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B978-3-437-58376-6.00007-8

10.1016/B978-3-437-58376-6.00007-8

978-3-437-58376-6

Abb. 7.1

AngststörungenAngststörungen und PhobienPhobien im Überblick

Abb. 7.2

Panikstörungvs. generalisierte AngststörungPanikstörung und generalisierte Angststörung im Generalisierte AngststörungAngststörungengeneralisierteVergleich AngststörungenPanikstörung

Abb. 7.3

Verschiedene Phobien im Vergleich Phobienspezifische (isolierte)AgoraphobiePhobiensoziale

Abb. 7.4

Verhaltenstherapiebei Angststörungen/PhobienVerhaltenstherapie bei AngststörungenAngststörungenVerhaltenstherapie und PhobienPhobienVerhaltenstherapie

Abb. 7.5

Was ist typisch für Zwangsgedankentypische MerkmaleZwangsgedanken?

Abb. 7.6

Dissoziative Dissoziative StörungenUnterformenStörungen im Überblick

Abb. 7.7

Somatoforme Somatoforme StörungenÜberblickStörungen

Welche Aussagen zu Angststörungen sind zutreffend?PhobienSymptomeAngststörungenallgemeine Aspekte

Tab. 7.1
Richtig Falsch
1. Mehr als 10 % der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen Angststörung.
2. Angststörungen zeigen häufig eine Tendenz zur Somatisierung.
3. Angststörungen gehen überzufällig häufig mit depressiven Verstimmungen einher.
4. Bei allen Angststörungen sind Panikattacken ein charakteristisches Merkmal.
5. Eine Panikattacke beginnt oft schleichend und dauert typischerweise 30–60 Minuten an.
6. Die Begriffe „Panikattacke“ und „Panikstörung“ werden in der Psychiatrie nahezu gleichbedeutend verwendet.
7. Wenn jemand unter Panikattacken leidet, sollte differenzialdiagnostisch das Vorhandensein einer depressiven Episode abgeklärt werden.
8. Das wesentliche Symptom einer phobischen Störung ist eine allgemeine und anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen in der Umgebung beschränkt ist.
9. Bei einer Phobie erkennt der Patient, dass seine Angst übertrieben oder unvernünftig ist.
10. Zu den phobischen Störungen zählt auch die Kardiophobie, die man früher als Herzneurose oder Herzphobie bezeichnet hat.

Welche der folgenden Aussagen zu Panikstörung und generalisierter Angststörung sind zutreffend (Abb. 7.2)?PanikstörungGeneralisierte AngststörungAngststörungenPanikstörungAngststörungengeneralisierte

Tab. 7.2
Richtig Falsch
1. Die Panikstörung wird oft auch als „episodisch paroxysmale Angst“ bezeichnet.
2. Bei der Panikstörung kommt es häufig zu sog. Drop Attacks.
3. Panikattacken ohne erkennbaren äußeren Anlass können sekundäre Folge einer Depression sein. Bei der Diagnosestellung sollte deshalb eine depressive Störung ausgeschlossen werden.
4. Die wesentlichen Symptome der generalisierten Angststörung sind variabel. Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Schwitzen oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild.
5. Bei der generalisierten Angststörung gibt es für die Angst keine typischen Auslösesituationen.
6. Bei der Diagnosestellung einer generalisierten Angststörung sollte das Vorhandensein einer Hyperthyreose ausgeschlossen werden.

Welche der folgenden Aussagen zu Agoraphobie und sozialer Phobie sind zutreffend? Soziale PhobiePhobiensozialePhobienAgoraphobieAgoraphobie

Tab. 7.3
Richtig Falsch
1. Bei den phobischen Störungen sind Agoraphobien und soziale Phobien am häufigsten.
2. Bei der Agoraphobie handelt es sich um eine Gruppe von Phobien mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein.
3. Statistisch gesehen leiden überwiegend Frauen an einer Agoraphobie.
4. Die Agoraphobie kommt häufig kombiniert mit einer Panikstörung vor.
5. Bei der Agoraphobie flottiert die Angst frei.
6. Bei Menschen mit einer Agoraphobie können depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien zusätzlich vorhanden sein.
7. Das Hauptmerkmal der sozialen Phobie ist ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht.
8. Die Symptome der sozialen Phobie können sich bis zu Panikattacken steigern.
9. Bei der Diagnosestellung einer sozialen Phobie ist differenzialdiagnostisch eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung in Betracht zu ziehen.
10. Wie bei allen Angsterkrankungen ist bei der sozialen Phobie i. d. R. eine Zunahme der Symptome im Alter zu beobachten.

Welche der folgenden Aussagen zur Therapie von Angststörungen und Phobien sind zutreffend?PhobienTherapieAngststörungenTherapieDesensibilisierung, systematischePhobienGeneralisierte Angststörungkognitive Verhaltenstherapie

Tab. 7.4
Richtig Falsch
1. Bei der medikamentösen Behandlung von Angststörungen und Phobien hat sich der Einsatz von Antidepressiva bewährt.
2. Bei extremen Ängsten können kurzzeitig Benzodiazepine eingesetzt werden.
3. Die im Moment effektivste, in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich belegte Psychotherapie zur Behandlung der generalisierten Angststörung (GAS) ist die kognitive VT.
4. Eine Sonderform der kognitiven VT ist die sog. Konfrontation mit dem Widerstand.
5. Bei der Behandlung der Agoraphobie ist die Reizkonfrontation in vivo eine wirksame Intervention.
6. Bei der Therapie der Panikstörung ist das sog. Flooding eine effektive Methode.
7. Die systematische Desensibilisierung nach Wolpe basiert auf der Erkenntnis, dass Angst und Entspannung nicht gleichzeitig existieren können.
8. Da soziale Phobien oft auf Kindheitserlebnisse zurückgehen, haben sich aufdeckende Therapieverfahren hier besonders bewährt.

Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen sind zutreffend?Zwangsstörungenallgemeine AspekteZwangsgedanken

Tab. 7.5
Richtig Falsch
1. Der Krankheitsbeginn von Zwangsstörungen liegt meist in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter.
2. Das männliche Geschlecht ist von der Zwangsstörung deutlich häufiger betroffen als das weibliche.
3. Typisch ist der Versuch der Betroffenen, gegen die Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen Widerstand zu leisten.
4. Die Ausübung der Zwangshandlung verstärkt die Ängste des Patienten.
5. Ein häufiger Wechsel zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken ist typisch.
6. Bei schweren Zwangserkrankungen kann es zu wahnhaftem Erleben kommen.
7. Im Kindesalter werden Zwangsgedanken oder -handlungen nicht unbedingt als sinnlos oder unsinnig erlebt.
8. Therapeutisch sinnvoll ist der Einsatz von Antidepressiva.
9. Zwangsgedanken können auch im Zusammenhang mit Depressionen oder schizophrenen Erkrankungen auftreten.
10. Lerntheoretisch wird die Entstehung von Zwangshandlungen als eine Form der Angstbewältigung gesehen.

Psychogene Störungen (F4)

Psychogene StörungenAngststörungenPsychogene StörungenAngststörungenDie unter der Ziffer F4 der ICD-10 aufgelisteten psychisch bedingten Störungen sind mit mehr als 110 Fragen (1988–2017) ein wichtiger Bestandteil der schriftlichen Prüfung. Wenn man die Prüfung 2017-1 in die Statistik einbezieht, stehen die unter F4 aufgelisteten „neurotischen und Belastungs- und somatoformen Störungen“ mit 13 % an erster Stelle der überprüften Störungsbilder. Mit fast 40 Fragen waren Phobien und sonstige Angststörungen (Abb. 7.1) besonders häufig vertreten, gefolgt von Zwangsstörungen (28), Belastungsstörungen (20) und somatoformen Störungen (15). Psychogene StörungenPhobien

Da Angststörungen (ICD-10: Phobien und sonstige Angststörungen) von 1998 bis heute pro Jahr mindestens ein- bis zweimal in der Prüfung gefragt wurden und auch fürs Mündliche extrem wichtig sind, stehen sie am Anfang dieser Lerneinheit.

Angststörungen und Phobien

Angststörungen unterscheiden lernen: fünf Fallgeschichten im Vergleich
Frage 7.1.1Fallgeschichte AngststörungenFallgeschichten1FallgeschichtenAngststörungenAngststörungenDifferenzialdiagnose
Eine 23-jährige Studentin berichtet, dass sie seit etwa 1 Jahr anfallsartig an Schwindelzuständen leidet, die mit Herzrasen, Schwitzen, Atembeschwerden, Zittern und Todesangst einhergehen. Meist habe sie dabei das Gefühl, alles um sie herum sei unwirklich und weit weggerückt. Den ersten Anfall hatte sie in einem Schuhgeschäft, einen Tag später beim Spazierengehen im Park, kurz darauf beim Zusammensein mit ihrem Freund. Auch zu Hause überfalle sie die Angst ganz plötzlich, wie aus heiterem Himmel: in der Küche z. B. oder im Bad, häufig auch nachts im Bett. Eine umfangreiche neurologische, internistische und HNO-ärztliche Untersuchung erbrachte keinen pathologischen Befund.
Welche der folgenden Diagnosen ist am wahrscheinlichsten?
□ A: Generalisierte Angststörung
□ B: Panikstörung
□ C: Soziale Phobie
□ D: Agoraphobie ohne Panikstörung
□ E: Agoraphobie mit Panikstörung
Frage 7.1.2Fallgeschichte PhobienAgoraphobieAngststörungenFallgeschichtenAgoraphobie2
Eine 23-jährige Studentin berichtet, dass sie seit etwa 1 Jahr anfallsartig an Schwindelzuständen leidet, die mit Herzrasen, Schwitzen, Atembeschwerden, Zittern und Todesangst einhergehen. Meist habe sie dabei das Gefühl, alles um sie herum sei unwirklich und weit weggerückt. Die Anfälle treten vor allem auf, wenn es um Menschenansammlungen geht: beim Anstellen im Supermarkt, im Kaufhaus, beim Einsteigen in einen überfüllten Bus. Inzwischen gehe sie nur noch in Begleitung ihres Freundes aus dem Haus, der sie jeden Morgen zur Arbeit fährt: Allein bekommt sie beim Autofahren panikartige Angst. Eine umfangreiche neurologische, internistische und HNO-ärztliche Untersuchung erbrachte keinen pathologischen Befund.
Welche der folgenden Diagnosen ist am wahrscheinlichsten?
□ A: Generalisierte Angststörung
□ B: Panikstörung
□ C: Soziale Phobie
□ D: Agoraphobie ohne Panikstörung
□ E: Agoraphobie mit Panikstörung
Frage 7.1.3Fallgeschichte PhobienAgoraphobieAngststörungenFallgeschichtenAgoraphobie3
Eine 23-jährige Studentin berichtet, dass sie seit etwa 1 Jahr anfallsartig an Schwindelzuständen leidet, die mit Herzrasen, Schwitzen, Atembeschwerden, Zittern und Todesangst einhergehen. Meist habe sie dabei das Gefühl, alles um sie herum sei unwirklich und weit weggerückt. Die Anfälle seien anfangs ohne ersichtlichen Grund – wie aus heiterem Himmel – aufgetreten; inzwischen habe sie die Symptome vor allem bei Menschenansammlungen, z. B. mittags beim Anstehen in der Kantine oder beim Warten auf die U-Bahn. Manchmal jedoch treten die Angstanfälle ohne erkennbaren Auslöser auf, z. B. beim Besuch der Eltern, beim Spazierengehen im Park oder beim Besuch einer Vorlesung. Eine umfangreiche neurologische, internistische und HNO-ärztliche Untersuchung erbrachte keinen pathologischen Befund.
Welche der folgenden Diagnosen ist am wahrscheinlichsten?
□ A: Generalisierte Angststörung
□ B: Panikstörung
□ C: Soziale Phobie
□ D: Agoraphobie ohne Panikstörung
□ E: Agoraphobie mit Panikstörung
Frage 7.1.4Fallgeschichte Generalisierte AngststörungAngststörungengeneralisierteAngststörungenFallgeschichten4
Eine 23-jährige Studentin berichtet, dass sie seit etwa 1 Jahr unter Sorgen, Ängsten und Befürchtungen leidet, die ihren Schlaf beeinträchtigen und dazu geführt haben, dass sie sich selbst am Wochenende nicht mehr entspannen kann. Sie plagen z. B. Ängste in Bezug auf ihr Studium und ihren späteren Beruf; überdies sorgt sie sich um die Gesundheit ihres Bruders und denkt oft sorgenvoll an ihre Mutter – wie die wohl allein mit dem oft alkoholisierten Vater zurechtkommen wird, jetzt wo sie – die Tochter – in einer anderen Stadt studiert. – Diverse Untersuchungen beim Hausarzt und beim Internisten erbrachten keinen pathologischen Befund.
Welche der folgenden Diagnosen ist am wahrscheinlichsten?
□ A: Generalisierte Angststörung
□ B: Panikstörung
□ C: Soziale Phobie
□ D: Agoraphobie ohne Panikstörung
□ E: Agoraphobie mit Panikstörung
Frage 7.1.5Fallgeschichte Soziale PhobieAngststörungenFallgeschichten5
Eine 23-jährige Studentin berichtet, dass sie seit etwa 1 Jahr große Ängste bekommt, wenn sie in einem Seminar aufgerufen wird oder einen Kurzvortrag halten soll. Einladungen zu Partys nimmt sie inzwischen kaum mehr wahr – Stunden vorher leidet sie an Übelkeit, Durchfall und diffusen Ängsten, die sich von Stunde zu Stunde steigern. Sie hatte noch nie einen Freund, obwohl sie sich sehnlichst eine Beziehung wünscht. „Wenn mich ein junger Mann anspricht, erröte ich und habe das Gefühl, mich unmöglich zu benehmen. Meist gehe ich dann unter einem Vorwand weg, sodass es bis jetzt nie zu einer engeren Freundschaft gekommen ist.“
Welche der folgenden Diagnosen ist am wahrscheinlichsten?
□ A: Generalisierte Angststörung
□ B: Panikstörung
□ C: Soziale Phobie
□ D: Agoraphobie ohne Panikstörung
□ E: Agoraphobie mit Panikstörung
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.1.6Aussagenkombination
Was zählt nach ICD-10 zu den AngststörungenICD-10-KlassifikationAngststörungen?
  • 1.

    Agoraphobie

  • 2.

    Dysmorphophobie

  • 3.

    Klaustrophobie

  • 4.

    Herzphobie

  • 5.

    Hypochondrie

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.1.7Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu AngststörungenSymptomeAngststörungen treffen zu?
  • 1.

    Frei flottierende Angst ist das Leitsymptom der generalisierten Angststörung.

  • 2.

    Das Hauptmerkmal der sozialen Phobie ist ein Verhalten, das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht.

  • 3.

    Bei der generalisierten Angststörung erlebt der Patient typischerweise Panikattacken, die durch verschiedene, häufig wechselnde Auslöser verursacht werden.

  • 4.

    Bei einer generalisierten Angststörung ist u. a. die „Sorgenkonfrontation in sensu“ eine effektive Behandlungsart.

  • 5.

    Bei der Behandlung von Phobien und Angststörungen können begleitend Antidepressiva eingesetzt werden.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Panikstörung und generalisierte Angststörung

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.1.8Aussagenkombination
Was ist für die PanikstörungMerkmale/SymptomePanikstörung (nach ICD-10) charakteristisch? AngststörungenPanikstörung
  • 1.

    Anfallsartige Angst ohne sichtbaren Anlass

  • 2.

    Teilamnesie für die Zeit des Anfalls

  • 3.

    Fehlen von vegetativen Symptomen

  • 4.

    Derealisation und Depersonalisation

  • 5.

    Kurzzeitige Wahnideen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.1.9Einfachauswahl
Ein Patient berichtet Ihnen, dass er PanikattackePanikattacken erleidet. Anhand welchen Merkmals bzw. Kriteriums können Sie differenzialdiagnostisch feststellen, ob bei dem Patienten eine Panikstörung vorliegt? PanikstörungMerkmale/Symptome
□ A: Der Patient erlebt anhaltend Sorgen, Angst und Grübeleien.
□ B: Die Panikattacken treten in unterschiedlichen Situationen und unter unterschiedlichen Umständen auf (nicht vorhersehbar).
□ C: Die Panikattacken sind vorhersehbar, da sie im Zusammenhang mit spezifischen Auslösern auftreten, z. B. beim Autofahren oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
□ D: Die Anfälle dauern maximal 15–20 Minuten an.
□ E: Der Patient hat Panikattacken, die stark herzbezogen erlebt werden. Sie treten vor allem bei Gedanken an Tod, Verlust oder Trennung auf.
Frage 7.1.10Prüfung aktuell (2016–2). Aussagenkombination
Verschiedene körperliche Erkrankungen können mit Symptomen einer PanikattackePanikattackekörperliche Symptome einhergehen. Hierzu zählen:
  • 1.

    Hyperthyreose

  • 2.

    Hypoglykämie

  • 3.

    Koronare Herzkrankheit

  • 4.

    Zerebrales Anfallsleiden

  • 5.

    Asthma bronchiale

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3, und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.1.11Einfachauswahl
Welche der Aussagen zur generalisierten Generalisierte AngststörungSymptomeAngststörung (nach ICD-10) trifft nicht zu? Angststörungengeneralisierte
□ A: Typisch für die Störung sind Panikattacken, die durch verschiedene Auslöser verursacht werden.
□ B: Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden sind häufige körperliche Begleitsymptome.
□ C: Häufig wird die Befürchtung geäußert, der Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben.
□ D: Die Ängste und Befürchtungen sind nicht situations- oder objektgebunden wie bei der Phobie.
□ E: Differenzialdiagnostisch sollte eine depressive Episode oder eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ausgeschlossen werden.

Nicht verwechseln

Eine Panikstörung ist nicht dasselbe wie eine Panikattacke. AngststörungenPanikstörung

  • Eine PanikattackeDefinitionPanikattacke (= massiver Angstanfall) ist ein Symptom und kann z. B. auch im Zusammenhang mit einer Phobie, Depression oder Zwangsstörung auftreten.

  • Eine (anhaltende) PanikstörungDefinitionPanikstörung hingegen ist eine psychische Erkrankung mit dem Hauptmerkmal „immer wieder auftretende nicht vorhersehbare Panikattacken“.

Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobie

Richtig oder falsch?
Verschiedene Phobien im Vergleich
Das Wort Phobie kommt von griech. „phobos“ (Angst, Furcht); die Phobien zählen also zu den Angststörungen. Nach heutigem Sprachgebrauch ist das Leitsymptom einer PhobienSymptomePhobie – gleich welcher Art – eine übertriebene Angst vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen. Bei den meisten Arten von Phobien (Agoraphobie, Klaustrophobie, Spinnenangst usw.) haben die Betroffenen Panikattacken und zeigen Vermeidungsverhalten. Für die Prüfung wichtig sind vor allem die in Abb. 7.3 aufgeführten Formen der Phobie.
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.1.12Einfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur AgoraphobieAgoraphobie ist nicht zutreffend?PhobienAgoraphobie
□ A: Aufenthalt auf großen Plätzen oder in Menschenmengen sind typische angstauslösende Momente.
□ B: Vermeidung der phobischen Situation ist ein typisches Symptom.
□ C: Die Erkrankungshäufigkeit ist bei Männern und Frauen etwa gleich.
□ D: Depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien können zusätzlich vorhanden sein.
□ E: Ohne effektive Behandlung wird die Agoraphobie häufig chronisch.
Frage 7.1.13Vorsicht Falle! Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum Störungsbild der sozialen PhobieSoziale PhobieSymptome treffen zu?
  • 1.

    Die Symptome treten in (fast) allen Lebensbereichen auf.

  • 2.

    Die intensiven physiologischen Symptome werden meist als vitale Bedrohung erlebt.

  • 3.

    Typisch hinzukommende Symptome sind Erröten, Zittern oder die Angst zu erbrechen.

  • 4.

    Die Betroffenen meiden soziale Situationen wie Partys, Discos, Feste mit Freunden. Deshalb ist das Risiko, Substanzmissbrauch oder eine Abhängigkeit zu entwickeln, im Vergleich zur Normalbevölkerung vermindert.

  • 5.

    Viele Betroffene bleiben unverheiratet.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.1.14Prüfung aktuell (2016–1). Aussagenkombination
Zu den spezifischen (isolierten) PhobienPhobienspezifische (isolierte)Spezifische (isolierte) Phobien nach ICD-10 gehören:
  • 1.

    Klaustrophobie

  • 2.

    Höhenangst

  • 3.

    Generalisierte Angststörung

  • 4.

    Hysterie

  • 5.

    Examensangst

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.

Therapie von Angststörungen und Phobien

AngststörungenTherapieIn Prüfungsfragen zur Therapie von PhobienTherapiePhobien und sonstigen Angststörungen gilt augenblicklich die Verhaltenstherapie (VT) als wichtigste Form der Verhaltenstherapiebei Angststörungen/PhobienPsychotherapiebei Angststörungen/PhobienPsychotherapie. In den letzten Jahren gab es hierzu sechs Prüfungsfragen, meist ergänzt durch allgemeine Fragen zur klassischen und kognitiven Verhaltenstherapie. In schweren Fällen können begleitend Antidepressivabei AngststörungenAntidepressiva und – kurzfristig – auch Benzodiazepinebei AngststörungenBenzodiazepine (Tranquilizerbei AngststörungenTranquilizer) eingesetzt werden. Von den psychotherapeutischen Verfahren wird – je nach Art der Angststörung – entweder die „klassische“ VT (Expositions- bzw. Konfrontationstechnik) oder die „kognitive Kognitive VerhaltenstherapieVT“ (Umstrukturierung negativer Gedankenmuster) eingesetzt. Häufig verwenden Verhaltenstherapeuten eine Mischung aus beiden Verfahren. Die Frage „Was sind wichtige Elemente der kognitiv-verhaltenstherapeutischen (oder kognitiv-behavioralen) Therapie?“ bezieht sich also i. d. R. auf beide Therapieformen mit allen dazu gehörigen Techniken (ExpositionExpositionstrainingin sensu/in vivo in vivo; Exposition in sensu; Flooding; Angsttagebuch; Psychoedukation; kognitive Umstrukturierung usw.). Abb. 7.4 stellt die wichtigsten Therapieverfahren im Überblick dar.
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.1.15Aussagenkombination
Was gehört zu den typischen Bestandteilen einer kognitiven Verhaltenstherapiebei PanikstörungenVerhaltenstherapie bei einer PanikstörungPanikstörungTherapie? AngststörungenPanikstörung
  • 1.

