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B978-3-437-58366-7.00001-1

10.1016/B978-3-437-58366-7.00001-1

978-3-437-58366-7

Beispiel für einen Lebenslauf.

Einleitung

Rechtliche Grundlagen der Überprüfung

Ein Teil der rechtlichen Grundlagen für die schriftliche wie auch die mündliche Prüfung zum „Heilpraktiker eingeschränkt auf den Bereich Psychotherapie“ findet sich im Heilpraktikergesetz von 1939, genauer: im „Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“ (= staatliche Berufszulassung) vom 17. Februar 1939 (RGBl. I S. 251), geändert durch Art. 53 des EGStGB vom 02.03.1974 (BGBl. I S. 469), ergänzt durch die Ausführungsbestimmungen bzw. Durchführungsverordnungen der verschiedenen Bundesländer. Schon in der Durchführungsverordnung vom 18.02.1939 findet sich eine Formulierung, die nach wie vor die Grundlage bildet für das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung zum „großen“ oder „kleinen“ Heilpraktiker:
  • 1.

    „Die Erlaubnis wird nicht erteilt, wenn sich aus einer Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten des Antragstellers durch das Gesundheitsamt ergibt, dass die Ausübung der Heilkunde durch den Betreffenden eine Gefahr für die Volksgesundheit bedeuten würde“. Nicht ohne Grund findet sich im Gesetzestext nicht das Wort „Prüfung“, sondern die Bezeichnung „Überprüfung“. Was dies genau bedeutet, findet sich z. B. in den Richtlinien zur Durchführung des Heilpraktikergesetzes von Nordrhein-Westfalen (14.02.1997, StAnz. 10/1997 S. 813, Abschnitt 6 und 10):

  • 2.

    Die Überprüfung, so heißt es da, ist „keine vom Gesetz her formalisierte Prüfung im herkömmlichen Sinne […] Dementsprechend findet eine Fachprüfung nicht statt. Die Überprüfung hat sich vielmehr darauf zu erstrecken, ob die antragstellende Person so viele heilkundliche Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, dass die Ausübung der Heilkunde durch sie nicht zu einer Gefahr für die Volksgesundheit wird.“

  • 3.

    Rein rechtlich gesehen kann nach Auskunft des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Familie „nicht gefordert werden, dass jeder Kandidat eine einschlägige psychotherapeutische Ausbildung durchlaufen hat, um zur Überprüfung zugelassen zu werden […] Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kommt es bei der Überprüfung nicht auf die Vorbildung, sondern auf die beabsichtigte Tätigkeit an“. Für die Prüfungskommission könne der Nachweis einer fachlichen Vorbildung allerdings von Nutzen sein und Einfluss nehmen auf Art und Inhalt der Fragestellung, „je nachdem, ob ein Kandidat eine […] Ausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren nachweisen kann oder nicht.“ (Schreiben vom 13.05.14 auf persönliche Anfrage).

  • 4.

    Was genau im Mündlichen von Ihnen verlangt wird, geht auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 21.01.1993 zurück, deren wichtigste Punkte sich in den Merkblättern der verschiedenen Bundesländer wiederfinden. Die im Gesetz aufgeführten Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Der Prüfling muss ausreichende theoretische Kenntnisse besitzen, um seine psychotherapeutische Tätigkeit gegenüber der Tätigkeit eines Arztes (Psychiater, Neurologe, Internist etc.) abzugrenzen. Dies bedeutet: Er muss all jene psychischen Erkrankungen erkennen, die er nicht behandeln darf, sondern an den entsprechenden Facharzt abgeben muss. Beispiele hierfür sind: Demenz, Delir, Schizophrenien, akute Psychosen, wahnhafte Störungen, schwere Depressionen, manisch-depressive Erkrankungen, Essstörungen, Borderline-Störungen, Schilddrüsenerkrankungen, Suchterkrankungen, ADS und viele andere mehr.

  • Der Prüfling muss ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf das einschlägige Krankheitsbild besitzen, d. h. er muss erkennen, an welcher Erkrankung oder Störung der Klient leidet, um dann den Klienten abzugeben oder selbst zu behandeln.

  • Der Prüfling muss „die Befähigung haben, seelische Krankheiten und Leiden einschließlich Anzeichen, die auf eine Suizid-(Selbsttötungs-)Gefahr hinweisen, als solche zu erkennen […] und therapeutisch auf den Befund so zu reagieren, dass der Patient durch die konkrete Behandlung keinen gesundheitlichen Schaden erleidet“. In diesem Zusammenhang sind auch Grundkenntnisse im öffentlichen Unterbringungsrecht sowie im Betreuungsrecht erforderlich. Die Formulierung beinhaltet indirekt auch einen wichtigen Punkt: Bei einer psychotischen, einer organisch bedingten oder einer schweren depressiven Erkrankung müssen Sie „auf den Befund so reagieren, dass der Patient keinen gesundheitlichen Schaden erleidet“. Im Klartext: Sie müssen erkennen, an welchen Facharzt Sie die Betroffenen abgeben (meist Psychiater, Neurologe oder Internist). Und: Bei akuter Suizidgefährdung müssen Sie wissen, wie jemand gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden kann.

