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B978-3-437-58785-6.00008-9

10.1016/B978-3-437-58785-6.00008-9

978-3-437-58785-6

Abb. 8.2

[L190]

Das Atemsystem in der Übersicht

Abb. 8.3

[L190]

Schnitt durch die Nasenhöhle. In diese münden die Nasennebenhöhlen und der Tränen-Nasen-Gang.

Abb. 8.4

[L190]

Nasennebenhöhlen in der Projektion auf die Schädeloberfläche, rechts im Sagittalschnitt

Abb. 8.5

[L190]

Schnitt durch den Rachen mit seinen 3 Etagen

Abb. 8.6

[L190]

Links: Zungenbein und knorpeliges Kehlkopfgerüst mit Kehldeckel, Schild- und Ringknorpel in der seitlichen Ansicht. Der Schildknorpel ist geöffnet und zeigt die Stellknorpel und die Stimmbänder. Rechts: Längsschnitt durch den Kehlkopf (Ansicht von hinten).

Abb. 8.7

[L190]

Stimmritze in mittlerer Stellung und Phonationsstellung

Abb. 8.8

[L190]

Kehlkopf, Trachea und große Bronchien

Abb. 8.9

[R285]

Bronchial- und Bronchiolengenerationen bis zu den Alveolen

Abb. 8.10

[L190]

Alveolargänge und Alveolen (Lungenbläschen), links in der Aufsicht, in der Mitte im Längsschnitt

Abb. 8.11

[E364]

Projektion von Lungen, Lungenlappen und Pleura in Atemmittellage auf die Brustwand, links von vorne, rechts von hinten. Der Mittellappen rechts ist von hinten nicht sichtbar.

Abb. 8.12

[L190]

Luftröhre, große Bronchien und Aufteilung der Lunge in Lappen und Segmente. Rechts werden der Oberlappen in 3, der Mittellappen in 2 und der Unterlappen in 5 (gelegentlich in 6) Segmente unterteilt. Die linke Lunge besteht aus einem Oberlappen mit 5 und einem Unterlappen mit 4 (gelegentlich 5) Segmenten. Die gestrichelte Linie deutet den Rücken an.

Abb. 8.13

[R285]

Schichtweiser Aufbau der beiden Pleurablätter (Schema)

Abb. 8.14

[L190]

Gasaustausch (Diffusion) in den Alveolen. Kohlendioxidreiches, sauerstoffarmes Kapillarblut umströmt die Alveolen. Nach dem Gasaustausch enthält der ableitende Kapillarschenkel sauerstoffreiches, kohlendioxidarmes Blut.

Abb. 8.15

[L190]

Inspiration und Exspiration. Durch Kontraktion des Zwerchfells und gleichzeitiges Anheben des Brustkorbs vergrößert sich bei der Inspiration das Thoraxvolumen. Die Lunge wird gedehnt. Durch den entstehenden Sog gelangt frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen. Umgekehrt wird das Thoraxvolumen bei der Exspiration kleiner; kohlendioxidreiche, sauerstoffarme Luft wird nach außen abgegeben.

Abb. 8.16

[L190]

Lungen- und Atemvolumina bei Ruheatmung und vertiefter Ein- und Ausatmung. Näherungswerte für einen gesunden jüngeren Mann. Die Werte sind abhängig von Größe, Geschlecht (bei Frauen etwa 10–20 % niedriger) und Trainingszustand.

Abb. 8.17

[R358]

Röntgenaufnahme einer gesunden Lunge

Abb. 8.18

[R285]

Frühphase eines Plattenepithelkarzinoms des Stimmbands

Abb. 8.19

[L141]

Nächtlicher Kreislauf des obstruktiven Schlafapnoesyndroms (ORT = oberer respiratorischer Trakt)

Abb. 8.20

[L190]

3 Mechanismen führen zur Einengung der Bronchien bei Asthma bronchiale

Abb. 8.21

[R285]

Bronchiektasen, schematische Darstellung verschiedener Formen

Abb. 8.22

[R285]

Lungenemphysem. Die Emphysemblasen und Bläschen sind deutlich zu erkennen. Bei dieser Technik des Papiergroßschnitts wird ein Längsschnitt durch eine ganze Lunge hergestellt und das Schnittpräparat auf ein spezielles Papier aufgezogen und getrocknet (keine Färbung). Eine Berechnung des Verlustes atembarer Lungenfläche ist damit möglich.

Abb. 8.23

[L294, O599]

Veränderung von Atemvolumina beim Emphysem

Abb. 8.24

[L106]

Prädisponierende Faktoren und auslösende Ereignisse einer Pneumonie

Abb. 8.25

[S008–3]

Lobärpneumonie. Verschattung im rechten Unterlappen. Aufnahme im p. a. Strahlengang.

Abb. 8.26

[S008–3]

Atypische Pneumonie. Beidseits symmetrische Zwerchfellstand, rechts parakardiale Verschattung über alle 3 Lungenlappen. Links konfluierende Knötchen im Bereich des linken Lungenunterlappens.

Abb. 8.27

[L157]

Symptome der chronischen Sarkoidose

Abb. 8.28

[R285]

Topografie (rechte Lunge A–D) und Komplikationen (linke Lunge 1–4) maligner Lungentumoren

Abb. 8.29

[R285]

Lungenembolie. a Frische Lungenembolie im Bereich der Aufzweigung der Lappenarterie in Segmentarterien (Pfeile). Br = begleitender Bronchus, LK = Lymphknoten mit Staubanreicherung. b Monate alter, grauer, partiell organisierter Thrombembolus im Hauptstamm der Pulmonalarterie bei Zustand nach überlebter Lungenembolie (selten). c Rezidivierende Lungenembolien. Reste eines eingekeilten, noch frischen Thrombembolus in einem Seitenast der Pulmonalarterie (Pfeil). Strickleiterförmige Endothelnarben als Residuen einer früheren, weitgehend abgebauten, rekanalisierten Embolie (Doppelpfeil).

Abb. 8.30

[L190]

Pneumothoraxarten. Beim offenen Pneumothorax tritt die Luft durch einen Brustwanddefekt in den Pleuraspalt ein und bei der Ausatmung wieder aus. Im Gegensatz dazu kann beim Spannungspneumothorax die in den Pleuraspalt eindringende Luft nicht mehr entweichen. Der entstehende Überdruck im Pleuraraum der kranken Seite verdrängt die V. cava superior, das Herz und komprimiert die gesunde Lunge.

Abb. 8.31

[S008–3]

Spannungspneumothorax links. Auf der linken Seite fehlende Gefäßzeichnung und tief stehende Lungengrenzen (Pfeilspitzen), das Mediastinum ist nach rechts verlagert (Pfeile). Paramediastinal links homogene Verschattung (↔) der kollabierten Lunge.

Abb. 8.32

[S008–3]

Pleuraerguss (Pfeile)

Zusammensetzung der Ein- und AusatemluftAtemluft

Tab. 8.1
Einatemluft Ausatemluft
Sauerstoff 21 % 17 %
Kohlendioxid 0,04 % 4 %
Stickstoff 79 % 79 %

AtemhilfsmuskelnAtemhilfsmuskeln

Tab. 8.2
Muskel Funktion
Atemhilfsmuskeln für die Inspiration
Mm. intercostales externi Stellen die Rippen gerade und vergrößern dadurch das thorakale Volumen
M. sternocleidomastoideus Hebt den Thorax
Mm. scaleni Heben die 1. und 2. Rippe
Mm. pectorales major et minor Heben den Thorax bei aufgestützten Armen
Mm. serrati anterior et posterior superior Heben den Thorax bei aufgestützten Armen
Atemhilfsmuskeln für die Exspiration
Mm. intercostales interni Senken die Rippen
Bauchmuskulatur:
  • M. transversus abdominis

  • Mm. obliquii externus et internus abdominis

  • M. rectus abdominis

Erhöhen den Druck im Bauchraum mit Zwerchfellverschiebung in den thorakalen Raum

Physiologische Ruheatemfrequenzen (Eupnoe)Atemfrequenz

Tab. 8.3
Alter Frequenz/Min.
Erwachsener 11–18
Kind 20–30
Kleinkind 30–40
Neugeborenes 40–50

Differenzialdiagnostik von Pseudokrupp und Epiglottitis

Tab. 8.4
Pseudokrupp Epiglottitis
Ursache
  • Viren (Adeno-, Parainfluenza-, RS-, Masernviren)

  • Allergie

Bakterien (HiB, Streptokokken, Staphylokokken)
Stimme Heiser Kloßig bis hin zur Aphonie
Husten Bellend Meist nicht vorhanden
Fieber Mäßig Sehr hoch
Speichelfluss Kaum Stark
Schluckstörung Kaum Sehr stark ausgeprägt
Halsschwellung Gering Sehr stark ausgeprägt
Stridor Inspiratorischer Stridor Inspiratorischer Stridor
Beginn Langsam Plötzlich
Alter 1.–7. Lebensjahr, Häufung um das 3. Lebensjahr 2.–6. Lebensjahr
Besonderheiten
  • Rezidive sehr häufig

  • Auftreten meist abends und nachts

  • Erkrankungshäufung im Herbst

Rezidive sehr selten

Atemwege

Abb. 8.1

[L275]

Einteilung der Erkrankungen der Atemwege. Die Erkrankungen des Atemapparats können zunächst in Erkrankungen der oberen und der unteren Atemwege eingeteilt werden, letztere wiederum in bronchiale Erkrankungen, Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Lungenkreislaufs und Pleuraerkrankungen. Eine andere Einteilung ist die in Ventilations-, Perfusions- und Diffusionsstörungen.

Anatomie

Lernziele

  • Benennung der luftleitenden und der luftaustauschenden Organe.

  • Kenntnisse über Aufbau und Funktion von Nase und Nasennebenhöhlen.

  • Kenntnisse über den Aufbau des Rachens.

  • Kenntnisse über den Aufbau des Kehlkopfs und die Innervation der Stimmbänder.

  • Kenntnisse über den Aufbau der Luftröhre.

  • Beschreibung des Aufbaus und der Funktion der Bronchien und der Lungen.

  • Beschreibung der Vasa publica und Vasa privata der Lunge.

  • Kenntnisse über Aufbau und Funktion der Pleura.

  • Benennung der Zentren und Faktoren, die an der Atemregulation beteiligt sind.

  • Beschreibung des Gasaustauschs in den Lungen und den Körperkapillaren.

  • Benennung der Atemmuskeln.

  • Definition von Vitalkapazität, Residualvolumen und Atemzugvolumen.

  • Fähigkeit zur systematischen Untersuchung der Lunge.

Allgemeines zum Atemapparat

Die Atmung$Atmung kann in äußere (Lungenatmung) und innere Atmung (Zellatmung) eingeteilt werden. Die Lungenatmung dient der Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe, die Zellatmung dient der Energiegewinnung unter Verbrauch von Sauerstoff.

  • Luftleitende Organe: Nasenhöhle, Pharynx, Larynx, Trachea, Bronchialbaum

  • Luftaustauschende Organe: Alveolen der Lunge

Der Atemapparat dient der Aufrechterhaltung der Stoffwechselprozesse, indem Sauerstoff (O2) aus der Raumluft eingeatmet und bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) transportiert wird, und der Abatmung von Kohlendioxid (CO2), der beim Zellstoffwechsel entsteht. Der Sauerstoff gelangt durch Ventilation zu den Alveolen und über Diffusion von den Alveolen in das Blut der Lungenkapillaren (äußere Atmung, Lungenatmung). Über den Blutkreislauf werden die Gewebekapillaren erreicht, wo Sauerstoff abgegeben wird. Gleichzeitig wird Kohlendioxid über Diffusion aufgenommen und mit dem Blutkreislauf in die Lungen transportiert, wo es wieder abgeatmet wird. Der von den Zellen aufgenommene Sauerstoff wird für Energiegewinnung und Stoffwechselprozesse benötigt (innere Atmung, Zellatmung).
Der Atemapparat besteht aus den Atemapparatluftleitenden Organen (Luftwege) und den Luftwegeluftaustauschenden Organen (Alveolen der Lungen) (Abb. 8.2).
Luftleitende Organe dienen der Säuberung, Befeuchtung und Anwärmung der Atemluft. Dazu zählen:
  • Nasenhöhle

  • Rachen (Pharynx)

  • Kehlkopf (Larynx)

  • Luftröhre (Trachea)

  • Bronchialbaum

In den luftaustauschenden Organen erfolgen der Sauerstoff- und Kohlendioxidaustausch zwischen Blut und Atemluft sowie die Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Dazu zählen die Lungen mit dem Alveolarsystem.

ABBILDUNG 8.2

Nase und Nasennebenhöhlen

Die paarige NaseNasenhöhle (Cavitas nasi) besteht aus Nasenhöhlenknorpeligen und knöchernen Anteilen (Abb. 8.3). Getrennt werden die beiden Höhlen durch das Nasenseptum. Über die inneren Öffnungen (sog. Choanen) steht die Nase mit Choanendem Nasen-Rachen-Raum (Nasopharynx, Epipharynx) in Verbindung.

Aufbau der Nase: $Nase

  • 2 Hohlräume, getrennt durch ein Septum, nach hinten durch die Choanen mit dem Nasopharynx verbunden

  • Seitliche Wände tragen je 3 Nasenmuscheln, die Öffnungen für die Sinus beherbergen

Die wichtigsten Funktionen der Nase:

  • Anwärmung, Befeuchtung, Reinigung der Luft

  • Riechfunktion

An den seitlichen Wänden der Nase ragen 3 dünne Knochenplatten ins Naseninnere hinein. Diese sind mit Schleimhaut überzogen und werden Nasenmuscheln (Conchaenasales)Nasenmuscheln genannt. In Conchae nasalesihnen liegen die Öffnungen zu den Nasennebenhöhlen und die Mündung des Tränen-Nasen-Gangs (Ductus nasolacrimalis).
Die Nasenschleimhaut trägt ein Flimmerepithel mit Becherzellen. Die Kapillaren der Schleimhaut bilden ein dichtes Netz. Im Bereich der unteren und mittleren Nasenmuschel findet sich ein Gefäßgeflecht (Plexus) aus kleinen Arterien, Venen und Kapillaren (Locus Kiesselbachi),Locus Kiesselbachi der funktionell einen Schwellkörper bildet. Verletzungen oder Entzündungen können die Gefäße eröffnen, was als Nasenbluten (Epistaxis) in Erscheinung tritt.

ABBILDUNG 8.3

Aufgaben der Nase
  • Reinigung der eingeatmeten Luft von groben Partikeln.NaseAufgaben

  • Erwärmung der Luft durch den Gefäßplexus.

  • Anfeuchtung der Luft durch in der Schleimhaut vorhandene seromukösen Drüsen.

  • Bildung der Nasenlaute.

  • Riechfunktion: Sie befindet sich im Bereich der oberen Nasenmuschel. Die Sinneszellen (Riechzellen) bilden mit ihren Axonen den N. olfactorius, der Riechimpulse zum Gehirn weiterleitet. Dieser Nerv hat eine enge Beziehung zum limbischen System.

Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen$Nasennebenhöhlen (Sinus) sind lufthaltige Räume. Sie fungieren als Resonanzraum, erwärmen, befeuchten die Atemluft und senken das Kopfgewicht.

Man unterscheidet:

  • Kieferhöhle

  • Stirnbeinhöhle

  • Keilbeinhöhle

  • Siebbeinzellen

Die NasennebenhöhlenNasennebenhöhlen (Sinus) sind luftgefüllte (pneumatisierte) Räume, die über Öffnungen in Verbindung mit der Nase stehen. Sie fungieren als Resonanzraum, reduzieren das Kopfgewicht und erwärmen und befeuchten die eingeatmete Luft. Alle Sinus tragen ein respiratorisches Epithel. Man unterscheidet 4 Sinus (Abb. 8.4):

ABBILDUNG 8.4

  • Kieferhöhle (Sinus Kieferhöhlemaxillaris): Ist Sinusmaxillarispaarig angelegt und die größte Höhle. Die Verbindung zur Nase liegt unter der mittleren Nasenmuschel. Sie sind zum Zeitpunkt der Geburt bereits vorhanden.

  • Stirnhöhle (Sinus Stirnhöhlefrontalis): Ist paarig Sinusfrontalisangelegt und mündet unter der mittleren Nasenmuschel. Sie bilden sich nach dem 2. Lebensjahr aus und wachsen bis in die Adoleszenz.

  • Keilbeinhöhle (Sinus Keilbeinhöhlesphenoidalis): Ist Sinussphenoidalispaarig angelegt, aber meist unvollständig getrennt. Der Ausgang mündet unter der oberen Nasenmuschel. Sie bilden sich im frühen Kindesalter und wachsen bis ins junge Erwachsenenalter.

  • Siebbeinzellen (Cellulae Siebbeinzellenethmoidales): Cellulae ethmoidalesLiegen als 8–10 erbsengroße lufthaltige Hohlräume im Siebbeinknochen. Zum Zeitpunkt der Geburt sind sie flüssigkeitsgefüllt. Sie pneumatisieren im Laufe der ersten Monate und wachsen bis ins Erwachsenenalter.

Rachen

Der Rachen$Rachen ist ein muskulärer Schlauch, der den Luft- und Speiseweg verbindet. Er mündet im Ösophagus. Eingeteilt wird er in:

  • Epipharynx:$Epipharynx beherbergt die Rachenmandel und die Mündung der Tuba auditiva

  • Mesopharynx:$Mesopharynx beherbergt die Gaumenmandeln

  • Hypopharynx:$Hypopharynx liegt hinter dem Kehlkopf

Der Rachen (RachenSchlund, SchlundPharynx) ist der Raum, der Pharynxhinter Nase und Mund liegt. Er ist 12–14 cm lang und verbindet den Luft- und Speiseweg (Abb. 8.5). Die lateralen und dorsalen Wände werden von Muskeln gebildet, die in der Gesamtheit als Schlundschnürer bezeichnet werden. Am unteren Ende gehen sie in den Ösophagus über. An der Übergangsstelle bilden sie das Laimer- und Kilian-Dreieck, die als muskuläre Schwachstellen anzusehen sind.
Die Gefäßversorgung erfolgt v. a. über Äste der A. carotis interna und A. carotis externa, die Innervation oben über den N. glossopharyngeus und im kaudalen Drittel über den N. vagus.

ABBILDUNG 8.5

Einteilung
Der Rachen besteht aus 3 Etagen:
  • Oberer Rachenraum (Epipharynx, Nasopharynx): Liegt oberhalb Epipharynxdes weichen Gaumens, grenzt an die Choanen und beherbergt den Ausführungsgang der Tuba auditivaTuba auditiva (Eustachische Röhre),Eustachische Röhre welche die Verbindung zum Mittelohr herstellt. Sie dient der Belüftung und dem Druckausgleich des Mittelohrs. Weiterhin findet sich im Epipharynx die RachenmandelRachenmandel (Tonsilla pharyngealis),Tonsillapharyngealis die Teil des Waldeyer-Rachenrings ist. Sie zählt zum lymphatischen System. An den seitlichen Wänden befinden sich strangförmig angeordnet Zellen des lymphatischen Systems; diese werden unter dem Begriff „Seitenstrang“ zusammengefasst. Er erstreckt sich bin in die unteren Anteile des Rachenraums. Die Hauptfunktion ist die Abwehr gegenüber fremden Stoffen, die über Nase und Mund in den Organismus eingedrungen sind, z. B. Bakterien, Viren, Pilze.

  • Mittlerer Rachenraum (Mesopharynx, Oropharynx):Oropharynx Er liegt zwischen MesopharynxGaumen und Kehlkopfeingang. In diesem Bereich finden sich die paarigen GaumenmandelnGaumenmandel (Tonsillae palatinae).Tonsillapalatina

  • Unterer Rachenraum (Hypopharynx, Laryngopharynx):Laryngopharynx Er liegt hinter Hypopharynxdem Kehlkopf. Hier findet der Schluckakt statt.

ABBILDUNG 8.6

Kehlkopf

Der Larynx$Larynx verbindet den Pharynx mit der Trachea.

Aufgaben:

  • Stimmbildung

  • Verschluss der Luftwege

Aufbau:

  • Schildknorpel

  • Ringknorpel

  • Stellknorpel

  • Epiglottis

Der Kehlkopf (Larynx)Kehlkopf verbindet den LarynxPharynx mit der Trachea und liegt unterhalb des Zungenbeins (Os Zungenbeinhyoideum) Oshyoideum(Abb. 8.6). Die Funktion des Kehlkopfs besteht in der Stimmbildung und dem Verschluss der Luftwege während des Schluckakts. Diese Funktion wird durch die Kehlkopfmuskulatur gewährleistet.
Aufbau
Der Kehlkopf besteht aus:
  • KehlkopfAufbauSchildknorpel (Cartilago thyreoidea): Besteht Schildknorpelaus 2 Knorpelplatten, die in der Mitte verbunden sind. Die Verbindungsstelle bildet einen kleinen Vorsprung, der als Adamsapfel bezeichnet wird. Am kaudalen Ende bzw. unterhalb des Schildknorpels liegt die Schilddrüse.

