© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-58376-6.00008-X

10.1016/B978-3-437-58376-6.00008-X

978-3-437-58376-6

Abb. 8.1

EssstörungenÜberblickEssstörungen im Überblick

Abb. 8.2

Körperliche Langzeitfolgen bei Magersucht

Welche der folgenden Aussagen zu Essstörungen sind zutreffend? Essstörungenallgemeine Aspekte

Tab. 8.1
Richtig Falsch
1. Als Grenzwert für die Diagnose „Anorexia“ gilt ein Wert von mindestens 50 % unter dem Normalgewicht.
2. Die Bulimie hat eine ungünstigere Prognose als die Magersucht.
3. Normal- oder Übergewicht schließen eine Bulimie aus.
4. Typisch für beide Erkrankungen ist der Missbrauch von Laxanzien oder Diuretika.
5. Als Folge des Gewichtsverlusts weisen Anorektikerinnen eine deutlich verminderte körperlicher Aktivität auf.
6. Beide Essstörungen sind überzufällig häufig mit depressiven Störungen gekoppelt.
7. Langfristig gesehen verläuft die Anorexia nervosa in etwa 10–15 % der Fälle tödlich.
8. Im Gegensatz zur Bulimie kommt es bei der Anorexie zu keinen Essanfällen mit anschließendem Erbrechen.
9. Bei beiden Erkrankungen kann es zu gravierenden Störungen des Elektrolythaushalts kommen.
10. Das Suizidrisiko von Anorektikerinnen ist um ein Vielfaches höher als in der Allgemeinbevölkerung.

Magersucht und Bulimie im Vergleich Bulimia nervosavs. Anorexia nervosaAnorexia nervosavs. Bulimia nervosanervosaBulimia nervosaSymptomeAnorexia nervosaSymptome

Tab. 8.2
Anorexia nervosa Bulimia nervosa
Leitsymptom: Hungern Leitsymptom: Essanfälle und Erbrechen
Lang andauernde Hungerperioden Zeitweilig kürzere Hungerperioden
Vereinzelt Essanfälle mit Kontrollverlust, daran anschließend selbstinduziertes Erbrechen Regelmäßige Essanfälle mit Kontrollverlust, daran anschließend selbstinduziertes Erbrechen!
Keine Gewichtsgrenze nach unten Klare Gewichtsgrenze (Idealgewicht)
Körperschemastörung Keine Körperschemastörung
Kein Krankheitsgefühl! Kein Leidensdruck! Krankheitsgefühl! Leidensdruck!
Ausbleiben der Menstruation (sekundäre Amenorrhö) Störungen im Menstruationszyklus
Missbrauch von Laxanzien und Diuretika Missbrauch von Laxanzien und Diuretika
Elektrolytstörungen, Herzrhythmusstörungen, Osteoporose, Haarausfall, Nierenschäden Elektrolytstörungen, Herzrhythmusstörungen, Osteoporose, Haarausfall, Nierenschäden

Essstörungen (F50)

In den vergangenen 38 Prüfungen gab es 37 Fragen zu Essstörungen (Abb. 8.1), statistisch gesehen also durchschnittlich eine Frage pro Prüfung. In den ersten Jahren – z. B. 1997 und 1998 – gab es allerdings mehrmals überhaupt keine Frage hierzu, während in einigen Prüfungen (z. B. 2016–2) zwei Fragen zu Essstörungen zu finden waren. Die Magersucht siehe Anorexia nervosaMagersucht war dabei etwa doppelt so häufig vertreten wie die Bulimie.

Essstörungen allgemein

Wichtig zu wissen

  • Obwohl die Diagnosekriterien für die Binge-Eating-EssstörungenBinge-Eating-StörungBinge-Eating-StörungStörung (BES) in den USA schon in den 1990er-Jahren erstellt wurden, ist die Erkrankung bisher nicht mit eigenen diagnostischen Leitlinien in der ICD-10 vertreten: Sie findet sich ohne nähere Beschreibung unter F50.9: „Nicht näher bezeichnete Essstörungen“ oder unter F50.4 „Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen“. Dies mag der Grund dafür sein, dass die BES in der Vergangenheit nie im Schriftlichen gefragt wurde. In den Prüfungen 2015–1 und 2016–2 gab es allerdings je eine Frage zur BES. Beide Fragen wurden hier mit aufgenommen.

  • Die ICD-10 unterscheidet zwei Formen der Anorexia Anorexia nervosapassive (asketische)nervosa: die passive (= asketische) Form der Anorexie (ohne aktive Maßnahmen zur Gewichtsabnahme wie Erbrechen, Laxanzien, Klistiere usw.) und den aktiven (= bulimischen) Typ der Anorexia nervosaaktive (bulimische)Anorexie mit gelegentlichen Essanfällen und anschließendem Erbrechen. Für einige Prüfungsfragen zur Magersucht ist es wichtig, die „aktive Form“ der Anorexie (mit gelegentlichem Erbrechen) zu kennen.

