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B978-3-437-58705-4.00010-9

10.1016/B978-3-437-58705-4.00010-9

978-3-437-58705-4

Klinische Meningitiszeichen.

[L157]

Bragard-Zeichen.

[L106]

Dermatome.

[L231]

Stimmgabel zur Prüfung des Vibrationsempfindens.

[M108]

Rigor mit gleichbleibend erhöhtem Widerstand.

[L190]

Zahnradphänomen.

[L190]

Taschenmesserphänomen

[L190]

a Armhalteversuch. >b Beinhalteversuch.

[L231]

Eigenreflex am Beispiel des Patellarsehnenreflexes.

[L190]

Jendrassik-Handgriff.

[L157]

Prüfung des Masseterreflexes.

[E420]

Prüfung des Bizepssehnenreflexes.

[K116]

Prüfung des Trizepssehnenreflexes.

[K116]

Prüfung des Radiusperiostreflexes.

[K116]

Prüfung des Patellarsehnenreflexes.

[K116]

Prüfung des Achillessehnenreflexes.

[K116]

Fluchtreflex als Fremdreflex.

[L190]

Prüfung des Bauchhautreflexes.

[L143]

Prüfung des Babinski-Reflexes.

[L106]

Prüfung des Oppenheim-Zeichens.

[E989]

Prüfung des Gordon-Scharfer-Reflexes.

[E989]

Finger-Nase-Versuch.

[L138]

Knie-Hacke-Versuch.

[L143]

Prüfung des Rebound-Phänomens.

[L126]

Die Hirnnerven und ihre wichtigsten Funktionen.

[L190]

Prüfung der >OkulomotorikOkulomotorik.

[L106]

Prüfung der Austrittspunkte des N. trigeminus.

[L143]

a Motorischer Anteil des N. facialis. >b Repräsentation der Gesichtsmuskeln im Kern des N. facialis. Die Kerne für die Muskeln der oberen Gesichtshälfte werden von beiden Hirnhälften her versorgt, die Kerne für die Muskeln der unteren Gesichtshälfte nur von der kontralateralen Großhirnrinde. Bei einer zentralen Lähmung (*) kann der Patient daher die Stirn noch runzeln und die Augenlider schließen, während bei einer peripheren Lähmung (**) alle Muskeln einer Gesichtshälfte betroffen sind.

[L143]

Kulissenphänomen bei Lähmung des N. glossopharyngeus.

[L126]

Hypoglossusparese.

[E273]

Differenzialdiagnostik bei Tremor.

Tab. 10.1
Tremorart Differenzialdiagnosen
Physiologischer Tremor
  • Durch erhöhten Sympathikotonus ausgelöst

  • Angst, Schrecken

Ruhetremor Morbus Parkinson
Intentionstremor Kleinhirnerkrankungen: multiple Sklerose, Kleinhirntumor
Tremor bei internistischen Erkrankungen
  • Asterixis (Flapping tremor): grobschlägiger Tremor

  • Hyperthyreose: feinschlägiger Tremor

  • Hypoglykämie: feinschlägiger Tremor

Differenzialdiagnostik bei schlaffer und spastischer Lähmung.

Tab. 10.2
Zentrale Lähmung Periphere Lähmung
Ort der Läsion 1. Motoneuron oder extrapyramidales System 2. Motoneuron
Tonus Spastische Lähmung Schlaffe Lähmung
Eigenreflexe Gesteigert Abgeschwächt oder erloschen
Fremdreflexe Abgeschwächt Abgeschwächt oder erloschen
Pathologische Reflexe Positiv Negativ
Klonus Positiv Negativ
Trophik Keine Muskelatrophie Muskelatrophie

Übersicht über die Reflexveränderungen.

Tab. 10.3
Reflexveränderungen Differenzialdiagnosen
Gesteigerte Reflexe
  • Schädigung des 1. Motoneurons

  • Begleitend tritt eine Spastik auf

Lebhafte Reflexe
  • Hyperthyreose

  • Nervöse und psychisch angespannte Patienten

Seitengleich abgeschwächte oder fehlende Reflexe
  • Läsionen des 2. Motoneurons, z. B. bei Polyneuropathie durch Diabetes mellitus, Hypothyreose oder Vitamin B-Mangel

  • Muskelerkrankungen

Seitendifferenz Einseitige Wurzelläsionen

Übersicht über die Hirnnerven und ihre Innervationsgebiete.

Tab. 10.4
Hirnnerv Qualität Funktion bzw. Innervation
N. olfactorius (I) Sensorisch Riechen
N. opticus (II) Sensorisch Sehen
N. oculomotorius (III) Motorisch
  • Lidheber

  • Äußere Augenmuskeln

Parasympathisch
  • M. ciliaris

  • M. sphincter pupillae

N. trochlearis (IV) Motorisch M. obliquus superior
N. trigeminus (V) Sensibel
  • Gesichtshaut

  • Augapfel

  • Kieferschleimhaut

  • Dura mater

Motorisch Kaumuskulatur
N. abducens (VI) Motorisch M. rectus lateralis
N. facialis (VII) Motorisch Mimische Muskulatur
Sensorisch Vordere ⅔ der Zunge
Parasympatisch
  • Speicheldrüse

  • Tränendrüse

Sensibel Mittelohr
N. vestibulocochlearis (VIII) Sensorisch
  • Hören

  • Gleichgewicht

N. glossopharyngeus (IX) Parasympatisch Parotisdrüse
Sensorisch Hinteres Drittel der Zunge
Motorisch Pharynxmuskulatur
Sensibel Pharynxschleimhaut
N. vagus (X) Parasympathisch Innere Organe bis zur linken Kolonflexur
Motorisch Kehlkopfmuskeln
Sensibel
  • Dura mater

  • Äußerer Gehörgang

N. accessorius (XI) Motorisch
  • M. sternocleidomastoideus

  • M. trapezius

N. hypoglossus (XII) Motorisch Zungenmuskulatur

Charakteristika der zentralen und peripheren Fazialisparese.

Tab. 10.5
Periphere Fazialisparese Zentrale Fazialisparese
Ursachen Periphere Läsionen ipsilateral: idiopathisch, Herpes zoster, Borreliose, Otitis media Zentrale Läsionen kontralateral: Tumor im ZNS, Apoplex
Stirnrunzeln Nicht möglich Möglich
Lidschluss
  • Nicht möglich

  • Positives Bell-Phänomen

Möglich, aber schwach

Ausgewählte Differenzialdiagnosen der neurologischen Erkrankungen und deren Befunde.>Polyneuropathiemultiple SkleroseMorbus ParkinsonMeningitisBandscheibenvorfallApoplex

Tab. 10.6
Differenzialdiagnosen Inspektion Neurologische Untersuchung Funktionsprüfung
Meningitis
  • Schwer krank aussehender Patient

  • Evtl. petechiale Blutungen

  • Opisthotonus

  • Meningendehnungszeichen schmerzhaft positiv

  • Motorische Fähigkeiten reduziert

  • Eigenreflexe evtl. gesteigert

  • Pathologische Reflexe bei Beteiligung des Gehirns positiv

Liquoruntersuchung:>
  • Bakterielle Ursache: trüb, Zellzahl ↑, Eiweiß ↑, Glukose ↓

