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B978-3-437-56313-3.00012-1

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978-3-437-56313-3

Erkältungsschnupfen (Kleines Repertorium nach Tyler)

Tab. 12.1
Symptome und Modalitäten Homöopathische Arzneimittel
Modalitäten
Leicht erkältet, unterkühlt ars, bry, hep, merc, nat-m, nux-v, phos, puls
Kalte Luft < all-c, ars, dulc, hep, nux-v, phos, sabad *
Kaltes, trockenes Wetter < acon, bry, hep, nux-v, caust
Kaltes, feuchtes Wetter < calc, dulc, rhus-t, nat-s
Einatmen kalter Luft < all-c, hep, phos, rumx, stict *
Zugluft < ars, bell, hep, nat-c, nux-v, sulph, dulc, merc
Feucht < calc, dulc, kali-i, merc, rhus-t, puls, sulph, all-c *
Feucht-warm < gels, carb-v
Feucht-warm > hep
Warmes Zimmer < puls, tub, all-c, merc, nux-v (stärker fließend), euphr*
Eintreten in warmes Zimmer < bry
Im Freien < nux-v, nat-m, phos, bry, hep, puls *
Im Freien > all-c, puls, acon, luf-op * , stict *
Entblößen des Kopfes < hep, nat-m
Viel Niesen all-c, dulc, hep, ip, kali-i, merc, nat-m, phos, rhus-t, sulph, acon * , nux-v * , euphr * , sabad *
Absonderungen
Reichlich Schnupfen all-c, ars, kali-i, nat-m
Fließschnupfen acon, all-c, ars, nat-c, hep, nux-v, euphr * , sabad *
Fließschnupfen in der Wärme dulc, sulph
Fließ- und Stockschnupfen abwechselnd ars, nat-m, nux-v, phos, puls, sulph
Stockschnupfen bell, bry, nux-v (früh), dulc (in kalter Luft), kali-bi, luf-op*, zinc*
Verstopfte Nase nux-v, dulc, puls, rhus-t, ip, carb-v, samb * , am-c * , stict *
Mit Tränenfluss all-c, bry, euphr (scharfe Tränen), kali-i
Scharfe Absonderungen all-c, ars, gels, kali-i, merc, nux-v, sulph, am-c *
Milde Absonderungen euphr, puls, sabad *
Milde Absonderungen mit scharfem Tränenfluss euphr
Übelriechende Absonderungen hep, merc, calc, kali-bi, nat-c, puls, ars *
Krustige Absonderungen calc, kali-bi, phos, tub, stict *
Grünliche Absonderungen kali-bi, kali-i, merc, puls
Eitrige Absonderungen calc, hep, kali-bi, kali-i, merc, phos, puls, tub
Absonderungen beim Schnäuzen blutig all-c, ars, bell, hep, phos, puls
Begleitsymptome
Mit Frösteln nux-v, ars, gels, merc, rhus-t, calc, bry, phos
Mit Frost nux-v, gels, ip
Mit Kälteschauder kali-i, ip, bry, nux-v, rhus-t
Abwechselnd Hitze und Frost kali-i
Schwitzen > nat-c, kali-i
Schwitzen < oder > nicht hep, merc
Mit Übelkeit ip, ant-t
Absteigende Erkältung bry, ip, carb-v, ars etc. (vgl. Rubrik „Nase – Schnupfen – gefolgt von – Brust; Beschwerden der“, s. o.)
Mit Heiserkeit bell, phos, samb * etc.
Beginnt in der Brust und steigt hinauf phos
Stirnhöhlen betroffen merc, kali-i, ars, lyc, sil, luf-op *
Kehlkopf betroffen acon, all-c, bell, bry, carb-v, euphr, hep, merc, nat-m, phos, rhus-t
Mit Kopfschmerz durch Niesen oder Husten bry, nat-m, phos
Mit Bauchschmerzen durch Niesen oder Husten bry, dros
Mit Halsweh merc, nux-v, phos

*

Ergänzungen des Verfassers

McIsaac-Score zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Streptokokken-Angina: Symptome und Punktwerte.

Tab. 12.2
Symptom Punkte
Körpertemperatur > 38 °C 1
Kein Husten 1
Zervikale Lymphknotenschwellung 1
Tonsillenschwellung oder Exsudat 1
Alter 3 bis 14 Jahre 1
Alter 15 bis 44 Jahre 0
Alter ≥ 45 Jahre -1

Centor-Score. Prädiktor einer GABHS-Tonsillopharyngitis für Patienten ≥ 15 Lebensjahre

Tab. 12.3
Symptom Punkte
Körpertemperatur (in der Anamnese) > 38 °C 1
Kein Husten 1
Zervikale Lymphknotenschwellung 1
Tonsillenschwellung oder -exsudat 1

Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen

Christian Lucae

Rhinitis

Grundlagen

Die akute Hals-, Nasen-, OhrenerkrankungenRhinitis SchnupfenRhinitiswird meist durch Viren (Rhino-, Adeno-, Corona-, Parainfluenzaviren u. a.) hervorgerufen, seltener durch Bakterien. Es handelt sich um eine der häufigsten Infektionen, die alle Altersstufen betreffen kann.
Klinik und Erkrankungsverlauf
Durch die Anschwellung der Nasenschleimhaut mit Bildung eines lokalen Ödems und die anschließende, starke Schleimbildung kann die Atmung durch die Nase erheblich beeinträchtigt werden, was v. a. Säuglingen sehr zu schaffen machen kann („SäuglingsschnupfenSäuglingeRhinitis“). Dadurch kann die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt sein, und die kleinen Patienten werden zudem missmutig und quengelig. Größere Kinder klagen über eine verstopfte Nase, einen wässrigen Schnupfen („Fließschnupfen“) oder gelblich-zähen Schleim.
Der Schnupfen kann isoliert oder im Rahmen von Infektionen der Luftwege mit Husten, Sinusitis, Bronchitis u. a. auftreten. In der Regel ist die Rhinitis selbstlimitierend und vergeht nach einigen Tagen von selbst („Schnupfen dauert mit Behandlung sieben Tage, ohne Behandlung eine Woche“).
Komplikationen
Bei kleinen Säuglingen sind Trinkstörungen, obstruktive Apnoen, Zyanose und Atemstörungen möglich. Bei größeren Kindern können Komplikationen wie Otitis, Sinusitis oder Bronchitis auftreten.

Konventionelle Therapie und unterstützende Maßnahmen

Die Therapie erfolgt durch Einträufeln oder Einsprühen von abschwellenden Nasentropfen (z. B. Oxymetazolin) in die Nase, wodurch infolge einer Vasokonstriktion eine Abschwellung der Schleimhäute erreicht werden soll. Allerdings kommt es wenige Stunden nach der Anwendung zu einer reaktiven Hyperämie der Nasenschleimhaut, sodass erneut Nasentropfen benötigt werden (Rebound-Effekt).

Info

Im Allgemeinen wird empfohlen, abschwellende Nasentropfen höchstens wenige Tage anzuwenden, da ein Gewöhnungseffekt eintreten kann (Rhinopathia medicamentosaRhinopathia medicamentosa, früher als „PrivinismusPrivinismus“ bezeichnet).

Insbesondere bei Säuglingen ist wiederum Vorsicht geboten, da die noch sehr empfindlichen Schleimhäute durch Sprühflaschen verletzt werden und sogar infolge falsch dosierter Präparate austrocknen können. Meist genügt es, isotonische Kochsalzlösung oder ein handelsübliches Meersalzpräparat zu verwenden, um eine ausreichende Atmung durch die Nase zu ermöglichen.

Zusätzlich können InhalationenInhalationRhinitis mit isotonischer Kochsalzlösung mittels Inhalationsgerät vorgenommen werden. Etwas größere Kinder können eine Nasendusche verwenden und mit einer Salzlösung spülen. Für ausreichend Frischluftzufuhr sollte gesorgt werden.
Eine antibiotische Therapie ist aufgrund der meist viralen Genese in der Regel kontraindiziert. Lediglich bei Komplikationen, wie z. B. einer Sinusitis, oder bei mukopurulenter Rhinitis, die länger als zehn bis 14 Tage dauert, könnte eine antibiotische Therapie erwogen werden.

Homöopathische Behandlung

Bei einem leichten Schnupfen genügen die oben beschriebenen, allgemeinen Maßnahmen, der Verlauf ist selbstlimitierend und erfordert nicht unbedingt eine homöopathische Therapie. Eine Ausnahme stellt der Schnupfen von Neugeborenen und Säuglingen in den ersten Lebensmonaten dar, da ein Schnupfen in diesem Alter schon das erste Zeichen einer miasmatischen Belastung bedeuten kann. Bei hartnäckigeren Verläufen und einem durch den Schnupfen beeinträchtigten Allgemeinzustand kann die Homöopathie aber durchaus sinnvoll sein. Voraussetzung ist, dass deutliche Symptome vorliegen und ein klares Bild herausgearbeitet werden kann, um zu einer eindeutigen Arzneiwahl zu gelangen.
Da die Homöopathie als phänomenologische Methode nur in begrenztem Umfang auf die klinische Diagnose angewiesen ist, können sowohl bei der akuten, infektbedingten Rhinitis als auch bei der allergischen Rhinitis die gleichen Arzneien angewendet werden, sofern die Symptome des Patienten mit dem jeweiligen Arzneimittelbild (1.5, 1.6) übereinstimmen.
Repertoriumsrubriken
Akute Rhinitis
→Nase – Schnupfen (zahlreiche Unterrubriken) (328): all-c, ars, merc, nux-v, puls, …
→Nase – Schnupfen – Luft – Freien, im – amel. (34): all-c, calc-s, nux-v, puls, stict, …
→Nase – Schnupfen – begleitet von – Nasenbluten (22): ars, graph, kali-bi, merc, puls, …
→Nase – Schnupfen – Absonderung, ohne – abwechselnd mit – Fließschnupfen (40): ars, nat-m, nux-v, puls, sil, …
→Nase – Schnupfen – unterdrückt (34): arum-t, bell, lach, nux-v, sulph, …
→Nase – Katarrh (zahlreiche Unterrubriken) (247): ars, brom, kali-bi, nat-m, puls, …
→Nase – Absonderung (zahlreiche Unterrubriken)
→Nase – Entzündung (zahlreiche Unterrubriken) (84): ars, hep, lach, phos, sulph, …
Des Weiteren können folgende Rubriken hilfreich sein (Repertorium Synthesis):
→Nase – Trockenheit (zahlreiche Unterrubriken)
→Nase – Trockenheit – innen in der – schneuzen, aber ohne Absonderung, muss die Nase (14): kali-bi, lach, psor, stict, teucr, …
→Nase – Schneuzen der Nase – Neigung, sich die Nase zu schneuzen, ständige (31): borx, hydr, kali-bi, stict, teucr, …
→Nase – Fremdkörpers, Gefühl eines (19): kali-bi, merc, nat-m, sep, sil, …
→Nase – Verstopfung [zahlreiche Unterrubriken] (277): arum-t, graph, kali-bi, nux-v, samb, …
→Nase – Schorfig – Nasenlöcher (37): graph, lach, puls, sep, sil, …
→Nase – Geruch, Geruchssinn – vermindert (78): bell, hyos, nat-m, sep, sil, …
→Mund – Geschmack – Geschmacklosigkeit der Speisen – Schnupfen, beim [mit Künzlipunkt] (17) ant-t, hep, nat-m, puls, sulph, …
→Nase – Niesen – anfallsweise (50): gels, kali-i, nat-m, sabad, sulph, …
→Nase – Niesen – häufig (116): ars, carb-v, coc-c, nux-v, sulph, …
Komplikationen
Wichtige Rubriken aus dem Kapitel „Nase“ bei Komplikationen:
→Nase – Katarrh – gefolgt von – Stirnhöhlen; Beschwerden der (36): kali-i, lyc, merc, sep, sil, …
→Nase – Nebenhöhlen, Beschwerden der [mit Unterrubriken 12.2] (43): kali-c, kali-i, merc, stict, thuj, …
→Kopf – Schmerz – Schnupfen – bei (113): acon, bell, bry, merc, nux-v, …
Ein häufig bei Kindern anzutreffendes Problem sind Infektionen, die mit einem Infekt der oberen Luftwege beginnen und jedes Mal in eine Bronchitis oder Bronchopneumonie münden. Die hierzu passende Rubrik lautet:
→Nase – Schnupfen – gefolgt von – Brust; Beschwerden der (39): all-c, am-br (Nachtrag Boger), am-c, am-m, ant-c, ant-i, ant-t, aral, ars, ars-i, brom, bry, carb-v, euphr, ign, iod, ip, just, kali-bi, kali-br, kali-c, kali-i, lac-c, lappa, lap-a, lyc, mang, merc, morg-g, naja, nux-v, phos, sang, sep, sil, squil, stict, sulph, syc, tub (13.2 Husten und Bronchitis).
Säuglingsschnupfen
Wichtigste Rubrik beim Säuglingsschnupfen (Repertorium Synthesis):
→Nase – Verstopfung – Kindern, bei – Säuglingen, bei (5): aur, kali-bi, lyc, nux-v, samb
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
In Tab. 12.1 können die entsprechenden Rubriken aufgesucht werden, um die wichtigsten Arzneien rasch zu differenzieren. Die Darstellung beruht auf dem „Miniature Repertory“ von Margaret L. Tyler (Tyler 1998).
Aconitum napellus
#Aconitum napellusRhinitisAnfangsmittel, plötzlicher, nächtlicher Krankheitsbeginn, viel Niesen, trockene Schleimhäute, Nase verstopft, empfindlicher Geruchssinn; ausgelöst durch kalten Wind, rotes Gesicht, eine Wange rot, die andere blass (cham, puls), hohes Fieber, großer Durst, Herzklopfen, sehr ängstlich, unruhig, geräuschempfindlich.
Allium cepa
#Allium cepaRhinitisFließschnupfen, wundmachend, besonders linksseitig, mit milder Sekretion der Augen (umgekehrt euphr); heftiges Niesen; Schnupfen < warmes Zimmer, > Kälte, < Feuchtigkeit, > frische Luft; dabei Laryngitis, Kratzen in der Kehle beim Husten.
Ammonium carbonicum
#Ammonium carbonicumRhinitisScharfes, wässriges Sekret, nachts und im Schlaf verstopfte Nase, Kind fährt nachts aus Luftnot hoch (Imhäuser 1991); > warmes Zimmer; Niesen v. a. morgens beim Aufwachen. Besonders passend bei dicklichen Kindern mit Erkältungsneigung (Voegeli 2009).
Arsenicum album
#Arsenicum albumRhinitisFließschnupfen, wundmachendes, wässriges, oft übelriechendes Sekret, dabei Gefühl einer verstopften Nase; rechte Seite vermehrt betroffen; Nasenausgang wund, gereizt, wund machender Tränenfluss, brennende Schmerzen in Nase, Augen, Hals; > Wärme, > warme Getränke, < Kälte.
Dulcamara
#DulcamaraRhinitisVerstopfte Nase, aber auch Fließschnupfen, ausgelöst durch kaltes, feuchtes Wetter oder Wetterumschwung von warm nach kalt, nach Durchnässung> Wärme, insbesondere sofortige Besserung des Schnupfens durch Wärmflasche auf Stirn und Nase (Voegeli 2009).
Euphrasia officinalis
#Euphrasia officinalisRhinitisFließschnupfen, mildes, wässriges Sekret aus der Nase, dagegen wundmachende, brennende Sekretion der Augen, Konjunktivitis; heftiges Niesen; < abends, < warmes Zimmer.
Kalium bichromicum
#Kalium bichromicumRhinitisStockschnupfen, dickes, gelbes, fadenziehendes Sekret, Krustenbildung; Nasenbohren (Voegeli 2009); Verlangen zu schnäuzen, es kommt aber nichts (stict, teucr); chronischer Verlauf mit Neigung zu Sinusitis (12.2).
Luffa operculata
#Luffa operculataRhinitisStockschnupfen, trockene, empfindliche Nasenschleimhäute, Krusten in der Nase; < trockene Zimmerluft, > im Freien; Nasensekret morgens weiß oder gelb, tagsüber klar; viel Niesen; Schnupfen begleitet von Stirnkopfschmerzen mit Müdigkeit, Mattheit und Konzentrationsmangel.
Mercurius vivus
#Mercurius vivusRhinitisWundmachendes, gelb-grünes, stinkendes, eher zähes Sekret, häufiges Niesen, gereizte Nasenlöcher, Zugluftempfindlichkeit, < Wärme und Kälte; nächtliches Schwitzen; Neigung zu Sinusitis (12.2).
Nux vomica
#Nux vomicaRhinitisBesonders morgens beim Erwachen Niesen, Niesanfälle, tagsüber Fließschnupfen im Wechsel mit verstopfter Nase, nachts lästiger Stockschnupfen; Zugluftempfindlichkeit; beim Betreten eines warmen Zimmers beginnt die Nase zu laufen, was deutlich erleichtert; an der frischen Luft hingegen wieder verstopfte Nase (auch umgekehrte Modalitäten sind möglich); Juckreiz und Kitzeln in der Nase beim Schnupfen. Allgemeine Ungeduld, Reizbarkeit, Zorn, Überempfindlichkeit.
Pulsatilla pratensis
#Pulsatilla pratensisRhinitisMildes Sekret, wässrig bis schleimig-gelb; dabei Jucken der Augen, < kalte Anwendungen und frische Luft (Cave: Bei Pulsatilla findet sich ansonsten deutliche Besserung in kalter Luft und Verschlechterung durch Wärme); abends verstopfte Nase; Säuglingsschnupfen; Geruchsverlust.
Sabadilla
#SabadillaRhinitisFließschnupfen, wässriges, mildes Sekret, heftige Niesanfälle (nux-v), Säuglingsschnupfen; Tränenfluss mit Brennen der Augen; > Wärme, > warme Getränke, < kalte Luft.
Sambucus nigra
#Sambucus nigraRhinitisWichtigstes Mittel beim Säuglingsschnupfen und Schniefen der Säuglinge durch Schwellung der Nasenschleimhäute, mit verstopfter Nase, atmet nur durch den Mund, Probleme beim Trinken an der Brust, Erstickungsanfälle, Heiserkeit; sehr gute Erfahrungen gibt es mit der D4-Trituration, dabei kann z. B. der Schnuller in die Verreibung gesteckt werden (Dorcsi 1992). Auch ein Mittel bei anfallsartigem, erstickendem Husten, v. a. gegen Mitternacht.
Sticta pulmonaria
#Sticta pulmonariaRhinitisStockschnupfen, Völlegefühl an der Nasenwurzel (cinnb), ständiger Drang zu schnäuzen, es kommt aber nichts, stark verstopfte Nase, Krusten in der Nase; > frische Luft; trockener Husten, < Einatmen von kalter Luft; rezidivierende Infektionen, beginnen häufig mit Schnupfen und enden mit einer Bronchitis oder Bronchiolitis; Neigung zu Sinusitis.
Zincum metallicum
#Zincum metallicumRhinitisFließschnupfen, auch verstopfte Nase, Wundheitsgefühl, Druckgefühl über der Nasenwurzel; bewährt bei verstopfter Nase des Säuglings oder bei Husten besonders nachts.

Kasuistik

Kasuistik

Säugling mit Naseneingangsstenose (Christian Lucae)

Anamnese

Der ein Monat alte, männlicher Säugling leidet seit seiner Geburt an einer Naseneingangsstenose. Er ist seit zwei Tagen stärker verschnupft, bekommt kaum Luft durch die Nase, röchelt, die Nasengänge sind fast vollständig zugeschwollen. Der Säugling niest viel, der Kopf ist beim Liegen auf der Seite nach hinten überstreckt, dann ist die Atmung besser; er hat Schwierigkeiten beim Trinken aus der Flasche; zeitweise auch inspiratorischer Stridor; stationäre Aufnahme und Monitorüberwachung, Therapie mit Nasentropfen und Inhalationen ohne bleibenden Erfolg.
Die Mittelwahl ergibt sich bereits aus der Symptomatik und dem direkten Vergleich mit der Arzneimittellehre.