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 8.1.1Prüfung aktuell (2016–1).EssstörungenÜberblick Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zu Essstörungen trifft/treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Bei der Anorexia nervosaAnorexia nervosaSuizidalität ist das Suizidrisiko erhöht.
□ B: Die Binge-Eating-StörungBinge-Eating-Störung (BES) tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen.
□ C: Der Übergang von Anorexia nervosa in eine Bulimia nervosa oder eine BES ist nicht möglich.
□ D: Ein relevantes Untergewicht wird angenommen bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 20 kg/m2 bei Erwachsenen.
□ E: Bei Beginn einer Anorexia nervosa vor der Pubertät kann eine primäre Amenorrhö auftreten.
Frage 8.1.2Einfachauswahl
Wie wird der Body-Mass-Index (Body-Mass-Index (BMI)BMI, Körpermassenzahl) berechnet?
□ A: Körpergewicht in kg/Quadrat der Körpergröße in m
□ B: Körpergewicht in kg/Bauchumfang in cm
□ C: Körpergröße in m/Körpergewicht in kg
□ D: Körpergröße in cm minus 100
□ E: Körpergröße in m/Brustumfang in m
Frage 8.1.3Prüfung aktuell (2016–2). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Binge-Eating- Binge-Eating-Störung Störung treffen zu?
  • 1.

    Die Erkrankung tritt überwiegend in Verbindung mit einer psychotischen Erkrankung auf.

  • 2.

    Charakteristisch sind wiederkehrende Essanfälle über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

  • 3.

    Die Erkrankung wird typischerweise von Scham- und Schuldgefühlen begleitet.

  • 4.

    Psychische Faktoren spielen bei einer Entstehung der Erkrankung eine wichtige Rolle.

  • 5.

    Durch gegensteuerndes Verhalten (Erbrechen, Hungerperioden) besteht meist ein deutliches Untergewicht.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.1.4Prüfung aktuell (2015–1). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur sog. Binge-Eating-Störung treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Das Körpergewicht liegt unter einem Body-Mass-Index (BMI) von 17,5 kg/m2.
□ B: Typisch ist sofortiges Erbrechen nach dem Essen.
□ C: Häufig besteht Übergewicht.
□ D: Die Impulskontrolle ist gestört.
□ E: Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Anorexia nervosa

Typische Prüfungsfragen
Frage 8.2.1Aussagenkombination Anorexia nervosaSymptomeEssstörungenAnorexia nervosa
Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Mögliche Symptome der Anorexia nervosaAnorexia nervosaSymptome sind:
  • 1.

    Sekundäre Amenorrhö

  • 2.

    Body-Mass-Index (BMI) von 20 kg/m2

  • 3.

    Karies

  • 4.

    Gebrauch von Diuretika

  • 5.

    Selbstinduziertes Erbrechen

□ A: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 8.2.2Mehrfachauswahl
Sie vermuten bei einer Patientin eine Anorexia nervosaAnorexia nervosaBefunde. Welche der genannten anamnestischen Angaben oder Befunde stützen Ihren Verdacht? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: BMI 22 kg/m2
□ B: Körpergröße 1,65 m, Gewicht 38 kg
□ C: Bluthochdruck
□ D: Teerstuhl
□ E: Einnahme von Abführmitteln
Frage 8.2.3Einfachauswahl
Bei der Anorexia Anorexia nervosaBefundenervosa findet sich am wenigsten wahrscheinlich:
□ A: Hyperthyreose
□ B: Körperschemastörung
□ C: Veränderung der LH-Ausschüttung (luteinisierendes Hormon)
□ D: Trockene Haut
□ E: Veränderung der Kortisolsekretion
Frage 8.2.4Vorsicht Falle! Anorexia nervosatypische MerkmaleAussagenkombination
Für die Anorexia nervosa ist typisch:
  • 1.

    Sie geht mit einer verstärkten Regelblutung einher.

  • 2.

    Verminderte körperliche Aktivität ist ein typisches Merkmal.

  • 3.

    Bei vielen Patientinnen findet sich eine primäre Amenorrhö.

  • 4.

    Die Erkrankung geht mit hohem Leidensdruck einher.

  • 5.

    Selbstinduziertes Erbrechen ist häufig.

□ A: Nur Aussage 5 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
Frage 8.2.5AussagenkombinationAnorexia nervosaSymptomeAnorexia nervosaKomplikationen
Welche Komplikationen bzw. Symptome können bei einer Anorexia nervosa auftreten?
  • 1.

    Pathologische Erhöhung des Grundumsatzes

  • 2.

    Libidostörung bei männlichen Anorektikern

  • 3.

    Osteoporose

  • 4.

    Ödeme

  • 5.

    Plötzlicher Herztod

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.2.6Aussagenkombination
Bei der Anorexia nervosa können folgende Komplikationen auftreten: Anorexia nervosaKomplikationen
  • 1.

    Natrium- und Kaliummangel.

  • 2.

    Lanugobehaarung an Armen und Rücken.

  • 3.

    Bluthochdruck.

  • 4.

    Fehlende Körperschemastörung.

  • 5.

    Beginnt die Krankheit vor der Pubertät, ist die Abfolge der Pubertätsentwicklung verzögert oder gehemmt, und es kann zu einem Wachstumsstopp kommen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.2.7Vorsicht Falle! Anorexia nervosaPrognoseAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Prognose der Anorexia nervosa treffen zu?
  • 1.

    Viele Patientinnen mit Pubertätsmagersucht bleiben später unverheiratet.

  • 2.