    Aufdecken frühkindlicher Traumata

  • 2.

    Informationsvermittlung über die Angstentstehung

  • 3.

    Infragestellung von Fehlinterpretationen körperlicher Empfindungen

  • 4.

    Verhaltensexperimente wie z. B. Hyperventilation

  • 5.

    Führen eines Angsttagebuchs

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.1.16Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen trifft/treffen zu? Was sind wichtige Elemente der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung einer AngststörungenVerhaltenstherapieAngststörung, wenn identifizierbare Angstauslöser vorhanden sind und der Patient Vermeidungsverhalten zeigt? Verhaltenstherapiebei Angststörungen/Phobien
  • 1.

    Reizkonfrontation

  • 2.

    Vermittlung eines Erklärungsmodells

  • 3.

    Vermeidung der Angstauslöser

  • 4.

    Psychoedukation

  • 5.

    Ermutigung des Patienten, sich in der angstauslösenden Situation durch Aktivitäten abzulenken

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.1.17Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur verhaltenstherapeutischen Behandlung von PhobienTherapiePhobien treffen zu? Verhaltenstherapiebei Phobien
  • 1.

    Bei isolierten Phobien – etwa einer Spinnenangst – verwenden Therapeuten häufig die Technik der graduierten ExpositionExpositionstraininggraduiertesGraduierte Exposition.

  • 2.

    Bei der Agoraphobie hat sich die systematische Desensibilisierung als besonders erfolgreich erwiesen.

  • 3.

    Bei der kognitiv-behavioralen Therapie von sozialen Phobien wird neben der kognitiven Umstrukturierung verzerrter Denkmuster auch die Technik der gedanklichen Konfrontation mit angstmachenden sozialen Situationen eingesetzt.

  • 4.

    Bei sozialen Phobien finden ergänzend oft Techniken des Selbstsicherheitstrainings Anwendung.

  • 5.

    Bei Expositionsbehandlungen (in vivo) sollte eine Zunahme der Angst in der Übungssituation i. d. R. zu einem sofortigen Abbruch der Übung führen.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.1.18Aussagenkombination
Für die Therapie von PhobienPhobiensystematische Desensibilisierung wird u. a. auch die systematische Desensibilisierung, systematischePhobienDesensibilisierung nach Wolpe verwendet. Welche der folgenden Aussagen trifft für diese Therapieform zu?
  • 1.

    Die systematische Desensibilisierung basiert auf dem Prinzip der reziproken Hemmung.

  • 2.

    Lerntheoretisch basiert sie auf dem Prinzip der Gegenkonditionierung.

  • 3.

    Ein wichtiger Punkt der Behandlung ist das Erarbeiten einer Angsthierarchie.

  • 4.

    Besonders bewährt hat sich diese Methode bei der Behandlung von sozialen Phobien.

  • 5.

    Die systematische Desensibilisierung wird fast ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen angewandt.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.

Zwangsstörungen

Psychogene StörungenZwangsstörungenSeit 1996 kommen – abwechselnd mit Phobien und Angststörungen – immer wieder Fragen zu Zwangserkrankungen in der schriftlichen Prüfung. Mit insgesamt 28 Fragen waren Zwangsstörungen ein nicht so häufig gefragtes, aber doch wichtiges Thema, vor allem in den letzten Prüfungen. Überprüft wurden die wichtigsten Merkmale einer Zwangserkrankung, aber auch das therapeutische Vorgehen (Verhaltenstherapie; Antidepressiva) und die Abgrenzung einer Zwangserkrankung von den zwanghaften Begleitsymptomen bei depressiven oder schizophrenen Erkrankungen.
Prüfungswissen kompakt: Zwangsgedanken
Typische Merkmale von Zwangsgedanken sind in Abb. 7.5 zusammengefasst.
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.2.1Aussagenkombination Zwangsstörungen
Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Zwangsgedanken haben manchmal bedrohliche oder aggressive Inhalte.

  • 2.

    Die Lebenszeitprävalenz für das Auftreten einer Zwangsstörung liegt bei etwa 15 %.

  • 3.

    Von einer Zwangsstörung spricht man auch dann, wenn die Symptomatik in einem Zusammenhang mit einer anderen psychischen Störung, z. B. Schizophrenie, steht.

  • 4.

    Zwangsstörungen zeigen häufig eine Tendenz zur Chronifizierung.

  • 5.

    Zwangsgedanken werden vom Patienten als eigene Gedanken erkannt.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.2.2Aussagenkombination Zwangsgedanken
Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Zwangsgedanken werden von den Betroffenen meist als sinnlos empfunden.

  • 2.

    Die Zwangsgedanken können sich bis zum Wahn steigern.

  • 3.

    Patienten mit einer gesicherten Zwangsstörung haben ein deutlich höheres Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, als die Allgemeinbevölkerung.

  • 4.

    ZwangshandlungenZwangshandlungen dienen dazu, Unwohlsein und Angst zu reduzieren oder gefürchteten Ereignissen und Situationen vorzubeugen.

  • 5.

    Viele Zwangskranke berichten, die Zwangsgedanken würden ihnen von anderen Personen eingegeben oder aufgezwungen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.2.3Mehrfachauswahl
Welche Aussagen zur ZwangsstörungenZwangsstörung treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Werden Zwangshandlungen unterdrückt, kommt es zu intensiven Gefühlen von Trauer oder Minderwertigkeit.
□ B: Da die ZwangsgedankenZwangsgedanken oder Zwangshandlungen i. d. R. nur wenige Minuten am Tag andauern, kommt es kaum zu sozialen oder beruflichen Beeinträchtigungen.
□ C: Typischerweise fehlt den Patienten jegliche Einsicht hinsichtlich der Unsinnigkeit ihres zwanghaften Denkens oder Handelns.
□ D: Zwangsgedanken und Zwangshandlungen können auch im Zusammenhang mit einer postpartalen Depression und/oder postpartalen Psychose auftreten.
□ E: Zwangsgedanken werden üblicherweise zu den inhaltlichen Denkstörungen gerechnet.
Frage 7.2.4Vorsicht Falle! ZwangsstörungenMerkmaleAufgabenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Zwangsimpulse beinhalten ein hohes Fremdgefährdungspotenzial.

  • 2.

    Die Ausführung einer Zwangshandlung wird von den Betroffenen als nachhaltige Erleichterung erlebt.

  • 3.

    Zwangsstörungen ohne deutlich depressive Komponente verlaufen meist chronisch.

  • 4.

    Zwänge im Rahmen depressiver Episoden sind im Therapieansatz in erster Linie der Haupterkrankung zuzuordnen.

  • 5.

    Zu den Zwangsstörungen zählt auch die zwanghafte Persönlichkeitsstörung.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.2.5Prüfung aktuell (2016–1)
Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten.
Die häufigsten komorbiden Störungen bei Patienten mit ZwangsstörungZwangsstörungenKomorbidität sind …
□ A: Schizoide Persönlichkeitsstörung
□ B: Dissoziale Persönlichkeitsstörung
□ C: Depressive Störung
□ D: Borderline-Persönlichkeitsstörung
□ E: Angststörung
Frage 7.2.6Mehrfachauswahl WaschzwangVerhaltenstherapiebei Zwangsstörungen
Wie lassen sich WaschzwängeWaschzwang mithilfe der VerhaltenstherapieVerhaltenstherapieZwangsstörungen behandeln? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Exposition mit Reaktionsverhinderung
□ B: Rückversicherung durch den Therapeuten, dass keine Gefahr besteht
□ C: Vermehrtes Händewaschen, um eine Extinktion (Löschung des Verhaltens) zu erzielen
□ D: Vermeidung von Reizen, die das Waschverhalten auslösen
□ E: Analyse von Gedankenmustern und Befürchtungen

Belastungsstörungen: posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung, akute Belastungsreaktion

Psychogene StörungenBelastungsstörungenFragen zu BelastungsstörungenBelastungsstörungen waren im Vergleich zu den Angst- und Zwangsstörungen eher selten vertreten. Vor 1999 gab es keine einzige Frage hierzu, von 1999 bis 2017 finden sich 20 Fragen, davon 9 zur PTBS, 9 zu Anpassungsstörungen und – jetzt neu – zwei zur akuten Belastungsreaktion. Trotz des weniger häufigen Vorkommens sollten Sie den Themenkreis „Belastungsstörungen“ nicht vernachlässigen: In den letzten 2½ Jahren (2015–2017) gab es in jeder Prüfung ein bis zwei Fragen hierzu; außerdem ist das Thema extrem wichtig für die mündliche Prüfung.
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.3.1Vorsicht Falle! Posttraumatische BelastungsstörungSymptomeAussagenkombination
Welche der folgenden Symptome sind einer posttraumatischen BelastungsstörungBelastungsstörungenposttraumatische siehe Posttraumatische Belastungsstörung zuzuordnen?
  • 1.

    Dissoziation

  • 2.

    Intrusion

  • 3.

    Wiedererleben des Traumas in Form optischer Halluzinationen

  • 4.

    Vermeidungsverhalten

  • 5.

    Orientierungsstörungen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.3.2Einfachauswahl
Welche der Aussagen zur posttraumatischen Posttraumatische BelastungsstörungSymptomeBelastungsstörung (nach ICD-10) trifft nicht zu?
□ A: In der Regel treten die ersten Symptome frühestens 6 Monate nach dem Trauma auf.
□ B: Ein typisches Symptom ist das Gefühl des „Betäubtseins“.
□ C: Hypervigilanz ist ein weiteres Leitsymptom.
□ D: In vielen Fällen finden sich mnestische Störungen in Bezug auf das belastende Ereignis.
□ E: Eine chronische PTBSPTBS siehe Posttraumatische Belastungsstörung kann sich zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung entwickeln.
Frage 7.3.3Prüfung aktuell (2015–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur posttraumatischen BelastungsstörungPosttraumatische BelastungsstörungMerkmale (PTBS) treffen zu?
  • 1.

    Die Symptome klingen innerhalb von 3 Tagen nach einem belastenden Ereignis ab.

  • 2.

    Häufig bestehen komorbide psychische Störungen.

  • 3.

    Traumafokussierte Psychotherapieverfahren sind grundsätzlich kontraindiziert.

  • 4.

    Nach Traumata entwickeln die meisten Betroffenen eine PTBS.

  • 5.

    Typisch ist das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder Träumen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.3.4Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen stützen im Rahmen der Differenzialdiagnose die Verdachtsdiagnose einer posttraumatischen BelastungsstörungBelastungsstörungenDifferenzialdiagnose nach ICD-10?
  • 1.

