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B978-3-437-58303-2.00006-6

10.1016/B978-3-437-58303-2.00006-6

978-3-437-58303-2

Psychiatrisch-psychotherapeutische Rehabilitation Rehabilitation, psychiatrisch-psychotherapeutischePsychiatrisch-psychotherapeutische Rehabilitation

[L157]

Therapie psychischer Störungen

  • 6.1

    Psychopharmakotherapie40

  • 6.2

    Nichtmedikamentöse biologische Verfahren40

  • 6.3

    Psychotherapie40

  • 6.4

    Soziotherapie40

    • 6.4.1

      Ergotherapie40

    • 6.4.2

      Kreative Therapien41

  • 6.5

    Psychiatrisch-psychotherapeutische Rehabilitation41

Kapitelübersicht

Unter PsychotherapiePsychotherapie versteht man Psychische StörungenTherapiedie Behandlung psychischer oder körperlicher Beschwerden mit psychologischen Mitteln. Darüber hinaus kommen zur Therapie psychischer Erkrankungen die Psychopharmakotherapie, sog. nichtmedikamentöse, biologische Verfahren, die Soziotherapie und die psychiatrisch-psychotherapeutische Rehabilitation zum Einsatz. Ziel ist es, die Beschwerden des Klienten oder Patienten zu heilen oder zu lindern und problematische Denk- oder Verhaltensweisen positiv zu beeinflussen. Nicht selten erfordert eine psychische Störung ein interdisziplinäres Vorgehen, d. h., zur Behandlung werden die Kompetenz und das Fachwissen mehrerer Fachleute (Ärzte, Therapeuten, Sozialpädagogen etc.) hinzugezogen.

Die Therapie psychischer Psychische StörungenEntstehung, multikonditionaleStörungen ist wie ihre Entstehung multikonditional, d. h., sie umfasst unterschiedliche Aspekte. Dementsprechend stützt sich die Behandlung auf mehrere Säulen:

  • PsychopharmakotherapiePsychopharmakotherapie

  • Nichtmedikamentöse, biologische Verfahren

  • Psychotherapie

  • Soziotherapie

  • Psychiatrisch-psychotherapeutische RehabilitationRehabilitation, psychiatrisch-psychotherapeutische

Die Therapie psychischer Störungen richtet sich selbstverständlich nach dem jeweiligen Krankheitsbild und dem Wunsch des Patienten. Die Behandlung kann dabei ambulant, teilstationär (Tag- oder Nachtklinik) oder stationär erfolgen. Auch die gemeindenahe psychiatrische Psychiatrische Versorgung, gemeindenaheGemeindenahe psychiatrische VersorgungVersorgung (sozialpsychiatrische Sozialpsychiatrische DiensteDienste, Tagesstätten etc.) spielt eine bedeutende Rolle in der Therapie, v. a. in der Rehabilitation. Entscheidend ist die disziplinübergreifende Zusammenarbeit der an der Behandlung beteiligten Therapeuten. Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung ist in der Regel Teamarbeit, bei der Ärzte, psychologische Psychotherapeuten, nichtärztliche Therapeuten (z. B. Ergotherapeuten, Kunsttherapeuten, Sozialarbeiter, Heilpraktiker, Physiotherapeuten) und Pflegepersonal im Sinne des Erkrankten zusammenarbeiten müssen, um den vielen verschiedenen Aspekten psychischer Genesung Rechnung zu tragen. Damit die Patienten langfristig vom Behandlungserfolg profitieren, sind auch die Vernetzung und der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Institutionen und Einrichtungen wichtig. Nur so ist ein fließender Übergang von der stationären in die ambulante Behandlung gewährleistet.

Psychopharmakotherapie

Die medikamentöse PsychopharmakotherapieTherapie psychischer StörungenPsychische Störungenmedikamentöse Therapie wird meist in akute Therapie und Erhaltungstherapie, PsychopharmakaErhaltungstherapie sowie Rezidivprophylaxe, PsychopharmakaRezidivprophylaxe eingeteilt. Dabei werden pharmakologische Substanzen verabreicht, die auf das zentrale Nervensystem (ZNS) einwirken und die psychische Symptomatik positiv beeinflussen können. Welche Substanzen dabei eingesetzt werden und mit welchen Nebenwirkungen gerechnet werden muss, wird bei den jeweiligen Krankheitsbildern ausführlich besprochen (Teil III).

Nichtmedikamentöse biologische Verfahren

Zu den nichtmedikamentösen biologischen Nichtmedikamentöse biologische TherapienTherapien gehören Schlafentzugs-, Licht- und SchlafentzugstherapieLichttherapieElektrokrampftherapie (EKT)Elektrokrampftherapie (EKT). Da diese bei depressiven Störungen zum Einsatz kommen, werden sie in Kap. 12.6 besprochen.

Psychotherapie

Die PsychotherapiePsychotherapien einschließlich der EntspannungsverfahrenEntspannungsverfahren und der PsychoedukationPsychoedukation werden in Kap. 8 detailliert dargestellt.

Soziotherapie

SoziotherapieSoziotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung psychischer Störungen. Sie soll den Erkrankten auf gedanklicher und emotionaler Ebene ausreichend fördern sowie zwischenmenschliche Probleme oder Schwierigkeiten im sozialen Umfeld aufgreifen und lösen helfen. Ziel ist es, den Patienten in seinem alltäglichen Leben zu unterstützen und gegenüber Belastungen zu stärken. Zu den soziotherapeutischen Verfahren zählen:
  • BeschäftigungsBeschäftigungstherapie- und ArbeitstherapieArbeitstherapie (ErgotherapieErgotherapie)

  • Sozialpsychiatrische Sozialpsychiatrische BeratungBeratung (z. B. Klärung der Wohnsituation, von Versicherungs- oder Rentenfragen, Behördenangelegenheiten, gesetzliche Betreuung, Arbeitsplatzprobleme) und langfristige Betreuung (Sozialdienste)

  • Kreative TherapienKreative Therapien (MusikMusiktherapie-, KunstKunsttherapie- und TanztherapieTanztherapie)

Ergotherapie

Die ErgotherapieBeschäftigungstherapieBeschäftigungstherapie soll das Selbstvertrauen des Erkrankten stärken und ihn aus dem krankheitsbedingt reduzierten Verhalten herausholen. Fähigkeiten und Kräfte des Erkrankten werden durch eine sinnvolle Aktivität geweckt, die seine Konzentration und Aufmerksamkeit fördert, ihm Freude macht und seine Kreativität und Initiative anregt. Dazu gehören z. B. Kochen, handwerkliche Tätigkeiten oder gestalterische Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien (Ton, Papier, Holz etc.).
Die ArbeitstherapieArbeitstherapie soll den normalen Arbeitsalltag imitieren, aber an das Leistungsvermögen des Erkrankten angepasst sein. Durch die schrittweise Belastung wird der Erkrankte an seine normale Arbeitssituation herangeführt. Die Betätigung stammt dabei z. B. aus dem handwerklichen, bürotechnischen oder industriellen Bereich.

Kreative Therapien

Die KunsttherapieKunsttherapie soll das Gesunde und Kreative TherapienKreative im Erkrankten wecken und seine Selbstheilungskräfte stärkenSelbstheilungskräfteAktivierung durch kreative Therapien. Speziell ausgebildete Kunsttherapeuten motivieren den Patienten zur eigenen Produktivität, ohne Anforderungen an das künstlerische Produkt zu stellen. Im anschließenden Gespräch werden Reflexionen über die Kunst und die Wirkung auf den Erkrankten ausgetauscht. Die Kunsttherapie soll den Betroffenen für ein Erleben jenseits der Erkrankung öffnen und ihn zu weiterführenden psychotherapeutischen Interventionen ermutigen.
Die MusiktherapieMusiktherapie ermöglicht dem Erkrankten die Wiedergewinnung und Erweiterung seiner Erlebnisfähigkeit. Die Musik wird als Mittel zur Lösung von emotionalen Spannungszuständen und zur Aktivierung verborgener Kräfte eingesetzt. Gleichzeitig wird der Erkrankte in seinem sozialen und kommunikativen Verhalten gefördert. Die Therapie wird von ausgebildeten Musiktherapeuten angeboten.
Für die TanztherapieTanztherapie gilt Ähnliches wie für die Musiktherapie. Der Erkrankte kann sich durch Bewegung neu erleben und Zugang zu bisher nicht wahrgenommenen Erlebnisbereichen finden. Ziel ist auch hier die Aktivierung von SelbstheilungskräfteAktivierung durch kreative TherapienSelbstheilungskräften.

Psychiatrisch-psychotherapeutische Rehabilitation

Unter psychiatrisch-psychotherapeutischer Rehabilitation, psychiatrisch-psychotherapeutischePsychiatrisch-psychotherapeutische RehabilitationRehabilitation werden die Maßnahmen verstanden, die es einem Patienten nach einer akuten psychischen Erkrankung oder bei einer chronischen psychischen Störung ermöglichen, sein Leben möglichst eigenständig und alleinverantwortlich im Alltag wiederaufzunehmen. Die Reintegration in die Gesellschaft ist also das Hauptziel. Dazu gehören die Medizinische Rehabilitationmedizinische, Berufliche Rehabilitationberufliche und soziale soziale RehabilitationRehabilitation (Abb. 6.1).

Verständnisfragen

  • Nennen Sie wichtige Formen der Therapie psychischer Störungen.

  • Warum spielt disziplinübergreifende Zusammenarbeit bei der Therapie psychischer Störungen oft eine wichtige Rolle?

  • In welche Phasen wird eine Psychopharmakotherapie häufig eingeteilt?

  • Welche nichtmedikamentösen, biologischen Verfahren kennen Sie?

  • Was versteht man unter „kreativen Therapien“?

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