  • Virale Ursache: klar, Zellzahl ↑, Eiweiß ↑, Glukose normal

Apoplex
  • Hängender Mundwinkel, Gesichtsasymmetrien

  • Wernicke-Mann-Gang

  • Hemiparese

  • Sensibilitätseinbußen auf der kontralateralen Seite

  • Grobe Muskelkraft vermindert

  • Muskelspastik

  • Eigenreflexe gesteigert

  • Fremdreflexe abgeschwächt oder erloschen

  • Pathologische Reflexe positiv

  • Koordination beeinträchtigt

  • Je nach Lokalisation des Apoplex Hirnnervenausfälle

  • CT: bei akutem Apoplex Unterscheidung zwischen blutigem und ischämischem

  • CT, MRT: bei altem Apoplex Narbenbildung sichtbar

Morbus Parkinson
  • Verlangsamter, vornüber gebeugter und bewegungsarmer Patient

  • Masken-, Salbengesicht

  • Ruhetremor

  • Muskeltonusprüfung: Zahnradphänomen als Ausdruck des Rigors

  • Grobe Kraft meist reduziert

  • Koordination beeinträchtigt

  • Diagnostik erfolgt klinisch

  • Pathohistologisch Reduktion oder Verlust der Substantia nigra post mortem

Multiple Sklerose
  • Ataktischer Gang

  • Koordinationsprobleme

  • Lhermitte-Zeichen schmerzhaft positiv

  • Sensibilitätsprüfung: Dysästhesien, Hypästhesien, Hyperästhesien

  • Grobe Kraft vermindert

  • Muskelspastik

  • Eigenreflexe gesteigert

  • Fremdreflexe abgeschwächt oder erloschen

  • Pathologische Reflexe positiv

  • Koordination z. T. stark beeinträchtigt mit Schwindel, Fallneigung

  • Visusbeeinträchtigungen

  • Evtl. Nystagmus

  • Liquoruntersuchung: oligoklonale Banden

  • MRT: Entmarkungsherde

Bandscheibenvorfall
  • Starke Schmerzhaftigkeit im sakralen Bereich mit Ausstrahlung in die Peripherie

  • Hinkender Patient

  • Nervendehnungszeichen, insbesondere Lasègue-, Kernig-, Bragard-Zeichen positiv

  • Verlust der Sensibilität im betroffenen Dermatom

  • Verlust der Kennmuskelfunktion

  • Eigenreflexe im betroffenen Gebiet erloschen

  • Bei Cauda-Syndrom tiefe Querschnittslähmung, Sensibilitätsverlust (Reithosenanästhesie), Verlust motorischer Fähigkeiten, Eigenreflexe erloschen, Verlust der Sphinkterfunktion

  • MRT: sichtbarer Prolaps einer (oder mehrerer) Bandscheiben mit Kompression der Nervenwurzeln

  • Cauda-Syndrom: medialer Vorfall mit Kompression des Spinalkanals und der Nerven

Polyneuropathie
  • Schwankender Gang

  • Dünne Extremitäten

  • Trophische Störungen der Haut

  • Symmetrischer, sensibler Verlust häufig an der unteren Extremität (sockenförmig, strumpfförmig), seltener an der oberen Extremität (handschuhförmig)

  • Vibrationsempfinden an der unteren Extremität <68, an der oberen Extremität < ⅞

  • Grobe Kraft vermindert

  • Eigenreflexe abgeschwächt oder erloschen (v. a. Achillessehenreflex)

  • Koordination je nach Stadium und Verlauf eingeschränkt

Nervenleitgeschwindigkeit: reduzierte Impulsübertragung

Neurologische Untersuchung

  • 10.1

    Erster Eindruck>87

  • 10.2

    Ausschluss eines Notfalls>87

  • 10.3

    Anamnestische Anhaltspunkte>88

  • 10.4

    Meningitiszeichen>88

  • 10.5

    Sensibilität>89

    • 10.5.1

      Oberflächensensibilität>90

    • 10.5.2

      Tiefensensibilität>91

  • 10.6

    Motorik>91

    • 10.6.1

      Bewegungsstörungen>91

    • 10.6.2

      Lähmung und Atrophie>92

    • 10.6.3

      Muskelkraft>92

    • 10.6.4

      Muskeltonus>92

  • 10.7

    Reflexe>93

    • 10.7.1

      Eigenreflexe>94

    • 10.7.2

      Fremdreflexe>96

    • 10.7.3

      Pathologische Reflexe>98

  • 10.8

    Kleinhirnzeichen>99

  • 10.9

    Hirnnervenprüfung>101

    • 10.9.1

      Die Hirnnerven im Überblick>101

    • 10.9.2

      Untersuchung der einzelnen Hirnnerven>103

  • 10.10

    Funktionsprüfung>106

  • 10.11

    Differenzialdiagnostik>106

Untersuchung:Nervensystem Nervensystem:Untersuchung

HINWEIS PRÜFUNG

Die Erhebung des neurologischen Status ist prüfungsrelevant und sollte im Hinblick auf Durchführung und Interpretation der Befunde sicher beherrscht werden.

Erster Eindruck

erster Eindruck:NervensystemDer erste Eindruck vom Patienten kann bereits Hinweise auf potenziell vorhandene Erkrankungen des Nervensystems geben:>

Anisokorie.

[L106]

  • PareseParesen, >PlegiePlegien: Lähmungserscheinungen können direkt sichtbar sein durch Schonhaltung einer Körperhälfte oder einer Extremität, einen hängenden Mundwinkel im Gesicht oder der Patient benutzt einen Rollstuhl zur Fortbewegung. Paresen sind gekennzeichnet durch eine unvollständige Lähmung, eine Plegie ist eine vollständige Lähmung. Paresen und Plegien können Hinweise auf zentrale und periphere Störungen der Nervenbahnen sein.

  • Veränderungen der >MimikMimik: Bei Morbus Parkinson, zentralen oder peripheren Nervenbahnenläsionen (z. B. Fazialisparesen)

  • AnisokorieAnisokorie: Unterschiedlich große Pupillenweite, die angeboren oder erworben ist. Eine erworbene Anisokorie kann auf eine intrakranielle Raumforderung hinweisen.

  • SchwindelSchwindel: Unsicherer Gang und Taumeln können auf Schwindel hinweisen. Er kann als Schwank- oder Drehschwindel auftreten, z. B. bei Erkrankungen des Vestibularorgans oder des Kleinhirns.

