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B978-3-437-58376-6.00005-4

10.1016/B978-3-437-58376-6.00005-4

978-3-437-58376-6

Abb. 5.1

Häufigkeit von Fragen zur SchizophrenieSchizophrenie in der schriftlichen Prüfung (2005–2016)

Abb. 5.2

SchizophrenieSchizophreniegenetische Disposition und genetische Disposition

Abb. 5.3

Erstrangsymptome der SchizophrenieErstrangsymptomeErstrangsymptome, SchizophrenieSchizophrenie: Merkwort „G-W-S“ (Bayerisch: „Geh, Wasti“)

Abb. 5.4

Positivsymptome der SchizophreniePositiv-/PlussymptomePositivsymptome, SchizophrenieSchizophrenie

Abb. 5.5

Subformen der SchizophrenieUnterformenSchizophrenie

Abb. 5.6

Unterformen der SchizophrenieSchizophrenieUnterformen in der Prüfung (2005–2016)

Abb. 5.7

Weitere Erkrankungen aus dem schizophrenen Schizophrener FormenkreisFormenkreis

Abb. 5.8

Therapie schizophrener Patienten SchizophrenieTherapie

Abb. 5.9

Verlaufsformen der SchizophrenieVerlaufsformenSchizophrenie

Welche der folgenden Aussagen zur Schizophrenie sind zutreffend?Schizophrenieallgemeine Aspekte

Tab. 5.1
Richtig Falsch
1. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Schizophrenie zu erkranken (Lebenszeitrisiko), liegt bei 5 %.
2. Anlagebedingte Faktoren sind eine Teilursache der Erkrankung.
3. Veränderungen des Denkens und der Wahrnehmung prägen i. d. R. das Krankheitsbild.
4. Wahnvorstellungen sind für die Diagnose einer Schizophrenie eine notwendige Voraussetzung.
5. Die Bewusstseinsklarheit und die intellektuellen Fähigkeiten sind nahezu immer beeinträchtigt.
6. Schizophrene Patienten haben ein hohes Suizidrisiko (Suizidrate bei Schizophrenen: ca. 10 %).
7. Ein weiteres Leitsymptom ist ein übertrieben gesteigerter Antrieb.
8. Um eine gesicherte Diagnose zu stellen, muss die Symptomatik seit mindestens 3 Monaten bestehen.
9. Psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen sind i. d. R. erst nach Abklingen der akuten psychotischen Symptomatik sinnvoll.
10. In vielen Fällen finden sich vor Ausbruch der Erkrankung Prodromalsymptome wie sozialer Rückzug, Leistungsabfall, Verlust von bisherigen Interessen, Stimmungsschwankungen und ungewöhnliches Verhalten.

Welche der folgenden Aussagen zu den Unterformen der Schizophrenie sind zutreffend? SchizophrenieUnterformen

Tab. 5.2
Richtig Falsch
1. Die am häufigsten vorkommende Unterform der Schizophrenie ist die Hebephrenie.
2. Typische Symptome der Hebephrenie sind z. B.: Verflachung oder Inadäquatheit des Affekts, Manierismen und eine läppisch-alberne Gestimmtheit.
3. Die Hebephrenie setzt i. d. R. abrupt ein, bleibt aufgrund des Erkrankungsalters jedoch oft unerkannt.
4. Ein Leitsymptom der Hebephrenie ist der Wechsel zwischen Erregung und Erstarrung (hebephrener Stupor).
5. Im Rahmen der katatonen Schizophrenie findet sich oft das Symptom „Negativismus“: Dies bedeutet, dass die Patienten nicht fähig sind, positive Gefühle zu äußern.
6. Die Schizophrenia simplex beginnt schleichend. Sie führt oft unbemerkt zu einem Wesenswandel mit einer Verstärkung oder Veränderung ursprünglicher Wesensmerkmale.
7. Wegen der ausgeprägten Symptome sprechen Patienten mit katatoner Schizophrenie auf Neuroleptika kaum an.
8. Im Umgang mit anderen Menschen sind Menschen mit Schizophrenia simplex unauffällig.
9. Das Krankheitsbild des schizophrenen Residuums ist durch ein schubweises Auftreten produktiver Symptome gekennzeichnet.
10. Für die Diagnose eines schizophrenen Residuums müssen die allgemeinen Kriterien für eine Schizophrenie in der Vergangenheit erfüllt gewesen sein, sind aber zurzeit nicht nachweisbar.
11. Bei der paranoiden Schizophrenie sind akustische Halluzinationen ein häufig vorkommendes Symptom.
12. Der Nachweis einer bipolaren Störung ist ein Ausschlusskriterium für die Diagnose einer schizoaffektiven Störung.

Welche der folgenden Aussagen zur Therapie schizophrener Erkrankungen sind zutreffend? Schizophreniemedikamentöse TherapieNeuroleptika siehe AntipsychotikaAntipsychotika

Tab. 5.3
Richtig Falsch
1. Wegen der guten Verträglichkeit sind Neuroleptika problemlos in der Therapie einsetzbar.
2. Patienten mit Negativsymptomatik sprechen besonders schnell auf eine Neuroleptikabehandlung an.
3. Neuroleptika können zur Entwicklung extrapyramidalmotorischer Symptome führen.
4. Eine Nebenwirkung von Neuroleptika ist die sog. „Akathisie“.
5. Bei der Ersterkrankung sollte eine Behandlung mit Neuroleptika spätestens nach 4 Wochen beendet werden.
6. Bei der Behandlung mit dem Neuroleptikum Haldol kann es zu sog. Spätdyskinesien kommen.
7. Bei Einnahme von Neuroleptika ist oft mit einer Gewichtsabnahme zu rechnen.
8. Bei den sog. „atypischen Neuroleptika“ sind die Nebenwirkungen geringer ausgeprägt als bei den „klassischen Neuroleptika“.
9. Einige Neuroleptika werden in niedriger Dosis auch gegen Angst- und Schlafstörungen eingesetzt.
10. Aktivierende und stützende psychotherapeutische Maßnahmen können das Ergebnis der medikamentösen Therapie und das subjektive Befinden der Patienten erheblich verbessern.
11. Psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen sind i. d. R. erst nach Abklingen der akuten psychotischen Symptomatik sinnvoll.
12. Zur Reduzierung der Plus-Symptomatik haben sich Entspannungsverfahren als hilfreich erwiesen.
13. Zur Behandlung von Wahn ist die EKT (Elektrokrampftherapie) ein häufig eingesetztes Verfahren.
14. Bei der Rehabilitation schizophrener Kranker ist die Förderung der verbliebenen Eigenaktivität unter Vermeidung von Überstimulation ein wichtiger Baustein.

Schizophrenie und schizophrener Formenkreis (F2)

Seit Einführung der Prüfung im Jahr 1994 sind psychische Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis im schriftlichen Teil ein zentrales Thema (Abb. 5.1). Insgesamt 136-mal gab es Fragen zu dieser Erkrankung, sehr häufig auch zu den verschiedenen Möglichkeiten der Therapie (Antipsychotika, Verhaltenstherapie, Soziotherapie). Auch in den letzten Jahren (hier: 2005–2016) war die Schizophrenie mit 3 bis 4 Fragen (12 %) pro Prüfung überdurchschnittlich oft vertreten Wie aus Abb. 5.1 zu ersehen ist, steht der Themenbereich „Schizophrenie“ (zusammen mit „Psychotherapie“) von der Häufigkeit der hierzu gestellten Fragen mit 12 % an zweiter Stelle.

Tipp

Es ist zu erwarten, dass auch in den nächsten Prüfungen Fragen zur Schizophrenie eine wichtige Rolle spielen werden. Dies bedeutet für Ihr Lernprogramm: Die Schizophrenie (inkl. wahnhafte Störung) sollte auf Ihrer Lernliste neben den affektiven Störungen und Fragen zur Psychotherapie an vorderster Stelle stehen.

Schizophrenie allgemein

Schizophrenie und genetische Disposition
Schizophreniegenetische DispositionWie Abb. 5.2 zeigt, gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Verwandtschaftsgrad und Erkrankungsrisiko. Bei eineiigen Zwillingen (genetisch identisch!) liegt das Erkrankungsrisiko mit 40–50 % am höchsten. Forscher ziehen daraus den Schluss, dass zu einer genetisch bedingten Disposition belastende Umweltfaktoren hinzukommen müssen, um eine schizophrene Erkrankung auszulösen.
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 5.1.1Aussagenkombination
Mögliche Verlaufsformen einer SchizophrenieVerlaufsformenSchizophrenie sind:
  • 1.

    Vielphasischer Verlauf mit psychopathologischer Remission

  • 2.

    Schubförmiger Verlauf mit typischen schizophrenen Residualzuständen

  • 3.

    Auftreten von Rezidiven, die einer Depression ähneln

  • 4.

    Geradlinig progredienter Verlauf mit dem Ausgang typischer schizophrener Denkstörungen

  • 5.

    In der überwiegenden Zahl entstehen schwerste Residuen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
Frage 5.1.2Einfachauswahl
In welchem Alter erwarten Sie am ehesten die Erstmanifestation produktiv-psychotischer Symptome bei einem männlichen Patienten mit SchizophrenieErstmanifestationSchizophrenie?
□ A: 9 Jahre
□ B: 61 Jahre
□ C: 43 Jahre
□ D: 55 Jahre
□ E: 22 Jahre
Frage 5.1.3AussagenkombinationSchizophreniegenetische Disposition
Welche der folgenden Aussagen zur Schizophrenie treffen zu?
  • 1.

    Das Erkrankungsrisiko ist bei Kindern eines an Schizophrenie Erkrankten erhöht.

  • 2.

    Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

  • 3.

    Ein allmählicher Krankheitsbeginn ist ein prognostisch günstiges Zeichen.

  • 4.

    Bei etwa einem Drittel der Erkrankten heilt die Krankheit folgenlos aus.

  • 5.

    Die Erkrankung geht mit einer verminderten durchschnittlichen Lebenserwartung einher.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Schizophrenieallgemeine AspekteSchizophrenie treffen zu?
  • 1.

    Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr.

  • 2.

    Das gesicherte Erkrankungsrisiko bei eineiigen Zwillingen liegt bei über 95 %.

  • 3.

    Ein Hinweis auf das Bestehen einer Schizophrenie sind Beziehungsideen.

  • 4.

    Suggestibilität ist ein typisches Begleitsymptom.

  • 5.

    Die sog. „doppelte Buchführung“ ist ein häufig vorkommendes Phänomen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.5Aussagenkombination
Was sind häufig zu beobachtende Symptome einer SchizophrenieSymptomeSchizophrenie?
  • 1.

    Orientierungsstörungen

  • 2.

    Konkretismus

  • 3.

    Neologismen

  • 4.

    Störung der Affektivität

  • 5.

