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B978-3-437-58785-6.00014-4

10.1016/B978-3-437-58785-6.00014-4

978-3-437-58785-6

Abb. 14.2

[L190]

Endokrine Organe und Gewebe des Menschen

Abb. 14.3

[L190]

Endokrine Sekretion im engeren Sinn (blau), parakrine (violett) und autokrine (grün) Sekretion

Abb. 14.4

[L190]

Wasserlösliche Hormone benötigen zur Wirkungsvermittlung einen Second Messenger, hier Adenylatzyklase.

Abb. 14.5

[L190]

Fettlösliche Hormone sind zellmembrangängig und binden direkt an einen intrazellulären Rezeptor in Zytoplasma oder Zellkern.

Abb. 14.6

[L190]

Hierarchie der Hormonregulation

Abb. 14.7

[L190]

Hormonachse von Hypothalamus, Hypophyse und peripheren Hormondrüsen. TRH = Thyreotropin-Releasing-Hormon; CRH = Corticotropin-Releasing-Hormon; GnRH = Gonadotropin-Releasing-Hormon; GH-RH = Growth-Hormon-Releasing-Hormon; GH-IH = Somatostatin = Growth-Hormon-Inhibiting-Hormon; PRL-RH bezeichnet kein einzelnes Hormon, sondern eine Funktion, die durch mehrere Hormone ausgeübt wird; PRL-IH = Dopamin = Prolaktin-Inhibiting-Hormon. TSH = thyreoideastimulierendes Hormon; ACTH = adrenocorticotropes Hormon; FSH = follikelstimulierendes Hormon; LH = luteinisierendes Hormon; MSH = melanozytenstimulierendes Hormon; wird immer zusammen mit ACTH ausgeschüttet.

Abb. 14.8

[L190]

Bedeutung der Hypophyse bei der hormonellen Sekretion und Regulation

Abb. 14.9

[E364]

Lage der Schilddrüse am Hals (bei einem Mann und zurückgeneigtem Kopf). Die normale Schilddrüse ist von außen nicht sichtbar.

Abb. 14.10

[L190]

Aufbau und Lage der Schilddrüse

Abb. 14.11

[R170-3]

Schilddrüse im lichtmikroskopischen Bild

Abb. 14.12

[L190]

Oben Regelkreis, unten Wirkung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 auf verschiedene Organe

Abb. 14.13

[L190]

Lage der Nebenschilddrüsen (Ansicht von dorsal auf Luftröhre und Schilddrüse)

Abb. 14.14

[L190]

Regulation des Kalziumhaushalts. Grün die Vorgänge, die den Blut-Kalzium-Spiegel erhöhen; blau diejenigen, die ihn absenken. PTH = Parathormon, D3 = Vitamin D3, CT = Kalzitonin.

Abb. 14.15

[R252]

Langerhans-Inseln (lichtmikroskopisches Bild)

Abb. 14.16

[L190]

Aufbau und Lage der Nebenniere

Abb. 14.17

[L106]

Steroidbiosynthese. In der Zona glomerulosa werden Mineralokortikoide gebildet, in der Zona fasciculata Glukokortikoide und in der Zona reticularis die Androgene. ACTH vermag alle Zonen der NNR zu stimulieren, Angiotensin II (AT II) und Kalium (Hyperkaliämie) stimulieren ausschließlich die Zona glomerulosa. Dehydroepiandosterin und Androstendion haben nur schwache androgene Wirkung. Sie werden in der Peripherie in Sexualhormone umgewandelt. Die NNR synthetisiert selbst normalerweise nur sehr geringe Konzentrationen an Testosteron und Östradiol.

Abb. 14.18

[L190]

Übersicht über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)

Abb. 14.19

[L190]

Der Regelkreis der Glukokortikoid-Freisetzung. CRH fördert die ACTH-Freisetzung und ACTH stimuliert wiederum die Glukokortikoid-Ausschüttung.

Abb. 14.20

[E273]

Klinische Merkmale der Akromegalie

Abb. 14.21

[E273]

Große, quadratische Zunge

Abb. 14.22

[E273]

Struma

Abb. 14.23

[E273]

Klinische Zeichen bei Morbus Basedow

Abb. 14.24

[E273]

Lidretraktion mit versteckten Wimpern aufgrund eines Exophthalmus

Abb. 14.25

[E273]

Klinische Zeichen der Hypothyreose

Abb. 14.26

[E273]

Große Nase und Gesichtsfalten sowie ausdruckslose Mimik bei Hypothyreose

Abb. 14.27

[E273]

Schilddrüsenkarzinom mit fixierter, rötlicher Haut. Beachte die bläulichen, vergrößerten Venen bei oberer Einflussstauung.

Abb. 14.28

[L157]

Symptome des Diabetes Typ 1

Abb. 14.29

[L215]

Folgekrankheiten des Diabetes mellitus

Abb. 14.30

[L157]

Symptome der Polyneuropathie

Abb. 14.31

[L157]

Warnsymptome der Hypoglykämie

Abb. 14.32

[E273]

Klinische Zeichen des Cushing-Syndroms

Abb. 14.33

[E273]

Cushing-Syndrom mit stammbetonter Adipositas und Striae

Abb. 14.34

[E273]

Klinische Merkmale des Morbus Addison

Abb. 14.35

[E273]

Morbus Addison: Hyperpigmentierung der Finger

Abb. 14.36

[E273]

Blasses wächsernes Aussehen

Abb. 14.37

[F380]

Deutlich sichtbare Auftreibungen der Knorpel-Knochen-Grenze bei Rachitis („rachitischer Rosenkranz“)

Abb. 14.38

[R285]

a Normale Spongiosastruktur. b Rarefizierung der Spongiosa bei Osteoporose.

Verteilung der Adrenorezeptoren in den einzelnen Organen und deren Wirkung

Tab. 14.1
Organ/Rezeptor Reaktion und Wirkung
Bronchien/β Bronchodilatation → verbesserte Ventilation und bessere Sauerstoffversorgung
Herz/β HF↑, Kontraktilität ↑ → Zunahme des HMV
Arterien/α, β
  • α: Vasokonstriktion, v. a. Haut und Eingeweidearterien

  • β: Vasodilatation, v. a. Muskelarterien und Koronarien, bessere Durchblutung von Muskulatur, Koronarien und Gehirn

Venen/α Vasokonstriktion → Erhöhung des venösen Rückstroms
Skelettmuskel/β Glykogenolyse: Laktat↑
Leber/β Glykogenolyse: Glukose↑
Fettgewebe/β Lipolyse: Triglyzeride↑

Hormone, endokrine Organe und Stoffwechselregulation

Abb. 14.1

[L275]

Übersicht über die endokrinen Organe und deren Erkrankungen

Hormone

Hormone

Lernziele

  • Kenntnisse über die Definitionen von Hormonen, deren Abgaberate, Speicherung und Transport.

  • Benennung der endokrinen Drüsen bzw. endokrin wirksamen Gewebe.

  • Kenntnisse über Lage und Funktion von Hypothalamus und Hypophyse.

  • Kenntnisse über Lage und hormonelle Funktion von Schilddrüse und Nebenschilddrüsen.

  • Benennung der Hormone des endokrinen Pankreas und deren Wirkungen.

  • Kenntnisse über Lage und hormonelle Funktion der Nebenniere.

  • Kenntnisse über die Wirkungen der Sexualhormone.

Allgemeines

Hormone$Hormone sind Botenstoffe, die in kleinsten Konzentrationen den Stoffwechsel und die Reproduktion beeinflussen. Sie können eine endokrine (auf Fernzellen), parakrine (auf benachbarte Zellen) oder autokrine (auf die produzierende Zelle) Wirkung besitzen.

Die wichtigsten endokrinen Drüsen$endokrinen Drüsen sind:

  • Hypothalamus

  • Hypophyse

  • Schilddrüse

  • Nebenschilddrüsen

  • Langerhans-Inseln

  • Nebenniere

  • Gonaden

Die wichtigsten endokrinen Drüsenendokrinen Drüsen des menschlichen Körpers sind (Abb. 14.2):
  • Hypothalamus

  • Hypophyse

  • Schilddrüse

  • Nebenschilddrüsen

  • Langerhans-Inseln

  • Nebenniere

  • Gonaden

Diese Organe produzieren HormoneHormone. Es sind Substanzen (Botenstoffe), die in sehr geringen Mengen produziert werden, über Eiweißträger oder in freier Form im Blut die Zielorgane erreichen (endokrine Wirkung) und den Stoffwechsel bzw. die Reproduktion beeinflussen. Hormone, die auf die benachbarten Gewebe wirken, haben eine parakrine Wirkung, die Hormone, die auf die produzierende Zelle selbst Einfluss hat, autokrine Wirkung (Abb. 14.3). Die Wirkung setzt innerhalb von Minuten bis Tagen ein.
Hormondrüsen besitzen ein sehr dichtes Kapillarnetz mit fenestriertem Endothel, um die gebildeten Hormone in großen Mengen aufnehmen und diese dann zu den Zielzellen transportieren zu können. An der Zielzelle binden sie an Rezeptoren, entweder an der Zelloberfläche oder im Zellinneren (Zytoplasma und Zellkern), und regen die Zelle z. B. zur verstärkten Proteinsynthese oder Öffnung von Glukosekanälen in der Membran. Zellen können unterschiedliche Rezeptortypen für ein Hormon besitzen; die Wirkung ist dann auch unterschiedlich. Bei den Katecholaminen kann eine Zelle α- und/oder β-Rezeptoren besitzen. Adrenalin bewirkt über die Wirkung am α-Rezeptor im gastrointestinalen Trakt eine Vasokonstriktion, an der Muskulatur wird über den β-Rezeptor eine Vasodilatation erreicht.
HormonrezeptorenHormonrezeptoren werden in ihrer Dichte und Empfindlichkeit reguliert. Bei hohen Hormonkonzentrationen werden Rezeptoren ins Zellinnere eingezogen, die Dichte nimmt ab (Down-Regulation). Ferner kann sich die Sensitivität (durch Konformationsänderung der Strukturproteine) gegenüber einem Hormon ebenfalls reduziert werden, sodass das Hormon nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip nicht mehr optimal passt. Weiterhin können Rezeptoren, unabhängig von der Konzentration des Hormons, komplett deaktiviert werden. Bei einer Rezeptorhemmung nimmt die Empfindlichkeit gegenüber dem Hormon deutlich zu. Nimmt die Rezeptorhemmung schnell ab, kann sich eine überschießende Hormonwirkung einstellen (Rebound-Phänomen).

ABBILDUNG 14.2

Neben den klassischen endokrinen Organen können Hormone auch von Zellen anderer Gewebe abgegeben werden, z. B. aus der Niere (Erythropoetin), Herz (ANP) oder Fettgewebe (Leptin). Sie werden als endokrine Gewebe bezeichnet (Abb. 14.2).
Das endokrine System ist eng an das autonome Nervensystem und Immunsystem gekoppelt. Die Innervation der hormonbildenden Drüsen erfolgt durch das autonome Nervensystem und kontrolliert so oder über die Weitstellung der Blutgefäße die Abgaberate. Auf der anderen Seite beeinflussen Hormone die Funktion des Nervensystems, z. B. Schilddrüsenhormone. Adrenalin und Noradrenalin fungieren sowohl als Botenstoffe (Produktion im Nebennierenmark und Verteilung über das Blut) als auch als Neurotransmitter (Produktion in der Nervenzelle und Ausschleusung in den synaptischen Spalt). Viele Hormone besitzen eine modulierende Wirkung auf das Immunsystem, z. B. Kortisol, das als Immunsuppressivum wirkt. Gleichzeitig bilden die Immunzellen Botenstoffe (Zytokine), die auf andere Immunzellen einwirken, aber auch auf den Hypothalamus, der seinerseits die Hormonproduktion, v. a. von ACTH, erhöht.

ABBILDUNG 14.3

Hormonaufbau

Wasserlösliche Hormone: $Hormone wasserlösliche

  • Peptidhormone, z. B. Insulin

  • Aminosäurederivate, z. B. Katecholamine

  • Binden an Zellmembranrezeptoren

  • Weiterleitung des Impulses erfolgt über einen Second Messenger → Wirkung tritt schnell ein

Fettlösliche Hormone: $Hormone fettlösliche

  • Arachidonsäurederivate, z. B. Prostaglandine

  • Steroidhormone, z. B. Kortisol

  • Gelangen ins Zellinnere und binden an intrazellulären Rezeptoren

  • Wirkeintritt ist verzögert

Aufgrund des chemischen HormoneAufbauAufbaus unterscheidet man folgende Hormonarten:
  • PeptidhormonePeptidhormone: Sie bestehen aus Eiweißmolekülen. Zu den wichtigsten Vertretern gehören Insulin, Glukagon, Hypothalamus- und Hypophysenhormone. Sie sind wasserlöslich.

  • Aminosäure-Derivate: z. B. T3, T4 oder Katecholamine. Katecholamine sind wasserlöslich, Schilddrüsenhormone sind fettlöslich.

  • Arachidonsäure-Derivate: z. B. Prostaglandine, Thromboxan. Sie sind fettlösliche Hormone.

  • SteroidhormoneSteroidhormone: Sie werden aus Cholesterin synthetisiert. Dazu zählen z. B. die Hormone der Nebennierenrinde (z. B. Kortisol, Androgene, Aldosteron) und die der Geschlechtsdrüsen (z. B. Östrogene, Testosteron). Sie sind fettlöslich.

Die fettlöslichen und einige wasserlösliche Hormone, z. B. T3 und T4, werden im Blut an Transportproteine gebunden, um von einem Ort zum anderen Ort befördert zu werden. Sie sind in der gebundenen Form unwirksam und müssen, um aktiv zu werden, aus der Proteinbindung entlassen werden. Die Proteinbindung schützt die Hormone vor vorzeitigem Abbau.
Wasserlösliche HormoneHormonewasserlösliche zirkulieren meist in freier Form im Blut. Wenn sie an Proteine gebunden sind, werden sie, bevor sie mit einem Rezeptor an der Zellmembranoberfläche binden, aus der Proteinbindung entlassen. Nach Bindung an den spezifischen Rezeptor wird im Zellinneren eine ganze Reaktionskette ausgelöst, z. B. die Aktivierung der Adenylatzyklase, die ATP zu cAMP (zyklisches Adenosinmonophosphat) umwandelt. Dieses cAMP aktiviert Proteinkinasen, die ihrerseits andere Enzyme in der Zelle aktivieren oder hemmen, sodass die erwünschte Antwort erfolgen kann. Das eigentliche Hormon wird „First Messenger“ genannt, cAMP „Second Messenger“ (Abb. 14.4). Die Antwort der Zelle, bzw. die Wirkung tritt sehr schnell ein und die Halbwertszeit des Hormons ist meist kurz.
Die lipophilen HormoneHormonefettlösliche passieren die Zellmembran und binden in der Regel an Rezeptoren in der Zelle, entweder im Zytoplasma oder im Zellkern. Die Zellantwort, z. B. Synthese von Struktur-Proteinen oder Enzymen, bzw. deren Wirkung tritt langsam ein. Die Halbwertszeit ist lang (Abb. 14.5).

ABBILDUNG 14.4

ABBILDUNG 14.5

MERKE

Merke

Nur die Hormone, die frei sind, also nicht an Proteine gebunden im Blut zirkulieren, können an Rezeptoren der Zielzellen binden und eine Wirkung entfalten.

Abgaberate, negative Rückkoppelung und Inaktivierung

Die $HormoneAbgabeHormonausschüttung ist an dem Bedarf des Organismus eng gekoppelt. Die Regulation erfolgt in den meisten Fällen über eine negative Rückkoppelung.$negative Rückkoppelung Die zentrale Messstelle fungiert dabei als oberster Regler. Je mehr periphere Hormone vorhanden sind, desto weniger Stimulation erfolgt vom zentralen Organ. Je weniger periphere Hormone vorhanden sind, desto mehr Stimulation vom zentralen Organ.

Einige Hormone werden bedarfsabhängig freigesetzt, z. B. Insulin nach Mahlzeiten oder Katecholamine in Stresssituationen. Bei anderen Hormonen unterliegt die Freisetzung einer Periodik, z. B. beim Kortisol dem zirkadianen Rhythmus.

HormoneAbgabeDie Abgabe der Hormone wird streng reguliert, sodass eine an den Bedarf des Körpers angepasste Hormonausschüttung gewährleistet werden kann. Die Regulation erfolgt bei vielen Hormonen über die in der Funktion hierarchisch angeordnete hypothalamisch-hypophysäre Achse (Abb. 14.6) (zentrale Steuerung). Der Hypothalamus fungiert dabei als eine zentrale Messstelle, die Informationen über das äußere und innere Milieu bewertet und mit Ausschüttung von Releasing- (freisetzungsfördernde) oder Inhibiting- (hemmende) Hormonen reagiert, die dann auf den Hypophysenvorderlappen (HVL) einwirken. Im HVL werden glanduläre (auf die Drüsen einwirkende) Hormone gebildet, die schlussendlich die peripheren, untergeordneten Drüsen stimulieren oder hemmen. Die Hormonmenge, die von den peripheren Drüsen gebildet worden ist, erreicht über das Blut den Hypothalamus als Messstation (Ist-Wert). Nach einem erneuten Abgleich mit dem Sollwert kann der Regelkreis von vorne beginnen (Abb. 14.6) und ggf. können Korrekturen vorgenommen werden, sodass der Wert dem Sollwert am nächsten kommt.
Andere Hormone, wie Insulin, RAAS oder Glukagon, unterliegen der peripheren Steuerung; das hypothalamisch-hypophysäre System fungiert dabei nicht als Messstelle und Koordinator.
Ein wesentlicher Aspekt bei der hormonellen Regulation ist die negative Rückkoppelung,negative Rückkoppelung die sowohl bei der zentralen als auch bei der peripheren Steuerung eine Schlüsselrolle spielt. Dabei wird die Menge der wirksamen Hormone der Enddrüse gemessen und je nach Menge wird die weitere Produktion und Abgabe beschleunigt oder gedrosselt. Je weniger wirksames Hormon im Blut vorhanden ist, desto mehr Stimulation erfolgt von den übergeordneten Organen; je mehr wirksames Hormon, desto weniger Stimulation von den übergeordneten Organen bzw. desto mehr Ausschüttung von Inhibiting-Hormonen.

ABBILDUNG 14.6

Eine positive Rückkoppelungpositive Rückkoppelung findet beim MenstruationszyklusMenstruationszyklus statt. In diesem speziellen Fall bedeutet das Folgendes: Je mehr Östrogen vorhanden ist, desto mehr GnRH ist auch vorhanden und damit v. a. LH, was den Eisprung auslöst. Während der Menstruation sind die Spiegel an Östrogen und Progesteron niedrig. Dadurch ist die negative Rückkopplung auf die Hypophyse gering und die Spiegel der hypophysären Hormone beginnen langsam wieder zu steigen. Der ansteigende FSH-Spiegel zu Beginn der Follikelphase führt zum Wachstum eines Follikels, der Östrogen produziert, was zum Anstieg des Östrogenspiegels führt. Gegen Ende der Follikelphase erreicht der Östrogenspiegel den Schwellenwert für die positive Rückkopplung. Es kommt zum schnellen Anstieg des LH-Spiegels (und in geringerem Maße des FSH-Spiegels). Dieser LH-Peak löst den Eisprung aus.
Einige Hormone werden nach Bedarf bzw. in Abhängigkeit von der Stoffwechsellage ins Blut abgegeben. Dazu zählen z. B.:
  • Insulin nach den Mahlzeiten (neben der basalen Sekretion)

  • Adrenalin und Noradrenalin in Stresssituationen

  • Adiuretin bei Volumenmangel und Hyperosmolarität

  • Aldosteron bei Volumenmangel

Andere Hormone werden periodisch ins Blut abgegeben, z. B.:
  • Kortisol in einem Rhythmus von 24 Stunden mit einem Maximum in den frühen Morgenstunden

  • Weibliche Sexualhormone, Östrogen und Progesteron im Monatszyklus

Die InaktivierungHormoneInaktivierung der Hormone erfolgt nach Wirkung am Zielorgan entweder im Zielorgan selbst oder sie werden in den zentralen Organen Leber und Niere abgebaut und ausgeschieden. Einige Hormone werden in aktiver Form ausgeschieden.

Endokrine Organe

Hypothalamus

Der Hypothalamus$Hypothalamus liegt im Zwischenhirn und ist das übergeordnete Regulationszentrum für vegetative und hormonelle Funktionen.

HypothalamusDer Hypothalamus liegt an der basalen Seite des Zwischenhirns und dient als übergeordnetes Regulationszentrum für alle vegetativen und endokrinen Funktionen. Dieses Organ besteht aus mehreren Kernen. Die Wirkung erstreckt sich auf die Regulation des Kreislaufs, Wasserhaushalts, der Atmung, Nahrungsaufnahme, Körpertemperatur, Miktion und Defäkation. Der Hypothalamus stellt ein übergeordnetes Kontrollzentrum für Sympathikus und Parasympathikus dar.
Hormone des Hypothalamus

Hormone$HormoneHypothalamus des Hypothalamus$HypothalamusHormone (Releasing- und Inhibiting-Hormone):

  • TRH: → HVL → TSH

  • CRH: → HVL → ACTH und MSH

  • GnRH: → HVL → FSH und LH

  • GH-RH: → HVL → Wachstumshormone (Somatotropin)

  • GH-IH (Somatostatin): → hemmt im HVL die Ausschüttung STH (Somatotropin)

  • PRL-RH: → HVL → Prolaktin

  • PRL-IH (Dopamin): → hemmt im HVL die Ausschüttung von Prolaktin

Effektorhormone:

  • Oxytocin

  • Vasopressin

HypothalamusHormoneDer HypothalamusHormoneHypothalamus steuert über die Ausschüttung der Releasing-HormoneReleasing- (Liberine) oder Inhibiting- (Statine)Inhibiting-Hormone Hormone die Aktivität des Hypophysenvorderlappens (Steuerungshormone; Abb. 14.7) und bildet 2 Effektorhormone (AdiuretinAdiuretin und OxytocinOxytocin). Diese Hormone werden nach abgeschlossener Synthese über Axone zum Hypophysenhinterlappen transportiert, gespeichert und bei Bedarf ans Blut abgegeben.
Die wichtigsten hypothalamischen Hormone sind:
  • TRHTRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon): stimuliert im Hypophysenvorderlappen (HVL) die Ausschüttung von TSH (thyreoideastimulierendes Hormon)

  • CRHCRH (Corticotropin-Releasing-Hormon): stimuliert im HVL die Ausschüttung von ACTH (adrenokortikotropes Hormon) und MSH (melanozytenstimulierendes Hormon)

  • GnRHGnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon): stimuliert im HVL die Ausschüttung von FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon)

  • GH-RHGH-RH (Growth-Hormon-Releasing-Hormon): stimuliert im HVL die Ausschüttung von STH (SomatotropinSomatotropin = Wachstumshormon)

  • GH-IHGH-IH (Growth-Hormon-Inhibiting-Hormon = Somatostatin):Somatostatin hemmt im HVL die Ausschüttung von STH (Somatotropin)

  • PRL-RHPRL-RH (Prolaktin-Releasing-Hormon): bezeichnet kein einzelnes Hormon, sondern eine Funktion, die durch mehrere Hormone ausgeübt wird; stimuliert im HVL die Bildung von Prolaktin

  • PRL-IHPRL-IH (Prolaktin-Inhibiting-Hormon = Dopamin):Dopamin hemmt im HVL die Ausschüttung von Prolaktin

ABBILDUNG 14.7

Hypophyse

Die Hypophyse$Hypophyse liegt im Zwischenhirn in der Sella turcica und gliedert sich in Adenohypophyse (Hypophysenvorderlappen, HVL) und Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen, HHL).

HypophyseDie Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)Hirnanhangsdrüse ist ca. 0,6 g schwer, liegt in der Sella turcica und ist über den Hypophysenstiel mit dem Hypothalamus verbunden. Sie gliedert sich in:
  • AdenohypophyseAdenohypophyse (Hypophysenvorderlappen, HVL):Hypophysenvorderlappen Fungiert als Drüsenanteil. Hier findet die Bildung von stimulierenden Hormonen statt, die ihrerseits Wirkungen auf Endorgane haben.

  • NeurohypophyseNeurohypophyse (Hypophysenhinterlappen, HHL):Hypophysenhinterlappen Besteht aus Neuronen, deren Somata im Hypothalamus liegen. Die Axone und Synapsen sind in der Neurohypophyse lokalisiert. Dieser Teil dient als Speicher für die im Hypothalamus gebildeten Hormone Oxytocin und Adiuretin.

Hypophysenhinterlappenhormone

Hormone des HHL:

  • Oxytocin:$Oxytocin Unteruskontraktion, Milchabgabe

  • Vasopressin$Vasopressin (ADH, Adiuretin): Rückresorption von Wasser am Sammelrohr der Niere

Folgende Hormone werden im Hypothalamus gebildet und im HypophysenhinterlappenHypophysenhinterlappenHypophyseHormone nur gespeichert (Abb. 14.8):
  • OxytocinOxytocin: Veranlasst an der glatten Uterusmuskulatur rhythmische Kontraktionen am Ende der Schwangerschaft sowie die Milchabgabe durch die Brustdrüse. Oxytocin wird im mütterlichen Körper durch Schreien des Säuglings freigesetzt und fördert die Mutter-Kind-Bindung. Ferner wird es während der Kohabitation in größeren Mengen freigesetzt, was ein gewisses Glücksgefühl herbeiführt.

  • VasopressinVasopressin (Adiuretin, ADHAdiuretinADH = antidiuretisches antidiuretisches HormonHormon): Der adäquate Reiz für die Sekretion von ADH ist der Anstieg der Osmolarität im Blut und eine Hypovolämie. ADH wirkt am Hypothalamus und verursacht Durst. Darüber hinaus wird es auf dem Blutweg zur Niere transportiert und wirkt am Sammelrohr, das sonst nicht besonders gut wasserpermeabel ist. Dieses Hormon baut dort Wasserkanäle ein, sog. Aquaporine. Ziel ist es, Wasser aus dem Tubulussystem in den Blutkreislauf zurückzubefördern. Es hemmt also die Diurese. Unphysiologisch hohe ADH-Mengen steigern den Blutdruck und wirken vasokonstriktorisch an der glatten Muskulatur der Gefäße. Beim ADH-Mangel wird sehr wenig freies Wasser rückresorbiert, dafür aber vermehrt ausgeschieden. Resultat sind eine Polyurie und Polydipsie. Alkoholgenuss hemmt die ADH-Sekretion – die Folge ist eine erhöhte Diurese.

Hypophysenvorderlappenhormone

Hormone des HVL:

Glandotrope Hormone:

  • TSH:$TSH stimuliert T3- und T4-Bildung

  • ACTH:$ACTH stimuliert Kortisolbildung

  • FSH:$FSH stimuliert Follikelreifung, Spermatogenese

  • LH:$LH stimuliert Eisprung, Testosteronbildung

Periphere Hormone:

  • STH:$STH stimuliert Wachstum

  • MSH:$MSH Regulation der Pigmentierung

  • Prolaktin:$Prolaktin stimuliert Milchbildung

Im HypophysenvorderlappenHypophysenvorderlappen werden die im Folgenden aufgeführten Hormone gebildet (Abb. 14.8). Sie können in glandotrope Hormone und solche mit peripherer Wirkung eingeteilt werden. Glandotrope Hormone wirken auf untergeordnete Drüsen und stimulieren dort die Bildung von peripheren Hormonen. Hormone mit peripherer Wirkung wirken direkt auf Zielzellen ein. Die Regulation erfolgt über die Releasing- und Inhibiting-Hormone aus dem Hypothalamus.
Glandotrope Hormone:
  • TSHTSH (thyreoideastimulierendes Hormon): stimuliert die Schilddrüse zur Bildung von T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin)

  • ACTHACTH (adrenokortikotropes Hormon): stimuliert die Nebennierenrinde zur Bildung von Kortisol

  • FSHFSH (follikelstimulierendes Hormon): stimuliert die Follikelreifung bei der Frau und die Spermatogenese beim Mann

  • LHLH (luteinisierendes Hormon): fördert den Eisprung bei der Frau und stimuliert die Testosteronbildung beim Mann

Periphere Hormone:
  • STHSTH (somatotropes Hormon, SomatotropinSomatotropin, GH = Growth Hormon): stimuliert das Körperwachstum im Kindes- und Jugendalter. Es stimuliert in jedem Alter die Synthese von Proteinen, den Abbau von Glykogen zu Glukose und den Fettabbau zu Glycerin und Fettsäuren. Darüber hinaus führt es zur Ausschüttung von Insulin, was aber auf Dauer mit einer schlechteren Glukoseverwertung einhergeht. In der Leber und in geringerem Maße auch in anderen Organen führt es zu einer verstärkten Bildung und Ausschüttung von einem insulinähnlichen Wachstumsfaktor, dem Insulin Like Growth Factor 1 (IGF-1) oder Somatomedin C, das zum Teil synergistische und zum Teil antagonistische Wirkungen, verglichen mit STH, hat. IGF-1 verfügt isoliert gesehen über blutzuckersenkende Eigenschaften, in Kombination mit STH überwiegt allerdings der hyperglykämische Effekt. Ferner führt es zum Knochen- und Knorpelwachstum, allgemeiner Zellvermehrung, Eiweiß- und Muskelaufbau. Stimulierend auf die STH-Ausschüttung sind zum einen der hypothalamische Einfluss, zum anderen aber auch Hunger, Schmerzzustände und Stress. Hemmend auf die Somatotropinsekretion wirkt sich das Somatostatin aus dem Hypothalamus, Darm und Pankreas aus.

  • MSHMSH (melanozytenstimulierendes Hormon): Steuert die Pigmentierung der Haut.

  • ProlaktinProlaktin: Stimuliert die Zellteilung der Brustdrüse und die Milchbildung am Ende der Schwangerschaft.

Epiphyse

Die Epiphyse$Epiphyse liegt im Zwischenhirn und bildet Melatonin.

Die EpiphyseEpiphyse (Zirbeldrüse, Corpus pineale)ZirbeldrüseCorpus pineale liegt im Zwischenhirn. Sie bildet aus Serotonin das Melatonin,Melatonin wobei die Produktion einer zirkadianen Rhythmik unterliegt und lichtabhängig ist. Die Bildung ist in der Nacht erhöht und am Tag unter Lichteinfluss reduziert. Die Hauptwirkung findet sich an den Geschlechtsorganen. Sie werden durch das Melatonin vor der Pubertät in der Entwicklung gehemmt.

ABBILDUNG 14.8

Schilddrüse

Makroskopischer Aufbau

Die Schilddrüse$Schilddrüse liegt unterhalb des Schildknorpels, besteht aus 2 Lappen, ist von einer Doppelkapsel umgeben und beinhaltet zwischen den Kapselblättern die Nebenschilddrüsen.

SchilddrüseDie SchilddrüseAufbauSchilddrüse (Glandula thyreoidea)Glandula thyreoidea liegt unterhalb des Schildknorpels (Abb. 14.9) und besteht aus 2 schmetterlingsförmigen Lappen, die durch einen Isthmus verbunden sind (Abb. 14.10). Vom Isthmus zieht häufig ein Lobus pyramidalis nach kranial, der unterschiedlich ausgeprägt sein kann.
Die Schilddrüse ist von einer doppelten Kapsel umgeben. Die innere Kapsel umschließt das Organ, die äußere Kapsel (Capsula fibrosa) verbindet die Schilddrüse locker mit dem Kehlkopf, sodass die Schilddrüse allen Bewegungen des Kehlkopfs folgen muss. Innerhalb der Capsula fibrosa liegen die Epithelkörperchen (Nebenschilddrüsen), Venen und Arterien.

ABBILDUNG 14.9

ABBILDUNG 14.10

Mikroskopischer Aufbau

Das $SchilddrüseAufbauParenchym besteht aus Follikeln, die das Kolloid umgeben. Das Kolloid beinhaltet Thyreoglobulin mit den gebundenen Schilddrüsenhormonen. Zwischen den Follikeln finden sich C-Zellen, die Kalzitonin bilden.

Die SchilddrüseSchilddrüseAufbau besteht aus Parenchym und bindegewebigem Stroma. Das Parenchym ist in unterschiedlich große Bläschen (Follikel) unterteilt, die durch Bindegewebe unterteilt sind (Abb. 14.11). Die Schilddrüsenfollikel bestehen aus einem einschichtigen Epithel. Nach innen umgrenzt das Epithel einen Raum, der mit einer homogen aussehenden jodhaltigen Masse ausgefüllt ist, die als Kolloid bezeichnet wird. Das Kolloid besteht aus ThyreoglobulinThyreoglobulin, an das die jodhaltigen Schilddrüsenhormone gebunden sind. Thyreoglobulin ist unter physiologischen Umständen nur in Spuren im Blut vorhanden. Bei Tumorerkrankungen wird es verstärkt ins Blut entlassen und fungiert als Tumormarker.
Im Follikelepithel und auch parafollikulär kommen einzelne oder in Gruppen liegende helle Zellen vor, die als C-Zellen bezeichnet werden. Sie bilden das Hormon KalzitoninKalzitonin, das sie direkt ins Blut abgeben.

ABBILDUNG 14.11

Schilddrüsenhormone
Schilddrüse Hormone

Die $SchilddrüseHormoneSchilddrüse bildet die jodhaltigen Hormone T3$T3, T4$T4 und das Kalzitonin.$Kalzitonin Die Regulation des T3- und T4-Spiegels erfolgt über TRH und TSH. Der Jodid-Tagesbedarf liegt bei ca. 200 µg.

Die Hormone T3T3 (Trijodthyronin) und T4T4 (Tetrajodthyronin) werden in der Schilddrüse gebildet. Für die Synthese dieser Hormone wird Jodid (J) benötigt. T3 und T4 werden an ein größeres Protein, das Thyreoglobulin, gebunden und im Kolloid gespeichert. Bei Bedarf werden sie aus der Thyreoglobulinbindung entlassen und ins Blut freigesetzt. Der Tagesbedarf an JodidJodid beträgt etwa 200 µg. T3 ist die stoffwechselaktive Form. Die Regulation unterliegt der hypothalamisch-hypophysären Steuerung.
Im Hypothalamus wird TRHTRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) gebildet und freigesetzt. Es bewirkt im Hypophysenvorderlappen die TSHTSH-Bildung (thyreoideastimulierendes Hormon) und Ausschüttung (Abb. 14.12). TSH gelangt auf dem Blutweg in die Schilddrüse, wo es die Hormonproduktion und -ausschüttung aus der Schilddrüse fördert. Darüber hinaus verstärkt TSH die Jodresorption aus dem Dünndarm und wirkt als Wachstumsfaktor an der Schilddrüse.
Das ins Blut abgegebene T3 und T4 ist z. T. an Proteine gebunden und zirkuliert z. T. frei. Der freie Anteil ist für die negative Rückkopplung an den Hypothalamus zuständig.
Wirkungen von T3 und T4

Wirkungen von T3/T4:

  • Steigert Grundumsatz, Gesamtstoffwechsel, Wärmeproduktion, Wärmeabgabe, Sauerstoffverbrauch

  • Fördert Wachstum, Entwicklung, Gehirnreifung

  • Fördert Kalzium-Phosphat-, Muskelstoffwechsel

  • Erhöht Blutzuckerspiegel

Zu den Wirkungen von T3T3 und T4T4 zählen (Abb. 14.12):
  • Steigerung von Grundumsatz, Gesamtstoffwechsel, Wärmeproduktion, Wärmeabgabe und Sauerstoffverbrauch

  • Förderung von körperlichem Wachstum, körperlicher Entwicklung, Gehirnentwicklung und Gehirnreifung

  • Förderung des Wachstums der Neurone, Myelinscheiden und der synaptischen Verknüpfung

  • Förderung des Kalzium-Phosphat- und Muskelstoffwechsels

  • Erhöhung des Blutzuckerspiegels durch Aktivierung der Glukoneogenese und Glykogenolyse; gleichzeitig Abnahme der Insulinempfindlichkeit an den peripheren Zellen

  • Förderung des Einbaus von β-Rezeptoren am Herzen und damit Zunahme der Katecholaminempfindlichkeit

  • Förderung des renales Blutflusses und damit der glomerulären Filtrationsrate

  • Förderung der Lipolyse, damit Erhöhung der Triglyzeride im Blut

  • Förderung der Erythropoese durch den erhöhten Sauerstoffverbrauch

  • Steigerung des Appetits

  • Kalziurische (kalziumausscheidende) Wirkung

ABBILDUNG 14.12

Wirkungen von Kalzitonin
Kalzitonin

Wirkungen von Kalzitonin:

  • Senkt Kalziumspiegel

  • Antagonistisch zum Parathormon

Zu den Wirkungen von Kalzitonin zählen:
  • KalzitoninSenkung des Serumkalziumspiegels durch Hemmung der Osteoklasten und gleichzeitige Stimulierung der Knochenanbauprozesse. Im Darm wird unter dem Kalzitonineinfluss die Kalziumresorption vermindert. An der Niere wird die Ausscheidung von Kalzium, Phosphat, Natrium, Magnesium und Kalium gefördert.

  • Antagonistische Wirkung zum ParathormonParathormon (14.2.5).

Nebenschilddrüsen

Die Nebenschilddrüsen$Nebenschilddrüsen liegen an der Hinterseite der Schilddrüse und produzieren das Parathormon, das mit Vitamin D und Kalzitonin den Kalzium-Phosphat-Haushalt reguliert.

Die NebenschilddrüsenNebenschilddrüsen (Epithelkörperchen)Epithelkörperchen sind erbsengroße Organe, die auf der dorsalen Seite der Schilddrüse zwischen Organkapsel und Capsula fibrosa liegen: auf jeder Seite je oben und unten eines. Lage und Anzahl der Epithelkörperchen sind variabel; meist sind 4 Epithelkörperchen vorhanden (Abb. 14.13). Sie besitzen eine eigene Organkapsel und produzieren ParathormonParathormon, das an der Regulation des Kalzium-Phosphat-Haushalts beteiligt ist.
Kalzium-Phosphat-Haushalt

Wirkungen von Kalzitonin: 14.2.4

Kalzium-Phosphat-HaushaltDer Kalzium-Phosphat-Haushalt wird v. a. durch KalzitoninKalzitonin (14.2.4), Parathormon und Vitamin Vitamin DD gesteuert (Abb. 14.14).
Parathormon

Wirkungen des Parathormons: $Parathormon

  • Erhöht Kalziumspiegel

  • Senkt Phosphatspiegel

ParathormonParathormon wird in den Epithelkörperchen (Nebenschilddrüse) produziert. Es wird ausgeschüttet, wenn der Blutkalziumspiegel sinkt oder die Phosphatkonzentration im Blut steigt.
Wirkungen:
  • Erhöhung das Serumkalziums durch:

    • Förderung der renalen Kalziumreabsorption

    • Stimulierung der Resorption im Darm von Kalzium und Magnesium

    • Mobilisierung und Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen

    • Stimulierung der Bildung von Vitamin D3

  • Senkung des Phosphatspiegels über eine erhöhte Phosphatausscheidung über den Harn

ABBILDUNG 14.13

ABBILDUNG 14.14

Vitamin D

Wirkungen von Vitamin D: $Vitamin D

  • Erhöht Kalzium- und Phosphatspiegel

  • Regt Knochenmineralisation an

Vitamin DVitamin D wird entweder aus der Nahrung aufgenommen oder aus Cholesterin in der Leber und Niere synthetisiert. Unter UV-Bestrahlung in der Haut entsteht Cholekalziferol. Diese gelangt zur Leber, in welcher der erste Aktivierungsschritt stattfindet. Im Anschluss gelangt es in die Niere, in der die zweite Aktivierung erfolgt und ein funktionstüchtiges Vitamin, das Kalzitriol (1,25-(OH)2-Cholekalziferol oder Vitamin D3), gebildet wird. Die Synthese wird insbesondere dann vorangetrieben, wenn der Kalzium- bzw. Phosphatspiegel niedrig oder der Parathormonspiegel hoch ist.
Wirkungen:
  • Verstärkung der Kalzium- und Phosphataufnahme aus dem Darm und Bereitstellung dieser Stoffe für das Skelett zur Mineralisation

  • Direkte Förderung des Knochenaufbaus

Pankreas

Die Langerhans-Inseln$Langerhans-Inseln sind der endokrine Teil des Pankreas$Pankreas. Die Zellen bilden Insulin$Insulin (B-Zellen), Glukagon$Glukagon (A-Zellen) und Somatostatin$Somatostatin (D-Zellen).

Makroskopischer Aufbau
Pankreas 10.1.4
Mikroskopischer Aufbau
Der endokrine Teil des Pankreas liegt in den Langerhans-Inseln.Langerhans-Inseln Die Anzahl der Inseln ist variabel, schwankt je nach Individuum zwischen 500.000 und 2 Millionen. Der Hauptanteil der Inseln liegt im Pankreasschwanz. Zusammen sind sie etwa 1–2 g schwer und machen 1–2 % der Pankreasmasse aus (Abb. 14.15).