Repertorisation

→Nase – Verstopfung – Kindern, bei – Säuglingen, bei
→Nase – Verstopfung – Kindern, bei – Säuglingen, bei – trinken, das Kind kann nicht an der Brust
→Nase – Schniefen – Kindern, bei – Neugeborenen, bei
→Nase – Niesen
→Atmung – Atemnot, Dyspnoe, erschwertes Atmen – Kindern, bei

Verordnung und Verlauf

Sambucus#Sambucus nigraRhinitis D 4, 4 × 4 Globuli (die eigentlich empfohlene Trituration war nicht verfügbar). Während der folgenden Tage haben sich die Beschwerden deutlich gebessert, es traten keine Sättigungsabfälle auf, die Nase besser ist durchgängig. Als langfristige Therapie wurden später durch den HNO-Arzt Platzhalter in Form von kleinen Röhrchen in die Nasengänge eingelegt. Immerhin konnte mit Sambucus nigra eine Abschwellung und deutliche Besserung des akuten Infektes erzielt werden.
Literatur (12.9)

Sinusitis

Grundlagen

Eine Sinusitisakute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis, Rhinosinusitis) als Komplikation einer Infektion der oberen Luftwege wird bei Kindern geschätzt auf 5–8 % (DGPI 2013).
Da sich die Stirnhöhlen (Sinus frontales) erst im Alter von sieben und zwölf Jahren und die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales) erst im Alter von drei bis sieben Jahren voll ausbilden, ist die Sinusitis als Komplikation einer Infektion der oberen Luftwege im Kleinkindesalter selten. Die Angaben in der Literatur sind eher ungenau, weil die Abgrenzung einer Begleitsinusitis, die praktisch bei jedem Schnupfen vorkommen kann, von einer manifesten Sinusitis nicht immer möglich ist. Die Prävalenz der Sinusitis nimmt bis zum Erwachsenenalter deutlich zu.
Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen wie Mukoviszidose, allergischen Erkrankungen, Adenoiden, Immundefekten, Bronchiektasen oder Zilienfunktionsstörungen können überdurchschnittlich häufig an einer akuten oder chronischen Sinusitis leiden. Eine einseitige Sinusitis sollte auch an eine dentogene Ursache denken lassen.
Klinik und Erkrankungsverlauf
SinusitisKlinikHinweisend auf eine Sinusitis sind ein zumeist eitriger Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber, Husten (bedingt durch einen Sekretabfluss über die Rachenhinterwand, „postnasal drip“), oft Bauchschmerzen, außerdem Schmerzen, Schwellung und Rötung über den betroffenen Nasennebenhöhlen. Besonders bei Infektionen der Stirnhöhlen und der Kieferhöhlen (Sinus maxillares) kann mit vorsichtigem Beklopfen mit dem Finger die Schmerzlokalisation festgestellt werden. Schmerzen in den Siebbeinzellen (Ethmoiditis) werden zwischen den Augenhöhlen lokalisiert, Schmerzen in der Keilbeinhöhle können als homolaterale, dumpfe oder drückende Schmerzen mit Projektion in den temporalen und parietalen Bereich, aber auch nach frontal oder okzipital, beschrieben werden. Zusätzlich sollte eine genaue Inspektion des HNO-Bereichs erfolgen. Bei unklarer Klinik können Labor, Sonografie oder MRT die Diagnostik ergänzen.
Komplikationen
SinusitisKomplikationenGefährliche Komplikationen ergeben sich aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu den Hirnhäuten, den Sinus und den Schädelknochen: orbitale Periostitis, Meningitis, Osteomyelitis, Retrobulbärneuritis, Hirnabszesse oder Sinus-cavernosus-Thrombosen können die Folge sein.
Relativ häufig werden Kinder mit der Verdachtsdiagnose einer orbitalen ZellulitisOrbitalphlegmone (Orbitalphlegmone) in die Klinik eingewiesen. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Entzündung des periokulären Bindegewebes. Eine periorbitale Zellulitis kann rasch zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und sollte daher immer als Notfall betrachtet werden. Glücklicherweise entpuppen sich viele derartige Phlegmonen nach kurzer Zeit als „banale“ Insektenstiche im Bereich der Augen. Besonders zu Beginn der Erkrankung ist die Differenzialdiagnostik allerdings oft nicht möglich.

Konventionelle Therapie

Die Therapie der akuten Sinusitis besteht in der Verabreichung von Kochsalz- oder Meersalzlösungen, ggf. abschwellender Nasentropfen (z. B. Oxymetazolin 12.1), InhalationenInhalationSinusitis mit isotonischer Kochsalzlösung oder ätherischen Ölen, Sekretolytika, lokalen Wärmeanwendungen, Analgetika und Antipyretika.
Die Spontanheilungsrate ist – ähnlich der Otitis media – relativ hoch und wird mit über 80 % innerhalb von drei Wochen angegeben. Eine antibiotische TherapieAntibiotikaSinusitis sollte daher nur bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Infektion erfolgen. Als Kriterien gelten:
  • Zeichen einer Rhinosinusitis über mehr als zehn Tage ohne Besserung

  • Schwere Symptome wie hohes Fieber, eitriges Nasensekret oder Gesichtsschmerzen über mehr als drei bis vier Tage

  • Zweigipfeliger Verlauf (z. B. neu auftretendes Fieber oder Kopfschmerzen nach eigentlich schon abklingender Atemwegsinfektion)

Empfohlen werden in erster Linie Amoxicillin oder – bei fehlendem Ansprechen – Amoxicillin/Clavulansäure, Cefuroximaxetil oder Cetriaxon. Die Therapiedauer sollte 10–14 Tage betragen (DGPI 2013). Die orbitale Zellulitis oder andere schwerwiegende Komplikationen sollten schon bei Verdacht unbedingt stationär mit intravenöser Antibiotika-Applikation behandelt werden, ein HNO-ärztliches Konsilium ist unerlässlich.
Wenn die Zeichen einer Sinusitis über mindestens 12 Wochen persistieren, wird von einer chronischen Sinusitis (Rhinosinusitis) gesprochen. In diesem Fall sollte eine Abklärung evtl. zugrundeliegender Erkrankungen erfolgen (z. B. Allergien, Muskoviszidose 13.5, Immundefekte, primäre Ziliendyskinesie). Die Therapie sollte durch den HNO-Arzt oder ein spezialisiertes Zentrum durchgeführt werden und kann unter anderem bestehen aus Adenotomie oder lokaler Steroidapplikation bis hin zur operativen Sanierung (Mainz 2016). Auch sollte an das gleichzeitige Vorliegen einer Darmbeteiligung mit gestörter physiologischer Darmflora (z. B. Nahrungsmittelallergien) gedacht werden und diese entsprechend behandelt werden (Friese 2005).

Unterstützende Maßnahmen

Neben den erwähnten InhalationenInhalationSinusitis mit isotonischer Kochsalzlösung oder Emsersalz können aus phytotherapeutischer Sicht Zusätze aus Kamillenblüten, Holunderblüten oder Thymiankraut sinnvoll sein. Noch intensiver als Inhalationen wirkt ein KopfdampfbadKopfdampfbad, Sinusitis mit Kamille, das zweimal täglich durchgeführt werden kann. Ebenso eignen sich verschiedene, phytotherapeutische Fertigpräparate zur Sekretolyse (z. B. Sinupret®), deren Wirkung relativ gut belegt ist. Mit PhytotherapeutikaPhytopharmakaSinusitis wie der aus Südafrika stammenden Pflanze Pelargonium sidoides (UmckaloaboUmckaloaboSinusitis) können PhytopharmakaSinusitisebenso immunmodulierende wie auch bakteriostatische Effekte erzielt werden (12.4).
Eine weitere Therapiemöglichkeit bietet die Verabreichung eines BakterienlysatsBakterienlysatSinusitis bei chronischer oder rezidivierender Sinusitis (z. B. Broncho-Vaxom®).
Selbstverständlich sollte gerade während einer akuten Infektion, aber auch vorbeugend, an eine ausreichende Vitaminzufuhr, v. a. mit Vitamin C, gedacht werden.

Homöopathische Behandlung

Klinische Studien
Eine kontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie aus dem Jahr 1989 untersuchte die Wirksamkeit des homöopathischen Einzelmittels Luffa operculata#Luffa operculataSinusitis und zwei verschiedener Komplexpräparate gegen Placebo. In allen Gruppen besserte sich die Sinusitis zu ca. 80 %, ein wesentlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Therapien konnte nicht gezeigt werden (Wiesenauer 1989).
In einer weiteren, bei niedergelassenen HNO-Ärzten durchgeführten Beobachtungsstudie mit dem Titel „Naturheilkunde bei Sinusitis? Eine kontrollierte Beobachtungsstudie zum Vergleich von Naturheilkunde und konventioneller Therapie“ wurde die Behandlung mit dem homöopathischen Einzelmittel Cinnabaris in fester Kombination mit dem Präparat Sinupret® mit der üblichen, konventionellen Therapie verglichen. Beide Therapiearme zeigten positive Effekte, für eine Aussage über die Überlegenheit eines der beiden Therapieschemata erwiesen sich die Gruppen allerdings als zu klein (Weber 2002).
Anhand einer Subgruppenanalyse im Rahmen der großen Outcome-Studie von Witt et al. (Witt 2005) wurde der Verlauf bei 134 Erwachsenen mit Sinusitis ausgewertet. Die Patienten litten im Mittel rund 10 Jahre an Sinusitiden. Die Beschwerden besserten sich unter homöopathischer Therapie signifikant, die Effekte inkl. der erhobenen Lebensqualität (SF-36) waren auch nach 8 Jahren noch nachweisbar (Witt 2009).
In Indien wurde anhand einer multizentrischen Studie die Wirksamkeit von 17 vorab ausgewählten, homöopathischen Mitteln bei chronischer Sinusitis mithilfe eines Scores (chronic sinusitis assessment score, CSAS) untersucht. Die Arzneien wurden nach Repertorisation als Einzelmittel verschrieben. 628 Patienten wurden inkl. Röntgenaufnahme diagnostiziert und nach 3 und 6 Monaten nachuntersucht, 550 Patienten wurden in die Auswertung einbezogen. Die häufigsten Verschreibungen waren 1. Silicea, 2. Calcium carbonicum, 3. Lycopodium, 4. Phosphorus, 5. Kalium iodatum. Die Besserung der Beschwerden mit diesen Arzneien lag zwischen 55–69 % (Nayak 2012).
Therapeutische Hinweise
Während bei der akuten Sinusitis die Arzneiwahl anhand der Lokalsymptome, deutlicher Allgemeinsymptome und evtl. Gemütssymptome getroffen werden kann, sind wir bei chronisch-rezidivierenden Verläufen wiederum auf eine ausführliche Anamnese angewiesen. Eine konstitutionelle Therapie mit Gabe des passenden Konstitutionsmittels sollte angestrebt werden (1.5, 1.6). Nachfolgend können nur die wichtigsten homöopathischen Arzneien mit besonderem Bezug zu den Nebenhöhlen dargestellt werden.
Die Sinusitis-Rubriken sind in den Repertorien leider unübersichtlich und über verschiedene Kapitel verstreut. Daher wird hier versucht, die wichtigsten Rubriken in der Reihenfolge „Sinusitis, allgemein – Stirnhöhlen – Kieferhöhlen – Keilbeinhöhlen“ zu ordnen.
Repertoriumsrubriken
Die Rubriken gehen auf das Synthesis (Schroyens 2009) zurück.
Hauptrubriken
RepertoriumsrubrikenSinusitisNase – Nebenhöhlen, Beschwerden der (43): hydr, kali-i, merc-i-f, stict, thuj, …
→Nase – Schmerz – Nebenhöhlen (13): gels, kali-i, merc, sil, stict, …
→Nase – Schmerz – Nasenwurzel (mit Unterrubriken) (145): hep, kali-bi, merc, sang, sil, …
→Nase – Absonderung (zahlreiche Unterrubriken)
→Allgemeines – Entzündung – Nebenhöhlen, der (86): cinnb, hep, hydr, kali-bi, sil, …
→Allgemeines – Entzündung – Nebenhöhlen, der – chronisch (16): carc, cist, kali-bi, med, sil, …
→Allgemeines – Krankengeschichte von, persönliche – Sinusitis, von wiederkehrender (3): carc, kali-i, sil
→Kopf – Schmerz – Schnupfen – bei (113): bell, bry, lyc, merc, nux-v, …
→Nase – Völlegefühl (mit Unterrubriken) (36): bapt, cham, gels, kali-i, senec, …
Stirnhöhlen
Die klassischen Rubriken im Kent-Repertorium zum Thema Sinusitis betreffen die Stirnhöhlen (Kent 1990):
→Head – Pain, forehead, middle – frontal sinuses from chronic coryza (4): ars, kali-bi, sang, sil, thuj
→Nose – Catarrh – extends to frontal sinuses (19): lyc, kali-bi, merc, sil, thuj, …
→Nose – Coryza – extending to frontal sinuses (6): ars, calc-p, cimx, kali-i, sil, stict
→Nose – Catarrh – extends to antrum (4): berb, kali-c, kali-i, merc
Entsprechende Rubriken dazu im Repertorium Synthesis:
→Nase – Nebenhöhlen, Beschwerden der – Stirnhöhlen (24): ars-i, hep, kali-i, sil, thuj, …
→Gesicht – Schmerz – Nebenhöhlen – Stirnhöhle (12): bell, iod, kali-bi, sang, spig, …
→Nase – Katarrh – gefolgt von – Stirnhöhlen; Beschwerden der (36): ars, lyc, merc, sep, sil, …
→Nase – Katarrh – Stirnhöhle herrührend, von der (6): ammc, ant-c, dulc, kali-i, nat-m, thuj
Speziell die Sinus maxillares betreffend (Repertorium Synthesis):
→Gesicht – Schmerz – Nebenhöhlen – Kieferhöhle (29): bell, hecla, kali-bi, kali-s, puls, …
→Gesicht – Beschwerden des Gesichtes – Kieferhöhlen (9): aur, calc, chr-ac, cist, coch, jug-r, kali-bi, sil, symph
→Gesicht – Abszess – Antrum (5): kali-i, lyc, merc, mez, sil
→Gesicht – Schmerz – Wangen (59): bell, caps, coloc, merc, verb, …
→Gesicht – Schmerz – Wangenknochen (129): carb-v, kali-bi, lyc, merc, spig, …
→Gesicht – Schmerz – Jochbein (60): calc-p, carb-v, graph, kali-bi, zinc, …
Für Beschwerden der Keilbeinhöhle existieren keine spezifischen Rubriken.
Schleimsekretion
RepertoriumsrubrikenSchleimsekretionEine häufig geschilderte Beschwerde bei Sinusitis ist die Schleimsekretion in den Rachen mit ständigem Bedürfnis zu schlucken (Epipharyngitis, „retronasale Schleimstraße“, auch „postnasaldrip“). Die Rubriken dazu lauten (Synthesis):
→Innerer Hals – Schleim – gezogen, wird aus den Choanen (71): cinnb, cor-r, hydr, kali-bi, nat-c, …
→Nase – Absonderung – Choanen (121): cor-r, kali-bi, nat-c, nat-m, stict, …
→Nase – Absonderung – zäh – Choanen, aus den (21): caps, hydr, kali-bi, nat-p, phyt, …
→Nase – Katarrh – Choanen (99): ferr-p, hep, kali-bi, nat-c, psor, …
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
Belladonna
#BelladonnaSinusitisPlötzlicher Beginn der Beschwerden, Sinusitis der Stirnhöhlen oder Kieferhöhlen, klopfende, pulsierende Schmerzen, eher rechtsseitige Beschwerden, < Bücken nach vorne, < Erschütterung, < Zugluft, > Ruhe, > warmes Einhüllen; hohes Fieber, heißer Kopf und kalte Extremitäten, Kongestion, weite Pupillen, starke Kopfschmerzen, Überempfindlichkeit aller Sinne.
Cinnabaris
#CinnabarisSinusitisSinusitis der Stirnhöhlen oder Kieferhöhlen, akut und chronisch, drückende Schmerzen an der Nasenwurzel, wie von einer schweren Brille, zieht in die Knochen, oder stechender Schmerz, der sich von der Nasenwurzel zum äußeren Augenwinkel erstreckt, < Bücken; neuralgische Schmerzen, Ziliarneuralgie; zäher Schleim, retronasale Schleimstraße.
Gelsemium sempervirens
#Gelsemium sempervirensSinusitisAkute Sinusitis der Stirnhöhlen, heftige Kopfschmerzen mit Bandgefühl, Völlegefühl an der Nasenwurzel, wässrige, wund machende Absonderungen.
Hepar sulfuris
#Hepar sulfurisSinusitisSehr schmerzhafte, akute oder chronische Sinusitis, insbesondere Sinus maxillaris, eitrige „Rotznase“, mit gelbem, stinkendem Ausfluss, riecht nach altem Käse, retronasale Schleimstraße; sehr kälteempfindlich; berührungsempfindlich, < Kälte, < kalte Getränke, < Zugluft, > feuchte Wärme, > Einhüllen des Kopfes; Tonsillitis, Otitis media.
Hydrastis canadensis
#Hydrastis canadensisSinusitisEitrige Sinusitis mit gelbem, zähem, fadenziehendem Sekret (kali-bi), evtl. auch blutig, starke Schleimproduktion, retronasale Schleimstraße, Druck über der Nasenwurzel, Kopfschmerzen über dem linken Auge, > frische Luft, < warmes Zimmer.
Kalium bichromicum
#Kalium bichromicumSinusitisSinusitis der Stirnhöhlen, Kieferhöhlen oder Siebbeinzellen, dickes, gelbes, fadenziehendes Sekret, wie Gummi, Stockschnupfen, Krustenbildung, Völlegefühl an der Nasenwurzel (cinnb, gels, stict), retronasale Schleimstraße; < Kälte, < warmes, feuchtes Wetter, < Sommer.
Kalium iodatum
#Kalium iodatumSinusitisSinusitis der Stirnhöhlen mit heftigen Schmerzen an der Nasenwurzel, Völlegefühl, retronasale Schleimstraße, wund machende, wässrige oder gelbliche Sekretion, Brennen in der Nase mit Wundheitsgefühl, > beim Einatmen; < Wärme, > frische, kalte Luft, Brennen der Augen mit Tränenfluss.
Luffa operculata
#Luffa operculataSinusitisSinusitis mit Stockschnupfen, trockene, empfindliche Nasenschleimhäute, Krusten in der Nase; <trockene Zimmerluft, > im Freien; Nasensekret morgens weiß oder gelb, tagsüber klar; viel Niesen; Schnupfen begleitet von Stirnkopfschmerzen mit Müdigkeit, Mattheit und Konzentrationsmangel.
Medorrhinum
#MedorrhinumSinusitisChronische Sinusitis mit zähem, grünem Sekret, retronasale Schleimstraße, ständiges Bedürfnis zu schlucken, <nasskaltes Wetter, > am Meer, > Baden im Meer, verklebte Augen morgens, Asthma bronchiale, Nägelkauen, Knie-Ellenbogen-Lage. Entzündung der gestochenen Löcher für Ohrringe.
Mercurius solubilis
#Mercurius solubilisSinusitisSinusitis der Stirnhöhle, eitrige, grünliche Sekretion; jede Erkältung endet mit einer Sinusitis (Morrison 1998); dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, Metallgeschmack; nächtliches Schwitzen, < nachts, < Bettwärme, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen; Otitis media, Tonsillitis und Pharyngitis, rezidivierende und chronische Infektionen.
Silicea
#SiliceaSinusitisChronische, lang anhaltende Sinusitis der Kiefer- und Stirnhöhlen, Eiterneigung, rezidivierende Infektionen mit Tonsillitis, Otitis, Bronchitis u. a., leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes.
Sticta pulmonaria
#Sticta pulmonariaSinusitisAkute und chronische Sinusitis, insbesondere Stirnhöhlen sind betroffen, Stockschnupfen, Völlegefühl an der Nasenwurzel (cinnb), ständiger Drang zu schnäuzen, es kommt aber nichts, Krusten in der Nase; > frische Luft; trockener Husten, < Einatmen von kalter Luft; rezidivierende Infektionen, beginnen häufig mit Schnupfen und enden mit einer Bronchitis oder Sinusitis.
Sulphur
#SulphurSinusitisAkute und chronische Sinusitis, gelber oder blutiger Schleim, brennende Schmerzen, Ulzerationen; verstopfte Nase, abwechselnd links und rechts; brennender Fließschnupfen, < an der frischen Luft, verstopfte Nase in geschlossenen Räumen; gerötete Nasenflügel.
Thuja occidentalis
#Thuja occidentalisSinusitisChronisch-rezidivierende Sinusitis der Stirn- oder Kieferhöhlen, gelb-grüne oder grüne Absonderungen, trockene, verstopfte Nase, > frische Luft, < warmes Zimmer, <kaltes, feuchtes Wetter; linksseitiger Stirnkopfschmerz, bohrend, wie von einem Nagel, Gefühl eines Bandes um den Kopf.
Literatur (12.9)

Adenoide und Tonsillenhyperplasie

Grundlagen

TonsillenhyperplasieAdenoideUnter Adenoiden versteht man eine Vergrößerung der Rachenmandel. Andere, synonym verwandte Bezeichnungen sind „Rachenmandelhyperplasie“, „adenoide Vegetationen“ oder landläufig auch „PolypenPolypen s. Adenoide“ (nicht zu verwechseln mit Nasenpolypen). Diese häufige, v. a. bei Kleinkindern vorkommende Erkrankung wird als verstärkte physiologische Reaktion des Immunsystems beschrieben, die zu einer chronischen Entzündung führen kann (Adenoiditis). Eine konstitutionelle Grundlage wird angenommen.
Analog dazu stellt die Tonsillenhyperplasie eine Vergrößerung der Gaumenmandel dar, die ebenfalls ab dem Kleinkindesalter häufig anzutreffen ist und sich bis in die Pubertät erstrecken kann. Nicht selten liegt eine Kombination aus Rachen- und Gaumenmandel-Hyperplasie vor.
Klinik und Erkrankungsverlauf
Das erste Anzeichen für das Vorliegen von Adenoiden und/oder einer Tonsillenhyperplasie ist häufig das nächtliche Schnarchen im Schlaf, welches durch die Verlegung des Nasenrachenraums entsteht. Der Schlaf kann dabei unruhig und gestört sein. Bei schwer betroffenen Kindern treten obstruktive ApnoenSchlafapnoe im Schlaf auf, die zu Tagesmüdigkeit, Appetitlosigkeit bis hin zu Gedeihstörungen führen können. Im Schlaf können evtl. interkostale Einziehungen und Nasenflügeln zu beobachten sein. Durch die chronische Hypoventilation sind sogar Thoraxdeformierungen und die Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie mit Cor pulmonale beschrieben. Besonders Kinder mit vorbestehenden Syndromen, z. B. einer Pierre-Robin-Sequenz mit relativ zu großer, durch den kleinen Unterkiefer nach hinten fallenden Zunge oder eines Prader-Labhart-Willi-Syndroms mit stark ausgeprägter Adipositas können ernsthafte Komplikationen erleiden.
Tagsüber fallen die Kinder aufgrund einer behinderten Nasenatmung durch eine näselnde Sprache, einen ständig offenstehenden Mund und Mundgeruch auf. Durch die ständige Mundatmung können Mundschleimhäute und Lippen trocken sein. In den älteren Lehrbüchern wird noch der typische „dümmliche Gesichtsausdruck“ beschrieben (Facies adenoidea).
Da die Adenoide an der Rachenhinterwand lokalisiert sind und bis in die Tuba auditiva hineinreichen, können als Folge einer Hyperplasie TubenkatarrheTubenkatarrh, rezidivierende OtitidenOtitis oder ein SeromukotympanonSeromukotympanon entstehen (12.8). Weitere Folgen können eine lang andauernde SchwerhörigkeitSchwerhörigkeitAdenoide mit einer konsekutiven Entwicklungsverzögerung sein. Im Rahmen einer Adenoiditis kommt es zu rezidivierenden oder chronischen Infekten der oberen und unteren Luftwege mit Rhinitis, Sinusitis, retronasaler Schleimstraße und Bronchitis. Eine Tonsillenhyperplasie prädisponiert zu rezidivierenden Mandelentzündungen, z. B. zu Infektionen durch A-Streptokokken.
Diagnostik
Bei der klinischen Untersuchung imponieren große, zerklüftete Mandeln, bei entzündlichen Prozessen zusätzlich eine Schwellung der Lymphknoten im Kieferwinkel. Die Tonsillen können derart geschwollen sein, dass sie sich in der Mitte berühren und den Rachen fast vollständig verlegen können („Kissing tonsils“). Bei chronischer Mundatmung können sich ein hoher, spitzer Gaumen und eine verlängerte Mandibula mit offenem Biss entwickeln. Die Rachenmandelhyperplasie kann nur durch Postrhinoskopie direkt nachgewiesen werden, was eine HNO-ärztliche Untersuchung erfordert.

