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B978-3-437-56865-7.00015-X

10.1016/B978-3-437-56865-7.00015-X

978-3-437-56865-7

Homöopathika O

Ocimum canum
AllgemeinesDiese Arznei ist nützlich bei Krankheiten der Nieren, der Ureter1

1

Dies dürfte gemeint sein, denn ein Symptom des „Uterus“, wie Phatak schreibt, wird nirgends angegeben.

, der Blase und der Harnröhre. Symptome von (besonders rechtsseitigen) Nierenkoliken stechen hervor. Schmerz wie wund in den Harnleitern. Nierenkolik mit Blutharnen [nach dem Anfall] und heftigem Erbrechen [alle Viertelstunden]; mit Ringen der Hände, Stöhnen und Schreien die ganze Zeit. Roter Sand im Urin; Harn kann safrangelb aussehen und nach Moschus riechen. Angeschwollene Leistenlymphknoten und Brustdrüsen. Brustwarzen schmerzhaft bei der geringsten Berührung. Scheidenvorfall. Spärliche Urinausscheidung, danach Verschlimmerung.

  • Ocimum canum ist „Hunds-Basilikum“, eine Verwandte der Gewürzpflanze Ocimum basilicum (= Basilikum).

  • Aus Mures Pathologie brézilienne gibt AE 19 Symptome dieses Mittels an. Clarke fügt einige klinische Erfahrungen hinzu.

Oenanthe crocata
AllgemeinesEin wertvolles Krampfmittel, nützlich bei Konvulsionen epileptiformer Art, Wochenbettkrämpfen und urämischen Krämpfen. Epileptische Anfälle: mit Priapismus; besonders während oder anstelle der Menstruation auftretend; in der Schwangerschaft. Fällt rücklings hin, nachdem er einen lauten Schrei ausgestoßen hat. Gefühl, als ob ein Käfer unter der Haut kröche, in der Gegend der Taille; schlimmer durch die Berührung der Kleider. Wahnzustände; Halluzinationen. Gesicht geschwollen; krampfhaftes Zucken der Gesichtsmuskeln; Schaum vor dem Mund, Kieferklemme. Neigt zum Weinen wegen Kleinigkeiten. Rosenrote Flecken im Gesicht und auf Brust, Armen, und Bauch. Brennende Hitze, besonders in Kopf und Hals. Starker, übel riechender Schweiß. Hartnäckiges Erbrechen, tagelang, durch nichts gemildert.
SchlimmerVerletzungen. Sexuelle und Menstruationsstörungen. Wasser.
VerwandtBelladonna; Cicuta virosa.

  • Oenanthe ist die Gattung Wasserfenchel, Rebendolde oder Pferdesaat, die zu den Doldenblütlern gehört. Es soll sich um eine europäische Giftpflanze handeln. Heute wird übrigens auch Phellandrium aquaticum zur Gattung Oenanthe gerechnet, als Oe. aquatica (L.) Poir.

  • Zahlreiche, oft tödlich ausgehende Vergiftungsfälle; nachzulesen bei AE, Band 7; Clarke, Dictionary; Hale, New Remedies, Band 2.

Oleander
AllgemeinesÜbt eine ausgeprägte Wirkung auf Nervensystem, Herz, äußere Haut und Verdauungstrakt aus. Lähmungszustände, mit krampfartigen Kontraktionen der oberen Extremitäten. Parese, die nach Kinderlähmung zurückbleibt. Generalisierte Muskelkrämpfe. Taubheitsempfindungen. Schwäche, mit Zittern, bei stillenden Frauen. Empfindung von Vibrationen. Leere in Magen und Brust nach dem Essen, gemildert nach Branntweingenuss. Hemiplegie. „Lähmige Steifigkeit der Glieder.“ Sopor. Unfähig zu sprechen, oder kann nur unter Schwierigkeiten sprechen. Unwillkürliche Ausscheidungen.
SchlimmerReiben. Ausziehen. Nach dem Stillen. Seitwärtssehen. Reibung der Kleider.
BesserSeitwärtssehen2

2

Nach Clarke wird das Trübsehen durch Seitwärtssehen schlimmer, bestimmte Kopfschmerzen mildern sich aber. Daher die doppelte Einordnung unter „Schlimmer“ und „Besser“.