    Viele Patientinnen bleiben auch nach der Phase der Magersucht psychisch auffällig.

  • 3.

    Einige Patientinnen entwickeln nach Ausheilung depressive Störungen.

  • 4.

    Einige Patientinnen entwickeln nach Ausheilung ein schizophrenes Krankheitsbild.

  • 5.

    Die Lebenszeiterwartung ist normal.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Bulimia nervosa

Typische Prüfungsfragen
Frage 8.3.1AussagenkombinationEssstörungenBulimia nervosa
Welche der folgenden Aussagen zur Bulimia Bulimia nervosaSymptomenervosa treffen zu?
  • 1.

    Als Folge der Erkrankung kommt es häufig zu einem gestörten Elektrolythaushalt.

  • 2.

    Ein Body-Mass-Index > 30 ist ein Leitsymptom für eine Bulimie.

  • 3.

    Bulimischen Frauen kann man i. d. R. nicht ansehen, dass sie an dieser Erkrankung leiden.

  • 4.

    Haarausfall ist ein mögliches Begleitsymptom.

  • 5.

    Eine mögliche Komplikation der Bulimie ist der plötzliche Herztod.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.3.2Einfachauswahl
Welche Aussage zur Bulimie (Bulimia nervosa) trifft zu?
□ A: Bei jungen Frauen in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter liegt die Prävalenz bei etwa 20 %.
□ B: Bulimie-Betroffene sind meist übergewichtig.
□ C: Bei lang anhaltender Symptomatik kommt es häufig zu einer Schädigung der Zähne.
□ D: Im Vordergrund der Therapie stehen medikamentöse Maßnahmen (Antidepressiva).
□ E: Die Bulimie hat eine ungünstigere Prognose als die Anorexia nervosa.
Frage 8.3.3Vorsicht Falle! Bulimia nervosaAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Bulimie ist/sind zutreffend?
  • 1.

    Patientinnen mit Bulimie setzen sich keine scharf definierte Gewichtsgrenze.

  • 2.

    Es treten zeitweilig Hungerperioden auf.

  • 3.

    Die Betroffenen leiden an einer Körperschemastörung.

  • 4.

    In der Vorgeschichte lässt sich häufig eine Episode einer Anorexia nervosa nachweisen.

  • 5.

    Bulimia nervosa und Alkoholabhängigkeit schließen sich aus.

□ A: Keine der Aussagen ist richtig.
□ B: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
Frage 8.3.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Bulimie ist/sind ist richtig? Bulimia nervosa
  • 1.

    Der Besuch von Selbsthilfegruppen ist sinnvoll.

  • 2.

    Viele Bulimikerinnen leiden an Depressionen.

  • 3.

    Viele Betroffene sind suizidgefährdet.

  • 4.

    Eine gezielte Ernährungsberatung ist kontraindiziert, weil hierdurch die Symptome noch verstärkt werden.

  • 5.

    Im Gegensatz zur Anorexia nervosa ist bei der Bulimie das Körperbefinden nicht eingeschränkt.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 treffen zu.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.3.5Aussagenkombination
Welche der folgenden körperlichen Erkrankungen sind bei Bulimikerinnen häufig? Bulimia nervosaKomorbidität
  • 1.

    Ödeme

  • 2.

    Osteoporose

  • 3.

    Vergrößerung der Speicheldrüsen („Hamsterbäckchen“)

  • 4.

    Entzündung der Schilddrüse

  • 5.

    Schwere Herzrhythmusstörungen

□ A: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.3.6Aussagenkombination
Die Bulimia Bulimia nervosavs. Anorexia nervosanervosa zeigt beim Vergleich mit der Anorexia Anorexia nervosavs. Bulimia nervosanervosa einige Unterschiede. Welche Aussagen hierzu sind richtig?
  • 1.

    Bei der Bulimia nervosa finden sich prozentual häufiger Leidensdruck und Krankheitseinsicht als bei der Magersucht.

  • 2.

    Das Manifestationsalter der Bulimia nervosa ist – statistisch gesehen – erheblich höher als das der Anorexia nervosa.

  • 3.

    Eine stationäre Behandlung ist eher bei der Bulimia nervosa notwendig, während der Verlauf der Anorexia nervosa i. d. R. nur eine ambulante Behandlung erforderlich macht.

  • 4.

    Im Gegensatz zur Bulimia nervosa setzen sich magersüchtige Patienten eine klar definierte Gewichtsgrenze.

  • 5.

    Selbstinduziertes ErbrechenErbrechen, selbstinduziertes – das Leitsymptom der Bulimia nervosa – kommt bei der Anorexia nervosa nicht vor.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen1, 4 und 5 sind richtig.

Die Therapie von Essstörungen

Typische Prüfungsfragen
Frage 8.4.1EssstörungenTherapieAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Behandlung von EssstörungenEssstörungenTherapie sind zutreffend?
  • 1.

    Zur Therapie von Essstörungen haben sich vor allem psychoanalytisch orientierte Verfahren bewährt.

  • 2.

    Bei der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Essstörungen werden meist Techniken des klassischen KonditionierensKonditionierungEssstörungen eingesetzt.

  • 3.