    Die Symptomatik wird spontan und ausführlich berichtet.

  • 2.

    Der Betroffene berichtet über erhöhte Schreckhaftigkeit und Vigilanzsteigerung.

  • 3.

    Der Betroffene vermeidet die Konfrontation mit traumabezogenen Inhalten.

  • 4.

    Der Betroffene hat keine Erinnerungen oder Träume, in denen das belastende Ereignis wieder auftritt.

  • 5.

    Beim Bericht über Flashbacks bestehen vegetative Erregung und emotionale Anspannung.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.3.5Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Ereignisse sind am ehesten als Auslöser für eine posttraumatische BelastungsstörungPosttraumatische BelastungsstörungAuslöser anzusehen? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Scheidung
□ B: Schwerer Autounfall
□ C: Chronische Krankheit eines Angehörigen
□ D: Ansehen von Gewaltvideos
□ E: Erleben von schwerer körperlicher Gewalt
Frage 7.3.6Prüfung aktuell (2015–2). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur AnpassungsstörungICD-10-KriterienAnpassungsstörung (nach ICD-10) treffen zu?
  • 1.

    Bei Jugendlichen können Störungen des Sozialverhaltens zu dieser Störung gehören.

  • 2.

    Die Störung beginnt im Allgemeinen innerhalb von 1 Monat nach dem belastenden Ereignis.

  • 3.

    Die individuelle Disposition und Vulnerabilität spielen bei der Entwicklung einer Anpassungsstörung keine größere Rolle.

  • 4.

    Bei Kindern gehören regressive Phänomene häufig zu diesem Syndrom.

  • 5.

    Der Störung geht stets eine massive Traumatisierung, z. B. Gewalterfahrung, schwere Unfälle, Naturkatastrophen usw. voraus.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.3.7Aussagenkombination
Welche der Aussagen über die abnorme Trauerreaktion, abnormeAbnorme TrauerreaktionTrauerreaktion trifft/treffen zu?
  • 1.

    Die abnorme Verlustreaktion zeichnet sich aus durch Symptome wie Versteinerung, Selbstvorwürfe und Vitalstörungen.

  • 2.

    Eine Diagnose von Krankheitswert kann erst nach Ablauf des Trauerjahrs diagnostiziert werden.

  • 3.

    Eine abnorme Trauerreaktion kann nur diagnostiziert werden, wenn sie länger als 6 Monate andauert.

  • 4.

    Die abnorme Trauerreaktion zählt nach ICD-10 zu den AnpassungsstörungenAnpassungsstörung.

  • 5.

    Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielen bei der Symptomatik und der Schwere der Störung eine bedeutsame Rolle.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.3.8Vorsicht Falle! AnpassungsstörungAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Anpassungsstörung treffen zu?
  • 1.

    Es besteht immer eine psychosoziale Belastung von katastrophalem Ausmaß.

  • 2.

    Beginn und Remission einer Störung erfolgen innerhalb von 4 Wochen nach einem belastenden Ereignis oder einer Lebensveränderung.

  • 3.

    Es treten häufig zwanghafte Symptome auf.

  • 4.

    Bei Jugendlichen kann aggressives und dissoziales Verhalten auftreten.

  • 5.

    Insbesondere bei älteren Patienten kann eine Wahnsymptomatik auftreten.

□ A: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.3.9Vorsicht Falle! (2015–2 und 2016–2 zusammengefasst). Aussagenkombination
Für die Diagnose einer akuten BelastungsreaktionBelastungsstörungenBelastungsreaktion, akuteAkute Belastungsreaktion, ICD-10-Kriterien wird nach den Kriterien der ICD-10 gefordert:
  • 1.

    Auftreten einer heftigen psychischen Reaktion, die bis zu 12 Monate anhalten kann.

  • 2.

    Gemischtes und wechselndes Symptombild mit einem anfänglichen Zustand von Betäubung.

  • 3.

    Symptome von Angst und depressiver Reaktion, die bis zu 2 Jahre nach einem Erlebnis anhalten.

  • 4.

    Die Symptome sind innerhalb von 4 Wochen nach einem belastenden Ereignis aufgetreten.

  • 5.

    Die Störung folgt dem Ereignis mit einer Latenz, die Wochen bis Monate dauern kann.

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.

Dissoziative Störungen

Psychogene Störungendissoziative StörungenIn der Zeit von 1998 bis heute gab es nur 13 Prüfungsfragen zu den dissoziativen Störungen, davon allerdings sieben in den letzten sechs Jahren. Vor 1998 finden sich keine Fragen hierzu. In der mündlichen Prüfung – hin und wieder auch im Schriftlichen – wird des Öfteren nach den verschiedenen Formen der dissoziativen Störungen gefragt, deshalb sind die für uns wichtigsten Unterformen in Abb. 7.6 im Überblick dargestellt.

Merke

Selten gefragte Sonderformen: Dissoziative StörungenSonderformen

  • Ganser-Ganser-SyndromSyndrom: „Dissoziative PseudodemenzdissoziativeDissoziative PseudodemenzPseudodemenz“, „Schein-Blödsinn“. Vorbeiantworten in einer psychisch belastenden Situation, begleitet von weiteren dissoziativen Phänomenen

  • Psychogener Psychogener DämmerzustandDämmerzustand: psychisch bedingter Dämmerzustand, ausgelöst durch einen Schock oder ein traumatisches Erlebnis

Typische Prüfungsfragen
Frage 7.4.1Aussagenkombination
Welche der folgenden Störungen kommen nach lCD-10 als Formen einer dissoziativen Dissoziative StörungenUnterformenStörung in Betracht?
  • 1.

    Tetanischer Anfall (Hyperventilationssyndrom)

  • 2.

    Dissoziales Verhalten

  • 3.

    Stupor

  • 4.

    Störung des Körperschemas

  • 5.

    Pseudodemenz bei Ganser-Syndrom

□ A: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.4.2Prüfung aktuell (2016–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur dissoziativen AmnesieDissoziative AmnesieAmnesiedissoziative treffen zu?
  • 1.

    Charakteristisch ist eine partielle oder vollständige Amnesie für kürzlich traumatisierende oder belastende Ereignisse.

  • 2.

    Charakteristisch ist das Fehlen von hirnorganischen Störungen, Intoxikation oder extremer Erschöpfung.

  • 3.

    Die dissoziative Amnesie ist ein typisches Symptom der Alzheimer-Krankheit.

  • 4.

    Es ist schwierig, eine bewusste Simulation der Amnesie auszuschließen.

  • 5.

    Eine dissoziative Amnesie ist grundsätzlich nicht reversibel

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.4.3Aussagenkombination
Welche der Aussagen zu dissoziativen Störungen trifft/treffen zu? Dissoziative StörungenMerkmale
  • 1.

    Es handelt sich um psychische Störungen mit objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation wie Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern.

  • 2.

    Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

  • 3.

    Trotz anders lautender ärztlicher Befunde gehen die Betroffenen mit der anhaltenden Überzeugung und ständigen Sorge einher, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden.

  • 4.

    Dissoziative Störungen sind Störungen der normalen Integration von Erinnerungen an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der unmittelbaren Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen.

  • 5.

    Bei der Konversionsstörung werden körperliche Beschwerden vom Patienten als abnorm und belastend interpretiert; die Aufmerksamkeit wird meist auf ein oder zwei Organe fokussiert.

□ A: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.4.4Aussagenkombination
Was zeichnet Menschen mit einer dissoziativen Dissoziative IdentitätsstörungIdentitätsstörung (multiple Multiple PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörung) aus?
  • 1.

    Sie sind vermehrt suizidgefährdet.

  • 2.

    Sie neigen zu anderen psychischen Erkrankungen, z. B. Angststörungen.

  • 3.

    Sie besitzen mehrere sich abwechselnde Persönlichkeiten.

  • 4.

    Wahnhaftes Denken ist typisch.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.4.5Prüfung aktuell (2015–1). Einfachauswahl
Welche Aussage zur dissoziativen Störung der BewegungDissoziative Störungender Bewegung trifft zu?
□ A: Umwandlung unbewusster psychischer Konflikte in somatische Symptome.
□ B: Zustand, der beim Übergang von einer Depression zur Manie auftritt und umgekehrt.
□ C: Symptome können durch eine körperliche Erkrankung erklärt werden.
□ D: Umschlag von katatoner Erregung zu katatoner Hemmung.
□ E: Neu hinzukommendes Symptom, das im Krankheitsverlauf das Grundsymptom ersetzt.

Somatoforme Störungen

Die für uns wichtigsten somatoformen Störungen im Überblick
Abb. 7.7Psychogene Störungensomatoforme Störungen
Typische Prüfungsfragen
Frage 7.5.1Aussagenkombination
Was ist bei der Behandlung von Patienten mit somatoformen Somatoforme StörungenBehandlungStörungen unerlässlich?
  • 1.

    Die Patienten darin zu bestärken, regelmäßig zu verschiedenen Fachärzten zu gehen.

  • 2.

    Den Patienten unmissverständlich klar machen, dass die Störung eine psychische Ursache hat.

  • 3.

    Die Beschwerden des Patienten ernst nehmen.

  • 4.

    Abklären, ob der Patient regelmäßig Schmerz- oder Schlafmittel einnimmt.

  • 5.

    Psychoedukation (z. B. durch typische Beispiele für den Zusammenhang von Psyche und Körper).

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.5.2Aussagenkombination
Somatoforme Somatoforme StörungenStörungen …
  • 1.

    können zu einem primären Krankheitsgewinn führen.

  • 2.

    können zu einem sekundären Krankheitsgewinn führen.

  • 3.

    sind Ausdruck einer körperlichen Erkrankung.

  • 4.

    können sich in muskulärer Schwäche äußern.