  • Ringknorpel (Cartilago cricoidea): Ist Ringknorpelgelenkig mit dem Schild- und Stellknorpel verbunden.

  • Stellknorpel (Cartilagines arytenoideae): Paarige Knorpel, die sich an der dorsalen Seite befinden und dem Ringknorpel aufsitzen. Sie dienen Stellknorpelals Ansatz für die Stimmbänder.

  • Kehldeckel (Epiglottis):Kehldeckel Besteht aus Epiglottiselastischem Knorpel und ist frei beweglich. Beim Atmen öffnet er den Eingang über dem Kehlkopf in die Trachea, während des Schluckakts bedeckt er die Kehlkopföffnung, sodass Nahrungsbestandteile nicht in die unteren Atemwege gelangen können.

Die Kehlkopfmuskulatur besteht aus 6 Muskeln, die zwischen den Knorpeln gespannt sind. Sie sind zuständig für die Öffnung der Stimmritze und die Spannung der StimmbänderStimmbänder (Ligg. vocalia). Die Stimmbänder verlaufen von der Innenseite des Schildknorpels zu den beiden Stellknorpeln. Die Lücke zwischen den beiden Stimmbändern wird Stimmritze genannt, deren Weite muskulär verändert werden kann. Die Muskeln, die für die Bewegung der Stimmbänder benötigt werden, erhalten ihre motorischen Impulse vom N. laryngeus Nervuslaryngeus recurrensrecurrens, einem motorischen Ast des N. vagus. Während der Stimmbildung werden die Stimmlippen in unterschiedlichem Maße gespannt. Hohe Töne gehen mit einer stärkeren Spannung der Stimmbänder einher, tiefe Töne mit einer schwächeren Spannung. Beim Atmen ist die Stimmritze weiter geöffnet (Abb. 8.7).
Der Kehlkopf ist am HustenreflexHustenreflex beteiligt. Dringen Fremdkörper in die Atemwege (unterer Pharynx, Kehlkopf, Bronchien) ein, wird die Schleimhaut gereizt. Die Einatmung erfolgt schnell, im Anschluss schließen sich die Stimmbänder. Der Druck im Bronchialsystem steigt, was dazu führt, dass die Ausatemluft stoßartig nach außen entlassen wird. Dabei können Schleimanteile (Sputum) nach außen befördert oder verschluckt werden. Der Husten ist ein Fremdreflex und ein Schutzreflex. Er schützt vor Aspiration.

MERKE

Merke

Eine einseitige Lähmung der Stimmbänder imponiert als Heiserkeit, eine beidseitige Lähmung führt zu schwerster Atemnot.

Luftröhre

Die Luftröhre$Luftröhre (Trachea$Trachea) schließt sich an den Larynx an und endet an der Bifurkation, an der die Hauptbronchien abgehen. Sie besitzt Trachealspangen, die nach hinten hin offen sind. Zwischen den Spangen findet sich elastisches Bindegewebe. Die Schleimhaut trägt ein Flimmerepithel, das mit Kinozilien und Becherzellen durchsetzt ist. Sie bilden die Einheit der mukoziliären Clearance.

Die Luftröhre (Trachea)Luftröhre (Abb. 8.2) ist ein elastisches TracheaRohr und verbindet den Kehlkopf mit den Hauptbronchien. Sie ist ca. 10–12 cm lang, folgt dem Verlauf der Wirbelsäule und liegt vor dem Ösophagus (Abb. 8.5). Die Trachea teilt sich in Höhe des 4.–5. Brustwirbels in die beiden Hauptbronchien, die sich dann weiter in kleinere Äste verzweigen. Die Teilungsstelle wird TrachealbifurkationTrachealbifurkation (Bifurcatio tracheae)Bifurcatio tracheae genannt. Der rechte Hauptbronchus geht von der Trachea steiler ab als der linke.
Aufbau
Die Trachea kann als ein bindegewebiges Rohr angesehen werden, in das LuftröhreAufbau16–20 hufeisenförmige, knorpelige Spangen, eingebettet sind. Der Raum zwischen den Spangen enthält viele elastische Fasern, was die Trachea bis zum gewissen Grad dehnbar macht. An der Ösophagus zugewandten Seite sind die Knorpelspangen offen. Dieser Bereich wird von Bindegewebe gefüllt und erlaubt dem Ösophagus eine lokale Ausdehnung während des Schluckakts. In der Trachea findet sich glatte Muskulatur, die über den Konstriktionsgrad das Lumen reguliert.
Die Schleimhaut der Trachea (und auch der großen Bronchien) ist mit einem Flimmerepithel Flimmerepithelausgekleidet, das mit Kinozilien und KinozilienBecherzellen besetzt ist. BecherzellenDer Schlag der Zilien ist nach oral hin gerichtet. Die Becherzellen produzieren Schleim, der sich auf der Schleimhaut verteilt und Fremdpartikel bindet. Die funktionelle Einheit der Kinozilien und der Schleimproduktion wird mukoziliäre Clearancemukoziliäre Clearance genannt.

Bronchien und Bronchiolen

Die Trachea teilt sich an der Bifurkation in 2 $BronchienHauptbronchien, die am Hilus in die Lunge eintreten. Sie teilen sich in Lappen- und Segmentbronchien und weiter zu Bronchioli. Sie münden in den Alveolen$Alveolen.

BronchienDie beiden BronchiolenHauptbronchien (Bronchus principalis dexter und sinister) nehmen ihren Anfang an der Bifurcatio tracheae und Bifurcatio tracheaeverzweigen sich entsprechend dem Aufbau der Lungen in Lappen- (Bronchus lobaris superior, medius und inferior rechts und Bronchus lobaris superior und inferior links) und dann Segmentbronchien (Bronchi segmentales) (Abb. 8.8). Der linke Hauptbronchus ist weniger steil als der rechte, etwas länger und das Lumen ist kleiner.

ABBILDUNG 8.8

Mit zunehmender Verzweigung werden die Bronchien im Lumen kleiner. Kleine Bronchien besitzen nur noch stabilisierende Knorpelplättchen. Die kleinsten Bronchien (Bronchioli)Bronchioli verfügen über keine stützenden Knorpelspangen mehr, aber über eine gut ausgeprägte glatte Muskulatur, deren Tonus über das autonome Nervensystem gesteuert wird. Bronchioli teilen sich noch in Bronchioli terminales, die im weiteren Verlauf zu Bronchioli respiratorii werden. Sie enden in den AlveolenAlveolen (Abb. 8.9).
Die Innervation der Bronchusmuskulatur erfolgt über das autonome Nervensystem und besteht aus
  • parasympathischen Fasern aus dem N. vagus, die eine bronchokonstriktorische Wirkung haben, und

  • sympathischen Fasern, die eine bronchodilatierende Wirkung haben.

Lungenbläschen

Alveolen$Alveolen bestehen aus kleinen Bläschen, die sich an die Bronchioli respiratorii anschließen. Sie sind von einem dichten Kapillarnetz umgeben. Sie sind mit Pneumozyten (bilden Surfactant) und vereinzelt Makrophagen ausgekleidet. Hier findet der Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch durch Diffusion statt.

Die kleinsten Bronchioli respiratorii Alveolenmünden in den Lungenbläschen (Alveolen) (LungenbläschenAbb. 8.10). Sie sind von einem dichten Kapillarnetz umgeben. Hier findet der Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch durch Diffusion statt. Die Alveolensäckchen bestehen aus feinen Bläschen, die durch Septen voneinander getrennt sind. Ausgekleidet sind die Alveolen mit dem Alveolarepithel (Pneumozyten), das der Basalmembran aufsitzt. Pneumozyten bilden Surfactant (Protein-Lipid-Verbindung),Surfactant das die gesamte Alveole auskleidet. Surfactant setzt die Oberflächenspannung herab und wirkt damit dem Kollaps der Alveolen während der Ausatmung entgegen.
Neben den Pneumozyten finden sich in den Alveolen Makrophagen, die der Aufnahme und Eliminierung von Fremdstoffen, z. B. Rußpartikeln oder Bakterien, dienen. Diese Makrophagen gelangen nicht mehr in die Blutbahn zurück, sondern werden ausgehustet. Alveolarmakrophagen, die Staub phagozytiert haben, heißen Staubzellen,Staubzellen diejenigen, die in die Lunge eingedrungene Erythrozyten gefressen haben, nennt man Herzfehlerzellen.Herzfehlerzellen

ABBILDUNG 8.9

ABBILDUNG 8.10

Lungen

Die Lungen$Lunge liegen im Thorax, reichen von der Supraklavikulargrube bis hin zum Zwerchfell. Auf der rechten Seite werden 3 Lappen unterschieden (Ober-, Mittel- und Unterlappen), auf der linken Seite 2 Lappen (Ober- und Unterlappen), die weiter in Segmente unterteilt werden (rechts 10, links 9). Segmente bestehen aus Lungenläppchen.

An den Lungenhili$Lungenhili treten Gefäße ein und aus (Bronchien, Blut- und Lymphgefäße, Nerven). Wesentliche Aufgaben sind der Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch und die Regulation des Säure-Basen-Haushalts.

Die Lungen (Pulmones)Pulmo liegen im LungeThorax. Da sie weich und elastisch sind, nehmen sie den Raum im Thorax ein, der nicht von anderen Organen besetzt ist. Beide Lungen reichen von der Supraklavikulargrube bis hin zum Zwerchfell. In der Supraklavikulargrube findet sich die Lungenspitze (Apex), dem Zwerchfell sitzt die Lungenbasis auf. Die rechte Lunge steht durch die Nachbarschaft zur Leber etwas höher, die linke Lunge steht tiefer, hat aber ein ca. 10 % geringeres Volumen (durch die Lage des Herzens). Eine Lunge ist etwa 400 g schwer, hat im Mittel ein Volumen von 2 l und eine Oberfläche von 60–100 m2. In Atemmittellage erstreckt sich die Lungengrenze bis zum 10. BWK (Abb. 8.11).
Aufbau
Die LungenAufbauLungen teilen sich in Lungenlappen, die Trennung erfolgt durch die Spalten (Fissuren) (Abb. 8.12). Die rechte Lunge besitzt 3 Lappen, den Ober- Mittel- und Unterlappen, die linke Lunge zwei Lappen, den Ober- und Unterlappen.
Die Lungenlappen werden weiter in Segmente unterteilt. Die rechte Lunge verfügt über 10 Segmente, die linke Lunge über 9 Segmente (Segment 7 fehlt wegen der Lage des Herzens). Lungensegmente bilden bronchoalveoläre Einheiten; sie führen je einen Bronchialast und einen arteriellen Gefäßast.
Die Segmente unterteilen sich weiter in Lungenläppchen, die durch Bindegewebe voneinander getrennt sind und eine Atmungseinheit darstellen.
Lungenhilum
Im Zentrum der zum LungenhilumMediastinum zugewandten Seite liegen die beiden Lungenhili (Lungenwurzel).Lungenwurzel Sie stellen eine Eintritts- und Austrittspforte dar für:
  • Hauptbronchien: treten in die Lunge ein und dienen der Luftleitung

  • Aa. pulmonales: treten in die Lunge ein und führen sauerstoffarmes Blut

  • Rr. bronchiales aus der A. thoracica: treten in die Lunge ein und versorgen die Lunge mit Sauerstoff (Vasa privata)

  • Nerven: treten in die Lungen ein und versorgen die Bronchialmuskulatur

  • Lymphgefäße: treten aus den Lungen aus und befördern Lymphe

  • Vv. pulmonales: treten aus den Lungen aus und führen sauerstoffreiches Blut zum linken Vorhof

  • Venöse Rr. bronchiales: treten aus den Lungen aus und führen sauerstoffarmes Blut

Aufgaben
Die wesentlichen Aufgaben der Lunge sind:
  • LungenFunktionenSauerstoffaufnahme

  • Kohlendioxidabgabe

  • Regulation des Säure-Basen-Haushalts

Gefäßsysteme der Lungen

Die Lungen$LungeGefäßsysteme führen 2 Gefäßsysteme:

  • Vasa publica: entsprechen dem kleinen Kreislauf mit der Aufgabe der Sauerstoff-Kohlendioxid-Regulation

  • Vasa privata: dienen der Eigenernährung der Lungen; Aorta thoracica → Rr. bronchiales → Kapillargebiet → V. azygos/V. hemiazygos → V. cava superior

Die Lungen LungeGefäßsystemverfügen über 2 Gefäßsysteme:
  • Vasa publica: Entspricht dem kleinen Kreislauf und dient der Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers. Dabei ist die Lungendurchblutung inhomogen. Die basalen Lungenabschnitte werden wesentlich besser durchblutet als die apikalen Bereiche (in aufrechter Position). Lokal wird die Lungendurchblutung über die Sauerstoffkonzentration bzw. über den Sauerstoff-Partialdruck der Alveolen reguliert. Eine Reduktion der Sauerstoffkonzentration in der Alveole zieht in dem Gebiet eine Vasokonstriktion nach sich. Damit werden Bezirke, die insuffizient ventiliert (beatmet) sind, von der Perfusion (Durchblutung) ausgeschlossen. Das Blut wird auf die Bezirke „verteilt“ und umgeleitet, die eine bessere Ventilation haben (Euler-Liljestrand-Reflex).Euler-Liljestrand-Reflex

    Der Lungenkreislauf hat einen sehr geringen Widerstand, er beträgt etwa 1/10 des Widerstands des großen Kreislaufs. Der Blutdruck im kleinen Kreislauf ist dementsprechend geringer, der systolische Blutdruck im Pulmonalkreislauf liegt bei ca. 20–25 mmHg, der diastolische Blutdruck bei 8–12 mmHg. Die Pulmonalarterien sind im Vergleich zu den Arterien im großen Kreislauf dünner und dehnbarer. Sie sind in der Lage, sich bei Zunahme des Volumens zu weiten (im Gegensatz zu den Arterien des großen Kreislaufs), der Strömungswiderstand wird gesenkt. Eine Durchblutungssenkung führt hingegen zur Vasokonstriktion.

  • Vasa privata: Sie sind für die Eigenversorgung der Lunge verantwortlich. Die arteriellen Äste entspringen aus den Aa. bronchiales aus der Aorta thoracica, treten am Lungenhilus ein und versorgen die Lungen, v. a. das Lungeninterstitium, mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die venösen Gefäße münden in die V. azygos und V. hemiazygos, die ihrerseits in die V. cava superior münden.

ABBILDUNG 8.11

ABBILDUNG 8.12

Lymphgefäße und Lymphknoten

$Lunge Lymphgefäße Lymphfluss:

  • Rechte Lunge → Ductus lymphaticus dexter → rechter Venenwinkel

  • Linke Lunge → Ductus thoracicus → linker Venenwinkel

Die Lunge LungeLymphgefäßeverfügt über ein dicht ausgeprägtes Lymphgefäßsystem. Der Abfluss der Lymphflüssigkeit mündet seitengetrennt in den hilären Lymphknoten. Von diesen Lymphknoten fließt die Lymphe auf der linken Seite über den Ductus thoracicus in den linken Venenwinkel, von der rechten Seite in den rechten Venenwinkel.

Pleura

Die Pleura$Pleura umgibt die Lungen und besteht aus der Pleura viszeralis und parietalis. Zwischen den Blättern findet sich ein kleiner, flüssigkeitsgefüllter Spalt, der ein reibungsloses Gleiten gewährleistet.

Die Pleura (Brustfell)Brustfell umhüllt die Lungen Pleuraals Pleura visceralis (Pleura pulmonalis, Lungenfell), die am LungenfellLungenhilum in die Pleura parietalis (Rippenfell) übergeht. RippenfellZwischen beiden Pleurablättern befindet sich ein kleiner Spalt (Cavum pleurae), der mit ca. 5 ml seröser Flüssigkeit gefüllt ist und ein reibungsloses Gleiten während der In- und Exspiration erlaubt (Abb. 8.13).
Im Pleuraspalt herrscht ein negativer Druck, der durch die elastische Spannung der Lunge zustande kommt. An einigen Stellen bildet die Pleura Ausbuchtungen, die Rezessus genannt werden und Reserveräume für die Inspiration (und stärkere Ausdehnung der Lunge) darstellen. Es werden 4 RezessusRezessus unterschieden:
  • Recessus costodiaphragmaticus

  • Recessus costomediastinalis

  • Recessus phrenicomediastinalis

  • Recessus vertebromediastinalis

Die Pleura visceralis wird von Ästen des N. vagus versorgt, Nervusvagusverfügt aber über keine sensible Innervation. Die Pleura parietalis ist sehr gut sensibel über Äste der Nn. intercostales, des N. phrenicus und N. vagus versorgt.

ABBILDUNG 8.13

Physiologie

Atemregulation

Die $AtemregulationAtemtätigkeit wird gesteuert über:

  • Zentrale Faktoren: Atemzentrum in der Medulla oblongata

  • Chemische Faktoren: Sauerstoff, Kohlendioxid, Azidosegehalt

  • Andere Faktoren, z. B. hormonelle Einflüsse

Voraussetzung für Atemregulationden Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Blut und Alveolen ist der regelmäßige Wechsel zwischen In- und Exspiration (Ventilation). Maßgeblich für die Inspiration ist die Kontraktion des Zwerchfells, die zur Absenkung und Erweiterung des thorakalen Raums führt. Daneben werden durch die Interkostalmuskeln die Rippen gehoben. Die Atemfrequenz bei Erwachsenen beträgt zwischen 11–18/Min., bei Kindern, Säuglingen und Neugeborenen ist sie deutlich höher (Tab. 8.3). Die Regulation der Atmung erfolgt über folgende Mechanismen:
  • Zentrale Atemsteuerung: Erfolgt durch das Atemzentrum der Medulla oblongata. Die inspiratorischen Neurone generieren Impulse, die dann über das Rückenmark zum Zwerchfell (über den N. phrenicus) und zu den Mm. intercostales externi verlaufen. Die Folge ist die Kontraktion der Muskeln, die zu einer Senkung des Zwerchfells führt und zu einer Vergrößerung des thorakalen Raums.

  • Chemische Atemregulation: Wird über Chemorezeptoren vermittelt. Diese befinden sich in der Aorta (Glomus aorticum) und der A. carotis interna (Glomus caroticum). Der menschliche Organismus reagiert bei Abfall der Sauerstoffkonzentration, Zunahme der Kohlendioxidkonzentration und Abfall des pH-Werts mit einer beschleunigten Atmung.

  • Weitere Mechanismen: Angst, körperliche Arbeit, hormonelle Einflüsse usw.

Gasaustausch

Die $GasaustauschSauerstoffversorgung des Bluts ist abhängig von der Ventilation$Ventilation (Beatmung), Perfusion$Perfusion (Durchblutung) und der Diffusion. Sauerstoff ist im Blut zu 98 % an das Hämoglobin gebunden und wird im Körperkapillargebiet an die Zellen entlassen.

Für die Sauerstoffversorgung des Bluts sind 3 Faktoren von Bedeutung: Zum einen eine suffiziente VentilationVentilation, über die Sauerstoff überhaupt in die Alveole gelangen und Kohlendioxid aus dem System entfernt werden kann. Zum anderen ist eine gute PerfusionPerfusion (Durchblutung) der Lunge wichtig, die den Sauerstoff aufnehmen und über den Blutkreislauf verteilen kann. Zum dritten ist die Diffusion Diffusionein entscheidender Faktor bzw. Prozess, der den Gasaustausch Gasaustauschzwischen 2 Medien erlaubt. Diffusion ist ein rein passiver Prozess. Die treibende Kraft ist dabei der Konzentrationsunterschied zwischen Reaktionsräumen (in diesem Fall zwischen Alveolen und Blutkapillaren sowie bei Abgabe des Sauerstoffs zwischen Blutkapillaren und Körperzellen). Die Diffusion ist abhängig von Durchlässigkeit, Austauschfläche und der Dicke der Membran (Fick-Diffusionsgesetz). Obwohl der Erythrozyt nur eine sehr kurze Zeit zur Diffusion hat (ca. 0,3 Sek.), reicht sie vollkommen aus, um Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid auszuscheiden (Abb. 8.14).
Der Sauerstoff im Blut ist zu 98 % an das Hämoglobin der Erythrozyten gebunden, zu 2 % liegt er gelöst vor. Während der Passage durch das Körperkapillargebiet gibt das Blut Sauerstoff an die Zellen ab und nimmt Kohlendioxid auf (auch durch Diffusion) (Tab. 8.1). Dieses wird dann wieder in die Lungen transportiert und dort abgeatmet.
Während der Atmung werden nur ca. 4 % des in der in der Luft vorkommenden Sauerstoffs aufgenommen. Die Ausatemluft beinhaltet noch 17 % Sauerstoff, was für eine Atemspende noch ausreichend ist, um einen bewusstlosen, nicht atmenden Menschen mit Sauerstoff zu versorgen (Tab. 8.1).

