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B978-3-437-58376-6.00003-0

10.1016/B978-3-437-58376-6.00003-0

978-3-437-58376-6

Abb. 3.1

Wichtige organische psychische StörungenOrganische psychische Störungen

Abb. 3.2

Häufig gefragte DemenzartenDemenz(ielle Erkrankungen)Arten

Welche Aussagen zu organischen psychischen Störungen sind zutreffend? Organische psychische Störungen

Tab. 3.1
Richtig Falsch
1. Organische psychische Störungen werden durch eine direkte oder indirekte Schädigung des Gehirns verursacht.
2. Eine endokrine Störung (z. B. eine Hypothyreose) kann Ursache eines organisch bedingten Psychosyndroms sein.
3. Die akute polymorphe psychotische Störung zählt zu den organischen psychischen Störungen.
4. Bei allen organischen psychischen Störungen sind die Betroffenen bewusstseinsgetrübt.
5. Störungen der Orientiertheit stützen die Diagnose.
6. Halluzinationen können bei einer organischen psychischen Störung vorkommen.
7. Die progressive Paralyse kann eine organische psychische Störung verursachen.
8. Körperlich begründbare Psychosen können bei der Therapie mit Anti-Parkinson-Präparaten vorkommen.
9. Bei Verdacht auf eine körperlich verursachte psychische Störung muss die Symptomatik internistisch oder neurologisch abgeklärt werden.
10. Das Krankheitsbild der Epilepsie zählt nach ICD-10 zu den organischen psychischen Störungen.

DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)vs. depressive Pseudodemenz oder PseudodemenzPseudodemenzvs. Demenz?

Tab. 3.2
Demenz Depressive Pseudodemenz
Dauer mindestens 6 Monate Kürzere Dauer
Schleichender Beginn Rascher Beginn
Keine Auslösesituation Meist erkennbare Auslösesituation
Orientierungsstörungen Keine Orientierungsstörungen
Langsame Verschlechterung der Symptome Langsame Besserung der Symptomatik
Keine Besserung durch Antidepressiva Antidepressiva bewirken eine Besserung
Starke Einschränkung der Alltagskompetenz Kaum Beeinträchtigung der Alltagskompetenz

Welche Aussagen zum DelirDelirKennzeichen sind zutreffend?

Tab. 3.3
Richtig Falsch
1. Das Delir zählt zu den akuten irreversiblen Psychosen.
2. Eine Störung der Bewusstseinslage spricht gegen ein Delir.
3. Zu finden ist eine Beeinträchtigung vor allem des Langzeitgedächtnisses bei relativ intaktem Kurzzeitgedächtnis.
4. Desorientiertheit zu Zeit, Ort oder Person ist ein weiteres Leitsymptom.
5. Kurz andauernde Wahnideen sind häufig zu beobachten.
6. Wahrnehmungsstörungen verschiedenster Art können vorkommen, sind aber nicht notwendig für die Diagnose.
7. Eine Sonderform der Erkrankung ist das postoperative Delir, das auch als „Durchgangssyndrom“ bezeichnet wird.
8. Im Gegensatz zum Delirium tremens fehlen beim „organischen Delir“ die für den Alkoholentzug typischen Entzugssymptome.

Welche Aussagen zu sonstigen organischen psychischen StörungenOrganische psychische StörungenKennzeichen sind zutreffend?

Tab. 3.4
Richtig Falsch
1. Leitsymptom des amnestischen Syndroms sind Störungen der Merkfähigkeit, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses.
2. Bewusstseinstrübung ist ein weiteres Leitsymptom.
3. Die Betroffenen haben ausgeprägte Orientierungsstörungen.
4. Die Störung kann als Folge eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts oder eines schweren Schädel-Hirn-Traumas auftreten.
5. Die organische Persönlichkeitsstörung ist charakterisiert durch eine auffällige Veränderung der prämorbiden Verhaltensmuster.
6. Eine auffällige Veränderung der Sprachproduktion und des Redeflusses ist ein weiteres Merkmal der organischen Persönlichkeitsstörung.
7. Die organische Halluzinose ist durch ein wiederkehrendes Auftreten optischer oder akustischer Halluzinationen gekennzeichnet
8. Die Halluzinationen können wahnhaft verarbeitet werden, Wahn dominiert jedoch nicht das klinische Bild.
9. Der Dermatozoenwahn (= chronisch taktile Halluzinose) ist eine Sonderform der organischen Halluzinose.
10. Typisch für die Erkrankung ist die Vorstellung, die Haut sei von kleinsten Lebewesen, z. B. Würmern oder Parasiten, befallen.

Organische psychische Störungen (F0)

Seit den Anfängen der Prüfung spielen Fragen zu organisch bedingten psychischen Störungen im „Schriftlichen“ eine wichtige Rolle: 85 Fragen in 37 Prüfungen sind ein deutlicher Hinweis darauf, wie wichtig es ist, dass Sie sich in diesem Bereich gut auskennen. In den letzten 21 Prüfungen gab es insgesamt 44 Fragen zu den organisch bedingten psychischen Störungen (Abb. 3.1), also durchschnittlich zwei, in selteneren Fällen auch drei Fragen pro Prüfung. Vor allem die verschiedenen Arten demenzieller Erkrankungen sind in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückt. Das unter F0 gelistete Delir (nicht alkoholbedingt) war hingegen eher selten zu finden, die meisten Fragen zum Delir (alkoholbedingt) finden sich im Kapitel „Psychotrope Substanzen“ (Kap. 4). Auch allgemeine Fragen zum Begriff „Organische psychische Störungen“ finden sich in regelmäßigen Abständen immer wieder, zuletzt in der Prüfung vom Frühjahr 2016.

Merke

Die organischen psychischen Störungen sollten zusammen mit der Schizophrenie, den affektiven Störungen und der Psychotherapie auf ihrer Lernliste weit oben stehen.

Organische psychische Störungen allgemein

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 3.1.1Aussagenkombination
Was ist charakteristisch für eine organisch bedingte psychische Störung? Organische psychische StörungenCharakteristika
  • 1.

    Eine psychische Erkrankung manifestiert sich im Körper.

  • 2.

    Eine körperliche Erkrankung zeigt sich in der Psyche.

  • 3.

    Die psychische Störung hat symbolischen Ausdruckscharakter.

  • 4.

    Gedächtnis und Denken sind von der Erkrankung nicht betroffen.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
Frage 3.1.2Aussagenkombination
Welche der folgenden psychischen Störungen werden üblicherweise als organisch bedingte psychische Störungen bezeichnet?
  • 1.