ABBILDUNG 14.15

Hormone des endokrinen Pankreas
Die Langerhans-Inseln bestehen aus folgenden Zellen:
  • A-Zellen: Bilden das Hormon GlukagonGlukagon, das an das Blut abgegeben wird.

  • B-Zellen: Bilden das Hormon InsulinInsulin, das antagonistische Wirkung zum Glukagon hat. Es wird sowohl mahlzeitenabhängig (hohe Insulinsekretion) als auch mahlzeitenunabhängig (niedrige, basale Insulinsekretion) ausgeschüttet. Insulin hat eine kurze Halbwertszeit von ca. 5 Minuten und wird aus einem Vorläuferproteinmolekül gebildet, das aus einem A-, B- und C-Abschnitt besteht. Die Abschnitte A und B werden zum Insulin verbunden. Der Abschnitt C entsteht in gleichen (äquimolaren) Mengen und wird C-Peptid genannt, das eine längere Halbwertszeit von ca. 25 Minuten hat und sich für die Laborbestimmung eignet, wenn es sich um die Fragestellung handelt, wie viel Eigenproduktion von Insulin noch stattfindet.

  • D-Zellen: Bilden das Hormon SomatostatinSomatostatin, das die Insulin- und Glukagonsekretion und Verdauungsfunktionen hemmt. Somatostatin wird neben den D-Zellen (und Hypothalamus) in vielen Zellen des Verdauungstrakts hergestellt.

  • PP-Zellen: Bilden das pankreatische Polypeptid.pankreatisches Polypeptid Es hemmt die exokrine Pankreasfunktion.

Wirkungen von Insulin

Wirkungen von Insulin:

  • Senkt Blutzuckerspiegel durch Glukose-, Aminosäure- und Kaliumtransport in die peripheren Zellen

    • Insulinunabhängige Gewebe: β-Zellen des Pankreas, Gehirn-, Leber- und Muskelzellen in Aktion

    • Insulinabhängige Zellen: Fett- und Muskelzellen in Ruhe

  • Anaboles Hormon: fördert Glykogen-, Fett- und Proteinsynthese und hemmt die katabolen Prozesse

  • Täglicher Bedarf liegt bei ca. 40 IE

Insulin hat folgende Wirkungen:
  • InsulinSenkt als einziges Hormon den Blutzuckerspiegel, indem es den Glukose-, Aminosäure- und Kaliumtransport in die periphere Zelle fördert. Nicht alle Zellen benötigen Insulin, um Glukose aufzunehmen. Zu den insulinunabhängigen Geweben zählen die β-Zellen des Pankreas sowie Gehirn-, Leber- und Muskelzellen in Aktion. Zu den insulinabhängigen Zellen zählen die Fett- und Muskelzellen in Ruhe.

  • Fördert die anabolen Stoffwechselprozesse wie Glykogen-, Fett- und Proteinsynthese.

  • Hemmt die katabolen Prozesse wie Lipo-, Proteo- und Glykogenolyse.

Der tägliche Bedarf liegt bei ca. 40 IE, bezogen auf normalgewichtige Patienten und leichte körperliche Tätigkeit. Dieser Wert kann nur in etwa angegeben werden, weil er u. a. von Gewicht, Ernährungsgewohnheiten, physischer und psychischer Belastung abhängig ist.
Wirkungen von Glukagon
GlukagonGlukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Andere Insulinantagonisten sind: STH, ACTH, Kortisol, Adrenalin und Thyroxin.

Wirkungen von Glukagon:

  • Erhöht Blutzuckerspiegel durch Glykogenolyse und Glukoneogenese

  • Fördert Protein- und Fettabbau

Glukagon hat folgende Wirkungen:
  • Erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es die Glykogenolyse (Glykogenauflösung zur Glukose) und die Glukoneogenese (Glukoseneubildung) aus Aminosäuren fördert.

  • Fördert den Protein- und Fettabbau.

Nebenniere

Die Nebenniere$Nebenniere liegt am oberen Pol der Niere und kann in Rinde (NNR) und Mark (NNM) eingeteilt werden.

Hormone der NNR:

  • Mineralokortikoide, v. a. Aldosteron$Aldosteron

  • Glukokortikoide, v. a. Kortisol$Kortisol

  • Androgene$Androgene

Hormone des NNM: Katecholamine$Katecholamine (Nor- und Adrenalin)

NebenniereDie Nebennieren (Glandulae suprarenales)Glandulae suprarenales liegen den Nieren kappenartig auf. Beide Organe sind nur durch eine dünne Fettschicht voneinander getrennt und liegen innerhalb des Fasziensacks der Niere (Abb. 14.16). Die Nebennieren sind etwa 3 cm lang, 2,5 cm breit und 5–10 g schwer. Die Nebenniere kann unterteilt werden in die Nebennierenrinde (NNR) und das Nebennierenmark (NNM).
Die Nebennierenrinde Nebennierenrindehat das größere Volumen. Innerhalb der Rinde lassen sich von außen nach innen 3 Zonen unterscheiden (Abb. 14.16):
  • Zona glomerulosa: liegt unterhalb der Kapsel und ist für die Bildung der Mineralokortikoide, v. a. Aldosteron, zuständig

  • Zona fasciculata: liegt zwischen der Zona glomerulosa und Zona reticularis und bildet Glukokortikoide, v. a. Kortisol, Kortison und Kortikosteron

  • Zona reticularis: liegt dem Nebennierenmark an und ist für die Bildung von Androgenen zuständig

Alle Hormone der Nebennierenrinde werden aus Cholesterin synthetisiert (Abb. 14.17).
Das NebennierenmarkNebennierenmark ist von der Nebennierenrinde umgeben und für die Katecholaminbildung (Adrenalin, Noradrenalin) zuständig. Es ist eigentlich ein sympathisches Paraganglion, das eine Ansammlung von Somata zeigt, jedoch keine Axone. Die Hormonfreilassung erfolgt also nicht in den synaptischen Spalt, sondern in die Blutbahn.

ABBILDUNG 14.16

Hormone der Nebennierenrinde
Aldosteron und RAAS
NebennierenrindeHormoneAldosteronDie Aldosteronsekretion wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Vom Renin-Angiotensin-Aldosteron-SystemRenin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) (Abb. 14.18), von der ACTH-Konzentration im Blut und von den Konzentrationen an Natrium und Kalium. Angiotensin II, eine Hyperkaliämie und Hyponatriämie stimulieren die Aldosteronsynthese am stärksten. ACTH besitzt nur eine geringe stimulierende Wirkung.

Hormone der Nebennierenrinde: $Nebennierenrinde

  • Aldosteron:$Aldosteron Ausschüttung über das Renin-Angiotensin-System

    • Erhöht Na+- und H2O-Rückresorption (blutdrucksteigernde Wirkung) am distalen Tubulus und Sammelrohr

    • Verstärkt K+-Ausscheidung

  • Androgene:$Androgene 14.2.8

ReninRenin ist ein Hormon mit einer Enzymfunktion und wird im juxtaglomerulären Apparat der Niere gebildet. Ausgeschüttet wird es v. a. dann, wenn der Druck im Vas afferens sinkt und ein NaCl-Mangel besteht. Im Blut setzt Renin aus AngiotensinogenAngiotensinogen, das in der Leber gebildet wird, Angiotensin Angiotensin II frei. Angiotensin I wird dann durch das Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE), das in der Lunge gebildet wird, in Angiotensin Angiotensin IIII umgewandelt. Angiotensin II ist ein starker Vasokonstriktor, der zum Blutdruckanstieg führt. Es stimuliert auch in der Nebennierenrinde die Aldosteronsekretion.
AldosteronAldosteron wirkt am distalen Tubulus der Nieren, indem es die Natrium- und Wasserrückresorption sowie die Kaliumausscheidung fördert. Neben Kalium werden Magnesium und saure Valenzen verstärkt ausgeschieden. Gleichzeitig unterdrückt es die Reninausschüttung.

ABBILDUNG 14.17

ABBILDUNG 14.18

Kortisol
KortisolKortisol entsteht aus Cholesterin und ist das wirksamste Glukokortikoid. Die Konzentration der Glukokortikoide unterliegt der hypothalamisch-hypophysären Steuerung. CRH wird im Hypothalamus gebildet und bewirkt im Hypophysenvorderlappen eine ACTH-Sekretion. ACTH entsteht aus einem größeren Protein, dem POMC (Proopiomelanokortin). Aus diesem Protein entstehen neben ACTH auch das melanozytenstimulierende Hormon (MSH) und ein Endorphin, das ein natürliches Opiat darstellt. ACTH wirkt auf die Zona fasciculata der NNR und stimuliert die Kortisolsynthese. Über eine negative Rückkoppelung wird die Menge des Kortisols von der hypothalamisch-hypophysären Achse reguliert (Abb. 14.19).

  • Kortisol:$Kortisol Stresshormon; Ausschüttung unterliegt einer zirkadianen Rhythmik, Regulation über die hypothalamisch (CRH) hypophysäre (ACTH) Achse

    • Proteinabbau (katabole Wirkung)

    • Fettabbau, erhöht Triglyzeride im Blut

    • Erhöht Blutzuckerspiegel durch Förderung der Glukoneogenese

    • Immunsuppression

Nur etwa 10 % des Kortisols liegen in freier, biologisch aktiver Form vor, 90 % in gebundener Form. Die Ausschüttung des Hormons unterliegt einem zirkadianen Rhythmus. Die Konzentration von Kortisol ist in den frühen Morgenstunden am höchsten und am späten Abend bzw. um Mitternacht am niedrigsten.

ABBILDUNG 14.19

Wirkungen
Kortisol ist ein Stresshormon. Während einer Stressreaktion müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Unter anderem müssen Blutdruck und Herzfrequenz adäquat sein, Substrate in Form von Glukose, Aminosäuren und Triglyzeriden (Fettsäuren) ausreichend bereitstehen und eine suffiziente Immunsuppression muss gewährleistet sein. Neben Kortisol sind an einer Stressreaktion noch Katecholamine und der Sympathikus beteiligt. Alle 3 Systeme besitzen teils überlappende Wirkungen.
Wirkungen von Kortisol:
  • Proteinabbau (katabole Wirkung) v. a. aus der Muskulatur

  • Fettabbau mit Freisetzung und Erhöhung der Triglyzeride im Blut

  • Förderung der Glykogensynthese in der Leber

  • Erhöhung des Blutzuckerspiegels durch Förderung der Glukoneogenese aus Aminosäuren und Hemmung der Verstoffwechselung von Glukose in den peripheren Zellen

  • Hemmung der Kalziumresorption im Darm

  • Immunsuppression (antientzündliche, antiallergische Wirkung) durch Hemmung der Leukozytendiapedese, Phagozytose und Antikörperbildung

  • Hemmung der Fibroblasten-, Osteoblasten- und Chondroblastenaktivität mit gleichzeitiger Hemmung der Kollagenbiosynthese. Das führt bei hohen Konzentrationen zu schlechten Wundheilung, dünner Haut, Bildung von Striae und im Allgemeinen zur Bindegewebsschwäche

  • Aktivierung der Osteoklasten (osteoporotischer Effekt)

  • Blutdrucksteigerung durch Natrium- und Wasserresorption an der Niere

  • Förderung der Bildung von Thrombozyten, Erythrozyten und neutrophilen Granulozyten

  • Förderung der HCl-Sekretion am Magen und Hemmung der Schleimbildung, was in hohen Konzentrationen eine Magenulkusentstehung begünstigt

  • Förderung der Katecholaminempfindlichkeit am Herzen, indirekt Blutdruck- und Herzfrequenzerhöhung

  • Steigerung des intraokulären Drucks mit den Folgekomplikationen des Glaukoms und der Katarakt

  • Stimmungsausgleichender Effekt bei normalen Dosierungen, bei hohen Dosierungen depressive oder paranoide Symptome

  • Wirkung auf andere Hormone: Hemmung der TSH-Freisetzung, der T3-Konversion, der Sekretion der Gonadotropine (dadurch Mangel an Sexualhormonen), Verstärkung der Wirkung von Parathormon

Hormone des Nebennierenmarks
Nebennierenmark Hormone

Die Hormone des Nebennierenmarks,$Nebennierenmark die Katecholamine Adrenalin$Adrenalin und Noradrenalin,$Noradrenalin sind Stresshormone.

Wirkungen:

  • Anstieg von Glukose und Fettsäuren im Blut

  • Erhöhung des Grundumsatzes

  • Anstieg von Herzfrequenz, Blutdruck, Herzkraft

  • Vermehrte Muskeldurchblutung

  • Abnahme der Eingeweidedurchblutung und Darmperistaltik

KatecholamineAdrenalinAdrenalin und NoradrenalinNoradrenalin (Katecholamine) sind Stresshormone und mobilisieren Energiespeicher. Noradrenalin wird im NNM aus Tyrosin in mehreren Reaktionsschritten synthetisiert. Aus Noradrenalin entsteht dann Adrenalin. Beide Hormone werden ins Blut entlassen und zeigen an verschiedenen Organen Wirkungen. Der Abbau im Blut erfolgt in der Leber zur Vanillinmandelsäure, die dann über den Urin ausgeschieden wird. Die Katecholamine, die als Neurotransmitter wirken (aus der Synapse entlassen werden), werden in die Synapse wieder aufgenommen. Ein Teil wird dem Blut zugeführt, in die Leber transportiert und dort abgebaut.
Wirkungen
Die Katecholamine wirken an den Zielzellen an α- und/oder β-Rezeptoren. Sie werden auch Adrenorezeptoren genannt. Man unterscheidet α1- und α2-Rezeptoren. In der β-Gruppe unterscheidet man β1-, β2- und β3-Rezeptoren. Die meisten Organe, die durch Katecholamine beeinflusst werden, besitzen beide Arten der Rezeptoren (α und β). Da aber die Wirkung meist antagonistisch (entgegengesetzt) ist, hängt die schlussendliche Wirkung davon ab, welche Rezeptorart überwiegt.
  • α1-Rezeptoren: Finden sich auf glatten Muskelzellen der Gefäße, außer den Koronarien, Lungen und Gehirngefäßen. Durch die Aktivierung der Rezeptoren findet eine Vasokonstriktion statt.

  • α2-Rezeptoren: Finden sich auf Neuronen der vegetativen Neurone und auf Fettzellen.

  • β1-Rezeptoren: Finden sich v. a. am Herzen, aber auch an der Niere und im Fettgewebe. Die Stimulation am Herzen führt zur Herzfrequenzbeschleunigung und Zunahme der Inotropie (Herzkraft). β1-Rezeptoren werden auch als kardioselektiv bezeichnet.

  • β2-Rezeptoren: Besitzen eine hohe Affinität zu Adrenalin und finden sich an der glatten Muskulatur der meisten peripheren Organe, in hoher Dichte v. a. an Bronchien und Blutgefäßen. Die Reaktionen sind eine Bronchodilatation und Vasodilatation.

  • β3-Rezeptoren: Finden sich an den Fettzellen. Die Stimulation führt zur verstärkten Lipolyse.

Die genaue Kenntnis über die Rezeptorverteilung in den einzelnen Organen muss dem Heilpraktiker nicht im Detail geläufig sein, die allgemeinen Wirkungen der Katecholamine jedoch schon (Tab. 14.1).

TABELLE 14.1

Hoden (Testes) und Eierstöcke (Ovarien)

HodenEierstockAnatomie 17.1.1, 17.2.1
Testosteron

Testosteron$Testosteron wird v. a. im Hoden gebildet.

Wirkungen:

  • Anlage und Reifung der männlichen Geschlechtsorgane

  • Prägung der Geschlechtsmerkmale

  • Anabole Wirkung

  • Fördert den Epiphysenschluss

TestosteronTestosteron wird v. a. in den Hoden (Testes) gebildet (z. T. auch in der Nebennierenrinde) und unterliegt der hypothalamisch-hypophysären Steuerung. Im Hypothalamus wird GnRH freigesetzt, das im Hypophysenvorderlappen die FSH- und LH-Produktion stimuliert. LHLH bewirkt am Hoden eine verstärkte Testosteronproduktion, FSHFSH fördert die Spermienbildung.
Wirkungen
Die Wirkungen von Testosteron sind:
  • In der Fetalperiode: Anlage und Reifung der männlichen Geschlechtsorgane

  • Prägung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale

  • Erhöhung der Libido

  • Förderung des Eiweißaufbaus: essenziell für Penis-, Larynx-, Muskel- und Knochenwachstum sowie die Spermienbildung und -reifung

  • Förderung des Schlusses der Epiphysenfugen

  • Wirkung auf Nebenhoden, Prostata, Samenbläschen (Wachstum und Sekretbildung), Förderung der Bildung des Ejakulats

Östrogen

$ÖstrogenÖstrogene werden in den Ovarien gebildet.

Wirkungen:

  • Anlage und Reifung der weiblichen Geschlechtsorgane

  • Prägung der Geschlechtsmerkmale

  • Anabole Wirkung

  • Fördert den Epiphysenschluss

  • Führt zur vermehrten Fetteinlagerung

ÖstrogenÖstrogen wird in den Eierstöcken (Ovarien) produziert. Synthese und Ausschüttung unterliegen der hypothalamisch-hypophysären Steuerung und werden von FSHFSH stimuliert.
Wirkungen
Die Wirkungen des Östrogens sind:
  • Förderung des Wachstums der weiblichen Geschlechtsorgane

  • Prägung die sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale

  • Förderung des Muskel-, Fett- und Knochenaufbaus

  • In der Pubertät Förderung des Schlusses der Epiphysenfuge

  • Aufbau der Uterusschleimhaut und Förderung der Eizellreifung

  • Vergrößerung des subkutanen Fettgewebes

  • Verringerung des Wachstums der Talgdrüsen

Progesteron

$ProgesteronProgesteron wird im Gelbkörper und in der Plazenta gebildet.

Wirkungen:

  • Einbau von Glykogen in die Uterusschleimhaut

  • Herzfrequenz ↑, Atemfrequenz ↑, Körpertemperatur ↑

ProgesteronProgesteron wird in der 2. Zyklushälfte vom Gelbkörper (Corpus luteum), bei der schwangeren Frau in der Plazenta gebildet. Das LHLH aus dem Hypophysenvorderlappen stimuliert Synthese und Ausschüttung.
Wirkungen
Die Wirkungen des Progesterons sind:
  • Veränderungen des Uterus in der 2. Zyklushälfte (Sekretionsphase), indem Glykogen eingebaut wird. Wichtig für die Nidation (Einnistung) der befruchteten Eizelle im Endometrium.

  • Beschleunigung von Atmung und Herzfrequenz und Erhöhung der Körpertemperatur um 0,5 °C (ca. 1 Tag nach der Ovulation).

  • Abnahme der Schleimbildung an der Zervix.

Untersuchung der Schilddrüse

Untersuchung Schilddrüse Schilddrüse Untersuchung

  • Inspektion: v. a. Halsform, Knotenbildung, Einflussstauung, Exophthalmus, Myxödem

  • Palpation: Beurteilung v. a. von Größe, Konsistenz, Schmerzhaftigkeit, Verschiebbarkeit

  • Funktionsprüfung: TSH, fT3, fT4, Sonografie, Szintigrafie

ACHTUNG

Achtung

Ausschluss eines Notfalls:

  • Thyreotoxische Krise mit Symptomen wie u. a. Bewusstseinsstörung, Tachykardie, Hypertonie, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Muskelschwäche

  • Myxödem-Koma (sehr selten) mit Symptomen wie u. a. Bewusstseinsstörung, starker Abfall der Körpertemperatur, Abfall der Atemfrequenz, Bradykardie und Hypotonie

Inspektion

InspektionSchilddrüseBei der Inspektion werden folgenden Merkmale beurteilt:
  • Form des Halses bei normaler Halshaltung

  • Sichtbare Knoten am Hals

  • Ein- oder beidseitige Einflussstauung

  • Exophthalmus

  • Myxödem

  • Lymphknotenvergrößerung

Palpation

PalpationSchilddrüseHinter dem Patienten stehend beidseits die Finger in Höhe des Schildknorpels auflegen. Den Patienten auffordern zu schlucken. Dabei sollte die Schilddrüse der Kehlkopfbewegung folgen. Bei der Palpation der Schilddrüse werden Größe, Konsistenz, Schmerzhaftigkeit, Verschiebbarkeit, palpables Schwirren und evtl. vorhandene Knoten erfasst.

Funktionsprüfung

FunktionsprüfungSchilddrüseDie Funktionsprüfung umfasst folgende Untersuchungen:
  • Labor: Bestimmung von TSH, fT3, fT4, Autoantikörpern (TRAK, TPO).