Konventionelle Therapie und unterstützende Maßnahmen

Akute Infekte wie z. B. bakterielle Tonsillitiden werden antibiotisch behandelt, begleitend können schleimlösende Präparate und abschwellende Nasentropfen eingesetzt werden.
Bei ausgeprägter Symptomatik und evtl. vorliegenden Komplikationen kommt eine Adenotomie infrage, die in der Regel ab dem ersten Lebensjahr ambulant durch den HNO-Arzt durchgeführt werden kann und als relativ komplikationsarm gilt. Die Indikation für eine Tonsillektomie Tonsillektomiebzw. Tonsillotomie wird strenger gestellt. Diese sollte erwogen werden, wenn es über Monate wiederholt zu chronisch-rezidivierenden, eitrigen Tonsillitiden gekommen ist, eine Obstruktion der Atemwege durch sehr große Mandeln, ein gestörtes kraniofaziales Wachstum, Tagesmüdigkeit, Gedeih- und Entwicklungsstörungen oder ein obstruktives Schlafapnoesyndrom vorliegen (Hoppe 2012). Zum Nachweis von obstruktiven Schlafapnoen kann eine Diagnostik im Schlaflabor hilfreich sein.

Homöopathische Behandlung

In einer Doppelblindstudie mit 97 Kindern, die unter Adenoiden litten, wurde die homöopathische Therapie mit einer Placebomedikation verglichen. Dabei wurde ein festes Therapieschema mit vier verschiedenen Arzneien gewählt, die in einer bestimmten Folge hintereinander verabreicht wurden. Bei etwa zwei Drittel aller in der Studie eingeschlossenen Patienten konnte eine Adenotomie vermieden werden. Allerdings waren die Ergebnisse für beide Gruppen nahezu identisch, sodass kein Vorteil der homöopathischen Therapie gezeigt werden konnte (Friese 2001).
Bei entsprechender Symptomatik für das Vorliegen von Rachenmandel- und Tonsillenhyperplasie und rezidivierenden Infektionen (5.10) in der Anamnese kann die homöopathische Therapie allerdings häufig einen Umschwung bringen. Wie bei allen chronischen Verläufen ist eine ausführliche homöopathische Anamnese angezeigt, die auch die Modalitäten, die Allgemein- und die psychischen Symptome einschließt. Eine konstitutionelle Therapie mit Gabe des passenden Konstitutionsmittels sollte angestrebt werden (4). An dieser Stelle kann daher nur eine Auswahl an Arzneien erwähnt werden, die besonders häufig bei Adenoiden und Tonsillenhyperplasie angezeigt sind. Selbstverständlich können diverse weitere, als Konstitutionsmittel verschriebene Arzneien infrage kommen.
Repertoriumsrubriken
Die RepertoriumsrubrikenTonsillenhyperplasieRubriken RepertoriumsrubrikenAdenoidegehen auf das Synthesis (Schroyens 2009) zurück.
Hauptrubriken
Die Hauptrubrik zu Adenoiden findet sich im Kapitel „Nase“:
→Nase – Rachenmandelwucherung (26): calc, carc, merc, nat-m, sulph, …
Es ist davon auszugehen, dass diese Rubrik noch unvollständig ist. Wenn man diese Rubrik mit ihren Unterrubriken
→Nase – Rachenmandelwucherung – Kindern, bei (3): carc, syc, tub
→Nase – Rachenmandelwucherung – vergrößert (8): agra, bac, bar-i, bar-m, calc-i, calc-p, syc, tub
zusammenfasst, kommt man auf folgende Arzneimittel: agra, bac, bar-c, bar-i, bar-m, calc, calc-f, calc-i, calc-p, carc, chr-ac, gonotox, iod, kali-s, lob-s, mez, mucor, nat-m, osm, psor, sangin-n, spig, staph, sulph, syc, thuj, tub
Die Tonsillenhyperplasie findet sich im Repertorium in folgenden Rubriken wieder:
→Innerer Hals – Schwellung – Tonsillen (mit Unterrubriken) (151): bar-c, calc, lac-c, lyc, sulph, …
→Innerer Hals – Entzündung – Tonsillen – chronisch (22): bar-c, bar-m, carc, sil, tub, …
→Allgemeines – Krankengeschichte von, persönliche – Tonsillitis, von wiederkehrender (31): bar-c, carc, lyc, psor, tub, …
Begleit- und Folgebeschwerden
Daneben kann man die aktuellen Begleit- bzw. Folgebeschwerden der Adenoide im Repertorium finden. Hier einige Beispiele:
→Atmung – Schnarchen (Unterrubriken) (89): ant-t, brom, calc, ign, sulph, …
→Atmung – Angehalten, versetzt, unterbrochen – Schlaf – im (18): ant-t, carb-v, lach, op, samb, …
→Schlaf – Unerquicklich (Unterrubriken) (310): calc, caust, lyc, phos, tub, …
→Schlaf – Schläfrigkeit – morgens (Unterrubriken) (165) calc, calc-p, graph, sulph, tub, …
→Nase – Bewegung der Nasenflügel – Fächer, wie ein (28): ant-t, brom, kali-bi, lyc, phos, …
→Kehlkopf und Trachea – Stimme – nasal (57): caust, kali-bi, lach, phos, staph, …
→Kehlkopf und Trachea – Stimme – nasal – Tonsillen, mit vergrößerten (1): staph
→Mund – offen (63) bar-c, lach, lyc, op, sulph, …
→Mund – offen – Schlaf; agg. im (28): calc, lyc, op, rhus-t, stram, …
→Gesicht – Ausdruck – dumm, einfältig (47): bar-c, bufo, ferr-p, hyos, sep, …
→Mund – Geruch – übelriechend (zahlreiche Unterrubriken) (200): ars, carb-v, merc, nit-ac, sulph, …
→Magen – Appetit – fehlend (zahlreiche Unterrubriken) (349): ars, chin, lyc, phos, puls, …
→Hören – schwerhörig – Tonsillen – Hypertrophie der (11): bar-c, calc-p, hep, lyc, merc, …
→Hören – schwerhörig – Tonsillen – vergrößert (17): bar-c, calc-p, kali-bi, merc, plb, …
Für Schmerzen nach einer Tonsillektomie finden sich keine einschlägigen Rubriken. Empfohlen werden folgende Arzneien: Arnica, Phytolacca (Dorcsi 1992), Calcium fluoricum, Conium (Friese 2005), Staphisagria präoperativ und Rhus toxicodendron postoperativ (Foubister 1999).
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
Barium carbonicum
#Barium carbonicumTonsillenhyperplasie#Barium carbonicumAdenoideAdenoide und Tonsillenhyperplasie, insbesondere rechte Tonsille chronisch geschwollen und eiternd, rezidivierende und chronische Tonsillitis mit Schwerhörigkeit, „Kissing tonsils“, leicht erkältet, allgemeine Neigung zu Drüsenschwellungen, Facies adenoidea mit offenstehendem Mund, pastös, plump und unbeholfen, psychomotorische Entwicklungsverzögerung, lernt nur langsam, schlechtes Gedächtnis, Furcht vor Fremden, Mangel an Selbstvertrauen.
Barium iodatum
#Barium iodatumTonsillenhyperplasie#Barium iodatumAdenoideAdenoide und Tonsillenhyperplasie, kleine, verhärtete Drüsen, Lymphadenitis colli, Tubenkatarrh; ähnlich Barium carbonicum, aber erethisches Kind, reizbarer, erregbarer, schwache Muskulatur, rasche Ermüdung, Abmagerung trotz guten Appetits.
Calcium carbonicum
#Calcium carbonicumTonsillenhyperplasie#Calcium carbonicumAdenoideAdenoide und Tonsillenhyperplasie, Drüsenschwellungen, rezidivierende Infektionen, obstruktive Bronchitis, Asthma bronchiale; schwitzt reichlich, v. a. am Kopf und im Nacken; langsam, schwach, träge, unsicher, schutzbedürftig, alles ist mühsam und anstrengend, kommt immer zu spät, verzögerte Entwicklung; viele Ängste, Angst beim Herausheben aus der Wiege; Neigung zu Ekzemen und Obstipation.
Calcium phosphoricum
#Calcium phosphoricumTonsillenhyperplasie#Calcium phosphoricumAdenoideAdenoide Vegetationen, Tonsillenhyperplasie, rezidivierende Tonsillitis; Bauchweh, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Skoliose, verzögerte Entwicklung (Laufen, Zahnung, Sprechen), später hochgewachsen und dünn, Schulkopfschmerz durch geistige Anstrengung, nervös, reizbar, nachtragend.
Calcium fluoricum
#Calcium fluoricumTonsillenhyperplasie#Calcium fluoricumAdenoideAdenoide, chronische Pharyngitis und Tonsillitis, Schluckbeschwerden, trockener Hals, chronische Otitis media mit eitrigem Ausfluss, verbackene, harte Lymphknoten; Struma mit harten Knoten; Abmagerung trotz guten Appetits; tagsüber Arbeitslust und gute Konzentration, abends müde und ohne Initiative.
Silicea
#SiliceaTonsillenhyperplasie#SiliceaAdenoideEiterneigung, rezidivierende Infektionen mit Tonsillitis, Otitis, Bronchitis, Sinusitis u. a., Schwellung der Halslymphknoten, leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes. Schüchterne, ernste Kinder, Mangel an Selbstvertrauen, nachgiebig, dünn, blässlich, zarte Züge, dünnes Haar, nervös, schwitzen leicht, v. a. stinkender Fußschweiß.
Tuberculinum
#TuberculinumTonsillenhyperplasie#TuberculinumAdenoideAdenoide und Tonsillenhyperplasie, zervikale Lymphknotenschwellungen, eines der wichtigsten Arzneien bei Infektionsanfälligkeit, Infekte der oberen Luftwege, Otitiden, Bronchitiden, Pneumonien; hochgewachsene, schlanke Kinder mit blauen Skleren, langen Wimpern, Lanugobehaarung am Rücken; Reizbarkeit morgens, zerstörerisch, möchten ständig etwas Neues; Zähneknirschen im Schlaf; Verlangen nach eiskalter Milch; Milchallergie, Katzenhaarallergie (phos), Ekzeme, Meer < oder >; > Gebirge.
Homöopathisches Arzneimittel: weiteres Mittel
Agraphis nutans#Agraphis nutansTonsillenhyperplasie#Agraphis nutansAdenoide: Adenoide mit vergrößerten Tonsillen, häufig während der Zahnung, Schwerhörigkeit durch Adenoide oder Tonsillenhypertrophie, nasale Stimme; reichliche Sekrete aus Hals, Nase und Ohren, < kalte Getränke; Erkältungsneigung, < kalter Wind; Mutismus in der Kindheit.
Literatur (12.9)

Halsentzündung

Grundlagen

Eine der häufigsten HalsentzündungInfektionen im Kindesalter stellt die akute Halsentzündung dar. Aktuelle Diagnosen sind „akute Tonsillitis“, „akute Pharyngitis“, „akute TonsillopharyngitisTonsillopharyngitis“ und „rezidivierende (akute) Tonsillitis“ (RAT). Hierbei handelt es sich um eine heterogene Gruppe verschiedener Infektionskrankheiten, die allesamt durch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden imponieren. Vom größten Anteil der durch verschiedene Viren (Adeno-, Coxsackie-, Herpes-, Zytomegalie-, Epstein-Barr-VirusEpstein-Barr-Virus (EBV)u. a.) ausgelösten Halsentzündungen muss eine Tonsillopharyngitis bakterieller Genese abgegrenzt werden.
Dabei spielen sowohl in Hinblick auf Diagnostik als auch Therapie Infektionen durch β-hämolysierende Streptokokkenβ-hämolysierende Streptokokken (Lancefield-Gruppe A) eine besondere Rolle, welche etwa 15 % der bakteriell bedingten Halsentzündungen ausmachen, vor dem dritten Lebensjahr aber eher selten auftreten. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion, eine Häufung der Erkrankung findet sich in der kalten Jahreszeit.
Klinik und Erkrankungsverlauf
Eine Infektion mit A-Streptokokken führt nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen zu den typischen Beschwerden einer Halsentzündung mit plötzlichem Fieberanstieg, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, häufig auch Erbrechen und deutlich reduziertem Allgemeinzustand. Wenn zusätzlich Himbeerzunge, Enanthem und Exanthem auftreten, spricht man von ScharlachScharlach(7.6). Bei der klinischen Untersuchung finden sich geschwollene, gerötete Tonsillen (Angina catarrhalis), die im weiteren Verlauf weiß-gelbliche Beläge (Angina lacunaris) und Stippchen (Angina follicularis) aufweisen können. Außerdem finden sich eine deutliche HalslymphknotenschwellungLymphknotenschwellungAngina tonsillaris und Schluckbeschwerden. Symptome wie Fließschnupfen, Husten, Heiserkeit, Konjunktivitis oder Durchfall sprechen eher für eine virale Genese.
  • Bei viral bedingten Halsentzündungen kommt der HerpanginaHerpangina eine besondere Bedeutung zu. Diese meist durch Coxsackie-VirenCoxsackie-Virus ausgelöste Angina führt zu zahlreichen Aphthen auf den Tonsillen, die sich schließlich auch auf Gaumenbögen, Uvula und Zunge ausweiten können. Neben der enormen Schmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit der Mundschleimhaut findet sich meist hohes, auf Antipyretika schlecht ansprechendes Fieber.

  • Weitere Sonderformen der Halsentzündung sind unter anderem die Angina agranulocytoticaAngina agranulocytotica (nekrotisierende Tonsillitis), die Angina Plaut-Vincenti (Angina ulcerosaAngina ulcerosa), die Tuberkulose und die Diphtherie, die hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt sein sollen. Das Pfeiffer-Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) wird gesondert besprochen (7.3).

  • Eine „SeitenstranganginaSeitenstrangangina (Angina lateralis) kann bei Kindern auftreten, die bereits eine Tonsillektomie hinter sich haben. Hier spielt sich die Entzündung nicht mehr in den Tonsillen selbst, sondern stellvertretend in den lymphatischen Strängen in der Plicasalpingopharyngea ab. Typischerweise werden ausstrahlende Schmerzen in die Ohren beschrieben. Eine Infektion durch A-Streptokokken ist möglich.

Komplikationen
Als Folge einer bakteriellen Halsentzündung können sich ein Peritonsillar- und Retropharyngealabszesse Peritonsillarabszessentwickeln, ebenso eine hartnäckige Lymphadenitis (12.5).
Speziell bei Infektionen durch A-Streptokokken kann es zu verschiedensten Krankheitsbildern kommen: Otitis, Mastoiditis, Pneumonie, Arthritis, Meningitis, Sepsis bis hin zum sehr seltenen Toxic Shock Like Syndrome. Eine septische Jugularisthrombose (Lemièrre-SyndromLemièrre-Syndrom) ist selten.
Nicht pyogene Infektionen bei A-Stretokokken-Infektion sind das akute rheumatische Fieber und die akute Glomerulonephritis. Das rheumatische Fieber (7.6) kann 1–5 Wochen nach durchgemachter Tonsillopharyngitis auftreten und durch Peri-, Myo-, und Endokarditis schwerwiegende Herzklappenschädigungen zur Folge haben. Die Inzidenz liegt in Deutschland bei 1:5000 (DGPI 2013). Die akute Glomerulonephritis (7.6) hat eine relativ gute Prognose.
Unter der Bezeichnung PANDAS (Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal InfectionsPediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections (PANDAS)) werden seit einigen Jahren neuropsychiatrische Krankheitsbilder wie z. B. Tics zusammengefasst. Eine vorausgegangene Strptokokkeninfektion als Auslöser wird vermutet.
Diagnostik
Bei der Diagnostik der Halsentzündung spielt die Differenzierung der durch A-Streptokokken ausgelösten Angina tonsillarisAngina tonsillaris (GAS-Tonsillopharyngitis, = Gruppe-A-Streptokokken-TonsillopharyngitisTonsillopharyngitis s. Angina) und den übrigen Tonsillitiden und Pharyngitiden anderer bakterieller oder viraler Genese die entscheidende Rolle. Seit Erscheinen der DEGAM-Leitlinie 2009 hat sich hinsichtlich Diagnostik und Therapie Einiges geändert. Die aktuelle S2k-Leitlinie empfiehlt grundsätzlich die Anwendung des McIsaac-Scores Jahren (Tab. 12.2) bei Kindern zwischen 3 und 14 Jahren und die Bestimmung des Centor-Scores ab 15 (Toepfer 2001, AWMF: Tonsillitis).
Erst bei einem Score von mindestens 3 Punkten soll ein Abstrich durchgeführt werden. Für die Praxis stehen leicht zu handhabende SchnelltestsSchnelltest, Streptokokken zur Verfügung, die ein Polysaccharid in der Zellwand der Bakterien nachweisen und innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis liefern. Bei negativem Ergebnis des Schnelltests, aber dringendem klinischen Verdacht auf das Vorliegen einer GAS-Tonsillopharyngitis (Tab. 12.3), wird nach wie vor der direkte kulturelle Nachweis mittels Anzüchtung auf einer Agarplatte als „Goldstandard“ definiert (DGPI 2013).

Konventionelle Therapie

Die GAS-Tonsillopharyngitis stellt die einzige Indikation für eine antibiotische TherapieAntibiotikaAngina tonsillaris dar, wenn man von den genannten Sonderformen (z. B. Tuberkulose) und Komplikationen (z. B. Tonsillarabszess) absieht. Die übrigen bakteriellen und viralen Infektionen werden lediglich symptomatisch, d. h. analgetisch und antipyretisch behandelt.
Die Standardtherapie der GAS-Tonsillopharyngitis besteht in der Gabe von Penicillin V (Phenoxymethylpenicillin-Kalium) in einer Dosierung von 100 000 IE/kg/Tag, maximal 2 Mio., in 2(-3) Einzeldosen (alternativ Phenoxymethylpenicillin-Benzathin 50 000 IE/kg/Tag) in 2 Einzeldosen) über sieben Tage (DGPI 2013, AWMF 2015). Bei Unverträglichkeiten oder Resistenz können auch Oralcephalosporine (z. B. Cefalexin, Cefaclor) über 5 Tage, Clindamycin 20 mg/kg KG/Tag in 3 Einzeldosen über 10 Tage oder Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin-Estolat) verwendet werden. Man geht derzeit davon aus, dass eine innerhalb der ersten zehn Tage nach Auftreten des ersten Symptoms begonnene antibiotische Therapie Folgeerkrankungen wirkungsvoll verhindert.
Ob eine antibiotische Therapie das akute rheumatische FieberFieberrheumatisches (ARF) tatsächlich effektiv verhindert, wird seit längerem bezweifelt. Die ursprüngliche Studie, auf die die heutigen Therapieempfehlungen zurückgehen, wurde 1949 an Soldaten in einer Kaserne in Wyoming/USA durchgeführt. Während einer Streptokokkenepidemie erkrankten dort in der mit intramuskulärem Penicillin behandelten Gruppe (n = 798) nur zwei Soldaten an rheumatischem Fieber, in der unbehandelten (n = 804) dagegen 17 (Denny 1950). Metaanalysen haben bisher allerdings keinen eindeutigen Effekt der antibiotischen Therapie in Hinblick auf die Vermeidung des rheumatischen Fiebers zeigen können (Del Mar 2000). Die NNT („number needed to treat“) zur Vermeidung des ARF wird in Ländern mit hoher Prävalenz mit 60 geschätzt, für Deutschland ist sie vermutlich deutlich höher (DGPI 2013).
Somit besteht mittlerweile auch bei der Diagnose GAS-Tonsillopharyngitis bzw. positivem Rachenabstrich keine absolut zwingende Indikation mehr, antibiotisch zu behandeln. Heutzutage begründet sich die Behandlungsindikation „nicht mehr primär in der Verhinderung des ARF oder anderer Folgekrankheiten“ (DGPI 2013). Man geht aber davon aus, dass die Infektiosität 24 Stunden nach Einsetzen der antibiotischen Therapie nicht mehr vorhanden ist. Einzelne Autoren raten sogar konkret von einer Übertherapie ab: „Wegen der in den Studien nachgewiesenen bescheidenen klinischen Wirksamkeit von Antibiotika sollte im Normalfall von einer mikrobiologischen Diagnostik und einer antibiotischen Therapie abgesehen werden“. (Hübner 2012).
Eine prophylaktische antibiotische Therapie wird bei Patienten mit Herzbeteiligung (z. B. kongenitales Vitium) empfohlen. Die generelle Behandlung asymptomatischer Träger, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung auf 15–20 % geschätzt wird, ist mittlerweile obsolet.