    Somatogene Depression

  • 2.

    Delir

  • 3.

    Demenz

  • 4.

    Schizophrenie

  • 5.

    Somatoforme Störungen

□ A: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.1.3Prüfung aktuell (2016–2). Aussagenkombination Organische psychische StörungenSymptome
Welche der folgenden Aussagen zu den organischen psychischen Störungen treffen zu?
  • 1.

    Verfolgungswahn kann ein Symptom einer organischen psychischen Störung sein.

  • 2.

    Die Alkoholabhängigkeit zählt zu den organischen psychischen Störungen.

  • 3.

    Die Demenz bei HIV-Infektion zählt zu den organischen psychischen Störungen.

  • 4.

    Eine internistische Abklärung ist nicht notwendig.

  • 5.

    Unterschiedliche körperliche Erkrankungen können die gleichen psychischen Symptome hervorrufen, d. h. die Symptome sind nicht spezifisch für die Ursache der Erkrankung.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 3.1.4AussagenkombinationOrganische psychische StörungenSymptome
Bei welchem/welchen Symptom(en) denken Sie in erster Linie an eine körperlich verursachte Erkrankung?
  • 1.

    Bewusstseinstrübung

  • 2.

    Störungen der Orientiertheit

  • 3.

    Gedankenentzug

  • 4.

    Kommentierende Stimmen

  • 5.

    Anhaltende Wortfindungsstörungen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Demenzielle Erkrankungen

Die wichtigsten prüfungsrelevanten Demenzarten im Überblick
Organische psychische StörungenDemenzWie eingangs erwähnt, spielen Fragen zu den verschiedenen Arten demenzieller Erkrankungen in den Prüfungen der letzten Jahre eine extrem wichtige Rolle (Abb. 3.2): In den letzten 5 Jahren (= 10 Prüfungen) gab es hierzu 20 Fragen. Wichtig ist den Prüfern vor allen Dingen die Unterscheidung der verschiedenen Demenzformen: neben der Alzheimer-Krankheit v. a. die vaskuläre Demenz und die Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Vereinzelt gab es auch Fragen zu Sonderformen der Demenz, z. B. Demenz bei Pick- oder HIV-Infektion, Demenz als Folge einer Hypothyreose oder im Zusammenhang mit Morbus Parkinson. Auch die differenzialdiagnostische Abgrenzung demenzieller Erkrankungen von einer depressiven Pseudodemenz war mehrmals Thema der Prüfung.
Demenz allgemein
Typische Prüfungsfragen
Frage 3.2.1Aussagenkombination
Zu den Diagnosekriterien einer DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)Diagnosekriterien (nach ICD-10) gehören:
  • 1.

    Einschränkung der Alltagskompetenz

  • 2.

    Bewusstseinstrübung

  • 3.

    Verminderung der Affektkontrolle

  • 4.

    Abbau höherer kortikaler Funktionen (Aphasie, Apraxie)

  • 5.

    Mindestdauer 6 Wochen

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.2.2Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Kriterien (nach ICD-10) werden für die Diagnose einer Demenz vorausgesetzt? Wählen Sie zwei Antworten. Demenz(ielle Erkrankungen)Diagnosekriterien
□ A: Die Symptome müssen beim Stellen der endgültigen Diagnose mindestens 6 Monate vorhanden sein.
□ B: Es muss ein Intelligenzquotient (IQ) von 70 oder niedriger vorliegen.
□ C: Der Patient muss mindestens 60 Jahre alt sein.
□ D: In einer bildgebenden Diagnostik müssen organische Veränderungen nachgewiesen sein.
□ E: Es besteht eine Abnahme des Gedächtnisses und des Denkvermögens.
Frage 3.2.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome können am ehesten durch eine Demenz verursacht werden?
  • 1.

    Ich-Störungen

  • 2.

    Appetitlosigkeit

  • 3.

    Depressive Stimmung

  • 4.

    Sprachstörung

  • 5.

    Wahnvorstellungen

□ A: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 3.2.4AussagenkombinationDemenz(ielle Erkrankungen)Ursachen
Welche der folgenden Erkrankungen können Ursache für eine demenzielle Erkrankung sein?
  • 1.

    Hypertonie

  • 2.

    Multiple Sklerose

  • 3.

    Infektionen

  • 4.

    HIV-Krankheit

  • 5.

    Morbus Parkinson

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.2.5Aussagenkombination
Demenzielle Syndrome können auftreten bei …
  • 1.

    Hyperthyreose

  • 2.

    Leberzirrhose

  • 3.

    Austrocknung (Exsikkose)

  • 4.

    Elektrolytstörung

  • 5.

    Dissoziativer Amnesie

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Unterscheiden lernen
Fünf Fallgeschichten im Vergleich
Frage 3.2.6Fallgeschichte 1
Heinz H. (72) erscheint in Begleitung seiner Tochter in der Praxis. Seit dem Tod der Ehefrau vor 10 Jahren lebt der Mann allein. Die Tochter berichtet, ihr Vater sei in den letzten Jahren zunehmend vergesslicher geworden. Überdies verdächtige er die Nachbarn, dass sie ihn durch Schikanen wie nächtliches Geflüster zum Auszug zwingen wollten. Auf Nachfragen weiß er zwar, wie er heißt, sein Alter, das aktuelle Datum und seine Adresse kann er jedoch nicht angeben.
Einfachauswahl: Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 1 am wahrscheinlichsten? Demenz(ielle Erkrankungen)Fallgeschichten
□ A: Demenz vom Alzheimer Typ
□ B: Vaskuläre Demenz
□ C: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
□ D: Demenz bei Pick-Krankheit
□ E: Pseudodemenz
Frage 3.2.7Fallgeschichte 2
Gerda W. (69) erscheint in Begleitung ihrer Tochter in Ihrer Praxis. „Seit dem Tod meines Vaters vor 3 Monaten hat sie sich sehr verändert: Sie kocht nicht mehr für sich, geht kaum mehr aus dem Haus und lädt ihre Enkelkinder kaum mehr zu sich ein.“ Im Explorationsgespräch ist Frau W. voll orientiert. Auf Nachfragen berichtet sie, dass sie seit dem Tod ihres Mannes unter Schlaflosigkeit leide und sich nicht konzentrieren könne, weil sie mit ihren Gedanken häufig bei ihrem verstorbenen Mann sei. Außerdem verlege sie häufig Dinge oder vergesse Namen und wichtige Termine. „Ich hab Angst, dass sie Alzheimer hat“, meint die Tochter. „Was soll ich jetzt tun?“
Einfachauswahl: Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 2 am wahrscheinlichsten?
□ A: Demenz vom Alzheimer-Typ
□ B: Vaskuläre Demenz
□ C: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
□ D: Demenz bei Pick-Krankheit
□ E: Pseudodemenz
Frage 3.2.8Fallgeschichte 3
Ein 64-jähriger übergewichtiger Hauptschullehrer kommt in Begleitung seiner Frau in die Praxis. Sie berichtet, ihr Mann sei in der letzten Zeit so „schusselig“ geworden: Er vergesse des Öfteren Termine und Namen von guten Bekannten und sitze ewig lang beim Korrigieren. Das Ganze habe vor etwa 1 Jahr begonnen: „Wir waren bei Freunden, da hat er plötzlich ins Leere gestarrt und war für 2–3 Minuten verwirrt und nicht ansprechbar. Seitdem hat seine Vergesslichkeit stark zugenommen. Inzwischen gab es noch einen Vorfall, der mir Angst macht. Kürzlich habe ich ihn von der Schule abgeholt. Er war aufgebracht, schimpfte laut, dann verstummte er plötzlich und gab auf meine Fragen keine Antwort. Einen Tag später gestand er mir, er habe für einige Minuten ein taubes Gefühl in der linken Gesichtshälfte gehabt und auf dem linken Auge nichts mehr gesehen. Seitdem hat mein Mann massive Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen.“
Einfachauswahl: Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 3 am wahrscheinlichsten?
□ A: Demenz vom Alzheimer-Typ
□ B: Vaskuläre Demenz
□ C: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
□ D: Demenz bei Pick-Krankheit
□ E: Pseudodemenz
Frage 3.2.9Fallgeschichte 4Demenz(ielle Erkrankungen)Fallgeschichten
Frau M. kommt in die Praxis und bittet sie um Rat wegen ihres Mannes (52). „Früher war Jochen ein fröhlicher, geselliger Mensch, doch in den letzten 2–3 Jahren hat er sich so verändert, dass ich mit ihm kaum noch aus dem Haus gehen kann: Im Restaurant benimmt er sich unmöglich, leckt den Teller ab, rülpst lautstark und beschimpft die Bedienung. Als er noch zur Arbeit ging, hat er eine Mitarbeiterin gefragt, ob sie einen Samenspender brauche und ihr auf den Po geschlagen. Er wurde entlassen, doch das scheint ihm egal zu sein: Seine Gefühle sind wie abgestorben, außer wenn es ums Essen geht, da verliert er völlig die Kontrolle und holt sich ungefragt Nachschub von meinem Teller. Nachrichten, Zeitung, Bücher – all das interessiert ihn nicht mehr. Eine Demenz kann er nicht haben, denke ich, denn er redet zwar weitschweifig, hat manchmal Wortfindungsstörungen, aber eine auffällige Vergesslichkeit kann ich bei ihm nicht feststellen.“
Einfachauswahl: Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 4 am wahrscheinlichsten?
□ A: Demenz vom Alzheimer-Typ
□ B: Vaskuläre Demenz
□ C: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
□ D: Demenz bei Pick-Krankheit
□ E: Pseudodemenz
Frage 3.2.10Fallgeschichte 5
Ein 68-jähriger Unternehmer entwickelt innerhalb kurzer Zeit gravierende Gedächtnis- und Antriebsstörungen, begleitet von Muskelzuckungen, Gangunsicherheit und Sehstörungen. Die konsultierten Ärzte geben dem Patienten nur noch eine Lebenschance von wenigen Monaten.
Einfachauswahl: Welche der folgenden Diagnosen ist in Fallgeschichte 5 am wahrscheinlichsten?
□ A: Demenz vom Alzheimer-Typ
□ B: Vaskuläre Demenz
□ C: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
□ D: Demenz bei Pick-Krankheit
□ E: Pseudodemenz
Typische Prüfungsfragen
Frage 3.2.11AussagenkombinationDemenz(ielle Erkrankungen)
Welche der folgenden Aussagen über Demenzerkrankungen treffen zu?
  • 1.

    Die Diagnose Demenz wird i. d. R. durch den Neurologen anhand bildgebender Verfahren gestellt.

  • 2.

    Frühe, langsam fortschreitende Charakterveränderungen mit Verlust sozialer Fähigkeiten sind typisch für die Pick-KrankheitPick-Krankheit (FrontallappendemenzFrontallappendemenz).

  • 3.

    Kennzeichen der Vaskuläre Demenzvaskulären Demenz(ielle Erkrankungen)vaskuläreDemenz (arteriosklerotischen DemenzArteriosklerotische Demenz siehe Vaskuläre Demenz) ist der schleichende Beginn bei Fehlen körperlicher Begleitbefunde.

  • 4.

    Charakteristisch für die Demenz bei Alzheimer-Krankheit ist der plötzliche Beginn der Erkrankung mit rascher Verschlechterung der Symptome.

  • 5.

    Die Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist durch einen besonders langsamen Verlauf gekennzeichnet.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.2.12Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome sind typisch für eine Alzheimer-DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)Alzheimer-TypAlzheimer-Demenz?
  • 1.

    Orientierungsstörungen

  • 2.

    Perseveration

  • 3.

    Zerebrale Herdsymptome

  • 4.

    Doppelbilder

  • 5.

    Apraxie

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.2.13Einfachauswahl
Was ist bei Morbus Alzheimer am wenigsten zu erwarten?
□ A: Kopfschmerzen
□ B: Bewusstseinstrübung
□ C: Sehstörungen
□ D: Wortfindungsstörungen
□ E: Antriebsstörungen
Frage 3.2.14Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur vaskulären DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)vaskuläreVaskuläre Demenz treffen zu? Wählen sie drei Antworten.
□ A: Transitorische ischämische Attacken (TIA) in der Vorgeschichte stützen die Diagnose.
□ B: Neurologische Herdzeichen wie Gangstörungen sind mit einer vaskulären Demenz nicht vereinbar.
□ C: Die Erkrankung beginnt gewöhnlich im höheren Lebensalter.
□ D: Frühere Schlaganfälle sprechen gegen eine vaskuläre Demenz.
□ E: Die vaskuläre Demenz ist häufig mit Bluthochdruck verbunden.
Frage 3.2.15Einfachauswahl
Für welche Demenzform sind frühe, langsam fortschreitende Charakterveränderungen mit Verlust sozialer Fähigkeiten typisch?
□ A: Demenz bei Alzheimer-Krankheit
□ B: Demenz bei Pick-Krankheit (Frontallappendemenz)
□ C: Vaskuläre Demenz
□ D: Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD)
□ E: Demenz bei Morbus Parkinson
Frage 3.2.16Mehrfachauswahl
Eine 50-jährige Patientin berichtet Ihnen von ihrer 75-jährigen Mutter, bei der sie eine Alzheimer-Demenz vermutet. Welche der folgenden Angaben sprechen eher für eine depressive PseudodemenzPseudodemenzdepressive? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Langsame Verschlechterung der Leistungsfähigkeit
□ B: Deutliche Merkfähigkeitsstörung
□ C: Rascher Beginn der Auffälligkeiten nach Tod des Ehepartners
□ D: Ungestörtes Orientierungsvermögen
□ E: Überspielen der kognitiven Defizite
Frage 3.2.17Mehrfachauswahl
Sie vermuten bei einem 80-jährigen Patienten, der Ihnen wegen Gedächtnisstörungen vorgestellt wird, eine Demenz vom AlzheimerAlzheimer-Demenz-Typ. Welche der folgenden Symptome stützen Ihren Verdacht bei der Differenzialdiagnose? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Seit 1 Jahr bestehende Störungen der Merkfähigkeit
□ B: Rechtsseitige Gesichtslähmung nach mehreren Schlaganfällen
□ C: Rasche Verschlechterung innerhalb weniger Tage
□ D: Keine qualitative Bewusstseinsstörung
□ E: Anamnestisch bekannter langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum
Demenz oder depressive Pseudodemenz?
Störungen von Konzentration und Gedächtnis kommen häufig auch bei depressiven Störungen vor. Deshalb ist differenzialdiagnostisch auf die in Tab. 3.2 zusammengefassten Unterscheidungsmerkmale zu achten.

„Organisches“ Delir

Das „organische Delir“ (ICD-10: Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt), das u. a. beim Durchgangssyndrom (dem „postoperativen DelirDelirpostoperatives“) auftritt, wurde in den letzten 22 Prüfungen nur 7-mal gefragt, im Gegensatz zum Alkoholentzugsdelir (Delirium tremens), das im selben Zeitraum 14-mal auftauchte. Da sich das „organische Delir“ vom „Delirium tremens“ deutlich unterscheidet, finden sich Fragen zum „Delir als Folge von Alkohol- oder Substanzmissbrauch“ im Kapitel zu psychotropen Substanzen (Kap. 4).
Richtig oder falsch?
Delir (nicht alkoholbedingt)
Typische Prüfungsfragen
Frage 3.3.1Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination Delir vs. Alzheimer-Demenz
Folgende Symptome sprechen eher für ein Delir als für eine Alzheimer Demenz:
  • 1.

    Akuter Beginn

  • 2.

    Klares Bewusstsein

  • 3.

    Hinweise auf eine körperliche Erkrankung oder Intoxikation

  • 4.

    Wortfindungsstörungen

  • 5.

    Fluktuierender Symptomverlauf

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E. Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.3.2Mehrfachauswahl
Welche zwei der folgenden Aussagen für delirante Syndrome treffen zu?
□ A: Die Symptome beginnen schleichend (Wochen).
□ B: Typisch ist eine Orientierungsstörung bei klarem Bewusstsein.
□ C: Es ist auch an eine Stoffwechselstörung zu denken.
□ D: Die Gedächtnisstörungen betreffen vor allem das Immediat- und Kurzzeitgedächtnis.
□ E: Es handelt sich um eine irreversible Psychose.
Frage 3.3.3Vorsicht Falle! Aussagenkombination Delir Kennzeichen
Welche der folgenden Phänomene sind bei einem Delir häufig zu beobachten?
  • 1.

    Illusionäre Verkennungen

  • 2.

    Zerebrale Krampfanfälle

  • 3.

    Suizidale Tendenzen

  • 4.

    Ausgeprägte vegetative Störungen (z. B. Zittern, Schwitzen, Tachykardie, Hypertonie, Übelkeit mit Erbrechen usw.)

  • 5.

    Psychomotorische Störungen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Nicht verwechseln

1. DelirDelirorganisches (nicht alkoholbedingt) (nicht alkoholbedingt):

  • Bewusstseinstrübung

  • Gedächtnisstörungen

  • Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität

  • Umkehr des Schlaf-Wachrhythmus

  • Albträume

  • Im Gegensatz zum Alkoholdelir meist keine ausgeprägten vegetativen Störungen/vegetativen Entgleisungen

  • Zusatzsymptome (für die Diagnose nicht notwendig): Halluzinationen und Illusionen (meist optisch), flüchtige Wahneinfälle, Angst, depressive Verstimmungen

2. AlkoholdelirAlkoholdelir (Delirium tremensDelirium tremensDeliralkoholbedingtes)

  • 2.1: Symptome des „organischen“ Delirs

plus

  • 2.2: Alkoholentzugssyndrom (F10.3):

    Typische Symptome beim AlkoholentzugssyndromAlkoholentzugssyndromSymptome: grobschlägiger Tremor, Übelkeit, Würgen, Erbrechen, psychomotorische Unruhe, Schwitzen oder Frieren, Herzrasen, optische HalluzinationenOptische HalluzinationenVorkommen in Form kleiner Tiere, Krampfanfälle, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Insomnie usw.

Sonstige organisch bedingte psychische Störungen

Neben dem Delir und den verschiedenen Formen der Demenz wurde in den vergangenen Prüfungen vor allem Wissen über das Korsakow-SyndromKorsakow-Syndroms. a. Organisches amnestisches Syndrom abgefragt, das in der ICD-10 als „organisches amnestisches SyndromOrganisches amnestisches Syndrom“ bezeichnet wird. Da das Korsakow-Syndrom häufig als Folgeerscheinung von Alkoholmissbrauch auftritt (ICD-10: „[Alkoholbedingtes] Amnestisches Syndrom“), finden sich typische Fragen hierzu auch im Kapitel „Psychotrope Substanzen“ (Kap. 4).
In letzter Zeit gab es vereinzelt auch Fragen zu bisher selten verlangten Erkrankungen wie z. B. der organischen Halluzinose oder der organischen Persönlichkeitsstörung (früher: organische Wesensänderung). In den vergangenen Jahren tauchte auch ein- oder zweimal eine Frage zum Dermatozoenwahn und zur „leichten kognitiven Störung“ auf, die deshalb hier mit aufgenommen wurden.
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 3.4.1Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome ordnen Sie einem amnestischen Syndrom (Korsakow-SyndromKorsakow-SyndromMerkmale/Symptome) zu?
  • 1.