. Branntwein.
Geist und GemütMangel an Selbstvertrauen und Kraft, daher traurige Gemütsstimmung. Mürrisch. Ärgerlich, verdrießlich. „In einigen Arten von Geisteszerrüttungen, z. B. der Zerstreutheit.“ Langsame Auffassung.
KopfSchwindel: schlimmer durch Fixieren eines Gegenstandes mit den Augen, oder wenn man zu Boden sieht, auch durch Umdrehen auf eine Seite im Bett; verbunden mit Doppeltsehen. Kopfschmerzen, besser durch Schielen oder Seitwärtssehen. Schwindel, über lange Zeit, der Lähmung vorausgehend. Beißendes Jucken auf der Kopfhaut [wie von Läusen]. Nässender Milchschorf, besonders am Hinterkopf. Fressendes Jucken an der Stirn, am Haaransatz; schlimmer durch Hitze.
AugenGefühl, als würden die Augen in den Kopf zurückgezogen. Kann Gegenstände nur erkennen, wenn er sie von der Seite ansieht. Doppeltsehen. Tränen der Augen; beim Lesen.
GesichtBlass, eingefallene Wangen. Taubes Gefühl der Oberlippe [als ob sie geschwollen wäre]. Unterkiefer zittert beim Gähnen.
MundZahnschmerzen nur beim Kauen [vergehen nach dem Kauen gleich wieder]. Zunge taub. Verlust des Sprachvermögens.
MagenLeeregefühl im Magen: selbst nach dem Essen, besser durch Branntwein; auch nach dem Stillen auftretend. Heißhunger, verschlingt hastig und gierig viel Essen. Pochen in der Magengrube. Durst auf Kaltes, vorzugsweise frisches Wasser. Ekel vor Käse. Extreme Schwäche der Verdauung.
Abdomen„Die am vorigen Abend gegessene Speise ging ziemlich unverdaut ab [und fast ohne Nötigung; er wähnte, es gehe bloß eine Blähung ab].“ Stühle: dünn; unverdaut; unwillkürlich, Kot geht mit den Blähungen ab, besonders bei Kindern.
HarnwegeUnwillkürlicher Harnabgang.
Weibliche GenitalienZittern nach Stillen; so schwach, dass sie kaum durchs Zimmer gehen kann.
HerzHerzklopfen, mit Schwäche und Leeregefühl in der Brust, besser durch Branntwein. Schmerz über dem Herzen, heftiger beim Bücken.
Äußerer Hals und RückenGefühl, als wehte ihn auf der (linken) Seite des Halses ein kühler Wind an.
ExtremitätenKrampfhafte Kontraktion der oberen Extremitäten; bei Lähmung. Taubheit der Gliedmaßen. Schwäche in den Untergliedmaßen. Schmerzlose Lähmungen. Adern der Hände geschwollen. Hand zittert beim Schreiben. Knie zittern im Stehen. Stete Kälte der Füße. Finger starr, Daumen in die Handfläche eingeschlagen. Gliedmaßen steif und kalt.
HautEmpfindliche Haut, wund geriebene Stellen, nässende oder blutende Ausschläge. Hautausschläge mit beißendem Jucken wie von Läusen. „Taubheit und Fühllosigkeit des ganzen Körpers.“
SchlafSopor. Gähnen mit Zittern des Unterkiefers [oder: aller Muskeln].
FieberHitzegefühl von geistiger Anstrengung. [Während des Lesens drängt sich eine Hitze aus dem Körper hinaus.]
VerwandtAnacardium; China.

  • Nerium oleander. Tinktur aus den Blättern.

  • Prüfung in Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 1; ferner diverse Vergiftungsfälle, auch vom Riechen an den Blüten.

Oleum animale
AllgemeinesDieses flüchtige Öl wurde zuerst von Dippel zubereitet, durch Destillation aus Hirschhorn [siehe aber unten]. Greift die Nerven an, besonders den Vagus; auch die Verdauungsorgane. Symptome erscheinen hier und da; oder in einzelnen Körperteilen. Angegriffener Teil schmerzt wie wund und zerschlagen. Zittrige Schwäche: der Hände, der Knie, der Füße usw. Schmerz an einzelnen kleinen Stellen. Stechende Schmerzen; brennend, wie von rot glühenden Nadeln. Schmerzen wie in die Höhe gezogen: in den Jochbeinen, den Hoden. Schmerzen von hinten nach vorn: in den Brüsten usw. Eiseskälte: „als ob es aus den Zahnspitzen eiskalt herausginge“; im Hals; im Magen usw. „Schiebender Gang: keine Haltung im Körper.“ Uringeruch: des Aufstoßens, des Ausflusses usw. Schmerzen, als würde das Fleisch von den Knochen gerissen. Üble Folgen von Unterdrückungen, besonders Unterdrückung von Fußschweiß. Neurasthenie.
SchlimmerKälte. Essen. Unterdrückung [von Fußschweiß]. Menstruation. Heiße Getränke. Geräusche. 14–21 Uhr.
BesserReiben. Druck. Strecken. Im Freien. Lagewechsel. Aufstoßen.
Geist und GemütGefühl von Trägheit; will immer sitzen. Nervöse Reizbarkeit. Traurig, in sich gekehrt, mit sich selbst beschäftigt; spricht nur flüsternd. Vergehen der Gedanken. Ohnmacht; gastrischen Ursprungs.
KopfSchmerz an kleinen Stellen.3

3

Beispielsweise: „Brennen an kleinen Stellen oben am rechten Seitenwandbeine (= Os parietale)“; „stechendes Brennen an einzelnen Stellen der Stirnbedeckungen“ usw. (Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre).

Migräne [jeweils am Tag nach einer Party, bei der sie ein schweres Diadem getragen hatte], mit Polyurie. Schwindel gastrischen Ursprungs, besser durch Zurückbeugen des Kopfes.
AugenEs ist ihm, wie wenn verschiedene kleine glänzende Körper vor den Augen hin und her gingen. Tränen der Augen beim Essen. „Es war, als ob die Haut herabhinge und im Sehen hinderte“ [nach Zucken in der Augenbraue]. Zucken in den Augenlidern.
GesichtIn beiden Jochbeinen Gefühl, als würden sie mit Gewalt in die Höhe gezogen. Zucken in den Lippen. Gefühl wie von angetrocknetem Eiweiß auf den Lippen. Anschwellen der rechten unteren Kinnlade, mit Ziehen darunter.
MundZahnweh, besser durch Zusammenpressen der Zähne; mit Gefühl, als ob es „aus den Zahnspitzen eiskalt herausginge“. Fettig im Mund. Schneeweißer Speichel läuft im Mund zusammen, wie Baumwolle. Zunge wund, wie verbrüht. [Erschlaffung der Mundschleimhaut]; beißt sich in die Wange beim Essen.
HalsSchmerzend; trocken; Würgen und Zusammenschnüren im Hals. „Der Hals ist des Morgens sehr trocken mit einem Gefühl, als ob kalte Luft hineinkäme, die sie immer hinunterschlucken müsste. Das leere Schlucken fällt schwer, doch gehen Speisen und Getränke ganz gut durch Schlund und Speiseröhre.“ Räuspert sich und wirft schließlich klebrige Stücke von der Konsistenz dicken braunen Leims aus. Gefühl wie von einem scharfen Dampf im Hals, oder „Rauheit in einer langen Strecke des Halses“; reizt zum Husten.
MagenWasseraufschwulken; besser durch Tabakkauen. Pulsieren im Magen, oder Gefühl, als wäre der Magen voll Wasser. Kältegefühl (wie ein Eisklumpen), Brennen, Zusammenschnürung des Magens; besser durch Aufstoßen. Aufstoßen mit Uringeschmack.
AbdomenBlähungen und Borborygmi.
HarnwegeVermehrter, blasser, heller Harn; nach Fischlake riechend; besonders bei Hysterie und Migräne. Häufiges Urinieren geringer Mengen, danach Kopfweh. „Der Harn scheint ihm grünlich zu sein.“ Dünner Harnstrahl.
Männliche GenitalienAbgang von Sperma, etwa beim Pressen zum Stuhl. Hoden: geschwollen, abwechselnd der eine und der andere; Gefühl wie heraufgezogen, wie gepackt und gewaltsam hochgezogen. Neuralgie des Samenstrangs. Druck im Perineum. Prostatahypertrophie.
Weibliche GenitalienMenstruation: vorzeitig, Blutfluss gering, schwarz. Brüste wund schmerzend vor der Regel. Stechen in die Mamma, von hinten nach vorn. [„Ein spitziger Stich in die weibliche Brust nach vorn.“] Nach vorn schießende Schmerzen, zu den Brustwarzen herausstechend; bei Szirrhus. Ausfluss, der nach Urin riecht.
AtemwegeAsthma nach Unterdrückung von Fußschweiß. Stiche am Schlüsselbein.
HerzÄngstliches Herzklopfen. Langsamer Puls.
Äußerer Hals und Rücken, ExtremitätenSchmerz im (rechten) Schulterblatt, besser durch Druck. Kreuzschmerz wie verrenkt. Unsicherer Gang. Knacken „im Gelenke des Nackens“, beim Aufrichten des Kopfes.
HautWundwerden in den Gelenkbeugen.
FieberWechsel von Frost und Hitze. Kalter, faulig riechender Fußschweiß; nach Fisch riechend, an den Fersen.
VerwandtSulfur; Tellurium.

  • „Ätherisches Tieröl“ (Hartlaub/Trinks), aus Tierknochen oder Hirschgeweih durch trockene Destillation gewonnen. Hartlaub/Trinks widersprechen der Meinung, die dieses Mittel dem J. K. Dippel zuschreibt (der es im übrigen laut Hartlaub/Trinks „aus Blut bereitete“), und geben an, der Stoff sei schon J. van Helmont in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bekannt gewesen.