    Wortfindungsstörungen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.6Vorsicht Falle! Aussagenkombination
Als kennzeichnende formale Formale DenkstörungenSchizophrenieDenkstörungenformaleDenkstörungen der Schizophrenieformale DenkstörungenSchizophrenie werden nach klassischer Einteilung angesehen:
  • 1.

    Gedankenlautwerden

  • 2.

    Gedankenausbreitung

  • 3.

    Gedankenentzug

  • 4.

    Bizarr-wahnhaftes Denken

  • 5.

    Gedankenabreißen

□ A: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 5 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 5.1.7Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Ursachen und Symptomen der SchizophrenieSchizophrenieUrsachenSchizophrenieSymptome treffen zu?
  • 1.

    Nach aktueller Auffassung besteht eine multifaktorielle Krankheitsentstehung.

  • 2.

    Für eine genetische Komponente gibt es bisher keine Hinweise.

  • 3.

    Bei der akuten paranoiden Schizophrenie wird das klinische Bild von den Symptomen Affektverflachung und Antriebsstörung beherrscht.

  • 4.

    Bei manchen Patienten bestehen körperliche Wahrnehmungsstörungen (Zönästhesien).

  • 5.

    Das schizophrene Residuum ist vorwiegend durch Positivsymptome gekennzeichnet.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.8Prüfung aktuell (2016–1). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zum Beschwerdebild einer SchizophrenieSchizophrenieBeschwerdebild treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Wahnideen zählen zu den formalen Denkstörungen.
□ B: Am häufigsten wird die paranoid-halluzinatorische Form beobachtet.
□ C: Starke motorische Unruhe kennzeichnet die Parathymie.
□ D: Das Phänomen des Gedankenentzugs gehört zu den sog. Ich-Störungen.
□ E: Stupor ist ein affektives Symptom der Schizophrenie.

Erst- und Zweitrangsymptome

Prüfungswissen kompakt
Die ICD-10 listet unter F20 diverse Symptome bzw. Syndrome auf, von denen eines (über 4 Wochen andauernd) genügt, um die Diagnose Schizophrenie stellen zu können. Sie entsprechen in großen Teilen den von Kurt Schneider als „Erstrangsymptome“ Erstrangsymptome, Schizophreniebezeichneten Leitsymptomen. Daneben gibt es Symptome, die Kurt Schneider als SchizophrenieZweitrangsymptomeZweitrangsymptomeZweitrangsymptome, Schizophrenie bezeichnet, weil davon mindestens zwei Symptome über 4 Wochen vorhanden sein müssen, um die Schizophrenie-Diagnose zu rechtfertigen. Die ICD-10 vermeidet Kurt Schneiders Terminologie; als Lernhilfe haben sich die Begriffe „Erstrangsymptome“ und „Zweitrangsymptome“ allerdings bewährt und werden deshalb in dieser Lerneinheit nach wie vor verwendet.
Als Merkhilfe für die Erstrangsymptome hat sich die „Eselsbrücke“ in Abb. 5.3 bewährt.

Nicht verwechseln

Das GedankenabreißenGedankenabreißen ist eine formale Denkstörung und zählt nicht zu den Erstrangsymptomen!

Typische Prüfungsfragen
Frage 5.1.9SchizophrenieErstrangsymptomeErstrangsymptome, SchizophrenieAussagenkombination
Zu den Symptomen ersten Ranges bei Schizophrenie zählen:
  • 1.

    Gedankenlautwerden

  • 2.

    Dialogische und kommentierende Stimmen

  • 3.

    Optische Halluzinationen

  • 4.

    Geruchshalluzinationen

  • 5.

    Gedankeneingebung

□ A: Die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ B: Die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ E: Die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.10SchizophrenieZweitrangsymptomeAussagenkombinationZweitrangsymptome, Schizophrenie
Zu den Symptomen 2. Ranges für das Vorhandensein einer Schizophrenie zählt man:
  • 1.

    Gedankenentzug

  • 2.

    Erlebte Gefühlsverarmung

  • 3.

    Wahneinfall oder flüchtige Wahngedanken

  • 4.

    Katatone Symptome (z. B. Stupor, Erregung, Mutismus)

  • 5.

    Gedankenausbreitung

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.11Aussagenkombination
Bei welchen der folgenden Symptome (nach ICD-10) führt, wenn das Zeitkriterium erfüllt ist und keine Ausschlusskriterien (affektive Störung oder organische Hirnerkrankung) vorliegen, das alleinige Auftreten des Symptoms zur Diagnose SchizophrenieSymptomeSchizophrenie?
  • 1.

    Gedankenlautwerden

  • 2.

    Sozialer Rückzug

  • 3.

    Gedankenabreißen

  • 4.

    Gedankenausbreitung

  • 5.

    Zerfahrenheit

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.1.12Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum Störungsbild der SchizophrenieSymptomeSchizophrenie treffen zu?
  • 1.

    Es sind immer Prodromalsymptome feststellbar.

  • 2.

    Die Symptome „Wahn“ und „Halluzination“ sind bei Schizophrenen immer ausgebildet.

  • 3.

    Die Wahnwahrnehmung zählt zu den Zweitrangsymptomen der Schizophrenie.

  • 4.

    Ein typisches Symptom 1. Ranges ist das „Gefühl des Gemachten“.

  • 5.

    Die sechs sog. „A-Symptome“ A-Symptome, Schizophrenie(Alogie, Affektverflachung, Apathie, Anhedonie, Asozialität, Aufmerksamkeitsstörungen) zählen zu den Zweitrangsymptomen der Schizophrenie.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Merke

Zu den Zweitrangsymptomen zählen: SchizophrenieZweitrangsymptomeZweitrangsymptome, Schizophrenie

  • Optische oder olfaktorische (= Geruchs-)Halluzinationen

  • Leibhalluzinationen oder taktile Halluzinationen

  • Kurz andauernde Wahngedanken (Wahneinfall)

  • Formale DenkstörungenFormale DenkstörungenSchizophrenie

  • Katatone Symptome

  • Alle Minus-Symptome, z. B. die sechs A-Symptome

Negativ- und Positivsymptome (Plus- und Minus-Symptomatik)

Die Begriffe Negativ- und Positivsymptome haben nichts damit zu tun, dass bestimmte Symptome als „positiv“ oder „negativ“ zu beurteilen sind. Zum besseren Verständnis der Begrifflichkeit hilft es, einen Blick auf die negativen oder positiven Zahlen in der Mathematik zu werfen. Eine Zahl über null ist eine „positive Zahl“ und hat als Vorzeichen ein Plus (z. B. +1, +100 usw.); eine Zahl unter null ist eine negative Zahl und hat als Vorzeichen ein Minus (z. B. –1, –5 usw.). Die Zahl null ist sozusagen neutral, weder „positiv“ noch „negativ“.
Auf die Psychiatrie übertragen entspricht der Normalzustand „0“ dem Zustand eines gesunden Menschen, von dem z. B. Menschen mit einer paranoiden Schizophrenie dadurch abweichen, dass sie „Plus“-Symptome produzieren, die „mehr“ sind als die Gedanken und Wahrnehmungen psychisch gesunder Personen: Aus den normalen Überzeugungen wird ein Wahn; die Gedanken im Kopf werden zu akustischen Halluzinationen; aus dem Gefühl der Unsicherheit („Wieso denke ich das jetzt?“; „Ich verstehe nicht, was ich da getan habe“) werden Ich-Störungen mit dem Gefühl, beeinflusst oder abgehört zu werden. Diese Plus-SymptomePlus-Symptome, Schizophrenie siehe Positivsymptome heißen in der Psychiatrie auch produktive Symptome oder Positivsymptome. Für uns wichtig sind die in Abb. 5.4 dargestellten drei (bzw. vier) Plus-Symptome (Merkwort: W-H-I).
Daneben gibt es Minus-SymptomeMinus-Symptome, Schizophrenie siehe Negativsymptome, bei denen ursprünglich vorhandene Eigenschaften „weniger“ werden: Die vorher normalen Gefühle schwinden; Sprache, Gestik und Mimik verarmen; meist sind Antrieb und Interesse massiv beeinträchtigt. In diesem Fall spricht man in der Fachterminologie häufig von einer Negativsymptomatik bzw. Negativsymptomen, die – wie oben schon erwähnt – absolut nichts mit dem umgangssprachlichen Begriff „negativ“ = negativ auffallend/unangenehm/nicht wünschenswert zu tun haben. Negativsymptome, Schizophrenie

Merke

Negativsymptome im Überblick

  • SchizophrenieNegativ-/MinussymptomeNegativsymptome, SchizophrenieVerlust von Freude und Interesse

  • Antriebsminderung

  • Passivität und Mangel an Initiative

  • Verschlechterung der allgemeinen Leistungsfähigkeit (Beruf, Schule usw.)

  • Vernachlässigung der Körperpflege

  • Verflachte Affekte (Gefühlsverarmung)

  • Inadäquate (= nicht passende) Affekte, z. B. Parathymie

  • Verarmung der Sprache

  • Geringe nonverbale Kommunikation

  • Kein Interesse an sozialen Kontakten (sozialer Rückzug)

  • Konzentrationsstörungen

Typische Prüfungsfragen
Frage 5.1.13Mehrfachauswahl
Welche der folgenden psychopathologischen Symptome werden üblicherweise zur schizophrenen Minus-Symptomatik (Negativsymptomatik) gerechnet? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Nihilistischer Wahn
□ B: Sprachverarmung
□ C: Denkzerfahrenheit
□ D: Affektverflachung
□ E: Illusionen
Frage 5.1.14Prüfung aktuell (2015–2). Einfachauswahl
Welche Aussage zur Negativsymptomatik (Minussymptomatik) trifft zu Schizophrenie Negativ-/Minussymptome Negativsymptome, Schizophrenie ?
□ A: Im Verlauf von chronifizierten Schizophrenien treten häufig Negativsymptome auf.
□ B: Eine Negativsymptomatik wird oft bei dissozialen Persönlichkeitsstörungen beobachtet.
□ C: Agitiertheit ist ein typisches Negativsymptom.
□ D: Negativsymptome sind unter medikamentöser Therapie i. d. R. rasch rückläufig.
□ E: Im Gegensatz zu den Positivsymptomen sind Negativsymptome prognostisch gesehen wesentlich günstiger.
Frage 5.1.15Aussagenkombination
Zu den Positivsymptomen einer Schizophrenie zählt/zählen: SchizophreniePositiv-/PlussymptomePositivsymptome, Schizophrenie
  • 1.

    Lautes Hören eigener Gedanken

  • 2.

    Wahn

  • 3.

    Denkzerfahrenheit

  • 4.

    Anhedonie

  • 5.

    Erregtheit

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 5.1.16SchizophreniePositiv-/PlussymptomeSchizophrenieNegativ-/MinussymptomePositivsymptome, SchizophreniePositivsymptome, SchizophrenieAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Negativ- und Positivsymptomatik bei schizophrenen Erkrankungen treffen zu?
  • 1.

