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B978-3-437-58785-6.00020-X

10.1016/B978-3-437-58785-6.00020-X

978-3-437-58785-6

Abb. 20.2

[E402]

Dorsale Öffnungen für Nerven und Gefäße der Orbita

Abb. 20.3

[L190]

Aufbau des Auges. Die gestrichelte Linie deutet die Sehachse an.

Abb. 20.4

[L190]

Ziliarkörper und AugenkammerAugenkammern

Abb. 20.5

[L106]

Akkommodation. a Bei der Fernakkommodation ist der Ziliarmuskel entspannt und die Linse über die Zonulafasern durch Zug der elastischen Strukturen der Aderhaut abgeflacht. b Bei der Nahakkommodation ist der Ziliarmuskel kontrahiert, die Zonulafasern erschlaffen und die Linse nimmt aufgrund ihrer Eigenelastizität eher eine kugelförmige Gestalt an. Die Brechkraft nimmt zu, sodass nahe gelegene Gegenstände scharf abgebildet werden können.

Abb. 20.6

[L190]

Schichtaufbau der Netzhaut (Detailzeichnung)

Abb. 20.7

[O634]

Augenhintergrund bei der Spiegelung im umgekehrten Bild. Die Makula (M) liegt etwa 15 Sehwinkelgrade von der Austrittsstelle des N. opticus (Papilla nervi optici, P) entfernt. Die etwas dickeren und dunkleren Venen (V) lassen sich von den dünneren und helleren Arterien (A) im oberen und unteren Gefäßbogen unterscheiden.

Abb. 20.8

[L190]

Blick von lateral auf die äußeren Augenmuskeln

Abb. 20.9

[E402]

Zugrichtungen der äußeren Augenmuskeln (rechtes Auge)

Abb. 20.10

[E364]

Schutzeinrichtungen des Auges

Abb. 20.11

[R285]

Querschnitt durch das Oberlid

Abb. 20.12

[L106]

Sehbahn und Gesichtsfeldausfälle bei Läsionen der Sehbahn. a Sehbahn; blau rechte Gesichtshälfte, grün linke Gesichtshälfte, jeweils mit Projektionen. Die Läsionen 1–5 sind durch rote Balken dargestellt. b Folgen der Läsionen von a für das Gesichtsfeld: 1 = Zentralskotom rechts infolge einer Makulablutung, 2 = bitemporale Hemianopsie infolge einer Läsion des Chiasmas, 3 = homonymes Skotom im rechten Gesichtsfeld infolge einer Verletzung im linken Tractus opticus, 4 = parazentrales Skotom des linken Auges infolge eines den linken Sehnerv im papillomakulären Bündel schädigenden Glaukoms, 5 = homonyme Hemianopsie nach einem Infarkt im Bereich der rechten Sehstrahlung oder Sehrinde, manchmal mit Aussparung der Makula.

Abb. 20.13

[L190]

Aufbau von äußerem Ohr, Mittelohr und Innenohr. Die roten Pfeile markieren den Weg der Schallwellen.

Abb. 20.14

[E402]

Trommelfell (rechtes Ohr)

Abb. 20.15

[L190]

Die Paukenhöhle im Detail. Die schwarzen Pfeile zeigen die Bewegung der Gehörknöchelchen infolge der Trommelfellschwingung.

Abb. 20.16

[L190]

Schnitt durch die knöcherne Schnecke, den Vorhof und die Bogengänge mit Darstellung des VII. und VIII. Hirnnervs.

Abb. 20.17

[L190]

Aufbau der Makula

Abb. 20.18

[L190]

Ablenkung der Statolithenmembran bei Lagewechsel

Abb. 20.19

[L190]

Ablenkung der Cupula bei einer Drehbeschleunigung

Abb. 20.20

[L106]

Aufbau der Cochlea. a der Längsschnitt durch die Cochlea zeigt die schneckenförmig gewundene Anordnung der Flüssigkeitsräume (Scala vestibuli, Scala media, Scala tympani) sowie des Spiralganglions. Die Pfeile verdeutlichen den kontinuierlichen Verlauf mit dem Übergang von Scala vestibuli in Scala tympani am Helicotrema. b Querschnitt durch die Flüssigkeitsräume des Corti-Organs (Schema).

Abb. 20.21

[L190]

Der Hörbereich des Menschen

Abb. 20.22

[E336-008]

Hordeolum externum (Gerstenkorn des Unterlids)

Abb. 20.23

[E342]

Bakterielle Konjunktivitis

Abb. 20.24

[E273]

Katarakt

Abb. 20.25

[E273]

Netzhautablösung mit weißen Falten im Bereich der abgelösten Retina

Abb. 20.26

[E273]

Proliferative Retinopathie: Netz aus neu gebildeten Gefäßen im oberen Quadranten

Abb. 20.27

[L141]

Aufbau des Kammerwinkels

Abb. 20.28

[E273]

Akutes Glaukom mit Stauung und ziliärer Injektion

Abb. 20.29

[L190]

Strahlengang bei verschiedenen Fehlsichtigkeiten (oben ohne, unten mit Korrektur durch eine Brille)

Abb. 20.30

[E273]

Otitis externa durch Herpes zoster

Abb. 20.31

[R285]

Komplikationen der Otitis media (Ausbreitung des Entzündungsprozesses)

Äußere Augenmuskeln, deren Innervation und BewegungsrichtungenMusculusrectus superiorMusculusrectus medialisMusculusrectus lateralisMusculusrectus inferiorMusculusobliquus superiorMusculusobliquus inferior

Tab. 20.1
Muskel Innervation Bewegung
M. rectus superior (oberer gerader Muskel) N. oculomotorius Dreht den Augapfel nach oben, adduziert und rotiert ihn nach innen
M. rectus inferior (unterer gerader Muskel) N. oculomotorius Dreht den Augapfel nach unten, adduziert und rotiert ihn nach außen
M. rectus medialis (innerer gerader Muskel) N. oculomotorius Adduktion des Auges
M. rectus lateralis (äußerer gerader Muskel) N abducens Abduktion des Auges
M. obliquus superior (oberer schräger Muskel) N. trochlearis Dreht den Augapfel nach unten, rotiert ihn nach innen
M. obliquus inferior (unterer schräger Muskel) N. oculomotorius Dreht den Augapfel nach oben, rotiert ihn nach außen

Sinnesorgane

Abb. 20.1

[L275]

Übersicht über die Erkrankungen der Augen und Ohren

Anatomie und Physiologie des Auges

Lernziele

  • Kenntnisse über den Aufbau des Auges (Augenhäute, Augenräume) und Benennung der lichtbrechenden Medien.

  • Benennung der 2 wichtigen Strukturen am Augenhintergrund.

  • Benennung der äußeren und inneren Muskeln am Auge.

  • Benennung der Schutzeinrichtungen des Auges.

  • Definition des Gesichtsfelds und Kenntnisse über den Verlauf der Sehbahn.

  • Kenntnisse über den Aufbau und Funktion des Ohrs.

  • Fähigkeit zur systematischen Untersuchung der Augen.

  • Fähigkeit zur Inspektion des äußeren Ohrs und Trommelfells.

Lage und Aufbau

Auge

Das $AugeAuge liegt in der Orbita,$Orbita die sich aus Teilen der Geschichts- und Schädelknochen zusammensetzt. Eingebettet ist das Auge im periorbitalen, fetthaltigen Bindegewebe.

Der Augapfel besteht aus 3 Häuten:

  • Sklera mit Kornea

  • Choroidea

  • Retina

Innerhalb des Auges können 3 Kammern unterschieden werden: die vordere und hintere Augenkammer sowie der Glaskörper.

Das AugeLageAuge (Oculus)Oculus liegt in AugeAufbauder Orbita (Augenhöhle).Orbita Die Wände der Augenhöhle werden von 7 Knochen gebildet. Die obere Begrenzung, das Orbitadach wird vom Stirnbein und Teilen des Keilbeins gebildet. Die untere Begrenzung wird durch den Oberkiefer, das Jochbein und das Gaumenbein gebildet. Die laterale Wand bilden das Jochbein und Teile des Keilbeins und die hauchdünne mediale Wand das Tränenbein und die Siebbeinzellen. Die Orbita ist mit dem Schädelinneren durch 3 Öffnungen verbunden (Abb. 20.2): durch die Fissurae orbitales superior und inferior (führen Gefäße, Hirnnerven III, IV, VI und Trigeminusäste zum Auge) und dem Canalis opticus (Durchtrittstelle für den N. opticus).

ABBILDUNG 20.2

Neben Augenhöhledem Auge finden sich in der Orbita fetthaltiges Bindegewebe, das eine Schutzfunktion erfüllt. Diese beherbergt ferner die Tränendrüse, den N. opticus, die 6 äußeren Augenmuskeln sowie Augennerven und -gefäße. Der Augapfel hat eine kugelige Gestalt und ist ca. 24 mm lang. Er besteht aus 3 Häuten und 3 Kammern (Abb. 20.3).

ABBILDUNG 20.3

Die drei Augenhäute sind schalenförmig aufgebaut und gliedern sich in:
  • Äußere Augenhaut: besteht aus der undurchsichtigen Lederhaut (Sklera), die nach vorne in die durchsichtige Hornhaut (Kornea) übergeht

  • Mittlere Augenhaut (gefäßführende Haut): besteht aus Aderhaut (Choroidea), Ziliarkörper (Corpus ciliare, Strahlenkörper) und Regenbogenhaut (Iris)

  • Innere Augenhaut: wird von der Netzhaut (Retina) gebildet

Die Kammern des AugenkammerAuges sind:
  • Vordere Augenkammer: zwischen Kornea und Iris

  • Hintere Augenkammer: zwischen Iris, Corpus ciliare und Linse

  • Glaskörper: gesamter Raum zwischen Linse, Corpus ciliare und Retina

Äußere Augenhaut

Die Sklera$Sklera ist avaskulär und besteht aus kollagenem Bindegewebe. Sie verleiht dem Bulbus Festigkeit.

Die Kornea$Kornea geht aus der Sklera hervor, ist durchsichtig (lichtbrechendes Medium, 43 dpt), avaskulär und gut innerviert.

Sklera
Die AugenhautäußereSklera (Lederhaut)Sklera bildet im Lederhautmenschlichen Auge den weißen Augenanteil (Abb. 20.3). Sie ist nicht vaskularisiert und besteht hauptsächlich aus kollagenen Bindegewebsfasern, die dem Auge Festigkeit verleihen. An ihr setzen die äußeren Augenmuskeln an.
Kornea
Die Kornea (Hornhaut)Kornea ist wie ein HornhautUhrglas in die Sklera eingelassen. Sie ist nicht vaskularisiert und durchsichtig (Abb. 20.3). Die sensible Innervation erfolgt über Äste des N. trigeminus (V). Eine Reizung der Nerven, etwa durch Staub oder andere kleine Partikel, ruft sehr starke Schmerzen hervor. Es ist eine bindegewebige Struktur, die unter einem gewissen Quelldruck steht. Änderungen des Quelldrucks lassen die Kornea eintrüben, werden also lichtundurchlässig.
Die Hornhaut wird von außen von der Tränenflüssigkeit ernährt, von innen durch das Kammerwasser. Sie besitzt eine Brechkraft von 43 dpt.Brechkraft

Mittlere Augenhaut

Die Choroidea$Choroidea ist gefäßreich und dient der Ernährung des Auges. Aus der Choroidea gehen hervor:

  • Corpus ciliare:$Corpus ciliare Bildet das Kammerwasser, beherbergt den M. ciliaris und die Zonulafasern für die Befestigung der Linse.

  • Iris:$Iris Fungiert als eine verstellbare Blende, deren Öffnung klein oder größer werden kann. Beherbergt den M. sphincter pupillae (Miosis) und M. dilatator pupillae (Mydriasis).

Choroidea
Die AugenhautmittlereChoroidea (Aderhaut),Choroidea der hintere AderhautAnteil der mittleren Augenhaut, ist eine dünne, pigmenthaltige Haut, in der sehr viele Gefäße verlaufen (Abb. 20.3). Deshalb dient sie der Blutversorgung der Augenhüllen. Sie liegt zwischen Sklera und Retina.
Corpus ciliare
Das Corpus ciliare ( Strahlenkörper,Ziliarkörper)Corpus ciliareStrahlenkörper ist der Ziliarkörpermittlere Anteil der mittleren Augenhaut (Abb. 20.4). Es
  • besteht aus einem Strahlenkörper (Corona ciliaris), in dessen Epithel das Kammerwasser gebildet Kammerwasserwird,

  • beherbergt die Zonulafasern, die vom ZonulafasernCorpus ciliare zur Linse ziehen, und

  • beinhaltet den M. ciliaris (Musculusciliarisinnerer Augenmuskel), Augenmuskelninnereder aus glatten Muskelzellen besteht und für die Akkommodation zuständig ist.

ABBILDUNG 20.4

Linse

Die Linse$Linse ist 1 cm breit, 0,3–0,5 cm dick, glasklar, gefäß- und nervenfrei. Sie liegt zwischen Iris und Glaskörper und ist über die Zonulafasern am Ziliarkörper befestigt. Sie ist wichtig für die Akkommodation, bei der die Linse abflacht (Ferneinstellung) oder sich auswölbt (Naheinstellung), damit Gegenstände auf der Retina scharf abgebildet werden können.