  • Sonografie der Schilddrüse mit Beurteilung von Lage, Form, Größe, Gewebehomogenität und möglicher Knotenbildung.

  • Szintigrafie und Feinnadelbiopsie: Bei der Szintigrafie kann das Speicherverhalten der einzelnen Bezirke (Knoten) der Schilddrüse beurteilt werden. Bezirke, die viel Testsubstanz (Technetium-Pertechnat) aufnehmen, werden als heiße Knoten bezeichnet, Bezirke, die kein Speicherungsverhalten zeigen, als kalte Knoten. Besteht der Verdacht auf ein malignes Geschehen, können verdächtige Bezirke punktiert und dann histologisch untersucht werden.

Lernzielkontrolle

  • Wie sind Hormone definiert?

  • Wie werden Hormone im Blut gespeichert? Wo werden sie inaktiviert?

  • Was ist der Unterschied zwischen der endokrinen und der parakrinen Wirkung der Hormone?

  • Benennen Sie die endokrinen Drüsen bzw. endokrin wirksamen Gewebe!

  • Wo liegt der Hypothalamus? Welche Hormone produziert er? Was sind Releasing- und Inhibiting-Hormone, was Effektorhormone?

  • Wo liegt die Hypophyse? Welche Hormone werden im Hypophysenvorderlappen gebildet? Welche Hormone werden im Hypophysenhinterlappen gespeichert? Welche Funktionen haben sie jeweils?

  • Wie ist die Schilddrüse aufgebaut? Welche Hormone werden in der Schilddrüse und den Nebenschilddrüsen produziert?

  • In welchen Anteilen des Pankreas werden Insulin und Glukagon gebildet? Welche Wirkungen haben diese Hormone im Stoffwechsel?

  • Welche Hormone werden in der Nebennierenrinde produziert? Welche Wirkungen haben diese Hormone im Organismus?

  • Was sind Katecholamine? Wo werden sie gebildet und welche Wirkung haben sie?

  • Was wissen Sie über die Funktion der Sexualhormone?

Erkrankungen von Hypothalamus und Hypophyse

Lernziele

  • Benennung der Symptome der Akromegalie.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome des Diabetes insipidus.

  • Benennung der Ursachen und der Leitsymptome beim Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion.

  • Kenntnisse über Definition, Gradeinteilung, Entstehung und Komplikationen der Struma.

  • Kenntnisse über die Ursachen, Symptome und Komplikationen der Hyper- und Hypothyreose.

  • Benennung von Symptomen und Komplikationen des Schilddrüsenkarzinoms.

  • Benennung von Ursachen und Symptomen des Hyper- und Hypoparathyreoidismus.

  • Kenntnisse über die Arten, Symptome, Komplikationen des Diabetes mellitus, der Hyper- und Hypoglykämie.

  • Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Cushing-Syndrom und Morbus Cushing sowie Benennung deren Symptome.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome der NNR-Insuffizienz.

  • Kenntnisse über Symptome des Phäochromozytoms.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome der Rachitis und Osteomalazie.

  • Kenntnisse über die Risikofaktoren und Symptome der Osteoporose.

Allgemeines zu endokrinen Erkrankungen

Endokrine Erkrankungenendokrine Erkrankungen sind durch eine Vielzahl von z. T. sehr unterschiedlichen Symptomen gekennzeichnet. Der Grund liegt in der Wirkung des einzelnen Hormons, das meist systemübergreifende Effekte besitzt. Maßgeblich ist die Kenntnis über die physiologische Wirkung der Hormone; die Symptome der Erkrankungen im Sinne eines Über- oder Unterfunktionszustands lassen sich dann weitestgehend herleiten.

Akromegalie

  • $AkromegalieSeltene Erkrankung

  • Meist durch ein Hypopyhsenadenom verursacht

  • Geht mit einem Überschuss an Wachstumshormonen einher

Definition
AkromegalieDie Akromegalie ist eine seltene Erkrankung, die mit einer erhöhten Produktion von Wachstumshormonen einhergeht.
Pathogenese
Die Akromegalie ist meist auf ein HypophysenadenomHypophysenadenom zurückzuführen, abgesehen von medikamentös induzierten Formen, z. B. beim Doping. Vor dem Schluss der Epiphysen fördern STH und IGF-1 das Längenwachstum, die Folge ist ein Gigantismus.Gigantismus Nach dem Schluss der Epiphysen findet kein Längenwachstum mehr statt; das überschüssig gebildete STH hat eine Auswirkung auf das Dickenwachstum (appositionelles Wachstum) des Knochens v. a. an den Akren (äußere Enden des Körpers) und die Proliferation des Bindegewebes, was zur Akromeglie mit den klassischen Symptomen führt. Neben der Veränderung der Physiognomie üben STH und IGF-1 zahlreiche Wirkungen auf den Stoffwechsel aus, z. B. eine Erhöhung des Glukosespiegels, und führen zur Vergrößerung der inneren Organe (Viszeromegalie), v. a. des Herzens.

$Akromegalie Symptome Leitsymptome:

  • Veränderung, Vergröberung und Verdickung der Gesichtshaut

  • Vergrößerung des Schädels und der Zunge mit Auseinanderweichen der Zähne

  • Vergrößerung der Hände, Füße und inneren Organe

Begleitsymptome:

  • Schleichender Krankheitsbeginn (Vergleich mit alten Fotografien)

  • Kopfschmerzen, Hypertonie

  • Gesichtsfeldeinschränkungen, Sehstörungen

  • Arthropathien, Karpaltunnelsyndrom

  • Eventuell Entwicklung eines sekundären Diabetes mellitus

Symptome
  • Schleichender Krankheitsbeginn, der sich meist über viele Jahre erstreckt: ein Vergleich mit alten Fotografien des Patienten ist hilfreich

  • Veränderung, Vergröberung und Verdickung der Gesichtshaut

  • Vergrößerung des Schädels: Mützen, Hüte erscheinen zu klein

  • Zunge vergrößert und quadratisch (Abb. 14.21)

  • Zähne weichen auseinander, was mit einer Veränderung der Sprache einhergehen kann

  • Vergrößerung der Hände und Füße (Schuhe und Handschuhe sind zu klein)

  • Viszeromegalie (Vergrößerung innerer Organe): betroffen sind v. a. das Herz und die Leber; das Herzwachstum muss kritisch gesehen werden, weil die Koronarien nicht mitwachsen: Folge ist eine Sauerstoffminderversorgung des Myokards

  • Arterielle Hypertonie

  • Kopfschmerzen

  • Gesichtsfeldeinschränkungen, Sehstörungen durch Kompression des Chiasma opticum

  • Arthropathien

  • Karpaltunnelsyndrom durch Bindegewebsproliferation im Bereich des Lig. carpi transversum und Kompression des N. medianus

  • Eventuell Entwicklung eines Diabetes mellitus

  • Eventuell sekundäre Amenorrhö und beim Mann Gynäkomastie durch Aktivierung der Prolaktinrezeptoren (bei hohen Mengen STH)

ABBILDUNG 14.20

Diagnostik
  • Erhöhung der Wachstumshormone im Serum

  • Untersuchung der Hypophyse mit bildgebenden Verfahren und Nachweis eines raumfordernden Prozesses

Therapie

$Akromegalie Therapie Therapie:

  • Operative Entfernung

  • Bestrahlung

  • Medikamentöse Therapie

  • Operative Entfernung des Hypophysenadenoms, wobei der operative Zugang über die Nase und Keilbeinhöhle erfolgt (transsphenoidal)

  • Medikamentöse Therapie mit Dopamin-Agonisten, Somatostatin-Analoga und Wachstumshormon-Rezeptor-Antagonisten

  • Bestrahlung des Tumors

Diabetes insipidus

  • $Diabetes insipidusADH-Mangel oder mangelhafte Wirkung an der Niere

  • Vermehrte Ausscheidung von verdünntem Urin

Definition
Diabetes insipidusBeim Diabetes insipidus kommt es zu einem Mangel an antidiuretischem Hormonantidiuretisches Hormon (ADH) oder einer fehlenden Reaktion der Niere auf ADH mit erhöhtem Harnfluss.
Pathogenese
Ursache eines Diabetes insipidus ist entweder eine verminderte Produktion von ADH im Hypothalamus oder ein ADH-Rezeptormangel an der Niere. Durch die fehlende Wasserrückresorption kann keine Harnkonzentrierung stattfinden. Es wird vermehrt verdünnter (hypoosmolarer) Urin ausgeschieden. Kompensatorisch stellt sich ein vermehrtes Durstgefühl ein.
Häufig tritt die Erkrankung nach Schädel-Hirn-Verletzungen, intrakranialen Infektionen oder bei Tumoren auf. Selten ist sie genetisch bedingt.
Symptome

$Diabetes insipidus Symptome Symptome:

  • Polyurie (5–25 l/Tag)

  • Durst und Polydipsie

  • Asthenurie (fehlende Konzentrationsfähigkeit des Harns), Urinosmolarität ⇊

  • Blutosmolarität ↑

  • Polyurie (5–25 l/Tag)

  • Bei Kleinkindern: Diarrhö statt Polyurie

  • Sehr starker Durst und Polydipsie sowohl am Tag als auch in der Nacht

  • Fehlende Konzentrationsfähigkeit des Harns (Asthenurie)

  • Blutosmolarität ↑, Urinosmolarität ⇊

  • Hauptkomplikation: (hypertone) Dehydratation, die sich aufgrund des Flüssigkeitsverlusts entwickelt

Differenzialdiagnosen
  • Psychogene Polydipsie: Normalisierung der Urinosmolarität nach einem Durstversuch

  • Diabetes mellitus: typisch sind u. a. Urinosmolarität ⇈, Glukosurie, hohe Serumglukosewerte

  • Diuretika-Abusus: wegweisend sind anamnestische Angaben, häufig besteht eine Hypokaliämie

Therapie

$Diabetes insipidus Therapie Therapie:

  • ADH-Substitution bei ADH-Mangel

  • Ursachensuche und Therapie beim renalen Diabetes insipidus

  • ADH-Substitution bei ADH-Mangel

  • Ursachensuche und Therapie beim renalen Diabetes insipidus

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion SIADH

$SIADHInadäquat erhöhte ADH-Sekretion

Definition
Syn. Schwartz-Bartter-SyndromSchwartz-Bartter-Syndrom. Beim Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion kommt es zu einer unphysiologisch stark erhöhten ADH-Sekretion.
Pathogenese
Unphysiologisch hohe ADH-Mengen werden durch paraneoplastische Bildung am häufigsten bei einem Bronchialkarzinom gebildet. Andere Ursachen sind ZNS-Erkrankungen, operative Eingriffe am Gehirn oder Medikamentennebenwirkungen. Folgen hoher ADH-Spiegel sind eine verminderte Wasserausscheidung, eine Wasserretention mit Hyponatriämie und Hypoosmolarität im Körper. Die Wasserretention beträgt meist 1–4 l. Die Hyponatriämie kommt zum einen durch eine Verdünnung zustande, zum anderen durch Kompensationsmechanismen, v. a. durch eine ANP-Ausschüttung und Drosselung des RAAS. Die Hypoosmolarität führt zur Zellschwellung (Organschwellung), was sich als Hirnödem manifestieren kann.
Symptome

$SIADH Symptome Symptome:

  • Wasserretention (1–4 l)

  • Hyponatriämie

  • Hypoosmolarität des Bluts

  • Bei geringer Ausprägung asymptomatisch.

  • Wasserretention, Hyponatriämie und Hypoosmolarität des Bluts: Die Wasserretention beschränkt sich meist auf 1–4 l, sodass Ödeme in der Regel nicht beobachtet werden. Die Hyponatriämie kann mit neuropsychiatrischen Symptomen, z. B. mit Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und erhöhter Krampfbereitschaft einhergehen.

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Therapie
  • Behandlung der Grunderkrankungen, sofern möglich

  • Flüssigkeitsbeschränkung

  • Medikamentöse Therapie

  • Gabe von hypertoner Kochsalzlösung unter klinischen Bedingungen

Erkrankungen der Schilddrüse

Euthyreote Struma

  • $StrumaVergrößerung der Schilddrüse bei ausgeglichener Hormonproduktion

  • Wichtigste Ursache: Jodmangel

Definition
StrumaEine euthyreote Struma ist die Vergrößerung der Schilddrüse, die nicht auf Entzündungen oder Tumoren zurückgeführt werden kann. Die Hormonproduktion ist dabei ausgeglichen.
Pathogenese
Die euthyreote Struma ist v. a. die Folge eines relativen oder absoluten (selten) Jodmangels.Jodmangel Jodmangel stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormonen, z. B. IGF-1, die an der Schilddrüse zu einer Hyperplasie der Zellen führen. Bei einem relativen Schilddrüsenhormonmangel wird durch die negative Rückkopplung vermehrt TSH ausgeschüttet, das wiederum auch als Wachstumsfaktor fungiert und zu einer Hypertrophie der Schilddrüsenzellen führt. Das Volumen übersteigt bei der Frau 18 ml, beim Mann 25 ml.
Anfangs ist die Schilddrüse diffus vergrößert (Struma diffusa), mit zunehmender Dauer der Erkrankung können sich knotige Areale ausbilden (Struma nodosa), die Bindegewebe, Zysten, Verkalkungen und Funktionsgewebe enthalten. Die Struma nodosa kann ein Gewicht von über 500 g erreichen und geht meist mit Kompressionssymptomen einher. In einer Knotenstruma können sich aus nicht geklärten Gründen Gewebebezirke ausbilden, die sich vom physiologischen Regelkreis abkoppeln und autonom werden. Diese autonomen Bezirke nennt man „autonomes Adenom“autonomes Adenom oder „heiße“ Knoten. Heiße Knoten leiten sich vom Speicherungsverhalten in der Szintigrafie her: Heiße Knoten speichern sehr viel, kalte Knoten gar nicht, wobei die Ursache für einen kalten Knoten entweder eine Zyste oder ein Karzinom sein kann.
WHO-Einteilung der Strumagrade
  • Grad 0: nur sonografisch feststellbare Volumenzunahme (♀ > 18 ml, ♂ > 25 ml)

  • Grad 1: tastbare Struma

  • Grad 2: tast- und sichtbare Struma

Symptome

$Struma Symptome Leitsymptome:

  • Tastbare und sichtbare Struma

  • Erhaltene Beweglichkeit beim Schlucken

Begleitsymptome: je nach Lokalisation (zervikal oder mediastinal)

  • Ex- oder inspiratorischer Stridor

  • Obere Einflussstauung

  • Dyspnoe

  • Dysphagie

  • Tastbare und sichtbare Struma (Abb. 14.22): Die Struma kann bei normaler Halshaltung sichtbar sein, oder bei rekliniertem Hals

  • Bei der Palpation erhaltene Beweglichkeit beim Schlucken

  • Retrosternale Struma: Verbreitung des (oberen) Mediastinums typisch, die von außen nicht sichtbar ist, aber mit Symptomen wie exspiratorischem Stridor, Dyspnoe oder Dysphagie einhergehen kann; die Mediastinalverbreiterung kann im Röntgenbild gesehen werden

  • Knotenstruma: sicht- und tastbare Knoten unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Verteilung

ABBILDUNG 14.22

MERKE

Merke

Bei einer Knotenstruma muss immer ein Karzinomausschluss erfolgen.

Diagnostik

$Struma Labor Labor:

  • TSH normal

  • fT3 und fT4 normal

  • Inspektion und Palpation der Schilddrüse.

  • Labor: TSH, fT3 und fT4 normal.

  • Sonografie: Bestimmung von Lage, Form, Größe und Volumen, Beurteilung der Binnenstruktur (Echostruktur), evtl. Inhomogenitäten und Zystenbildung.

  • Eventuell Szintigrafie mit 99mTechnetium-Pertechnat: 99mTechnetium-Pertechnat ist eine radioaktive Technetiumverbindung, die sich ähnlich wie Jodid verhält, aber eine geringe Halbwertszeit von 5 Stunden hat und nicht in der Schilddrüse eingebaut wird. Beurteilt werden Lage, Form, Größe, ektopes Gewebe, Stoffwechselaktivität (Speicherungsverhalten) mit ggf. Definierung von kalten (keine Speicherung), warmen (wenig Speicherung) und heißen (ausgeprägte Speicherung) Arealen.

Komplikationen
  • Kompression der Trachea mit inspiratorischem Stridor und oberer Einflussstauung

  • Entwicklung eines autonomen Adenoms oder eines kalten Knotens

Therapie

$Struma Therapie Therapie:

  • Jodid-Substitution (cave: autonomes Adenom)

  • Thyroxin-Gabe

  • Strumektomie

  • Jodid-Substitution, vorausgesetzt, es liegt kein autonomes Adenom vor

  • Thyroxin-Gabe in Kombination mit Jodid

  • Strumektomie, je nach Größe und Begleiterscheinungen der Struma (z. B. Kompression der Nachbarorgane) entweder partielle oder komplette Resektion

Hyperthyreose

  • $HyperthyreoseSchilddrüsenüberfunktion

  • Ursachen: v. a. Morbus Basedow$Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie

Definition
HyperthyreoseDie Hyperthyreose ist eine Schilddrüsenüberfunktion.
Pathogenese
Die Hyperthyreose wird am häufigsten durch den Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie hervorgerufen, seltener durch eine Überdosierung von Schilddrüsenhormonen bei einer Ersatztherapie, durch eine Hashimoto-Thyreoiditis oder ein Schilddrüsenkarzinom.
Der Morbus BasedowMorbus Basedow zählt zu den Autoimmunerkrankungen und basiert auf der Bildung von Autoantikörpern gegen die TSH-Rezeptoren (TSH-Rezeptor-Antikörper oder TRAK). Diese Autoantikörper haben eine stimulierende Wirkung auf die Schilddrüse. Nachdem sich aber die TSH-Rezeptoren auch im retroorbitalen Fettgewebe und an der Tibiavorderkante befinden, bilden sich – zusätzlich zu den Hyperthyreose-Symptomen – auch noch ein Exophthalmus und ein prätibiales Myxödem aus. Die Schilddrüse selbst kann im Sinne einer diffusen oder knotigen Struma verändert sein oder völlig normal erscheinen. Die Ursachen der Erkrankungen sind nicht geklärt; vermutet werden infektiöse Trigger.
Das autonome Adenomautonomes Adenom kann sich aus der euthyreoten Struma entwickeln und unterliegt nicht mehr der hypothalamisch-hypophysären Steuerung. Es produziert Schilddrüsenhormone in Abhängigkeit von der Masse des Knotens und von der Jodzufuhr.
Die Symptome der Hyperthyreose müssen nicht immer voll ausgeprägt sein. Latente Formen (subklinische Hyperthyreose) können nur mir veränderten Laborparametern einhergehen, ohne dass eindeutige Symptome vorliegen. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. Neuere Untersuchungen zeigen, dass das Risiko einer kardiovaskulären Komplikation oder Osteoporose erhöht ist und deshalb auch eine subklinische Hyperthyreose behandelt werden sollten.
Symptome

$Hyperthyreose Symptome Leitsymptome der Hyperthyreose:

  • Tremor, Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit

  • Hypertonie (große Blutdruckamplitude), Tachykardie, Herzrhythmusstörungen

  • Gewichtsverlust, Diarrhö

  • Wärmeintoleranz mit warmer und feuchter Haut

  • Weiches, dünnes Haar, Haarausfall

Begleitsymptome:

  • Struma mit hörbarem Schwirren über der Schilddrüse

  • Zyklusstörungen

  • Fettleber

  • Osteoporose

  • Struma mit hörbarem Schwirren über der Schilddrüse

  • Stark erhöhter Grundumsatz, Gewichtsabnahme bei gleichzeitig gesteigertem Appetit

  • Erhöhte Wärmebildung mit Wärmeintoleranz und warmer, feuchter Haut

  • Erhöhte Katecholaminempfindlichkeit, dadurch

    • Tachykardie, Erhöhung des Schlagvolumens und Steigerung des Herzminutenvolumens

    • Herzrhythmusstörungen, v. a. Extrasystolen und Vorhofflimmern

    • Erhöhter systolischer Blutdruck, während der diastolische durch Senkung des peripheren Widerstands erniedrigt ist (→ große Blutdruckamplitude)

  • Diarrhö und Muskelschwäche aufgrund der gesteigerten neuromuskulären Erregbarkeit und Impulsübertragung

  • Tremor, Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit durch das überstimulierte Nervensystem

  • Gravierende Stoffwechselveränderungen: durch Erhöhung der Schilddrüsenhormone stehen katabole Prozesse im Vordergrund

    • Fettgewebe wird verstärkt abgebaut → hoher Triglyzeridspiegel und Ausbildung einer Fettleber

    • Gestörte Glukosetoleranz fördert eine diabetogene Stoffwechsellage

    • Proteolyse → Muskelschwäche

    • Katabole Prozesse am Knochen → Osteoporose

  • Weiches, dünnes Haar, Haarausfall

  • Zyklusstörungen aufgrund der hohen Thyroxinspiegel, die sich auf die GnRH- und FSH/LH-Sekretion auswirken

Symptome des Morbus Basedow
Morbus Basedow

Symptome des Morbus Basedow:$Morbus BasedowSymptome zusätzlich zu den Symptomen der Hyperthyreose:

  • Merseburger Trias: Struma, Exophthalmus, Tachykardie

  • Prätibiales Myxödem

Begleitsymptome des Morbus Basedow:

  • Lidrötung, Lidödem

  • Lichtscheu, Fremdkörpergefühl im Auge, Doppelbilder

  • Schmerzhafte bzw. eingeschränkte Augenbewegungen

  • Hornhautaustrocknung, Ulzerationen, Erblindung

Zusätzlich zu den Symptomen der Hyperthyreose (Abb. 14.23):
  • Endokrine Orbitopathie:Orbitopathieendokrine Orbitopathie Entsteht durch TSH-Wirkung am retroorbitalem Fettgewebe und geht mit Wachstum, Kollagenvermehrung und verstärkten Einlagerung von Glykosaminoglykanen einher. Eine Volumenzunahme ist die Folge; der Augenbulbus tritt aus der Augenhöhle hervor. Dieser Zustand wird als ExophthalmusExophthalmus bezeichnet. Begleitet wird dieser von Symptomen wie z. B. sichtbarem Sklerastreifen am oberen Pol der Hornhaut (Darlymple-Zeichen),Darlymple-Zeichen reduziertem Lidschlag (Stelwag-Zeichen),Stelwag-Zeichen Schwäche bei der Konvergenzreaktion (Möbius-Zeichen),Möbius-Zeichen Lichtscheu, Fremdkörpergefühl, Druckgefühl hinter dem Augapfel und Konjunktivitis (Abb. 14.24). Die Bewegungen des Augapfels sind meist eingeschränkt, was schmerzhaft sein kann und das Sehen von Doppelbildern nach sich zieht.