    Die paranoide Schizophrenie ist durch ein Vorherrschen negativer Symptome gekennzeichnet.

  • 2.

    Inhaltliche Denkstörungen zählen zur Positivsymptomatik.

  • 3.

    Minus-Symptome sind vor allem typisch für chronische Schizophrenieformen mit langsam-progredientem Verlauf.

  • 4.

    Wegen der geringer ausgeprägten Symptome sprechen Schizophrene mit Negativsymptomatik relativ schnell auf eine Behandlung mit Neuroleptika an.

  • 5.

    Zur Negativsymptomatik zählt auch die Hypersomnie.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Differenzialdiagnostische Überlegungen

Die Abgrenzung der SchizophrenieDifferenzialdiagnoseSchizophrenie zu anderen psychischen Störungen ist im Klinikalltag durchaus ein Problem, war in der schriftlichen Prüfung bisher allerdings kaum ein Thema: In den letzten 35 Prüfungen gab es hierzu genau vier Fragen, von denen Sie drei in leicht veränderter Form hier wiederfinden – als Anreiz, Ihr Wissen über diverse hier aufgeführte Störungen zu wiederholen.
Typische Prüfungsfragen
Frage 5.1.17Aussagenkombination
Welche der folgenden Erkrankungen bzw. Störungen kommen bei Vorliegen eines paranoid-halluzinatorischen Syndroms differenzialdiagnostisch als Ursache infrage? SchizophrenieDifferenzialdiagnose
  • 1.

    Enzephalitis

  • 2.

    Epileptische Psychose

  • 3.

    Multiple Persönlichkeitsstörung

  • 4.

    Drogenkonsum

  • 5.

    Manie mit psychotischen Symptomen

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 5.1.18Aussagenkombination
Die Differenzialdiagnose der Schizophrenie umfasst u. a. folgende Krankheiten: SchizophrenieDifferenzialdiagnose
  • 1.

    Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma

  • 2.

    Schizoaffektive Störung

  • 3.

    Manie

  • 4.

    Depression

  • 5.

    Dysthymia

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Unterformen der Schizophrenie

Prüfungswissen kompakt
Nach den Unterformen der SchizophrenieUnterformenSchizophrenie (Abb. 5.5) wurde in den Jahren 1994–2005 fast nie gefragt. Ab 2006 hingegen gab es in den einzelnen Prüfungen meist eine oder gar zwei Fragen hierzu, am häufigsten zur Hebephrenie, zur katatonen und zur paranoiden Form der Schizophrenie. In den letzten Prüfungen fanden sich manchmal sogar zwei Fragen zu den Subformen der Schizophrenie.
Noch ein Hinweis zur sog. zönästhetischen SchizophrenieSchizophreniezönästhetischeZönästhesienbei Schizophrenie, die in den Jahren 1994–2003 in fast jeder Prüfung gefragt wurde. Sie ist in dieser Grafik nicht enthalten, weil sie in den letzten 13 Jahren nie mehr im Schriftlichen aufgetaucht ist. Anders in den Jahren 1994–2003: Da tauchte in fast jeder Prüfung eine Frage zur zönästhetischen Schizophrenie auf, die in dieser Grafik nicht enthalten ist, weil sie in den letzten 15 Jahren nie mehr gefragt wurde. Der Grund dürfte darin liegen, dass die zönästhetische Zönästhesienbei SchizophrenieSchizophrenieUnterformenSchizophrenie in der ICD-10 keine eigene Ziffer mehr hat, sondern nur noch unter F20.8: „Sonstige Schizophrenie“ Erwähnung findet. Wenn Sie also aus dem Internet alte Prüfungsfragen herunterladen, denken Sie daran: Die zönästhetische Form der Schizophrenie ist nicht mehr prüfungsrelevant, während das Symptom ZönästhesienZönästhesien (= bizarre LeibhalluzinationenLeibhalluzinationen) im Zusammenhang mit anderen Formen der Schizophrenie durchaus noch vereinzelt in Prüfungsfragen auftaucht.

Merke

Denken Sie daran, bei Ihrer Vorbereitung auf das Schriftliche die Unterformen der Schizophrenie einzubeziehen: Sie waren in jeder der vergangenen Prüfungen mindestens einmal vertreten und werden überdies gern im Mündlichen gefragt (Abb. 5.6).

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 5.2.1Prüfung aktuell (2015–1).SchizophrenieUnterformen Aussagenkombination
Welche der folgenden Begriffe bezeichnen Unterformen einer schizophrenen Psychose nach ICD-10?
  • 1.

    larviert

  • 2.

    hebephren

  • 3.

    simplex

  • 4.

    kataton

  • 5.

    autistisch

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.2.2Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur paranoiden Paranoide SchizophrenieSchizophrenieSchizophrenieparanoide treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Es handelt sich um eine seltene Verlaufsform der Schizophrenie.
□ B: Störungen der Stimmung und des Antriebs sind Leitsymptome.
□ C: Psychomotorische Symptome stehen im Vordergrund der Symptomatik.
□ D: Inhaltliche Denkstörungen kennzeichnen das klinische Bild.
□ E: Akustische Halluzinationen treten begleitend auf.
Frage 5.2.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur katatonen Katatone SchizophrenieMerkmale/SymptomeSchizophrenieSchizophreniekatatone treffen zu? SchizophrenieUnterformen
  • 1.

    Affektstörung mit heiter-läppischer Grundstimmung stehen im Vordergrund.

  • 2.

    Sopor ist ein Leitsymptom.

  • 3.

    Erregungszustände sprechen gegen eine katatone Schizophrenie.

  • 4.

    Mutismus und Negativismus sind wichtige Zusatzsymptome.

  • 5.

    Vorherrschend sind psychomotorische Störungen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.2.4Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Störungen der Psychomotorik bei SchizophrenieSchizophreniepsychomotorische Störungen können sein:
  • 1.

    Katalepsie

  • 2.

    Negativismus

  • 3.

    Derealisation

  • 4.

    Mutismus

  • 5.

    Parathymie

□ A: Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
Frage 5.2.5Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur hebephrenen HebephrenieKennzeichenSchizophrenieSchizophreniehebephrene siehe Hebephrenie treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Das Denken ist i. d. R. nicht beeinträchtigt.
□ B: Erste Symptome treten meist erst nach dem 40. Lebensjahr auf.
□ C: Typisch ist eine übertriebene Befolgung von Konventionen.
□ D: Affektive Veränderungen stehen im Vordergrund.
□ E: Soziale Isolierung droht.
Frage 5.2.6Mehrfachauswahl
Welche zwei der folgenden Aussagen zur Hebephrenie treffen zu? HebephrenieKennzeichen
□ A: Die Hebephrenie ist eine Erkrankung, die sich bereits vor der Pubertät – meist im Alter von 4–5 Jahren – manifestiert.
□ B: Charakteristisch für die Hebephrenie sind die akustischen Halluzinationen, die von Vorschulkindern oft als singende Chöre beschrieben werden.
□ C: Die Hebephrenie zählt zu den X-chromosomal vererbbaren Erkrankungen und wird somit vorwiegend auf weibliche Nachkommen vererbt.
□ D: Bei der Hebephrenie bleiben das Bewusstsein und die Orientierung in den allermeisten Fällen erhalten.
□ E: Veränderungen des Denkens und der Affekte stehen im Vordergrund der Symptomatik.
Frage 5.2.7Vorsicht Falle! (Prüfung 2016–2). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum schizophrenen ResiduumSchizophrenieResidualsymptome siehe Schizophrenes ResiduumSchizophrenes Residuum (nach ICD-10) treffen zu?
  • 1.

    Beim schizophrenen Residuum handelt es sich um die depressive Phase nach Abklingen der akuten Episode einer Schizophrenie.

  • 2.

    Vorherrschend sind paranoid-halluzinatorische Phänomene.

  • 3.

    Charakteristisch sind eine psychomotorische Verlangsamung sowie die Vernachlässigung der eigenen Körperpflege.

  • 4.

    Mehrere „negative“ Symptome waren während der vorangegangenen 12 Monate vorhanden.

  • 5.

    Im Rahmen der Differenzialdiagnose sollten eine Demenz oder eine chronische Depression ausgeschlossen werden.

□ A: Nur die Aussage 1 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.2.8Aussagenkombination
Welche der folgenden Merkmale sind typisch für die Schizophrenia simplex?
  • 1.

    Fast unmerklicher Beginn

  • 2.

    Rückzug aus menschlichen Beziehungen bis hin zum Autismus

  • 3.

    Auffassungs- und Konzentrationsschwäche

  • 4.

    Häufiges Auftreten katatoner Symptome

  • 5.

    Schubweiser Verlauf

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 5.2.9Aussagenkombination
Welche der folgenden von einem schizophrenen Patienten berichteten Erscheinungen zählen psychopathologisch zu den Zönästhesienbei SchizophrenieZönästhesien?
  • 1.

    „Ich spüre ein Laufen innen im Körper, als ob etwas hin und her rieselt“.

  • 2.

    „Da ist ein starkes Ziehen in den Beinen, das kribbelt, wie wenn man eine elektrische Leitung anfasst.“

  • 3.

    „Wenn die Hypnose zu mir durchdringt, muss ich Dinge tun, die ich nicht will: links abbiegen oder andere Leute anspucken.“

  • 4.

    „Von Zeit zu Zeit höre ich ein Fauchen wie von einer Katze, oft auch ein Zischen, Pfeifen oder lautes Wiehern.“

  • 5.

    „Es ist eine Empfindung, als ob die Brust gefriert. Der Arm wird plötzlich steif und taub, wie gelähmt. Dann ein Brennen entlang der Wirbelsäule oder ein Gefühl, als ob sich meine Niere auf und ab bewegt.“

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Weitere Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis

In den ersten 10 Jahren – also in insgesamt 20 Prüfungen – gab es sechs Fragen zur wahnhaften Störung, hingegen nur eine einzige Frage zu den restlichen Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis. Dieselbe Tendenz ist auch in den letzten Prüfungen zu beobachten: 7-mal gab es Fragen zur wahnhaften Störung, 4-mal zur schizoaffektiven Störung, im Herbst 2015 gab es erstmals eine Frage zur schizotypen Störung. Vereinzelt fand sich auch eine Frage zur induzierten wahnhaften Störung, zur Wochenbettpsychose und zu den akuten psychotischen Störungen (Abb. 5.7).

Merke

Vergessen Sie nicht, die wahnhafte Störung auf ihrer Lernliste weit nach oben zu setzen! Sie ist nicht nur im Schriftlichen, sondern auch im Mündlichen ein wichtiges Thema.

