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B978-3-437-58376-6.00006-6

10.1016/B978-3-437-58376-6.00006-6

978-3-437-58376-6

Abb. 6.1

Prozentuale Verteilung der Fragen zu affektiven StörungenAffektive StörungenFragenhäufigkeit, -verteilung in der schriftlichen Prüfung (2005–2016)

Abb. 6.2

Affektive StörungenAffektive StörungenÜberblick im Überblick

Abb. 6.3

Formen der ManieAffektive StörungenManie/manische EpisodeManie/manische EpisodeFormen

Abb. 6.4

Depressive Depression/depressive EpisodeÜberblickStörungen im Überblick

Abb. 6.5

Demenz(ielle Erkrankungen)Demenz oder depressive PseudodemenzdepressiveDepression/depressive EpisodePseudodemenzPseudodemenz?

Welche der folgenden Aussagen zur Manie sind zutreffend?Manie/manische Episodeallgemein

Tab. 6.1
Richtig Falsch
1. Unmotivierte gehobene oder gereizte Verstimmungen in Verbindung mit unkontrollierbarer Erregung und überhöhter Selbsteinschätzung haben einen hohen Aussagewert bei der Diagnosestellung einer Manie.
2. Es kommt zu einer Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit.
3. Die Betroffenen halten sich für deutlich qualifizierter und intelligenter, als sie tatsächlich sind.
4. Wahrnehmungsstörungen wie Hyperakusis oder übersteigerte Wahrnehmung von Licht und Farben können begleitend auftreten.
5. In einer manischen Phase leiden die Betroffenen i. d. R. an Orientierungsstörungen.
6. Distanzlosigkeit und Logorrhö sind typische Begleitsymptome.
7. Neologismen sind eine häufig vorkommende formale Denkstörung bei der Manie.
8. Phänomene wie Depersonalisation und Derealisation stützen die Diagnose.
9. Die erhöhte Libido kann sich bis zu sexuellen Exzessen steigern.
10. In schweren Fällen können paranoid-halluzinatorische Symptome auftreten.
11. Im Gegensatz zur Manie muss die Hypomanie mindestens 14 Tage andauern, um als solche diagnostiziert werden zu können.
12. Allmachtsfantasien und das Gefühl, andere Menschen mit den eigenen Gedanken beeinflussen zu können, sind oft Begleitsymptome einer manischen Episode mit psychotischen Symptomen.
13. Beim Umschwung von einer manischen in eine depressive Phase (Phasenumschwung) sind die Betroffenen oft akut suizidgefährdet.

Welche der folgenden Aussagen zu depressiven Störungen sind zutreffend?Depression/depressive Episodeallgemeine Aspekte

Tab. 6.2
Richtig Falsch
1. Die Erkrankung muss mindestens 4 Wochen andauern, um als depressive Episode diagnostiziert zu werden.
2. Schuldgefühle bis hin zum Schuldwahn sind typisch.
3. Zeitliche Orientierungsstörungen und eine Störung des Langzeitgedächtnisses stützen die Diagnose.
4. Die meisten Betroffenen haben ein vermindertes Schlafbedürfnis.
5. Die häufig auftretenden Ängste können sich bis zu Panikattacken steigern.
6. Wahnideen und akustische Halluzinationen sind Ausschlusskriterien für eine depressive Episode.
7. Eine typische formale Denkstörung depressiver Patienten ist die Denkhemmung.
8. Motorische Unruhe schließt eine depressive Episode aus.
9. Depressive Störungen können in jedem Lebensalter – auch in der Kindheit – auftreten.
10. Depressive Syndrome im Kindes- und Jugendalter äußern sich nicht selten in einer unspezifischen Symptomatik (z. B. Lernschwierigkeiten oder Störung des Sozialverhaltens).
11. Um die Diagnose „rezidivierende depressive Störung“ zu stellen, müssen innerhalb von zwei Jahren mindestens zwei depressive Episoden aufgetreten sein.
12. Bei der rezidivierenden depressiven Störung können als Folgeerscheinung irreversible kognitive Einbußen auftreten.
13. Bei älteren Menschen ist die Unterscheidung zwischen „depressiver Pseudodemenz“ und einer „echten“ demenziellen Erkrankung wie Alzheimer auf den ersten Blick oft schwierig.
14. Etwa 15 % der Menschen mit schweren Depressionen nehmen sich das Leben.
15. Wegen ihrer Antriebsstörung und ihres Initiativmangels muss man depressive Patienten ständig antreiben, alle Kräfte zusammenzunehmen.

Welche Aussagen zur Therapie depressiver Störungen sind zutreffend?Depression/depressive EpisodeTherapie

Tab. 6.3
RichtigFalsch
1.Alle Antidepressiva nehmen Einfluss auf die Neurotransmittersysteme im zentralen Nervensystem.
2.Die meisten Antidepressiva sind antriebssteigernd und stimmungsaufhellend.
3.Die Einnahme sollte nicht länger als 3–4 Monate erfolgen.
4.Die stimmungsaufhellende Wirkung eines antidepressiven Medikaments tritt kurz nach der Einnahme ein.
5.Zu Beginn der Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva kann es zu Koordinationsstörungen, Mundtrockenheit und Sehstörungen kommen.
6.Weitere im Verlauf der Behandlung auftretende Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva sind Durchfall, Hypertonie und Gewichtsverlust.
7.Zu Beginn einer Behandlung mit Antidepressiva ist die Suizidgefährdung besonders hoch.
8.Bei höherer Dosierung besteht die Gefahr der Medikamentenabhängigkeit.
9.Im Gegensatz zu den trizyklischen Antidepressiva haben selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI; engl. selective serotonin reuptake inhibitors) keine oder nur geringe Nebenwirkungen.
10.Bei schweren therapieresistenten depressiven Störungen kann die Elektrokrampftherapie Mittel der ersten Wahl sein.
11.Bei leichteren depressiven Störungen wird oft begleitend kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt.
12.Antidepressiva werden häufig auch zur Therapie von Angst-, Zwangs- und Schlafstörungen angewendet.
13.Zur Phasenprophylaxe bei wiederholt auftretenden unipolaren Depressionen werden oft jahrelang Lithiumsalze gegeben.
14.Um einer Lithium-Intoxikation vorzubeugen, muss der Lithiumspiegel regelmäßig kontrolliert und in einen Lithium-Pass eingetragen werden.

Affektive Störungen (F3)

Wie aus Abb. 6.1 zu ersehen ist, stehen Fragen zu affektiven Störungen in der Verteilung der verschiedenen Prüfungsthemen mit 10 % an vierter Stelle – seit Anfang der Prüfung ebenso wie in den letzten 10 Jahren. In den Prüfungen 1994–2013 gab es über 100 Fragen zu den affektiven Störungen, davon etwa die Hälfte zu Depressionen. Wirft man einen Blick auf die letzten 10 Jahre, ist das Bild ähnlich: In den 20 Prüfungen waren die affektiven Störungen 61-mal vertreten, in jeder Prüfung also 2- oder 3-mal. Ein Großteil der Fragen drehte sich um die Symptome der Depression und der Manie sowie um die Behandlung der Depression mit Antidepressiva. Einige wenige Fragen hatten die bipolare Störung und die Dysthymia zum Thema.

Tipp

In älteren Prüfungen finden sich noch Fachbegriffe wie „endogene Psychose“, „endogene Depression“, „ZyklothymieZyklothymie“ oder „zyklothyme Depression“. Diese Bezeichnungen gehören zum sog. „triadischen Triadisches SystemSystem“, das in der ICD-10 durch eine andere Terminologie abgelöst wurde. In den letzten 15 Jahren gab es keine Fragen mehr zum triadischen System. Sie brauchen sie also weder für die mündliche noch für die schriftliche Prüfung zu lernen.

Affektive Störungen allgemein

Affektive Störungenallgemeine AspekteDie für uns wichtigsten affektiven Störungen sind in Abb. 6.2 dargestellt. Besonders häufig wurde nach den Merkmalen und der Behandlung einer depressiven Episode gefragt, gefolgt von der Manie. In den letzten Prüfungen gab es mehrmals je eine Frage zur depressiven Episode, eine Frage zur Manie, Fragen zur Behandlung von affektiven Störungen, vereinzelt auch noch eine Fallgeschichte zur Dysthymia.

Tipp

Die affektiven Störungen gehören mit 2–3 Fragen pro Prüfung zu den wichtigsten Themen des Schriftlichen. Auf Ihrer Lernliste sollten sie deshalb weit oben stehen.

Typische Prüfungsfragen
Frage 6.1.1Affektive StörungenEinteilungMehrfachauswahl: Wählen Sie drei Aussagen.
Zu den affektiven Störungen werden nach ICD-10 folgende Störungen gerechnet:
□ A: Organische depressive Störung
□ B: Dysthymia
□ C: Hypomanie
□ D: Rezidivierende depressive Störung
□ E: Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
Frage 6.1.2Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu den affektiven Störungen treffen zu? Affektive StörungenMerkmale
  • 1.

    Bei der Entwicklung affektiver Störungen können frühere Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

  • 2.

    Eine familiäre Häufung konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

  • 3.

    Depressive Patienten entwickeln nach einer Depression i. d. R. eine Manie.

  • 4.

    Zu den affektiven Störungen zählt nach ICD-10 auch die depressive Reaktion im Rahmen einer abnormen Verlustreaktion.

  • 5.

    Bei affektiven Störungen im späteren Lebensalter kommt es häufig zu einem sich langsam entwickelnden demenziellen Abbau.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussage 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.

Affektive bipolare Störung

Typische Prüfungsfragen
Frage 6.2.1AussagenkombinationAffektive Störungenbipolare
Welche der folgenden Aussagen zur bipolaren Bipolare affektive StörungICD-10-KriterienStörung (nach ICD-10) treffen zu?
  • 1.

