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B978-3-437-58366-7.00003-5

10.1016/B978-3-437-58366-7.00003-5

978-3-437-58366-7

Lösungsschlüssel

Zu 2.2.14 Kurztest 1

2.2.14.01 Organische depressive Störung als Folge einer Schilddrüsenunterfunktion. Typisch hierfür: keine Schlafstörungen, schuppige Haut, strohiges Haar, Tendenz zu frieren (F06.32). Lösungsschlüssel
2.2.14.02 Wahrscheinlichste Diagnose: Missbrauch von Aufputschmitteln (Amphetaminen), um „nächtelang durcharbeiten zu können“ im Wechsel mit Entzugsdepressionen (F15.0 und F15.3).
2.2.14.03 Medikamente wie Betablocker, Schmerzmittel, Anti-Rheumatika, Migränemittel, Anti-Baby-Pille oder Anti-Epileptika haben zur Folge, dass die Betroffenen an mehr oder weniger starken depressiven Verstimmungen leiden.
2.2.14.04 Entzugssymptome eines abrupten Absetzens von Benzodiazepinen (F13.3). Rebound-Effekt: Die Symptome, wegen denen das Medikament normalerweise gegeben wird, kommen beim Absetzen verstärkt wieder.
2.2.14.05 Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion. Maximale Zeitdauer: zwei Jahre (F43.21).
2.2.14.06 Drei depressive Episoden innerhalb von fünf Jahren: rezidivierende depressive Störung (F33).
2.2.14.07 Chronische, mehrere Jahre andauernde leichtere depressive Verstimmungen, die den Alltag kaum beeinträchtigen. Eine Dysthymia kann seit der ausgehenden Kindheit existieren, aber auch als Langzeitfolge eines traumatischen Ereignisses oder einer schweren depressiven Episode auftreten (F34.1).
2.2.14.08 Die früher öfter genannte Erschöpfungsdepression gibt es in der ICD-10 unter dieser Bezeichnung nicht mehr. Unter F32.9 ist es möglich, sie in das Raster der ICD-10 einzuordnen. Wesentlich häufiger stellen Ärzte in derartigen Fällen die Diagnose „Burnout“: eine Störung, bei der die körperliche Erschöpfung meist eine schwere Depression zur Folge hat. Körperlich finden sich oft Muskelschmerzen und Wirbelsäulenprobleme (als symbolhaften Ausdruck dafür, dass der Mensch nicht mehr alle Belastungen „tragen“ kann).
2.2.14.09 Organische depressive Störung als Folge einer Hirnverletzung (F06.32).
2.2.14.10 Wochenbettdepression: postpartale Depression, durch die Hormonumstellung nach der Geburt begünstigt (F53.0 oder F53.1).
2.2.14.11 Typische körperliche Begleitsymptome einer schweren Depression ohne auffällige psychische Symptomatik: somatisierte/larvierte Depression, bei der die depressiven Symptome vorwiegend über den Körper ihren Ausdruck finden. Im Gegensatz zur Somatisierungsstörung dauern die Beschwerden nicht viele Jahre lang an. Die Körpersymptome bleiben gleich, bei der Somatisierungsstörung wechseln sie häufig. Und es gibt häufig einen konkreten Auslöser, der bei der Somatisierungsstörung in der Regel nicht zu finden ist. In der ICD-10 unter F32.9 (Nicht näher bezeichnete depressive Episode) zu klassifizieren.
2.2.14.12 Dysphorische Stimmung nach Entzug von Stimulanzien, hier: Ecstasy (F15.3).

Zu 2.2.15 Kurztest 2

2.2.15.01 Agitierte Depression: Das Wort „agitiert“ bedeutet: Jemand ist motorisch unruhig (die Mutter rennt ziellos umher, kann sich nicht ruhig hinsetzen) und gedanklich (innerlich) „erregt“. Die Betroffenen können ihre pessimistischen Gedanken nicht abschalten (gedankliches Hamsterrad) und reden jammernd und klagend ständig über ihre Beschwerden. Früher hieß die agitierte Depression deshalb „Jammerdepression“. In der ICD-10 ist die Agitiertheit in den Diagnosekriterien einer depressiven Episode enthalten (F32.1 oder F32.2).
2.2.15.02 Borderline-Persönlichkeitsstörung: Viele Borderliner haben kurzzeitige depressive Einbrüche, manche auch rezidivierende (sich wiederholende) mittelgradige oder schwere depressive Episoden (F60.31).
2.2.15.03 Phasenhafter Wechsel von Manie und Depression. Diagnose: Bipolare Störung, augenblicklich schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F31.4).
2.2.15.04 Amotivationales Syndrom: Null-Bock-Mentalität als Folge von Marihuana. Der Heißhunger und die gerötete Bindehaut nach THC-Konsum sind deutliche Hinweise (F12.0).
2.2.15.05 Typische Symptome einer schweren depressiven Episode (früher: endogene Depression) (F32.2).
2.2.15.06 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3), hier: Halluzinationen in Du-Form, die zur Stimmung passen (stimmungskongruent: synthym).
2.2.15.07 Psychosoziale Belastungssituation (Verlust des eigenen Heims), als Folge davon Ängste und depressive Symptome → Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (F43.22).
2.2.15.08 Menschen mit einer Demenz, z. B. Morbus Alzheimer, haben häufig eine depressive Begleitsymptomatik (F00.13).
2.2.15.09 Schizophrenia simplex. Wichtig für die Diagnose: Der Mann hat trotz entsprechender Intelligenz keine seiner Ausbildungen abgeschlossen (ICD-10: Abnahme der beruflichen Leistungsfähigkeit); er hat Probleme im sozialen Bereich (ICD-10: Deutlicher Verfall sozialer Bezüge) und seine Mutter hatte eine Psychose: Die Schizophrenia simplex findet sich häufig bei einer familiären Belastung durch Schizophrenie oder sonstige psychotische Erkrankungen (F20.6).
2.2.15.10 Der junge Mann leidet seit Jahren an einer Dysthymia (F34.1), zu der sich nun eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.2) gesellt hat. Im US-amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-IV heißt diese Erkrankung „Double Depression“: doppelte Depression.
2.2.15.11 Viele Bulimikerinnen und Anorexiepatientinnen leiden gleichzeitig unter oft schweren Depressionen. Aus Berichten von Betroffenen lässt sich ersehen, dass durch das Essen und die damit verbundene Serotoninausschüttung die depressive Symptomatik reduziert wird. Bei der Magersucht scheint die körpereigene „Drogenausschüttung“ durch das extreme Hungern die depressive Symptomatik zeitweise zu lindern.
2.2.15.12 Die Dysmorphophobie ist oft gekoppelt mit einer mittelgradigen oder schweren Depression, bei der die Betroffenen oft das Gefühl haben, minderwertig oder hässlich zu sein. Da eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion nach ICD-10 maximal zwei Jahre andauern darf, kommt hier diagnostisch nur eine lang andauernde (chronische) depressive Episode (wahrscheinlich mittelgradig, F32.1) in Frage.