TABELLE 8.1

ABBILDUNG 8.14

Atemmechanik und Atemmuskulatur

$AtemmechanikDie Atmung besteht aus der Inspiration (Einatmung; aktiv) und Exspiration (Ausatmung; passiv). Der Hauptatemmuskel ist das Zwerchfell$Zwerchfell. Unterstützt wird die Atmung von den Atemhilfsmuskeln.

AtemmechanikDie Atmung Atemmuskulaturbesteht aus:
  • Inspiration (Einatmung)

  • InspirationExspiration (Ausatmung)

Bei der ExspirationInspiration kontrahiert sich das Zwerchfell, die Zwerchfellkuppeln flachen ab und dadurch können sich die Lungen in den Bauchraum ausdehnen (Abb. 8.15). Die Kontraktion der M. intercostales externi führt zur Anhebung der Rippen, was die thorakale Ausdehnung fördert. Die Ausdehnung der Lungen erfolgt gegen den elastischen Widerstand des Lungengewebes. Bei der Exspiration zieht sich die Lunge bzw. Brusthöhle durch den elastischen Zug der Lunge und durch die Erschlaffung der inspiratorisch wirkenden Muskeln wieder zusammen.
Der Hauptatemmuskel ist das Diaphragma (DiaphragmaZwerchfell). Die ZwerchfellInnervation erfolgt über den N. phrenicus (C3–C5). Eine Läsion Nervusphrenicusdieses Nervs führt zu einem Zwerchfellhochstand und zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Atemfunktion. Unterstützt wird das Zwerchfell von den Atemhilfsmuskeln (Tab. 8.2).

TABELLE 8.2

ABBILDUNG 8.15

Lungenvolumina und Atemfrequenzen

  • $LungenvoluminaAtemzugvolumen:Atemzugvolumen Luftmenge, die pro Atemzug ein- und ausgeatmet wird

  • Inspiratorisches Reservevolumen: Luftmenge, die bei forcierter Atmung noch zusätzlich zum Atemzugvolumen eingeatmet werden kann

  • Exspiratorisches Reservevolumen$Reservevolumen: Luftmenge, die bei forcierter Atmung noch zusätzlich zum Atemzugvolumen ausgeatmet werden kann

  • Vitalkapazität:$Vitalkapazität Produkt aus Atemzugvolumen, inspiratorischem und exspiratorischem Reservevolumen

  • Residualvolumen:$Residualvolumen Menge der Luft, die auch nach maximaler Exspiration in der Lunge verbleibt

  • Totalkapazität:$Totalkapazität Residualvolumen + Vitalkapazität

  • Atemzeitvolumen:$Atemzeitvolumen Atemzugvolumen + Atemfrequenz

Das LungenvoluminaVolumen der ruhigen Einatmung beträgt ca. 0,5 l und wird Atemzugvolumen genannt (Abb. 8.16). AtemzugvolumenDarüber hinaus ist der Mensch in der Lage, bei Bedarf deutlich größere Volumina sowohl bei der Inspiration als auch bei der Exspiration zu bewegen. Diese Volumina werden inspiratorisches ReservevolumenReservevolumen (ca. 2,5 l) und exspiratorisches Reservevolumen (ca. 1,5 l) genannt. Diese 3 Volumina bilden zusammen die Vitalkapazität, die ein VitalkapazitätMaß für die Ausdehnungsfähigkeit der Lungen darstellt. Sie ist im Wesentlichen abhängig von Alter, Geschlecht, Trainingszustand und Körperbau.
Die verbleibende Luft in den Atemwegen (auch bei maximaler Exspiration) heißt Residualvolumen,$Residualvolumen das etwa 1–2 l umfasst. Das Residualvolumen zusammen mit der Vitalkapazität ergibt die Totalkapazität.$Totalkapazität
Die luftleitenden Organe bilden den anatomischen Totraum. Hier findet kein Gasaustausch statt. Mitunter hängt die Größe des Totraums von der Größe des Menschen und auch der Körperposition ab. Im Durchschnitt beträgt das Volumen ca. 150 ml.
Unter Ruhebedingungen nimmt ein erwachsener Mensch pro Minute ca. 7 l Luft auf und atmet diese wieder aus. Diese Größe wird AtemzeitvolumenAtemzeitvolumen genannt und ist das Produkt des Atemzugvolumens (0,5 l) und der Atemfrequenz (11–18/Min.). Dieser Wert kann sich bis auf über 100 l/Min. unter körperlicher Belastung erhöhen.
Die AtemfrequenzAtemfrequenz variiert in Abhängigkeit vom Alter. Bei Erwachsenen ist eine Atemfrequenz von 11–18/Min. physiologisch, während Neugeborene eine sehr hohe Atemfrequenz von 40–50/Min. aufweisen (Tab. 8.3).

ABBILDUNG 8.16

TABELLE 8.3

Untersuchung

Untersuchung Atemsystem Atemsystem Untersuchung

ACHTUNG

Achtung

Ausschluss eines Notfalls:

  • Dyspnoe

  • Hämoptoe, Hämoptysen

  • Thoraxschmerzen

Inspektion

Inspektion Atemsystem

  • Inspektion: u. a. Atemfrequenz, Dyspnoe, Zyanose, Husten, Sputum

  • Palpation: Atemexkursionen, Stimmfremitus

  • Perkussion: Klopfschall, Atemverschieblichkeit

  • Auskultation: Atemgeräusche

  • Funktionsprüfung: Röntgen-Thorax, Spirometrie

Bei der Inspektion werden folgenden Merkmale beurteilt:
  • Äußeres Erscheinungsbild: Körperhaltung, Nikotingeruch

  • Thoraxdeformitäten, Symmetrie des Thorax

  • Jugularvenenstauung

  • Atemfrequenz, Atemtiefe

  • Dyspnoe, Zyanose

  • Husten, Auswurf

  • Nagelveränderungen: Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel

  • Horner-Syndrom: möglicher Hinweis auf infiltrative Prozesse an der Lungenspitze

Palpation

Atemexkursionen
PalpationAtemsystemDie Hände mit Atemexkursionenallen Fingern auf die äußeren Seiten der Thoraxwand legen, Daumen paravertebral locker anlegen. Den Patienten auffordern, tief einzuatmen. Dabei das Auseinanderweichen der Daumen beobachten.
Eine Verminderung der Atemexkursionen kann bei einem Morbus Bechterew, Lungenemphysem, einer Lungenfibrose oder bei Schmerzzuständen auftreten.
Stimmfremitus
Beim Stimmfremitus Stimmfremituswerden tiefe Schallfrequenzen auf die Thoraxwand übertragen. Die Handflächen gleichseitig auf die Brustwand auflegen und den Patienten auffordern, mit tiefer Stimme „99“ zu sagen. Die tiefen Vibrationen sind insbesondere mit den Fingerkuppen gut fühlbar. Bewertet wird eine Seitendifferenz.
  • Verstärkter Stimmfremitus: Hinweis auf Infiltrate, z. B. bei typischer Pneumonie oder beim Lungenödem

  • Verminderter Stimmfremitus: bei Pleuraerguss, Pneumothorax

Perkussion

PerkussionAtemsystemBei der Perkussion wird die Körperoberfläche beklopft, wobei unterschiedliche Klopfschallarten in Abhängigkeit vom Organ und dessen Zusammensetzung unterschieden werden. Der Klopfschall ist v. a. vom Luftgehalt der Organe abhängig und gibt Hinweise auf die Ausdehnung und Beschaffenheit darunterliegender Strukturen und Gewebe. Bei korrekter Untersuchung dringt der erzeugte Klopfschall am Thorax nicht tiefer als 5–6 cm in das Gewebe ein.
Klopfschall Lunge Klopfschallarten:
  • Sonorer Klopfschall (klingend, laut, tief und ungedämpft): über einer gesunden Lunge

  • Gedämpfter Klopfschall (Schenkelschall, hyposonor): über nicht luftgefüllten Organen; Hinweis auf Infiltrationen über dem Lungenareal, z. B. bei Pneumonie, Lungenödem, Atelektase, Pleuraerguss, Lungenfibrose

  • Hypersonorer Klopfschall (tiefer, lauter als der sonore Klopfschall): bei vermehrtem Luftgehalt in der Lunge, z. B. bei Lungenemphysem, Pneumothorax

  • Tympanitischer Klopfschall (klingend, hohl): über luftgefüllten Organen (z. B. Hohlorganen wie Magen oder Darm)

Nach der Perkussion der Lungen erfolgt die Prüfung der Verschieblichkeit der Lungengrenzen. Diese erfolgt dorsal bei Inspiration und Exspiration. Die Differenz zwischen beiden Befunden sollte 4–6 cm betragen.

Auskultation

AuskultationAtemsystemAuskultiert wird über den gesamten Atemzyklus von ventral und dorsal.
Physiologische Atemgeräusche:
  • AtemgeräuscheVesikuläres Atmen: über dem Lungengewebe

  • Bronchialatmen: über Trachea und Bronchialatmengroßen Bronchien

Pathologische Atemgeräusche (Nebengeräusche):
  • Feuchte Rasselgeräusche: Hinweise auf Rasselgeräuschealveoläre bzw. bronchiolitische Prozesse, z. B. typische Pneumonie, Lungenödem

  • Trockene Rasselgeräusche (Giemen, Brummen, Pfeifen): Hinweise auf bronchiale Prozesse (Obstruktionen) wie Asthma bronchiale, COPD

  • Pleurareiben: raue Geräusche, während Pleurareibender In- und Exspiration hörbar, typisch für Pleuritis sicca

Funktionsprüfung

FunktionsprüfungAtemsystemDie Funktionsprüfung der Lungen erfolgt mittels apparativer Diagnostik. Dazu zählen z. B. folgende Verfahren:
  • SpirometrieSpirometrie (Lungenfunktionsprüfung): Wichtiges Verfahren zur Bestimmung der Lungen- und Atemvolumina und der Geschwindigkeit, mit der der Patient die Luft ausatmet.

  • Peak-Flow-Messung:Peak-Flow-Messung Dient der Erfassung der höchstmöglichen Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft, die vom Patienten ausgeatmet wird. Der Messwert kann dann an dem Gerät abgelesen und mit Sollwerten verglichen werden. Diese Messung kommt besonders bei obstruktiven Erkrankungen zum Einsatz. Dieser Test kann auch zu Hause durchgeführt werden. Der Vorteil ist, dass gut geschulte Patienten die Medikation an den aktuellen Wert anpassen können.

  • Röntgen Thorax (Abb. 8.17): Dient der Beurteilung des Herzens und der Herzgröße sowie zur Bestimmung der einzelnen Herzabschnitte. Ferner können die Lunge mit Gefäßzeichnung, Lungenentfaltung, -belüftung, Hiluskonturen und der Verlauf der Trachea beurteilt werden. Darüber hinaus gibt das Röntgenbild Auskunft über die Lage des Zwerchfells, des Mediastinums und der knöchernen Anteile, v. a. der Rippen.

  • Bronchoskopie:Bronchoskopie Kann zur Diagnostik und Therapie eingesetzt werden. Dabei wird ein Bronchoskop (mit einer Kamera) über die Trachea bis in die Bronchien eingeführt. Mithilfe des Verfahrens können Tumoren gesehen werden, Biopsien oder Fremdkörper entnommen werden. Ferner kann eine Bronchiallavage durchgeführt werden. Zu diesem Zweck werden kleine Mengen Kochsalzlösung in das Bronchialsystem eingebracht und im Anschluss abgesaugt. Das gewonnene Material kann z. B. für bakteriologische Untersuchungen verwendet werden.

ABBILDUNG 8.17

Lernzielkontrolle

  • Benennen Sie die luftleitenden und die luftaustauschenden Organe!

  • Beschreiben Sie den Aufbau und die Funktion der Nase und der Nasennebenhöhlen!

  • Beschreiben Sie den Aufbau des Rachens!

  • Beschreiben Sie den groben Aufbau und die Funktion des Kehlkopfs! Wie werden die Stimmbänder innerviert?

  • Beschreiben Sie den groben Aufbau der Trachea und großen Bronchien!

  • Wie ist die Bronchialmuskulatur innerviert?

  • Wie sind die Lungen aufgebaut, welche Funktion haben sie?

  • Was versteht man unter den Vasa privata und Vasa publica der Lunge?

  • Welche Funktion haben die Pleurablätter?

  • Wie wird die Atmung reguliert?

  • Was versteht man unter dem Gasaustausch?

  • Welche Muskeln werden zu den Atemhilfsmuskeln gezählt, welche Funktion haben diese?

  • Was versteht man unter Atemzugvolumen, inspiratorischem und exspiratorischem Reservevolumen, Vitalkapazität und Residualvolumen?

  • Demonstrieren Sie die Untersuchung der Lunge!

Erkrankungen der oberen Atemwege

Lernziele

  • Benennung der Symptome bei adenoiden Vegetationen.

  • Kenntnisse über Keimspektrum, Symptome und Komplikationen der Sinusitis.

  • Kenntnisse über Keimspektrum und Symptome der Pharyngitis.

  • Kenntnisse über die Symptome der Laryngitis.

  • Unterscheidung zwischen den Symptomen von Krupp, Pseudokrupp und Epiglottitis.

  • Kenntnisse über die Symptome des obstruktiven Schlafapnoesyndroms.

  • Kenntnisse über Keimspektrum, Symptome und Therapie der akuten Bronchitis.

  • Kenntnisse über Ursachen, Entwicklung und Symptome der chronischen und chronisch-obstruktiven Bronchitis.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome des Asthma bronchiale.

  • Kenntnisse über Ursachen, Symptome und Komplikationen der Bronchiektasen.

  • Kenntnisse über Ursachen, Entwicklung und Symptome des Emphysems.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome der Atelektasen.

  • Benennung der Arten der Pneumonie, des Keimspektrums und der Symptome.

  • Kenntnisse über Ursachen, Symptome und Komplikationen der Lungenfibrose.

  • Benennung der Symptome der akuten Sarkoidose.

  • Kenntnisse über die Symptome des Bronchialkarzinoms.

  • Kenntnisse über die Entstehung des Cor pulmonale.

  • Beschreibung von Ursachen und Symptomen des Lungenödems.

  • Kenntnisse über Ursachen, Symptome, Komplikationen und therapeutische Maßnahmen der Lungenembolie.

  • Kenntnisse über Arten, Symptome und Komplikationen des Pneumothorax.

  • Benennung der Ursachen und Symptome für die Pleuritis und den Pleuraerguss.

Adenoide Vegetationen

  • $adenoide VegetationenHyperplasie der Rachenmandel durch chronische Entzündung

  • Betroffen sind v. a. Klein- und Schulkinder

Definition
adenoide VegetationenAdenoide Vegetationen sind die Vergrößerung (Hyperplasie) der Rachenmandel durch eine chronische Entzündung.
Pathogenese
Der Hyperplasie der Rachenmandel liegt eine chronische Entzündung mit Sekretstau zugrunde, die sich wiederum begünstigend auf Entzündungsprozesse auswirkt und zu einem Circulus vitiosus führt. Durch die Obstruktion ist die Nasenatmung behindert, was u. a. zur Mundatmung und nächtlichem Schnarchen führt, gelegentlich auch begleitet von Apnoephasen. Die Folge ist ein unruhiger Schlaf, die Kinder sind nicht ausgeschlafen und nicht belastbar. Zusätzlich führt die Mundatmung zu rezidivierenden Infekten der oberen Atemwege, weil die über den Mund eingeatmete Luft nicht befeuchtet und erwärmt werden kann. Die Verlegung der Ostien der Tuba auditiva führt zur einer Tubenbelüftungsstörung, rezidivierenden Paukenergüssen und Otitiden. Betroffen sind v. a. Klein- und Schulkinder. In der Pubertät erfährt die Rachenmandel eine physiologische Involution und die Symptome gehen zurück.
Symptome

$adenoide Vegetationen Symptome Leitsymptome:

  • Mundatmung

  • Schnarchen

  • Schlafapnoe

  • Rachenmandelgesicht: stumpfer Gesichtsausdruck, offener Mund, verstrichene Nasolabialfalten

Begleitsymptome:

  • Verzögerte Sprachentwicklung

  • Probleme mit der Nahrungsaufnahme

  • Lymphknotenschwellung

  • Mundatmung durch behinderte Nasenatmung mit Schniefen und nächtlichem Schnarchen

  • Stumpfer Gesichtsausdruck, Mund häufig geöffnet, Nasolabialfalten verstrichen, die oberen Schneidezähne stehen hervor (RachenmandelgesichtRachenmandelgesicht = Facies adenoidea)Facies adenoidea

  • Stimme ist näselnd und undeutlich

  • Häufig verzögerte Sprachentwicklung

  • Begleitend vergrößerte nuchale Lymphknoten

  • Bei Kleinkindern gestörte Nahrungsaufnahme

Komplikationen

$adenoide Vegetationen Komplikationen Komplikationen:

  • Rezidivierende Infekte im HNO-Bereich

  • Fehlbildungen des Oberkiefers

  • Verlegung der Ohrtrompeten, was zu rezidivierenden Mittelohrentzündungen, Paukenergüssen und Schallleitungsschwerhörigkeit führt und die Sprachentwicklung der Kinder verzögern kann

  • Durch chronischen Sauerstoffmangel (Schnarchen im Schlaf und Apnoephasen) unruhiger, unterbrochener Schlaf, Tagesmüdigkeit, Apathie, schlechte Leistungen in der Schule („Pseudodemenz“)

  • Chronische Sinusitis, Laryngitis, Tracheitis, Bronchitis

  • Fehlbildungen des Oberkiefers durch chronische Malokklusion

Therapie
  • Operative Verkleinerung der Rachenmandel (Adenotomie)

  • Konservative Therapie mit u. a. Klimakur, Medikamenten

  • Behandlung der Infekte

Akute Sinusitis

$SinusitisNasennebenhöhlenentzündung durch v. a. virale, bakterielle und allergische Geschehen

Definition
Die Sinusitis ist eine Entzündung der SinusitisNasennebenhöhlen. Dies ist eine sehr häufige Erkrankung.
Pathogenese
Die Gründe für eine akute Sinusitis sind vielseitig. Neben Infektionen mit Viren (Adeno-, Rhinoviren), Bakterien (Pneumokokken, HiB, β-Streptokokken) oder Pilzen spielen auch immunologische Prozesse eine große Rolle, v. a. Allergien. Meist tritt die Erkrankung in Zuge der Rhinitis oder Pharyngitis auf.
Die geschwollene Nasenschleimhaut verschließt die Ausgänge der Sinus, sodass sich Sekret in den Nasennebenhöhlen ansammelt, was – bedingt durch das feucht-warme Milieu – das Keimwachstum extrem begünstigt. Auch erkrankte Zahnwurzeln können speziell Kieferhöhlenentzündungen hervorrufen.
Bei Erwachsenen entzündet sich am häufigsten die Kieferhöhle, gefolgt von Siebbeinzellen, Stirnhöhle und Keilbeinhöhle. Kinder entwickeln erst im Kleinkindalter eine Sinusitis, weil die Sinus erst dann ausgebildet sind. Am häufigsten sind die Siebbeinzellen und die Kieferhöhlen betroffen.
Sind mehrere Sinus betroffen, spricht man von einer Polysinusitis, sind alle Höhlen betroffen, von einer Pansinusitis.
Symptome

$Sinusitis Symptome Leitsymptome:

  • Gesichts- und Kopfschmerzen, besonders beim Bücken, Heben, Pressen

  • Druck- und Klopfempfindlichkeit der betroffenen Sinus

  • Eiterstraße entlang der hinteren Rachenwand

  • Schnupfen

Begleitsymptome:

  • Geruchsstörung

  • Mundatmung mit Schnarchen

  • Gesichts- und Kopfschmerzen, die typischerweise beim Bücken, Heben, Pressen stärker werden und einen pochenden oder pulsierenden Charakter bekommen

  • Betroffene Sinus sind druck- und klopfempfindlich

  • An der hinteren Rachenwand häufig eine Eiterstraße

  • Schnupfen, der häufig nur einseitig ist (in Abhängigkeit von der betroffenen Höhle), der eine unterschiedliche Farbe annehmen kann (von klar über grün-gelb bis hin zu blutig)