  • 5.

    dauern i. d. R. nicht länger als 3 Monate an.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 7.5.3Einfachauswahl
Hinsichtlich der hypochondrischen Hypochondrische StörungStörung (nach ICD-10) trifft nicht zu:
□ A: Vorherrschendes Kennzeichen ist die anhaltende Sorge, an einer oder zwei schweren körperlichen Erkrankungen zu leiden.
□ B: Ein bekanntes Phänomen hierbei ist die Interpretation normaler Empfindungen als abnorm und belastend.
□ C: Ein charakteristisches Phänomen ist die Weigerung zu akzeptieren, dass den Symptomen keine körperliche Erkrankung zugrunde liegt.
□ D: Bei einem Teil der Patienten besteht ein depressives Syndrom.
□ E: Innerhalb der Mindestdauer von 6 Monaten kommt es zu einem häufigen Wechsel der Symptomatik und der dafür typischen Erkrankungen.
Frage 7.5.4Hypochondrische StörungEinfachauswahl
Eine 36-jährige Patientin leidet seit 4 Wochen unter bedrückter Stimmung, ist wehleidig, entschlusslos, psychomotorisch und im Denkablauf gehemmt. Sie klagt darüber, dass ihr nichts mehr Freude mache, und leidet an Schafstörungen. Die gleichzeitig geschilderten Befürchtungen um das körperliche Wohl – bei fehlendem Organbefund – drehen sich in der Hauptsache um den Stuhlgang. Was ist die wahrscheinlichste Diagnose?
□ A: Hypochondrische Störung
□ B: Somatisierte Depression
□ C: Mittelgradige depressive Episode
□ D: Depressive Episode mit somatischem Syndrom
□ E: Somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Verdauungssystems
Frage 7.5.5Einfachauswahl Somatisierungsstörung
Eine Ihrer Patientinnen klagt über körperliche Symptome, für die keine organischen Ursachen gefunden werden können. Welches Merkmal muss für die Diagnose einer SomatisierungsstörungSomatisierungsstörungDiagnosekriterien (nach ICD-10) erfüllt sein?
□ A: Die Beschwerden sind auf ein bestimmtes Organ bzw. einen bestimmten Bereich begrenzt.
□ B: Die Patientin zeigt Symptome der Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.
□ C: Die Beschwerden bestehen seit maximal 6 Monaten.
□ D: Die Beschwerden stammen aus multiplen Symptombereichen.
□ E: Die Patientin gibt an, davon überzeugt zu sein, an einer schwerwiegenden, fortschreitenden Krankheit zu leiden.
Frage 7.5.6Aussagenkombination SomatisierungsstörungMerkmale
Welche der folgenden Aussagen über Somatisierungsstörungen treffen zu?
  • 1.

    Eine Somatisierungsstörung ist als eine spezifische Form der depressiven Störung definiert.

  • 2.

    Die Symptome sind definitionsgemäß nur auf einen Körperteil bezogen.

  • 3.

    Die psychophysische Konstitution begünstigt die Entstehung der Störung.

  • 4.

    Medikamentenmissbrauch bis zur Abhängigkeit ist häufig zu beobachten.

  • 5.

    Die Symptome treten bevorzugt im Zusammenhang mit einer Panikstörung auf.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.

Nicht verwechseln

  • Die SomatisierungsstörungMerkmaleSomatisierungsstörung ist gekennzeichnet durch viele (multiple) wechselnde Beschwerden – die Betonung liegt auf Beschwerden (nicht Schmerzen!) und auf „wechselnd“. Dauer: 2 Jahre und mehr.

  • KonversionsstörungKonversionsstörungen (dissoziative Dissoziative StörungenStörungen) lassen sich häufig mit einer belastenden Auslösesituation in Verbindung bringen. Sie haben meist „symbolischen Ausdruckscharakter“ und dauern i. d. R. nur wenige Tage oder Wochen an. Die Symptome spiegeln oft die subjektiven Vorstellungen der Betroffenen wider, wie diese oder jene Krankheit aussehen müsste (z. B. Lähmungen; epilepsieähnliche Anfälle usw.).

  • Davon zu unterscheiden ist die Somatisierte DepressionDepression/depressive Episodesomatisiertesomatisierte = larvierte Larvierte DepressionMerkmale/SymptomeDepression/depressive EpisodelarvierteDepression. Die typischen Symptome der Depression werden bei dieser Störung von den Betroffenen nicht wahrgenommen, stattdessen klagen sie über körperliche Symptome, die denen der Somatisierungsstörung ähneln. Auf Nachfragen finden sich oft einige depressive Symptome, z. B. Schlafstörungen, Früherwachen, sozialer Rückzug, Mangel an Emotionen. Häufig gibt es auch eine Auslösesituation (Überlastung, Trennung, Verlust des Arbeitsplatzes). Menschen mit einer larvierten Depression sprechen meist gut auf Antidepressiva an (im Gegensatz zur Somatisierungsstörung).

Frage 7.5.7Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur anhaltenden somatoformen SchmerzstörungAnhaltende somatoforme Schmerzstörung sind zutreffend?
  • 1.

    Leitsymptom sind häufig wechselnde, mindestens 6 Monate andauernde Schmerzen, für die es medizinisch keinen entsprechenden Befund gibt.

  • 2.

    Die Schmerzen treten in Verbindung mit psychosozialen Belastungen oder emotionalen Konflikten auf.

  • 3.

    Die schweren, oft quälenden Schmerzen bilden den Hauptfokus der Patienten.

  • 4.

    Besonders häufig sind starke Schmerzen im Bereich der Herzkranzgefäße oder des Magen-Darm-Trakts.

  • 5.

    Dissimulation ist ein häufiges Zusatzsymptom.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 7.5.8Einfachauswahl
Die somatoforme autonome FunktionsstörungSomatoforme autonome Funktionsstörung (nach ICD-10)
□ A: betrifft praktisch ausschließlich den Verdauungstrakt.
□ B: ist definitionsgemäß auf Patienten mit histrionischer Persönlichkeitsstörung begrenzt.
□ C: ist im Regelfall durch eine vorbestehende körperliche Erkrankung verursacht.
□ D: chronifiziert i. d. R. nicht.
□ E: bezieht sich insbesondere auf Organe/Systeme, die weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert sind.

Merke

Bei den somatoformen autonomen Somatoforme autonome FunktionsstörungFunktionsstörungen (früher: funktionelle Beschwerden) werden die Symptome durch das vegetative (= autonome) Nervensystem verursacht. Sie sind nicht so schmerzintensiv wie bei der somatoformen Schmerzstörung, und vor allen Dingen: ihre Ursache ist das autonome Nervensystem. Beim HerzangstsyndromHerzangstsyndrom z. B. ist der Schmerz zwar kaum zu ertragen, dauert aber nur wenige Minuten. Auch Magen- und Darmprobleme, Blähbauch, psychogener Husten, asthmaähnliche Anfälle und das Hyperventilationssyndrom zählen zu den durch das autonome Nervensystem verursachten „somatoformen autonomen Funktionsstörungen“.

Frage 7.5.9EinfachauswahlHyperventilationstetanie
Eine 25-jährige Frau bekommt plötzlich Angstgefühle, „pfötchenartige“ Verkrampfungen der Hände und atmet schnell und flach. – Es handelt sich am ehesten um:
□ A: Klaustrophobie
□ B: Soziophobie
□ C: Hyperventilationstetanie
□ D: Panikattacke
□ E: Konversionssyndrom
Frage 7.5.10Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum HerzangstsyndromHerzangstsyndrom treffen zu?
  • 1.

    Aus statistischer Sicht besteht für den Herzangstneurotiker gegenüber der Durchschnittsbevölkerung ein signifikant erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.

  • 2.

    Patienten mit Herzangstneurose neigen zu häufigerem Arztwechsel.

  • 3.

    Patienten mit Herzangst beschäftigen sich nahezu ständig – oft ernsthaft, oft weniger konkret – mit Suizidgedanken.

  • 4.

    Der prozentuale Anteil der Männer an der Zahl der Fälle ist bei der Herzangstneurose höher als bei den allgemeinen Phobien (z. B. Klaustrophobien, Tierphobien usw.).

  • 5.

    Symptomauslösend sind in einem Teil der Fälle Erlebnisse von Herzerkrankung oder Herztod im Bekanntenkreis oder im öffentlichen Leben.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung 7.1.1B: PanikstörungPanikstörung AngststörungenPanikstörung
Lösung 7.1.2D: Agoraphobie ohne PanikstörungAgoraphobiePhobienAgoraphobie
Lösung 7.1.3E: Agoraphobie mit Panikstörung
Lösung 7.1.4A: Generalisierte AngststörungGeneralisierte AngststörungAngststörungengeneralisierte
Lösung 7.1.5C: Soziale PhobieSoziale Phobie
Lösung Tab. 7.1Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Richtig! Angststörungen gehören neben den Depressionen zu den häufigsten psychischen Störungen. In Deutschland leiden nach einer Studie der Bundesregierung etwa 10 % der Bevölkerung an behandlungsbedürftigen Angststörungen, neuere Statistiken sprechen sogar von 14 %.

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Richtig! Bei Menschen mit Angststörungen finden sich häufig depressive Verstimmungen. Umgekehrt haben Patienten mit Depressionen häufig Ängste, die sich bis zu Panikattacken steigern können.

  • Zu 4: Falsch! Bei der generalisierten Angststörung und einigen Formen der sozialen Phobie haben die Betroffenen keine Panikattacken.

  • Zu 5: Falsch! Typisch für eine PanikattackePanikattackeDefinition ist der abrupte Beginn und eine Dauer von 10–20 Minuten.

  • Zu 6: Falsch! Eine PanikattackePanikattackeDefinition (= schwerer Angstanfall) ist ein Symptom, eine PanikstörungPanikstörungDefinition eine Erkrankung.

  • Zu 7: Richtig! Personen mit einer depressiven Episode haben oft Ängste, manchmal auch Panikattacken (z. B. nachts), obwohl dies in der ICD-10 nicht ausdrücklich aufgeführt wird.

  • Zu 8: Falsch! Die Beschreibung „allgemeine und anhaltende Angst, die nicht durch bestimmte Situationen“ ausgelöst wird, trifft auf die generalisierte Angststörung zu und passt nicht zur Phobie. Angststörungengeneralisierte

  • Zu 9: Richtig!

  • Zu 10: Falsch! Die KardiophobieKardiophobieHerzangstsyndrom (früher: Herzphobie) zählt in der ICD-10 zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen.

Lösung 7.1.6A: Nur 1 und 3 sind richtig. AngststörungenICD-10-Klassifikation
  • Zu 2: Trotz der irreführenden Endung „-phobie“ zählt die DysmorphophobieDysmorphophobie zu den somatoformen Störungen, genauer: zur Hypochondrie.

  • Zu 4: Trotz des irreführenden Namens zählt die „Herzphobie“ (heute: HerzangstsyndromHerzangstsyndrom) zu den somatoformen autonomen FunktionsstörungenSomatoforme autonome Funktionsstörung des Herzens.

  • Zu 5: Wie die Dysmorphophobie gehört auch die Hypochondrie zu den somatoformen Störungen.

Lösung 7.1.7B: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Das Wort „flottieren“ stammt aus dem Französischen (frz. „flotter“, in einer Flüssigkeit schweben, im Wasser umhertreiben). Auf das Symptom AngstAngst, frei flottierende übertragen bedeutet dies: Die Betroffenen leiden an einer häufig wechselnden Grundstimmung von Angst und Besorgnis, die nicht an spezifische Auslösesituationen gebunden ist.

  • Zu 2: Falsch! Ein Verhalten, „das den geltenden sozialen Normen krass widerspricht“ zeigen Menschen mit einer dissozialen PersönlichkeitsstörungDissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome, nicht mit einer sozialen Phobie.

  • Zu 3: Falsch! Der erste Teil der Aussage ist richtig: Die Betroffenen leiden unter anhaltenden Sorgen und Befürchtungen, die durch verschiedene Auslöser verursacht werden können. Der zweite Teil der Aussage ist falsch: Panikattacken können vorkommen, sind aber eher selten und nicht typisch für die Erkrankung.

