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B978-3-437-58376-6.00014-5

10.1016/B978-3-437-58376-6.00014-5

978-3-437-58376-6

Seltene Prüfungsfragen

Viele der im Folgenden aufgeführten Prüfungsfragen tauchten in den vergangenen 38 Prüfungen nur sehr selten auf. So gab es z. B. in den Jahren 1999–2006 und dann erst wieder ab 2013 mehrere Fragen zu neurologischen Erkrankungen. Den Prüfern ist es in neuerer Zeit offensichtlich wichtig, dass Frühsymptome von neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder MS von psychogenen Störungen unterschieden und die Betroffenen somit zum Neurologen geschickt werden können. Auch Fragen zu Schlafstörungen tauchten in den letzten Jahren vermehrt in der schriftlichen Prüfung auf. Ansonsten finden sich in „alten“ Prüfungen manchmal ein paar ausgefallene Fragen zu Begriffen wie „Kollusion“, „Double Bind“, „kognitive Dissonanz“ und „Coping“, die in der Fachliteratur des Öfteren auftauchen und deshalb hier aufgenommen wurden, obwohl sie in der Zukunft wohl kaum mehr im Schriftlichen vorkommen werden.

Schlafstörungen

Frage 14.1.1Aussagenkombination
Als Ursachen für SchlafstörungenSchlafstörungenUrsachen kommen infrage:
  • 1.

    Einnahme von Amphetaminen

  • 2.

    Schilddrüsenüberfunktion

  • 3.

    Demenz

  • 4.

    Zerebrale Durchblutungsstörungen

  • 5.

    Depression

□ A: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.1.2Aussagenkombination
Ein Patient klagt über SchlafstörungenMaßnahmenSchlafstörungen.
Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden?
  • 1.

    Führen eines Schlaftagebuchs

  • 2.

    Exploration der Schlafbedingungen

  • 3.

    Veranlassung einer körperlichen Untersuchung

  • 4.

    Verordnung eines Schlafmittels als Erstmaßnahme

  • 5.

    Erhebung eines psychopathologischen Befunds

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.1.3Aussagenkombination
Was ist typisch für die nicht organisch bedingte InsomnieInsomnie (Schlaflosigkeit)?
  • 1.

    Am häufigsten sind Einschlafstörungen, gefolgt von Durchschlafstörungen und morgendlichem Früherwachen.

  • 2.

    Die Störung entwickelt sich in zeitlichem Zusammenhang zu Belastungssituationen gehäuft bei Frauen, älteren und sozioökonomisch benachteiligten Menschen.

  • 3.

    Die Schlafstörung und ihre Konsequenzen sind auch während des Tages ein häufig quälender Gedankeninhalt.

  • 4.

    Insomnie ist eine häufige Folge von Cannabis-Missbrauch.

  • 5.

    Insomnie ist häufig Teil einer psychotischen Episode.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.1.4Prüfung aktuell (2015–1). Mehrfachauswahl SchlafstörungenEmpfehlungen
Welche der folgenden Empfehlungen sind bei einem Patienten mit Schlafstörungen sinnvoll? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Körperliches Training kurz vor dem Schlafengehen
□ B: Verzicht auf Mittagsschlaf
□ C: Genuss von 1 Liter Rotwein kurz vor dem Schlafengehen
□ D: Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
□ E: Vermeidung der Einnahme von harntreibenden Substanzen am Abend

Schmerzstörungen

Frage 14.2.1Einfachauswahl
Das verhaltensmedizinische Konzept zur Entstehung chronischer Schmerzen, chronischeSchmerzen postuliert, dass
□ A: chronischer Schmerz ein psychobiologisches Phänomen ist und durch Lernprozesse beeinflusst wird.
□ B: chronischer Schmerz im Allgemeinen durch eine entsprechende Prädisposition zur „Schmerzpersönlichkeit“ entsteht.
□ C: chronische Schmerzen im Allgemeinen durch die Umwandlung eines seelischen Konflikts in ein körperliches Symptom entstehen.
□ D: chronischer Schmerz exakt linear proportional zur aufgetretenen Gewebsschädigung ist.
□ E: der somatische Befund die wichtigste Determinante des Ausmaßes chronischer Schmerzen ist.
Frage 14.2.2Mehrfachauswahl
Welche zwei der folgenden Aussagen zu KopfschmerzenKopfschmerzen treffen zu?
□ A: Das Symptom Kopfschmerz ist in der Bevölkerung weit verbreitet und bedarf keiner besonderen Abklärung.
□ B: Das plötzliche Auftreten stärkster Hinterkopfschmerzen mit Erbrechen kann auf eine Hirnblutung hinweisen.
□ C: Kopfschmerzen treten bei Hypertonie fast nie auf.
□ D: Massive Kopfschmerzen mit Übelkeit und Rötung des Auges können für einen Glaukomanfall (Grüner Star) sprechen.
□ E: Knochenmetastasen im Bereich des Schädeldachs machen keine Schmerzen.
Frage 14.2.3Einfachauswahl
Eine Patientin leidet seit Jahren unter SpannungskopfschmerzSpannungskopfschmerz. Trotz regelmäßiger Massage und Wärmetherapie kann die Spannung der Nackenmuskulatur nicht verringert werden. Auch verschiedene Versuche, die Patientin dazu zu bewegen, ein Entspannungstraining wie z. B. autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation zu erlernen, schlugen fehl, da die Patientin der Annahme ist, keinen Einfluss auf ihre Muskulatur zu haben. Welches zusätzliche Verfahren kann noch eingesetzt werden, um die Patientin bei der Erlernung eines Entspannungsverfahrens zu unterstützen?
□ A: Analyse der individuellen Abwehr
□ B: Biofeedback
□ C: Kognitive Verhaltenstherapie
□ D: Reizüberflutung
□ E: Systematische Desensibilisierung

Neurologische Erkrankungen

Frage 14.3.1Prüfung aktuell (2015–2). Einfachauswahl
Die Parkinson- Parkinson-Krankheit Krankheit ist häufig mit psychischen Störungen verbunden, die den motorischen Symptomen vorausgehen können. Hierbei handelt es sich am häufigsten um:
□ A: Schwere kognitive Beeinträchtigungen
□ B: Wahn
□ C: Depression
□ D: Angststörungen
□ E: Halluzinationen
Frage 14.3.2Prüfung aktuell (2016–1)
Mehrfachauswahl: Wählen Sie zwei Antworten!
Typische Begleitsymptome bei Morbus ParkinsonParkinson-KrankheitBegleitsymptome sind …
□ A: Enthemmung.
□ B: Affektlabilität.
□ C: Verlangsamung der geistigen Funktionen und Denkabläufe (Bradyphrenie).
□ D: inadäquate euphorische Stimmung.
□ E: Antriebssteigerung.
Frage 14.3.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu Morbus Parkinson trifft/treffen zu?
  • 1.

    Das Krankheitsbild kann mit einer depressiven Symptomatik verwechselt werden.

  • 2.

    Bei der Parkinson-Krankheit entwickelt sich sehr selten eine Demenz.

  • 3.

    Beim Gangbild sind große Schritte und ein lebhaftes Mitschwingen der Arme typisch.

  • 4.

    Eine Parkinsonsymptomatik kann durch Psychopharmaka ausgelöst werden.

  • 5.

    Psychotherapeutische Verfahren haben vor allem bei psychischen Begleitsymptomen eine Bedeutung.

□ A: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 14.3.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zu psychischen Störungen erwarten Sie am ehesten bei der multiplen Multiple SkleroseSklerose?
  • 1.

    Angststörungen

  • 2.

    Affektive Störungen

  • 3.

    Paranoide Störungen

  • 4.

    Demenz

  • 5.

    Borderline-Störung

□ A: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 14.3.5Aussagenkombination
Ursachen für eine symptomatische EpilepsiesymptomatischeEpilepsie können sein:
  • 1.

    Traumatische Hirnschädigung

  • 2.

    Raumfordernde Prozesse

  • 3.

    Entzündliche Erkrankungen des Gehirns

  • 4.

    Traumatisierende Erlebnisse in der frühen Kindheit

  • 5.

    Stoffwechselstörungen und Missbildungen des Nervensystems

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.3.6Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Chorea HuntingtonChorea Huntington treffen zu?
  • 1.

    Erste Symptome der Krankheit zeigen sich meist zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr

  • 2.

    Bei frühzeitiger Therapie kann die Erkrankung geheilt werden

  • 3.

    Psychische Beschwerden gehen den Bewegungsstörungen oft mehrere Jahre voraus

  • 4.

    Die Bewegungsstörungen beginnen meist mit Hyperkinesien bei verringertem Muskeltonus

  • 5.

    Die geistige Leistungsfähigkeit ist nicht beeinträchtigt

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.3.7Einfachauswahl
Als Symptom oder Folge einer Commotio Commotio cerebricerebri ist am wenigsten wahrscheinlich zu erwarten:
□ A: Bewusstlosigkeit
□ B: Erbrechen
□ C: Retrograde Amnesie
□ D: Organische Wesensänderung
□ E: Vegetative Regulationsstörung
Frage 14.3.8Aussagenkombination
Der Begriff retrograde AmnesieRetrograde Amnesie besagtAmnesieretrograde, dass …
  • 1.

    alles aus der kurz zurückliegenden Vergangenheit in zunehmendem Maße vergessen wird.

  • 2.

    man sich an eine bestimmte Zeitspanne vor einer Hirnschädigung nicht mehr erinnern kann.

  • 3.

    man sich an eine bestimmte Zeit nach einer Bewusstlosigkeit nicht mehr erinnern kann.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ C: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
Frage 14.3.9Einfachauswahl
Bei einem Patienten tritt nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma eine zweistündige Erinnerungslücke für das Geschehen nach dem Unfall auf. Welche Diagnose trifft am ehesten zu?
□ A: Retrograde Amnesie
□ B: Alkoholentzugsdelir
□ C: Anterograde Amnesie
□ D: Organisch amnestisches Syndrom
□ E: Dissoziative Amnesie

Randgebiete der Psychologie und Psychotherapie

Frage 14.4.1Aussagenkombination
Ein Déjà-vu-Déjà-vu-ErlebnisErlebnis ist gekennzeichnet durch …
  • 1.

    das Gefühl, etwas schon einmal gesehen zu haben.

  • 2.

    ein Ablaufen des eigenen „Lebensfilms“ in ganz kurzer Zeit.

  • 3.

    die Empfindung, als schaue man sich selbst zu, wie man im Leben handelt.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ C: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
Frage 14.4.2KollusionEinfachauswahl
In einer Paarbeziehung agieren beide Partner nach einem gemeinsamen Schema, das ihnen nicht bewusst ist (z. B. nach der Regel: „Wir sind füreinander da, nehmen Rücksicht aufeinander und stimmen alles, was wir tun, auf die Bedürfnisse des anderen ab.“). Wenn sich in einer solchen Konstellation die Partner in ihren wechselseitigen neurotischen Befürchtungen verstricken, bezeichnet man dies als:
□ A: Doppelbindung
□ B: Gegenübertragung
□ C: Gruppenkohäsion
□ D: Kollusion
□ E: Konvention
Frage 14.4.3Aussagenkombination
Typische Merkmale einer Double-Bind-Situation sind:
  • 1.

    Wenn ein Mann sich durch eine enge Bindung zu zwei Frauen „doppelt“ gebunden fühlt, spricht man in der Psychotherapie von Double Double BindBind.

  • 2.

    Double Bind bedeutet: Es besteht gleichzeitig eine starke Bindung zu Vater und Mutter.

  • 3.

    Typisch für Double Bind ist: Zwei konkurrierende, affektiv bedeutsame Aussagen derselben Person (z. B. der Mutter) erreichen eine andere Person (z. B. das Kind).

  • 4.

    Eine der beiden Personen ist von der anderen abhängig.

  • 5.

    Es besteht eine Diskrepanz zwischen der verbalen und der nonverbalen Botschaft in der Kommunikation.

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 14.4.4Einfachauswahl
Ein schwerkranker Patient äußert: „Es ist nur halb so schlimm, im Grunde genommen geht es mir gut“. Welches kognitionsbezogene CopingCoping kommt in dieser Äußerung am ehesten zum Ausdruck?
□ A: Ablenkung
□ B: Dissimulation
□ C: Fatalismus
□ D: Stoizismus
□ E: Problemanalyse
Frage 14.4.5Einfachauswahl
Ein Raucher äußert auf die Vorhaltungen seines Arztes, er gefährde mit dem Rauchen seine Gesundheit, folgendes Argument: „Im Vergleich zur Gefahr durch die Umweltverschmutzung ist Rauchen geradezu harmlos.“ – Mit welchem der nachfolgenden theoretischen Konzepte lässt sich sein Verhalten am besten erklären? Kognitive DissonanzDissonanz, kognitive
□ A: Kognitive Dissonanz (Festinger)
□ B: Isolierung (Freud)
□ C: Double Bind (Bateson)
□ D: Klassische Konditionierung (Pawlow)
□ E: Coping (Lazarus)
Frage 14.4.6VerleugnungAussagenkombination
Ein Mann ist Kettenraucher. Sein Freund, ein Heilpraktiker, will ihn über die Risiken des Rauchens informieren, doch der Kettenraucher unterbricht ihn mit den Worten: „Lass es gut sein, ich will das nicht hören. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ – Das Verhalten des Kettenrauchers kann mit folgenden Begriffen erfasst werden:
  • 1.

    Dissimulation

  • 2.

    Verdrängung

  • 3.

    Sensitivierung

  • 4.

    Sublimation

□ A: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.

Sonstige Fragen, bunt gemischt

Frage 14.5.1Aussagenkombination
Bei länger dauerndem Entzug von emotionaler Zuwendung und sensorischer Stimulation im Kleinkindalter kann es zu Syndromen des psychischen HospitalismusHospitalismus kommen. Hierzu gehören folgende Symptome:
  • 1.

    Körperliche Retardierung

  • 2.

    Geistige Retardierung

  • 3.

    Störungen der Grundstimmung

  • 4.

    Motorische Störungen

  • 5.

    Erhöhte Ansprechbarkeit für Außenreize

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.5.2TrichotillomanieEinfachauswahl
Ein Patient ist unfähig, dem ständigen Impuls, sich die Kopfhaare auszureißenHaareausreißen, zu widerstehen. Dies hat bereits zu sichtbarem Haarverlust geführt. Es handelt sich am ehesten um …
□ A: eine schizoaffektive Störung, die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose manisch ausgelenkt ist.
□ B: eine spezifische Phobie, die eine übermäßige Angst vor einem Haarverlust kennzeichnet.
□ C: eine Form von bipolarer Störung mit psychotischen Symptomen.
□ D: eine Störung der Geschlechtsidentität, die bereits im Kindesalter auftritt.
□ E: eine Trichotillomanie.
Frage 14.5.3Aussagenkombination
Welche der folgenden Diagnosen oder Verhaltensweisen zählen nach ICD-10 zu den abnormen GewohnheitenAbnorme Gewohnheiten und Störungen der ImpulskontrolleImpulskontrollstörungen?
  • 1.

    Pyromanie

  • 2.

    Dissoziative Störung

  • 3.

    Fetischismus

  • 4.

    Pathologische Glücksspiel

  • 5.

    Kleptomanie

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
Frage 14.5.4Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen hinsichtlich der alterstypischen Akzentuierung psychischer Störungen und der psychotherapeutischen Behandlung älterer Psychotherapiebei älteren MenschenMenschen treffen zu?
  • 1.

    Die hohe Multimorbidität älterer Menschen ist ein erschwerender Faktor für die Psychotherapie.

  • 2.

    Die häufigsten psychischen Störungen bei über 65-Jährigen sind die demenziellen und depressiven Syndrome.

  • 3.

    Das Suizidrisiko nimmt im Alter ab.

  • 4.

    Depressionen im Alter gehen oft mit somatischen Beschwerden einher.

  • 5.

    Die Gesamtprävalenz psychischer Störungen nimmt im Alter ab.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 14.5.5Einfachauswahl
Welche der genannten Erkrankungen bringt das größte Risiko mit sich, an der Erkrankung zu sterben? Anorexia nervosa
□ A: Bulimia nervosa
□ B: Anorexia nervosa
□ C: Hypochondrische Störung
□ D: Somatoforme autonome Funktionsstörung (Herz- und Kreislaufsystem)
□ E: Generalisierte Angststörung
Frage 14.5.6Prüfung aktuell (2016–1). Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zum sog. Messie-Syndrom (pathologisches Horten Messie-Syndrom Horten, pathologisches Pathologisches Horten ) treffen am ehesten zu?
  • 1.

    Charakteristisch ist das Anhäufen und Sammeln von wertlosen oder verbrauchten Dingen in der eigenen Wohnung.

  • 2.

    Das Messie-Syndrom geht häufig mit Symptomen einer Zwangsstörung einher.

  • 3.

    Die Betroffenen reagieren meist mit sozialem Rückzug.

  • 4.

    Pathologisches Horten findet i. d. R. außerhalb der eigenen Wohnung statt.

  • 5.

    Überwiegend sind Kinder und Jugendliche betroffen.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
Frage 14.5.7Prüfung aktuell (2016–1). Mehrfachauswahl
Welche der folgenden Aussagen zu psychiatrischen NotfallsituationenNotfall, psychiatrischerPsychiatrischer Notfall treffen zu? Wählen Sie zwei Antworten.
□ A: Der Konsum sog. synthetischer Kräutermischungen kann akute psychotische Zustände mit akuter Selbstgefährdung auslösen.
□ B: Nur im Falle einer akuten Fremdgefährdung kann der Patient gegen seinen Willen zwangsweise untergebracht werden.
□ C: Akute Erregungszustände treten u. a. bei hirnorganischen Erkrankungen auf.
□ D: Ein Stupor tritt typischerweise bei der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auf.
□ E: Im Falle eines akuten Alkoholentzugs ist die vorübergehende Gabe von Alkohol als therapeutische Maßnahme ausreichend.

Lösungen mit Kommentaren

Lösung 14.1.1E: Alle Aussagen sind richtigSchlafstörungen.
  • Zu 4: Richtig! Wenn bei älteren Menschen durch Arteriosklerose oder einen zu niedrigen Blutdruck die Durchblutung des Gehirns nicht mehr ausreicht, kommt es häufig zu Verwirrtheitszuständen mit körperlicher Unruhe und Ängsten, die ein Einschlafen verhindern.

Lösung 14.1.2D: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
Lösung 14.1.3D: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Insomnie
  • Zu 1: Richtig! Einschlaf- und DurchschlafstörungenDurchschlafstörungenEinschlafstörungen haben viele Menschen auch bei Stress, Überlastung oder kurzzeitigen Problemen. Morgendliches Früherwachen ist typisch für depressive Störungen, die weniger häufig sind als kurzzeitige Alltagsprobleme.

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Richtig! Die Konsequenzen einer schlaflosen Nacht sind u. a. Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, Müdigkeit; häufig lassen sich die belastenden Gedanken auch untertags nicht abschalten.

  • Zu 4: Falsch! Cannabis/CannabinoideCannabis beruhigt und wird oft als Einschlafhilfe benutzt.