  • Der Prüfling muss überdies „die Befähigung besitzen, Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln“. Das heißt, er muss sich die Befähigung angeeignet haben, Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, so zu behandeln, dass sie durch seine Art von Psychotherapie keinen Schaden erleiden.

Wie läuft in den meisten Prüfungsämtern die mündliche Prüfung ab?

Da es – wie unter Punkt 2 und 3 ausgeführt – keinen „Katalog von Prüfungsinhalten“ gibt, der in der Prüfung „abgearbeitet“ werden soll, ist es den Prüfern relativ freigestellt, wie sie die Überprüfung durchführen. In den meisten Bundesländern wird die Überprüfung in zwei Teilen durchgeführt: einem schriftlichen Teil und einer mündlichen Überprüfung. In einigen wenigen Bundesländern (z. B. Sachsen) wird nur mündlich geprüft.
Um festzustellen, ob der Prüfling die unter Punkt 1.1 (4) aufgeführten Fähigkeiten besitzt, verlangen einige wenige Prüfungsämter vorweg einen Ausbildungsnachweis; in anderen Prüfungen stellen die Prüfer zu Beginn der mündlichen Prüfung oft (aber nicht immer!) Fragen, wie z. B.:
  • „Welche Ausbildung haben Sie absolviert?“

  • „Wie haben Sie sich auf die Prüfung vorbereitet?“

  • „Mit welchen Klienten wollen Sie nach Bestehen der Prüfung arbeiten?“

  • „Ihrem Lebenslauf können wir entnehmen, dass sie gelernte Verkäuferin/Bankkauffrau/Lehrerin etc. sind. Wie kommt es, dass Sie jetzt eine psychotherapeutische Praxis eröffnen wollen?“

Anschließend wird dem Prüfling in der Regel eine Fallgeschichte vorgelegt, anhand derer er seine diagnostischen Fähigkeiten unter Beweis stellen soll. Zum Abschluss folgt meist die Frage: „Wie gehen Sie im vorliegenden Fall therapeutisch vor?“ Das weitere Prüfungsgespräch knüpft in der Regel an die differenzialdiagnostischen Überlegungen der Fallgeschichte an. Häufig stellen die Prüfer aber auch ungeordnet Fragen zu den verschiedensten Themenbereichen, die bisweilen auf einer Frageliste abgehakt werden. Nahezu immer müssen Sie in diesem Zusammenhang detaillierte Kenntnisse zum Betreuungsrecht und zum Unterbringungsrecht bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz nachweisen.
Prüflinge, deren theoretisches und praktisches Wissen anhand einer Fallgeschichte überprüft wird, finden in Kapitel 2 dieses Buches viele praktische Hinweise, wie eine solche Prüfung in der Regel aussieht.

Was tun, wenn die mündliche Prüfung ganz anders abläuft?

Es gibt auch Prüfungsämter, die sich darauf beschränken, 40–60 Minuten nur theoretisches Wissen abzufragen, ohne darauf einzugehen, ob der Prüfling eine psychotherapeutische Ausbildung absolviert oder sonstige Erfahrungen im Bereich Psychotherapie gesammelt hat. Manche Prüfungskommissionen fragen zumindest danach, welche Tätigkeit nach Bestehen der Prüfung geplant ist, aber auch das ist nicht immer der Fall. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie die Prüfung in Ihrem Gesundheitsamt ablaufen wird, sollten Sie sich bei Ihrem Ausbildungsinstitut kundig machen oder – falls Sie einen Fernkurs absolviert haben – in Ihrem Gesundheitsamt nachfragen. Auch ein Blick auf das für Ihr Prüfungsamt gültige „Merkblatt zum Überprüfungsverfahren“ gibt oft Hinweise, wie die mündliche Prüfung wahrscheinlich ablaufen wird.

Tipp

Das Merk- und Informationsblatt für Ihr Prüfungsamt finden Sie per Websuche (z. B. Google) unter den Stichworten „Heilpraktiker Psychotherapie Merkblatt“ + „München“ bzw. Ihr entsprechender Ort.

Prüflinge, die im Vorfeld schon in Erfahrung bringen konnten, dass sie in der Prüfung keine Fallgeschichte vorgelegt bekommen, sondern nur ihr breitgefächertes theoretisches Wissen abrufen müssen, finden in Kapitel 4 eine Zusammenstellung der wichtigsten Themen mit zwei Prüfungsprotokollen – damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, was Sie erwartet.