  • TremorTremor: Kann als Ruhe- oder Intentionstremor auftreten (>Tab. 10.1)

Ausschluss eines Notfalls

Notfall:NervensytemDie wichtigsten und häufigsten neurologischen Notfälle sind:>
  • Plötzliche stärkste Kopfschmerzen

  • Bewusstseinsstörungen

  • Positive Meningismus-, Nervendehnungszeichen

  • Krampfanfälle

  • Akute Lähmungserscheinungen

  • Ungeklärte Anisokorie

  • Reflexdifferenzen im Seitenvergleich

  • Unstillbares, schwallartiges Erbrechen

Anamnestische Anhaltspunkte

Im Rahmen der >Anamnese:NervensystemAnamnese können folgende Angaben Hinweise auf neurologische Erkrankungen liefern:>
  • Internistische Vorerkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, Hypothyreose, Speicherkrankheiten (Hämochromatose, Morbus Wilson)

  • Kopftrauma in der Vorgeschichte

  • Akute oder chronische Schmerzen

  • Lähmungserscheinungen, Koordinationsschwierigkeiten, Tremor

  • Stimmungsschwankungen

  • Familiäre Häufung von Apoplexen und anderen neurologischen Erkrankungen

Meningitiszeichen

Brudzinski-Zeichen
Durchführung
MeningitiszeichenBrudzinski-ZeichenDer Patient liegt auf dem Rücken. Passiv den Kopf beugen (>Abb. 10.2).
Normalbefund
Keine Schmerzen von Kopf oder Wirbelsäule.
Pathologische Befunde
Starke Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in den Nacken und die Wirbelsäule. Gleichzeitig ist zusätzlich zur Beugung auch meist die Drehung des Kopfes eingeschränkt und der Patient zieht reflektorisch die Beine an. Ursache ist eine meningeale Reizung u. a. bei Meningitis, Enzephalitis, Subarachnoidalblutung, Tumoren der hinteren Schädelgrube.
Lasègue-Zeichen
Durchführung
Lasègue-ZeichenDer Patient liegt in Rückenlage. Das gestreckte Bein passiv im Hüftgelenk beugen (>Abb. 10.2). Dadurch wird der N. ischiadicus gedehnt. Die schmerzfreie Beugestrecke wird in Gradzahl dokumentiert.
Normalbefund
Keine Schmerzhaftigkeit während des Anhebens des gestreckten Beins.
Pathologische Befunde
Radikuläre Schmerzen vom lumbosakralen Bereich über Gesäß, Oberschenkel und Kniekehle bis zu den Zehen. Die Schmerzen können bereits bei wenigen Grad Beugung auftreten. Das Lasègue-Zeichen ist positiv bei meningealer Reizung und/oder Kompression der lumbosakralen Wurzeln sein. Die Höhe der Läsion lässt sich nicht bestimmen.
Umgekehrter Lasègue
Durchführung
umgekehrter LasègueDer Patient befindet sich in Bauchlage. Das gestreckte Bein passiv strecken. Dabei wird der N. femoralis gedehnt. Die schmerzfreie Streckstrecke wird in Grad dokumentiert.
Normalbefund
Keine Schmerzhaftigkeit während der Beinstreckung.
Pathologische Befunde
Radikuläre Schmerzen vom lumbalen Bereich bis zur Vorderseite des Oberschenkels. Das umgekehrte Lasègue-Zeichen ist positiv bei meningealer Reizung und/oder Kompression der lumbalen Wurzeln.
Kernig-Zeichen
Durchführung
Kernig-ZeichenDer Patient liegt auf dem Rücken. Zunächst das Bein im Knie- und Hüftgelenk beugen, dann das Bein im Kniegelenk strecken (>Abb. 10.2).
Normalbefund
Keine Schmerzhaftigkeit während der Beinstreckung.
Pathologische Befunde
Radikuläre Schmerzen vom lumbosakralen Bereich über Gesäß, Oberschenkel und Kniekehle bis zu den Zehen. Die Schmerzen können bereits bei wenigen Grad Beugung auftreten. Das Lasègue-Zeichen ist positiv bei meningealer Reizung und/oder Kompression der lumbosakralen Wurzeln sein. Die Höhe der Läsion lässt sich nicht bestimmen.
Bragard-Zeichen
Durchführung
Bragard-ZeichenDer Patient liegt auf dem Rücken. Es empfiehlt sich, das Bragard-Zeichen im Zusammenhang mit dem Lasègue-Zeichen zu testen. Wenn das Lasègue-Zeichen bei einer bestimmten Gradzahl schmerzhaft ist, das Bein zur Unterlage absenken und im schmerzfreien Bewegungsausmaß eine Dorsalextension des Fußes herbeiführen (>Abb. 10.3). Dabei wird der N. ischiadicus gedehnt, die Schmerzausstrahlung ist die gleiche wie beim Lasègue-Zeichen.
Normalbefund
Keine Schmerzhaftigkeit bei Dorsalextension des Fußes.
Pathologische Befunde
Radikuläre Schmerzen vom lumbosakralen Bereich über Gesäß, Oberschenkel und Kniekehle bis zu den Zehen. Die Schmerzen können bereits bei wenigen Grad Dorsalextension auftreten. Das Bragard-Zeichen ist positiv bei meningealer Reizung und/oder Kompression der lumbosakralen Wurzeln sein. Die Höhe der Läsion lässt sich nicht bestimmen.
Lhermitte-Zeichen
Durchführung
Lhermitte-ZeichenDer Patient liegt auf dem Rücken. Passiv den Kopf beugen.
Normalbefund
Keine Schmerzhaftigkeit beim Beugen des Kopfes.
Pathologische Befunde
Obwohl die Durchführung des Lhermitte-Zeichens die gleiche wie beim Brudzinski-Zeichen ist, ist der pathologische Befund anders. Während Patienten beim positiven Brudzinski-Zeichen als Reaktion Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in die Wirbelsäule angeben und reflektorische die Beine anziehen, haben Patienten mit positiven Lhermitte-Zeichen elektrisierende Nervenschmerzen und Parästhesien entlang der Wirbelsäule, die bis in die Peripherie ausstrahlen. Das Lhermitte-Zeichen ist positiv bei entzündlichen Prozessen im Bereich des Rückenmarks, z. B. bei der multiplen Sklerose.

Sensibilität

SensibilitätDie Sensibilität wird über freie Nervenendigungen oder spezielle Rezeptoren (u. a. Ruffini-Körperchen, Merkel-Tastscheiben, Vater-Pacini-Körperchen) von der Peripherie zum Gyrus postcentralis des Parietallapens des Gehirns geleitet. Die Prüfung der Sensibilität ist nicht besonders zuverlässig, weil sie von der Konzentration, Bewertung und Stimmung des Patienten abhängt.
Die Sensibilität kann unterteilt werden in:>
  • Protopathische Sensibilität: Schmerz, Druck- und Temperaturempfinden

  • Epikritische Sensibilität: feine Berührung, Lage- und Vibrationsempfinden

Die Prüfung der Sensibilität kann als Prüfung der Oberflächen- oder Tiefensensibilität erfolgen.

Oberflächensensibilität

Berührungsempfinden
Durchführung
OberflächensensibilitätBerührungsempfindenMit Fingerkuppen, einem Pinsel oder einem Wattebausch die Haut im Dermatomverlauf bestreichen (>Abb. 10.4).
Normalbefund
Berührungsempfindung ist seitengleich und ohne Unterschied zwischen proximalen und distalen Körperarealen.
Pathologische Befunde
  • Seitenunterschied: bei spinalen Erkrankungen

  • Berührungsunterschied zwischen distalen und proximalen Körperabschnitten: bei Polyneuropathie (symmetrischer, distaler Verlust der Sensibilität)

  • Störungen im Berührungsempfinden können sich äußern als>

    • Hypästhesie: Verminderung der Empfindung

    • Anästhesie: Verlust der Empfindung

    • Hyperästhesie: gesteigerte Empfindung

    • Dysästhesie bzw. Parästhesie: schmerzhafte bzw. veränderte Empfindung im Sinne von z. B. Ameisenlaufen

