© 2020 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-58745-0.00007-0

10.1016/B978-3-437-58745-0.00007-0

978-3-437-58745-0

Für eine Blutentnahme benötigte Utensilien.

Für eine Blutentnahme mit Blutröhrchen benötigte Utensilien.

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Die Punktionsstelle großzügig desinfizieren.

Die Handschuhe überziehen.

Den Stauschlauch schließen.

Die Kanülenkappe abziehen.

Die Kanüle in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben.

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Die benötigte Menge Blut abnehmen.

Den Stauschlauch lösen.

Tupfer bereithalten, aber noch nicht komprimieren.

Die Kanüle entfernen.

Erst dann mit der Kompression beginnen.

Die Kanüle abziehen und im Abwurfbehälter entsorgen.

Den Verschlusskonus öffnen.

Den Verschlusskonus auf die Spritzenöffnung stecken.

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Die Punktionsstelle großzügig desinfizieren.

Die Handschuhe überziehen.

Das Serumröhrchen mit der Blutentnahmekanüle verbinden.

Den Stauschlauch schließen.

Die Kanülenkappe abziehen.

Die Kanüle in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben.

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Das erste Röhrchen mit Blut volllaufen lassen.

Die Serum-Monovette herausdrehen.

Die BSG-Monovette eindrehen.

Die BSG-Monovette vollständig mit Blut füllen.

Das Gerinnungsröhrchen vollständig mit Blut füllen.

Das EDTA-Röhrchen mit Blut füllen.

Den Stauschlauch lösen.

Tupfer bereithalten, aber noch nicht komprimieren.

Nach dem Entfernen der Kanüle die Punktionsstelle komprimieren und gleichzeitig die Sicherheitskappe verschließen.

Die Kanüle im Sharps Container entsorgen.

Komplikationen bei einer Blutentnahme und Maßnahmen.

Tab. 7.1
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • Flachen Einstichwinkel

  • Langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • 30°-Einstichwinkel beachten

  • Zügig über die Haut einstechen

Perforation der Vene
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Gegebenenfalls erneute Injektion proximal der ursprünglichen Injektion

Arterielle Punktion (sichtbar am hellen Blut und der Pulsation)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Druckverband anlegen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

Dislokation der Kanüle beim Monovettenwechsel mit extravasalen Lage
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Gegebenenfalls erneute Punktion proximal der ursprünglichen Punktionsstelle oder am anderen Arm

Blutentnahme

  • 7.1

    Allgemeine Hinweise und Punktionsstellen49

  • 7.2

    Kontraindikationen49

  • 7.3

    Vorbereitung49

  • 7.4

    Durchführung mit einfacher Spritze50

  • 7.5

    Durchführung mit Blutröhrchen54

  • 7.6

    Komplikationen und Maßnahmen58

Blutentnahme

HINWEIS PRÜFUNG

Die Blutentnahme wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig mit einer einfachen Spritze abgefragt, die dann am Phantomarm demonstriert werden muss. Die nachfolgenden Darstellungen beziehen sich zum einen auf die Blutentnahme mit einer einfachen Spritze und für den Praxisalltag mit gängigen Laborröhrchen.

Allgemeine Hinweise und Punktionsstellen

Diese Methode dient der Entnahme von Blut zu diagnostischen Zwecken. Die Punktion erfolgt beim liegenden Patienten.
Allgemeine Hinweise zur Blutentnahme
  • Blutentnahme:HinweiseDie Blutentnahmen sollten morgens zwischen 7 und 9 Uhr erfolgen.

  • Der Patient sollte nüchtern sein und in den letzten 3 Tagen keine übermäßige körperliche Aktivität betrieben haben.

  • Der Patient sollte in den letzten Tagen keine Alkoholexzesse gehabt haben.

  • Unmittelbar vor der Blutentnahme sollte der Patient mindestens 5 Minuten ruhen.

  • Die unveränderlichen Variablen wie Geschlecht, Alter, Erbfaktoren oder Rasse beachten.

  • Die veränderlichen Größen wie Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, zirkadiane Rhythmen, Medikamente, körperliche Aktivität oder seelischen Stress beachten.

  • Eine Blutentnahme sollte immer im Liegen erfolgen.

Punktionsstellen
Blutentnahme:Punktionsstellen Abb. 3.1
  • Ellenbeuge: V. mediana cubiti, V. mediana cephalica, V. mediana basilica

  • Unterarm: V. cephalica, V. mediana

  • Handrücken: das Venennetz wird allerdings als sehr schmerzhaft empfunden

  • Säuglinge: Venen an Stirn- und Scheitelbein → diese Maßnahme ist Ärzten vorbehalten

Kontraindikationen

Blutentnahme:KontraindikationenFolgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die Blutentnahme dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Lymphödem, Z. n. Axillaresektion im Rahmen der Ablatio mammae

  • Dialyse-Shunt am Arm

  • Paretischer Arm

  • Keine Blutentnahme oberhalb eines liegenden Katheters

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

Blutentnahme:VorbereitungVor der geplanten Blutentnahme sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (2.1.4).

  • Ferner den Patienten über Zweck der Blutentnahme, die zu untersuchenden Parameter und die Kosten informieren und sein Einverständnis einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharp Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 7.1, Abb. 7.2):Materialien:Blutentnahme

    • Stauschlauch

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Pflaster

    • Handschuhe

    • Sterilisierte Tupfer

    • Saugfähige Unterlage

    • Verschlusskonus

    • Sterile Einmalspritze und sterile Kanüle oder Blutentnahmekanüle und Blutröhrchen

Durchführung mit einfacher Spritze

Blutentnahme:Durchführung mit SpritzeNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der Blutentnahme mit einer einfachen Spritze beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Die saugfähige Unterlage unter dem Patientenarm platzieren.

  • Die Venen betrachten, deren Verlauf betasten und eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 7.3a).

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, kann eine Stauung angelegt werden, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Sollte auch diese Maßnahme keinen Erfolg bringen, empfiehlt sich ein feucht-warmer Wickel.

  • Das Punktionsareal desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 7.3b). Bei gröberen Verschmutzungen mit einem sterilisierten Tupfer das Hautareal abwischen und erneut das Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 7.3c).

  • Im nächsten Schritt die Spritze und die (weitlumige) sterile Kanüle an der vorgesehenen Lasche öffnen und miteinander konnektieren.

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 7.3d). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden.

  • Die Kanülenkappe abziehen (Abb. 7.3e).

  • Die Kanüle in einem Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben (Abb. 7.3f).

  • Befindet sich die Kanüle in der Vene, den Winkel abflachen (Abb. 7.3g).

  • Langsam aspirieren und Blut abnehmen (Abb. 7.3h). Die Stauung kann gelöst werden, sobald das Blut fließt. Ist der Fluss des Blutes allerdings träge, kann die Stauung beibehalten werden. Die Füllung der Spritze geduldig abwarten.

  • Nach erfolgter Blutentnahme zunächst den Stauschlauch lösen (Abb. 7.3i), dann Tupfer für die nachfolgende Kompression bereitlegen (Abb. 7.3j). Anschließend die Kanüle vollständig entfernen (Abb. 7.3k) und erst danach die Punktionsstelle für 2–3 Minuten bei gestrecktem Arm komprimieren (Abb. 7.3l). Nach einer Blutentnahme in der Ellenbeuge den Ellenbogen gestreckt lassen und nicht abwinkeln, weil dies sonst die Hämatombildung fördert.

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 7.3m).

  • Den sterilen Verschlusskonus öffnen (Abb. 7.3n) und die Spritze damit abdecken (Abb. 7.3o).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Das entnommen Material kann weiter verarbeitet werden.

  • Die Blutentnahme dokumentieren.

Bildstrecke Blutentnahme mit einfacher Spritze

Durchführung mit Blutröhrchen

Blutentnahme:Durchführung mit BlutröhrchenNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der Blutentnahme mit Monovettenröhrchen beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Die saugfähige Unterlage unter dem Patientenarm platzieren.

  • Die Blutröhrchen am besten in der richtigen Reihenfolge bereitlegen, die unbedingt eingehalten werden muss:

    • a.

      Serum-Röhrchen

    • b.

      BSG-Röhrchen

    • c.

      Koagulationsröhrchen

    • d.

      EDTA-Röhrchen

  • Die Venen betrachten, deren Verlauf betasten und eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 7.4a).

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, kann eine Stauung angelegt werden, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Sollte auch diese Maßnahme keinen Erfolg bringen, empfiehlt sich ein feucht-warmer Wickel.