    Bei der Therapie der Binge-Eating-StörungBinge-Eating-StörungTherapie kann es hilfreich sein, die zugrunde liegende Belastungs- oder Konfliktsituation aufzudecken und im Rahmen der Therapie alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

  • 4.

    Bei einer stationären Therapie von Essstörungen ist die Gruppentherapie ein wichtiger Baustein.

  • 5.

    Die sog. StimuluskontrolleStimuluskontrolle findet vorzugsweise bei der Anorexia nervosa Anwendung.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 8.4.2Bulimia nervosaPsychotherapieEinfachauswahl
Während einer Psychotherapie übt eine Patientin mit Bulimie alternative Strategien, die sie zur Impulskontrolle und Unterdrückung eines Essanfalls einsetzen kann. Welcher psychotherapeutischen Richtung ist diese Vorgehensweise am ehesten zuzuordnen?
□ A: Gesprächspsychotherapie
□ B: Psychoanalyse
□ C: Systemische Psychotherapie
□ D: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
□ E: Verhaltenstherapie
Frage 8.4.3Aussagenkombination
Welche Behandlungselemente setzt man vorzugsweise in der Therapie der Anorexia nervosa ein? Anorexia nervosaPsychotherapie
  • 1.

    Kognitive Verhaltenstherapie

  • 2.

    Flooding

  • 3.

    Analytische Psychotherapie

  • 4.

    Schließung eines Behandlungsvertrags, in dem die Patienten sich zu einer bestimmten Mindestgewichtszunahme pro Woche verpflichten

  • 5.

    Im Bedarfsfall: Gabe von Antidepressiva

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung Tab. 8.1Richtig oder falsch? Essstörungenallgemeine Aspekte
  • Zu 1: Falsch! Der Grenzwert liegt (nach DSM-5) bei unter 85 % des Normalgewichts. Heute verwenden Ärzte stattdessen den BMI: Da liegt der Grenzwert bei 17,5.

  • Zu 2: Falsch! Bulimikerinnen sind meistens Bulimia nervosaGewichtnormalgewichtig, damit sind auch die körperlichen Folgeerscheinungen weniger gefährlich als bei der Anorexia nervosa: Die Sterblichkeitsrate bei Bulimie liegt bei etwa 1 %, bei der Magersucht zwischen 5 und 15 %.

  • Zu 3: Falsch! Die meisten Bulimikerinnen sind normalgewichtig, manchmal auch ein wenig übergewichtig. Meist kann man ihnen ihre Erkrankung nicht ansehen.

  • Zu 4: Richtig! Die Betroffenen nehmen Abführmittel (LaxanzienLaxanzienmissbrauch) oder Entwässerungstabletten (Diuretika), um nicht an Gewicht zuzunehmen.

  • Zu 5: Falsch! Um Kalorien zu verbrennen, sind die meisten Magersüchtigen überaktiv: Sie joggen, treiben Sport, gehen ins Fitness-Studio usw.

  • Zu 6: Richtig! Viele Betroffene berichten, dass die depressiven Symptome durch Hungern oder durch den Verzehr großer Nahrungsmengen zurückgehen.

  • Zu 7: Richtig! Nach 5 Jahren liegt die Letalität bei 5 %, nach 20 Jahren bei 15 %. An erster Stelle der Todesursache stehen Herz-, Lungen- oder Nierenversagen als Folge der Mangelernährung („Verhungern“), gefolgt von Tod durch Suizid.

  • Zu 8: Falsch! Viele Anorektiker/-innen halten ihr Hungern nicht durch! Wenn der Hunger übermächtig wird, können sie kurzzeitig ihr Hungern nicht mehr kontrollieren und verzehren dann auf einen Schlag große Nahrungsmengen, um sie anschließend wieder zu erbrechen. In erster Linie davon betroffen ist der aktive/bulimische Typ der Anorexie Anorexia nervosaaktive (bulimische)(Abb. 8.1). Wichtig! Die Essattacken mit anschließendem Erbrechen erfüllen von der Häufigkeit her nicht die Diagnosekriterien für eine Bulimie (mindestens zweimal pro Woche).

  • Zu 9: Richtig!

  • Zu 10: Richtig! Der WHO zufolge versuchen 16 % der magersüchtigen Patienten, sich das Leben zu nehmen. Jede 10. Magersüchtige scheidet durch Suizid aus dem Leben. EssstörungenÜberblickBinge-Eating-Störung

Lösung 8.1.1Richtig sind A und E.
  • Zu A: Richtig! Schätzungsweise 5–10 % der Betroffenen beenden ihr Leben durch Suizid.

  • Zu B: Falsch! Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen, einige Statistiken weisen ein etwas erhöhtes Vorkommen bei Frauen auf (1 : 1,5 %).

  • Zu C: Falsch! Übergänge von einer Anorexia nervosa in eine Bulimie oder BES sind häufig.

  • Zu D: Falsch! Der Grenzwert für Untergewicht liegt bei einem BMI von 17,5 oder darunter.

  • Zu E: Richtig! Primäre AmenorrhöAmenorrhö bedeutet: Die betroffenen Mädchen hatten vor Auftreten der Magersucht noch keine Menstruationsblutung.