  • Prätibiales Myxödem:Myxödemprätibiales Entsteht durch TSH-Wirkung am prätibialen Fettgewebe. Die Haut an der Schienbeinvorderkante (selten auch an den Unterarmen) imponiert großporig, leicht gerötet und teigig geschwollen

  • Merseburger Trias:Merseburger Trias Struma, Exophthalmus, Tachykardie.

ABBILDUNG 14.23

Komplikationen

$HyperthyreoseKomplikationenKomplikation: thyreotoxische Krise$thyreotoxische Krise mit Tachykardie, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Muskelschwäche, Bewusstseinsstörung

Thyreotoxische Krise:thyreotoxische Krise Maximalausprägung der Schilddrüsenüberfunktion mit
  • Tachykardie, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie (bis hin zum hypertensiven Notfall)

  • Hohem Fieber

  • Erbrechen, Durchfall

  • Muskelschwäche

  • Bewusstseinsstörung

Komplikationen des Morbus Basedow
  • Thyreotoxische Krise

  • Hornhautaustrocknung, Hornhautulzerationen und Visusverlust durch die endokrine Orbitopathie

Labor

$Hyperthyreose Labor Labor:

  • fT3 und fT4

  • TSH ↓

  • Morbus Basedow: zusätzlich TRAK positiv

  • fT3 und fT4 ↑, TSH ↓ (supprimiert)

  • Autoantikörper: Nachweis gegen TSH-Rezeptoren (TRAK) bei Morbus Basedow

Therapie

$Hyperthyreose Therapie Therapie:

  • Thyreotoxische Krise:

  • Thyreostatika

  • Strumektomie, Radiojodtherapie

  • Thyreotoxische Krise: Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.3)

  • Medikamentös mit Thyreostatika bis zum Erreichen des euthyreoten Zustands mit v. a. Thiamazol und Carbimazol

  • Vermeidung von jodidhaltigen Röntgenkontrastmitteln, besonders bei der latenten Hyperthyreose

  • Allgemeinmaßnahmen: Nikotinverzicht, insbesondere beim Morbus Basedow

  • Bei endokriner Orbitopathie Tragen von Sonnenbrillen oder getönten Gläsern, Nutzung von künstlicher Tränenflüssigkeit

  • Strumektomie

  • Radiojodtherapie

  • Bestrahlung des retrobulbären Fettgewebes bei endokriner Orbitopathie zur Verkleinerung des Volumens

Hypothyreose

  • $HypothyreoseSchilddrüsenunterfunktion

  • Häufigste Ursache: Hashimoto-Thyreoiditis$Hashimoto-Thyreoiditis

Definition
HypothyreoseDie Hypothyreose ist eine Schilddrüsenunterfunktion.
Pathogenese
Grundsätzlich kann zwischen der angeborenen und der erworbenen Hypothyreose unterschieden werden. Die angeborene Hypothyreose stellt ein seltenes Krankheitsbild dar, das als KretinismusKretinismus bezeichnet wird. Die Manifestation liegt im Neugeborenenalter, wobei die Kinder apathisch, trink- und bewegungsschwach sowie obstipiert sind. Der Neugeborenenikterus dauert länger (Icterus prolongatus). Die Behandlung mit Thyroxin muss so schnell wie möglich beginnen, um bleibende Schäden, v. a. eine geistige Retardierung und Minderwuchs, zu vermeiden. Die Untersuchung zum Ausschluss oder zur Diagnose der angeborenen Hypothyreose wird im Neugeborenen-Screening im Rahmen der U2 durchgeführt. Durch eine schnelle Erkennung in den ersten Lebenstagen kann eine gezielte Hormonsubstitution erfolgen.
Die erworbene Hypothyreose ist am häufigsten auf eine Hashimoto-Thyreoiditis,Hashimoto-Thyreoiditis seltener auf Folgen einer Radiojodtherapie oder Strumektomie, zurückzuführen. Die Hashimoto-Thyreoiditis betrifft v. a. Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Die Ursachen sind unklar; vermutet wird eine genetische Ursache. Hauptkennzeichen des Autoimmunprozesses sind eine Infiltration des Gewebes mit zytotoxischen Lymphozyten und später eine Fibrose, Atrophie und ein Funktionsverlust des Organs. Die Symptome treten meist dann auf, wenn die Drüse nahezu komplett narbig durchsetzt und funktionslos geworden ist. Durch die Reduktion des stimulierenden Einflusses des Thyroxins auf den Stoffwechsel finden sich bei der Hypothyreose alle Symptome eines reduzierten Stoffwechsels.
Bei älteren Menschen kann eine Hypothyreose mit uncharakteristischen oder nur wenigen Symptomen in Erscheinung treten. Dabei stehen meist depressive und demenzielle Symptome, v. a. Gedächtnisprobleme, Störungen des Antriebs und Apathie im Vordergrund.
Symptome
  • Verminderter Grundumsatz mit Gewichtszunahme bei gleichzeitiger Appetitabnahme

  • Verminderte Wärmebildung, erniedrigte Körpertemperatur und starke Kälteempfindlichkeit

$Hypothyreose Symptome Leitsymptome:

  • Leistungsabfall, Antriebsarmut, Müdigkeit

  • Depressive Verstimmung

  • Erniedrigte Körpertemperatur, Kälteempfindlichkeit

  • Obstipation

  • Gewichtszunahme

  • Trockene, kühle, schuppende Haut und trockenes, brüchiges Haar

  • Eigenreflexe reduziert, v. a. Achillessehnenreflex

  • Hypotonie, Bradykardie, Herzvergrößerung

  • Bei angeborener Hypothyreose: Apathie, Ikterus prolongatus, Obstipation, Trinkfaulheit

Begleitsymptome:

  • Generalisiertes Myxödem

  • Vorzeitige Arterioskleroseentwicklung

  • Haut ist kühl, trocken und schuppend

  • Hypotonie, Bradykardie

  • Obstipation, weil die neuromuskuläre Erregbarkeit reduziert ist

  • Steifheit an der quergestreiften Muskulatur

  • Antriebsarmut, Müdigkeit, Leistungsabfall, depressive Stimmungslage, reduzierte Mimik (Abb. 14.26), Polyneuropathie mit u. a. distalen Sensibilitätsstörungen und reduzierten Eigenreflexen (v. a. Achillessehnenreflex), weil das Nervensystem unterstimuliert ist

  • Stoffwechselveränderungen:

    • Neigung zur Hypoglykämie

    • Hypercholesterinämie mit der Komplikation der vorzeitigen Arterioskleroseentwicklung

    • Reduzierter Bindegewebeumsatz → verstärkte Einlagerung von Glykosaminoglykanen im interstitiellen Raum, was eine generalisierte teigige, derbe, nicht eindrückbare Schwellung (Myxödem)Myxödem zur Folge hat

  • Wasserödeme und Ergüsse (Pleura, Perikard) durch Minderdurchblutung der Niere und erhöhte Natriumretention

  • Reduzierte Atemfrequenz aufgrund des reduzierten Sauerstoffbedarfs

  • Gegebenenfalls Strumabildung

  • Trockenes, brüchiges Haar

ABBILDUNG 14.25

Komplikationen

$HypothyreoseKomplikationenKomplikation: Myxödemkoma$Myxödemkoma

Myxödemkoma:Myxödemkoma seltene schwerwiegende, häufig letal verlaufende Komplikation
  • Starker Abfall der Körpertemperatur

  • Abfall der Atemfrequenz (O2 ↓/CO2 ↑)

  • Bradykardie

  • Hypotonie

Labor

$Hypothyreose Labor Labor:

  • fT3 und fT4

  • TSH ↑

  • Hashimoto-Thyreoiditis: evtl. Nachweis von TPO-AK und Tg-AK

  • fT3 und fT4 ↓, TSH ↑

  • Hashimoto-Thyreoiditis: evtl. Nachweis von Thyreoperoxidase-Antikörpern (TPO-AK) und Thyreoglobulin-Antikörpern (Tg-AK)

Therapie

$Hypothyreose Therapie Therapie:

  • Myxödemkoma:

  • Lebenslage Thyroxinsubstitution

  • Myxödemkoma: Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.4)

  • Thyroxin lebenslang, ggf. Jodid

Schilddrüsenkarzinom

  • $SchilddrüsenkarzinomBösartige Neubildungen der Schilddrüse

  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer

Definition
SchilddrüsenkarzinomDas Schilddrüsenkarzinom ist eine bösartige Neubildungen der Schilddrüse. Es zählt zu den häufigsten Karzinomen der endokrinen Drüsen und betrifft mehr Frauen als Männer. Die Prognose ist bei minimal invasiven Formen gut, bei großen Tumoren und ausgeprägter Metastasenbildung schlechter.
Pathogenese
Die Ursachen des Schilddrüsenkarzinoms sind unbekannt, z. T. aber auf eine genetische Disposition und Jodidmangel zurückzuführen. In Regionen mit hohem radioaktivem Niederschlag nach Reaktorunfällen steigt die Zahl der Neuerkrankungen.
Zu den 2 häufigsten Karzinomarten zählen das papilläre und das follikuläre Karzinom, die am Jodidstoffwechsel teilnehmen. Das papilläre Karzinom kann als Mikrokarzinom auftreten, streut allerdings sehr früh lymphogen in die regionalen Lymphknoten. Die Prognose ist relativ gut. Das follikuläre Karzinom tritt in Jodmangelstrumen häufiger auf und streut vorzugsweise hämatogen in Lunge, Gehirn und Knochen.
Andere Schilddrüsenkarzinome, die nicht am Jodidstoffwechsel teilnehmen, sind anaplastische und medulläre Karzinome. Sie sind für den Heilpraktiker von untergeordneter Bedeutung.
Symptome
  • Harter, einseitiger, schnell wachsender Strumaknoten (Abb. 14.27)

$Schilddrüsenkarzinom Symptome Symptome:

  • Einseitiger, harter Knoten

  • Geschwollene Halslymphknoten

  • Horner-Syndrom

  • Dysphagie, obere Einflussstauung, Heiserkeit durch infiltratives oder verdrängendes Wachstum

  • Geschwollene Halslymphknoten, besonders beim papillären Karzinom

  • Horner-SyndromHorner-Syndrom (Ptosis, Miosis, Enophthalmus) durch Infiltration in das sympathische Ganglion stellatum, welches das Auge versorgt

  • Halsschmerzen, Dysphagie, obere (einseitige) Einflussstauung

  • Heiserkeit durch Infiltration des N. laryngeus recurrens

  • Gelegentlich Symptome der Hyperthyreose

ABBILDUNG 14.27

Therapie
  • Strumektomie

  • Bestrahlung

  • Radiojodtherapie bei jodidempfindlichen Tumoren

  • Chemotherapie bei nicht jodidempfindlichen Tumorarten

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

Primärer Hyperparathyreoidismus

  • $HyperparathyreoidismusNebenschilddrüsenüberfunktion

  • Ursachen: Adenom oder/und Hyperplasie der Nebenschilddrüse

Definition
HyperparathyreoidismusDer Hyperparathyreoidismus ist eine Nebenschilddrüsenüberfunktion.
Pathogenese
Der Hyperparathyreodismus kann in eine primäre, sekundäre und tertiäre (für den Heilpraktiker nicht relevant) Form unterteilt werden. Die häufigste Ursache eines primären Hyperparathyreoidismus ist ein Adenom oder/und eine Hyperplasie der Nebenschilddrüse. Sie tritt vorwiegend im mittleren Lebensalter auf. Die Ursache der Adenomentstehtung ist in den meisten Fällen nicht bekannt; selten treten Adenome familiär auf.
Der sekundäre Hyperparathyreoidismus tritt auf, wenn der Kalziumspiegel im Blut erniedrigt ist und/oder der Phosphatspiegel hoch ist, z. B. bei einer chronischen Niereninsuffizienz oder Erkrankungen des Darms, die zur verminderten Kalziumresorption führen. Die Nebenschilddrüsen selbst sind gesund.
Die Symptome des primären Hyperparathyreoidismus ergeben sich aus dem erhöhten Parathormonspiegel: Zum einen wird Kalzium verstärkt aus dem Knochen mobilisiert, verstärkt aus Darm aufgenommen und verstärkt aus dem Harn rückresorbiert. Zum anderen wird Phosphat verstärkt über die Niere ausgeschieden.
Symptome

$HyperparathyreoidismusSymptomeLeitsymptome: Stein-, Bein- und Magenpein

  • Steinbildung in den Harnorganen

  • Knochenschmerzen durch Entkalkung mit Spontanfrakturen

  • Ulcera ventriculi und duodeni

Begleitsymptome:

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen

  • Pankreatitis

  • Gallensteinleiden

  • Muskelschwäche

  • Psychiatrische Symptome

  • Stein-, Bein- und Magenpein:

    • Knochenschmerzen durch intensive Mobilisation der Kalziumsalze (Entkalkung), die zu Spontanfrakturen führen können.

    • Steinbildung in der Niere und den ableitenden Harnwegen durch hohe Kalziumausscheidung, obwohl die Niere hohe Mengen Kalzium rückresorbiert. Bei schweren Verläufen ist eine Verkalkung des Nierengewebes (Nephrokalzinose) möglich.

    • Ulcera ventriculi und duodeni durch Erhöhung des Gastrinspiegels und damit erhöhter Salzsäuresekretion.

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen

  • Muskelschwäche und psychiatrische Symptome als Folge der Hyperkalzämie

  • Pankreatitis

  • Erhöhtes Risiko für Gallensteinleiden

MERKE

Merke

Die klassischen Symptome des primären Hyperparathyreoidismus können als Stein-, Bein- und Magenpein beschrieben werden.

Komplikationen

$HyperparathyreoidismusKomplikationenKomplikation: hyperkalzämische Krise$hyperkalzämische Krise mit Polyurie, Polydipsie, Erbrechen, Exsikkose, Somnolenz, Koma

Hyperkalzämische Krisehyperkalzämische Krise mit hoher Letalität:
  • Polyurie, Polydipsie

  • Erbrechen

  • Exsikkose

  • Somnolenz, Koma

Differenzialdiagnosen der Hyperkalzämie
Hyperkalzämie
  • Tumorhyperkalzämie: Wichtigste Differenzialdiagnose. Die häufigste Ursache der Hyperkalzämie, besonders bei älteren Menschen, ist auf maligne Geschehen im Knochen zurückzuführen, entweder durch einen Primärtumor oder durch Metastasenbildung.

  • Vitamin-D-Intoxikation: Seltene Ursache, die mit Knochenentkalkung, Hyperkalzämie und Polyurie einhergeht. Eine Kalziumablagerung in den Gefäßen oder Nierentubuli ist möglich.

Labor

$Hyperparathyreoidismus Labor Labor:

  • Kalzium ↑

  • Phosphat ↓

  • AP ↑

  • Parathormon ↑

  • Kalzium ↑

  • Phosphat ↓

  • Alkalische Phosphatase ↑

  • Parathormon ↑

Therapie

$Hyperparathyreoidismus Therapie Therapie:

  • Hyperkalzämische Krise:

  • Operative Entfernung der Nebenschilddrüsen

  • Hyperkalzämische Krise: Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.5)

  • Operative Entfernung der Nebenschilddrüsen

Hypoparathyreoidismus

  • $HypoparathyreoidismusNebenschilddrüsenunterfunktion

  • Ursachen: postoperativ nach Halsoperationen, Autoimmunprozess

Definition
HypoparathyreoidismusDer Hypoparathyreoidismus ist eine Nebenschilddrüsenunterfunktion.
Pathogenese
Der Hypoparathyreoidismus tritt am häufigsten postoperativ nach Halsoperationen auf. Selten werden die Epithelkörperchen durch einen Autoimmunprozess zerstört. Als Folge tritt ein absoluter Parathormonmangel auf. Dadurch ist die Regulation des Kalziumhaushalts gestört und der Kalziumspiegel im Blut erniedrigt. Niedrige Kalziumspiegel führen zu einer verstärkten neuromuskulären Erregbarkeit.
Symptome

$Hypoparathyreoidismus Symptome Leitsymptome:

  • Hypokalzämische Tetanie

  • Chvostek- und Trousseau-Zeichen positiv

Begleitsymptome:

  • Reizbarkeit

  • Depressive Verstimmung

  • Hypokalzämische Tetanie:Tetanie Pfötchenstellung, Parästhesien, Krampfanfälle (bei erhaltenem Bewusstsein)

  • Chvostek-Zeichen:Chvostek-Zeichen Zuckungen der Mundwinkel bei Beklopfen des N. facialis

  • Trousseau-Zeichen:Trousseau-Zeichen Pfötchenstellung nach Anlegen einer Blutdruckmanschette und Aufpumpen bis zum arteriellen Mitteldruck

  • Reizbarkeit

  • Depressive Verstimmung

Labor

$Hypoparathyreoidismus Labor Labor:

  • Kalzium ↓

  • Phosphat ↑

  • Parathormon ↓

  • Kalzium ↓

  • Phosphat ↑

  • Parathormon ↓

Differenzialdiagnosen
Normokalzämische Tetanie (Hyperventilationstetanie):Hyperventilationstetanie Diese Form kommt durch Hyperventilation zustande, die eine respiratorische Alkalose nach sich zieht. Im alkalischen Milieu verändert sich die Konformation des Albumins, sodass es mehr Kalzium binden kann. Die Folge ist eine vorübergehende Reduktion der freien (wirksamen) Kalziumionen, die so lange symptomatisch ist, bis sich der pH-Spiegel wieder normalisiert hat und die überschüssigen Kalziumionen wieder aus der Albuminbindung entlassen werden.
Therapie

$Hypoparathyreoidismus Therapie Therapie:

  • Kalzium-Substitution

  • Vitamin-D-Gabe

  • Kalzium-Substitution

  • Vitamin-D-Gabe

Diabetes mellitus

  • $Diabetes mellitusHäufige Stoffwechselstörung

  • Gekennzeichnet durch hohe Glukosespiegel und absoluten/relativen Insulinmangel

Definition
Der Diabetes mellitusDiabetes mellitus ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die mit einem absoluten oder relativen Insulinmangel einhergeht und hohen Glukosespiegeln im Blut. Man unterscheidet:
  • Typ-1-Diabetes

  • Typ-2-Diabetes

  • Typ-3-Diabetes: umfasst z. B. genetische Ursachen der Insulinwirkung oder der β-Zellen, hormonelle Überfunktionszustände bei Cushing-Syndrom, Phäochromozytom, Hyperthyreose, Akromegalie, Hämochromatose, chronischer Pankreatitis

  • Typ-4-Diabetes: Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes 23.2.6)

Diabetes mellitus Typ 1

  • $Diabetes mellitusTyp 1Stoffwechselerkrankung, die durch einen Autoimmunprozess zur Zerstörung der β-Zellen der Langerhans-Inseln führt

  • Geht mit absolutem Insulinmangel einher

Pathogenese
Diabetes mellitusTyp 1Ursache des Typ-1-Diabetes ist eine autoimmune Zerstörung der Langerhans-Zellen des Pankreas und betrifft v. a. Patienten zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr. Die Entstehung des Autoimmunprozesses gegen die β-Zellen kann genetisch verankert sein und durch virale Infekte gefördert werden, z. B. durch Mumps-, Masern- oder Coxsackie-Virus-Infektionen. Bei infektgetriggerten Formen machen sich die Symptome meist wenige Wochen nach der Primärerkrankung bemerkbar.
Wenn mehr als 80 % der Zellen zerstört sind, reicht das vorhandene Restinsulin nicht aus, um suffizient die Stoffwechselanforderungen zu erfüllen, und die Erkrankung wird symptomatisch. Die Auswirkungen des Insulinmangels erstrecken sich v. a. auf den Wasser- und Elektrolythaushalt, Glukose-, Fett- und Eiweißstoffwechsel sowie die Immunlage. Nach Wochen entwickelt sich ein absoluter Insulinmangel; eine externe Zufuhr ist lebenslang notwendig.
Symptome

$Diabetes mellitus Typ 1 Symptome Leitsymptome:

  • Schnelle Manifestation der Symptome

  • Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust

  • Starke Neigung zur Ketoazidose durch erhöhten Fettsäureabbau

Begleitsymptome:

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit

  • Wadenkrämpfe, Sehstörungen durch Elektrolyt- und Wasserverschiebungen

  • Juckreiz, Candida-Infektionen, Furunkel durch Staphylokokkenbesiedlung und reduzierte Immunitätslage

  • Amenorrhö, Potenzstörungen

  • Schnelle Manifestation der Symptome (Abb. 14.28).