  • Sinusitis der Kieferhöhle: der Schmerz wird okzipital, temporal oder in der Schädelmitte empfunden oder als Zahnschmerzen

  • Behinderte Nasenatmung mit nächtlichem Schnarchen und Geruchsstörungen

  • Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber

Komplikationen
  • Entwicklung einer chronischen Sinusitis (besteht länger als 3 Monate oder tritt öfter als 4 ×/Jahr auf), die oft schmerzlos ist

  • Durchbruch in die benachbarten Weichteile

  • Orbitalphlegmone mit Ausbreitung des Entzündungsprozesses auf die Orbitaweichteile

  • Abszess, Meningitis, septische Thrombose

Therapie
  • Abschwellende Nasentropfen

  • Allgemeinmaßnahmen:

    • Wärmebehandlung z. B. mit Rotlicht, Kopfdampfbäder mit Kamille, Zugluft meiden

    • Bettruhe bzw. körperliche Ruhe, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, Raumluft anfeuchten

    • Allergene bzw. irritative Noxen meiden: bei Tierhaarallergie Haustierhaltung überdenken oder bei Hausstauballergie Wohnraumsanierung

    • Nasendusche und Inhalationen mit Salzlösungen

    • Trinkmenge auf mindestens 2 l/Tag steigern

  • Phytotherapeutische Anwendung von u. a. Eisenkraut, Enzian, Holunder, Schlüsselblume, Sauerampfer, Propolis, Spitzwegerich, Thymian

  • Gegebenenfalls antibiotische Therapie

Pharyngitis

$PharyngitisRachenentzündung, v. a. durch virale Infektionen

Definition
Die Pharyngitis ist eine Rachenentzündung bzw. ein Pharyngitisakuter Rachenkatarrh mit Schleimhautbeteiligung.
Ursachen
Häufig ist eine akute Pharyngitis durch Virusinfektion (Adeno-, Rhino-, Coxsackie-Viren) hervorgerufen, die eine sekundäre bakterielle Infektion (Streptokokken, Pneumokokken, HiB) nach sich ziehen kann. Sie kann aber auch durch physikalische oder chemische Schäden (Verbrühung, Verätzung, Rauch) verursacht werden und tritt meist als chronische Pharyngitis auf. Allen gemeinsam ist die Schädigung des Epithels mit nachfolgender Entzündungssymptomatik.
Symptome

$Pharyngitis Symptome Symptome:

  • Schluckschmerzen

  • Brennen, Kratzen

  • Räusperzwang

  • Rötung und Schwellung der Schleimhaut

  • Schluckschmerzen, die sich evtl. bis zum Ohr hinziehen

  • Trockenheitsgefühl, Brennen, Kratzen im Rachen

  • Räusperzwang

  • Die Schleimhaut ist trocken, gerötet und verdickt mit lackartiger Oberfläche

  • Farblose oder gelb-grüne Schleimabsonderung

  • Oft Schupfen durch Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis)

  • Lymphknotenschwellungen am Hals sind möglich, aber nicht obligat, ebenso die Beteiligung der Tonsillen

  • Reduziertes Allgemeinbefinden mit Müdigkeit, Schwäche und Krankheitsgefühl, subfebrilen oder febrilen Temperaturen

Therapie
  • Warme Halswickel

  • Rachenspülungen mit desinfizierenden und antientzündlichen Mitteln (Salbei, Spitzwegerich, Thymian)

  • Inhalation mit z. B. Kochsalz oder Kamille

  • Weiche oder flüssige Kost

  • Körperliche Schonung bzw. Bettruhe

  • Bei Fieber und bakteriellen Infektionen: antibiotische Therapie

Angina tonsillaris

$Angina tonsillarisEntzündung der Gaumenmandeln durch Infektion mit v. a. Streptokokken

Definition
Die Angina tonsillaris ist eine bakterielle, ansteckende Angina tonsillarisInfektion der Gaumenmandeln. Am häufigsten wird sie durch β-hämolysierende Streptokokken, seltener durch Pneumokokken, HiB oder Staphylokokken verursacht.
Symptome

$Angina tonsillaris Symptome Symptome:

  • Plötzlicher Beginn mit starken Halsschmerzen

  • Mundgeruch

  • Fieber

  • Lymphknotenschwellung

  • Kloßige Sprache

  • Plötzlicher Beginn mit starken Halsschmerzen, besonders beim Schlucken

  • Mundgeruch

  • Kloßige Sprache, Schmerzen beim Sprechen

  • Fieber, evtl. mit Schüttelfrost und regionale Lymphknotenschwellungen, Kopfschmerzen

  • Allgemeinbefinden zum Teil sehr deutlich reduziert

  • Je nach Keim besteht eine Rötung und Schwellung der Mandeln, was als Angina catarrhalis bezeichnet wird; es können weiße punktförmige (Angina follicularis) oder konfluierende Beläge (Angina lacunaris) hinzutreten, die durch Eiterbildung entstehen

Komplikationen
  • Peritonsillarabszess: Abszessbildung zwischen der Gaumenmandel und der Rachenmuskulatur, in der Regel einseitig. Wenige Tage nach einer akuten Tonsillitis treten erneut einseitige Schmerzen, Fieber und Uvulaödem auf. Die Mundöffnung ist behindert.

  • Chronische Tonsillitis mit Bildung von Narbengewebe und Persistenz der Erreger.

  • Meningitis durch hämatogene Streuung der Bakterien.

$Angina tonsillaris Komplikationen Komplikationen:

  • Peritonsillarabszess

  • Chronische Tonsillitis

  • Meningitis

Therapie
  • Warme Halswickel

  • Rachenspülungen mit desinfizierenden und antientzündlichen Mitteln (Salbei, Spitzwegerich, Thymian)

  • Inhalation mit z. B. Kochsalz oder Kamille

  • Weiche oder flüssige Kost

  • Körperliche Schonung bzw. Bettruhe

  • Medikamentöse Therapie mit Antibiotika, Analgetika und Antipyretika

  • Gegebenenfalls operative Therapie mit Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) bei chronischen Verläufen

MERKE

Merke

Zu den Sonderformen der Angina zählen:

  • Angina Plaut-Angina Plaut-VincentiVincenti: durch Fusobakterien hervorgerufen; einseitiger, schmerzloser, ulzerativer Befall

  • HerpanginaHerpangina: durch Coxsackie-Viren hervorgerufen; beidseitige, stark schmerzhafte Angina mit Aphthenbildung, die herpesähnliche Erscheinungen hervorruft

  • DiphtherieDiphtherie: durch Corynebacterium diphtheriae hervorgerufen (22.4.5)

  • Scharlach-Scharlach-AnginaAngina: durch β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A hervorgerufen (22.4.7)

Laryngitis

$LaryngitisEntzündung des Kehlkopfs, v. a. durch virale Infekte

Definition
Die Laryngitis ist eine virale oder bakterielleLaryngitis Entzündung des Kehlkopfes. Sie ist meist Teilsymptom einer Entzündung der Schleimhaut der Luftwege (Pharyngitis, Tracheitis, Bronchitis).
Symptome

$Laryngitis Symptome Symptome:

  • Heiserkeit bis hin zur Aphonie

  • Entzündungszeichen

  • Heiserkeit bis hin zur Aphonie (Stimmlosigkeit)

  • Schmerzen in Kehlkopfhöhe

  • In der Untersuchung der Stimmbänder (Laryngoskopie) sind die Stimmlippen geschwollen und gerötet

  • Reduziertes Allgemeinbefinden, Fieber, Husten, Schwellung der regionalen Lymphknoten

  • Begleitend können Symptome der Pharyngitis, Tracheitis (mit trockenem Husten und Wundheitsgefühl in der Trachea) und Bronchitis auftreten

ACHTUNG

Achtung

Die Schwellung der Stimmlippen kann die Luftleitung und Atmung behindern. Das Leitsymptom ist die Dyspnoe, die einen Notfall darstellt.

Therapie
  • Warme Halswickel

  • Rachenspülungen mit desinfizierenden und antientzündlichen Mitteln (Salbei, Spitzwegerich, Thymian)

  • Inhalation mit z. B. Kochsalz oder Kamille

  • Stimmschonung, am besten Sprechkarenz

  • Rauchverbot, Elimination aller Noxen (Farbstoffe, Kunststoff, Haarspray)

  • Gegebenenfalls antibiotische Therapie bei bakteriellen Infekten, Kortison und Analgetika

Mundboden- und Larynxkarzinom

  • $Larynxkarzinom$MundbodenkarzinomNeubildungen des Mundbodens und des Kehlkopfs

  • Wichtigste Risikofaktoren: Nikotin-, Alkoholabusus und HPV-Infektionen (Typ 16, 18)

Definition
MundbodenkarzinomDas Mundboden- und das Larynxkarzinom sind die häufigsten TumorenLarynxkarzinom im Bereich der oberen Atemwege. Mundbodenkarzinome entwickeln sich zwischen den Lippen und dem letzten Backenzahn, Larynxkarzinome umfassen Neubildungen der Stimmlippen, der supraglottischen und subglottischen Region.
Risikofaktoren
Mundbodenkarzinome gehen aus der Schleimhaut hervor und entwickeln sich meist aus einer Leukoplakie (Präkanzerose). Sie wachsen infiltrativ in die Muskulatur des Mundbodens hinein. Wichtige Risikofaktoren sind schlecht sitzende Prothesen, Nikotinabusus, Alkoholkonsum, v. a. „harte“ Getränke, Ruß, Teer, Nickel, Asbest, Hitze, HPV-Infektion, insbesondere mit Typ 16 und 18 (High-Risk-Papillomaviren). Die Fernmetastasierung erfolgt meist über den lymphogenen Weg, sehr selten über den hämatogenen Weg.
Larynxkarzinome können eine unterschiedliche Lokalisation zeigen, wobei das Stimmlippenkarzinom am ehesten Symptome zeigt und die beste Prognose hat. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Nikotin- und Alkoholabusus, gefolgt von der Chemikalienexposition wie Benzol, Chromverbindungen oder Asbest. Die Fernmetastasierung gleicht dem der Mundbodenkarzinome.
Symptome

Symptome:

  • Mundbodenkarzinom$MundbodenkarzinomSymptome: Ulkusbildung, Mundgeruch, Dysphagie

  • Larynxkarzinom$LarynxkarzinomSymptome: Heiserkeit, Fremdkörpergefühl, Räusperzwang, Schluckbeschwerden, Dyspnoe, Hämoptysen

  • Mundbodenkarzinom:

    • Schmerzlose oder schmerzhafte Ulzera mit schlechter Heilungstendenz und Ausbreitungstendenz

    • Mundgeruch

    • Schlucken und Sprechen sind erschwert

  • Larynxkarzinom:

    • Stimmlippenkarzinom (Abb. 8.18): Heiserkeit

    • Supraglottisches Karzinom: unspezifisches Fremdkörpergefühl, Räusperzwang und Schluckbeschwerden

    • Subglottisches Karzinom: Atemnot, Hämoptysen, Hämoptoe, Heiserkeit

  • Bei beiden Karzinomen: B-Symptome in fortgeschrittenen Stadien

ABBILDUNG 8.18

Therapie
  • Operative Therapie

  • Radiochemotherapie

Krupp-Syndrome

$Krupp-SyndromeDurch bakterielle, virale oder allergische Ursachen bedingte Entzündungen der oberen Luftwege, die mit Stenosierung einhergeht

Definition
Krupp-Syndrome umfassen Krupp-Syndromebakterielle, virale oder allergische Entzündungen der oberen Luftwege. Allen gemeinsam ist die Stenosierung der oberen Atemwege.
Einteilung
  • Epiglottitis: bakterielle EpiglottitisEntzündung und massive Schwellung der Epiglottis meist durch HiB (rückläufige Tendenz durch Impfmaßnahmen), Streptokokken und Staphylokokken

  • „Echter“ Krupp: Entzündung der echter KruppEpiglottis im Rahmen einer Diphtherie

  • Pseudokrupp (akute stenosierende Laryngotracheitis):stenosierende Laryngotracheitis unspezifische PseudokruppEntzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfs unterhalb der Stimmritze (Glottis), die durch einen charakteristischen bellenden Husten („Schafhusten“) und Heiserkeit gekennzeichnet ist; Ursachen sind v. a. virale und allergische Erkrankungen

Symptome und Differenzialdiagnostik

$Krupp-Syndrome Symptome Symptome Pseudokrupp:

  • Bellender Husten, v. a. nachts

  • Heiserkeit

  • Mäßiges Fieber

  • Hohe Rezidivrate

Symptome Epiglottitis:

  • Starkes Krankheitsgefühl mit Fieber

  • Schluckbeschwerden

  • In der Regel kein Husten

  • Speichelfluss

  • Halsschwellung

Beide Erkrankungen: inspiratorischer Stridor

TABELLE 8.4

Komplikationen
  • Bei Säuglingen Apnoegefahr

  • Verlegung der Atemwege insbesondere im Zuge der Epiglottitis

Therapie

$Lungenödem Therapie

Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.5.1)

ACHTUNG

Achtung

Bei Verdacht auf Epiglottitis keine diagnostische Racheninspektion oder -manipulation vornehmen, da wegen eines reflektorischen Laryngospasmus akute Erstickungsgefahr droht.

Erkrankungen der unteren Atemwege

Einteilung der Erkrankungen der unteren Atemwege

  • Ventilationsstörungen: $Ventilationsstörungen

    • Obstruktive betreffen den luftleitenden Apparat

    • Restriktive gehen mit reduzierter Lungenmobilität einher

  • Perfusionsstörungen:$Perfusionsstörungen betreffen die pulmonalen Blutgefäße

  • Diffusionsstörungen:$Diffusionsstörungen gehen mit verlängerter Diffusionsstrecke, verminderter Diffusionsfläche und verminderter Kontaktzeit einher

In Analogie zur Lungenfunktion, die sich aus Ventilation, Perfusion und Diffusion (8.2.2) zusammensetzt, können Lungenerkrankungen in Ventilationsstörungen, Perfusionsstörungen, Diffusionsstörungen eingeteilt werden.
  • VentilationsstörungenVentilationsstörungen sind mit der fehlerhaften Funktion verbunden, die Luft in den Atemwegen zu bewegen, und führen zu einer verstärkten Atemarbeit, die vom Patienten als DyspnoeDyspnoe empfunden wird. Ventilationsstörungen können wiederum in obstruktive (90 %) und restriktive Erkrankungen eingeteilt werden.

    Obstruktive Lungenerkrankungen betreffen den luftleitenden Apparat und gehen mit einer Obstruktion (Einengung) einher. Restriktive (restringere: lat. zurückbinden, fesseln) Erkrankungen gehen mit einer verminderten Lungenmobilität (Bewegungsfähigkeit) und verminderten Atemvolumina einher und können bei Lungenerkrankungen, z. B. einer Fibrose, oder Erkrankungen der Pleura, z. B. beim Pleuraerguss oder einer Pleuraschwarte, auftreten. Thorakale Restriktionen z. B. beim Morbus Bechterew, Innervationsaberrationen des Zwerchfells z. B. durch Läsion des N. phrenicus oder Adipositas kommen ebenfalls in Betracht.

    • Obstruktive Erkrankungen können in den oberen (extrathorakalen) Atemwegen (von Nase bzw. Mund bis zum Kehlkopf) auftreten und sind auf z. B. Epiglottitis, Pseudokrupp, Schlafapnoe oder Tumoren zurückzuführen. Das wichtige gemeinsame Symptom ist der inspiratorische Stridor,Stridor der sich als pfeifendes Geräusch während der Einatmung bemerkbar macht.

    • Obstruktive Erkrankungen in den unteren (intrathorakalen) Atemwegen (vom Larynx bis zu den Bronchioli terminales) sind auf z. B. COPD und Asthma bronchiale zurückzuführen. Das wichtigste gemeinsame Symptom ist der exspiratorische Stridor.

  • PerfusionsstörungenPerfusionsstörungen (Durchblutungsstörungen) können durch Erkrankungen der Aa. pulmonales oder der Lungenkapillaren oder der Vv. pulmonales auftreten. Die arterielle Zufuhr kann bei einer Lungenembolien oder pulmonalen Hypertonie eingeschränkt sein. Lungenkapillaren können bei zerstörenden Prozessen der Lunge geschädigt werden, v. a. im Zuge der Emphysembildung.

  • DiffusionsstörungenDiffusionsstörungen können durch eine verlängerte Diffusionsstrecke, verminderte Diffusionsfläche und verminderte Kontaktzeit entstehen. Eine lange Diffusionsstrecke kann durch Verdickung der Alveolarmembran durch z. B. eine Pneumonie oder ein Lungenödem verursacht werden. Die verminderte Diffusionsfläche geht meist mit Rarefizierung der Alveolen einher und kommt beim Lungenemphysem, bei Tumoren oder nach Lungenresektionen vor. Eine verminderte Kontaktzeit tritt beim erhöhten HMV auf, z. B. bei körperlicher Belastung oder Anämie.

  • Der Vollständigkeit halber sei noch die vierte Form der VerteilungsstörungenVerteilungsstörungen erwähnt. Verteilungsstörungen entstehen durch Veränderungen des Gleichgewichts v. a. von Ventilation und Perfusion. Sie sind für den Heilpraktiker von sekundärer Bedeutung und werden nicht weiter ausgeführt.

Allgemeines zur Erkrankungen der unteren Atemwege

Leitsymptome von Lungenerkrankungen: $Lungenerkrankungen

  • Dyspnoe, Tachypnoe

  • Zyanose

  • Husten mit oder ohne Auswurf

  • Vitalkapazität ↓

  • Erkrankungen der oberen Luftwege: Inspiratorischer Stridor

  • Erkrankungen der unteren Atemwege: Exspiratorischer Stridor, FEV1 ↓, erhöhtes Residualvolumen

LungenerkrankungenLungenerkrankungen gehen mit reduzierter Organfunktion einher und führen, insbesondere bei chronischen Prozessen, zur Störung in der Oxygenierung des Bluts. Aus der verminderten Oxygenierung (und Anhäufung von Kohlendioxid) resultiert die zentrale Zyanose, die sichtbar an Lippen, Zunge oder Akren ist. Des Weiteren wird (durch den Sauerstoffabfall und die Kohlendioxiderhöhung) der Atemantrieb verstärkt, es entwickelt sich eine Tachypnoe. Zeitgleich kommt es zu einer Dyspnoe, die bei chronischen Prozessen in der Regel zunächst als Belastungsdyspnoe, dann als Ruhedyspnoe auftritt. Daraus folgen eine verminderte Belastbarkeit des Organismus und Erschöpfung. Hinzu tritt ein Husten mit oder ohne Sputumentwicklung. Das Sputum kann – je nach Ursache – schleimig, eitrig, schaumig oder blutig sein. Alle Lungenerkrankungen sind durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Reduktion der Vitalkapazität gekennzeichnet.
Obstruktive Erkrankungen der oberen Atemwege gehen mit inspiratorischem Stridor einher, obstruktive Erkrankungen der unteren Atemwege (insbesondere die chronischen Formen) mit exspiratorischem Stridor, reduziertem FEV1 und einem erhöhten Residualvolumen. Die äußeren Zeichen, die auf eine Lungenerkrankung hinweisen, sind neben der Zyanose Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel, die sich fakultativ entwickeln können.
Bei allen Lungenerkrankungen muss an regelmäßige Impfungen nach den Empfehlungen der STIKO gedacht werden, insbesondere im Hinblick auf die Influenza- und Pneumokokkenimpfung.

Schlafbezogene Atmungsstörungen und obstruktives Schlafapnoesyndrom

Atmungsstörung schlafbezogene obstruktives Schlafapnoesyndrom OSAS

  • $obstruktives Schlafapnoesyndrom$AtmungsstörungenGruppe von Erkrankungen, die mit nächtlichen Atempausen oder Atemverschlechterung einhergehen

  • Unterscheidung in

    • Atmungsstörungen mit Obstruktion, v. a. OSAS

    • Atmungsstörungen ohne Obstruktion

Definition
Unter schlafbezogenen Atmungsstörungen wird eine ganze Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, die mit nächtlichen Atempausen (während des Schlafens) oder Verschlechterung der Atmung einhergehen. Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist die häufigste Atmungsstörung und für den Heilpraktiker relevant.
Einteilung
Sie können unterteilt werden in:
  • Schlafbezogene Atmungsstörung mit Obstruktion der oberen Atemwege. Dazu zählen v. a. das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) und obstruktives Schnarchen.

  • Schlafbezogene Atmungsstörung ohne Obstruktion der oberen Atemwege. Dazu zählen die Cheyne-Stokes-Atmung und das zentrale Schlafapnoesyndrom.

