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B978-3-437-58376-6.00009-1

10.1016/B978-3-437-58376-6.00009-1

978-3-437-58376-6

Abb. 9.1

Diagnosekriterien einer PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenDiagnosekriterien

Abb. 9.2

Drei Gruppen (Cluster) von PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungenCluster

Welche der folgenden Aussagen zu den verschiedenen PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungenallgemeine Aspekte sind zutreffend?

Tab. 9.1
Richtig Falsch
1. Patienten mit einer Borderline-PS leiden häufig auch an Angststörungen und affektiven Störungen.
2. In Lebenskrisen können Borderline-Patienten dissoziative Symptome und paranoide Ideen entwickeln.
3. Bei der Behandlung der Borderline-PS hat sich die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha M. Linehan bewährt.
4. Die paranoide PS äußert sich in ausgeprägtem Misstrauen und streitsüchtigem Verhalten.
5. Bewusste Simulation und vorsätzliches Verdrehen von Tatsachen sind typisch für die histrionische PS.
6. Bei der ängstlich-vermeidenden PS ist ein durchgängiges Muster von Sehnsucht nach Akzeptiertwerden bei gleichzeitig vorhandener Angst vor Zurückweisung feststellbar.
7. Ein tief greifendes Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer ist ein Leitsymptom der dissozialen PS.
8. Typisch für die dissoziale PS ist die Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung.
9. Menschen mit einer dissozialen PS sind gleichgültig gegenüber Mitmenschen und haben keinen Wunsch nach Bindung. Deshalb werden Partnerbeziehungen gemieden.
10. Perfektionismus, Pedanterie und Eigensinn sind typisch für die anankastische PS.
11. Ein mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen ist ein weiteres Leitsymptom der anankastischen PS.
12. Die narzisstische PS ist durch ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl gekennzeichnet, das sich in einem starken Bedürfnis nach Anerkennung äußert.
13. Menschen mit einer schizoiden PS haben wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einer anderen Person.
14. Introvertiertheit und emotionale Kühle sind weitere Merkmale einer schizoiden PS.

Persönlichkeitsstörungen (F60)

Fragen zu den verschiedenen PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungen (PS) haben erst in den letzten 15 Jahren Eingang in die schriftliche Prüfung gefunden. Bis zum Frühjahr 2000 gab es in allen schriftlichen Prüfungen keine einzige Frage hierzu, ab 2000–2 hin und wieder eine Frage zur Borderline-PS. In den Jahren 2006–2016 hingegen tauchten in den insgesamt 22 Prüfungen 52 Fragen zu Persönlichkeitsstörungen auf: Meist gab es pro Prüfung eine, in selteneren Fällen auch zwei Fragen zu diesem Themenbereich, u. a. auch zu den allgemeinen Diagnosekriterien einer Persönlichkeitsstörung nach ICD-10.

Interessanterweise fanden sich bis zum Frühjahr 2012 häufig Fragen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung. In den letzten 10 Prüfungen verteilten sich die Fragen in etwa gleich auf die paranoide, die histrionische, die anankastische und die schizoide PS; Fragen zur Borderline-PS sind zwischen 2012 und 2016 nicht mehr aufgetaucht, dann erstmals wieder 2017–1.

Tipp

In den letzten Jahren gab es pro Prüfung zwei bis drei Fragen zu Persönlichkeitsstörungen! Die Persönlichkeitsstörungen sollten deshalb auf Ihrer Lernliste weit oben stehen! Und bitte nicht vergessen: Auch die allgemeinen diagnostischen Kriterien einer Persönlichkeitsstörung (Abb. 9.1) werden in der Prüfung häufig verlangt (ICD-10: F60).

Persönlichkeitsstörungen allgemein

Allgemeine Diagnosekriterien

Diagnose und Therapie

Typische Prüfungsfragen
Frage 9.1.1Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Eine Persönlichkeitsstörung wird im Erwachsenenalter erworben.

  • 2.

    Bei einer Persönlichkeitsstörung besteht im Vergleich zur Mehrheit der Bevölkerung eine deutliche Abweichung u. a. im Wahrnehmen und Denken.

  • 3.

    Persönlichkeitsstörungen entstehen i. d. R. bei einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns.

  • 4.

    Oft ist eine Persönlichkeitsstörung mit einer gestörten sozialen Leistungsfähigkeit verbunden.

  • 5.

    Persönlichkeitsstörungen können mit anderen psychischen Störungen einhergehen.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind.
Frage 9.1.2Aussagenkombination
PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungenErfahrungs-/Verhaltensmuster, abnorme zeichnen sich durch ein deutliches Abweichen der charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster aus. Welche der folgenden Aussagen zu dieser Abweichung trifft/treffen zu?
  • 1.

    Die Abweichung beginnt i. d. R. in der Kindheit oder Adoleszenz.

  • 2.

    Das resultierende Verhalten im sozialen Bereich ist flexibel und zweckmäßig.

  • 3.

    Die Abweichung verläuft phasenhaft und hält typischerweise Monate an.

  • 4.

    Für die Diagnose genügt eine deutliche Abweichung in einem der folgenden Bereiche: Kognition, Affektivität, Impulskontrolle oder Handhabung zwischenmenschlicher Beziehungen.

  • 5.

    Organische Erkrankungen oder Verletzungen müssen als Ursache für die Abweichung ausgeschlossen werden.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 9.1.3Mehrfachauswahl
Welche zwei der folgenden Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen treffen zu?
□ A: Persönlichkeitsstörungen beginnen im Erwachsenenalter und haben häufig einen atypischen Verlauf.
□ B: Die Symptome lassen i. d. R. nach einigen Monaten wieder nach.
□ C: Das abnorme Verhaltensmuster ist andauernd und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt.
□ D: Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung empfinden sich, ihr Denken und ihr Verhalten meist als normal.
□ E: Die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung liegt zwischen 1 und 3 %.
Frage 9.1.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Diagnostik und Therapie von PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungenTherapiePersönlichkeitsstörungenDiagnostik trifft/treffen zu?
  • 1.

    Bei Hinweisen auf akute Suizidalität sollte diese möglichst nicht thematisiert werden.

  • 2.

    Zur Diagnostik können neben der psychopathologischen Untersuchung auch testpsychologische Verfahren herangezogen werden.

  • 3.

    Bei Persönlichkeitsstörungen sollte zu Beginn mehr stützend und ich-stärkend als aufdeckend gearbeitet werden.

  • 4.

    Es gibt keine erfolgversprechenden Behandlungskonzepte bei Persönlichkeitsstörungen.

  • 5.

    Oftmals fehlt es an Therapiemotivation.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Verschiedene Persönlichkeitsstörungen

In der ICD-10 sind unter F60 acht Persönlichkeitsstörungen aufgelistet. Dazu kommt im Anhang I die narzisstische PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungennarzisstischeNarzisstische PersönlichkeitsstörungKlassifikation (F60.80), deren Merkmale aus dem DSM-IV übernommen wurden. Als Merkhilfe für die insgesamt neun PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungenCluster hat sich eine Einteilung in drei Gruppen oder „Cluster“ bewährt, wie sie an verschiedenen US-Universitäten in Psychologievorlesungen verwendet werden. Die Reihenfolge ist im Vergleich zum DSM-5 bewusst so abgeändert, dass man sich die drei Cluster plus Untergruppen anhand der Buchstabenfolge A-B-C gut einprägen kann (Abb. 9.2).
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 9.2.1Vorsicht Falle! Aussagenkombination
Hinsichtlich der typischen Persönlichkeitsmerkmale bei PersönlichkeitsstörungenPersönlichkeitsstörungentypische Persönlichkeitsmerkmale gilt:
  • 1.

    Bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung finden sich typischerweise Halluzinationen und wahnhaftes Erleben.

  • 2.

    Mangelnde Entscheidungsfähigkeit und ein Appell an die Hilfe anderer ist typisch für die abhängige Persönlichkeitsstörung.

  • 3.

    Schizoide Persönlichkeitsstörungen sind durch Beeinflussungsideen und akustische Halluzinationen charakterisiert.

  • 4.

    Zu den typischen Merkmalen einer anankastischen Persönlichkeitsstörung zählen ausgeprägte Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen wie z. B. Wasch- oder Zählzwänge.

  • 5.

    Bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung ist das Vorhandensein von dissoziativen Störungen ein wichtiges Kriterium für die Diagnosestellung.

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.2Prüfung aktuell (2016–2). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen treffen nach ICD-10 zu? Wählen Sie zwei Antworten. Persönlichkeitsstörungentypische Persönlichkeitsmerkmale
□ A: Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit sind Kennzeichen der ängstlichen Persönlichkeitsstörung.
□ B: Dramatisierung bezüglich der eigenen Person und theatralisches Verhalten sind charakteristisch für die paranoide Persönlichkeitsstörung.
□ C: Übermäßiger Zweifel und Vorsicht kennzeichnen die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.
□ D: Übermäßige Beschäftigung damit, äußerlich attraktiv zu erscheinen, ist typisch für die schizoide Persönlichkeitsstörung.
□ E: Ein Beginn im mittleren bis höheren Erwachsenenalter ist typisch für die narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Frage 9.2.3Aussagenkombination
Welche Merkmale sind charakteristisch für das Vorliegen einer emotional-instabilen PersönlichkeitsstörungEmotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom BorderlineBorderline-PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome-Typ?
  • 1.

    Ich-strukturelle Defizite.

  • 2.

    Sowohl Trennungen als auch Nähe können als bedrohlich erlebt werden und zu suizidalen Krisen führen.

  • 3.

    Dramatische Selbstdarstellung und theatralisches Auftreten.

  • 4.

    Dissoziative Symptome.

  • 5.

    Ausgeprägtes Empathievermögen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.4Vorsicht Falle! Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen auf eine Borderline-PersönlichkeitsstörungBorderline-Persönlichkeitsstörung zu?
  • 1.

    Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung ab dem Jugendalter.

  • 2.

    Die Störung hat einen aktuellen Konflikthintergrund.

  • 3.

    Ich-Störungen sind typisch.

  • 4.

    Psychische Auffälligkeiten bestehen oft schon im Jugendalter.

  • 5.

    Wahrnehmung und Denken sind nach einem Schwarz-Weiß-Muster polarisiert.

□ A: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.5Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Typisch für die Borderline-PersönlichkeitsstörungBorderline-PersönlichkeitsstörungMerkmale/SymptomePersönlichkeitsstörungenemotional-instabile, Borderline-Typ siehe Borderline-Persönlichkeitsstörung sind:
  • 1.

    Hypersomnie

  • 2.

    Anhaltende akustische Halluzinationen

  • 3.

    Chronisches Gefühl innerer Leere

  • 4.

    Impulsivität

  • 5.

    Selbstschädigende Handlungen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig
Frage 9.2.6Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur dissozialen PersönlichkeitsstörungDissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome treffen zu?
  • 1.

    Bei Patienten mit dissozialer Persönlichkeitsstörung kann ein Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen existieren.

  • 2.

    Patienten mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung besitzen gewöhnlich eine hohe Frustrationstoleranz.

  • 3.

    Bei einer dissozialen Persönlichkeitsstörung existiert ein hohes Schuldbewusstsein.

  • 4.

    Anhaltende Reizbarkeit kann ein zusätzliches Merkmal sein.

  • 5.

    Es besteht oft die Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das eigene Verhalten anzubieten.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.7Aussagenkombination
Zur dissozialen Persönlichkeitsstörung passen:
  • 1.

    Fehlende Reue, die sich in Gleichgültigkeit oder Rationalisierung äußert

  • 2.

    Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen, aber keine Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen

  • 3.

    Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung

  • 4.

    Verlust der Integration bestimmter Ich-Funktionen oder bestimmter körperlicher Funktionen

  • 5.

    Empathisches Verhalten

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.8Vorsicht Falle! Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur zwanghaften (anankastischen) PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenanankastische (zwanghafte)Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) treffen zu?
  • 1.

    Sie ist gekennzeichnet durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus und übertriebene Gewissenhaftigkeit.

  • 2.

    Verbunden damit ist die ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden.

  • 3.

    Es besteht eine übermäßige Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen.

  • 4.

    Die Betroffenen leiden unter ihren Zwängen.

  • 5.

    Aus einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung entwickelt sich häufig eine Zwangsstörung.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.9Prüfung aktuell (2015–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Merkmale lassen am ehesten an eine anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung im Sinne der ICD-10 denken? Anankastische (zwanghafte) PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome
  • 1.

    Ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnung und Plänen

  • 2.

    Ausgeprägter Perfektionismus, der die Fertigstellung von Aufgaben behindert

  • 3.

    Übermäßige Pedanterie und Befolgung sozialer Konventionen

  • 4.

    Eingeschränkter Lebensstil wegen Bedürfnisses nach körperlicher Sicherheit

  • 5.

    Eingeschränkte Fähigkeit, Alltagsentscheidungen ohne ein hohes Maß an Ratschlägen und Bestätigung von anderen zu treffen

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 9.2.10Aussagenkombination
Welche der folgenden Symptome sind typisch für die schizoide PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenschizoideSchizoide PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome?
  • 1.

    Mangel an engen Freunden oder vertrauensvollen Beziehungen

  • 2.

    Introvertiertheit

  • 3.

    Wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einer anderen Person (unter Berücksichtigung des Alters)

  • 4.

    Halluzinationen

  • 5.

    Mangelndes Gespür für gesellschaftliche Regeln

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 9.2.11Aussagenkombination
Eine paranoide PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenparanoideParanoide Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) äußert sich …
  • 1.

    in geringer Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung.

  • 2.

    in Selbstbezogenheit.

  • 3.

    in ausgeprägtem Misstrauen.

  • 4.

    in streitsüchtigem Verhalten.

  • 5.

    in stetigem Drang zum Perfektionismus.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.12Mehrfachausauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Die paranoide Persönlichkeitsstörung (nach lCD-10) ist in erster Linie charakterisiert durch folgende Merkmale: PersönlichkeitsstörungenparanoideParanoide Persönlichkeitsstörung
□ A: Unangemessener Affekt im Sinne der Parathymie
□ B: Affektive Abstumpfung in Verbindung mit anhaltendem Gefühl von Leere
□ C: Mangelnde Fähigkeit, Kränkungen oder Missachtungen zu vergessen
□ D: Starke Neigung, neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich aufzufassen
□ E: Eifersuchtswahn
Frage 9.2.13Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur histrionischen Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10) treffen zu?
Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Gleichgültigkeit gegenüber Lob und Kritik
□ B: Suggestibilität
□ C: Altruistisches Verhalten
□ D: Übermäßige Befolgung von Konventionen
□ E: Andauerndes Verlangen nach Anerkennung
Frage 9.2.14Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur histrionischen Persönlichkeitsstörung treffen zu?
  • 1.

    Die betroffene Person fühlt sich unwohl, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

  • 2.

    Die Interaktion mit anderen ist oft durch ein unangemessen verführerisches oder provokantes Verhalten charakterisiert.

  • 3.

    Die betroffene Person zeigt einen rasch wechselnden und oberflächlichen Gefühlsausdruck.

  • 4.

    Die betroffene Person versucht, die eigene körperliche Erscheinung aus dem Blickpunkt zu nehmen.

  • 5.

    Es fällt eine Dramatisierung bezüglich der eigenen Person/theatralisches Verhalten auf.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 9.2.15Aussagenkombination
Die abhängige (asthenische) PersönlichkeitsstörungAsthenische PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenabhängige (asthenische)Abhängige (asthenische) PersönlichkeitsstörungMerkmale (nach ICD-10) ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
  • 1.

    Ermunterung an andere, die meisten wichtigen Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen

  • 2.

    Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit

  • 3.

    Persönliche Kontakte nur, wenn die Sicherheit besteht, gemocht zu werden

  • 4.

    Häufiges Beschäftigtsein mit der Furcht, verlassen zu werden und auf sich selbst angewiesen zu sein

  • 5.

    Mangelnde Bereitschaft zur Äußerung selbst angemessener Ansprüche gegenüber Personen, von denen man abhängig ist

□ A: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 9.2.16Aussagenkombination
Kennzeichen der narzisstischen PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungennarzisstischeNarzisstische PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome sind:
  • 1.

    Arrogante, überhebliche Verhaltensweisen

  • 2.

    Theatralischer Ausdruck von Gefühlen

  • 3.

    Manipulatives Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen

  • 4.

    Erwartung, durch andere bevorzugt behandelt zu werden

  • 5.

    Unfähigkeit, sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer hineinzuversetzen und entsprechend zu handeln

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung 9.1.1D: Nur 2, 4 und 5 sind richtig. PersönlichkeitsstörungenKomorbidität
  • Zu 1: Falsch! ICD-10: „Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter“.

  • Zu 2: Richtig! Abb. 9.1

  • Zu 3: Falsch! Eine Störung als Folge einer Verletzung oder Schädigung des Gehirns ist ein Ausschlusskriterium für eine PS.

  • Zu 4: Richtig! Laut ICD-10 geht eine PS „beinahe immer mit … sozialen Beeinträchtigungen einher“.

  • Zu 5: Richtig! Schätzungsweise 30–50 % der Patienten mit einer Persönlichkeitsstörung leiden zusätzlich unter anderen psychischen Störungen (Depression, Angst-, Zwangs- oder Essstörungen). Besonders häufig finden sich Störungen im Zusammenhang mit einem Missbrauch von psychotropen Substanzen.

Lösung 9.1.2B: Nur 1 und 5 sind richtig. PersönlichkeitsstörungenErfahrungs-/Verhaltensmuster, abnorme
  • Zu 1: Richtig! Unter Adoleszenz versteht man den Lebensabschnitt zwischen der späten Kindheit und dem Erwachsenenalter.

  • Zu 2: Falsch! Das resultierende Verhalten im sozialen Bereich ist „unflexibel“ und „unzweckmäßig“.

  • Zu 3: Falsch! Die Abweichung ist durchgehend vorhanden. Was hier beschrieben wird, wäre z. B. eine rezidivierende Depression oder eine bipolare Störung.

  • Zu 4: Falsch! Vorsicht Falle! Die Abweichung äußert sich nach ICD-10 in mehr als einem (= mindestens zwei) der genannten Bereiche.

  • Zu 5: Richtig! PersönlichkeitsPersönlichkeitsstörungenorganische- oder Verhaltensstörungen als Folge einer organischen Erkrankung werden in der ICD-10 unter F07 aufgeführt.

Lösung 9.1.3Richtig sind C und D. PersönlichkeitsstörungenErfahrungs-/Verhaltensmuster, abnorme
  • Zu A: Falsch! → Kommentar zu 9.1.1 und 9.1.2.

  • Zu B: Falsch! Die abnormen Verhaltensmuster sind durchgängig vorhanden, die Auffälligkeiten lassen nicht nach einigen Monaten nach.

  • Zu C: Richtig! Das abnorme Verhaltensmuster dauert an und ist nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt.

  • Zu D: Richtig! Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung gehen deshalb nur in Therapie, wenn andere, damit zusammenhängende Leiden auftauchen: Probleme mit dem Partner oder dem sozialen Umfeld (Mobbing, Burnout), depressive Symptome, Ängste, Suchtproblematik, somatoforme Störungen usw.

  • Zu E: Falsch! Die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung liegt bei etwa 10 %. In diesem Zusammenhang interessant zu wissen: Der Anteil Betroffener unter psychiatrischen Patienten ist mit 40–60 % deutlich höher.

Lösung 9.1.4C: Nur 2, 3 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Viele Menschen mit Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-PSPersönlichkeitsstörungenSuizidalität) sind suizidgefährdet. Bei Anzeichen auf SuizidalitätSuizid(alität)Persönlichkeitsstörungen sollte das Thema unbedingt thematisiert werden, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

  • Zu 2: Richtig! Ein Beispiel hierfür ist der häufig verwendete Persönlichkeitstest MMPI („Minnesota Multiphasic Personality Inventory“)MMPI (Minnesota Multiphasic Personality Inventory).

  • Zu 3: Richtig! Da die Veränderung einer über Jahre gewachsenen Charakterstruktur i. d. R. nur begrenzt möglich ist, sind in manchen Fällen (z. B. bei der ängstlich-vermeidenden PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenängstlich-vermeidendeÄngstlich-vermeidende PersönlichkeitsstörungTherapie) konkrete Hilfen in Bezug auf den Umgang mit anderen Menschen indiziert. In vielen Fällen (z. B. Borderline-, abhängige oder ängstliche PS) kann es hilfreich oder notwendig sein, den Klienten durch Techniken der Stabilisierung und Ich-Stärkung aufzubauen, bevor evtl. aufdeckend gearbeitet wird.

  • Zu 4: Falsch! Zur Behandlung der Borderline-PS hat sich z. B. die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha M. Linehan bewährt. Borderline-Persönlichkeitsstörungdialektisch-behaviorale Therapie

  • Zu 5: Richtig! Die Betroffenen empfinden ihr Denken und Verhalten als völlig normal, haben also keinen Leidensdruck und damit auch kein Bedürfnis nach Therapie.

Lösung Tab. 9.1Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2: Richtig! Die Betroffenen können sich z. B. an Ereignisse nicht oder nur lückenhaft erinnern (dissoziative AmnesieAmnesiedissoziativeDissoziative Amnesie), haben kurzzeitig Konversionsstörungen oder auch extrem misstrauische Verhaltensweisen, die kurzfristig in Richtung Wahn gehen können.

  • Zu 3: Richtig! Die im Augenblick am häufigsten verwendete Methode bei Borderline-PS ist die DBT nach Marsha M. LinehanBorderline-Persönlichkeitsstörungdialektisch-behaviorale TherapieDialektisch-behaviorale Therapie (DBT)Borderline-Persönlichkeitsstörung. Es ist eine Mischung aus kognitiver VT und Übungen zur Achtsamkeit, um emotionale Flashbacks frühzeitig zu erkennen und dann die Konzentration auf andere Dinge zu lenken (z. B. auf das Rollen eines Igelballs oder das Pressen der Hände gegen die Wand).

  • Zu 4: Richtig! Das engl. Wort „paranoid“Paranoid, Wortbedeutung bedeutet hier nicht „wahnhaft“ (dann wären die Betroffenen ja psychotisch), sondern „extrem misstrauisch“. Das extreme Misstrauen gegen alles und jeden bewirkt, dass die Betroffenen Erlebtes verdrehen und streitsüchtig auf den eigenen Rechten bestehen.

  • Zu 5: Falsch! „Histrionisch“ leitet sich her von lat. „histrio“ (SchauspielerHistrionische PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome). Die Betroffenen tendieren also in vielen Alltagssituationen zu „dramatischer Selbstdarstellung“ und einem übertriebenen Ausdruck von Gefühlen. Hierbei kann es vorkommen, dass Tatsachen verdreht oder körperliche Symptome produziert werden, um die Aufmerksamkeit der Umwelt auf sich zu lenken. Dies geschieht jedoch auf keinen Fall bewusst und vorsätzlich, sondern ist eine unbewusste Folge des zugrunde liegenden Bedürfnisses nach „Gesehen-Werden“.

  • Zu 6: Richtig! Die Betroffenen sehnen sich z. B. nach Freunden oder einer festen Beziehung, haben aber so große Angst vor Zurückweisung, dass sie entsprechende soziale Situationen meiden.

  • Zu 7: Richtig! Die ICD-10 spricht von einer andauernden (nicht kurzzeitigen!) „Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen“.

  • Zu 8: Richtig! Die Betroffenen haben ein fehlendes Schuldbewusstsein und sind unfähig, aus negativen Erfahrungen (z. B. Bestrafung) zu lernen.

  • Zu 9: Falsch! Menschen mit einer dissozialen PSDissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome können sich zwar nicht in andere Menschen einfühlen, haben aber durchaus das Bedürfnis, Beziehungen einzugehen, auch wenn sie nicht fähig sind, eine dauerhafte Beziehung aufrechtzuerhalten.

  • Zu 10: Richtig! Zweifel, Perfektionismus, Pedanterie, unflexibles Denken und eine ständige Beschäftigung mit Regeln, Listen und Ordnung sind einige der typischen Eigenschaften der anankastischen (= zwanghaften) PSAnankastische (zwanghafte) PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome.

  • Zu 11: Falsch! Ein mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen ist typisch für die schizoide PS. Schizoide PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome

  • Zu 12: Falsch! Menschen mit einer narzisstischenNarzisstische PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome PS haben fast immer ein geringes Selbstwertgefühl, das sie durch ein überhöhtes Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung zu kompensieren versuchen.

  • Zu 13: Richtig! Menschen mit einer schizoiden PS haben kein Bedürfnis nach sozialen Kontakten oder engen Freunden, meist auch nicht nach einer sexuellen Beziehung.

  • Zu 14: Richtig! Menschen mit einer schizoiden PS sind i. d. R. „introvertiert“ (= nach innen gekehrt): Sie sind mit ihren Gedanken, Theorien, manchmal auch ihren Fantasien so beschäftigt, dass sie sich von der Umwelt abkapseln. Einzelgängerisches Verhalten und emotionale Kühle sind weitere wichtige Merkmale dieser Persönlichkeitsstörung.

Lösung 9.2.1A: Nur 2 ist richtig.

Nicht verwechseln

  • Im Zusammenhang mit der paranoiden PersönlichkeitsstörungParanoid, Wortbedeutung bedeutet das Wort paranoid „extrem misstrauisch“, nicht jedoch „wahnhaft“. Hätten die Betroffenen einen Wahn (griech. „paranoia“), wäre das ein psychotisches Symptom, das z. B. typisch ist für Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis (= F2), nicht für Persönlichkeitsstörungen (= F6).

  • Übrigens: die griechische Endsilbe „-oid“ bedeutet „ähnlich“; paranoid also: einem Wahn ähnlich (aber kein Wahn), vgl. das Symptom „Parkinsonoid“ bei Neuroleptikabehandlung: Die Symptomatik ähnelt der Parkinson-Erkrankung, ist aber kein „Parkinson.“

  • Der Begriff schizoidSchizoid, Wortbedeutung geht auf den Psychiater Eugen Bleuler (1922) zurück und setzt sich zusammen aus griech. „schizein“ (abspalten) und griech. „-oid“ (ähnlich). Vom Wortsinn her bedeutet schizoid also: der Schizophrenie ähnlich, aber keine Schizophrenie. Das bizarre Verhalten und Negativsymptome wie „Gefühlsarmut“ oder „Rückzugsverhalten“ lassen zwar an Subformen der Schizophrenie wie z. B. die Schizophrenia simplex denken. Trotzdem hat die schizoide Persönlichkeitsstörung absolut nichts mit Schizophrenie zu tun.

  • Die zwanghafte (anankastische) PersönlichkeitsstörungZwanghafte (anankastische) Persönlichkeitsstörung siehe Anankastische (zwanghafte) PersönlichkeitsstörungAnankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörungvs. Zwangsstörung unterscheidet sich ganz wesentlich von der ZwangsstörungZwangsstörungenvs. anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung (= Zwangserkrankung). Menschen mit einer zwanghaften PS haben keinen Leidensdruck, finden ihr Verhalten absolut normal und richtig und sind deshalb häufig stolz auf ihren Sinn für Ordnung und Sauberkeit.

  • Trotz der sich ähnelnden SchreibweiseDissoziale Persönlichkeitsstörung: Dissozial ist nicht dasselbe wie dissoziativ! Jemand ist dissozial (oder auch antisozial), wenn er sich nicht „sozial“ verhalten will oder kann. Ist jemand hingegen nach einem Schock oder einem belastenden Erlebnis dissoziiert, hat er Teile seines Denkens, seiner Sinne, seiner Ich-Identität abgespalten und leidet als Folge davon unter dissoziativen PhänomenenDissoziative Störungen wie z. B. Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, dissoziativen Krampfanfällen, einer dissoziativen Amnesie oder einer dissoziativen Identitätsstörung.

Lösung 9.2.2Richtig sind A und C.
  • Zu B und D: Falsch! Beschrieben wird hier die histrionische PS. Histrionische Persönlichkeitsstörung

  • Zu E: Falsch! Wie bei allen PS liegt der Beginn der narzisstischen PS in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter. Narzisstische PersönlichkeitsstörungBeginn

Lösung 9.2.3B: Nur 1 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Durch frühkindliche Traumatisierungen konnten die Betroffenen kein festes, stabiles Ich entwickeln (= Ich-Schwäche/ich-strukturelle Defizite).

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Die „dramatische Selbstdarstellung“ ist typisch für die histrionische PS.

  • Zu 4: Richtig! In belastenden Situationen entwickeln Borderline-Patienten oft dissoziative Symptome, z. B. eine dissoziative Amnesie oder dissoziative Sensibilitäts- oder Bewegungsstörungen. Dissoziative StörungenBorderline-Patienten

  • Zu 5: Falsch! Viele Borderline-Patienten sind stark ich-bezogen und können sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer nicht einfühlen.

Lösung 9.2.4B: Nur 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Die Borderline-Störung ist eine Persönlichkeitsstörung, keine Entwicklungsstörung. Nach ICD-10 beginnen EntwicklungsstörungenEntwicklungsstörungen im Kleinkindalter oder in der Kindheit. Meist handelt es sich um eine Entwicklungsverzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Gehirns zusammenhängen (Sprache; kognitive Fähigkeiten usw.).

  • Zu 2: Falsch! Ursache der Störung sind nach heutigem Wissensstand frühkindliche Erlebnisse (Traumatisierung; soziale Vernachlässigung usw.), keine aktuellen Konflikte.

  • Zu 3: Falsch! Typisch ist eine ausgeprägte Ich-Schwäche, nicht zu verwechseln mit Ich-Störungen, die vor allem für die Schizophrenie typisch sind.

  • Zu 4: Richtig! Schon im Jugendalter leiden die Betroffenen unter Stimmungsschwankungen, depressiven Einbrüchen und schweren Störungen des Selbstwerts. Viele versuchen, ihre Spannungen durch Selbstverletzung oder Konsum von psychotropen Substanzen abzubauen.

  • Zu 5: Richtig! Borderline-Patienten sehen Mitmenschen nur als „gut“ oder als „schlecht bzw. böse“ und tendieren dazu, die „Guten“ aufzuwerten und die „Bösen“ abzuwerten. Steht so nicht in der ICD-10, wird in der Literatur aber als typisch aufgeführt.

Lösung 9.2.5D: Nur 3, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! HypersomnieHypersomnie = übergroßes Schlafbedürfnis.

  • Zu 2: Falsch! Akustische HalluzinationenAkustische Halluzinationen können in Belastungssituationen kurzzeitig auftreten, sind aber eher selten und kein typisches Begleitsymptom.

  • Zu 3–5: Richtig! Impulsivität, selbstschädigendes Verhalten (z. B. Ritzen) und ein chronisches Gefühl der inneren Leere sind typische Merkmale der Borderline- Asthenische Persönlichkeitsstörung Persönlichkeitsstörung Borderline-Persönlichkeitsstörung Merkmale/Symptome .

Lösung 9.2.6C: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Patienten mit dissozialer PSDissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome können zwar Beziehungen eingehen, sie aber nicht über einen längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten.

  • Zu 2: Falsch! Die Betroffenen haben eine niedrige Frustrationstoleranz.

  • Zu 3: Falsch! Typisch ist ein fehlendes Schuldbewusstsein.

  • Zu 4 und 5: Richtig!

Lösung 9.2.7B: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Kommentar: Die Aussagen 1–3 sind richtig und finden sich etwa so in der ICD-10.

  • Zu 4: Falsch! Beschrieben wird hier eine dissoziative StörungDissoziative Störungen (dissoziative Identitätsstörung, Konversionsstörung), nicht eine dissoziale PS.

  • Zu 5: Falsch! Die Betroffenen sind herzlos, können sich nicht in andere hineinfühlen – das ist das Gegenteil von empathisch. Dissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome

Lösung 9.2.8A: Nur 1 ist richtig.
  • Zu 1: Richtig! Zweifel, Perfektionismus, Pedanterie, starres Denken und übertriebene Gewissenhaftigkeit sind typische Merkmale.

  • Zu 2: Falsch! Beschrieben wird hier die ängstlich-vermeidende PS Persönlichkeitsstörungen ängstlich-vermeidende Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung .

  • Zu 3: Falsch! Einzelgängerisches Verhalten ist typisch für die schizoide PS Schizoide Persönlichkeitsstörung Merkmale/Symptome .

  • Zu 4: Falsch! Kein Leidensdruck! Viele Betroffene sind sogar stolz auf ihren Ordnungssinn.

  • Zu 5: Falsch! Die ZwangsstörungZwangsstörungenvs. anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung und die zwanghafte PS sind zwei verschiedene Krankheitsbilder. Nach heutigem Wissensstand entwickelt sich aus der zwanghaften PS keine Zwangserkrankung.

Lösung 9.2.9A: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Zu 1–3: Richtig! Zweifel, Perfektionismus, Pedanterie, übertriebene Befolgung sozialer Normen und eine ständige Beschäftigung mit Listen und Regeln sind typische Merkmale.

  • Zu 4: Falsch! Die Beschreibung passt zur ängstlich-vermeidenden PS.

  • Zu 5: Falsch! Dies ist ein typisches Merkmal der abhängigen PS. Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung Merkmale

Lösung 9.2.10A: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Die Aussagen 1–3 sind richtig und finden sich etwa so in der ICD-10.

  • Zu 4: Falsch! Schizoid ist nicht zu verwechseln mit schizophren! Keine psychotischen Symptome wie z. B. Halluzinationen bei einer Persönlichkeitsstörung!

  • Zu 5: Richtig! Wenn gesellschaftliche Regeln nicht befolgt werden, geschieht dies – nach ICD-10 – unabsichtlich.

Lösung 9.2.11D: Nur 2, 3 und 4 sind richtig. PersönlichkeitsstörungenparanoideParanoide PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome
  • Zu 1: Falsch! Die Betroffenen sind übertrieben empfindlich gegenüber Ablehnung.

  • Zu 2–4: Richtig! Die Betroffenen sind übertrieben misstrauisch, beziehen alles auf sich selbst und reagieren meist mit streitsüchtigem, rechthaberischem Verhalten.

  • Zu 5: Falsch! Der Drang zum Perfektionismus ist typisch für die zwanghafte PS.

Lösung 9.2.12Richtig sind C und D. PersönlichkeitsstörungenparanoideParanoide PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome
  • Zu A: Falsch! Die ParathymieParathymie ist typisch für die Schizophrenie.

  • Zu B: Falsch! Die Beschreibung passt am ehesten für die schizoide PS. PersönlichkeitsstörungenschizoideSchizoide PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome

  • Zu C und D: Richtig! Beide Aussagen stehen etwa so in der ICD-10.

  • Zu E: Falsch! Als Folge des extremen Misstrauens zweifeln die Betroffenen oft an der Treue des Partners und sind deshalb manchmal extrem eifersüchtig, haben aber auf keinen Fall einen Wahn – dann wäre die Diagnose „wahnhafte Störung“. Bei einer Persönlichkeitsstörung gibt es keinen Wahn.

Lösung 9.2.13Richtig sind B und E.
  • Zu B und E: Richtig! Die leichte Beeinflussbarkeit (Suggestibilität) und das andauernde Verlangen nach Anerkennung finden sich so in der ICD-10.

  • Zu A: Falsch! Diese Beschreibung passt auf die schizoide PS.

  • Zu C: Falsch! Selbstlosigkeit und Rücksicht auf andere (= AltruismusAltruismus, von lat. „alter“, der andere) passen nicht zur histrionischen PS mit ihrem Drang zu dramatischer Selbstdarstellung.

  • Zu D: Falsch! Die übermäßige Befolgung von Konventionen und Regeln ist typisch für die Asthenische PersönlichkeitsstörunganankastischeAnankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung PS.

Lösung 9.2.14E: Nur 2, 3 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Die Betroffenen streben danach, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen

  • Zu 2 und 3: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Die Betroffenen versuchen, mit Kleidung, Schminke usw. ihre äußere Erscheinung in den Mittelpunkt zu rücken.

  • Zu 5: Richtig!

Lösung 9.2.15D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig. Persönlichkeitsstörungenabhängige (asthenische)Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung
  • Zu 1: Richtig! Das Wort „Ermunterung“ ist etwas unglücklich gewählt und soll zum Ausdruck bringen, dass die Betroffenen das Bedürfnis haben, wichtige Entscheidungen an nahe Bezugspersonen abzugeben.

  • Zu 2: Falsch! Das ist ein typisches Merkmal der ängstlich-vermeidenden PS.

  • Zu 3: Falsch! Die Beschreibung passt auf die ängstlich-vermeidende PS.

  • Zu 4: Richtig! Angst vor dem Verlassen-Werden mit der Folge, Entscheidungen dann nicht mehr an andere abgeben zu können, ist ein typisches Symptom der abhängigen PS.

  • Zu 5: Richtig! Oft handeln die Betroffenen nach dem Motto: „Dein Wohlergehen ist mir wichtiger als meins!“

Lösung 9.2.16D: Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig. PersönlichkeitsstörungennarzisstischeNarzisstische PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome
  • Kommentar: Der „theatralische Ausdruck von Gefühlen“ (Aussage 2) wäre typisch für die histrionische PS. Alle anderen Aussagen sind richtig und finden sich so im Anhang der ICD-10.

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