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B978-3-437-58745-0.00005-7

10.1016/B978-3-437-58745-0.00005-7

978-3-437-58745-0

Orte für subkutane Injektionen.

Rotationsschma bei häufigen subkutanen Injektionen.

Für eine s. c.-Injektion benötigte Utensilien.

Das Punktionsareal desinfizieren.

Die Handschuhe anziehen.

Mit Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte am Oberschenkel fassen.

Mit einem Einstichwinkel von 45–90° die Kanüle in die Haut einstechen.

Langsam das Medikament injizieren.

Die Oberschenkelhautfalte loslassen und dabei die Position der Kanüle nicht verändern.

Die Kanüle entfernen und einen Tupfer auf die Punktionsstelle legen.

Die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Die Injektionskanüle im Sharps Container entsorgen.

Mit Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte am Bauch fassen.

Mit einem Einstichwinkel von 45–90° die Kanüle in die Haut einstechen.

Langsam das Medikament injizieren.

Die Bauchhautfalte loslassen und dabei die Position der Kanüle nicht verändern.

Die Kanüle entfernen und einen Tupfer auf die Punktionsstelle legen.

Die Punktionsstelle leicht komprimieren.

Komplikationen bei s. c.-Injektionen und Maßnahmen.

Tab. 5.1
Komplikation Maßnahmen
Schmerzen während der Injektion
  • Bei Verletzung des Hautnervs Injektion abbrechen

  • Ansonsten Kanüle zügig einstechen und das Medikament langsam applizieren

Brennen am Injektionsort Desinfektionsmittel vollständig trocknen lassen
Nachblutung
  • Punktionsstelle komprimieren

  • Steriles Pflaster aufkleben

  • Injektionsareal kontrollieren

Hämatombildung
  • Injektionsort wechseln

  • Gegebenenfalls mit Umschlägen kühlen

Allergische Reaktion (selten)
  • Injektion stoppen

  • Notruf absetzen

  • Großlumigen periphervenösen Zugang legen

  • Nacl 0,9 % 1.000 ml oder Ringer-Lösung und 1 Ampulle Tavegil i. v. applizieren

  • Falls vorhanden Sauerstoff verabreichen

Verhärtung an der Punktionsstelle Injektionsort wechseln
Lokale Infektion
  • Injektionsort wechseln

  • Gegebenenfalls beim Arzt vorstellen

Subkutane Injektion

  • 5.1

    Anwendungsbereiche und Applikationsorte35

  • 5.2

    Kontraindikationen35

  • 5.3

    Vorbereitung36

  • 5.4

    Durchführung36

  • 5.5

    Komplikationen und Maßnahmen40

subkutane Injektion s.c.-Injektion Injektion:subkutane

HINWEIS PRÜFUNG

Die s. c.-Injektion wird im mündlich-praktischen Teil der Heilpraktikerüberprüfung häufig abgefragt und muss dann am Phantomarm demonstriert werden.

Anwendungsbereiche und Applikationsorte

Die Subkutis enthält fast den gesamten Fettanteil der Haut mit Blutgefäßen und kleinsten Nerven. Bei der subkutanen Injektion wird das Medikament in das Unterhautfettgewebe injiziert. Mit dieser Art der Applikation wird ein verzögerter Wirkungseintritt erreicht. Geeignet für diese Injektionsart sind am besten wässrige und isotone Lösungen. Ölige Lösungen werden nie s. c. verabreicht, weil schmerzhafte Nekrosen entstehen können.
Anwendungsbereiche
  • subkutane Injektion:AnwendungsbereicheNaturheilkundliche Medikamente

  • Insulin

  • Heparin

Applikationsorte
Abb. 5.1
  • subkutane Injektion:Applikationsorte Bauchhaut: Unterhalb vom Bauchnabel zwischen den Spinae iliacae anteriores superiores. In diesem Bereich wird das Medikament am schnellsten resorbiert. 2 cm um den Nabel herum sollten frei von Einstichen bleiben, weil die Haut dort stärker kontaminiert ist.

  • Außen- und Vorderseite der Oberschenkel: Eine Hand breit über dem Knie sollte von Einstichen frei bleiben.

  • Außenseite der Oberarme

  • Bezirke ober- und unterhalb der Skapula

  • Rotationsschema bei häufigen Injektionen beachten (Abb. 5.2)

Kontraindikationen

subkutane Injektion:KontraindikationenVor der geplanten subkutanen Injektion den betroffenen Hautbereich genau inspizieren. Folgende Kriterien bzw. Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die s. c.-Injektion dar:
  • Durchblutungsstörungen

  • Schockgeschehen

  • Entzündliche und sonstige Hautveränderungen, inkl. Narbenbildung, Tätowierung und Schwellung

  • Paretische Körperteile

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen das zu applizierende Medikament

  • Keine Zulassung des Medikaments für s. c.-Injektionen

  • Fehlendes Einverständnis des Patienten

Vorbereitung

subkutane Injektion:VorbereitungVor der geplanten Injektion sollten die Vorbereitungsmaßnahmen sowohl am Patienten als auch im Hinblick auf die Zusammenstellung der Materialien getroffen worden sein. Folgendes Schema kann zum Einsatz kommen:
  • Zunächst die Injektionsanamnese erheben (2.1.4).

  • Ferner den Patienten über Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen des Medikaments informieren und sein Einverständnis zur Injektion einholen.

  • Die kontaminierten Gegenstände wie Abwurf und Kanülenabwurfbehälter (Medibox oder Sharp Container) in Reichweite, aber nicht auf der desinfizierten Ablagefläche bereitstellen.

  • Danach erfolgt die Händedesinfektion.

  • Auf einem desinfizierten Ablagetablett Folgendes bereitlegen (Abb. 5.3):Materialien:s.c.-Injektion

    • Aufziehkanüle

    • Sterile Applikationskanüle für subkutane Injektionen

    • Sterile Einmalspritze

    • Sterilisierte Tupfer

    • Hautdesinfektionsmittel

    • Handschuhe

    • Medikament zur Applikation

    • Pflaster

Durchführung

subkutane Injektion:DurchführungNachfolgend werden die Technik und der Ablauf der s. c.-Injektion beschrieben. Die Injektion wird sowohl am Oberschenkel als auch an der Bauchhaut beschrieben. Es empfiehlt, sich den gesamten Ablauf konzentriert und ohne Ablenkung durchzuführen.
  • Vorbereitetes Material am Arbeitsplatz abstellen.

  • Medikament mit Aufziehkanüle aufziehen, Spritze entlüften, Aufziehkanüle abziehen und verwerfen, danach die Injektionskanüle aufsetzen (2.2.2). Hier empfiehlt es sich, die Kappe der Aufziehkanüle nicht zu verwerfen, weil sie zur Markierung des Injektionspunktes verwendet werden kann.

  • Die Punktionsstelle desinfizieren, die Einwirkzeit von mindestens 30 Sekunden abwarten und nicht mehr nachtasten (Abb. 5.4a).

  • Während der Einwirkzeit die Handschuhe überziehen (Abb. 5.4b).

  • Mit Daumen und Zeigefinger die Haut in einer 2–3 cm starken Falte abheben und eine Hautfalte bilden. Somit wird gewährleistet, dass die Injektion subkutan und nicht in den Muskel erfolgt (Abb. 5.4c, Abb. 5.5a).

  • Im Winkel von 45–90° in Abhängigkeit von der Dicke der Subkutis die Kanüle knapp 1 cm durch die Haut einstechen (Abb. 5.4d, Abb. 5.5b) und langsam das Medikament applizieren (Abb. 5.4e, Abb. 5.5c).

  • Nach erfolgter Injektion die Hautfalte loslassen (Abb. 5.4f, Abb. 5.5d) und die Kanüle entfernen (Abb. 5.4g, Abb. 5.5e). Beim Loslassen der Hautfalte genau darauf achten, dass die Kanüle nicht die Position verändert und in tiefere Schichten eindringt. Bei sehr schlanken Patienten mit wenig Fettgewebe empfiehlt es sich, erst dann die Falte loszulassen, nachdem die Kanüle entfernt wurde.

  • Mit einem sterilisierten Tupfer die Einstichstelle kurz komprimieren (Abb. 5.4h, Abb. 5.5f). Keine kreisenden Bewegungen ausführen, weil dies die Hämatombildung fördert.

  • Die Kanüle ohne Recapping im Abwurfbehälter entsorgen (Abb. 5.4i).

  • Ein Pflaster auf die Punktionsstelle kleben.

  • Die Injektion dokumentieren.

Bildstrecke subkutane Injektion am Oberschenkel
Bildstrecke subkutane Injektion an der Bauchhaut
Tipps und Tricks
  • Eine Aspiration bei der subkutanen Injektion wird nicht empfohlen. Sie begünstigt Gewebeschäden und fördert die Hämatombildung durch Zerstörung bzw. Läsion der Kapillaren.

  • Bei hageren Patienten mit wenig Subkutis kann meist ein Einstichwinkel von 45–90° nicht beibehalten werden, weil sonst die Injektion in den Muskel gesetzt wird. Hier empfiehlt es sich ein Einstichwinkel von 20–30°. Falls makroskopisch nicht genügend subkutanes Fettgewebe vorhanden ist, muss eine andere Applikationsart gewählt werden.

Komplikationen und Maßnahmen

subkutane Injektion:Komplikationen Tab. 5.1
Notizen

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