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B978-3-437-58376-6.00012-1

10.1016/B978-3-437-58376-6.00012-1

978-3-437-58376-6

Abb. 12.1

Das präsuizidale Syndrom nach Präsuizidales SyndromRingel

Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität sind zutreffend?Suizid(alität)Hintergrundwissen

Tab. 12.1
Richtig Falsch
1. Höheres Lebensalter ist ein Risikofaktor für Suizidalität.
2. Zu den Risikogruppen zählen alleinlebende Patienten ohne enge familiäre Bindung.
3. Bei Frauen ist die Suizidrate deutlich höher als bei Männern.
4. Bei Jugendlichen steht Suizid als Todesursache an 10. Stelle.
5. Etwa 15 % der Patienten mit schweren depressiven Störungen nehmen sich das Leben.
6. Beim sog. erweiterten Suizid nimmt der Betroffene meist andere, ihm fremde Menschen mit in den Tod.
7. Suizidhandlungen werden auch spontan durchgeführt, z. B. als sog. Affektreaktion.
8. Suizide treten jahreszeitlich gehäuft auf.
9. Suizid durch Erhängen steht in Europa statistisch an erster Stelle.
10. Fehlende suizidale Handlungen in der Verwandtschaft schließen ein Suizidrisiko nahezu aus.
11. Wer einen Suizidversuch begangen hat, begeht einen zweiten Suizidversuch i. d. R. nicht mit derselben Methode.
12. Bei medikamentösem Suizidversuch – insbesondere bei Jugendlichen – lässt sich der „Ernst der Tötungsabsicht“ an der verwendeten Dosis und der Art des Medikaments meist nicht ablesen.
13. Die suizidale Gefährdung bei Patienten mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis ist signifikant geringer als die der Allgemeinbevölkerung.
14. Bei einem Patienten, der einen Suizidversuch begangen hat, besteht über Jahre hinaus keine Suizidgefahr, weil die Durchführung einer Selbsttötungshandlung eine psychische Selbstheilung (Katharsis) zur Folge hat.
15. Bei akut suizidgefährdeten Patienten sollte die Medikamenteneinnahme unter Aufsicht erfolgen.
16. Hinterbliebene nach Suizid haben ein erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken.
17. Eines der Stadien der suizidalen Entwicklung ist das Stadium der Ambivalenz.
18. Zu den drei Merkmalen des präsuizidalen Syndroms zählt die „Ruhe vor dem Sturm“.

Suizidalität

Seit den Anfängen der Prüfung im Jahr 1994 zählt die Suizid(alität)Suizidalität zu den zentralen Themen im Schriftlichen. In den ersten sechs Prüfungen gab es insgesamt 17 (!) Fragen hierzu, allein im Herbst 1996 schon 7 Fragen. Da Fragen zur Suizidalität nahezu immer auch in der mündlichen Prüfung gestellt werden, sind die Prüfer in den letzten Jahren dazu übergegangen, pro Prüfung nur noch eine oder zwei Fragen zu stellen. In den letzten 22 Prüfungen der Jahre 2006–2017 waren es insgesamt 27 Fragen, also durchschnittlich eine, in mehreren Fällen auch zwei Fragen pro Prüfung.

Tipp

Fragen zur Suizidalität kommen nach wie vor in fast jeder Prüfung vor. Dies bedeutet für Ihr Lernprogramm: Die Suizidalität sollte auf Ihrer Lernliste weit oben stehen. Und vergessen Sie nicht: Ihr Wissen zum Thema Suizid und Suizidalität wird in nahezu jeder mündlichen Prüfung abgefragt.

Hintergrundwissen zu Suizid und Suizidalität

Richtig oder falsch?
Typische Prüfungsfragen
Frage 12.1.1Suizid(alität)HintergrundwissenAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität treffen zu?
  • 1.

    Die Suizidversuchsrate liegt bei Männern deutlich höher als bei Frauen.

  • 2.

    Es ist bekannt, dass viele Betroffene innerhalb des letzten Monats vor dem vollzogenen Suizid einen Arzt aufsuchten.

  • 3.

    Bei psychisch Kranken bestehen bezüglich der Methodenwahl keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

  • 4.

    In der Mittelschicht sind Suizide häufiger als in der Ober- und Unterschicht.

  • 5.

    Verstärkt suizidgefährdet sind auch Angehörige helfender Berufe, z. B. Ärzte.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.1.2AussagenkombinationSuizid(alität)Hintergrundwissen
Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität trifft/treffen zu?
  • 1.

    Schizophrene junge Männer haben ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 2.

    Durch den gesteigerten Antrieb zu Beginn einer antidepressiven Therapie wird das Suizidrisiko stark vermindert.

  • 3.