  • Zu 4: Richtig! Sorgenkonfrontation in sensuSorgenkonfrontation in sensu (= in der Vorstellung) bedeutet: Die Betroffenen stellen sich Situationen vor, die ihnen Sorgen bereiten. Dabei malen sie sich die Konsequenzen bis zum schlimmstmöglichen Ausgang bildhaft aus und halten die dabei auftretenden Angstgefühle so lange aus, bis sie im Zuge der Gewöhnung absinken. Die Gewöhnung führt nach Ansicht von Verhaltenstherapeuten langfristig zu einer Verringerung von Sorgen und unangenehmen Begleitsymptomen.

  • Zu 5: Richtig! AntidepressivaAntidepressivaWirkungen regulieren die aus dem Gleichgewicht geratenen Überträgerstoffe, z. B. den Serotoninhaushalt.

Lösung Tab. 7.2Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Richtig! Paroxysmal kommt aus dem Griechischen und bedeutet „anfallsartig“

  • Zu 2: Falsch! Bei „Drop AttacksDrop Attacks“ stürzen die Betroffenen (meist ältere Patienten) bei klarem Bewusstsein plötzlich zu Boden. Als Verursachung werden Probleme mit dem Herzen, dem Blutdruck oder den das Gehirn versorgenden Blutgefäßen diskutiert. Drop Attacks haben nichts mit Panikattacken zu tun.

  • Zu 3: Richtig! → ICD-10, F41.0 (Einleitung)

  • Zu 4: Richtig!

  • Zu 5: Richtig! Typisch sind viele, häufig wechselnde Sorgen und Befürchtungen, die oft ohne konkrete Auslösesituationen auftreten.

  • Zu 6: Richtig! Bei einer SchilddrüsenüberfunktionSchilddrüseÜberfunktion (Hyperthyreose) (HyperthyreoseHyperthyreose) kann es zu Ängsten, manchmal auch zu PanikattackenPanikattackeorganische Ursachen kommen.

Lösung 7.1.8A: Nur 1 und 4 sind richtig.
  • Zu 2: Falsch! Die Betroffenen wissen genau, was sie während der Panikattacke gedacht oder getan haben. Eine Teilamnesie wäre typisch für eine dissoziative Störung.

  • Zu 3: Falsch! Viele vegetative Symptome als körperliche Reaktion auf die Angst.

  • Zu 5: Falsch! Wahn ist ein psychotisches Symptom und kann deshalb bei einer psychogenen (neurotischen) Störung nicht vorkommen.

Lösung 7.1.9Richtig ist B.
  • Zu A: Das wäre eine generalisierte Angststörung.

  • Zu C: Das wäre eine Phobie.

  • Zu D: Es stimmt zwar, dass eine Panikattacke meist nur 15–20 Minuten andauert – das gilt aber auch für Panikattacken bei einer Phobie oder einer depressiven Episode.

  • Zu E: Diese Beschreibung passt auf das HerzangstsyndromHerzangstsyndrom (= somatoforme autonome Funktionsstörung des Herzens), nicht auf eine Panikattacke.

Lösung 7.1.10E: Alle Aussagen sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (HyperthyreoseHyperthyreose) können PanikattackenPanikattackeorganische Ursachen auftreten

  • Zu 2: Richtig! Bei Unterzuckerung (Hypoglykämie Hypoglykämie ) kommt es u. a. zu Herzklopfen, Herzrasen, Ohnmachtsgefühlen, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Angstzuständen und Panikattacken. In schweren Fällen können Bewusstseinsstörungen bis hin zu komatösen Zuständen die Folge sein.

  • Zu 3: Richtig! Koronare HerzkrankheitKoronare Herzkrankheit = Erkrankung der Herzkranzgefäße (z. B. Angina pectorisAngina pectoris). Erkrankungen des Herzens und der Herzkranzgefäße gehen nahezu immer mit Angstzuständen einher, häufig mit Symptomen, die einer Panikattacke ähneln.

  • Zu 4: Richtig! Zerebrales Anfallsleiden = Epilepsie Epilepsie

  • Zu 5: Richtig! Bei einem AsthmaanfallAsthmaanfall mit Atemnot bekommen die Betroffenen große Angst, oft Todesangst mit Symptomen, die auch bei einer Panikattacke auftreten.

Lösung 7.1.11Nicht richtig ist A.
Lösung Tab. 7.3Richtig oder falsch?
  • Zu 1–4: Richtig!

  • Zu 5: Falsch! Bei der AgoraphobieAgoraphobieAuslöser wird die Angst durch die unter (2) beschriebenen Situationen ausgelöst, die Angst ist also nicht „frei flottierend“(= häufig wechselnd). PhobienAgoraphobie

  • Zu 6: Richtig!

  • Zu 7: Falsch! Das wäre typisch für die dissoziale PersönlichkeitsstörungDissoziale PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome.

  • Zu 8: Richtig!

  • Zu 9: Richtig! Angst in sozialen Situationen und entsprechendes Vermeidungsverhalten sind auch bei der ängstlich-vermeidenden PersönlichkeitsstörungÄngstlich-vermeidende PersönlichkeitsstörungMerkmale/Symptome typisch; die Symptome sind bei der sozialen PhobiePhobiensozialeSoziale Phobie jedoch stärker ausgeprägt.

  • Zu 10: Falsch! Meist schwächen die Symptome sich mit zunehmendem Alter ab.

Lösung 7.1.12Nicht richtig ist C.
  • Kommentar: Frauen erkranken um ein Vielfaches häufiger als Männer.

Lösung 7.1.13D: Nur 3 und 5 sind richtig. PhobiensozialeSoziale Phobie
  • Zu 1: Falsch! Die Symptome treten nur in Situationen auf, die bei den Betroffenen Angst auslösen. Bei der sozialen Phobie sind dies nur Situationen aus dem sozialen Bereich.

  • Zu 2: Falsch! Die physiologischen Symptome wie Erröten, Zittern, Übelkeit werden nicht als lebensbedrohlich erlebt.

  • Zu 3: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Die Betroffenen meiden zwar soziale Situationen, wenn es sich jedoch nicht vermeiden lässt, trinken sie sich z. B. vorher schon Mut an, nehmen Beruhigungsmittel oder betäuben sich in Gesellschaft mit Alkohol oder Drogen (z. B. Ecstasy, das Hemmungen reduziert und das Gefühl vermittelt, mit allem und jedem verbunden zu sein).

  • Zu 5: Richtig! Wegen der Angst, sich zu blamieren oder auf Ablehnung zu stoßen, werden Kontakte mit dem anderen Geschlecht gemieden, obwohl die Betroffenen sich eigentlich eine Beziehung wünschen. Viele bleiben deshalb unverheiratet.

Lösung 7.1.14Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
  • Zu 5: ExamensangstExamensangst ganz allgemein zählt zu den spezifischen Phobien. Wenn jemand allerdings vorwiegend Angst hat, bei einer mündlichen Prüfung „im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen“ und sich peinlich zu verhalten, zählt diese Form der PrüfungsangstPrüfungsangst zu den sozialen Phobien.

Lösung Tab. 7.4Richtig oder falsch? AngststörungenTherapiePhobienTherapie
  • Zu 1–3: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Die „Konfrontation mit dem WiderstandKonfrontationmit dem Widerstand“ gehört zur Psychoanalyse nach Freud. Nicht verwechseln mit der „Konfrontation mit der angstauslösenden Situation“ der klassischen VT.

  • Zu 5: Richtig! Reizkonfrontation in vivoReizkonfrontation = KonfrontationKonfrontationReiz- mit dem angstauslösenden Reiz in der Realität, nicht in der Vorstellung.

  • Zu 6: Falsch! Die ReizüberflutungReizüberflutung (= FloodingFlooding) funktioniert nur, wenn man den angstauslösenden Reiz kennt, z. B. bei Höhenangst, Angst vor Plätzen, Menschenmengen, Aufzügen oder vor engen Räumen.

  • Zu 7: Richtig! Daher die Bezeichnung „reziproke HemmungReziproke Hemmung“.

  • Zu 8: Falsch! Bei sozialen Phobien werden meist Techniken der kognitiven VT eingesetzt.

Lösung 7.1.15E: Nur 2, 3, 4 und 5 sind richtig. Verhaltenstherapiebei PanikstörungenPanikstörungTherapie
  • Zu 4: In der kognitiven VT sollen die Betroffenen lernen, die Signale ihres Körpers wieder angemessen zu bewerten. Sie lernen z. B., dass Herzrasen nicht einen nahenden Herzinfarkt ankündigt, dass Schwindel und Atemnot nicht zu einer Ohnmacht oder zum Ersticken führen. Verhaltensexperimente wie z. B. bewusste Hyperventilation oder ein bewusstes Hervorrufen von Herzrasen oder Schwindel helfen den Patienten, ihre körperlichen Reaktionen besser zu verstehen und auf diese Weise ihre verzerrten Gedanken zu verändern.

Lösung 7.1.16D: Nur 1, 2 und 4 sind richtig.
  • Kommentar: → Kasten

Wichtig zu wissen

Die VerhaltenstherapieTerminologieBegriffe „ kognitiv-verhaltenstherapeutisch“ bzw. (in anderen Prüfungen) „kognitiv-behavioral“ werden in der schriftlichen Prüfung leider sehr „unscharf“ verwendet. Während in den USA die „cognitive behavioral therapy“ (CBT) streng von der klassischen VT unterschieden wird, beinhaltet für die Prüfer die kognitiv-behaviorale Therapie (= kognitive Verhaltenstherapie); deshalb war bei Frage 7.1.16 auch die „Reizkonfron-tation“ anzukreuzen. – Die Aussagen 3 und 5 sind das Gegenteil von dem, was sich sowohl die klassische als auch die kognitive Verhaltenstherapie zum Ziel setzt.

Lösung 7.1.17B: Nur 1, 3 und 4 sind richtig. Verhaltenstherapiebei PhobienPhobienTherapie
  • Zu 1: Richtig! „Graduiert“ bedeutet: sich langsam steigernd.

  • Zu 2: Falsch! Die systematische Desensibilisierung, systematischePhobienDesensibilisierung in vivo wird vorwiegend bei isolierten PhobienPhobienisolierte (spezifische) eingesetzt. Bei der Agoraphobie ist die Kopplung von Entspannung und Angstreiz i. d. R. kaum möglich.

  • Zu 3: Richtig! Gedankliche Konfrontation = Exposition in sensu.

  • Zu 4: Richtig! Das SelbstsicherheitstrainingSelbstsicherheitstraining (oder auch das Training sozialer Kompetenz) findet meist in Gruppen statt, mit Rollenspiel, z. T. unterstützt durch Aufzeichnung per Video.

  • Zu 5: Falsch! Ziel der VT ist es zu erfahren, dass die Angst wellenförmig ansteigt und irgendwann wieder abebbt: Der Klient soll also die Angst „aushalten“ und ihr nicht ausweichen.

Lösung 7.1.18B: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Desensibilisierung, systematische
  • Zu 1: Richtig! ReziprokeReziproke Hemmung = gegenseitige Hemmung bedeutet: Entspannung und Angst sind gleichzeitig nicht möglich.