Die ersten drei bis vier Minuten sind wichtig

Für viele Prüfer ist eine wichtige Voraussetzung zum Bestehen der Prüfung die weiter oben zitierte „Befähigung […] Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln“ (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 21.01.1993). Meist entscheiden die ersten drei bis vier Minuten darüber, wie die Prüfer Sie diesbezüglich einschätzen.
Kleidung und Auftreten
Wählen Sie einen gepflegten, aber nicht übertrieben modischen Kleidungsstil – am sichersten ist es, Sie kleiden sich so, wie Sie Ihre Klienten empfangen. Und denken Sie als Frau daran: Extravagante Kleidung, auffälliger Schmuck oder starkes Make-up wirken auf die Prüfer manchmal unseriös.
Ausstrahlung
Eine Prüferin hat einer Prüfungskandidatin nach bestandener Prüfung gesagt: „Als Sie an der Tür standen und uns begrüßt haben, wusste ich: Die wird die Prüfung bestehen.“ – Die junge Frau strahlte offensichtlich aus, dass sie kompetent ist, sich auf Menschen einstellen kann und liebevoll und verantwortungsbewusst mit ihren zukünftigen Klienten umgehen wird. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Mimik, Gestik, Blickkontakt und Stimmmodulation; und natürlich, wie jemand den Prüfern erklärt, warum er/sie diese Prüfung ablegen will.
Erste Frage: Warum wollen Sie die Prüfung ablegen?
Hier erwarten die Prüfer Hinweise zu Eigentherapie, psychotherapeutischer Ausbildung, Klientenerfahrung und – falls vorhanden – Praktika in einer psychiatrischen Klinik. In diesen ersten Minuten sollten die Prüfer den Eindruck gewinnen, dass Sie verantwortungsbewusst psychotherapeutisch arbeiten werden und somit keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellen.
Was Sie möglichst nicht sagen sollten
  • „Ich habe eine mehrjährige Ausbildung in Familienaufstellung gemacht.“: Presseberichte haben dazu geführt, dass die Prüfer äußerst skeptisch sind gegenüber allen Formen des Familienaufstellens. Wer damit arbeitet, ist nach Ansicht der Sie prüfenden Ärzte und Heilpraktiker möglicherweise eine Gefahr für die Volksgesundheit. Anerkannt sind hingegen Techniken der systemischen Familientherapie.

  • „Ich habe eine Ausbildung in geistigem Heilen/psychologischer Astrologie/Numerologie/ Aura-Reading/Reinkarnationstherapie gemacht.“: Dies zählt für die Prüfer zur Esoterik, nicht zur Psychotherapie.

  • „Ich arbeite mit Cranio-Sacral.“: Die Cranio-Sacral-Therapie ist ein Verfahren der Osteopathie, bei dem vorwiegend im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins gearbeitet wird. Für die Ausübung dieser Therapie benötigt man den „großen“ Heilpraktiker.

  • „Ich bin Business-Coach.“; „Ich habe eine Ausbildung in Lebensberatung.“; „Ich bin Sozialpädagogin.“ etc.: Dies sind Verfahren, die man vorwiegend mit Gesunden ausübt. Sie zählen deshalb in den Augen der Prüfer nicht zur Psychotherapie, außer der Prüfling ergänzt: In Rahmen meiner Ausbildung habe ich auch Kurse in Transaktionsanalyse, Gesprächspsychotherapie oder Systemischer Therapie etc. absolviert (siehe unten).

Was Sie sagen dürfen
  • Wenn jemand im Rahmen seiner Ausbildung in Pädagogik, NLP, Coaching oder Lebensberatung ein anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren erlernt hat, hat sich folgende Formulierung bewährt: „Im Rahmen meiner NLP- bzw. Coaching-Ausbildung habe ich auch eine Ausbildung in Gesprächspsychotherapie nach Rogers gemacht und 20 Einzelsitzungen in Gesprächstherapie absolviert.“ In diesem Fall gelten Teile der Ausbildung als „Psychotherapie“. In der Regel wird dies von den Prüfern so akzeptiert.

  • Auch wenn jemand eine praktische Ausbildung in Psychotherapie gerade erst begonnen hat oder glaubwürdig versichert, nach bestandener Prüfung im XY-Institut eine Ausbildung in Gesprächs-, Gestalt- der Kunsttherapie zu absolvieren, wird dies von den Prüfern meist in dem Sinne anerkannt, dass er/sie keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.