    Die Suizidalität sollte bei entsprechendem Verdacht offen angesprochen werden.

  • 4.

    Die Suizidrate hat in Deutschland in den letzten 30 Jahren kontinuierlich zugenommen.

  • 5.

    Personen mit Polytoxikomanie sind besonders suizidgefährdet.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.1.3AussagenkombinationSuizid(alität)Hintergrundwissen
Welche der folgenden Aussagen zum Suizid/Suizidversuch treffen zu?
  • 1.

    Ein Suizid ist nach deutschem Recht als Straftat einzustufen.

  • 2.

    Suizid zählt bei jungen Erwachsenen zu den häufigsten Todesursachen.

  • 3.

    Zu Beginn einer antidepressiven Therapie besteht erhöhte Suizidgefahr.

  • 4.

    Bei Angststörungen besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • 5.

    Nach Suizidversuchen ist das Wiederholungsrisiko sehr gering.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.1.4Prüfung aktuell (2015–1). Suizid(alität)Hintergrundwissen Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität treffen zu?
  • 1.

    Der Suizid zählt in Deutschland zu den zehn häufigsten Todesursachen.

  • 2.

    Bei Männern ist die Suizidrate deutlich höher als bei Frauen.

  • 3.

    Es ist bekannt, dass viele Betroffene innerhalb des letzten Monats vor dem vollzogenen Suizid einen Therapeuten aufgesucht hatten.

  • 4.

    Bei Verdacht auf Suizidalität sollte man nicht nach sozialen Kontakten fragen.

  • 5.

    Das präsuizidale Syndrom nach Ringel wird mit folgender Trias beschrieben: Einengung, Suizidfantasien und Aggressionsumkehr.

□ A: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.1.5Suizid(alität)MotivationAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Motivation von Suizidhandlungen sind zutreffend:
  • 1.

    Hinter einem Suizidversuch kann sich der Wunsch verbergen, es den anderen „heimzuzahlen“.

  • 2.

    Mit einem Suizidversuch setzen die Betroffenen häufig ein Signal an die Umwelt (engl. „cry for help“).

  • 3.

    Hinter einem Suizidversuch kann der Wunsch stehen, eigene Ideen durchzusetzen.

  • 4.

    Die Art der Durchführung lässt Rückschlüsse zu, wie ernst es dem Betroffenen mit seinem Selbstmordversuch war.

  • 5.

    Ein Suizidversuch muss nicht ernst genommen werden, weil er ohnehin meist nicht zur Ausführung kommt.

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.1.6Suizid(alität)erweiterterEinfachauswahl
Unter den Begriff des erweiterten SuizidsErweiterter Suizid fällt nach üblicher Definition Folgendes:
□ A: Den vorzeitigen Tod bewusst in Kauf nehmendes, lebensverkürzendes Verhalten (z. B. exzessives Rauchen, extrem leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr)
□ B: Suizid einer Person, um einer nahestehenden Person, die einige Zeit vorher Suizid begangen hat, „in den Tod zu folgen“ und ihr auf diese Weise wieder nahe zu sein
□ C: Tötung einer anderen nahestehenden Person (z. B. der Ehefrau) ohne deren Einverständnis, verbunden mit dem (bereits zuvor geplanten) eigenen Suizid
□ D: Tötung auf Verlangen durch eine andere Person (z. B. bei unheilbaren Krankheiten): entweder direkt oder durch Verschaffung eines geeigneten Tötungsmittels
□ E: Suizid als Folge eines anderen Suizids im Bekannten- oder Verwandtenkreis
Frage 12.1.7Suizid(alität)erweiterterAussagenkombinationErweiterter Suizid
Welche der folgenden Aussagen zum erweiterten Suizid sind zutreffend?
  • 1.

    Ein „erweiterter Suizid“ ist eine Selbsttötung unter absichtlicher Mitnahme von Bezugspersonen (z. B. Kindern) in den Tod – ohne deren Einverständnis.

  • 2.

    Wenn zwei oder mehr Personen sich in freiwilligem Einvernehmen selbst töten, spricht man von einem erweiterten Suizid.

  • 3.

    „Erweiterter Suizid“ und „DoppelsuizidDoppelsuizid“ beschreiben dasselbe Phänomen.

  • 4.

    „Erweiterter Suizid“ und „MitnahmesuizidMitnahmesuizid“ beschreiben dasselbe Phänomen.

  • 5.

    Ein erweiterter Suizid wird häufiger von Männern als von Frauen begangen.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.