Lösung 8.1.2A: Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße in m zum Quadrat. Body-Mass-Index (BMI)
Lösung 8.1.3C: Nur 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Kommentar: Die Aussagen 2, 3 und 4 entsprechen den Kriterien für die BES, die in den 1990er-Jahren von der Psychiatrischen Vereinigung in den USA aufgestellt wurden. Weitere typische Symptome: Kontrollverlust während der Nahrungsaufnahme mit Verlust des Sättigungsgefühls; der Essanfall wird nicht durch starken Hunger ausgelöst; die Betroffenen leiden unter den Essanfällen; keine gegensteuernden Maßnahmen, dadurch häufig Übergewicht. Zeitkriterium: mindestens zwei Essanfälle pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten.

Lösung 8.1.4Richtig sind C und D.
  • Zu A: Falsch! Die Betroffenen sind meist übergewichtig, d. h., der BMI liegt bei 25–30, häufig auch darüber. Einen BMI von 17,5 haben Menschen mit leichtem Untergewicht.

  • Zu B: Falsch! Das wäre typisch für die Bulimie.

  • Zu C: Richtig! → Kommentar zu A.

  • Zu D: Richtig! Die Betroffenen können die Gier nach Essen und die exzessive Nahrungsaufnahme nicht kontrollieren.

  • Zu E: Falsch! Die statistischen Zahlen sind unterschiedlich: Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen; einige Statistiken weisen ein etwas erhöhtes Vorkommen bei Frauen auf (1 : 1,5 %).

Lösung 8.2.1E: Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig. Anorexia nervosaSymptome
  • Zu 1: Richtig! Durch die Störung des Hormonhaushalts kommt es zu einem Ausbleiben der (vorher vorhandenen) Regelblutung.

  • Zu 2: Falsch! Ein Hinweis auf eine Anorexia nervosa ist ein BMI von 17,5 oder darunter.

  • Zu 3: Richtig! Durch die beim Erbrechen hochkommende Magensäure kommt es zu Zahnschmelzschäden.

  • Zu 4: Richtig! DiuretikaDiuretika sind Medikamente, die eine vermehrte Ausscheidung von Wasser zur Folge haben und damit zu einem kurzzeitigen Gewichtsverlust führen.

  • Zu 5: Richtig! „Selbstinduziert“ bedeutet: selbst herbeigeführt, im Gegensatz zu einem Gewichtsverlust als Folge einer körperlichen Erkrankung.

Lösung 8.2.2Richtig sind B und E. Anorexia nervosaFolgeschäden
  • Zu A: Falsch! Der Grenzwert für Untergewicht liegt bei 17,5 kg/m2.

  • Zu B: Richtig! Das Gewicht der Patientin liegt bei etwas über 50 % des Normalgewichts (BMI von 14).

  • Zu C: Falsch! Bei Magersüchtigen ist der Blutdruck erniedrigt.

  • Zu D: Falsch! Teerstuhl (schwarz gefärbter Stuhl) ist ein Hinweis auf Blutungen im oberen Verdauungstrakt. Dies wäre evtl. eine körperliche Ursache für das Untergewicht, kein Merkmal für eine Anorexia nervosa.

  • Zu E: Richtig!

Lösung 8.2.3Zutreffend (= am wenigsten wahrscheinlich) ist A. (Abb. 8.2)Anorexia nervosa
  • Zu A: Zutreffend. Durch die Mangelernährung fährt der Körper auf „Sparflamme“. Die Folge: eine Unterfunktion der Schilddrüse (HypothyreoseHypothyreoseAnorexie).

  • Zu B: Falsch! KörperschemastörungKörperschemastörung = verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers.

  • Zu C: Falsch! Das luteinisierende Hormon (abgekürzt: LH) wird in der Hypophyse (= Hirnanhangdrüse) hergestellt und im Verlauf des weiblichen Zyklus an das Blut abgegeben. Zusammen mit dem follikelstimulierenden Hormon (FSH) reguliert LH den weiblichen Zyklus, der bei der MagersuchtAmenorrhöMagersucht gestört ist (Ausbleiben der Regelblutung!).

  • Zu D: Falsch! Durch die mangelhafte Versorgung der Haut mit Nährstoffen bekommen Magersüchtige eine sehr trockene und schuppige Haut, die an Elastizität verliert. Dadurch wirkt die Haut betroffener junger Mädchen oft greisenhaft.

  • Zu E: Falsch! Typisch für die Magersucht ist ein erhöhter Kortisolspiegel. Ein dauerhaft erhöhter Kortisolspiegel kann zu Haarausfall und Osteoporose führen. Da auch Menschen mit Depressionen einen erhöhten Kortisolspiegel aufweisen, könnte dies erklären, warum viele Magersüchtige gleichzeitig an schweren Depressionen leiden.

Lösung 8.2.4A: Nur 5 ist richtig. Anorexia nervosatypische Merkmale
  • Zu 1: Falsch! Typisch ist ein Ausbleiben der Regelblutung ( Amenorrhö Magersucht Amenorrhö).

  • Zu 2: Falsch! Typisch ist eine vermehrte, meist übersteigerte körperliche Aktivität.

  • Zu 3: Falsch! Typisch ist eine sekundäre Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung bei vorher vorhandener Menstruation). Von einer primären Amenorrhö spricht man, wenn bei jungen Mädchen die bisher noch nicht vorhandene Menstruationsblutung bei Beginn der Pubertät ausbleibt. Dies kann der Fall sein, wenn Mädchen schon vor der Pubertät magersüchtig waren, ist aber eher selten und deshalb kein Diagnosekriterium.