Schmerzempfinden
Durchführung
SchmerzempfindenEine Hautfalte kneifen oder mit einer sterilen Einmalkanüle berühren.
Normalbefund
Berührungsempfinden
Pathologische Befunde
Berührungsempfinden
Temperaturempfinden
Durchführung
TemperaturempfindenMetall- und Plastikstempel oder warme und kalte Gefäße auf die Haut aufsetzen.
Normalbefund
Berührungsempfinden
Pathologische Befunde
Berührungsempfinden

Tiefensensibilität

Lageempfinden
Durchführung
TiefensensibilitätLageempfindenMit Daumen und Zeigefinger das Endglied eines Fingers beugen und strecken, ohne die Nachbarfinger zu berühren. Der Patient muss mit geschlossenen Augen die Richtung angeben. Vorab müssen sich Therapeut und Patient darauf geeinigt haben, was „oben“ und was „unten“ ist.
Bei einer anderen Methode, das Lageempfinden zu überprüfen, den Patienten auffordern, mit der gegenseitigen Extremität die vom Untersucher an der anderen Extremität vorgegebene Haltung nachzuahmen.
Normalbefund
Korrekte Bezeichnung der Richtung, in welche die Gliedmaße bewegt wurde, oder korrekte Nachahmung der vorgegeben Haltung der Extremität.
Pathologische Befunde
Unfähigkeit zur Unterscheidung der Richtung, in welche die Gliedmaßen bewegt werden, oder fehlerhafte Nachahmung der vorgegebenen Haltung können Hinweise auf eine gestörte Perzeption oder Störungen in der Nervenüberleitung sein.
Vibration
Durchführung
VibrationZunächst eine angeschlagene Stimmgabel mit 64 oder 128 Hz am Sternum aufsetzen, damit der Patient weiß, was er spüren muss (>Abb. 10.5). Dann die angeschlagene Stimmgabel am medialen, lateralen Knöchel und der Großzehe aufsetzen. Der Patient muss sagen, wann er die Schwingung nicht mehr spürt. An der Skala das Vibrationsempfinden in Achteln ablesen. An der oberen Extremität das Vibrationsempfinden am Proc. styloideus ulnae durchführen.
Normalbefund
Mindestens 68 an der unteren Extremität und mindestens ⅞ an der oberen Extremität spürbar.
Pathologische Befunde
Weniger als 68 an der unteren Extremität und weniger als ⅞ an der oberen Extremität sind Hinweise auf eine Polyneuropathie.

Motorik

MotorikDas motorische System umfasst die Muskulatur und deren Innervation.

Bewegungsstörungen

BewegungsstörungenDie Beweglichkeit der Muskulatur kann bereits beim ersten Eindruck des Patienten beurteilt werden. Die normale Muskelfunktion ist geschmeidig, zielgerichtet und koordiniert. Abweichungen können Hinweise auf Muskelerkrankungen, Erkrankungen der Motoneurone, Basalganglien oder des Kleinhirns geben.
Es können folgende Bewegungsstörungen unterschieden werden.>
  • AkinesieAkinesie (>Bewegungslosigkeit) und >HypokinesieHypokinesie (>Bewegungsarmut): Spontanbewegungen sind entweder gar nicht oder nur spärlich vorhanden. Bei Morbus Parkinson, Apoplex.

  • HyperkinesieHyperkinesie: Spontanbewegungen sind reichlich vorhanden und laufen meist unwillkürlich und automatisch ab. Sie können auftreten als>

    • Athetotische Bewegungen: langsame, wurmartige, geschraubte Bewegungen, meist an der distalen Muskulatur

    • Choreatische Bewegungen: schnelle, zuckende und unwillkürliche Bewegungen einzelnen Muskelgruppen

    • HemiballismusHemiballismus: schleudernde, grobe Bewegungen einer Körperhälfte

  • TremorTremor (>Zittern; >Tab. 10.1)

  • MyoklonusMyoklonus: blitzartige, klonische Zuckungen einzelner Muskelgruppen

  • TicsTics: automatisch und reflexartig ablaufende Bewegungen, die willentlich meist bis zum gewissen Grad unterdrückt werden können

Lähmung und Atrophie

Lähmung
LähmungBei einer Lähmung ist die willentliche Bewegung eingeschränkt, die unwillkürlichen Mitbewegungen können verstärkt sein. Lähmungen können >schlaff oder >spastisch sein.
Zentrale Lähmungen entstehen durch Störungen meist im Gehirn und betreffen das 1. Motoneuron und das extrapyramidale System. Sie können beim Apoplex, insbesondere im Bereich der Capsula interna, Tumoren oder Metastasen auftreten (>Tab. 10.2). >Periphere Lähmungen können durch Läsion des motorischen Vorderhorns (2. Motoneurons) und Läsionen der peripheren Nerven bis zur motorischen Endplatte oder durch Muskelerkrankungen bedingt sein.
Atrophie
AtrophieDie Atrophie der Muskeln kann entweder auf Muskelerkrankungen oder auf die Läsion des 2. Motoneurons zurückzuführen sein. Atrophe Muskeln sind dünn und kraftlos.

Muskelkraft

MuskelkraftDie >grobe Muskelkraft wird über einen kräftigen Händedruck oder durch Beugung und Streckung im Knie- oder Ellbogengelenk gegen Widerstand überprüft. Man unterteilt folgende Kraftgrade:>
  • 0: keine Muskelaktivität

  • 1: sichtbare Muskelkontraktionen, aber ohne Bewegungseffekt

  • 2: Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere

  • 3: Bewegung auch gegen die Eigenschwere

  • 4: Bewegung gegen mäßigen Widerstand möglich

  • 5: Bewegung gegen großen Widerstand möglich, normale Muskelkraft

Muskeltonus

Hypertonus
MuskeltonusHypertonusEin Hypertonus geht mit einer erhöhten Spannung des Muskels einher und kann unterteilt werden in>
  • Rigor: erhöhter Grundtonus der Muskulatur, der während des gesamten Bewegungsablaufs bestehen bleibt

  • Spastik: stark erhöhter Grundtonus der Muskulatur bis hin zur Verkrampfung, der zu Beginn einer passiven Bewegung zunimmt, dann plötzlich nachlässt

Rigor
Durchführung
RigorIm Hand- oder Ellenbogengelenk alternierend beugen und strecken.
Pathologische Befunde
Durchgehender, entweder gleich bleibender oder ruckartiger Widerstand. Diese Art der Bewegungsstörung wird auch >ZahnradphänomenZahnradphänomen genannt (>Abb. 10.6). Der Rigor ist ein Hinweis auf eine extrapyramidale Störung, v. a. auf eine Basalganglienstörung.
Spastik
Durchführung
SpastikIm Ellenbogengelenk alternierend beugen und strecken.
Pathologische Befunde
Stärkster Widerstand am Anfang der Bewegung, der sich aber „brechen“ lässt, ist ein Hinweis auf eine zentrale Lähmung. Diese Bewegungsstörung wird auch >TaschenmesserphänomenTaschenmesser- oder >KlappmesserphänomenKlappmesserphänomen genannt (>Abb. 10.7).
Hypotonus
HypotonusEin Muskelhypotonus bzw. eine Muskelatonie geht mit einem erniedrigtem Tonus der Muskulatur oder dessen Verlust einher. Ursachen sind periphere oder Kleinhirnlähmungen.
Paralyse und Parese
PareseParalyseUnter einer Paralyse versteht man eine vollständige Lähmung. Die Parese geht mit einer unvollständigen Lähmung einher und kann als „Schwäche“ eines Muskels oder von Muskelgruppe imponieren. Ursache können eine periphere oder eine frische zentrale Läsion sein.
Je nach Art der Parese bzw. Plegie unterscheidet man:>
  • Monoparese (Monoplegie): Lähmung einer Gliedmaße, u. a. durch zentrale Erkrankungen (Apoplex, Tumoren, Metastasen) oder periphere Erkrankungen (Plexusläsion)