Zu 2.3.9 Kurztest 3

2.3.9.01 Carla hat Angst, jemand anderen mit spitzen Gegenständen zu verletzen. Das ist ein typisches (und häufig gefragtes) Beispiel für Zwangsgedanken, die große Angst machen und zu einem entsprechenden Vermeidungsverhalten führen (F42.0: Zwangsstörung, vorwiegend Zwangsgedanken).
2.3.9.02 Carla hat Angst, dass sie selbst durch spitze Gegenstände verletzt werden könnte und zeigt eine dazu passende Angstreaktion – ein typisches Beispiel für eine spezifische (isolierte) Phobie (F40.2).
2.3.9.03 Die Agoraphobie beinhaltet nicht nur die Angst vor Plätzen, sondern auch die in der Fallgeschichte beschriebene Angst vor Menschenmengen (F40.0).
2.3.9.04 Klaustrophobie: spezifische Phobie (F40.2).
2.3.9.05 Symptome einer akuten Belastungsreaktion, kombiniert mit Wahn, emotionalem Aufgewühltsein und Verkennung von Personen und Orten. Das sind typische Symptome einer akuten vorübergehenden psychotischen Störung (F23).
2.3.9.06 Typische Symptome einer emotionalen Störung mit Trennungsangst des Kindesalters (F93.0). Häufige Zusatzsymptome: Weigerung, ohne die Bezugsperson schlafen zu gehen, Angst davor, allein zu Hause zu sein, Angst vor einer Trennung von der Bezugsperson durch Verlorengehen oder Kidnappen, wiederholtes Auftreten somatischer Symptome (Bauchschmerzen, Erbrechen) bei Trennungssituationen (z. B. Verlassen des Hauses).
2.3.9.07 Die Panikattacken treten ohne erkennbaren äußeren Anlass auf. Dies ist das wichtigste Merkmal einer anhaltenden Panikstörung. Auch nächtliche Angstanfälle ohne ersichtlichen Grund zählen zur Panikstörung (F41.0). Nicht verwechseln mit Panikattacken: Diese können bei jeder Art von Angststörung auftreten; sie sind ein Symptom, keine Angsterkrankung.
2.3.9.08 Generalisierte Angststörung (F41.1) Frau K. hat „frei flottierende“ Ängste vor vielen verschiedenen Dingen und Situationen. Typisch in diesem Zusammenhang: die Angst oder Sorge, dass sie selbst oder ein Angehöriger demnächst erkranken könnte.
2.3.9.09 Walter H. hat einen Flashback zu einem Unfall, bei dem er Todesangst hatte und später mit dem Tod rang. Die lange Linkskurve ist der „Trigger“ für die unbewusste Rückerinnerung und die damit verbundene Angst. Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) (F43.1).
2.3.9.10 Zwangsgedanken: die Möglichkeit, sich mit EHEC zu infizieren. Daraus resultierende Zwangshandlungen: ständiges Händewaschen, Desinfizieren, Rückzug von Situationen, in denen sie sich infizieren könnte (F42.2).
2.3.9.11 Postoperatives Delir (agitiert) mit Wahn und großer Angst (F05: Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt).
2.3.9.12 Typische Symptome einer sozialen Phobie (F40.1). In unserem Fall steht das Telefon für Kontakt mit dem Chef oder den Mitarbeitern. Häufige Zusatzsymptome: Erröten, Zittern, Vermeiden von Blickkontakt und Harn- oder Stuhldrang.

Zu 2.3.10 Kurztest 4

2.3.10.01 Verdacht auf Hirntumor: Bei Hirntumoren sind die Kopfschmerzen die Folge eines erhöhten Drucks im Schädelinneren, da das Gehirn dem wachsenden Tumor nur bedingt ausweichen kann. Typisch für Kopfschmerzen bei einer solchen Druckerhöhung im Schädelinnern ist ihr verstärktes Auftreten während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden, während sich die Symptome im Verlauf des Tages spontan bessern. Dies lässt sich dadurch erklären, dass während der Nacht ein erhöhtes Blutvolumen im Gehirn zu einer Volumenzunahme im Schädelinnern führt, die im Laufe des Tages wieder abnimmt. Viele Betroffene haben plötzlich unerklärliche Ängste, manche auch neuronale Ausfallerscheinungen (hier: das Fallenlassen der Tasse).
2.3.10.02 Bei der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (F60.6) wünschen die Betroffenen sich eine enge Beziehung, Sexualität und Familie, fühlen sich aber unattraktiv oder minderwertig und haben deshalb Angst, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden. Nicht verwechseln mit der schizoiden Persönlichkeitsstörung: Da legen die Betroffenen keinen Wert auf enge Freundschaften oder sexuelle Beziehungen.
2.3.10.03 Panikartige Angst in Zusammenhang mit einem Alkoholentzugsdelir (F10.4). Die Situation entstammt dem französischen Fernsehfilm „Un singe sur le dos“ („Heute habe ich nicht getrunken“).
2.3.10.04 Karin S. hat Angst, körperlich entstellt zu sein, sie leidet unter Dysmorphophobie (ICD10: Körperdysmorphophobe Störung), einer Sonderform der hypochondrischen Störung (F45.2).
2.3.10.05 Hypochondrische Störung (F45.2) mit Konzentration auf eine oder zwei (nicht häufig wechselnde) schwere körperliche Erkrankungen. Die beharrliche Beschäftigung mit der angeblichen Erkrankung ist in der Regel mit Angst verbunden.
2.3.10.06 In Zusammenhang mit dem Herzangstsyndrom finden sich oft Auslöser, die mit einer imaginierten oder echten Trennung oder dem Tod eines nahestehenden Menschen zu tun haben. Die Betroffenen haben kein erhöhtes Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken. Die genaue Definition nach ICD 10 lautet: Somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3) (hier: Herz und kardiovaskuläres System).
2.3.10.07 Die panikartige Angst vor dem Verlassenwerden ist ein Leitsymptom der Borderline-Störung. Dazu kommen Suizidgedanken, die mangelnde Impulskontrolle und der Wechsel der Stimmungslage (F60.31)
2.3.10.08 Die Lehrerin hat Symptome von Angst und Depression als Folge einer psychosozialen Belastungssituation. Sie hat die für diese Situationen typischen Zukunftsängste, aber auch Störungen von Schlaf, Gedächtnis und Konzentration in Verbindung mit Schuldgefühlen. Die wahrscheinlichste Diagnose: Anpassungsstörung, Angst und Depression gemischt (F43.22). Differenzialdiagnostisch sollte eine depressive Episode ausgeschlossen werden.
2.3.10.09 Der Mann hat seit sechs Wochen (wichtig!) einen Beeinflussungswahn in Verbindung mit imperativen (befehlenden) Stimmen. Aufgrund des Zeitkriteriums (für Schizophrenie mindestens vier Wochen) ist die wahrscheinlichste Diagnose eine paranoide Schizophrenie (F20.0).
2.3.10.10 Benzodiazepin-Entzugs-Syndrom (F13.3): Beim abrupten Entzug von Benzodiazepinen leiden die Betroffenen oft unter großen Ängsten, schweren Depressionen, manchmal auch optischen Halluzinationen. In einem Teil der Fälle kommt es zu einem Entzugsdelir mit der Gefahr von zerebralen Krampfanfällen.
2.3.10.11 Typische Symptome einer mittelgradigen oder schweren depressiven Episode, die nahezu immer mit Ängsten gekoppelt ist (F32.1 oder 32.2).
2.3.10.12 Die ICD-10 fragt nicht danach, welche Ursache eine psychische Störung haben könnte, sondern listet einfach die Symptome auf. In unserem Fall: wiederholte Panikattacken ohne ersichtlichen Auslöser (nicht vorhersehbar). Diagnose: Anhaltende Panikstörung (F41.0).