  • Zu 4: Falsch! Die Betroffenen haben kein Krankheitsgefühl, damit auch keinen Leidensdruck.

  • Zu 5: Richtig! Selbstinduziertes ErbrechenErbrechen, selbstinduziertes ist beim aktiven („bulimischen“) Typ der Anorexie häufig, allerdings ist das Zeitkriterium nicht mindestens zweimal pro Woche wie bei der Bulimie.

Lösung 8.2.5D: Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig. Anorexia nervosaSymptomeAnorexia nervosaKomplikationen
  • Zu 1: Falsch! Als Folge der Unterernährung reagiert der Körper mit Maßnahmen zur Energieeinsparung: Es kommt zu einer Unterfunktion der SchilddrüseHypothyreoseMagersucht, die u. a. auch den Grundumsatz steuert. Da der Körper auf „Sparflamme“ läuft, ist bei der Anorexia nervosa der Grundumsatz (= Energieverbrauch im Ruhezustand) auf ein Minimum reduziert.

  • Zu 2: Richtig! Bei Männern (aber auch bei Frauen) kommt es zu einem Nachlassen des sexuellen Verlangens (= LibidostörungLibidostörung), bei männlichen Anorektikern auch zu PotenzstörungenPotenzstörungen.

  • Zu 3: Richtig! Durch die Unterernährung kommt es zu einem Kalziummangel, der das Knochenwachstum und die Knochendichte beeinträchtigt.

  • Zu 4: Richtig! Ein Viertel aller Magersüchtigen hat Wassereinlagerungen im Unterhautgewebe. Dies hängt u. a. mit dem durch die Mangelernährung verursachten Eiweißmangel zusammen.

  • Zu 5: Richtig! Durch die Mangelernährung kommt es zu massiven Störungen des Elektrolythaushalts. Kaliummangel ist in diesem Zusammenhang besonders problematisch, denn er löst gefährliche Herzrhythmusstörungen aus, in manchen Fällen kommt es zum plötzlichen Herztod.

Lösung 8.2.6C: Nur 1, 2 und 5 sind richtig. Anorexia nervosaFolgeschäden
  • Zu 1: Richtig! Der Natriummangel führt zu Herzrhythmusstörungen; langjähriger Kaliummangel kann die Nierenfunktion dauerhaft schädigen.

  • Zu 2: Richtig! Bei manchen magersüchtigen Frauen und Mädchen entwickelt sich an einigen Körperstellen eine feine, flaumartige Behaarung (LanguobehaarungLanguobehaarung), z. B. im Gesicht, an den Armen oder am Rücken. Der Grund: Wenn der Grundumsatz sinkt, legt sich der Körper quasi ein „wärmendes Fell“ zu, um ein weiteres Absinken der Körpertemperatur zu vermeiden und den Körper vor Kälte zu schützen.

  • Zu 3: Falsch! Wenn der Körper auf „Sparflamme“ läuft, sinkt der Blutdruck.

  • Zu 4: Falsch! Magersüchtige haben eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers (= Körperschemastörung).

  • Zu 5: Richtig! Beginnt die Krankheit vor der Pubertät, ist die Abfolge der Pubertätsentwicklung verzögert (bei Mädchen fehlende Brustentwicklung, bei Jungen bleiben die Genitalien kindlich); es kann zu einem Wachstumsstopp kommen.

Lösung 8.2.7C: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig. Anorexia nervosaPrognose
  • Zu 1: Richtig! Ursache hierfür dürfte der Libidoverlust sein, in manchen Fällen evtl. auch eine Ablehnung der weiblichen Rolle als Frau und Mutter.

  • Zu 2: Richtig! Viele Patientinnen bleiben nach der Phase der Magersucht psychisch auffällig und entwickeln z. B. Angst- oder Zwangsstörungen oder depressive Episoden (→ Antwort 3).

  • Zu 3: Richtig! Bei manchen Magersüchtigen kommt es durch das Hungern zu einer Ausschüttung körpereigener „Drogen“ (Endorphine), die dabei helfen, depressive Symptome zu reduzieren. Nach Ausheilung der Magersucht treten deshalb häufig Symptome von Depression und Angst in den Vordergrund.

  • Zu 4: Richtig! In seltenen Fällen finden sich während der Magersucht schizophrene Symptome, die nach Ausheilung der Erkrankung deutlicher zutage treten.

  • Zu 5: Falsch! 10–15 % der Magersüchtigen sterben langfristig an der Erkrankung, die Lebenszeiterwartung ist also verkürzt.

Lösung 8.3.1D: Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig. Bulimia nervosa
  • Zu 1: Richtig! Durch das Erbrechen und die Verwendung von LaxanzienLaxanzienmissbrauch (Abführmitteln) kommt es langfristig häufig zu einem gestörten Elektrolythaushalt.

  • Zu 2: Falsch! Ein BMI > 30 ist Leitsymptom für eine AdipositasAdipositas (= extremes Übergewicht). Bulimikerinnen sind jedoch meist normal- oder nur geringfügig übergewichtig.