Das präsuizidale Syndrom nach Ringel

Suizid(alität)s. a. präsuizidales SyndromBis 2006–2 wurde siebenmal nach dem präsuizidalen Syndrom (Abb. 12.1) gefragt, seit 2007 gab es keine einzige Frage mehr hierzu. Stattdessen entschieden die Prüfer sich für komplexere Fragen zum Thema Suizidalität, in denen oft Teilbereiche der Symptomatik nach Ringel (z. B. Suizidgedanken; Autoaggression, sozialer Rückzug usw.) angesprochen werden. Da das Thema nach wie vor im Schriftlichen vorkommen könnte und auch im Mündlichen häufig gefragt wird, wurden hier zwei typische Fragen zum präsuizidalen Syndrom aufgenommen.
Typische Prüfungsfragen
Frage 12.2.1Präsuizidales SyndromAussagenkombination
Zum präsuizidalen Syndrom gehören:
  • 1.

    Gedankliche Einengung

  • 2.

    Kurzzeitiges Gefühl von Euphorie

  • 3.

    Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression

  • 4.

    Suizidfantasien

  • 5.

    Intensivierung zwischenmenschlicher Kontakte

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.2.2Präsuizidales SyndromAussagenkombination
Das präsuizidale Syndrom nach Ringel ist charakterisiert durch: Präsuizidales Syndrom
  • 1.

    Aggressive Ausbrüche gegenüber der Umwelt

  • 2.

    Einen imperativen Todestrieb

  • 3.

    Soziale Isolation

  • 4.

    Innere Bilanzierung

  • 5.

    Einengung der Wertewelt

□ A: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.

Suizidalität bei Depressionen und Zwangsstörungen

Typische Prüfungsfragen
Frage 12.3.1Suizid(alität)bei DepressionDepression/depressive EpisodeSuizidalitätAussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen zur Suizidalität bei depressiven Patienten treffen zu?
  • 1.

    Die für Depressionen typische Hoffnungslosigkeit mündet schätzungsweise bei jedem zehnten Betroffenen in einen Suizid.

  • 2.

    Eine erhöhte Suizidgefahr besteht, wenn eine depressive Phase gerade beginnt oder abklingt.

  • 3.

    Zu Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung einer Depression kann die Suizidalität zunehmen.

  • 4.

    Zu Beginn der Behandlung einer Depression mit Antidepressiva geht die Suizidalität i. d. R. rasch zurück.

  • 5.

    Antidepressiva mindern früh die Suizidgefahr, weil ihr stimmungsaufhellender Effekt dem antriebssteigernden i. d. R. vorausgeht.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 3, 4 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 4 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.3.2Suizid(alität)bei DepressionDepression/depressive EpisodeSuizidalitätAussagenkombination
Hinsichtlich der Suizidalität bei schweren Depressionen gilt:
  • 1.

    Ein sog. Raptus Raptus melancholicusmelancholicus mit plötzlich einschießendem suizidalem Impuls und unmittelbar folgender suizidaler Handlung wird unter sachgerechter Psychopharmakotherapie nicht beobachtet.

  • 2.

    Bei der Indikationsstellung zur stationären Behandlung ist die Einschätzung der Suizidalität von besonders großer Bedeutung.

  • 3.

    Die Suizidgefahr ist zu Beginn und Ende einer depressiven Phase sehr gering.

□ A: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
Frage 12.3.3Suizid(alität)bei ZwangsstörungenAussagenkombinationZwangsstörungenSuizidalität
Beurteilen Sie die folgenden Aussagen zur SelbsttötungstendenzSelbsttötung siehe Suizid(alität) zwangskranker Menschen:
  • 1.

    Ein Zwangskranker ist nie selbstgefährdet.

  • 2.

    Zwangsgedanken und Zwangsrituale blockieren die Ausführung einer Selbsttötungshandlung vollständig.

  • 3.

    Die Zwangsgedanken und Zwangsrituale sind ein bedingter Schutz gegen die Vollendung einer Selbsttötungshandlung.

  • 4.

    Bei einer Abnahme der Zwangsgedanken und -rituale kann die aktuelle Selbstgefährdung zunehmen.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 2 ist richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig.
□ E: Keine der Aussagen ist richtig.

Therapeutisches Vorgehen

Typische Prüfungsfragen
Frage 12.4.1Suizid(alität)Anzeichen/SymptomeAussagenkombination
Sie haben den Verdacht auf Suizidalität bei einem Ihrer Patienten. Welche weiteren Symptome bzw. Kenntnisse zu dem Patienten stützen Ihren Verdacht?
  • 1.

    Anbehandelte Depression.

  • 2.

    Tragfähige religiöse Bindungen.

  • 3.

    Der Patient ist trotz schwerer Krise plötzlich übertrieben fröhlich und gelöst.

  • 4.

    Erheblicher Gewichtsverlust.

  • 5.

    Plötzliches Begleichen von Schulden oder Verschenken von persönlichen Dingen.

