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B978-3-437-58785-6.00026-0

10.1016/B978-3-437-58785-6.00026-0

978-3-437-58785-6

Abb. 26.2

[A400]

Rettungskette

Abb. 26.3

[L157]

Rautek-Griff

Abb. 26.4

[L190]

Lagerung von bewusstseinsklaren Patienten

Abb. 26.5

[L157]

Stabile Seitenlage

Abb. 26.6

[L190]

Äußere Herzdruckmassage bei Erwachsenen (a) und Kindern (b).

Abb. 26.7

[L126]

Mund-zu-Mund-Beatmung

Glasgow-Coma-Scale

Tab. 26.1
Reaktion Punkte
Augen öffnen
  • Spontan

  • Öffnen auf Ansprache

  • Öffnen auf Schmerzreize

  • Keine Reaktion

4
3
2
1
Verbale Reaktion
  • Orientiert

  • Verwirrt, desorientiert

  • Unzusammenhängende Worte

  • Unverständliche Laute

  • Keine verbale Reaktion

5
4
3
2
1
Motorische Reaktion
  • Befolgt Aufforderungen

  • Gezielte Schmerzabwehr

  • Massenbewegungen (ungezielte Schmerzabwehr)

  • Beugesynergien (Beugereaktion)

  • Strecksynergien (Streckreaktion)

  • Keine Reaktion

6
5
4
3
2
1

Notfälle

Abb. 26.1

[L275]

Übersicht über Basismaßnahmen in der Notfallmedizin und organsystembezogene Notfälle

Notfallmedizin

Notfallmedizin

Lernziele

  • Definition des Begriffs „Notfallpatient“.

  • Fähigkeit zur Überprüfung von Bewusstsein, Atmung und Zirkulation.

  • Kenntnisse über die Lagerungsarten bei bewusstlosen Personen, bewusstseinsklaren Personen bei Schädel-Hirn-Erkrankungen, Wirbelsäulenverletzungen, plötzlichen Thoraxschmerzen, akutem Abdomen, Volumenmangelschock, tiefer Beinvenenthrombose, akutem Extremitätenverschluss, Schwangeren mit V. a. Vena-cava-Kompressionssyndrom und Volumenmangelschock.

  • Benennung der Störungen der Vitalfunktionen.

  • Fähigkeit zur Durchführung der kardiopulmonalen Reanimation.

Juristische Aspekte der Körperverletzung

Die §§ 223 ff., 323c StGB regeln den Tatbestand der Körperverletzung$Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung.

KörperverletzungJeder Eingriff stellt primär den Tatbestand der Körperverletzung dar und bedarf der mutmaßlichen Einwilligung des Patienten. Gleichzeitig ist jeder verpflichtet, in Notfallsituationen adäquate Hilfe zu leisten, also die Hilfe, die den Umständen entsprechend zuzumuten ist. Geregelt sind die Aspekte durch die §§ 223 ff., 323c StGB:
  • §§ 223 StGB: Körperverletzung

    • (1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    • (2) Der Versuch ist strafbar.

  • § 224 StGB: Gefährliche Körperverletzung

(1) Wer die Körperverletzung
  • 1.

    durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,

  • 2.

    mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,

  • 3.

    mittels eines hinterlistigen Überfalls,

  • 4.

    mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder

  • 5.

    mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
  • § 323c StGB: Unterlassene Hilfeleistung. HilfeleistungWer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

MERKE

Merke

Aufgabe des Ersthelfers ist es, einen Notfall zu erkennen und den Notruf abzusetzen. Der Schwerpunkt liegt in der Durchführung der Basis- bzw. Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes bzw. Rettungsdienstes.

Die meisten Notfallmedikamente sind verschreibungspflichtig. Der Heilpraktiker darf sie zwar anwenden (Gesetzeslücke, insbesondere beim übergeordneten Notstand), erhält diese aber meist nicht von der Apotheke.

Notfallpatient und -situation

Ein Notfallpatient$Notfallpatient ist ein Patient, dessen Vitalfunktionen gestört oder bedroht sind.

Wichtige Notfallsituationen$Notfallsituation sind:

  • Bewusstlosigkeit

  • Akut auftretende neurologische Ausfälle

  • Akute Schmerzen

  • Starke Blutungen

  • Akute Dyspnoe

  • Akute Suizidalität

  • Akute Störung der Herz-Kreislauf-Funktion

Ein Patient wird dann als NotfallpatientNotfallpatient bezeichnet, wenn durch Verletzung, Vergiftung oder Erkrankung eine oder mehrere seiner Vitalfunktionen akut gestört oder bedroht sind bzw. die Entwicklung einer solchen Störung oder Bedrohung zu befürchten oder nicht auszuschließen ist:
  • Primäre Vitalfunktionen: Hirnfunktion, Atmung, Herz-Kreislauf-Funktion

  • Sekundäre Vitalfunktionen: Wärme-, Wasser-, Elektrolyt-, Säure-Basen-, Energiehaushalt

NotfallsituationZu den Notfallsituationen zählen:
  • Bewusstlosigkeit

  • Epileptischer Anfall

  • Akute Dyspnoe

  • Störung der kardiopulmonalen Funktion

  • Akuter Thoraxschmerz

  • Akutes Abdomen

  • Plötzlich auftretende Schmerzen

  • Starke Blutungen

  • Fraktur

  • Eingeklemmter, verschütteter Patient

  • Unklare Situationen, bei denen eine vitale Bedrohung des Patienten nicht ausgeschlossen werden kann

  • Akute Suizidalität

ABBILDUNG 26.2

Basismaßnahmen

Basismaßnahmen

Basismaßnahmen$NotfallBasismaßnahmen$Basismaßnahmen Notfall bei Notfällen werden in Form einer Rettungskette mit 5 Gliedern dargestellt:

  • 1.

    Sofortmaßnahmen: Sicherheit beachten, Sicherung der Unfallstelle, Prüfung der Vitalzeichen

  • 2.

    Notruf 112: 5 „W“ (wo, was, wie viele, welche Verletzungen, warten)

  • 3.

    Erste Hilfe: Prüfung und Überwachung der Vitalzeichen, Lagerung und ggf. CPR

  • 4.

    Rettungsdienst: Weiterversorgung

  • 5.

    Krankenhaus: Weiterbehandlung

Der Ablauf der BasismaßnahmenNotfallBasismaßnahmenBasismaßnahmenNotfall bei Notfällen wird häufig als eine Kette dargestellt, die aus 5 Gliedern besteht, die ineinander greifen (Abb. 26.2).
Sofortmaßnahmen
Notfall Sofortmaßnahmen Sofortmaßnahmen Notfall
  • 1.

    Auf Sicherheit achten. Potenzielle Gefahren für den Patienten und den Retter sowie andere anwesende Personen sollten erkannt werden. Man beachte, dass der Eigenschutz immer vorgeht.

    • Gegebenenfalls Sicherung der Unfallstelle unter Beachtung des Eigenschutzes.

    • Überblick über die Notfallsituation verschaffen.

    • Gegebenenfalls Patienten retten.

  • 2.

    Überprüfung des BewusstseinBewusstseins durch Ansprechen, Anfassen und das Setzen von Schmerzreizen:

    • Falls der Patient reagiert, verbleibt er bis Klärung der Ursache zunächst in der Lage, in der er vorgefunden wurde. Die Vitalzeichenkontrolle erfolgt dann laufend. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen Durchführung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

    • Für den Fall, dass der Patient nicht reagiert, Hilfe rufen, den Patienten in Rückenlage drehen und die Atmung überprüfen.

  • 3.

    Überprüfung der AtmungAtmung

    • Mund öffnen.

    • Atemwege kontrollieren und freimachen.

    • Kopf überstrecken.

    • Atmungskontrolle durch Hören von Atemgeräuschen, Sehen von Brustkorbbewegungen, Fühlen von Luftstrom auf der Wange. Die Atmungskontrolle sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern.

    • Wenn der Patient normal atmet, ihn in die stabile Seitenlagerung bringen und den Notruf absetzen.

    • Wenn der Patient nicht atmet, Notruf absetzen und kardiopulmonale Reanimation beginnen.

Absetzen eines Notrufs
NotrufDer Ersthelfer hat die Aufgabe, den Notruf abzusetzen oder, wenn andere Personen anwesend sind, diese Tätigkeit zu delegieren. Folgenden Angaben sollten gemacht werden:
  • Wo geschah es? Möglichst genaue Benennung des Orts, an dem Hilfe benötigt wird.

  • Was geschah? Prägnante Beschreibung der Notfallsituation.

  • Wie viele Verletzte?

  • Welche Art von Verletzungen?

  • Warten auf Rückfragen. Um die Situation seitens des Rettungsdienstes adäquat beurteilen zu können, werden meist Fragen gestellt, die man abwarten sollte. In der Regel fällt dann die Entscheidung, ob ein Rettungs- oder Notarztwagen oder z. B. ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden muss, um die verletzten Personen zu versorgen.

  • Notrufnummern:

    • Rettungsdienst, Notarzt: 112

    • Polizei: 110

    • Giftnotrufzentrale: 19240

Erste Hilfe
Die Erste Hilfe schließt sich an den Notruf an und besteht aus Prüfung und Überwachung der Vitalzeichen, Lagerung und ggf. kardiopulmonalen Reanimation. Darüber hinaus umfassen die Maßnahmen u. a. die Schockbekämpfung und Anlage von Verbänden.
Rettungsdienst und Krankenhaus
Mit Ankunft des Rettungsdienstes endet die Aufgabe des Ersthelfers. Der Patient wird vom Team des Rettungsdienstes versorgt und zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus gebracht.

Gefahrensituationen bei der Rettung

$GefahrensituationenAkute Gefahren können auftreten:

  • Im Straßenverkehr

  • Durch Geräte und Maschinen

  • In Gruben, Silos, Kellern

  • Durch Brände und Gifte

  • Durch elektrischen Strom

  • Durch blutende Wunden

  • Durch Lawinen

Folgende akute Gefahrensituationen können bei der Rettung auftreten:
  • RettungGefahrensituationenStraßenverkehr: Durch ein liegen gebliebenes Fahrzeug oder einen Unfall. Absicherung der Unfallstelle durch die Warnblinkanlage, Tragen einer Warnweste, Aufstellung eines Warndreiecks in ausreichender Entfernung. Immer dem Verkehr entgegenlaufen, möglichst hinter der Leitplanke bleiben.

  • Geräte und Maschinen: In der Landwirtschaft, in Betrieben und auf Baustellen.

  • Grube, Silo, Keller: Hier besteht die Gefahr des Verschüttetwerdens durch schlecht oder nicht abgestützte Gruben und Schüttgüter in Silos sowie die des Erstickens in Gärkellern und Silos, wenn z. B. durch Gärung Kohlendioxid entsteht. Dieses sammelt sich am Boden, da es schwerer als Luft ist, und verdrängt die Luft vollständig. Rettung bei so einem Unfall ist nur durch ausgebildete Fachkräfte mit Atemschutz möglich.

  • Brände: Entwicklung von Hitze und Rauch, heißen und giftigen Gasen.

  • Gifte: Für den Ersthelfer gefährlich sind v. a. Kontaktgifte (Pflanzenschutzgifte, E 605 [seit 2002 verboten]).

  • Säuren, Laugen: Berührung in jedem Fall vermeiden, da sie auch im verdünnten Zustand ätzend sind.

  • Elektrischer Strom: Vor der Hilfeleistung unbedingt die Stromzufuhr unterbrechen.

  • Blutende Wunden: Von ihnen kann eine Infektionsgefahr ausgehen. Schutz durch Tragen von Handschuhen.

  • Lawinen: Nach Lawinenabgängen kann es zu weiteren kommen.

Griffe und Lagerung

Rettung des Patienten

Zur Rettung des Patienten aus der Gefahrenzone bzw. aus dem Auto wird der Rautek-Griff$Rautek-Griff angewendet.

Zur Rettung des Patienten aus der Gefahrenzone bzw. aus dem Auto wird der Rautek-GriffRautek-Griff (Abb. 26.3) angewendet. Den Patienten von hinten unter der Achsel mit beiden Armen am Thorax umklammern, dabei die Patientenarme im Ellenbogen 90° beugen. Danach beide Unterarme des Patienten fassen. Die Daumen des Helfers sollten nach außen gehalten werden, um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden. Den Patienten rückwärts aus der Gefahrenzone ziehen.