Typische Prüfungsfragen
Frage 5.3.1Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zur wahnhaften Wahnhafte StörungStörung treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Besonders bei jungen Patienten sind anhaltende akustische Halluzinationen typisch.
□ B: Die Wahninhalte können manchmal lebenslang bestehen.
□ C: Bei den Wahninhalten handelt es sich oft um einen Verfolgungswahn oder einen Größenwahn.
□ D: Charakteristisch sind rasch wechselnde Wahnvorstellungen ohne inhaltlichen Bezug.
□ E: Außerhalb der den Wahn betreffenden Lebensbereiche bestehen meist ausgeprägte Auffälligkeiten des Affekts, der Sprache und des Verhaltens.
Frage 5.3.2Prüfung aktuell (2017–1). Aussagenkombination
Die wahnhafte StörungWahnhafte Störung ist nach ICD-10 charakterisiert durch:
  • 1.

    Lang anhaltender Wahn

  • 2.

    Stupor

  • 3.

    Antriebsstörung

  • 4.

    Denkzerfahrenheit

  • 5.

    Anhaltende akustische Halluzinationen

□ A: Nur die Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
Frage 5.3.3Aussagenkombination
Bei einer schizoaffektiven Schizoaffektive StörungStörung …
  • 1.

    treten affektive und schizophrene Symptome in derselben Krankheitsphase auf.

  • 2.

    wechselt die Stimmung ständig zwischen bedrückt und euphorisch.

  • 3.

    sind kontinuierliche Wahnvorstellungen vorhanden.

  • 4.

    werden manische Symptome nicht beobachtet.

  • 5.

    sind positive Symptome der Schizophrenie nicht zu beobachten.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.3.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur WochenbettpsychoseWochenbettpsychose (postpartale Psychosen/psychotische StörungenpostpartalePostpartale PsychosePsychose) treffen zu?
  • 1.

    Typische Symptome sind Wahn oder Halluzinationen.

  • 2.

    Eine Suizidgefahr besteht nicht.

  • 3.

    Bei einem Teil der Patientinnen besteht bei der nächsten Entbindung wieder eine psychische Störung.

  • 4.

    Sie tritt frühestens 4 Wochen nach der Entbindung auf.

  • 5.

    Bei Hausgeburten sind Wochenbettpsychosen im Vergleich zu Klinikgeburten sehr selten.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
Frage 5.3.5Akute wahnhafte psychotische StörungEinfachauswahlPsychosen/psychotische Störungenakute wahnhafte
Ein kürzlich zugewanderter Gastarbeiter (Bauarbeiter), der in der Bundesrepublik Deutschland ohne Angehörige und ohne Kontakt zu Landsleuten lebt, entwickelt plötzlich eine massive paranoide Symptomatik. Alarmierte Familienangehörige, die die paranoiden Befürchtungen des Kranken teilen, nehmen den Klienten mit zurück in sein Heimatland, wo die Symptomatik innerhalb weniger Tage verschwindet. Diagnostisch handelt es sich hier am ehesten um …
□ A: einen akuten schizophrenen Schub.
□ B: eine akute wahnhafte psychotische Störung in sprachfremder Umgebung.
□ C: eine akute polymorphe psychotische Störung.
□ D: eine akute Belastungsreaktion.
□ E: ein sog. „Heimweh-Syndrom“ im Rahmen einer Anpassungsstörung.
Frage 5.3.6Prüfung aktuell (2015–2). Aussagenkombination
Sie haben bei einem Patienten den Verdacht auf eine schizotype StörungSchizotype Störung (nach ICD-10). Welche der folgenden Symptome stützen Ihren Verdacht im Rahmen der Differenzialdiagnose?
  • 1.

    Der Patient erscheint kalt und unnahbar.

  • 2.

    Bei dem Patienten liegt eine ausgeprägte Ideenflucht vor.

  • 3.

    Der Patient zeigt Antriebsschwäche.

  • 4.

    Der Patient ist misstrauisch.

  • 5.

    Denken und Sprache des Patienten sind vage, gekünstelt und umständlich.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.3.7Aussagenkombination
Die induzierte wahnhafte Induzierte wahnhafte StörungStörung …Wahnhafte Störunginduzierte
  • 1.

    bezeichnet das gleichzeitige Auftreten zweier voneinander unabhängiger Wahnsysteme bei demselben Patienten.

  • 2.

    kann in Form eines Verfolgungswahns auftreten.

  • 3.

    ist i. d. R. eine Folge von Alkoholmissbrauch.

  • 4.

    wird auch als Folie à deuxFolie à deux bezeichnet.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.

Therapie schizophrener Störungen

Wenn man Ihnen im Mündlichen eine Fallgeschichte zur – meist paranoiden – Schizophrenie vorlegt, lautet eine Standardfrage: „Welche Therapie schlagen Sie im vorliegenden Fall vor?“ Auch im Schriftlichen gibt es in Abständen immer wieder Fragen zur Therapie der SchizophrenieTherapieSchizophrenie (Abb. 5.8).
Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 5.4.1AussagenkombinationSchizophrenieTherapie
Welche der folgenden Aussagen zur Therapie von schizophrenen Patienten treffen zu?
  • 1.

    Kognitives Training wie z. B. Training der sozialen Wahrnehmung ist sinnvoll.

  • 2.

    Imaginationsübungen sollten frühzeitig durchgeführt werden.

  • 3.

    Die Psychotherapie bei schizophrenen Patienten beinhaltet u. a. Problemanalyse, Psychoedukation, Kommunikationstraining und Problemlösetraining.

  • 4.

    In der Anfangsphase der Erkrankung kann autogenes Training helfen, die psychotischen Symptome zu reduzieren.

  • 5.

    Die medikamentöse Abschwächung der Psychosesymptome macht die Patienten zugänglich für aktivierende und stützende Therapie.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 5.4.2Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen bezüglich der Behandlung von Patienten mit Schizophrenie sind zutreffend? SchizophrenieTherapie
  • 1.

    Eine Behandlung durch Neuroleptika mindert den psychotischen Leidensdruck des Patienten.

  • 2.

    Die beste Rezidivprophylaxe ist eine längerfristige medikamentöse Therapie.

  • 3.

    Neuroleptika können i. d. R. so dosiert werden, dass keine Nebenwirkungen auftreten.

  • 4.

    Als Nebenwirkung von Haldol ist häufig eine irreversible Hypertonie zu beobachten.

  • 5.

    Eine begleitende Psychotherapie ermöglicht eine Dosissenkung und verbessert die Befindlichkeit des Kranken.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.4.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Anwendung von AntipsychotikaNeuroleptika trifft/treffen zu?
  • 1.

    Neuroleptika wirken rasch sedierend.

  • 2.

    Ihre antipsychotische Wirkung tritt oft erst nach 2–3 Wochen ein.

  • 3.

    Krankheitseinsicht und Behandlungsbereitschaft sind bei der Schizophrenie hoch.

  • 4.

    Ein fester Zeitpunkt zur Therapiebeendigung muss eingeplant und eingehalten werden.

  • 5.

    Entzugssymptome dauern i. d. R. 6 Wochen an und sind ambulant schwer zu beherrschen.

□ A: Nur die Antworten 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Antworten 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Antworten 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Antworten 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Antworten 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 5.4.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur AkathisieAkathisie treffen zu?
  • 1.

    Die Akathisie kommt im Verlauf einer Neuroleptikatherapie vor.

  • 2.

    Die Akathisie hat einen hohen subjektiven Beschwerdecharakter.

  • 3.

    Die Akathisie ist ein wesentlicher Grund für medikamentöse Noncompliance.

  • 4.

    Die Akathisie bereitet nicht selten erhebliche differenzialdiagnostische Probleme, vor allem kann sie als psychosebedingte Unruhesymptomatik fehlgedeutet werden.

  • 5.

    Charakteristisch für Akathisie ist innere Unruhe und Bewegungsdrang.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 5.4.5AussagenkombinationSchizophreniePositiv-/PlussymptomePositivsymptome, SchizophrenieSchizophrenieNegativ-/MinussymptomeNegativsymptome, Schizophrenie
Welche der folgenden Aussagen hinsichtlich der Sozio- und Psychotherapie schizophrener Kranker trifft (treffen) zu? SchizophrenieSozio- und Psychotherapie
  • 1.

    Aufdeckende psychotherapeutische Interventionen sind supportiven Interventionen vorzuziehen.

  • 2.

    Schizophrene ResidualsyndromeSchizophrenes Residuum sind durch Verhaltenstraining und Übungsprogramme i. d. R. nicht besserungsfähig.

  • 3.

    Patienten mit sog. Plus-Symptomen sind i. d. R. besser zu rehabilitieren als Patienten mit Negativsymptomatik.

  • 4.

    Die Gefahr der Auslösung psychotischer Rezidive wird durch soziale Überstimulation erhöht.

  • 5.

    Die sog. Minus-Symptome, z. B. Affekt-, Antriebs- und Sprachverarmung, werden durch soziale Stimulation verringert.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
Frage 5.4.6Prüfung aktuell (2016–2). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Schizophrenie treffen zu? SchizophrenieTherapieSchizophrenieAntipsychotika (Neuroleptika)SchizophrenieSozio- und Psychotherapie
  • 1.

    Bei der medikamentösen Therapie mit Neuroleptika können im Sinne unerwünschter Arzneimittelwirkungen parkinsonähnliche Symptome auftreten.

  • 2.

    Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als unterstützende Behandlungsmöglichkeit bewährt.

  • 3.

    Arbeits- und Beschäftigungstherapie sind Bestandteile der stationären Therapie.

  • 4.

    Im Gegensatz zu den Suchterkrankungen hat sich die Soziotherapie bei der Schizophrenie nicht bewährt.

  • 5.

    Differenzialdiagnostisch sind u. a. organisch bedingte Psychosen zu beachten.

□ A: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung Tab. 5.1Richtig oder falsch? Schizophrenieallgemeine Aspekte
  • Zu 1: Falsch! Das Lebenszeitrisiko liegt bei 1 %.

  • Zu 2: Richtig! Man spricht in diesem Zusammenhang von einer genetischen Schizophreniegenetische DispositionDisposition, die bewirkt, dass bei den Betroffenen in Belastungssituationen eine Schizophrenie ausgelöst wird, während andere vielleicht mit einer Anpassungsstörung reagieren.

  • Zu 3: Richtig! Die Betroffenen leiden häufig an einem Wahn (= inhaltliche Denkstörung), an akustischen Halluzinationen (= Veränderung der Wahrnehmung), Wahrnehmungsstörungen und diversen formalen Denkstörungen (Denkzerfahrenheit, Neologismen, Gedankenabreißen usw.).

  • Zu 4: Falsch! Bei der katatonen und hebephrenen Schizophrenie, bei der Schizophrenia simplexSchizophrenia simplexMerkmale/Symptome oder dem schizophrenen Residuum kommen produktive Symptome wie Wahn nicht oder nur selten vor.

  • Zu 5: Falsch! Die Betroffenen sind bewusstseinsklar, die kognitiven Fähigkeiten sind nicht beeinträchtigt.

  • Zu 6: Richtig! Die Suizidrate liegt bei etwa 10 %, in manchen Büchern findet man auch 10–15 %.

  • Zu 7: Falsch! Der übersteigerte Antrieb ist Leitsymptom der Manie.

  • Zu 8: Falsch! Die Mindestdauer nach ICD-10 beträgt 4 Wochen.

  • Zu 9 und 10: Richtig!

Lösung 5.1.1E: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig. SchizophrenieVerlaufsformenSchizophrenieDrittelregel
Hintergrund der Frage ist die sog. Drittelregel, SchizophrenieDrittelregel“. Sie lässt sich wie folgt zusammenfassen (Abb. 5.9):
  • 1.

    Bei einem Drittel der Patienten treten die Symptome einmalig auf, anschließend kommt es zu einer vollständigen Wiedergesundung.

  • 2.

    Bei einem zweiten Drittel kommt es zu wiederholten schizophrenen Episoden, dazwischen gelten die Betroffenen als gesund. Auch bei diesem Drittel kommt es nach Ausheilung der Erkrankung zu einer „psychopathologischen Remission“ = Wiedergesundung.

  • 3.

    Bei einem letzten Drittel hingegen kommt es nach jeder Episode zu einer fortschreitenden Verschlechterung, die schließlich in Defektzustände einmündet, die als „schizophrenes Residuum“ bezeichnet werden.

Daneben gibt es zwei Sonderfälle:
  • 1.

    Die „postschizophrene Depression/depressive EpisodepostschizophreneDepression“, die im Anschluss an einen „schizophrenen Schub“ auftreten kann. Im Gegensatz zu einer „normalen“ depressiven Episode müssen noch einige (nicht im Vordergrund der Symptomatik stehende) Plus- oder Minus-Symptome der Schizophrenie vorhanden sein (→ Aussage 3).

  • 2.

    Erkrankungen wie die HebephrenieVerlaufHebephrenie oder die Schizophrenia Schizophrenia simplexVerlaufsimplex mit schleichendem Beginn und einer fortschreitenden, sich langsam entwickelnden Minus-Symptomatik. Bei diesen eher seltenen Formen der Schizophrenie spricht man von einem „prozesshaften Verlauf“ oder – wie in Aussage 4 – von einem „geradlinig progredienten Verlauf“ mit der Entwicklung von typischen schizophrenen Negativsymptomen.

Lösung 5.1.2E: Mit 22 Jahren. SchizophrenieErstmanifestation
  • Kommentar: Frauen und Männer erkranken etwa gleich häufig an paranoider SchizophrenieParanoide Schizophrenieepidemiologische Aspekte. Bei männlichen Patienten tritt die Erkrankung jedoch typischerweise früher auf. Der Erkrankungsgipfel liegt bei Männern zwischen dem 15. und dem 25. und bei Frauen zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr.

Lösung 5.1.3D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig. Schizophreniegenetische Disposition
  • Zu 1: Richtig! Als Folge der genetischen Disposition gilt: je enger der Verwandtschaftsgrad, desto größer das Erkrankungsrisiko (Abb. 5.2).

  • Zu 2: Falsch! Das Erkrankungsrisiko ist bei beiden Geschlechtern gleich (→ Lösung 5.1.2).

  • Zu 3: Falsch! Schizophrenieformen mit akutem Krankheitsbeginn (Paranoide SchizophrenieTherapieparanoide und katatone SchizophrenieKatatone SchizophrenieTherapie) sprechen meist gut auf Neuroleptika an, im Gegensatz zu langsam progredient beginnenden Schizophrenieformen wie der Schizophrenia simplex und der Hebephrenie.

  • Zu 4: Richtig! → Kommentar zu Lösung 5.1.1 (Drittelregel!).

  • Zu 5: Richtig! Nicht nur wegen der hohen Suizidrate (ca. 10 %), sondern auch aus anderen noch nicht völlig erforschten Gründen reduziert eine schizophrene Erkrankung die Lebenserwartung um durchschnittlich 10–15 Jahre. Schizophrene erkranken z. B. häufiger an Krebs, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Erkrankungen der Lunge und des Verdauungstrakts.

Lösung 5.1.4C: Nur 1, 3 und 5 sind richtig. Schizophrenieallgemeine Aspekte
  • Zu 1: Richtig! → Kommentar zu Lösung 5.1.2.

  • Zu 2: Falsch! Das Erkrankungsrisiko bei eineiigen Zwillingen liegt bei 50 %.

  • Zu 3: Richtig! Die Beziehungsideen gehen oft bis zum BeziehungswahnBeziehungswahn: Die Betroffenen beziehen alles auf sich. Ein typisches Phänomen hierbei ist die Wahnwahrnehmung.

  • Zu 4: SuggestibilitätSuggestibilität findet sich beim Alkoholdelir; für die Schizophrenie ist sie nicht typisch.

  • Zu 5: Richtig! Der Begriff „doppelte Doppelte BuchführungBuchführung“ stammt von Eugen Bleuler und bedeutet: Der Kranke lebt zugleich in zwei Wirklichkeiten: der realen Welt (z. B. als Straßenkehrer) und der Wahnwelt (als Wiedergeburt von Jesus).

Lösung 5.1.5C: Nur 2, 3 und 4 sind richtig. SchizophrenieSymptome
  • Zu 1: Falsch! Schizophrene sind bewusstseinsklar und voll orientiert.

  • Zu 2: Richtig! Sprichwörter oder ironische Bemerkungen werden wörtlich verstanden. Beispiel: Was bedeutet für Sie das Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm?“ – „Ganz klar: Der Apfel kann nur so weit fallen, wie die Äste breit sind.“

  • Zu 3: Richtig! NeologismenNeologismen sind Wortneuschöpfungen.

  • Zu 4: Richtig! Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu Affektverflachung, Gefühlsverarmung usw.

  • Zu 5: Falsch! WortfindungsstörungenWortfindungsstörungen zählen zu den Aphasien und sind typisch für die Demenz, nicht die Schizophrenie.

Lösung 5.1.6B: Nur 5 ist richtig.
  • Zu 1: Falsch! GedankenlautwerdenGedankenlautwerden zählt zu den Ich-Störungen

  • Zu 2 und 3: Falsch! GedankenausbreitungGedankenausbreitung und GedankenentzugGedankenentzug sind Ich-Ich-StörungenSchizophrenieStörungen.

  • Zu 4: Falsch! Wahnhaftes DenkenwahnhaftesDenken ist keine formale, sondern eine inhaltliche Denkstörung.

  • Zu 5: Richtig!

Lösung 5.1.7B: Nur 1 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Nach allgemeiner Auffassung spielen für die Entstehung einer Schizophrenie sowohl genetische Faktoren (Aussage 2 ist falsch) wie auch Umwelteinflüsse (schwierige Kindheit, einschneidende „life events“) eine Rolle. Das Zusammenspiel der hierbei beteiligten Faktoren wird im sog. „Vulnerabilitäts-Stress-Modell Vulnerabilitäts-Stress-Modell “ beschrieben.

  • Zu 2: Falsch! (→ Kommentar zu 1).

  • Zu 3: Falsch! Die Negativsymptome Affektverflachung und Antriebsminderung wären typisch für das schizophrene ResiduumSchizophrenes Residuum oder die HebephrenieHebephrenieSymptome. Typisch für die paranoide SchizophrenieParanoide SchizophrenieMerkmale/Symptome sind Plussymptome wie z. B. Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen.

  • Zu 4: Richtig! ZönästhesienZönästhesien sind bizarre körperliche Missempfindungen oder körperbezogene Wahrnehmungsstörungen, z. B. ein Schrumpfen der Hände oder des Gesichts, ein lavaähnliches Brennen im Genitalbereich, ein Rieseln im Kopf oder in den Beinen usw.

  • Zu 5: Falsch! Siehe Kommentar zu 3.

Lösung 5.1.8Richtig sind B und D.
  • Zu A: Falsch! Wahn zählt zu den inhaltlichen Denkstörungen.

  • Zu B und D: Richtig!

  • Zu C: Starke motorische Unruhe wäre typisch für die katatoneKatatone SchizophrenieMerkmale/Symptome Form der Schizophrenie. Die Parathymie ist eine Störung der Affektivität, bei der das emotionale Ausdrucksverhalten nicht mit dem Denkinhalt übereinstimmt.

  • Zu E: Der Katatoner Stuporkatatone Stupor zählt zu den Störungen der Motorik, siehe Kommentar zu C.

Lösung 5.1.9D: Nur 1, 2 und 5 sind richtig. SchizophrenieErstrangsymptomeErstrangsymptome, Schizophrenie
  • Zu 1, 2 und 5: Richtig! → Abb. 5.3 (Merkwort „Ge-Wa-Sti“)

  • Zu 3 und 4: Falsch! Optische und olfaktorische Halluzinationen zählen zu den Symptomen zweiten Ranges.

Lösung 5.1.10D: Nur 2, 3 und 4 sind richtig. SchizophrenieZweitrangsymptomeZweitrangsymptome, Schizophrenie
  • Zu 1 und 5: Falsch! GedankenentzugSchizophrenieGedankenentzug und GedankenausbreitungSchizophrenieGedankenausbreitung sind Ich-Störungen und zählen zu den Erstrangsymptomen.

  • Zu 2, 3 und 4: Richtig! GefühlsverarmungGefühlsverarmung und katatone KatatonieSymptome gehören zu den Symptomen zweiten Ranges, genauso wie kurze, vorübergehende Wahneinfälle (Aussage 3), im Gegensatz zu einem lang anhaltenden systematisierten Wahn, der zu den Erstrangsymptomen zählt.

Lösung 5.1.11A: Nur 1 und 4 sind richtig. SchizophrenieErstrangsymptomeErstrangsymptome, Schizophrenie
  • Kommentar: Gefragt wird hier nach den Symptomen ersten Ranges (nach Kurt Schneider), die in der ICD-10 nicht mehr so bezeichnet werden. GedankenlautwerdenSchizophrenieGedankenlautwerden und GedankenausbreitungSchizophrenieGedankenausbreitung zählen zu den Symptomen ersten Ranges, nicht jedoch das GedankenabreißenGedankenabreißenSchizophrenie: Dies ist eine für die Schizophrenie typische formale Denkstörung. Die meisten formalen Denkstörungen zählen zu den Zweitrangsymptomen, ebenso auch der soziale Rückzug.

Lösung 5.1.12B: Nur 4 und 5 sind richtig. SchizophrenieProdromalsymptome
  • Zu 1: Falsch! Prodromalsymptome (= Vorläufersymptome) sind zwar häufig, es gibt aber auch abrupt beginnende Schizophrenie-Erkrankungen ohne eine oft mehrere Jahre andauernde Prodromalphase.