□ A: Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Nur die Aussagen 2, 3, 4 und 5 sind richtig.
Frage 12.4.2Vorsicht Falle! Suizid(alität)Umgang mit Patienten Aussagenkombination
Welche der folgenden Aussagen für den Umgang mit suizidgefährdeten Patienten trifft/treffen zu?
  • 1.

    Bei depressiven Patienten können sich suizidale Tendenzen in der Anfangsphase der medikamentösen Behandlung verstärken. Depression/depressive EpisodeSuizidalität

  • 2.

    Depressive Patienten sollten nicht nach ihren suizidalen Ideen exploriert werden.

  • 3.

    Die suizidale Gefährdung bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung Posttraumatische BelastungsstörungSuizidalität ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung signifikant erhöht.

  • 4.

    Menschen mit einem Herzangstsyndrom Herzangstsyndrom sind besonders suizidgefährdet.

  • 5.

    Der Abschluss eines „Non-Suizid-Bündnisses“ ist bei Menschen mit schweren Depressionen wenig sinnvoll, weil die Betroffenen sich durch einen Non-Suizid-Vertrag Non-Suizid-Vertrag nicht gebunden fühlen.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.4.3Suizid(alität)therapeutische InterventionenAussagenkombination
Welche der folgenden Interventionen kommen in Betracht, wenn Patienten Suizidgedanken äußern?
  • 1.

    Verhaltenstherapeutisches Löschen durch Ignorieren dieser Äußerungen

  • 2.

    Stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik

  • 3.

    Psychopharmakotherapie einer zugrunde liegenden psychischen Erkrankung

  • 4.

    Ansprechen der Suizidabsicht und Aufforderung zur Suizidhandlung, da durch diese Schockbehandlung wirksam vom Suizid abgeschreckt wird

  • 5.

    Im Bedarfsfall Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik

□ A: Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
□ B: Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
□ C: Nur die Aussagen 2, 3 und 5 sind richtig.
□ D: Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
□ E: Alle Aussagen sind richtig.
Frage 12.4.4Suizid(alität)therapeutische InterventionenAussagenkombination
Jeder Patient, der eine Selbsttötungsabsicht äußert,
  • 1.

    muss sofort auf eine überwachte psychiatrische Station aufgenommen werden.

  • 2.

    darf bedingt ambulant weiterbehandelt werden, wenn durch einen lange bestehenden therapeutischen Kontakt eine Risikoabschätzung möglich ist.

  • 3.

    kann i. d. R. ambulant weiterbehandelt werden, da die meisten Ankündigungen nicht ernst gemeint sind.

  • 4.

    erfordert eine eingehende Krisenintervention unter Einbezug von Kontaktpersonen, evtl. anderen Therapeuten, einschließlich der Abwägung einer stationären Aufnahme.

  • 5.

    muss sofort zum Facharzt überwiesen werden.

□ A: Nur Aussage 1 ist richtig.
□ B: Nur Aussage 4 ist richtig.
□ C: Nur Aussage 3 ist richtig.
□ D: Nur die Aussagen 2 und 4 sind richtig.
□ E: Keine der Aussagen ist richtig.

Lösungen

Lösung Tab. 12.1Richtig oder falsch? Suizid(alität)Hintergrundwissen
  • Zu 1: Richtig! die Suizidgefährdung nimmt mit dem Alter für Männer wie für Frauen signifikant zu.

  • Zu 2: Richtig! Zu den Risikogruppen zählen allein lebende Personen. Besonders gefährdet sind Männer.

  • Zu 3: Falsch! Die Rate für vollendeten Suizid ist bei Männern mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen.

  • Zu 4: Falsch! Nach Tod durch Verkehrsunfälle sind Suizide unter Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren die zweithäufigste Todesursache.

  • Zu 5: Richtig! 15 % der Patienten mit schweren depressiven Störungen nehmen sich das Leben.

  • Zu 6: Falsch! Beim erweiterten SuizidErweiterter Suizid nimmt der/die Betroffene nahestehende (nicht fremde!) Personen (z. B. Kinder) ohne ihre Zustimmung mit in den Tod.

  • Zu 7: Richtig!

  • Zu 8: Richtig! Suizide treten jahreszeitlich gehäuft auf, aber nicht – wie man annehmen könnte – in den düsteren Wintermonaten! Am gefährlichsten sind das späte Frühjahr und der beginnende Sommer (Mai/Juni).

  • Zu 9: Richtig! Die Suizidrate durch Erhängen liegt in Deutschland bei etwa 50 %. Auch in den meisten anderen europäischen Ländern steht beim vollendeten Suizid das Erhängen an erster Stelle, während bei Suizidversuchen die Einnahme von Tabletten den ersten Rang einnimmt.

  • Zu 10: Falsch!

  • Zu 11: Falsch! Viele Betroffene begehen den zweiten Suizidversuch mit derselben Methode.

  • Zu 12: Richtig! Auch wenn jemand für den geplanten Suizid eine zu geringe Dosis oder ein falsches Medikament gewählt hat, kann daraus nicht gefolgert werden, dass es den Betroffenen mit ihrem Suizidvorhaben nicht ernst war.

  • Zu 13: Falsch! Menschen mit Schizophrenie sind besonders suizidgefährdet.

  • Zu 14: Falsch! Menschen, die einmal einen Suizidversuch unternommen habe, zählen zur Risikogruppe für Suizidalität. Eine Katharsis als Folge einer Selbsttötungshandlung gibt es nicht.

  • Zu 15: Richtig! Andernfalls könnten die Betroffenen versuchen, sich mit einer Überdosis umzubringen.

  • Zu 16: Richtig! Für die Hinterbliebenen ist der Suizid eines nahen Menschen ein Schock! Viele entwickeln Schuldgefühle, Depressionen usw.

  • Zu 17: Richtig! Pöldinger unterscheidet drei Suizid(alität)StadienStadien der suizidalen Entwicklung: das Erwägungsstadium; das Ambivalenzstadium und das Entschlussstadium.

  • Zu 18: Falsch! Als „Ruhe vor dem Sturm“ bezeichnen manche das von Pöldinger genannte Entschlussstadium, in dem die Betroffenen ruhig und heiter erscheinen, aber sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinden. Die Trias des präsuizidalen Präsuizidales SyndromSyndroms nach Ringel setzt sich zusammen aus Einengung (z. B. sozial, gedanklich), Aggressionsumkehr und Suizidfantasien. Die „Ruhe vor dem Sturm“ zählt nicht dazu.

Lösung 12.1.1B: Nur 2 und 5 sind richtig. Suizid(alität)Hintergrundwissen
  • Zu 1: Falsch! Bei vollendetem Suizid ist die Rate zwar bei Männern zwei- bis dreimal so hoch wie bei Frauen. In dieser Frage ging es jedoch um Suizidversuche: Da sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Möglicherweise liegt das an der Methodenwahl: Männer wählen meist „sichere“ Methoden wie Erhängen, Sturz aus großer Höhe; Frauen wählen häufig Tabletten, wo eher die Möglichkeit besteht, noch rechtzeitig gefunden zu werden.

  • Zu 2: Richtig! Verschiedene Studien haben gezeigt, dass in den Wochen vor dem Suizid viele Menschen häufiger als sonst einen Arzt aufsuchen, die Suizidgefährdung aber offensichtlich nicht erkannt wird.

  • Zu 3: Falsch! Die oben beschriebenen geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Methodenwahl gelten natürlich auch bei psychisch Kranken, die ohnehin über 90 % der Suizidgefährdeten ausmachen.

  • Zu 4: Falsch! Besonders gefährdet sind die Unter- und die Oberschicht.

  • Zu 5: Richtig! Im Jahr 2012 hat die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) e. V. festgestellt, dass das Suizidrisiko „bei Ärzten 1,1- bis 2,4-fach“ höher ist als in der Allgemeinbevölkerung, bei Ärztinnen ist das Suizidrisiko „sogar 2,3- bis 5,6-fach“ höher.

Lösung 12.1.2C: Nur 1, 3 und 5 sind richtig. Suizid(alität)Hintergrundwissen
  • Zu 1: Richtig! a) Schizophrene haben ein erhöhtes Suizidrisiko. b) „Junge Männer“: Der Altersgipfel für Suizidversuche liegt bei 15–25 Jahren, und Männer begehen häufiger Suizid als Frauen.

  • Zu 2: Falsch! Zu Beginn einer antidepressiven Therapie besteht erhöhte Suizidgefahr. Der Grund: Die Antriebssteigerung setzt früh ein, der stimmungsaufhellende (= antidepressive) Effekt erst 2–3 Wochen später. Dies bedeutet: Die Betroffenen haben nun die Kraft, ihre suizidalen Gedanken in die Tat umzusetzen. AntidepressivaSuizidgefahr

  • Zu 3: Richtig! Viele Betroffene sind erleichtert, wenn sie endlich sagen können, dass sie Suizidgedanken haben oder hatten. Dies führt bei den Betroffenen zu einer psychischen Entlastung.

  • Zu 4: Falsch! Die Suizidrate ist in Deutschland in den letzten 30–50 Jahren deutlich gesunken.

  • Zu 5: Richtig! Menschen, die gleichzeitig verschiedene psychotrope SubstanzenPsychotrope SubstanzenSuizidalität konsumieren (z. B. Alkohol + Beruhigungsmittel + Amphetamine), sind – wie alle Abhängigen – verstärkt suizidgefährdet.

Lösung 12.1.3D: Nur 2, 3 und 4 sind richtig. Suizid(alität)Hintergrundwissen
  • Zu 1: Falsch! Suizid ist keine Straftat! Wenn jemand allerdings einen Suizidversuch unternimmt und hierbei andere gefährdet, kann dies – nicht die Suizidhandlung selbst – als strafbar angesehen werden.

  • Zu 2: Richtig! Obwohl die Suizidrate in jungen Jahren wesentlich niedriger ist als in höherem Alter, zählt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15–25 Jahre) der Suizid zu den häufigsten Todesursachen, denn andere Todesursachen sind in diesem Alter noch selten.

  • Zu 3: Richtig! → 12.1.2 (2)

  • Zu 4: Richtig! Bei sehr vielen psychischen StörungenPsychische StörungenSuizidalität – auch Angststörungen und Phobien – besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

  • Zu 5: Falsch! Nach Suizidversuchen ist das Wiederholungsrisiko sehr hoch.

Lösung 12.1.4C: Nur 1, 2, 3 und 5 sind richtig. Suizid(alität)Hintergrundwissen
  • Zu 1: Richtig! An erster Stelle stehen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Herzinfarkt), gefolgt von Krebserkrankungen, Erkrankungen der Lunge und des Verdauungstrakts. Tod durch Suizid steht Schätzungen zufolge etwa an 9. oder 10. Stelle.

  • Zu 2: Richtig! Die Rate für vollendeten Suizid ist bei Männern mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen.

  • Zu 3: Richtig! Verschiedene Studien haben gezeigt, dass in den Wochen vor dem Suizid viele Menschen häufiger als sonst einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen, die Suizidgefährdung aber häufig nicht erkannt wird.

  • Zu 4: Falsch! Im Rahmen der Krisenintervention bei Suizidalität ist ein Einbeziehen des sozialen Umfelds eine wichtige Hilfe. Deshalb sollte gezielt nach sozialen Kontakten gefragt werden. Ist jemand allerdings sozial isoliert, ist die Suizidgefahr besonders hoch.

  • Zu 5: Richtig!Kap. 12.2

Lösung 12.1.5B: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Suizid(alität)Motivation
  • Zu 1: Richtig! Beispiel: Ein Jugendlicher will sich umbringen, um es den autoritären Eltern heimzuzahlen, oder der Freundin, die ihn verlassen hat, ein schlechtes Gewissen zu machen.

  • Zu 2: Richtig! Beispiel: Jemand begeht einen Suizidversuch, um dem Ehemann/der Ehefrau/der Umwelt zu zeigen: „Ich weiß nicht mehr weiter.“

  • Zu 3: Richtig! Beispiel: Jemand sagt „Wenn du mich nicht heiratest, bringe ich mich um“. Oder jemand setzt mit seiner Selbstverbrennung ein Zeichen für die Welt.

  • Zu 4: Falsch! Jeder Suizidversuch ist ernst zu nehmen – die Tatsache, dass jemand Tabletten genommen hat anstatt von der Brücke zu springen, bedeutet nicht, dass es ihm/ihr weniger ernst war.

  • Zu 5: Falsch! Jeder Suizidversuch muss ernst genommen werden.

Lösung 12.1.6Richtig ist C. Suizid(alität)erweiterter
Lösung 12.1.7D: Nur 1, 4 und 5 sind richtig.
  • Zu 1: Richtig! → 12.1.6 (C)

  • Zu 2: Falsch: Das wäre ein gemeinsamer Suizid = DoppelsuizidDoppelsuizid.

  • Zu 3: Falsch! Doppelsuizid und „erweiterter Erweiterter SuizidSuizid“ sind zwei verschiedene Dinge.

  • Zu 4: Richtig! Der erweiterte Suizid wird auch als MitnahmesuizidMitnahmesuizid bezeichnet.

  • Zu 5: Richtig! Untersuchungen haben ergeben, dass ein erweiterter Suizid häufiger von Männern als von Frauen begangen wird.

Lösung 12.2.1C: Nur 1, 3 und 4 sind richtig. Präsuizidales Syndrom
  • Kommentar: Abb. 12.1. Die Betroffenen intensivieren nicht ihre zwischenmenschlichen Kontakte, sondern ziehen sich von der Umwelt zurück. Die Stimmung ist meist gedrückt, depressiv. Eine kurzzeitige Euphorie (2) passt nicht zu den Suizidgedanken. Nicht verwechseln mit der Entschlussphase nach Pöldinger (gefragt wird hier nach Ringel!), bei der die Betroffenen nach außen hin gelöst und entspannt erscheinen, in Wirklichkeit jedoch von Suizidfantasien bedrängt werden. Auch in dieser Phase haben die Betroffenen kein kurzzeitiges Gefühl von Euphorie.