  • Hemiparese (Hemiplegie): Lähmung einer Körperhälfte, u. a. durch Apoplex

  • Paraparese (Paraplegie): Lähmung beider Arme bzw. Beine, z. B. nach Rückenmarksverletzungen im lumbalen Bereich

  • Tetraparese (Tetraplegie): Lähmung aller Gliedmaßen, z. B. nach Rückmarksverletzungen im Halswirbelbereich

Latente Parese (versteckte Parese)
Parese:latenteSchweregefühl der betroffenen Extremität, das im Arm- und Beinhalteversuch geprüft wird.
Durchführung
Beim Armhalteversuch (>Abb. 10.8a) den Patienten auffordern, beide Arme hoch zu heben, Hände in Supinationsstellung (Handflächen nach oben). Beide Augen sind geschlossen.
Beim Beinhalteversuch (>Abb. 10.8b) den auf dem Rücken liegenden Patienten auffordern, beide Beine, die im Hüft- und Kniegelenk angewinkelt sind, in der Luft zu halten, wobei sich die Beine nicht berühren dürfen. Beide Augen sind geschlossen.
Normalbefund
Kein Absinken der Arme oder Beine im jeweiligen Versuch.
Pathologische Befunde
  • Absinken eines Arms oder Beins: bei ipsilateraler Schädigung im Kleinhirn

  • Pronation und Flexion eines Arms im Ellenbogen oder leichte Abspreizbewegung der Finger: bei zentraler Läsion, z. B. nach zerebraler Ischämie

Reflexe

ReflexeEin Reflex ist eine immer gleich ablaufende, unwillkürliche Antwort auf einen Reiz. Als Reflexbogen werden hintereinander geschaltete Neurone bezeichnet, bei denen afferente Impulse aus Haut, Gelenken oder Eingeweiden in die Hintersäule des Rückenmarks geleitet werden. Von dort gelangen sie ins Rückenmark und Gehirn, wo die Verarbeitung erfolgt. Die efferenten Impulse ziehen zu den Motoneuronen, die die Muskeln innervieren.
Man unterscheidet:>

Merke

Reflexe immer im Seitenvergleich prüfen und beurteilen.

Eigenreflexe

EigenreflexeEigenreflexe bestehen aus einem afferenten und einem efferenten Neuron mit einer Umschaltung im Rückenmark. Das Reizorgan ist identisch mit dem Erfolgsorgan. Ein Eigenreflex ist somit >monosynaptisch und nicht ermüdbar (>Abb. 10.9). Die Auslösung erfolgt nach dem >Alles-oder-Nichts-Prinzip. Eine erleichterte Auslösung (sog. Bahnung) erfolgt durch den >Jendrassik-Jendrassik-HandgriffHandgriff für die Beinreflexe (>Abb. 10.10) oder Aufeinanderbeißen der Zähne für die Auslösung der Armreflexe.
Die Testung der Eigenreflexe dient der Prüfung der spinalen neuronalen Verschaltung, die unter physiologischen Bedingungen seitengleich ist. Störungen der Reflexverschaltung, z. B. bei Erkrankungen des 1. und 2. Motoneurons, lösen eine Seitendifferenz bei der Reflexprüfung aus (>Tab. 10.3). Ein Reflex gilt erst dann als fehlend, wenn die Bahnung erfolglos war.
Masseterreflex
Durchführung
MasseterreflexDie Prüfung ist am sitzenden oder liegenden Patienten möglich. Gegen den auf dem Kinn liegenden Finger schlagen, der Mund ist leicht geöffnet (>Abb. 10.11).
Normalbefund
Kieferschluss.
Pathologische Befunde
Ausbleibender Kieferschluss bei Stammhirnschädigung.
Bizepssehnenreflex
Durchführung
BizepssehnenreflexMit dem Reflexhammer auf den auf der Bizepssehne liegenden Finger schlagen (>Abb. 10.12). Der Arm sollte für die Reflexprüfung entspannt in einer leichten Beugestellung liegen.
Normalbefund
Seitengleiche Beugung im Ellenbogengelenk.
Pathologische Befunde
Seitendifferenzen bei Wurzelläsion von C5/C6.
Trizepssehnenreflex
Durchführung
TrizepssehnenreflexMit dem Reflexhammer auf die Trizepssehne schlagen (>Abb. 10.13). Der Arm sollte für die Reflexprüfung entspannt in einer leichten Beugestellung liegen.
Normalbefund
Seitengleiche Streckung im Ellenbogengelenk.
Pathologische Befunde
Seitendifferenzen bei Wurzelläsion von C7/C8.
Radiusperiostreflex
Durchführung
RadiusperiostreflexMit dem Reflexhammer auf die distale Radiuskante bei leicht gebeugtem Ellenbogengelenk schlagen (>Abb. 10.14).
Normalbefund
Seitengleiche Beugung im Ellenbogengelenk.
Pathologische Befunde
Seitendifferenzen bei Wurzelläsion von C5/C6.
Patellarsehnenreflex
Durchführung
PatellarsehnenreflexMit dem Reflexhammer auf die Patellarsehne bei leicht gebeugtem Kniegelenk schlagen (>Abb. 10.15). Die Prüfung des Patellarsehnenreflexes kann im Sitzen erfolgen oder besser im Liegen. Am liegenden Patienten das Kniegelenk leicht beugen.
Normalbefund
Seitengleiche Streckung im Kniegelenk.
Pathologische Befunde
Seitendifferenzen bei Wurzelläsion von L3/L4.
Achillessehnenreflex
Durchführung
AchillessehnenreflexDie Prüfung des Achillessehnenreflexes kann im Sitzen oder im Liegen erfolgen. In beiden Fällen muss die Achillessehne etwas vorgedehnt werden. Im Sitzen den Fuß in eine leichte Dorsalextension bringen und dann die Achillessehne mit dem Reflexhammer beklopfen (>Abb. 10.16). Im Liegen zunächst das zu untersuchende Bein im Knie beugen und den proximalen Unterschenkel über den anderen Unterschenken legen. Im Anschluss den Fuß in eine leichte Dorsalextension bringen und die Achillessehne beklopfen.
Normalbefund
Seitengleiche Plantarflexion.
Pathologische Befunde
Seitendifferenzen bei Wurzelläsion von L5/S1.