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsknick.

  • Hyperglykämie, weil die Glukose nicht in die Zellen eingeschleust werden kann. Sie führt zur Osmolaritätserhöhung des Bluts. Die hohen Glukosewerte erscheinen im Primärharn. Wenn die Kapazität der Niere im Hinblick auf die Rückresorption (bei Serumspiegeln > 180 mg/dl) überschritten ist, wird Glukose über den Urin ausgeschieden (Glukosurie). Glukose ist eine osmotisch wirksame Substanz, die Wasser anzieht, das ebenfalls ausgeschieden wird (osmotische Diurese) und als Polyurie in Erscheinung tritt. Dadurch können zum einen Symptome der Exsikkose auftreten, z. B. geringer Hautturgor, Blutdruckschwankungen, Sehstörungen durch Volumenschwankungen des Augenbulbus. Zum anderen werden weitere Elektrolyte, v. a. Magnesium, ausgeschieden, was sich in Form von Wadenkrämpfen äußern kann. Die hohe Osmolarität des Bluts und die Dehydratation lösen einen starken Durst aus (Polydipsie). Die hohe Serumosmolarität bewirkt eine Zellschrumpfung, was wiederum v. a. an Nervenzellen zur Funktionseinbußen in Form von Bewusstseinsstörungen, Desorientierung und veränderter neuromuskulärer Erregbarkeit führt.

  • Der absolute Insulinmangel führt zur unkontrollierten Lipolyse (Insulin ist das einzige Hormon, das die Lipolyse hemmt). Die Abbauprodukte der Lipolyse sind hohe Fettsäuren, die zu Ketonkörpern abgebaut werden. Ketonkörper sind sauer, weshalb sich eine metabolische Azidose (Ketoazidose) entwickelt, und sie besitzen einen typischen obstartigen Geruch, die über Atmung, Schweiß und Urin entlassen werden. Die Azidose kann Übelkeit, Erbrechen und abdominale Schmerzen durch eine Pseudoperitonitis auslösen.

  • Proteinabbau, der mit Verlust der Muskelmasse und Gewichtsverlust einhergeht.

  • Juckreiz, Candida-Infektionen, Furunkel durch Staphylokokkenbesiedlung und reduzierte Funktion der Granulozyten, Makrophagen und Lymphozyten

  • Sekundäre Amenorrhö und Potenzstörungen durch Störung der Gonadenfunktion

ABBILDUNG 14.28

Diagnostik

$Diabetes mellitus Typ 1 Labor Labor:

  • Hyperglykämie (nüchtern > 126 mg/dl, unabhängig von den Mahlzeiten > 200 mg/dl)

  • HbA1c ↑ (> 6,5 %)

  • Glukosurie (Nierenschwelle > 180 mg/dl)

  • Ketonurie

  • Hyperglykämie:Hyperglykämie Jeder Glukosespiegel > 200 mg/dl (unabhängig von den Mahlzeiten) oder ein Nüchternspiegel > 126 mg/dl ist beweisend.

  • HbA1c↑ (> 6,5 %): HbA1c ist ein glykosiliertes Hämoglobin, das sich bei jedem Menschen findet. Der Anteil der Glykosilierung korreliert mit der Höhe und Dauer der hyperglykämischen Zustände. Es fungiert als BlutzuckergedächtnisBlutzuckergedächtnis und erlaubt die Beurteilung der Stoffwechsellage des Patienten in den letzten ca. 8 Wochen.

  • GlukosurieGlukosurie: Der Nachweis von Glukose im Urin ist positiv, wenn der Serum-Glukosespiegel über ca. 180 mg/dl liegt – eine gesunde Niere vorausgesetzt (Nierenschwelle> 180 mg/dl).Nierenschwelle Die Glukosurie ist für diabetische Erkrankungen nicht beweisend; auch renale Erkrankungen oder angeborene Stoffwechselkrankheiten können mit einer erhöhten Glukoseausscheidung einhergehen, ohne dass ein Diabetes mellitus vorliegt. Bei reduzierter Nierenleistung erhöht sich die Nierenschwelle für Glukose.

  • Ketonkörper im Urin durch die starke Lipolyse und Abbau von Fettsäuren.

MERKE

Merke

Vorübergehende Hyperglykämien finden sich bei Entzündungen, nach einem Herzinfarkt oder Apoplex und sind meist reversibel.

Glukosespiegel: Glukosespiegel

  • Normal: Plasma-Glukosespiegel nüchtern < 100 mg/dl

  • Pathologische Glukosetoleranz: Plasma-Glukosespiegel nüchtern zwischen 100–125 mg/dl

  • Diabetes mellitus: Plasma-Glukosespiegel nüchtern > 126 mg/dl und jeder Gelegenheitsglukosespiegel > 200 mg/dl mit diabetischen Symptomen

Therapie

$Diabetes mellitus Typ 1 Therapie Therapie:

  • Insulintherapie; Ziel: möglichst normaler Blutglukosespiegel

  • Kohlenhydratbilanzierte Diät

  • Patientenschulung

  • Körperliche Aktivität

  • Reduktion und Behandlung von (potenziell) vorhandenen Risikofaktoren

  • Insulintherapie: Ziel ist ein möglichst normaler Blutglukosespiegel. Insulin wird subkutan appliziert. Eine orale Gabe ist sinnlos, weil Insulin ein Eiweißhormon ist und vom Magensaft verdaut werden würde. Bei der intensivierten Insulintherapie werden langsam wirkende (basale) Verzögerungsinsuline mit kurz wirksamen Insulinen appliziert. Kurz wirksame Insuline werden vor dem Essen verabreicht. Damit wird die physiologische Basis- und Bolusausschüttung nachgeahmt. Die Menge beider Insuline richtet sich beispielsweise nach dem Ausgangsgewicht, der Art der Mahlzeiten, der körperlichen Aktivität, den Begleitzuständen wie z. B. fiebrige Infekte, den Stressbelastungen. Bei der Pumpentherapie kommt nur kurz wirksames Insulin zum Einsatz, das ebenfalls subkutan verabreicht wird. Die basale Ausschüttung ist programmierbar, zu den Mahlzeiten applizieren sich die Patienten die entsprechende Menge an Insulin quasi per Knopfdruck. Der Vorteil der Pumpe ist eine optimale Stoffwechseleinstellung, die Nachteile sind lokale Infektionen oder Blutzuckerentgleisungen in beide Richtungen durch entweder defekte Geräte oder zu wenige Blutzuckerkontrollen vonseiten des Patienten.

  • Kohlenhydratbilanzierte Diät mit Anpassung der Insulindosis. Dabei entsprechen 10 g Kohlenhydrate einer Kohlenhydrateinheit (KE), wobei unter physiologischen Bedingungen das Pankreas 1 IE Insulin pro KE ausschüttet. Mit entsprechenden Tabellen können die KE der einzelnen Nähstoffe ermittelt werden. Zu beachten ist, dass die Verwendung von Polymeren, z. B. als Vollkornprodukte, wichtig ist. Ungünstig ist die Verwendung von Einfachzuckern. Die Zusammensetzung der Nahrung entspricht dabei der bei einem gesunden Patienten: Kohlenhydrate 55–60 %, Fett 30 % und Eiweiß 10–15 %.

  • Patientenschulung im Hinblick auf Glukose-Selbstmessungen, Abschätzung der Insulinmenge, Bestimmung von Ketonen und Eiweiß im Urin, Inspektion der Füße und sorgfältige Hygiene, Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholkonsum, Symptome der Hypoglykämie.

  • Körperliche Aktivität: Hier muss die Insulinmenge reduziert werden, weil beim aktiven Muskel die Glukose insulinunabhängig in die Muskelzelle strömt.

  • Reduktion und Behandlung von (potenziell) vorhandenen Risikofaktoren, z. B. Adipositas, Dyslipoproteinämie, Hypertonie.

Diabetes mellitus Typ 2

  • $Diabetes mellitusTyp 2Häufige Stoffwechselkrankheit, die mit relativem Insulinmangel einhergeht (gestörte Insulinsekretion und Insulinresistenz)

  • Meist mit metabolischem Syndrom assoziiert (Adipositas, Hyperlipidämie, Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2)

Ursachen
Diabetes mellitusTyp 2Ursachen des Diabetes mellitus Typ 2 sind zum einen eine gestörte Insulin- und Glukagonsekretion und zum anderen eine Insulinresistenz (verminderte Insulinwirkung) der peripheren Zellen. Die Erkrankung entwickelt sich hauptsächlich im Rahmen des metabolischen metabolisches SyndromSyndroms (11.4.4), das sich aus folgenden Symptomen bzw. Erkrankungen zusammensetzt:
  • Adipositas vom Apfeltyp mit einer Zunahme des Bauchumfangs bei Frauen ≥ 80 cm und bei Männern ≥ 94 cm

  • Dyslipoproteinämie

  • Hypertonie

  • Diabetes mellitus Typ 2 oder pathologische Glukosetoleranz

Pathogenese
Im Zentrum des Geschehens steht die reduzierte Insulinunempfindlichkeit der peripheren Zellen. Sie kommt gehäuft familiär oder bei adipösen Personen vor. Daraus resultiert ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der wiederum zu einer gesteigerten Insulinsekretion aus dem Pankreas führt. Die hohe Insulinkonzentration im Blut führt zum einen an den peripheren Zellen dazu, dass die Empfindlichkeit gegenüber Insulin noch weiter abnimmt und Insulinrezeptoren an der Oberfläche der Zellen reduziert werden (Down-Regulation). Zum anderen ist der Appetit bei HyperinsulinämieHyperinsulinämie gesteigert, was zur Nähstoffzufuhr und ggf. weiterer Gewichtszunahme führt. So entsteht ein Reaktionskreis, der letztlich zur Erschöpfung der Pankreassekretion und dadurch zum absoluten Insulinmangel führt.
Die Symptome entwickeln sich langsam und zunächst unmerklich. Häufig wird ein Diabetes Typ 2 erst dann diagnostiziert, wenn Kollateralschäden (Spätkomplikationen) aufgetreten sind, also nach Jahren eines bestehenden Leidens, oder als Zufallsbefund, z. B. bei Vorsorgeuntersuchungen oder Operationen. Die Symptome des Diabetes Typ 2 gleichen im Wesentlichen denen des Typ 1 Diabetes mit Ausnahme der Ketoazidose, die erst dann auftritt, wenn die β-Zellen erschöpft sind.
Die Erkrankung betrifft v. a. ältere Menschen und zeigt eine steigende Tendenz im Hinblick sowohl auf die Neuerkrankungsrate als auch auf das Alter. Die Zunahme der Erkrankung unter jungen Menschen und auch Kindern muss bedenklich stimmen. Der Grund ist im modernen Lebensstil zu suchen, der v. a. durch Bewegungsmangel, veränderte Ernährungsgewohnheiten und das Auftreten der Adipositas gekennzeichnet ist.
Symptome

$Diabetes mellitus Typ 2 Symptome Leitsymptome:

  • Langsamer, schleichender Beginn, meist über viele Jahre symptomarm

  • Begleitende Adipositas

  • Hyperglykämie mit Polyurie, Polydipsie

Begleitsymptome:

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit

  • Wadenkrämpfe und Sehstörungen durch Elektrolyt- und Wasserverschiebungen

  • Gerötetes Gesicht, Juckreiz, Candida-Infektionen, Furunkel durch Staphylokokkenbesiedlung und reduzierte Immunitätslage

  • Fettleber

  • Langsamer, schleichender Beginn, meist über viele Jahre symptomlos oder symptomarm.

  • Diagnose in frühen Stadien meist im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen als Zufallsbefund.

  • Begleitende Adipositas vom Apfeltyp mit Akkumulation der abdominalen Fettmasse.

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsknick.

  • Hyperglykämien mit Erhöhung der Serumosmolarität, Polyurie, Elektrolytverlust (Wadenkrämpfe), Exsikkosesymptomen (trockene, abstehende Haut, trockene Schleimhäute, Sehprobleme durch Wasserschwankungen der Linse und des Glaskörpers), Polydipsie.

  • Intermittierende Hypoglykämien,Hypoglykämie v. a. nach körperlicher Belastung, besonders in den frühen Stadien der Erkrankung; der Grund liegt in der insulinunabhängigen Einschleusung von Glukose in die Muskelzelle.

  • Juckreiz, trockene Haut, Candida-Infektionen, Furunkel durch Staphylokokkenbesiedlung, schlecht heilende Wunden durch reduzierte Immunitätslage.

  • Gerötetes Gesicht.

  • Necrobiosis lipoidicaNecrobiosis lipoidica an Unterschenkeln: Scharf begrenzte, entzündliche Rötungen mit Randbetonung. Zentral sind im Verlauf der Erkrankung sklerotische Herde und Teleangiektasien zu sehen. Häufig entwickeln sich schlecht heilende Ulzera. Die Hauterscheinungen treten bevorzugt symmetrisch über den Streckseiten der Unterschenkel und an den Fußrücken auf.

  • Fettleber durch verstärkte Umwandlung von Glukose in Fett.

Diagnostik

$Diabetes mellitus Typ 2 Labor Labor:

  • Hyperglykämie (nüchtern > 126 mg/dl, unabhängig von den Mahlzeiten > 200 mg/dl)

  • HbA1c ↑ (> 6,5 %)

  • Glukosurie (Nierenschwelle > 180 mg/dl)

  • Pathologischer oraler Glukosetoleranztest

  • Blutzuckermessungen nüchtern und im Tagesprofil

  • Hyperglykämie:Hyperglykämie jeder Glukosespiegel > 200 mg/dl (unabhängig von den Mahlzeiten) oder ein Nüchternspiegel > 126 mg/dl ist beweisend

  • Oraler Glukose-Toleranz-Test

  • U-Stix-Untersuchung der Glukose (Glukosurie)

  • Selten Ketonkörper im Urin, weil das Restinsulin die Lipolyse drosselt

  • HbA1c ↑ (> 6,5 %)

MERKE

Merke

Durchführung des oralen Glukose-Toleranz-Tests:oraler Glukose-Toleranz-Test

  • Messung des Glukosespiegels im Nüchternzustand

  • Gabe von 75 g Glukose oral

  • Messung des Glukosespiegels nach 2 Stunden:

    • Normal: < 140 mg/dl

    • Pathologische pathologische GlukosetoleranzGlukosetoleranz: 140–200 mg/dl

    • Diabetes mellitus: > 200 mg/dl

Der Patient sollte während der Untersuchung ruhig sitzen.

Kontraindikationen sind Lebererkrankungen, fieberhafte Infekte und ein manifester Diabetes mellitus. Ein Diabetes mellitus Typ 1 geht mit absolutem Insulinmangel einher. Die Zufuhr von 75 g Glukose kann ein ketoazidotisches diabetisches Koma zur Folge haben.

Therapie

$Diabetes mellitus Typ 2 Therapie Therapie:

  • Patientenschulung

  • Gewichtsnormalisierung durch v. a. körperliches Training und Ernährungsumstellung

  • Orale Antidiabetika, Insulin

  • Prophylaxe der Komplikationen

  • Gewichtsnormalisierung und körperliches Training:

    • Symptome bei milden Diabetesformen können völlig zurückgehen, der Stoffwechsel reguliert sich ebenfalls

    • Beide Therapiesäulen üben auch einen günstigen Einfluss auf Blutdruck, HDL-Wert, Entstehung der Arthrose, OSAS und andere Erkrankungen aus, die mit der Adipositas assoziiert sind

  • Ernährungsumstellung:

    • Reduktion der Gesamtkalorienzahl (bei adipösen Patienten)

    • Reduktion von Einfachkohlenhydraten in Form von v. a. Kuchen, Säften, Weißbrot; komplexe Kohlenhydrate sind günstiger wegen der langsameren Glukoseanflutung im Blut und sollten bevorzugt werden

    • 5 kleine Mahlzeiten am Tag anstatt 3 großer

    • Gemüsereiche (ballaststoffreiche) Kost mit Reduktion von tierischen Fetten zugunsten von pflanzlichen Fetten und Fischfetten

    • Alkoholische Getränke nur gelegentlich konsumieren

    • Fruktose und Xylit können in Maßen zum Süßen eingesetzt werden, regelmäßige Fruktosezufuhr in hohen Mengen kann allerdings den Lipidspiegel erhöhen

    • Auf eine Trinkmenge von ca. 2 l/Tag achten

  • Patientenschulung im Hinblick auf den Verlauf der Erkrankung, Komplikationen, Motivation bezüglich der Ernährungstherapie, Gewichtsabnahme und Bewegungstherapie

  • Förderung einer selbstbestimmten Rolle im Behandlungsprozess, Hilfestellung bei der praktischen Umsetzung der Diabetestherapie

  • Medikamentöse Therapie mit oralen Antidiabetika,orale Antidiabetika z. B. Biguanide (Metformin), Glitazone (Insulin-Sensitizer) oder Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid), oder Insulin s. c.

    • Metformin ist das am häufigsten verwendete Mittel, besonders bei adipösen Patienten. Es verzögert die enterale Glukoseaufnahme, hemmt die hepatische Glukoneogenese, erhöht die Glukoseaufnahme in die Muskelzelle und hat einen appetitzügelnden Effekt. Fortgeschrittene Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz und Leberinsuffizienz stellen Kontraindikationen dar. Die wichtigste (seltene) Nebenwirkung ist das Auftreten einer Laktatazidose, die eine hohe Letalität aufweist.

    • Sulfonylharnstoffe wirken an den β-Zellen des Pankreas, stimulieren die Zellen zur Insulinausschüttung und zeigen einen starken blutzuckersenkenden Effekt. Die wichtigste Nebenwirkung ist die Hypoglykämie, die besonders bei gleichzeitig vorhandener Niereninsuffizienz, Alkoholkonsum, Einnahme von NSAR, Betablockern oder während/nach körperlicher Anstrengung hoch ist.

  • Prophylaxe der Komplikationen: Urinuntersuchungen auf Mikroalbuminurie oder U-Stix, Spieglung des Augenhintergrunds, neurologische Untersuchung, Gefäßdarstellung, regelmäßige podologische Inspektion der Füße

Komplikationen des Diabetes mellitus

Die wichtigsten Komplikationen des Diabetes mellitusDiabetes mellitusKomplikationen (Abb. 14.29) hängen mit der Läsion der großen und kleinen Gefäße (Makro- und Mikroangiopathie) zusammen. Ferner können Entgleisungen des Glukosespiegels in beide Richtungen erfolgen. Stoffwechselveränderungen aufgrund der hohen Glukosespiegel können sich als Dyslipoproteinämie mit Erhöhung der Triglyzeride und LDL, bei erniedrigtem HDL und Fettleber (v. a. beim Typ-2-Diabetes) erkennen lassen.