Lösung 12.2.2B: Nur 3 und 5 sind richtig. Präsuizidales SyndromMerkmale
  • Zu 1: Falsch! Richtig wäre AggressionsumkehrAggressionsumkehr (gegen die eigene Person).

  • Zu 2: Falsch! Der „TodestriebTodestrieb“ (Thanatos) bildet – nach Freud – den Gegenpol zum Lebenstrieb (Eros). In der Vorstellung Freuds strebt der Todestrieb nach Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand des Unbelebten, der Starre und des Todes. Der Todestrieb war schon zu Freuds Lebzeiten umstritten und ist nach allgemeiner Lehrmeinung nicht die Ursache für Suizidalität.

  • Zu 3: Richtig! Die soziale EinengungEinengung, soziale (= soziale IsolationIsolation, soziale) ist ein Merkmal des präsuizidalen Syndroms (Abb. 12.1).

  • Zu 4: Falsch! Der Begriff „BilanzsuizidBilanzsuizid“ als Akt freier Willenshandlung (mit vorheriger innerer Bilanzierung) ist bis heute umstritten und steht in keinem Zusammenhang mit dem präsuizidalen Syndrom.

  • Zu 5: Richtig! Zur Einengung der Wertewelt Abb. 12.1

Lösung 12.3.1A: Nur 1, 2 und 3 sind richtig. Suizid(alität)bei DepressionDepression/depressive EpisodeSuizidalität
  • Zu 1: Richtig! 10–15 % der Personen mit Depressionen nehmen sich das Leben.

  • Zu 2: Richtig! Zu Beginn oder beim Abklingen einer depressiven Episode (oder auch beim sog. PhasenumschwungPhasenumschwung) ist der Antrieb noch oder schon wieder groß genug, um suizidale Gedanken in die Tat umzusetzen.

  • Zu 3: Richtig! Durch aufdeckende VerfahrenSuizid(alität)kontraindizierte Psychotherapieverfahren werden evtl. Belastungssituationen aus der Vergangenheit ins Bewusstsein gehoben, wodurch die Symptomatik sich verstärkt. Auch die Gesprächspsychotherapie nach Rogers ist bei Suizidalität kontraindiziert: Das „Spiegeln“ der depressiven Gedanken und Gefühle kann die Suizidalität verstärken.

  • Zu 4: Falsch! Zu Beginn der Behandlung ist die Suizidgefahr erhöht → 12.1.2 (2).

  • Zu 5: Falsch! → 12.1.2 (2)

Lösung 12.3.2A: Nur 2 ist richtig. Suizid(alität)bei DepressionDepression/depressive EpisodeSuizidalität
  • Zu 1: Falsch! Unter einem Raptus Raptus melancholicusmelancholicus versteht man einen plötzlich auftretenden Anfall von Raserei bei Depressiven, die noch kurz zuvor in einer Art depressivem Stupor verharrten. Ein Anfall dieser Art kann auch bei sachgerechter Therapie mit Antidepressiva auftreten. Der Begriff „Raptus melancholicus“ wird heute kaum noch verwendet, findet sich aber in einer Prüfungsfrage von 1999.

  • Zu 2: Richtig! Bei akuter Suizidalität muss jemand stationär behandelt werden, evtl. auch gegen seinen Willen (= ZwangseinweisungZwangseinweisung). In anderen Fällen genügt evtl. eine ambulante Behandlung.

Zu 3: Falsch! → 12.3.1 (2)
Lösung 12.3.3D: Nur 3 und 4 sind richtig.Suizid(alität)bei Zwangsstörungen ZwangsstörungenSuizidalität
  • Kommentar: Zwangsgedanken und Zwangshandlungen bieten einen gewissen Schutz vor Vollendung des Suizids, weil die ursächlichen Ängste der Betroffenen durch die Zwangsgedanken oder das Ausführen von Zwangshandlungen reduziert, jedoch nicht völlig unterdrückt werden können.

    Wenn ein Zwangskranker jedoch im Verlauf der Therapie von seinen Zwängen ablässt, aber noch keine neuen Verhaltensweisen aufgebaut und verinnerlicht hat, können seine Ängste wiederkehren und so die Suizidgefährdung erhöhen.

Lösung 12.4.1D: Nur 1, 3, 4 und 5 sind richtig. Suizid(alität)Anzeichen/Symptome
  • Zu 1: Richtig! „Anbehandelte Depression“ bedeutet: AntidepressivaWirkungseintrittDie betroffene Person nimmt die Medikamente erst seit kurzer Zeit. Dies führt zu einer Steigerung des Antriebs, die stimmungsaufhellende Wirkung folgt jedoch erst Tage bis Wochen später. In dieser Phase haben die Kranken die Kraft, ihre suizidalen Gedanken in die Tat umzusetzenAntidepressivaSuizidgefahr.