Fremdreflexe

FremdreflexeFremdreflexe sind >polysynaptisch und >ermüdbar. Das Reizorgan entspricht nicht dem Erfolgsorgan (>Abb. 10.17). Die Antwort ist abhängig von der Reizstärke, die Reflexzeit ist relativ lange.
Kornealreflex
Durchführung
KornealreflexDie Kornea mit einem Wattebausch am liegenden oder sitzenden Patienten betupfen.
Normalbefund
Lidschluss.
Pathologische Befunde
Fehlender Lidschluss. Ursachen können sein:>
  • Lähmung der Hirnnerven: N. ophthalmicus (afferenter Schenkel) oder N. facialis (efferenter Schenkel)

  • Läsionen im Bereich des Stammhirns

Pupillenreflex
Durchführung (12.6)
PupillenreflexMit der Pupillenreaktion werden der afferente Schenkel (N. opticus) und der efferente Schenkel (N. oculomotorius) der Reflexverschaltung überprüft. Der Patient fixiert einen Punkt in der Ferne, um eine Miosis durch Akkommodation zu unterbinden. Zunächst in ein Auge leuchten und die Reaktion am beleuchteten Auge überprüfen. Die physiologische Reaktion auf den Lichteinfall wird auch >direkte Lichtreaktion genannt und ist als Miosis sichtbar. Danach nochmal in das gleiche Auge leuchten und die Reaktion am anderen Auge prüfen. Die physiologische Reaktion ist ebenfalls eine Miosis >(konsensuelle Lichtreaktion). Grundlage dieser konsensuellen Lichtreaktion ist die anatomische Verknüpfung des afferenten Schenkels (N. opticus) mit beiden Okulomotoriuskernen, die dann durch den N. oculomotorius den M. sphincter pupillae innervieren.
Normalbefund
Seitengleiche Miosis bei der direkten und konsensuellen Lichtreaktion.
Pathologische Befunde
  • Weite Pupille, keine Miosis bei der direkten Lichtreaktion und keine konsensuelle Lichtreaktion bei Beleuchtung des anderen Auges: Läsion des N. oculomotorius

  • Keine Miosis bei der direkten Lichtreaktion, aber konsensuelle Lichtreaktion bei Beleuchtung des anderen Auges: Läsion des N. opticus

  • Beidseits enge Pupillen mit kaum sichtbarer Reaktion auf Licht: Intoxikation mit Opiaten, E 605

  • Beidseits weite Pupillen: Intoxikation mit Kokain, Halluzinogenen

Bauchhautreflex
Durchführung
BauchhautreflexZügig die Bauchhaut von lateral nach medial beim auf dem Rücken liegenden Patienten bestreichen (>Abb. 10.18).
Normalbefund
Kurze Kontraktion der Bauchmuskulatur.
Pathologische Befunde
Fehlende Reflexantwort bei Adipositas, Schwangerschaft, multipler Sklerose, Querschnittslähmung, nach Operationen>

Merke

Bei der multiplen Sklerose ist der Bauchhautreflex typischerweise erloschen. Ein fehlender Bauchhautreflex beweist die Erkrankung jedoch nicht.

Cremasterreflex
Durchführung
CremasterreflexOberschenkelinnenseite am liegenden Patienten bestreichen.
Normalbefund
Hochziehen des Skrotums auf der gleichen Seite.
Pathologische Befunde
Fehlender Skrotumhochzug, z. B. bei Wurzelkompression im Sakralbereich.
Analreflex
Durchführung
AnalreflexPerianale Hautregion am seitlich liegenden Patienten bestreichen.
Normalbefund
Kontraktion des äußeren Sphinkters.
Pathologische Befunde
Ausbleibende Kontraktion des Sphinkters bei Wurzelkompression im Sakralbereich.

Pathologische Reflexe

Reflexe:pathologischePathologische Reflexe können ausgelöst werden, wenn eine >Schädigung der Pyramidenbahn vorliegt oder wenn diese noch nicht vollständig ausgereift ist. Bei Kindern bis zum ca. 18. Lebensmonat sind deshalb die pathologischen Reflexe physiologisch.
Babinski-Reflex
Durchführung
Babinski-ReflexDen lateralen Fußrand von der Ferse im Bogen Richtung Großzehe am liegenden oder sitzenden Patienten bestreichen (>Abb. 10.19).
Normalbefund
Beugung der Zehen.
Pathologische Befunde
Tonische Dorsalextension der Großzehe und gleichzeitige Spreizung der restlichen Zehen.
Oppenheim-Zeichen
Durchführung
Oppenheim-ZeichenDie Tibiavorderkante am liegenden Patienten bestreichen (>Abb. 10.20).
Normalbefund
Beugung der Zehen.
Pathologische Befunde
Tonische Dorsalextension der Großzehe und gleichzeitige Spreizung der restlichen Zehen.
Gordon-Scharfer-Reflex
Durchführung
Gordon-Scharfer-ReflexDie Wade am liegenden Patienten kneten (>Abb. 10.21).
Normalbefund
Beugung der Zehen.
Pathologische Befunde
Tonische Dorsalextension der Großzehe und gleichzeitige Spreizung der restlichen Zehen.

Kleinhirnzeichen

KleinhirnzeichenDas Kleinhirn dient primär der Koordination von Bewegungsabläufen, der Feinmotorik, der Steuerung des Gleichgewichts und des Muskeltonus. Die nachfolgenden Untersuchungen eignen sich für die Beurteilung der Kleinhirnfunktion. Abweichungen vom Normalbefund sind bei allen beschriebenen Tests Hinweise auf eine gestörte Kleinhirnfunktion und/oder der leitenden Nervenbahnen.
Finger-Nase-Versuch
Durchführung
Finger-Nase-VersuchDen Patienten auffordern, seinen Zeigefinger bei geschlossenen Augen zur Nasenspitze zu führen (>Abb. 10.22). Die Untersuchung kann im Liegen oder Sitzen durchgeführt werden.
Normalbefund
Flüssige, zielgerichtete Bewegung des Zeigefingers zur Nasenspitze ohne Tremor.
Pathologische Befunde
  • Ruckartige, abgehakte Bewegung oder sogar Verfehlung der Nasenspitze

  • IntentionstremorIntentionstremor: Zittern, das umso stärker ausgeprägt ist, je näher der Finger am Zielobjekt ist

Ursachen können im Kleinhirn (u. a. Blutung, Tumor, multiple Sklerose) oder in den leitenden Bahnen liegen (Stoffwechselstörungen u. a. durch Vitamin B-Mangel).
Knie-Hacke-Versuch
Durchführung
Knie-Hacke-VersuchDer Patient setzt die Ferse eines Beines auf die Kniescheibe des anderen Beines auf und bewegt das Bein entlang der Schienbeinkante zum Fuß hin (>Abb. 10.23). Die Untersuchung kann im Liegen oder Sitzen durchgeführt werden.
Normalbefund
Flüssige, zielgerichtete Bewegung des der Ferse entlang der Tibiavorderkante ohne Tremor.
Pathologische Befunde
  • Ruckartige, abgehakte Bewegung oder sogar Verfehlung der Tibiavorderkante

  • IntentionstremorIntentionstremor: Zittern, das umso stärker ausgeprägt ist, je näher der Finger am Zielobjekt ist