Unterstützende Maßnahmen

Zu den allgemeinen symptomatischen Maßnahmen bei Tonsillopharyngitis zählt die lokale Therapie in Form von Lutschpastillen mit entzündungshemmenden Komponenten. Ebenso können Lösungen zum Gurgeln verwendet werden (z. B. Hexetidin).
  • Meist völlig ausreichend ist die Anwendung von SalbeiSalbei, Halsentzündung in Form von handelsüblichen Lutschbonbons oder Tee. Zur Herstellung von Salbeitee sollten Salbeiblätter mit heißem Wasser aufgegossen werden und nicht allzu lange ziehen, damit der Tee nicht zu bitter und damit ungenießbar wird. Anschließend kann mit leicht abgekühltem Salbeitee mehrmals täglich gegurgelt werden. Salbeitee kann auch regelmäßig getrunken werden. Die verschiedenen Inhaltsstoffe haben antibakterielle, virostatische, adstringierende und sekretolytische Wirkungen. AlternativenPhytopharmakaHalsentzündung zum Salbei sind z. B. Kamillenblüten, Thymian oder Tormentillwurzel (Blutwurz).

  • Bei der besonders schmerzhaften Herpangina mit gleichzeitigem Befall der Zunge und der Wangenschleimhaut können die einzelnen Bläschen mit Myrrhetinktur betupft werden, was zu einer Schmerzlinderung und rascheren Abheilung führt.

  • PhytotherapeutikaPhytopharmakaHalsentzündung können auch innerlich angewendet werden und stellen eine mögliche Alternative und/oder Ergänzung zur antibiotischen Therapie dar. Präparate, die Echinacea purpurea (Roter Sonnenhut) enthalten, sollen eine allgemein immunstimulierende Wirkung entfalten. Mit der aus Südafrika stammenden Pflanze Pelargonium sidoides („UmckaloaboUmckaloaboHalsentzündung“), die als „pflanzliches Antibiotikum“ bekannt geworden ist, können ebenso immunmodulierende wie auch bakteriostatische Effekte erzielt werden.

  • Selbstverständlich sollte gerade während einer akuten Infektion, aber auch vorbeugend, an eine ausreichende Vitaminzufuhr, v. a. mit Vitamin C, gedacht werden.

  • Durch physikalische Anwendungen können die akuten Halsbeschwerden rasch gelindert werden. Dazu eignen sich z. B. Quarkwickel oder ZitronenwickelWickelHalsentzündung.

Homöopathische Behandlung

Klinische Studien
  • Zur homöopathischen Therapie der Tonsillopharyngitis, insbesondere der durch A-Streptokokken hervorgerufenen Form, liegen nur wenige systematische Untersuchungen vor. Eine retrospektive Auswertung unter 431 englischen Kindern im Alter von 18 Monaten bis vier Jahren, die entweder mit Antibiotika oder mit Homöopathie behandelt worden waren, ergab eine bessere Wirksamkeit, höhere Lebensqualität und geringe Kosten zugunsten der homöopathischen Therapie (Trichard 2005).

  • Eine Untersuchung zur Behandlung der Tonsillitis mit dem Titel „Homöopathie oder Penicillin bei Mandelentzündung?“ konnte keinen Vorteil der homöopathischen Behandlung zeigen (Nusche 1998). In beiden Vergleichsgruppen traten während des Untersuchungszeitraums allerdings auch keine Streptokokken-Folgeerkrankungen auf.

  • In einer weiteren Studie wurden 200 Kinder vom ersten bis zum 16. Lebensjahr prospektiv untersucht mit den Diagnosen: Nicht eitrige Tonsillitis (71,0 %), Eitrige Tonsillitis (9,5 %), Scharlach (11,0 %), Herpangina (3,5 %), Stomatitis aphthosa (3,5 %). Es zeigte sich ein schnelles Ansprechen auf die homöopathische Behandlung mit Beschwerdefreiheit innerhalb von 48 Stunden bei 56 % der Patienten. 32 % Patienten benötigten ein zweites Mittel und waren nach 4 Tagen beschwerdefrei. Die 21 Scharlachfälle unterschieden sich bezüglich Heilungsverlauf und Komplikationsrate nicht von den übrigen Patienten. Die allgemeine Erkrankungshäufigkeit während 2 Monaten nach der homöopathischen Behandlung war niedriger (Frei 2000).

Therapeutische Hinweise
In der homöopathischen Literatur gibt es ausführliche Darstellungen und therapeutische Erfahrungen zur Behandlung der Tonsillitis und Pharyngitis. Vor der Entdeckung der Antibiotika behandelten homöopathische Ärzte alle Arten von Halsentzündungen, insbesondere auch schwere Pathologien wie die Diphtherie und die Syphilis, ausschließlich mit homöopathischen Arzneien.
Der Vorteil einer homöopathischen Therapie besteht in der raschen Linderung der subjektiven Beschwerden wie auch im schnellen Abklingen der klinischen Symptome. Ebenso kann die Rezidivhäufigkeit deutlich verringert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die homöopathische Arznei sorgfältig nach dem Beschwerdebild ausgewählt worden ist und die Patienten über einen längeren Zeitraum in Betreuung des homöopathischen Arztes bleiben, um den gesundheitlichen Gesamtverlauf sorgfältig zu beobachten. Wie bei allen akuten Infektionskrankheiten sollte daher eine genaue Anamnese erfolgen, die auch die Modalitäten, die Allgemein- und die psychischen Symptome einschließt.
Repertoriumsrubriken
RepertoriumsrubrikenHalsentzündungDie wichtigsten Rubriken im Repertorium (Synthesis) im Hinblick auf die Lokalsymptome werden hier mit jeweils einer kleinen Auswahl interessanter Unterrubriken vorgestellt.
Hauptrubriken
→Innerer Hals – Entzündung (zahlreiche Unterrubriken) (206): arg-n, bell, hep, lach, merc, …
→Innerer Hals – Entzündung – Rachen (zahlreiche Unterrubriken) (71): apis, hep, merc, phyt, sil, …
→Innerer Hals – Entzündung – Tonsillen (zahlreiche Unterrubriken) (145): bell, guaj, merc, nit-ac, sil, …
→Innerer Hals – Schmerz – Abkühlung, Kaltwerden, durch (15): ars, dulc, hep, kali-c, sil, …
→Innerer Hals – Schmerz – Erkältung; nach (10): acon, all-c, alum, alumn, bar-c, bell, cham, dulc, lachozone
→Innerer Hals – Schmerz – kalt – Getränke; kalte – agg. (19): arg-n, lyc, sabad, sulph, syph, …
→Innerer Hals – Schmerz – kalt – Getränke; kalte – amel. (23): apis, carc, lach, lyc, phyt, …
→Innerer Hals – Schmerz – warm – Getränke; warme – agg. (19): apis, carc, lach, lyc, phyt, …
→Innerer Hals – Schmerz – warm – Getränke; warme – amel. (42): ars, hep, lyc, rhus-t, sulph, …
→Innerer Hals – Schmerz – Schlucken – leeres Schlucken – agg. (77): bar-c, kali-c, lach, merc, puls, …
→Innerer Hals – Schmerz – Wärme – agg. (6): carc, coc-c, guaj, lach, merc, phyt
→Innerer Hals – Schmerz – Wärme – amel. (8): alum, ars, bamb-a, cham, ham, hep, rhus-t, sabad
→Innerer Hals – Schmerz – Wetter – nassem Wetter; bei – agg. (8): calc, dulc, hep, kola, lach, phos, rhus-t, sacch-a
→Innerer Hals – Schmerz – erstreckt sich zu – Ohr – Schlucken agg. (47): arg-n, nit-ac, nux-v, phyt, sulphgarg-n, nit-ac, nux-v, phyt, sulph, …
→Innerer Hals – Rauheit [zahlreiche Unterrubriken] (167): arg-met, chin, dros, nux-v, puls, …
→Innerer Hals – Schlucken – schwierig [zahlreiche Unterrubriken] (264): bar-c, lac-c, lach, nux-v, rhus-t, …
→Innerer Hals – Schwellung [zahlreiche Unterrubriken] (140): bell, hep, lach, merc, phyt, …
→Innerer Hals – Würgen, Zusammenziehen [zahlreiche Unterrubriken] (217): bell, caust, ign, lach, spong, …
→Innerer Hals – Eng – Gefühl von Enge, Engegefühl (35): bell, carb-v, caust, mez, nux-v, …
Abszess und Herpangina
RepertoriumsrubrikenAbszesseRepertoriumsrubrikenHerpanginaBesonders bei Abszess zu erwägen:
→Innerer Hals – Entzündung – phlegmonös (12): bell, hep, lach, merc, sulph, …
→Innerer Hals – Eiterung – Tonsillen (58): bar-m, hep, merc, sil, sulph, …
Besonders bei Herpangina zu erwägen:
→Innerer Hals – Aphthen (21): bell, bry, ign, spong, sul-ac, …
→Innerer Hals – Aphthen – Tonsillen, an den (4): bell, calc, gels, myric (ergänze kali-bi)
→Innerer Hals – Hautausschläge – Bläschen [Unterrubriken] (9): ant-t, apis, ars, aur-m-n, canth, ph-ac, rhus-t, rhus-v, sep
Schwellung der Halslymphknoten
Die meist vorhandene Schwellung der Halslymphknoten wird in einem gesonderten Kapitel abgebildet:
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen (zahlreiche Unterrubriken) (168): bar-c, bell, calc, lyc, merc, …
→Äußerer Hals – Schmerz – Halsdrüsen (95): bell, hep, merc, nit-ac, sil, …
→Äußerer Hals – Verhärtung von Drüsen – perlschnurartig (22): bar-m, calc, psor, sil, tub, …
→Äußerer Hals – Verhärtung von Drüsen – Halsdrüsen; der (16): brom, cham, iod, plb, spong, …
Rezidivierende Tonsillitis
RepertoriumsrubrikenTonsillitisDie ursprüngliche, sehr bewährte Rubrik bei häufig rezidivierenden Tonsillitiden Hals – Entzündung – Tonsillen – wiederkehrend im Kent-Repertorium wurde in den modernen Repertorien mit zahlreichen Ergänzungen versehen (Repertorium Synthesis):
→Allgemeines – Krankengeschichte von, persönliche – Tonsillitis, von wiederkehrender (31) alumn, aur-m-n, bar-c, bar-m, calc-p, carc, dys, guaj, hep, ign, lach, lyc, morg-g, morg-p, nat-m, nit-ac, penic, psor, sang, sep, sil, sulph, syc, syph, thuj, thymul, tub
Außerdem bei chronisch-rezidivierender Halsentzündung zu beachten:
→Innerer Hals – Entzündung – chronisch (52): calc, hep, lyc, merc, sil, …
→Innerer Hals – Entzündung – Rachen – chronisch (66): calc, kali-bi, lac-c, merc, sil, …
→Innerer Hals – Entzündung – Tonsillen – chronisch (22): bar-c, bar-m, calc-p, carc, sil, …
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
Belladonna
#BelladonnaAngina tonsillaris#BelladonnaPharyngitisWichtigstes Mittel bei Tonsillitis, plötzlicher Beginn der Beschwerden, typischerweise rechtsseitige Entzündung, intensive Rötung, Schwellung, Rachen sehr empfindlich gegen Berührung, Schluckbeschwerden, v. a. bei Flüssigkeiten; Himbeerzunge, Scharlach (7.6); Schwellung der Halslymphknoten; häufig in Verbindung mit Otitis media; hohes Fieber, Kongestion, weite Pupillen, Pulsieren der Arteria carotis, Kopfschmerzen, kann bei Fieber aber auch blass sein, heißer Kopf und kalte Extremitäten, plötzliches Aufschreien mit Strecken, Überempfindlichkeit aller Sinne, < Erschütterung, < Zugluft, > Ruhe, > warmes Einhüllen, Durstlosigkeit.
Mercurius solubilis
#Mercurius solubilisAngina tonsillaris#Mercurius solubilisPharyngitisEitrige Tonsillitis und Pharyngitis, Beläge, Ulzerationen, dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, Metallgeschmack, Kloßgefühl im Hals; drohende Abszedierung; nächtliches Schwitzen, welches nicht >, < nachts, < Bettwärme, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen; Otitis media, rezidivierende und chronische Infektionen.
Hepar sulfuris
#Hepar sulfurisAngina tonsillaris#Hepar sulfurisPharyngitisEitrige Tonsillitis und Pharyngitis mit schmutzigen, grauen, stinkenden Belägen, Splitterschmerz im Hals mit Ausstrahlung in die Ohren beim Schlucken oder Gähnen; sehr kälteempfindlich; berührungsempfindlich, < Kälte, < kalte Getränke, < Zugluft, > Wärme, > Einhüllen des Kopfes; Peritonsillarabszess, Otitis media, Sinusitis.
Lachesis muta
#Lachesis mutaAngina tonsillaris#Lachesis mutaPharyngitisLinksseitige Tonsillitis und Pharyngitis, kann von links nach rechts wandern, Tonsillen geschwollen, dunkelrot bis violett, Peritonsillarabszess, Kloßgefühl im Hals mit ständigem Verlangen zu Schlucken (merc-c), < nachts, < im Schlaf, < beim Schlucken, < Beengung am Hals (z. B. enger Kragen), < Berührung des Halses; > kalte Getränke. Schlucken von Flüssigkeiten schwieriger als von festem Speisen (bell, bry, ign).
Apis mellifica
#Apis mellificaAngina tonsillaris#Apis mellificaPharyngitisEher rechtsseitige Tonsillitis und Pharyngitis mit ödematöser Schwellung (pink-wachsartig-transparent), die Uvula hängt „wie ein nasser Sack“ herab; brennende, stechende Schmerzen, < Hitze, < Kleiderdruck, > Kälte, > kalte Getränke (phyt); hohes Fieber, aber durstlos, trockene Schleimhäute.
Lycopodium clavatum
#Lycopodium clavatumAngina tonsillaris#Lycopodium clavatumPharyngitisRechtsseitige Tonsillitis und Pharyngitis, kann von rechts nach links wandern; starke Schluckbeschwerden; Gefühl eines Klumpens, der sich auf und ab bewegt; Verlangen nach warmen Getränken, welche die Schmerzen>, < kalte Getränke, aber wenig Durst, Trockenheit im Hals, < nach dem Schlaf, < nachmittags zwischen 16.00–20.00Uhr; Schwellung der Halslymphknoten.
Phytolacca
#PhytolaccaAngina tonsillaris#PhytolaccaSeitenstranganginaHals dunkelrot, brennende Schmerzen, Wundheitsgefühl, Trockenheit; Schmerzen ziehen beim Schlucken bis in die Ohren, Seitenstrangangina, Schmerzen am Zungengrund, Gefühl, als stecke eine glühende Eisenkugel im Hals; Zunge hinten dick-gelb belegt, Spitze gerötet; < Schlucken heißer Getränke, > kalte Getränke; Peritonsillarabszess, Scharlach, Fieber mit heißem Kopf und kaltem Körper; Schmerzen nach Tonsillektomie (Dorcsi 1992).
Homöopathische Arzneimittel: Weitere Mittel
Cantharis
#CantharisAngina tonsillaris#CantharisPharyngitisTonsillitis und Pharyngitis mit ödematöser Schwellung (apis); intensive, brennende Schmerzen, rasche Progredienz; zäher Schleim, krampfartige Zusammenschnürung des Halses, < Berührung des Halses, < beim Trinken von Wasser, aber sehr durstig (umgekehrt apis); Kinder verlangen immer wieder zu trinken, schreien aber nach dem ersten Schluck vor Schmerzen (Imhäuser 1991).
Kalium bichromicum
#Kalium bichromicumHerpangina#Kalium bichromicumAngina tonsillarisHauptmittel bei Herpangina (Friese 1994), kann aber auch bei eitriger Tonsillitis angezeigt sein; Schluckbeschwerden mit ausstrahlenden Schmerzen ins Ohr (phyt), oder brennende Schmerzen, die sich bis in den Magen erstrecken; Wundheitsgefühl; kleine Stellen sind schmerzhaft; dicke, zähe, fadenziehende, gelbe, krustige Absonderungen, die im Rachen, an Zähnen und Lippen kleben bleiben können; retronasale Schleimstraße, Sinusitis (12.2); < Kälte, < warmes, feuchtes Wetter, < Sommer.
Arsenicum album
#Arsenicum albumAngina tonsillaris#Arsenicum albumPharyngitisBrennende, rechtsseitige Halsschmerzen „wie von heißen Kohlen“ (Lilienthal 2000), ödematöse Schwellung, kleine Bläschen (kali-bi), Zusammenschnürungsgefühl im Hals; Zunge weißlich belegt; allgemeine Schwäche und ständiges Frieren, große Unruhe und Ängstlichkeit, < Kälte, > Wärme, > warme Getränke (hep).
Argentum nitricum
#Argentum nitricumAngina tonsillaris#Argentum nitricumPharyngitisPharyngitis mit Splittergefühl beim Schlucken; Trockenheit im Hals beim Sprechen, verschleimt, muss sich häufig räuspern; v. a. rechte Seite betroffen, < Einatmen, < Schlucken, > kalte Getränke und kalte Luft; Zusammenschnürungsgefühl mit Heiserkeit und Laryngitis.
Acidum nitricum
#Acidum nitricumAngina tonsillaris#Acidum nitricumPharyngitisPharyngitis und Tonsillitis mit Splittergefühl im Hals (Empfindung von einer Gräte) (hep), starke Schluckbeschwerden, Schmerzen erstrecken sich dabei in die Ohren; übelriechende Sekrete, Mundgeruch, allgemeine Haut- und Schleimhautreizung, Geschwüre, Risse, Blutungen, Stomatitis aphthosa; friert schnell, < kalte Luft.
Causticum
#CausticumAngina tonsillaris#CausticumPharyngitisHalsentzündung in Verbindung mit Heiserkeit und Husten; Wundheitsgefühl „wie rohes Fleisch“, Rötung, Trockenheitsgefühl; deutliche Besserung der Halsschmerzen durch Trinken von Kaltem.
Justicia adhatoda
#Justicia adhatodaPharyngitisSchmerzhafter, trockener Nasopharyngealkatarrh (Voegeli 2001) mit zähem Schleim (kali-bi), trockener Mund, Neigung zu absteigenden Infektionen mit nachfolgender Bronchitis; < warmes Zimmer.
Lac caninum
#Lac caninumAngina tonsillaris#Lac caninumPharyngitisTonsillitis, Pharyngitis; Schmerz abwechselnd links und rechts; Schluckbeschwerden, Schmerzen erstrecken sich in die Ohren (phyt); < warme Getränke, > kalte Getränke.
Mercurius iodatus flavus
#Mercurius iodatus flavusAngina tonsillaris#Mercurius iodatus flavusPharyngitisÄhnlich Mercurius vivus, typischerweise rechtsseitige Entzündung, kann nach links wandern (lyc); hinten gelblicher Zungenbelag, dabei Zungenspitze und Ränder rein, Zahneindrücke am Zungengrund, Rachen und Mandeln rot, käsige, weiße, stechende Klumpen, stinkender Atem, Schluckbedürfnis.
Mercurius iodatus ruber
#Mercurius iodatus ruberAngina tonsillaris#Mercurius iodatus ruberPharyngitisÄhnlich Mercurius vivus, typischerweise linksseitige Entzündung, kann nach rechts wandern; Geschwüre an Rachen und Mandeln.
Mercurius corrosivus
#Mercurius corrosivusAngina tonsillaris#Mercurius corrosivusPharyngitisÄhnlich Mercurius vivus, heftige Formen von Tonsillitis und Pharyngitis, brennende Schmerzen, blutende Geschwüre, Hals wie zusammengeschnürt; trotz der heftigen Schmerzen ständiges Verlangen zu schlucken, dabei Schlundkrampf und Zusammenschnüren des Rachens.
Mercurius cyanatus
#Mercurius cyanatusAngina tonsillaris#Mercurius cyanatusPharyngitisMund, Rachen, Kehlkopf und Nase mit intensiver Rötung, Geschwüre, Ulzera, weiß-graue, lederartige Membranen, stinkender Atem. Diphtherie. Hämorrhagien, völlige Erschöpfung, Erstickungsgefahr und starker Schweiß durch große Anstrengung, Zyanose.
Myristica sebifera
#Myristica sebiferaPeritonsillarabszessPeritonsillarabszess: als „homöopathisches Messer“ bezeichnete Arznei, die zum Eröffnen von Abszessen gebraucht werden kann; ebenso werden die eitrige Einschmelzung und die Ausheilung gefördert (Mezger 1999).
Silicea
#SiliceaAngina tonsillaris#SiliceaPharyngitisNeigung zu rezidivierenden Halsentzündungen, ebenso Otitis, Bronchitis, Sinusitis; Eiterneigung, eitrige Tonsillitis mit Schluckbeschwerden, stechendem oder splitterartigem Schmerz, Abszesse, Schwellung der Halslymphknoten; leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes; auch zur Ausheilung einer akuten Tonsillitis angezeigt.

Info

Weitere, wichtige Arzneien insbesondere bei chronisch-rezidivierender Halsentzündung sind verschiedene Polychreste, darunter die Kalzium- und Barium-Salze, Nosoden (v. a. Tuberculinum) und andere. Zu den Arzneien 12.3.

Kasuistiken

Kasuistik

Eitrige Angina tonsillaris (Christian Lucae)

Anamnese

Bei dem dreieinhalb Jahre alten Bub war nachts plötzlich hohes Fieber aufgetreten mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, starke Schweißneigung. Es lagen folgende Befunde vor: Tonsillen mit dicken, weißlich-gelben Stippchen, Foetor ex ore, deutlich sichtbare Zahneindrücke auf der Zunge, reichlich Speichelfluss, stark geschwollene Halslymphknoten beidseits, gerötete Trommelfelle beidseits.

Repertorisation

→Innerer Hals – Entzündung – Tonsillen
→Innerer Hals – Eiterung der Tonsillen
→Mund – Geruch – übelriechend
→Mund – Eingedellt – Zunge (= Zahneindrücke)
→Mund – Speichelfluss
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen
→Fieber – Schweiß – Hitze, mit

Verordnung und Verlauf

Mercurius solubilis#Mercurius solubilisAngina tonsillaris C 30, 5 Globuli in einem Glas Wasser aufgelöst, jede halbe Stunde ein Schluck bis zum Eintreten der Besserung, dann weiter 3 Globuli 3 ×tgl. Im Laufe des Tages Besserung der Schluckbeschwerden, deutliche Besserung des Allgemeinbefindens; abends nochmals Fieberanstieg. Bei der Kontrolluntersuchung am nächsten Morgen ist der Bub fieberfrei, die Tonsillen sind allenfalls noch gering gerötet, es gibt keine Beläge mehr, die Halslymphknoten sind deutlich abgeschwollen, die Trommelfelle spiegelnd. Der Junge befindet sich in einem sehr guten Allgemeinzustand. Im weiteren Verlauf fieberfrei, es traten keine Komplikationen auf.

Kasuistik

Streptokokken-Angina (Christian Lucae)

Anamnese

Das sechsjährige Mädchen klagt seit dem Vortag über Halsschmerzen. Die Halsschmerzen sind auf der rechten Seite wesentlich stärker und bessern sich durch warmen Tee. Der Hals außen ist druckempfindlich, die Schmerzen strahlen in die Ohren aus. Es besteht etwas Mundgeruch. In den letzten zwei Jahren wurde zweimalig Penicillin wegen einer Streptokokken-Angina verschrieben.
Befund: Tonsillen vergrößert und gerötet, gerötete Gaumenbögen, Halslymphknotenschwellung beidseits, übriger Befund unauffällig. Aufgrund des Alters und des Symptoms „Halsschmerzen“ ist die Erfassung des McIsaac-Scores angezeigt: McIsaac-Score = 5, daher Durchführung eines Abstrichs; StrepA-Schnelltest positiv.

Repertorisation

→Innerer Hals – Entzündung – Tonsillen
→Innerer Hals – Schmerz – rechts
→Innerer Hals – Schmerz – erstreckt sich zu – Ohr
→Innerer Hals – Schmerz – warm – Getränke; warme – amel.
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen

Verordnung und Verlauf

Im Beisein der Mutter werden zunächst Vor- und Nachteile einer antibiotischen Therapie diskutiert. Auf Penicillin soll zunächst verzichtet und homöopathisch behandelt werden. Die Patientin erhält Hepar sulfuris C30, 2 × 3 Globuli. Zusätzlich werden Quarkwickel bei Bedarf empfohlen.
Wiedervorstellung nach vier Tagen: Das Halsweh war rasch abgeklungen, das Mädchen war bereits seit zwei Tagen beschwerdefrei und seit dem Vortag wieder in der Schule. Untersuchungsbefund: Tonsillen abgeschwollen, blassrosa ohne Beläge oder Stippchen, Lymphknotenschwellung am Hals nicht mehr tastbar, auch der übrige Befundunauffällig.
Wiedervorstellung nach 6 Monaten: Erneute Vorstellungwegen Halsweh, Fieber seit einem Tag, Mundgeruch, Frösteln. Diesmal wurde ohne Repertorisation aufgrund der Vorbehandlung erneut Hepar sulfuris C 30, 2 × 3 Globuli empfohlen – mit rascher Wirkung. Nachbeobachtungszeitraum > fünf Jahre, dabei keine weiteren Tonsillitiden (Lucae 2015).
Literatur (12.9)

Lymphadenitis colli

Grundlagen

Eine unspezifische Lymphadenitis colliLymphadenitis colli, von der v. a. Kleinkinder betroffen werden, entsteht meist infolge einer Tonsillitis, seltener einer Stomatitis oder auch eines eiternden Zahnes oder im Rahmen einer infektiösen Mononukleose (7.3). Der Primärherd der Entzündung ist meist schon abgeheilt.
Die unspezifische Lymphadenitis colli ist charakterisiert durch eine ausgeprägte, schmerzhafte Schwellung der zervikalen Lymphknoten. Der Hals ist bei Druck sehr empfindlich, die Kopfbeweglichkeit oft eingeschränkt. Anamnestisch lässt sich in der Regel eine frisch durchgemachte Infektion mit Tonsillitis erheben, die aber schon abgeklungen sein kann.
Bei unklarer Anamnese oder protrahiert verlaufender Symptomatik sollte differenzialdiagnostisch unbedingt ein AbszessLymphknotenabszess und eine spezifische Lymphadenitis colli ausgeschlossen werden, wie sie bei verschiedensten Infektionen (z. B. Tuberkulose, Toxoplasmose, HIV-Infektion, Yersiniose, Bartonellose u. a.) gefunden werden kann. Eine generalisierte Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie) bedarf ebenso genauer klinischer Abklärung (Kliegman 2016).

Konventionelle Therapie und unterstützende Maßnahmen

Die unspezifische Lymphadenitis colli wird antibiotisch behandelt. Es eignen sich z. B. Oralcephalosporine der zweiten Generation.
Sollte es sich um eine beginnende Abszedierung mit deutlicher Fluktuation handeln, muss eine Inzision bzw. eine chirurgische Entfernung überlegt werden. Unbedingt sollte dann ein HNO-ärztliches oder kinderchirurgisches Konsilium erfolgen.
Die Lymphadenitis kann durch physikalische Anwendungen (12.4) gelindert werden. Dazu eignen sich z. B. warme oder kalte Halswickel, Zwiebelwickel und QuarkwickelWickelLymphadenitis colli.

Homöopathische Behandlung

Zur Behandlung der Lymphadenitis sind ähnliche Mittel angezeigt wie bei der Therapie von Adenoiden und der Tonsillenhyperplasie (12.3).
Repertoriumsrubriken
Im RepertoriumRepertoriumsrubrikenLymphadenitis (Synthesis) sind insbesondere die Rubriken im Kapitel „Äußerer Hals“ interessant.
→Äußerer Hals – Verhärtung von Drüsen (52): calc, iod, sil, sulph, tub, …
→Äußerer Hals – Verhärtung von Drüsen – perlschnurartig (22): bar-m, calc, psor, sil, tub, …
→Äußerer Hals – Verhärtung von Drüsen – Halsdrüsen; der (16): brom, cham, iod, plb, spong, …
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen (zahlreiche Unterrubriken) (168) bar-c, bell, calc, lyc, merc, …
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen – eitrig (10): calc, cist, hep, lith-c, merc, nit-ac, sil, sulph, tub, v-a-b
→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen – hart (16): calc, con, hep, merc, sil, …
→Äußerer Hals – Schmerz – Halsdrüsen (95): bell, hep, merc, nit-ac, sil, …
Weitere Rubriken, die im Einzelfall hilfreich seien können, finden sich in den Kapiteln „Adenoide und Tonsillenhyperplasie“ und „Halsentzündung“.
Homöopathische Arzneimittel
Barium carbonicum
#Barium carbonicumLymphadenitisDerbe Halslymphknotenschwellung, allgemeine Neigung zu Drüsenschwellungen, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, rezidivierende und chronische Tonsillitis, leicht erkältet, Facies adenoidea mit offenstehendem Mund, pastös, plump und unbeholfen, psychomotorische Entwicklungsverzögerung, lernt nur langsam, schlechtes Gedächtnis, Furcht vor Fremden, Mangel an Selbstvertrauen.
Barium iodatum
#Barium iodatumLymphadenitisDerbe, harte Halslymphknotenschwellung, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, Tubenkatarrh; ähnlich Barium carbonicum, aber erethisches Kind, reizbarer, erregbarer, schwache Muskulatur, rasche Ermüdung, Abmagerung trotz guten Appetits.
Belladonna
#BelladonnaLymphadenitisAkute Schwellung der Halslymphknoten, häufig in Verbindung mit Otitis media, Tonsillitis, Scharlach; plötzlicher Beginn der Beschwerden, typischerweise rechtsseitige Entzündung, intensive Rötung, Schwellung, Schluckbeschwerden; hohes Fieber, Kongestion, weite Pupillen, Pulsieren der Arteria carotis, Kopfschmerzen, kann bei Fieber aber auch blass sein, heißer Kopf und kalte Extremitäten, plötzliches Aufschreien mit Strecken, Überempfindlichkeit aller Sinne, < Erschütterung, < Zugluft, > Ruhe, > warmes Einhüllen, Durstlosigkeit.
Calcium carbonicum
#Calcium carbonicumLymphadenitisGeschwollene, große Halslymphknoten, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, rezidivierende Infektionen; < kaltes und feuchtes Wetter, < Wetterwechsel; friert leicht, schwitzt reichlich, v. a. am Kopf und im Nacken; langsam, schwach, träge, unsicher, schutzbedürftig, alles ist mühsam und anstrengend, kommt immer zu spät, verzögerte Entwicklung; viele Ängste, Angst beim Herausheben aus der Wiege; Neigung zu Ekzemen und Obstipation.
Calcium fluoricum
#Calcium fluoricumLymphadenitisVerbackene, harte Lymphknoten, chronische Pharyngitis und Tonsillitis, Schluckbeschwerden, trockener Hals, chronische Otitis media mit eitrigem Ausfluss, Adenoide; Struma mit harten Knoten; Abmagerung trotz guten Appetits; tagsüber Arbeitslust und gute Konzentration, abends müde und ohne Initiative.
Calcium phosphoricum
#Calcium phosphoricumLymphadenitisViele kleine, perlschnurartige, deutlich tastbare Halslymphknoten (Dorcsi 1992), adenoide Vegetationen, Tonsillenhyperplasie, rezidivierende Tonsillitis; Bauchweh, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Skoliose, verzögerte Entwicklung (Laufen, Zahnung, Sprechen), später hochgewachsen und dünn, Schulkopfschmerz durch geistige Anstrengung, nervös, reizbar, nachtragend.
Lapis albus
#Lapis albusLymphadenitisWeiche und harte Lymphknotenschwellungen, chronische Lymphadenitis, chronische Otitis media und Sinusitis; Struma (calc-f).
Mercurius solubilis
#Mercurius solubilisLymphadenitisGeschwollene, hypertrophe Lymphknoten, rezidivierende und chronische Infektionen, Otitis media, eitrige Tonsillitis und Pharyngitis, Beläge, Ulzerationen, dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, Metallgeschmack, Kloßgefühl im Hals; drohende Abszedierung; nächtliches Schwitzen, < nachts, < Bettwärme, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen.
Silicea
#SiliceaLymphadenitisVerbackene Halslymphknoten, Eiterneigung, rezidivierende Infektionen mit Tonsillitis, Otitis, Bronchitis, Sinusitis u. a., leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes. Schüchterne, ernste Kinder, Mangel an Selbstvertrauen, nachgiebig, dünn, blässlich, zarte Züge, dünnes Haar, nervös, schwitzen leicht, v. a. stinkender Fußschweiß.
Sulphur
#SulphurLymphadenitisZervikale Lymphknotenschwellung, Tonsillitis, Eiterneigung, Halsschmerzen mit Wundheitsgefühl, Trockenheit und Brennen, > warme Getränke; rote Körperöffnungen, stinkende Absonderungen, Abneigung gegen Wasser, will nicht baden, unsauber; neugierig, fasst alles an; dicker Bauch und magere Beine; Reaktionsmittel, wenn andere Arzneien nicht wirksam sind.
Tuberculinum
#TuberculinumLymphadenitisNosodenTuberculinumZervikale, perlschnurartige, verhärtete Lymphknotenschwellungen, Adenoide und Tonsillenhyperplasie; eine der wichtigsten Arzneien bei Infektionsanfälligkeit, Infekten der oberen Luftwege, Otitiden, Bronchitiden, Pneumonien; hochgewachsene, schlanke Kinder mit blauen Skleren, langen Wimpern, Lanugobehaarung am Rücken; Reizbarkeit morgens, zerstörerisch, möchten ständig etwas neues; Zähneknirschen im Schlaf; Verlangen nach eiskalter Milch; Milchallergie, Katzenhaarallergie (phos), Ekzeme, Meer < oder >; > Gebirge.

Kasuistik

Kasuistik

Lymphadenitis colli (Christian Lucae)

Anamnese

Der zweieinhalb Jahre alte Junge hatte vor zwei Wochen Laryngitis, Schnupfen und Fieber, was drei Tage andauerte. Aktuell ist seit vier Tagen eine zunehmende Schwellung der Halslymphknoten aufgetreten, es bestehen keine Schmerzen, die Temperatur ist mit Werten um 38 °C leicht erhöht. Zuvor keine Antibiotika, kein Tierkontakt, keine Fernreisen. Etwas Mundgeruch, kaum Appetit, Schweiß nicht auffallend, Durst normal.
Befund: Allgemeinzustand gut, Tonsillen etwas gerötet, leicht zerklüftet, keine Beläge, zervikal beidseits symmetrisch dicke, harte Lymphknoten-Pakete, verschieblich, kein Hinweis auf Abszess, übrige Lymphknoten-Stationen unauffällig, ebenso der restliche Untersuchungsbefund. CRP 28 mg/l (Normbereich <5). Freundlicher Junge, der selbst bei der Blutabnahme lacht, gut gelaunt bleibt und anschließend die ganze Praxis untersucht.

Repertorisation

→Äußerer Hals – Schwellung – Halsdrüsen
→Äußerer Hals – Verhärtung der Drüsen
→Innerer Hals – Farbe – rot – Tonsillen
→Mund – Geruch – übelriechend

Verordnung und Verlauf

Sulphur C 30, 2 × tgl. 3 Globuli. In der Repertorisation ziehen sich mehrere Arzneien durch. Da in diesem Falle keine wegweisenden Modalitäten erhoben werden konnten, wird auch anhand des Allgemeinbefindens und der Erfahrung, dass Sulphur ein wertvolles Reaktionsmittel ist, diese Arznei gewählt.
Kontrolle nach fünf Tagen: Nach einem Tag war der Junge fieberfrei, seit drei Tagen hat er wieder guten Appetit. Untersuchungsbefund: Tonsillen reizlos, zervikal beidseits symmetrisch jeweils noch ein gut tastbarer, verschieblicher Lymphknoten, im Vergleich zum Vorbefund wesentlich kleiner. Zur Ausbehandlung wird Sulphur C 30 noch für weitere drei Einnahmen (jeden zweiten Tag) empfohlen.
Literatur (12.9)

Otitis media

Grundlagen

Die akute Otitis mediaMittelohrentzündungMittelohrentzündung stellt eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter dar. Etwa 75–95 % aller Kinder erkranken in den ersten drei Lebensjahren mindestens einmal an einer Otitis media. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, eine saisonale Häufung wird zwischen Dezember und März beobachtet (DGPI 2013). Die Zunahme der Inzidenz über die letzten Jahrzehnte wird mit der häufigeren außerfamiliären Betreuung der Kinder – z. B. in Kinderkrippen – und anderen, veränderten sozioökonomischen Faktoren in Verbindung gebracht (Klein 2003). Während das Stillen einen schützenden Effekt hat, ist für die Verwendung eines Schnullers und v. a. für das elterliche Rauchen ein erhöhtes Risiko gezeigt worden (Carlens 2016).
Klinik und Erkrankungsverlauf
Otitis mediaKlinikDie akute Otitis media beginnt häufig im Anschluss an einen viralen Infekt der oberen Luftwege mit FieberFieberOtitis media und Ohrenschmerzen. Beim Säugling kann man Symptome wie heftiges Schreien und Weinen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Anfassen und Reiben des Ohrs (ein eher unsicheres Symptom, früher als sog. „Ohrzwang“ bezeichnet), Erbrechen und Durchfall, bis hin zur meningealen Reizung beobachten. Ab dem Kleinkindesalter klagen die kleinen Patienten über charakteristische Ohrenschmerzen und geben zudem gelegentlich an, schlechter auf dem betroffenen Ohr zu hören (DGPI 2013). Durch eine Spontanruptur des Trommelfells können sich die Schmerzen schlagartig bessern.
Diagnostik
Bei der klinischen Untersuchung findet man typischerweise einen Tragusdruckschmerz und häufig geschwollene HalslymphknotenLymphknotenschwellungOtitis media.
Die Inspektion mit dem Otoskop zeigt zu Beginn der Erkrankung eine Rötung des Trommelfells mit Gefäßinjektion und eine Verkürzung des Lichtreflexes oder dessen vollständiges Fehlens. Rasch kommt es zu einer Vorwölbung des Trommelfells, die zumeist im hinteren oberen Quadranten ihren Ausgang nimmt. Schließlich kann es zu einer Perforation kommen, die eine Otorrhö zur Folge hat. Durch den mit eitrig-rahmigen Sekret gefüllten Gehörgang lässt sich im Akutstadium der Erkrankung der Trommeldefekt mit einfacher Otoskopie oft noch nicht darstellen.
Bei bestimmten Infektionen, z. B. durch Influenzaviren oder Mykoplasmen, sieht man häufig kleine hämorrhagische Bläschen auf dem Trommelfell („GrippeotitisGrippeotitis“).
Wie problematisch die exakte Diagnostik der Otitis media ist, zeigt eine Untersuchung aus den 1980er-Jahren, bei der 165 dazu befragte Kinderärzte fast ebenso viele unterschiedliche diagnostische Kriterien angaben (Hayden 1981). Insbesondere die Einschätzung des Trommelfellbefundes durch verschiedene Ärzte führt wohl zu so unterschiedlichen, individuellen Beurteilungen, sodass eine Standardisierung der Diagnostik bis heute nicht gelungen ist (Dowell 1998).
Komplikationen
Otitis mediaKomplikationenWährend die akuten Beschwerden der Otitis media in der Regel innerhalb weniger Tage wieder abklingen, bleibt durchschnittlich zwei bis drei Wochen lang ein Mittelohrerguss bestehen. Daraus resultiert eine vorübergehende Schallleitungsschwerhörigkeit, die bei einer über einen längeren Zeitraum persistierenden HörminderungSchwerhörigkeitOtitis media zu Problemen beim Verstehen und Erlernen der Sprache führen kann. Im Extremfall entwickeln sich sogar schwerwiegende Verhaltensstörungen mit Unruhe, „Zappeligkeit“, schlechter Konzentrationsfähigkeit und Problemen in der Schule bis hin zu einer Belastung der ganzen Familie (Klein 2001). Bleibt ein Paukenerguss länger bestehen und sind die akuten Entzündungszeichen abgeklungen, spricht man von einem Serotympanon bzw. SeromukotympanonSeromukotympanon. Zur Therapie des Seromukotympanon 12.8.
Davon abzugrenzen ist eine chronische sekretorische Otitis media („laufendes Ohr“), der unter Umständen Grunderkrankungen wie eine Ziliendysfunktion, immunologische Erkrankungen, atopische Erkrankungen oder eine Mukoviszidose zugrunde liegen können (AWMF: Chronisch mesotympanale Otitis media).
Weitere Komplikationen der akuten Mittelohrentzündung sind die Mastoiditis, eine daraus evtl. sich entwickelnde Durchwanderungsmeningitis, des Weiteren Labyrinthitis, Hirnabszess und Fazialisparese. Die MastoiditisMastoiditisOtitis media tritt nach verschleppter Otitis media auf und imponiert durch Rötung und Klopfschmerzhaftigkeit des Warzenfortsatzes bis hin zur Vorwölbung des Knochens mit deutlich abstehendem Ohr im fortgeschrittenen Stadium.
Insbesondere in den Entwicklungsländern führt eine Mittelohrentzündung häufig zu eitrigen Komplikationen mit nachfolgender Schwerhörigkeit. Die Mortalität infolge der Komplikationen wird mit 50 000 Todesfällen pro Jahr angegeben (Klein 2001).