Pathogenese
Die wichtigste Ursache des OSAS ist die Erschlaffung der Rachenmuskulatur im Schlaf, die mit einer Apnoe (Atempause mit einer Dauer von > 10 Sekunden und einer Wiederholung von 5 ×/Stunde), einhergeht (Abb. 8.19). Die Apnoe geht mit einem Abfall von Sauerstoff und einem Anstieg von Kohlendioxid im Blut einher sowie einer Bradykardie. Die Folgen sind eine Aktivierung des Sympathikus, verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen und Beschleunigung der Atemarbeit, die dann zu einer Weckreaktion (Arousal) führt. Die Weckreaktion wird von Herzrhythmusstörungen und Hypertonie begleitet, die auf Dauer das Herz-Kreislauf-System belasten. Alle beschriebenen Reaktionen stören einen erholsamen Schlaf beträchtlich, sodass am Tag starke Müdigkeit und eine Einschlafneigung resultieren. Die Sauerstoff-Minderversorgung erhöht das Risiko der kardiovaskulären Komplikationen zusätzlich.
Zu den prädisponierenden Faktoren des OSAS zählen Adipositas, Rückenlage, Alkoholgenuss am Abend, Einnahme von sedierenden Medikamenten (Schlafmittel, Muskelrelaxanzien), Hypothyreose, Anomalien in den oberen Luftwegen (Nasenpolypen, Nasenscheidewandverkrümmung, vergrößerte Mandeln, große Zunge).
Symptome

$obstruktives Schlafapnoesyndrom Symptome Leitsymptome:

  • Schnarchen

  • Apnoephasen

  • Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung am Tag

Begleitsymptome:

  • Unruhiger Schlaf und Durchschlafstörung

  • Morgendliche Kopfschmerzen

  • Nächtliches Herzrasen und Schwitzen

  • Depressive Verstimmung

  • Reduktion der geistigen Leistungsfähigkeit

  • Libidoverlust

  • Leitsymptome: unregelmäßiges Schnarchen und nächtliche Apnoen mit starker Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung

  • Andere Symptome können sein:

    • Unruhiger Schlaf und Durchschlafstörung

    • Kopfschmerzen am Morgen

    • Nächtliches Herzrasen und Schwitzen

    • Depressive Verstimmung und Reduktion der geistigen Leistungsfähigkeit

    • Libidoverlust und Impotenz

ABBILDUNG 8.19

Komplikationen
  • Arterielle Hypertonie, betrifft ca. 50 % der Schlafapnoepatienten; die Schlafapnoe ist inzwischen die wichtigste Ursache der sekundären Hypertonie

$obstruktives Schlafapnoesyndrom Komplikationen Komplikationen:

  • Arterielle Hypertonie

  • KHK

  • Apoplex

  • Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale

  • Polyglobulie

  • Hohes Unfallrisiko

  • KHK mit den Folgekomplikationen Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen

  • Apoplex

  • Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale

  • Polyglobulie durch rezidivierende Hypoxiezustände

  • Deutlich erhöhtes Unfallrisiko

Diagnostik
  • Anamnestische und fremdanamnestische Befragung zur Schlafqualität: Schnarchen, Atemaussetzer, Tagesmüdigkeit, Leistungsprofil, Sekundenschlaf

  • Internistische Untersuchung mit v. a. Lungenfunktionsdiagnostik, EKG und Laboruntersuchung zum Ausschluss Leber-, Nierenleiden, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Glukosetest

  • Ausschluss von anatomischen Anomalien durch den HNO-Arzt

  • Polygrafie mit Aufzeichnung von Atmung, Sauerstoffversorgung, Herzfrequenz und Polysomnografie (Messung definierter Parameter während des Schlafs) im Schlaflabor

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Gewichtsreduktion, Rückenlage meiden, Alkoholkonsum reduzieren, sedierende Pharmaka nach Möglichkeit absetzen

$obstruktives Schlafapnoesyndrom Therapie Therapie:

  • Allgemeinmaßnahmen: Gewichtsreduktion, Rückenlage meiden, Alkoholkonsum reduzieren, sedierende Pharmaka nach Möglichkeit absetzen

  • Verbesserung der Schlafhygiene

  • Atemmasken, mit kontinuierlichen Überdruckatmung

  • Verbesserung der Schlafhygiene: Einhaltung des Wach-Schlaf-Rhythmus, Seitenlage, leichte Abendmahlzeiten, Beseitigung von schlafstörenden Einflüssen wie z. B. unbequeme Matratze, Lärm, Kälte, Wärme, Streitigkeiten vor der Nachtruhe

  • Atemmasken, meist CPAP (Continuous Positive Airway Pressure): kontinuierliche Überdruckatmung durch eine Nasen- oder Vollgesichtsmaske

  • Eventuell chirurgische Therapie mit dem Ziel der Beseitigung der Obstruktionen

Akute Bronchitis

  • $BronchitisakuteHäufige Erkrankung des Respirationstrakts bei Kindern und Erwachsenen

  • Meist viral bedingt, v. a. durch Adeno-, Coxsackie-, Influenzaviren

Definition
Eine akute Bronchitis ist eine häufige BronchitisakuteErkrankung des Respirationstrakts mit Beteiligung der Bronchialschleimhäute.
Ursachen
Die akute Bronchitis wird zu 90 % von Viren hervorgerufen, z. B. durch Adeno-, Coxsackie- oder Influenzaviren. Zu den bakteriellen Auslösern zählen u. a. Mykoplasmen, Chlamydien, HiB und Pneumokokken. Andere Ursachen sind chemische Noxen, u. a. Gase und Stäube, oder bei Kinderkrankheiten. Diese Noxen, v. a. aber Viren, schädigen die Bronchialschleimhaut, das Flimmerepithel arbeitet nur insuffizient oder wird zerstört. Das führt zum verlangsamten Abtransport von Fremdpartikeln. Die Schleimproduktion nimmt zu und wird im Krankheitsprozess als produktiver Husten aus den Bronchien entfernt. Die akute Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen. Kinder und Jugendliche sind etwas häufiger betroffen als Erwachsene, v. a. in den Wintermonaten.
Symptome

$BronchitisSymptomeSymptome der viralen Bronchitis:

  • Reizhusten und trockener Husten mit retrosternalen Schmerzen

  • Zäh-glasiger, spärlicher Auswurf

  • Kopfschmerzen

  • Mäßiges Fieber

  • Muskel- und Gelenkschmerzen

  • Reizhusten und trockener Husten mit retrosternalen Schmerzen

  • Zu Beginn der Erkrankung ist ein zäh-glasiger, spärlicher Auswurf typisch, später entwickelt sich ein produktiver Husten durch Organisation der Entzündung (Abräumreaktion durch Makrophagen)

  • Kopfschmerzen, mäßiges Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, die meist nicht zur Bettlägerigkeit zwingen

  • Andere Symptome gleichen denen der Erkältungskrankheit, z. B. Niesen, Halsschmerzen und Schnupfen

Komplikationen
Komplikationen sind bei älteren Menschen, insbesondere bei vorbestehenden kardiopulmonalen Erkrankungen häufiger als bei jungen, gesunden Patienten und können sich manifestieren als:
  • Verschlechterung der bestehenden respiratorischen und kardialen Vorerkrankungen

  • Bronchopneumonie mit Fieberanstieg und Sputumzunahme

  • Sekundäre bakterielle Infektion, die meist mit febrilen Temperaturen und hohen Mengen produktiven Sputums einhergehen

Diagnostik
Auskultation meist unauffällig, nur bei umfangreicher Sekretbildung evtl. trockene Rasselgeräusche.
Therapie
  • Körperliche Schonung

$Bronchitis Therapie Therapie:

  • Körperliche Schonung

  • Meidung von Nikotin und anderen inhalativen Noxen

  • Flüssigkeitszufuhr

  • Brustumschläge und -wickel, Expektoranzien, ggf. Antibiotika

  • Bei unproduktivem Husten Reizunterdrückung

  • Meidung von Nikotin und anderen inhalativen Noxen und Unterkühlung

  • Reichliche Flüssigkeitszufuhr (2–2,5 l/Tag), wichtigstes Mittel zur Schleimverflüssigung

  • Dampfbäder und Inhalationen mit z. B. Kochsalz

  • Brustumschläge und -wickel, z. B. als Quark- oder Kartoffelwickel

  • Phytotherapeutische Therapie mit Schleimstoffdrogen (u. a. Eibisch, Huflattichblätter, -blüten, Isländisch Moos, Spitzwegerichkraut), Expektoranzien (u. a. Eukalyptusblättern, Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten), Bronchospasmolytika (u. a. Lindenblüten, Primelwurzel, Süßholzwurzel)

  • Pharmakologische Therapie mit Bronchospasmolytika, Expektoranzien und ggf. Antibiotika

  • Bei unproduktivem, quälendem Husten Reizunterdrückung mit Codein

Chronische Bronchitis und COPD

  • $BronchitischronischeIn 2 aufeinander folgenden Jahren bestehen während mindestens 3 aufeinander folgenden Monaten pro Jahr Husten und Auswurf

  • Häufige Erkrankung in Industrieländern

  • Hauptursache ist Nikotinabusus

Definition
In 2 Bronchitischronischeaufeinander folgenden Jahren bestehen während mindestens 3 aufeinander folgenden Monaten pro Jahr Husten und Auswurf. Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankungchronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD = Chronic Obstructive Pulmonary Disease) stellt das Stadium II derCOPD chronischen Bronchitis dar, die durch eine nicht vollständig reversible obstruktive Komponente gekennzeichnet ist. Die COPD ist die dritthäufigste Todesursache nach KHK und Apoplex weltweit.
Pathogenese
Die chronische Bronchitis ist in 90 % der Fälle auf Nikotinabusus zurückzuführen. Seltene Ursachen sind berufliche Hitzeexposition, Staubbelastung und genetisch bedingter α1-Antitrypsinmangel. Die Erkrankung beginnt in den unteren Atemwegen als chronische Bronchiolitis. Als Folge der chronischen Noxenbelastung wird das Flimmerepithel zerstört und die Becherzellen vermehren sich, die einen hochviskösen Schleim absondern. Gleichzeitig wird die mukoziliäre Clearance extrem gestört. Im Verlauf der Erkrankung wandern Granulozyten in das bronchiale Gebiet ein und verursachen eine Entzündung und später einen narbigen Umbau. Die aus den Granulozyten freigesetzten Proteasen zerstören Lungengewebe und Bronchuswand. Diese wird dünner und erschlafft, was bei forcierter Exspiration zum Bronchiolenkollaps führt und später zum Emphysem.
Symptome

$Bronchitis Symptome Leitsymptome:

  • Stadium I (chronische, nichtobstruktive Bronchitis): Husten und v. a. morgendlicher Auswurf; reversibles Stadium

  • Stadium II (chronische obstruktive Bronchitis = COPD):$COPD neben Husten und Auswurf zusätzlich Belastungsdyspnoe und Leistungsabfall, FEV1 ↓; irreversibles Stadium

  • Stadium III: Emphysemstadium

Begleitsymptome:

  • Leistungsknick

  • Gewichtsabnahme

  • Stadium I: chronische, nichtobstruktive Bronchitis

    • Husten

    • Vor allem morgendlicher Auswurf

    • Reversibles Stadium

  • Stadium II: chronische obstruktive Bronchitis (COPD)

    • Husten und Auswurf

    • Zusätzlich Belastungsdyspnoe und Leistungsabfall

    • Irreversibles Stadium, das durch bronchiale Vernarbung und Obstruktion gekennzeichnet ist, die unterschiedliche Schweregrade aufweisen kann

    • Lungenfunktionsprüfung: FEV1 ↓ (forciertes exspiratorisches Volumen in der 1. Sekunde)

    • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Gewichtsabnahme

    • Verlust der Muskelmasse

    • Psychische Veränderungen, v. a. als depressive Symptome

    • Die COPD kann durch banale respiratorische Infekte exazerbieren (exacerbare: lat. hervorrufen, provozieren) und hinterlässt meist eine noch schlechtere Gesamtsituation im Sinne einer Krankheitsprogredienz

  • Stadium III: Emphysemstadium (8.5.8)

Komplikationen
  • Akute Exazerbation der COPD. Sie tritt häufig im Herbst und Winter auf und ist durch Infektzeichen und gravierende Verschlechterung der bestehenden Symptome bis hin zur respiratorischen Insuffizienz gekennzeichnet.

$Bronchitis Komplikationen Komplikationen:

  • Pneumonie

  • Lungenabszess

  • Bronchiektasen

  • Bronchialkarzinom

  • Akute Exazerbation

  • Respiratorische Insuffizienz

  • Lungenemphysem.

  • Cor pulmonale.

  • Neigung zur Bronchopneumonie und sonstigen Infekten der Atemwege.

  • Lungenabszess.

  • Bronchiektasen.

  • Respiratorische Insuffizienz:respiratorische Insuffizienz Geht mit Störungen des Gasaustauschs einher. Sie kann in respiratorische Partialinsuffizienz und Globalinsuffizienz eingeteilt werden. Bei der Partialinsuffizienz findet sich eine arterielle Hypoxämie bei normalen oder leicht erniedrigten CO2-Werten. Die Globalinsuffizienz ist durch eine Hypoxämie und den Anstieg von CO2-Werten (Hyperkapnie) im arteriellen Blut gekennzeichnet. Die Symptome sind Unruhe, Desorientierung, Dyspnoe, Uhrglasnägel, Trommelschlägelfinger, Zyanose und beschleunigte Herzfrequenz.

  • Bronchialkarzinom.

Differenzialdiagnosen
  • Asthma bronchiale: Husten verschlimmert die pulmonale Situation; bei der chronischen Bronchitis führt das Abhusten zu einer Verminderung der Symptome

  • Bronchialkarzinom: typisch sind u. a. blutiges Sputum, B-Symptome und lokale Symptome, die durch Infiltration entstehen; die Diagnosesicherung erfolgt durch u. a. Röntgen-Thorax und Bronchoskopie

  • Tuberkulose: die Symptome sind ähnlich wie beim Bronchialkarzinom; die Sicherung der Diagnose erfolgt u. a. durch ein Röntgen-Thorax und bakteriologischen Nachweis von Mykobakterien

  • Asthma cardiale durch Linksherzinsuffizienz: typisch sind nächtlicher Husten und Dyspnoe, die durch aufrechte Lagerung eine Besserung erfahren, und Symptome der Linksherzinsuffizienz

MERKE

Merke

Die chronische Bronchitis ist die häufigste Erkrankung in Industrieländern. Sie ist eine Ausschlussdiagnose.

Untersuchungsbefund
Trockene und/oder feuchte Rasselgeräusche je nach Sekretionsmenge.
Therapie
  • Dauerhafter und konsequenter Nikotinverzicht

$Bronchitis Therapie Therapie:

  • Dauerhafter Nikotinverzicht

  • Atemgymnastik und dosiertes körperliches Training

  • Sanierung bestehender und potenzieller Infektquellen

  • Bronchodilatierende Medikamente, Sekretolyse

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

  • Atemgymnastik und dosiertes körperliches Training

  • Sanierung bestehender und potenzieller Infektquellen

  • Phytotherapeutische Behandlung mit Primelwurzel, Efeublättern, Lungenkraut, Vogelknöterichkraut, Alantwurzel ist begleitend möglich

  • Bronchodilatierende Medikamente (β2-Sympathomimetika und Parasympatholytika)

  • Sekretolyse durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Inhalationen mit 0,9 % NaCl-Lösung oder Klopfmassage

  • Antibiotische Therapie bei akuter Exazerbation

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

Asthma bronchiale

Definition
Asthma bronchiale ist eine rezidivierendeAsthma bronchiale, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit bronchialer Hyperreaktivität, Obstruktion durch übermäßige Produktion an zähem Schleim und Bronchokonstriktion einhergeht.

  • $Asthma bronchialeRezidivierende, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit bronchialer Hyperreaktivität, übermäßiger Produktion an zähem Schleim und Bronchokonstriktion einhergeht

  • Auslöser sind u. a. Allergene, Infekte, Kälte, Stress, Medikamente (z. B. ASS, Betablocker)

  • Einteilung in:

    • Allergisches Asthma bronchiale (extrinsisches Asthma)

    • Nichtallergisches Asthma bronchiale (intrinsisches Asthma)

Ursachen
  • Allergisches Asthma bronchiale (extrinsisches Asthma): Ein Faktor ist die genetische Übertragung, die sog. atopische Diathese, die neben dem Asthma bronchiale mit allergischer Rhinitis und Neurodermitis einhergeht. Kennzeichnend ist die Typ-I-Allergie mit überschießender Bildung von IgE.

  • Nichtallergisches Asthma bronchiale (intrinsisches Asthma): Hauptursache sind rezidivierende Infekte und Unverträglichkeit von Salicylaten (z. B. Aspirin und andere NSAR) mit Ausbildung einer Pseudoallergie. Andere Ursachen sind eine Unverträglichkeit von Sulfiten in der Nahrung oder ein gastroösophagealer Reflux.

Pathogenese
Durch genetische Prädisposition und Allergene bzw. Infekte entwickelt sich eine entzündliche Reaktion in den Bronchien, an der u. a. Lymphozyten, Mastzellen und IgE beteiligt sind. Die entzündliche Antwort auf exogene Noxen kann entweder überschießend verlaufen oder eine Hyperreaktivität hinterlassen. Aus der Entzündung resultieren ein Schleimhautödem und eine vermehrte Sekretion von zähem Schleim (Dyskrinie), nicht selten begleitet von einem Bronchospasmus (Abb. 8.20). Zu den Auslösern eines Asthmaanfalls zählen:
  • Allergene jeglicher Art

  • Virale Infekte im Respirationstrakt

  • Kälte, z. B. Joggen im Winter

  • Körperlicher und seelischer Stress

  • Medikamente, z. B. ASS, Betablocker

ABBILDUNG 8.20

Symptome

$Asthma bronchiale Symptome Leitsymptome:

  • Periodisch auftretende Dyspnoe

  • Exspiratorischer Stridor und verlängerte Exspirationszeit

  • Quälender Husten mit glasig-zähem, schwer abhustbarem Sputum

  • Stimmfremitus ↓, hypersonorer Klopfschall, Giemen, Brummen, Pfeifen, Atemgeräusche ↓ bis hin zur „Silent Chest“

  • Evtl. Halsvenenstauung

Begleitsymptome:

  • Tachypnoe

  • Tachykardie

  • Zyanose

  • Angst, Unruhe

  • Periodisch auftretende Dyspnoe und Tachypnoe

  • Exspiratorischer Stridor und verlängerte Exspirationszeit

  • Quälender Husten mit glasig-zähem, schwer abhustbarem Sputum, wobei jeder Hustenstoß die Dyspnoe in der Regel verschlechtert

  • Tachykardie

  • Angst, Unruhe

  • Zyanose

  • Bei infektassoziiertem Asthma ist das Sputum eher grün-gelb

  • Gegebenenfalls subfebrile oder febrile Temperaturen

Komplikationen
  • Status asthmaticus: lebensbedrohlicher Asthmaanfall, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und nicht auf β2-Sympathomimetika anspricht

  • Respiratorische Insuffizienz (8.5.5)

  • Lungenemphysem und Cor pulmonale bei chronischen Verläufen

Diagnostik
  • Inspektion: Dyspnoe, Tachypnoe, Orthopnoe, Zyanose, Husten, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur

  • Palpation: verminderte Atemexkursion, verminderter Stimmfremitus

  • Perkussion: hypersonorer Klopfschall, tief stehende und kaum verschiebliche Lungengrenzen

  • Auskultation: Giemen, Brummen, Pfeifen, verminderte Atemgeräusche bis hin zur „Silent Chest“ möglichSilent Chest

  • Funktionsprüfung (Spirometrie): durch den erhöhten Atemwiderstand ist die Einsekundenkapazität (FEV1) deutlich erniedrigt

  • Allergisches Asthma: Gesamt-IgE ↑ und positiver Prick-Test (Intrakutantest: Nachweistest einer Sofortallergie) gegen die jeweiligen Antigene

  • Nichtallergisches Asthma: Leukozyten, BSG und CRP ↑

MERKE

Merke

Im freien Intervall (Zeit ohne Asthmaanfälle) können alle Untersuchungsergebnisse normal sein.

Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.5.2)

$Asthma bronchiale Therapie Therapie:

  • Ausschalten der Noxen

  • Medikamentöse Therapie mit u. a. Glukokortikoiden, Sympathomimetika, Parasympathikolytika, Antihistaminika

  • Ausschalten der Noxen, z. B. Allergene, Pharmaka, gastroösophagealer Reflux

  • Inhalative Glukokortikoide, Sympathomimetika, Parasympathikolytika, wobei Glukokortikoide die beste antientzündliche, antiallergische und immunsuppressive Wirkung haben; nach Anwendung von inhalativen Glukokortikoiden an eine anschließende Mundspülung denken, um oralen Candidosen vorzubeugen

  • Sekretolyse

  • Cromoglicinsäure, Ketotifen, Antihistaminika, Leukotrienrezeptor-Antagonisten

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

  • Allgemeinmaßnahmen bei allergischem Asthma hervorgerufen durch Milben und Pollen: täglich Staubsaugen, bei starkem Pollenflug abends Haare waschen, Matratzensanierung und Verwendung von milbendichten Covern, regelmäßiger Bettwäschewechsel, auf Teppiche, Polstermöbel, Haustiere und Zimmerpflanzen besonders im Schlafzimmer verzichten; als günstig erweist sich Aufenthalt im Gebirge und am Meer

ACHTUNG

Achtung

Hinweise auf lebensbedrohliche Asthmaanfälle sind u. a.

  • Atemfrequenz > 35/Min.

  • Tachykardie > 140/Min.

  • Silent Chest

  • Herzrhythmusstörungen

  • Flache Atmung und Erschöpfungssymptome wie u. a. fehlende oder inadäquate Reaktionen, Bewusstseinsveränderungen

Bronchiektasen

$BronchiektasenAngeborene oder erworbene Bronchusaussackung

Definition
Bronchiektasen sind streckenweise Bronchiektasenauftretende irreversible Bronchusaussackungen.
Pathogenese
Durch rezidivierende Infekte, COPD oder selten angeborene Bronchusanomalien dünnt die Bronchialschleimhaut aus, das Flimmerepithel und die Becherzellen gehen zugrunde. Es entstehen Aussackungen, deren Inhalt meist nicht regelmäßig entleert wird bzw. werden kann, sodass das Risiko der rezidivierenden Entzündungen steigt. Das Sputum ist dreischichtig und besteht aus Eiter, Schleim und Schaum. Bronchiektasen können eine sackartige, zylindrische, spindelförmige oder ampulläre Form haben (Abb. 8.21).

ABBILDUNG 8.21

Symptome

$Bronchiektasen Symptome Leitsymptome:

  • Dreischichtiges Sputum

  • Hohe Sputummenge

Begleitsymptome:

  • Hämoptoe, Hämoptysen

  • Zyanose

  • Große morgendliche Sputummengen, die auch als maulvolle Expektoration bezeichnet werden

  • Das Sputum ist in der Regel dreischichtig und besteht aus Eiter, Schaum und Schleim

  • Hämoptoe (Bluthusten) oder HämoptoeHämoptysen (Blutbeimengungen) im HämoptysenSputum können beim Husten durch Gefäßruptur auftreten

  • Bei starker Ausprägung Zeichen der pulmonalen Insuffizienz wie Uhrglasnägel, Trommelschlägelfinger, Zyanose

Komplikationen
  • Rezidivierende Bronchitiden und Pneumonien: entstehen durch Persistenz von Schleim, der den besten Nährboden für die bakterielle Vermehrung darstellt. Bei einer Exazerbation nimmt die Sputummenge noch einmal zu und das Sputum ist hauptsächlich eitrig. Die systemischen Entzündungszeichen (BSG, CRP, Leukozyten, Körpertemperatur) sind erhöht, die Lungenfunktion ist deutlich verschlechtert.

$Bronchiektasen Komplikationen Komplikationen:

  • Rezidivierende Infekte der Lunge

  • Emphysem

  • Cor pulmonale

  • Lungenblutungen

  • Lungenabszesse: Entstehen durch Einschmelzung bakterieller Herde.

  • Lungenemphysem und Cor pulmonale durch rezidivierende Entzündungen, Vernarbungen der Bronchien und Destruktion des Lungengewebes. Das Cor pulmonale entwickelt sich als Reaktion auf das Lungenemphysem (8.6.1).

  • Lungenblutung durch Arrosion größerer Gefäßstämme.

Therapie
  • Atemgymnastik

  • Dosiertes körperliches Training

  • Auf Nikotinkonsum verzichten

  • Behandlung der Grundkrankheit, sofern möglich

  • Sekretmobilisierung („Bronchialtoilette“) durch ausreichende Trinkmenge, Inhalationen und Verwendung von Abklopf- und Vibrationshilfsmitteln; sie werden am Thorax und Rücken angebracht und erzeugen Klopf- und Vibrationsimpulse, die zur Schleimlockerung beitragen

  • Chirurgische Therapie mit Entfernung der Bronchiektasen bei einseitiger Lokalisation

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

Lungenemphysem

  • $LungenemphysemIrreversible Erweiterung der Lufträume distal der Bronchioli terminales durch Zerstörung der Alveolen und der Alveolarsepten

  • Häufigste Ursachen: COPD, rezidivierende bronchopulmonale Infekte, Asthma bronchiale, angeborener α1-Antitrypsinmangel.

Definition
Ein Lungenemphysem ist eine irreversible LungenemphysemErweiterung der Lufträume distal der Bronchioli terminales durch Zerstörung der Alveolen und der Alveolarsepten.
Pathogenese
Die häufigsten Ursachen des Emphysems sind COPD, Asthma bronchiale und rezidivierende bronchopulmonale Infekte. Eine seltene, aber wichtige Ursache ist der angeborene α1-Antitrypsinmangel, der je nach Vererbungsmodus (homozygot oder heterozygot) im frühen Erwachsenenalter (besonders unter gleichzeitigem Nikotinabusus) mit einem Emphysem in Erscheinung treten kann. Bei der Emphysementwicklung entstehen aus Alveolarbläschen Blasen, die zur Reduktion der Atemaustauschfläche führen (Abb. 8.22).
Im Vordergrund steht die funktionelle Dominanz der Proteasen, die aus Granulozyten freigesetzt werden und Alveolarwände zerstören. Unter physiologischen Umständen werden Überschüsse an Proteasen durch Antiproteasen, z. B. α1-Antitrypsin, neutralisiert. Verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten der Proteasen, z. B. bei Nikotinkonsum, chronischen Entzündungen oder einem α1-Antitrypsin-Mangel, schreitet die Destruktion der Alveolarwände voran und beschleunigt die Emphysementstehung.
Durch die reduzierte Atemaustauschfläche und später durch reduzierte alveoläre Hypoventilation geht die Fähigkeit, dem Körper Sauerstoff zuzuführen und Kohlendioxid zu entlassen, sukzessive verloren. Die Symptome des Emphysems resultieren zum einen aus dem Sauerstoffmangel (Hypoxie, Hypoxämie) und Kohlendioxidüberschuss (Hyperkapnie), zum anderen aus der veränderten Blutzirkulation im kleinen Kreislauf und der Entstehung eines Cor pulmonale (8.6.1). Durch die Überblähung der Lunge steigen sowohl das thorakale Gasvolumen als auch die Totalkapazität und das Residualvolumen, wobei gleichzeitig die Vitalkapazität sinkt (Abb. 8.23).

ABBILDUNG 8.22

ABBILDUNG 8.23

Symptome

$Lungenemphysem Symptome Leitsymptome:

  • Dyspnoe

  • Husten und Auswurf

  • Einteilung in Pink Puffer und Blue Bloater (ältere Klassifikation)

Begleitsymptome:

  • Leistungsminderung

  • Gewichtsabnahme

  • Leitsymptome: Ruhedyspnoe, Husten, Auswurf

  • Leistungsabfall, Gewichtsabnahme, Erschöpfung und Einschränkung der Aktivitäten des täglichen Lebens

  • In der älteren Klassifikation kann das Emphysem eingeteilt werden in:

    • Pink Puffer:Pink Puffer kennzeichnend sind hagerer Habitus, kaum Zyanose, ausgeprägte Dyspnoe und trockener Husten

    • Blue Bloater: Blue Bloaterkennzeichnend sind adipöser Habitus, kaum Dyspnoe, ausgeprägte Zyanose und reichlich Husten mit Sputum

Komplikationen
  • Respiratorische Insuffizienz, als Partial- oder Globalinsuffizienz (8.5.5)

$Lungenemphysem Komplikationen Komplikationen:

  • Respiratorische Insuffizienz

  • Pulmonale Hypertonie

  • Cor pulmonale

  • Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale

  • Ruptur der Emphysemblasen mit Pneumothorax

Diagnostik
  • Inspektion: fassförmiger Thorax, horizontal verlaufende Rippen, geblähte Schlüsselbeingruben, verminderte Differenz zwischen in- und exspiratorischem Brustumfang, Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel, Zyanose

$Lungenemphysem Diagnostik Diagnostik:

  • Fassförmiger Thorax

  • Horizontal verlaufende Rippen

  • Geblähte Schlüsselbeingruben

  • Verminderte Differenz zwischen in- und exspiratorischem Brustumfang

  • Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel

  • Atemexkursionen ↓

  • Stimmfremitus ↓

  • Hypersonorer Klopfschall

  • Tief stehende, wenig verschiebliche Atemgrenzen

  • Leise Atemgeräusche, evtl. trockene Rasselgeräusche

  • Palpation: verminderte Atemexkursionen, reduzierter Stimmfremitus

  • Perkussion: hypersonorer Klopfschall, tief stehende wenig verschiebliche Atemgrenzen, verkleinerte Herzdämpfung

  • Auskultation: leise Atemgeräusche, leise Herztöne, evtl. trockene Rasselgeräusche

  • Funktionsprüfung: Zunahme des Residualvolumens, der Totalkapazität (Überblähung) und Abnahme der Vitalkapazität, FEV1

Therapie
  • Behandlung der Ursache bei COPD (8.5.5), α1-Antitrypsin-Mangel (Substitutionsbehandlung).

$Lungenemphysem Therapie Therapie:

  • Behandlung der Ursache

  • Atemgymnastik

  • Sauerstoffgabe

  • Ggf. Lungentransplantation

  • Nikotinverzicht.

  • Atemgymnastik.

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung.

  • Bei Bedarf kontrollierte Sauerstoffgabe (Kontrolle durch Blutgasanalysen). Der Sauerstoffrezeptor in der Medulla oblongata registriert bei Emphysemkranken einen Mangel an Sauerstoff, was den Atomantrieb aufrecht erhält oder beschleunigt. Bei Sättigung des Rezeptors durch unkontrollierte Sauerstoffgaben wird der Atemantrieb deutlich gesenkt oder sistiert völlig.

  • Gegebenenfalls Lungentransplantation.

Atelektasen

  • $AtelektasenLuftleere Lungenbezirke ohne Nachweis einer Entzündung

  • Je nach Ursache können Obstruktions-, Kompressions- und Entspannungsatelektasen unterschieden werden

  • Je nach Umfang asymptomatische Verläufe bis hin zu Dyspnoe und Zyanose

Definition
Atelektasen sind luftleere AtelektasenLungenbezirke ohne entzündliche Veränderungen.
Ursachen
Bei der Atelektase werden Lungenareale komprimiert, sodass ein Gasaustausch nicht möglich ist.
  • Bronchiale Obstruktion (Obstruktionsatelektase) durch u. a. Tumoren, Fremdkörper

  • Kompression von außen (Kompressionsatelektase), z. B. durch Pleuraerguss, Zwerchfellhochstand bei Adipositas oder Läsion des N. phrenicus

  • Kollaps der Lunge (Entspannungsatelektase), z. B. beim Pneumothorax

Symptome
  • Je nach Ausdehnung völlige Symptomfreiheit oder Symptome einer respiratorischen Insuffizienz

  • Bei chronischen Atelektasen großes Risiko einer sekundären bakteriellen Infektion und Fibrosierung

Diagnostik
  • Inspektion: von unauffällig bis Zyanose, evtl. nachschleppende Atmung

  • Palpation: evtl. abgeschwächter Stimmfremitus

  • Perkussion: Dämpfung (hyposonorer Klopfschall) über dem betroffenen Bereich

  • Auskultation: reduziertes oder aufgehobenes Atemgeräusch

Therapie
  • Behandlung der Ursache

  • Atemgymnastik und bei Bedarf Sauerstoffgabe

Pneumonie

  • $PneumonieAkute oder chronische Entzündung der Lunge

  • Spielt sich entweder in den Alveolen und/oder im Interstitium ab

  • Einteilung in:

    • Typische Pneumonie: verursacht durch Pneumo-, Strepto-, Staphylokokken; verläuft als Lobärpneumonie$Lobärpneumonie (Lappenpneumonie) oder Herdpneumonie$Herdpneumonie (Bronchopneumonie)

    • Atypische Pneumonie:$Pneumonieatypische durch Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen, Viren, Pilze, Protozoen hervorgerufen; verläuft meist als interstitielle Pneumonie

Definition
Eine Pneumonie ist eine akute oder chronische PneumonieEntzündung der Lunge, die sich entweder in den Alveolen und/oder im Interstitium abspielt.
Einteilung
Pneumonien werden nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt, z. B. nach Verlauf (akute und chronische Pneumonien), Ursache (Bakterien, Viren, chemische Noxen), Ausdehnung oder Lokalisation (alveoläre oder interstitielle Pneumonien). Die wichtigste medizinische Einteilung orientiert sich am Entstehungsort. Dabei wird zwischen ambulant erworbenen und nosokomialen Pneumonien unterschieden.
Ambulante Formen werden zu Hause erworben, die Haupterreger sind Pneumokokken. Nosokomiale Formen sind im Krankenhaus oder im Zusammenhang mit einer ärztlichen Maßnahme erworben und treten nach 2–3 Tagen Aufenthalt auf. Dabei spielen gramnegative Keime und multiresistente Erreger eine große Rolle, u. a. MRSA (Methicilin-resistenter Staphylococcus aureus), VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken), ESBL (Extended Spectrum Betalactamase). Das Risiko der nosokomialen Infektion hängt zum einen von der Keimart ab, aber auch von der persönlichen Disposition, Grundkrankheiten und Art der Behandlung, z. B. vom reduzierten Immunstatus oder Aufenthalt auf Intensivstationen mit Beatmungspflichtigkeit.
Für den Heilpraktiker ist neben den beschriebenen Einteilungen die Unterscheidung zwischen typischen und atypischen Pneumonien wichtig:
  • Typische Pneumonie:Pneumonietypische Durch Pneumokokken, Streptokokken, Staphylokokken hervorgerufen. Pneumokokken befinden sich in der Mundhöhle bei 50 % der Erwachsenen, wobei sie nur dann zur Erkrankung führen, wenn das Immunsystem supprimiert ist. Verlaufen als Lobärpneumonie (LobärpneumonieLappenpneumonie) oder als HerdpneumonieHerdpneumonie (Bronchopneumonie).

  • Atypische Pneumonie:Pneumonieatypische Durch Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen, Viren, Pilze, Protozoen hervorgerufen. Sie verlaufen als interstitielle Pneumonie.Pneumonieinterstitielle

Pathophysiologie
In den oberen Atemwegen findet sich eine dichte v. a. bakterielle und mykotische Flora. Die unteren Atemwege sind unter physiologischen Umständen steril. Eine Invasion von Erregern wird vom immunkompetenten Organismus zum einen durch die mukoziliäre Clearance und zum anderen durch immunologische Vorgänge beseitigt. Durch Vorerkrankungen der Lunge, welche die mukoziliäre Clearance einschränken, und systemische Erkrankungen, welche die Immunlage reduzieren, können sich Keime in den Alveolen und/oder dem Interstitium ausbreiten. Begünstigt wird dieser Zustand z. B. durch Bettlägerigkeit oder eine Aspiration (Abb. 8.24).
Typische Pneumonien spielen sich in den Alveolen ab. Die Vermehrung der Keime führt zur Vasodilatation und Migration von Abwehrzellen in das betroffene Gebiet. Histologisch lassen 4 Phasen unterscheiden:
  • Anschoppungsphase (Stunden nach Infektion): Ist die erste Reaktion auf bakterielle Keime und gekennzeichnet durch seröse Entzündung, alveoläres Ödem und kapilläre Hyperämie.

  • Rote Hepatisation (2.–3. Tag): Hämorrhagische Entzündung und alveoläre Ansammlung von Fibrin und Erythrozyten. Die Bezeichnung der Hepatisation ist auf eine lederartige Veränderung der Lungenoberfläche zurückzuführen.

  • Grau-gelbe Hepatisation (4.–8. Tag): Ist durch eitrige Entzündung gekennzeichnet sowie alveoläre Ansammlung von Immunzellen und Fibrin.

  • Lyse (nach dem 8. Tag): Ist durch Resorptionsprozesse gekennzeichnet, wobei die vollständige Resorption erst nach 4 Wochen vollständig ist. Tritt keine Lyse ein, kann die Entzündung chronisch werden.

Atypische Pneumonien spielen sich vornehmlich im Interstitium ab, wobei auch hier eine vaskuläre und zelluläre Reaktion auftritt. Die Alveolen sind insofern betroffen, als zum einen eine Schwellung der Alveolarmembran auftritt, was die Diffusion erschwert, und zum anderen ein Untergang von Pneumozyten, die Surfactant bilden. Die Folge ist eine Kollapsneigung der Alveolen. Die meisten Keime vermehren sich dabei intrazellulär und nicht, wie bei der Lobärpneumonie, in den Alveolen. Die Eiterbildung ist dabei stark eingeschränkt, sodass das Symptom des eitrigen Sputums nicht auftritt. Der Verlauf kann akut oder chronisch sein, wobei chronische Formen in eine Lungenfibrose übergehen können.

ABBILDUNG 8.24

Symptome der typischen Pneumonie (Lobärpneumonie)

$PneumonieSymptomeLeitsymptome der typischen Pneumonie (Lobärpneumonie):

  • Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Schüttelfrost und heftigem Krankheitsgefühl

  • Husten

  • Rotbraunes Sputum

  • Dyspnoe (bei Kindern als „Nasenflügeln“ erkennbar), Tachypnoe

  • Stimmfremitus ↑, hyposonorer Klopfschall, klingende feuchte Rasselgeräusche, positive Bronchophonie

Begleitsymptome:

  • Evtl. Thoraxschmerzen durch Begleitpleuritis

  • Häufig Herpes labialis

  • Pleuraerguss

  • Respiratorische Insuffizienz

  • Sepsis und metastatische Eiterherde

Die charakteristischen Symptome sind:
  • Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Schüttelfrost und heftigem Krankheitsgefühl

  • Husten, rotbraunes (ab dem 2. Tag im Stadium der roten Hepatisation) und eitriges (ab dem 4. Tag und dem Stadium der graugelben Hepatisation) Sputum

  • Dyspnoe (bei Kindern als „Nasenflügeln“ erkennbar), Tachypnoe

  • Eventuell Thoraxschmerzen durch eine Begleitpleuritis

  • Häufig Herpes labialis

Symptome der atypischen Pneumonie (interstitielle Pneumonie)
  • Meist langsamer Beginn

  • Leichtes Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Muskel- und Gelenkschmerzen

  • Trockener Reizhusten mit wenig Auswurf

  • Labor: häufig Leukopenie und Lymphozytose

MERKE

Merke

Die Symptome der atypischen Pneumonie sind unspezifisch und können mit einer Erkältungskrankheit verwechselt werden.

Diagnostik

$PneumonieSymptomeSymptome der atypischen Pneumonie (interstitielle Pneumonie):

  • Meist langsamer Beginn mit leichtem Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Muskel-, Gelenkschmerzen

  • Trockener Reizhusten, wenig Auswurf

  • Untersuchung meist ohne pathologischen Befund

Die charakteristischen Befunde der typischen Pneumonie sind:
  • Inspektion: Tachypnoe, evtl. Zyanose, Husten, eitriges Sputum, schwerkrankes Aussehen.

  • Palpation: Eventuell nachschleppende Atmung, Stimmfremitus verstärkt.

  • Perkussion: Über dem Entzündungsareal Dämpfung (hyposonorer Klopfschall).

  • Auskultation: Bronchialatmen, klingende feuchte Rasselgeräusche, positive Bronchophonie.

  • Labor: CRP ↑, BSG ↑, Leukozytose mit Linksverschiebung.

  • Röntgen Thorax: Bei der Lobärpneumonie sind eine Verschattung über einem Lungenlappen und prominente Lungenhili (durch Schwellung der hilären Lymphknoten) zu sehen (Abb. 8.25). Die interstitielle Pneumonie betrifft in der Regel beide Lungen und zeigt diffuse Infiltrationen (Abb. 8.26).

MERKE

Merke

Bei der atypischen Pneumonie ist der Untersuchungsbefund in der Regel unauffällig. Das Röntgenbild ist wegweisend.