  • Zu 5: Richtig! Menschen mit schweren Psychosen (Schizophrenie, akute psychotische Episode, Manie mit psychotischen Symptomen) leiden oft an massiven Schlafstörungen.

Lösung 14.1.4Richtig sind B und E.
  • Zu A: Falsch! Bewegung untertags macht müde, körperliches Training direkt vor dem Schlafengehen erhöht hingegen den Blutdruck, den Kreislauf, den Herzschlag und bewirkt, dass die Betroffenen nicht einschlafen können.

Lösung 14.2.1Richtig ist A. Schmerzen, chronische
  • Zu A: Richtig! Chronischer Chronischer SchmerzSchmerz entsteht nach heutiger Vorstellung aus einem Zusammenspiel von biologischen Faktoren (z. B. genetische Disposition) mit psychischen Faktoren (z. B. Traumatisierungen; einer belastenden Lebenssituation) und Lernprozessen (z. B. Verstärkung des Schmerzes durch Konditionierungslernen).

  • Zu B: Falsch! Die von Psychoanalytikern postulierte Hypothese einer „SchmerzpersönlichkeitSchmerzpersönlichkeit“ geht davon aus, dass bei bestimmten Menschen der Schmerz eine Art Abwehrmechanismus darstellt, der dazu dient, vor innerer Verletzung zu schützen. Ursache hierfür – so nahm man an – seien u. a. emotionale Ablehnung, sexueller oder körperlicher Missbrauch oder der Tod wichtiger Bezugspersonen in frühen Entwicklungsphasen. Vor dem Hintergrund dieser oder ähnlicher Belastungen könne eine Persönlichkeit entstehen, die den Schmerz im Sinne eines innerseelischen Gleichgewichts benötigt. Neuere empirische Forschungen konnten diese Hypothese nicht bestätigen.

  • Zu C: Falsch! Schmerz zählt nicht zu den typischen körperlichen Symptomen einer Konversionsstörung.

  • Zu D: Falsch! Die Aussage würde anders ausgedrückt bedeuten: je stärker die Gewebsschädigung, desto größer der Schmerz. Dies ist falsch.

  • Zu E: Falsch! Der körperliche Befund ist nur ein Teilaspekt bei chronischen Schmerzen (→ Aussage A).

Lösung 14.2.2Richtig sind B und D.
  • Zu B: Häufige Beschwerden bei einer beginnenden Hirnblutung sind heftige plötzlich eintretende Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Symptome nehmen über einen Zeitraum von Minuten bis zu wenigen Stunden weiter zu.

  • Zu C: Hypertonie (Bluthochdruck) ist oft mit Kopfschmerzen verbunden.

  • Zu D: In den vorderen inneren Augenabschnitten wird ständig eine Flüssigkeit (das Kammerwasser) produziert. Bei einem Glaukomanfall kommt zu einer plötzlichen Abflussstörung des Kammerwassers. Da weiter Kammerwasser produziert wird, jedoch keines mehr abfließen kann, steigt der Augendruck innerhalb sehr kurzer Zeit auf extreme Werte an. Dies ist mit heftigen Kopfschmerzen verbunden.

Lösung 14.2.3B: BiofeedbackBiofeedback
Lösung 14.3.1Richtig ist C.
  • Kommentar: Es geht in dieser Frage nicht um Folgeerkrankungen des Morbus Parkinson-KrankheitDepressionParkinson, sondern um psychische Störungen, die den motorischen Symptomen vorausgehen. Viele Parkinson-Patienten leiden unter Depressionen, die oft schon Jahre vor den motorischen Störungen auftreten können. Der Grund hierfür liegt in einem Mangel des Neurotransmitters DopaminmangelDopamin. Dopamin kann sowohl depressive Symptome als auch die für die Parkinson-Krankheit typischen Bewegungsstörungen verursachen.

Lösung 14.3.2Richtig sind B und C. Parkinson-Krankheit Begleitsymptome
  • Kommentar: Die beim Morbus Parkinson häufig auftretenden Depressionen sind oft begleitet von Stimmungsschwankungen (Affektlabilität), plötzlichem Lachen oder Weinen, verringerter Entschlusskraft und Antriebsmangel (E ist falsch). Eine euphorische Stimmung oder Enthemmung ist nicht typisch für die Erkrankung (A und D sind falsch). Durch den Mangel an Dopamin kommt es überdies nicht nur zu einer Verlangsamung der Bewegungen, sondern auch zu einer „Verlangsamung der geistigen Funktionen und Denkabläufe“ (C ist richtig).

Lösung 14.3.3D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Viele Jahre vor Ausbruch der Erkrankung leiden Betroffene als Folge des DopaminmangelsDopaminmangel oft an Depressionen. Überdies können die Bewegungsarmut und die erstarrte Mimik Symptome einer depressiven Episode vortäuschen, die in diesem Fall jedoch neurologisch bedingt sind.

  • Zu 2: Falsch! Etwa die Hälfte der über 75-jährigen Parkinson-Patienten erkrankt an einer Demenz, im früheren Lebensalter ist das Demenzrisiko wesentlich niedriger. Bei Patienten, die bereits vor dem 40. Lebensjahr an einem Morbus Parkinson erkrankten, wurde z. B. so gut wie nie eine Demenz festgestellt.

  • Zu 3: Falsch! Typisch sind der Trippelschritt mit Sturzneigung und ein eingeschränktes Mitschwingen der Arme.

  • Zu 4: Richtig! Antipsychotika, die z. B. bei Schizophrenie eingesetzt werden, reduzieren das Dopamin im Gehirn und bewirken so parkinsonähnliche Symptome („ParkinsonoidParkinsonoid“), die beim Absetzen der Medikation wieder abklingen.

  • Zu 5: Richtig! Psychotherapeutische Verfahren dienen vorwiegend dazu, bei den sozialen und persönlichen Folgen der Erkrankung zu helfen.

Lösung 14.3.4A: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
  • Kommentar: Die multiple Multiple SkleroseSklerose (MS) ist eine Erkrankung des ZNS mit Zerfallsherden der isolierenden Myelinscheiden an ganz verschiedenen (= multiplen) Stellen im Gehirn und im Rückenmark. Je nachdem, an welchen Stellen des Gehirns die Schädigungen auftreten, kann es zu Angststörungen, Depressionen, manchmal auch zu demenziellen Syndromen kommen. In selteneren Fällen können bei fortschreitender Erkrankung und entsprechender Schädigung des Gehirns auch paranoide Syndrome (z. B. Eifersuchts- oder Liebeswahn) auftreten. – Eine Borderline-StörungBorderline-Persönlichkeitsstörung wird nicht durch eine Schädigung des Gehirns verursacht und scheidet als Folgeerkrankung von MS aus.

Lösung 14.3.5D: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Bei einer symptomatischen EpilepsieposttraumatischeEpilepsie werden die zerebralen Krampfanfälle durch eine Schädigung des Gehirns verursacht, z. B. durch ein schweres Schädel-Hirn-Trauma (= „posttraumatische Epilepsie“), Sauerstoffmangel bei der Geburt, einen durch einen Hirntumor verursachten „raumfordernden Prozess“, eine entzündliche Erkrankung des Gehirns (z. B. eine Enzephalitis), eine Vergiftung (Drogen, Alkohol!), eine Stoffwechselerkrankung oder Missbildungen des Nervensystems. Traumatisierende Erlebnisse in der frühen Kindheit (→ 4) hingegen sind psychische Belastungen, die keine Epilepsie verursachen können.

Lösung 14.3.6C: Nur 1, 3 und 4 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! Besonders häufig ist ein erstes Auftreten zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

  • Zu 2: Falsch! Die Chorea HuntingtonChorea Huntington ist eine unheilbare Erbkrankheit.

  • Zu 3: Richtig! Affektive Störungen, mangelnde Impulskontrolle und leichte kognitive Einbußen gehen den Bewegungsstörungen oft mehrere Jahre voraus.

  • Zu 4: HyperkinesienHyperkinesie (Synonym: Hyperkinesen) sind plötzlich einsetzende, unwillkürliche Bewegungen verschiedener Muskeln, sodass die willkürlichen Bewegungen unterbrochen werden. Beim Vollbild der Erkrankung kommt es zum plötzlichen Grimassieren und zu schleudernden Bewegungen (Chorea) von Armen und Beinen.

  • Zu 5: Falsch! Schon im Frühstadium entwickeln die Betroffenen leichte Beeinträchtigungen der intellektuellen Fähigkeiten sowie Gedächtnisstörungen. Im Spätstadium entwickelt sich eine subkortikale Demenz mit massiven Störungen der Merkfähigkeit, Sprachverarmung und Orientierungsstörungen. Einige Patienten entwickeln überdies psychotische Symptome, vor allem Wahnvorstellungen.

Lösung 14.3.7Richtig ist D: organische WesensänderungWesensänderung, organischeOrganische Wesensänderung.
  • Kommentar: Eine Commotio Commotio cerebricerebri ist eine GehirnerschütterungGehirnerschütterung. Bei einer Gehirnerschütterung sind Symptome wie die unter A, B, C und E genannten häufig. Auf keinen Fall bewirkt eine Commotio cerebri eine organische Wesensänderung (= organische PersönlichkeitsstörungPersönlichkeitsstörungenorganische, F07.0).

Lösung 14.3.8B: Nur 2 ist richtig.
  • Kommentar: Bei einer retrograden Retrograde AmnesieAmnesieretrogradeAmnesie kann sich jemand an eine bestimmte Zeitspanne vor einer Schädigung des Gehirns, z. B. durch eine Erkrankung oder einen Unfall, nicht mehr erinnern. Ein Unfallopfer kann z. B. keinerlei Angaben über den Unfallhergang machen. Von einer anterograden Anterograde AmnesieAmnesieanterogradeAmnesie (= Aussage 3) spricht man, wenn im Anschluss an den Unfall keine neuen Gedächtnisinhalte mehr gespeichert werden können. Die Betroffenen erinnern sich z. B. noch an den Unfall selbst, können aber nicht erklären, wie sie ins Krankenhaus gekommen sind.

Lösung 14.3.9Richtig ist C: anterograde Amnesie.
Lösung 14.4.1A: Nur die Aussage 1 ist richtig. Déjà-vu-Erlebnis
  • Kommentar: Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich: „schon gesehen“. Damit trifft nur Aussage 1 zu.

Lösung 14.4.2D: KollusionKollusion
  • Kommentar: Der Begriff Kollusion kommt vom lateinischen Verb colludere (= zusammen spielen). Ein Partner „spielt“ z. B. die Rolle des Beschützers, die Partnerin „spielt“ die Rolle des hilflosen Kindes; oder die Frau sucht sich in ihrem Bedürfnis zu helfen einen Mann, der häufig krank ist und sie auf diese Weise ihre „Rolle“ als Helfende „spielen“ kann.

Lösung 14.4.3D: Nur 3, 4 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: Der Begriff Double Double BindBind wurde von dem Kommunikationsforscher G. Bateson geprägt und bedeutet: Jemand ist durch DoppelbotschaftenDoppelbotschaften, die sich gegenseitig ausschließen, an eine Person „doppelt gebunden“. Eine Mutter sagt z. B.: „ Komm her, ich liebe dich!“ – Mit ihrer Gestik und Mimik drückt sie aus: „Geh weg, ich lehne dich ab.“ Das Kind kann auf die nonverbale Botschaft nicht adäquat reagieren, denn verbal sagt die Mutter ja, dass sie das Kind liebt. Was immer das Kind tut: Es ist falsch. Auch in der Partnerschaft, im Berufsleben usw. gibt es häufig Doppelbotschaften.

Lösung 14.4.4B: DissimulationDissimulation
  • Kommentar: Dissimulation ist das Gegenteil von Simulation und bedeutet: Jemand spielt absichtlich seine Symptome herunter (oder verbirgt sie vollständig), um für gesund gehalten zu werden. Beispiele: Jemand möchte aus der Klinik entlassen werden und bagatellisiert deshalb seine Symptome. Eine Patientin mit Suizidabsichten gibt vor der Polizei oder dem Notarzt vor, völlig gesund zu sein, um nicht in die Psychiatrie eingeliefert zu werden. Ein Kind, das auf der Klassenfahrt krank wird, lässt sich das nicht anmerken, um nicht nach Hause geschickt zu werden.

Lösung 14.4.5A: kognitive Kognitive DissonanzDissonanz, kognitiveDissonanz
  • Kommentar: Die Theorie der kognitiven Dissonanz geht auf den Sozialpsychologen Leon Festinger zurück. Sie lässt sich vereinfacht wie folgt zusammenfassen: Wenn zwei Gedanken im Kopf nicht zusammenpassen, resultiert daraus eine kaum erträgliche Spannung. In der Musik würde man sagen: Da gibt es zwischen zwei Noten eine Dissonanz. Um die „kognitive“ Dissonanz zum Verschwinden zu bringen, muss der Betroffene eines der beiden gedanklichen Elemente (z. B.: A: Ich möchte rauchen; B: Rauchen erzeugt Krebs) verändern. Möglichkeit 1: Er hört auf zu rauchen, dann kann er den Gedanken B akzeptieren. Möglichkeit 2: Er raucht weiterhin und sagt sich: „Mein Vater hat auch geraucht. Er ist 90 geworden.“ – Oder: „Schau doch mal die Ärzte an, die rauchen alle wie ein Schlot“ oder: „Im Vergleich zur Gefahr durch Umweltverschmutzung ist Rauchen geradezu harmlos“.

Lösung 14.4.6A: Keine der vorstehenden Aussagen ist richtig.
  • Kommentar: Es handelt sich in diesem Fall um den Abwehrmechanismus der VerleugnungVerleugnung.

Lösung 14.5.1D: Nur 1, 2, 3 und 4 sind richtig. Hospitalismus
  • Kommentar: Bei länger dauerndem Entzug von emotionaler Zuwendung kommt es zu einem emotionalen und sensorischen Rückzug mit einer verringerten Ansprechbarkeit für Außenreize. Alle anderen Aussagen sind richtig.

Lösung 14.5.2E: TrichotillomanieTrichotillomanie
Lösung 14.5.3C: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Kommentar: PyromaniePyromanie (krankhaftes Legen von FeuerBrandstiften, pathologisches), KleptomanieKleptomanie (krankhaftes StehlenStehlen, pathologisches) und pathologisches GlücksspielGlücksspiel, pathologisches zählen zu den Störungen der ImpulskontrolleImpulskontrollstörungen.

    Unter FetischismusFetischismus versteht man ein Sexualverhalten, bei dem ein Mensch durch bestimmte Objekte sexuell erregt wird. Dies hat nichts mit mangelnder Impulskontrolle zu tun.

Lösung 14.5.4C: Nur 1, 2 und 4 sind richtig. Psychotherapiebei älteren Menschen
  • Kommentar: Die Gesamtprävalenz (= Häufigkeit) psychischer Störungen (→ 5) und das SuizidrisikoSuizid(alität)im Alter (→ 3) nehmen im Alter zu.

Lösung 14.5.5B: Anorexia Anorexia nervosaMortalitätnervosa
  • Kommentar: Die Magersucht ist nach Meinung von Experten die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Bis zu 15 % der Betroffenen versterben an der Erkrankung – teilweise an den Folgen der Mangelernährung, teilweise durch Suizid.

Lösung 14.5.6C: Nur 1, 2 und 3 sind richtig.
  • Kommentar: Der Begriff Messie-Syndrom ( Messie-Syndrom von engl. „mess“: Unordnung, Durcheinander) bezeichnet die mangelnde Fähigkeit, in der eigenen Wohnung Ordnung zu halten (4 ist falsch) oder Alltagsaufgaben zu organisieren. Im englischen Sprachraum hat sich der Begriff „messie syndrome“ nicht durchgesetzt. Im DSM-5 findet sich stattdessen die Bezeichnung „hoarding disorder“ ( Horten, pathologisches Pathologisches Horten pathologisches Horten, F42). Das Messie-Syndrom ist oft Begleitsymptom einer schweren Depression oder einer Zwangsstörung (2 ist richtig). Nach Schätzungen der Selbsthilfegruppe „Anonyme Messies“ gibt es in Deutschland mehr als 1,8 Mio. Betroffene. Früher wurde das Phänomen vor allem bei älteren Menschen beobachtet; inzwischen wurde aber festgestellt, dass viele Betroffene zwischen 40 und 50 Jahre alt sind (5 ist falsch). Die meisten schämen sich wegen ihrer nicht aufgeräumten oder sogar vermüllten Wohnung, laden niemanden ein und reagieren mit sozialem Rückzug (3 ist richtig).

Lösung 14.5.7Richtig sind A und C.
  • Zu A: Richtig! Bei den im Handel erhältlichen „KräutermischungenKräutermischungen, synthetische“ handelt es sich offiziell um „Räuchermischungen“ die zur Raumluftaromatisierung gedacht sind. Konsumenten rauchen sie jedoch. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Cannabis. Da sich die „Kräutermischungen“ aus unterschiedlichen pflanzlichen Bestandteilen und (häufig) synthetischen Cannabinoiden und anderen synthetischen Rauschstoffen zusammensetzen, können beim Rauchen massive psychotische SymptomePsychosen/psychotische Störungensynthetische Kräutermischungen auftreten. Auch über gefährliche körperliche Reaktionen bis hin zu Bewusstlosigkeit und Koma gibt es Berichte. Die erste Droge dieser Art war Spice; später kamen – anders zusammengesetzt – synthetische Kräutermischungen hinzu, z. B. Lava Red, Monkey go bananas, Bonzai, Bloom, Maya, PI, OMG, Sweed und Space.

  • Zu B: Falsch! Ein psychisch kranker Patient kann nicht nur bei Fremdgefährdung, sondern auch bei akuter Selbstgefährdung gegen seinen Willen untergebracht werden.

  • Zu C: Richtig! Hirnorganisch bedingte Erregungszustände können bei Demenz, Delir, Enzephalitis, Hirnblutung oder Dämmerzustand nach einem epileptischen Anfall auftreten. Akute hirnneurologische Störungen gehen meist mit Bewusstseinstrübung einher; die Differenzialdiagnose zu Intoxikationen durch psychotrope Substanzen kann im Einzelfall schwierig sein. Ein akuter Erregungszustand ist ein psychiatrischer Notfall und muss sofort in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden.

  • Zu D: Falsch! Ein Stupor (Erstarrungszustand) findet sich bei der katatonen Form der Schizophrenie (katatoner Stupor), bei schweren Depressionen (depressiver Stupor), bei dissoziativen Störungen (dissoziativer Stupor), in seltenen Fällen auch bei einer Manie mit psychotischen Symptomen (manischer Stupor).

  • Zu E: Falsch! Bei einem außerhalb der Klinik auftretenden lebensbedrohlichen Alkoholentzugssyndrom (z. B. im Urlaub) kann die kurzzeitige Gabe von Alkohol die Symptome lindern, damit die betroffene Person dann in eine Klinik eingewiesen werden kann. Bei einer Entgiftung in der Klinik werden Medikamente eingesetzt (z. B. Benzodiazepine, Clomethiazol), die helfen sollen, die massiven Entzugssymptome zu reduzieren. Gaben von Alkohol (auch vorübergehend) sind hier kontraindiziert.

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