    Bewusstseinstrübung

  • 2.

    Probleme beim Lernen neuen Materials

  • 3.

    Konfabulationen

  • 4.

    Zustand nach Schlaganfall

  • 5.

    Beeinträchtigung des Immediatgedächtnisses

□ A: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.4.2Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome stellen die Trias des Korsakow-SyndromsKorsakow-SyndromMerkmale/Symptome dar?
  • 1.

    Akinese

  • 2.

    Krampfanfall

  • 3.

    Merkfähigkeitsstörung

  • 4.

    Desorientiertheit

  • 5.

    Konfabulation

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 3.4.3Aussagenkombination
Was ist typisch für eine organische Halluzinose?
  • 1.

    Im Vordergrund steht eine getrübte Bewusstseinslage.

  • 2.

    Die Halluzinationen können vom Patienten manchmal als solche erkannt werden.

  • 3.

    Die Erkrankung tritt i. d. R. nur nach langjährigem Alkoholmissbrauch auf.

  • 4.

    Wahn dominiert das klinische Bild.

  • 5.

    Differenzialdiagnostisch sollte eine Störung als Folge von Drogenmissbrauch ausgeschlossen werden.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 3.4.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur organischen PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenorganischeOrganische Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) trifft (treffen) zu? – Symptome sind:
  • 1.

    Verändertes Sexualverhalten.

  • 2.

    Inadäquate Witzelsucht.

  • 3.

    Äußerung von Bedürfnissen und Impulsen ohne Berücksichtigung von Konsequenzen oder sozialen Konventionen.

  • 4.

    Kognitive Störungen in Form von Misstrauen oder paranoidem Denken.

  • 5.

    Neurologisch sind die Symptome immer eindeutig einer entsprechenden Hirnregion zuzuordnen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Merke

Keine Bewusstseinsstörung bei(m): Bewusstseinsstörungen

  • organischer Halluzinose

  • amnestischen Syndrom (Korsakow-Syndrom)

  • organischer Persönlichkeitsstörung

  • chronischer taktiler Halluzinose

Frage 3.4.5Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Hinsichtlich der chronischen taktilen HalluzinoseHalluzinosechronische taktile (DermatozoenwahnDermatozoenwahn) gilt:
□ A: Es handelt sich um die häufigste chronische Wahnerkrankung.
□ B: Bei einem erheblichen Teil der Fälle handelt es sich um ältere Menschen.
□ C: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
□ D: Es besteht eine ausgeprägte Bewusstseinsstörung.
□ E: Aufgrund der ausgeprägten Symptomatik sind die Betroffenen i. d. R. offen für psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungsansätze.
Frage 3.4.6Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur leichten kognitiven StörungKognitive Störung(en)leichteLeichte kognitive Störung (nach ICD-10) treffen zu?
  • 1.

    Typisch sind Gedächtnis-, Denk- oder Sprachstörungen und die verminderte Fähigkeit, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Keines dieser Symptome ist so schwerwiegend, dass die Diagnose einer Demenz oder eines organischen amnestischen Syndroms gestellt werden kann.

  • 2.

    Keines dieser Symptome ist so schwerwiegend, dass die Diagnose einer Demenz oder eines organischen amnestischen Syndroms gestellt werden kann.

  • 3.

    Die leichte kognitive Störung tritt oft im Zusammenhang mit einer dissoziativen Störung auf.

  • 4.

    Eine Gehirnerschütterung, fehlender Schlaf oder ein länger andauernder grippaler Infekt können die Störung verursachen.

  • 5.

    Zur leichten kognitiven Störung zählen auch kognitive Einbußen im Zusammenhang einer depressiven Episode.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung Tab. 3.1Richtig oder falsch?
  • Zu 1 und 2: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Die akute polymorphe psychotische Störung zählt zu den unter F2 aufgeführten akuten Psychosen.

  • Zu 4: Falsch! In vielen Fällen sind die Betroffenen bewusstseinsklar (z. B. in der Anfangsphase der Demenz, beim amnestischen Syndrom, bei der organischen Halluzinose, bei der organischen Persönlichkeitsstörung usw.).

  • Zu 5: Richtig! (z. B. bei demenziellen Erkrankungen oder beim Korsakow-Syndrom).

  • Zu 6: Richtig! Bei vielen organisch bedingten Erkrankungen können HalluzinationenHalluzinationen auftreten, z. B. beim Delir, bei der organischen HalluzinoseHalluzinoseorganische, in der Spätphase einer Demenzerkrankung oder bei der progressiven Paralyse (→ Frage 7).

  • Zu 7: Richtig! Die progressive Paralyse ist eine Spätfolge der Syphilis, die oft zu einer schweren DemenzDemenz(ielle Erkrankungen) führt, in manchen Fällen auch von Halluzinationen begleitet ist.

  • Zu 8: Richtig! Nach langjähriger Einnahme des Anti-Parkinsonmittels L-Dopa kann es zu sog. L-Dopa-PsychosenL-Dopa-Psychose kommen. Hierbei können Halluzinationen auftreten, aber auch Wahnzustände (z. B. VerfolgungswahnVerfolgungswahn), Situationsverkennung, Desorientiertheit oder schwere Erregungszustände.

  • Zu 9: Richtig!

  • Zu 10: Falsch! Die Epilepsie zählt zu den neurologischen Erkrankungen.

Lösung 3.1.1B: Nur 2 ist richtig.
  • Zu 1 und 3: Falsch! Das wäre die Beschreibung einer Konversionsstörung.

  • Zu 2: Richtig! Beispiele: Nach einem Schädel-Hirn-Trauma wird jemand reizbar und entwickelt eine depressive Störung; als Folge eines Hirntumors bekommt jemand Panikattacken oder entwickelt eine manische oder depressive Symptomatik.

  • Zu 4: Falsch! In den meisten Fällen ist das Denken (Gedächtnis, formale oder inhaltliche Denkstörungen) beeinträchtigt, z. B. bei der Demenz, beim Delir usw.

Lösung 3.1.2B: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Somatogene DepressionDepression/depressive Episodesomatogene = körperlich verursachte Depression = organische depressive Störung (nicht zu verwechseln mit dem somatischen Syndrom oder der somatisierten = larvierten DepressionDepression/depressive Episodelarvierte).