ABBILDUNG 8.25

ABBILDUNG 8.26

Komplikationen
  • Pleuritis, Pleuraerguss mit Exsudatbildung, Pleuraempyem bei Übergreifen des Entzündungsprozesses auf die Pleura

  • Respiratorische Insuffizienz bei ausgedehnter Pneumonie

  • Sepsis und Bildung metastatischer Eiterherde, z. B. als Hirnabszess

  • Tiefe Beinvenenthrombose durch lange Bettlägerigkeit

Differenzialdiagnosen
  • Bronchialkarzinom: typisch sind u. a. blutiges Sputum, B-Symptome und Symptome des lokalen infiltrativen Wachstums, z. B. Horner-Syndrom

  • Tuberkulose: ähnliche Befunde wie beim Bronchialkarzinom; Differenzierung erfolgt mittels apparativer und bakteriologischer Untersuchungen

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Bettruhe, Atemgymnastik, Flüssigkeitszufuhr, Brustwickel, Inhalationen, fiebersenkende Maßnahmen, Nikotinverzicht

$Pneumonie Therapie Therapie:

  • Allgemeinmaßnahmen: Bettruhe, Atemgymnastik, reichlich Flüssigkeitszufuhr, Brustwickel, fiebersenkende Maßnahmen

  • Antibiotika bei bakterieller Pneumonie

  • Ggf. Sauerstoffgabe

  • Antibiotika bei bakterieller Pneumonie; die Dauer der histologischen Veränderungen bleibt auch unter der Antibiotikatherapie unverändert

  • Keine frühzeitige Belastung

  • Gegebenenfalls Sauerstoffgabe

Lungenfibrose

  • $LungenfibroseBindegewebige Vermehrung des Lungengewebes

  • Ursachen: u. a. chronische Infektionen, Staubbelastung, Medikamentennebenwirkung, systemische Erkrankungen

Definition
Bei einer Lungenfibrose kommt es zur bindegewebigen LungenfibroseUmwandlung und Vermehrung des Lungengewebes, die mit einer eingeschränkten Lungenfunktion einhergeht.
Pathogenese
Eine Vielzahl von Lungenerkrankungen kann zu einer Lungenfibrose führen. In der Hälfte der Fälle lässt sich keine Ursache ermitteln, man spricht von idiopathischer Fibrose. Zu den bekannten Ursachen zählen u. a.
  • Chronische Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze (am häufigsten Aspergillen)

  • Staubbelastung durch anorganische (Quarzstaub oder Asbest) und organische Stäube (von Pilzen, Hausstaubmilben, Eiweiße von Vogelexkrementen)

  • Medikamente

  • Herbizide

  • Strahlen

  • Toxische Gase (Ammoniak, Chlorgase, Schwefelwasserstoff)

  • Systemische Erkrankungen wie Sarkoidose, Kollagenosen, Vaskulitiden, Mukoviszidose

Die oben genannten Erkrankungen beginnen in der Regel mit einer Entzündungsreaktion, die sich entweder in den Alveolen und/oder im Interstitium abspielt. Allen gemeinsam ist in der Folge der bindegewebige Umbau mit Zunahme der kollagenen Fasern und Abnahme der elastischen Fasern. Die Dehnungsfähigkeit und der Sauerstoffaustausch der Lunge sind herabgesetzt.
Symptome

$Lungenfibrose Symptome Symptome:

  • Dyspnoe

  • Zyanose

  • Leitungsknick

  • Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel

  • In frühen Stadien häufig keine Symptome

  • Reduzierte Belastbarkeit

  • Müdigkeit

  • Gewichtsabnahme

  • Dyspnoe und/oder Tachypnoe, die Atmung ist meist flach und beschleunigt; bei tiefer Einatmung treten typischerweise ein Atemstopp (Door-Stop-Phänomen) und Reizhusten auf

  • Zyanose, Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel

  • Im Endstadium Ausbildung einer Wabenlunge

Komplikationen
Cor pulmonale und respiratorische Insuffizienz.
Diagnostik
  • Palpation: reduzierte Atemexkursionen, Stimmfremitus je nach Ausprägung normal oder erhöht

$Lungenfibrose Diagnostik Diagnostik:

  • Reduzierte Atemexkursionen

  • Hoch stehende Lungen

  • Klopfschall normal oder hyposonor

  • Inspiratorisches Knisterrasseln

  • Perkussion: hochgestellte Lungengrenzen, Klopfschall je nach Dichte des Gewebes sonor oder hyposonor

  • Auskultation: inspiratorisches Knisterrasseln, abgeschwächtes Atemgeräusch

Therapie
Die Lungenfibrose kann nicht geheilt werden. Die Therapie beschränkt sich zum einen auf die Behandlung der schädigenden Ursachen, sofern sie bekannt sind, zum anderen orientiert sie sich an den Symptomen. Dazu zählt:
  • Atemtherapie und Lungensport zur Erhaltung der muskulären Kraft

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

  • Sauerstofftherapie

  • Gegebenenfalls Lungen- oder bei Beteiligung des rechten Herzens Herz-Lungen-Transplantation

Pneumokoniosen

  • $PneumokonioseErkrankungen, die durch Inhalation von anorganischen Stäuben entstehen

  • Wichtigste Formen: Silikose$Silikose und Asbestose$Asbestose

  • Symptome der Lungenfibrose

  • Asbestose: zusätzlich pleurale Begleitreaktionen, das Risiko für asbestassoziierte Malignome (Bronchial-, Pleurakarzinom, Peritonealkarzinose) ist erhöht

Definition
Syn. StaublungeStaublunge. PneumokoniosePneumokoniose ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch Inhalation von anorganischen Stäuben entstanden sind. Häufig handelt es sich um Berufskrankheiten. Die häufigsten Formen sind die SilikoseSilikose (durch kristallinen Quarzstaub, bzw. Kieselsäure/Siliziumdioxid [SiO2] hervorgerufen) und AsbestoseAsbestose (durch Asbest hervorgerufen).
Quarzstaub beinhaltet Kieselsäure oder Siliziumdioxid (SiO2) und ist in der Natur in der Erdkruste reichlich vertreten. Asbest ist eine heterogene Gruppe von Substanzen, die faserförmige Silikate (Silikat-Minerale) enthalten. Silikat-Minerale bestehen aus Silizium und Sauerstoff (Siliziumoxid), in das andere Elemente eingelagert sind.
Pathogenese
Voraussetzung für eine Lungengewebereaktion ist zum einen die Partikelgröße (< 7 µm/Feinstaub) und zum anderen muss es sich um reagible Stoffe handeln, die eine Entzündungsreaktion induzieren (im Gegensatz zu inerten Stoffen, die auch in hohen Konzentrationen zu keiner nennenswerten Reaktion führen). Inhalierte Quarzpartikel führen zur Aktivierung der Makrophagen, die durch den Zerfall Fibroblasten aktivieren und zur Vermehrung von kollagenem Bindegewebe führen, das typischerweise in Knötchenform vorliegt.
Die Silikoseknötchen zeigen eine starke Schrumpfungstendenz, wobei sich um das Knötchen Emphysemgewebe (Narbenemphysem) ausbildet. Das Zusammenfließen vieler Knötchen führt dabei zur starken Fibrosierung und Deformierung der Lunge. Asbest führt zusätzlich zu Reaktionen an der Pleura v. a. als Pleuritis, Pleurafibrose und Pleuraerguss. Darüber hinaus gilt Asbest als karzinogene Substanz, die v. a. an der Lunge, Pleura und Kehlkopf wirksam ist.
Symptome
  • Treten Jahre bis Jahrzehnte nach Exposition auf

  • Ausprägung der Symptome abhängig von der Expositionszeit und der inhalierten Dosis

  • Silikose und Asbestose: Symptome der Lungenfibrose (8.5.11)

  • Asbestose zusätzlich:

    • Ausbildung einer rezidivierenden Pleuritis mit oder ohne Ergussbildung

    • Ausbildung von Pleuraschwarten

Komplikationen
  • Besonders nach Asbestexposition Ausbildung einer Tumorerkrankung als Bronchialkarzinom, Pleuramesotheliom, seltener Peritonealmesotheliom, Larynxkarzinom, ferner Entwicklung einer respiratorische Insuffizienz und eines Cor pulmonale

  • Besonders bei der Silikose Infektanfälligkeit, Ausbildung einer COPD mit Emphysem, Cor pulmonale und erhöhtes Risiko eines Bronchialkarzinoms; das Risiko der systemischen Sklerodermie ist erhöht

Therapie
  • Kausale Therapie ist für beide Erkrankungen nicht möglich

  • Symptomatische Therapie zielt auf Behandlung von z. B. begleitenden Infekten oder bronchialer Obstruktion

Sarkoidose

$SarkoidoseMultisystemerkrankung, die durch Granulombildung gekennzeichnet ist

Definition
Syn. Morbus Besnier-Boeck-SchaumannMorbus Besnier-Boeck-Schaumann. Die SarkoidoseSarkoidose ist eine Granulomerkrankung, die sich an nahezu allen Organen bilden kann, bevorzugt in der Lunge.
Pathogenese
Die Ursache und Entstehung der Sarkoidose ist nicht geklärt. Vermutet werden genetische Ursachen. Betroffen sind Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Charakteristisch ist die Bildung von epitheloidzelligen Granulomen mit Riesenzellen ohne zentrale Nekrose. Die Erkrankung kann einen akuten (10 %) oder chronischen (90 %) Verlauf nehmen. Die Erkrankung zeigt eine hohe Spontanheilungsrate.
Symptome

$SarkoidoseSymptomeSymptome der akuten Sarkoidose:

  • Arthritis

  • Erythema nodosum

  • Bihiläre Lymphadenopathie

Akute Sarkoidose (Löfgren-Syndrom)
Löfgren-SyndromDie akute Sarkoidose ist durch das Auftreten der Trias gekennzeichnet:
  • Arthritis bevorzugt der Sprunggelenke.

  • Erythema nodosum: Entzündliche, schmerzhafte Knotenbildung an der Schienbeinvorderkanten. Es beweist die Erkrankung nicht, findet sich bei zahlreichen anderen Erkrankungen u. a. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Tuberkulose, Yersinien- oder Streptokokkeninfektion.

  • Lymphknotenschwellung an beiden Lungenhili (bihiläre Lymphadenopathie).

  • Nebensymptome: Fieber, Husten, BSG ↑.

Symptome der chronischen Sarkoidose:

  • Husten

  • Dyspnoe

  • Entwicklung einer Lungenfibrose

  • Bihiläre Lymphadenopathie

  • Erythema nodosum

  • Iritis

  • Parotitis

  • Fazialisparese

  • Myokarditis

  • Nephritis

Chronische Sarkoidose
  • In der Regel Zufallsbefund

  • Symptomarmut und deutlicher röntgenologischer Lungenbefund

  • Im Vordergrund steht meist die Beteiligung der Lunge mit Husten, Dyspnoe, bihilärer Lymphadenopathie und später Entwicklung einer Lungenfibrose und generalisierter Lymphknotenschwellung

  • Beteiligung der Haut in Form von generalisierter Knötchen- und Knotenbildung, Erythema nodosum oder Lupus pernioLupus pernio (livide Infiltrate im Gesicht, besonders an Wangen und Nase)

  • Beteiligung der Augen in Form von Iritis, Beteiligung der Tränendrüse mit Lichtscheu, Schmerzhaftigkeit, Tränenfluss und Visusminderung

  • Entzündliche Beteiligung der Parotis

  • Beteiligung des Nervensystems in Form von Fazialisparese oder auch Meningoenzephalitis

  • Skelettbeteiligung mit Zystenbildung in der Knochensubstanz

  • Herzbeteiligung mit Myokarditis, Herzinsuffizienz und Perikarderguss

  • Beteiligung der Niere im Sinne einer Nephritis mit Proteinurie und Hämaturie

ABBILDUNG 8.27

Diagnostik
  • Röntgen: Nachweis von Granulomen

  • Histologische Untersuchung: Nachweis nicht verkäsender Granulome

  • Labor: BSG ↑, Hyperkalzämie durch Bildung von Vitamin D in den Granulomen, γ-Globuline ↑

Differenzialdiagnosen
Tuberkulose: geht mit Bildung von verkäsenden Granulomen (mit zentraler Nekrose) und hilärer Lymphknotenschwellung einher; typisch für die Tbc sind allerdings der einseitige Befund und positive bakteriologische Untersuchungen
Komplikationen
  • Lungenfibrose

  • Respiratorische Insuffizienz

  • Cor pulmonale

Therapie
Glukokortikoide und andere Immunsuppressiva.

Bronchialkarzinom

  • $BronchialkarzinomMaligne bronchiale Neubildung

  • Eines der häufigsten Karzinome und bei Männern die häufigste Krebstodesursache

  • Wichtigster Risikofaktor: Nikotinexposition

  • Einteilung in kleinzelliges, nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom und Pancoast-Tumor (Lungenspitzentumor)

Definition
Das Bronchialkarzinom ist eine maligne Bronchialkarzinombronchiale Neubildung. Es ist eines der häufigsten Karzinome und bei Männern die häufigste Krebstodesursache.
Risikofaktoren
  • Nikotinexposition: für die meisten Fälle (85–90 %) verantwortlich; Karzinomrisiko hängt von Dauer und Ausmaß des Abusus ab

  • Karzinogenexposition: z. B. Chrom VI, Arsenverbindungen, Radonbelastung, Asbest, Quarzstaub, Nickel, Industrie- und Verkehrsabgase

  • Genetische Prädisposition

Klassifikation

$Bronchialkarzinom Symptome Leitsymptome:

  • Im Frühstadium keine Symptomatik, häufig Zufallsdiagnose

  • Husten, Hämoptysen

  • Thoraxschmerzen

  • B-Symptome

  • Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel

  • Pancoast-Tumor: Horner-Syndrom (Ptosis, Miosis, Enophthalmus), einseitige Jugularvenenstauung, Schulter-Arm-Schmerzen durch Infiltration in den Plexus brachialis

Nach histologischen Kriterien kann zwischen kleinzelligen und nicht kleinzelligen Karzinomen unterschieden werden.
  • Kleinzelliges Bronchialkarzinom: sehr schnell, meist hilusnah wachsendes Karzinom, das bei Diagnosestellung meist schon metastasiert ist; häufig paraneoplastische Hormonbildung

  • Nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom: umfasst alle anderen Karzinome, die meist langsamer und in der Peripherie wachsen und häufig Pneumonie-Symptome nachahmen

  • Pancoast-Tumor (Sonderform):Pancoast-Tumor peripheres Bronchialkarzinom, das sich meist an der Lungenspitze entwickelt und häufig lange asymptomatisch bleibt; in späteren Stadien Auftreten von Symptomen durch Infiltration von Nachbarstrukturen (Abb. 8.28)

ABBILDUNG 8.28

Symptome

Begleitsymptome:

  • Rekurrensparese, Phrenikuslähmung

  • Maligner Pleuraerguss

  • Paraneoplastische Syndrome wie Cushing-Syndrom, Hyperkalzämie

  • Metastasenbildung u. a. in Gehirn, Knochen, Leber

  • Im Frühstadium keine Symptome, häufig handelt es sich um eine Zufallsdiagnose

  • In wenigen Fällen zuerst Symptome der Metastasierung

  • Später Husten, Dyspnoe, Hämoptysen, Thoraxschmerzen, B-Symptome, Trommelschlägelfinger, Uhrglasnägel, was Ausdruck eines fortgeschrittenen Prozesses ist

  • Pancoast-Tumor: u. a. Horner-Syndrom (Miosis, Ptosis, Enophthalmus) durch Infiltration des sympathischen Ganglion stellatumHorner-Syndrom, einseitige Jugularvenenstauung, Armschwellung durch Infiltration der ableitenden Venen und Lymphgefäße, Schulter-Arm-Schmerzen durch Infiltration in den Plexus brachialis

MERKE

Merke

Bei Patienten > 40 Jahre mit oder ohne Nikotinanamnese bei chronischen oder rezidivierenden Infekten der Atemwege und blutigem Sputum muss man immer an ein Bronchialkarzinom denken.

Komplikationen
  • Rekurrensparese, die mitRekurrensparese Heiserkeit einhergeht, durch Infiltration in den N. laryngeus recurrens

  • Maligner Pleuraerguss mit Bildung von hämorrhagischem Exsudat durch Infiltration der Pleura

  • Phrenikuslähmung, die Phrenikuslähmungzum einseitigen Zwerchfellhochstand mit Zwerchfelllähmung führt und Ausdruck eines infiltrativen Wachstums ist

  • Bildung von Atelektasen (Obstruktionsatelektasen) mit Retentionspenumonie

  • Paraneoplastische Syndrome: paraneoplastisches Syndrom

    • Endokrinopathien wie Cushing-Syndrom (durch ACTH-Produktion), Hyperkalzämie (durch Bildung Parathormon-ähnlicher Substanzen) oder SIADH (Syndrom der inadäquaten ADH Sekretion)

    • Neuro- und Myopathien wie das Lambert-Eaton-Syndrom mit dem Leitsymptom der Muskelschwäche, Poly- und Dermatomyositis

    • Thrombozytose mit erhöhtem Risiko der Thrombosebildung

  • Metastasenbildung durch hämatogene Streuung u. a. in Gehirn, Knochen, Leber

Therapie
  • Radiochemotherapie

  • Chirurgische Therapie

Erkrankungen des Lungenkreislaufs

Cor pulmonale

$Cor pulmonaleHypertrophie bzw. Dilatation des rechten Ventrikels als Folge einer pulmonalen Hypertonie

Definition
Unter Cor pulmonale versteht man die Hypertrophie bzw. Cor pulmonaleDilatation des rechten Ventrikels als Folge einer pulmonalen arteriellen Hypertonie.
Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig. Die wichtigsten und häufigsten sind:
  • Lungenerkrankungen, z. B. COPD, Emphysem, Lungenfibrose, obstruktives Schlafapnoesyndrom

  • Lungengefäßerkrankungen, z. B. rezidivierende Lungenembolie, primäre pulmonale Hypertonie

Pathogenese
Die pulmonale arterielle Hypertoniepulmonale arterielle Hypertonie ist definiert durch einen mittleren Druck in Ruhe von > 25 mmHg. Dieser Druck kann nur invasiv mittels Rechtsherzkatheteruntersuchung gemessen werden. Die Ursachen der pulmonalen Hypertonie sind am häufigsten Lungen- und Lungengefäßerkrankungen. Lungengefäßerkrankungen, z. B. rezidivierende Embolien, führen über die Obstruktion des arteriellen Lumens zum Druckanstieg.
Die Pathogenese der pulmonalen Hypertonie und des Cor pulmonale bei Lungenerkrankungen wie COPD, Emphysem oder Fibrose basieren auf dem Euler-Liljestrand-Reflex, der besagt, dass minderventilierte Bezirke der Lunge eine Verminderung der Perfusion (durch Vasokonstriktion) zur Folge haben oder ganz von der Perfusion ausgeschlossen werden. Die Folge der Vasokonstriktion ist ein Blutdruckanstieg im Pulmonalkreislauf. Die Vasokonstriktion ist zunächst noch reversibel, später durch Remodelling der Gefäße u. a. mit Intimafibrose und Endothelzellwucherung wird die Konstriktion irreversibel, sodass eine Vasodilatation nicht möglich ist. Man spricht dann von einer fixierten pulmonalen Hypertonie. Diese Tatsache führt zum permanenten Druckanstieg im arteriellen Schenkel des Lungenkreislaufs. Als Kompensation hypertrophiert zunächst der rechte Ventrikel, später dilatiert er und wird insuffizient.
Beim Cor pulmonale kann die akute von der chronischen Form unterschieden werden. Die akute Form ist am häufigsten auf eine Lungenembolie zurückzuführen, die chronischen Formen auf Lungenerkrankungen oder auf idiopathische Formen der pulmonalen Hypertonie.
Symptome

$Cor pulmonale Symptome Symptome:

  • Zu Beginn in der Regel keine oder kaum Symptome

  • Später Leistungsknick, Schwindel

  • Zyanose, Belastungsdyspnoe

  • In späteren Stadien Symptome der Rechtsherzinsuffizienz

  • Zu Beginn des Prozesses in der Regel keine oder kaum Symptome

  • Später Leistungsknick, Schwindel, Zyanose und Belastungsdyspnoe

  • Tachykardie

  • Retrosternale Schmerzen

  • Bei dekompensierter Rechtsherzinsuffizienz entwickeln sich u. a. Jugularvenenstauung, Beinödeme, Stauungsleber, Aszites und positiver hepatojugulärer Reflux (6.4.10)

Therapie
  • Behandlung der Grunderkrankung

  • Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz

  • Herz-Lungen-Transplantation

  • Pneumokokken- und Influenzaimpfung

  • Die Prognose ist insgesamt gesehen eher schlecht

  • Die Überlebenszeit beträgt im Mittel < 3 Jahre nach Diagnosestellung

Lungenödem

  • $LungenödemFlüssigkeitsansammlung in der Lunge, die im Interstitium beginnt und sich auf die Alveolen ausbreiten kann

  • Häufigste Ursachen: Linksherz-, Niereninsuffizienz

Definition
LungenödemBeim Lungenödem kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Lunge, die im Interstitium beginnt und sich auf die Alveolen ausbreiten kann.
Pathogenese
Das Lungenödem entsteht – wie alle anderen Ödeme auch –, wenn der hydrostatische Druck sehr hoch ist, der kolloidosmotische Druck sehr niedrig ist, die Permeabilität der Kapillaren erhöht ist oder die Transportkapazität der Lymphgefäße überschritten ist. Alle Ursachen führen zu einer verstärkten Flüssigkeitsverteilung in den extravasalen Raum. Zunächst sammelt sich die Flüssigkeit im Interstitium (interstitielles Ödem), dann in den Alveolen (alveoläres Ödem), was den Gasaustausch behindert und zur Hypoxie führt (4.4.1).
Zu den wichtigsten Ursachen zählen:
  • Linksherzinsuffizienz (akut und chronisch): Geht mit einem erhöhten hydrostatischen Druck in den Pulmonalvenen einher.