Konventionelle Therapie

Als symptomatische Maßnahmen wird allgemein eine antipyretische und analgetische Therapie (z. B. Ibuprofen, ParacetamolParacetamolOtitis media) empfohlen, bei einer verlegten Nasenatmung eine 0,9-prozentige NaCl-Lösung. Abschwellende NasentropfenNasentropfen (z. B. Oxymetazolin) werden in Deutschland immer noch sehr häufig verschrieben. Sie sollen eine ausreichende Belüftung des Mittelohrs über die Eustachische Röhre und damit eine raschere Abheilung der Entzündung sicherstellen. Eine Verkürzung der Erkrankungsdauer durch deren Anwendung ist nach wie vor nicht belegt (DGPI 2013). Auch in den Richtlinien der englischsprachigen Literatur (Custer 2009) finden sich abschwellende Nasentropfen nicht als generelle Maßnahme, da sogar eine Minderperfusion der Nasenschleimhaut mit dadurch eher schlechterer Heilungstendenz diskutiert wird.
Die Kriterien für eine antibiotische Therapie haben sich gewandelt. Nach aktuellen Empfehlungen gilt heute als oberstes Ziel, eine unnötige antibiotische Therapie bei unsicherer Diagnose zu vermeiden. Bei Kindern ab zwei Jahren wird in der Regel zum abwartenden Beobachten des spontanen Heilungsprozesses mit einer klinischen Kontrolle nach 48–72 Stunden geraten. Ausnahmen sind Kinder unter sechs Monate, die in jedem Falle – auch bei unsicherer Diagnose – antibiotisch behandelt werden sollen. Bei sicherer Diagnose (1. akuter Beginn, 2. Nachweis eines Mittelohrergusses/Otorrhö, 3. Zeichen einer Mittelohrentzündung) soll auch die Altersgruppe zwischen sechs und 23 Monaten antibiotisch behandelt werden. Kinder, die älter als 23 Monate sind, sollten nur bei sicherer Diagnose und gleichzeitigem Vorliegen einer schweren Otitis media (starke Schmerzen, Fieber >39 °C) primär antibiotisch behandelt werden. Lediglich Kinder mit Risikofaktoren (z. B. Cochleaimplantat, Immundefizienz oder anderer schwerer Erkrankungen) sollten stets Antibiotika, nach Möglichkeit mit Erregernachweis, erhalten (DGPI 2013, AWMF: Ohrenschmerzen).
Bei unklarem Erreger wird die kalkulierte Therapie mit Amoxicillin empfohlen, da damit die beiden häufigsten Erreger, Streptococcus pneumoniae und Haemophilusinfluenzae, erfasst werden. Wenn nach 48–72 Stunden keine Besserung eintritt, sollte auf ein Oralcephalosporin der zweiten Generation (alternativ: Amoxicillin/Clavulansäure) umgestellt werden. Makrolidantibiotika werden nicht generell empfohlen, da insbesondere Haemophilus influenzae resistent sein kann und auch Resistenzen anderer Erreger zunehmen können. Bei Säuglingen in den ersten sechs bis acht Lebenswochen und bei immundefizienten Patienten sollte möglichst gezielt behandelt werden, d. h. mittels vor Beginn der Therapie entnommenen Abstrichs mit Erregernachweis und Antibiogramm (DGPI 2013).
Bemerkenswerterweise wird sowohl in der deutschsprachigen als auch in der amerikanischen Literatur eine Spontanheilungsrate der akuten Mittelohrentzündung von bis zu 80 % angegeben. Dennoch wird laut aktueller Studienlage eine bessere Heilungsrate von 95 % durch zusätzliche antibiotische Therapie erreicht (Dowell 1998). Dazu trägt wohl die Behandlung der durch Pneumokokken ausgelösten Otitis bei, da bei dieser Ätiologie die Selbstheilungsrate nur bei 20 % liegt.
Eine Metaanalyse, die den Antibiotikaeinsatz bei akuter Otitis media anhand von 13 RCTs untersucht hat, kommt zu folgenden Ergebnissen: Innerhalb der ersten 24 Stunden haben Antibiotika keinen Effekt auf die Schmerzen, sondern erst in den Tagen danach; Antibiotika zeigen leichte Effekte bezüglich der Reduktion von Trommelfelldurchbrüchen, beidseitiger Otitis media und Veränderungen des Trommelfells nach wenigen Wochen; in den Industrieländern besteht eine hohe Selbstheilungsrate ohne Auftreten von Komplikationen; die Anwendung von Antibiotika soll stets gegen das Risiko potenzieller Nebenwirkungen abgewogen werden; eine Antibiotikaverschreibung soll in erster Linie bei Kindern unter zwei Jahren, beidseitiger Otitis media oder bei Otorrhö in Erwägung gezogen werden (Venekamp 2015).
Bei ausbleibendem Therapieerfolg oder drohenden Komplikationen wird offiziell die ParazenteseParazentese empfohlen. Damit soll das Trommelfell entlastet werden und gleichzeitig Sekret entnommen werden, um einen Erregernachweis zu erhalten.
Die rezidivierende Otitis media wird definiert mit drei oder mehr Erkrankungen in sechs Monaten bzw. mit vier oder mehr Erkrankungen pro Jahr. Eine Chemoprophylaxe mit Amoxicillin wird in solchen Fällen nicht mehr empfohlen (DGPI 2013). Ein HNO-ärztliches Konsil sollte eingeholt und ggf. eine Paukenröhrcheneinlage und Adenotomie überlegt werden.
Zur ProphylaxeOtitis mediaProphylaxe von Pneumokokkeninfektionen steht ein Konjugatimpfstoff zur Verfügung, der im Sommer 2006 in die generellen Impfempfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert Koch Institut aufgenommen worden ist (8.1).
Die Therapie der chronisch-mesotympanalen Otitis media (chronische Schleimhauteiterung) mit Schwerhörigkeit und chronischer Sekretion des Ohrs, umfasst eine Gehörgangsreinigung, topische Medikamentenapplikationen und ggf. einer systemischen antibiotischen Therapie und chirurgische Eingriffe durch den HNO-Arzt (AWMF: Chronisch mesotympanale Otitis media).
Eine manifeste Mastoiditis sollte stets in der Klinik behandelt werden. Sie erfordert in der Regel eine intravenöse antibiotische Therapie mit knochengängigen Antibiotika (z. B. Clindamycin) und eine genaue HNO-ärztliche Abklärung. In seltenen Fällen ist eine operative Behandlung mit Fensterung des Mastoids (Mastoidektomie) erforderlich.

Unterstützende Maßnahmen

Für das erkrankte Kind steht die rasche Linderung des Schmerzes ganz im Vordergrund. Dazu eignen sich verschiedene begleitende Maßnahmen:
  • Eine frische Küchenzwiebel wird klein geschnitten, zerquetscht, in ein Tuch gewickelt und auf das erkrankte Ohr aufgelegt („ZwiebelsäckchenZwiebelsäckchenOtitis media“). Die entweichenden ätherischen Öle wirken lindernd auf das Trommelfell ein, schwefelhaltige Stoffe wirken außerdem viruzid und bakterizid (Dorsch 1998).

  • Bei hohem Fieber können Wadenwickel zur Fiebersenkung versucht werden.

  • Rotlichtbestrahlung wird subjektiv meist als angenehm empfunden und kann zur Schmerzlinderung beitragen.

Ohrentropfen sind in der Regel nicht empfehlenswert, da durch einen möglicherweise bestehenden Trommelfelldefekt Flüssigkeit in das Mittelohr gelangen könnte.

Homöopathische Behandlung

Klinische Studien
Neben einer kleinen placebokontrollierten Doppelblindstudie, die einen positiven Therapieeffekt mit Pulsatilla nigrans D 2 zeigte (Mössinger 1985), gibt es weitere Studien zur Wirksamkeit der homöopathischen Therapie bei Otitis media.
  • In einer Beobachtungsstudie mit dem Untertitel „Homöopathische Therapie versus konventionelle Therapie“, die in fünf verschiedenen HNO-Arzt-Praxen durchgeführt wurde, war die Homöopathie im Vergleich zur konventionellen Therapie bei allen Parametern gleich erfolgreich. Die Therapiedauer in der homöopathisch behandelten Gruppe war signifikant kürzer als in der konventionellen Gruppe (Kruse 1998, Friese 1996).

  • In einer Schweizer Studie mit 130 Kindern konnte gezeigt werden, dass die Besserung der Schmerzen 2,4-mal schneller erfolgt als unter Placebotherapie (Frei 2001).

  • Eine amerikanische Pilotstudie mit ähnlichem Setting konnte zwar einen leichten Therapieeffekt der Homöopathie zeigen, war aber statistisch nicht signifikant (Jacobs 2001).

Therapeutische Hinweise
In der homöopathischen Literatur gibt es ausführliche Darstellungen zur Behandlung der Mittelohrentzündung und reiche therapeutische Erfahrungen über mittlerweile zwei Jahrhunderte.
Bei rezidivierenden Mittelohrentzündungen und chronischen Verläufen ist – wie bei allen rezidivierenden Infektionen – eine ausführliche Anamnese angezeigt. Eine konstitutionelle Therapie mit Gabe des passenden Konstitutionsmittels (4) sollte angestrebt werden.
Wegweisend für die Mittelwahl bei der akuten Mittelohrentzündung sind zunächst die Lokalsymptome, sofern sie deutlich zu erheben sind. Besonders beim Säugling ist man mehr auf Allgemeinsymptome wie Fieber, Appetit, Durst, Schweißneigung, aber auch Gemütssymptome wie Unruhe und Schreien angewiesen.

Info

Bei Verdacht auf Mastoiditis sollte dringend eine Einweisung in die Klinik erfolgen und auf keinen Fall ambulant homöopathisch therapiert werden.

Repertoriumsrubriken
RepertoriumsrubrikenOtitis mediaDie Rubriken gehen auf das Synthesis (Schroyens 2009) zurück.
Hauptrubriken
→Ohr – Schmerz (zahlreiche Unterrubriken) (433): bell, cham, hep, merc, puls, …
→Ohr – Entzündung – Mittelohr (Unterrubriken) (70): calc, cham, hep, merc, puls, …
→Ohr – Entzündung – Mittelohr – Kindern, bei (7): bell, cham, dros, ign, puls, sil
→Ohr – Absonderungen (zahlreiche Unterrubriken) (131): calc-p, graph, hep, petr, sil, …
→Ohr – Eiterung – Mittelohr (39): calc-s, hep, kali-bi, merc, sil, …
→Ohr – Verstopfungsgefühl (zahlreiche Unterrubriken) (193): carb-v, lyc, merc, pulssil, sulph, …
→Ohr – Pulsieren (zahlreiche Unterrubriken) (113): bell, calc, lach, nit-ac, phos, …
→Ohr – Bohren mit den Fingern darin (23): arund, cina, rhus-t, sil, thuj, …
→Ohr – Perforation – Trommelfell (21): hydr, kali-bi, lac, sil, sulph, …
→Ohr – Perforation – Trommelfell – drohend bei Otitis media (2): merc, puls
Mastoiditis
RepertoriumsrubrikenMastoiditisBei Mastoiditis kommen folgende Rubriken infrage.
→Ohr – Karies, drohende (9): asar, aur, calc, calc-f, calc-s, fl-ac, nat-m, sil, sulph
→Ohr – Karies, drohende – Processusmastoideus (29): aur, bell, caps, ferr-p, hep, sil, …
→Ohr – Entzündung – Processus mastoideus (31): ars, bell, caps, ferr-p, onos, …
→Ohr – Schmerz – Processus mastoideus (13): bapt, bell, canth, caust, ruta, …
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
Aconitum napellus
#Aconitum napellusOtitis mediaAnfangsmittel, plötzlicher, nächtlicher Krankheitsbeginn, heftige Schmerzen, ausgelöst durch kalten Wind, rotes Gesicht, eine Wange rot, die andere blass (cham, puls), hohes Fieber, großer Durst, Herzklopfen, sehr ängstlich, unruhig, geräuschempfindlich.
Belladonna
#BelladonnaOtitis mediaPlötzlicher Beginn der Beschwerden mit heftigen, klopfenden, pulsierenden Schmerzen, häufig rechtsseitige Otitis media, oft in Verbindung mit Halsschmerzen, hohes Fieber, Rötung, Kongestion, weite Pupillen, Klopfen der Karotiden, Kopfschmerzen, kann bei Fieber aber auch blass sein, heißer Kopf und kalte Extremitäten, plötzliches Aufschreien mit Strecken, Überempfindlichkeit aller Sinne, < Erschütterung, < Zugluft, > Ruhe, > warmes Einhüllen, Durstlosigkeit.
Chamomilla
#ChamomillaOtitis mediaHeftige, unerträgliche Schmerzen, äußerste Schmerzempfindlichkeit < Berührung des Ohrs, wehrt sich heftig gegen die Untersuchung, unruhiges, schreiendes, reizbares Kind, das nicht zufrieden zu stellen ist, schläft mit halboffenen Augen, will nicht im Bett bleiben, Otitis media mit Zahnungsbeschwerden, bei einseitigem Befall ist die eine Wange rot, die andere blass (acon, puls), nur auf dem Arm Herumtragen bessert deutlich < nachts, < Wärme.
Mercurius vivus
#Mercurius vivusOtitis mediaEiterneigung, Otitis media in Verbindung mit Tonsillitis, grün-gelber, stinkender, gelegentlich blutender Ausfluss, Hörminderung, dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, nächtliches Schwitzen, < nachts, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen. Hauptmittel für die nur rechtsseitige Mittelohrentzündung.
Pulsatilla pratensis
#Pulsatilla pratensisOtitis mediaStechende, wellenartige Ohrenschmerzen mit Fieber, aber alles nicht so schlimm und heftig wie bei Belladonna oder Chamomilla, Gehörverlust, Ohr wie verstopft, Ohrgeräusche, linkes Ohr ist häufiger betroffen; folgt häufig auf Aconitum napellus, verschleppte, rezidivierende Otitis media, milder, gelblicher, geruchloser Ausfluss, weinerliche Stimmung, wehleidig, weint und betet, will getröstet und sanft umhergetragen werden, < warmes Zimmer, > frische Luft, Durstlosigkeit (bell). Hauptmittel für die nur linksseitige Mittelohrentzündung.
Homöopathische Arzneimittel: Weitere Mittel
Acidum nitricum
#Acidum nitricumOtitis mediaChronische, eitrige Otitis mit ätzendem, wundmachendem, übelriechendem Ausfluss, stechende Schmerzen, v. a. rechtes Ohr betroffen, drohende Mastoiditis; Tubenkatarrh, Hörminderung, Ohrgeräusche, Knacken in den Ohren beim Kauen; friert schnell; < Kälte, > Wärme, Haut- und Schleimhautreizung, Geschwüre, Risse, Blutungen, Warzen, Stomatitis aphthosa, Risse der Mundwinkel, Aphthen; reizbar, verzweifelt, ärgerlich.
Apis mellifica
#Apis mellificaOtitis mediaFolgt häufig auf Aconitum napellus, Otitis media, brennende, stechende Schmerzen; Eis und kalte Umschläge auf Ohr >, < Hitze, < Kleiderdruck, > Kälte; Tonsillitis und Pharyngitis mit ödematöser Schwellung, > kalte Getränke; Tubenkatarrh nach Otitis media, Seromukotympanon; hohes Fieber, aber durstlos, trockene Schleimhäute.
Barium carbonicum
#Barium carbonicumOtitis mediaOtitis media rechts, dann links, Ohrgeräusche, leicht erkältet, allgemeine Neigung zu Drüsenschwellungen, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, rezidivierende und chronische Tonsillitis, Facies adenoidea mit offenstehendem Mund, pastös, plump und unbeholfen, psychomotorische Entwicklungsverzögerung, lernt nur langsam, schlechtes Gedächtnis, Furcht vor Fremden, Mangel an Selbstvertrauen.
Calcium carbonicum
#Calcium carbonicumOtitis mediaRezidivierende Otitis media, chronische Otitis mit Hörminderung, geschwollene Halslymphknoten, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, rezidivierende Infektionen; < kaltes und feuchtes Wetter, < Wetterwechsel; friert leicht, schwitzt reichlich, v. a. am Kopf und im Nacken; langsam, schwach, träge, unsicher, schutzbedürftig, alles ist mühsam und anstrengend, kommt immer zu spät, verzögerte Entwicklung; viele Ängste, Angst beim Herausheben aus der Wiege; Neigung zu Ekzemen und Obstipation.
Capsicum annuum
#Capsicum annuumOtitis mediaEitrige Otitis media mit hohem Fieber, sehr starke Schmerzen, Schwellung hinter dem Ohr, drohende oder manifeste Mastoiditis; Ohrenschmerzen < beim Husten, Hitzegefühl in den Ohren, rotes Gesicht, fühlt sich aber kühl an („falsche Plethora“); Frösteln während Schmerzen.
Ferrum phosphoricum
#Ferrum phosphoricumOtitis mediaOtitis media mit langsamem Beginn, nur geringe Symptomatik und milder Verlauf, v. a. rechtsseitige Otitis, > kühle Anwendungen, > frische Luft, < nachts; Allgemeinzustand kaum beeinträchtigt.
Hepar sulfuris
#Hepar sulfurisOtitis mediaEitrige Otitis media, stinkende Absonderung, Ohr berührungsempfindlich, sehr schmerzempfindlich, heftig schreiende Kinder, wehrt den Untersucher ab; < nachts, sehr kälteempfindlich < Kälte, < kalte Getränke, < Zugluft, Verlangen nach Wärme, welche bessert; > Einhüllen des Kopfes und der Ohren; Verkürzung des Gehörgangs, drohende Mastoiditis, Pochen in den Ohren, Hörverlust; auch Tonsillitis, Pharyngitis und Sinusitis.
Kalium bichromicum
#Kalium bichromicumOtitis mediaOtitis media bei chronischer Sinusitis, v. a. linksseitig; dickes, gelbes, fadenziehendes Sekret, wie Gummi, Stockschnupfen, Krustenbildung, retronasale Schleimstraße; < Kälte, < warmes, feuchtes Wetter, < Sommer; Herpangina, Tonsillitis, Schluckbeschwerden mit ausstrahlenden Schmerzen ins Ohr.
Kalium muriaticum
#Kalium muriaticumOtitis mediaChronische Otitis media mit farblosem, nässenden Ausfluss, Knistern und Blubbern im Ohr, beim Schlucken oder Kauen; chronischer Tubenkatarrh, Seromukotympanon, Schwerhörigkeit, Verschluss der eustachischen Röhre; Verkürzung des Gehörgangs; eitrige, follikuläre Tonsillitis; weißer oder grauer, klebriger Rachenschleim.
Lachesis muta
#Lachesis mutaOtitis mediaLinksseitige Otitis media, später evtl. auch rechts, heftige Schmerzen, < nachts, <nach dem Schlaf, > frische Luft, allgemeine Verschlechterung durch Wärme, Ohrenschmerz kann aber durch warmes Einhüllen gebessert werden (hep), Ohrenschmerz rechts > beim Liegen auf dem betroffenen Ohr; hohes, kontinuierliches Fieber, Tonsillitis und Pharyngitis, > kalte Getränke, Bauch sehr berührungsempfindlich, < Beengung an Bauch und Hals.
Lycopodium clavatum
#Lycopodium clavatumOtitis mediaOtitis media erst rechts, dann links, Tonsillitis und Pharyngitis, Schluckbeschwerden, Schwellung der Halslymphknoten, Seromukotympanon, Ohrgeräusche, Hörverlust; Verdauungsstörungen mit Blähungen, Völlegefühl, Bauch aufgetrieben; Verlangen nach heißen Getränken, < kalte Getränke, aber wenig Durst, < nach dem Schlaf, < nachmittags zwischen 16:00–20:00Uhr.
Silicea
#SiliceaOtitis mediaSubakute Otitis media bei chronischer Tubenventilationsstörung, chronische, eitrige Otorrhö, ätzender Ausfluss, Verkürzung des Gehörgangs, milde Schmerzen, meist kein Fieber; Ohren wie verstopft, Knacken in den Ohren beim Gähnen oder Kauen, Hörverlust; leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes; Eiterneigung, Adenoide, rezidivierende Infektionen mit Tonsillitis, Otitis, Bronchitis, Sinusitis u. a. Schüchterne, ernste Kinder, Mangel an Selbstvertrauen, nachgiebig, dünn, blässlich, zarte Züge, dünnes Haar, nervös, schwitzen leicht, v. a. stinkender Fußschweiß.
Sulphur
#SulphurOtitis mediaChronische Otitis media, Hörverlust, Ohrmuscheln gerötet, Jucken in den Ohren, eitriger Ausfluss, stinkende Absonderungen, Abneigung gegen Wasser, will nicht baden, unsauber; zervikale Lymphknotenschwellung, Tonsillitis, Eiterneigung, Halsschmerzen mit Wundheitsgefühl, Trockenheit und Brennen, > warme Getränke; rote Körperöffnungen; neugierig, fasst alles an; dicker Bauch und magere Beine; Reaktionsmittel, wenn andere Arzneien nicht wirksam sind; nach Antibiotikagabe.

Kasuistiken

Kasuistik

Otitis media beidseits (Christian Lucae)

Anamnese

Der zwei Jahre alte Junge hat in den letzten beiden Nächten viel geweint, er hat Ibuprofen erhalten. Fieber um 38,5 °C, wollte ständig herumgetragen werden. Husten schon seit einigen Tagen, Besserung im Freien. Auffallend wenig Durst.

Befund

Allgemeinzustand gut, allerdings jammernd auf dem Arm der Mutter hängend, Trommelfelle beidseits vorgewölbt und gerötet, links V. a. winzige Perforation, noch ohne Sekret, Rachen leicht gerötet, sonst unauffälliger Befund.

Repertorisation

→Ohr – Entzündung – Mittelohr
→Ohr – Perforation – Trommelfell – drohend bei Otitis media
→Magen – durstlos – Fieber; während
→Husten – Freien; im – amel.
→Gemüt – getragen – Verlangen, getragen zu werden

Verordnung und Verlauf

Pulsatilla C 30, 3 Globuli in einem Glas Wasser gelöst, ca. alle 30 Minuten ein Schluck. Zusätzlich Zwiebelwickel. Kontrolluntersuchung am nächsten Tag: Die Nacht sei gut verlaufen, keine Sekretion aus dem Ohr, auch der Husten sei besser. Befund: Guter Allgemeinzustand, Trommelfelle beidseits nicht mehr gerötet, keine Vorwölbung oder Perforation, jetzt leichter seröser Erguss erkennbar. Pulsatilla wird für weitere zwei Tage, 2 × tgl. 3 Globuli weiter empfohlen. Rückmeldung nach vier Wochen: Es waren keine weiteren Beschwerden mehr aufgetreten.

Kasuistik

Otitis media links (Christian Lucae)

Anamnese

Das zwölf Monate alte Mädchen weint seit früh morgens und fasst sich ans Ohr, Verabreichung von Paracetamol. Möchte immer auf dem linken Ohr liegen. Etwas Schnupfen und Husten, beim Husten schnell Würgereiz mit Erbrechen.
Befund: Allgemeinzustand gut, Trommelfell rechts matt, links gerötet und leicht vorgewölbt, Rachen gering gerötet, sonst unauffälliger Befund.

Repertorisation

→Ohr – Entzündung – Mittelohr
→Ohr – Schmerz – links
→Ohr – Schmerz – Liegen – Ohr; auf dem – amel.
→Magen – Erbrechen – Husten – beim – agg.