Tipp

Was bedeutet für die Amtsärzte das Wort Psychotherapie? Therapie kommt vom griechischen „therapeia“ und bedeutet Heilung oder Linderung einer Erkrankung. Psycho-Therapie bedeutet dementsprechend Heilung oder Linderung einer psychischen Erkrankung. Verfahren, die man mit Gesunden ausübt, zählen demzufolge nicht zur Psychotherapie Psychotherapie, sondern zum weiten Feld der „Beratung“. Die meisten Gesundheitsämter sind deshalb sehr kritisch gegenüber Coaching, Yoga, Meditation, Astrologie oder Lebensberatung. Diese Verfahren zählen nicht zur Psychotherapie, man kann damit rein rechtlich nicht als Heilpraktiker für Psychotherapie zugelassen werden.

Tipps für das Verfassen des Lebenslaufs

Die meisten Prüfungsämter verlangen bei der Anmeldung einen Lebenslauf Lebenslauf. Obwohl dies nicht extra erwähnt wird, sollte aus dem Lebenslauf hervorgehen, welche psychotherapeutische Ausbildung der Prüfling absolviert hat, ob er Eigentherapie vorweisen kann, welche Selbsterfahrungsseminare er gemacht hat etc. Im Folgenden finden Sie eine Beispielvorlage für einen Lebenslauf ( Abb. 1.1), wie er sich in den bisherigen Prüfungen bewährt hat.

Tipp

  • Die Prüfer werfen direkt vor der mündlichen Prüfung einen Blick auf den Lebenslauf. Der Lebenslauf sollte also so kurz wie möglich sein: tabellarisch, möglichst nur eine DIN-A4-Seite lang.

  • Was der Amtsarzt in den ersten Minuten liest, bestimmt seine Einschätzung des Prüflings: Hat er Eigentherapie oder Seminare zur Selbsterfahrung gemacht? Leitet er eine Selbsthilfegruppe oder arbeitet er in einer sozialen Einrichtung für Behinderte, für traumatisierte Frauen etc.? Und: Welche psychotherapeutische(n) Ausbildung(en) hat er absolviert?

  • Die Ausbildung in Psychotherapie muss ins Auge springen. Bei einer längeren Ausbildung ist es von Vorteil, die Zahl der Stunden in Klammern anzugeben.

  • Bewährt hat sich eine chronologische Auflistung der wichtigsten Tätigkeiten. Unten – ganz zum Schluss – steht in diesem Fall die aktuelle psychotherapeutische Ausbildung, die auf diese Weise besonders im Gedächtnis haften bleibt.

  • Unbedingt beachten: Den Prüfern ist es nicht wichtig, im Detail zu erfahren, wann und wie lange jemand diese oder jene verantwortungsvolle Tätigkeit etwa in der freien Wirtschaft ausgeübt hat – der nichttherapeutische berufliche Werdegang ist deshalb so kurz wie möglich zusammenzufassen. Auf diese Weise bleibt beim Amtsarzt das haften, was für ihn am wichtigsten ist: „die Befähigung […] Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln“.

Praktische Tipps für den Umgang mit einer unbekannten Fallgeschichte

Keine vorschnelle Diagnose stellen

Meist erhält der Prüfling nach dem Vorstellungsgespräch eine längere Fallgeschichtet mit Fragen wie: Was ist Ihr Diagnose Diagnosevorschlag? Was, denken Sie, hat der Klient? Welche differenzialdiagnostischen Überlegungen haben Sie? Was sind Ihre Gedankengänge zu dem Fall?
Viele Prüflinge nennen hier sofort ihre Verdachtsdiagnose Verdachtsdiagnose, die in der Aufregung oft vorschnell gestellt wird. Besser ist es, zunächst mit den typischen Symptomen zu beginnen, aus denen sich eine oder mehrere Diagnosevorschläge ergeben. Hierbei laut denken und differenzialdiagnostische Überlegungen einbeziehen, nach folgendem Muster:
  • 1.

    Konzentration auf alle wichtigen Symptome im Text

  • 2.

    zusammengehörige Symptome den möglichen Krankheitsbildern zuordnen (differenzialdiagnostische Überlegungen)

  • 3.

    wahrscheinliche Diagnose(n) → Erst- und Zweitdiagnose

Auf Zeitangaben achten

$Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion $Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion In vielen Fallgeschichten sind die direkten oder indirekten Zeitangaben wichtig für die Diagnose. Hierfür ein typischer Fall:

FALLGESCHICHTE

Ein 58-jähriger Mann kommt zu Ihnen in die Praxis. Er klagt darüber, dass er in der letzten Zeit sehr vergesslich geworden sei, sich nicht mehr konzentrieren könne und öfter Dinge verlege. „Gestern wollte ich einen Lichtschalter reparieren, doch Zange und Spannungsprüfer waren wie vom Erdboden verschluckt. Das ist mir früher nie passiert. Das geht nun schon seit einigen Wochen so. Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, male ich mir aus, was wohl später sein wird. Ich glaube, ich habe Alzheimer. In meiner Familie gibt es da einen Fall.“ Der Mann ist wegen Problemen mit der Wirbelsäule seit vier Monaten in Frührente und deshalb den ganzen Tag zu Hause. „Obwohl ich jetzt eigentlich in Rente bin, ist mir einfach alles zu viel: Ich habe zu nichts mehr Lust. Und meine Frau beklagt sich, dass ich ihr nicht im Haushalt helfe.“ Abschließend berichtet er, die Tochter sei erst vor etwa anderthalb Jahren ausgezogen. „Wir haben uns immer gut verstanden. Sie ist jetzt verheiratet.“ Der Klient ist eigenen Angaben zufolge seit zehn Jahren wegen Bluthochdrucks und Diabetes in ärztlicher Behandlung.

F: Was sind Ihre differenzialdiagnostischen Überlegungen?
A: Mir fällt auf, dass der Mann zwar einige Symptome hat, die bei Morbus Alzheimer vorkommen, dass die entsprechenden Zeitkriterien jedoch nicht passen. Morbus Alzheimer beginnt schleichend, die Mindestdauer ist sechs Monate. Die Symptome in dieser Fallgeschichte sind relativ plötzlich aufgetreten („in der letzten Zeit“, „seit einigen Wochen“), außerdem hat der Mann Schlafstörungen, ihm ist alles zu viel, er hat zu nichts mehr Lust – im Vordergrund steht also ein depressives Syndrom, bei dem häufig Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen vorkommen.
F: Welche Art von Depression vermuten Sie?
A: Der Mann ist seit vier Monaten in Frührente – eine neue Situation, die für viele Männer eine große Umstellung darstellt. Es dürfte sich wahrscheinlich um eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion handeln. Der Auszug der Tochter stellt ebenfalls eine psychosoziale Veränderung dar, sodass in diesem Fall möglicherweise vorher schon eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vorhanden war – dies wäre durch Nachfragen zu klären.

Hinweise für eine mögliche körperliche Ursache erkennen

In obiger Fallgeschichte ist der letzte Satz kein zufälliges Beiwerk, sondern ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche körperliche Verursachung der kognitiven Einbußen. Differenzialdiagnostisch könnte der Mann an einer vaskulären Demenz leiden. Hier der Rest des Prüfungsgesprächs:
F: Wenn Sie den letzten Satz der Fallgeschichte nochmals lesen – fällt Ihnen da etwas auf?
A: Der Mann leidet seit zehn Jahren an Bluthochdruck und Diabetes.
F: Und?
A: Bluthochdruck und Diabetes können die Blutgefäße im Gehirn schädigen und zu einer vaskulären Demenz führen, bei der die kognitiven Störungen sich nicht langsam schleichend entwickeln, sondern z. B. nach einem kleineren Schlaganfall abrupt auftreten oder sich als Folge von mehreren Mini-Infarkten innerhalb von drei bis sechs Monaten entwickeln können. Ich empfehle dem Mann also eine Untersuchung bei einem Neurologen.

Differenzialdiagnostische Überlegungen einbeziehen

Die Prüfer sind meist Ärzte mit Klinikerfahrung. In der ärztlichen Praxis bzw. Klinik gilt: der Arzt stellt eine Verdachtsdiagnose (= wahrscheinlichste Diagnose), die erst dann gültig ist, wenn alle anderen möglichen Diagnosen nicht infrage kommen. In der mündlichen Prüfung haben die Prüfer dieselbe Vorgehensweise im Kopf und stellen oft – wie im vorangehenden Beispiel – im Anschluss an eine Fallgeschichte die Frage: „Was sind Ihre differenzialdiagnostischen Überlegungen?“ Bewährt hat sich hierbei folgende Vorgehensweise:

Tipp

Schritt 1: Was ist die wahrscheinlichste Diagnose (= Verdachtsdiagnose); Variante: „Was, denken Sie, hat der Mann/die Frau?“

Schritt 2: Frage des Prüfers: „Was sind Ihre differenzialdiagnostischen Überlegungen?“ Oder: Welche Störungen sind differenzialdiagnostisch durch weitere Fragen auszuschließen?“ Hier sind auch Störungen zu nennen, die weit hergeholt erscheinen, trotzdem durch Nachfragen geklärt werden müssen.

Schritt 3: Rückkehr zur Verdachtsdiagnose. Nach Ausschluss der Differenzialdiagnosen kehren Sie zu Ihrer ersten Diagnose zurück: Aus der Verdachtsdiagnose wird nun die endgültige Diagnose (Frage des Prüfers zum Schluss: Was hat denn jetzt die Frau? Oder: Wie ist jetzt Ihre Diagnose“). Bitte auf keinen Fall bei einer der Differenzialdiagnosen hängen bleiben.

Ausnahme: Sie haben sich in der Verdachtsdiagnose geirrt (eher selten). Dann ersetzen Sie diese durch eine der Differenzialdiagnosen – natürlich mit einer entsprechenden logischen Begründung.

Differenzialdiagnostisches Vorgehen anhand eines typischen Beispiels

FALLGESCHICHTE

Eine 22-jährige Frau kommt in die Praxis, weil sie neulich im Kino große Angst bekommen hat, mit Schwindel, Schweißausbrüchen, Zittern, Atemnot und dem Impuls, möglichst schnell das Kino zu verlassen. Sie konnte jedoch nicht schnell weg, weil das Kino voll besetzt und die Reihen so eng waren. Sie hatte sich von Ihren Freunden überreden lassen, diese ins Kino zu begleiten, eigentlich gehe sie aber nicht gerne aus.

Welche Fragen müssten Sie der Frau stellen, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen?

Verdachtsdiagnose: Klaustrophobie
DD1: Agoraphobie: Hat sie in anderen Situationen Angst vor vielen Menschen, vor dem Verlassen des Hauses bzw. Reisen, Menschenansammlungen, in der U-Bahn oder auf größeren Plätzen?
DD2: Panikstörung: Hat die Frau häufig Angstanfälle ohne äußeren Anlass?
DD3: Soziale Phobie: Hatte die Frau schon öfter Angst vor der prüfenden Betrachtung anderer?
DD4: Herzangstsyndrom: Hatte sie schon öfter Anfälle, die stark herzbezogen erlebt wurden?
DD5: Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Ist sie oft nervös, unkonzentriert? Leidet sie unter Schlafstörungen? Wurde die Schilddrüse schon untersucht?
DD6: Missbrauch von Drogen: Konsumiert sie Marihuana? Ecstasy (XTC)? Durch Fragen klären.
DD7: Entzugssyndrom: Nimmt die Frau Schlaf- oder Beruhigungsmittel? Medikamente? Trinkt sie Alkohol? Eventuell liegt ein Entzugssyndrom vor? Durch Nachfragen klären.
Nachdem DD1 bis DD6 von der Prüferin verneint wurden:
Rückkehr zur Verdachtsdiagnose = endgültige Diagnose. Eventuell durch weitere Fragen erhärten, z. B. „Gab es ähnliche Situationen, wo sie schon einmal einen Angstanfall hatten?“

Zusatzfrage: Wie gehen Sie hier therapeutisch vor?

Nach den differenzialdiagnostischen Überlegungen und der Diagnosestellung kommen meist weitere Fragen: Wie gehen Sie in diesem Fall therapeutisch vor? Behandeln Sie den Klienten mit Ihrer Psychotherapie? Was schlagen Sie als Therapie Therapie vor? Wie ist Ihre weitere Vorgehensweise?
Hier erwarten die Prüfer, dass Sie – ausgehend von der Fallgeschichte – nachweisen, dass Sie den Klienten mit Ihrer Art von Psychotherapie so behandeln, dass er dadurch keinen Schaden erleidet. Detaillierte Tipps und Hinweise zum therapeutischen Vorgehen finden sich in Lerneinheit 2.12.
Wichtig zu wissen: Manchmal fragt der Prüfer Sie nicht nach der Diagnose, sondern will von Ihnen erfahren, was Sie im vorliegenden Fall als Erstes tun werden. Hierfür ein typisches Beispiel:

Prüfungsprotokoll 1 (Beispiel)

FALLGESCHICHTE

Eine Frau mittleren Alters kommt zu Ihnen mit den Worten: „Sie werden mir auch nicht helfen können!“ Sie sei schon bei mehreren Therapeuten gewesen, aber es habe alles nichts genützt. Ihr Mann habe sich vor einem knappen Jahr wegen einer jüngeren Frau von ihr getrennt. Inzwischen wurde ihr die Arbeit gekündigt und jetzt ist auch noch ihre Mutter ins Heim gekommen.

Variante 1: Nicht bestanden!
F: Was tun Sie?
A: Ich werde versuchen, das Vertrauen der Frau zu gewinnen, indem ich auf ihre Problematik eingehe, sie ernst nehme und ihr das Gefühl gebe, dass ich sie verstehe.
F: Und wie machen Sie das?
A: Indem ich der Frau helfe, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Wenn sie z.B. ihre Wut auf den Mann oder den Arbeitgeber verbal ausdrücken kann, führt dies zu einer Erleichterung.
F: Was könnten Sie sonst noch tun?
A: Ihr erklären, dass die Trennung von ihrem Mann in bestimmten Phasen verläuft und ich ihr helfen kann, diese Phasen schneller zu durchlaufen.
F: Wie ist längerfristig Ihre Therapieplanung?
A: Ich könnte mir vorstellen, dass zehn Sitzungen im Abstand von ein bis zwei Wochen der Frau sehr helfen könnten, mit ihrer Situation besser zurechtzukommen.
Variante 2: Bestanden!
F: Was tun Sie?
A: Die Frau hat drei einschneidende Verlust- oder Belastungssituationen erlebt und weiß im Augenblick nicht mehr, wie es weitergehen soll – sie hat in jedem Fall eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, evtl. auch eine depressive Episode. Da depressive Syndrome häufig mit Suizidalität einhergehen, werde ich dieses Thema baldmöglichst ansprechen.
F: Wie machen Sie das?
A: Ich frage sie direkt, ob sie schon an Suizid gedacht hat. Falls ja, kläre ich, in welcher Phase der suizidalen Entwicklung sie sich befindet. Wenn die Frau schon einen Suizidplan oder gar aktive Suizidvorbereitungen getroffen hat, versuche ich, sie zu einer Selbsteinweisung in die Psychiatrie zu überreden.
F: Und wenn die Frau sich weigert?
A: Dann muss ich dafür sorgen, dass sie sich nichts antut. Da Gefahr in Verzug ist, rufe ich die Polizei, die sie notfalls gegen ihren Willen in die Psychiatrie einliefert.
F: Aufgrund welchen Gesetzes kann die Frau gegen ihren Willen in die Psychiatrie gebracht werden?
A: Grundlage hierfür ist das bayerische (hessische, sächsische etc.) Unterbringungsgesetz.
F: Wie lautet es?
A: 2.1.3 (Merke)

ACHTUNG

Auf versteckte Hinweise von Suizidalität achten! Typisch hierfür: Trennungs- oder Verlusterlebnisse → depressives Syndrom → Suizidgefährdung!

Welche Störungen werden im Zusammenhang mit Fallgeschichten am häufigsten gefragt?

Im Gegensatz zur schriftlichen Prüfung, bei der es gilt, für eine bestimmte vorgegebene psychische Störung die dazu passenden Diagnosekriterien zu finden, ist im Prüfung, mündliche Mündlichen der Weg umgekehrt: Der Prüfling bekommt eine Fallgeschichte und muss innerhalb kürzester Zeit die für die Prüfer wichtigen Symptome und Verhaltensweisen erkennen, mit anderen Symptomen verknüpfen und daraus resultierend eine erste Verdachtsdiagnose stellen, die durch differenzialdiagnostische Überlegungen verifiziert oder korrigiert werden kann.
Bei der Auswahl der Themen für die zwölf Lernschritte dieses Buches wurden die in den Prüfungen häufig gefragten Krankheitsbilder relativ ausführlich dargestellt. Psychische Störungen, die zwar im Schriftlichen abgefragt werden, kaum jedoch im Mündlichen auftauchen, wurden hingegen bewusst ausgespart: Wann schon erscheint jemand mit einer organischen Halluzinose, einem frühkindlichen Autismus oder einem Korsakow-Syndrom in unserer Praxis? Um ein relativ umfassendes Bild über die Häufigkeit der im Mündlichen überprüften Themen und Krankheitsbilder zu erhalten, wurden zahlreiche Prüfungsprotokolle der letzten zehn Jahre ausgewertet. Hierbei zeigte sich, dass einige Themen in fast allen mündlichen Prüfungen vorkamen, während andere eher selten gefragt wurden. Da im Mündlichen immer mehrere Prüfung, Themen Themen bearbeitet werden, ist es durchaus möglich, dass zwei oder drei Themenbereiche 50 oder 80 % ausmachen, wobei es einen großen Unterschied gibt zwischen den Fallgeschichten und den Zusatzfragen im Prüfungsgespräch. Fallgeschichten zu depressiven Störungen stehen mit 40–50 % zwar an zweiter Stelle der Häufigkeit, im anschließenden Prüfungsgespräch hingegen sind Fragen zu Depressionen mit über 80 % vertreten. In der folgenden Übersicht wurde versucht, einen Mittelwert zwischen den Themen der Fallgeschichten und den Zusatzfragen zu finden. Hierbei ergibt sich folgendes Bild mit einigen „Mehrfachplatzierungen“:

Tipp

Depressive Depressive Syndrome Syndrome (auch in Zusammenhang mit einer Anpassungsstörung) gehen häufig mit Suizidalität Suizidalität einher. Wer es versäumt, beim geringsten Verdacht auf eine depressive Symptomatik die Suizidalität abzuklären, handelt unverantwortlich gegenüber dem Klienten und stellt somit eine Gefahr für die Volksgesundheit dar.