  • Zu 2: Richtig! GegenkonditionierungGegenkonditionierung bedeutet: Der furchtauslösende Reiz (z. B. ein Hund oder eine Feder) wird so lange mit einem positiv besetzten Reiz gekoppelt (hier: Entspannung), bis der vorher angstauslösende Reiz zu einem (konditionierten) positiven Reiz wird. Auch andere Entspannungsverfahren (z. B. autogenes Training, Meditation usw.) werden verwendet.

  • Zu 3: Richtig! AngsthierarchieAngsthierarchie = Stufenleiter der Angst. Begonnen wird mit den Auslösern, die am wenigsten Angst machen.

  • Zu 4: Falsch! Bei häufig wechselnden sozialen Auslösern kann man keine Angsthierarchie erstellen; bewährt hat sich hier eher die kognitive VT.

  • Zu 5: Falsch!

Lösung Tab. 7.5Richtig oder falsch? Zwangsstörungen
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2: Falsch! Männer und Frauen erkranken in etwa gleich häufig.

  • Zu 3: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Die ZwangshandlungZwangshandlungen dient dazu, kurzzeitig die Angst zu reduzieren.

  • Zu 5: Falsch! Zwangsgedanken und Zwangshandlungen treten gleichzeitig auf.

  • Zu 6: Falsch! WahnWahn ist ein psychotisches Symptom, kann also nie bei einer psychisch bedingten Zwangsstörung auftreten. Bei einer schweren Depression mit psychotischen Symptomen kann es neben Zwangssymptomen auch zu wahnhaftem Erleben kommen; das ist dann allerdings eine affektive Störung, keine Zwangserkrankung.

  • Zu 7: Richtig! Passagere (= vorübergehende) Zwangssymptome sind im Kindesalter häufig.

  • Zu 8–10: Richtig!

Lösung 7.2.1C: Nur 1, 4 und 5 sind richtig. Zwangsstörungen
  • Zu 1: Richtig! Beispiel: Die zwanghaften Gedanken, andere mit einem Messer zu verletzen oder das eigene Kind umzubringen.

  • Zu 2: Falsch! Die Lebenszeitprävalenz (= Krankheitshäufigkeit) liegt bei 2–3 %.

  • Zu 3: Falsch! Zwangssyndrome im Zusammenhang mit einer Schizophrenie oder einer Depression werden diagnostisch der primären Erkrankung zugeordnet und verschwinden, wenn z. B. die Schizophrenie oder die Depression erfolgreich behandelt wird.

  • Zu 4: Richtig!

  • Zu 5: Richtig! Die Betroffenen erkennen, dass die unsinnigen Gedanken ihre Gedanken sind (anders als bei der Schizophrenie, wo die Betroffenen das Gefühl haben, die Gedanken würden ihnen eingegeben oder aufgezwungen).

Lösung 7.2.2A: Nur 1 und 4 sind richtig. ZwangsstörungenGedankeneingebung
  • Zu 2: WahnWahn ist ein psychotisches Symptom, kann also nie bei einer unter F4 aufgeführten psychischen Störung auftreten.

  • Zu 5: GedankeneingebungGedankeneingebung ist eine vorwiegend zur Schizophrenie gehörige Ich-StörungIch-StörungenSchizophrenie.

Lösung 7.2.3Richtig sind D und E. Zwangsstörungen
  • Zu A: Falsch! Werden Zwangshandlungen unterdrückt, kommt es zu intensiver, manchmal panikartiger Angst, nicht zu Gefühlen von Trauer oder Minderwertigkeit.

  • Zu B: Falsch! Die Zwänge sind i. d. R. durchgängig vorhanden und führen deshalb häufig zu sozialen und/oder beruflichen Problemen.

  • Zu C: Falsch! Die Betroffenen erkennen die Unsinnigkeit ihrer Gedanken und Handlungen, sie leiden darunter und können sie trotzdem nicht unterdrücken.

  • Zu D: Richtig! Bei depressiven Episoden und schizophrenen Erkrankungen können begleitend Zwänge aller Art auftreten, folglich auch bei postpartalen DepressionenDepression/depressive Episodepostpartale und/oder postpartalen Psychosen/psychotische StörungenpostpartalePsychosenPostpartale Psychose (postpartal = nach der Niederkunft/im Wochenbett).

  • Zu E: Richtig!

Lösung 7.2.4B: Nur 3 und 4 sind richtig. ZwangsimpulsePersönlichkeitsstörungenanankastische
  • Zu 1: Falsch! ZwangsimpulseZwangsimpulse (z. B. das Kind vor ein Auto zu werfen) verursachen große Angst und werden deshalb normalerweise nicht in die Tat umgesetzt:

  • Zu 2: Falsch! Die Erleichterung ist nur kurzzeitig, nicht nachhaltig = länger andauernd.

  • Zu 3 und 4: Richtig! Zwangsstörungen im Zusammenhang mit einer depressiven Episode verschwinden nach erfolgreicher Therapie mit Antidepressiva. Zwangsstörungen ohne „depressive Komponente“ hingegen verlaufen meist chronisch.

  • Zu 5: Falsch! Menschen mit einer zwanghaften (= anankastischen) PersönlichkeitsstörungAnankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung leiden nicht unter ihrer Störung, oft sind sie sogar stolz auf ihr Verhalten. Wie alle Persönlichkeitsstörungen findet sich die Störung unter F6, die ZwangsstörungZwangsstörungen (= Zwangserkrankung) hingegen unter F4.

Lösung 7.2.5Richtig sind C und E.
  • Kommentar: Patienten mit Zwangsstörungen leiden häufig auch an Depressionen und Angststörungen. Schizoide, dissoziale oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen kommen als komorbide Störungen sehr selten vor.

Lösung 7.2.6Richtig sind A und E. Verhaltenstherapiebei ZwangsstörungenZwangsstörungenTherapie
  • Kommentar: Die ExpositionstechnikExpositionstraining zählt zur klassischen VT, die Analyse von verzerrten GedankenmusternKognitive Umstrukturierung ist typisch für die kognitive VT.

  • Ein Beispiel für A: Ein Klient mit Angst vor Bakterien und Keimen berührt z. B. die Türklinke oder den Abfalleimer (= Exposition). Die normale Reaktion wäre, sich sofort die Hände zu waschen. Dies wird verhindert, stattdessen soll er die aufkommende Angst aushalten.

Lösung 7.3.1D: Nur 1, 2 und 4 sind richtig. Posttraumatische BelastungsstörungSymptome
  • Zu 1: Richtig! Typisch ist z. B. eine dissoziative (Teil-)Amnesie für das Trauma, manchmal auch eine dissoziative Fugue. Auch Depersonalisation, Derealisation oder ein Abspalten der Gefühle sind Phänomene der Dissoziation.

  • Zu 2: Richtig! „Intrusion“ (engl., wörtlich „Eindringen“) = sich aufdrängende Bilder, Gedanken und Albträume. Intrusion

  • Zu 3: Falsch! Die sich aufdrängenden Nachhallerinnerungen an das Trauma sind keine Halluzinationen, sondern innere Bilder.

  • Zu 4: Richtig! Die Betroffenen meiden Situationen, die an das Trauma erinnern.

  • Zu 5: Falsch! Keine Orientierungsstörungen bei einer PTBS.

Lösung 7.3.2Nicht zutreffend ist Aussage A. Posttraumatische BelastungsstörungSymptome
  • Zu A: Falsch! Die Symptome müssen nach ICD-10 spätestens 6 Monate nach dem Trauma auftreten.

  • Zu B: Richtig! Gefühls- und Interessenverlust und Gefühl des Betäubtseins sind typisch.

  • Zu C: Richtig! Hypervigilanz = übergroße Wachheit, engl. „hyperarousal“, Übererregung.

  • Zu D: Richtig! griech. „mnesis“, Erinnerung → AmnesieAmnesie = fehlende Erinnerungen in Bezug auf das Trauma.

  • Zu E: Richtig!

Lösung 7.3.3B: Nur 2 und 5 sind richtig. Posttraumatische BelastungsstörungSymptome
  • Zu 1: Falsch! Die Symptome dauern oft jahrelang an.

  • Zu 2: Richtig! Besonders häufig sind Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen.

  • Zu 3: Falsch! Traumafokussierte Therapieverfahren wie z. B. EMDR werden bei der Behandlung der PTBS mit Erfolg eingesetzt.

  • Zu 4: Falsch! Je nach Schwere des Traumas entwickeln nur 20–50 % der Betroffenen eine PTBS.

  • Zu 5: Richtig!

Lösung 7.3.4C: Nur 2, 3 und 5 sind richtig. Posttraumatische BelastungsstörungSymptome
  • Kommentar: Vigilanzsteigerung (2), Vermeidungsverhalten (3) und vegetative Symptome (5) sind typisch für die PTBS. Typisch sind überdies Albträume (4 ist falsch) und eine eingeschränkte Fähigkeit, über das Trauma und die damit zusammenhängende Symptome zu berichten (1 ist falsch).

Lösung 7.3.5Richtig sind B und E.
  • Zu A und C: Scheidung und chronische Krankheit eines Angehörigen sind psychosoziale BelastungsstörungenBelastungsreaktion, akuteBelastungssituationen, die normalerweise eine Anpassungsstörung zur Folge haben.

  • Zu D: Eine PTBS als Folge von Gewaltvideos gibt es nach der ICD-10 nicht.

Lösung 7.3.6A: Nur 1, 2 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2: Richtig! ICD-10: „Beginn der Symptome innerhalb eines Monats“.

  • Zu 3: Falsch! ICD-10: „Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt … eine bedeutsame Rolle.“

  • Zu 4: Richtig! Beispiele: erneutes Einnässen, Daumenlutschen, Babysprache usw.

  • Zu 5: Falsch! Der Störung geht i. d. R. eine psychosoziale Belastung voraus, die nicht als „katastrophal“ oder extrem belastend einzustufen ist.

Lösung 7.3.7D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig!

  • Zu 2 und 3: Falsch! Eine abnorme Trauerreaktion, abnormeTrauerreaktionAbnorme Trauerreaktion liegt auch vor, wenn die Störung nur kurz andauert, die Symptome sich aber ganz wesentlich von einer normalen Trauerreaktion unterscheiden.

  • Zu 4: Richtig!

  • Zu 5: Richtig! Die individuelle psychische Konstitution oder entsprechende Vorerfahrungen (z. B. eine schwierige Kindheit) können bei der Ausprägung der Symptomatik eine Rolle spielen.

Lösung 7.3.8A: Nur 4 ist richtig, Anpassungsstörung
  • Zu 1: Falsch! Der 1. Teil der Aussage ist zwar zutreffend, nicht richtig ist „von katastrophalem Ausmaß“ – das wäre eine PTBS.

  • Zu 2: Falsch! Die Remission (= Wiedergesundung) erfolgt spätestens nach 6 Monaten oder – bei der AnpassungsstörungAnpassungsstörungmit depressiver Reaktion mit depressiver Reaktion – nach maximal 2 Jahren.

  • Zu 3: Falsch!

  • Zu 4: Richtig! Die ICD-10 spricht hier von einer „Anpassungsstörung mit Störung des Sozialverhaltens“. Anpassungsstörungmit Störung des Sozialverhaltens

  • Zu 5: Falsch! Kein Wahn bei Belastungsstörungen aller Art.

