiatrische Tagesklinik
Psychiatrische Tagesklinikenpsychiatrische TagesklinikenTagesklinik, psychiatrische sind meist psychiatrischen Krankenhäusern angegliedert. Im Unterschied zur vollstationären Unterbringung verbringen die Patienten die Nächte und das Wochenende in ihrer gewohnten Wohnumgebung und begeben sich nur tagsüber in die psychiatrische Einrichtung. Neben psychotherapeutischen Angeboten finden in Tageskliniken z. B. auch Angehörigenberatungen und Hilfen zur Tagesstrukturierung statt.
Sozialpsychiatrischer Dienst
Der sozialpsychiatrische Dienstsozialpsychiatrischer Dienst hat die Aufgabe, psychisch erkrankte Menschen zu beraten und zu begleiten. Er kooperiert mit allen anderen Institutionen, die vor Ort Hilfen für psychisch kranke Menschen anbieten. Das Ziel der Hilfen ist die möglichst selbstständige und eigenverantwortliche Lebensführung der Betroffenen.
Tagesstätten für psychisch Kranke
Tagesstättenpsychische StörungenTagesstätten stellen eine wichtige Tagesstätten für psychisch KrankeAnlaufstelle für psychisch Kranke dar, die Schwierigkeiten haben, ihren Tagesablauf eigenständig zu strukturieren.
Kontakt- und Begegnungsstätten
Kontakt- und BegegnungsstättenKontakt- und Begegnungsstätten Begegnungsstättenbieten ein niedrigschwelliges und freiwilliges Angebot für chronisch psychisch Kranke. Sie sollen der sozialen Isolation vorbeugen und den Betroffenen die Möglichkeit geben, andere Menschen zu treffen und gemeinsame Aktivitäten durchzuführen.
Werkstätten für Menschen mit psychischen Behinderungen
Spezialisierte Werkstätten für Menschen mit psychischen Behinderungen Werkstätten für Menschen mit psychischen Behinderungenversuchen, mit den Betroffenen die Grundlagen zur Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag zu erarbeiten. Wo dies noch nicht oder nicht mehr möglich ist, werden spezielle, behindertengerechte Arbeitsplätze angeboten.
Betreutes Wohnen
Viele psychisch Kranke sind in der Lage, betreutes Wohnenin der eigenen Wohnung zu leben. Sie benötigen jedoch Unterstützung und Begleitung bei der Bewältigung der Erfordernisse des täglichen Lebens. Eine regelmäßige Betreuung durch Sozialpädagogen und/oder sozialpsychiatrische Krankenpflegekräfte stellt einen wichtigen Baustein bei der Stabilisierung der Betroffenen dar.
Wohnheime und Wohngruppen
Für Patienten, die keinen stationären WohnheimeWohngruppenAufenthalt in einer Klinik mehr benötigen, aber noch nicht in der Lage sind, ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung wieder aufzunehmen, gibt es die Möglichkeit, übergangsweise in spezialisierten Wohnheimen oder Wohngruppen aufgenommen zu werden.
Pflegeheime mit psychiatrischer Spezialisierung
Sind psychisch Kranke pflegebedürftig,Pflegeheime mit psychiatrischer Spezialisierung treten bei deren Betreuung häufig spezielle Schwierigkeiten auf. Meist sind ältere Patienten betroffen. Die überwiegende Zahl der Fälle weist Erkrankungen aus dem Bereich der Demenzen auf. Diese Patientengruppe stellt für herkömmliche Pflegeeinrichtungen oft eine Überforderung dar, da das gerontopsychiatrische Fachpersonal fehlt. Zunehmend entstehen deshalb spezialisierte Einrichtungen und Abteilungen, die den besonderen Anforderungen im Umgang mit dieser Patientengruppe genügen.
Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen stellenSelbsthilfegruppenpsychische StörungenSelbsthilfegruppen ein wichtiges Zusatzangebot zu den Hilfsangeboten des öffentlichen Gesundheitssystems dar. Für nahezu jede Störungsgruppe (z. B. Depressionen, Angst-, Abhängigkeitserkrankungen) werden Selbsthilfegruppen angeboten. Auch für Angehörige der Betroffenen kann es wichtig sein, sich einer Selbsthilfegruppe für Angehörige anzuschließen, um eigene Belastungen zu verarbeiten. Selbsthilfegruppen funktionieren nach dem Prinzip der Freiwilligkeit und der gegenseitigen Unterstützung der Teilnehmer.

Zusammenfassung

Psychoanalyse

Zentrale Begriffe

  • psychosexuelle Entwicklungsstufen

  • neurotische Störungen durch innere Konflikte

  • Verdrängung ins Unbewusste

  • Es – Ich – Über-Ich

  • Abwehr

Therapeutisches Vorgehen

  • Analyse des Widerstands

  • Übertragung und Gegenübertragung

  • freies Assoziieren

  • Abstinenzregel

  • Traumdeutung

  • Objekt-Beziehungs-Therapie

Kognitive Verhaltenstherapie

Zentrale Begriffe

  • psychische Störungen in Folge gelernten Verhaltens

  • klassische Konditionierung

  • operante Konditionierung

  • Modelllernen

  • Selbststeuerung

Therapeutisches Vorgehen

  • Reizkonfrontation

  • Training sozialer Kompetenz

  • Biofeedback

  • störungsspezifische Therapie

Gesprächstherapie

Zentrale Begriffe

  • Selbstheilungskräfte

  • Selbstbild

  • seelische Konflikte durch Inkongruenz

Therapeutisches Vorgehen

  • bedingungsfreie Anerkennung

  • Empathie

  • Kongruenz

Andere psychotherapeutische Verfahren

  • körperorientierte Psychotherapie

  • Hypnotherapie

  • Gestalttherapie

  • Familientherapie

  • autogenes Training

  • progressive Muskelentspannung

  • Psychotraumatologie

Stationäre und ambulante Hilfsangebote

  • psychiatrische Tagesklinik

  • sozialpsychiatrischer Dienst

  • Tagesstätten

  • Werkstätten für Menschen mit psychischer Behinderung

  • Wohnheime und Wohngruppen

  • Selbsthilfegruppen

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