  • Zu 4: Falsch! Die Störungen des Hirnstoffwechsels (Transmitterstörung) bei der Schizophrenie wie auch bei den affektiven Störungen zählen nach psychiatrischer Lehrmeinung nicht zu den organisch bedingten Störungen.

  • Zu 5: Falsch! Somatoforme StörungenSomatoforme Störungen sind psychische Störungen, die sich im Körper äußern, nicht umgekehrt!

Lösung 3.1.3D: Nur 1, 3 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Verfolgungswahn kann z. B. bei einem Schädel-Hirn-Trauma, einem Hirntumor, einem Delir oder Morbus Alzheimer auftreten.

  • Zu 2: Falsch! Erkrankungen als Folge von Alkohol finden sich in der ICD-10 unter F1 (Störungen durch psychotrope Substanzen).

  • Zu 3 und 5: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Eine internistische (oder neurologische) Abklärung ist immer notwendig.

Lösung 3.1.4B: Nur 1, 2 und 5 sind richtig.
  • Zu 3 und 4: Falsch! GedankenentzugGedankenentzug und kommentierende Stimmen sind Erstrangsymptome der SchizophrenieSchizophrenieErstrangsymptome (F2).

Lösung 3.2.1B: Nur 1, 3 und 4 sind richtig.
  • Zu 2: Falsch! Keine BewusstseinstrübungBewusstseinstrübung in der Anfangsphase der Demenz.

  • Zu 5: Falsch! Die Mindestdauer beträgt 6 Monate.

Lösung 3.2.2Richtig sind A und E.
  • Zu D: Falsch! Die Diagnose wird meist anhand von Tests gestellt, nur in Ausnahmefällen durch bildgebende Verfahren.

Lösung 3.2.3E: Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Ich-Störungen gehören zur Schizophrenie, nicht zur DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)Symptome.

  • Zu 2: Richtig! Viele Demenzkranke leiden an Appetitlosigkeit, haben einen gestörten Geschmackssinn oder vergessen, Mahlzeiten einzunehmen.

  • Zu 3 und 4: Richtig!

  • Zu 5: Richtig! Die ICD-10 unterscheidet zwischen einer „Demenz ohne zusätzliche Symptome“ und einer „Demenz mit zusätzlichen Symptomen, vorwiegend wahnhaft“ (oder auch: vorwiegend halluzinatorisch/depressiv/mit gemischten Symptomen).

Lösung 3.2.4E: Alle Aussagen sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! HypertonieHypertonie (BluthochdruckBluthochdruck siehe Hypertonie) ist häufig Ursache einer vaskulären DemenzVaskuläre Demenz.

  • Zu 2: Richtig! Bei der multiplen SkleroseMultiple Sklerose kommt es zu einer Schädigung der die Nervenzellen umgebenden Myelinscheide. Wenn die Schädigung im Gehirn auftritt, ist eine demenzielle Erkrankung die Folge.

  • Zu 3: Richtig! Gemeint sind Infektionen des Gehirns, z. B. MeningitisMeningitis oder EnzephalitisEnzephalitis. Wenn das Gehirn dadurch geschädigt wird, kann eine demenzielle Erkrankung die Folge sein.

  • Zu 4: Richtig! Eine unbehandelte HIV-InfektionHIV-Infektion führt meist zu kognitiven StörungenKognitive Störung(en)HIV-Infektion (Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen), die sich in etwa 5–10 % der Fälle zu einer schweren Demenz entwickeln.

  • Zu 5: Richtig! Bei etwa einem Drittel der Patienten mit Morbus ParkinsonParkinson-Demenz kommt es im Verlauf der Erkrankung zu kognitiven Einbußen, die oft in die sog. Parkinson-Demenz einmünden.

Lösung 3.2.5B: Nur 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Bei einer Überfunktion der SchilddrüseSchilddrüseÜberfunktion (Hyperthyreose) treten keine demenziellen Syndrome auf.

  • Zu 2–4: Richtig! Demenzielle SyndromeDemenzielles Syndrom können nur kurz andauern und sind nicht gleichzusetzen mit einer mindestens 6 Monate andauernden Demenzerkrankung. Demenzielle Syndrome können u. a. auftreten bei einer Unterfunktion der SchilddrüseSchilddrüseUnterfunktion (Hypothyreose) (= HypothyreoseHypothyreose), aber auch bei Austrocknung (ExsikkoseExsikkose), Elektrolytstörungen, Leberzirrhose usw.

  • Zu 5: Falsch! Die dissoziative AmnesieAmnesiedissoziativeDissoziative Amnesie ist die Folge eines Schocks oder Traumas, im Gegensatz zu demenziellen Erkrankungen, die hirnorganisch bedingt sind.

Lösung 3.2.6A: Demenz vom Alzheimer-TypAlzheimer-Demenz.
  • Kommentar: Der langsam schleichende Verlauf (seit 10 Jahren) und die Beschreibung der aktuellen Symptomatik sprechen für eine Alzheimer-Demenz im zweiten (mittleren) Stadium mit Zusatzsymptom „Wahn“.

Lösung 3.2.7E: PseudodemenzPseudodemenzdepressive.
  • Kommentar: Gerda W. ist voll orientiert, die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen existieren erst seit 3 Monaten; überdies gibt es diverse depressive Symptome. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine depressive Pseudodemenz als Folge eines Verlusterlebnisses (Tod des Ehemanns).

Lösung 3.2.8B: Vaskuläre DemenzVaskuläre Demenz.
  • Kommentar: Der Hauptschullehrer leidet an einer in Schüben verlaufenden vaskulären Demenz, verursacht durch Mini-Infarkte oder leichte Schlaganfälle.

Lösung 3.2.9D: Demenz(ielle Erkrankungen)vaskuläreDemenzDemenz(ielle Erkrankungen)bei Morbus Pick bei PickPick-KrankheitDemenz-Krankheit.
  • Kommentar: Im Vordergrund der Symptomatik steht nicht die Beeinträchtigung des Gedächtnisses, sondern eine fortschreitende Veränderung der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens. Typische demenzielle Syndrome stellen sich erst in einer späteren Phase der Erkrankung ein. Dies ist charakteristisch für die Demenz bei Morbus Pick.

Lösung 3.2.10C: DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei Creutzfeldt-Jakob-KrankheitCreutzfeldt-Jakob-Krankheit.
  • Kommentar: Der rapide Verlust kognitiver Fähigkeiten in Verbindung mit Gangstörungen und nicht kontrollierbaren Muskelzuckungen sprechen für die Diagnose Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die innerhalb weniger Monate zum Tod führt. Die Erkrankung ist sehr selten (weltweit 1 Fall pro Jahr pro 1 Mio. Einwohner), wird aber oft in der Prüfung gefragt.