Ursachen können im Kleinhirn (u. a. Blutung, Tumor, multiple Sklerose) oder in den leitenden Bahnen liegen (Stoffwechselstörungen u. a. durch Vitamin B-Mangel).
Diadochokinese
Durchführung
DiadochokineseDer Patient führt schnelle, alterniernende Bewegungen aus, z. B. klopft er abwechselnd mit Handfläche und Handrücken auf eine Unterlage oder dreht eine Glühbirne ein. Die Untersuchung kann im Liegen oder Sitzen durchgeführt werden.
Normalbefund
Flüssige, zielgerichtete Bewegung der Hände.
Pathologische Befunde
Ruckartige, langsame oder unkoordinierte Bewegungen (>DysdiadochokineseDysdiadochokinese). Ursachen können entzündliche Kleinhirnveränderungen, z. B. multiple Sklerose, degenerative Veränderungen, u. a. alkoholtoxische Schädigungen, Tumoren, Metastasen oder Blutungen sein.
Rebound-Phänomen
Durchführung
Rebound-PhänomenÜberprüfung der Agonisten und Antagonisten an einer Extremität. Den Patienten auffordern, den gebeugten Ellenbogen gegen Widerstand des Untersuchers zu beugen. Die andere Hand des Therapeuten muss sich vor dem Gesicht des Patienten befinden, für den Fall, dass der Patient die Bewegung nicht kontrollieren kann. Danach den Widerstand lösen (>Abb. 10.24). Die Untersuchung kann im Liegen durchgeführt werden.
Normalbefund
Die Bewegung kann kontrolliert werden, ist adäquat und der Patient kann diese z. B. vor dem Auftreffen auf das eigene Gesicht stoppen.
Pathologische Befunde
Wird der Arm losgelassen, kommt es zu einer überschießenden Bewegung des Armes auf den Körper zu. Der Patient kann die Bewegung nicht kontrollieren und rechtzeitig abbremsen. Ursachen entsprechen denen der Dysdiadochokinese, z. B. eine Kleinhirnläsion.
Romberg-Stehversuch
Durchführung
Romberg-StehversuchDen Patienten auffordern, mit geschlossenen Augen im Stehen das Gleichgewicht zu halten und dabei die Arme nach vorne mit den Händen in Supinationsstellung auszustrecken.>

ACHTUNG

Bei der Durchführung von Romberg-Stehversuch, Unterberger-Tretversuch, Blindgang, Strichgang und Hüpfen auf einem Bein immer hinter dem Patienten stehen, um bei einer Fall- oder Sturzneigung Folgeverletzungen zu vermeiden.

Normalbefund
Der Patient kann im Stehen mit geschlossenen Augen die Position ohne Schwank- oder Fallneigung beibehalten.
Pathologische Befunde
Das Zeichen ist positiv, wenn der Patient eine Fallneigung hat. Ursachen können Läsionen des Vestibularapparates, Hirnstamm- oder Kleinhirnläsionen sein.
Unterberger-Tretversuch
Durchführung
Unterberger-TretversuchDen Patienten auffordern, im Stehen mit geschlossenen Augen im Verlauf einer Minute auf der Stelle zu treten. Die Arme sind dabei nach vorne ausgestreckt, die Hände in Supinationsstellung.
Normalbefund
Keine Körperdrehung, Schwank- oder Fallneigung.
Pathologische Befunde
Eine Körperdrehung von mehr als 45° kann auf eine ipsilaterale vestibuläre oder Kleinhirnläsion hinweisen.
Strichgang, Blindgang, Hüpfen auf einem Bein
Durchführung
StrichgangHüpfenBlindgangDer Patient geht mit zunächst offenen, dann geschlossenen Augen entlang einer gedachten Linie. Im Anschluss kann der Patient auf einem Bein hüpfen.
Normalbefund
Strichgang und Blindgang sind zielgerichtet und ohne Schwankungen.
Pathologische Befunde
Strichgang, Blindgang und Hüpfen auf einem Bein sind entweder gar nicht möglich oder deutlich verzögert und unsicher. Diese Veränderungen kommen bei Erkrankungen des Vestibularapparates, Hirnstamm- oder Kleinhirnläsionen vor.

Hirnnervenprüfung

Die Hirnnerven im Überblick (>Abb. 10.25, >Tab. 10.4)

Untersuchung der einzelnen Hirnnerven

N. olfactorius (I)
Durchführung
Untersuchung:HirnnervenHirnnerven:UntersuchungHirnnerven:ÜberblickNervus:olfactoriusDen Patienten verschiedene Aromen riechen lassen, z. B. Kaffee, Vanille, Tabak. Die Prüfung des Geruchssinns sollte seitengetrennt bei geschlossenen Augen erfolgen.
Sollte der Verdacht aufkommen, dass der Patient unwahre Aussagen trifft, kann eine Überprüfung mit Stoffen erfolgen, die den N. trigeminus reizen, z. B. Ammoniak und Formaldehyd. Diese Stoffe rufen eine sichtbare Reizung der Schleimhäute hervor, die als Absonderung von wässrigem Sekret aus der Nase sichtbar ist. Wenn der Patient keine Reaktion angibt, kann eine psychogene Störung vorliegen.
Normalbefund
Korrekte Zuordnung der einzelnen Aromen.
Pathologische Befunde
Eine ein- oder beidseitige >AnosmieAnosmie kann bei Verletzungen des N. olfactorius auftreten oder bei einer Raumforderung. Die Probe mit einem Trigeminusreizstoff ist dabei positiv.
N. opticus (II)
Durchführung
Nervus:opticusDie Funktion des N. opticus kann zum einen über eine Visusprüfung und Gesichtsfeldbestimmung, zum anderen über die Spiegelung des Augenhintergrundes und Prüfung des Pupillenreflexes (>10.7.2, >12.6) erfolgen.
N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV) und N. abducens (VI)
Durchführung
Nervus:trochlearisNervus:oculomotoriusNervus:abducensÜberprüfung der Augenbeweglichkeit in der Horizontalen und Diagonalen. Der Untersucher steht vor dem Patienten und bewegt ca. 40 cm vor den Augen des Patienten ein Objekt in der Horizontalen und Diagonalen (>Abb. 10.26). Der Patient sollte den Kopf dabei nicht bewegen.
Normalbefund
Seitengleiche, flüssige Verfolgung des Objektes. Kein Nystagmus, keine Doppelbilder.
Pathologische Befunde
  • Seitendifferenzen bei der Verfolgung des bewegten Objektes können ein Hinweis auf eine Augenmuskelparese sein.

  • NystagmusNystagmus: Rhythmische und unwillkürliche Augenbewegungen, die meist ruckartig sind. Er kann horizontal, vertikal oder rotatorisch sein. Ursachen können angeboren, erworben durch Augenschäden, Erkrankungen des Stammhirns oder Läsionen des Vestibularapparates sein.

N. trigeminus (V)
Durchführung
  • Nervus:trigeminus >Prüfung der Sensibilität: Im Versorgungsbereich der drei Äste (Stirn, Backe und Kinnpartie) die Gesichtshaut mit einem Wattestäbchen sanft bestreichen.

  • Prüfung der Trigeminusaustrittspunkte: Am Foramen supraorbitale, infraorbitale und mentale sanften Druck ausüben (>Abb. 10.27).

  • Prüfung der Kaumuskulatur: Die Fingerkuppen zunächst auf die Backen (Prüfung des M. masseter) legen, dann auf die Schläfen (Prüfung des M. temporalis). Den Patienten auffordern zu kauen.

  • Kornealreflex >10.7.2

  • Massterreflex >10.7.2

Normalbefund
  • Seitengleiche Sensibilität.

  • Keine Schmerzen im Bereich der Nervenaustrittspunkte.

  • Seitengleiche Kaukraft.

Pathologische Befunde
  • Seitendifferenz hinsichtlich der Sensibilität im Bereich der Trigeminusäste bei einseitiger Nervenläsion.

  • Schmerzhafte Nervenaustrittspunkte u. a. bei Sinusitis frontalis und maxillaris, Trigeminusneuralgie.

  • Weicher Kiefer bei einseitigem Ausfall der Kaumuskulatur. Der Kiefer weicht zur paretischen Seite ab.

N. facialis (VII)
Durchführung
  • Nervus:facialis >Geschmacksprüfung: Dem Patienten die Geschmacksqualitäten süß, sauer und salzig anbieten.

  • Prüfung der Gesichtsmotorik: Den Patienten auffordern, die Stirn zu runzeln, die Augen zusammenzukneifen, die Backen aufzublasen und die Zähne zu zeigen.

Normalbefund
  • Sichere und seitengleiche Unterscheidung zwischen den Geschmacksqualitäten süß, sauer und salzig.

  • Seitengleiche Fähigkeit, die Stirn zu runzeln, die Augen zusammenzukneifen, die Backen aufzublasen und die Zähne zu zeigen.

Pathologische Befunde
  • Unsichere Geschmackszuordnung von süß, sauer und salzig bei Läsionen des N. facialis oder des N. olfactorius durch z. B. Trauma oder Rhinitis.

  • Seitendifferenz bei der Beweglichkeit der mimischen Muskulatur bei zentraler oder peripherer >FazialispareseFazialisparese (>Abb. 10.28, >Tab. 10.5).

N. vestibulocochlearis (VIII)
Durchführung
  • Nervus:vestibulocochlearis >Grobe Prüfung des Hörvermögens: 13.6

  • Prüfung der Fallneigung: Romberg-Stehversuch, Unterberger-Tretversuch, Strichgang, Blindgang und Hüpfen auf einem Bein (>10.8)

N. glossopharyngeus (IX)
Durchführung
  • Nervus:glossopharyngeus >Prüfung der Pharynxschleimhaut und -muskulatur: Den Patienten auffordern, den Mund weit zu öffnen und „Aaaaa“ zu sagen.

  • Prüfung des Würge- und Schluckreflexes: Die Rachenhinterwand mit einem Wattebausch bestreichen.

  • Prüfung der Geschmacksqualität bitter: Dem Patienten die Geschmacksqualität bitter anbieten.

Normalbefund
  • Während der Patient „Aaaaa“ sagt, seitengleiche Kontraktion der Gaumenbogenmuskulatur.

  • Beim Bestreichen der Rachenhinterwand wird ein Schluck- und Würgereflex ausgelöst.

  • Die Geschmacksqualität bitter kann seitengleich wahrgenommen werden.

Pathologische Befunde
  • Bei Lähmung der Gaumenbogenmuskulatur entsteht beim Sagen von „Aaaaa“ das >KulissenphänomenKulissenphänomen: Das Gaumensegel weicht zur gesunden Seite ab (>Abb. 10.29).

  • Fehlender Würge- und Schluckreflex können ein Hinweis auf einen Apoplex oder Hirnstammläsionen sein. Im praktischen Alltag ist ein rezidivierendes Verschlucken die Folge.

  • Bei Lähmung kann die Geschmacksqualität bitter nicht geschmeckt werden.

N. vagus (X)
Durchführung
Nervus:vagusDer N. glossopharyngeus und der N. vagus innervieren gemeinsam die Rachenhinterwand motorisch. Über beide Hirnnerven werden auch der Würge- und Schluckreflex vermittelt. Die Prüfung der Pharynxmuskulatur und der beiden Fremdreflexe ist daher die selbe wie beim N. glossopharyngeus.
Ferner ist der N. vagus an der Innervation der Stimmbänder über den N. laryngeus recurrens beteiligt und zuständig für den adäquaten Ablauf des Hustenreflexes. Eine Heiserkeit oder ein beeinträchtiger Hustenreflex können Hinweise auf eine Vaguslähmung geben.
N. accessorius (XI)
Durchführung
Nervus:accessoriusDen Patienten auffordern, die Schulter hochzuziehen und den Kopf hin und her zu wenden.
Normalbefund
Schulterhochzug und Kopfwenden sind ohne Probleme möglich.
Pathologische Befunde
Bei Lähmungen sind ein Schulterhochzug und das Kopfwenden nicht möglich.
N. hypoglossus (XII)
Durchführung
Nervus:hypoglossusDen Patienten bitten, die Zunge herauszustrecken.
Normalbefund
Die Zunge kann problemlos ausgestreckt werden, es sind keine Seitenabweichungen und keine Muskelatrophie sichtbar.
Pathologische Befunde
Bei Lähmung weicht die Zunge zur kranken Seite ab, auf der betroffenen Seite ist eine Muskelatrophie sichtbar (>Abb. 10.30).

Funktionsprüfung

Nervensystem:FunktionsprüfungDie apparative Diagnostik erfolgt in der Regel im Anschluss an die neurologische Untersuchung. Die unten genannten Techniken sind die am häufigsten durchgeführten.>

HINWEIS PRÜFUNG

Eine Grundkenntnis über Indikation und Aussagekraft der Untersuchungen ist von Vorteil.

Liquoruntersuchung
LiquoruntersuchungDie Liquorgewinnung geschieht durch Lumbalpunktion meist zwischen den Wirbeln L3 und L4, alternativ bei L4/L5. Sie muss unter absolut aseptischen Bedingungen und nach Ausschluss einer Hirndrucksteigerung durchgeführt werden. Nach der Gewinnung des Hirnwassers können das Aussehen (klar, trüb, flockig oder blutig), die Zellzahl, der Eiweiß-, Glukosegehalt, evtl. Bakterienarten und andere spezifische Parameter beurteilt werden.
Indikationen zur Liquorpunktion sind v. a. entzündliche Erkrankungen des ZNS (Meningitis, Enzephalitis) oder die multiple Sklerose. Als >Komplikationen können eine Infektion oder eine Einklemmung des Hirnstamms bei Hirndrucksteigerung auftreten. Häufig klagen Patienten nach einer Liquorpunktion über z. T. massive Kopfschmerzen, die Stunden und Tage anhalten können.>

ACHTUNG

Dem Heilpraktiker ist die Liquorpunktion nicht verboten, außer bei V. a. auf eine Meningitis durch Keime aus den § 6 Abs. 1, § 7 und § 34 Abs. 1 des IfSG. In Anbetracht der Voraussetzungen und der Komplikationen muss an dieser Stelle dringend von solchen Experimenten abgeraten werden.

EEG
EEGMit der Elektroenzephalographie werden die Hirnströme gemessen. Sie ist eine der wichtigsten Untersuchungen zur Diagnostik einer Epilepsie.
CT, MRT und andere bildgebende Verfahren
Die Computertomographie und die Magnet-Resonanz-Tomographie eignen sich hervorragend zur Darstellung des Gehirns, bei denen die Ergebnisse meist in Schichtaufnahmen vorliegen, sodass Abschnitte des Gehirns detailliert dargestellt werden. Indikationen sind u. a. die Unterscheidung zwischen einem ischämischen und blutigen Apoplex, Tumor- oder Metastasensuche oder die Suche nach Entmarkungsherden.

Differenzialdiagnostik (>Tab. 10.6)

Nervensystem:Differenzialdiagnostik Differenzialdiagnostik:Nervensystem

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