Verordnung und Verlauf

Lachesis C 30, 3 Globuli in einem Glas Wasser gelöst, anfangs ca. jede Stunde ein Schluck, ab dem nächsten Tag 2 × 3 Globuli. Sicherheitshalber wurde ein Rezept über Amoxicillin Saft mitgegeben (Wochenende!).
Am nächsten Tag Rückruf der Mutter: Die Patientin habe jetzt Fieber entwickelt, das Allgemeinbefinden und der Appetit seien aber sehr gut, sie fasse sich nicht mehr ans Ohr, zusätzlich wurden Zwiebelwickel gemacht.
Kontrolluntersuchung nach drei Tagen: Seit dem Vortag fieberfrei, keine erkennbaren Ohrenschmerzen mehr; Befund: Trommelfell rechts weiterhin unauffällig, links nicht mehr gerötet, nur leicht retrahiert, noch etwas wunde Nasenlöcher.
Literatur (12.9)

Otitis externa

Grundlagen

Otitis externaEine Entzündung des äußeren Gehörgangs kann verschiedene Ursachen haben.
  • Eine im Kindesalter häufige Form ist die sog. „BadeotitisBadeotitis („Swimmer's ear“), die im Rahmen von Schwimmbadbesuchen erworben wird. Dabei kommt es zu einer Überwucherung der physiologischerweise vorhandenen Flora, welche aus aeroben Bakterien besteht.

  • Weitere auslösende Faktoren der Otitis externa diffusaOtitis externa diffusa – man spricht auch vom GehörgangsekzemGehörgangsekzem/-furunkel s. Otitis externa –, sind z. B. eine chronische Otitis, Diabetes mellitus, Kontaktekzeme, Allergien, Psoriasis, seborrhoische Dermatitis oder Neurodermitis.

  • Als Otitis externa circumscriptaOtitis externa circumscripta werden Gehörgangsfurunkel bezeichnet, die durch eine Staphylokokkeninfektion im äußeren Drittel des Gehörganges entstehen. Bei einer bullösen Myringitis kommt es zusätzlich zur Entzündung des Gehörganges zu einer Beteiligung des Trommelfells, eine Differenzierung von der akuten Otitis media kann schwierig sein.

  • Als Zoster oticusZoster oticus wird eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus bezeichnet, die auch Hirnnerven affizieren kann (Fazialisparese, Schwindel). Ebenso kann eine Herpes-simplex-Infektion Ursache einer Otitis externa sein (Kliegman 2016).

Die Patienten leiden unter Ohrenschmerzen, häufig auch Juckreiz und Hörverlust. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Rötung, Schwellung, evtl. eitrige Sekretion und ein Tragusdruckschmerz. Der Verlauf kann oft langwierig sein.

Konventionelle Therapie und unterstützende Maßnahmen

Die wichtigste Maßnahme ist die sorgfältige Reinigung des Gehörganges. Fremdkörper sollten nur durch den HNO-Arzt entfernt werden. Die lokale Behandlung einer bakteriellen Infektion erfolgt mit lokalen Antiseptika und Antibiotika. Dazu können Gazestreifen in den Gehörgang eingelegt werden (DGPI 2013). Bei hartnäckigen Gehörgangsekzemen kommen kortisonhaltige Salben zur Anwendung.
Bei rezidivierenden Infektionen durch Schwimmbadbesuche wird empfohlen, nach dem Schwimmen oder Baden verdünnten Alkohol oder Essigsäure (2 %) in den Gehörgang einzuträufeln (Kliegman 2016). Nach Möglichkeit sollte das Ohr bis zur Abheilung völlig trocken gehalten werden bzw. beim Baden der Gehörgang mit Watte verschlossen werden.

Homöopathische Behandlung

Die homöopathischen Arzneien zur Behandlung der Otitis externa decken sich zum großen Teil mit den Arzneien im Kapitel Otitis media (12.6). Dies mag daher kommen, dass die Symptome bei einer Otitis perforata mit Otorrhoe und Reizung des Gehörganges ähnlich bzw. von einer Otitis externa nicht auseinanderzuhalten sind und daher in der homöopathischen Literatur meist zusammengefasst wurden.
Nachfolgend kann daher nur eine Auswahl aus dem großen Fundus der Arzneien beschrieben werden, die eine Otorrhoe im Arzneimittelbild vorweisen.
Repertoriumsrubriken
RepertoriumsrubrikenOtitis externaDie Rubriken gehen auf das Synthesis (Schroyens 2009) zurück. Bei einer Otitis externa können folgende Rubriken verwendet werden.
Hauptrubriken
→Ohr – Absonderungen (zahlreiche Unterrubriken) (131): calc-p, graph, hep, petr, sil, …
→Ohr – Entzündung – Gehörgang (76): bell, calc-s, graph, hep, merc, …
→Ohr – Schmerz (zahlreiche Unterrubriken) (433): bell, cham, hep, merc, puls, …
→Ohr – Schmerz – Gehörgang (137): bell, cham, hep, lach, puls, …
→Ohr – Schwellung – Gehörgang (29): calc, caust, petr, puls, sil, …
→Ohr – Jucken – Gehörgang (144): aur, hep, petr, sil, sulph, …
→Ohr – Hautausschläge (zahlreiche Unterrubriken) (71): bar-c, graph, petr, psor, sulph, …
→Ohr – Hautausschläge – Gehörgang, im (8): graph, kreos, nit-ac, petr, psor, thiam, vanil, verb
→Ohr – Hautausschläge – Ekzem (9): bac, borx, graph, kreos, morg-p, nit-ac, petr, spor, sulph
→Ohr – Bohren mit den Fingern darin – Kindern, bei (5): arund, cina, nat-m, psor, sil
→Ohr – Jucken – Gehörgang – Bohren mit dem Finger – amel. (13): anac, lach, mez, psor, rhus-t, …
→Ohr – Schmerz – Bohren mit dem Finger – agg. (6): anac, mur-ac, ruta, sep, tarent, zinc
→Ohr – Schmerz – Bohren mit dem Finger – amel. (9): agar, coloc, fl-ac, lach, mez, mur-ac, ph-ac, phys, psor
Spezielle Diagnosen
Für die Diagnosen Zoster oticus und Gehörgangsekzem gibt es im Repertorium zwar einschlägige Rubriken:
→Ohr – Hautausschläge – Gehörgang, im – Herpes (1): merc
→Ohr – Hautausschläge – Gehörgang, im – Ekzem (9): bac, borax, graph, kreos, morg-p, nit-ac, petr, psor
Diese sind allerdings sehr klein und unvollständig, sodass man auf die größeren, bereits oben erwähnten zurückgreifen muss.
Bei Gehörgangsfurunkeln (Otitis externa circumscripta) kann man folgende Rubrik zu Rate ziehen:
→Ohr – Hautausschläge – Gehörgang, im – Furunkel (17): calc-pic, merc, pic-ac, sil, sulph, …
Homöopathische Arzneimittel
Acidum nitricum
#Acidum nitricumOtitis externaOtitis externa mit ätzendem, wundmachenden, übelriechenden Ausfluss, stechende Schmerzen, chronische, eitrige Otitis media, drohende Mastoiditis; Tubenkatarrh, Hörminderung, Ohrgeräusche, Knacken in den Ohren beim Kauen; friert schnell; < Kälte, > Wärme, Haut- und Schleimhautreizung, Geschwüre, Risse, Blutungen, Warzen, Stomatitis aphthosa, Risse der Mundwinkel, Aphthen; reizbar, verzweifelt, ärgerlich.
Apis mellifica
#Apis mellificaOtitis externaAkute Gehörgangsentzündung, stechende Schmerzen, ödematöse Schwellung, Eis und kalte Umschläge auf Ohr >, < Hitze, < Kleiderdruck, > Kälte; Otitis media, Tonsillitis, Pharyngitis; durstlos, trockene Schleimhäute.
Belladonna
#BelladonnaOtitis externaPlötzlicher Beginn der Beschwerden mit heftigen, klopfenden, pulsierenden Schmerzen, häufig rechtsseitig, auch Otitis media, Halsentzündung, hohes Fieber, Rötung, Kongestion, weite Pupillen, Klopfen der Karotiden, Kopfschmerzen, Überempfindlichkeit aller Sinne, < Erschütterung, < Zugluft, > Ruhe, > warmes Einhüllen, Durstlosigkeit.
Dulcamara
#DulcamaraOtitis externaWichtigste Arznei bei akuter Otitis externa im Sommer nach dem Baden (Friese 1994); < feuchte Kälte, Ohrenschmerzen nach Durchnässung oder Nasswerden der Füße, schießende Schmerzen, < Kaubewegungen.
Graphites
#GraphitesOtitis externaGehörgangsekzem, Rhagaden im Gehörgang, zähe, klebrige Sekretion aus dem Ohr, Krustenbildung, Ausschlag auch hinter den Ohren; Ohrgeräusche; Schwerhörigkeit, > vor einer Lärmkulisse.
Mercurius solubilis
#Mercurius solubilisOtitis externaOtitis externa und media, Gehörgangsfurunkel, wund machendes, gelb-grünes, stinkendes Sekret, Ulzerationen, Ohrenschmerzen erstrecken sich zum Gesicht und den Zähnen; Tonsillitis und Pharyngitis, dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, Metallgeschmack; nächtliches Schwitzen, < nachts, < Bettwärme, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen.
Petroleum
#PetroleumOtitis externaGehörgangsekzem, chronische, eitrige Sekretion aus dem Ohr, übelriechend, stechende Schmerzen in den Ohren beim Schlucken, Jucken und Brennen; Ohrgeräusche, Hörverlust, friert leicht, trockene Haut, allgemeine Neigung zu Ekzemen.
Psorinum
#PsorinumOtitis externaNosodenPsorinumChronische Otitis externa und media; übelriechendes, eitriges Sekret aus den Ohren, Bläschen und Ekzeme im Gehörgang und auf den Ohrmuscheln, Rhagaden; < Kälte, > Wärme, < Wetterwechsel, < Zugluft. Beschwerden von unterdrückten Hautausschlägen.
Silicea
#SiliceaOtitis externaChronische, eitrige Otorrhoe, ätzender Ausfluss, subakute Otitis media bei chronischer Tubenventilationsstörung; Ohren verstopft, Knacken in den Ohren beim Gähnen oder Kauen, Hörverlust; leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes; Eiterneigung.
Sulphur
#SulphurOtitis externaGehörgangsfurunkel, Otitis externa, chronische Otitis media, Hörverlust, Ohrmuscheln gerötet, Jucken in den Ohren, eitriger Ausfluss, stinkende Absonderungen, Abneigung gegen Wasser, will nicht baden, unsauber; zervikale Lymphknotenschwellung, Tonsillitis, Eiterneigung; rote Körperöffnungen; Reaktionsmittel, wenn andere Arzneien nicht wirksam sind; nach Antibiotikagabe.
Tellurium
#TelluriumOtitis externaChronische Otitis externa, Sekret scharf, riecht nach Fischlake, Bläschenbildung; Otitis media, Trommelfellverletzungen, Hörverlust.

Kasuistik

Kasuistik

Chronisch-rezidivierende Otitis externa (Christian Lucae)

Anamnese

Bei dem 20 Monate alten Mädchen war im Alter von 16 Monaten erstmals eine beidseitige Otitis externa mit folgendem Befund aufgetreten: Eiter läuft aus den Gehörgängen, Nachweis von Staphylokokken im Abstrich. Daraufhin erfolgte eine lokale Antibiotikatherapie; weiterhin Nässen beider Gehörgänge, dann auch der Ohrmuscheln, zeitweise blutig. Nach weiteren drei Monaten deutliche Verschlechterung der Otitis, hohes Fieber, systemische antibiotische Therapie, schließlich stationäre Einweisung wegen schlechtem Allgemeinzustand und ausbleibender Besserung zur weiteren antibiotischen Therapie.
Nach einem weiteren Rückfall erfolgte ein erneuter stationärer Aufenthalt mit 20 Monaten, wiederum Gabe von Antibiotika, verschiedene antibiotische und antiseptische Ohrentropfen; Lokalbefund: seit einigen Tagen eitriger, übelriechender, süßlich riechender Ausfluss aus den Gehörgängen, wie Fischgeruch, Krusten an den Ohrmuscheln, unter und vor dem Ohr und an den Ohrläppchen, Risse an den Ohrläppchen und hinter den Ohren. Allgemeine Anamnese: Seit Monaten unruhiger Schlaf, nächtlicher Juckreiz. Juckreiz an den Ohren, kratzt solange, bis es blutet, auch nachts im Bett. Immer kalte Hände, schwitzt kaum. Mit 14 Monaten Fünffachimpfung, seitdem Hautprobleme mit Windeldermatitis und allgemeiner Neigung zu trockener Haut mit Juckreiz. Gelegentliche Infekte, einmal Scharlach. Mag gerne Herzhaftes, Äpfel; kein Hinweis auf Unverträglichkeiten oder Allergien. Sehr lebhaft, neugierig, kontaktfreudig, aber auch jähzornig, wenn es nicht nach ihrem Willen geht; ungeduldig.

Repertorisation

→Ohr – Absonderungen – eitrig
→Ohr – Hautausschläge – Gehörgang, im
→Ohr – Hautausschläge – um die Ohren – Ekzem
→Ohr – Hautausschläge – hinter den Ohren – Risse
→Ohr – Absonderungen – stinkend
→Ohr – Absonderungen – übelriechend – Fischlake, wie
→Haut – Jucken – Kratzen – blutet, muss kratzen bis es
→Haut – Hautausschläge – unterdrückt
→Allgemeines – Impfung, nach

Verordnung und Verlauf

Psorinum#PsorinumOtitis externa C 200, 3 Globuli in Wasser aufgelöst, schluckweise zu trinken. Bereits nach wenigen Stunden deutliche Besserung des Juckreizes. Rasche Besserung des Allgemeinzustands, Schlaf ruhiger. Innerhalb von zwei Wochen vollständiges Abheilen der Otitis externa. Die Arznei wurde noch einmal in der Potenz C200 wiederholt. Rückmeldung nach mehreren Monaten: sie kratzte sich noch gelegentlich am Ohr, es seien aber keine weiteren Ausschläge oder andere Probleme aufgetreten.
Differenzialdiagnostisch wurde u. a. die Gabe von Petroleum und Tellurium erwogen, letzteres insbesondere wegen des deutlichen Fischgeruchs (Psorinum fehlt in dieser Rubrik). Psorinum war aber dennoch aufgrund der deutlichen Hautsymptome angezeigt.
Literatur (12.9)

Tubenkatarrh, Tubenventilationsstörung

TubenkatarrhAls Tubenkatarrh oder Tubenmittelohrkatarrh bezeichnet man eine Schwellung der Schleimhaut in der Tuba auditiva (Ohrtrompete). Dies kann zu einem teilweisen oder vollständigen Verschluss derselben führen, wodurch das Mittelohr mangelhaft oder gar nicht mehr belüftet werden kann. Daher spricht man auch von einer Tubenventilationsstörung.

Grundlagen

Ein akuter Tubenkatarrh entsteht häufig in der Folge eines Infektes der oberen Luftwege und einer Otitis media, die mehr chronische, länger bestehende Form findet sich nicht selten als Begleiterscheinung von Adenoiden, Rachenmandelhyperplasie, Sinusitiden, Allergien, Mukoviszidose oder bei angeborenen Fehlbildungen wie Septumdeviation und v. a. Gaumenspalten. Ein weiterer, auslösender Faktor ist die Veränderung des Außendrucks, wie z. B. beim Fliegen im Flugzeug oder beim Tauchen.
Nach einer durchgemachten akuten Otitis media leiden etwa 70 % der Kinder zwei Wochen, 50 % vier Wochen, 20 % zwei Monate und 10 % mindestens drei Monate lang an einem Tubenkatarrh mit PaukenergussPaukenerguss (Dowell 1998).
Klinik und Erkrankungsverlauf
Die Patienten klagen über ein Druckgefühl („verschlagenes Ohr“), SchwerhörigkeitSchwerhörigkeitTubenkatarrh, Knacken im Ohr beim Kauen oder Schlucken und gelegentlich auch über stärkere Schmerzen.
Im klinischen Untersuchungsbefund findet sich typischerweise ein retrahiertes, nicht gerötetes Trommelfell mit verkürztem Lichtreflex, da durch die mangelhafte Belüftung des Mittelohrs ein Unterdruck entstehen kann. Des Weiteren ist häufig ein Sekretspiegel hinter dem intakten Trommelfell nachweisbar, der auch als „PaukenergussPaukenerguss oder „seröse Otitis media“ bezeichnet wird. Im englischen Sprachraum gebräuchlich ist hierfür der Begriff „Otitis media with effusion“ (OME).
Komplikationen
Als Komplikation eines länger bestehenden Tubenkatarrhs ist das SeromukotympanonSeromukotympanon anzusehen (sog. „Glueear“). Hierbei entsteht durch den ständigen Unterdruck auf der Paukenhöhlenschleimhaut ein sekretorisches Epithel, das einen zähen, fadenziehenden Schleim absondert. Im klinischen Untersuchungsbefund zeigt sich ein trübes, milchiges Trommelfell mit leichter, radiärer Gefäßzeichnung. Die subjektiven Beschwerden entsprechen denen eines Tubenkatarrhs, können aber noch ausgeprägter sein. Im Hörtest findet sich eine ausgeprägte Schallleitungsschwerhörigkeit.
Ein für längere Zeit unbehandelter Tubenkatarrh mit chronischer Hörstörung kann zu einer deutlichen Entwicklungsverzögerung durch eingeschränktes Sprachverständnis führen. Insbesondere durch ein Seromukotympanon kann es zu einer Sklerosierung des Trommelfells („TympanoskleroseTympanosklerose“) kommen. Im Trommelfellbefund finden sich narbige Veränderungen und Verwachsungen.

Konventionelle Therapie

Die konventionelle Therapie des Tubenkatarrhs und des Paukenergusses besteht in der Verabreichung von abschwellenden Nasentropfen, um die Durchgängigkeit der Tuba auditiva zu verbessern und die Belüftung des Mittelohrs wiederherzustellen. Daneben kommen MukolytikaMukolytikaTubenkatarrh und Antihistaminika zum Einsatz. In der AWMF-Leitlinie wird allerdings erklärt, dass „kein langfristiger Nutzen“ von Nasentropfen oder anderen Medikamenten belegt sei (AWMF: periphere Hörstörungen).
In jedem Falle sollte an eine Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung gedacht werden, z. B. einer Allergie, einer Mukoviszidose oder von Adenoiden mittels Adenotomie.
Als physikalische Maßnahme bietet sich die regelmäßige Durchführung des Valsalva-ManöverValsalva-Manövers an, z. B. mittels Pollitzer-Ballon in der Nase oder durch einen Pressversuch mit Zuhalten der Nase. Hierbei kann auch das Otovent®-System unterstützend eigesetzt werden. Ein aktives Schnäuzen sollte besser vermieden werden, da der Druck im Epipharynx dabei durchaus so hoch werden kann, dass Schleim in die Tuben befördert wird (Weber 2013). Die Wärmebestrahlung (z. B. Rotlicht) kann versucht werden.
Bei ausbleibender Besserung der Beschwerden, insbesondere bei mehrmalig persistierendem Paukenerguss mit anhaltender Hörminderung und beim Seromukotympanon, kann die Einlage von PaukenröhrchenPaukenröhrchen erwogen werden. Die Indikation hierfür wird in der Praxis nach wie vor sehr unterschiedlich gestellt und immer wieder diskutiert. Insbesondere die Gefahr der Entstehung eines Cholesteatoms ist relativ hoch. Nach offiziellen Leitlinien sollten Paukenröhrchen unter anderem eingesetzt werden bei Dauer des Paukenergusses über 3 Monate, Sprachentwicklungsverzögerung wegen Schwerhörigkeit, allgemeiner Entwicklungsverzögerung, gehäuften Mittelohrentzündungen, Persistenz des Ergusses trotz Adenotomie oder angeborenen Erkrankungen wie Gaumenspalten (AWMF: Periphere Hörstörungen). Auch in amerikanischen Guidelines wird eine Mindestdauer des Paukenergusses von 3 Monaten als Indikation für „Tubes“ gefordert (Rosenfeld 2013). Eine besonders eilige Therapie scheint nicht angebracht, da auch die verzögerte Einlage von Paukenröhrchen erst 9–12 Monate nach Beginn der Beschwerden im Vergleich zur sofortigen Therapie noch nicht zu signifikanten Verzögerungen in der Entwicklung führt (Paradise 2003). Kinder, die in hohem Maße Infektionen ausgesetzt sind, also z. B. in Kinderkrippen, scheinen noch am ehesten von Paukenröhrchen zu profitieren (Rovers 2005).
Nach der Durchführung einer Paukendrainage mit der Einlage von Paukenröhrchen sollten Gehörgangsstöpsel (Wattepfropfen) beim Duschen oder Baden verwendet werden, damit keine Keime über das Paukenröhrchen ins Mittelohr gelangen können.
Von Flugreisen wird abgeraten, da ein Druckausgleich während Steig- bzw. Sinkflug nicht möglich ist und zudem die Gefahr von Einblutungen oder Ruptur des Trommelfells besteht.