Zu 2.4.14 Kurztest 5

2.4.14.01 Hypochondrische Störung (F45.2): Der Mann hat Angst vor einem Herzinfarkt und missdeutet normale vegetative Symptome als erste Vorboten eines Herzanfalls. Er leidet unter Hypochondrie, der anhaltenden Befürchtung, an einer schweren Erkrankung zu leiden. Nicht verwechseln mit dem Herzangstsyndrom, bei dem die Betroffenen die Symptome eines Herzanfalls (Panik, Schmerzen in der Brust, Todesangst etc.) stark körperlich erleben.
2.4.14.02 Somatisierungsstörung (F45.0): Die 28-Jährige hat seit vielen Jahren wechselnde Beschwerden (keine extremen Schmerzen!) an verschiedenen Organen oder verschiedenen Stellen des Körpers. Nicht verwechseln mit der somatoformen Schmerzstörung, bei der die Betroffenen an einer Stelle des Körpers einen extremen Schmerz verspüren.
2.4.14.03 Rainer F. hat fünf von acht Symptomen eines somatischen Syndroms: die psychomotorische Hemmung, das Früherwachen, den Verlust von Freude und Interesse, das Gefühl der Gefühllosigkeit, den Libidoverlust. Die wahrscheinlichste Diagnose: mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom. Nicht verwechseln mit der larvierten Depression, bei der die körperlichen Symptome so stark im Vordergrund stehen, dass die depressive Symptomatik auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist (F32.11).
2.4.14.04 Die Rückenschmerzen, das brennende Druckgefühl im Brustbereich, die Atemprobleme und die Muskelschmerzen sind andauernd vorhanden, wechseln also nicht wie bei der Somatisierungsstörung. Überdies gibt es einen Auslöser für die Beschwerden: Die Frau hat auf die Trennung offensichtlich mit einer depressiven Episode reagiert, die sie vorwiegend über den Körper ausdrückt. Wahrscheinlichste Diagnose: larvierte/somatisierte Depression (in der ICD-10 unter F32.8: Sonstige depressive Episoden). Differenzialdiagnostisch wäre an eine Anpassungsstörung zu denken, doch da sind die körperlichen Symptome weniger stark ausgeprägt. Wichtig zu wissen: Bei einer larvierten Depression mit ausgeprägter körperlicher Symptomatik verschwinden die körperlichen Symptome nach Gabe von Antidepressiva. Bei einer somatoformen Schmerzstörung oder einer Somatisierungsstörung helfen Antidepressiva nicht oder nur wenig.
2.4.14.05 Herzangstsyndrom/Herzangstneurose: Die Störung wird oft durch Trennungserlebnisse oder die Nachricht von einem Herztod im näheren Umfeld ausgelöst. Da das Herzangstsyndrom vorwiegend durch eine Störung des vegetativen (autonomen) Nervensystems verursacht wird, zählt die Erkrankung zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen. Genaue Diagnose nach ICD-10: Somatoforme autonome Funktionsstörung des Herzens (F45.30). Wichtig zu wissen: Im US-amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-IV existiert das Herzangstsyndrom nicht. Dort wird es als Sonderfall der Panikstörung diagnostiziert.
2.4.14.06 Schmerzen im linken Arm haben meist mit dem Herzen zu tun. Oft kündigt sich auf diese Weise ein Herzinfarkt an; auch ein Anfall im Rahmen einer Angina pectoris strahlt in den linken Arm aus. Da eine organische Ursache auszuschließen ist, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine psychisch bedingte Angina pectoris nervosa. Diagnose nach ICD-10: Somatoforme autonome Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems (F45.30).
2.4.14.07 Konversionsstörung: Die Körpersymptome drücken symbolhaft den Konflikt oder auch die Belastung der jungen Frau aus: Die Belastung ist so groß, dass ihre Beine sie nicht mehr tragen, sie wird ohnmächtig. Die junge Thailänderin möchte eigentlich zurück in die Heimat, gleichzeitig fühlt sie sich verpflichtet, in Deutschland zu bleiben. Wenn der Impuls zu gehen kommt, löst sie den Konflikt durch Lähmung der Beine und Zusammenbrechen. Diagnose nach ICD-10: Dissoziative Bewegungsstörung (F44.4, früher: Konversionsstörung).
2.4.14.08 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4): Die Schmerzen konzentrieren sich auf einen Körperteil, die Wirbelsäule, die auf Arme und Beine ausstrahlt. Die Schmerzen dauern länger als sechs Monate an und werden als quälend empfunden. Oft findet sich – wie in unserem Fall – ein Auslöser für das Schmerzsyndrom. Nicht verwechseln mit der Somatisierungsstörung: Da sind die Beschwerden (nicht immer Schmerzen!) häufig wechselnd, werden nicht als quälend empfunden und es gibt keinen Zusammenhang mit einer konkreten Auslösesituation.
2.4.14.09 Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die oft mit Müdigkeit und depressiven Verstimmungen gekoppelt ist.
2.4.14.10 Hyperventilationssyndrom (früher: tetanischer Anfall/Hyperventilationstetanie; „tetanisch“: starrkrampfartig). Da das krampfhafte Atmen durch das vegetative Nervensystem verursacht wird, zählt das Hyperventilationssyndrom in der ICD-10 zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen, hier: des Atmungssystems, also des „respiratorischen Systems“(F45.33).
2.4.14.11 Der Verlust der Sprache bei Helga H. ist psychisch bedingt, es gibt keine Hinweise auf eine hirnorganische Ursache, wie z. B. einen Schlaganfall. Ein psychisch bedingter Sprachverlust (psychogene Aphonie) ist ein Sonderfall der dissoziativen Bewegungsstörungen (F44.4), mit der Vorstellung, dass die Sprechmuskeln kurzzeitig gelähmt sind.
2.4.14.12 Irene H. leidet an extremen Schmerzen in einem Körperteil (hier: dem Genitalbereich) ohne hinreichende medizinische Erklärung. Das Verhalten ihres Ex-Mannes kann als auslösender Faktor für die Schmerzen gelten. In vielen ähnlichen Fällen lassen sich Erfahrungen von körperlicher oder sexueller Gewalt in der frühen Kindheit nachweisen. Diagnose nach ICD-10: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4).