ABBILDUNG 14.29

Makroangiopathie

Makroangiopathie$Makroangiopathie (Arteriosklerose der großen Gefäße):

  • KHK, Angina pectoris und Herzinfarkt

  • pAVK

  • Apoplex

MakroangiopathieDie Makroangiopathie entsteht durch eine vorzeitige Arteriosklerosebildung in den großen Gefäßen. Die Folgen sind:
  • KHK (6.4.8), Angina pectoris und Herzinfarkt (6.4.9)

  • pAVK (7.4.2)

  • Apoplex (19.3.8)

  • Arteriosklerose der Viszeralgefäße (7.4.2)

Mikroangiopathie
MikroangiopathieDie Mikroangiopathie spielt sich in den kleinsten Gefäßen ab. Charakteristisch ist die Basalmembranverdickung der Blutgefäße, die mit einer reduzierten Versorgung der Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen einhergeht. Gleichzeitig können Stoffwechselendprodukte nur insuffizient abtransportiert werden, was den Zelltod nach sich zieht. Die Entwicklung ist abhängig von der Dauer der Erkrankung und der Stoffwechsellage. Die Mikroangiopathie kann als diabetische Nephropathie, Neuropathie, Retinopathie oder Angiopathie der kleinen Koronargefäße in Erscheinung treten.

Mikroangiopathie$Mikroangiopathie (Arteriosklerose der kleinen Gefäße):

  • Diabetische Nephropathie:$Nephropathiediabetische Frühsymptom ist die Mikroalbuminurie (30–300 mg/d), später Symptome der chronischen Niereninsuffizienz

  • Diabetische Neuropathie$Neuropathiediabetische 19.3.16

  • Diabetische Retinopathie:$Retinopathiediabetische mit u. a. Mikroaneurysmen, Blutungen und Narbenbildungen an der Retina; Folgen sind Netzhautablösung und Visusminderung bis hin zur Erblindung

  • Diabetisches Fußsyndrom:$Fußsyndromdiabetisches schlecht heilende Wunden, die in Nekrosen münden können

Diabetische Nephropathie
Die NephropathieNephropathiediabetische manifestiert sich als GlomeruloskleroseGlomerulosklerose (Kimmelstiel-WilsonKimmelstiel-Wilson) oder als unspezifische renale Gefäßveränderung. Folge ist eine gestörte glomeruläre Funktion.
Frühsymptom ist die MikroalbuminurieMikroalbuminurie (20–200 mg/l oder 30–300 mg/Tag). Später mündet die Erkrankung in eine chronische Niereninsuffizienz mit allen bekannten Symptomen. Begleitende Erkrankungen wie Hypertonie, eiweißreiche Kost und Nikotinkonsum beschleunigen die Nephropathie.
Diabetische Neuropathie
NeuropathiediabetischeDie Neuropathie manifestiert sich an den sensiblen und motorischen Fasern (sensomotorische Neuropathie), aber auch am vegetativen Nervensystem (autonome Neuropathie) (Abb. 14.30). Die periphere Neuropathie beginnt distal und symmetrisch mit Parästhesien, verminderter Schmerzempfindung, vermindertem Vibrationsempfinden, motorischer Schwäche, Hypo- oder Areflexie. Die autonome Neuropathie führt zu Herzrhythmusstörungen, stummem Herzinfarkt, Diarrhö, Obstipation, Erbrechen, verminderter Schweißsekretion und Blasenentleerungsstörungen (19.3.16). Sehr selten kann sich die Polyneuropathie mit Parese der Augenmuskelnerven und der Folge von Doppelbildern oder einer peripheren Fazialisparese äußern.

ABBILDUNG 14.30

Diabetische Retinopathie
RetinopathiediabetischeDie Retinopathie manifestiert sich u. a. als Mikroaneurysma, Blutung und Narbenbildung an der Retina. Folgen sind eine Netzhautablösung und Visusminderung bis hin zur Erblindung (20.4.10).
Diabetisches Fußsyndrom
FußsyndromdiabetischesDas diabetische Fußsyndromdiabetisches Fußsyndrom ist eine häufige Komplikation des Diabetes und macht sich mit schlecht heilenden Wunden bemerkbar, die zu Nekrosen der Füße führen können. Es werden im Wesentlichen 3 Formen unterschieden:
  • Neuropathischer diabetischer Fuß: Folge der Polyneuropathie. Die Füße sind trocken, rosig (gut durchblutet, aber wegen der Basalmembranverdickung ist das Gewebe schlecht ernährt) und die Pulse sind erhalten. Ulzera entwickeln sich meist aus kleinsten Verletzungen und sind besonders an druckbelasteten Stellen zu finden.

  • Ischämischer diabetischer Fuß: Folge der pAVK. Die Füße sind kühl, blass oder livide verfärbt, pulslos und je nach Stadium der pAVK sehr schmerzhaft. Die Ulzera oder Nekrosen finden sich im Endstromgebiet, meist an den Zehen oder am lateralen Knöchel.

  • Mischformen aus neuropathischen und ischämischen Komponenten.

MERKE

Merke

Beim diabetischen Fußsyndrom ist die podologische Behandlung von besonderer Bedeutung. Ferner sind weiche, breite Schuhe zu empfehlen, die nicht drücken. Die Füße sollten täglich inspiziert werden, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Barfußlaufen ist wegen der Verletzungsgefahr gefährlich.

Coma diabeticum bzw. hyperglykämisches Koma
hyperglykämisches Koma

Coma diabeticum$Coma diabeticum bzw. hyperglykämisches Koma:$hyperglykämisches Koma

  • Ketoazidotisches Koma$ketoazidotisches Koma (Typ-1-Diabetes):

    • Hyperglykämie (> 300 mg/dl)

    • Lipolyse, Ketonkörper und Ketoazidose (Bauchschmerzen, Erbrechen, Wasser-, Elektrolytverlust, Kussmaul-Atmung)

    • Verstärkte Diurese mit Exsikkose, Hypovolämie mit ggf. hypovolämischen Schock

  • Hyperosmolares Koma$hyperosmolares Koma (Typ-2-Diabetes):

    • Hyperglykämie (> 600 mg/dl)

    • Erhöhung der Osmolarität im Blut

    • Polyurie, Elektrolytverlust mit Exsikkose, Hypovolämie mit ggf. hypovolämischen Schock

Das Coma diabeticumComa diabeticum geht mit hohen Glukosewerten einher, wobei die Glukosewerte beim Typ-1-Diabetes wesentlich geringer sind als beim Typ-2-Diabetes. Beim Typ-1-Diabetes werden Werte zwischen 300 und 400 mg/dl erreicht, beim Typ-2-Diabetes Glukosewerte bis > 1000 mg/dl. Die Frage an dieser Stelle ist, weswegen das Coma diabeticum bei der einen Form früher symptomatisch ist als bei der anderen. Beide Komaarten unterscheiden sich in der Pathophysiologie; der wesentliche Unterscheidungspunkt ist die rasche Ausbildung der symptomatischen Ketoazidose beim Typ-1-Diabetes, die auch zur schnelleren Behandlung zwingt, während beim Typ-2-Diabetes keine Ketoazidose auftritt.
Die Entwicklung des Coma diabeticum vollzieht sich relativ langsam, innerhalb von Tagen. Das Hauptproblem neben den hohen Glukosespiegeln ist die Dehydratation des Organismus, die mit Hypotonie, Tachykardie, aber auch Zellschrumpfung einhergeht, weil das Volumen aus dem Intra- in den Extrazellularraum verschoben wird. Neuronale Zellen reagieren sehr empfindlich auf derartige Veränderungen mit Funktionseinbußen, z. B. als Somnolenz bis hin zum Koma.
Die Ursachen des Coma diabeticumComa diabeticumhyperglykämisches Koma sind entweder eine mangelnde Insulinzufuhr und/oder ein erhöhter Insulinbedarf, z. B. bei fiebrigen Infekten, Diätfehlern, Hyperthyreose oder Kortisontherapie. Beim Typ-1-Diabetes kann das Coma diabeticum als primäre Manifestation der Erkrankung auftreten.
Typ-1-Diabetes: Ketoazidotisches Koma
ketoazidotisches KomaDer absolute Insulinmangel führt neben der Hyperglykämie (> 350 mg/dl) und damit verbundenen Hyperosmolarität des Bluts zu einer verstärkten Lipolyse. Die Abbauprodukte der Fettsäuren sind Ketonkörper.Ketonkörper Ketone lassen den Atem obstartig riechen, stellen saure Äquivalente dar und führen somit zu einer Azidose.
Die Azidose macht sich in Form von Bauchschmerzen, Erbrechen, Wasser- und Elektrolytverlust sowie der Kussmaul-AtmungKußmaul-Atmung (Kompensationsatmung zur verstärkten Abatmung saurer Metaboliten) bemerkbar. Besondere Auswirkungen finden sich im Hinblick auf die Serumkaliumkonzentration. Im Rahmen der Azidose werden Kaliumionen im Austausch mit H+-Ionen (um die Azidose zu kompensieren) aus der Zelle entlassen, was zur Hyperkaliämie führt. Nach späterer Insulinzufuhr werden sie zusammen mit der Glukose wieder in die Zelle getrieben, was eine Hypokaliämie bewirken kann.
Neben der Azidose findet sich eine verstärkte Diurese (osmotische Diurese). Die Folge ist eine Exsikkose mit Hypovolämie. Aus der Hypovolämie können sich ein akutes Nierenversagen und ein hypovolämischer Schock entwickeln. Im Zuge der Schockentwicklung kann sich noch zusätzlich eine Laktatazidose entwickeln.
Typ-2-Diabetes: Hyperosmolares Koma
hyperosmolares KomaDer relative Insulinmangel führt zur Hyperglykämie (> 600 mg/dl) und zur starken Erhöhung der Osmolarität im Blut. Das vorhandene Restinsulin blockiert wirksam die Lipolyse, sodass in der Regel keine Ketoazidose auftritt.
Die Hyperosmolarität bedingt die Polyurie und den Elektrolytverlust. Als Folge stellt sich eine Exsikkose mit u. a. weichen Augenbulbi, Kollapsneigung, Durst, Appetitlosigkeit, Erbrechen ein. Aus der Exsikkose und Hypovolämie können sich, ähnlich wie beim ketoazidotischen Koma, ein akutes Nierenversagen und ein hypovolämischer Schock entwickeln. Im Zuge der Schockentwicklung kann es zur Laktatazidose kommen.
Therapie

$Coma diabeticum Therapie Therapie:

  • Therapie der Ursachen

  • Beide Komaformen stellen einen Notfall dar → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.2)

  • Therapie der Ursachen

Hypoglykämisches Koma

$hypoglykämisches Koma Hypoglykämisches Koma

  • Entwickelt sich, wenn der Blutzucker

    < 50 mg/dl fällt

  • Hypoglykämische Symptome verschwinden nach Zufuhr von Glukose

hypoglykämisches KomaEin hypoglykämisches Koma entwickelt sich, wenn der Blutzucker unter 50 mg/dl fällt und sich hypoglykämische Symptome einstellen, die nach Zufuhr von Glukose verschwinden.
Bei einem gesunden Menschen bewirkt ein Glukoseabfall unter etwa 80 mg/dl eine Aktivierung gegenregulatorischer Hormone, wie z. B. Katecholamine, Glukagon und Kortisol. Dieser Vorgang der Hypoglykämiewahrnehmung ist bei diabetischen Patienten gestört, besonders beim Typ-1-Diabetes und aufgrund der Polyneuropathie. Die Symptome können grob in 2 Kategorien eingeteilt werden: zum einen neuronale Symptome, die durch eine Glukoseminderversorgung der Nervenzellen entstehen, und autonome Symptome.
Die Ursachen der Hypoglykämie sind v. a. auf Überdosierung von Insulin, oralen Antidiabetika, v. a. Sulfonylharnstoffen, und/oder mangelnde Kohlenhydratzufuhr zurückzuführen. Ferner können Magenentleerungsstörungen bei fortgeschrittenen Formen durch die autonome Neuropathie (diabetische Gastroparese) eine Hypoglykämie fördern. Bei der diabetischen Gastroparese findet sich eine Störung der Peristaltik. Die Folge kann Erbrechen sein, wobei die zuvor eingenommenen Medikamente jedoch ihre Wirkung entfalten. Andere wichtige Ursachen sind ein Alkoholexzess mit Nahrungskarenz, starke körperliche Belastung oder – seltener – insulinproduzierende Tumoren.
Symptome

Symptome:

  • Heißhunger

  • Übelkeit

  • Unruhe, Reizbarkeit

  • Verwirrtheit

  • Kopfschmerzen

  • Tachykardie

  • Tremor

  • Krampfanfälle

  • Bewusstseinsstörung

  • Symptome, die sich aus der Stimulation des vegetativen Nervensystems ergeben (Abb. 14.31):

    • Heißhunger

    • Übelkeit, Erbrechen

    • Schwäche

    • Unruhe, Reizbarkeit

    • Schwitzen

    • Tachykardie, Hypertonie

    • Tremor

  • Symptome, die sich aus Minderversorgung der Nervenzellen ergeben (Abb. 14.31):

    • Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Halluzinationen, Koordinationsschwäche

    • Krampfanfälle, gesteigerte Eigenreflexe, positives Babinski-Zeichen

    • Somnolenz, Koma

ABBILDUNG 14.31

MERKE

Merke

Bei fortgeschrittenem Diabetes mellitus mit ausgeprägter Neuropathie können die typischen vegetativen Symptome der Hypoglykämie fehlen oder sich erst sehr spät einstellen. Neurologische und psychiatrische Symptome bleiben meist erhalten.

Therapie

$hypoglykämisches Koma Therapie Therapie:

  • Therapie der Ursachen

  • Flüssigkeitssubstitution

  • Ansprechbaren Patienten Glukose oral verabreichen, bewusstlosen Patienten intravenös

  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.1)

  • Therapie der Ursachen

  • Ansprechbaren Patienten Glukose oral verabreichen, z. B. als Saft, Traubenzucker, bewusstlose Patienten erhalten Glukoselösungen i. v.

MERKE

Merke

Einem bewusstlosen Patienten mit bekanntem Diabetes mellitus niemals Insulin verabreichen. Bei einer Hypoglykämie ist die Glukosezufuhr lebensrettend (die Insulingabe dagegen tödlich). Bei einer Hyperglykämie kann die zusätzliche Glukosegabe toleriert werden.

Erkrankungen der Nebenniere

Cushing-Syndrom

  • $Cushing-SyndromHyperkortisolismus

  • Ursachen: Langzeitbehandlung mit Kortison, Tumoren der Nebennierenrinde, ACTH-bildende Tumoren, Adenome des Hypophysenvorderlappens, die Kortison produzieren (= Morbus Cushing$Morbus Cushing)

Definition
Cushing-SyndromDas Cushing-Syndrom entsteht durch Hyperkortisolismus (anhaltende inadäquate Erhöhung des Kortisols).
Pathogenese
Die wichtigste Ursache des Hyperkortisolismus ist die Langzeitbehandlung mit Kortison, etwa bei Autoimmunerkrankungen. Daneben kann eine paraneoplastische ACTH-Bildung, z. B. beim Bronchialkarzinom oder kortisonproduzierenden Tumoren der Nebennierenrinde, in Betracht kommen. Eine seltene Ursache ist auf ein Adenom des Hypophysenvorderlappens zurückzuführen, das Kortisol produziert. Die Formen, die durch hypophysäre Ursachen entstehen, werden Morbus CushingMorbus Cushing genannt, alle anderen Ursachen werden unter dem Cushing-Syndrom zusammengefasst.
Die Symptome des Hyperkortisolismus lassen sich von der stark erhöhten Hormonmenge herleiten. Zum einen lassen sich äußere Symptome erkennen, u. a. als Stammfettsucht mit dünnen Extremitäten, Striae, Vollmondgesicht und dünne Haut. Zum anderen besitzt Kortisol gravierenden katabolen Einfluss auf den Stoffwechsel, der zur Proteolyse, Lipolyse, Glukoseerhöhung und verstärktem Knochenabbau führt. Weiterhin besitzt das Hormon eine antiproliferative, entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung; die Folgen sind Wundheilungsstörungen, Atrophie des lymphatischen Systems und Infektneigung. Die Kollagenbiosynthese ist vermindert, was sich in dünner Haut und fragilen Gefäßen mit petechialen Blutungen offenbart. Langfristige hohe Kortisolspiegel führen zur Zunahme der männlichen Geschlechtshormone (Virilisierung, sekundäre Amenorrhö) und zur neuronalen Funktionsstörung, die sich in Form von z. B. Depressionen äußern kann.
Symptome

$Cushing-Syndrom Symptome Leitsymptome:

  • Stammfettsucht, Stiernacken, Vollmondgesicht durch Fettumverteilung

  • Muskelschwund, Muskelschwäche, dünne Extremitäten („Spatzenbeine“)

  • Osteoporose

  • Hypertonie

  • Hyperglykämie, u. U. mit Entwicklung eines steroidinduzierten Diabetes mellitus

  • Akne, Furunkel, Striae, dünne Haut, schlechte Wundheilung

  • Ödeme und petechiale Blutungen

Begleitsymptome:

  • Atrophie des lymphatischen Systems

  • Bei Kindern verzögertes Wachstum und Kleinwüchsigkeit

  • Depression, andere Psychosen

  • Virilisierung, Amenorrhö

  • Auswirkung auf den Stoffwechsel:

    • Muskelschwund, Muskelschwäche

    • Dünne Extremitäten („Spatzenbeine“) durch erhöhten Proteinabbau

    • Lipolyse mit Fettumverteilung: Stammfettsucht, StiernackenStammfettsuchtStiernacken (Abb. 14.33), Vollmondgesicht

    • Hyperglykämie mit Ausbildung eine Diabetes mellitus (steroidinduzierter Diabetes)

    • Am Knochen dominieren ebenfalls katabole Prozesse mit dem hohen Risiko der Osteoporose

  • Auswirkungen auf das Bindegewebe: dünne Haut, Entwicklung von StriaeStriae (Abb. 14.33), schlechte Wundheilung, brüchige Gefäße (petechiale Blutungen) durch Hemmung der Fibroblasten und der Kollagenbiosynthese

  • Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System: Hypertonie, Zunahme der Herzfrequenz durch erhöhte Katecholaminempfindlichkeit und Vasokonstriktion

  • Auswirkungen auf den Wasser- und Elektrolythaushalt: Hypervolämie, Ödeme und Begünstigung der Hypertonie durch Wasser- und Natriumretention (aldosteronähnliche Wirkung)

  • Auswirkung auf das Immunsystem: Infektanfälligkeit, Bildung von Akne und Furunkeln durch Hemmung der zellulären und humoralen Faktoren

  • Auswirkungen auf die Blutzusammensetzung: erhöhtes Thromboserisiko durch verstärkte Bildung von Thrombozyten, „Blutfülle“ durch Stimulation der Erythropoese, Hemmung der Bildung der eosinophilen, basophilen Granulozyten und Lymphozyten und verstärkter Freisetzung von neutrophilen Granulozyten

  • Auswirkungen auf die Sexualhormone: Virilisierung, Amenorrhö durch einen verstärkten Umbau des Kortisols in Androgene

  • Auswirkungen auf das Nervensystem: Depression und andere affektive Störungen

  • Bei Kindern: verzögertes Körperwachstum und Kleinwüchsigkeit durch vorzeitigen Schluss der Epiphysenfugen

ABBILDUNG 14.32

Therapie

$Cushing-Syndrom Therapie Therapie:

  • Ursachensuche

  • Operation

  • Medikamentöse Therapie

  • Ursachensuche und deren Behandlung

  • Operative Entfernung der Nebennierenrinde oder des Hypophysentumors

  • Medikamentöse Therapie mit Somatostatin

Nebennierenrindeninsuffizienz

  • $NebennierenrindeninsuffizienzFührt zu Kortisol- sowie ggf. Aldosteron- und Androgenmangel

  • Ursachen: Prozesse der NNR (Morbus Addison)$Morbus Addison in Form von Autoimmunprozessen, Blutungen oder Metastasen, ACTH-Mangel bei HVL- oder Hypothalamus-Insuffizienz oder abruptes Absetzen von Glukokortikoiden nach Langzeitbehandlung

Definition
NebennierenrindeninsuffizienzEine Nebennierenrindeninsuffizienz führt zu Kortisol- sowie ggf. Aldosteron- und Androgenmangel.
Ursachen

$Nebennierenrindeninsuffizienz Symptome Leitsymptome:

  • Brauner Addison: Hyperpigmentierung der Haut und Schleimhaut

  • Hypotonie

  • Schwäche, Müdigkeit

  • Gewicht ↓

Begleitsymptome:

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Exsikkose

  • Hypoglykämie

  • Bei Frauen Verlust der Sekundärbehaarung durch Androgenmangel

  • Primäre NNR-Insuffizienz (Morbus Addison):Morbus Addison Die Ursache liegt in der Nebenniere selbst, wobei die Hormone der Nebennierenrinde fehlen (Kortison, Aldosteron, Androgene). In den meisten Fällen ist die Erkrankung auf AutoimmunprozesseMorbus Addison zurückzuführen, seltener Blutungen, z. B. beim Waterhouse-Friderichsen-SyndromWaterhouse-Friderichsen-Syndrom, oder Metastasenbildung.