  • Das Punktionsareal desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten (Abb. 7.4b). Bei gröberen Verschmutzungen mit einem sterilisierten Tupfer das Hautareal abwischen und erneut das Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Schutzhandschuhe überziehen (Abb. 7.4c).

  • Die Monovette (das Serumröhrchen) mit der Blutentnahmekanüle verbinden (Abb. 7.4d).

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 7.4e). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden.

  • Die Kanülenkappe abziehen (Abb. 7.4f).

  • Die Kanüle in einem Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen und ca. 1 cm vorschieben (Abb. 7.4g).

  • Befindet sich die Kanüle in der Vene, den Winkel abflachen (Abb. 7.4h).

  • Langsam aspirieren und das Serumröhrchen mit Blut füllen lassen (Abb. 7.4i).

  • Für den Monovettenwechsel mit der einen Hand die Kanüle festhalten, damit es nicht zu einer Dislokation in der Vene kommt, und mit der anderen Hand die Monovette herausdrehen (Abb. 7.4j) und die nächste, noch leere BSG-Monovette hineindrehen (Abb. 7.4k).

  • Die BSG-Monovette muss komplett mit Blut gefüllt sein, um keinen falschen Wert zu erhalten (Abb. 7.4l).

  • Im Anschluss die BSG-Monovette herausdrehen und das Gerinnungsröhrchen hineindrehen und mit Blut füllen lassen (Abb. 7.4m). Diese Monovette muss ebenfalls voll gefüllt sein.

  • Zum Schluss das EDTA-Blut abnehmen (Abb. 7.4n).

  • Nach erfolgter Blutentnahme zunächst den Stauschlauch lösen (Abb. 7.4o), dann Tupfer für die nachfolgende Kompression bereitlegen (Abb. 7.4p).

  • Anschließend die Kanüle vollständig entfernen und erst danach die Punktionsstelle für 2–3 Minuten bei gestrecktem Arm komprimieren (Abb. 7.7q). Nach einer Blutentnahme in der Ellenbeuge den Ellenbogen gestreckt lassen und nicht abwinkeln, weil dies sonst die Hämatombildung fördert. Gleichzeitig kann an der Entnahmekanüle die Stechschutzkappe über die Kanüle gezogen werden.

  • Die Kanüle von der Monovette lösen und im Sharps Container entsorgen (Abb. 7.4r).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Blutproben vorsichtig schwenken (nicht schütteln!), mit den Patientendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse) und dem Abnahmedatum versehen.

  • Die Blutentnahme dokumentieren.

Fehler bei der Blutabnahme
  • Blutentnahme:FehlerÖffnen und Schließen der Faust („Pumpen“) führt zum Kalium-Anstieg (durch Hämolyse) und damit zu falsch hohen Kalium-Werten.

  • Eine lange Stauung führt zu falsch hohen Werten u. a. von Proteinen, Zellzahl, Lipiden, Bilirubin, Eisen und Kalium.

  • Starke Aspiration, langes Stehen der Blutprobe, warme Lagerung, plötzliche Abkühlung oder Erwärmung des Blutes oder starkes Schütteln der Probengefäße führen zur Hämolyse und damit zu falsch hohen Werte von LDH, Glukose, GOT, Kalium, Bilirubin und Magnesium. Die zellulären Bestandteile werden falsch niedrig gemessen.

  • Die Abnahme von Glukose, LDL, HDL, Triglyzeriden und Cholesterin muss am nüchternen Patienten erfolgen. Unmittelbar vor der Blutentnahme eingenommene Mahlzeiten liefern falsch hohe Werte.

  • Eine Blutentnahme aus einem liegenden Katheter oder einer Kanüle nach einer Infusion führt zu einem Verdünnungseffekt. Die Folge sind falsch niedrige Elektrolyt- und Zellzahlwerte.

  • Falsche Beschriftung der Monovetten.

Merke

Im Praxisalltag sollte man die Fehlerquellen genau kennen. Die Nichtbeachtung ist für den Patienten teuer und für beide Seiten (Patient und Therapeut) extrem ärgerlich.

Bildstrecke Blutentnahme mit Blutröhrchen

Komplikationen und Maßnahmen

Blutentnahme:Komplikationen Tab. 7.1
Notizen

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen