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B978-3-437-58745-0.00003-3

10.1016/B978-3-437-58745-0.00003-3

978-3-437-58745-0

Anatomische Darstellung von Venen und Nerven am Arm.

Für eine i. v.-Injektion benötigte Utensilien.

Eine geeignete Vene lokalisieren.

Großzügig die Punktionsstelle desinfizieren.

Die Schutzhandschuhe überziehen.

Den Stauschlauch anlegen.

Die Kanülenkappe abziehen.

Die Kanüle im Winkel von 30° mit dem Anschliff nach oben in die Haut einstechen.

Nach Platzierung der Kanüle in der Vene den Winkel abflachen.

Aspiration zur Lagekontrolle durchführen.

Den Stauschlauch lösen.

Das Medikament langsam injizieren.

Nach erfolgter Injektion Tupfer bereithalten und die Kanüle vollständig entfernen.

Erst dann mit der Kompression beginnen.

Die Injektionskanüle im Sharps Container entsorgen.

Ein Pflaster aufkleben.

Komplikationen bei i. v.-Injektionen und Maßnahmen.

Tab. 3.1
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen beim Einstechen u. a. durch
  • Desinfektionsmittelreste

  • Flachen Einstichwinkel

  • Langsames Einstechen

  • Desinfektionsmittel muss abgetrocknet sein, Haut sollte nicht glänzen

  • 30°-Einstichwinkel beachten

  • Zügig in die Haut einstechen

Perforation der Vene
  • Stauung lösen

  • Kanüle entfernen

  • Gefäß für einige Minuten komprimieren

  • Gegebenenfalls erneute Injektion proximal der ursprünglichen Injektion

Arterielle Punktion (sichtbar am hellen Blut und der Pulsation)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Druckverband anlegen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang am anderen Arm legen

Punktion eines Nervs (Schmerzen und Parästhesien im Innervationsgebiet)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

Allergische bzw. anaphylaktische Reaktion
  • Injektion stoppen, Kanüle belassen und fixieren

  • Stauschlauch schließen

  • Gegebenenfalls Blut aspirieren

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang proximal der liegenden Kanüle legen

  • Nacl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden Sauerstoff verabreichen

Infektion im Punktionsgebiet
  • Gegebenenfalls vorhandene Dauerverweilkanüle entfernen

  • Lokal kühlen

  • Zum Arzt verweisen

Intravenöse Injektion

  • 3.1

    Anwendungsbereiche und Applikationsorte19

  • 3.2

    Kontraindikationen19

  • 3.3

    Vorbereitung20

  • 3.4

    Durchführung20

  • 3.5

    Komplikationen und Maßnahmen23

i.v.-Injektion intravenöse Injektion Injektion:intravenöse

HINWEIS PRÜFUNG

Die i. v.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig abgefragt, die dann am Phantomarm demonstriert werden muss. Die nachfolgende Injektionsart ist deswegen auch an einem Phantomarm dargestellt.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

Die intravenöse Injektion dient der Applikation von Medikamenten direkt in die Vene. Der Wirkungseintritt erfolgt nach Sekunden. Die Injektion erfolgt beim liegenden Patienten.
Anwendungsbereiche
  • intravenöse Injektion:AnwendungsbereicheNaturheilkundliche Medikamente

  • Antiallergika

  • Vitaminpräparate

Applikationsorte
Abb. 3.1
  • intravenöse Injektion:ApplikationsorteEllenbeuge: V. mediana cubiti, V. cephalica, letzte Wahl ist wegen der Nachbarschaftsbeziehungen zur Arterie und Nerven die V. basilica

  • Unterarm: V. cephalica, V. mediana

  • Handrücken: das Venennetz wird allerdings als sehr schmerzhaft empfunden

Tipps und Tricks
  • Bei einer einmaligen intravenösen Injektion kann eine große, sichere Vene gewählt werden. Am besten eignen sich in der Ellenbeuge die V. cephalica oder V. mediana cubiti.

  • Sind mehrere Injektionen vorgesehen, empfiehlt sich die Wahl einer distal gelegenen Vene, sodass bei Folgeinjektionen eine proximal gelegene Injektionsstelle gewählt werden kann.

  • Bei mehrmaligen Punktionen bzw. Injektionen am Tag empfiehlt sich die Anlage eines periphervenösen Zugangs.

Kontraindikationen

intravenöse Injektion:KontraindikationenVor der geplanten Injektion empfiehlt es sich, den Hautbereich genau zu inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die intravenöse Injektion dar:
  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Lymphödem, Z. n. Axillaresektion im Rahmen der Ablatio mammae

  • Dialyse-Shunt am gleichen Arm

  • Paretischer Arm

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen das zu applizierende Medikament

  • Keine Zulassung des Medikaments für i. v.-Injektionen

  • Injektion distal einer Paravasatbildung

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

intravenöse Injektion:VorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (2.1.4).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharp Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 3.2):Materialien:i.v.-Injektion

    • Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanüle

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterilisierte Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

    • Staubinde

Durchführung

intravenöse Injektion:DurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der i. v.-Injektion beschrieben. Es empfiehlt sich, den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Falls keine geeignete Vene sichtbar ist, eine Stauung anlegen, wobei der Puls tastbar sein muss (Druck ca. 50–100 mmHg). Wenn die Venen gut sichtbar sind, diese betrachten und tasten, um den Verlauf der Vene zu bestimmen. Eine geeignete Vene lokalisieren (Abb. 3.3a). Danach ggf. Stauung lösen.

  • Eine hygienische Händedesinfektion durchführen, wenn die Zeit zwischen Anamneseerhebung und Bereitlegung von Materialien unterbrochen werden musste oder wenn die Hände kontaminiert wurden, z. B. um die Haare zusammenzubinden.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (2.2.2).

  • Als nächstes die Haut über dem Punktionsareal desinfizieren (Abb. 3.3b). Die Einwirkzeit muss abgewartet werden. Bei gröberen Verschmutzungen das Hautareal mit einem sterilisierten Tupfer abwischen und erneut Hautdesinfektionsmittel aufbringen. Auch beim zweiten Vorgang die Einwirkzeit beachten. Das Punktionsareal nicht mehr nachpalpieren.

  • Während der Einwirkzeit die Schutzhandschuhe anziehen (Abb. 3.3c).

  • Den Stauschlauch proximal der Injektionsstelle anlegen (Abb. 3.3d). Beim Schließen des Stauschlauchs mit der linken Hand den Stauschlauch sanft anziehen, der Zeigefinger der rechten Hand fasst dabei unter den Stauschlauch. Damit können Einklemmungen von Hautfalten vermieden werden. Bei neuen Stauschläuchen vor Gebrauch den Verschlussmechanismus prüfen und die Handhabung sicher beherrschen. Das bereits desinfizierte Areal sollte nicht vom Stauschlauch, Blusenärmel usw. berührt werden.

  • An der vorbereiteten Spritze die Kanülenkappe abziehen (Abb. 3.3e).

  • Die umliegende Haut kann mit ausreichender Distanz zum Punktionsareal leicht gespannt werden. Die Einstich erfolgt im Winkel von 30° zur Haut mit dem Anschliff nach oben, (Abb. 3.3f). Danach die Kanüle ca. 1 cm vorschieben und den Winkel abflachen (Abb. 3.3g).

  • Im nächsten Schritt erfolgt die Aspiration. Die korrekte Lage der Kanüle in der Vene wird durch Rückfluss von Blut sichtbar (Abb. 3.3h).

  • Die Staubinde lösen (Abb. 3.3i) und das Medikament langsam injizieren (Abb. 3.3j).

  • Nach der Medikamentenapplikation die Kanüle vollständig aus der Vene herausziehen (Abb. 3.3k). Erst dann das Punktionsareal mit einem sterilisierten Tupfer komprimieren (Abb. 3.3l).

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 3.3m).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben (Abb. 3.3n).

  • Den Patienten auf mögliche allergische Reaktionen hin beobachten und die Injektion dokumentieren.

Bildstrecke intravenöse Injektion

Komplikationen und Maßnahmen

intravenöse Injektion:Komplikationen Tab. 3.1
Notizen

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