  • Sekundäre NNR-Insuffizienz: Folge eines Ausfalls von ACTH bei Hypophysenvorderlappen- oder Hypothalamusinsuffizienz. Der ACTH-Mangel führt zu einem Kortisonmangel; Aldosteron ist in der Regel unverändert.

  • Abruptes Absetzen von Glukokortikoiden nach Langzeitbehandlung.

Symptome der NNR-Insuffizienz
  • Brauner AddisonMorbus Addisonbrauner oder Bronzehautkrankheit:Bronzehautkrankheit Mangel an Kortison stimuliert durch die negative Rückkopplung den Hypophysenvorderlappen zur Bildung von ACTH und MSH, weil beide Substanzen aus dem POMC gebildet werden. ACTH kann keine Wirkung entfalten. MSH führt zur verstärkten Hyperpigmentierung der Haut, besonders der Hautlinien (Abb. 14.35) und der Schleimhäute.

  • Glukokortikoidmangel: gestörte Regulation des Glukosespiegels mit Hypoglykämien, Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen.

  • Mineralokortikoidmangel: Hyponatriämie durch hohen Natriumverlust (und Wasserverlust) führt zur Hypotonie und Exsikkose. Hyperkaliämie durch hohe Kaliumretention führt zu einer gesteigerten neuromuskulären Erregbarkeit und metabolischen Azidose.

  • Androgenmangel: Bei Frauen Verlust der Sekundärbehaarung.

ABBILDUNG 14.34

Symptome der HVL-Insuffizienz
  • Weißer Addison: blasse, pigmentlose (alabasterfarbene) HautMorbus Addisonweißer wegen der verminderten Bildung von MSH (Abb. 14.36)

$HypophysenvorderlappeninsuffizienzSymptomeSymptome der HVL-Insuffizienz: blasse (alabasterfarbene), pigmentlose Haut (weißer Addison)

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Hypoglykämie durch verminderte Glukokortikoidwirkung

  • Endokrine Mangelerscheinungen: abhängig vom Ausfall der jeweiligen Hormone

Komplikation

$NebennierenrindeninsuffizienzKomplikationenKomplikation: Addison-Krise$Addison-Krise mit Schocksymptomen, Hypoglykämie, metabolischer Azidose, Fieber, Bewusstseinsstörungen

Addison-Krise:Addison-Krise ausgelöst durch plötzliches Versiegen der Nebennierenrindenfunktion oder abruptes Absetzen von Glukokortikoiden nach Langzeitbehandlung
  • Symptome der NNR-Insuffizienz

  • Schocksymptome durch Exsikkose und starken Blutdruckabfall

  • Fieber

  • Bewusstseinsstörungen

Labor
  • Natrium ↓

$Nebennierenrindeninsuffizienz Labor Labor:

  • Na+ ↓

  • K+ ↑

  • Kalium ↑

Therapie
  • Addison-Krise: Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.9.6)

$NebennierenrindeninsuffizienzTherapieTherapie:

  • Addison-Krise:

  • Substitution von Mineralo- und

    Glukokortikoiden

  • Substitution aller Kortikoide (Mineralo- und Glukokortikoide)

Conn-Syndrom

Conn-Syndrom

  • $Conn-SyndromHyperaldosteronismus$Hyperaldosteronismus

  • Ursache: Hyperplasie oder Adenom der NNR

Definition
Syn. primärer HyperaldosteronismusHyperaldosteronismus. Beim Conn-Syndrom kommt es zu einer unphysiologisch hohen Aldosteronsekretion.
Pathogenese
Das Conn-Syndrom kann durch Hyperplasie oder gutartige Adenome der NNR auftreten. Die Symptome gleichen dabei nicht vollständig der Wirkung des Aldosterons. Zu erwarten wären eine Hypernatriämie und Hypokaliämie. Tatsächlich aber findet sich eine Hypernatriämie selten. Der Grund liegt im Escape-Phänomen: Wenn die Aldosteronkonzentration über längere Zeit sehr hoch ist, steigt die Sekretion von ANP und die Natriumausscheidung nimmt wieder zu. Netto beleibt mehr Volumen im Körper, was eine (zum Teil sehr schwer einstellbare) Hypertonie sowie eine Hypokaliämie nach sich zieht. Darüber hinaus besteht eine metabolische Alkalose, die durch eine erhöhte H+-Ausscheidung entsteht.
Symptome

$Conn-SyndromSymptomeSymptome: Conn-Trias (Hypertonie, Hypokaliämie, metabolische Alkalose)

Die Symptome sind durch die Conn-TriasConn-Trias charakterisiert:
  • Hypertonie: zum Teil schwer einstellbar ist; als Folge davon Kopfschmerzen, Nasenbluten und Symptome der Organschäden

  • Hypokaliämie bei einem Teil der Patienten: niedrige Kaliumspiegel senken die neuromuskuläre Erregbarkeit; die Folgen können Obstipation, Muskelschwäche bis hin zu Paresen und Herzrhythmusstörungen sein

  • Metabolische Alkalose durch eine erhöhte renale Ausscheidung der H+-Ionen

Therapie
  • Medikamentöse Therapie mit Aldosteronantagonisten, v. a. Spironolacton

  • Operative Entfernung der Nebenniere

Phäochromozytom

PhäochromozytomKatecholaminproduzierender Tumor des Nebennierenmarks

Definition
PhäochromozytomDas Phäochromozytom ist ein katecholaminproduzierender Tumor des Nebennierenmarks oder seltener der sympathischen Ganglien (extraadrenales Phäochromozytom).
Pathogenese
Die meisten Tumoren kommen im NNM vor, ein kleiner Prozentsatz wächst außerhalb, meist in der Bauchhöhle. Die Größe des Tumors kann klein sein, aber auch bis 3 kg betragen. Etwa 10 % der Tumoren sind maligne. Ein Teil der Tumoren wird vererbt und kann beidseits vorkommen.
Tumoren des NNM produzieren vorwiegend Adrenalin, die extraadrenalen meist Noradrenalin. Die Symptome ergeben sich aus der übermäßigen Katecholaminwirkung.
Symptome
  • Hypertonie entweder als intermittierende oder Dauerhypertonie mit Kopfschmerzen

$Phäochromozytom Symptome Leitsymptome:

  • Hypertonie mit Blässe des Gesichts (weißer Hypertonus), Tachykardie

  • Kopfschmerzen

  • Schwitzen, Tremor, Unruhe

Begleitsymptome:

  • Hyperglykämie

  • Gewichtsverlust

  • Tachykardie, Tachyarrhythmie und andere Herzrhythmusstörungen

  • Blasses Gesicht durch Vasokonstriktion (weiße Hypertonie)

  • Schwitzen, Tremor, Unruhe, Nervosität

  • Stoffwechselwirkungen: Gewichtsverlust durch katabole Wirkung, Hyperglykämie, hohe Triglyzeridwerte

ACHTUNG

Achtung

Ein Phäochromozytom entleert sich auf Druck. Es ist daher Vorsicht bei der abdominalen Palpation geboten.

Komplikationen

$Phäochromozytom Komplikationen Komplikationen:

  • Apoplex, Herzinfarkt

  • Lungenödem, Nierenversagen

  • Hypertensive Entgleisungen im Sinne einer hypertensiven Krise oder eines hypertensiven Notfalls, die mit neurologischen Störungen (Apoplex), Lungenödem, Nierenversagen einhergehen können

  • Herzinfarkt, Pumpversagen

Therapie

$PhäochromozytomTherapieTherapie: operative Entfernung des Tumors

Operative Entfernung des Tumors

Endokrine Knochenerkrankungen

Rachitis

  • $RachitisKindlicher Vitamin-D-Mangel

  • Führt zur abnormen Knochenweichheit

Definition
Rachitis Syn. Englische Krankheit. Eine Rachitis tritt bei Kindern aufgrund eines Vitamin-D-Mangels auf.Vitamin DMangel
Pathogenese
Am wachsenden Skelett ist Vitamin D essenziell für die Mineralisierung und das Wachstum des Knochens, besonders im Bereich der Metaphysen (Epiphysenfugen). Ein Mangel führt zur einer abnormen Weichheit und Deformierung der Knochen, die besonders im Bereich der Wachstumszonen sichtbar sind und als Auftreibungen imponieren.
Spät behandelte Rachitisformen können einen Minderwuchs, Gehstörungen und vorzeitige Arthrose zur Folge haben. Der Kalziummangel wirkt sich auf die neuromuskuläre Erregbarkeit aus und kann sich als Muskelschwäche bis hin zu tetanischen Krämpfen äußern.
Ursachen des Vitamin-D-Mangels sind eine verminderte Sonnenexposition, besonders bei Säuglingen, die Unreife der bildenden Organe (Leber, Niere) und eine verminderte Zufuhr an Vitamin D. In Deutschland wird eine Vitamin-D-Prophylaxe empfohlen. Die Rachitis-Fallzahlen sind gering.
Symptome

$Rachitis Symptome Symptome:

  • Quadratischer Kopf mit eindrückbarem Okziput

  • O-Beine

  • Rachitischer Rosenkranz

  • Knochendeformitäten und Knochenweichheit: quadratischer Kopf mit eindrückbarem Okziput, O-Beine, rachitischer Rosenkranzrachitischer Rosenkranz (Abb. 14.37), Wirbeldeformierungen, v. a. Kyphosierung

  • Kalziummangel: Adynamie, Schwäche der Muskulatur, Neigung zur Tetanie, Stimmungsschwankungen (nörgelnde, unzufriedene Kinder)

  • Schlaffe Bauchdecke (Froschbauch)

  • Infektanfälligkeit

  • Ausgeprägte Kopfschweißbildung

ABBILDUNG 14.37

Labor
  • Parathormon ↑

  • Alkalische Phosphatase ↑

  • Serum-Kalzium ± oder ↓

$Rachitis Labor Labor:

  • Parathormon ↑

  • AP ↑

Therapie

$RachitisTherapieTherapie: Vitamin-D-Substitution

Vitamin-D-Substitution unter Kontrolle des Kalziumspiegels.

Osteomalazie

$OsteomalazieVitamin-D-Mangel bei Erwachsenen

Definition
OsteomalazieEine Osteomalazie entsteht aufgrund einer mangelnden Mineralisation von Substantia compacta und spongiosa bei Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen.Vitamin DMangel
Pathogenese
Ein Vitamin-D-Mangel bei Erwachsenen kann durch eine mangelnde Vitamin-D-Zufuhr oder durch verminderte Vitamin-D-Bildung entstehen, v. a. durch unzureichende UV-Bestrahlung, Malassimilationssyndrom, Leber- und Nierenerkrankungen mit mangelnder Aktivierung von Vitamin D.
Der Knochen zeigt einen regen Stoffwechsel in Form von Abbau- und Anbauprozessen, um sich an veränderte Belastungen zu adaptieren. Ein Vitamin-D-Mangel behindert weitestgehend die Anbauprozesse (Einlagerung von Kalziumsalzen), sodass der organische Anteil (Proteinanteil) zunimmt. Der Knochen wird weicher und verformbarer. Der Kalziummangel wirkt sich auf die neuromuskuläre Erregbarkeit auf und kann sich als Muskelschwäche bis hin zu tetanischen Krämpfen äußern.
Symptome
  • Knochenschmerzen

  • Knochenverbiegungen (O-Beine), Wirbeldeformitäten

  • Erhöhte Frakturneigung

  • Muskelschwäche und Neigung zur Tetanie als Folge der Hypokalziämie

  • Röntgen: nicht verkalkte Bereiche als Looser-Umbauzonen sichtbar (bandförmige Aufhellungen, die quer zur Längsachse eines Knochens ziehen)

$Osteomalazie Symptome Symptome:

  • Knochenschmerzen

  • Knochenverbiegungen (O-Beine), Wirbeldeformitäten

  • Erhöhte Frakturneigung

Therapie
  • Behandlung der Grunderkrankung

  • Substitution von Vitamin D

$OsteomalazieTherapieTherapie: Vitamin-D-Substitution

Osteoporose

  • $OsteoporoseKnochenerkrankung mit verminderter Knochenfestigkeit

  • Sowohl Mineral- als auch organischer Anteil des Knochens betroffen

  • Am häufigsten ist die primäre Osteoporose (senile Osteoporose, postmenopausale Osteoporose)

Definition
OsteoporoseDie Osteoporose ist eine systemische Knochenerkrankung, die sich durch eine verminderte Knochenfestigkeit auszeichnet.
Pathogenese

Risikofaktoren der postmenopausalen Osteoporose:

  • Späte Menarche

  • Frühe Menopause

  • Alkohol- und Nikotinabusus

  • Bewegungsmangel

  • Zierlicher Habitus

  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel

Mit 30 Jahren erreicht der Mensch die höchste Knochenmasse (Peak Bone Mass), die dann mit zunehmendem Alter abnimmt. Die Verminderung der Masse wird Osteoporose genannt, wobei sowohl der Mineralanteil als auch der organische Anteil des Knochens betroffen (vermindert) ist. Die Mikroarchitektur des Knochens ist gestört, was bedeutet, dass die Anordnung der Knochenbälkchen, die längs, quer und schräg verlaufen, aufgehoben wird. Dabei ist der Verlust der horizontal verlaufenden Knochenbälkchen am stärksten (Abb. 14.38). Das Frakturrisiko ist deutlich erhöht.
Die Osteoporose kann eingeteilt werden in:
  • Primäre Osteoporose (> 95 %): Dazu zählen die senile (Altersosteoporose) und postmenopausale Osteoporose.

    • Altersosteoporose: Ist u. a. auf eine verminderte Osteoblastentätigkeit zurückzuführen. Diese Form ist meist lange asymptomatisch und tritt erst bei einer Fraktur (distale Radius- oder Oberschenkelhalsfraktur) in Erscheinung. Die Altersosteoporose ist durch einen Verlust der Kompakta und Spongiosa gekennzeichnet.

    • Postmenopausale Osteoporose: Ist auf eine Östrogendepletion zurückzuführen, die am Knochen eine anabole Funktion besitzt. Betroffen ist hauptsächlich die Spongiosa, v. a. von Wirbelkörpern, Becken und Brustkorb. Der Verlust an den Extremitäten ist deutlich geringer. Die häufigsten Frakturen sind Wirbelkörperfrakturen und distale Radiusfrakturen. Risikofaktoren der postmenopausalen Form sind v. a. späte Menarche und frühe Menopause (kurze Östrogenexpositionszeit), starker Alkohol- und Nikotinkonsum (dadurch Aktivierung die Osteoklasten), Bewegungsmangel, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel sowie zierlicher Habitus. Adipöse Menschen sind wegen der Östrogenbildung im Fettgewebe (relativ) geschützt.

  • Sekundäre Osteoporose (< 5 %): Hormonell bedingt durch Hyperthyreose, Hyperkortisolismus oder langjährige Kortisoneinnahme, Malabsorptionssyndrom mit verminderter Resorption von Kalzium und Vitamin D.

ABBILDUNG 14.38

Symptome
  • Ausbildung der Osteoporose meist asymptomatisch

  • Symptome treten erst dann auf, wenn die Osteoporose fortgeschritten ist und Veränderungen am Skelett aufgetreten sind, v. a. als:

    • Knochenschmerzen, besonders im Rücken

    • Spontanfrakturen, v. a. an den Wirbelkörpern

    • Rundrücken, Gibbusbildung, Tannenbaumphänomen am Rücken

    • Abnahme der Körpergröße und Veränderung der Körperproportionen (Arme imponieren überlang)

$Osteoporose Symptome Symptome:

  • Knochenschmerzen, besonders im Rücken

  • Spontanfrakturen

  • Rundrücken, Gibbusbildung, Tannenbaumphänomen am Rücken

  • Abnahme der Körpergröße, Arme imponieren überlang

Diagnostik
  • Knochendichtemessung: derzeit bestes Verfahren, um die Knochendichte zu bestimmen

  • Röntgen: evtl. Nachweis einer verminderten Knochenmasse (erst spät im Röntgen erkennbar), Wirbelkörperdeformierungen im Sinne einer Keil-, Fischwirbelbildung, Höhenminderung

  • Labor:

    • Kalzium und Phosphat im Serum in der Regel normal

    • Alkalische Phosphatase normal oder geringfügig ↑

$Osteoporose Labor Labor:

  • Meist keine Veränderungen

  • Ggf. AP ↑

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Alkohol- und Nikotinkonsum reduzieren bzw. einstellen, Korrektur des Untergewichts, regelmäßige Bewegung, Muskeltraining

  • Kalziumreiche Ernährung bzw. Supplementierung von Kalzium und Vitamin D

  • Bisphosphonate: hemmen die Osteoklastentätigkeit und blockieren die Kalziumfreisetzung aus den Knochen

  • Physiotherapie

  • Sturzprophylaxe

  • Verzicht auf Medikamente, die eine Osteoporose begünstigen, u. a. Glukokortikoide, Protonenpumpenhemmer, Heparin, hohe Thyroxingaben

$Osteoporose Therapie Therapie:

  • Kalziumreiche Ernährung bzw. Supplementierung von Kalzium und Vitamin D

  • Bisphosphonate

  • Physiotherapie, Sturzprophylaxe

Lernzielkontrolle

  • Welche Symptome zeigt eine Akromegalie?

  • Wie unterscheidet sich der Urinbefund bei Diabetes mellitus von dem bei Diabetes insipidus?

  • Was ist die häufigste Schilddrüsenerkrankung in Deutschland?

  • Welche Ursachen kann eine Hyperthyreose haben? Welche Symptom-Besonderheiten finden sich beim Morbus Basedow?

  • Eine 38-jährige Patientin stellt sich mit Müdigkeit, Gewichtszunahme, psychischer Verstimmung und Kälteempfindlichkeit vor. Die Symptome bestehen seit über einem halben Jahr und nehmen an Intensität zu. Die Blutuntersuchung zeigt folgende Ergebnisse: TSH ↑, Blutbild, Leberenzyme, Retentionsparameter, Entzündungsparameter und Elektrolyte im Normbereich. An welche Erkrankung denken Sie? Bennen Sie Ursachen für das Krankheitsbild!

  • Welche Symptome und Komplikationen können beim Schilddrüsenkarzinom auftreten?

  • Nennen Sie die Symptome des Hyper- und Hypoparathyreoidismus!

  • Nennen Sie die normalen und pathologischen Blutzuckerspiegel! Über welchen Parameter wird das „Blutzuckergedächtnis“ bestimmt?

  • Ein 15-jähriger Jugendlicher entwickelt 4 Wochen nach einem fiebrigen Infekt der oberen Atemwege innerhalb von wenigen Tagen folgende Symptome: starkes Durstgefühl, Polyurie, auffallende Müdigkeit. Der Atem riecht obstartig, die Atmung ist beschleunigt und tief. Welche Verdachtsdiagnose kommt am ehesten in Frage? Durch welche Untersuchung erhärten Sie Ihre Diagnose? Was raten Sie dem Patienten bzw. den Eltern?

  • Was sind die Kennzeichen des Typ-1-Diabetes? Wieso ist die Durchführung des oralen Glukosetoleranztests beim Diabetes vom Typ 1 kontraindiziert?

  • Was wissen Sie über den Diabetes mellitus Typ 2, insbesondere über die Komplikationen der Erkrankung?

  • Beschreiben Sie das hyperosmolare und ketoazidotische Koma!

  • Nennen Sie Symptome der Hypoglykämie!

  • Welche Symptome sind typisch für das Cushing-Syndrom?

  • Welche Ursachen kann eine NNR-Insuffizienz haben? Welche Symptome sind Ihnen bekannt? Wie entsteht die Braunfärbung der Haut und Schleimhäute?

  • Welche Symptome finden sich beim Phäochromozytom? Wieso ist die Haut blass?

  • Wie manifestieren sich eine Rachitis und eine Osteomalazie? Welche Personengruppen sind jeweils betroffen?

  • Nennen Sie Ursachen und Symptome der Osteoporose!

Nützliche Links

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