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B978-3-437-58705-4.00013-4

10.1016/B978-3-437-58705-4.00013-4

978-3-437-58705-4

Zoster oticus.

[E273]

Plattenepithelkarzinom an der Helix.

[E273]

Gesundes Trommelfell.

[E273]

Trommelfell bei Otitis media.

[E273]

Weber-Versuch (a) und Rinne-Versuch (b).

[L157]

Differenzialdiagnostik bei akutem Hörverlust.

Tab. 13.1
Altersgruppe Differenzialdiagnosen
Kinder, Jugendliche
  • Erbkrankheit

  • Embryopathie

  • Geburtstrauma

  • Chronische Mittelohrentzündung

  • Trauma

Erwachsene
  • Otitis media

  • Meningitis, Enzephalitis

  • Osteomyelitis

  • Alkoholtoxisch

  • Otosklerose

  • Morbus Menière

  • Schädel-Hirn-Trauma

Senioren Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis)

Ausgewählte Differenzialdiagnosen der Ohrenerkrankungen und deren Befunde.Otitis mediaMorbus Menière

Tab. 13.2
Differenzialdiagnosen Inspektion Palpation Funktionsprüfung
Otitis media Evtl. Eiteraustritt aus dem äußeren Gehörgang Tragusdruckschmerz
  • Vorgewölbtes, entdifferenziertes Trommelfell, evtl. Trommelfellperforation

  • Weber-Versuch: Lateralisation zur kranken Seite, Rinne negativ am betroffenen Ohr

  • CRP ↑, BSG ↑, Leukozyten ↑

Morbus Menière
  • Inspektion ohne pathologischen Befund

  • Nystagmus und Fallneigung im Anfall

  • Anamnestisch: Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen

Kein Befund Audiometrie: Hörverlust im Bereich der tiefen und mittleren Frequenzen

Untersuchung der Ohren

  • 13.1

    Erster Eindruck129

  • 13.2

    Ausschluss eines Notfalls129

  • 13.3

    Anamnestische Anhaltspunkte129

  • 13.4

    Inspektion129

  • 13.5

    Palpation130

  • 13.6

    Funktionsprüfung130

  • 13.7

    Differenzialdiagnostik132

Untersuchung:Ohren Ohren:Untersuchung

HINWEIS PRÜFUNG

Das gesamte Kapitel der Ohrenuntersuchung ist prüfungsrelevant und sollte im Hinblick auf Durchführung und Interpretation der Befunde sicher beherrscht werden.

Erster Eindruck

erster Eindruck:OhrenBeim ersten Eindruck lassen sich nur wenige Zeichen und Symptome erkennen, die auf eine Ohrenerkrankung hinweisen, sofern nicht durch Haare verdeckt sind.
  • Sichtbare Veränderungen an der Ohrmuschel: entzündliche Veränderungen durch z. B. Perichondritis, Herpes zoster

  • Offensichtliche Schwerhörigkeit: kann zügig erkannt werden, u. a. weil der Patient auf akustische Reize nicht reagiert

Ausschluss eines Notfalls

Notfall:OhrenDie wichtigsten und häufigsten otologischen Notfälle sind:
  • Akuter HörverlustHörverlust Tab. 13.1

  • SchwindelSchwindel mit Übelkeit und Erbrechen: bei Innenohrprozessen, z. B. Morbus Menière, oder Kleinhirnläsionen

  • Blutaustritt aus dem äußeren Gehörgang: bei Schädelbasisbruch

Anamnestische Anhaltspunkte

Im Rahmen der Anamnese:OhrenAnamnese können folgenden Angaben Hinweise auf Ohrenerkrankungen geben:
  • Tinnitus und Schwindel: bei Hörsturz

  • Familiäre Häufung von Schwerhörigkeit, u. a. bei Otosklerose

  • Einnahme von bestimmten Medikamenten: z. B. Furosemid oder Aminoglykoside können eine Schwerhörigkeit nach sich ziehen

  • Arbeitsplatz mit starker Lärmbelastung: Ursache einer berufsbedingten Schwerhörigkeit

Inspektion

Neben den Ohren:InspektionBefunden, die man schon aus dem ersten Eindruck des Patienten gewonnen hat, können bei der Inspektion des Patienten weitere wichtige Befunde erhoben werden. Bei der Inspektion der Ohrmuschel und des äußeren Gehörganges auf entzündliche Prozesse, z. B. bei Otitis externa, Zoster oticus (Abb. 13.1) oder Perichondritis, achten. Ferner nach tumorösen Geschehen, die an der Helix oder retroaurikulär lokalisiert sein können (Abb. 13.2), suchen.