    Es handelt sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind.

  • 2.

    Charakteristisch ist eine weitgehende bis vollständige Besserung zwischen den Episoden.

  • 3.

    Von der bipolaren Störung sind fast nur Männer betroffen.

  • 4.

    Größenwahn kann auftreten.

  • 5.

    Beim sog. Phasenumschwung ist die Suizidgefährdung besonders hoch.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 5 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.2.2Bipolare affektive StörungICD-10-KriterienAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen für die bipolare affektive Störung nach ICD-10 zu?
  • 1.

    Bei der Entstehung der bipolaren Störung ist eine genetische Disposition ein mitverursachender Faktor.

  • 2.

    Manische Episoden beginnen i. d. R. abrupt (rasch, innerhalb weniger Tage) und dauern zwischen 2 Wochen und 4–5 Monaten an.

  • 3.

    Depressive Phasen der bipolaren Störung tendieren zu längerer Dauer, selten allerdings länger als 1 Jahr.

  • 4.

    Zur Vorbeugung manisch-depressiver Krankheitsepisoden wurde das autogene Training entwickelt.

  • 5.

    Bei Personen, die an einer bipolaren Störung erkrankt sind, kann eine Zwangsunterbringung notwendig sein.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.2.3Prüfung aktuell (2016–1).Bipolare affektive StörungICD-10-Kriterien Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur bipolaren affektiven Störung nach ICD-10 treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Es gibt Verlaufsformen mit psychotischen Symptomen.
□ B: Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer.
□ C: Depressive Episoden dauern i. d. R. länger als die manischen Episoden.
□ D: Manische Episoden beginnen i. d. R. schleichend.
□ E: Die Erkrankung tritt fast ausschließlich innerhalb der ersten zwei Lebensdekaden auf.

Manische Erkrankungen

Prüfungswissen kompakt
Übersicht über die verschiedenen Formen der Manie Abb. 6.3
Richtig oder falsch?
Allgemeine Aspekte zur Manie Tab. 6.1
Typische Prüfungsfragen
Frage 6.3.1AussagenkombinationAffektive StörungenManie/manische Episode
Hinweise für eine manische Manie/manische EpisodeSymptomeEpisode sind:
  • 1.

    Hypersomnie

  • 2.

    Perseveration

  • 3.

    Überwertige Ideen

  • 4.

    Unermüdliche Betriebsamkeit

  • 5.

    Konzentrationsschwierigkeiten

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.3.2Prüfung aktuell (2015–2).Manie/manische EpisodeSymptome Aussagenkombination
Manische Syndrome können gekennzeichnet sein durch:
  • 1.

    Gereiztheit

  • 2.

    Euphorische Stimmungslage

  • 3.

    Konzentrationsstörungen

  • 4.

    Assoziationslockerung

  • 5.

    Fremdaggressives Verhalten

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.3.3Vorsicht Falle!Manie/manische EpisodeSymptome
Mehrfachauswahl: Welche zwei Aussagen zur Manie treffen zu?
□ A: Psychotherapie steht im Vordergrund der Behandlung.
□ B: Die Betroffenen leiden unter einer deliranten Unruhe.
□ C: Typisch ist eine Störung des Antriebs.
□ D: Akustische Halluzinationen sind mit der Diagnose einer Manie nicht vereinbar.
□ E: Typisch ist eine gesteigerte Libido.
Frage 6.3.4Prüfung aktuell (2015–1)Manie/manische EpisodeSymptomeAffektive StörungenManie/manische Episode
Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Ein 50-jähriger Mann kommt in Begleitung seiner Ehefrau in Ihre Praxis. Vom psychopathologischen Befund ist ein maniformes Zustandsbild auffällig. Um eine mögliche somatische Ursache auszuschließen, empfehlen Sie eine hausärztliche Untersuchung. Als Ursachen kommen bei der Differenzialdiagnose am ehesten infrage:
□ A: Schilddrüsenüberfunktion
□ B: Amphetaminkonsum
□ C: Hypotonie
□ D: Schilddrüsenunterfunktion
□ E: Herzinfarkt

Depressive Störungen

In den letzten 10 Jahren gab es insgesamt 30 Fragen zu den unter F3 gelisteten depressiven Störungen, dazu noch diverse Fragen zur Therapie von DepressionenAffektive StörungenDepression siehe Depression. Die für uns wichtigsten (prüfungsrelevanten) Krankheitsbilder gibt Abb. 6.4 im Überblick wieder.
Depressive Störungen unterscheiden lernen: fünf Fallgeschichten im Vergleich
Frage 6.4.1Fallgeschichte Depression/depressive EpisodeFallgeschichten1FallgeschichtenDepression/depressive Episode
Eine 32-jährige Lehrerin kommt in die Praxis, weil sie sich seit 3 Monaten extrem müde und erschöpft fühlt. Sie muss sich zwingen, in die Schule zu gehen, kann sich beim Unterrichten nicht konzentrieren und klagt darüber, dass sich die zu korrigierenden Schülerarbeiten bei ihr stapeln. Zum Einkaufen geht sie nur noch, wenn sie nichts mehr zum Essen im Kühlschrank hat. „Nichts macht mehr Freude“, meint sie. „Meine Gefühle sind wie abgeschnitten. Die Beziehung zu meinem langjährigen Freund ist in die Brüche gegangen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 1 am wahrscheinlichsten?
□ A: Bipolare Störung
□ B: Mittelgradige oder schwere depressive Episode
□ C: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
□ D: Dysthymia
□ E: Rezidivierende depressive Störung
Frage 6.4.2Fallgeschichte Depression/depressive EpisodeFallgeschichten2
Eine 32-jährige Lehrerin kommt in die Praxis, weil sie sich seit 3 Monaten extrem müde und erschöpft fühlt. Sie muss sich zwingen, in die Schule zu gehen, kann sich beim Unterrichten nur schwer konzentrieren und klagt darüber, dass sich die zu korrigierenden Schülerarbeiten bei ihr stapeln. Zum Einkaufen geht sie nur noch, wenn sie nichts mehr zum Essen im Kühlschrank hat. „Nichts macht mehr Freude“, meint sie. „Meine Gefühle sind wie abgeschnitten. Ähnlich ging es mir schon vor 4 und vor 7 Jahren.“
Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 2 am wahrscheinlichsten?
□ A: Bipolare Störung
□ B: Mittelgradige oder schwere depressive Episode
□ C: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
□ D: Dysthymia
□ E: Rezidivierende depressive Störung
Frage 6.4.3Fallgeschichte Depression/depressive EpisodeFallgeschichten3
Eine 32-jährige Lehrerin kommt in die Praxis, weil sie sich seit 4 Monaten extrem müde und erschöpft fühlt. Seit Wochen muss sie sich zwingen, in die Schule zu gehen, doch seit einigen Tagen hat sie sich zu Hause eingeschlossen mit der Begründung, sie leide an einer ansteckenden tödlichen Krankheit und dürfe deshalb nicht in die Schule. Nachts habe sie mehrmals die Stimme ihres Direktors gehört, der ihr befohlen habe, zu Hause zu bleiben.
Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 3 am wahrscheinlichsten?
□ A: Bipolare Störung
□ B: Mittelgradige oder schwere depressive Episode
□ C: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
□ D: Dysthymia
□ E: Rezidivierende depressive Störung
Frage 6.4.4Fallgeschichte Depression/depressive EpisodeFallgeschichten4
Eine 32-jährige Lehrerin kommt in die Praxis, weil es in ihrer Partnerschaft kriselt. „Mein Freund beklagt sich darüber, dass ich so wenig Interesse an Sex habe.“ Auf Nachfragen berichtet sie, dass sie seit mindestens 10 Jahren an Schlafstörungen und leichteren depressiven Verstimmungen leidet. Sie geht jeden Tag zur Schule, meistert auch die Probleme des Alltags, ist jedoch unzufrieden mit ihren Leistungen. „Vor meinem 20. Lebensjahr war ich optimistisch und lebenslustig, dann kam mein damaliger Freund bei einem Autounfall ums Leben. Seitdem habe ich mich so verändert“, meint sie.
Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 4 am wahrscheinlichsten?
□ A: Bipolare Störung
□ B: Mittelgradige oder schwere depressive Episode
□ C: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
□ D: Dysthymia
□ E: Rezidivierende depressive Störung
Frage 6.4.5Fallgeschichte Depression/depressive EpisodeFallgeschichten5
Eine 32-jährige Lehrerin kommt in die Praxis, weil es in ihrer Partnerschaft kriselt. „Mein Freund beklagt sich darüber, dass ich so wenig Interesse an Sex habe. Dabei war es vor einem Jahr ganz anders: Da war ich wie aufgedreht, voll Energie und hatte ständig Lust auf Sex.“ Zu dieser Zeit hat sie sich wie in einem Einkaufsrausch teure Klamotten gekauft, ist viel ausgegangen und hat dabei auch ihren jetzigen Freund kennengelernt. Inzwischen sei alles anders: Sie habe keine Lust mehr auszugehen, müsse sich zwingen, in die Schule zu gehen, schaffe es nicht, ihre Korrekturarbeiten zu erledigen und liege nachts – vor allem gegen Morgen – oft wach.
Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 5 am wahrscheinlichsten?
□ A: Bipolare Störung
□ B: Mittelgradige oder schwere depressive Episode
□ C: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
□ D: Dysthymia
□ E: Rezidivierende depressive Störung

Wichtig zu wissen

  • Schwere depressive Episoden gehen in den meisten Fällen mit einem somatischen Syndrom einher. In der ICD-10 wird das Vorliegen eines somatischen Syndroms bei einer schweren depressiven Episode deshalb nicht extra verschlüsselt. Depression/depressive Episodesomatisches Syndrom

  • Nicht verwechseln: Depressive Syndrome im Zusammenhang mit einer AnpassungsstörungAnpassungsstörung (ICD-10: F4), einer organischen psychischen Störung (F0) oder einer Folgeerscheinung von psychotropen Substanzen (F1) zählen nicht zu den hier aufgeführten depressiven Störungen.