ABBILDUNG 26.3

Bei der Rettung aus einem Fahrzeug zunächst die Tür auf der Patientenseite öffnen und die Füße unter den Pedalen befreien. Anschließend den Sicherheitsgurt lösen (dabei den Oberkörper des Patienten festhalten). Danach den Patienten mit dem Rücken zur Tür drehen. Jetzt kann der Rautek-Griff eingesetzt und der Patient aus dem Fahrzeug gezogen werden.
Lagerung von bewusstseinsklaren Patienten

Lagerung$Lagerungbewusstseinsklare Patienten von bewusstseinsklaren Patienten:

  • Schädel-Hirn-Erkrankung: Oberkörper 30° hoch lagern

  • Wirbelsäulenverletzung: Patienten in der Position belassen, wie vorgefunden

  • Akuter Extremitätenverschluss: Tieflagerung der Extremität

  • TVT: Hochlagerung der Extremität

  • Kardiopulmonale Erkrankungen: Oberkörperhochlagerung

  • Volumenmangelschock: Beine erhöht lagern

  • Vena-cava-Kompressionssyndrom: Linkshalbseitenlagerung

  • Akutes Abdomen: Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

Bei bewusstseinsklaren Patienten kommen in Abhängigkeit von der bestehenden Erkrankung folgende Lagerungsarten zum Einsatz (Abb. 26.4):
  • Lagerungbewusstseinsklare PatientenSchädel-Hirn-Erkrankung: Oberkörper 30° hochlagern, um eine potenzielle Hirndrucksteigerung zu entlasten

  • Wirbelsäulenverletzung: Patienten nicht weiterbewegen und so lagern, wie er vorgefunden wurde, um keine weitere Verletzung zu verursachen

  • Akuter Extremitätenverschluss: betroffene Extremität tief lagern, sodass das Blut nach unten fließen kann

  • Tiefe Beinvenenthrombose: betroffene Extremität 30° hochlagern, sodass das Blut aus der Extremität abfließen kann

  • Kardiopulmonale Erkrankung: mit erhöhtem Oberkörper lagern, um das Herz zu entlasten und die Atmung zu erleichtern

  • Volumenmangelschock: Beine erhöht lagern, bei gleichzeitiger Wirbelsäulenverletzung achsengerade lagern und dann in Kopftieflage bringen, sodass eine Autotransfusion erreicht wird

  • Schwangere mit Verdacht auf ein Vena-cava-Kompressionssyndrom: in Linkshalbseitenlagerung bringen, sodass die V. cava dekomprimiert wird

  • Abdominale Erkrankungen: Oberkörper leicht hochlagern, Beine anwinkeln, sodass die Bauchdecke entspannt wird

ABBILDUNG 26.4

Lagerung von bewusstlosen Personen

Jeder $Lagerungbewusstlose Patientenbewusstlose Patient wird in die stabile Seitenlage$stabile Seitenlage gebracht.

Lagerungbewusstlose PatientenJeder Patient, der bewusstlos ist, aber eine erhaltene Atem- und Herztätigkeit hat, wird in die stabile Seitenlage stabile Seitenlage gebracht. Es gibt mehrere Varianten der stabilen Seitenlage, wobei keine einzige Lagerung für den Patienten optimal ist.
Wichtig ist, dass der Patient
  • auf der Seite,

  • mit überstrecktem Hals und

  • der Mund am tiefsten Punkt liegt sowie

  • der Brustkorb nicht komprimiert wird.

Zur Lagerung neben den Patienten hinknien. Dabei sollen die Beine des Patienten ausgestreckt sein (Abb. 26.5). Den (nächstgelegenen) Arm im rechten Winkel lagern, die Handfläche nach oben. Den entfernt liegenden Arm fassen und über den Brustkorb des Patienten legen. Mit der anderen Hand das entfernt liegende Bein am Oberschenkel fassen und hochziehen, der Fuß sollte auf dem Boden haften. Am Bein (Hüfte) und Hand fassen und den Patienten zu sich auf die Seite ziehen. Das Hüft- und Kniegelenk sollten im 90° Winkel sein. Wenn der Patient auf der Seite liegt, den Kopf überstrecken und die Hand unter die Wange legen. Der Mund soll am tiefsten Punkt liegen. Laufend die Atmung kontrollieren.

ABBILDUNG 26.5

Kardiopulmonale Reanimation (CPR)

$Reanimation$kardiopulmonale ReanimationDie CPR ist immer dann indiziert, wenn der Patient nicht reagiert und die Atmung fehlend, ineffektiv oder schnappend ist.

Bei Erwachsenen:

  • Druckpunkt: Mitte der Brust

  • Frequenz: 100–120/Min

  • Kompressionstiefe: 5–6 cm

  • Verhältnis von Kompression und Beatmung: 30 : 2

Bei Kindern:

  • Zunächst 1 Minute CPR, dann Notruf

  • Initial 5 Beatmungen

  • Säuglinge: mit Daumen oder 2 Fingern komprimieren

  • Kinder: mit einer Hand komprimieren

  • Größere Kinder: mit 2 Händen komprimieren

  • Verhältnis von Kompression und Beatmung: 15 : 2

Reanimationkardiopulmonale ReanimationEine kardiopulmonale Reanimation wird dann durchgeführt, wenn eine fehlende, schnappende oder ineffektive Atmung festgestellt wird und der Patient auf Ansprache und Schmerzreize nicht reagiert (Richtlinien des European Resucitation Council 2015). Sie wird bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt (oder kann bei Erschöpfung des Ersthelfers unter- oder abgebrochen werden).
Kardiopulmonale Reanimation bei Erwachsenen
Zunächst sollte der Patient auf einer harten Unterlage liegen, damit eine suffiziente Kompression möglich ist. Ferner sollte der Oberkörper entkleidet sein, damit das Aufsuchen des Druckpunkts möglich ist. Seitlich vom Patienten hinknien (Abb. 26.6a). Druckpunkt in der Mitte der Brust (untere Hälfte des Sternums) mit dem Handballen aufsuchen. Die andere Hand darauflegen, die Finger sind verschränkt. Die Finger sollten vom Thorax abgespreizt werden, um mit ihnen keinen parasternalen Druck auszuüben. Der Druck erfolgt mit gestreckten Armen senkrecht von oben durch „Beugen“ des Helfers in der Hüfte. Den Thorax mindestens 5 cm, aber nicht mehr als 6 cm komprimieren. Die Frequenz beträgt mindestens 100/Min, aber nicht mehr als 120/Min. Das Verhältnis von Thoraxkompressionen und Beatmung beträgt 30 : 2 unabhängig von der Zahl der Helfer. Dabei auf eine gleichmäßige Thoraxentlastung achten.
Mögliche Fehler:
  • Druckpunkt zu tief oder zu hoch angesetzt

  • Zu schnelle oder zu langsame Frequenz

  • Zu starke oder geringe Thoraxkompressionen

Zu den möglichen Komplikationen der CPR zählen:
  • Rippen-, Sternumfraktur

  • Pneumo-, Hämatothorax

  • Leber-, Milz-, Magenruptur

  • Lungen-, Herzruptur

  • Zwerchfellruptur

  • Pulmonale Aspiration

Auch wenn Komplikationen angenommen werden können, z. B. brechende Rippen, werden die Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt.

ABBILDUNG 26.6

Kardiopulmonale Reanimation bei Kindern
Die kardiopulmonale Reanimation bei Kindern erfolgt so wie bei Erwachsenen. Ausnahmen davon sind:
  • Die kardiopulmonale Reanimation erfolgt zunächst über eine Minute (oder 5 Zyklen), erst danach wird der Notruf abgesetzt.

  • Vor der Thoraxkompression 5 × beatmen, weil bei Kindern respiratorische Probleme im Vordergrund stehen (während bei Erwachsenen kardiale Probleme an erster Stelle stehen).

  • Bei allen Kindern – unabhängig vom Alter – die untere Sternumhälfte komprimieren. Das Sternum sollte ⅓ des anterioposterioren Thoraxdurchmessers senkrecht nach unten komprimiert werden.

  • Ein einzelner Helfer komprimiert den Thorax mit 2 Fingerspitzen, bei der 2-Helfer-Methode wird die 2-Daumen-Technik verwendet (Abb. 26.6b). Den Thorax des Säuglings umfassen, die Daumen parallel an der unteren Sternumhälfte auflegen, sodass die Daumenspitzen zum Gesicht gerichtet sind. Bei Kindern nach dem ersten Lebensjahr den Thorax mit einer Hand komprimieren (Finger dabei abspreizen), bei größeren Kindern erfolgt die Thoraxkompression wie bei Erwachsenen.

  • Das Verhältnis von Beatmungen zu Thoraxkompression beträgt 15 : 2.

Mund-zu-Mund-, Mund-zu-Nase-Beatmung

Die Atemspende$Atemspende $Mund-zu-Mund-Beatmungkann über den Mund oder die Nase erfolgen. Beides muss am überstreckten Kopf durchgeführt werden. Gleichmäßig über 1 Sekunde Luft einblasen. Die Atemspende sollte nicht länger als 10 Sekunden andauern.

Eine BeatmungBeatmung wird als AtemspendeAtemspende im Rahmen der CPR durchgeführt. Sie kann als Mund-zu-Nase-Mund-zu-Nase-Beatmung oder als Mund-zu-Mund-Beatmung erfolgen (Abb. 26.7). Zunächst den Kopf des Patienten überstrecken. Mund-zu-Mund-BeatmungBei der Mund-zu-Mund-Beatmung mit Daumen und Zeigefinger der an der Stirn liegenden Hand den weichen Teil der Nase verschließen. Bei der Mund-zu-Nase-Beatmung mit der am Unterkiefer liegenden Hand den Mund verschließen. Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung den Mund des Betroffenen bei angehobenem Kinn öffnen. Lippen dicht um den Mund oder die Nase des Patienten legen. Gleichmäßig in den Mund oder die Nase blasen und darauf achten, dass sich der Thorax bewegt (ca. 1 Sekunde). 2 Beatmungen durchführen. Dann die Herzdruckmassage fortsetzen. Die Unterbrechung der Herzdruckmassage für die Beatmung sollte nicht länger als 10 Sekunden andauern.

ABBILDUNG 26.7

Besonderheiten bei Kindern
  • Säuglinge und Kinder in Rückenlage auf eine harte Unterlage legen.

  • Den Kopf des Säuglings durch Anfassen an Stirn und Kinn in eine waagerechte Neutralposition bringen. Dann mit 2 Fingern das Kinn leicht anheben, um die Atemwege frei zu machen, und in dieser Position halten. Mund und Nase des Säuglings mit dem eigenen Mund umschließen und dann den Blick auf den Brustkorb des Säuglings richten. Vorsichtig und gleichmäßig Luft einblasen (1 Sekunde), bis sich der Brustkorb sichtbar hebt und senkt.

  • Bei Kindern den Kopf leicht überstrecken, um die Atemwege frei zu machen und eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen. Dabei den Blick auf den Brustkorb des Kindes richten, der sich heben und senken sollte.

MERKE

Merke

Falls eine Beatmung, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich ist, nur die Herzdruckmassage durchführen. Das ist besser, als gar nichts zu tun.

Bei der Beatmung keine besonders hohen Volumina in den Patienten blasen. Optimalerweise sollten die Lungen der Erwachsenen 0,5 l erreichen, jedes höhere Volumen führt zur Magenüberblähung.

Notfälle

Zur Basisversorgung$NotfallBasisversorgung$BasisversorgungNotfall gehören immer:

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, Zugang mit Ringer-Lösung oder NaCl 0,9 % offen halten

  • Bewusstlose: stabile Seitenlagerung

Im nachfolgenden NotfallBasisversorgungBasisversorgungNotfallAbschnitt erscheinen in der Marginalspalte die wichtigen Maßnahmen, die es zu behalten gilt. Grundsätzlich zählen zur Basisversorgung:
  • Stabile Seitenlage bei bewusstlosen Patienten

  • Anlage eines i. v.-Zugangs, der mit Ringer-Lösung oder NaCl 0,9 % offengehalten wird, außer es ist etwas anderes angegeben

  • O2-Gabe

Bewegungsapparat

Fraktur

Fraktur

$Fraktur Befund:

  • Abnorme Beweglichkeit

  • Achsenabweichung

  • Sichtbare Knochenenden

Maßnahmen:

  • Ruhigstellung

  • Keine Manipulation

  • Prüfung der Sensibilität und Durchblutung distal der Fraktur

25.4
Ursachen
Einteilung in:
  • Traumatische Frakturen: mit adäquatem Trauma

  • Spontanfrakturen, die sich wiederum in Ermüdungs-(Marschfrakturen) und pathologische Frakturen (durch z. B. Knochentumore, -metastasen, starke Osteoporose) unterteilen lassen

  • Sondervariante: Grünholzfraktur bei Kindern

Frakturarten
  • Geschlossene Fraktur

  • Offene Fraktur:

    • Grad I: Durchspießung mit punktförmiger Verletzung

    • Grad II: Gewebekontusion und Weichteilverletzung

    • Grad III: ausgedehnte Weichteilzerstörung mit Verletzung tiefer liegender Strukturen (Muskeln, Nerven, Gefäße)

    • Grad IV: subtotale oder totale Amputation

Blutverlust bei Frakturen
  • Unterarm: bis 500 ml

  • Oberarm: bis 1.000 ml

  • Unterschenkel: bis 1.000 ml

  • Oberschenkel: bis 2.000 ml

  • Becken: bis 5.000 ml

Befund
  • Abnorme Beweglichkeit

  • Achsenfehlstellung

  • Krepitation

  • Sichtbare Knochenenden

Maßnahmen
  • Starke Blutungen sofort komprimieren und steril abdecken

  • Oberkörperhochlagerung

  • Ruhigstellung der betroffenen Extremität

  • Keine Repositionsversuche an der Fraktur

  • Mehrere großlumige venöse Zugänge legen, Zugang mit Ringer-Lösung offenhalten

  • O2-Gabe

  • Prüfung der Sensibilität und der Durchblutung distal der Fraktur

Wirbelsäulentrauma

$Wirbelsäulentrauma Befund:

  • Schmerzen

  • Neurologische Ausfälle

Maßnahmen:

  • Keine Lageänderung

  • Ggf. Halskrawatte anlegen

25.4
Ursachen
  • WirbelsäulentraumaDirektes Wirbelsäulentrauma durch z. B. Schuss

  • Indirektes Wirbelsäulentrauma durch z. B. Schleudertrauma

  • Pathologische Frakturen durch Tumoren, Metastasen

Befund
  • Schmerzen im betroffenen Gebiet

  • Nackenschmerzen oder Nackensteifigkeit

  • Gegebenenfalls Querschnittssymptome wie motorische, sensible Ausfälle, Stuhl-, Harnabgang

  • Bewusstseinsstörung

  • Atemstörungen bei HWS-Beteiligung

  • Hypotonie, Tachykardie

Maßnahmen
  • Bei ansprechbaren Patienten keine Lageänderung

  • Bei Bewusstlosen stabile Seitenlage, achsengerecht

  • i. v.-Zugang legen, Zugang mit Ringer-Lösung offenhalten

  • O2-Gabe

  • Gegebenenfalls HWS mit Stützkrawatte fixieren

Herz-Kreislauf-System

Akute Endokarditis

Endokarditis akute

$Endokarditis akute Befund:

  • Herzgeräusche

  • Fieber

  • Symptome der Herzinsuffizienz

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Wenig Volumen infundieren

6.4.2
Ursachen
  • Bakterielle Entzündung der Herzklappen

  • Meist vorgeschädigte Klappen betroffen

Befund
  • Hohes Fieber, ggf. mit Schüttelfrost

  • Neu aufgetretenes Herzgeräusch

  • Zeichen der akuten Herzinsuffizienz mit u. a. Dyspnoe, Zyanose, Husten, Schwäche, Kaltschweißigkeit, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, gestauten Jugularvenen

  • Osler-Knötchen und Petechien

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Angina pectoris und Herzinfarkt

$Herzinfarkt $Angina pectoris Befund:

  • Linksthorakale Schmerzen mit Engegefühl, Ausstrahlung u. a. in den linken Arm, Oberbauch

  • Rhythmusstörungen

  • RR ↓

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Körperliche Ruhe

  • Nitrospray

  • Reanimationsbereitschaft

6.4.8, 6.4.9
Ursachen
HerzinfarktAngina pectorisKoronare Herzkrankheit mit Bildung arteriosklerotischer Plaques, die das Gefäßlumen einengen (Angina pectoris) oder verlegen (Herzinfarkt).
Befund
  • Thorakale Schmerzen, häufig linksthorakal mit Engegefühl und Ausstrahlung in den linken Arm, Unterkiefer, Oberbauch

  • Schwächegefühl, Todesangst

  • Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, subfebrile Temperaturen

  • Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall

  • Symptome der Linksherzinsuffizienz mit Dyspnoe, Husten, Zyanose

  • Unspezifische Symptome wie Übelkeit, Dyspnoe oder Oberbauchschmerzen, Desorientierung bei Patienten mit Diabetes, Niereninsuffizienz oder Frauen oder betagten Menschen

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Absolute körperliche Ruhe, Abschirmung von Angehörigen

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Eventuell Gabe von Nitrolingual, wenn systolischer Blutdruck > 120 mmHg

  • Reanimationsbereitschaft

ACHTUNG

Achtung

Keine i. m.-Injektionen durchführen. Eine nachfolgende Fibrinolysetherapie und Therapie mit Antikoagulanzien kann sonst zur starken Blutungen am Punktionsort führen. Ferner verursachen i. m.-Injektionen eine (unspezifische) Erhöhung der Gesamt-CK.

Herzrhythmusstörungen

$Herzrhythmusstörungen Befund:

  • Arrhythmie

  • Bradykardie, Tachykardie

Maßnahmen: 26.4.1

6.4.11
Ursachen
  • HerzrhythmusstörungenHerzerkrankungen, z. B. KHK, Myokarditis, Klappenfehler

  • Endokrine Erkrankungen, u. a. Hyperthyreose, Phäochromozytom

  • Elektrolytstörungen des u. a. Kalium- und Kalziumhaushalts

  • Physischer und seelischer Stress

  • Medikamentennebenwirkungen und Drogenabusus

Befund
  • Arrhythmie, Bradykardie, Tachykardie

  • Schwindel bis hin zum Kollaps, Benommenheit, Unruhe

  • Dyspnoe

  • Palpitationen

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Akute Herzinsuffizienz

$Herzinsuffizienz Befund:

  • Dyspnoe

  • Zyanose

  • Husten

  • RR ↓

  • Herzrhythmusstörungen

  • Gestaute Jugularvenen

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Unblutiger Aderlass

6.4.10
Ursachen
  • HerzinsuffizienzHerzinfarkt

  • Myokarditis, Perikarditis mit Ausbildung eines Perikardergusses

  • Bakterielle Endokarditis mit Entwicklung einer Klappenschädigung

  • Akutes Cor pulmonale, z. B. bei Lungenembolie

Befund
  • Ruhedyspnoe, Tachypnoe, Zyanose

  • Unruhe, Angst, Schwächegefühl

  • Kaltschweißigkeit, blasse Haut

  • Herzrhythmusstörungen

  • Hypotonie und kardiogener Schock

  • Rechtsherzinsuffizienz: zusätzlich gestaute Halsvenen

  • Linksherzinsuffizienz: zusätzlich Lungenödem mit schaumig-rötlichem Sputum

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Bei Lungenödem: unblutiger Aderlass

Hypertensive Krise und hypertensiver Notfall

$hypertensiver Notfall $hypertensive Krise Befund:

  • Krise: RR > 230/130 mmHg mit Schwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen, Übelkeit

  • Notfall: RR > 230 syst. + z. B. neurologische Ausfälle, Dyspnoe, thorakale Schmerzen

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Körperliche Ruhe

  • Engmaschige RR- und Pulskontrolle

7.7.1
Ursachen
  • hypertensiver Notfallhypertensive KriseBestehende Hypertonie und Non-Compliance im Hinblick auf die regelmäßige Einnahme von Antihypertensiva

  • Stress

  • Phäochromozytom

  • Akute Nierenerkrankungen

Befund
  • Hypertensive Krise: Nasenbluten, Schwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

  • Hypertensiver Notfall: Bewusstseinsstörung, neurologische Ausfälle, epileptische Anfälle, Atemnot

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Körperliche Ruhe, Abschirmung von Außenreizen

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Hypovolämischer Schock

Befund:

  • $SchockhypovolämischerBlässe

  • Kaltschweißigkeit, Zittern, Frieren

  • Oligurie

  • Tachykardie, RR ± oder ↓

Maßnahmen:

  • Starke Blutungen sofort stillen

  • Beine hochlagern

  • Mehrere großlumige Zugänge, hohe Volumengabe

7.7.3
Ursachen
  • SchockhypovolämischerBlutverlust bei z. B. Ulkusblutung, Gefäßruptur, nach Verletzungen

  • Plasmaverlust, z. B. bei Pankreatitis, Peritonitis, Verbrennungen

  • Relative Hypovolämie verursacht durch Diuretika, Erbrechen, Schwitzen oder Durchfall

Befund
  • Feuchte, kühle, blasse Haut

  • Zittern, Frieren

  • Blutdruck normal oder ↓, Tachykardie

  • Oligurie

  • Kollabierte Venen

  • Symptome der Grunderkrankung, z. B. sichtbare äußere Verletzungen, Durchfall, starke abdominale Schmerzen

Maßnahmen
  • Starke Blutungen sofort stillen mit z. B. Anlage eines (Druck-)Verbands

  • Beine hochlagern (Autotransfusion)

  • O2-Gabe

  • Frühzeitig mehrere großlumige venöse Zugänge legen, mindestens grün (Ø 1,0 mm), noch besser weiß (Ø 1,1 mm) oder grau (Ø 1,3 mm) kodierte Verweilkanülen verwenden; 1.000–1.500 ml Ringer-Lösung infundieren (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 %

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Kardiogener Schock

$SchockkardiogenerBefund: 26.4.4

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Wenig Volumen infundieren

7.7.3
Ursachen
  • SchockkardiogenerHerzinfarkt, Myokarditis, Perikarditis mit Ausbildung einer Perikardtamponade

  • Akutes Cor pulmonale durch Lungenembolie

Befund
  • Hypotonie

  • Herzrhythmusstörungen

  • Symptome der akuten Herzinsuffizienz (26.4.4)

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Neurogener Schock

Befund:

  • $SchockneurogenerNeurologische Ausfälle

  • RR ↓, Tachykardie oder Bradykardie

  • Warme, trockene, blasse Haut

Maßnahmen:

  • Keine Lageänderung

  • Mehrere großlumige Zugänge, hohe Volumengabe

7.7.3
Ursachen
  • SchockneurogenerWirbelsäulen- und Rückenmarkstrauma

  • Entzündliche Erkrankungen wie Meningitis oder Enzephalitis

  • Selten sehr starke Schmerzen

  • Intoxikationen mit Sedativa und Hypnotika

Befund
  • Plötzlich einsetzende Hypotonie, Tachykardie, aber auch Bradykardie

  • Neurologische Ausfälle, v. a. als schlaffe Lähmungen

  • Blasse, warme, trockene Haut

  • Symptome der Grunderkrankung, z. B. Meningitis, Enzephalitis, Wirbelsäulen- und Rückenmarkstrauma

Maßnahmen
  • Bei ansprechbaren Patienten keine Lageänderung

  • Bei Bewusstlosen stabile Seitenlage, achsengerecht

  • O2-Gabe

  • Frühzeitig mehrere großlumige venöse Zugänge legen, mindestens grün (Ø 1,0 mm), noch besser weiß (Ø 1,1 mm) oder grau (Ø 1,3 mm) kodierte Verweilkanülen verwenden; 1.000–1.500 ml Ringer-Lösung infundieren (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 %

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Septischer Schock

Befund:

  • $SchockseptischerFieber

  • Tachykardie, RR ↓

  • Oligurie

  • Petechien

Maßnahmen:

  • Lagerung in Abhängigkeit von der kardiopulmonalen Situation

  • Volumensubstitution

7.7.3
Ursachen
SchockseptischerInfektionen mit v. a. Bakterien, die ein septisches Bild auslösen: zu den häufigsten Keimen zählen Staphylococcus aureus, Streptokokken, Escherichia coli, Meningokokken.
Befund
  • Fieber oder Untertemperatur

  • Tachykardie, Tachypnoe, Hypotonie

  • Unruhe, Orientierungsstörungen

  • Hauterscheinungen wie Pusteln oder Einblutungen

  • Oligurie

  • Symptome der Primärerkrankung, z. B. Opisthotonus bei Meningitis, eitriger Urin bei Urosepsis, brettharter Bauch und fehlende Darmgeräusche bei Peritonitis

Maßnahmen
  • Oberkörperhochlagerung oder Hochlagerung der Beine je nach kardiopulmonaler Situation

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 %

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz und Blutdruck

Anaphylaktischer Schock

Befund:

  • $SchockanaphylaktischerRR ↓, Tachykardie

  • Urtikaria, Juckreiz

  • Schwellung der Lippen, Augenlider

  • Übelkeit

  • Dyspnoe, Husten

Maßnahmen:

  • Allergenzufuhr stoppen

  • Volumengabe

  • Antihistaminika, Kortison, Adrenalin

7.7.3
Ursachen
  • SchockanaphylaktischerMaximalvariante der Typ-I-Allergie mit systemischer Gefäßerweiterung durch Mastzelldegranulation und Histaminausschüttung

  • Häufige Allergene: Nüsse, Milch, Schalentiere, Insektengifte, Medikamente

Befund
  • Schnelle Entwicklung der Symptome

  • Hypotonie, Tachykardie

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Schwindel, Angst, Hitzewallungen

  • Urtikaria, Juckreiz, Schwellung der Lippen und Augenlider

  • Heiserkeit, Dyspnoe mit Husten, Zyanose

Maßnahmen
  • Allergenzufuhr stoppen

  • Hochlagerung der Beine, bei starker Atemnot Oberkörperhochlagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 %

  • Gabe von Antihistaminika, z. B. Tavegil® 2 mg i. v.

  • Gabe von Glukokortikoiden und Suprarenin, wenn vorhanden, oder vom Notarzt

  • Kühlung von Schwellungen

  • Engmaschige Kontrolle von Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz

Akuter Extremitätenverschluss

Befund:

  • $ExtremitätenverschlussAkute Schmerzen

  • Blässe

  • Pulslosigkeit

  • Sensomotorisches Defizit distal des Verschlusses

Maßnahmen:

  • Tieflagerung der Extremität

  • Ruhigstellung

  • Watteverband

7.4.3
Ursachen
  • ExtremitätenverschlussArterielle Emboli, die aus dem linken Herzen stammen

  • Plaqueruptur (Cholesterinembolie)

  • Selten arterielle Thrombose

Befund
  • ExtremitätenverschlussPlötzliche Schmerzen

  • Deutlich blasse, kühle Haut

  • Pulslosigkeit distal des Verschlusses

  • Gefühls- und Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen

  • Eventuell Schocksymptomatik

Maßnahmen
  • Tieflagerung und Ruhigstellung der betroffenen Extremität

  • Polsterung der Extremität mit Watteverband

  • O2-Gabe

  • Venösen Zugang legen, Zugang mit NaCl 0,9 % offenhalten

ACHTUNG

Achtung

Keine Wärmezufuhr in Form von Wärmeflaschen oder sonstigen Wärmequellen. Die Erhöhung der Temperatur führt zum erhöhten Sauerstoffverbrauch im Gewebe.

Mesenterialinfarkt

Befund:

  • $MesenterialinfarktZunächst stärkste Bauchschmerzen

  • Dann freies Intervall mit anschließender Zunahme der Symptome (Darmparalyse, brettharter Bauch, Abwehrspannung)

Maßnahmen:

  • Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

  • Keine Wärmflaschen, keine Einläufe

  • Nahrungskarenz

7.4.2
Ursachen
  • MesenterialinfarktArterielle Emboli, die aus dem linken Herzen stammen

  • Arterielle Thrombosen

  • Sehr selten venöse Thrombosen

Befund
  • Plötzlicher, reißender abdominaler Schmerz mit zunächst regelrechter oder verstärkter Peristaltik

  • Schmerzfreies Intervall (mit meist regelrechter Palpation des Abdomens) und dann Zunahme der klinischen Symptome, z. B. brettharter Bauch, paralytischer Ileus, Abwehrspannung, peranaler Blutabgang

  • Herzrhythmusstörungen, Hypotonie

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • Venösen Zugang legen und Zufuhr von NaCl 500–1.000 ml i. v. (keine Ringer-Lösung, weil sie Laktat enthält und sich ohnehin durch den Gefäßverschluss eine Laktatazidose entwickelt)

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen, keine Einläufe

Tiefe Beinvenenthrombose

Befund:

  • $Beinvenenthrombose, tiefeSchmerzen

  • Schweregefühl

  • Schwellung

  • Rötung, Zyanose

  • Prominente oberflächliche Venen

Maßnahmen:

  • Bein ruhigstellen, leicht erhöht lagern (30°)

  • Nicht aufstehen lassen

7.5.4
Ursachen
  • Beinvenenthrombose, tiefeVirchow-Trias: Endothelschäden, verlangsamte Strömungsgeschwindigkeit, veränderte Blutzusammensetzung

  • Risikofaktoren: Immobilisation (z. B. durch Operationen, lange Flüge, Bettlägerigkeit), Adipositas, Tumorerkrankungen, Pilleneinnahme und gleichzeitiger Nikotinabusus, Herzinsuffizienz

Befund
  • Schmerzen, Druckgefühl mit Besserung bei Hochlagerung der betroffenen Extremität

  • Schweregefühl der Extremität, Schwellung mit Umfangsdifferenz, Rötung, Zyanose

  • Sichtbare Venenzeichnung der oberflächlichen Venen

  • Warme Haut, evtl. Fieber

  • Meyer-, Payr- und Homans-Zeichen positiv

Maßnahmen
  • Rückenlagerung mit leicht erhöhter (30°) Extremität und Ruhigstellung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung oder NaCl-Lösung 500–1.000 ml offen halten (cave: bei Thrombosen an der oberen Extremität auf der nicht betroffenen Seite Zugang legen)

  • Keine Manipulation an der betroffenen Extremität

  • Patienten nicht aufstehen lassen

ACHTUNG

Achtung

Keine i. m.-Injektionen durchführen. Eine nachfolgende Fibrinolysetherapie und Therapie mit Antikoagulanzien kann sonst zur starken Blutungen am Punktionsort führen. Ferner verursachen i. m.-Injektionen eine (unspezifische) Erhöhung der Gesamt-CK.

Atemwege

Pseudokrupp und Epiglottitis

Befund:

  • $Pseudokrupp$EpiglottitisPseudokrupp: nächtlicher, bellender Husten, inspiratorischer Stridor

  • Epiglottitis: starke Halsschwellung, Speichelfluss, hohes Fieber, inspiratorischer Stridor, Dyspnoe

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Keine Racheninspektion

  • Inhalation feucht-kalter Luft

8.4.7
Ursachen
  • PseudokruppEpiglottitisPseudokrupp: virale Infekte (Adeno-, Parainfluenza-, RS-, Masernviren), Allergien

  • Epiglottitis: bakterielle Infekte (HiB, Strepto- und Staphylokokken)

Befund
  • Pseudokrupp: bellender Husten, v. a. nachts, subfebrile Temperaturen, inspiratorischer Stridor, Angst, Schweißigkeit, Heiserkeit

  • Epiglottitis: kaum oder kein Husten, starker Speichelfluss durch Schluckstörung, inspiratorischer Stridor, Dyspnoe, Halsschwellung, hohes Fieber, kloßige Sprache

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • Inhalation von feucht-kalter Luft beim Pseudokrupp

  • Kühle Halsauflagen bei der Epiglottitis

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung oder NaCl-Lösung offenhalten

  • Bei ausgeprägten Symptomen keine Racheninspektion vornehmen, weil diese zur kompletten Verlegung der Atemwege führen kann

Asthma bronchiale

Befund:

  • $Asthma bronchialePeriodisch Dyspnoe, Husten mit zähem Sputum, Zyanose

  • Exspiratorischer Stridor

  • Giemen, Brummen, Pfeifen

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Lippenbremse

  • Antihistaminika, Bronchodilatatoren

8.5.6
Ursachen
  • Asthma bronchialeExtrinsisches Asthma: mit atopischen Diathese verbunden mit Neigung zu Typ-I-Reaktionen gegenüber z. B. Nahrungsmitteln, Pollen, Medikamenten

  • Intrinsisches Asthma: rezidivierende Infekte, Salizylatunverträglichkeit, gastroösophagealer Reflux

Befund
  • Periodische Dyspnoe, Zyanose, Husten und zähes-glasiges Sputum

  • Verlängerte Exspirationsphase mit exspiratorischem Stridor

  • Unruhe, Angst, Schwitzen

  • Aufrechter Oberkörper, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur

  • Stimmfremitus ↓, hypersonorer Klopfschall, Giemen, Brummen, Pfeifen, Atemgeräusche ↓ bis hin zur Silent Chest, evtl. Halsvenenstauung

  • Tachykardie, Hypertonie

Maßnahmen
  • Gegebenenfalls Allergenzufuhr stoppen

  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper im Kutschersitz

  • Einsatz der Lippenbremse

  • O2-Gabe (2 l/Min)

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung oder NaCl-Lösung offenhalten

  • Bei akutem allergischem Geschehen 2 mg Tavegil® i. v.

  • Einnahme von Bronchodilatatoren

ACHTUNG

Achtung

Eine unkontrollierte Sauerstoffgabe kann eine Atemdepression zur Folge haben.

Lungenödem

Befund:

  • $LungenödemDyspnoe, Orthopnoe

  • Zyanose

  • Schaumiges Sputum

  • Distanzrasseln

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Unblutiger Aderlass

8.6.2
Ursachen
  • LungenödemAkute und chronische Herzinsuffizienz

  • Nierenerkrankungen

  • Inhalation toxischer Gase

Befund
  • Schwerste Dyspnoe, Zyanose, Blässe, Kaltschweißigkeit

  • Schaumiges Sputum

  • Stimmfremitus ↑, hyposonorer Klopfschall v. a. über der Lungenbasis, feuchte Rasselgeräusche bis zum Distanzrasseln

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Unblutiger Aderlass

Lungenembolie

Befund:

  • $LungenembolieThoraxschmerzen

  • Dyspnoe

  • Zyanose

  • Atemfrequenz

  • RR ↓, Tachykardie

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Engmaschige Prüfung von RR, Puls, Atemfrequenz

8.6.3
Ursachen
  • LungenembolieTiefe Bein- und Beckenvenen-, selten Armvenenthrombose

  • Selten Fett-, Luft- und Fruchtwasserembolie

Befund
  • Dyspnoe, Tachypnoe, Zyanose

  • Heftige, plötzliche Thoraxschmerzen

  • Unruhe, Schwindel, Schweißausbrüche

  • Tachykardie, Hypotonie, Halsvenenstauung

  • Husten, Bluthusten

  • Bewusstseinsstörung

  • Feuchte, kühle Haut

  • Symptome der Phlebothrombose bzw. Beckenvenenthrombose

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit sehr wenig Ringer-Lösung offenhalten oder Mandrin einführen

  • Engmaschige Prüfung der Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz

ACHTUNG

Achtung

Keine i. m.-Injektionen durchführen. Eine nachfolgende Fibrinolysetherapie und Therapie mit Antikoagulanzien kann sonst zur starken Blutungen am Punktionsort führen. Ferner verursachen i. m.-Injektionen eine (unspezifische) Erhöhung der Gesamt-CK.

Pneumothorax

Befund:

  • $PneumothoraxPlötzliche stechende Thoraxschmerzen

  • Dyspnoe, Husten

  • Atemfrequenz ↑

  • Tachykardie, RR↓

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Spannungspneu → Entlastungspunktion im 2. ICR in der MCL oder 4. ICR in der hinteren Axillarlinie

8.7.1
Ursachen
  • PneumothoraxSpontanpneumothorax: Ruptur einer Emphysemblase (meist angeboren) bei v. a. leptosomen Patienten

  • Traumatischer Pneumothorax: nach Verletzungen im Thoraxbereich

  • Iatrogene Formen: z. B. bei Anlage eines zentralen Venenkatheters

Befund
  • Plötzliche stechende Thoraxschmerzen

  • Dyspnoe, Tachypnoe, Husten

  • Tachykardie, evtl. Hypotonie

  • Asymmetrische Thoraxbewegung, nachschleppende Atmung, Stimmfremitus ↓, hypersonorer Klopfschall, abgeschwächtes Atemgeräusch

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Bei Spannungspneumothorax Entlastungspunktion im 2. ICR in der MCL oder im 4. ICR in der hinteren Axillarlinie am Rippenoberrand mit einem Notfallventil

ACHTUNG

Achtung

Bewusstlose Patienten mit einem Pneumothorax auf die kranke Seite lagern.

Hyperventilation

Befund:

  • $HyperventilationParästhesien, v. a. peroral und an den Akren

  • Pfötchenstellung

  • Dyspnoe, Atemfrequenz ↑

  • Tachykardie, RR↑ oder ±

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Rück- bzw. Einatmung in bzw. aus eine/r Tüte

Ursachen
  • HyperventilationPsychogene Hyperventilation: Angst, Stress

  • Somatische Hyperventilation: Lungenerkrankungen, Fieber, Azidose, Intoxikationen

Befund
  • Parästhesien an Händen, Füßen, perioral, Kußmund

  • Pfötchenstellung der Hände, periphere Krämpfe

  • Unruhe, Blässe, Schwitzen

  • Schnelle Atmung, subjektive Atemnot

  • Tachykardie, Blutdruck normal bis ↑

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Psychische Betreuung und Atemkommandos

  • Patienten in Tüte atmen lassen und Rückatmung aus Tüte

Bronchiolitis obliterans

Bronchiolitis obliterans

$Bronchiolitis obliterans Befund:

  • Fieber

  • Tachykardie

  • Exspiratorische Dyspnoe, Nasenflügeln

  • Husten

  • Apathie

  • Zyanose

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung

23.5.4
Ursachen
Entzündung der Bronchiolen mit RS-Viren bei v. a. Kindern bis zum 3. Lebensjahr.
Befund
  • Fieber

  • Tachypnoe

  • Exspiratorische Dyspnoe, Nasenflügeln, Husten

  • Apathie

  • Grau-zyanotische Haut

  • Hypersonorer Klopfschall, feuchte Rasselgeräusche

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen (falls möglich), mit Ringer-Lösung offenhalten

Verdauungssystem

Ulkusblutung

Befund:

  • $UlkusBlutungBlutiges Erbrechen, peranaler Blutabgang

  • Bauchschmerzen

  • Schockzeichen

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Nahrungskarenz

9.5.3
Ursachen
Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni.
Befund
  • UlkusBlutungBlutiges Erbrechen häufig als „Kaffeesatzerbrechen“, bei Mangel an Magensäure auch frisch-blutiges Erbrechen

  • Peranaler Blutabgang

  • Abdominelle Schmerzen

  • Schocksymptome mit Blässe, Kaltschweißigkeit, Bewusstseinsstörungen, Tachykardie, Hypotonie

Maßnahmen
  • Lagerung mit aufrechtem bzw. erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