  • Zu 2: Falsch! Bei der katatonen Katatone SchizophrenieMerkmale/SymptomeSchizophrenie oder der Schizophrenia Schizophrenia simplexMerkmale/Symptomesimplex sind Wahn und Halluzinationen nicht oder fast nicht vorhanden.

  • Zu 3: Falsch! Die WahnwahrnehmungenWahnwahrnehmung ist eine Form des Wahns und zählt zu den Erstrangsymptomen.

  • Zu 4: Richtig! Ein anderes Wort für das „Gefühl des Gemachten“ lautet BeeinflussungserlebnisseBeeinflussungserlebnisse.

  • Zu 5: Richtig! Die sechs sog. „A-A-Symptome, SchizophrenieSymptome“ sind Negativsymptome und zählen zu den SchizophrenieZweitrangsymptomeZweitrangsymptomen.

Wichtig zu wissen

Die „sechs A's“ nach Andreasen

A-Symptome, Schizophrenie Schizophrenie A-Symptome
  • 1.

    ApathieApathie: Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt, reduzierte GefühlsreaktionenSchizophrenieNegativ-/MinussymptomeNegativsymptome, Schizophrenie

  • 2.

    AlogieAlogie: Sprachverarmung; Wortkargheit (nicht verwechseln mit Paralogik!)

  • 3.

    AnhedonieAnhedonie: verminderte Fähigkeit, Freude, Lust und Vergnügen zu empfinden

  • 4.

    AffektverflachungAffektverflachung: Mangel an Empathie und emotionaler Schwingungsfähigkeit

  • 5.

    AsozialitätAsozialität: Kontaktunfähigkeit; Mangel an zwischenmenschlichem Interesse

  • 6.

    AufmerksamkeitsstörungenAufmerksamkeitsstörungen: Den Betroffenen fällt es schwer, sich zu konzentrieren, einen Text zu lesen, einem Gespräch zu folgen usw.

Alle sechs A's zählen zu den Minus-/Negativsymptomen der Schizophrenie.
Lösung 5.1.13 Richtig sind B und D. SchizophrenieNegativ-/MinussymptomeNegativsymptome, Schizophrenie
  • Zu A: Falsch! Der Wahn zählt zu den Plus-Symptomen.

  • Zu C: Falsch! Bei der formalen Denkstörung „Denkzerfahrenheit“ wird ein „Zuviel“ an Gedanken und Ideen produziert. Die DenkzerfahrenheitDenkzerfahrenheit zählt deshalb zu den Positivsymptomen.

  • Zu E: Falsch! Illusionäre Verkennungen zählen zu den Plus-Symptomen.

Lösung 5.1.14Richtig ist A.
  • Zu B: Falsch! Negativsymptome haben nichts mit negativen Verhaltensweisen zu tun. Bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung gibt es keine Negativ-/Minussymptome.

  • Zu C: Falsch! AgitiertheitAgitiertheit ist ein Plus-Symptom.

  • Zu D und E: Negativsymptome sprechen oft kaum oder nur eingeschränkt auf Neuroleptika an. Die Symptome sind trotz medikamentöser Therapie oft lang andauernd, manchmal auch therapieresistent. Die Prognose ist deshalb wesentlich ungünstiger als bei einem Vorherrschen von Positivsymptomen.

Lösung 5.1.15D: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. SchizophrenieNegativ-/MinussymptomeNegativsymptome, Schizophrenie
  • Zu 1: Richtig! Ich-Störungen wie z. B. Gedankenlautwerden zählen zur Positivsymptomatik.

  • Zu 2: Richtig! Wahn ist ein typisches Plus-Symptom.

  • Zu 3: Richtig! Bei der „Denkzerfahrenheit“ wird ein „Zuviel“ an Gedanken und Ideen produziert. Die Denkzerfahrenheit zählt deshalb zu den Positivsymptomen.

  • Zu 4: Falsch! Unter Anhedonie versteht man die Unfähigkeit, Freude und Lust zu empfinden. Die Anhedonie zählt zu den Negativsymptomen.

  • Zu 5: Richtig! Psychomotorische Erregungszustände zählen zu den Positivsymptomen der Schizophrenie.

Lösung 5.1.16B: Nur 2 und 3 sind richtig. SchizophreniePositiv-/PlussymptomeSchizophrenieNegativ-/MinussymptomePositivsymptome, Schizophrenie
  • Zu 1: Falsch! Typisch für die paranoide Paranoide SchizophrenieMerkmale/SymptomeSchizophrenie sind Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen (= Positivsymptome).

  • Zu 2: Richtig! Wahn z. B. ist eine inhaltliche Denkstörung.

  • Zu 3: Richtig! Minus-Symptome sind typisch für chronische Schizophrenieformen, z. B. die Schizophrenia Schizophrenia simplexMerkmale/Symptomesimplex oder die HebephrenieSymptomeHebephrenie.

  • Zu 4: Falsch! Schizophrene mit ausgeprägten Symptomen (Positivsymptomatik) sprechen meist gut und schnell auf Neuroleptika an; bei Patienten mit Negativsymptomatik ist eine medikamentöse Behandlung oft schwierig und langwierig.

  • Zu 5: Falsch! HypersomnieHypersomnie bedeutet: übergroßes Schlafbedürfnis. Das passt nicht zur Symptomatik der Schizophrenie.

Lösung 5.1.17E: Alle Aussagen sind richtig. SchizophrenieDifferenzialdiagnose
  • Zu 1: Richtig! Bei einer Entzündung des Gehirns (griech. encephalon, Gehirn) können bei schweren Erkrankungsformen Halluzinationen und wahnhaftes Erleben (z. B. Verfolgungswahn) auftreten.

  • Zu 2: Richtig! Bei etwa 4–10 % der Epilepsiepatienten kommt es zu „epileptischen Psychosen/psychotische StörungenepileptischePsychosen“, vor allem bei Patienten mit Temporallappen- oder Schläfenlappenepilepsie. Die Betroffenen leiden z. B. – ähnlich wie bei der organischen Halluzinose – in Abständen immer wieder an optischen und akustischen Halluzinationen, oft in Verbindung mit wahnhaftem Erleben. Der Film „Requiem“ ist hierfür ein typisches Beispiel.

  • Zu 3: Richtig! Bei der multiplen Multiple PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörung (dissoziative Dissoziative IdentitätsstörungIdentitätsstörung) identifizieren sich die Betroffenen abwechselnd mit Persönlichkeitsanteilen, die verschieden reden, denken, sich anders verhalten als im Normalzustand und mit Beeinflussungserlebnissen verwechselt werden könnten. Typisch sind auch plötzlich auftretende Flashbacks, die oft bizarr und wahnhaft anmuten, wenn der Gesamtzusammenhang nicht ersichtlich ist.

  • Zu 4: Richtig! Beim Konsum von Halluzinogenehalluzinogenen Drogen kann es zu einem Verlust des Ich-Bewusstseins kommen, begleitet von Halluzinationen (meist optischer Art).

  • Zu 5: Richtig! Bei einer manischen Episode mit psychotischen Symptomen hören die Betroffenen StimmenStimmenhören (meist in Du-Form) und/oder haben einen Wahn. Dies könnte zu Verwechslungen mit einer paranoiden Schizophrenie führen.

Lösung 5.1.18D: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig. SchizophrenieDifferenzialdiagnose
  • Zu 1: Richtig! Nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma kann es durch eine Schädigung des Gehirns zu einer organischen wahnhaften (= Schizophreniforme Störungschizophreniformen) Störung kommen (ICD-10: F06.2).

  • Zu 2: Richtig! Bei der schizoaffektiven Schizoaffektive StörungStörung sind Symptome einer Schizophrenie und Symptome einer Depression bzw. Manie gleichzeitig vorhanden. Bei der Diagnose einer Schizophrenie sollte differenzialdiagnostisch eine schizoaffektive Psychose ausgeschlossen werden.

  • Zu 3 und 4: Richtig! Bei der Manie mit psychotischen Manie/manische EpisodeSymptomen und bei der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen leiden die Betroffenen oft an einem Wahn und hören Stimmen – Symptome, die auch für eine Schizophrenie typisch sind. Vor allem bei der Manie mit psychotischen Symptomen ist die Abgrenzung zu einer Schizophrenie oft nicht leicht.

  • Zu 5: Falsch! Die DysthymiaDysthymia (leichtere chronische depressive Störung) hat nichts mit der Schizophrenie zu tun.

Lösung Tab. 5.2Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Falsch! Die häufigste Unterform ist die paranoide SchizophrenieUnterformenParanoide Schizophrenieepidemiologische AspekteSchizophrenie.

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Die Hebephrenie beginnt schleichend! Der zweite Teil der Aussage stimmt (die Symptome kann man leicht mit pubertärem Gehabe verwechseln).

  • Zu 4: Falsch! Die Aussage gilt für die katatone Katatone SchizophrenieSchizophrenie (→ katatoner StuporkatatonerStupor).

  • Zu 5: Falsch! Der erste Teil der Aussage ist richtig. Negativismus bedeutet jedoch: Die Patienten tun das Gegenteil von dem, was man ihnen aufträgt.

  • Zu 6: Richtig!

  • Zu 7: Falsch! Katatone Symptome zählen zur Plus-Symptomatik. Patienten mit Positivsymptomatik sprechen i. d. R. gut auf eine Behandlung mit Neuroleptika an.

  • Zu 8: Falsch! Menschen mit Schizophrenia Schizophrenia simplexMerkmale/Symptomesimplex zeigen oft ein bizarres, eigenbrötlerisches Verhalten.

  • Zu 9: Falsch! Beim schizophrenen Schizophrenes ResiduumResiduum dominieren Minus-Symptome, die sich nach mehreren schizophrenen Episoden langsam entwickeln.

  • Zu 10: Richtig! Steht so in der ICD-10.

  • Zu 11: Richtig!

  • Zu 12: Falsch! Bei der schizoaffektiven Schizoaffektive StörungStörung finden sich oft zusammen mit der schizophrenen Symptomatik depressive oder manische Symptome, die einer bipolaren Störung zuzuordnen sind.

Lösung 5.2.1C: Nur 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Es gibt eine larvierte Depression, aber keine larvierte Schizophrenie.

  • Zu 5: Falsch! Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler (1857–1939) stellte in seinen frühen Untersuchungen eine Verbindung zwischen den Symptomen des frühkindlichen Autismus und bestimmten Unterformen der Schizophrenie her. So kam es, dass Bleuler in seinen ersten Büchern „Autismus“ als ein Grundsymptom der Schizophrenie bezeichnete und sogar so weit ging, eine „autistische Unterform der Schizophrenie“ zu postulieren. Heute weiß man, dass frühkindlicher Autismus und Schizophrenie zwei ganz verschiedene Krankheitsbilder sind. In den modernen Diagnosehandbüchern gibt es deshalb keine „autistische Form der Schizophrenie“.