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 6.4.6Depression/depressive EpisodeSymptomeAussagenkombination
Welche der folgenden Symptome sind typisch für eine depressive Episode?
  • 1.

    Gefühl von Wertlosigkeit

  • 2.

    Tageszeitliche Schwankungen der Beschwerden

  • 3.

    Innere Erregung

  • 4.

    Späteres morgendliches Erwachen

  • 5.

    Ich-Störungen

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.4.7Depression/depressive EpisodeschwereAussagenkombination
Welche der folgenden Symptome sind bei einer schweren depressiven Episode häufig zu beobachten?
  • 1.

    Störungen von Konzentration und Gedächtnis

  • 2.

    Sendungswahn

  • 3.

    Optische Halluzinationen

  • 4.

    Stupor

  • 5.

    Obstipation

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.4.8AussagenkombinationDepression/depressive EpisodeSymptome
Welche der Aussagen zu den Symptomen der depressiven Episode trifft/treffen zu?
  • 1.

    Stimmenhören kann bei einer depressiven Episode auftreten.

  • 2.

    Die Symptome müssen den ganzen Tag über kontinuierlich vorhanden sein.

  • 3.

    Eine Gewichtszunahme ist ein häufiges Begleitsymptom.

  • 4.

    Bei schweren depressiven Episoden kommt es zu einer Störung des Langzeitgedächtnisses.

  • 5.

    Bei vielen Betroffenen kommt es zu Störungen des Vegetativums (z. B. der Libido).

□ A: Nur Aussage1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.4.9Depression/depressive EpisodeschwereAussagenkombination
Charakteristische Symptome einer schweren depressiven Episode sind:
  • 1.

    Interessenverlust

  • 2.

    Gefühl der Gefühllosigkeit

  • 3.

    Frühmorgendliches Erwachen

  • 4.

    Leibliche Beeinflussungserlebnisse

  • 5.

    Appetitverlust

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.4.10Aussagenkombination
Zu den vegetativen Symptomen und Vitalstörungen (leiblichen Missempfindungen) einer depressiven Episode zählen: Depression/depressive EpisodeSymptome
  • 1.

    Gelenk- und Muskelschmerzen

  • 2.

    Vermehrte Tränen- und Speichelbildung

  • 3.

    Druckgefühl auf Brust- und Bauchraum

  • 4.

    Potenzverlust bei Männern

  • 5.

    Diarrhö

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.4.11Vorsicht Falle (2017–1). Aussagenkombination Depression/depressive Episodesomatisches Syndrom
Typische Merkmale des somatischen SyndromsSomatisches Syndrom bei einer depressiven Episode (nach ICD-10) sind:
  • 1.

    Appetitverlust

  • 2.

    Frühmorgendliches Erwachen

  • 3.

    Schuldgefühle, Gefühl von Wertlosigkeit

  • 4.

    Libidoverlust

  • 5.

    Suizidgedanken

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.4.12Prüfung aktuell (2016–1)
Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Typische Wahninhalte bei einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen sind am ehesten:
□ A: Verarmungswahn
□ B: Größenwahn
□ C: Abstammungswahn
□ D: Versündigungswahn
□ E: Dermatozoenwahn
Frage 6.4.13Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Wahninhalte finden sich typischerweise bei Psychotische Depressionpsychotischen („wahnhaften“) Depressionen? Wählen Sie drei Antworten.Depression/depressive Episodepsychotische
□ A: Liebeswahn
□ B: Nihilistischer Wahn
□ C: Verarmungswahn
□ D: Vergiftungswahn
□ E: Versündigungswahn
Frage 6.4.14Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur larvierten Depression trifft (treffen) zu?
  • 1.

    Es handelt sich nach ICD-10 um eine bipolare affektive Störung.

  • 2.

    Statt Verstimmung liegt ein depressiver Wahn vor.

  • 3.

    Die Patienten dissimulieren ihre Vitalstörungen.

  • 4.

    Ursächlich ist ein Missbrauch psychotroper Substanzen.

  • 5.

    Körperliche Symptome fehlen.

□ A: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
□ B: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.4.15EinfachauswahlDepression/depressive EpisodeFallgeschichten
Eine 38-jährige Büroangestellte berichtet Ihnen, seit etwa 5 Jahren sehr häufig unter einer trüben und traurigen Stimmung zu leiden. Sie fühle sich erschöpft und könne nachts schlecht einschlafen. Sie würde vermehrt grübeln. Sie gehe stets zur Arbeit, aber ungern. Welche Erkrankung oder Störung liegt hier wahrscheinlich vor?
□ A: Multiple Persönlichkeitsstörung
□ B: Dysthymia
□ C: Zyklothymia
□ D: Somatisierungsstörung
□ E: Schwere depressive Episode

Depressive Episoden des höheren Lebensalters

Depression/depressive Episodeim AlterNeben den verschiedenen Formen der unter F3 aufgelisteten „depressiven Episode“ tauchen in den schriftlichen Prüfungen in Abständen immer wieder spezielle Fragen zu Depressionen im höheren Lebensalter auf, die in der ICD-10 nicht explizit beschrieben werden. Man geht heute davon aus, dass 10–15 % der älteren Menschen (> 65 Jahre) an Depressionen leiden, die diagnostisch ganz verschieden einzuordnen sind: Neben dem Krankheitsbild der „depressiven Episode“ (F3) finden sich als Folge der sich verändernden Lebensumstände häufig auch Anpassungsstörungen (F4) oder organisch bedingte affektive Störungen, z. B. als Begleiterscheinung einer Demenz, als Folge eines Schlaganfalls, einer Schilddrüsenunterfunktion oder der Parkinson-Krankheit. Auch einige Medikamente wie Blutdrucksenker, Antirheumatika, Betablocker oder Schmerzmittel können depressive Verstimmungen verursachen und finden sich deshalb in einigen Prüfungsfragen wieder.
Die meisten Fragen über Depressionen im höheren Lebensalter beziehen sich nicht speziell auf die unter F3 aufgeführten Krankheitsbilder (depressive Episode; rezidivierende depressive Störung), sondern sind allgemein gehalten, sodass in den Antworten auch andere Arten von Depressionen anzukreuzen sind. Besonders wichtig war den Prüfern allerdings die Unterscheidung zwischen den kognitiven Einbußen im Zusammenhang mit einer echten Demenz (irreversibel) und den Störungen von Gedächtnis und Konzentration bei einer „depressiven Pseudodemenz“ als Begleitsymptom einer (reversiblen) depressiven Erkrankung (Abb. 6.5).
Typische Prüfungsfragen
Frage 6.4.16Depression/depressive Episodeim AlterAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen über depressive Syndrome im Alter treffen zu?
  • 1.

    Depressive Syndrome im Alter treten eher selten auf.

  • 2.

    Auffällige Merkmale können Reizbarkeit, Hypochondrie und Misstrauen sein.

  • 3.

    Die Differenzierung zwischen depressiver Somatisierung und echter somatischer Krankheit ist im Alter schwierig.

  • 4.

    Symptome einer Demenz sind gut von denen einer Depression zu unterscheiden.

  • 5.

    Zur Behandlung hat sich eine Kombination von Antidepressiva mit verhaltenstherapeutischen Verfahren bewährt.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.4.17Depression/depressive Episodeim AlterEinfachauswahl
Depressive Episoden des höheren Lebensalters …
□ A: haben i. d. R. eine geringere Intensität, aber längere Dauer.
□ B: sind einer psychotherapeutischen Behandlung nicht zugänglich.
□ C: sind wegen ihrer körperlichen Krankheitsanteile prognostisch ungünstig zu beurteilen.
□ D: führen so gut wie nie zu einer Suizidgefährdung (Selbsttötungsgefahr).
□ E: führen meist zu einer Demenz.
Frage 6.4.18Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Depressionen im Alter treffen zu? Depression/depressive Episodeim Alter
  • 1.

    Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ein Risikofaktor für eine Depression im Alter sein.

  • 2.

    Im höheren Lebensalter gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

  • 3.

    Depressive Syndrome im Alter können aufgrund einer hirnorganischen Erkrankung entstehen.

  • 4.

    Wegen des abzusehenden schwierigen Verlaufs ist bei schweren Depressionen im höheren Lebensalter die antidepressive Medikation höher zu dosieren als bei jüngeren Patienten.

  • 5.

    Die Auftretenshäufigkeit depressiver Episoden bei den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen ist um ein Vielfaches höher als bei alten Menschen, die in Privathaushalten leben.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.

Therapie affektiver Störungen

Affektive StörungenTherapieIn den letzten zwölf schriftlichen Prüfungen gab es diverse Fragen zur Therapie depressiver Störungen: eine zur Elektrokrampftherapie (EKT), drei zur Gabe von Lithium, in den restlichen fünf Fragen ging es um den Einsatz und die Wirkung von Antidepressiva (auch zu Serotonin-Wiederaufnahmehemmern!). Fragen zur Akutbehandlung der Manie oder der bipolaren Störung waren den Prüfern offensichtlich nicht wichtig genug, um Eingang in die schriftliche Prüfung zu finden. Auch Fragen zur medikamentösen Behandlung mit MAO-Hemmern, Neuroleptika oder Benzodiazepinen waren bisher nicht in der Prüfung vertreten, auch nicht Fragen zur kognitiven Verhaltenstherapie, die ursprünglich ja speziell für die Behandlung depressiver Störungen entwickelt wurde. Da nie abzusehen ist, ob nicht doch einmal eine Frage hierzu auftauchen könnte, wurden im Zusammenhang mit den gängigen Fragen zur Therapie depressiver Episoden hier auch einige Aussagen zur Psychotherapie, zum Schlafentzug, zur Lichttherapie und zur Gabe von Neuroleptika aufgenommen.
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 6.5.1Suizid(alität)bei DepressionDepression/depressive EpisodeSuizidalitätAussagenkombination
Bei schweren depressiven Erkrankungen empfiehlt es sich,
  • 1.

    den Kranken auf etwa bestehende Suizidgedanken anzusprechen.

  • 2.

    gegenüber dem Patienten wiederholt zu betonen, dass es sich um eine Krankheit handelt.

  • 3.

    gegenüber dem Patienten wiederholt von der Heilbarkeit seiner Erkrankung zu sprechen.

  • 4.

    immer wieder mit Nachdruck an den Kranken zu appellieren und darauf zu drängen, mehr Willen und Energie zu zeigen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.2Depression/depressive EpisodeTherapieAussagenkombination
Welche der nachstehend aufgeführten Therapieformen werden zur Therapie depressiver Episoden angewandt?
  • 1.

    Kognitive Verhaltenstherapie

  • 2.

    Neuroleptika

  • 3.

    Lichttherapie

  • 4.

    Elektrokrampftherapie

  • 5.

    Schlafentzug

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.3Depression/depressive EpisodeTherapieAussagenkombinationDepression/depressive Episodemedikamentöse Therapie
Bei schweren Depressionen können zur Behandlung Medikamente eingesetzt werden, die als AntidepressivaAntidepressiva bezeichnet werden. Welche der folgenden Aussagen zu dieser Medikamentengruppe treffen zu?
  • 1.

    Die meisten Antidepressiva wirken anfangs mehr oder weniger stark sedierend.

  • 2.

    Zu Beginn der Behandlung kann es zu Koordinationsstörungen, Mundtrockenheit und Sehstörungen kommen.

  • 3.

    Alle Antidepressiva wirken antriebssteigernd.

  • 4.

    Während der Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva können maniforme Zustände entstehen.

  • 5.

    Weitere Anwendungsgebiete von Antidepressiva sind z. B. Schlafstörungen und chronische Schmerzsyndrome.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.4Depression/depressive EpisodeSelbstmedikation, NebenwirkungenEinfachauswahl
Eine Ihrer Patientinnen nimmt wegen einer Depression einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, z. B. Citalopram, Paroxetin, Sertralin) ein. Bei welcher zusätzlichen Selbstmedikation muss vor allem mit einem erhöhten Auftreten von Nebenwirkungen gerechnet werden? Depression/depressive Episodemedikamentöse Therapie
□ A: Jod
□ B: Lavendel
□ C: Baldrian
□ D: Johanniskraut
□ E: Hopfen
Frage 6.5.5AussagenkombinationDepression/depressive Episodemedikamentöse Therapie
Eine Ihrer Patientinnen ist vom Psychiater mit AntidepressivaNebenwirkungenAntidepressiva eingestellt worden. Der Psychiater ist zurzeit im Urlaub, und sie möchte nicht zu dessen Vertreter gehen. – Mit welchen der folgenden Nebenwirkungen von (trizyklischen) Antidepressiva ist am ehesten zu rechnen?
  • 1.

    Mundtrockenheit

  • 2.

    Schwitzen

  • 3.

    Durchfall

  • 4.

    Hypotonie

  • 5.

    Gewichtszunahme

□ A: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 6.5.6AussagenkombinationDepression/depressive Episodemedikamentöse Therapie
Welche der folgenden Aussagen über die antidepressive Medikation treffen zu?
  • 1.

    Alle trizyklischen AntidepressivaAntidepressivatrizyklische sind psychomotorisch aktivierend.

  • 2.

    Bei den SSRI können u. a. folgende Nebenwirkungen auftreten: Übelkeit, Erbrechen und innere Unruhe.

  • 3.

    JohanniskrautJohanniskraut hat als pflanzliches Mittel keinen Einfluss auf die Wirkung anderer Medikamente.

  • 4.

    Zu Beginn der antidepressiven Medikation stehen häufig Nebenwirkungen im Vordergrund.

  • 5.

    Antidepressiva können auch bei Angst- oder Zwangsstörungen indiziert sein.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.7Aussagenkombination
Bei einem Patienten, der ein AntidepressivaNebenwirkungenAntidepressivum einnimmt, sollten Sie beachten, dass …
  • 1.

    die zusätzliche Einnahme weiterer Medikamente die Wirkung i. d. R. nicht beeinflusst.

  • 2.

    zu Behandlungsbeginn das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr stark herabgesetzt sein kann.

  • 3.

    Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Schwitzen mit der Dauer der Behandlung zunehmen.

  • 4.

    die hemmungslösende Wirkung eine latente Suizidalität aktivieren kann.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.8Mehrfachauswahl: Kreuzen Sie zwei Aussagen an.
LithiumLithiumsalze werden bevorzugt eingesetzt bei: Depression/depressive Episodemedikamentöse Therapie
□ A: Rezidivierender depressiver Störung
□ B: Zyklothymia
□ C: Dysthymia
□ D: Organischer affektiver Störung
□ E: Bipolarer affektiver Störung
Frage 6.5.9Aussagenkombination
Die Lithium-LithiumIntoxikationIntoxikation ist gekennzeichnet durch Schläfrigkeit, Tremor, Muskelschwäche, Durchfall, Erbrechen, Koordinationsstörungen, schließlich generalisierte Krampfanfälle und Bewusstseinsverlust. – Als auslösende Ursache dieses Krankheitsbildes bei Patienten, die mit Lithium behandelt werden, kommen in Betracht:
  • 1.

    Sehr kochsalzreiche Ernährung

  • 2.

    Behandlung mit Diuretika

  • 3.

    Nachlassen der Ausscheidungskapazität der Niere für Lithium

  • 4.

    Starkes Schwitzen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.10Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Nebenwirkungen können bei der Therapie mit Lithiumpräparaten auftreten?LithiumNebenwirkungen
  • 1.

    Tremor

  • 2.

    Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie)

  • 3.

    Gewichtszunahme

  • 4.

    Übelkeit

  • 5.

    Gesteigertes Durstempfinden

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.11Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome können bei einem Patienten mit Lithium-Therapie ein Hinweis auf eine Lithium-Intoxikation sein?
  • 1.

    Übelkeit

  • 2.

    Tremor

  • 3.

    Anfallsweise Heißhungerattacken

  • 4.

    Dysarthrie (Störung der Sprachartikulation)

  • 5.

    Zerebrale Krampfanfälle

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 6.5.12Mehrfachauswahl
Welche zwei der folgenden Aussagen zur Elektrokrampftherapie (EKT)Elektrokrampftherapie (EKT) sind zutreffend? Depression/depressive EpisodeElektrokrampftherapie
□ A: Die EKT hat sich bei therapieresistenten Depressionen als sehr erfolgreich erwiesen.
□ B: In der Regel genügen ein bis zwei Behandlungen, um eine nachhaltige Verbesserung der Symptomatik zu erreichen.
□ C: Die EKT ist nur wirksam, wenn der Patient bei vollem Bewusstsein ist.
□ D: Wegen der ausgeprägten Langzeitfolgen wird die EKT heute nur noch in Notfällen eingesetzt.
□ E: Zur Durchführung einer EKT ist eine schriftliche Einverständniserklärung des Patienten notwendig.
Frage 6.5.13Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Neurotransmitter(störungen)Neurotransmittern treffen zu?
  • 1.

    Störungen im Neurotransmittersystem wirken entscheidend bei der Entstehung affektiver Erkrankungen mit.

  • 2.

    Wichtige Transmitter heißen Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin.

  • 3.

    Synapse nennt man den Bereich, in dem ein Reiz mittels Neurotransmittern von einer Nervenzelle auf eine andere übertragen wird.

  • 4.

    Johanniskraut hat als pflanzliches Medikament keine Wirkung auf das Neurotransmittersystem.

  • 5.

    Ein Überangebot von Neurotransmittern führt häufig zu vaskulärer Demenz.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung 6.1.1Richtig sind B, C und D. Affektive StörungenEinteilung
  • Zu A: Falsch! Die organische depressive Depression/depressive EpisodeorganischeStörung wird durch eine organische Schädigung des Gehirns verursacht. Sie steht in der ICD-10 unter F0, nicht unter den affektiven Störungen (F3), die nach psychiatrischer Lehrmeinung durch eine Störung von Botenstoffen im Gehirn verursacht wird.

  • Zu B, C und D: Richtig! Die DysthymiaAffektive StörungenDysthymiaDysthymia zählt zu den anhaltenden affektiven Störungen, die HypomanieHypomanie wird in der ICD-10 als leichte manische Episode beschrieben und zählt deshalb ebenso zu den affektiven Störungen wie die rezidivierende depressive Störung, die durch wiederholt auftretende depressive Episoden charakterisiert ist.

  • Zu E: Falsch! Die AnpassungsstörungAnpassungsstörung mit längerer oder kürzerer depressiver Reaktion (früher: reaktive Depression) gehört zu den psychisch bedingten Belastungsstörungen und steht in der ICD-10 unter F4, nicht F3.

Lösung 6.1.2A: Nur 1 ist richtig. Affektive StörungenMerkmale
  • Zu 1: Richtig! Bei der Entwicklung affektiver Störungen kommt es meist zu einem Zusammenspiel von genetischer Disposition und belastenden „Life-Events“ aus Vergangenheit und Gegenwart (→ Vulnerabilitäts-Stress-ModellVulnerabilitäts-Stress-Modell).

  • Zu 2: Falsch! Als Folge der genetischen Disposition wächst das Erkrankungsrisiko mit dem Verwandtschaftsgrad; infolgedessen kommt es in den betroffenen Familien zu einer familiären Häufung.

  • Zu 3: Falsch! Das gilt nur für Patienten, die an einer Affektive Störungenbipolarebipolaren Störung erkrankt sind.

  • Zu 4: Falsch! Die abnorme Abnorme VerlustreaktionVerlustreaktion zählt nach ICD-10 zu den Anpassungsstörungen und findet sich unter F4, nicht unter F3.

  • Zu 5: Falsch! Die für eine depressive Episode typischen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen verschwinden, wenn der Hirnstoffwechsel sich wieder normalisiert. Auf keinen Fall kommt es zu (hirnorganisch bedingten) demenziellen Syndromen.

Lösung 6.2.1E: Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig. Bipolare affektive StörungICD-10-Kriterien
  • Zu 1: Richtig! Mindestens eine manische und eine depressive Episode.

  • Zu 2: Richtig! Nach Ausheilung einer Episode sind die Betroffenen gesund, niemand kann zu diesem Zeitpunkt sagen, ob in der Zukunft wieder eine manische oder depressive Phase auftreten wird.

  • Zu 3: Falsch! Das DSM-5 unterscheidet zwei Formen bipolarer Störungen: die Bipolar-I-Störung mit stark manischen Phasen im Wechsel mit leichteren oder schweren depressiven Episoden und die Bipolar-II-Störung mit meist schweren depressiven Episoden im Wechsel mit leichten hypomanischen Phasen. Bei der Bipolar-I-Störung ist der Anteil von Männern und Frauen etwa gleich. Von der Bipolar-II-Störung sind mehr Frauen betroffen als Männer. Die Aussage ist also in jedem Fall falsch.

  • Zu 4: Richtig! Bei der Manie mit psychotischen Symptomen sind wahnhafte Ideen typisch.

  • Zu 5: Richtig! Als PhasenumschwungPhasenumschwung bezeichnet man den Übergang von einer manischen in eine depressive Phase und umgekehrt. In beiden Fällen kommt es zu einer Antriebssteigerung bei gleichzeitig (noch oder schon) vorhandenen depressiven Gedanken und Gefühlen, sodass die Patienten nun die Kraft haben, ihre Suizidgedanken in die Tat umzusetzen.

Lösung 6.2.2C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Bipolare affektive StörungICD-10-Kriterien
  • Zu 1: Richtig! Man geht heute davon aus, dass es für die Störung des Hirnstoffwechsels, die der Erkrankung zugrunde liegt, eine genetische Disposition gibt, die im Zusammenhang mit belastenden Lebensereignissen dann zum Ausbruch der Erkrankung führt.

  • Zu 2: Richtig! Leider hielten sich die Prüfer nicht an die ICD-10 (Mindestdauer: 1 Woche!), der Rest der Aussage stimmt. War keine Falle und musste als „richtig“ angekreuzt werden.

  • Zu 3: Richtig! Depressive Phasen der Affektive Störungenbipolarebipolaren Störung dauern meist länger.

  • Zu 4: Falsch! Die Ursache der Erkrankung ist eine Störung im Hirnstoffwechsel, nicht eine Übererregung des vegetativen Nervensystems. Entspannungsverfahren wie das autogene Training sind hier kontraindiziert.

  • Zu 5: Richtig! Bei manischen Erregungszuständen mit Selbst- oder Fremdgefährdung oder bei depressiven Phasen mit akuter Suizidalität können die Betroffenen auch gegen den eigenen Willen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden. Grundlage hierfür ist das Unterbringungsgesetz bzw. Psychisch-Kranken-Gesetz des jeweiligen Bundeslandes.

Lösung 6.2.3Richtig sind A und C.Bipolare affektive StörungICD-10-Kriterien
  • Zu A: Bei einer bipolaren Störung können manische oder depressive Episoden mit psychotischen Symptomen auftreten. Die Diagnose ist dann z. B.: bipolare affektive Störung, aktuell schwere depressive/manische Episode mit psychotischen Symptomen.

Lösung Tab. 6.1Richtig oder falsch? Manie/manische EpisodeSymptomeAffektive StörungenManie/manische Episode
  • Zu 1: Richtig! Findet sich etwa so in der ICD-10.

  • Zu 2: Falsch! Die subjektiv empfundenen Größenideen und der Rededrang sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betroffenen an Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen leiden und im Denken von einem Gedanken zum anderen springen (IdeenfluchtIdeenflucht).

  • Zu 3: Richtig!

  • Zu 4: Richtig! Auch bei der Manie ohne psychotische Symptome sprechen die Betroffenen oft von übersteigerten akustischen oder optischen Wahrnehmungen, z. B. der Wahrnehmung von Licht und Farben als besonders leuchtend.

  • Zu 5: Falsch! Keine Orientierungsstörungen bei einer manischen Episode.

  • Zu 6: Richtig! Distanzlosigkeit und gesteigerter Rededrang (LogorrhöLogorrhö) sind typische Symptome einer Manie.

  • Zu 7: Falsch! NeologismenNeologismen (Wortneuschöpfungen) finden sich bei der Schizophrenie, nicht bei einer manischen Episode.

  • Zu 8: Falsch! Depersonalisation und Derealisation sind keine typischen Symptome einer Manie.

  • Zu 9: Richtig!

  • Zu 10: Richtig! Bei der Manie mit psychotischen Symptomen finden sich akustische Halluzinationen (meist in Du-Form) und Wahnideen wie z. B. Größen-, Liebes- oder Beziehungswahn.

  • Zu 11: Falsch! Die Mindestdauer einer HypomanieHypomanie ist 4 Tage.

  • Zu 12: Richtig!

  • Zu 13: Richtig! Die Gedanken und Gefühle der Betroffenen gehen schon in Richtung Depression, der Antrieb ist jedoch noch so gesteigert, dass die Patienten die Kraft haben, ihre Suizidgedanken in die Tat umzusetzen. Suizid(alität)bei Depression

Lösung 6.3.1E: Nur 3, 4 und 5 sind richtig. Affektive StörungenManie/manische Episode
  • Zu 1: Falsch! HypersomnieHypersomnie bedeutet: übergroßes Schlafbedürfnis. Maniker haben ein verringertes Bedürfnis nach Schlaf.

  • Zu 2: Falsch! Eine PerseverationPerseveration ist das beharrliche, oft mechanische Wiederholen bzw. Haftenbleiben an zuvor verwendeten Worten und Denkinhalten. Bei der Manie sind Assoziative LockerungAssoziationslockerungen und Gedankensprünge typisch – das Gegenteil von Perseveration.

  • Zu 3: Richtig! Überwertige (= fixe Ideen) – bei der Manie meist Größenideen – sind eine Vorstufe zum Wahn.

  • Zu 4: Richtig! Die vielen neuen Ideen und die Antriebssteigerung führen dazu, dass die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen.

  • Zu 5: Richtig! Die Betroffenen springen von einem Gedanken zum anderen und können sich nur schwer auf einen Sache konzentrieren.

Lösung 6.3.2E: Alle Aussagen sind richtig.
  • Kommentar: Alle hier aufgeführten Symptome finden sich so oder ähnlich in der ICD-10. Die Assoziative LockerungAssoziationslockerungen zählen zur Ideenflucht, das fremdaggressive Verhalten kann aus dem „Verlust normaler sozialer Hemmungen“ resultieren.

Lösung 6.3.3Richtig sind C und E.
  • Zu A: Falsch! Im Vordergrund steht eine medikamentöse Behandlung.

  • Zu B: Falsch! Die Betroffenen sind zwar überaktiv und motorisch unruhig, haben jedoch keine Symptome eines hyperaktiven Delirs (= delirante Unruhe).

  • Zu C: Richtig! Auch eine krankhafte Antriebssteigerung ist eine Störung des Antriebs.

  • Zu D: Falsch! Akustische HalluzinationenAkustische HalluzinationenManie sind durchaus mit der Diagnose einer Manie vereinbar. Bei einer ManieManie/manische EpisodeSymptome mit psychotischen Symptomen haben die Betroffenen z. B. oft akustische Halluzinationen in Du-Form („Du bist der Retter der Welt“ – „Du bist hochbegabt“ – „Du hast übermenschliche Kräfte“ usw.)

  • Zu E: Richtig! Viele Maniker haben ein gesteigertes sexuelles Verlangen.

Lösung 6.3.4Richtig sind A und B.
  • Kommentar zu C, D, E: Bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und Herzinfarkt kommt es nicht zu maniformen Symptomen.

Lösung 6.4.1Richtig ist B. Depression/depressive EpisodeSchweregrade
  • Kommentar: Die Symptome sind typisch für eine mittelgradige oder schwere depressive Episode. Da die Lehrerin noch fähig ist, in die Schule zu gehen, ist eher an eine mittelgradige depressive Episode zu denken.

Lösung 6.4.2Richtig ist E. Depression/depressive Episoderezidivierende
  • Kommentar: Die Symptomatik ist dieselbe, allerdings hatte die Lehrerin schon vor 4 und vor 7 Jahren eine depressive Episode. Die Diagnose nach ICD-10 lautet deshalb: rezidivierende depressive Störung (F33).

Lösung 6.4.3Richtig ist C. Depression/depressive Episodeschwere
  • Kommentar: Die Symptomatik ähnelt der von Fall 1 und 2, allerdings hat die Lehrerin nun einen hypochondrischen WahnhypochondrischerWahn entwickelt und hört Stimmen. Die Diagnose: schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen.

Lösung 6.4.4Richtig ist D. Depression/depressive EpisodeDysthymia
  • Kommentar: Die Lehrerin leidet seit 10 Jahren an einer leichteren depressiven Symptomatik, die nicht schwer genug ist, um die Diagnose „rezidivierende depressive Störung“ zu rechtfertigen. Da die Störung zum ersten Mal mit 20 – im frühen Erwachsenenalter – aufgetreten ist, ist die Diagnose nach ICD-10: DysthymiaDysthymia, früher Beginn (ein später Beginn wäre zwischen 30 und 50 Jahren).

Lösung 6.4.5Richtig ist A. Depression/depressive EpisodeFallgeschichten
  • Kommentar: Die augenblickliche Symptomatik ähnelt der von Fall 1 bis 3, allerdings hatte die Lehrerin vor 1 Jahr eine manische Episode mit allen dafür typischen Symptomen. Diagnose nach ICD-10: Affektive bipolare Bipolare affektive StörungStörung, augenblicklich mittelgradige depressive Episode.

Lösung Tab. 6.2Richtig oder falsch? Depression/depressive Episodeallgemeine Aspekte
  • Zu 1: Falsch! Die Mindestdauer beträgt 14 Tage = 2 Wochen.

  • Zu 2: Richtig! Schuldgefühle treten schon bei leichten depressiven Störungen auf und können sich bei einer schweren depressiven Episode zu einem Schuldwahn entwickeln.

  • Zu 3: Falsch! Keine Orientierungsstörungen! Die Konzentrations- und Gedächtnisprobleme betreffen nicht das Langzeitgedächtnis.

  • Zu 4: Falsch! Die Betroffenen können nicht schlafen und sind deshalb ständig müde. Ein vermindertes Schlafbedürfnis findet sich bei Manikern.

  • Zu 5: Richtig! Depressive Episoden sind nahezu immer mit Ängsten gekoppelt. Oft haben die Betroffenen PanikattackePanikattacken (häufig nachts, manchmal auch tagsüber), die in der ICD-10 leider nicht erwähnt werden.

  • Zu 6: Falsch! Wahnideen und akustische Halluzinationen sind typisch für eine depressive Episode mit psychotischen Symptomen.

  • Zu 7: Richtig!

  • Zu 8: Falsch! Ein Symptom des somatischenSomatisches Syndrom Depression/depressive Episodesomatisches SyndromSyndroms ist entweder eine ausgeprägte psychomotorische Hemmung oder eine ausgeprägte Agitiertheit, die sich in motorischer Unruhe äußert.

  • Zu 9: Richtig! Allerdings ist die Symptomatik anders als im Erwachsenenalter (→ Aussage 11).

  • Zu 10: Richtig! Aggressives Verhalten, schulische Probleme, Konzentrationsstörungen, das Gefühl, von anderen ausgegrenzt zu werden – das sind nur einige von vielen Möglichkeiten, wie sich eine Depression in der Kindheit ausdrücken kann.

  • Zu 11: Falsch! Es müssen insgesamt mindestens zwei depressive Episoden aufgetreten sein. Eine Beschränkung auf einen bestimmten Zeitraum gibt es in der ICD-10 nicht.

  • Zu 12: Falsch! Die Betroffenen haben zwar während der Krankheitsphase kognitive Beeinträchtigungen, die jedoch nach Ausheilung der Depression wieder verschwinden.

  • Zu 13: Richtig! Hier ist eine genaue Diagnose wichtig. Zur Unterscheidung zwischen einer „Altersdepression“ und einer echten Demenz Abb. 6.5.

  • Zu 14: Richtig!

  • Zu 15: Falsch! Bei schweren depressiven Störungen sind die Betroffenen unfähig, Willensentscheidungen zu treffen – dies ist eine Folge der Erkrankung und hat nichts mit „Sich-Zusammenreißen“ zu tun.

Lösung 6.4.6A: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Depression/depressive EpisodeSymptome
  • Zu 1: Richtig! Typisch ist ein Verlust des Selbstvertrauens, damit verbunden ein Gefühl von Wertlosigkeit.

  • Zu 2: Richtig! Die AntriebsstörungAntriebsstörungen und die depressive Stimmung sind bei vielen Patienten oft am MorgenMorgentief besonders ausgeprägt und bessern sich im Tagesverlauf.

  • Zu 3: Richtig! Viele Betroffene empfinden eine innere Unruhe, obwohl sie äußerlich wie erstarrt wirken; bei anderen wiederum äußert sich die innere Erregung in äußerlich sichtbarer Agitiertheit und ziellosem Handeln.

  • Zu 4: Falsch! Die typische SchlafstörungSchlafstörungenDepression einer schweren depressiven Episode ist das Früherwachen.

  • Zu 5: Falsch! Ich-Störungen (z. B. das Gefühl, beeinflusst zu werden), gehören zur Affektive StörungenbipolareSchizophrenie, nicht zu den affektiven Störungen.

Lösung 6.4.7D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig. Depression/depressive Episodeschwere
  • Zu 1: Richtig! Es kommt häufig zu Störungen von Konzentration und Gedächtnis.

  • Zu 2: Falsch! Typisch sind Schuld-, Verarmungs- und Versündigungswahn. Den Sendungswahn findet man bei der Manie.

  • Zu 3: Falsch! Typisch sind akustische Halluzinationen in Du-Form.

  • Zu 4: Richtig! In schweren Fällen kommt es zu einem Zustand der Erstarrung, dem sog. depressiven StupordepressiverStupor.

  • Zu 5: Richtig! Obstipation = Verstopfung.

Lösung 6.4.8C: Nur 1 und 5 sind richtig. Depression/depressive EpisodeschwereDepression/depressive EpisodeSymptome
  • Zu 1: Richtig! StimmenhörenStimmen(hören) kann bei einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen auftreten.

  • Zu 2: Falsch! Typisch sind tageszeitliche Schwankungen der Beschwerden, → 6.4.6 (2).

  • Zu 3: Falsch! Die meisten Betroffenen leiden unter Appetitlosigkeit und verlieren deshalb an Gewicht.

  • Zu 4: Falsch! Die Betroffenen haben zwar während der Krankheitsphase Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis (nicht dem Langzeitgedächtnis!); die Beschwerden verschwinden jedoch nach Ausheilung der Depression.

  • Zu 5: Richtig! Zu den vegetativen Störungen zählen z. B. Appetitstörungen, Verdauungsprobleme (Verstopfung), Schlafstörungen, Libidostörungen, Zyklusstörungen und Dysmenorrhö (schmerzhafte Regelblutung)

Lösung 6.4.9C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Depression/depressive Episodeschwere
  • Zu 1: Richtig! Eines der Kernsymptome ist der Verlust von Interesse und Freude.

  • Zu 2: Richtig! Viele Betroffene sind nicht traurig; sie sind vielmehr gefühllos, wie versteinert. Die ICD-10 spricht hier von „Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren“.

  • Zu 3: Richtig! Frühmorgendliches Erwachen ist ein „klassisches“ Symptom für eine depressive Episode.

  • Zu 4: Falsch! Diese Form der Ich-Störung zählt zu den Symptomen einer Schizophrenie.

  • Zu 5: Richtig! → Kommentar zu 6.4.8 (3).

Lösung 6.4.10C: Nur 1, 3 und 4 sind richtig. Depression/depressive EpisodeSymptome
  • Zu 1: Richtig! Viele Betroffene klagen über Gelenk- und Muskelschmerzen, für die es keinen organischen Befund gibt.

  • Zu 2: Falsch! Keine vermehrte Tränen- und Speichelbildung.

  • Zu 3: Richtig!

  • Zu 4: Richtig! Potenzverlust bei Männern, dazu auch Libidoverlust bei Männern wie auch Frauen.

  • Zu 5: Falsch! Diarrhö = Durchfall! Viele Betroffene leiden unter Verstopfung (Obstipation).

Lösung 6.4.11C: Nur 1, 2 und 4 sind richtig.Depression/depressive Episodesomatisches Syndrom
  • Vorsicht Falle! Schuldgefühle, das Gefühl von Wertlosigkeit und Suizidgedanken sind zwar typisch für eine mittelgradige oder schwere depressive Episode, zum somatischen Syndrom zählen jedoch nur (1), (2) und (4).

Lösung 6.4.12Richtig sind A und D.
  • Kommentar: Ein GrößenwahnGrößenwahn findet sich oft bei Manikern, ein AbstammungswahnAbstammungswahn ist eher typisch für eine Schizophrenie, der seltene DermatozoenwahnDermatozoenwahn (chronische taktile Halluzinose) ist eine Sonderform der organischen Halluzinose. Typisch für eine wahnhafte Depression sind: Schuld-, Verarmungs-, Versündigungs-, Nichtigkeits- oder hypochondrischer Wahn.

Lösung 6.4.13Richtig sind B, C und E.
  • Kommentar: Ein LiebeswahnLiebeswahn findet sich eher bei Manikern, ein VergiftungswahnVergiftungswahn ist eher typisch für eine Demenz mit dem Begleitsymptom Wahn.

Lösung 6.4.14A: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
  • Kommentar: Bei der Larvierte DepressionDepression/depressive Episodelarviertelarvierten = somatisiertenDepression/depressive Episodesomatisierte Depression bestimmen anhaltende körperliche Symptome das Krankheitsbild. Die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind also nicht richtig.

  • Zu 3: DissimulierenDissimulation (das Gegenteil von „simulieren“) bedeutet: absichtlich Krankheitssymptome verbergen, um als gesund zu gelten. Das ist hier in jedem Fall falsch.

Lösung 6.4.15B: Dysthymia DysthymiaAffektive StörungenDysthymia
  • Kommentar: Die trübe und traurige Stimmung dauert 5 Jahre an, die Erkrankung verläuft also nicht in Phasen. Überdies sind die Symptome nicht stark genug ausgeprägt, um die Diagnose „depressive Episode“ zu rechtfertigen. Diese Fallgeschichte kam in der Prüfung 2013–1 schon zum zweiten Mal vor.

Lösung 6.4.16D: Nur 2, 3 und 5 sind richtig. Depression/depressive Episodeim Alter
  • Zu 1: Falsch! Depressive Syndrome im Alter sind sehr häufig.

  • Zu 2: Richtig! Reizbarkeit, ständige Beschäftigung mit Krankheit und Misstrauen sind bei Depressionen im Alter häufig.

  • Zu 3: Richtig! Viele altersbedingte körperliche Symptome ähneln den Vitalstörungen einer Depression.

  • Zu 4: Falsch! Die Symptome sind sehr ähnlich, deshalb wird oft zu Unrecht eine Demenz angenommen.

  • Zu 5: Richtig! Diese Aussage gilt auch für Depressionen in früheren Jahren.

Lösung 6.4.17Richtig ist A. Depression/depressive Episodeim Alter
  • Kommentar: Depressionen im höheren Lebensalter haben oft eine geringere Intensität, aber längere Dauer. Trotz der altersbedingten körperlichen Symptome ist die Prognose bei entsprechender Behandlung gut. Wie im früheren Lebensalter kann eine depressive Episode sich nicht zu einer Demenz entwickeln.

Lösung 6.4.18E: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Depression/depressive Episodeim Alter
  • Zu 1: Richtig! Medikamente wie Betablocker, Antibiotika, Antirheumatika, Schmerzmittel, Blutdrucksenker usw. können Depressionen zur Folge haben (pharmakogene Depression). Da im Alter mehr Medikamente genommen werden als in früheren Lebensjahren, ist das Depressionsrisiko besonders hoch.

  • Zu 2: Richtig! Aufgrund der oft schwierigen Lebensumstände gehören im höheren Lebensalter Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

  • Zu 3: Richtig! Depressive Syndrome im Alter können aufgrund einer hirnorganischen Erkrankung entstehen.

  • Zu 4: Falsch! Wegen der meist zusätzlich vorhandenen körperlichen Probleme sollte die Dosierung von Antidepressiva niedriger sein und besonders vorsichtig erfolgen.

  • Zu 5: Richtig!

Lösung Tab. 6.3Richtig oder falsch? Depression/depressive EpisodeTherapie
  • Zu 1: Richtig! In den meisten Fällen geht es um die Neurotransmitter(störungen)Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

  • Zu 2: Richtig! Es gibt allerdings einige vorwiegend sedierend AntidepressivaAntidepressiva (z. B. Amitriptylin). Sie werden bevorzugt bei Angst- und Schlafstörungen eingesetzt.

  • Zu 3: Falsch! Empfohlen wird bei einer einmaligen depressiven Episode eine Einnahmedauer von ½ Jahr nach Besserung der Symptome. Bei mehreren depressiven Episoden wird i. d. R. eine Dauermedikation empfohlen.

  • Zu 4: Falsch! Kurz nach der Einnahme eines Antidepressivums tritt – natürlich abhängig vom Medikament – eine Antriebssteigerung ein, die stimmungsaufhellende Wirkung folgt meist erst 2–6 Wochen später.

  • Zu 5: Richtig! Zu Beginn der Behandlung treten häufig Nebenwirkungen wie die hier genannten auf, die sich i. d. R. nach einigen Wochen deutlich vermindern oder ganz verschwinden.

  • Zu 6: Falsch! Das Gegenteil ist der Fall: Verstopfung, Senkung des Blutdrucks und Gewichtszunahme sind typische Nebenwirkungen trizyklischer Trizyklische AntidepressivaNebenwirkungenAntidepressiva.

  • Zu 7: Richtig! Zu Beginn der Behandlung kommt es zu einer Antriebssteigerung bei gleichzeitiger depressiver Stimmungslage mit Suizidgedanken. Der gesteigerte Antrieb bewirkt, dass die Suizidgedanken nun in die Tat umgesetzt werden können. Suizid(alität)bei Depression

  • Zu 8: Falsch! AntidepressivaAntidepressiva machen nicht abhängig.

  • Zu 9: Falsch! Die selektiven Wiederaufnahmehemmer sind zwar wesentlich besser verträglich als die trizyklischen Antidepressiva (keine Gewichtszunahme; keine Verstopfung; keine Koordinationsstörungen usw.), dafür kann es vor allem zu Beginn der Behandlung zu anderen Nebenwirkungen kommen, z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen.

  • Zu 10: Richtig! Die Heilungserfolge sind nach psychiatrischer Lehrmeinung sehr hoch. Die Elektrokrampftherapie (EKT)bei DepressionenEKT erfolgt in Vollnarkose bei gleichzeitiger Gabe von muskelentspannenden Medikamenten.

  • Zu 11: Richtig! Die kognitiveKognitive Therapie nach BeckDepressionen VT nach Aaron T. Beck wurde ursprünglich für die Behandlung von depressiven Störungen entwickelt. Ziel der Therapie ist die Veränderung negativer Gedankenmuster („Kognitionen“), wie sie bei Depressiven häufig vorkommen.

  • Zu 12: Richtig! Vor allem bestimmte selektive Wiederaufnahmehemmer haben sich bei der Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen als erfolgreich erwiesen.

  • Zu 13: Richtig!

Wichtig zu wissen

LithiumLithium wird nicht nur bei manischen und bipolaren Störungen eingesetzt, sondern hat sich auch zur Phasenprophylaxe bei unipolaren Depressionen bewährt.

  • Zu 14: Richtig! LithiumIntoxikationLithium ist ein Spurenelement, das im Körper nur in geringen Mengen vorkommt; die Grenze zwischen richtiger Dosierung und Überdosierung (Intoxikation) ist sehr schmal, deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle des Lithiumspiegels notwendig. Eine Lithiumvergiftung kann bei den Betroffenen Übelkeit, Zittern, Erbrechen, Sehstörungen und Krämpfe, in schweren Fällen sogar komatöse Zustände verursachen.

Lösung 6.5.1C: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Bei schweren Depressionen haben nahezu alle Betroffenen Suizid(alität)bei DepressionSuizidgedanken. Im Rahmen der Krisenintervention sollte der Therapeut oder Arzt die Patienten bewusst auf das Vorhandensein von Suizidgedanken ansprechen.

  • Zu 2 und 3: Richtig! Wenn die Betroffenen einsehen, dass sie nicht „verrückt“ oder „anormal“ sind, sondern unter einer schweren Erkrankung leiden, können sie einsehen, dass die Erkrankung somit auch behandelt bzw. geheilt werden kann.

  • Zu 4: Falsch! Bei schweren depressiven Störungen sind die Betroffenen unfähig, Willensentscheidungen zu treffen – dies ist eine Folge der Erkrankung, nicht eine Folge von zu wenig Disziplin.

Lösung 6.5.2E: Alle Aussagen sind richtig. Depression/depressive EpisodeTherapie
  • Zu 1: Richtig! Die kognitive VT wurde von A.T. Beck speziell zur Therapie von Depressionen entwickelt.

  • Zu 2: Richtig! Niedrigpotente AntipsychotikaIndikationNeuroleptika wirken sedierend und können bei agitierten Formen der Depression wie auch bei Schlafstörungen eingesetzt werden. Hochpotente Neuroleptika finden nur bei Depressionen mit psychotischen Symptomen (Wahn, Halluzinationen) Anwendung – begleitend zur normalen Medikation mit Antidepressiva.

  • Zu 3: Richtig! Manche Menschen reagieren auf den Lichtmangel in den Herbst- und Wintermonaten so stark, dass sie eine sog. „saisonal abhängige Saisonal abhängige DepressionDepression“ (SAD) entwickeln, die auch Winterdepression genannt wird. Eine spezielle LichttherapieLichttherapie versucht, dem Mangel an Sonnenlicht entgegenzuwirken.

  • Zu 4: Richtig! → Kommentar zu Tab. 6.3 (10) und Frage 6.5.12

  • Zu 5: Richtig! SchlafentzugstherapieSchlafentzug (= WachtherapieWachtherapie) bedeutet, dass man eine ganze Nacht nicht schläft und auch den folgenden Tag bis zur gewohnten Zeit wach bleibt. Daneben gibt es den partiellen Schlafentzug, bei dem die Betroffenen in den frühen Morgenstunden geweckt werden und bis zum Abend wachbleiben müssen. Schlafentzug führt kurzzeitig zu einem Rückgang der depressiven Symptomatik, hält jedoch leider nur kurze Zeit (meist 1–2 Tage) an.

Lösung 6.5.3D: Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig. Depression/depressive EpisodeTherapie
  • Zu 1: Richtig! Auch antriebssteigernde Medikamente und SSRI haben zu Beginn der Behandlung eine sedierende = beruhigende Wirkung.

  • Zu 2: Richtig! Die hier aufgeführten Symptome (z. B. Seh- und Koordinationsstörungen) gehen im Verlauf der Behandlung zurück.

  • Zu 3: Falsch! Eine Gruppe von Antidepressiva (Wirkstoff: Amitriptylin, Doxepin) wirkt nur sedierend und wird z. B. bei Schlaf- und Angststörungen eingesetzt.

  • Zu 4: Richtig! Während der Behandlung mit trizyklischen Trizyklische AntidepressivaAntidepressivatrizyklischeAntidepressiva können in seltenen Fällen manieähnliche Zustände auftreten. Die Literatur hierzu ist spärlich, die Aussage (4) war jedoch wörtlich in einer Prüfungsfrage von 1997 enthalten.

  • Zu 5: Richtig! Bestimmte trizyklische Antidepressiva sind nicht nur schlafanstoßend, sondern werden auch erfolgreich bei chronischen Schmerzsyndromen (z. B. chronischen Nervenschmerzen) eingesetzt. Die schmerzstillende Wirkung der AntidepressivaWirkungenAntidepressiva entsteht vermutlich durch eine Verringerung der Übertragung von Schmerzimpulsen im Rückenmark. Gleichzeitig werden mit den Schmerzen gekoppelten Beschwerden wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Antriebslosigkeit oder Verstimmungszustände gelindert.

Lösung 6.5.4D: Johanniskraut. Serotonin-SyndromJohanniskraut
  • Kommentar: Bei Medikamenten wie Citalopram, Paroxetin, Sertralin wird durch Wechselwirkung mit Johanniskraut die Serotoninkonzentration im Zentralnervensystem erhöht, was bei höherer Dosierung zu einem lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom führen kann, mit Symptomen einer schweren Grippe, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie, manchmal auch deliranten Zuständen und Krampfanfällen. Unabhängig von der Wechselwirkung mit bestimmten Antidepressiva erhöht Johanniskraut überdies die Aktivität eines bestimmten Leberenzyms, das für den Abbau verschiedener Medikamente verantwortlich ist. Durch die Einnahme von Johanniskraut kommt es deshalb zu einem vermehrten Abbau (und somit verminderter Wirkung) von bestimmten Medikamenten, z. B. solchen, die zur Behandlung von Krebs- und Herzleiden oder Autoimmunerkrankungen verschrieben werden. Auch die empfängnisverhütende Wirkung der „Pille“ wird durch Einnahme von Johanniskraut reduziert.

Lösung 6.5.5C: Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig. AntidepressivaNebenwirkungen
  • Kommentar: Mundtrockenheit, Schwitzen, Blutdrucksenkung und Gewichtszunahme sind einige der anfangs auftretenden Nebenwirkungen von trizyklischen Antidepressiva. Durchfall ist nicht typisch (nicht verwechseln mit den Serotonin-SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)Wiederaufnahmehemmern: Da zählen zu den anfänglich auftretenden Nebenwirkungen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall).

Lösung 6.5.6C: Nur 2, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Eine Gruppe von trizyklischen AntidepressivaTrizyklische AntidepressivaAntidepressivatrizyklische (Wirkstoff: Amitriptylin, Doxepin) wirkt vorwiegend sedierend und wird z. B. erfolgreich bei Schlaf- und Angststörungen eingesetzt.

  • Zu 2: Richtig! Die selektiven Wiederaufnahmehemmer SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer siehe SSRIsind zwar wesentlich besser verträglich als die trizyklischen Antidepressiva, trotzdem kann es vor allem zu Beginn der Behandlung zu diversen Nebenwirkungen kommen, z. B. zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, sexuellen Funktionsstörungen (z. B. verzögerter Samenerguss).

  • Zu 3: Falsch! → Kommentar zu 6.5.4

  • Zu 4: Richtig! Die Nebenwirkungen reduzieren sich bei länger andauernder Medikation.

  • Zu 5: Richtig! → Antidepressiva reduzieren die Angst und werden deshalb oft bei Angst- und Zwangsstörungen sowie Schlafstörungen eingesetzt.

Lösung 6.5.7C: Nur 2 und 4 sind richtig. AntidepressivaNebenwirkungen
  • Zu 1: Falsch! Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen zwischen Antidepressiva und anderen Medikamenten wie z. B. Beruhigungsmittel, MAO-Hemmern, Neuroleptika, Antiepileptika und natürlich Johanniskraut (→ Kommentar zu 6.5.4).

  • Zu 2: Richtig! Zu Beginn der Behandlung wirken alle Antidepressiva zunächst sedierend, deshalb kann das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr stark herabgesetzt sein.

  • Zu 3: Falsch! Die Nebenwirkungen nehmen mit der Dauer der Behandlung ab.

  • Zu 4: Richtig! Die anfangs hemmungslösende (= antriebssteigernde) Wirkung kann eine latente Suizidalität aktivieren, wenn die stimmungsaufhellende Wirkung noch nicht eingetreten ist.

Lösung 6.5.8Richtig sind A und E. Lithium
  • Kommentar: Lithiumsalze werden nicht nur zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen gegeben, sondern auch, um gesunde Phasen zwischen mehreren unipolaren depressiven Episoden zu verlängern. – ZyklothymiaZyklothymia und DysthymiaDysthymia sind leichter ausgeprägte affektive Störungen, für die Lithiumsalze ebenso wenig geeignet sind wie bei organischen affektiven Störungen.

Lösung 6.5.9D: Nur 2, 3 und 4 sind richtig. Lithium
  • Zu 1: Falsch! Salz bindet Wasser, damit erhöht sich der Wassergehalt im Körper, die Lithiumkonzentration nimmt ab. Anders wäre es bei kochsalzarmer Ernährung: Da wird Wasser ausgeschieden, die Lithiumkonzentration erhöht sich, es besteht die Gefahr einer Intoxikation. LithiumIntoxikation

  • Zu 2: Richtig! Diuretika erhöhen die Ausscheidung von Wasser, dadurch erhöht sich die Konzentration von Lithium.

  • Zu 3: Richtig! Wenn die Niere das Lithium nicht mehr genügend ausscheidet, ist bei der nächsten Gabe von Lithium mehr Lithium im Körper als angenommen – die zusätzliche Einnahme von Lithium führt so zu einer Überdosierung.

  • Zu 4: Richtig! Starkes Schwitzen reduziert den Wasserhaushalt des Körpers, dadurch erhöht sich die Konzentration von Lithium.

Lösung 6.5.10E: Alle Aussagen sind richtig.
  • Kommentar: Wie alle Medikamente kann auch Lithium eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören neben den unter 1–5 genannten Symptomen auch Konzentrationsstörungen, Durchfälle, Schilddrüsenunterfunktion, Kropfbildung, Hautveränderungen, sexuelle Funktionsstörungen u. a. m. Da Lithium eine geringe therapeutische Breite besitzt, können schon geringe Überdosierungen zu Vergiftungserscheinungen führen (→ Lösung 6.5.11).

Lösung 6.5.11D: Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Eine LithiumvergiftungLithiumIntoxikation kann bei den Betroffenen Übelkeit, Durchfall, Zittern (= grobschlägiger Tremor), Sehstörungen, Dysarthrie (Sprechstörungen), Verwirrtheit und Orientierungsstörungen verursachen. In schweren Fällen kommt es zu Muskelzuckungen, Krampfanfällen, Nierenfunktionsstörungen und lebensbedrohlichen komatösen Zuständen. Auf keinen Fall kommt es zu Heißhungerattacken, (3) ist also falsch.

Lösung 6.5.12Richtig sind A und E. Elektrokrampftherapie (EKT)bei DepressionenDepression/depressive EpisodeElektrokrampftherapie
  • Zu A: Richtig! Die EKT wird u. a. bei schweren depressiven Episoden eingesetzt, wenn die Betroffenen auf eine Therapie mit Antidepressiva nicht ansprechen. Eine weitere Anwendung (hier nicht gefragt) sind katatone Zustände, wie sie bei der katatonen Schizophrenie auftreten können. – Das Prinzip der EKT besteht in der Auslösung eines epileptischen Anfalls (eines „Heilkrampfs“) im Gehirn zu therapeutischen Zwecken und unter kontrollierten Bedingungen. Dies führt zu einer Veränderung von Hormonen und Botenstoffen im Gehirn, die in vielen Fällen eine Besserung der depressiven Symptomatik zur Folge hat.

  • Zu B: Falsch! Die EKT wird als Serie von 8–12 Behandlungen, meist im Abstand von 2–3 Tagen, durchgeführt. Die Erfolgsrate der EKT liegt in diesen Fällen zwischen 50 und 75 %.

  • Zu C: Falsch! Die EKT wird heute in Narkose und unter medikamentöser Muskelentspannung durchgeführt, sodass es nicht zu starken Krämpfen mit möglichen Knochenbrüchen kommen kann. Sie führt – entgegen der immer noch weitverbreiteten Meinung – nicht zu einer Hirnschädigung mit Veränderungen der Persönlichkeit. Eine häufige Folge der EKT ist allerdings eine leichte Gedächtnisstörung, die sich jedoch innerhalb einiger Wochen zurückbildet.

  • Zu D: Falsch! Es gibt keine ausgeprägten Langzeitfolgen. Allerdings wird die EKT nur bei schweren Krankheitsfällen angeboten, und auch nur dann, wenn andere Behandlungsmethoden keine Besserung der Symptome gebracht haben. In jedem Fall muss der Patient damit einverstanden sein (→ E).

  • Zu E: Richtig! Zur Durchführung einer EKT ist eine schriftliche Einverständniserklärung des Patienten notwendig.

Lösung 6.5.13A: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Depression/depressive EpisodeNeurotransmitter
  • Zu 1: Richtig! SerotoninSerotonin und NoradrenalinNoradrenalin sind z. B. entscheidend an der Entstehung von Depressionen beteiligt.

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Richtig! Man spricht hier auch vom „synaptischen Spalt“.

  • Zu 4: Falsch! JohanniskrautJohanniskraut erhöht die Serotoninkonzentration im zentralen Nervensystem (→ Kommentar zu Lösung 6.5.4).

  • Zu 5: Falsch!

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