Lösung 7.3.9Nur Aussage 2 ist richtig. Akute Belastungsreaktion, ICD-10-Kriterien
  • Zu 1: Falsch! Typisch ist zwar eine heftige psychische Reaktion, die nach ICD-10 jedoch spätestens nach 48 Stunden abklingt.

  • Zu 2: Richtig! Die Formulierung steht so wörtlich in der ICD-10.

  • Zu 3: Falsch! Beschrieben wird hier die Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt.

  • Zu 4: Falsch! Dieses Zeitkriterium gilt für die Anpassungsstörung, nicht für die akute Belastungsreaktion.

  • Zu 5: Falsch! Das unter 5 beschriebene Zeitkriterium würde für eine PTBS zutreffen.

Lösung 7.4.1A: Nur 3 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Das HyperventilationssyndromHyperventilationssyndrom zählt zu den somatoformen autonomen Funktionsstörungen der Atemwege (d. h. des respiratorischen Systems), nicht zu den dissoziativen Störungen.

  • Zu 2: Falsch! Nicht verwechseln: „Dissozial“ (z. B. „dissoziale Persönlichkeitsstörung“) ist nicht „dissoziativ“ (= abgespalten).

  • Zu 3: Richtig! Der dissoziative StupordissoziativerStuporDissoziativer Stupor (Stupor = Erstarrung) zählt zu den dissoziativen Störungen.

  • Zu 4: Falsch! Eine KörperschemastörungKörperschemastörung ist typisch für die Anorexia nervosa. Sie zählt nicht zu den dissoziativen Störungen.

  • Zu 5: Richtig! Das Ganser-SyndromGanser-Syndrom (benannt nach dem deutschen Psychiater S. J. M. Ganser, 1897) zählt nach ICD-10 zu den „anderen dissoziativen Störungen“ und wird dort beschrieben als „Vorbeiantworten, gewöhnlich begleitet von mehreren anderen dissoziativen Symptomen“. Auf die Frage „Was ist 3 + 5“ antworten die Betroffenen z. B. „7“ oder „Haben Sie eine Nase?“, „Weiß nicht“. – Nach außen hin ähnelt die Störung einer Demenz oder auch einer geistigen Behinderung (deshalb auch die Bezeichnung „Pseudodebilität“), es liegt jedoch keine organische Erkrankung vor, sondern eher ein Phänomen, das man früher mit dem Begriff „hysterisch“ in Verbindung brachte.

Lösung 7.4.2C: Nur 1, 2 und 4 sind richtig. Dissoziative Störungen
  • Zu 2: Richtig! ICD-10: „Die Diagnose sollte nicht bei hirnorganischen Störungen, Intoxikationen oder extremer Erschöpfung gestellt werden.“ (Einleitung zu F.44.0)

  • Zu 3: Falsch! Nicht verwechseln! Bei einer Demenz sind die Gedächtnisstörungen hirnorganisch bedingt (→ 2), die dissoziative AmnesieDissoziative Amnesie ist psychisch verursacht.

  • Zu 5: Eine dissoziative AmnesieAmnesiedissoziative verschwindet i. d. R., wenn die belastende Situation vorüber ist; sie ist also in den meisten Fällen reversibel.

Lösung 7.4.3A: Nur 4 ist richtig. Dissoziative StörungenUnterformen
  • Zu 1: Falsch! Das ist typisch für die somatoforme autonome Funktionsstörung.

  • Zu 2: Falsch! Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.

  • Zu 3: Falsch! Beschrieben wird hier die hypochondrische Störung.

  • Zu 4: Richtig! Beschrieben werden hier die Krankheitsbilder „dissoziative Amnesie“ (F44.0), „multiple Persönlichkeitsstörung“ (F44.81), „dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen“ (F44.6) und „dissoziative Bewegungsstörungen“ (F.44.4).

  • Zu 5: Falsch! Die Beschreibung ist typisch für die hypochondrische StörungHypochondrische Störung.

Lösung 7.4.4B: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Dissoziative IdentitätsstörungMultiple Persönlichkeitsstörung
  • Zu 4: Falsch! Kein Wahn bei psychogenen StörungenPsychogene Störungen.

Lösung 7.4.5Richtig ist A.
  • Kommentar: Eine dissoziative Störung der Bewegung wird auch als Konversionsstörung bezeichnet. Typisch für die Konversionsstörung ist – nach Freud – die „Umwandlung unbewusster psychischer Konflikte in somatische Symptome“.

Lösung 7.5.1B: Nur 3, 4 und 5 sind richtig. Somatoforme StörungenBehandlung
  • Zu 1: Falsch! Fachärztliche Abklärung ja, aber kein „Doctor ShoppingDoctor Shopping“; das haben die meisten Klienten schon hinter sich.

  • Zu 2: Falsch! Da die Patienten an eine körperliche Verursachung ihrer Beschwerden glauben, würde die Aussage (2) sie abschrecken. Bewährt haben sich stattdessen psychoedukative Verfahren (→ Kommentar zu Aussage 3, 4 und 5).

  • Zu 3, 4 und 5: Richtig! Es geht darum, das Vertrauen des Klienten zu gewinnen, indem man seine Beschwerden ernst nimmt und ihm durch Psychoedukation vorsichtig den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche bewusst macht. Da viele Betroffene zur Selbstmedikation Beruhigungs- oder Schmerzmittel nehmen, ist es wichtig dies abzuklären.

Lösung 7.5.2C: Nur 1, 2 und 4 sind richtig. Somatoforme Störungen
  • Zu 1: Richtig! Nach psychoanalytischer Vorstellung ist der primäre KrankheitsgewinnKrankheitsgewinnprimärer eine Verringerung der „Konfliktspannung“ und der damit verbundenen Angst. Wenn ein Konflikt auf den Körper „verschoben“ wird, muss der/die Betroffene sich nicht mit dem Konflikt auseinandersetzen; die Angst bzw. Konfliktspannung ist nicht oder nicht mehr in vollem Maße spürbar.

  • Zu 2: Richtig! Zum sekundären KrankheitsgewinnKrankheitsgewinnsekundärer zählt z. B. die vermehrte Zuwendung durch die Ärzte und die Familie, evtl. auch Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung usw.

  • Zu 3: Falsch! Sie sind Ausdruck einer psychischen Störung oder Erkrankung.

  • Zu 4: Richtig! Eine länger andauernde muskuläre Schwäche ohne somatischen Grund zählt zu den somatoformen Störungen, manchmal klassifiziert unter F45.1 (undifferenzierte Somatisierungsstörung).

  • Zu 5: Falsch! Die Erkrankungsdauer beträgt meist 6 Monate, bei der SomatisierungsstörungSomatisierungsstörung beläuft sich die Mindestdauer sogar auf 2 Jahre.

Lösung 7.5.3Nicht zutreffend ist E. Hypochondrische Störung
  • Zu E: Die Mindestdauer von 6 Monaten ist richtig, nicht jedoch der häufige Wechsel der Symptomatik: Die Betroffenen haben eine anhaltende Überzeugung, an einer schweren Erkrankung zu leiden.

Lösung 7.5.4Richtig ist C.
  • Zu A: Falsch! Für eine hypochondrische StörungHypochondrische Störung mit depressiver Begleitsymptomatik sind die depressiven Symptome zu ausgeprägt.

  • Zu B: Falsch! Bei einer larvierten (= somatisierten) DepressionLarvierte DepressionMerkmale/Symptome wäre das Symptombild geprägt von körperlichen Beschwerden (nicht der Angst um eine körperliche Erkrankung). Überdies wären die typischen depressiven Symptome kaum zu finden.

  • Zu C: Richtig! Im Zusammenhang mit einer depressiven Episode finden sich oft hypochondrische Befürchtungen, die nach erfolgreicher Behandlung mit Antidepressiva verschwinden. Erstdiagnose ist dann „Depressive Episode“; früher sprach man von einer „hypochondrischen Depression“.

  • Zu D: Falsch! Da hätte die Patientin z. B. das typische Morgentief, das Früherwachen, einen deutlichen Appetit- und Gewichtsverlust, eine ausgeprägte psychomotorische Hemmung oder ein „Gefühl der Gefühllosigkeit“.

  • Zu E: Falsch! Sie hat Angst vor einer Darmerkrankung, aber keine Symptome, die auf eine funktionelle Störung des unteren Verdauungstrakts hinweisen würden.

Lösung 7.5.5Richtig ist D. Somatisierungsstörung
  • Kommentar: Hauptmerkmal sind häufig wechselnde Beschwerden aus verschiedenen (= multiplen) Symptombereichen. Die Mindestdauer beträgt 2 Jahre. Aussage A passt auf die somatoforme Schmerzstörung; Aussage B bezieht sich auf ein depressives Syndrom. Aussage E beschreibt das Leitsymptom einer hypochondrischen StörungHypochondrische Störung.

Lösung 7.5.6C: Nur 3 und 4 sind richtig. Somatisierungsstörung
  • Zu 1: Falsch! Nicht verwechseln mit dem somatischen Syndrom!

  • Zu 2: Falsch! Typisch sind multiple, häufig wechselnde Beschwerden. Die Beschreibung unter (2) passt auf die somatoforme Schmerzstörung.

  • Zu 3: Richtig! Menschen mit einer angeborenen „robusten“ Psyche sind weniger anfällig als Personen, die zu körperlichen Erkrankungen neigen oder anlagebedingt psychisch wenig belastbar sind.

  • Zu 4: Richtig! Da die Ärzte keine Ursache der Beschwerden finden, greifen die Betroffenen zur Selbstmedikation. Da die Erkrankung meist viele Jahre andauert, kann es zur Abhängigkeit von Schlaf- oder Schmerzmitteln kommen.

  • Zu 5: Falsch! Nicht verwechseln mit den Symptomen bei einer Panikattacke.

Lösung 7.5.7A: Nur 2 und 3 sind richtig. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
  • Zu 1: Falsch! Keine häufig wechselnden Schmerzen, sondern „ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz“ in einem Körperteil.

  • Zu 4: Falsch! Das sind vegetative Symptome einer somatoformen autonomen Funktionsstörung.

  • Zu 5: Falsch! DissimulationDissimulation bedeutet: Jemand verbirgt absichtlich Symptome, um als gesund gelten zu können.

Lösung 7.5.8E: Die somatoforme autonome Funktionsstörung bezieht sich vor allem auf Organe/Systeme, die weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert sind. Somatoforme autonome Funktionsstörung
Lösung 7.5.9C: HyperventilationstetanieHyperventilationstetanie
Lösung 7.5.10C: Nur 2, 4 und 5 sind richtig. Herzangstsyndrom
  • Zu 1: Falsch! Die Symptome sind rein psychisch bedingt; es besteht kein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

  • Zu 2: Richtig! Da die Ärzte „nichts“ finden, suchen die Betroffenen weitere Spezialisten auf.

  • Zu 3: Falsch! Die Patienten haben Angst vor dem Tod, keine Suizidgedanken.

  • Zu 4 und 5: Richtig!

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