Zu 2.5.14 Kurztest 6

2.5.14.01. Der 30-Jährige hat eine soziale Phobie, keine Persönlichkeitsstörung! Er hat massive Angstanfälle, kein ängstlich-vermeidendes Sozialverhalten. Ganz wichtig: Es gibt keinen Hinweis, dass die Symptome seit der Adoleszenz durchgehend vorhanden sind (F40.1).
2.5.14.02 Die Frau kommt nicht freiwillig: Sie hat also keinen Leidensdruck und auch kein Krankheitsgefühl. Sie hat zwar zwanghafte Denk- und Verhaltensweisen, ist aber stolz auf ihr Verhalten: Sie hat eine zwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung (F60.5), die man leicht mit einer Zwangsstörung (Zwangserkrankung) verwechseln kann.
2.5.14.03 Martina S. hat typische Merkmale einer abhängigen (dependenten) Persönlichkeitsstörung. Die Betroffenen überlassen wichtige Entscheidungen anderen Menschen, fragen ständig andere um Rat und haben große Angst vor dem Verlassenwerden (F60.7).
2.5.14.04 Jochen K. arbeitet am liebsten allein, hat kein Interesse an sozialen Kontakten, ist unfähig, sich auf andere einzustellen und – ganz wichtig – hat kein Interesse an sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen. Die Symptome bestehen seit der Kindheit und Jugend. Jochen K. hat diverse Merkmale einer schizoiden Persönlichkeitsstörung (F60.1).
2.5.14.05 Der Lehrer ist extrem misstrauisch, streitsüchtig, fühlt sich angegriffen und verfolgt und zeigt andere wegen Geringfügigkeiten an – typische Merkmale einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (F60.0, „paranoid“ heißt im Englischen auch: misstrauisch).
2.5.14.06 Der Student leidet an einer Zwangserkrankung (F42) mit den dafür typischen Merkmalen (z. B. panikartige Angst, wenn der Zwangshandlung nicht nachgegeben wird): keine Persönlichkeitsstörung!
2.5.14.07 Das fehlende Schuldbewusstsein und die wiederholte Missachtung von sozialen Normen und Regeln bestehen seit der Kindheit. Diagnose: Dissoziale (DSM-IV: antisoziale) Persönlichkeitsstörung (F60.2).
2.5.14.08 Um den Borderline-Typ vom impulsiven Typ der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung abzugrenzen, sind einige Symptome besonders wichtig, vor allem die auffällige Angst vor dem Verlassenwerden, das Gefühl der inneren Leere und die Tendenz, sich in Konfliktsituationen selbst zu verletzen oder sich umzubringen. Auch der Wechsel von Depression und Aggression ist hierfür typisch. Genaue Diagnose nach ICD-10: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (F60.31).
2.5.14.09 Der Mann hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, die in der ICD-10 nicht direkt aufgeführt ist. Sie wird gewöhnlich unter der Rubrik F60.8 (Andere spezifische Persönlichkeitsstörung) eingeordnet. Im US-amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-IV finden sich u. a. folgende Merkmale: ständiges Bedürfnis, die eigene Größe und Bedeutung darzustellen, ständige Suche nach Selbstbestätigung, z. B. durch elegante Kleidung oder sexuelle „Seitensprünge“, Hervorhebung der eigenen Leistungen und Fähigkeiten, übersteigertes Anspruchsdenken (nur der beste Therapeut ist gut genug für mich), Mangel an Empathie (ist nicht fähig, die Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrnehmen und sich entsprechend zu verhalten).
2.5.14.10 Typische Merkmale einer histrionischen (früher: hysterischen) Persönlichkeitsstörung mit theatralischem Auftreten (ital. „histrio“: Schauspieler), übertriebenem Ausdruck von Gefühlen und dem Bedürfnis, in Erscheinung und Verhalten attraktiv und verführerisch zu sein (F60.4).
2.5.14.11 Die Frau neigt zur Überbetonung von Risiken in Alltagssituationen, hat ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis und meidet die sozialen Aktivitäten ihres Freundes – aus Angst, „unangenehm aufzufallen.“ Die Frau hat offensichtlich eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (F60.6).
2.5.14.12 Holger B. ist zwar emotional instabil, es fehlen jedoch die für Borderline typischen Zusatzsymptome. Deshalb die Diagnose: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ (F60.30). Wichtig für die Prüfung: Nicht jeder mit der Tendenz zu Wutausbrüchen, impulsiven Reaktionen und launischem Verhalten ist automatisch Borderliner (2.5.14.08)!
2.5.14.13 Der Student hat Angst vor vielen Dingen, die sich durch seine neue Lebenssituation verstärkt hat. Er leidet an einer generalisierten Angststörung (F41.1), die offensichtlich schon in der Kindheit vorhanden war und dort als generalisierte Angststörung des Kindesalters (F93.80) zu diagnostizieren wäre. Bei einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung ständen nicht die Ängste im Mittelpunkt, sondern die übertriebene Sorge, sozial unbeholfen zu sein oder in sozialen Situationen abgelehnt zu werden.
2.5.14.14 Der Mann von Helga F. hat eine andere Variante einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (siehe 2.5.14.09): Er kann sich nicht in seine Frau einfühlen, denkt nur an sich, ist nach außen hin „der Kavalier in Person“ und lehnt jede Therapie ab, weil er sich in seinen Augen völlig normal und richtig verhält (F60.8).

Zu 2.6.8 Kurztest 7

2.6.8.01 Die Vorstellung, die Konkurrenz habe es auf ihn abgesehen, ist durchaus nachvollziehbar, erst im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass es sich um einen Wahn handelt. Schizophrene Symptome sind nicht vorhanden, außerhalb der vom Wahn besetzten Situationen verhält der Restaurantbesitzer sich normal. Diagnose: Anhaltende (mindestens drei Monate andauernde) wahnhafte Störung (F22.0).
2.6.8.02 Dass Carola von den beiden Jungs Botschaften über das Fernsehen empfängt und nachts offensichtlich ihre Stimmen hört, weist auf eine beginnende Schizophrenie hin, obwohl die Lehrerin gute soziale Kontakte pflegt, offensichtlich noch unterrichtet und keine formalen Denkstörungen zeigt. Die Wahnwahrnehmung im letzten Satz („das merke ich an den eingedrückten Kissen“) ist ein weiterer deutlicher Hinweis auf eine sich anbahnende paranoide schizophrene Erkrankung (F20.0).
2.6.8.03 Die Frau hat nach einem extrem belastenden Erlebnis eine kurzzeitige psychotische Episode mit ausgeprägten Wahnideen. Die psychotische Episode bildet sich innerhalb einer Woche zurück, deshalb die Diagnose: Akute psychotische Störung (F23).
2.6.8.04 Manische Symptomatik nach Zyankalivergiftung. Wahrscheinlichste Diagnose: Organische (durch die Vergiftung verursachte) manische Störung (F06.30). Differenzialdiagnostisch könnte eine bipolare Störung in Frage kommen, die schon vor dem Suizidversuch bestanden hat.
2.6.8.05 Die junge Frau hat einen Größen- und Sendungswahn in Zusammenhang mit einer manischen Episode (wahnhafte Manie). Diagnose nach ICD 10: Manie mit psychotischen Symptomen (F30.2).
2.6.8.06 Symptome einer schweren depressiven Episode mit Schuldwahn. Diagnose: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3).
2.6.8.07 Delir (= Durchgangssyndrom) als Folge der Schädel-Hirn-Verletzung mit Vergiftungs- und Verfolgungswahn (F05: Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotropen Substanzen bedingt).
2.6.8.08 Wochenbettpsychose: postpartale Psychose mit religiösem Wahn. Im Fernsehfilm „Vergeben, nicht vergessen“ entwickelt eine Mutter nach der Geburt ihres ersten Kindes die Vorstellung, das Ende der Welt stehe bevor. Eine göttliche Stimme habe ihr gesagt, dass in Bälde Feuerstürme über die Erde kämen, Flüsse über die Ufer treten würden und alles Leben auf der Erde zerstört werde. Um ihrem Sohn Paul dies zu ersparen, hat sie ihn wenige Tage nach der Geburt mit einem Kissen erstickt (F53.1).
2.6.8.09 Im Rahmen einer Demenz entwickeln manche Betroffene einen Bestehlungs- oder Vergiftungswahn. Diagnose: Demenz mit zusätzlichen Symptomen, vorwiegend wahnhaft (F00.01).
2.6.8.10 Keine Symptome von Wahn in der Fallgeschichte. Es handelt sich um typische Wahrnehmungsstörungen (Illusionen und Halluzinationen) in Zusammenhang mit einer LSD-Intoxikation (F16.04).