  • Zu 3: Richtig! Bulimikerinnen sind meist normalgewichtig, der Essanfall erfolgt heimlich. So kann es vorkommen, dass zu Beginn niemand im sozialen Umfeld die Erkrankung erkennt.

  • Zu 4: Richtig! Haarausfall ist ein mögliches Begleitsymptom.

  • Zu 5: Richtig! Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand sind eine klassische Folge der Bulimia nervosaKomplikationenBulimie. Ursache ist ein Mangel an Kalium und Natrium.

Lösung 8.3.2Richtig ist C. Bulimia nervosaFolgeschäden
  • Zu A: Falsch! Die Prävalenz (Erkrankungshäufigkeit) liegt bei 1–3 %, ist also zwei- bis dreimal so hoch wie bei der Magersucht (geschätzte Prävalenz dort: etwa 0,7 %).

  • Zu B: Falsch! Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtigBulimia nervosaGewicht. Übergewichtig sind meist Patienten mit einer BESBinge-Eating-StörungGewicht.

  • Zu C: Richtig! Durch das Erbrechen gelangt vermehrt Magensäure in den Mund. Das führt häufig zu einer Schädigung der Zähne.

  • Zu D: Falsch! Im Vordergrund der Therapie stehen verhaltenstherapeutische Maßnahmen (meist kognitive VT).

  • Zu E: Falsch! Da die Bulimie nicht zu einer lebensbedrohlichen Mangelernährung führt und die Betroffenen durch den Leidensdruck eher therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, ist die Prognose günstiger als bei der Anorexia nervosaBulimia nervosaPrognose.

Lösung 8.3.3C: Nur 2 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Patientinnen mit Bulimie setzen sich eine klare Gewichtsgrenze: das Idealgewicht. Bulimia nervosa Gewicht

  • Zu 2: Richtig! In der ICD-10 heißt es hierzu: „Die Patienten versuchen, der Gewichtszunahme durch selbstinduziertes ErbrechenErbrechen, selbstinduziertes, Missbrauch von AbführmittelnLaxanzienmissbrauch oder zeitweilige Hungerperioden entgegenzuwirken.“ Die Hungerperioden dauern nur kurz an, nicht zu verwechseln mit den lang andauernden Hungerperioden bei der Magersucht.

  • Zu 3: Falsch! Auch wenn dies in vielen psychiatrischen Lehrbüchern und Internet-Kommentaren so zu lesen ist: Bulimie-Erkrankte leiden an Essattacken, erkennen genau, wenn sie als Folge des übermäßigen Essens zugenommen haben und versuchen, die Gewichtszunahme durch Erbrechen, Abführmittel usw. zu neutralisieren. Sie haben i. d. R. also keine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers!

  • Zu 4: Richtig! ICD-10: Häufig lässt sich in der Anamnese eine frühere Episode einer Anorexia nervosa […] nachweisen.

  • Zu 5: Falsch! Bei den meisten BulimiekrankenEssstörungenUrsachen liegen der Essstörung psychische Störungen oder Belastungssituationen zugrunde (Depression, Ängste usw.), die in einer Art Selbstmedikation durch die Essanfälle kompensiert werden sollen. Auch Alkohol und Beruhigungsmittel dienen oft dazu, Ängste, Depressionen, aktuelle Konflikte zu reduzieren. Dies erklärt, warum bei etwa einem Drittel der Bulimiekranken auch eine Abhängigkeit von Alkohol- oder Beruhigungsmitteln zu beobachten ist.

Lösung 8.3.4A: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Bulimia nervosa
  • Zu 1: Richtig! Viele Organisationen bieten Selbsthilfegruppen an, die es den Betroffenen ermöglichen, Erfahrungen auszutauschen und Möglichkeiten einer weitergehenden Therapie kennenzulernen.

  • Zu 2: Richtig! Depression/depressive Episodebei EssstörungenDepressionen zählen zu den häufigsten Folge- und Begleiterkrankungen der Bulimie (wie auch von Essstörungen allgemein). Bei einem Teil der Erkrankten waren die Depressionen bereits vor der Erkrankung vorhanden; andere entwickeln im Verlauf oder nach Ausheilung der Erkrankung depressive Episoden, die so schwer sein können, dass die Betroffenen an Suizid(alität)bei EssstörungenSuizid denken.

  • Zu 3: Richtig! Etwa 10 % der Bulimiekranken sind suizidgefährdet (→ Kommentar zu Aussage 2).

  • Zu 4: Falsch! Im Rahmen eines „Esstrainings“ zur Normalisierung des Essverhaltens ist eine gezielte Ernährungsberatung ein wichtiger Baustein der Therapie.

  • Zu 5: Falsch! Bulimikerinnen leiden unter ihrer Erkrankung, das Körpergefühlt ist also „eingeschränkt“. Magersüchtige hingegen haben kein Krankheitsgefühl, subjektiv gesehen ist bei der Anorexia nervosa das Körpergefühl also „nicht eingeschränkt“.

Lösung 8.3.5C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Bulimia nervosaKomorbidität
  • Kommentar: Bis auf Aussage 4 sind alle Aussagen richtig.

  • Zu 3: Durch die häufigen Fressanfälle und das Erbrechen werden die Ohrspeicheldrüsen übermäßig zur Speichelproduktion angeregt, sodass sie sich vergrößern.