  • Nierenerkrankungen: Gehen entweder mit einer Volumenretention und/oder einem erhöhten Proteinverlust einher. Daraus resultiert ein erhöhter hydrostatischer und/oder erniedrigter onkotischer Druck. Bei Nierenerkrankungen (aber auch durch hohe intravenöse Flüssigkeitszufuhr hervorgerufen) wird dies auch als Überwässerungsödem oder Fluid Lung bezeichnet.

  • Toxische (Reizgase, Aspiration von Magensaft) und allergische Ursachen: Sie erhöhen die Gefäßpermeabilität mit einer verstärkten Ausschwitzung von Flüssigkeiten in den interstitiellen Raum.

Symptome

$Lungenödem Symptome Symptome:

  • Interstitielles Ödem:

    • Dyspnoe, Tachypnoe, Orthopnoe

    • Husten (Asthma cardiale)

  • Alveoläres Lungenödem:

    • Schwerste Dyspnoe mit Zyanose oder Blässe

    • Schaumiges (oder schaumig-rötliches) Sputum

    • Kaltschweißigkeit

  • Interstitielles Ödem:

    • Dyspnoe, Tachypnoe bis hin zur Orthopnoe

    • Husten, bevorzugt in der ersten Nachthälfte, der den Patienten zum Aufstehen zwingt (Asthma cardialeAsthma cardiale)

    • Meist Nykturie, die das Asthma cardiale durch den Flüssigkeitsverlust bessert

  • Alveoläres Lungenödem:

    • Schwerste Dyspnoe mit Angst und Unruhe

    • Zyanose oder Blässe und Kaltschweißigkeit

    • Feuchte Rasselgeräusche bis zum Distanzrasseln (ohne Stethoskop hörbar)

    • Schaumiges oder schaumig-rötliches Sputum

Diagnostik

$Lungenödem Diagnostik Diagnostik:

  • Stimmfremitus ↑

  • Hyposonorer Klopfschall v. a. über der Lungenbasis

  • Feuchte Rasselgeräusche bis zum Distanzrasseln

  • Palpation: Stimmfremitus ↑

  • Perkussion: hyposonorer Klopfschall, zunächst über den basalen Lungenabschnitten, mit Ausbreitung nach apikal

  • Auskultation: feuchte Rasselgeräusche, zunächst über den basalen Lungenabschnitten, mit Ausbreitung nach apikal

Differenzialdiagnosen
  • Asthma bronchiale: trockene Rasselgeräusche (Giemen, Brummen, Pfeifen), exspiratorischer Stridor

  • Pneumonie: Fieber, feuchte Rasselgeräusche, meist aber nicht beidseits lokalisierbar, sondern (je nach Ausdehnung der Pneumonie) auf einen Lappen begrenzt

Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.5.3)

$Lungenödem Therapie

  • Diuretika, Nitroglyzerin

Lungenembolie

$LungenembolieVerschluss einer Lungenarterie durch einen Embolus, der meist aus den unteren Extremitäten stammt

Definition
Eine Lungenembolie ist der Verschluss einer LungenembolieLungenarterie durch einen Embolus.
Pathogenese
Die häufigste Ursache der Lungenembolie ist die Beinvenenthrombosetiefe Bein- oder BeckenvenenthromboseBeckenvenenthrombose. Meist stammt der Embolus aus den tiefen Venen, seltener aus tiefen Armvenenthrombosen. Noch seltener können Fettembolien (nach Schaftfrakturen), Luftembolien (durch nicht entlüftete oder offene Infusionssysteme oder durch Nichtbeachtung der Herstellerangaben), Fruchtwasserembolien oder Fremdkörperembolien (durch Tumorfragmente oder Fragmente von Katheterspitzen) auftreten.
Je nach Größe des Embolus kann die Symptompalette sehr unterschiedlich sein. Kleine Emboli sind meist a- oder oligosymptomatisch. Ein großer Embolus in der Pulmonalarterie (Abb. 8.29) führt zum einen zu einer verminderten Oxygenierung des Bluts mit Sauerstoff und zum anderen zum Anstieg des Drucks in den Pulmonalarterien und im rechten Herzen (akutes Cor pulmonale). Es kommt zur Druckbelastung im rechten Ventrikel, während der linke Ventrikel einen Volumenmangel erleidet. Daraus resultiert ein Kreislaufschock mit Hypotonie und Tachykardie. Dabei werden auch die Koronarien minderversorgt, sodass es zur Hypoxie des Herzens kommt mit daraus resultierendem Herzversagen. Ein großer Embolus, der im Truncus pulmonalis lokalisiert ist, führt zum plötzlichen Herztod, weil der rechte Ventrikel den Widerstand ad hoc nicht überwindet, der linke hingegen keine Füllung erhält.
Auslöser sind körperliche Belastung, Toilettengang mit Pressakt und Aufstehen am Morgen.

ABBILDUNG 8.29

Symptome

$Lungenembolie Symptome Leitsymptome:

  • Heftiger, plötzlicher Thoraxschmerz

  • Dyspnoe, Tachypnoe

  • Zyanose

  • Tachykardie, Hypotonie

Begleitsymptome:

  • Angstgefühl

  • Schweißausbruch

  • Husten, Hämoptysen

  • Jugularvenenstauung

  • Schockentwicklung

  • Heftiger, plötzlicher Thoraxschmerz

  • Dyspnoe, Tachypnoe

  • Tachykardie, Hypotonie

  • Begleitend Angstgefühl, Schweißausbruch, Husten, Hämoptysen

  • Synkopen sind durch kurzzeitige Minderversorgung des Gehirns zu erklären

  • Bei großen Embolien kann sich ein Schockgeschehen entwickeln (kardiogener Schock)

  • Zusätzlich evtl. Symptome einer tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose, die aber nicht vorhanden sein müssen, weil nicht jede Thrombose klare klinische Zeichen bietet

MERKE

Merke

Die Mehrzahl der Embolien verläuft in Schüben (rezidivierende Embolien). Die Symptome sind Schwindel, Synkopen, Tachykardie und Fieber.

Bei älteren Menschen kann sich eine Lungenembolie auch mit Orientierungsstörungen und Blutdruckschwankungen bemerkbar machen.

Diagnostik

Labor:

  • BSG ↑, CRP ↑, Leukozytose

  • D-Dimere positiv

Die Befunde der körperlichen Untersuchung können zusammen mit der Anamnese und den Symptomen Hinweise auf eine Lungenembolie geben.
  • Inspektion: möglich sind Blässe oder Zyanose, Schweißbildung, Dyspnoe, Husten, bei akuter Rechtsherzinsuffizienz gestaute Jugularvenen

  • Palpation: meist ohne Befund

  • Perkussion: meist ohne Befund

  • Auskultation: meist ohne Befund; bei einem Lungeninfarkt feuchte Rasselgeräusche über dem betroffenen Areal, am häufigsten ist der basale Bereich rechts betroffen

  • Labor: BSG ↑, CRP ↑, Leukozytose, D-Dimere ↑ (D-Dimere sind Fibrinolysespaltprodukte, die auf eine erhöhte Fibrinolyse hinweisen, die bei einer Thrombenbildung mitaktiviert wird; positive D-Dimere beweisen eine Embolie nicht, negative D-Dimere machen eine Lungenembolie allerdings sehr unwahrscheinlich)

  • Pulmonalis-Angiografie: Darstellung der A. pulmonalis und deren Äste mit einem Kontrastmittel; sie erbringt den Nachweis der Lungenembolie

Komplikationen
  • Chronisches Cor pulmonale bei rezidivierenden Lungenembolien

$Lungenembolie Komplikationen Komplikationen:

  • Chronisches Cor pulmonale bei rezidivierenden Lungenembolien

  • Pleuraerguss

  • Lungeninfarkt

  • Pleuraerguss

  • Lungeninfarkt, v. a. bei gleichzeitig bestehender Linksherzinsuffizienz

Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.5.4)

$Lungenödem Therapie

  • Heparin-, Lysetherapie

  • Operative Embolektomie

Erkrankungen der Pleura

Pneumothorax

  • $PneumothoraxLuftansammlung im Pleuraraum

  • Geschlossener (ohne Verbindung zur Außenluft) oder offener Pneumothorax (mit Verbindung zur Außenluft)

Definition
Unter einem Pneumothorax versteht man eine Luftansammlung im PneumothoraxPleuraraum. Man unterscheidet (Abb. 8.30):
  • SpontanpneumothoraxSpontanpneumothorax (geschlossener Pneumothorax) ohne Verbindung zur Außenluft: In den meisten Fällen handelt es sich um idiopathische Formen, wobei junge, leptosome Männer betroffen sind. Seltener kann ein Spontanpneu bei vorhandenen Lungenerkrankungen, v. a. der COPD, auftreten.

  • Traumatischer Pneumothorax (offener Pneumothorax) mit Verbindung zur Außenluft: Diese Form ist meist Folge einer penetrierenden Verletzung.

  • Iatrogene Form: Durch ärztliche Behandlungen, z. B. bei Anlage eines zentralen Venenkatheters mit Zugang in der V. subclavia oder nach Pleurapunktion, verursacht.

ABBILDUNG 8.30

Pathogenese
Unter physiologischen Bedingungen herrscht im Pleuraraum ein Unterdruck. Sobald Luft in diesen Raum einströmt, werden die Drücke positiv. Die Lunge kollabiert durch die elastischen Rückstellkräfte.
Beim Spannungspneumothorax (Abb. 8.31) gelangt Spannungspneumothoraxbei jeder Inspiration Luft in den Pleuraraum, die bei der Exspiration durch einen Ventilmechanismus aber nicht mehr entweichen kann. Dies führt zu einer kontinuierlichen Druckzunahme im Pleuraraum. Diese verschiebt wiederum das Mediastinum zur gesunden Seite, was die gesunde Lungen komprimiert und gleichzeitig den venösen Rückfluss zum Herzen behindert. Der Spannungspneu tritt am häufigsten als Komplikation eine traumatischen Pneus auf.
Symptome

$Pneumothorax Symptome Leitsymptome:

  • Plötzliche, stechende Schmerzen auf der betroffenen Seite

  • Dyspnoe, Tachypnoe

  • Husten

  • Tachykardie

Begleitsymptome:

  • Hypotonie

  • Zyanose

  • Symptome entwickeln sich rasch

  • Plötzliche, stechende Schmerzen auf der betroffenen Seite

  • Dyspnoe, Tachypnoe

  • Husten

  • Tachykardie

  • Eventuell Hypotonie durch verminderten venösen Rückfluss zum Herzen

Komplikationen
  • Spannungspneumothorax (Komplikation des geschlossenen oder offenen Pneumothorax)

$Pneumothorax Komplikationen Komplikationen:

  • Spannungspneumothorax

  • Empyem

  • Pneurezidiv

  • Empyembildung durch bakterielle Infektion

  • Pneurezidiv

Diagnostik
  • Inspektion: Eventuell asymmetrische Thoraxbewegung.

Diagnostik:

  • $PneumothoraxDiagnostikAsymmetrische Thoraxbewegung

  • Nachschleppende Atmung

  • Stimmfremitus ↓

  • Hypersonorer Klopfschall

  • Abgeschwächtes Atemgeräusch

  • Palpation: Stimmfremitus abgeschwächt bzw. aufgehoben, nachschleppende Atmung.

  • Perkussion: Hypersonorer Klopfschall.

  • Auskultation: Abgeschwächtes bzw. aufgehobenes Atemgeräusch.

  • Röntgen-Thorax: Auf der betroffenen Seite Transparenzerhöhung und Verlust der Gefäßzeichnung. Beim Spannungspneumothorax zusätzlich tief stehendes Zwerchfell, Verschiebung des Mediastinums zur gesunden Seite, paramediastinal homogene Verschattung der kollabierten Lunge (Abb. 8.31).

ABBILDUNG 8.31

Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.5.5)

$Lungenödem Therapie

  • Punktion beim Spannungspneumothorax

  • Anlage einer Bülau-Drainage (stationär) und eines Sogs von ca. 10 cm H2O-Säule

Pleuritis und Pleuraerguss

  • $Pleuraerguss$PleuritisEntzündung der Pleurablätter mit Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Pleurablättern

  • Einteilung in:

    • Pleuritis sicca: trockene Pleuritis mit Fibrinabscheidung; geht meist der Pleuritis exsudativa voraus

    • Pleuritis exsudativa: mit Abscheidung von Flüssigkeit

Definition
PleuritisEine Pleuritis ist die Entzündung der PleuraergussPleurablätter (Rippen- oder Brustfellentzündung) mit z. T. erheblicher Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Pleurablättern. Unter einem Pleuraerguss versteht man eine Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Pleurablättern, die durch entzündliche und nicht entzündliche Ursachen entsteht.
Einteilung
  • Pleuritis sicca: Trockene Pleuritis, die mit einer Fibrinabscheidung zwischen den Pleurablättern einhergeht. Folge ist eine partielle oder totale Verklebung der Pleurablätter; ein reibungsloses Gleiten ist eingeschränkt oder aufgehoben. Sie geht meist der Pleuritis exsudativa voraus.

  • Pleuritis exsudativa: Geht mit einer Abscheidung von Flüssigkeit (Erguss; Exsudat oder Transsudat) zwischen den Pleurablättern einher.

Ursachen
  • Malignes Exsudat: z. B. Bronchial-, Mammakarzinom

  • Infektiöses Exsudat: z. B. Tbc, Pneumonie

  • Transsudat: z. B. Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom

  • Rheumatische Erkrankungen: z. B. rheumatoide Arthritis, SLE

  • Posttraumatisch

MERKE

Merke

Nicht jeder Erguss geht mit einer entzündlichen Begleitreaktion einher. Pleuraergüsse z. B. bei einer Herzinsuffizienz oder einem nephrotischen Syndroms sind auf Volumenverschiebungen in den Pleuraspalt ohne eine begleitende Entzündung zurückzuführen.

Symptome

Pleuritis Symptome Symptome:

  • Pleuritis sicca: stechende, atemabhängige thorakale Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen; kratzend-schabendes atemabhängiges Geräusch

  • Pleuritis exsudativa: bei kleinen Ergüssen keine bzw. diskrete Symptome, bei großen Ergüssen Dyspnoe, Zyanose

  • Pleuritis sicca: stechende, atemabhängige thorakale Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen

  • Pleuritis exsudativa:

    • Kleine Ergüsse: keine oder nur sehr diskrete Symptome, sind meist Zufallsbefunde

    • Bei großen Ergüssen: Dyspnoe, Zyanose, evtl. Hustenreiz

Diagnostik
  • Inspektion: nachschleppende Atmung, evtl. Vorwölbung der Interkostalräume

  • Palpation: Stimmfremitus aufgehoben beim Pleuraerguss

  • Perkussion: Dämpfung beim Pleuraerguss

  • Auskultation: kratzend-schabendes atemabhängiges Geräusch bei Pleuritis sicca, abgeschwächtes bis aufgehobenes Atemgeräusch beim Pleuraerguss

  • Röntgen-Thorax: ein- oder beidseitige basale Verschattung, die sich nach apikal ausdehnt (Abb. 8.32)

Therapie
  • Entlastung des Ergusses durch Punktion

  • Therapie der vorbestehenden Erkrankung

ABBILDUNG 8.32

Lernzielkontrolle

  • Welche Symptome haben Kinder mit adenoiden Vegetationen (Nasenpolypen)? Welche Komplikationen können sich aus diesem Krankheitsbild entwickeln?

  • Welche Symptome und Komplikationen finden sich bei der Sinusitis?

  • Welche Ursachen und Symptome sind für die Pharyngitis typisch?

  • Welche Symptome und Komplikationen finden sich bei der Laryngitis?

  • Ein 3-jähriges Kind hat rezidivierende nächtliche Hustenattacken. Der Husten geht mit inspiratorischem Stridor einher. Welche Erkrankungen kommen in Betracht, welche Maßnahmen ergreifen Sie?

  • Welche Symptome sind für das obstruktive Schlafapnoesyndrom typisch?

  • Was wissen Sie über Bronchitisformen, Erregerspektrum und Symptome?

  • Ein 53-jähriger Patient klagt über folgende Symptome: starker morgendlicher Husten mit reichlich Auswurf (nicht eitrig, nicht blutig), Belastungsdyspnoe und reduzierter Allgemeinzustand. Die Symptome bestehen seit mehreren Jahren und nehmen an Intensität zu. Des Weiteren berichtet der Patient, im Herbst unter starken Erkältungen mit eitrigem Husten zu leiden, die sich über Wochen hinziehen. Der Patient raucht seit dem 18. Lebensjahr 30 Zigaretten pro Tag. Blutiges Sputum, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme werden verneint. Welche Erkrankungen nehmen Sie am ehesten an? Welche Differenzialdiagnosen kommen in Betracht? Wie ist das diagnostische Vorgehen? Welche Therapie schlagen Sie vor?

  • Was ist Asthma bronchiale? Wie manifestiert sich ein Anfall und welche Auslösefaktoren kennen Sie? Wie unterscheidet sich das Krankheitsbild von der COPD?

  • Was sind Bronchiektasen? Welches Sputum ist für diese Erkrankung charakteristisch?

  • Welche Ursachen hat ein Emphysem? Welche Untersuchungsbefunde können erhoben werden?

  • Welche Ursachen können Atelektasen haben?

  • Sie werden zu einer 68-jährigen Patientin zum Hausbesuch gebeten. Sie klagt über Husten mit eitrigem Auswurf, Fieber (39,2 °C), starkes Krankheitsgefühl und Kurzatmigkeit bei Belastung (Morgentoilette, Essenszubereitung). Bei der Untersuchung sind rechts basal ein verstärkter Stimmfremitus, hyposonorer Klopfschall und feuchte Rasselgeräusche hörbar. Keine nennenswerten Vorerkrankungen. Welche Verdachtsdiagnose kommt am ehesten in Betracht? Nennen Sie Differenzialdiagnosen! Welche Therapie schlagen Sie vor?

  • Wie werden Pneumonien eingeteilt und welche Symptome haben diese?

  • Welche Ursachen, Symptome und Komplikationen sind für die Lungenfibrose typisch?

  • Nennen Sie die Symptome der akuten Sarkoidose!

  • Welche Risikofaktoren, Symptome und Komplikationen finden sich beim Bronchialkarzinom?

  • Was ist ein Cor pulmonale und wie entsteht es?

  • Wie entsteht ein Lungenödem? Mit welchen Symptomen geht es einher?

  • Welche Ursache hat eine Lungenembolie? Was sind die typischen und weniger typischen Symptome? Was tun Sie bei Verdacht auf Lungenembolie? Wie lagern Sie den Patienten?

  • Ein 19-jähriger, schlanker Patient stellt sich bei Ihnen mit akuten stechenden Thoraxschmerzen, leichter Belastungsdyspnoe und Husten vor. Die Symptome haben vor wenigen Stunden plötzlich eingesetzt, als er einem Freund beim Umzug geholfen hat. Bei der körperlichen Untersuchung über der linken Lunge reduzierter Stimmfremitus, hypersonorer Klopfschall und reduziertes bzw. aufgehobenes Atemgeräusch. Welche Verdachtsdiagnose ist wahrscheinlich? Wie ist ihr therapeutisches Vorgehen?

  • Was ist ein Spannungspneumothorax? Welche Symptome finden sich bei dieser Erkrankung?

  • Was ist ein Pleuraerguss? Welche Ursachen hat er?

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