Lösung 3.2.11B: Nur 2 ist richtig.
  • Zu 1: Falsch! Die Diagnose DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)Diagnosestellung wird i. d. R. durch Tests erstellt (typisch ist z. B. das Zeichnen einer Uhr mit Ziffernblatt).

  • Zu 2: Richtig! → Fallgeschichte 4 (3.2.9).

  • Zu 3: Falsch! Die vaskuläre DemenzVaskuläre Demenz verläuft meist in Schüben; begleitend finden sich häufig körperliche Begleitbefunde, die z. B. auf eine transitorische ischämische AttackeTransitorische ischämische Attacke (TIA), auf Mini-InfarkteMini-Infarkte oder auf einen SchlaganfallSchlaganfall hinweisen.

  • Zu 4: Falsch! Typisch für die Alzheimer-Krankheit ist der schleichende Beginn mit langsam-progredientem Krankheitsverlauf.

  • Zu 5: Falsch! → Fallgeschichte 5 (3.2.10).

Lösung 3.2.12B: Nur 1, 2 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Typisch sind OrientierungsstörungenOrientierungsstörungen bei anfangs klarer Bewusstseinslage.

  • Zu 2: Richtig! PerseverationPerseveration = ständiges Wiederholen von Wörtern oder Sätzen; Unfähigkeit, das Thema zu wechseln.

  • Zu 3: Falsch! Zerebrale Herdsymptome wären z. B. eine halbseitige Lähmung (Hemiparese), Sehstörungen oder ein plötzlicher Verlust der Sprache. Dies ist typisch für eine vaskuläre DemenzVaskuläre Demenz, nicht für Morbus Alzheimer.

  • Zu 4: Falsch! DoppelbilderDoppelbilder haben meist ihre Ursache in einer Erkrankung des Auges oder der Augenhöhle und sind nicht die Folge einer Degeneration der Hirnrinde.

  • Zu 5: Richtig! ApraxieApraxie = Unfähigkeit, bislang gewohnte Bewegungen oder Handlungsabläufe durchzuführen.

Lösung 3.2.13B: BewusstseinstrübungBewusstseinstrübung.
  • Zu A: Erste Symptome der Alzheimer-KrankheitAlzheimer-DemenzSymptome sind oft Kopfschmerzen und Schwindel.

  • Zu B: In der Anfangsphase der Erkrankung haben die Betroffenen zwar OrientierungsstörungenOrientierungsstörungen, aber keine Bewusstseinstrübung.

  • Zu C: Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit können auch neurologische Symptome wie Lähmungen oder Sehstörungen auftreten (nicht verwechseln mit „Doppelbildern“!!!).

Lösung 3.2.14Richtig sind A, C und E.
  • Zu A: Transitorische ischämische AttackeTransitorische ischämische Attacke (TIA) (abgekürzt TIA) ist ein Begriff aus der Neurologie und bezeichnet vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen, die meist 1–2 Stunden, auf keinen Fall länger als 24 Stunden anhalten. Ursache hierfür ist eine örtlich begrenzte Durchblutungsstörung (Ischämie) einer Gehirnregion, z. B. durch Arteriosklerose oder einen Thrombus (Blutpfropfen). Sie sind Ursache für die sog. „Multiinfarkt-DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)Multi-Infarkt-Multiinfarkt-Demenz“ mit Beginn innerhalb von 3–6 Monaten.

  • Zu B: Neurologische Herdzeichen sind „Nervenausfälle“, die auf „Herde“ (= entzündliche Erkrankungen) in einem eingegrenzten Bereich des ZNS zurückzuführen sind, z. B. halbseitige Lähmung (Hemiparese), Empfindungsstörungen (z. B. Taubheitsgefühl), Einschränkungen des Gesichtsfelds, Koordinationsstörungen.

  • Zu D: Kleinere sich wiederholende Schlaganfälle oder ein größerer zerebraler Insult führen oft innerhalb eines Monats zu einer „vaskulären Demenz mit akutem Beginn“ (F01.0).

  • Zu E: BluthochdruckHypertonie führt langfristig zu Gefäßschäden im Gehirn, als Folge davon zu Mini-Infarkten, die eine sich langsam entwickelnde Multiinfarkt-Demenz zur Folge haben.

Lösung 3.2.15B: DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)bei Pick-Krankheit bei Pick-KrankheitPick-Krankheit.
Lösung 3.2.16Richtig sind C und D.
  • Zu C: Richtig! Bei einer AnpassungsstörungAnpassungsstörung oder einer depressiven Episode als Folge eines Verlusterlebnisses haben die Betroffenen häufig KonzentrationsKonzentrationsstörungen- und GedächtnisstörungenGedächtnisstörungen, die man mit einer Demenz verwechseln könnte.

  • Zu D: Richtig! Keine Orientierungsstörungen bei einer depressiven Störung!

Lösung 3.2.17Richtig sind A und D.
  • Zu A: Richtig! Die Mindestdauer für die Diagnose „Demenz“Demenz(ielle Erkrankungen)Symptome beträgt 6 Monate.

  • Zu B und C: Falsch! Die hier beschriebenen Symptome passen zu einer vaskulären Demenz mit akutem Beginn (F01.0).

  • Zu D: Richtig! Keine BewusstseinstrübungBewusstseinstrübung = qualitative BewusstseinsstörungBewusstseinsstörungenqualitative in der Anfangsphase der Alzheimer-DemenzAlzheimer-Demenz.

  • Zu E: Falsch! Dies wäre eine alkoholbedingte DemenzDemenz(ielle Erkrankungen)alkoholbedingte, die in der ICD-10 nicht unter F0, sondern unter F1 (genauer: F17.73) zu finden ist.

Lösung Tab. 3.3Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Falsch! Das DelirDelir zählt zwar zu den akuten organischen Psychosen, ist jedoch reversibel (Dauer: meist nur einige Tage).

  • Zu 2: Falsch! Eine BewusstseinsstörungBewusstseinsstörungenDelir ist typisch für das Delir.

  • Zu 3: Falsch! Beeinträchtigt sind das Immediat- und das Kurzzeitgedächtnis bei relativ intaktem Langzeitgedächtnis.

  • Zu 4–8: Richtig!