Zu 2.7.8 Kurztest 8

2.7.8.01 Das Rauschen des Wassers ist vorhanden. Wenn der Betroffene darin eine Stimme hört, ist dies eine (akustische) illusionäre Verkennung, keine Halluzination.
2.7.8.02 Keine Halluzination, denn der Baum und die Blätter sind real vorhanden und werden als etwas anderes verkannt. Es handelt sich um optische Illusionen, also optische illusionäre Verkennungen im Rahmen einer akuten Cannabinoidintoxikation (Haschischrausch) (F12.0).
2.7.8.03 Keine Halluzinationen, sondern sich aufdrängende innere Bilder (Nachhallerinnerungen) in Zusammenhang mit einer PTBS (F43.1).
2.7.8.04 Personenverkennung (optische illusionäre Verkennung) bei postoperativem Delir (F05).
2.7.8.05 Übergroße optische Halluzinationen sind typisch für ein Benzodiazepinentzugsdelir (F13.4). Die Diagnose wird gestützt durch die zunehmende Schlaflosigkeit und die psychomotorische Unruhe. Offensichtlich hat die 74-Jährige regelmäßig Schlafmittel genommen, die in der Klinik nicht mehr zur Verfügung standen.
2.7.8.06 Der demenzkranke Vater hält die Personen im Fernsehen für lebendige Personen in seinem Wohnzimmer. Es handelt sich um Personenverkennung im Spätstadium einer Demenz, wahrscheinlich Morbus Alzheimer (F00.12).
2.7.8.07 Geruchshalluzinationen sind typisch für Schizophrenie, auch wenn sie ein Zweitrangsymptom sind. Zusammen mit dem Verfolgungswahn ist die wahrscheinlichste Diagnose: Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie (F20.0).
2.7.8.08 Die optischen Halluzinationen in Verbindung mit den rasch wechselnden emotionalen Zuständen sprechen für eine akute polymorphe (vielgestaltige) psychotische Störung (F23.0).
2.7.8.09 Keine Wahrnehmungsstörung: Die Frau deutet das Picken des Vogels im Sinn ihres Wahns um – dies ist eine Wahnwahrnehmung. Die Wahnwahrnehmung ist keine Wahrnehmungsstörung, sondern eine Form des Wahns.
2.7.8.10 Taktile Halluzinationen dieser Art treten vor allem bei einer Überdosierung von Kokain auf. Es ist die Folge der betäubenden Wirkung des Kokains auf das periphere Nervensystem. In Userkreisen spricht man in diesem Zusammenhang von „Kokainwanzen“.
2.7.8.11 Es handelt sich um akustische Halluzinationen, genauer kommentierende dialogische Stimmen, die in der dritten Person über den Patienten reden oder sein Verhalten kommentieren. Die kommentierenden dialogischen Stimmen sind ein Erstrangsymptom für die paranoide Schizophrenie (F20.0).
2.7.8.12 Die „göttliche Stimme“ ist eine akustische Halluzination, die befehlend oder in Du-Form zu ihm spricht. Diagnose: Manie mit psychotischen Symptomen (F30.2).
2.7.8.13 Zwei Dinge kommen zusammen: Der Mann ist langjähriger Alkoholiker und die Stimmen reden im Chor zu ihm, er fühlt sich von ihnen bedroht (Bedrohungswahn). Diagnose: Alkoholhalluzinose. In der ICD-10 findet sich stattdessen die Bezeichnung „Psychotische Störung durch Alkohol“ (F10.5).
2.7.8.14 Akustische Halluzinationen in Du-Form finden wir bei der Schizophrenie, bei der Manie, bei schweren Depressionen und bei schizo-affektiven Psychosen. Die Zusatzsymptomatik gibt einen Hinweis auf die Diagnose. In unserem Fall: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3).
2.7.8.15 Es handelt sich um typische Wahrnehmungsstörungen (Illusionen und Halluzinationen) in Zusammenhang mit einer LSD-Intoxikation (F16.04: Akute Halluzinogenintoxikation).

Zu 2.8.5 Kurztest 9

2.8.5.01 Die Diagnosekriterien für Binge Eating: mindestens sechs Monate lang zweimal pro Woche. Das trifft hier zu: Der Mann ist seit acht Monaten nur am Wochenende zu Hause, sie fühlt sich seit dieser Zeit mit den beiden Kindern alleingelassen. Diagnose nach ICD-10: Essattacken bei anderen psychischen Störungen (F50.4).
2.8.5.02 Die Essanfälle sind nicht zweimal pro Woche, mindestens drei Monate lang. Alle anderen Symptome sind typisch für Magersucht. Also: Anorexia nervosa, bulimischer Typ (F50.01) (Anorexie mit aktiven Maßnahmen zur Gewichtsabnahme: aktive Form der Anorexie).
2.8.5.03 Es gibt einen psychosozialen Auslöser, der eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (F43.20) zur Folge hat. Im Rahmen der depressiven Symptomatik ist ein Mangel an Appetit, damit verbunden eine Gewichtsabnahme ein mögliches und auch häufiges Symptom.
2.8.5.04 Bulimia nervosa (F50.2): Störungen des Elektrolythaushalts (z. B. Kaliummangel) können u. a. Herzrhythmusstörungen und Schwindelanfälle zur Folge haben. Bei männlichen Jugendlichen ist oft das Bedürfnis nach einem schlanken und doch muskulösen Körper die Ursache für Ess-Brech-Attacken. Mindestdauer nach ICD-10: mindestens drei Monate lang zweimal pro Woche. Zeitkriterium ist hier gegeben.
2.8.5.05 Keine Essstörung! Sehr wahrscheinlich organische Verursachung. Magersüchtige haben kein Krankheitsgefühl, keine Krankheitseinsicht und eine Körperschemastörung. Dies alles ist hier nicht gegeben, also schnellstmöglich zu einem Facharzt (Internist) mit Verdacht auf eine körperliche Erkrankung, z. B. einen Tumor im Magen-Darm-Bereich.
2.8.5.06 Der Tod der Mutter war in diesem Fall Auslöser für eine schwere depressive Episode, viele hierfür typische Symptome. Da Volker nicht mehr in die Schule gehen kann, handelt es sich ziemlich sicher um eine schwere depressive Episode (F32.2).
2.8.5.07 Bulimia nervosa (F50.2). Die Magenschmerzen und das Sodbrennen sind Folgeerscheinungen des häufigen Erbrechens, das auch die Hormonproduktion beeinflusst und deshalb häufig eine Amenorrhö zur Folge hat. Das Ausbleiben der Regelblutung ist allerdings meist nicht so ausgeprägt und lang andauernd wie bei der Anorexie. Die Hamsterbäckchen sind eine Folge der entzündeten Speicheldrüsen, die Schwielen an den mittleren drei Fingern sind eine Folge des selbst induzierten Erbrechens durch Hineinstecken der Hand bzw. der mittleren Finger. Tritt meist nur auf, wenn die Bulimie sich über mehrere Jahre erstreckt.
2.8.5.08 Anorexia nervosa ohne Erbrechen oder Verwendung von Laxantien (Abführmitteln): Anorexie ohne aktive Maßnahmen zur Gewichtsabnahme (asketischer Typ der Anorexie, F50.00).
2.8.5.09 Die unerträglichen Spannungen, die extreme Angst vor dem Verlassenwerden und das Ritzen sind Hinweise auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die unkontrollierbaren Essanfälle sind in diesem Zusammenhang Ausdruck der für Borderline typischen mangelnden Impulskontrolle (F60.31).
2.8.5.10 Keine Störung des Essverhaltens. Die Frau leidet an Adipositas, hat aber keine Fressanfälle, leidet demzufolge auch nicht an Binge Eating. Für das Übergewicht kann z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Hormonstörung oder eine Störung des Kortisolhaushalts verantwortlich sein.

Zu 2.9.10 Kurztest 10

2.9.10.01 Typische Symptome der Alkoholhalluzinose sind akustische Halluzinationen, meist bedrohliche Stimmen, die den Betroffenen Angst machen. Die Patienten sind – wie bei der organischen Halluzinose – bewusstseinsklar und voll orientiert. Die Alkoholhalluzinose tritt in der Regel ohne Entzug nach langjährigem Alkoholmissbrauch auf. In der ICD-10 findet sich die Erkrankung unter F10.52: Alkoholbedingte psychotische Störung, vorwiegend halluzinatorisch.
2.9.10.02 Beginnendes Alkoholkontinuitätsdelir. Da der Konsum nicht abrupt abgesetzt wird, sind zunächst nicht alle Symptome eines Delirs voll ausgeprägt: Der Mann ist bewusstseinsklar und voll orientiert, wirkt aber unruhig und ängstlich und hat optische Halluzinationen (F10.04).
2.9.10.03 Kurze drogeninduzierte Psychose, in diesem Fall als Folge einer Cannabisintoxikation. Muskelschwäche oder gar ein Versagen der Muskeltätigkeit ist eine körperliche Folge der Überdosierung von THC. Dazu kommen in unserem Fall Angstzustände und optische Halluzinationen bzw. Illusionen, die nach einigen Stunden abklingen (F12.0).
2.9.10.04 Abhängigkeitssyndrom (F10.2) mit den Symptomen Craving, Toleranzentwicklung mit Dosissteigerung, Vernachlässigung wichtiger Interessensbereiche und Kontrollverlust (vergeblicher Versuch, die Trinkmenge zu reduzieren).
2.9.10.05 Die Schlafprobleme sind ein Hinweis, dass die Frau wahrscheinlich regelmäßig Schlaf- oder Beruhigungsmittel nimmt. Die Gang- und Gleichgewichtsstörungen (als Folge davon der Sturz), die Konzentrationsprobleme, die Teilnahmslosigkeit (Apathie) und die verwaschene Sprache sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Folgen eines hochdosierten Dauerkonsums von Benzodiazepinen (F13.1).
2.9.10.06 Symptome eines pathologischen Rauschs (F10.07): durch geringe Mengen ausgelöst, persönlichkeitsfremde Handlungen (verbal oder körperlich aggressiv) im Rausch, der nur kurz andauert, Terminalschlaf, Amnesie für die Dauer des Rauschs.
2.9.10.07 Für ein Cannabis-Entzugs-Syndrom (F12.3) nach langjährigem Cannabiskonsum gibt es in der ICD-10 nur spärliche Hinweise. Betroffene berichten von einer kurzzeitigen, ein bis zwei Tage andauernden Euphorie, die dann von Symptomen wie den hier beschriebenen abgelöst werden. Besonders häufig: Schlafstörungen, Schweißausbrüche, innere Unruhe, Reizbarkeit, Ängste und Muskelschmerzen.
2.9.10.08 Verdacht auf ein Benzodiazepinentzugssyndrom mit beginnendem Delir (F13.31). Wegen der längeren Halbwertzeit der meisten Beruhigungsmittel treten die Symptome später auf als beim Alkoholentzugsdelir (hier nach sechs Tagen). Typisch sind die überlebensgroßen optischen Halluzinationen, begleitet von einem Zittern der Hände und Schlaflosigkeit. Weitere Symptome wie Bewusstseins- und Orientierungsstörungen können verzögert auftreten und sollten durch Fragen verifiziert werden.
2.9.10.09 Typische Symptome eines durch Cannabismissbrauch verursachten Passivitätssyndroms, das in der Literatur auch als „amotivationales Syndrom“ bezeichnet wird: Null-Bock-Mentalität; Vernachlässigung von Hobbys und Freizeit, stattdessen Kiffen mit einigen wenigen „Kumpels“, Vernachlässigung des Lernens und der Alltagspflichten. In der Regel verbunden mit kognitiven Einbußen (Konzentration, Gedächtnis, Verlangsamung des Denkens und der Sprache), die in dieser Fallgeschichte nicht erwähnt werden (F12.1).
2.9.10.10 Durch halluzinogene Pilze („magic mushrooms“) kann bei entsprechender genetischer Disposition eine Psychose ausgelöst werden. In unserer Fallgeschichte gibt es keine Zeitangaben – es handelt sich zunächst also um eine akute schizophrenieforme psychotische Störung (F23.2), die durch den Konsum von Drogen ausgelöst wurde. Sollte die Psychose länger als vier Wochen andauern, wäre die veränderte Diagnose: Paranoide Schizophrenie (drogeninduziert).
2.9.10.11 Typische Symptome eines Alkohol-Entzugs-Delirs (F10.3). Da bei lang andauerndem Alkoholkonsum die Blutgerinnung beeinträchtigt wird, haben die Betroffenen oft blaue Flecken, die schwer abheilen. Auch bei Wunden oder leichteren Verletzungen wird durch den Alkoholkonsum der Heilungsprozess beeinträchtigt. Natürlich können die blauen Flecken und die Wunde auch von einem Sturz im Alkoholrausch herrühren, an den die Frau sich nicht erinnern kann.
2.9.10.12 Verdacht auf Intoxikation von Amphetaminen (F15.0), wahrscheinlich Ecstasy (XTC), das als kleine Tablette („E“) gehandelt wird. Das rücksichtslose Verhalten im Straßenverkehr und das aggressive Verhalten gegenüber seiner Begleiterin und den Polizeibeamten ist eine „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“, deshalb wird der Mann in die Psychiatrie eingeliefert. Grundlage hierfür ist das Unterbringungsgesetz bzw. Psychischkrankengesetz Ihres Bundeslandes.

Zu 2.10.5 Kurztest 11

2.10.5.01 Nach dem Unfall entwickelt der Unternehmer eine Demenz mit Gedächtnis-, Sprach-, formalen Denkstörungen und Stimmungslabilität. Da die Erkrankung eindeutig durch eine Schädigung des Gehirns verursacht wurde, ist die Diagnose nach ICD-10: Demenz bei Schädel-Hirn-Trauma, genauer: Demenz bei sonstigen, andernorts klassifizierten Krankheiten (F02.8), hier: Schädel-Hirn-Trauma (T90.2).
2.10.5.02 Genaue Diagnose nach ICD-10: Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen verursacht (F05). Typische Symptome: Bewusstseinsstörung, Störung des Immediat- und Kurzzeitgedächtnisses, Hypoaktivität. Annähernd gleichbedeutend wird oft der Begriff „Durchgangssyndrom“ verwendet.
2.10.5.03 Demenz bei Morbus Alzheimer mit frühem Beginn (Krankheitsbeginn mit 60 Jahren, also vor dem 65. Lebensjahr) (F00.0).
2.10.5.04 Vorübergehende Probleme mit Gedächtnis und Konzentration in Zusammenhang mit Erschöpfungszuständen, die nach einer OP oder einer schweren Erkrankung auftreten können. Nach Wiedergesundung normalisieren sich die kognitiven Fähigkeiten. Diagnose: Leichte kognitive Störung (F06.7)
2.10.5.05 Vaskuläre Demenz (F01.0 und F01.1). Die „kurzen Ohnmachtsanfälle“ in Verbindung mit den geschilderten neurologischen Ausfällen sind ein deutlicher Hinweise auf kleinere Schlaganfälle, die eine vaskuläre Demenz zur Folge hatten.
2.10.5.06 Es handelt sich um eine Erinnerungslücke (Amnesie), nicht um eine länger andauernde Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen. Da es einen Auslöser gibt (Streit mit der Freundin), ist die wahrscheinlichste Diagnose: Dissoziative Amnesie (F44.0). Auch eine Amnesie als Folge eines Alkoholrauschs sollte differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.
2.10.5.07 Typische Symptome einer „Altersvergesslichkeit“, die ab etwa 60 Jahren beginnen kann. Nicht verwechseln mit einer Demenz, bei der es zu wesentlich stärkeren Beeinträchtigungen des Denkens und der Alltagskompetenz kommt. Diagnose: Leichte kognitive Störung (F06.7).
2.10.5.08 Organisches amnestisches Syndrom (F04), verursacht durch länger anhaltenden Sauerstoffmangel im Gehirn (hier durch einen Herzinfarkt). Das wichtigste Symptom ist eine massive Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses bei weitgehend erhaltenem Immediatgedächtnis. Keine Bewusstseinstrübung! Keine Auffassungsstörungen!
2.10.5.09 Die struppigen Haare, die schuppige Haut und die Kälteempfindlichkeit sind typisch für eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), die unbehandelt zu demenziellen Syndromen führen kann.
2.10.5.10 Der Tod der Mutter löst bei dem jungen Mann eine mittelgradige oder schwere depressive Episode aus. Zu den typischen Symptomen einer depressiven Episode zählen Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit (F32.1 oder F32.2).

Zu 2.11.5 Kurztest 12

2.11.5.01 Eine paranoide Schizophrenie (F20.0) kann schon in der Adoleszenz auftreten – in unserem Fall gibt es zunächst eine längere Prodromalphase mit depressiver Symptomatik, die sich – wie in diesem Alter typisch – durch eine Störung des Sozialverhaltens, Berufsabbrüche, sozialen Rückzug und Probleme in Schule und Arbeitsplatz äußert. Das Hören lauter Musik aus dem Kopfhörer und das Mit-sich-selbst-Sprechen sind Hinweise auf beginnende akustische Halluzinationen in Zusammenhang mit einem Verfolgungswahn (das rote Auto).
2.11.5.02 Vor dem Tod der Freundin: Dysthymia (F34.1) mmit leichteren lang andauernden depressiven Verstimmungen, die sich in diesem Alter durch Launenhaftigkeit, Ängste (sie kann nicht alleine einschlafen) und Probleme mit Gleichaltrigen ausdrückt („die mögen mich nicht“). Nach dem Tod der Freundin: Symptome einer schweren depressiven Episode (F32.2) mit Tendenz zur Somatisierung (Essstörungen, Kopfschmerzen), Schuldgedanken, Verlust von Freude und Interesse und aggressiven Ausbrüchen.
2.11.5.03 Gabi hat Probleme mit Konzentration und Aufmerksamkeit, aber keine Symptome von Überaktivität und Impulsivität, deshalb die Diagnose ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) OHNE Hyperaktivität. Keine spezielle Klassifizierung in der ICD-10.
2.11.5.04 Tourette-Syndrom (F95.2) mit chronischen, nichtvorübergehenden vokalen und motorischen Tics. Das Räuspern und die „Uah“-Laute sind vokale Tics, das Zucken mit dem rechten Mundwinkel, das Heben der Augenbrauen und das Schlagen auf die Stirn sind motorische Tics. Diagnosekriterien: mehrere motorische Tics, dazu mindestens ein oder zwei vokale Tics.
2.11.5.05 Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion als Folge der Trennung durch den Freund. Auch bei einer Anpassungsstörung kann es zu suizidalen Gedanken kommen.
2.11.5.06 Symptome einer depressiven Episode als Folge eines traumatischen Ereignisses (Tod des Bruders): Wie bei Jugendlichen häufig, drückt sich die Depression über den Körper aus oder über freches, aggressives Verhalten (hier gegenüber dem Lehrer) (F32.1).
2.11.5.07 Phobische Störung des Kindesalters (F93.1), wahrscheinlich entstanden durch den Freudschen Abwehrmechanismus „Verschiebung“: Die Angst vor dem Nachbarn wurde auf dessen Hund „verschoben“, in der Folge entwickelte der Junge eine phobische Angst vor Hunden.
2.11.5.08 Nach ICD-10 eine emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters (F93.0), früher „Schulphobie“ (im Gegensatz zur „Schulangst“). Die Weigerung, in die Schule zu gehen, ist verbunden mit somatischen Symptomen und Trennungsängsten in anderen Situationen (z. B. am Wochenende). Typisch sind auch die unrealistischen Fantasien, die Mutter könne „von Maskenmännern entführt werden“. Auslöser dürfte die längere Trennung von der Mutter sein, die vor der Geburt des Babys mehrere Wochen in der Klinik war.
2.11.5.09 Viele Hinweise auf ein Asperger-Syndrom: die Angst vor sozialen Kontakten, das „Hindurchschauen“, das Formen von geometrischen Mustern ohne das Bedürfnis, die Mutter dabei zu haben. Gleichzeitig ist er offensichtlich überdurchschnittlich intelligent (F84.5).
2.11.5.10 In dieser Geschichte finden sich viele Symptome einer Hebephrenie, die von Fall zu Fall verschieden ausgeprägt sein können. Typisch in diesem Fall: das einzelgängerische Verhalten im Vorfeld der Erkrankung, die unverständliche, zerfahrene, gekünstelte Sprache mit nicht passenden Reimen und Klangassoziationen, das Danebenreden, die manierierten (gekünstelten) Bewegungen und das läppische Kichern. Viele Eltern beklagen auch das aggressive, streitsüchtige Verhalten ihrer Kinder und den Verlust von Gefühlen, wie im letzten Abschnitt von der Mutter beschrieben („extrem aggressiv […] völlig gefühlskalt“). Dazu kommen der Antriebsverlust, der soziale Rückzug und die Vernachlässigung von Kleidung (Baseballmütze, Jogginganzug und Hausschuhe) und persönlicher Hygiene. Diagnose nach ICD-10: Hebephrene Schizophrenie (F20.1). Im DSM-IV wäre die Diagnose: Desorganisierter Typus der Schizophrenie.
2.11.5.11 Typische Symptome eines Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms mit Hyperaktivität (ADHS). In der ICD-10 findet sich die Störung unter F90: Hyperkinetische Störungen.
2.11.5.12 Das Mädchen hat aus begründetem Anlass Angst vor der Schule, nicht Angst vor der Trennung von der Mutter. Diese Störung hieß früher „Schulangst“, heute zählt sie zu den phobischen Störungen des Kindesalters (F93.1).

Zu 2.12.12 Kurztest 13

2.12.12.01 Bei schweren Fällen von ADS oder ADHS geben die Ärzte meist „Ritalin“. In jedem Fall sollte die medikamentöse Behandlung mit Verhaltenstherapie kombiniert werden.
2.12.12.02 Die Frau sollte sich in die Behandlung eines Verhaltenstherapeuten begeben. Die gängige Methode ist die Expositionstechnik der klassischen Verhaltenstherapie, evtl. kombiniert mit kognitiven Verfahren.
2.12.12.03 Psychoedukation: Die Frau fragen, wie viele Tabletten sie wie oft am Tag konsumiert. Sie darüber aufklären, dass sie nach zehn Jahren sicher abhängig ist von den Schlafmitteln, dass sie mit ihrem Arzt die Modalitäten eines Entzugs besprechen sollte, dass sie auf keinen Fall das Mittel selbst absetzen darf, da sonst massive Entzugssymptome die Folge sein können (Ängste, Depressionen, Krämpfe, Entzugsdelir).
2.12.12.04 Der junge Mann leidet an Zwangsgedanken. Um diese Gedanken zu verändern, ist die kognitive Verhaltenstherapie augenblicklich am erfolgreichsten.
2.12.12.05 Die Frau hat ziemlich sicher eine Borderline-Störung. Die Art der Psychotherapie, die augenblicklich am erfolgversprechendsten ist, ist die DBT nach Marsha M. Linehan. Nicht vergessen: Als Erstes motivieren Sie die Frau dazu, einen Psychiater aufzusuchen.
2.12.12.06 Der Mann leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Sie verweisen ihn an einen Traumatherapeuten bzw. eine Klinik mit einer Abteilung für Traumatherapie. Augenblicklich gibt es zwei Richtungen der Traumatherapie: die Verhaltenstherapie und das EMDR.
2.12.12.07 Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle für Alkoholabhängigkeit. Falls der Mann dazu nicht bereit ist, ist eine Selbsterfahrungsgruppe (Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz etc.) eine Alternative.
2.12.12.08 Die Frau leidet an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1). Sie braucht Medikamente (Antidepressiva).
2.12.12.09 Der Mann hat in jedem Fall eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, evtl. auch eine depressive Episode, also: Als Erstes die Suizidalität abklären.
2.12.12.10 Sie schicken die Mutter zu einer Drogenberatungsstelle. Diese ist spezialisiert auf derartige Fälle.
2.12.12.11 Der Mann hat Symptome einer Psychose oder einer Schizophrenie und benötigt Neuroleptika.
2.12.12.12 Der Mann leidet seit vielen Jahren an einer Dysthymia. Die Dysthymia wird nach gängiger Lehrmeinung durch eine Transmitterstörung im Gehirn verursacht, deshalb zuallererst an eine medikamentöse Behandlung durch Neuroleptika denken. Begleitend wird meist eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht. Sie hilft, die negativen, pessimistischen Gedanken zu verändern.
2.12.12.13 Die junge Frau leidet an einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion. Als Erstes gilt es abzuklären, ob sie suizidgefährdet ist. Falls nein, dürfen Sie eine Anpassungsstörung mit der von Ihnen erlernten Therapie behandeln, vorausgesetzt, es ist eine Therapieform, die bei Anpassungsstörungen helfen kann.
2.12.12.14 Entzug und Entwöhnung laufen in vier Phasen ab; erster Schritt: Motivationsphase (hier: die Anonymen Alkoholiker); zweiter Schritt: Entgiftung in einer Suchtfachklinik; das ist hier der nächste Schritt vor der Entwöhnungs- und der darauf folgenden Nachsorge- bzw. Rehabilitationsphase.
2.12.12.15 Das Mädchen leidet wahrscheinlich an einer emotionalen Störung mit Trennungsangst im Kindesalter (F93.0). Erster Ansprechpartner ist ein Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut. Wenn Sie sich mit Ihrer Therapie auf Kinder und Jugendliche spezialisiert haben und über eine entsprechende Vorbildung verfügen, können Sie im Prüfungsgespräch auch Ihre Therapie einbringen.
2.12.12.16 Die Frau leidet an einer anhaltenden Panikstörung. Da es keine typischen Auslöser hierfür gibt, ist eine klassische Verhaltenstherapie mit Konfrontationstechnik nicht möglich. Bewährt hat sich stattdessen die kognitive Verhaltenstherapie mit Techniken wie Angsttagebuch, Umstrukturierung der angstmachenden Gedanken etc. Sie motivieren die Frau also, sich in eine Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie zu begeben.

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