Lösung 5.2.2Richtig sind D und E.
  • Zu A: Falsch! Die paranoide SchizophrenieUnterformenParanoide Schizophrenieepidemiologische AspekteSchizophrenie ist die häufigste Unterform.

  • Zu B: Falsch! Leitsymptome sind die Erstrangsymptome Wahn, Halluzinationen und Ich-Störungen.

  • Zu C: Falsch! Diese Aussage gilt für die katatone Schizophrenie, nicht für die paranoide Schizophrenie.

  • Zu D: Richtig! Inhaltliche Denkstörungen = Wahn und Wahnwahrnehmung.

  • Zu E: Richtig! Deshalb auch die (ältere) Bezeichnung „paranoid-halluzinatorische Schizophrenie.“

Lösung 5.2.3B: Nur 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Die Beschreibung passt auf die Hebephrenie, nicht auf die katatone SchizophrenieUnterformenKatatone SchizophrenieSchizophrenie.

  • Zu 2: Falsch! Nicht verwechseln mit StuporStupor. SoporSopor (lat. „tiefer Schlaf“) ist eine Form der quantitativen Bewusstseinsstörung.

  • Zu 3: Falsch! Ein Wechsel zwischen katatonem Stupor und katatoner Erregung ist typisch für die Erkrankung.

  • Zu 4: Richtig! MutismusMutismus = Verstummen; Negativismus: Die Betroffenen tun das Gegenteil von dem, was man ihnen aufträgt.

  • Zu 5: Richtig! Vorherrschend sind Störungen der Willkürmotorik.

Lösung 5.2.4E: Nur 1, 2 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Die KatalepsieKatalepsie äußert sich darin, dass eine aktiv oder passiv eingenommene Körperhaltung übermäßig lange beibehalten wird. Die Katalepsie ist typisch für die katatone SchizophrenieKatatone SchizophrenieMerkmale/Symptome.

  • Zu 2: Richtig! NegativismusNegativismus ist ein Symptom der katatonen Schizophrenie: Der Patient leistet Widerstand gegenüber allen Aufforderungen, sich zu bewegen, oder führt stattdessen gegenteilige Bewegungen aus. Nicht verwechseln mit „negativem Denken“!

  • Zu 3: Falsch! Beim Phänomen der DerealisationDerealisation kommt den Betroffenen die Realität unwirklich oder weit weggerückt vor. Dies ist keine Störung der Psychomotorik.

  • Zu 4: Richtig! Beim MutismusMutismus (Verstummen) sind die Sprechmuskeln beeinträchtigt, deren Motorik von der Psyche gesteuert wird.

  • Zu 5: Falsch! Bei der Parathymie stehen Gefühlsausdruck und gegenwärtiges Erleben im Widerspruch. Die Parathymie zählt zu den Störungen der Affektivität.

Lösung 5.2.5Richtig sind D und E. SchizophrenieUnterformenHebephrenieSymptome
  • Zu A: Falsch! Typisch sind formale Denkstörungen wie zerfahrene oder gekünstelte Sprache, Danebenreden, Paralogik usw.

  • Zu B: Falsch! Erste Symptome treten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren auf.

  • Zu C: Falsch! Die Beschreibung passt am ehesten zur zwanghaften PersönlichkeitsstörungAnankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung.

  • Zu D: Richtig! Zu den affektiven Veränderungen gehört z. B. eine massive Affektverflachung, läppisches, manieriertes Verhalten und ein Auseinanderklaffen von äußerer Situation und emotionaler Reaktion (Parathymie).

  • Zu E: Richtig! Das eigenartige Verhalten führt oft zu sozialer Isolierung.

Lösung 5.2.6Richtig sind D und E. SchizophrenieUnterformenHebephrenie
  • Zu A: Falsch! Griech. hebe bedeutet Jugend. Am häufigsten liegt das Erkrankungsalter zwischen 15 und 25 Jahren.

  • Zu B: Falsch! Keine akustischen Halluzinationen bei der Hebephrenie.

  • Zu C: Falsch! Es gibt zwar eine genetische Disposition, die Krankheit wird aber nicht vererbt.

  • Zu D: Richtig! Keine Bewusstseins- oder Orientierungsstörungen bei allen Formen der Schizophrenie.

  • Zu E: Richtig! → Lösung 5.2.4 (A und D)

Lösung 5.2.7D: 3, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Falsch! Beschrieben wird hier die postschizophrene DepressionDepression/depressive EpisodepostschizophrenePostschizophrene Depression (Dauer: mindestens 2 Wochen), nicht das schizophrene Residuum (Dauer: mindestens 12 Monate)

  • Zu 2: Falsch! Kein Wahn, keine Halluzinationen! Die allgemeinen Kriterien für eine paranoide Schizophrenie waren in der Vergangenheit zwar vorhanden, sind aber gegenwärtig nicht nachweisbar.

  • Zu 3: Richtig!

  • Zu 4: Richtig! Mindestens vier der in der ICD-10 aufgeführten negativen Symptome müssen in den zurückliegenden 12 Monaten vorhanden gewesen sein.

  • Zu 5: Richtig! Ähnliche Symptome können auch bei einer Demenz und einer chronischen Depression (12 Monate oder länger andauernd) vorkommen, deshalb sollten die beiden Störungen differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden.

Lösung 5.2.8C: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Die Schizophrenia Schizophrenia simplexVerlaufsimplex beginnt schleichend.

  • Zu 2 und 3: Richtig! Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Zunahme der Minus-Symptome: Die Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer, die Betroffenen können sich nur mehr mit Mühe konzentrieren, haben Probleme mit dem Gedächtnis und ziehen sich aus menschlichen Beziehungen zurück. Im Gegensatz zu einer Demenz bilden sich die Symptome zurück, wenn die Betroffenen auf Neuroleptika ansprechen.

  • Zu 4: Falsch! Das wäre die katatone Schizophrenie.

  • Zu 5: Falsch! Der Verlauf ist langsam-progredient, ohne ausgeprägte Episoden mit Plus-Symptomatik.

Lösung 5.2.9C: Nur 1, 2 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: ZönästhesienZönästhesien sind bizarre Leibhalluzinationen, wie sie z. B. unter 1, 2 und 3 beschrieben werden. Zönästhesien können im Rahmen einer paranoiden Schizophrenie vorkommen, in seltenen Fällen jedoch haben die Betroffenen nur abstruse Leibhalluzinationen ohne weitere schizophrene Symptome: In diesem Fall spricht man von einer „zönästhetischen SchizophrenieZönästhesienbei Schizophrenie“. Die zönästhetische Zönästhesienbei SchizophrenieSchizophrenieUnterformenSchizophrenie wurde früher häufig gefragt, seit über 10 Jahren taucht sie nicht mehr in der schriftlichen Prüfung auf. Zönästhesien als Symptom werden allerdings vereinzelt sowohl im Schriftlichen wie im Mündlichen gefragt.

  • Zu 3: Falsch! Beschrieben werden hier Erlebnisse von Beeinflussung des Willens → Ich-Störung.

  • Zu 4: Falsch! Unausgeformte akustische Halluzinationen wie Fauchen, Zischen, Flüstern, Zischen nennt man Akoasmen. AkoasmenAkoasmen sind akustische Halluzinationen, keine bizarren Leibhalluzinationen.

Lösung 5.3.1Richtig sind B und C. Wahnhafte Störung
  • Zu A: Falsch! ICD-10: „Bei älteren Patienten schließen gelegentliche und vorübergehende akustische Halluzinationen die Diagnose nicht aus, solange die Symptome nicht typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen.“

  • Zu D: Falsch! Es handelt sich um einen lang andauernden WahnWahn, nicht um wechselnde Wahnvorstellungen.

  • Zu E: Falsch! Außerhalb der den Wahn betreffenden Lebensbereiche sind die Betroffenen unauffällig.

Lösung 5.3.2A: Nur 1 ist richtig.
  • Zu 2: Falsch! StuporStuporkatatoner ist typisch für die katatone Form der Schizophrenie.

  • Zu 3: Falsch! AntriebsstörungenAntriebsstörungen zählen zu den Negativsymptomen und finden sich typischerweise beim schizophrenen ResiduumSchizophrenes Residuum, der Schizophrenia simplexSchizophrenia simplexMerkmale/Symptome und der HebephrenieHebephrenieSymptome.

  • Zu 4: DenkzerfahrenheitDenkzerfahrenheit findet sich bei verschiedenen Unterformen der Schizophrenie (z. B. paranoide SchizophrenieParanoide SchizophrenieMerkmale/Symptome oder Hebephrenie), nicht bei der wahnhaften Störung.

  • Zu 5: ICD-10: „Anhaltende akustische Halluzinationen […] sind nicht mit der Diagnose wahnhafte Störung vereinbar“.

Lösung 5.3.3A: Nur 1 ist richtig. Schizoaffektive Störung
  • Zu 1: Richtig! Affektive und schizophrene Symptome treten in derselben Krankheitsphase auf.

  • Zu 2: Falsch! Die Stimmung ist nach ICD-10 – zusammen mit den schizophrenen Symptomen – für längere Zeit entweder manisch oder depressiv.

  • Zu 3: Falsch! Wahn ist kein notwendiges Symptom.

  • Zu 4: Falsch! Die schizophrenen Symptome treten gleichzeitig mit depressiven oder manischen Symptomen auf.

  • Zu 5: Falsch! Produktive (= positive) Symptome der Schizophrenie sind typisch.

Lösung 5.3.4A: Nur 1 und 3 sind richtig. Psychosen/psychotische StörungenpostpartalePostpartale Psychose
  • Zu 1: Richtig! Psychotische Symptome wie Wahn oder Halluzinationen sind typisch.

  • Zu 2: Falsch! Die Betroffenen haben oft Suizidgedanken, manchmal sogar den Gedanken, sich und ihr Baby umzubringen.

  • Zu 3: Richtig! Es geht hier um eine psychische Störung (z. B. Wochenbettdepression), nicht unbedingt um eine Wochenbettpsychose. Grund hierfür ist u. a. eine genetische Disposition für affektive oder schizophreniforme Störungen.

  • Zu 4: Falsch! WochenbettpsychoseWochenbettpsychosen treten im „Wochenbett“ auf, in manchen Fällen schon kurz nach der Geburt.

  • Zu 5: Falsch! Eine Hausgeburt hat keinen Einfluss auf die Entstehung einer Wochenbettpsychose.

Lösung 5.3.5B: Akute wahnhafte psychotische Akute wahnhafte psychotische StörungStörung.
  • Zu A: Falsch! Bei einem psychotischen schizophrenen Schub klingt die Symptomatik nicht innerhalb weniger Tage ab.