Homöopathische Behandlung

Klinische Studien
Neben den Untersuchungen zur Otitis media allgemein gibt es bisher nur eine klinische Studie, die die homöopathische Behandlung beim Seromukotympanon untersucht hat. Es zeigten sich leichte, statistisch aber nicht signifikante Vorteile der Homöopathie gegenüber der konventionellen Therapie bei der Tympanometrie und beim Antibiotikaverbrauch (Harrison 1999).
Dennoch ist die homöopathische Therapie des Tubenkatarrhs und des Seromukotympanons dankbar, zumal in der konventionellen Therapie – abgesehen von chirurgischen Eingriffen wie der Paukendrainage – keine wirklich effektiven Behandlungsmethoden vorliegen („Therapienotstand“). Die Erfahrung vieler homöopathischer Ärzte zeigt, dass die Einlage von Paukenröhrchen in den meisten Fällen durch eine adäquate homöopathische Therapie sogar abzuwenden ist. Weitere klinische Studien dazu wären wünschenswert, um zu klären, wie groß der Effekt der Homöopathie zusätzlich zum „watchfulwaiting“ tatsächlich ist.
Therapeutische Hinweise
Wie schon bei den rezidivierenden oder chronischen Mittelohrentzündungen sind wir wiederum auf eine ausführliche, chronische Anamnese angewiesen. Eine konstitutionelle Therapie mit Gabe des passenden Konstitutionsmittels (4) sollte angestrebt werden.
Daher sollten nicht nur die Lokalsymptome, sondern auch die Allgemein- und Gemütssymptome berücksichtigt werden. Ebenso wie bei der konventionellen Therapie sollten die zugrunde liegenden Ursachen behandelt werden, z. B. eine Allergie oder Infektionsanfälligkeit.
Beim Tubenkatarrh kommen ähnliche Mittel infrage, wie sie bereits in 12.3 (Adenoide und Tonsillenhyperplasie) und 12.6 (Otitis media) erwähnt worden sind. Auch die Repertoriumsrubriken dieser Kapitel können hilfreich sein. Daher werden an dieser Stelle nur die spezifischen Rubriken, die für einen Tubenkatarrh bzw. das Seromukotympanon charakteristisch sind, beschrieben.
Repertoriumsrubriken
Die RepertoriumsrubrikenTubenkatarrhRubriken gehen auf das Synthesis (Schroyens 2009) zurück.
→Ohr – Katarrh – Eustachische Röhre (79): calc, ferr-p, kali-s, puls, sil, …
→Ohr – Entzündung – Eustachische Röhre (21): calc, kali-s, merc, puls, sil, …
→Ohr – Eustachische Röhre; Beschwerden der (15): bar-m, ferr-p, kali-m, nux-v, sil, …
→Ohr – Schmerz – drückend (Unterrubriken) (128): anac, cham, merc, puls, sars, …
→Ohr – Völlegefühl (Unterrubriken) (113): calc, mez, sep, spig, thuj, …
→Ohr – Verstopfungsgefühl (193): carb-v, lyc, merc, puls, sil, …
→Ohr – Verstopfungsgefühl – Eustachische Röhre (19): hydr, kali-bi, kali-m, mercnit-ac, …
→Ohr – Striktur – Eustachische Röhre (1): lach
→Ohr – Verwachsungen im Mittelohr (6): dulc, graph, iod, iris, puls, thios
→Hören – Schwerhörig (Unterrubriken) (268): bar-c, carb-v, graph, lyc, puls, …
→Hören – Schwerhörig – Tubenkatarrh (61): calc, kali-m, kali-s, phos, puls, …
→Ohr – Geräusche im Ohr, Ohrgeräusche [zahlreiche Unterrubriken] (344): calc, graph, petr, puls, sulph, …
→Ohr – Geräusche im Ohr, Ohrgeräusche – Widerhall, Echos [mit Künzlipunkt] (52): caust, lyc, nit-ac, phos, sep, …
Homöopathische Arzneimittel
Apis mellifica
#Apis mellificaTubenkatarrhTubenkatarrh nach Otitis media, Seromukotympanon; Otitis media mit brennenden, stechenden Schmerzen, Eis und kalte Umschläge auf Ohr >, < Hitze, < Kleiderdruck, > Kälte; Tonsillitis und Pharyngitis mit ödematöser Schwellung, > kalte Getränke; hohes Fieber, aber durstlos, trockene Schleimhäute.
Calcium sulfuricum
#Calcium sulfuricumTubenkatarrhTubenkatarrh, Otitis media mit chronischer Otorrhö, Gehörgangsabszess, einseitiger Schnupfen, blutige Absonderung aus den Choanen; bei Kindern; Tendenz zur Abszess- und Eiterbildung, eitrige Konjunktivitis, Sinusitiden, chronischer Husten, Pseudokrupp; Bronchialasthma, warmblütig, aber Hitze <.
Graphites
#GraphitesTubenkatarrhTubenkatarrh, Otitis media purulenta, Verwachsungen im Mittelohr, Otosklerose; Summen und Knacken in den Ohren beim Kauen und Schlucken, Hauptmittel bei Schwerhörigkeit und Ohrgeräuschen, > vor einer Lärmkulisse; Gehörgangsekzem (Stauffer 2002).
Kalium muriaticum
#Kalium muriaticumTubenkatarrhChronischer Tubenkatarrh, Seromukotympanon, Schwerhörigkeit wegen Verschluss der Eustachio-Röhre, Knistern und Blubbern im Ohr beim Schlucken oder Kauen; chronische Otitis media mit farblosem, nässenden Ausfluss, Verkürzung des Gehörgangs; eitrige, follikuläre Tonsillitis; weißer oder grauer, klebriger Rachenschleim.
Kalium sulfuricum
#Kalium sulfuricumTubenkatarrhSeromukotympanon, Schwerhörigkeit wegen Verschluss der Eustachio-Röhre, gelber, dünnflüssiger Ausfluss aus Ohr, Gehörgangspolyp, Sinusitis, Bronchitis; hitzig, rot, schwitzt leicht, durstig, < Wärme, > Kälte (puls), folgt gut auf Pulsatilla nigrans.
Lycopodium clavatum
#Lycopodium clavatumTubenkatarrhSeromukotympanon, Ohrgeräusche, Otitis media erst rechts, dann links; Tonsillitis und Pharyngitis, Schwellung der Halslymphknoten; Verdauungsstörungen mit Blähungen, Völlegefühl; Verlangen nach heißen Getränken, < kalte Getränke, aber wenig Durst, < nach dem Schlaf, <nachmittags zwischen 16:00–20:00Uhr.
Manganum
#ManganumTubenkatarrhTubenkatarrh, Ohren wie verstopft, Ohrgeräusche, Hörverlust, Jucken in den Ohren, Gefühl, als ob Luft ins Ohr bläst, stechende Ohrenschmerzen, < Sprechen, < Lachen, < feucht-kaltes Wetter.
Mater perlarum (Conchiolinum)
#Mater perlarum (Conchiolinum), TubenkatarrhLänger andauernder Tubenkatarrh, insbesondere als Folge von Adenoiden (Friese 1994). Otitis media mit schwarzem, dickem Ausfluss aus dem Ohr (Dorcsi 1992).
Medorrhinum
#MedorrhinumTubenkatarrhNosodenMedorrhinumTubenkatarrh, Seromukotympanon, chronische Otitis mit Schwerhörigkeit; chronische Sinusitis, retronasale Schleimstraße, ständiges Bedürfnis zu schlucken, < nasskaltes Wetter, > am Meer, > Baden im Meer, verklebte Augen morgens, Asthma bronchiale, Nägelkauen, Knie-Ellenbogen-Lage. Entzündung der gestochenen Löcher für Ohrringe.
Mercurius solubilis
#Mercurius solubilisTubenkatarrhTubenkatarrh, Otitis externa und media, wund machendes, gelb-grünes, stinkendes Sekret, Eiterneigung, Ulzerationen, Hörminderung, Ohrenschmerzen erstrecken sich zum Gesicht und den Zähnen; Tonsillitis und Pharyngitis, dick belegte Zunge mit Zahneindrücken, Mundgeruch und Speichelfluss, Metallgeschmack; nächtliches Schwitzen, < nachts, < Bettwärme, < Temperaturextreme, > kalte Anwendungen.
Petroleum
#PetroleumTubenkatarrhChronischer Tubenkatarrh, Jucken und Brennen in den Ohren, besonders in der Tuba auditiva (kali-m, sil), Hörverlust, Ohrgeräusche, stechende Schmerzen in den Ohren beim Schlucken; Gehörgangsekzem, chronische, eitrige Sekretion aus dem Ohr, übelriechend; friert leicht, trockene Haut, allgemeine Neigung zu Ekzemen.
Pulsatilla pratensis
#Pulsatilla pratensisTubenkatarrhTubenkatarrh, besonders nach Masern, Ohren wie verstopft, Ohrgeräusche, Hörverlust, heftige, stechende, wellenartige Ohrenschmerzen mit Fieber, häufiger linkes Ohr betroffen, verschleppte, rezidivierende Otitis media, milder, gelblicher Ausfluss, weinerliche Stimmung, will getröstet und sanft umhergetragen werden, < warmes Zimmer, > frische Luft, Durstlosigkeit.
Silicea
#SiliceaTubenkatarrhChronische Tubenventilationsstörung bei subakuter Otitis media, Ohren wie verstopft, Knacken in den Ohren beim Gähnen oder Kauen, Hörverlust; chronische, eitrige Otorrhoe, ätzender Ausfluss, Verkürzung des Gehörgangs, milde Schmerzen, meist kein Fieber; leicht erkältet, friert leicht, insbesondere Füße und Kopf sind empfindlich, < Abdecken, > warmes Bett, > Einhüllen des Kopfes; Eiterneigung, Adenoide, rezidivierende Infektionen mit Tonsillitis, Otitis, Bronchitis, Sinusitis u. a. Schüchterne, ernste Kinder, Mangel an Selbstvertrauen, nachgiebig, dünn, blässlich, zarte Züge, dünnes Haar, nervös, schwitzen leicht, v. a. stinkender Fußschweiß.
Tuberculinum
#TuberculinumTubenkatarrhNosodenTuberculinumChronischer Tubenkatarrh, Adenoide und Tonsillenhyperplasie, Infektionsanfälligkeit, Infekte der oberen Luftwege, Otitiden, Bronchitiden, Pneumonien; hochgewachsene, schlanke Kinder mit blauen Skleren, langen Wimpern, Lanugobehaarung am Rücken; Reizbarkeit morgens, zerstörerisch, möchten ständig etwas Neues; Zähneknirschen im Schlaf; Verlangen nach eiskalter Milch; Milchallergie, Katzenhaarallergie (phos), Ekzeme, Meer < oder >; Gebirge >.

Kasuistik

Kasuistik

Seromukotympanon, Tubenventilationsstörung (Christian Lucae)

Anamnese

Das eineinhalb Jahre alte Mädchen leidet seit etwa zehn Monaten unter rezidivierenden Otitiden, teilweise in nur dreiwöchigen Abständen. Immer wieder traten dabei langwierige Paukenergüsse beidseits auf. Die Mutter beschreit ihre Tochter als schlechte Esserin, sie habe einen großen Dickkopf, schmeiße vor Wut Dinge durch die Gegend und beiße viel. Sie sei schnell erkältet. Sie habe immer wenig Milch getrunken und diese nie so richtig gemocht. Auf andere Menschen wirke sie schüchtern und zerbrechlich.
Befund: Sehr zartes Mädchen in gutem Allgemeinzustand, Gewicht auf der 3. Perzentile, dünne zarte Haare, eher schüchtern auf dem Arm der Mutter; Trommelfelle mit deutlichem Erguss beidseits, übriger Untersuchungsbefund unauffällig.

Repertorisation

→Ohr – Entzündung – Mittelohr – chronisch
→Ohr – Katarrh – Eustachische Röhre
→Gemüt – eigensinnig, starrköpfig, dickköpfig – Kinder
→Husten – Schüchternheit, Zaghaftigkeit – Öffentlichkeit; beim Auftreten in der
→Gemüt – Beißen
→Allgemeines – Speisen und Getränke – Milch – Abneigung

Verordnung und Verlauf

Silicea C 200, 3 Globuli als Einzeldosis. Im Anschluss C 12, 2 × 3 Globuli über 14 Tage (Anmerkung: eine bewährte Verschreibung bei Vorliegen eines Tubenkatarrhs, besonders wenn möglichst schnell eine Befundbesserung eintreten soll und Paukenröhrchen „drohen“).
Die Patientin wird erst zwei Monate später wieder wegen einer guten Gastroenteritis mit Erbrechen vorgestellt und erhält Phosphorus C 30, 1 × 3 Globuli. Der Trommelfellbefund ist einwandfrei. Im Verlauf der nächsten Jahre treten glücklicherweise keine Probleme mehr mit den Ohren auf, gutes Gedeihen und erfreuliche Entwicklung.
Literatur (12.9)

Nasenbluten

Grundlagen

NasenblutenZu Nasenbluten (EpistaxisEpistaxis s. Nasenbluten) kann es im Rahmen von Infektionskrankheiten, Allergien, durch lokales Trauma, bei einer Schädelbasisfraktur, verschiedenen Gefäßkrankheiten (z. B. Hypertonie), hämorrhagischer Diathese (z. B. Thrombopenie, Hämophilie, Leukämie u. a.) und anderen Erkrankungen kommen. Es können aber auch lokale Ursachen wie eine trockene Nasenschleimhaut, Nasenbohren oder starkes Schnäuzen die Ursache sein. Bei Kleinkindern sollte auch an einen versteckten Fremdkörper gedacht werden.
Je nach Anamnese sollten entsprechende Untersuchungen (Labor, Blutdruckmessungen u. a.) eingeleitet werden, wenn berechtigter Verdacht auf eine zugrunde liegende, systemische Erkrankung besteht. Insbesondere bei rezidivierendem Nasenbluten sollte eine Abklärung erfolgen (Grevers 2013).
Bei Epistaxis im Rahmen eines Infekts der oberen Luftwege sollten abschwellende Nasentropfen eher gemieden werden, da diese zu einer Austrocknung der Nasenschleimhaut führen können.
Wenn sich keine offensichtliche Ursache für das rezidivierende Nasenbluten finden lässt, wird meist eine empfindliche Nasenschleimhaut mit einer Prädilektionsstelle („Locus Kiesselbachi“) angenommen, die bereits bei geringsten Irritationen, z. B. Schnäuzen der Nase, zu bluten beginnt.

Konventionelle Therapie

Nach Beruhigung von Kind und Eltern sollte die übliche Therapie eingeleitet werden, bestehend aus Drücken des Nasenflügels gegen das Septum in sitzender Position und kalten Umschlägen auf den Nacken („Eiskrawatte“). Bei nicht sistierender Blutung kann versucht werden, einen z. B. mit Lidocain 1 % getränkten Tupfer in die Nase einzulegen. Weitere HNO-ärztliche Maßnahmen sind die Anwendung von Nasensalben, die Tamponade mit blutstillenden Gazestreifen (z. B. Claudenwatte) und Ätzung des blutenden Gefäßes mit Silbernitrat. Bei Blutungen aus dem hinteren Abschnitt kommt in schwierigen Fällen eine Bellocq-Tamponade zur Anwendung.

Homöopathische Behandlung

Neben den akuten, konventionellen Maßnahmen kann eine begleitende homöopathische Therapie sehr hilfreich sein. Oftmals genügt schon eine einzelne Gabe in Hochpotenz (z. B. C 30 oder C 200) kurz nach Beginn des Nasenblutens, um die Blutung zu stoppen und eine weitere Therapie überflüssig zu machen. Homöopathisch geschulte Eltern mit kleiner homöopathischer Hausapotheke berichten oft über die Gabe von Phosphorus, das bei Kindern mit akut aufgetretenem Nasenbluten eine hervorragende, sehr rasche Wirkung hat.
Repertoriumsrubriken
Wichtige RepertoriumsrubrikenNasenblutenRubriken im Repertorium (Synthesis) finden sich im Kapitel „Nase – Epistaxis“ mit zahlreichen Unterrubriken, in denen nach Tageszeit, Farbe der Blutung und auslösenden Faktoren differenziert werden kann. Besonders für die Pädiatrie wichtig ist selbstredend folgende Rubrik.
Hauptrubriken
→Nase – Nasenbluten – Kindern, bei (23): abrot, arn, aur-m-n, bell, calc, chinin-s, cop, croc, diphtox, ferr, ferr-p, ferr-pic, ham, ip, lach, merc, nat-m, nat-n, phos, puls, sil, sulph, ter
→Nase – Nasenbluten – Blut (Eigenschaften) – hellrot (72): bell, hyos, ip, mill, phos, …
→Nase – Nasenbluten – Blut (Eigenschaften) – nicht gerinnend (10): ars, bry, carb-v, crot-h, ham, ip, lach, phos, thlas, tri-p
→Nase – Nasenbluten – hartnäckig (11): carb-v, croc, crot-h, ferr, phos, …
→Nase – Nasenbluten – Schnäuzen der Nase agg. (103): arn, carbn-s, lach, ph-ac, phos, sulph, …
→Nase – Nasenbluten – Niesen agg. (10): aids, am-c, bapt, bov, con, ferr-p, Indg, mag-c, rumx, sabad
→Nase – Nasenbluten – nachts (34): bell, carb-v, nit-ac, merc, rhus-t, …
→Nase – Nasenbluten – Schlaf, im (16): bry, crot-c, merc, nit-ac, nux-v, …
→Nase – Nasenbluten – Schlag, durch einen (6): acet-ac, arn, elaps, ham, mill, sep
→Nase – Nasenbluten – Fieber – während agg. (29): acon, arn, carb-v, ferr-p, phos, …
→Nase – Nasenbluten – Kopfschmerz – während (34): acon, agar, bry, cinnb, meli, …
→Nase – Nasenbluten – Pubertät, in der (11): abrot, ferr-p, graph, ham, phos, …
→Nase – Nasenbluten – Menses – unterdrückte Menses; durch (23): bry, croc, lach, puls, sabin, …
→Nase – Nasenbluten – Keuchhusten (18): arn, bry, dros, led, nux-v, …
Ätiologisch begründete Rubriken
Je nach Ätiologie können auch folgende Rubriken hinzugenommen werden:
→Kopf – Blutandrang – Nasenbluten – mit (20): acon, bell, bry, cham, psor, …
→Schwindel – Begleitet von – Nasenbluten (13): acon, ant-c. bry, lach, sulph, …
→Nase – Schnupfen – begleitet von – Nasenbluten (22): ars, graph, kali-bi, merc, nux-v, …
→Nase – Trockenheit – innen in der (mit Unterrubriken) (239): ars, calc, graph, lyc, nat-m, …
→Husten – Begleitet von – Nasenbluten (44): dros, ign, led, puls, sulph, …
→Allgemeines – Krankengeschichte von; persönliche – Nasenbluten; von wiederkehrendem (13): carb-v, carc, ferr-p, meli, phos, …
→Allgemeines – Schwäche – Nasenbluten, durch (8): carb-v, chin, cina, diph, ferr, ham, sec, verat
Homöopathische Arzneimittel: Hauptmittel
Phosphorus
#PhosphorusNasenblutenErstes Mittel bei Nasenbluten, in den meisten Notfallapotheken vorhanden; rasche Wirkung, meist genügt schon eine Einzelgabe (z. B. C30 oder C200). Helle Blutung, der Patient kann dabei schwitzen; das Nasenbluten kann ausgelöst werden durch Pressen beim Stuhlgang (rhus-t, carb-v); besonders angezeigt bei hochgewachsenen, schlanken Mädchen in der Pubertät.
Ferrum phosphoricum
#Ferrum phosphoricumNasenblutenNasenbluten mit hellrotem Blut; eines der wichtigsten Mittel bei Kindern, evtl. Phosphorus vorzuziehen, sofern in Hochpotenz akut verfügbar.
Arnica montana
#Arnica montanaNasenblutenNasenbluten ausgelöst durch Trauma, z. B. Schlag auf die Nase oder Fremdkörper, durch Schnäuzen der Nase (phos, lach), nach körperlicher Anstrengung (croc, rhus-t), nach Waschen des Gesichtes; hellrote Blutung, gemischt mit Klumpen, hinterlässt Wundheitsgefühl; Nasenbluten bei Keuchhusten (dros).
Homöopathische Arzneimittel: Weitere Mittel
Abrotanum
#AbrotanumNasenblutenHelle Blutungen aus der Nase, besonders bei Knaben in der Pubertät (Stauffer 2002); Gedeihstörung, allgemeine Schwäche, Anämie.
Belladonna
#BelladonnaNasenblutenNasenbluten bei Kleinkindern, nachts, mit Blutandrang zum Kopf (croc, graph, meli).
Carbo vegetabilis
#Carbo vegetabilisNasenblutenAnhaltendes Nasenbluten, besonders nachts (Borland 2000), durch Pressen beim Stuhlgang (Lilienthal 2000); Blutung, dunkel und dünnflüssig; blasses Gesicht während des Nasenblutens, allgemeine Trägheit.
Crocus sativus
#Crocus sativusNasenblutenBlutung aus einem Nasenloch, zähflüssig, fadenziehend, dunkel, lang anhaltend, mit kaltem Schweiß auf der Stirn; Hitze und Rötung des Gesichts (bell, meli); Nasenbluten bei heißem Wetter (einziges Mittel im Repertorium), nach körperlicher Anstrengung; soll besonders angezeigt sein bei empfindlichen, schnell wachsenden Kindern; chronische Epistaxis mit deutlicher Periodizität.
Ferrum metallicum
#Ferrum metallicumNasenblutenNeigung zu reichlichem, rezidivierenden Nasenbluten, hat die Nase ständig voll mit Blutklumpen; blasse, anämische, fröstelnde Kinder, häufiges Wechseln der Gesichtsfarbe; Abmagerung, Schwäche durch rezidivierende Epistaxis (chin, ham).
Graphites
#GraphitesNasenblutenNeigung zu lästigem, aber nicht sehr reichlichem Nasenbluten, welches während Aufregung auftritt (Borland 2000); Hitze des Gesichts, Erröten und Blutandrang zum Kopf geht dem Nasenbluten voraus.
Hamamelis virginiana
#Hamamelis virginianaNasenblutenLang anhaltende, passive Blutung, dunkel und dünnflüssig (carb-v), nicht klumpig; Folgen von Verletzung, Schlag (arn); besonders angezeigt bei jungen, anämischen Mädchen.
Hirudo medicinalis
#Hirudo medicinalisNasenblutenRezidivierendes Nasenbluten, Thrombopenie (Dorcsi 1992).
Melilotus alba
#Melilotus albaNasenblutenNasenbluten abwechselnd mit Kopfschmerzen (Dorcsi 1992); Blutandrang zum Kopf, rotes Gesicht, Fieber, Herzklopfen, Pulsierende Karotiden (bell).
Silicea
#SiliceaNasenblutenEpistaxis durch Nasenbohren, beim Bücken (ferr); Kinder mit rezidivierenden Infekten.

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