  • Zu 4: Bei der Bulimie kommt es häufig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Eine HypothyreoseHypothyreose kann zwar durch eine Schilddrüsenentzündung verursacht werden, im Zusammenhang mit einer Bulimie ist eine Schilddrüsenentzündung jedoch selten, die Hypothyreose ist in diesem Fall eine Folge der Fehlernährung.

Lösung 8.3.6A: Nur 1 ist richtig. Bulimia nervosavs. Anorexia nervosa
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2: Falsch! In vielen Fällen entwickelt sich aus einer Anorexia Anorexia nervosavs. Bulimia nervosanervosa eine Bulimie, trotzdem ist das Manifestationsalter der Bulimia nervosa nicht erheblich höher als das der Anorexia nervosa.

  • Zu 3: Falsch! Die Anorexia nervosaAnorexia nervosaTherapie ist eine lebensgefährliche Erkrankung, die meist eine stationäre Behandlung notwendig macht. Bei leichteren Fällen der Bulimie hingegen kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder eine ambulante psychotherapeutische Behandlung zu einer Besserung führen.

  • Zu 4: Falsch! Magersüchtige setzen sich keine Gewichtsgrenze „nach unten“, sie nehmen immer weiter ab, bis der Körper völlig ausgezehrt ist.

  • Zu 5: Falsch! Wenn der Hunger übermächtig wird, kommt es auch bei Magersüchtigen zu Essanfällen mit darauffolgendem selbst herbeigeführtem Erbrechen. Dies trifft vor allem auf den „aktiven“ (= bulimischen) Typ der Anorexia nervosa zu. Laut ICD-10 erfüllen die Ess-Brech-Anfälle nicht die Kriterien einer Bulimie (zweimal pro Woche, mindestens 3 Monate lang).

Zur Wiederholung sind die Symptome der Magersucht und Bulimie in Tab. 8.2 im Vergleich aufgeführt.
Lösung 8.4.1B: Nur 3 und 4 sind richtig. EssstörungenTherapie
  • Zu 1: Falsch! In Anwendung kommen vorzugsweise Methoden der Verhaltenstherapiebei EssstörungenVerhaltenstherapie.

  • Zu 2: Falsch! Beim klassischen Konditionieren kommt es – wie bei Pawlows Hunden – zu einer zufälligen oder bewusst herbeigeführten Kopplung zweier Reize. Wie sollte das bei Essstörungen funktionieren? Bewährt haben sich stattdessen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, manchmal auch des operanten Konditionierens (Belohnungs-/Bestrafungsprinzip).

  • Zu 3: Richtig! Die BES findet sich in der ICD-10 unter F 50.4: „Essattacken bei anderen psychischen Störungen … Übermäßiges Essen als Reaktion auf belastende Ereignisse wie Trauerfälle, Unfälle, Geburt.“ Hier kann es hilfreich sein, neben den bekannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie die zugrunde liegende Belastungs- oder Konfliktsituation aufzudecken und im Rahmen der Therapie alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

  • Zu 4: Richtig! GruppentherapieEssstörungenGruppentherapie ist ein wichtiger Teil der stationären Therapie.

  • Zu 5: Falsch! „StimuluskontrolleStimuluskontrolle“ bedeutet: Der Auslösereiz für einen Ess- oder Brechanfall wird bewusst kontrolliert bzw. ausgeschaltet. Beispiel: Im Kühlschrank befinden sich nur wenige Nahrungsmittel; jeder Bissen wird fünf- bis zehnmal gekaut; Nahrungsmittel sind (in der Klinik) nur zu Essenszeiten zugänglich; die Toilette ist nach dem Essen versperrt; bei Hunger nach Süßem werden keine Süßigkeiten gekauft usw. – Das alles ist sinnvoll bei der Bulimie und der BES, nicht jedoch bei der Magersucht, bei der die Betroffenen ohnehin nichts essen.

Lösung 8.4.2E: Verhaltenstherapie → Lösung 8.4.1 (5) Bulimia nervosaTherapie
Lösung 8.4.3B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig. Anorexia nervosakognitive Umstrukturierung
  • Zu 1: Richtig! Über die kognitiveKognitive UmstrukturierungEssstörungen VT wird versucht, verzerrte Gedankenmuster („Ich bin zu dick“, „Ich muss hungern“) zu verändern. Das ist bei der Persönlichkeitsstruktur von Anorektikerinnen kein leichtes Unterfangen.

  • Zu 2: Falsch! FloodingFlooding = Reizüberflutung. Es gibt keine angstauslösenden Reize, mit denen man Magersüchtige konfrontieren könnte.

  • Zu 3: Falsch! Die analytische Psychotherapie (= Psychoanalyse nach Freud) hat sich bei Essstörungen als wenig erfolgreich erwiesen.

  • Zu 4: Richtig! Ein Behandlungsvertrag dieser Art ist ein wichtiger Teil der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Magersucht.

  • Zu 5: Richtig! Da im Verlauf der Erkrankung oft schwere Depressionen auftreten, kann die Gabe von Antidepressivabei EssstörungenAntidepressiva sinnvoll sein. Auch bei Panikattacken oder ausgeprägten Angststörungen werden oft Antidepressiva eingesetzt.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen