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B978-3-437-58376-6.00010-8

10.1016/B978-3-437-58376-6.00010-8

978-3-437-58376-6

Abb. 10.1

Wichtige Psychische Störungender Kindheit und JugendStörungen mit Beginn in der Kindheit oder Kindes- und Jugendalterpsychische StörungenJugend

Abb. 10.2

Formen des Aufmerksamkeitsdefizit-ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)FormenSyndroms

Abb. 10.3

Prozentuale Verteilung der Intelligenz in der Bevölkerung

Welche der folgenden Aussagen zu Störungen im Kindheits- und Jugendalter sind zutreffendDebilität siehe Intelligenzminderung?Tourette-SyndromPsychische Störungender Kindheit und JugendPavor nocturnusMutismusLese-Rechtschreib-StörungLegasthenieIntelligenzminderungleichte (Debilität)EnuresisEinnässen siehe Enuresis ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)

Tab. 10.1
Richtig Falsch
1. Störung der Aufmerksamkeit und eine Minderung der Intelligenz sind typisch für ADS.
2. Ein gehäuftes familiäres Auftreten von ADS oder ADHS deutet auf eine genetische Komponente hin.
3. Bei einem Großteil der Kinder mit ADS/ADHS kommt es in oder nach der Pubertät zu einer deutlichen Besserung der Symptome.
4. Bei der Behandlung von ADS sollten nicht gleichzeitig Medikamente und psychotherapeutische Techniken eingesetzt werden.
5. Bei einem Intelligenzquotienten (IQ) von 25–39 spricht man von einer leichten Intelligenzminderung (Debilität).
6. Autistische Kinder kapseln sich zwar von ihrer Umgebung ab, entwickeln aber ein hohes Maß an Empathie, Mitleid und Wunsch nach emotionaler Zuwendung.
7. Von primärer Enuresis spricht man, wenn nach bereits erworbener Blasenkontrolle das Einnässen wieder auftritt.
8. Bei der Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung, LRS) liegen Lesegenauigkeit und/oder Leseverständnis unterhalb des für das Alter zu erwartenden Niveaus.
9. Zwischen der Entwicklung einer LRS und einer Verlangsamung der Sprachentwicklung im Vorschulalter besteht ein deutlicher Zusammenhang.
10. Typisch für das Krankheitsbild des Pavor nocturnus sind nächtliche Episoden von Furcht und Panik mit heftigem Schreien („Panikschrei“), vegetativer Übererregbarkeit und perseverierenden Bewegungen.
11. Kinder mit elektivem Mutismus sind unfähig, in bestimmten sozialen Situationen (z. B. in der Schule) zu sprechen; in anderen Situationen ist das Sprechen jedoch möglich.
12. Personen mit Dyskalkulie haben Probleme, Zahlen als Mengenangaben zu verstehen.

Psychische Störungen mit Beginn im Kindheits- und Jugendalter (F7–F9)

In den ersten Jahren der Prüfung (1994–1997) gab es keine einzige Frage zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, dann – in den Jahren 1998 bis 2002 – gerade einmal vier Fragen zum hyperkinetischen Syndrom und eine Frage zur Enuresis. Ab 2003 änderte sich das Bild: Nun fanden sich in jeder schriftlichen Prüfung durchschnittlich zwei Fragen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie – anfangs fast ausschließlich zur ADHS, vereinzelt auch zur Enuresis. In den letzten 24 Prüfungen (seit 2006–2) haben sich die Prüfungsfragen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie noch einmal stark verändert: Aufmerksamkeitsdefizit-SyndromAufmerksamkeitsdefizit-Syndrom siehe ADS (ADSADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)) und Aufmerksamkeitsdefizit-/HyperaktivitätsstörungAufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung siehe ADHS (ADHSADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)) tauchten nur jedes zweite Mal in der Prüfung auf; stattdessen versuchten die Prüfer offensichtlich, die Themenbereiche breiter zu streuen: Neunmal war das Thema Intelligenzminderung in der Prüfung vertreten, je zwei- bis dreimal gab es eine Frage zu Legasthenie, Pavor nocturnus, frühkindlichem Autismus, Asperger-Syndrom, Tic-Störungen und Einnässen. Auch Fragen zu Mutismus, Dyskalkulie, Tourette-Tourette-SyndromSyndrom und emotionalen Störungen in der Kindheit kamen in den vergangenen Prüfungen ein- bis zweimal vor. Eine Ausnahme war die Prüfung 2017–1: Da gab es drei Fragen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Für Ihr Lernprogramm bedeutet dies: Sie sollten die in der folgenden Übersicht (Abb. 10.1) aufgeführten Störungen gut kennen, auch wenn sie nicht in jeder schriftlichen Prüfung vorkommen werden.

Prüfungsrelevante Themen

Richtig oder falsch?

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS und ADHS)

Wichtig zu wissen

In der ICD-10 existieren unter F90 nur die „hyperkinetischen Störungen“. Um ein ADS nach ICD-10 diagnostizieren zu können, müssen Ärzte es als ADS ohne Hyperaktivität unter Ziffer 98.8 verschlüsseln: „Sonstige (andere) näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.“

Die verschiedenen Formen des ADS sind Abb. 10.2 zu entnehmen.
Typische Prüfungsfragen
Frage 10.2.1Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) des Kindesalters trifft/treffen zu? ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)Merkmale
  • 1.

    Beim ADS kann eine motorisch hyperaktive Symptomatik völlig fehlen.

  • 2.

    Störungen der Fein- oder Grobmotorik sind ein Ausschlusskriterium für die Diagnose ADS.

  • 3.

    Die Symptome beginnen meist zum Zeitpunkt der Einschulung.

  • 4.

    Mit Flooding-Techniken erreicht man bei ADS-Patienten oft ein rascheres Verschwinden der Symptomatik als bei anderen Indikationen.

  • 5.

    Symptome wie z. B. Vergesslichkeit, Verträumtheit und mangelndes Durchhaltevermögen stützen die Diagnose.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.2.2Mehrfachauswahl ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)Merkmale
Welche zwei der folgenden Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu?
□ A: Beginn vor dem 7. Lebensjahr.
□ B: Bei nahezu allen Betroffenen heilt die Störung im Kindesalter aus.
□ C: Die Symptome bestehen meist nur im Schulunterricht.
□ D: In sozialen Beziehungen oft distanzloses Verhalten.
□ E: Im Erwachsenenalter sind vorwiegend Frauen betroffen.
Frage 10.2.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur ADHS treffen zu? ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)Merkmale
  • 1.

    Bei ADHS-Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Sucht.

  • 2.

    Als Differenzialdiagnose zu ADHS ist an Minderbegabung zu denken.

  • 3.

    Organische Erkrankungen wie z. B. eine Schilddrüsenüberfunktion können ähnliche Symptome wie ADHS bewirken.

  • 4.

    Wegen des erhöhten Suchtrisikos sollten Stimulanzien bei ADHS-Patienten nicht eingesetzt werden.

  • 5.

    Eine maniforme Psychose kann eine ähnliche Symptomatik zeigen wie ADHS.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.2.4Vorsicht Falle! ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)MerkmaleAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) trifft/treffen zu?
  • 1.

    Es handelt sich i. d. R. um Kinder mit einer Lernbehinderung.

  • 2.

    Die Störung hat einen aktuellen Konflikthintergrund.

  • 3.

    Typisch ist eine beschleunigte sprachliche und motorische Entwicklung.

  • 4.

    Inhaltliche Denkstörungen sind typisch.

  • 5.

    Die Diagnose ADHS kann im Erwachsenenalter nicht gestellt werden.

□ A: Keine der Aussagen ist richtig.
□ B: Nur Aussage 5 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
Frage 10.2.5Prüfung aktuell (2016–2). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) treffen zu? ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)Merkmale
  • 1.

    Mädchen sind von der Erkrankung deutlich häufiger betroffen.

  • 2.

    Missbrauch und Abhängigkeit von psychotropen Substanzen treten im Verlauf gehäuft auf.

  • 3.

    Zusätzlich bestehende affektive Störungen sind die Ausnahme.

  • 4.

    Hyperaktivität ist im Vorschulalter das Hauptmerkmal der ADHS.

  • 5.

    Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung treten nicht auf.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.

Intelligenzminderung

Typische Prüfungsfragen
Frage 10.3.1Prüfung aktuell (2016–2).Kindes- und JugendalterIntelligenzminderung Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur Intelligenzminderung (nach ICD-10) treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Bei einem Intelligenzquotienten (IQ) von etwa 55 liegt eine schwere Intelligenzminderung vor.
□ B: Bei der leichten Intelligenzminderung ist der Spracherwerb fast nie verzögert.
□ C: Der Schweregrad wird u. a. anhand des IQ festgelegt.
□ D: Unabhängig von der Ursache kommt es nur selten zu Verzögerungen der motorischen Fertigkeiten.
□ E: Zur Ermittlung des IQ sind ausreichend standardisierte Intelligenztests anzuwenden.
Frage 10.3.2Prüfung aktuell (2015–2). Aussagenkombination
Ursachen einer IntelligenzminderungUrsachen Intelligenzminderung können sein:
  • 1.

    Down-Syndrom

  • 2.

    Alkoholembryopathie

  • 3.

    Hypothyreose

  • 4.

    Schädel-Hirn-Trauma nach Sturz vom Wickeltisch

  • 5.

    Zustand bei Masernenzephalitis

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.3.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen sind einer leichten Intelligenzminderungleichte (Debilität)Intelligenzminderung zuzuordnen?
  • 1.

    IQ 70–85.

  • 2.

    Verzögerte Sprachentwicklung, jedoch meist für die täglichen Anforderungen ausreichend.

  • 3.

    Erste Manifestation der Symptome im Grundschulalter.

  • 4.

    Einfache praktische Arbeitstätigkeiten können ausgeübt werden.

  • 5.

    Durch Einnahme von Ritalin (Methylphenidat) werden normale schulische Leistungen erreicht.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 10.3.4Prüfung aktuell (2017–1). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zum Intelligenztest (z. B. HAWIE [Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene], Mittelwert 100, Standardabweichung 15) treffen zu?
Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Ein IQ (Intelligenzquotient) von 50 entspricht der durchschnittlichen Intelligenz.
□ B: Bei einem IQ von 100 haben 50 % der Referenzgruppe einen höheren Intelligenzquotienten.
□ C: 30 % der Menschen haben einen IQ zwischen 85 und 115.
□ D: Ein IQ von 115 entspricht dem Prozentrang von 99 (99 % der Referenzgruppe erreichen niedrigere Werte im Test).
□ E: Ein IQ von weniger als 20 entspricht nach der ICD-10 einer schwersten Intelligenzminderung.

Autismus und Asperger-Syndrom

Typische Prüfungsfragen
Frage 10.4.1Aussagenkombination Asperger-SyndromKindes- und JugendalterAutismus und Asperger-Syndrom
Welche der folgenden Aussagen zum Asperger-Syndrom treffen zu?
  • 1.

    Es ist vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet.

  • 2.

    Die Intelligenz ist in den meisten Fällen normal ausgeprägt.

  • 3.

    Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

  • 4.

    Die ersten Auffälligkeiten treten bereits in den ersten Lebensmonaten zutage.

  • 5.

    Die betroffenen Kinder fallen durch eine extreme Sprachentwicklungsstörung auf.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.4.2Prüfung aktuell (2015–2). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Merkmale müssen zur Diagnosestellung des Asperger-Syndroms nach ICD-10 erfüllt sein? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Kognitive Entwicklungsverzögerung
□ B: Manifestation vor Vollendung des dritten Lebensjahres
□ C: Sprachentwicklungsrückstand
□ D: Eingeschränkte, sich wiederholende, stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten
□ E: Störung der sozialen Interaktion
Frage 10.4.3Aussagenkombination
Welche Aussage(n) zum frühkindlichen AutismusfrühkindlicherAutismus (KannerKanner-Syndrom-Syndrom) trifft/treffen zu?
  • 1.

    Die Sprachentwicklung ist typischerweise ungestört.

  • 2.

    Eine Fixierung auf sog. Spezialinteressen kommt bei Patienten mit frühkindlichem Autismus nur ausnahmsweise vor.

  • 3.

    Die Kommunikation ist von klein auf gestört, die aktive Sprache bleibt wenig produktiv, sie ist unmoduliert, affektarm und wird kaum von Mimik und Gestik begleitet.

  • 4.

    Das Krankheitsbild ist selten (< 1 %).

  • 5.

    Typisch ist ein idiosynkratischer Gebrauch von Wörtern oder Phrasen, d. h., die Person benutzt bestimmte Wörter oder Redewendungen, die von den meisten anderen Sprechern der Sprache nicht oder in einer anderen Bedeutung verwendet werden.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 10.4.4AussagenkombinationFallgeschichtenAutismus
Fallgeschichte: Eine Familie sucht Sie mit ihrem 3-jährigen Kind auf, weil es nicht spricht. Welche der nachfolgend beschriebenen Aspekte würden die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines frühkindlichen Autismus erhöhen? Autismusfrühkindlicher
  • 1.

    Es handelt sich um ein Mädchen.

  • 2.

    Laut Kindergärtnerin spielt das Kind nie mit anderen Kindern.

  • 3.

    Sie wollen das Kind untersuchen, aber es lacht Ihnen frech ins Gesicht und rennt davon. Bei weiteren Versuchen wiederholt sich das Verhalten.

  • 4.

    Das Kind steht während des Gesprächs mit den Eltern am Aktenschrank und macht die Tür minutenlang auf dieselbe Weise auf und zu.

  • 5.

    Sie wenden sich dem Kind zu. Sie haben den Eindruck, dass Sie für das Kind „gar nicht existieren“.

□ A: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Einnässen (Enuresis) und Einkoten (Enkopresis)

Typische Prüfungsfragen
Frage 10.5.1EinfachauswahlKindes- und JugendalterEnkopresis und Enuresis
Welche der folgenden Aussagen zur EnuresisEnuresis trifft nicht zu?
□ A: In der Therapie finden verhaltenstherapeutische Verfahren Anwendung.
□ B: Es besteht – statistisch gesehen – eine familiäre Häufung.
□ C: Die Reduktion der abendlichen Trinkmenge stellt bei etwa zwei Dritteln der Fälle mit Enuresis Enuresisnocturnanocturna (nächtliches Einnässen) bereits die erfolgreichste therapeutische Intervention dar.
□ D: Die Prävalenz bei 7-Jährigen liegt im Bereich von einigen Prozent (ca. 5–10 %).
□ E: Bei Kindern mit Enuresis sollten organische Ursachen für das Einnässen immer ausgeschlossen werden.
Frage 10.5.2Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Enuresis nocturna trifft/treffen zu? Enuresisnocturna
  • 1.

    Der Begriff „sekundäre EnuresissekundäreEnuresis“ bedeutet: Das Kind war noch nie trocken.

  • 2.

    In vielen Fällen ist eine Enuresis nocturna lediglich eine Reifungsverzögerung.

  • 3.

    Der Verlauf zeigt eine hohe Spontanheilungsrate.

  • 4.

    Kinder, bei denen nach dem 7. Lebensjahr noch eine Enuresis nocturna vorliegt, werden in erster Linie medikamentös behandelt.

  • 5.

    Klingel- oder Weckgeräte sind bis zum Alter von 5 Jahren einsetzbar.

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.5.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum EnuresisEinnässen oder EnkopresisEinkotenEinkoten bei Kindern trifft/treffen zu? (EnkopresisEnkopresis)
  • 1.

    Die Anwendung von Verstärkerplänen ist eine Therapieoption.

  • 2.

    Für das Toilettentraining beim Einkoten werden feste Uhrzeiten für den Toilettengang vereinbart.

  • 3.

    Einkoten ist bei Kleinkindern (< 2 Jahren) i. d. R. psychisch bedingt.

  • 4.

    Eine genaue Dokumentation der Häufigkeit von Einnässen oder Einkoten ist unerlässlich.

  • 5.

    Ein Blasentraining wird oft mit gesteigerter Flüssigkeitszufuhr gekoppelt.

□ A: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.5.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur nichtorganischen EnkopresisnichtorganischeEnkopresis (Einkoten) bei geistig nicht behinderten Kindern treffen zu?
  • 1.

    Kennzeichnend ist das wiederholte Absetzen von Fäzes an Stellen, die im soziokulturellen Milieu des Kindes dafür nicht vorgesehen sind.

  • 2.

    Die Enkopresis kann Teil einer Störung des Sozialverhaltens sein.

  • 3.

    Eine Erscheinungsform ist: Stuhlretention mit Überlauf.

  • 4.

    Eine Persistenz bis ins Erwachsenenalter ist die Regel.

  • 5.

    Das Störungsbild ist insgesamt seltener als die primäre nichtorganische Enuresis (Einnässen).

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.5.5Einfachauswahl
Ein 5-jähriger Junge befand sich 2 Monate wegen einer komplizierten Unterschenkelfraktur in der Kinderklinik. Gegen Ende des Aufenthalts begann er – psychogen bedingt – Enuresispsychogeneeinzunässen. Im Sinne der Psychoanalyse kommt als Erklärung für das Verhalten des Jungen am ehesten in Betracht:
□ A: Isolierung des Affekts
□ B: Projektion
□ C: Regression
□ D: Verdrängung
□ E: Verschiebung

Weitere Prüfungsfragen – bunt gemischt

Frage 10.6.1Aussagenkombination
In bestimmten Phasen des Kindes- und Kindes- und Jugendalterentwicklungsabhängige emotionale PhänomeneJugendalters finden sich jeweils für diese Phase typische entwicklungsabhängigeEntwicklungsstörungen emotionale Phänomene bzw. Störungen. Hierzu zählen:
  • 1.

    Dunkelangst in der Adoleszenz

  • 2.

    Trennungsangst im Kindesalter

  • 3.

    Agoraphobie im Kleinkindalter

  • 4.

    Passagere zwangsähnliche Rituale bei jungen Kindern

  • 5.

    Artikulationsstörungen im Säuglingsalter

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 10.6.2Einfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen über emotionale und dissoziale Störungen des Kindes- und Jugendalters ist richtig?
□ A: Emotionale Störungen des Emotionale Störungen des KindesaltersKindesalters gehen i. d. R. in Angststörungen des Erwachsenenalters über.
□ B: Emotionale Störungen des Kindesalters gehen i. d. R. in depressive Störungen des Erwachsenenalters über.
□ C: Emotionale Störungen des Kindesalters haben i. d. R. eine schlechte Prognose, Störungen des Sozialverhaltens hingegen eine sehr gute.
□ D: Emotionale und dissoziale Dissoziale Störungen des KindesaltersStörungen treten bei Kindern nicht gleichzeitig auf.
□ E: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
Frage 10.6.3AussagenkombinationEntwicklungsstörungenumschriebene
Welche der folgenden Aussagen zu umschriebenen Umschriebene Entwicklungsstörungen des KindesEntwicklungsstörungen bei Kindern treffen zu?
  • 1.

    Eine Sprachentwicklungsstörung liegt vor, wenn im Alter von bis zu 1 Jahr nur drei bis vier Wörter gesprochen werden.

  • 2.

    Entwicklungsstörungen werden auch als TeilleistungsschwächenTeilleistungsschwächen bezeichnet.

  • 3.

    Die häufigste umschriebene Entwicklungsstörung des Kindesalters ist die Lese-und RechtschreibschwächeLese-Rechtschreib-Störung (LegasthenieLegasthenie).

  • 4.

    Der Intelligenzquotient der betroffenen Kinder ist deutlich erniedrigt.

  • 5.

    Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten werden meist erst am Ende der Schullaufbahn erworben.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig
Frage 10.6.4Mehrfachauswahl Lese-Rechtschreib-Störung
Welche der folgenden Aussagen treffen für eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS; nach ICD-10) zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Soziale und emotionale Anpassungsprobleme stehen mit einer LRS in keinem Zusammenhang.
□ B: Die Leseleistung muss unter dem Niveau liegen, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der Beschulung zu erwarten wäre.
□ C: Eine umschriebene Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache geht der LRS häufig voraus.
□ D: Ein Defizit des Leseverständnisses ist typischerweise nicht vorhanden.
□ E: Die Störung tritt im Rahmen einer allgemeinen Intelligenzminderung auf.
Frage 10.6.5Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Untersuchungen sind bei Verdacht auf eine LRS primär angezeigt? Wählen Sie zwei Antworten. Lese-Rechtschreib-StörungDiagnostik
□ A: EEG (Elektroenzephalografie)
□ B: MRT (Magnetresonanz- oder Kernspintomografie) des Gehirns
□ C: Genetische Untersuchung
□ D: Intelligenztest
□ E: Hörtest
Frage 10.6.6Einfachauswahl
Welche Aussage zur Dyskalkulie (nach ICD-10) trifft zu?
□ A: Die Dyskalkulie ist ein einheitliches Störungsbild.
□ B: Dyskalkulie tritt bei jedem vierten Kind auf.
□ C: Bei der Dyskalkulie handelt es sich um eine Störung im Umgang mit Zahlen bei reduzierter Gesamtintelligenz.
□ D: Die Problematik der Dyskalkulie macht sich erst in den höheren Schulklassen bemerkbar.
□ E: Die Dyskalkulie sagt nichts über die Intelligenz der Betroffenen aus.
Frage 10.6.7Prüfung aktuell (2015–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen sind mit der Diagnose des elektiven MutismusMutismuselektiverElektiver Mutismus typischerweise vereinbar?
  • 1.

    Das betroffene Kind spricht nicht mit den Lehrern.

  • 2.

    Bei dem Kind besteht eine erhebliche Sprachentwicklungsstörung.

  • 3.

    Das Sprachverständnis ist nicht beeinträchtigt.

  • 4.

    Das Kind spricht mit der Mutter.

  • 5.

    Es gibt keinen Beleg dafür, dass das betroffene Kind in einigen Situationen normal oder fast normal sprechen kann.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 10.6.8EinfachauswahlPavor nocturnus
Bei einem 10-jährigen Jungen treten wiederkehrende nächtliche Episoden äußerster Furcht und Panik mit heftigen Schreien, Bewegungen und starker autonomer Erregung auf. – Zu welcher Diagnose passt diese Beschreibung am besten?
□ A: Enuresis nocturna
□ B: Narkolepsie
□ C: Schlafapnoe
□ D: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS)
□ E: Pavor nocturnus
Frage 10.6.9Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Tic-Tic-Störungen, Kinder und JugendlicheStörungen treffen zu?
  • 1.

    Räuspern, Hüsteln; Grunzen und Bellen gehören zu den möglichen Phänomenen der einfachen vokalen Tics.

  • 2.

    Eine genetische Disposition ließ sich bisher nicht nachweisen.

  • 3.

    Die Tics können von den Betroffenen meist für einige Zeit unterdrückt werden.

  • 4.

    Eine neuroleptische Behandlung kann bei schweren Tic-Störungen indiziert sein.

  • 5.

    Im Extremfall können Tic-Störungen auch zu selbstverletzendem Verhalten führen.

□ A: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.6.10Aussagenkombination
Welche der folgenden Begriffe kommen als Differenzialdiagnose zu Tic-Störungen infrage Tic-Störungen, Kinder und JugendlicheDifferenzialdiagnose?
  • 1.

    Spätdyskinesien nach Neuroleptika-Behandlung

  • 2.

    Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

  • 3.

    Zwangsstörungen

  • 4.

    Hyperkinesen durch Medikamente

  • 5.

    Folgen bestimmter Infektionskrankheiten

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 10.6.11Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Zu den diagnostischen Kriterien für das Tourette-Tourette-SyndromSyndrom nach ICD-10 zählen:
□ A: Multiple motorische Tics und einer oder mehrere vokale Tics.
□ B: Ausschließliches Auftreten bei Kindern mit geistiger Behinderung.
□ C: Die Erkrankung persistiert häufig bis ins Erwachsenenalter.
□ D: Soziale oder berufliche Beeinträchtigungen treten i. d. R. nicht auf.
□ E: Die Symptome bessern sich in der Adoleszenz.
Frage 10.6.12Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Welche der Aussagen zu EntwicklungsstörungenEntwicklungsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Bei einer isolierten Artikulationsstörung ist nur das Sprachverständnis außerhalb der Norm reduziert.

  • 2.

    Der frühkindliche Autismus tritt vorwiegend bei Mädchen auf.

  • 3.

    Bei der expressiven SprachstörungSprachstörungen ist die Intelligenzentwicklung i. d. R. nicht gestört.

  • 4.

    Bei der rezeptiven Sprachstörung ist das Sprachverständnis nicht gestört.

  • 5.

    Ein Beispiel für eine Artikulationsstörung ist das Lispeln (Sigmatismus)

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösungen zu Tab. 10.1Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Falsch! Die Störung der Aufmerksamkeit ist zwar typisch, es liegt jedoch keine Intelligenzminderung vor. ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)

  • Zu 2: Richtig! Es gibt eine genetische Disposition für ADS/ADHS. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)

  • Zu 3: Falsch! Bei einem Großteil der Betroffenen dauert die Symptomatik bis ins Erwachsenenalter an.

  • Zu 4: Falsch! Schwere Fälle von ASDS/ADHS werden üblicherweise mit Ritalin behandelt. Gleichzeitig sollte eine VT durchgeführt werden. ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)TherapieADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)Therapie

  • Zu 5: Falsch! Intelligenzminderungleichte (Debilität)Bei einer leichten Intelligenzminderung (früher: Debilität) liegt der IQ zwischen 50 und 69. Ein IQ von 35–49 entspricht einer mittelgradigen geistigen Behinderung, ein IQ von 20–34 ist ein Hinweis für eine schwere geistige Behinderung. Intelligenzminderungmittelgradige (Imbezilität)

  • Zu 6: Falsch! Autistische Kinder können sich nicht in andere hineinfühlen und sind auch nicht fähig, Gestik und Mimik zu deuten.

  • Zu 7: Falsch! Beschrieben wird hier die sekundäre EnuresissekundäreEnuresis.

  • Zu 8: Richtig! So etwa lautet die Definition nach ICD-10. Lese-Rechtschreib-StörungDefinitionLegasthenie

  • Zu 9: Richtig! In der ICD-10 heißt es hierzu: „Umschriebene Umschriebene Entwicklungsstörungen des KindesEntwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungen des Sprechens und der Sprache voraus.“

  • Zu 10: Richtig! Pavor Pavor nocturnusnocturnus heißt wörtlich: nächtliche Angst (= nächtlicher Angstanfall).

  • Zu 11: Richtig! MutismusMutismus bedeutet Verstummen. Beim elektiven (oder auch selektiven) Mutismus verstummen die Kinder nur in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Personen.

  • Zu 12: Richtig! Bei den Betroffenen besteht ein eingeschränktes Verständnis dafür, dass Zahlen nicht nur abgezählt, sondern auch als Mengenangaben verwendet werden können. Die Rechenprobleme bestehen unabhängig von der Intelligenz der Betroffenen.

Lösung 10.2.1C: Nur 1 und 5 sind richtig. ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)Symptome
  • Zu 1: Richtig! Manche Kinder mit ADS sind unauffällig, gelten als Träumer, weisen aber kaum Symptome von Überaktivität und Impulsivität auf.

  • Zu 2: Falsch! Viele ADS-Kinder haben Probleme mit Schreiben und Malen (= Feinmotorik), häufig auch Störungen der Grobmotorik (z. B. beim Sport), ohne deshalb hyperaktiv oder impulsiv zu sein.

  • Zu 3: Falsch! Die Symptome beginnen nach ICD-10 meist in den ersten 5 Lebensjahren.

  • Zu 4: Falsch! ReizüberflutungReizüberflutung (FloodingFlooding) verstärkt die Symptomatik und ist bei ADS kontraindiziert.

  • Zu 5: Richtig! Viele Kinder können sich nicht längere Zeit auf den Unterricht oder die Hausaufgaben konzentrieren, sind leicht ablenkbar und vergessen alltägliche Dinge wie Schlüssel, Hefte, Bücher usw.

Lösung 10.2.2Richtig sind A und D. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)Beginn und Dauer
  • Zu A: Richtig! Nach ICD-10 beginnt die Störung vor dem 7. Lebensjahr, meist in den ersten 5 Lebensjahren.

  • Zu B: Falsch! Bei über der Hälfte der Betroffenen dauert die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter an.

  • Zu C: Falsch! Es gibt seltene Fälle, in denen die Störung speziell im Schulunterricht oder speziell zu Hause auftritt (→ ICD-10, F90, Kommentar). Diese Störungsbilder wurden jedoch nicht in die Hauptklassifikation aufgenommen. Nach der ICD-10 müssen die Symptome in mehr als einer Situation (z. B. zu Hause und in der Schule) auftreten.

  • Zu D: Richtig! Die Betroffenen sind in sozialen Beziehungen oft distanzlos.

  • Zu E: Falsch! Jungen sind von der Störung dreimal häufiger betroffen als Mädchen; diese Geschlechterverteilung bleibt im Erwachsenenalter gleich.

Lösung 10.2.3D: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
  • Zu 1: Richtig! Um mit ihrer Hyperaktivität besser umgehen zu können, entwickeln viele Betroffene spezielle Strategien: Sie konsumieren z. B. in großen Mengen starken Kaffee (zählt zu den Stimulanzien ähnlich wie Ritalin), rauchen, betreiben Extremsport oder betäuben sich mit Alkohol oder Cannabis als Mittel der Selbstmedikation.

  • Zu 2: Richtig! Viele Kinder mit Intelligenzminderung sind unkonzentriert, distanzlos und unkontrolliert impulsiv.

  • Zu 3: Richtig! Menschen mit einer HyperthyreoseHyperthyreose kommen nicht zur Ruhe und haben Konzentrationsstörungen.

  • Zu 4: Falsch! Das bei ADHS eingesetzte Medikament Ritalin (MethylphenidatMethylphenidat) zählt zu den Stimulanzien.

  • Zu 5: Richtig! Deshalb heißt es in der ICD-10 unter G7: „Die Störung erfüllt nicht die Kriterien für eine manische Episode“.

Lösung 10.2.4A: Keine der Aussagen ist richtig. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
  • Zu 1: Falsch! Nicht verwechseln mit Lernstörung! Unter LernbehinderungLernbehinderung versteht man ein schwerwiegendes und lang andauerndes Schulleistungsversagen, das meist mit einer Beeinträchtigung der Intelligenz einhergeht (IQ 70–85). Die Beeinträchtigung der Intelligenz ist jedoch nicht schwerwiegend genug, um die Diagnose Intelligenzminderung zu rechtfertigen. Ein Großteil der lernbehinderten Kinder besucht Förderschulen. ADHS-Kinder hingegen sind normal-, häufig sogar überdurchschnittlich begabt, viele besuchen die Realschule oder das Gymnasium.

  • Zu 2: Falsch! Bei der ADHS handelt es sich primär um eine neurobiologische Funktionsstörung, die durch genetische und umweltbedingte Faktoren verursacht wird. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Störung der Neurotransmitter(störungen)Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Auf keinen Fall wird das ADS durch eine aktuelle Belastung verursacht.

  • Zu 3: Falsch! „Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor“ (ICD-10, F90: Einleitung).

  • Zu 4: Falsch! Inhaltliche Denkstörungen sind Wahn und Zwang. Sie kommen bei ADS/ADHS definitionsgemäß nicht vor.

  • Zu 5: Falsch! Bei über der Hälfte der Betroffenen dauert die Erkrankung bis ins Erwachsenenalter an, bei einigen wird die Diagnose auch erst im Erwachsenenalter gestellt.

Lösung 10.2.5B: Nur 1 und 5 sind richtig. ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)
  • Zu 1: Falsch! Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

  • Zu 2: Richtig!Frage 10.2.3 (1)

  • Zu 3: Falsch! Affektive Störungen (z. B. Depressionen) sind häufig.

  • Zu 4: Richtig! Hyperaktivität ist das Hauptmerkmal, Symptome aus dem Bereich Impulsivität und Unaufmerksamkeit sind im Vorschulalter eher normal.

  • Zu 5: Falsch! ICD-10: „Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor“.

Lösung 10.3.1Richtig sind C und E.
  • Zu A: Falsch! Bei einem IQ von 55 liegt eine leichte geistige Behinderung (IQ 50–69) vor. Früher sprach man in diesem Zusammenhang von DebilitätIntelligenzminderungleichte (Debilität) .

  • Zu B und D: Falsch! Bei einer leichten Intelligenzminderung sind Spracherwerb und Entwicklung der Motorik verzögert.

  • Zu C und E: Richtig!

Lösung 10.3.2Alle Aussagen sind richtig. IntelligenzminderungUrsachen
  • Kommentar: Schädigungen des sich entwickelnden Gehirns (im Mutterleib oder kurz nach der Geburt) sind häufig Ursache für eine Intelligenzminderung. Dazu zählen neben dem Down-Syndrom und der Schädigung des Embryos durch Alkoholkonsum der Mutter (Alkoholembryopathie) auch Schädigungen des Gehirns nach der Geburt, z. B. durch einen Sturz vom Wickeltisch oder eine Masernenzephalitis. Auch eine angeborene HypothyreoseHypothyreoseangeborene kann unerkannt zu einer schweren Intelligenzminderung führen.

Lösung 10.3.3A: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig. Intelligenzminderungleichte (Debilität)
  • Zu 1: Falsch! Bei einer leichten Intelligenzminderung liegt der IQ zwischen 50 und 69 (→ Merke-Kasten „Intelligenzquotient“).

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Erstauftreten der Symptome in den ersten Jahren der Entwicklung.

  • Zu 4: Richtig! Im Erwachsenenalter entspricht eine leichte geistige Behinderung einem mentalen Alter von 9 bis etwa 12 Jahren (→ ICD-10, F70): Die Betroffenen haben zwar Schwierigkeiten bei der Schulausbildung und beim Schulabschluss, sie können jedoch einfache praktische Arbeiten ausführen und soziale Beziehungen aufrechterhalten.

  • Zu 5: Falsch! RitalinRitalin (MethylphenidatMethylphenidat) wird bei ADS/ADHS eingesetzt, aber nicht bei einer – nicht heilbaren – Intelligenzminderung.

Lösung 10.3.4Richtig sind B und E.
  • Zu A und B: Wie Abb. 10.3 zeigt, entspricht die Verteilung der Intelligenz in der Normalbevölkerung in etwa der sog. Gauss-Normalverteilung. Dies bedeutet: Ein IQ von 85–115 entspricht der durchschnittlichen Intelligenz (A ist falsch). Bei einem IQ von 100 haben ca. 34 % + 13,5 % + 2,5 % (= 50 %) einen höheren IQ (B ist richtig) (Abb. 10.3 ).

  • Zu C: Nicht 30 %, sondern etwa 68 % der Menschen haben einen IQ zwischen 85 und 115, was normaler Intelligenz entspricht.

  • Zu D: Ein IQ von 115 entspricht dem Prozentrang von 85 % ( Abb. 10.3 ), nicht 99 %.

  • Zu E: Richtig!

Merke

Intelligenzquotient und geistige Behinderung

Intelligenzquotient Intelligenzminderung Einteilung nach IQ Geistige Behinderung
Durchschnittliche Intelligenz: IQ 85–115
Unterdurchschnittliche Intelligenz (Lernbehinderung): IQ 70–84
Leichte Intelligenzminderung (früher: Debilität): IQ 50–69
Mittlere Intelligenzminderung (früher: Imbezillität) IQ 35–49
Schwere Intelligenzminderung (früher: schwere Imbezillität) IQ 20–34
Schwerste Intelligenzminderung (früher: Idiotie) IQ < 20
Lösung 10.4.1A: Nur 1 und 2 sind richtig. Asperger-Syndrom
  • Kommentar: Ähnlich wie Kinder mit frühkindlichem Autismus können Menschen mit Asperger-Syndrom sich nicht in andere hineinfühlen, meiden Blickkontakt, können Mimik und Gestik ihrer Mitmenschen nicht deuten und sind unfähig, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen. Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus ist beim Asperger-Syndrom die Intelligenz meist normal ausgeprägt, manche sind sogar überdurchschnittlich intelligent. Wie beim frühkindlichen Autismus sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Die SprachentwicklungEntwicklungsstörungentiefgreifende ist normal. Erste Krankheitssymptome sind i. d. R. nach dem 3. Lebensjahr zu beobachten (nicht in den ersten Lebensmonaten!).

Lösung 10.4.2Richtig sind D und E. Asperger-Syndrom
  • Zu A: Falsch!Keine kognitiven Entwicklungsverzögerungen beim Asperger-Syndrom.

  • Zu B: Falsch! Die ersten Symptome zeigen sich i. d. R. nach Vollendung des 3. Lebensjahres. Bei vielen Betroffenen wird die Störung erst im Jugend- oder Erwachsenenalter erkannt.

  • Zu C: Falsch! Keine Verzögerung der Sprachentwicklung!

  • Zu D: Richtig!

  • Zu E: Richtig!Kommentar zu 10.4.1

Lösung 10.4.3D: Nur 3, 4 und 5 sind richtig. Kanner-SyndromAutismusfrühkindlicherEntwicklungsstörungentiefgreifende
  • Zu 1: Falsch! Das Sprachverstehen und die Entwicklung der gesprochenen Sprache sind typischerweise verspätet oder vollständig gestört.

  • Zu 2: Falsch! Typisch ist eine Beschäftigung mit mehreren stereotypen und begrenzten Spezialinteressen, die in Inhalt und Schwerpunkt abnorm sind (Beschäftigung mit Daten, Fahrplänen, Fahrrouten; stundenlanges Spielen mit Legosteinen usw.).

  • Zu 3: Richtig! Die Aussage beschreibt die wichtigsten Symptome des frühkindlichen Autismus.

  • Zu 4: Richtig! Das Krankheitsbild ist mit weniger als 1 % selten.

  • Zu 5: Richtig! Auch Wortneuschöpfungen (die andere nicht verstehen) oder die stereotype Wiederholung von Wörtern und Phrasen sind in diesem Zusammenhang typisch.

Lösung 10.4.4D: Nur 2, 4 und 5 sind richtig. Autismusfrühkindlicher
  • Zu 1: Falsch! Das Erkrankungsverhältnis von Jungen zu Mädchen beträgt 4 : 1.

  • Zu 2: Richtig! Ein typisches Merkmal ist die Unfähigkeit, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen.

  • Zu 3: Falsch! Die Beschreibung passt eher auf ein Kind mit ADHS oder einer Störung des Sozialverhaltens.

  • Zu 4: Richtig! Das ist ein Beispiel für repetitive (= sich wiederholende) und stereotype (= gleich bleibende) Verhaltensmuster.

  • Zu 5: Richtig! Die Betroffenen sind unfähig zum Blickkontakt, können sich nicht in andere hineinfühlen; es ist, als würden sie „durch ihr Gegenüber hindurchschauen“.

Lösung 10.5.1Nicht richtig ist C. Enuresis
  • Kommentar: Eine Reduktion der abendlichen Trinkmenge ist zwecklos und kann von den Kindern als Strafe empfunden werden.

Lösung 10.5.2B: Nur 2 und 3 sind richtig.
  • Begriffsklärung: Enuresis Enuresisnocturnanocturna (= nächtliches Einnässen); Enuresis Enuresisdiurnadiurna (= Einnässen untertags).

  • Zu 1: Falsch! „Sekundäre EnuresissekundäreEnuresis“ bedeutet: Das Kind war schon trocken, nässt nun aber wieder ein.

  • Zu 2: Richtig! In vielen Fällen ist nächtliches Einnässen durch eine Reifungsverzögerung des ZNS bedingt.

  • Zu 3: Richtig! Bei den meisten Kindern löst sich das Problem von selbst, deshalb sollten Eltern möglichst gelassen damit umgehen.

  • Zu 4: Falsch! Am erfolgreichsten sind verhaltenstherapeutische Methoden.

  • Zu 5: Falsch! Die Diagnose „nichtorganische Enuresis“ kann erst ab dem 5. Lebensjahr gestellt werden, erst danach ist das Einnässen behandlungsbedürftig, u. a. durch Weckgeräte wie das Klingelhöschen.

Lösung 10.5.3D: Nur 1, 2, 4 und 5 sind richtig. EnkopresisTherapie
  • Kommentar: Aufgeführt werden in dieser Frage verhaltenstherapeutische Maßnahmen, die für den Fragesteller offensichtlich als einzig richtige gelten. Deshalb sind alle Vorschläge bis auf (3) zutreffend. Das Mindestalter für die Diagnose ist 4 Jahre; bei Kleinkindern < 2 Jahren ist Einkoten normal und keine psychische Störung.

Lösung 10.5.4C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Enkopresisnichtorganische
  • Zu 1: Richtig! Fäzes heißt Kot. Die Formulierung ist sehr wissenschaftlich und direkt der ICD-10 entnommen. Richtig übersetzt stimmt die Aussage.

  • Zu 2: Richtig! Das für eine Störung des Sozialverhaltens typische Muster von dissozialem, aufsässigem oder aggressivem Verhalten kann sich auch in einem Absetzen von Kot äußern – als Ausdruck von Protest, Ärger und Rachsucht.

  • Zu 3: Richtig! Formulierung wieder direkt aus der ICD-10. Bedeutung: Das Kind hält den Stuhl zurück (= StuhlretentionStuhlretention). Die häufigste Ursache ist eine chronische Verstopfung, die zu Schmerzen oder gar Analfissuren führen kann. Nach längerem Zurückhalten kommt es dann zu einem plötzlichen, nicht kontrollierbaren Stuhlabgang.

  • Zu 4: Falsch! Persistenz = Fortbestehen.

  • Zu 5: Richtig! Das Einnässen ist wesentlich häufiger als das Einkoten. Dies betrifft auch die primäre Enuresis, die 75 % der Enuresisfälle ausmacht.

Lösung 10.5.5C: RegressionRegression
Lösung 10.6.1C: Nur 2 und 4 sind richtig. Kindes- und Jugendalterentwicklungsabhängige emotionale Phänomene
  • Zu 1: Falsch! Kleine Kinder haben oft Angst vor der Dunkelheit, nicht jedoch Jugendliche.

  • Zu 2: Richtig! Die TrennungsangstTrennungsangst im Kindesalter äußert sich oft darin, dass die Kinder – um nicht von der Mutter getrennt zu werden – sich weigern, in die Schule zu gehen.

  • Zu 3: Falsch! Typisch sind isolierte Phobienisolierte (spezifische)Phobien (z. B. Tierangst) oder eine generalisierte Angststörung des Kindesalters. Eine Agoraphobie im Kleinkindalter ist in der ICD-10 nicht enthalten.

  • Zu 4: Richtig! Passagere (= vorübergehende) zwangsähnliche Rituale sind typisch. Sie verschwinden meist beim Übergang ins Jugendalter.

  • Zu 5: Falsch! Man geht davon aus, dass ein Kind bis zum Ende des 5. Lebensjahres (!!!) alle Sprachlaute und Lautverbindungen korrekt bilden und anwenden kann. Säuglinge können nur lallen, bestenfalls Einwortsätze bilden – das ist normal.

Lösung 10.6.2E: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig. Emotionale Störungen des Kindesalters
  • Kommentar: Emotionale Störungen des Emotionale Störungen des KindesaltersKindesalters (TrennungsangstTrennungsangst, Tierphobien, soziale Ängstlichkeit, generalisierte Angststörung des Kindesalters) haben eine gute Prognose: Sie verschwinden i. d. R. bis zum Erwachsenenalter. Störungen des SozialverhaltensstörungenSozialverhaltens bleiben hingegen meist erhalten und gehen im Erwachsenenalter in eine dissoziale PersönlichkeitsstörungDissoziale PersönlichkeitsstörungKindes- und Jugendalter Dissoziale Störungen des Kindesaltersüber. Beide Störungen können gleichzeitig vorkommen, d. h., ein Kind mit dissozialem Verhalten kann gleichzeitig auch Ängste verschiedenster Art haben.

Lösung 10.6.3B: Nur 2 und 3 sind richtig. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Kindes
  • Kommentar: Im Kapitel F8 der ICD-10 unterscheiden die Verfasser im Wesentlichen zwischen zwei großen Gruppen von Entwicklungsstörungen: den tief greifenden Entwicklungsstörungen (F84) mit Erkrankungen aus dem autistischen Formenkreis und den „leichteren“ Entwicklungsstörungen, die sich nur auf bestimmte eingegrenzte (= umschriebene) Bereiche der Entwicklung beziehen und deshalb auch als „TeilleistungsschwächenTeilleistungsschwächen“ bezeichnet werden. Sie beziehen sich auf die Sprache (F80), auf Lesen, Schreiben und Rechnen (F81) sowie die fein- oder grobmotorische Koordination (F82).

  • Zu 1: Falsch! Im Alter von bis zu 1 Jahr sind Einwortsätze normal → 10.6.1.

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Richtig! Die häufigste umschriebene Entwicklungsstörung des Kindesalters ist die LegasthenieLegasthenie (Lese-Rechtschreib-StörungLese-Rechtschreib-Störung).

  • Zu 4: Falsch! Der Intelligenzquotient der betroffenen Kinder ist meist normal oder sogar erhöht.

  • Zu 5: Falsch! Wie der Name „Entwicklungsstörung“ schon sagt, handelt es sich um Störungen, bei denen gewisse Fertigkeiten im frühen Stadium der Entwicklung beeinträchtigt sind.

Lösung 10.6.4Richtig sind B und C. Lese-Rechtschreib-StörungMerkmale
  • Zu A: Falsch! LegasthenieLegastheniker haben als Folge ihrer Störung oft soziale und emotionale Probleme (Schulangst; Minderwertigkeitsgefühle, dadurch soziale Ausgrenzung usw.).

  • Zu B: Richtig! Leseverständnis und Lesegenauigkeit liegen „mindestens zwei Standardabweichungen unterhalb des Niveaus …, das aufgrund des chronologischen Alters und der allgemeinen Intelligenz zu erwarten wäre“ (ICD-10, F.81.0/A.1).

  • Zu C: Richtig! In der ICD-10 heißt es hierzu: „Umschriebenen EntwicklungsstörungenEntwicklungsstörungenumschriebene des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache voraus.“

  • Zu D: Falsch! Das Hauptmerkmal der Lese(!)-Rechtschreib-Störung ist eine Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch Sehprobleme oder eine „unangemessene Beschulung“ erklärbar ist.

  • Zu E: Falsch! Legastheniker erbringen in anderen Bereichen der schulischen Ausbildung normale, häufig auch überdurchschnittliche Leistungen. Auf keinen Fall haben die Betroffenen eine Intelligenzminderung.

Lösung 10.6.5Richtig sind D und E. Lese-Rechtschreib-StörungDiagnostik
  • Zu A und B: Falsch! Die minimalen zerebralen Entwicklungsstörungen sind weder durch ein EEG noch durch eine MRT des Gehirns nachweisbar.

  • Zu C: Falsch! Es gibt zwar eine genetische Disposition für die Legasthenie, eine diesbezügliche genetische Untersuchung ist jedoch weder sinnvoll noch möglich.

  • Zu D: Richtig! Auch bei Intelligenzminderung kommt es zu Störungen des Lesens und Schreibens. Deshalb sollte bei der Erstuntersuchung unbedingt eine allgemeine Minderbegabung ausgeschlossen werden.

  • Zu E: Richtig! Legastheniker sind häufig „fehlhörig“, d. h., sie können ähnlich gesprochene Laute wie „b/p“, „d/t“ und/oder „g/k“ nicht voneinander unterscheiden. Bei den meisten Legasthenikern (ca. 60 %) sind diese akustischen und sprachlichen Beeinträchtigungen die Ursache für die LRS.

Lösung 10.6.6Richtig ist E.
  • Zu A: Falsch! Die Symptome der RechenstörungRechenstörung unterscheiden sich von Fall zu Fall und sind auch verschieden stark ausgeprägt.

  • Zu B: Falsch! Jedes vierte Kind, das wären 25 %. Etwa 5 % der Kinder leiden an DyskalkulieDyskalkulie.

  • Zu C: Falsch! Die Gesamtintelligenz ist nicht reduziert. In vielen Fällen sind die Betroffenen sogar überdurchschnittlich intelligent.

  • Zu D: Falsch! Die Problematik macht sich schon in den ersten Klassen der Grundschule bemerkbar.

  • Zu E: Richtig! → Aussage C

Lösung 10.6.7C: Nur 1, 3 und 4 sind richtig. Mutismuselektiver
  • Kommentar: Mutismus kommt von lat. mutus (stumm); „elektiv“ kommt von lat. eligere (auswählen). Ein Kind ist also nicht völlig stumm, sondern verstummt nur in ausgewählten (meist angstbesetzten) Situationen. Dies kann in der Schule sein (1) oder im Kindergarten. Das Zusammensein mit der Mutter als enger Bezugsperson ist normalerweise nicht angstbesetzt, ein Kind mit Mutismus spricht deshalb normalerweise mit der Mutter (4). Das Sprachverständnis ist hierbei nicht beeinträchtigt (3). Und natürlich gibt es Hinweise/Belege dafür, dass das Kind in bestimmten Situationen (fast) normal sprechen kann (5 ist falsch).

Lösung 10.6.8E: Pavor nocturnusPavor nocturnus.
  • Kommentar: Pavor nocturnus heißt wörtlich „nächtlicher Angstanfall“. Typisch für das Krankheitsbild sind nächtliche Episoden von Furcht und Panik mit heftigem Schreien („PanikschreiPanikschrei“), vegetativer Übererregtheit und perseverierenden Bewegungen. – Das Wort „SchlafapnoeSchlafapnoe“ unter C bedeutet: Atemstillstand (Apnoe) im Schlaf und hat nichts mit Pavor nocturnus zu tun.

Lösung 10.6.9D: Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig. Tic-Störungen, Kinder und Jugendliche
  • Zu 1: Richtig! Steht so in der ICD-10.

  • Zu 2: Falsch! Für eine genetische Disposition sprechen Zwillings- und Familienstudien: Bei eineiigen Zwillingen z. B. liegt die Auftretenswahrscheinlichkeit bei 50 %, bei zweieiigen Zwillingen bei 10 %.

  • Zu 3: Richtig! Hierzu heißt es in der ICD-10: „Normalerweise werden Tics als nicht willkürlich beeinflussbar erlebt, sie können jedoch meist für unterschiedlich lange Zeiträume unterdrückt werden.“

  • Zu 4: Richtig! Bei stark ausgeprägten Tics wie dem Tourette-Tourette-SyndromSyndrom werden AntipsychotikaAntipsychotika (Neuroleptika) gegeben.

  • Zu 5: Richtig! Zu den komplexen Tics zählt z. B. das Sich-selbst-Schlagen (z. B. gegen Brust oder Kopf).

Lösung 10.6.10E: Alle Aussagen sind richtig. Tic-Störungen, Kinder und JugendlicheDifferenzialdiagnose
  • Zu 1: Richtig! Beispiele wären Grimassieren, Zuckungen im Gesichtsbereich, Schmatz- und Kaubewegungen als Folge einer längeren Medikation mit Antipsychotika (Neuroleptika).

  • Zu 2: Richtig! Im Zusammenhang mit ADHS zeigen die Betroffenen oft ticähnliche Bewegungen wie Zappeln, Sich-Winden, manchmal auch Muskelzuckungen verschiedenster Art. Bei stärkerer Ausprägung ist es im Zusammenhang mit ADHS oft angebracht, als Zweitdiagnose „Tic-Störung“ zu stellen. Etwa 30 % aller Patienten mit ADHS haben Tics oder ein Tourette-Tourette-SyndromSyndrom; umgekehrt haben etwa 50 % aller Patienten mit einer Tic-Störung auch ein hyperkinetisches Syndrom.

  • Zu 3: Richtig! Komplexe Tics können manchmal nur schwer von Zwangshandlungen unterschieden werden, bei denen oft eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen nötig ist, bis die Spannung sich abbaut (z. B. beim Trinken immer fünf Schlucke, Dinge mehrmals berühren, bestimmte Worte zwanghaft wiederholen usw.).

  • Zu 4: Richtig! Das für die Behandlung von Morbus Parkinson eingesetzte Medikament L-L-DopaDopa kann hochdosiert zu HyperkinesieHyperkinesien/Hyperkinesen (= übersteigerte, nicht kontrollierbare Bewegungen) führen. Auch nach Langzeitbehandlung mit Neuroleptika kommt es zu medikamenteninduzierten Störungen der Muskeltätigkeit → Kommentar zu 1.

  • Zu 5: Richtig! Bei Infektionskrankheiten wie einer Enzephalitis oder der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sind sog. „sekundäre Tics“ häufig.

Lösung 10.6.11Richtig sind A und C. Tourette-Syndrom
  • Kommentar: Die Symptome bessern sich meist nicht in der Adoleszenz, sondern dauern bis ins Erwachsenenalter an, wo häufig neue Tics hinzukommen. Menschen mit Tic-Störungen sind nicht geistig behindert, haben aber natürlich wegen ihrer auffälligen Tics Probleme im sozialen und beruflichen Bereich.

Lösung 10.6.12C: Nur 3 und 5 sind richtig,
  • Kommentar: Eine „expressive SprachstörungSprechstörungenExpressive Sprachstörung “ ist eine Störung des Sprechens, des Sprachausdrucks (engl. expressive: ausdrückend). Eine „rezeptive SprachstörungRezeptive Sprachstörung “ ist eine Störung des SprachverständnissesSprachverständnisstörung (engl. receptive = aufnehmend, empfangend). Typisch für eine Störung des Sprachausdrucks ist z. B. das Lispeln (= ArtikulationsstörungArtikulationsstörung5).

  • Zu 1: Falsch! Bei einer Artikulationsstörung wie dem Lispeln sind weder Intelligenzentwicklung noch Sprachverständnis gestört.

  • Zu 2: Falsch! Der frühkindliche Autismus tritt vorwiegend bei Jungen auf.

  • Zu 3: Richtig! Keine Störung der Intelligenzentwicklung bei einer „expressiven Sprachstörung“.

  • Zu 4: Falsch! Rezeptive Sprachstörung bedeutet vom Wortsinn her (Kommentar): Das Sprachverständnis ist gestört.

  • Zu 5: Richtig!

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