Lösung 3.3.1B: Nur 1, 3 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Typisch für das „organische“ DelirDelirorganisches (nicht alkoholbedingt) sind: akuter Beginn (1), Bewusstseinstrübung (2 ist falsch), Verursachung durch eine körperliche Erkrankung, eine Intoxikation oder eine schwere OP (3) und oft auch ein Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität (= fluktuierender Symptomverlauf, 5). Bewusstseinsklarheit (2) und Wortfindungsstörungen (4) wären eher ein Hinweis auf eine Demenz.

Lösung 3.3.2Richtig sind C und D.
  • Zu C: Zu denken wäre hier an eine Unterzuckerung (HypoglykämieHypoglykämie) oder an eine Stoffwechselstörung als Folge einer Lebererkrankung oder einer Niereninsuffizienz (→ UrämieUrämie = Harnvergiftung).

Lösung 3.3.3A: Nur 1 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Beispiel: PersonenverkennungPersonenverkennung.

  • Zu 2: Falsch! Zerebrale Krampfanfälle zählen zu den Symptomen des AlkoholentzugssyndromsAlkoholentzugsdelir/-syndromKrampfanfälle und des Delirium tremens, nicht zu den in der ICD-10 aufgelisteten Merkmalen des „organischen“ Delirs.

  • Zu 3: Falsch! „Suizidale Tendenzen Suizidale Tendenzen “ würde bedeuten: Jemand hat über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder Suizidgedanken. Die Zeitdauer des Delirs liegt jedoch meist zwischen wenigen Stunden und 10–12 Tagen.

  • Zu 4: Falsch! Nicht verwechseln mit dem Delirium tremens. Beim Alkoholentzugsdelir wären vegetative „Entgleisungen“ wie Fieber, Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Bluthochdruck, Übelkeit usw. typisch, nicht jedoch beim „organischen Delir Delir organisches (nicht alkoholbedingt) “ als Folge einer OP, einer Demenz oder einer schweren Infektionskrankheit.

  • Zu 5: Richtig! Zum Beispiel Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität, verlängerte Reaktionszeit oder vermehrter/verminderter Redefluss (ICD-10, F05/C).

Lösung Tab. 3.4Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2: Falsch! Die Betroffenen sind bewusstseinsklar, als Folge der Gedächtnisstörungen leiden sie jedoch unter OrientierungsstörungenOrientierungsstörungen.

  • Zu 3: Richtig! → Kommentar zu (2).

  • Zu 4: Richtig!

  • Zu 5: Richtig! Die vor der Erkrankung vorhandene (= prämorbide) PersönlichkeitPersönlichkeit, prämorbide verändert sich oft erheblich.

  • Zu 6–10: Richtig!

Lösung 3.4.1B: Nur 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Keine Bewusstseinstrübung beim amnestischen SyndromOrganisches amnestisches Syndrom.

  • Zu 2: Richtig! Dies ist eine Folge der Störung des Kurzzeitgedächtnisses.

  • Zu 3: Richtig! Die Betroffenen überspielen ihre Gedächtnislücken durch KonfabulationenKonfabulationen.

  • Zu 4: Richtig! → Tab. 3.4 (4)

  • Zu 5: Falsch! Das Immediatgedächtnis ist beim Korsakow-Syndrom nicht beeinträchtigt; die Betroffenen können z. B. Zahlen nachsprechen.

Lösung 3.4.2E: Nur 3, 4 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Für das Korsakow-SyndromKorsakow-SyndromMerkmale/Symptome (= organisches amnestisches SyndromOrganisches amnestisches SyndromMerkmale/Symptome) sind Störungen der Merkfähigkeit, Desorientiertheit und Konfabulationen typisch. Die Betroffenen haben keine Krampfanfälle und leiden nicht unter einer Beeinträchtigung der Bewegung (AkineseAkinese). Diese wäre typisch für die Parkinson-Krankheit.

Lösung 3.4.3B: Nur 2 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Die Betroffenen sind bewusstseinsklar.

  • Zu 2: Richtig! Fachausdruck hierfür: Pseudohalluzinationen.

  • Zu 3: Falsch! Die Erkrankung tritt häufig (aber nicht „in der Regel“/„nur“) nach langjährigem Alkoholmissbrauch auf und steht dann in der ICD-10 unter F1 (AlkoholhalluzinoseAlkoholhalluzinose). Die organische Halluzinose wird unter F0 codiert und kann z. B. bei Epilepsie oder einem Hirntumor auftreten.

  • Zu 4: Falsch! Die HalluzinationenHalluzinationen können zwar wahnhaft verarbeitet werden, Wahn dominiert jedoch nach ICD-10 nicht das klinische Bild.

  • Zu 5: Richtig! Beispielsweise optische HalluzinationenHalluzinationenoptischeOptische HalluzinationenVorkommen bei Intoxikation mit CannabisCannabis/CannabinoideIntoxikation oder LSDLSDIntoxikation.

Lösung 3.4.4D: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Kommentar: Die Symptome 1–4 stehen in etwa so in der ICD-10.

  • Zu 5: Bei der organischen PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenorganischeOrganische Persönlichkeitsstörung wie auch bei anderen hirnorganisch bedingten Symptomen lassen sich die Symptome i. d. R. nicht eindeutig einer bestimmten Hirnregion zuordnen.

Lösung 3.4.5Richtig sind B und C.
  • Zu A: Falsch! Der DermatozoenwahnDermatozoenwahn ist sehr selten.

  • Zu B und C: Richtig! Der Altersgipfel liegt zwischen 48 und 64 Jahren. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

  • Zu D: Falsch! Die chronische taktile HalluzinoseHalluzinosechronische taktile ist eine Sonderform der organischen Halluzinose, es besteht also keine ausgeprägte Bewusstseinstrübung.

  • Zu E: Falsch! Die Betroffenen sind von einer körperlichen Verursachung überzeugt und weigern sich meist vehement, Neuroleptika einzunehmen oder begleitend psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Lösung 3.4.6B: Nur 1, 2 und 4 sind richtig.
  • Zu 1, 2 und 4: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Die hier gemeinte dissoziative AmnesieAmnesiedissoziativeDissoziative Amnesie ist psychisch bedingt, die leichte kognitive Störung steht unter F0. ICD-10: „Die Diagnose sollte nur in Verbindung mit einer körperlichen Erkrankung gestellt werden.“

  • Zu 5: Falsch! Die kognitiven EinbußenKognitive Störung(en)depressive Episode im Zusammenhang mit einer depressiven EpisodeDepression/depressive Episodekognitive Störungen sind nicht organisch bedingt, die Ursache ist eine Störung der Botenstoffe im Gehirn.

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