Häufig finden sich in diesem Zusammenhang Fallgeschichten, bei denen die depressiven Symptome nicht angesprochen werden, sondern indirekt zu erschließen sind.

Bei der Häufung von Belastungssituationen in obiger Fallgeschichte ist davon auszugehen, dass die Frau an einer Anpassungsstörung leidet, die meist mit einer depressiven Reaktion einhergeht, sodass in jedem Fall die Suizidalität hinterfragt werden muss.

  • 1.

    An erster Stelle stehen mit 90–100 % Fragen zur Suizidalität. Die Fallgeschichten sind meist so konzipiert, dass der Prüfling entweder aus der Diagnose oder aus direkten oder indirekten Hinweisen im Text schlussfolgern muss, dass eine Suizidgefährdung vorliegen könnte und deshalb durch Zusatzfragen die Suizidalität abgeklärt werden muss. Wer dies versäumt, gefährdet das Leben eines Klienten und ist deshalb eine Gefahr für die Volksgesundheit. Das Thema „Suizidalität“ ist so wichtig, dass es an oberster Stelle dieser Übersicht steht.

  • 2.

    Mindestens genauso wichtig (und meist mit dem Thema Suizidalität verknüpft) sind Fragen zum Unterbringungsrecht bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz. Auch Fragen zum Betreuungsrecht finden sich in jeder zweiten mündlichen Prüfung.

  • 3.

    Ebenfalls an erster Stelle stehen mit 90–100 % Fragen zum weiteren therapeutischen Vorgehen, was von den Prüfern oft im Anschluss an die Diagnose erfragt wird. Hier geht es nicht nur um Psychotherapie, sondern häufig auch um Pharmakotherapie (z.B. durch Antidepressiva oder Neuroleptika), um Soziotherapie, um Krisenintervention bei Suizidalität oder darum, jemanden an einen Verhaltenstherapeuten abzugeben. Natürlich nutzen die Prüfer hier häufig die Gelegenheit, Sie ausführlicher nach Ihrer Art von Psychotherapie zu befragen.

  • 4.

    An zweiter Stelle stehen mit etwa 60–70 % Fallgeschichten oder Zusatzfragen zu den verschiedenen Arten von Depressionen: depressive Episode, Dysthymia, Anpassungsstörung, PTBS, depressive Syndrome bei Konsum oder Entzug von Alkohol oder Drogen, organisch oder hormonell bedingte Depressionen, Depressionen als Begleitsymptome anderer psychischer Erkrankungen.

  • 5.

    Ebenfalls an zweiter Stelle der Statistik (ca. 60–70 %) finden sich Fallgeschichten oder ergänzende Fragen, in denen es gilt, das Symptom Angst der entsprechenden Störung oder Erkrankung zuzuordnen: Dazu zählen z. B. Phobien, die generalisierte Angststörung, die Panikstörung, Anpassungsstörungen, die PTBS und Zwangsstörungen, die immer mit Angst gekoppelt sind (aus diesem Grund werden sie im US-amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-V unter den Angststörungen aufgeführt).

  • 6.

    An dritter Stelle (30–40 %) – wegen der Häufigkeit der Störung aber immer mehr zunehmend – stehen Demenzerkrankungen (Alzheimer Demenz; vaskuläre Demenz).

  • 7.

    Ebenfalls an dritter Stelle (30–40 %) finden sich Persönlichkeitsstörungen, die oft als Zweitdiagnose gefragt werden („Welche Persönlichkeitsstörung war evtl. vorher schon vorhanden?“). Auch Fallgeschichten zu Borderline sind bei den Prüfern beliebt.

  • 8.

    Etwa gleich häufig (ca. 30–40 %) finden sich Fallgeschichten, in denen körperliche Symptome im Vordergrund stehen (somatoforme oder dissoziative Störungen, somatisierte Depression etc.).

  • 9.

    An vierter Stelle (20–30 %) stehen Fragen und Fallgeschichten zu psychotischen Erkrankungen mit den Leitsymptomen Wahn, Halluzinationen, Illusionen und Ich-Störungen. Oft fragen die Prüfer ergänzend zur Fallgeschichte nach den Unterformen der Schizophrenie und – relativ häufig – nach Manie und Depression mit psychotischen Symptomen. Großen Wert legen die Prüfer hier auf die genauen Diagnosekriterien nach ICD-10.

  • 10.

    An fünfter und sechster Stelle (ca. 10 %) stehen Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge Eating) und psychotrope Substanzen wie Alkohol, Drogen und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine).

  • 11.

    Den Rest der Prüfungsthemen teilen sich Fragen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, zu kognitiven Störungen (außer Demenz, siehe Punkt 6) und zu ausgewählten neurologischen oder psychosomatischen Erkrankungen, die man mit psychogenen Störungen verwechseln könnte.

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