Die Linse Lens(Lens) liegt zwischen LinseIris und Glaskörper (Abb. 20.4). Sie ist ca. 1 cm breit und 0,3–0,5 cm dick, glasklar, gefäß- und nervenfrei. Die Linse wird durch Diffusion aus dem Kammerwasser ernährt. Durch die Zonulafasern ist sie am Ziliarkörper befestigt. Im Neugeborenenalter ist die Linse flüssig und nimmt im Laufe des Lebens an Festigkeit zu.
Die Linse ist für die Akkommodation Akkommodationzuständig. Darunter versteht man die Fähigkeit, durch Erhöhung der Brechkraft nahe gelegene Gegenstände scharf auf der Netzhaut abzubilden oder durch Senkung der Brechkraft fern gelegene Gegenstände scharf auf der Netzhaut abbilden zu können (Abb. 20.5). Bei der Naheinstellung (Nahakkommodation)Naheinstellung kontrahiert sich der M. ciliaris. Gleichzeitig entspannen sich die Zonulafasern, an denen die Linse aufgehängt ist. Durch den dann fehlenden Zug entspannt sich die Linsenkapsel und wölbt sich kugelig. Durch die kugelige Gestalt erhöht sich die Brechkraft, sodass die nahe gelegenen Gegenstände scharf auf der Retina abgebildet werden können. Bei der Ferneinstellung (Fernakkommodation) entspannt sich der M. ciliaris, die Zonulafasern spannen sich an, die Linse wird in der Krümmung abgeflacht.
Ab ca. dem 40. Lebensjahr ist die Linse so fest geworden, dass die Akkommodationsfähigkeit des Auges abnimmt und eine Altersweitsichtigkeit entsteht. Nahe gelegene Gegenstände werden zunehmend unscharf gesehen. Sie müssen etwas weiter weg vom Auge gehalten werden, damit eine scharfe Abbildung auf der Retina erfolgen kann. Die Linse besitzt eine Brechkraft von etwa 15 dpt.

ABBILDUNG 20.5

Iris

Die Iris$Iris liegt hinter der Kornea und vor der Linse. Sie teilt die vordere von der hinteren Augenkammer. In der Linse sind Mm. sphincter und dilatator pupillae eingebettet, welche die Weite der Iris im Sinne der Miosis und Mydriasis regulieren.

Der vorderste Abschnitt der mittleren Augenhaut ist die Iris Iris(Regenbogenhaut). Sie Regenbogenhautliegt hinter der Kornea und vor der Linse (Abb. 20.4). Sie teilt den Raum zwischen den beiden Strukturen in die vordere und hintere Augenkammer. Die Iris verfügt über Pigmentepithel, das Melanin bildet, und gibt dem Auge seine Farbe (von graublau bis dunkelbraun). Im Zentrum der Iris liegt die Pupille (Sehloch).SehlochPupille
Die Iris dient als eine verstellbare Blende, die aktiv die Pupille enger oder weiter stellen kann. Dies erfolgt über 2 glatte Muskeln (innere Augenmuskeln), Augenmuskelninneredie in der Iris eingebettet sind:
  • M. sphincter pupillae:Musculussphincter pupillae Verengt die Pupille (Miosis). Wird vom parasympathischen Anteil des N. oculomotorius innerviert.

  • M. dilatator pupillae:Musculusdilatator pupillae Erweitert die Pupille (Mydriasis). Wird über sympathische Fasern aus dem Ganglion cervicale superius innerviert.

Die Pupillenweite hängt v. a. vom Lichteinfall ab. Sie liegt zwischen 1,8 bis 8 mm. Bei starker Lichteinstrahlung verengt sich die Pupille, bei schwacher Lichteinstrahlung weitet sich die Pupille. Die Engstellung wird Miosis,Miosis die Weitstellung MydriasisMydriasis genannt.

Innere Augenhaut

Retina

Die Retina$Retina besteht aus 2 Blättern, dem Pigmentepithel und dem Neuroepithel, das Sinnesrezeptoren trägt:

  • Zapfen: scharfes Sehen und Farbensehen

  • Stäbchen: Dämmerungssehen

Die Impulse der Photorezeptoren werden an den N. optius weitergeleitet.

Die AugenhautinnereRetina (Netzhaut)Retina (Abb. 20.3) besteht aus 2 NetzhautBlättern:
  • PigmentepithelPigmentepithelblatt: Kleidet die äußere Wand aus.

  • NeuroepithelNeuroepithelblatt: Kleidet die innere Schicht aus. Sie ist ein vorgelagerter Teil des Gehirns und dient der Leitung der Reize aus Stäbchen und Zapfen.

Zwischen beiden Blättern befindet sich ein winziger Spalt, der bis auf 2 Stellen (blinder Fleck und an der Ora serrata, die eine Übergangsstelle für den sehenden Teil der Retina und den blinden Teil darstellt) beide Blätter trennt. Durch den Glaskörper und den Quelldruck liegen jedoch beide Blätter aneinander an. Die Retina wird in einen lichtempfindlichen Teil, die Pars optica, und einen lichtunempfindlichen Teil, die Pars caeca, unterteilt. Die Pars optica kleidet den gesamten hinteren, inneren Raum des Augapfels aus. Im ersten Drittel des Auges, vor dem Äquator gelegen, findet sich die Pars caeca. Der Übergang beider Teile wird als Ora serrata bezeichnet.
Die Netzhaut wird v. a. über Äste der A. centralis retinae versorgt, die mit dem N. opticus das Auge erreichen. Die Äste bilden keine Anastomosen untereinander; es handelt sich um Endarterien.
Photorezeptoren
Im PhotorezeptorenNeuroepithel liegen Sinneszellen, die in der Lage sind, Lichtimpulse in elektrische Impulse umzuwandeln. Sie werden Photorezeptoren genannt und gliedern sich in (Abb. 20.6):
  • Zapfen: Circa 6 ZapfenMillionen. Sie dienen dem Farbensehen und scharfen Sehen. An der Stelle des schärfsten Sehens, im gelben Fleckgelber Fleck (Macula lutea),Macula lutea kommen nur Zapfen vor.

  • Stäbchen: Circa Stäbchen120 Millionen. Sie dienen dem Dämmerungssehen und der Unterscheidung zwischen Graustufen.

ABBILDUNG 20.6

Die Impulse, die von den Photorezeptoren aufgenommen worden sind, werden auf Bipolarzellen, amakrine Zellen und Horizontalzellen weitergegeben. Von dort werden die Informationen auf die retinalen Ganglienzellen weitergegeben, deren Axone den N. opticus bilden. Über die Sehbahn werden Impulse u. a. zum primären Sehzentrum weitergeleitet, wo eine „Erkennung“ des Gesehenen stattfindet.
Augenhintergrund

Wichtige Strukturen des Augenhintergrundes:$Augenhintergrund

  • Sehnervenpapille$Sehnervenpapille (blinder Fleck):$blinder Felck Austrittsstelle des N. opticus, nasal gelegen, Photorezeptoren sind nicht vorhanden

  • Gelber Fleck$gelber Fleck (Macula lutea):$Macula lutea Stelle des schärfsten Sehens, beherbergt nur Zapfen, temporal gelegen

Der AugenhintergrundAugenhintergrund ist der Teil des Auges, der vom Untersucher mithilfe einer Lichtquelle und eines Augenspiegels sichtbar ist. Dort lassen sich neben den Gefäßen 2 wichtige Strukturen abgrenzen (Abb. 20.3, Abb. 20.7):
  • Sehnervenpapille (blinder Fleck):Sehnervenpapilleblinder Fleck Dort vereinigen sich die Axone der Retina zum N. opticus, der aus der Augenhöhle austritt. Die Papille hat einen Durchmesser von 1,5 mm und liegt zur Nase hin gerichtet. Mit dem N. opticus gemeinsam verlaufen auch Arterien (A. centralis retinae) und Venen (V. centralis retinae), die sich nach dem Austritt aus der Papille weiter in der Retina verzweigen. In diesem Bereich gibt es weder Zapfen noch Stäbchen; deswegen wird dieser Bereich auch „blinder Fleck“ genannt.

  • Gelber Fleck (Macula lutea):gelber Fleck Er Macula lutealiegt temporal von der Papille und hat einen Durchmesser von 2 mm. In der Mitte der Makula liegt eine kleine Vertiefung, die Fovea centralis, in der nur Zapfen liegen und als die Stelle des schärfsten Sehens bezeichnet wird.

ABBILDUNG 20.7

Räume des Auges

Augenkammern und Kammerwasser

Augenkammern$Augenkammer enthalten das Kammerwasser,$Kammerwasser das in der hinteren Augenkammer im Ziliarepithel gebildet wird und in der vorderen Kammer über den Schlemm-Kanal abfließt.

  • Vordere Augenkammer: liegt hinter der Kornea und vor Iris und Linse

  • Hintere Augenkammer: liegt zwischen Ziliarkörper und Linse

Der physiologische Augeninnendruck beträgt 15–21 mmHg.

AugeRäumeDie Kammerwasservordere AugenkammervordereAugenkammer liegt hinter der Kornea sowie vor Iris und Linse. Die Tiefe der Augenkammer hängt vom Akkommodationszustand des Auges ab. Sie enthält 150–200 mm3 Kammerwasser.
Die hintere AugenkammerhintereAugenkammer liegt zwischen Corpus ciliare und Linse. Dort wird das Kammerwasser von den Epithelien des Ziliarkörpers produziert. Es ist eine wasserklare, zellfreie Flüssigkeit, die geringe Mengen von Proteinen enthält. Das Kammerwasser umspült und ernährt Linse und Iris und gelangt dann in die vordere Augenkammer, wo sie über den Schlemm-KanalSchlemm-Kanal im Kammerwinkel resorbiert wird. Das Kammerwasser erzeugt einen gewissen Augeninnendruck, der zwischen 15 und 21 mmHg liegt.
Glaskörper

Der Glaskörper$Glaskörper besteht aus Wasser, Hyaluronsäure und kollagenen Fasern.

Der Glaskörper (Corpus vitreum)Corpus vitreum füllt den GlaskörperRaum zwischen Linse und Retina aus. Er ist ein zellfreier, gallertartiger und elastischer Körper, der durchsichtig und glasklar ist. Durchzogen ist er mit kollagenen Fasern und Hyaluronsäure, die der Elastizität dienen und hauptsächlich die Retina vor Stoß und Druck schützen. Der Glaskörper hat keine Innervation und auch keine Gefäßversorgung.

Äußere Augenmuskeln

Der Augapfel besitzt 6 äußere Augenmuskeln$Augenmuskelnäußere (4 gerade, 2 schräge), die für die Bewegungen zuständig sind (in Klammern die Hirnnerven, die diese innervieren):

  • M. rectus superior (III)

  • M. recuts inferior (III)

  • M. rectus medialis (III)

  • M. rectus lateralis (VI)

  • M. obliquus superior (IV)

  • M. obliquus inferior (III)

Der AugenmuskelnäußereAugapfel kann durch die 6 äußeren (quergestreiften) Muskeln in alle Richtungen bewegt werden (Abb. 20.8, Abb. 20.9). 4 der Muskeln werden als „gerade Muskeln“ bezeichnet, 2 davon als „schräge Muskeln“ (Tab. 20.1). Bis auf den M. obliquus inferior, der den Ursprung an der Orbita hat, nehmen alle Muskeln ihren Ursprung von einem Sehnenring am N. opticus.
Bei der Bewegung des Augapfels werden viele (alle) Muskeln gleichzeitig bewegt, synchron und koordiniert, sodass beide Augen das Gleiche sehen. Abweichungen in der Bewegung, z. B. beim Schielen führen dazu, dass beide Augen unterschiedliche Bilder sehen und somit kein übereinstimmendes Bild auf der Retina abgebildet werden kann, was als Doppelbild wahrgenommen wird.

ABBILDUNG 20.8

TABELLE 20.1

ABBILDUNG 20.9

Schutzeinrichtungen des Auges

AugeSchutzeinrichtungenZu den Schutzeinrichtungen des Auges zählen (Abb. 20.10):
  • Augenlider und Wimpern: AugenlidOber- und Unterlid schützen das Auge vor mechanischen Einwirkungen und Fremdkörpern. Außerdem befeuchten sie durch den Lidschlag die Kornea und schützen diese so vor Austrocknung. Wimpern Wimpernschützen vor Eindringen von Fremdflüssigkeiten.

  • Bindehaut (Konjunktiva).Bindehaut

  • Tränendrüse:Tränendrüse Befeuchtet und ernährt das Auge von außen.

ABBILDUNG 20.10

Augenlider

Augenlider mit Wimpern$Augenlider$Wimpern bedecken das Auge und schützen es vor äußeren Einflüssen. In den Lidern sind Drüsen eingelagert: Meibom-$Meibom-Drüse (Talgdrüse), Zeis-$Zeis-Drüse (Talgdrüse) und Moll-DrüsenMoll-Drüse (Schweißdrüse). Auch in den Lider befinden sich die glatten Mm. tarsales superior und inferior, die sympathisch innerviert sind. Ein Ausfall führt zur Bildung des Horner-Syndroms (Miosis, Ptosis, Enophthalmus).

Die AugenliderAugenlid (Palpebrae)Palpebrae sind in Form von 2 Falten aufgebaut, die eine schlitzartige Öffnung haben und die Lidspalte bilden. An den seitlichen Enden (medial und lateral) vereinigen sich die Lider unter Bildung von Lidwinkeln. An der Bulbus zugewandten Seite findet sich der Tarsus, die Lidplatte, die aus kollagenen und elastischen Fasern besteht und an der Oberfläche in den vorderen Teilen von der Bindehaut ausgekleidet wird (Abb. 20.11).
Im Tarsus sind Meibom-DrüsenMeibom-Drüse eingelagert, die Talg produzieren. An den Lidrändern ragen Wimpern heraus, in deren Nachbarschaft zwei weitere Drüsen beherbergt sind: die Moll-DrüsenMoll-Drüse (Schweißdrüse) und die Zeis-DrüsenZeis-Drüse (Talgdrüsen).
In der (spärlich ausgebildeten) Subkutis der Lider verlaufen insgesamt 4 Muskeln: 2 quergestreifte (M. orbicularis oculi und M. levator palpebrae superioris) und 2 glatte Muskeln (M. tarsalis superior und M. tarsalis inferior):
  • M. orbicularis oculi: Musculusorbicularis oculiEin ringförmig aufgebauter Muskel, der zur mimischen Muskulatur des Gesichts zählt. Er ist am Lidschluss beteiligt.

  • M. levator palpebrae: Musculuslevator palpebraeFungiert als Lidheber am Oberlid.

  • M. tarsalis superior: Musculustarsalis superiorLiegt im Oberlid eingebettet und unterstützt die Lidhebung.

  • M. tarsalis inferior: Musculustarsalis inferiorLiegt im Unterlid eingebettet und hält den Augapfel in situ.

Beide Mm. tarsales werden von sympathischen Fasern innerviert. Ein Ausfall der Innervation, wie dies beim Horner-SyndromHorner-Syndrom der Fall ist, führt zu Ptosis (herabhängendes Lid) und Enophthalmus (scheinbar eingesunkener Augenbulbus). Die Miosis ist auf den Verlust der sympathischen Innervation am M. dilatator pupillae zurückzuführen; die parasympathische Funktion am M. sphincter pupillae überwiegt.

ABBILDUNG 20.11

Bindehaut

Die Bindehaut$Bindehaut bedeckt die Innenfläche der Lider und die Sklera bis zum Rand der Kornea. Sie dient der Verschieblichkeit der Lider.

Die Bindehaut Bindehaut(Konjunktiva)Konjunktiva ist eine sehr zarte Haut, die durchsichtig ist. Sie durchzieht die Innenfläche der Lider und die Sklera bis zum Rand der Kornea; die Kornea bleibt also frei. Der Übergang der Bindehaut zwischen den Lidern und dem Augapfel heißt Bindehautsack (Konjunktivalsack). Die Bindehaut enthält Becherzellen und Lymphozyten und wird von sympathischen Fasern und Ästen des N. trigeminus innerviert.
Tränendrüse

Die Tränendrüse$Tränendrüse liegt am kraniolateralen Ende des Augapfels und bildet die Tränenflüssigkeit, die das Auge vor Austrocknung schützt. Das Tränenwasser$Tränenwasser besteht aus wässrigem (Tränendrüse), Schleim- (Bindehaut) und Fettanteil (Meibom-Drüse). Es fließt über die Tränenwege$Tränenwege in die Nase ab.

Die TränendrüseTränendrüse (Glandula lacrimalis)Glandulalacrimalis liegt am oberen lateralen Ende des Augapfels. Sie produziert täglich etwa 350 ml dünnflüssiges Sekret, das durch den Lidschlag auf Kornea und Bindehäuten verteilt wird. Das Sekret schützt Bindehaut und Kornea vor Austrocknung. Ein Teil verdunstet, ein anderer Teil fließt durch die Tränenwege in die Nase ab. Bei starkem Tränenfluss reicht die Kapazität der Tränenwege zur Drainage der Tränenflüssigkeit nicht aus und die Tränen entleeren sich aus dem Auge, was als Weinen in Erscheinung tritt.
Die Tränenwege Tränenwege(Abb. 20.10) setzen sich zusammen aus:
  • Tränenpunkten (Puncta lacrimalia),TränenpunktePuncta lacrimalia die sich an den medialen Augenwinkeln finden. Aus den Tränenpunkten gehen

  • Tränenkanälchen (Canaliculi lacrimales)TränenkanälchenCanaliculi lacrimales hervor, die weiter in den

  • Tränensack (Saccus lacrimalis)TränensackSaccus lacrimalis ziehen, der von Tränenbein und Oberkiefer gebildet wird und der dann in den

  • Tränen-Nasen-Gang Tränen-Nasen-Gang (Ductusnasolacrimalis)Ductusnasolacrimalis übergeht. Dieser mündet in der unteren Nasenmuschel.

Die Tränenflüssigkeit Tränenflüssigkeithat folgende Zusammensetzung:
  • Wässriger Anteil: Wird in der Tränendrüse produziert und enthält das antibakteriell wirkende Lysozym.

  • Schleimanteil: Wird von den Becherzellen der Bindehaut produziert. Durch den Schleimanteil erhöht sich die Haftung der Tränenflüssigkeit am Bulbus.

  • Fettfilm: Stammt aus den Meibom-Drüsen. Meibom-DrüseDiese sind in den Lidern eingelassen. Der Fettanteil reduziert die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.

Gesichtsfeld und Sehbahn

Das Gesichtsfeld$Gesichtsfeld ist der Bezirk der Außenwelt, der bei fixiertem Auge und Kopf wahrgenommen wird. Es kann in ein nasales und temporales Gesichtsfeld eingeteilt werden. Temporal gelegene Dinge werden auf der nasalen Retina abgebildet und umgekehrt.

Lichtimpulse werden von Zapfen und Stäbchen aufgenommen und an die Sehbahn$Sehbahn (N. opticus, Chiasma opticum, Tractus opticus) weitergeleitet, die im Okzipitallappen mündet.

Das GesichtsfeldGesichtsfeld (20.3.1) eines Auges ist der Bezirk der Außenwelt, den man mit einem ruhig gestellten Auge und fixiertem Kopf wahrnimmt. Am einzelnen Auge reicht es schläfenwärts bis 90°, zur Nase hin und nach oben bis 60° und nach unten bis etwa 70°. Die Ausdehnung kann variieren, ja nach Größe der Nase, Pupillenweite und Lage des Augapfels. Es kann in ein nasales und temporales Gesichtsfeld eingeteilt werden. Gegenstände, die sich im Gesichtsfeld temporal befinden, werden auf die nasale Retina projiziert, Gegenstände, die sich nasal befinden, werden auf die temporale Retina projiziert (Abb. 20.12). Dabei werden die Gegenstände (von Linse und Glaskörper) umgekehrt und verkleinert auf die Netzhaut projiziert. Die Lichtimpulse werden von den Photorezeptoren detektiert und wandeln die Information in komplexen chemischen Reaktionen in neuronale Impulse um. Für den Sehvorgang wird Vitamin A benötigt. Ein Mangel an Vitamin A kann zur Seheinschränkung führen, die besonders in der Dämmerung ins Gewicht fällt (Nachtblindheit).
An den Photorezeptoren (Zapfen und Stäbchen) beginnt die SehbahnSehbahn (Abb. 20.12). Die Lichtimpulse werden von den Photorezeptoren der temporalen und nasalen Retinaanteile über zwischengeschaltete Zellen an den N. opticus Nervusopticusweitergeleitet. Dieser verlässt an der Papille das Auge und verläuft im retrobulbären Fettgewebe, wo er eine leichte Schlängelung zeigt, um bei Augenbewegungen nicht gedehnt zu werden. Über den Canalis opticus zieht er Richtung Gehirn. Im Bereich der Hypophyse, im Chiasma opticum (Sehnervenkreuzung),Chiasma opticum Sehnervenkreuzungkreuzen die nasalen Anteile auf die kontralaterale Seite und ziehen mit den ungekreuzten temporalen Anteilen im Tractus opticus (Sehstrang)Tractus opticus zum Sehstrangprimären Sehzentrum im Okzipitallappen.Okzipitallappen
Unterbrechungen der neuronalen Leitung führen zu typischen Ausfällen im Gesichtsfeld (Skotomen) (Abb. 20.12). Ein Ausfall der Makula, z. B. durch eine Blutung, führt zum Verlust des zentralen Blickfelds (zentrales Skotom) am betroffenen Auge, wobei die peripheren Gesichtsfeldanteile (je nach Größe der Blutung) erhalten sind. Ein Ausfall des N. opticus führt zur einseitigen Blindheit am betroffenen Auge. Eine Störung am Chiasma opticum führt zum Ausfall der temporalen Gesichtsfelder (durch Ausfall der nasalen Retinaanteile) und wird auch als bitemporale Hemianopsie (halbseitiger Gesichtsfeldausfall) bezeichnet. Bei Läsionen am Tractus opticus auf der linken Seite kommt es zu Ausfällen in beiden Augen: Am rechten Auge ist das temporale Gesichtsfeld eingeschränkt, am linken Auge das nasale Gesichtsfeld. Dieser Zustand wird auch als homonyme Hemianopsie nach rechts bezeichnet.

ABBILDUNG 20.12

Anatomie und Physiologie des Ohrs

Das Ohr$Ohr besteht aus dem äußeren, Mittel- und Innenohr. Es ist das Hör- und Gleichgewichtsorgan.

Das Ohr (Auris)Auris ist das Hör- Ohrund Gleichgewichtsorgan. Es wird in 3 Teile gegliedert (Abb. 20.13):
  • Äußeres Ohr

  • Mittelohr

  • Innenohr

Das äußere Ohr und das Mittelohr sind für die Schallweiterleitung zuständig, im Innenohr finden sich die Sinneszellen für das Gleichgewicht und das Hören. Sie sind im Felsenbein eingebettet.

ABBILDUNG 20.13

Äußeres Ohr

Das äußere Ohr$Ohräußeres besteht aus der Ohrmuschel, dem äußeren Gehörgang und mündet am Trommelfell. Es dient der Schallweiterleitung. Im Gehörgang findet sich Cerumen, das antibakterielle Eigenschaften hat.

Das äußere OhräußeresOhr besteht aus Ohrmuschel (Auricula)Auricula und Ohrmuscheläußerem Gehörgang (Meatus acusticus externus)Meatus acusticus externus und Gehörgangäußerermündet am Trommelfell (Membrana tympani)Membrana tympani (Abb. 20.13).Trommelfell
Die Ohrmuschel besteht aus elastischem Knorpel, am Ohrläppchen ist sie knorpelfrei und geht dann in den äußeren Gehörgang über. Der nach außen gerichtete Teil ist knorpelig, der nach innen gerichtete Teil ist knöchern. Im Gehörgang finden sich Haare, Talgdrüsen und die Ohrenschmalzdrüsen (Ceruminaldrüsen). Das Ohrenschmalz (Cerumen) ist reich an antibakteriellen Substanzen (Lysozym und IgA). Der knöcherne Teil wird vom Schläfenbein gebildet. Der äußere Gehörgang wird von Ästen des N. trigeminus und N. vagus innerviert. Bei Reizung der Gehörgangswand, etwa bei der Otoskopie, kann reflektorisch Übelkeit oder gar Erbrechen ausgelöst werden.

Mittelohr

Das Mittelohr$Mittelohr ist lufthaltig, liegt im Felsenbein und ist für die Schallweiterleitung zuständig. Es besteht aus:

  • Trommelfell:$Trommelfell bewegliche Membran mit perlmuttartiger Farbe; dort ist der Hammergriff eingelassen

  • Paukenhöhle:$Paukenhöhle beherbergt die Gehörknöchelchen$Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel), über die Schallreize auf das ovale Fenster übertragen werden

  • Mastoidzellen:$Mastoidzellen lufthaltige Resonanzräume

  • Ohrtrompete:$Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Rachen

Das Mittelohr Mittelohrliegt im Felsenbein, ist eine lufthaltige Struktur und besteht aus:
  • TrommelfellTrommelfell (Membrana tympani):Membrana tympani Eine hauchdünne ovale Membran, die den äußeren Gehörgang vom Mittelohr trennt. Der Durchmesser beträgt ca. 1 cm. Es hat eine perlmuttartige Farbe und ist durchscheinend. An der Mittelohrseite ist es mit Schleimhaut überzogen. Am Trommelfell lassen sich folgende Strukturen unterscheiden: Pars tensa, die den größten Teil des Trommelfells bildet, und die Pars flaccida, die am oberen Teil des Trommelfells lokalisiert ist. In der Pars tensa ist der durchscheinende Hammergriff fest eingelassen, der für die Übertragung der Schallwellen wichtig ist. Im vorderen unteren Quadranten findet sich ein Lichtreflex (Abb. 20.14).

  • Paukenhöhle (Cavum tympani):Cavum tympani Liegt zwischen dem Trommelfell und dem Innenohr (Abb. 20.15). Im aufrechten Stand liegt sie unterhalb der Tuba auditiva. Sie beherbergt die PaukenhöhleGehörknöchelchen, Gehörknöchelchendie aus Hammer, Amboss und Steigbügel bestehen, gelenkig miteinander verbunden sind und die Schallwellen über die Steigbügelplatte auf das ovale Fenster übertragen. Dabei werden die ankommenden Schallwellen bei der Übertragung auf das Innenohr um das 16-fache verstärkt; dies wird auch als Impendanzanpassung bezeichnet. Die Paukenhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet und wird sensibel vom N. glossopharyngeus innerviert. In der Paukenhöhle finden sich 2 Muskeln: der Trommelfellspanner (M. tensor tympani) und der Steigbügelmuskel (M. stapedius). Der Trommelfellspanner verstärkt die ankommenden Schallwellen, der M. stapedius schwächt die Schallwellen ab.

  • Pneumatischen Nebenräumen: Werden von den MastoidzellenMastoidzellen gebildet, die hinter dem Ohr im Mastoid sitzen. Sie dienen als akustische Resonanzräume und bilden sich im Laufe der ersten Lebensjahre aus. Sie sind, ähnlich wie die Paukenhöhle, mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Wand der Mastoidzellen ist durch eine dünne Knochenplatte von der hinteren Schädelgrube getrennt.

  • Ohrtrompete ( Eustachi-Röhre,Tuba auditiva):OhrtrompeteEustachi-Röhre 3–4Tuba auditiva cm lange Röhre, die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet. Sie hat die Aufgabe, die Räume des Mittelohrs zu belüften und den Luftdruck in der Paukenhöhle mit dem der Außenwelt (auf das Trommelfell wirkenden Luftdruck) auszugleichen.

ABBILDUNG 20.14

ABBILDUNG 20.15

Innenohr

Das Innenohr$Innenohr liegt im Felsenbein und besteht aus dem Gleichgewichts- und Hörorgan.

Das InnenohrInnenohr liegt im Felsenbein und besteht aus 2 Organen, die funktionell nichts miteinander gemein haben (Abb. 20.16):
  • Gleichgewichtsorgan

  • Hörorgan

Das Innenohr steht mit dem Mittelohr über das ovale und runde Fenster in Verbindung. Über den inneren Gehörgang (Meatus acusticus internus)GehörganginnererMeatus acusticus internus wird das Labyrinth mit der Schädelhöhle verbunden. Neben dem N. vestibulocochlearis ziehen Blutgefäße zur Versorgung des Ohrs und der N. facialis durch den inneren Gehörgang.

ABBILDUNG 20.16

Gleichgewichtsorgan

Das Gleichgewichtsorgan$Gleichgewichtsorgan besteht aus den beiden Vorhofsäckchen (Utriculus und Sacculus),$Utriculus$Sacculus den 3 Bogengängen und dem Endolymphgang.

Die senkrecht zueinanderstehenden Vorhofsäckchen$Vorhofsäckchen registrieren Linearbeschleunigung. Die 3 Bogengänge$Bogengänge (in den 3 Ebenen des Raums ausgerichtet) registrieren Rotationsbeschleunigung.

Das GleichgewichtsorganGleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) Vestibularorgandient der räumlichen Orientierung und der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Zu den Gleichgewichtsorganen gehören die beiden Vorhofsäckchen, 3 Bogengänge und der EndolymphgangEndolymphgang (Ductus endolymphaticus).Ductusendolymphaticus
Die beiden VorhofsäckchenVorhofsäckchen (Utriculus und Sacculus) UtriculusSacculusstehen senkrecht zueinander und registrieren Linearbeschleunigungen. Beide Strukturen besitzen ein Sinnesfeld (Makula; Abb. 20.17), das aus Sinneszellen besteht und dessen Haarfortsätze in eine gallertartige Masse hineinragen. Auf der Oberfläche der Membran finden sich winzige Kalziumkarbonat-Körnchen (Statolithen), die fest mit der Membran verankert sind (Statolithenmembran). Die Sinneszellen regieren auf Linearbeschleunigung (in vertikaler und horizontaler Richtung). Beim z. B. Aufzugfahren werden Zugkräfte an der Sacculus-Makula wirksam, beim Autofahren werden Zugkräfte an der Utriculus-Makula wirksam, weil die Statolithen aufgrund der höheren Dichte als die Endolymphe nach unten gezogen werden (Abb. 20.18). Durch Abscherung der Sinneshärchen werden neuronale Impulse kodiert und an das Gehirn weitergeleitet, sodass Gegenkorrekturen in Bezug auf Muskeltonus und Bewegung erfolgen können, damit das Gleichgewicht erhalten bleiben kann.

ABBILDUNG 20.17

ABBILDUNG 20.18

Die BogengängeBogengänge sind in den 3 Ebenen des Raums angeordnet und stehen nahezu rechtwinklig zueinander. Man kann einen vorderen, hinteren und seitlichen Bogengang unterscheiden. Die knöchernen Bogengänge beinhalten die mit Endolymphe gefüllten, häutigen Bogengänge. Sie sind von Perilymphe umgeben. In jedem Gang findet sich der an der Vorhof zugewandten Seite eine Auftreibung, die Ampulle,Ampulle die Sinneszellen enthält. Die Sinneszellen ragen mit ihren Härchen in eine gallertartige Masse, die eine kuppelförmige Gestalt hat und als CupulaCupula bezeichnet wird.
Die Bogengänge registrieren die Rotationsbeschleunigung. Bei einer Drehbeschleunigung des Kopfs um eine bestimmte Achse, die senkrecht zur Bogengangsebene steht, werden die Cupula und die darin enthaltenen Sinnesorgane ausgelenkt. Die Endolymphe folgt wegen ihrer Trägheit verzögert den Bewegungen (Abb. 20.19). Die Impulse aus dem Gleichgewichtsapparat werden an den N. vestibulocochlearisNervusvestibulocochlearis weitergeleitet und von dort ins Kleinhirn, sodass auch eine Anpassung des Muskeltonus und der Gegenbewegung erfolgen kann.

ABBILDUNG 20.19

Hörorgan

Das Hörorgan$Hörorgan liegt in der Schnecke, die 2,5 Windungen bildet. In der Schnecke lassen sich 3 Räume unterscheiden:

  • Scala vestibuli$Scala vestibuli und Scala tympani:$Scala tympani Mit Perilymphe gefüllt.

  • Scala media:$Scala media Mit Endolymphe gefüllt. Beherbergt die Hör-Sinneszellen (Corti-Organ).$Corti-Organ Dort werden mechanische Impulse in elektrische umgewandelt und über den N. cochlearis an das Hörzentrum weitergeleitet.

Das menschliche Ohr kann Frequenzen zwischen 16 Hz (tiefe Frequenzen) und 20 kHz (hohe Frequenzen) wahrnehmen. Der Hauptsprachbereich liegt zwischen 300 Hz und 4 kHz.

Das Hörorgan liegt in der knöchernen Schnecke (Cochlea).Schnecke Diese Cochleabildet eine Art Wendeltreppe mit 2,5 Windungen. In der knöchernen Schnecke finden sich 3 Gänge (Abb. 20.20). Die Scala vestibuli (Vorhoftreppe)Scala vestibuli und Vorhoftreppedie Scala tympani (Paukentreppe)Scala tympani sind Paukentreppemit Perilymphe gefüllt. Beide Gänge gehen an der Schneckenspitze (Helicotrema)Helicotrema ineinander über. Die Scala vestibuli beginnt am ovalen Fenster, die Scala tympani endet am runden Fenster. Zwischen Scala vestibuli und Scala tympani ist die Scala media (Ductus cochlearis) Scala mediaDuctuscochleariszu finden, in dem das Hörorgan und die Endolymphe lokalisiert sind. Getrennt ist der Ductus cochlearis durch die Reissner-Membran von der Scala vestibuli und durch die Basilarmembran von der Scala tympani. Peri- und Endolymphe unterscheiden sich im Natrium- und Kaliumgehalt. Die Endolymphe ist kaliumreich und natriumarm, während die Perilymphe eine ähnliche Zusammensetzung wie die Liquorflüssigkeit hat.

ABBILDUNG 20.20

Das eigentliche Hörorgan (Corti-Organ) HörorganCorti-Organbesteht aus Sinnesepithelien und befindet sich auf der Basilarmembran. Die Sinnesepithelien werden in äußere Haarzellen und innere Haarzellen eingeteilt. HaarzellenDie Haarzellen ragen in die Membrana tectoria, die eine gallertartige Struktur hat. Sie wandeln mechanische Impulse in elektrische um. Diese werden zum N. cochlearisNervusvestibulocochlearis weitergeleitet, der zusammen mit dem N. vestibularis als N. vestibulocochlearis zum Gehirn zieht, wo die Verarbeitung in der Hörrinde des Temporallappens erfolgt.
Die Schallwellen erreichenSchallwellen durch den äußeren Gehörgang das Trommelfell, das in Schwingung versetzt wird. Über den Hammergriff, der im Trommelfell eingelassen ist, wird die Schwingung auf die Gehörknöchelchenkette, Hammer, Amboss und Steigbügel, übertragen. Die Steigbügelplatte mündet am ovalen Fenster. Die Bewegungen der Steigbügelplatte führen zur Auslenkung des ovalen Fensters und Übertragung der Schallwellen auf den Perilymphraum in der Scala vestibuli. Es entsteht eine Wanderwelle, die über den gesamten Raum der Scala vestibuli bis zum Helicotrema läuft. In dem Bereich, wo die Wanderwelle den größten Ausschlag bzw. die höchste Amplitude hat, werden bestimmte Frequenzen kodiert: an der basalen Seite (Eingang) der Schnecke hohe Frequenzen, an der Schneckenspitze tiefe Frequenzen. Das bedeutet, dass hohe Frequenzen ihre maximale Amplitude an der Schneckenbasis entwickeln, tiefe Frequenzen hingegen an der Schneckenspitze. Dabei werden die Wellen von der Scala tympani über die elastische Reissner-Membran auf den Endolymphraum übertragen. Die Welle im Corti-Organ führt zur Auslenkung der Haarzellen, die in der Membrana tectoria eingelassen sind. Diese Auslenkung wird in elektrische Impulse umgewandelt und an den N. cochlearis weitergeleitet und von dort auf das primäre Hörzentrum. Der Vorgang der Schallleitung und Schallverarbeitung wird auch als Luftleitung bezeichnet.Luftleitung Neben der Luftleitung existiert noch eine Knochenleitung,Knochenleitung die allerdings den Schall schlechter leitet. Dabei werden beim Aufsetzen einer schwingenden Stimmgabel am Mastoid oder zentral am Schädel die Schwingungen direkt in das Innenohr weitergeleitet.
Das menschliche Ohr kann Frequenzen zwischen 16 Hz (tiefe Frequenzen) und 20 kHz (hohe Frequenzen) wahrnehmen. Der Hauptsprachbereich liegt zwischen 300 Hz und 4 kHz. Das objektive Maß der Lautstärke (Schalldruckpegel)Lautstärke wird in Dezibel (dB) angegeben. Das menschliche Ohr empfindet allerdings Lautstärken frequenzabhängig, sodass ein anderes Maß, das Phon, eingeführt wurde, das die subjektive Lautstärkeempfindung darstellt. Bei 1.000 Hz entspricht die Dezibelskala der Phonskala (Abb. 20.21). Bei höheren oder tieferen Frequenzen sind unterschiedliche Schalldruckpegel nötig, um die gleiche Lautstärkeempfindung hervorzurufen.

ABBILDUNG 20.21

Untersuchung

Untersuchung der Augen

Untersuchung der Augen:$AugeUntersuchung$UntersuchungAuge

  • Inspektion: Lider, Bindehaut, Iris, Hornhaut, Pupillenweite, Bulbusstellung

  • Palpation des Bulbus und (sehr) grobe Schätzung des Augeninnendrucks

  • Funktionsprüfung:

    • Pupillenreaktion

    • Prüfung der Akkommodation und Konvergenz

    • Gesichtsfeldbestimmung

    • Spiegelung des Augenhintergrunds

ACHTUNG

Achtung

Ausschluss eines Notfalls:

  • Akuter schmerzhafter oder nicht schmerzhafter Visusverlust

  • Nystagmus

  • Augenverletzungen

  • Augenverätzungen

  • Monokel- bzw. Brillenhämatom

Inspektion
AugeUntersuchungUntersuchungAugeInspektionAugeBei der Inspektion werden folgenden Merkmale beurteilt:
  • Äußeres Erscheinungsbild: lokale Entzündungszeichen

  • Augenbrauen: Augenbrauenverlust nach Chemotherapie, Herthoge-Zeichen bei atopischer Diathese

  • Lider: Entzündung, Hämatom, Ödem, Ekzem, Ptosis, Entropium (nach innen gekipptes Lid), Ektropium (nach außen gekipptes Lid durch Atrophie des M. orbicularis oculi), Dennie-Morgan-Infraorbitalfalte, Xanthelasmen, Basaliom, Melanom

  • Bindehaut: Entzündung, Sekrete, Pterygium (Flügelfell: Verdickung der Konjunktiva), Gefäßzeichnung

  • Hornhaut: Oberfläche, Trübungen, Erosionen, Ulzera, Neovaskularisation (Gefäßneubildungen), Hornhautwölbung, Arcus senilis (Gerontoxon), Kayser-Fleischer-Ring

  • Iris: Gefäßeinsprossung, Farbe, Heterochromie

  • Pupille: Pupillenweite, Anisokorie, Entrundung

Palpation
PalpationAugeDie Palpation der Augenbulbi dient der (sehr) groben Schätzung des Augeninnendrucks im Seitenvergleich. Patienten nach unten blicken lassen, mit beiden Fingerkuppen den Bulbus palpieren. Der Bulbus ist leicht eindrückbar, Normwert 10–21 mmHg. Beim Glaukom steinharter Bulbus mit Drücken von > 80 mmHg.
Funktionsprüfung
Pupillenreaktion
Mit Pupillenreaktionder Pupillenreaktion werden der afferente Schenkel (N. opticus) und Nervusopticusder efferente Schenkel (N. oculomotorius) Nervusoculomotoriusüberprüft. Der Patient fixiert einen Punkt in der Ferne, um die Miosis durch Akkommodation zu unterbinden. Zunächst in ein Auge leuchten und die Reaktion am beleuchteten Auge prüfen. Die physiologische Reaktion auf den Lichteinfall wird auch direkte LichtreaktionLichtreaktion genannt und ist als Miosis sichtbar.
Danach nochmal in das gleiche Auge leuchten und die Reaktion am anderen Auge prüfen. Die physiologische Reaktion ist ebenfalls eine Miosis. Grundlage dieser konsensuellen Lichtreaktion ist die anatomische Verknüpfung des afferenten Schenkels mit beiden Okulomotoriuskernen, die dann über den N. oculomotorius den M. sphincter pupillae innervieren.
Prüfung der Akkommodation und Konvergenzreaktion
KonvergenzreaktionAkkommodationEinen vom Patienten fixierten Gegenstand in der Mittellinie beider Augen aus der Ferne auf etwa 15 cm Abstand von der Nasenwurzel nähern. Physiologisch sind eine Konvergenzstellung der Bulbi und eine Miosis.
Gesichtsfeldbestimmung
Das Gesichtsfeld eines GesichtsfeldAuges ist der Bezirk der Außenwelt, den man mit einem ruhig gestellten Auge wahrnimmt. Ausfälle im Gesichtsfeld nennt man Skotome.Skotom Für die Prüfung des Gesichtsfelds verwendet man verschiedene technische Geräte, welche die besten und genauesten Ergebnisse liefern. Orientierend kann auch eine Gesichtsfeldprüfung durch einen Konfrontationstest durchgeführt werden.
Patient und Untersucher sitzen sich mit einem Abstand von ca. 100 cm gegenüber. Jeder verdeckt ein Auge, sodass sich die verdeckten und nicht verdeckten Augen gegenüberliegen. Anschließend einen Gegenstand von außen in allen Quadranten genau in der Mitte zwischen beiden Personen in das Gesichtsfeld führen. Der Patient soll angeben, wann er diesen sieht. Die Angaben des Patienten werden mit der eigenen Wahrnehmung überprüft.
Spiegelung des Augenhintergrunds
AugenhintergrundSpiegelungBei der Spiegelung des Augenhintergrunds wird die Netzhaut untersucht. Beurteilt werden Sehnervenpapille, Arterien, Venen, Retina, Makula und Fovea centralis. Besonders geachtet wird auf eine Stauungspapille bei Hirndrucksteigerung, Kaliberschwankungen der Gefäße, Blutungen bei der diabetischen Retinopathie und einer lange bestehenden Hypertonie.

Untersuchung der Ohren

Untersuchung der Ohren:$OhrUntersuchung$UntersuchungOhr

  • Inspektion: Ohrmuschel, äußerer Gehörgang, retroaurikulärer Bereich, Mastoid

  • Otoskopie: Beurteilung des äußeren Gehörgangs und Trommelfells

  • Rinne- und Weber-Versuch: Prüfung und Unterscheidung zwischen Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit

ACHTUNG

Achtung

Ausschluss eines Notfalls:

  • Akuter Hörverlust

  • Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen

  • Blutaustritt aus dem äußeren Gehörgang

Inspektion
OhrUntersuchungUntersuchungOhrInspektionOhrBei der Inspektion von Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und retroaurikulärem Bereich inklusive Mastoid werden folgenden Merkmale beurteilt:
  • Entzündliche Prozesse, z. B. bei Otitis externa

  • Zoster oticus

  • Perichondritis

  • Tumoröse Geschehen, z. B. Basaliom oder Melanom, die an der Helix oder retroaurikulär vorhanden sein können

Otoskopie
Bevor der OtoskopieTrichter des Otoskops in den Gehörgang eingeführt wird, die Ohrmuschel (bei Erwachsenen) nach oben hinten ziehen. Ist der Trichter im Gehörgang, kann man problemlos, sofern nicht vom Zerumen vollständig verlegt, das Trommelfell einsehen. Der äußere Gehörgang ist normalerweise frei und reizlos, das Trommelfell zeigt einen Lichtreflex, der kegelartig ist und unten vorne lokalisiert ist. Die Spitze zeigt in Richtung des Hammergriffs, der im Trommelfell eingelassen ist. Das Trommelfell hat im gesunden Zustand eine perlmuttartige Farbe (Abb. 20.14).
Bei der Otitis externa finden sich Entzündungszeichen, bei der Otitis media ein vorgewölbtes Trommelfell und starke Gefäßzeichnung, Substanzdefekte im Trommelfell nach Perforationen und ein atrophes Trommelfell nach rezidivierenden Entzündungen des Mittelohrs.
Weber- und Rinne-Versuch
Mit Weber- und Rinne-Versuch kann zwischen beiden Formen der Schwerhörigkeit unterschieden werden.
  • Weber-Versuch: Weber-VersuchVergleicht die Funktion beider Ohren über die Knochenleitung. Eine schwingende Stimmgabel auf die Mitte des Schädels aufsetzen. Der Ton erreicht das Innenohr v. a. über die Knochenleitung von Schädeldach und Felsenbeinpyramide.

    • Gesunder: hört den Ton auf beiden Ohren gleich laut oder im gesamten Kopf

    • Störung der Schallleitung: Tonempfindung auf erkrankter Seite lauter

    • Schädigung des Innenohrs: Tonempfindung auf gesunder Seite verstärkt

  • Rinne-Versuch: Rinne-VersuchVergleicht Knochenleitung und Luftleitung am gleichen Ohr. Eine schwingende Stimmgabel auf das Mastoid aufsetzen. Der Patient hört den Ton via Knochenleitung. Nimmt der Patient den Ton nicht mehr wahr, die Stimmgabel vor das Ohr halten. Damit wird die Luftleitung geprüft.

    • Gesunder: hört den Ton über Luftleitung wieder

    • Schallleitungsstörung: Patient hört den Ton über die Luftleitung nicht (Rinne negativ)

    • Schädigung des Innenohrs: Ton wird über Luftleitung wieder gehört (Rinne positiv)

Lernzielkontrolle

  • Beschreiben Sie den Aufbau des Auges! Denken Sie dabei an die Augenhäute und Augenräume!

  • Was sind die lichtbrechenden Medien am Auge?

  • Was ist der Augenhintergrund und welche Strukturen lassen sich unterscheiden?

  • Benennen Sie die äußeren und inneren Muskeln am Auge!

  • Benennen Sie die Schutzeinrichtungen des Auges!

  • Was versteht man unter dem Gesichtsfeld? Wie verläuft die Sehbahn?

  • Aus welchen Anteilen setzt sich das Ohr zusammen?

  • Was ist die Aufgabe des Innenohrs?

  • Wie untersuchen Sie das Auge? Was versteht man unter der direkten und konsensuellen Lichtreaktion? Warum werden beim einseitigen Lichteinfall beide Pupillen kleiner?

  • Wie untersuchen Sie das Ohr? Welche Informationen können Sie aus der Otoskopie gewinnen?

Erkrankungen der Augen

Lernziele

  • Unterscheidung zwischen Gerstenkorn und Hagelkorn im Hinblick auf Ursachen, Symptome und Therapie.

  • Kenntnisse über die Ursachen der Keratoconjunctivitis sicca.

  • Benennung der Ursachen und Symptome der Konjunktivitis.

  • Benennung der angeborenen und erworbenen Katarakt-Ursachen und deren Symptome.

  • Kenntnis über Risikofaktoren und Symptome der Ablatio retinae.

  • Kenntnisse über Symptome und Komplikationen der diabetischen Retinopathie.

  • Kenntnisse über Formen und Symptome der Makuladegeneration.

  • Beschreibung der Symptome des grünen Stars, der Auslöser und der Erste-Hilfe-Maßnahmen.

  • Unterscheidung zwischen der Kurz- und Weitsichtigkeit.

  • Benennung der Symptome der Otitis externa.

  • Kenntnisse über Ursachen und Symptome der Otitis media.

  • Definition, Ursachen und Diagnostik von Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit.

  • Kenntnisse über die Symptome des Morbus Menière.

  • Kenntnisse über die Symptome des Hörsturzes.

Allgemeines zu Augenerkrankungen

Leitsymptom der Augenerkrankungen:$Augenerkrankungen Visusminderung mit oder ohne Schmerzen

AugenerkrankungenAugenerkrankungen werden in Analogie zu den anatomischen Strukturen eingeteilt in Erkrankungen des äußeren Auges, der Konjunktiva, Sklera, Linse und Retina. Ergänzend können Glaukomerkankungen, Fehlsichtigkeiten und Traumen unterschieden werden.
Allen Augenerkrankungen gemeinsam ist das eingeschränkte Sehvermögen bis hin zur Blindheit, das mit oder ohne Schmerzen auftritt. Die Visuseinschränkung tritt immer dann auf, wenn lichtbrechende Medien (Hornhaut, Linse, Glaskörper) und die Retina betroffen sind. Eine Schmerzhaftigkeit tritt dann auf, wenn Strukturen betroffen sind, die eine sensible Innervation besitzen, v. a. die Hornhaut. Prozesse an der Linse oder der Retina sind schmerzlos.

Hordeolum

Bakterielle $HordeolumEntzündung (Staphylokokken) von Liddrüsen (Meibom-, Zeis-, Moll-Drüsen)

Definition
Syn. HordeolumGerstenkorn. Das Hordeolum ist eine akute GerstenkornEntzündung des Lidrands.
Pathogenese
Das Hordeolum ist eine eitrige Entzündung, die meist durch Staphylokokken hervorgerufen wird. Sind die Meibom-Drüsen betroffen, spricht man vom Hordeolum internum, bei Beteiligung der Zeis- oder der Moll-Drüse vom Hordeolum externum. Unabhängig von der betroffenen Drüse ist die Erkrankung durch lokale Entzündungssymptome gekennzeichnet und kann bei rezidivierendem Verlauf ein Hinweis auf eine immunsupprimierende Erkrankung sein, u. a. Diabetes mellitus oder HIV.
Symptome

$HordeolumSymptomeSymptom: lokale Entzündungszeichen

Starke lokale Entzündungssymptome: starke Schmerzen, lokale Rötung, Schwellung (Knoten) und Überwärmung (Abb. 20.22)

ABBILDUNG 20.22

MERKE

Merke

Häufige Rezidive können einen Hinweis auf einen Diabetes mellitus oder andere immunsupprimierende Erkrankungen geben.

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Wärme, z. B. als Rotlicht oder warme Kompressen, Zugluft und Kälte meiden

  • Antibiotikasalben oder -tropfen

Chalazion

$ChalazionHagelkorn, das durch Talgretention entsteht

Definition
Syn. Hagelkorn.Chalazion Das Chalazion ist ein Granulom, Hagelkorndas durch Talgretention (Sekretstau) entsteht und im Verlauf zur chronischen Entzündung führt.
Pathogenese
Betroffen ist am häufigsten die Meibom-Drüse, gefolgt von der Zeis-Drüse. Ein Chalazion kann Folge eines Gerstenkorns sein. Die Ursache ist die Verstopfung des Ausführungsgangs und eine folgende Talgretention.
Symptome

$ChalazionSymptomeSymptom: schmerzloser, derber Knoten

Schmerzloser, nicht verschieblicher, erbsgroßer Knoten von derber Konsistenz
Therapie
  • Kleinere Hagelkörner können sich spontan zurückbilden

  • Exstirpation

Tumoren der Lider

$AugenlidTumorenHäufigster Tumor der Lider ist das Basaliom

Zu den AugenlidTumorenhäufigsten Tumoren der Lider zählt das Basaliom, wobeiBasaliom das Unterlid häufiger betroffen ist (18.10.1). Besonders gefährlich sind Basaliome, die im inneren Augenwinkel wachsen. Sie infiltrieren in die Tränenabflusswege und Siebbeinzellen.

Keratoconjunctivitis sicca

  • $Keratokonjunktivitis sicca$AugetrockenesTrockenes Auge

  • Ursachen: Fazialisparese, Pharmakanebenwirkung, Bildschirmarbeit, bei rheumatoider Arthritis, als Teilsymptom des Sjögren-Syndroms

Definition
Keratokonjunktivitis siccaDie Keratoconjunctivitis sicca ist das Syndrom des trockenen Auges. Im AugetrockenesAlter ist dies ein sehr häufiges Krankheitsbild, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Pathogenese
Das trockene Auge entsteht durch eine Benetzungsstörung der Bindehaut und der Hornhaut durch eine insuffiziente Sekretion der Tränendrüse, einen verminderten Muzinanteil aus den Becherzellen oder eine Sekretionsstörung der Meibom-Drüsen. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich: Vitamin-A-Mangel, Fazialisparese oder Medikamentennebenwirkung, z. B. bei Einnahme von Betablockern, Östrogenen oder lokalen Kortisonpräparaten. Das trockene Auge kann aber auch als Begleiterscheinung bei rheumatischen Erkrankungen, z. B. der rheumatoiden Arthritis, oder bei Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus, auftreten. Bildschirmarbeit führte in den letzten Jahren zu einer erhöhten Erkrankungsinzidenz. Dafür werden ein zu seltener Lidschlag verantwortlich gemacht und zusätzlich meist klimatisierte oder gar verrauchte Luft. Alles in Allem führt dies zu einer Befeuchtungsstörung und wird inzwischen auch als „Office Eye Syndrome“ bezeichnet. Das Sjögren-Syndrom ist eine eher seltene Störung, die mit einem trockenen Augen einhergeht. Es handelt sich um eine Sjögren-SyndromAutoimmunerkrankung, die zu einer Verminderung der Sekretion der Mund-, Speichel-, Tränen- und Magendrüsen („Dry eye, dry mouth.“) führt. Das Sjögren-Syndrom kann allein auftreten oder als Begleiterscheinung bei Kollagenosen oder Lebererkrankungen.
Unabhängig von der Ursache kann ein trockenes Auge zu Hornhautschäden und Visusminderung führen.
Symptome
  • Fremdkörper-, Trockenheitsgefühl

$Keratokonjunktivitis siccaSymptomeSymptome:

  • Fremdkörper-, Trockenheitsgefühl

  • Brennen, Schmerzen

  • Lichtscheu

  • Schirmer-Test: verminderte Tränensekretion

  • Brennen, Schmerzen und Druckgefühl in den Augen

  • Blendung und Lichtscheu

  • Lidschwellung, Rötung der Konjunktiva, verklebte Augenlider besonders am Morgen mit Schleimsekretion

  • Im fortgeschrittenen Stadien Trübung der Hornhaut und Sehstörungen

  • Schirmer-Test: Schirmer-TestUntersuchung der Menge und Qualität der Tränensekretion; beim trockenen Auge findet sich eine verminderte Tränensekretion

Therapie
  • Fahndung nach Ursachen

  • Allgemeinmaßnahmen: Meidung von Klimaanlagen, Gebläse (im Auto) vom Gesicht wegrichten, Nikotinkonsum reduzieren oder am besten ganz einstellen, sorgfältige Pflege der Kontaktlinsen

  • Tränenersatzmittel

Konjunktivitis

  • $KonjunktivitisBindehautentzündung$Bindehautentzündung

  • Ursachen: Viren (Adeno-, Coxsackie-, Herpesviren; Conjunctivitis epidemica), Bakterien (Pneumo-, Staphylo-, Strepto-, Gonokokken, Chlamydien), nichtinfektiös (Tränenmangel, Fremdkörper, UV-Licht, Säure, Laugen, Allergien)

Definition
KonjunktivitisDie Konjunktivitis ist eine Bindehautentzündung.Bindehautentzündung
Pathogenese
Die Konjunktivitis ist die häufigste Augenerkrankung. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und können in infektiöse oder nichtinfektiöse Formen eingeteilt werden:
  • Infektiöse Konjunktivitiden können durch Viren (Adenoviren → Conjunctivitis epidemica, Coxsackie-, Herpesviren) oder Bakterien (Pneumokokken, Staphylokokken, Streptokokken, Gonokokken, Chlamydien) hervorgerufen werden.

  • Nichtinfektiöse Formen können durch Tränenmangel, Fremdkörper, UV-Licht, Säure, Laugen, allergische Ursachen, Entropium, unsachgemäß gepflegte Kontaktlinsen hervorgerufen werden oder Ausdruck einer systemischen Erkrankung, z. B. des Reiter-Syndroms, sein. Schlussendlich kann eine Konjunktivitis Begleitsymptom einer Skleritis oder Keratitis sein.

Symptome
  • Virale Konjunktivitis: hochrote Schwellung mit Lichtempfindlichkeit und Bindehautödem (Chemosis), Tränenträufeln, wässriges Sekret

$KonjunktivitisSymptomeSymptome:

  • Virale und nichtinfektiöse Konjunktivitis: hochrote Schwellung, Lichtempfindlichkeit, Bindehautödem (Chemosis), Fremdkörpergefühl, Tränenträufeln, wässriges Sekret

  • Bakterielle Konjunktivitis: eitriges oder blutiges Sekret, Lidschwellung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit

  • Nichtinfektiöse Konjunktivitis: hochrote Schwellung, Fremdkörpergefühl, wässriges Sekret

  • Bakterielle Konjunktivitis: eitriges oder blutiges Sekret, Lidschwellung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit (Abb. 20.23)

  • Chlamydienkonjunktivitis: kaum Eiter, außer bei Neugeborenen; charakteristisch ist eine Follikelbildung an den inneren Lidflächen, die bei zu später Behandlung zur Vernarbung führt

ABBILDUNG 20.23

MERKE

Merke

Die Neugeborenen-Konjunktivitis wird im Geburtskanal übertragen und entweder durch Chlamydien oder durch Gonokokken hervorgerufen. Beide Arten können zur Erblindung führen. Die Silbernitrat-Prophylaxe (Credé-Prophylaxe) Credé-Prophylaxe schützt vor der Gonokokken-Konjunktivitis (Gonoblennorrhö),Gonoblennorrhö ist aber gegen Chlamydien unwirksam.

Therapie
  • Bei Verätzung: Spülen der Augen mit Wasser und zügige Klinikeinweisung

$KonjunktivitisTherapieTherapie:

  • Bei Verätzung: Spülen der Augen und Klinikeinweisung

  • Je nach Ursache z. B. Antibiotika oder Kortison

  • Credé-Prophylaxe mit 1 % Silbernitrat-Lösung nach der Geburt (gegen Gonokokken)

  • Je nach Ursache gefäßverengende oder antibiotische Augentropfen

  • Glukokortikoide lokal

  • Credé-Prophylaxe mit 1 % Silbernitrat-Lösung nach der Geburt

Keratitis

$KeratitisHornhautentzündung durch infektiöse (Viren, Bakterien) oder nichtinfektiöse (Strahlung, Kollagenosen, CED) Ursachen

Definition
Die KeratitisKeratitis ist eine Entzündung der Hornhaut. Bei gleichzeitiger Beteiligung der Bindehäute spricht man von einer Keratokunjunktivitis.Keratokunjunktivitis
Pathogenese
Die Ursachen der Keratitis können, ähnlich wie bei der Konjunktivitis, in infektiöse und nichtinfektiöse Ursachen eingeteilt werden. Infektiöse Formen sind auf Besiedlung mit Viren, v. a. Herpes-Viren, Bakterien, v. a. Staphylokokken und Pneumokokken, oder seltener Candida-Pilzen zurückzuführen. Prädisponierender Faktor sind Kontaktlinsen, die zur Hornhautschäden führen können, besonders wenn sie nicht optimal angepasst sind. Die nichtinfektiösen Formen umfassen chemische Noxen, u. a. Säuren und Laugen, Fremdkörper, unsachgemäß gereinigte Kontaktlinsen, trockene Augen, UV-Strahlung, z. B. beim Sonnenbad oder bei Arbeiten mit Schweißgeräten. Diese Form wird auch als Keratitis photoelectricaKeratitis photoelectrica bezeichnet. Andere Ursachen sind auf systemische Erkrankungen zurückzuführen, z. B. Morbus Bechterew, Morbus Crohn oder Kollagenosen. Charakteristisch für die Keratitis sind sehr starke Schmerzen, die durch Reizung der sensiblen Fasern des N. trigeminus zustande kommen (versorgt die Kornea) und eine Visusminderung, weil die Kornea ein lichtbrechendes Medium ist.
Symptome
  • Sehr starke Schmerzen

$KeratitisSymptomeSymptome:

  • Sehr starke Schmerzen

  • Rötung des Auges

  • Visusminderung

  • Rötung des Auges, Brennen, stark ausgeprägtes Fremdkörper- und Blendungsgefühl ohne besondere Sekretentwicklung

  • Visusminderung durch Narbenbildung an der Hornhaut

Therapie
Je nach Ursache: antibiotische Tropfen oder Salben, Virustatika, lokale Glukokortikoide.

Katarakt

  • $KataraktLinsentrübung, $Linsentrübungdie zur reduzierten Sehschärfe führt

  • Im Alter häufig

  • Risikofaktoren: genetische Disposition, UV-Licht, Myopie, Alkohol-, Nikotinabusus, Diabetes mellitus, topische und systemische Glukokortikoide

  • Angeborene Katarakt meist Folge einer mütterlichen Röteln-Erstinfektion während der Schwangerschaft

Definition
Syn. grauer KataraktStar. DieStargrauer Katarakt ist eine LinsentrübungLinsentrübung (Abb. 20.24), die zu einer eingeschränkten Sehschärfe führt. Sie betrifft meist Menschen nach dem 60. Lebensjahr.

ABBILDUNG 20.24

Pathogenese
Die Katarakt ist in den meisten Fällen erworben. Sie wird meist durch andere Erkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, die Gabe von topischen und systemischen Glukokortikoiden, Hypothyreose, Unterernährung oder Malabsorption begünstigt. UV-Licht, stark ausgeprägte Kurzsichtigkeit, Alkohol- und Nikotinabusus, genetische Faktoren sind ebenfalls prädisponierende Faktoren.
Die angeborene Katarakt kann als Folge einer mütterlichen Erstinfektion im ersten Trimenon der Schwangerschaft mit Röteln, aber auch mit Varizellen, Toxoplasmen oder Zytomegalie-Viren auftreten.
Die ursprünglich klare Linse wird durch Stoffwechselstörungen unflexibel, verdichtet und trüb. Die Annahme ist, dass die Linsenproteine denaturiert werden. Durch Einschränkung der Brechungskraft der Linse treten Sehprobleme auf.
Symptome
  • Verschiedenartige Sehprobleme: Verschwommensehen, Blendungsgefühl, Sehstörungen beim Lesen

$KataraktSymptomeSymptome:

  • Verschwommensehen und Blendungsgefühl

  • Reduziertes Sehvermögen in der Dämmerung oder Dunkelheit

  • Reduziertes Farberkennen

  • Schlechteres Sehvermögen in der Dämmerung oder Dunkelheit

  • Reduziertes Farberkennen, besonders der Farbe Blau

  • Komplikation: gestörter Kammerwasserabfluss → Glaukom (20.4.12)

Therapie

$KataraktTherapieTherapie: operativ

Operative Entfernung der Linse und Implantation einer Kunstlinse.

Ablatio retinae

  • $Ablatio retinaeNetzhautablösung$Netzhautablösung durch Trennung der beiden Netzhautschichten (Pigmentepithel und Neuroepithel)

  • Ursachen: Myopie, Blutungen, Diabetes mellitus

Definition
Syn. Ablatio retinaeNetzhautablösung. NetzhautablösungDie Ablatio retinae entsteht durch Trennung der beiden Netzhautschichten (Pigmentepithel und Neuroepithel).
Pathogenese
Bei der Netzhautablösung trennen sich die beiden Schichten, Pigment- und Neuroepithel, voneinander (Abb. 20.25). Die abgelöste Schicht kann nicht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und geht unter. Die Ablation kann durch Risse in der Netzhaut entstehen (rhegmatogene Ablatio), durch zu starken Zug von der Glaskörperseite (Traktionsablatio), etwa bei diabetischer Retinopathie, Glaskörperschrumpfung oder Glaskörperblutung sowie durch entzündliche Prozesse an der Netzhaut (exsudative Ablatio). Die häufigste Form ist die rhegmatogene Ablatio. Begünstigende Faktoren sind eine starke Myopie, höheres Lebensalter und degenerative Netzhauterkrankungen. Eine Netzhautablösung kann auch als Komplikationen nach Augenoperationen auftreten. Das Ausmaß der Symptome hängt von der Größe der abgelösten Retinafläche und der Schnelle der Ausbildung ab. Schmerzen bestehen nicht, weil die Retina nicht sensibel innerviert ist.

ABBILDUNG 20.25

Symptome
  • Zu Beginn der Ablösung entstehen Photopsien (Blitzen) und schwarze Punkte im Blickfeld (Rußregen); der Rußregen darf nicht verwechselt werden mit Mouches volantes, die (meist vorübergehende) Glaskörpertrübungen darstellen und als Schlieren oder Stäubchen imponieren, besonders wenn man auf eine weiße Wand blickt

$Ablatio retinaeSymptomeSymptome:

  • Rußregen

  • Schmerzloser Visusverlust als aufsteigende Mauer von unten oder herabfallender Vorhang von oben

  • Je nach Lokalisation entstehen Gesichtsfelddefekte, z. B. als aufsteigende Mauer von unten bei Ablösung der Netzhaut im oberen Bulbusbereich oder als herabfallender Vorhang von oben bei Ablösung der Netzhaut im unteren Bulbusbereich

  • Unbehandelt führt eine Netzhautablösung zu bleibenden Gesichtsfelddefekten, bei Beteiligung der Makula zur Erblindung

Therapie

$WurzelkompressionssyndromTherapie

Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.14.1)

Diabetische Retinopathie

  • $diabetische RetinopathieDiabetes-assoziierte Erkrankung, die auf dem Boden einer Mikroangiopathie entsteht

  • Häufigste Erblindungsursache vor dem 65. Lebensjahr

Definition
Retinopathiediabetischediabetische RetinopathieDie diabetische Retinopathie ist eine Netzhauterkrankung, die als Folge der Mikroangiopathie entsteht. Sie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen zwischen dem 20. und 65. Lebensjahr. Die Häufigkeit hängt zum einen mit der Güte der Stoffwechsellage und zum anderen mit der Dauer des Diabetes zusammen. Sie entwickelt sich in der Regel 10–12 Jahre nach der Erstmanifestation des Diabetes.
Pathogenese
Die MikroangiopathieMikroangiopathie betrifft v. a. Arteriolen, Kapillaren und Venolen. Aus der Basalmembranverdickung entwickelt sich eine Gefäßsklerose, die zu Verschlüssen der kleinsten Gefäße und dann zur Ischämie führt. Kompensatorisch werden angiogene Faktoren gebildet, die eine Revaskularisation der Netzhaut bewirken (Abb. 20.26). Die neu gebildeten Gefäße sind jedoch deutlich fragiler und zeigen eine erhöhte Permeabilität, die zu Netzhautödem, Netzhaut-, Glaskörperblutungen, Netzhautablösung und Netzhautzerstörung führen. Arterielle Hypertonie, Dyslipoproteinämie und Nikotinabusus verstärken und beschleunigen die Retinopathie zusätzlich.

ABBILDUNG 20.26

Symptome
  • Zu Beginn der Erkrankungen keine Symptome, aber bereits Veränderungen am Augenhintergrund sichtbar

$diabetische RetinopathieSymptomeSymptome:

  • Schmerzlose Visusminderung

  • Verzerrt- und Verschwommensehen bis hin zur Erblindung

  • In fortgeschrittenen Stadien schmerzlose Visusminderung, Verzerrt- oder Verschwommensehen, bei Beteiligung der Makula gravierende Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung, wenn z. B. Blutungen im Makulabereich auftreten

  • Augenhintergrundspiegelung: Gefäßneubildungen (als Gefäßnetze), retinale kleinfleckige oder auch großflächige Blutungen, ischämische Zonen, Cotton-Wool-Flecke (weißlich-gelbe Flecken, die durch Axonschwellungen entstehen), Verdickung der Gefäße

Komplikationen
  • Glaskörperblutung

  • Netzhautablösung durch Narbenbildung

Therapie
  • Optimale Blutzucker- und Blutdruckeinstellung

  • Regelmäßige Vorstellung beim Ophthalmologen, am besten, bevor Symptome aufgetreten sind

  • Gegebenenfalls Laserkoagulation

Makuladegeneration

  • $MakuladegenerationErkrankung des gelben Flecks mit irreversibler Störung der Sehschärfe

  • Häufigste Erblindungsursache nach dem 65. Lebensjahr

  • Einteilung in trockene und feuchte Form

Definition
Syn. AMD (altersbedingte Makuladegeneration). AMDMakuladegenerationDie Makuladegeneration ist eine Erkrankung des gelben Flecks, die mit einer irreversiblen Störung der Sehschärfe einhergeht. Sie ist die häufigste Erblindungsursache nach dem 65. Lebensjahr.
Pathogenese
Die Makuladageneration geht mit einer Degeneration des retinalen Pigmentepithels einher. Die Ursachen der Erkrankung und die deutliche Erkrankungszunahme in den letzten Jahren liegen im Dunkeln. Vermutet werden eine genetische Prädisposition, Umweltbelastungen, z. B. vermehrte Lichtbelastung, Anhäufung von Stoffwechselendprodukten und Nikotinabusus. Die Erkrankung kann in 2 Formen eingeteilt werden:
  • Trockene Makuladegeneration: häufigste Form, die mit Atrophie der Netzhaut einhergeht

  • Feuchte Makuladegeneration: geht meist aus der trockenen Form hervor mit Gefäßproliferation (Gefäßeinsprossung), Ödem und Blutungen in der Makula

Symptome
  • Chronischer Verlauf mit grauen Schatten im Blickzentrum

$MakuladegenerationSymptomeSymptome: schmerzlose, eingeschränkte Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung

  • Periphere Gesichtsfeldanteile bleiben erhalten

  • Schmerzlose, eingeschränkte Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung

  • Verzerrtsehen, Störungen bei Farbenerkennung, Kontrastwahrnehmung und Hell-Dunkel-Anpassung

Therapie
  • Sehr begrenzt und nicht immer erfolgreich

$MakuladegenerationTherapieTherapie:

  • Leselupe, Lupenbrille und andere Sehhilfen

  • Laserbehandlung

  • Allgemeinmaßnahmen: u. a. Gewichtreduktion, gemüse- und obstreiche Kost (hoher Anteil an Antioxidanzien), konsequente Behandlung von Koerkrankungen wie Hypertonie, Diabetes mellitus

  • Leselupe, Lupenbrille und andere Sehhilfen

  • Bei feuchter Makuladegeneration intraokuläre Injektionen mit VEGF-Hemmern (Vascular Endothelial Growth Factor) mit dem Ziel der Reduktion der retinalen Gefäßneubildung

  • Laserbehandlung (photodynamische Therapie)

Glaukom

  • $GlaukomSammelbegriff für Augenerkrankungen, die v. a. durch intraokuläre Drucksteigerung (> 21 mmHg) zur Schädigung des N. opticus führen

  • Formen: Weitwinkel- und akutes Engwinkelglaukom

Definition
Syn. grüner GlaukomStar. StargrünerGlaukom ist ein Sammelbegriff für Augenerkrankungen, die meist durch intraokuläre Drucksteigerung zur Schädigung des N. opticus und Gesichtsfeldausfällen führen.
Pathogenese
Das Glaukom entsteht durch ein Missverhältnis der Kammerwasserproduktion im Epithel des Corpus ciliare und dem Abfluss über den Schlemm-Kanal. Dabei nimmt der physiologisch vorhandene Druck > 21 mmHg zu. Die Kammerwasserproduktion ist relativ konstant, sodass eine Überproduktion kaum vorkommt. Wesentlich wichtiger und für die Krankheitsentstehung verantwortlich sind Abflusshindernisse (Abb. 20.27).
Eine kritische Stelle ist der Punkt, an dem sich Linse und Iris einander am nächsten sind und der Übertritt des Kammerwassers von der hinteren in die vordere Augenkammer erfolgt. Ein Hindernis kann dort durch eine Alterslinse entstehen, die aufgequollen und etwas größer ist als unter physiologischen Umständen, nach abgelaufenen Entzündungen im Bereich von Iris und Linse mit Narbenausbildung oder bei einem kurzen Auge. Wenn der Abfluss gestört ist, nimmt das Volumen in der hinteren Augenkammer zu, die Iris wölbt sich nach vorne in die vordere Kammer aus und kann den Abfluss am Kammerwinkel verlegen. Diese Form wird auch als Engwinkelglaukom bezeichnet.Engwinkelglaukom Akute Verläufe können durch psychischen und körperlichen Stress, Dunkelheit oder Kinobesuche provoziert werden. Dabei steigen die Drücke auf > 80 mmHg und die Gefahr einer akuten Optikusschädigung ist hoch, zum einen durch die Druckschädigung, zum anderen durch Kompression der zuführenden Arterien.
Das Hindernis kann aber auch direkt am Kammerwinkel liegen. Bevor das Kammerwasser den Schlemm-Kanal passiert, muss es ein bindegewebiges Trabekelwerk überwinden. Diese bindegewebigen Fasern neigen im fortgeschrittenen Alter zur Fibrosierung, sodass die Passage erschwert wird und der Druck steigt. Am Kammerwinkel ändert sich nichts. Deshalb werden sie OffenwinkelglaukomeOffenwinkelglaukome genannt. Sie stellen die häufigsten Formen dar und machen subjektiv sehr lange keine Beschwerden. Die Drucksteigerung ist mäßig und liegt bei ca. 30 mmHg. In fortgeschrittenen Stadien kann es aber auch durch einen chronischen Druck auf den N. opticus zum Gesichtsfeldausfall oder zur Erblindung kommen.
Eine andere Glaukomform geht mit eine normalen intraokulären Druck einher: das Normaldruckglaukom.Normaldruckglaukom Trotzdem kann es zur Schädigung des N. opticus kommen. Der Grund liegt in der arteriellen Fehlversorgung des Hirnnervs.
Grundsätzlich kann zwischen primären und sekundären Glaukomformen unterschieden werden. Zu den primären Formen zählen Offen- und Engwinkelglaukom (Winkelblockglaukom), wobei beide Formen akut und chronisch verlaufen können. Sekundäre Glaukomformen sind auf Vorerkrankungen des Auges oder Nebenwirkungen von Medikamenten zurückzuführen.

ABBILDUNG 20.27

Symptome des akuten Engwinkelglaukoms
  • Plötzliche, heftige Kopfschmerzen

$GlaukomSymptomeLeitsymptome des akuten Engwinkelglaukoms:$EngwinkelglaukomSymptome

  • Heftige Kopf-, Augen-, Bauchschmerzen

  • Steinharter Bulbus, Mydriasis, u. U. entrundete, lichtstarre Pupille

  • Hyperämie der konjunktivalen Gefäße

  • Nebelsehen und (grüne) Farbringe um Lichtquellen

Begleitsymptome:

  • Ggf. Fieber

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Hornhauttrübung

  • Augenschmerzen

  • Häufig auch Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen

  • Nebelsehen und (grüne) Farbringe um Lichtquellen (daher der Name der Erkrankung „grüner Star“)

  • Fieber

  • Mydriasis, Pupille entrundet und lichtstarr (keine Reaktion auf Licht)

  • Konjunktivale Gefäße prall gefüllt (hyperämisch) (Abb. 20.28)

  • Bulbus steinhart

  • Hoher intraokulärer Druck, bei der Augenhintergrundspiegelung ist die Papille ausgehöhlt

  • Häufig Hornhauttrübung

ABBILDUNG 20.28

Komplikationen

$GlaukomKomplikationenKomplikationen: Visusverlust durch Optikusatrophie

Gesichtsfeldausfälle und Visusverlust durch Optikusschädigung aufgrund einer Druckatrophie und/oder Mangelversorgung.
Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.14.2)

$WurzelkompressionssyndromTherapie

  • Akuter Anfall: meist medikamentöse Therapie zur Reduktion der Kammerwasserbildung, u. a. Betablocker und Carboanhydrasehemmer

  • Operative Methoden, wenn das gewünschte Resultat unter der medikamentösen Therapie mangelhaft ist

Myopie

  • $MyopieKurzsichtigkeit$Kurzsichtigkeit

  • Meist durch zu langen Augapfel verursacht

Definition
MyopieKurzsichtigkeitDie Myopie ist eine Kurzsichtigkeit. Sie beginnt in der Regel mit 10–12 Jahren und nimmt ab dem 25. Lebensjahr meist nicht mehr zu.
Pathogenese
Die Anlage zur Myopie ist angeboren. Das kurzsichtige Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu lang. Die Strahlen vereinigen sich vor der Netzhaut im Glaskörper (Abb. 20.29).

ABBILDUNG 20.29

Symptome
  • Gutes Sehen in der Nähe

  • Schlechtes (unscharfes) Sehen in der Ferne

Therapie
Die Korrektur erfolgt mit dem schwächsten Minusglas (Zerstreuungslinse), das Zerstreuungslinsenoch eine optimale Sehschärfe in der Ferne ermöglicht.

Hyperopie

  • $Weitsichtigkeit$HyperopieWeitsichtigkeit

  • Meist durch zu kurzen Augapfel verursacht

  • Altersweitsichtigkeit durch eingeschränkte Akkommodationsfähigkeit der Linse

Definition
WeitsichtigkeitHyperopieDie Hyperopie ist eine Weitsichtigkeit.
Pathogenese
Das weitsichtige Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zur kurz. Die Strahlen vereinigen sich hinter der Netzhaut (Abb. 20.29).
Die AltersweitsichtigkeitAltersweitsichtigkeit (Presbyopie)Presbyopie ist auf den Verlust der Elastizität der Linse zurückzuführen und damit auf eine mangelnde Akkommodation. Gegenstände, die nahe am Auge liegen, können nicht scharf gesehen werden.
Symptome
  • Gutes Sehen in der Ferne

  • Schlechtes (unscharfes) Sehen in der Nähe

Therapie
Die Korrektur erfolgt mit dem stärksten Plusglas (Sammellinse), das noch eine Sammellinseoptimale Sehschärfe in der Ferne ermöglicht.

Astigmatismus

$AstigmatismusStabsichtigkeit$Stabsichtigkeit durch verschiedenartig gekrümmte Hornhaut

Definition
Syn. AstigmatismusStabsichtigkeit. Beim Astigmatismus vereinigen sich die StabsichtigkeitStrahlen an der Netzhaut nicht zu einem Punkt (Punkt = gr. Stigma), sondern zu einer Linie.
Ursachen
Wenn die Hornhaut nicht kugelförmig, sondern in der Vertikalen (durch den Druck des Oberlids) und Horizontalen verschiedenartig gekrümmt ist, werden die eintretenden Lichtstrahlen in beiden Ebenen auch verschieden gebrochen und sammeln sich auf der Netzhaut an unterschiedlichen Punkten, die vom Gehirn als eine Linie interpretiert werden.
Symptome
  • Verschwommensehen, sowohl in der Nähe als auch Ferne

AstigmatismusSymptomeSymptom: Verschwommensehen

  • Begleitend Kopfschmerzen, besonders nach langer Beanspruchung der Augen

  • Kneifen der Augen

Therapie
Die Korrektur erfolgt mit Zylindergläsern.Zylinderglas

Verätzung

$VerätzungSchädigung des Auges durch Chemikalien

Definition
Schädigung Verätzungdes Auges durch AugeVerätzungSäuren, Laugen oder sonstige toxische Stoffe.
Pathogenese
Verätzungen des Auges können oberflächliche oder tiefe Schäden hervorrufen, in Abhängigkeit von der Art der Substanz, der Konzentration, Dauer der Einwirkung und Temperatur. Säuren führen zur Koagulationsnekrose und zur Denaturierung der Strukturproteine. Laugeneinwirkung führt zur Kolliquationsnekrose. Die Schäden erstrecken sich auf tiefe Schichten und gehen mit einer Verflüssigung einher. Unabhängig von der Substanz ist die Spülung des Auges mit Wasser von eminenter Bedeutung. Damit kann die toxische Substanz entweder ausgewaschen oder zumindest ihre Konzentration reduziert werden. In den meisten Fällen wird die Augenspülung durch einen Lidkrampf erschwert (Blepharospasmus).Blepharospasmus
Symptome
  • Auge durch Gefäßweitstellung stark gerötet, blutet, tränt

$VerätzungSymptomeSymptome:

  • Schmerzen

  • Rötung des Auges bis hin zu Denaturierung der Proteinstrukturen (gekochtes Fischauge)

  • Sehr schmerzhaft

  • Sehkraft durch Mitbeteiligung der Hornhaut eingeschränkt

  • Konjunktiva geschwollen (Chemosis)

  • Im schlimmsten Fall Nekrose der Strukturen, was aufgrund der Denaturierung der Proteine auch als „Fischauge“Fischauge bezeichnet wird

Therapie

$WurzelkompressionssyndromTherapie

Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (23.14.3)

Blow-out-Fraktur

$Blow-out-FrakturOrbitabodenfraktur durch Trauma$Orbitabodenfraktur

Definition
Blow-out-FrakturDie Blow-out-Fraktur ist eine Fraktur des Orbitabodens.Orbitabodenfraktur
Pathogenese
Die Orbitabodenfraktur kommt meist durch punktuelle Verletzungen des Augapfels zustande, z. B. durch einen Faustschlag oder beim Ballsport. Der Orbitaboden bricht und die Strukturen der Augenhöhle sinken in den darunter liegenden, pneumatisierten Raum, die Kieferhöhle. Dabei können Weichteile komprimiert werden.
Symptome
  • MonokelhämatomMonokelhämatom bei Beteiligung eines Auges, BrillenhämatomBrillenhämatom bei Beteiligung beider Augen oder der Schädelbasis

$Blow-out-FrakturSymptomeSymptome:

  • Schmerzen

  • Monokel- oder Brillenhämatom

  • Doppelbilder durch Bewegungseinschränkung des Auges oder Bulbusluxation

  • Schwellung

  • Starke Schmerzen

  • Bewegungseinschränkung des Auges

  • Enophthalmus und Doppelbilder durch Bulbusluxation in die Kieferhöhle

  • Innere Augenstrukturen können ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, z. B. als Netzhautablösung oder Glaskörperblutung

  • Sensibilitätsstörung im Bereich des 2. Trigeminusastes durch Kompression des N. infraorbitalis

Komplikationen
  • Sekundäre Entzündungen: Orbitaphlegmone, die zur septischen Sinus-cavernosus-Thrombose führen kann

  • Visuseinschränkung oder -verlust

  • Begleitende Schädelbasisfraktur

Therapie

$WurzelkompressionssyndromTherapie

Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (23.14.4)

Erkrankungen der Ohren

Allgemeines zu Erkrankungen der Ohren

Leitsymptome von Ohrenerkrankungen:$Ohrenerkrankungen

  • Hörminderung bis hin zur Taubheit

  • Rotationsschwindel

  • Nystagmus

  • Fallneigung

Die OhrenerkrankungenErkrankungen des Ohrs werden nach den anatomischen Abschnitten eingeteilt in Erkrankungen des äußeren, Mittel- und Innenohrs. Allen Erkrankungen gemeinsam ist die Hörminderung bzw. Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit, die je nach Ursache in Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit eingeteilt werden kann. Bei Beteiligung des Gleichgewichtsapparats oder des N. vestibularis tritt zusätzlich Schwindel auf, der typischerweise als Rotationsschwindel in Erscheinung tritt. Darüber hinaus finden sich ein Nystagmus (unwillkürliche, rhythmische Augenbewegung, Augenzittern) und eine Fallneigung. Als Begleitsymptom können Ohrgeräusche (Tinnitus) auftreten.

Otitis externa

$Otitis externaEntzündung des äußeren Gehörgangs durch Bakterien, Viren, Pilze, Allergien

Definition
OtitisexternaDie Otitis externa ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs.
Pathogenese
Die akute Entzündung des äußeren Gehörgangs kann durch infektiöse (bakterielle, mykotische, virale) oder allergische Ursachen entstehen. Nach der Ausbreitungstendenz kann man eine lokale Entzündung, z. B. durch ein Furunkel, oder diffuse (flächige) Form unterscheiden. Eine weitere Form wird Otitis externa maligna genannt und ist auf Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa zurückzuführen. Gelegentlich wird diese Form auch als SchwimmbadotitisSchwimmbadotitis bezeichnet, nach dem Infektionsort. Diese Form kann besonders bei Immunsuppression eine nekrotisierende Form annehmen und schwerwiegende Komplikationen hervorrufen, u. a. eine Hirnnervenlähmung oder Knochenzerstörung durch Osteomyelitis.
Chronische Formen können begleitend bei der Neurodermitis oder nach exzessiver, chronischer Reinigung des äußeren Gehörgangs vorkommen.
Symptome
  • Akute Form: Schmerzen (besonders beim Kauen), Juckreiz, Rötung, Schwellung und Ausfluss aus dem Gehörgang (Abb. 20.30)

$Otitis externaSymptomeSymptome:

  • Akute Form: lokale Entzündungszeichen

  • Chronische Form: starker Juckreiz

  • Ausgeprägter Verlauf, besonders bei der Otitis externa maligna: Fieber, systemische Entzündungszeichen, lokal-invasive Symptome

  • Chronische Form: persistierender Juckreiz, Symptome der Grunderkrankung

ABBILDUNG 20.30

ACHTUNG

Achtung

Bei Patienten mit vorbestehendem Diabetes mellitus oder anderen immunsupprimierenden Erkrankungen muss auch an eine Infektion mit Pseudomonaden gedacht werden. Diese Art der Gehörgangsentzündung kann als Otitis externa maligna verlaufen und zu ausgedehnten Nekrosen im äußeren Gehörgang und in benachbarten Strukturen führen. Eine sofortige Vorstellung beim Facharzt ist erforderlich.

Therapie
  • Behandlung der Ursache

  • Antibiotika, Antimykotika, Virustatika, ggf. Glukokortikoide lokal und zuvor Ausschluss einer Trommelfellperforation

Otitis media

$Otitis mediaBakterielle Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs bzw. der Paukenhöhle

Definition
Die Otitis media ist eine Entzündung Otitismediader Schleimhaut des Mittelohrs bzw. der Paukenhöhle. Sie betrifft v. a. Kinder im Winter und im Frühjahr.
Pathogenese
Die Mittelohrenzündung ist v. a. auf bakterielle Infekte mit Pneumokokken, Streptokokken, HiB oder virale Infekte durch z. B. Influenza- oder Rhinoviren zurückzuführen. Häufig geht der bakteriellen Otitis media eine Virusinfektion des oberen Atemtrakts voraus, die zu einer Minderbelüftung des Mittelohrs führt. Die Keimaszension erfolgt meist über die Tuba auditiva.
Die akute Form ist durch Entzündungszeichen und Eiteransammlung in der Paukenhöhle charakterisiert. Eine Ausbreitung der Entzündung auf benachbarte Strukturen, v. a. Mastoid, Hirnhäute oder Innenohr, ist möglich, besonders dann, wenn der Eiter nicht abfließen kann (Abb. 20.31).

ABBILDUNG 20.31

MERKE

Merke

Die Otitis media ist eine der häufigsten Erkrankungen des Kindes und die häufigste Komplikation im Rahmen viraler Infekte oder auch infektiöser Kinderkrankheiten, z. B. bei Masern oder Windpocken.

Symptome
  • Säuglinge und Kleinkinder: häufig unspezifische Beschwerden wie Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, „Greifzwang“ an das betroffene oder beide Ohren, Symptome eines Infekts der oberen Atemwege mit Schnupfen, Husten

$Otitis mediaSymptomeLeitsymptome:

  • Säuglinge und Kleinkinder: häufig unspezifische Beschwerden wie Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

  • Ohren-, Kopfschmerzen

  • Fieber

  • Hörminderung

  • Hochrotes, vorgewölbtes Trommelfell, Paukenerguss

  • Eitriges Sekret aus dem Gehörgang nach Trommelfellperforation

Begleitsymptome: eitriges Sekret aus Nase und an der Rachenhinterwand

  • Ohrenschmerzen (meist abends und nachts), die nach Trommelfelleröffnung und Abfluss des Eiters sistieren

  • Fieber

  • Schallleitungsschwerhörigkeit

  • Otoskopie: hochrotes, entdifferenziertes Trommelfell ohne Spiegelreflex, das in der Regel durch einen Paukenerguss vorgewölbt ist; die Otoskopie ist in den meisten Fällen schmerzhaft; nach Trommelfellperforation fließt eitriges Sekret aus dem Gehörgang

  • Eitriges Sekret aus Nase und an Rachenhinterwand, wenn das Sekret über die Tuba auditiva abfließt

Komplikationen
  • Durch Ausbreitung der Entzündung können Nachbarstrukturen in Mitleidenschaft gezogen werden → Mastoiditis, Hirnabszess, Meningitis, SinusitisMastoiditis (Abb. 20.31).

$Otitis mediaKomplikationenKomplikationen:

  • Mastoiditis

  • Hirnabszess

  • Meningitis

  • Sinusitis

  • Mastoiditis:

    • Nach symptomfreiem Intervall erneute Ohren- und Kopfschmerzen, hohes Fieber, klopfdolentes Mastoid

    • Gelegentlich Rötung und Schwellung über dem Mastoid

    • Systemische Entzündungszeichen ↑

    • Notfall! → zügige Vorstellung beim HNO-Arzt unabdingbar

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Kind warm halten, für ausreichend Ruhe sorgen, Zwiebelsäckchen auf das betroffene Ohr auflegen, Rotlicht, ausreichend Flüssigkeitszufuhr

$Otitis mediaTherapieTherapie:

  • Analgetika, Antibiotika

  • Ggf. Parazentese

  • Medikamentöse Therapie mit Paracetamol, Ibuprofen, ggf. Antibiotika

  • Gegebenenfalls Parazentese

Schwerhörigkeit

$SchwerhörigkeitSchallleitungsschwerhörigkeit:$Schallleitungsschwerhörigkeit

  • Ohrschmalz

  • Trommelverletzungen

  • Otitis media

  • Paukenerguss

  • Otosklerose

  • Knall- oder mechanisches Trauma

Schallempfindungsschwerhörigkeit:$Schallempfindungsschwerhörigkeit

  • Morbus Menière

  • Hörsturz

  • Chronische Lärmbelastung

  • Altersbedingte Degeneration der Sinneszellen

  • Akustikusneurinom

  • Medikamentennebenwirkung

  • Infektionskrankheiten

Definition
Die Schwerhörigkeit geht Schwerhörigkeitmit reduziertem Hörvermögen einher. Die Ursachen sind vielfältig und können eingeteilt werden in
  • Schallleitungsschwerhörigkeit:Schallleitungsschwerhörigkeit Die Schallübertragung zum Innenohr ist behindert. Das äußere Ohr und das Mittelohr sind an der Schallweiterleitung beteiligt. Krankhafte Prozesse in diesen beiden Abschnitten führen zur Schallleitungsschwerhörigkeit.

  • Schallempfindungsschwerhörigkeit:Schallempfindungsschwerhörigkeit Ist auf Erkrankungen des Innenohrs oder des VIII. Hirnnervs zurückzuführen. Hörminderung ist meist zunächst bei höheren Frequenzen vorhanden.

Ursachen der Schallleitungsschwerhörigkeit
  • Ohrenschmalz oder andere Fremdkörper im äußeren Gehörgang

  • Veränderung oder Verletzungen des Trommelfells

  • Tubenbelüftungsstörung

  • Mittelohrentzündung

  • Paukenerguss

  • Otosklerose: Fixierung der Steigbügelplatte am ovalen Fenster

  • Unterbrechung der gelenkigen Verbindung zwischen Hammer, Amboss und Steigbügel durch z. B. Knalltrauma oder mechanisches Trauma

Ursachen der Schallempfindungsschwerhörigkeit
  • Morbus Menière

  • Hörsturz

  • Andauernde Lärmbelastung (Kopfhörer, regelmäßige Disco-Besuche)

  • Altersbedingte Degeneration der Sinneszellen (Presbyakusis)

  • Stoffwechselstörungen, z. B. Diabetes mellitus, Hypothyreose, Leber- und Niereninsuffizienz

  • Akustikusneurinom

  • Multiple Sklerose

  • Medikamentennebenwirkung, z. B. Acetylsalicylsäure, Chinin, einige Diuretika (v. a. Furosemid), Aminoglykosid-Antibiotika und Zytostatika

  • Infektionskrankheiten, z. B. Mumps, Masern, Scharlach, Syphilis, Zoster oticus, HIV, Toxoplasmose, Borreliose

Diagnostik
Weber- und Rinne-Versuch (20.3.2)
Therapie
  • Behandlung der Ursache

  • Hörgerät

  • Operative Verfahren, z. B. Cochleaimplantat

Morbus Menière

$Morbus MenièreInnenohrerkrankung mit Vermischung von Endo- und Perilymphe

Definition
Morbus MenièreDer Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die mit einer Vermischung von Endolymphe und Perilymphe einhergeht. Betroffen sind meist Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
Pathogenese
Die Erkrankung ist auf eine Schwellung des Endolymphraums zurückzuführen, wobei entweder eine Überproduktion der Endolymphe in der Stira vascularis und/oder Resorptionsstörung im Saccus endolymphaticus in Frage kommt. Die Schwellung führt zur Zerreißung der Reissner-Membran, welche die Scala vestibuli von der Scala media trennt. In der Folge vermischen sich die Endo- und Perilymphe. Die hohen Kaliumkonzentrationen, die ursprünglich in der Endolymphe vorhanden sind, verteilen sich jetzt auch über den Perilymphraum und führen zur Fehlfunktion der Hör- und Gleichgewichtszellen, die der Patient als Schwindel, Tinnitus und Schwerhörigkeit wahrnimmt. Die Episode kann Stunden andauern, danach sistieren die Symptome, um meist wiederkehrend aufzutreten.
Symptome
  • Trias:

$Morbus MenièreSymptomeLeitsymptome:

  • Anfallsartiger Drehschwindel

  • Tinnitus

  • Schwerhörigkeit (v. a. tiefe Frequenzen)

Begleitsymptome:

  • Spontannystagmus

  • Fallneigung

  • Übelkeit, Erbrechen

    • Anfallsartiger Drehschwindel, begleitet von Übelkeit und Erbrechen

    • Tinnitus

    • Schwerhörigkeit (v. a. für tiefe Frequenzen)

  • Gelegentlich vor dem Anfall Auftreten einer Aura in Form von Druck auf dem betroffenen Ohr oder Rauschen

  • Spontannystagmus und Fallneigung

  • Schweißausbrüche, Hypertonie und Tachykardie

  • Zwischen den Anfällen können Tinnitus und Schwerhörigkeit persistieren

Therapie
  • Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.14.5)

$WurzelkompressionssyndromTherapie

  • Symptomatisch im Anfall: Medikamente gegen Übelkeit und Schwindel, hyperosmolare Infusionen

  • Nach ersten Rezidiven Prophylaxe mit Betahistin möglich

Hörsturz

  • $HörsturzAkuter Hörverlust$Hörverlust

  • Ursache wahrscheinlich Minderdurchblutung und/oder Infektionen

Definition
Bei einem Hörsturz handelt es sich um einen akuten HörsturzHörverlust.Hörverlust
Pathogenese
Die Ursachen des Hörsturzes („Ohrinfarkts“)Ohrinfarkt sind nicht hinreichend geklärt. Vermutet werden zum einen Durchblutungsstörung des Innenohrs (z. B. bei Stresssituationen, Blutdruckschwankungen), zum anderen Infektionen des Ohrs, z. B. mit Borrelien, Mumps-, Masern-, Rötelnviren, EBV, HIV und Traumen des Ohrs.
Symptome
  • Akute Schwerhörigkeit, die meist ein Ohr betrifft

$HörsturzSymptomeLeitsymptome:

  • Akute Schwerhörigkeit

  • Druckgefühl

Begleitsymptome:

  • Tinnitus

  • Schwindel

  • Druck auf dem betroffenen Ohr

  • Schwindel

  • Hochfrequenter Tinnitus

  • Schmerzen unüblich

Therapie

$WurzelkompressionssyndromTherapie

Notfall! → Vorgehen nach dem üblichen Standard (26.14.6)

Lernzielkontrolle

  • Was unterscheidet sich das Hordeolum vom Chalazion im Hinblick auf Pathogenese und Symptome?

  • Welche Ursachen kann eine Keratokonjunktivitis sicca haben? Was versteht man unter dem Sjögren-Syndrom?

  • Welche Ursachen und Symptome sind für die Konjunktivitis typisch?

  • Was versteht man unter einem „grauen Star“? Welche Ursachen (angeboren und erworben) können Sie benennen?

  • Welche Ursachen kann eine Ablatio retinae haben? Mit welchen Symptomen ist zu rechnen?

  • Welche Symptome und Augenhintergrundveränderungen zeigen sich bei einer diabetischen Retinopathie?

  • Welche Arten der Makuladegeneration kennen Sie? Mit welchen Symptomen geht diese Erkrankung einher?

  • Welche Symptome finden sich beim akuten Winkelblockglaukom?

  • Welche Kennzeichen haben Myopie und Hyperopie? Wie erfolgt die Korrektur der Refraktionsanomalien?

  • Welche Ursachen und Symptome sind für die Otitis externa typisch?

  • Ihnen wird ein 3-jähriges Kind mit Fieber (39,4 °C), Erbrechen, Diarrhö und ausgeprägtem Krankheitsgefühl vorgestellt. Diese Symptome sind im Anschluss an einen Schnupfen aufgetreten. Es findet sich ein Tragus-Druckschmerz, bei der Otoskopie erscheint das Trommelfell rechts entdifferenziert und vorgewölbt. Palpation und Perkussion des Mastoids sind ohne pathologischen Befund. Welche Erkrankung ist am wahrscheinlichsten? Was empfehlen Sie?

  • Nennen Sie Beispiele für eine Schallempfindungs- und Schallleitungsschwerhörigkeit! Beschreiben Sie den Weber- und Rinne-Versuch!

  • Mit welchen Leitsymptomen geht der Morbus Menière einher?

  • Was sind die Symptome des Hörsturzes?

Nützliche Links

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