Palpation

Bei der Ohren:PalpationPalpation kann ein TragusdruckschmerzTragusdruckschmerz bei Otitis externa und Otitis media ausgelöst werden. Dazu mit der Kuppe des Zeigefingers am Tragus sanft drücken.

Funktionsprüfung

Otoskopie
OtoskopieOhren:FunktionsprüfungBei der Otoskopie werden der äußere Gehörgang und das Trommelfell untersucht.
Durchführung
Bevor der Trichter des Otoskops in den Gehörgang eingeführt wird, die Ohrmuschel nach oben hinten ziehen, um den Gehörgang zu „strecken“ und damit besser einsehen zu können. Ist der Trichter im Gehörgang eingeführt, kann man problemlos, sofern nicht von Zerumen vollständig verlegt, das Trommelfell einsehen.
Normalbefund
  • Äußerer Gehörgang frei und reizlos.

  • TrommelfellTrommelfell mit einem Lichtreflex, der kegelartig ist. Die Spitze zeigt in Richtung des Hammergriffs, der im Trommelfell eingelassen ist. Das Trommelfell zeigt im gesunden Zustand eine perlmutartige Farbe (Abb. 13.3).

Pathologische Befunde
  • Bei der Otitis externa Entzündungszeichen im äußeren Gehörgang. Die Otoskopie ist schmerzhaft.

  • Bei der Otitis Otitis mediamedia vorgewölbtes Trommelfell und starke Gefäßzeichnung (Abb. 13.4).

  • Substanzdefekte im Trommelfell nach Perforation.

  • Atrophes Trommelfell nach rezidivierenden Entzündungen des Mittelohrs.

Weber-Rinne-Versuch
Mit dem Weber- und Rinne-Versuch kann zwischen beiden Formen der Schwerhörigkeit, der Schallleitungs- und Schallempfindungsstörung, unterschieden werden.
Weber-Versuch
Durchführung
Weber-VersuchDer Weber-Versuch vergleicht die Funktion beider Ohren über die Knochenleitung. Eine schwingende Stimmgabel auf der Mitte des Schädels aufsetzen (Abb. 13.5a). Der Ton erreicht das Innenohr v. a. über die Knochenleitung von Schädeldach und Felsenbeinpyramide.
Normalbefund
Der Ton wird auf beiden Ohren gleich laut oder im gesamten Kopf gehört.
Pathologische Befunde
  • Störung des Mittelohrs bzw. der Schallleitung: Tonempfindung auf erkrankter Seite lauter

  • Schädigung des Innenohrs bzw. der Schallempfindung: Tonempfindung auf gesunder Seite verstärkt

Rinne-Versuch
Rinne-VersuchDer Rinne-Versuch vergleicht die Knochenleitung und Luftleitung am gleichen Ohr. Eine schwingende Stimmgabel auf das Mastoid aufsetzen. Der Patient hört den Ton über die Knochenleitung. Nimmt der Patient den Ton nicht mehr wahr, die Stimmgabel vor das Ohr halten. Damit wird die Luftleitung geprüft.
Normalbefund
Der Ton wird über die Luftleitung wieder gehört.
Pathologische Befunde
  • Schallleitungsstörung: Der Patient hört den Ton über die Luftleitung nicht (Rinne negativ)

  • Schädigung des Innenohrs: Der Ton wird über Luftleitung wieder gehört (Rinne positiv)

Gleichgewichtsprüfung
GleichgewichtDie Gleichgewichtsprüfung erfolgt mit u. a. dem Romberg-Stehversuch und Unterberger-Tretversuch (10.8).

Differenzialdiagnostik (Tab. 13.2)

Ohren:Differenzialdiagnostik Differenzialdiagnostik:Ohren

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