  • Zu 2: Falsch! Wenn der Lebenssinn verloren gegangen ist, haben viele Betroffene Suizidgedanken. Tiefe Religiosität und richtig verstandene Spiritualität können zur Sinngebung beitragen und helfen, eine schwierige Lebenssituation zu meistern. Tragfähige religiöse Bindungen sprechen deshalb eher gegen den Wunsch, seinem Leben ein Ende zu setzen.

  • Zu 3: Richtig! Dies könnte ein Hinweis sein auf die Entschlussphase nach Pöldinger, in der die Betroffenen nach außen hin gelöst und entspannt erscheinen, in Wirklichkeit jedoch schon den Entschluss gefasst haben, sich umzubringen.

  • Zu 4: Richtig! Ein erheblicher Gewichtsverlust als Folge von mangelndem Appetit oder bewusstem Hungern kann bei akuten Problemen (z. B. Liebeskummer) auftreten, bei einer schweren depressiven Episode oder auch bei einer Essstörung (Magersucht, Bulimie), die häufig von suizidalen Tendenzen begleitet sind.

  • Zu 5: Richtig! Wenn Menschen den Entschluss gefasst haben sich zu töten, regeln sie vorher noch „letzte Dinge“ (Testament, Bankvollmacht, Begleichen von Schulden) oder verschenken persönliche Dinge.

Lösung 12.4.2B: Nur 1 und 3 sind richtig. Suizid(alität)Umgang mit Patienten
  • Zu 1: Richtig! Eine Therapie mit Antidepressiva AntidepressivaWirkungseintritt bewirkt, dass in der Anfangsphase der medikamentösen Behandlung zwar der Antrieb verstärkt wird, die Stimmungsaufhellung jedoch erst Tage bis einige Wochen später erfolgt. Ähnlich wie beim Phasenumschwung von einer Manie zu einer Depression (und umgekehrt AntidepressivaSuizidgefahr ) haben die Betroffenen in dieser Phase die Energie, ihre suizidalen Gedanken in die Tat umzusetzen.

  • Zu 2: Falsch! Die Grundregel, bei Verdacht auf Suizidalität konkret danach zu fragen, gilt insbesondere auch für Menschen mit Depressionen.

  • Zu 3: Richtig! Um den ständigen Flashbacks zu entkommen, greifen manche PTBS-Patienten zu Alkohol oder Drogen, andere wählen den Suizid Posttraumatische BelastungsstörungSuizidalität.

  • Zu 4: Falsch! Menschen mit einem Herzangstsyndrom Herzangstsyndrom haben panische Angst davor, an einem Herzinfarkt zu sterben und sind deshalb kaum suizidgefährdet.

  • Zu 5: Falsch! Die meisten Menschen mit Suizidgedanken halten sich an einen Non-Suizid- Non-Suizid-Vertrag Vertrag, auch depressive Patienten.

Lösung 12.4.3C: Nur 2, 3 und 5 sind richtig. Suizid(alität)therapeutische Interventionen
  • Zu 1: Falsch! Ein „verhaltenstherapeutisches Löschen“ funktioniert bei Suizidalität nicht.

  • Zu 2: Richtig! Die stationäre Behandlung kann durch eine Selbsteinweisung des Patienten erfolgen. Falls er akut suizidgefährdet ist und sich nicht selbst einweisen möchte, bleibt nur eine Zwangseinweisung durch die Polizei.

  • Zu 3: Über 90 % der Menschen mit Suizidgedanken sind psychisch krank. Hier kann eine Psychopharmakotherapie (bei Depressionen z. B. Antidepressiva) die Grunderkrankung lindern und damit auch die Suizidgedanken verringern.

  • Zu 4: Falsch! Keine „paradoxe Intervention“ bei akuter Suizidalität.

  • Zu 5: Richtig! → Kommentar zu Aussage 2.

Lösung 12.4.4D: Nur 2 und 4 sind richtig. Suizid(alität)therapeutische Interventionen
  • Zu 1: Falsch! → Kommentar zu 4

  • Zu 2: Richtig!

  • Zu 3: Falsch! Die meisten Suizidankündigungen sind ernst gemeint.

  • Zu 4: Richtig! In der Regel erfolgt eine eingehende Krisenintervention unter Einbeziehung von Kontaktpersonen, evtl. anderer Therapeuten. In diesem Kontext erfolgt die Abwägung einer stationären Aufnahme.

  • Zu 5: Falsch! Wenn Sie jemanden ohne vorherige Krisenintervention sofort zu einem Psychiater „überweisen“, könnte die betroffene Person sich auf dem Weg dorthin umbringen.

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