Appendizitis

Befund:

  • $AppendizitisWandernde Schmerzen vom Epigastrium in den rechten Unterbauch

  • Temperaturdifferenz

  • Positive Appendizitispunkte

Maßnahmen:

  • Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

  • Nahrungskarenz

9.6.6
Ursache
  • AppendizitisVerengung oder Verlegung der Appendix durch Obstipation, Kotsteine

  • Darminfekte mit Schwellung des lymphatischen Systems im Darm

  • Sehr selten Fremdkörper wie z. B. Kirschkerne oder Würmer

Befund
  • Schmerzen zunächst im Epigastrium, die zum Nabel ziehen und dann zum rechten Unterbauch wandern

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Stuhl- und Windverhalt

  • Fieber mit Temperaturdifferenz von 1 °C axillar zu rektal

  • Positives McBurney-, Lanz-, Blumberg-, Psoas- und Rovsing-Zeichen

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer- oder 0,9 % NaCl-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen

Ileus

Befunde:

  • $IleusMechanischer Ileus: stärkste kolikartige Schmerzen, Abwehrspannung, hochgestellte Darmgeräusche

  • Paralytischer Ileus: Stuhl- und Windverhalt, Meteorismus, fehlende Darmgeräusche („Totenstille“)

Maßnahmen: 26.6.2

9.7.2
Ursachen
  • IleusMechanischer Ileus durch Invagination, Volvulus, Briden oder Tumoren

  • Paralytischer Ileus v. a. durch Entzündungen oder Durchblutungsstörungen

Befund
  • Mechanischer Ileus: stärkste kolikartige Bauchschmerzen, Blähungen, Wind- und Stuhlverhalt, hochgestellte, mechanisch klingende Darmgeräusche

  • Paralytischer Ileus: Stuhl- und Windverhalt, Blähungen, Exsikkose und Schocksymptome, Übelkeit, Erbrechen (Miserere), aufgetriebene Bauchdecke, fehlende Darmgeräusche („Totenstille“)

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 % infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Einläufe

Peritonitis

Befund:

  • $PeritonitisStärkste Bauchschmerzen

  • Abwehrspannung

  • Brettharte Bauchdecke

Maßnahmen: 26.6.2

9.7.3
Ursachen
  • PeritonitisBakteriell durch Organruptur, z. B. Appendixperforation, Perforation bei Divertikulitis, oder durch hämatogen-septische Streuung

  • Nichtbakteriell (toxisch-irritativ) durch z. B. Perforation der Gallenblase in die freie Bauchhöhle, Magenulkusperforation, im Rahmen einer akuten Pankreatitis

Befund
  • Stärkste Bauchschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen

  • Meteorismus

  • Abwehrspannung und brettharte Bauchdecke

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 % infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen

Perforation eines Hohlorgans

Befund:

  • $PerforationHohlorganPlötzlicher reißender Schmerz

  • Peritonitissymptome

Maßnahmen: 26.6.2

Ursachen
PerforationHohlorganUnter anderem Sigmaperforation bei Divertikulitis, Magenperforation bei Ulkuserkrankung.
Befund
  • Plötzlicher, reißender Schmerz

  • Zunehmende abdominale Schmerzen

  • Eventuell schmerzfreies Intervall und dann Zunahme der klinischen Symptome der Peritonitis

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen, keine Einläufe

Ösophagusvarizenblutung

Befund:

  • $ÖsophagusvarizenblutungHämatemesis

  • Symptome der Leberzirrhose

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Nahrungskarenz

10.4.6
Ursachen
ÖsophagusvarizenblutungLebererkrankungen, die mit portaler Hypertonie und Ausbildung von Umgehungskreisläufen einhergehen.
Befund
  • Blutiges Erbrechen, Schocksymptome

  • Zeichen der Leberzirrhose

Maßnahmen
  • Lagerung mit aufrechtem bzw. erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

Invagination

Invagination

$Invagination Befund:

  • Akute kolikartige Schmerzen

  • Erbrechen

  • Blutig-schleimige Durchfälle

  • Angezogene Beinchen

  • Evtl. Walze palpabel

Maßnahmen: 26.6.2

23.5.6
Ursachen
Einstülpung von Darmabschnitten, v. a. im 1. Lebensjahr.
Befund
  • Akute, starke kolikartige Schmerzen, Erbrechen, blutig-schleimige Durchfälle

  • Angezogene Beinchen

  • Blasses Gesicht

  • Verstärkte Darmgeräusche, ggf. Palpation einer Walze im Unterbauch

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen (falls möglich) und mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen, keine Einläufe

Galle und Pankreas

Gallenkolik und Cholangitis

Befund:

  • $Gallenkolik$CholangitisKolikartige Bauchschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter

  • Ggf. Ikterus

  • Ggf. Fieber

Maßnahmen: 26.6.2

10.5.1, 10.5.2
Ursachen
  • GallenkolikCholangitisKonkrementbildung in der Gallenblase

  • Risikofaktoren: u. a. weibliches Geschlecht, Übergewicht, Hautfarbe, Alter, Schwangerschaften, familiäre Vorbelastung, Fastenkuren

Befund
  • Schmerzen im rechten Oberbauch, meist nach fettreichen Mahlzeiten oder Alkoholgenuss, ausstrahlend in die rechte Schulter

  • Übelkeit, Erbrechen, Blähungen

  • Cholangitis: gegebenenfalls Ikterus und Fieber

  • Cholezystitis: positives Murphy-Zeichen

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen, keine Einläufe

Akute Pankreatitis

Befund:

  • $PankreatitisakuteGürtelförmige Oberbauchschmerzen

  • Gerötetes Gesicht

  • Tachykardie, RR↓

  • Fieber

  • Gummibauch

  • Ileus

Maßnahmen: 26.6.2

10.6.1
Ursachen
  • PankreatitisakuteGallensteinleiden (biliäre Pankreatitis) mit Gallensteinabgang (präpapilläre Lage) und Verlegung des Pankreasgangs

  • Alkoholabusus

Befund
  • Gürtelförmige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

  • Rötung des Gesichts

  • Fieber und starkes Krankheitsgefühl

  • Wind- und Stuhlverhalt

  • Tachykardie, Hypotonie

  • In der Untersuchung prall-elastische Abwehrspannung (Gummibauch) und paralytischer Ileus

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

  • Keine Wärmeflaschen, keine Einläufe

Blut und Lymphsystem

Akute Blutung

$BlutungakuteBefund: Blutaustritt aus Wunden, Körperöffnungen

Maßnahmen:

  • Starke Blutungen sofort stillen

  • Beine hochlagern

Ursachen
  • BlutungakuteÄußere Blutungen durch Verletzungen

  • Innere Blutungen durch u. a. hämorrhagische Diathese, Ulkusblutung, Tumorblutung, Colitis ulcerosa

Befund
  • Blutaustritt aus einer Wunde, Körperhöhle oder Körperöffnung

  • Symptome des hypovolämischen Schocks

Maßnahmen
  • Starke Blutungen sofort stillen

  • Beine hochlagern (Autotransfusion)

  • O2-Gabe

  • Mehrere großlumige venöse Zugänge legen, 1.000–1.500 ml Ringer-Lösung infundieren (nicht bei Laktatazidose) oder NaCl 0,9 %

Milzruptur

Befund:

  • $MilzrupturSchmerzen im linken Oberbauch mit Ausstrahlung in die linke Schulter

  • Abwehrspannung

  • Brettharter Bauch

  • RR↓, Tachykardie

Maßnahmen:

  • Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

  • Nahrungskarenz

13.5.2
Ursachen
  • MilzrupturTraumatisch z. B. durch stumpfes Bauchtrauma (als ein- oder zweizeitige Milzruptur)

  • Spontan, z. B. bei EBV-Infekt und Splenomegalie

Befund
  • Stärkste Schmerzen im linken Oberbauch mit Ausstrahlung in linke Schulter

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Symptome des hypovolämischen Schocks

  • Abwehrspannung und brettharte Bauchdecke

  • Bei der einzeitigen Milzruptur treten die Symptome sofort auf, bei der zweizeitigen Milzruptur nach wenigen Tagen

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

  • Nahrungskarenz

Stoffwechsel und Hormone

Hypoglykämisches Koma

Befund:

  • $hypoglykämisches KomaBlutzucker < 50 mg/dl

  • Unruhe, Tremor

  • Schwitzen

  • Hunger

  • Neurologische Ausfälle

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Glukoselösung parenteral oder peroral

14.7.3
Ursachen
  • hypoglykämisches KomaÜberdosierung von Insulin, oralen Antidiabetika und/oder mangelnde Kohlenhydratzufuhr

  • Magenentleerungsstörungen (diabetische Gastroparese)

  • Alkoholexzess mit Nahrungskarenz

  • Starke körperliche Belastung

  • Selten insulinproduzierende Tumoren

Befund
  • Blutzucker < 50 mg/dl

  • Unruhe, Tremor, Schwitzen, Hunger

  • Desorientierung, neurologische Ausfälle

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, Glukoselösung (optimal 40–100 ml 40 % Glukose, danach 500 ml 5 % Glukose) unter laufender Kontrolle des Blutzuckerspiegels geben

  • Bei ansprechbaren Patienten Glukosezufuhr oral z. B. als Saft

Coma diabeticum

Befund:

  • $Coma diabeticumExsikkosezeichen

  • Starker Durst

  • Bewusstseinsstörungen

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • Volumensubstitution

14.7.3
Ursachen
  • Coma diabeticumPrimäre Manifestation der Erkrankung besonders bei Typ-I-Diabetes

  • Fiebrige Infekte

  • Diätfehler mit hoher Glukosezufuhr und mangelnder Insulinzufuhr

  • Hyperthyreose oder Kortisontherapie

Befund
  • Hypotone Muskulatur

  • Exsikkosezeichen: stehende Hautfalten, weiche Bulbi, Hypotonie

  • Somnolenz bis hin zum Koma

  • Starker Durst

  • Gegebenenfalls Ketongeruch (bei Typ-I-Diabetes) und Kußmaulatmung

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml 0,9 % NaCl- oder Ringer-Lösung infundieren

Thyreotoxische Krise

Befund:

  • $thyreotoxische KriseFieber

  • Exsikkosezeichen

  • Tachykardie, RR ↑

  • Unruhe, Tremor

  • Durchfall

  • Bewusstseinsstörungen

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung

14.5.2
Ursachen
  • thyreotoxische KriseAutonomes Adenom

  • Morbus Basedow

  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen

Befund
  • Hohes Fieber

  • Durchfall, Erbrechen, Exsikkose

  • Tachyarrhythmie, Hypertonie

  • Unruhe, Tremor

  • Muskelschwäche und Bewusstseinsstörung

Maßnahmen
  • Oberkörper hochlagern

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml 0,9 % NaCl- oder Ringer-Lösung infundieren

Myxödemkoma

Myxödemkoma

Befund:

  • $MyxödemkomaBewusstseinsstörung

  • Temperatur ↓

  • Atemfrequenz ↓

  • RR ↓, Bradykardie

  • Myxödem

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • O2-Gabe

14.5.3
Ursachen
Hypothyreose durch v. a. Hashimoto-Thyreoiditis, nach Strumektomie oder Radiatio.
Befund
  • Motorische Verlangsamung

  • Bewusstseinsstörung bis hin zum Koma

  • Starker Abfall der Körpertemperatur

  • Abfall der Atemfrequenz (O2 ↓, CO2 ↑)

  • Bradykardie

  • Hypotonie

  • Myxödem, besonders im Gesicht ausgeprägt

  • In der Vorgeschichte Symptome der Hypothyreose

Maßnahmen
  • Oberkörper hochlagern

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml 0,9 % NaCl- oder Ringer-Lösung infundieren

Hyperkalzämische Krise

hyperkalzämische Krise

Befund:

  • $hyperkalzämische KrisePolyurie

  • Polydipsie

  • Erbrechen

  • Exsikkose

  • Bewusstseinsstörung

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • 1000 ml NaCl 0,9 %, keine Ringer-Lösung (kalziumhaltig)

14.6.1
Ursachen
  • Tumorerkrankungen, v. a. osteoklastische Metastasen, die mit einem erhöhten Knochenabbau einhergehen

  • Paraneoplastische Syndrome mit Bildung parathormonähnlicher Substanzen oder erhöhter Vitamin-D-Bildung

  • Primärer Hyperparathyreoidismus

  • Vitamin-D-Intoxikation

Befund
  • Polyurie, Polydipsie

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Exsikkose

  • Herzrhythmusstörungen

  • Muskelschwäche

  • Delirante Symptome

  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml 0,9 % NaCl-Lösung infundieren; keine Ringer-Lösung verwenden, weil diese kalziumhaltig ist

Addison-Krise

Addison-Krise

$Addison-Krise Befund:

  • Exsikkose

  • RR ↓, Tachykardie

  • Oligurie

  • Erbrechen

  • Untertemperatur oder Fieber

  • Bewusstseinsstörung

Maßnahmen:

  • Oberkörperhochlagerung

  • 500 ml NaCl 0,9 % und 500 ml Glukose 5 %; keine Ringer-Lösung (kaliumhaltig)

14.8.2
Ursachen
  • Erkrankungen der Nebennierenrinde, u. a. Autoimmunprozess, Blutung z. B. beim Waterhouse-Friderichsen-Syndrom oder Metastasenbildung

  • Abruptes Absetzen von Glukokortikoiden nach Langzeitbehandlung

  • Selten Erkrankungen des Hypophysenvorderlappens

Befund
  • Schocksymptome durch Exsikkose und starken Blutdruckabfall

  • Oligurie

  • Erbrechen und Durchfall

  • Pseudoperitonitis

  • Im frühen Stadium Untertemperatur, später Fieber

  • Hypoglykämie, Hyponatriämie, Hyperkaliämie

  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

  • Delirante Symptome

  • Symptome der Nebennierenrindeninsuffizienz

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 500 ml 0,9 % NaCl-Lösung und 500 ml Glukose 5 % infundieren; keine Ringer-Lösung verwenden, weil diese kaliumhaltig ist

Niere und ableitende Harnwege

Akutes Nierenversagen

Befund:

  • $NierenversagenakutesOlig- oder Anurie

  • RR ↑

  • Ödeme

  • Ggf. Dyspnoe

  • Ggf. Bewusstseinsstörungen

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung

15.4.2
Ursachen
  • NierenversagenakutesPrärenale Form v. a. durch Volumenmangel

  • Intrarenale Form durch Nierenerkrankungen

  • Postrenale Form durch Erkrankungen der ableitenden Harnwege mit Harnstau

Befund
  • Anurie oder Oligurie

  • Hypertonie

  • Periphere Ödeme

  • Dyspnoe durch Lungenstauung oder Lungenödem

  • Bewusstseinstrübung durch Hirnödem

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit 0,9 % NaCl-Lösung offenhalten

Akuter Harnverhalt

Befund:

  • $HarnverhaltStarker Harndrang mit Olig- oder Anurie

  • Ggf. Harnträufeln

  • Unterbauchschmerzen

  • Blasenhochstand

Maßnahmen: Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

Ursachen
  • HarnverhaltEntzündliche Erkrankungen des Harnapparats, z. B. Prostatitis, Zystitis

  • Abflusshindernisse, z. B. Blasentumor, Steine, Prostatahyperplasie

  • Entleerungsstörungen bei z. B. multipler Sklerose, autonomer Polyneuropathie, Querschnittssyndrom

Befund
  • Anurie, Oligurie, ggf. Harnträufeln als Folge der Überlaufblase mit starkem Harndrang

  • Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Unruhe

  • Tachykardie, Hypertonie

  • Blasenhochstand zu tasten

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit 0,9 % NaCl-Lösung offenhalten

Nierenkolik

Befund:

  • $NierenkolikKolikartige, stärkste Schmerzen in der Nierengegend, dann in der Leiste und im Skrotum bzw. in den großen Labien

  • Starke Unruhe

  • Ggf. Hämaturie

Maßnahmen: Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

15.5.4
Ursachen
NierenkolikSteinbildung im Nierenbecken durch u. a. mangelnde Flüssigkeitszufuhr, Harnabflussstörungen, Infektionen, pH-Verschiebungen des Urins, Hyperparathyreoidismus.
Befund
  • Starke kolikartige Schmerzen in den Flanken, die sich in Leiste und Genitalien verlagern

  • Starke Unruhe und Umhergehen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Gegebenenfalls Makro- oder Mikrohämaturie

  • Gegebenenfalls paralytischer Ileus

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit 0,9 % NaCl-Lösung offenhalten

Geschlechtsorgane

Hodentorsion

Befund:

  • $HodentorsionPlötzlicher skrotaler Schmerz

  • Schwellung, Rötung

  • Hodenhochstand

  • Prehn-Zeichen negativ

Maßnahmen: Oberkörper leicht hochlagern, Beine angewinkelt

17.4.7
Ursachen
  • HodentorsionDrehung des Hodens um die eigene Achse durch abnorme Hodenbeweglichkeit innerhalb seiner Hüllen und eine mangelhafte Fixierung der Tunica vaginalis testis am Skrotum

  • Kann unter Bewegung oder aus völliger Ruhe heraus auftreten

Befund
  • Plötzliche Schmerzen im Hoden mit Ausstrahlung in die Leiste

  • Prehn-Zeichen negativ

  • Rötung, Schwellung und Hodenhochstand

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Tachykardie, Hypotonie

Maßnahmen
  • Lagerung mit leicht erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen (ggf. Knierolle)

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Nahrungskarenz

Vena-cava-Kompressionssyndrom

Befund:

  • $Vena-cava-KompressionssyndromSchwindel

  • Synkopen, RR ↓, Tachykardie

Maßnahmen: Linkshalbseitenlagerung

Ursachen
Vena-cava-KompressionssyndromKompression der V. cava inferior durch den Uterus während der Schwangerschaft.
Befund
  • Schwindel, Übelkeit, Schwächegefühl

  • Bewusstseinsstörung

  • Blässe, Dyspnoe, Zyanose, Kaltschweißigkeit

  • Tachykardie, Hypotonie, keine Halsvenenstauung

Maßnahmen
  • Linkshalbseitenlagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Vaginale Blutung

Befund:

  • $BlutungvaginaleVaginale Blutung

  • Ggf. Schocksymptome

  • Bauchschmerzen

  • Abwehrspannung

Maßnahmen: Beine hochlagern, Volumensubstitution

Ursachen
  • BlutungvaginaleWährend der Schwangerschaft (23.2.2): Extrauteringravidität, Abort, Placenta praevia, vorzeitige Plazentalösung

  • Außerhalb der Schwangerschaft: Menses, Myome, Tumoren, Verletzungen

Befund
  • Starke vaginale Blutung

  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

  • Schonhaltung mit Abwehrspannung oder bretthartes Abdomen

  • Flache, schnelle Atmung, evtl. Schocksymptome

Maßnahmen
  • Abschirmung und Beruhigung der Patientin

  • Schocklagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Extrauteringravidität

Befund:

  • $ExtrauteringraviditätEinseitige Unterbauchschmerzen

  • Ggf. Rupturschmerz

  • Schwangerschaftstest positiv

  • Schmierblutung

Maßnahmen: 26.11.3

23.2.3
Ursachen
ExtrauteringraviditätHäufigste Ursache ist die Tubenschwangerschaft durch abgelaufene Entzündung und narbige Verklebung der Adnexe.
Befund
  • Zunehmender einseitiger Bauchschmerz

  • Plötzlicher, vernichtender Rupturschmerz

  • Schmerzfreies Intervall möglich

  • Druckempfindlichkeit des Unterbauchs

  • Eventuell Schmierblutung

  • Positiver Schwangerschaftstest

Maßnahmen
  • Abschirmung und Beruhigung der Patientin

  • Schocklagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Gestosen

Gestose

Befund:

  • $GestoseKopfschmerzen, Schwindel

  • Sehstörungen

  • Erbrechen

  • Ödeme

  • Proteinurie

  • RR ↑

  • Ggf. Krampfanfälle

Maßnahmen:

  • Abschirmung von äußeren Reizen

  • Oberkörperhochlagerung

23.2.5
Ursachen
Schwangerschaftsbedingte Adaptationsstörung, deren Ursache wahrscheinlich eine verminderte Plazentadurchblutung ist.
Befund
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen

  • Sehstörungen

  • Bewusstseinsstörung

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Tachykardie, Hypertonie

  • Ödeme, Proteinurie

  • Gesteigerte Reflexe, tonisch-klonische Krampfanfälle

Maßnahmen
  • Abschirmung von äußeren Reizen

  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung oder 0,9 % NaCl-Lösung offenhalten

Nervensystem

Bewusstseinsstörung

Befund: $BewusstseinsstörungInadäquate bis fehlende Reaktionen

Maßnahmen:

  • Stabile Seitenlage

  • Blutzuckermessung

  • Fremdanamnese bezüglich möglicher Vorerkrankungen und Intoxikationen

19.3.3, 21.1.2
Einteilung
  • BewusstseinsstörungBenommenheitBenommenheit

  • SomnolenzSomnolenz

  • SoporSopor

  • KomaKoma

Im Rettungswesen wird die Glasgow Coma Glasgow Coma ScaleScale verwendet (Tab. 26.1). Dabei wird das Bewusstsein hinsichtlich 3 Kriterien überprüft. Eine Bewertung unter 8 Punkten spricht für eine sehr schwere Störung, ein gesunder Patient sollte 15 Punkte erreichen.

TABELLE 26.1

Ursachen
  • Durchblutungsstörungen des Gehirns

  • Entzündliche Erkrankungen des Gehirns

  • Schädel-Hirn-Trauma

  • Epileptische Anfälle

  • Hirntumoren, Gehirnmetastasen

  • Vergiftungen und Stoffwechselentgleisungen

  • Schock

Befund
Inadäquate bis hin zu fehlenden Reaktionen.
Maßnahmen
  • Stabile Seitenlage

  • Kontinuierliche Überwachung der Vitalzeichen

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten, ggf. Glukoselösung

  • Blutzuckertest

  • Fremdanamnese zur Dauer der Bewusstseinsstörung, Vorerkrankungen, Suizidabsichten, Intoxikationen usw.

Hirnödem und Drucksteigerung

Hirnödem

Befund:

  • $HirnödemKopfschmerzen, Schwindel

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Neurologische Ausfälle

  • Bradykardie, RR ↑

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung (ca. 30°)

19.3.2
Ursachen
  • Gestörte Blut-Hirn-Schranke und erhöhte Gefäßpermeabilität, v. a. bei entzündlichen oder tumorösen Prozessen

  • Intoxikationen

  • Hypervolämie, Hyponatriämie

Befund
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen im Schwall

  • Sehstörungen und Anisokorie

  • Lähmungserscheinungen

  • Krampfanfälle

  • Hypertonie, Bradykardie, Fieber

  • Bewusstseinsstörungen

  • Atemstörungen bis hin zur Atemdepression

  • Gegebenenfalls Diabetes insipidus

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper (ca. 30°)

  • Kontinuierliche Überwachung der Vitalzeichen

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Schädel-Hirn-Trauma

Befund:

  • $Schädel-Hirn-TraumaBewusstlosigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Nackensteifigkeit

  • Retrograde Amnesie

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Neurologische Ausfälle

  • Brillen-, Monokelhämatom

Maßnahmen:

  • Starke Blutungen sofort stillen

  • Oberkörperhochlagerung (ca. 30°)

  • Bei V. a. Wirbelsäulenverletzung keine Lageänderung

19.3.3
Ursachen
Schädel-Hirn-TraumaTraumatische Kopfverletzung mit Beteiligung des Gehirns.
Befund
  • Bewusstseinsstörung

  • Kopfschmerzen

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Unruhe

  • Eventuell Kopfplatzwunde, Blutungen aus Mund, Nase, Ohr

  • Brillen- oder Monokelhämatom

  • Liquorausfluss oder sichtbare Hirnsubstanz

  • Lähmungen, Parästhesien

  • Streck- oder Beugekrämpfe

  • Anisokorie

  • Atemstörungen

  • Tachykardie, Hypotonie

Maßnahmen
  • Starke Blutungen sofort stillen

  • Lagerung ohne Wirbelsäulensymptomatik mit erhöhtem Oberkörper (30°), bei V. a. Wirbelsäulenverletzung keine Lageveränderung, bei Bewusstlosen stabile Seitenlage

  • Halskrawatte

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Epi- und Subduralhämatom

Befund:

  • $Subduralhämatom$EpiduralhämatomKopfschmerzen

  • Bewusstseinsstörungen

  • Erbrechen

  • Anisokorie

  • Neurologische Ausfälle

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung (ca. 30°)

19.3.4, 19.3.5
Ursachen
SubduralhämatomEpiduralhämatomArterielle Blutung (Epiduralhämatom) oder venöse Blutung (Subduralhämatom), meist durch ein Schädel-Hirn-Trauma verursacht.
Befund
  • Kopfschmerzen

  • Bewusstseinsstörungen (gelegentlich mit einem freien Intervall, besonders bei der Epiduralblutung)

  • Anisokorie

  • Erbrechen, Übelkeit

  • Neurologische Ausfälle

  • Epileptische Anfälle

Maßnahmen
  • Oberkörperhochlagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Subarachnoidalblutung

Befund:

  • $SubarachnoidalblutungHeftigster, unerträglicher Kopfschmerz

  • Nackensteifigkeit

  • Positive Meningen-Dehnungszeichen

  • Bewusstseinsstörung

Maßnahmen: 26.12.4

19.3.6
Ursachen
SubarachnoidalblutungSpontane Blutungen, die in der Regel auf eine Ruptur eines Aneurysmas zurückzuführen sind oder selten traumatisch durch Arteriendissektion entstehen.
Befund
  • Plötzliche, stärkste Kopfschmerzen

  • Nackensteifigkeit

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Bewusstseinsstörung

Maßnahmen

Sinus-cavernosus-Thrombose

Sinus-cavernosus-Thrombose

Befund:

  • $Sinus-cavernosus-ThromboseKopfschmerzen, Schwindel

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Neurologische Ausfälle

  • Lidschwellung

  • Ggf. Fieber

Maßnahmen: 26.12.4

19.3.7
Ursachen
  • Septische Thrombose, u. a. durch Otitis media, Meningitis, Sinusitis, Gesichtsfurunkel

  • Aseptische Thrombose, u. a. durch Einnahme von Ovulationshemmern oder postpartal, maligne Grunderkrankungen, Polycythaemia vera

Befund
  • Kopfschmerzen mit Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel

  • Neurologische Ausfälle als epileptische Anfälle, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen

  • Rötung der Augen und Schwellung der Lider, Exophthalmus, Doppelbilder, Papillenödem

  • Gegebenenfalls Fieber bei septischer Thrombose

Maßnahmen

Schlaganfall

Befund:

  • $SchlaganfallHalbseitenlähmung, Fazialisparese und andere neurologische Ausfälle

  • Kreislauf- und Atemstörungen

Maßnahmen: 26.12.4

19.3.8
Ursachen
  • SchlaganfallIschämischer (weißer) Infarkt: Arteriosklerose, arterielle Thrombose, mikroangiopathische Veränderungen, arterielle Embolie

  • Hämorrhagischer (roter) Infarkt: Gefäßruptur mit Einblutung ins Hirnparenchym

Befund
  • Bewusstseinsstörung (z. B. Somnolenz, Verwirrtheitszustände)

  • Plötzliche schlaffe Halbseitenlähmung

  • Zeichen einer Fazialisparese

  • Sprech- oder Sprachstörungen im Sinne einer sensorischen oder motorischen Aphasie und andere neurologische Ausfälle

  • Kreislauf-, Atemstörungen

  • Im akuten Stadium schlaffe Lähmung und verminderte Eigenreflexe, nach Wochen bzw. Monaten Spastik mit Wernicke-Mann-Gang, gesteigerten Eigenreflexen, pathologischen Reflexen

Maßnahmen

Meningitis und Enzephalitis

Befund:

  • $Meningitis$EnzephalitisStarke Kopfschmerzen

  • Nackensteifigkeit

  • Positive Meningen-Dehnungszeichen

  • Opisthotonus

  • Fieber

  • Neurologische Ausfälle

Maßnahmen: 26.12.4

19.3.9, 19.3.10
Ursachen
  • MeningitisEnzephalitisMeningitis: bakterielle Infektionen mit v. a. Meningokokken, Pneumokokken, B-Streptokokken, Escherichia coli, HiB

  • Enzephalitis: virale Infektionen mit v. a. Herpes-simplex-Virus Typ I

Befund
  • Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, positive Meningen-Dehnungszeichen, Opisthotonus

  • Fieber

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Bewusstseinsstörung

  • Gegebenenfalls petechiales Exanthem (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, v. a. bei Meningokokkenmeningitis)

  • Gegebenenfalls neurologische Ausfälle

Maßnahmen

Epileptischer Anfall

Befund:

  • $epileptischer Anfall$EpilepsieAura

  • Tonisch-klonische Phase

  • Postiktaler Zustand

  • Urin- und Stuhlabgang

Maßnahmen:

  • Patienten nicht festhalten

  • Entfernung von Gegenständen, die zur Verletzung führen könnten

  • Nach dem Anfall stabile Seitenlagerung

19.3.13
Ursachen
  • epileptischer AnfallEpilepsieIdiopathisch

  • Abgelaufene entzündliche oder traumatische oder neoplastische Erkrankungen des Gehirns

  • Durchblutungsstörungen

Befund
  • Aura mit plötzlichem Hinstürzen, evtl. mit einem Schrei

  • Tonische Phase: Anspannung der Muskulatur und reflektorischer Atemstillstand; Dauer 10 oder mehr Sekunden

  • Klonische Phase: Zuckungen am ganzen Körper, Schaum vor dem Mund, Zungenbiss, Urin- und Stuhlabgang; Dauer einige Minuten

  • Amnesie über den Zeitraum des Anfalls

  • Postiktaler Zustand mit Schläfrigkeit, Verwirrtheit

Maßnahmen
  • Patienten nicht festhalten

  • Entfernung von Gegenständen, die zur Verletzung führen könnten

  • Keine Keile zwischen die Zähne schieben

  • Nach dem Anfall stabile Seitenlagerung und Atemwege freimachen

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Guillain-Barré-Syndrom

Guillain-Barré-Syndrom

Befund:

  • $Guillain-Barré-SyndromLähmungserscheinungen

  • Sensibilitätsstörung von unten nach oben aufsteigend

  • Vegetative Störungen

Maßnahmen: 26.12.4

19.3.17
Ursachen
Autoimmunreaktion, die durch vorausgegangene Infektionen mit v. a. CMV, Mykoplasmen oder Campylobacter jejuni getriggert wird.
Befund
  • Motorische Störungen: Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen zunächst der Bein-, dann der Armmuskulatur

  • Vegetative Störungen: Herzrhythmusstörungen, orthostatische Hypotonie

  • Sensibilitätsstörungen von distal nach proximal fortschreitend

Maßnahmen

Wurzelkompressions- und Kauda-Syndrom

Befund:

  • $Kauda-Syndrom$WurzelkompressionssyndromStarke Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Bein, Verlust der Sensibilität im Dermatom, Reflexausfall

  • Ggf. Blasen-Mastdarm-Störung

Maßnahmen: flache Rückenlagerung

19.3.20, 19.3.21
Ursachen
  • Kauda-SyndromWurzelkompressionssyndromBandscheibenvorfall (am häufigsten zwischen L4/L5 und L5/S1)

  • Trauma

  • Tumor- und Metastasenwachstum

Befund
  • Akute starke Rückenschmerzen, die ins Bein ziehen mit Verstärkung durch Husten, Niesen, Pressen, Lachen

  • Positive Meningen-Dehnungszeichen

  • Störung der Sensibilität im Dermatom, Motorik und Reflexausfall im betroffenen Segment

  • Kauda-Syndrom: zusätzlich Störung der Blasen- und Mastdarmsphinkter

Maßnahmen
  • Flache Rückenlagerung

  • Eventuell O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Suizidalität

Befund:

  • $SuizidalitätSymptome der Grunderkrankung

  • Hoffnungslosigkeit

  • Suizidäußerungen und-planungen

Maßnahmen:

  • Ruhiger Umgang

  • Bei Erregung „Talking Down“

  • Ggf. Unterbringung nach dem geltenden Länderrecht

21.5
Risikofaktoren
  • SuizidalitätPsychiatrische Vorerkrankungen inkl. Sucht

  • Vorangegangene Suizidversuche und belastende Lebensereignisse

  • Chronische Erkrankungen

  • Vereinsamung

Befund
  • Symptome der Grunderkrankungen, z. B. Depression, bipolare Störung, Schizophrenie

  • Hoffnungslosigkeit, Angst, Erregung

  • Gegebenenfalls Wahnvorstellungen, Halluzinationen

  • Suizidäußerungen, vorausgegangene Planung

Maßnahmen
  • Ruhiger Umgang

  • Bei Erregung „Talking Down“

  • Bei erheblicher Eigen- und/oder Fremdgefährdung Unterbringung nach dem geltenden Länderrecht

Delir

Delir

$Delir Befund:

  • Desorientierung

  • Optische Halluzinationen

  • Nesteln, Unruhe, Tremor

  • Schwitzen

  • Diarrhö

  • Tachykardie, RR ↑

  • Fieber

Maßnahmen:

  • Ruhiger Umgang

  • Bei Erregung „Talking Down“

21.2.3
Ursachen
  • Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabusus

  • Infektionen

  • Metabolische Entgleisungen wie Hyperthyreose, Hyperkortisolismus, hepatische und urämische Enzephalopathie, Hypo-, Hyperglykämie

  • Trauma

Befund
  • Desorientierung

  • Optische Halluzinationen

  • Psychomotorische Unruhe, Nesteln, Tremor

  • Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus mit Schlaflosigkeit

  • Schwitzen, Mydriasis

  • Hypertonie, Tachykardie, Fieber

  • Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö

  • Gegebenenfalls epileptische Anfälle

Maßnahmen
  • Ruhiger Umgang

  • Bei Erregung „Talking Down“

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Haut

Quincke-Ödem

Befund:

  • $Quincke-ÖdemSchwellungen an Lippen, Augen, Zunge

  • Dyspnoe

  • Inspiratorischer Stridor

  • Heiserkeit

Maßnahmen:

  • Allergenzufuhr stoppen

  • Volumengabe

  • Antihistaminika, Kortison, Adrenalin

18.5.4
Ursachen
Quincke-ÖdemÜbermäßige Ausschüttung von Histamin als Reaktion auf Allergene, z. B. Insektenstiche, diverse Lebensmittel, Medikamente, Konservierungsmittel, Kälte, Wärme.
Befund
  • Schmerzhafte Schwellung an Lippen, Augen, Zunge, Handflächen und Fußsohlen

  • Gegebenenfalls Dyspnoe, inspiratorischer Stridor und Heiserkeit durch Verlegung der oberen Atemwege

  • Gegebenenfalls Symptome des anaphylaktischen Schocks

Maßnahmen
  • Allergenzufuhr stoppen

  • Hochlagerung der Beine, bei starker Atemnot Oberkörperhochlagerung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren oder NaCl 0,9 %

  • Gabe von Antihistaminika, z. B. Tavegil® 2 mg i. v.

  • Gabe von Glukokortikoiden und Suprarenin, wenn vorhanden oder vom Notarzt

  • Kühlung von Schwellungen

Verbrennungen und Verbrühungen

Befund:

  • $Verbrühung$VerbrennungJe nach Verbrennungsgrad von Rötung bis Verkohlung

  • Schmerzen

Maßnahmen:

  • Mit Wunde verklebte Kleidung belassen

  • Kühlen mit Wasser

  • Volumensubstitution

25.2.3
Ursachen
VerbrühungVerbrennungHitzeexposition.
Gradeinteilung und Neuner-Regel nach Wallace
25.2.3
Befund
  • Schmerzen

  • Sichtbare Hautschädigung, evtl. verbrannte Kleidung

  • Grad I: Rötung

  • Grad II: Blasenbildung

  • Grad III: Nekrose und Analgesie

  • Grad IV: Verkohlung

  • Schocksymptome

  • Beim Inhalationstrauma Dyspnoe

Maßnahmen
  • Löschmaßnahmen einleiten und auf Eigenschutz achten

  • Lagerung: Schocklagerung, Lagerung mit erhöhtem Oberkörper oder stabile Seitenlage

  • Kleidung, die mit der Wunde verklebt ist, belassen

  • Kühlung mit reichlich fließendem kühlen Wasser (ca. 20°) bis zu 20 Minuten

  • Bei Kleinkindern und polytraumatisierten Patienten bei großflächig betroffenen Arealen oder Verbrennungen am Stamm nicht kühlen (Gefahr der Unterkühlung)

  • O2-Gabe

  • Mehrere venöse Zugänge legen, 1.000–1.500 ml Ringer-Lösung infundieren

Unterkühlung

Befund:

  • $UnterkühlungKalte, blasse Haut

  • Erniedrigte Körperkerntemperatur

  • Bewusstseinsstörungen

Maßnahmen:

  • Schutz vor Kälte

  • Warme Getränke

  • Extremitäten nicht am Stamm lagern

25.2.3
Ursachen
UnterkühlungKälteexposition.
Befund
  • Kalte, blasse oder zyanotische Haut

  • Erniedrigte Körperkerntemperatur

  • Müdigkeit oder Bewusstseinsstörung

  • Tachykardie, Bradykardie, Arrhythmie, Hypotonie

  • Muskelzittern, Schmerzen

Maßnahmen
  • Lagerung: ansprechbare Patienten nicht bewegen, Bewusstlose vorsichtig in stabile Seitenlage bringen, Extremitäten nicht an den Rumpf lagern

  • Schutz vor weiterem Wärmeverlust, z. B. durch Rettungsfolie, Decke, trockene, warme Kleidung

  • Beim ansprechbaren Patienten Gabe von warmen Getränken

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Erfrierung

Befund: $Erfrierungje nach Erfrierungsgrad von Rötung bis zur Nekrose

Maßnahmen: 26.13.3

25.2.3
Ursachen
ErfrierungKälteexposition.
Befund
  • Kalte, blasse, gefrorene Haut

  • Starke Schmerzen, Parästhesien, Paralyse

  • Grad I: Blässe, Rötung, Schmerzen

  • Grad II: Blasenbildung, heftige Schmerzen

  • Grad III: Nekrosen, blutige Blasen, Analgesie, Mumifikation oder Gangrän

Maßnahmen
  • Lagerung: ansprechbare Patienten nicht bewegen, Bewusstlose vorsichtig in stabile Seitenlage bringen, Extremitäten nicht an den Rumpf lagern

  • Betroffene Stellen steril abdecken und polstern, Schutz vor weiterem Wärmeverlust