  • Zu B: Richtig! Die Diagnose findet sich in der ICD-10 unter F23.3: „akute, vorwiegend wahnhafte psychotische StörungenPsychosen/psychotische Störungenreaktive paranoide“. Bei der Störung liegen relativ stabile Wahnideen vor, die aber nicht die Kriterien für eine Schizophrenie erfüllen. Früher hieß die Störung „paranoide ReaktionParanoide Reaktion“ oder „reaktive paranoide PsychoseReaktive paranoide Psychose“.

  • Zu C: Falsch! Für eine akute polymorphe psychotische Störung müssten die Symptome vielgestaltig (polymorph) sein und häufig wechseln.

  • Zu D: Falsch! Keine psychotischen Symptome bei einer psychogenen Störung – weder bei der PTBS, noch bei einer Anpassungsstörung, noch bei einer akuten Belastungsreaktion (maximale Dauer: 3 Tage!).

  • Zu E: Falsch! → Kommentar zu D.

Lösung 5.3.6C: 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Typisch für die schizotype StörungSchizotype StörungDiagnosekriterien ist ein exzentrisches Verhalten in Verbindung mit seltsamer, gekünstelter Sprache, Misstrauen, eingeschränktem Affekt (Gefühlskälte) und sozialem Rückzug. Eine Antriebsschwäche zählt nicht zu den Diagnosekriterien, ebenso wenig eine „ausgeprägte Ideenflucht“, die für die Manie typisch wäre.

Lösung 5.3.7D: Nur 2 und 4 sind richtig. Induzierte wahnhafte Störung
  • Kommentar: Die induzierte wahnhafte Störung hieß früher „symbio(n)tischer Symbio(n)tischer WahnWahn“ oder „Folie à Folie à deuxdeux“ (frz., wörtlich: „Verrücktsein zu zweit“) und beschreibt das Auftreten eines Wahns bei zwei Personen, die symbiotisch miteinander verbunden sind. Eine der beiden Personen hat einen echten Wahn, die zweite Person übernimmt den Wahn. Die Symptomatik bei der zweiten Person verschwindet, wenn die beiden voneinander getrennt werden.

  • Zu 1: Falsch! Der induzierte Wahn beinhaltet das gleichzeitige Auftreten eines Wahnsystems bei zwei Personen.

  • Zu 2: Richtig! Ein Verfolgungswahn (z. B. in sprachfremder Umgebung) ist häufig.

  • Zu 3: Falsch! Alkoholmissbrauch spielt hier keine Rolle.

  • Zu 4: Richtig! → Kommentar.

Lösung Tab. 5.3Richtig oder falsch?
  • Zu 1: Falsch! AntipsychotikaNebenwirkungenNeuroleptika haben viele Nebenwirkungen, sind also nicht gut verträglich; trotzdem werden sie in der Therapie der SchizophrenieAntipsychotika (Neuroleptika)Schizophrenie eingesetzt, weil es keine andere wirksame Behandlung gibt.

  • Zu 2: Falsch! Patienten mit Negativsymptomatik brauchen länger, bis sie auf eine Behandlung mit Neuroleptika ansprechen, und oft ist die Behandlung weniger effektiv als bei der medikamentösen Therapie positiver Symptome. Die neue Generation der atypischen Neuroleptika scheint hier erfolgreicher zu sein, die Meinungen hierüber gehen in Fachkreisen jedoch auseinander.

  • Zu 3: Richtig! Extrapyramidalmotorische Extrapyramidalmotorische SymptomeSymptome sind Bewegungsstörungen, die vom Gehirn ausgehen. Beispiele hierfür sind die Früh- und Spätdyskinesien, die Akathisie oder Symptome der Parkinson-Erkrankung (ParkinsonoidParkinsonoid).

  • Zu 4: Richtig! AkathisieAkathisie = Unfähigkeit, stillsitzen zu können. Die Akathisie zählt zu den Dyskinesien.

  • Zu 5: Falsch! Zur Rezidivprophylaxe sollte nach einer einmaligen schizophrenen Episode das Medikament mindestens 1 Jahr lang eingenommen werden.

  • Zu 6: Richtig! Bei einer längeren Einnahme von klassischen NeuroleptikaAntipsychotikaNebenwirkungen wie Haldol kommt es häufig zu SpätdyskinesienSpätdyskinesien wie Akathisie, Zuckungen im Gesichtsbereich, unwillkürlichen Bewegungen.

  • Zu 7: Falsch! Bei Einnahme von Neuroleptika kommt es oft zu einer Gewichtszunahme.

  • Zu 8: Richtig! Atypische Neuroleptika haben weniger Nebenwirkungen und scheinen bei Erkrankungen mit Negativsymptomatik besser zu wirken.

  • Zu 9: Richtig! Niedrigpotente Neuroleptika sind sedierend und werden deshalb nicht nur bei Psychosen, sondern auch bei Angststörungen und Schlafproblemen eingesetzt.

  • Zu 10: Richtig! Aktivierende und stützende (supportive) Therapieformen! Keine Entspannungsverfahren! Keine aufdeckende Therapie!

  • Zu 11: Richtig!

  • Zu 12: Falsch! Entspannungsverfahren sind bei einer akuten Psychose kontraindiziert.

  • Zu 13: Falsch! Die EKT wird bei schweren Depressionen und therapieresistenten katatonen Zuständen eingesetzt, nicht bei Wahn.

  • Zu 14: Richtig! Wichtig hierbei ist, dass die Betroffenen nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert werden. Eine Überstimulation kann zu einem Rückfall führen.

Lösung 5.4.1C: Nur 1, 3 und 5 sind richtig. SchizophrenieTherapie
  • Zu 1 und 3: Richtig! An Schizophrenie Erkrankte haben häufig Mühe, zwischen der Wirklichkeit und der eigenen subjektiven Wahrnehmung zu unterscheiden. Sie hören Stimmen, sind überzeugt, verfolgt oder beeinflusst zu werden, und sehen in Freunden, Geschwistern und Eltern auf einmal Feinde und Verräter. Ein Training der sozialen Wahrnehmung kann helfen, verzerrte Wahrnehmungen zu erkennen und zu verändern. Viele Betroffene ziehen sich zurück oder sind nicht mehr fähig, mit ihrem Umfeld zu kommunizieren. Kommunikationstraining, Problemlösetraining und Aufklärung über die Hintergründe und Symptome der Erkrankung können dazu beitragen, den Betroffenen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

  • Zu 2 und 4: Falsch! Übungen zur Imagination (z. B. Fantasiereisen) oder zur Entspannung sind bei schizophrenen Erkrankungen kontraindiziert. SchizophrenieTherapie

  • Zu 5: Richtig! Eine stützende oder aktivierende Therapie ist i. d. R. erst möglich, wenn die psychotischen Symptome als Folge der Medikation zurückgegangen sind.

Lösung 5.4.2C: Nur 1, 2 und 5 sind richtig.
  • Zu 3: Falsch! Alle AntipsychotikaNebenwirkungenNeuroleptika haben Nebenwirkungen, auch bei niedriger Dosierung.

  • Zu 4: Falsch! Hypertonie = Bluthochdruck. Haloperidol (Haldol)Haldol ist ein hochpotentes Neuroleptikum mit nachgewiesener antipsychotischer Wirkung, aber auch vielen Nebenwirkungen (vor allem Dyskinesien). Eine massive Auswirkung auf den Blutdruck ist laut psychiatrischer Lehrmeinung nicht nachweisbar – weder bei Haldol noch bei anderen Neuroleptika.

Lösung 5.4.3A: Nur 1 und 2 sind richtig. SchizophrenieTherapie
  • Zu 1: Richtig! In der Anfangsphase der medikamentösen Therapie sind alle AntipsychotikaWirkungenNeuroleptika zunächst sedierend (= beruhigend), allerdings je nach Wirkstoff unterschiedlich stark. Wegen ihrer sedierenden Wirkung werden Neuroleptika (vor allem niedrigpotente) auch bei Ängsten, Schlafstörungen und psychomotorischen Erregungszuständen verabreicht.

  • Zu 2: Richtig! Die Wirkung tritt häufig erst nach 2–3 Wochen ein, oft auch später. In manchen Fällen zeigt das Neuroleptikum keine Wirkung, dann muss das Medikament gewechselt werden.

  • Zu 3: Falsch! Da viele Betroffene an einem – unkorrigierbaren – WahnWahn leiden oder 100-prozentig überzeugt sind, dass die StimmenStimmenhören, die sie hören, keine Einbildung sind, fühlen sie sich nicht krank und sind somit auch kaum bereit, sich behandeln zu lassen.

  • Zu 4 und 5: Falsch! Nicht verwechseln mit BenzodiazepinenBenzodiazepine! Neuroleptika machen nicht abhängig. Beim Absetzen gibt es also keine Entzugssymptome, ein fester Zeitpunkt zur Therapiebeendigung ergibt keinen Sinn, denn die Neuroleptikatherapie erstreckt sich meist über Monate bis Jahre.

Lösung 5.4.4E: Alle Aussagen sind richtig.
  • Zu 3: Richtig! Medikamentöse „Noncompliance“ bedeutet: Die Betroffenen befolgen nicht die Anweisungen des Arztes, sondern setzen das Medikament eigenmächtig ab (engl. comply with, befolgen, sich richten nach).

  • Zu 4: Richtig! Mit anderen Worten: Die Unruhesymptomatik könnte auch eine Folge der Psychose, nicht eine Nebenwirkung der Neuroleptika sein.

Lösung 5.4.5D: Nur 3, 4 und 5 sind richtig. SchizophreniePsychotherapie
  • Zu 1: Falsch! Keine aufdeckenden psychotherapeutischen Verfahren bei Psychosen!

  • Zu 2: Falsch! → Kommentar zu Lösung 5.17.1.

  • Zu 3: Richtig! Patienten mit sog. Plus-Symptomen sprechen besser auf Neuroleptika an als Patienten mit Minus-Symptomatik.

  • Zu 4 und 5: Richtig! Ein wichtiger Grundsatz bei der Soziotherapie, bei SchizophrenieSoziotherapie ist: Die Kranken nicht überfordern (= ÜberstimulationÜberstimulation), das kann einen psychotischen Rückfall auslösen; aber auch, die Betroffenen nicht unterfordern. Durch eine behutsame „Stimulation“ können Minus-Symptome gebessert (= verringert) werden.

Lösung 5.4.6C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
  • Zu 1–3: Richtig!

  • Zu 4: Falsch! Auch die Soziotherapie ist ein wichtiger Teil der Therapie.

  • Zu 5: Richtig! Durch eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns kann es zu Symptomen kommen, die an eine Schizophrenie erinnern. Sie finden sich in der ICD-10 unter F06.2: organische wahnhafte/schizophreniforme Störung.

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