  • Bei ansprechbaren Patienten Gabe von warmen Getränken

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Wunden

Wunde

Befund:

  • $WundeSichtbare Verletzung

  • Blutung

  • Symptome des hypovolämischen Schocks

Maßnahmen:

  • Starke Blutungen sofort stillen, steril abdecken

  • Volumensubstitution

25.2
Befund
  • Sichtbare Blutung

  • Blässe, Zyanose, Kaltschweißigkeit

  • Durst

  • Schnelle, flache Atmung

  • Unruhe, Bewusstseinsstörung

  • Kollabierte Venen

  • Tachykardie, Hypotonie

  • Arterielle Blutung: hellrot, pulssynchron, spritzend

  • Venöse Blutung: dunkelrot, flächenhaft, sickernd

Maßnahmen
  • Starke Blutungen sofort durch Hochlagerung und Druckverband behandeln, als Ultima Ratio Abbinden der Extremität

  • Wunden ansonsten steril abdecken

  • Schockbekämpfung

  • Bei Pfählungsverletzung Fremdkörper niemals entfernen

  • Verband, Polsterung und Fixierung

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, 1.000 ml Ringer-Lösung infundieren

Sinnesorgane

Netzhautablösung

Befund:

  • $Netzhautablösung „Rußregen“

  • Schmerzloser Visusverlust als „aufsteigende Mauer von unten“ oder „herabfallender Vorhang von oben“

Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung

20.4.9
Ursachen
  • NetzhautablösungEinrisse der Netzhaut

  • Starker Zug von der Glaskörperseite, z. B. bei diabetischer Retinopathie, Glaskörperschrumpfung oder Glaskörperblutung

  • Entzündliche Prozesse an der Netzhaut

Befund
  • „Rußregen“

  • Schmerzloser Visusverlust

  • „Aufsteigende Mauer von unten“ bei Ablösung der Netzhaut im oberen Bulbusbereich

  • „Herabfallender Vorhang von oben“ bei Ablösung der Netzhaut im unteren Bulbusbereich

Maßnahmen
  • Oberkörperhochlagerung

  • Eventuell O2-Gabe

  • Eventuell i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Glaukomanfall

Befund:

  • $GlaukomanfallStarke Augen- und Kopfschmerzen

  • Steinharter Bulbus

  • Mydriasis

  • Grüne Farbringe um Lichtquellen

Maßnahmen: 26.14.1

20.4.12
Ursachen
GlaukomanfallAbflusshindernisse des Kammerwassers, z. B. durch eine starre Alterslinse, Entzündungen im Bereich Iris oder Linse mit Narbenausbildung oder beim Kurzbau des Auges.
Befund
  • Heftige Augen-, Kopf- und Bauchschmerzen

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Konjunktivale Rötung

  • Steinharter Bulbus, Mydriasis, u. U. entrundete, lichtstarre Pupille

  • Nebelsehen und (grüne) Farbringe um Lichtquellen

Maßnahmen

Augenverätzung

Befund:

  • $AugenverätzungAugenschmerzen

  • Rötung

  • Schwellung

  • Nekrose („gekochtes Fischauge“)

Maßnahmen: Seitenlagerung und Spülung von innen nach außen mit Wasser

20.4.16
Ursachen
AugenverätzungSchädigung des Auges durch Chemikalien
Befund
  • Bulbusschmerzen

  • Konjunktivale Rötung und Schwellung

  • Gegebenenfalls Nekrose („gekochtes Fischauge“)

Maßnahmen
  • Seitenlagerung und Spülung des betroffenen Auges von innen nach außen (um das andere Auge nicht zu gefährden) mit Wasser

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

Blow-out-Fraktur

Befund:

  • $Blow-out-FrakturSchwellung

  • Schmerzen

  • Monokel- oder Brillenhämatom

  • Doppelbilder

  • Sensibilitätsstörungen

  • Eingesunkener Bulbus

Maßnahmen: 26.14.1

20.4.17
Ursachen
Blow-out-FrakturTraumatische Verletzungen des Augapfels, z. B. durch einen Faustschlag oder beim Ballsport.
Befund
  • Schwellung, Hämatom und Schmerzen des betroffenen Auges (Monokel-Hämatom bei Beteiligung eines Auges, Brillenhämatom bei Beteiligung beider Augen oder der Schädelbasis)

  • Bewegungseinschränkung des Auges

  • Sensibilitätsstörung im Bereich des 2. Trigeminusastes durch Kompression des N. infraorbitalis

  • Eingesunkener Bulbus durch Luxation in die Kieferhöhle

Maßnahmen

ACHTUNG

Achtung

Keine Manipulationen am frakturierten Bereich vornehmen.

Morbus Menière

Befund:

  • $Morbus MenièreAnfallsartiger Drehschwindel

  • Fallneigung

  • Tinnitus

Maßnahmen: 26.14.1

20.5.5
Ursachen
Morbus MenièreSchwellung des Endolymphraums mit Zerreißung der Reissner-Membran und Vermischung der Peri- mit Endolymphe.
Befund
  • Plötzlicher, anfallsartiger Drehschwindel, Fallneigung

  • Nystagmus

  • Hörminderung, Tinnitus

  • Übelkeit, Erbrechen

Maßnahmen

Hörsturz

Befund:

  • $HörsturzAkute Hörminderung

  • Tinnitus

Maßnahmen: 26.14.1

20.5.6
Ursachen
HörsturzAkuter Hörverlust, vermutlich durch Minderdurchblutung und/oder Infektionen.
Befund
  • Plötzliche Hörminderung

  • Tinnitus

  • Gegebenenfalls Schwindel

Maßnahmen

Vergiftungen

Säuren und Laugen

Vergiftungen
  • Säuren: Fleckenentferner, Entroster, Batteriesäure

Befund:

  • $Säuren$LaugenRötung

  • Schmerzen

  • Bei oraler Aufnahme Speichelfluss

  • Atemstörungen

Maßnahmen:

  • Kontaminierte Kleidung entfernen

  • Haut abwaschen

  • Eigenschutz beachten

  • Laugen: Spülmaschinenpulver, Rohr-, Ofenreiniger, Fotoentwickler

Befund
  • Schmerzen, Rötung, Schwellung des betroffenen Gebiets

  • Bei oraler Aufnahme: Speichelfluss, Heiserkeit, blutiges Erbrechen, Durchfall

  • Eventuell Schocksymptome

  • Ateminsuffizienz

  • Epileptische Krampfanfälle

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe über Maske, ggf. Beatmung

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Kontaminierte Kleidung entfernen, Haut abwaschen

Alkylphosphate

Befund:

  • $AlkylphosphateMiosis

  • Speichelfluss

  • Krampfanfälle

  • Bradykardie

  • Zyanose

  • Bewusstseinsstörung

Maßnahmen: 26.15.1

Befund
  • AlkylphosphateBewusstseinsstörung

  • Miosis

  • Starker Speichelfluss

  • Epileptische Krampfanfälle

  • Atemstörung, Zyanose

  • Kreislaufstörung mit Bradykardie

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Blaufärbung von Erbrochenem und Speichel)

  • Kopfschmerzen, Sehstörungen

  • Muskelkrämpfe

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe über Maske, ggf. Beatmung

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Kontaminierte Kleidung entfernen, Haut abwaschen

ACHTUNG

Achtung

An den Eigenschutz denken, direkten Hautkontakt vermeiden, reanimationspflichtige Patienten ausschließlich mit Maske beatmen.

Kohlenmonoxid (CO)

Befund:

  • $KohlenmonoxidvergiftungBewusstseinsstörung

  • Rosige Haut

  • Übelkeit

  • Atemstörungen

  • Tachykardie, RR ↓

Maßnahmen:

  • Patienten aus dem Gefahrenbereich entfernen

  • Eigenschutz beachten

Befund
  • KohlenmonoxidvergiftungBewusstseinsstörung

  • Atemnot bis hin zum Atemstillstand

  • Rosige Gesichtsfarbe (keine Zyanose)

  • Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Flimmerskotome

  • Übelkeit

  • Tachykardie, Arrhythmien, Hypotonie

  • Angina-pectoris-Anfälle, epileptische Krampfanfälle

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe über Maske, ggf. Beatmung

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

ACHTUNG

Achtung

An den Eigenschutz denken. Patienten immer außerhalb des Gefahrenbereichs behandeln.

Drogen

Alkoholintoxikation 21.2.5
Drogen

Alkoholintoxikation:

  • $AlkoholintoxikationBefund: Rausch, Hemmschwelle ↓, Alkoholgeruch, Atemstörungen

  • Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung, Glukoseinfusion + Vitamin B1

Befund
  • AlkoholintoxikationRauschzustand, Heiterkeit bis Euphorie

  • Herabgesetzte Hemmschwelle

  • Alkoholgeruch

  • Lallende Sprache, unsicherer Gang

  • Hypoglykämie

  • Atemdepression und Unterkühlung

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, Glukoselösung und Vitamin B1 infundieren

Cannabis 21.2.6

Cannabis: $Cannabis

  • Befund: Rausch, Hemmschwelle ↓, Mydriasis, gerötete Augen, Mundtrockenheit

  • Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung, Drogen asservieren

Befund
  • CannabisRauschzustand, Heiterkeit bis Euphorie, Wahrnehmungsstörungen

  • Herabgesetzte Hemmschwelle

  • Plötzliche depressive Zustände möglich

  • Mydriasis, gerötete Augen, Mundtrockenheit

  • Tachykardie

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Drogen asservieren

Kokain 21.2.6

Kokain: $Kokain

  • Befund: Euphorie, Mydriasis, gerötete Augen, Tachykardie, RR ↑, ggf. retrosternale Schmerzen

  • Maßnahmen: Cannabis

Befund
  • KokainEuphorie

  • Gesteigerter Rede-, Bewegungsdrang

  • Wahrnehmungsstörungen

  • Plötzliche depressive Symptome

  • Mydriasis, gerötete Augen, Mundtrockenheit

  • Tachykardie, Arrhythmien

  • Cave: Herzinfarkt, intrakraniale Blutungen

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Drogen asservieren

Halluzinogene (LSD) 21.2.6

Halluzinogene: $LSD $Halluzinogene

  • Befunde: paranoide Symptome, Aggressivität, Mydriasis, Tachykardie, RR ↑

  • Maßnahmen: Oberkörperhochlagerung, Reizabschirmung, psychische Betreuung

Befunde
  • LSDHalluzinogenePsychotische, paranoide Symptome

  • Euphorie, Dysphorie

  • Paniksymptome, Aggressivität

  • Suizidale Symptome möglich

  • Unruhe, Tremor, Schweißausbrüche

  • Mydriasis, Tränenfluss

  • Hypertonie, Tachykardie

  • Bei Überdosierung: Bradykardie, Hypotonie, Atemlähmung

Basisversorgung
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten

  • Psychische Betreuung, „Talking Down“

  • Abschirmung von zusätzlichen Reizen

  • Drogen asservieren

Opiate

Opiate:

  • $OpiateBefunde: Miosis, Atemdepression, Zyanose, Bewusstseinsstörung

  • Maßnahmen: Cannabis

21.2.6
Befund
  • OpiateBewusstseinsstörung

  • Atemdepression

  • Miosis

  • Bradykardie, Zyanose, Hypotonie

  • Herumliegendes Injektionsmaterial

  • Eventuell epileptische Krampfanfälle

  • Hypoglykämie

  • Lungenödem

Maßnahmen
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten, bei Hypoglykämie Glukoselösung

ACHTUNG

Achtung

An den Eigenschutz denken. Unbedingt auf Injektionsmaterialien achten. Die Infektionsgefahr mit Hepatitis B, Hepatitis C und HIV ist hoch. Vorsicht bei Hineingreifen in Jacken, Hosentaschen oder persönliche Beutel wegen offener Kanülen.

Schlafmittelintoxikation

Schlafmittelintoxikation:

  • $SchlafmittelintoxikationBefunde: Bewusstseinsstörung, Atemstörung, Bradykardie, RR ↓, Unterkühlung

  • Maßnahmen: Cannabis

21.2.6
Befunde
  • SchlafmittelintoxikationBewusstseinsstörung, Atemstörung

  • Verlangsamte oder fehlende Reflexe

  • Hypotonie, Bradykardie, Arrhythmien

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Eventuell Hypothermie, epileptische Krampfanfälle

  • Barbituratblasen an aufliegenden Stellen

Basisversorgung
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper

  • Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

  • O2-Gabe

  • i. v.-Zugang legen, mit Ringer-Lösung offenhalten, bei Hypoglykämie Glukoselösung

  • Medikamente asservieren

Lernzielkontrolle

  • Definieren Sie den Begriff „Notfallpatient“!

  • Wie reagieren Sie beim Auffinden einer bewusstlosen Person?

  • Wie lagern Sie bewusstlose Personen?

  • Wie lagern Sie Patienten mit Lungen-, Herzerkrankungen, abdominalen und neurologischen Geschehen?

  • Wie führen Sie die kardiopulmonale Reanimation durch?

Nützliche Links

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