  • Prüfung: Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, Band 2. Dazu Symptome von Olds (wohl aus einer Prüfung) und klinische Symptome, zitiert in Clarkes Dictionary.

Oleum jecoris
AllgemeinesLebertran ist ein Nährmittel und wirkt auf Brust, Leber, Bauchspeicheldrüse und Sehnen. Schwindsucht, skrofulöse Diathese. Schmerzhaftigkeit wie wund. Brennen an einzelnen Stellen. Fehl- bzw. Mangelernährung. Säuglingsatrophie; Kinder, die keine Milch vertragen. Abmagerung; heiße Hände, heißer Kopf. Mattigkeit, Erschlaffung. Gelbe Absonderungen. Erkältet sich laufend.
SchlimmerMilch. Nasskalte Luft, nasskalte Orte. Bewegung.
GesichtKurze dicke Haare wachsen an Kinn und Oberlippe, bei Frauen.
MundZunge gelb belegt. Stinkender Atem.
AbdomenSchmerzhaftigkeit und Schweregefühl in der Leberregion; schlimmer durch körperliche Anstrengung.
Weibliche GenitalienBringt die Menstruation herbei [bzw. zurück]. Ausfluss: gelb, mit Schwäche des Rückens.
AtemwegeHeiserkeit. Trockener Kitzelhusten, Hüsteln; gemildert, wenn Fieber einsetzt. Tuberkulose im Frühstadium. Schmerzen wie wund oder Stiche in der Brust. Blutspucken. Gelber Auswurf. Husten mit Herzklopfen.
RückenFrösteln den Rücken hinab, oder: Ein flatterndes Gefühl, wie die Unruh einer Taschenuhr, vom Kreuzbein den Rücken hinauf bis zum Hinterkopf [wobei der Patient wie erstarrt ist und weder Hand noch Fuß zu rühren vermag].
ExtremitätenChronischer Rheumatismus mit Rigidität der Muskeln und Sehnen, [Gelenke beinahe unbeweglich]. Handteller heiß; gegen Abend [und in der Nacht].
HautGelb. Milchschorf. Ringelflechte (lokale Anwendung). Kalte Abszesse.
FieberFebris hectica. Nachtschweiß.
VerwandtPhosphorus.

  • Oleum jecoris aselli ist der Lebertran, der vor allem aus der Leber des Dorschs oder Kabeljaus, Gadus morrhua, gewonnen wird.

  • Prüfungen von Neidhard sowie einiger anderer, nachzulesen in AE, Band 7.

Onosmodium
AllgemeinesDieses Mittel wirkt auf Nerven und Muskeln. Bewirkt Verlust der Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit; Sinn für Proportionen gestört. Schmerzhaftigkeit, Wundheitsgefühl und Steifheit der Muskeln; nach Schmerzzuständen [zurückbleibend]. Abgeschlagenheit, Mattigkeit und Müdigkeit; wirkt wie von Geburt an müde. Fühlt sich, als würde sie auf Baumwolle laufen. [Glaubt den Fußboden zu nah, und hebt die Füße deshalb zu hoch.] Taumeln. Neuralgische Schmerzen. Neurasthenie sexueller Art; Verlust der Libido, bei beiden Geschlechtern.
SchlimmerVerrenkungen. Anstrengung der Augen. Sexuelle Ausschweifungen. Dunkelheit. Enge Kleidung. Wärme. Feuchte Luft. Erschütterung.
BesserRuhe. Schlaf. Essen. Kalte Getränke. Ausziehen.
Geist und GemütUnentschlossen. Verwirrt. Vergesslich. Langsam im Denken. Aphasie. Furcht zu fallen beim Treppensteigen oder treppab Gehen.4

4

Aus einer Fallbeschreibung von Greene, zitiert in Clarkes Dictionary. Es besteht ein enger Zusammenhang zu den Sehstörungen, insbesondere der Unfähigkeit, Entfernungen richtig abzuschätzen.

KopfMigräne. Kopfschmerzen: von Anstrengung der Augen; von sexueller Schwäche. [Oder auch:] Kopfschmerzen, die schlimmer im Dunkeln sind [und im Liegen, nicht schlimmer durch Geräusch, Licht, Gebrauch der Augen]. Schwindel, mit Kopfweh; schlimmer im Liegen auf der linken Seite; auch durch Heben der Hände über den Kopf. Hinterkopfschmerz wie eingeschraubt; schlimmer durch Anstrengung der Augen und im Liegen. Schmerz, der vom (linken) Hinterkopf auf- und abwärts zieht, zur Schulter herunter, schlimmer durch Anstrengung. Dumpfes, schweres Aufwärtsdrücken im Hinterkopf.
AugenSchmerzend, schwer, müde und steif. Augensymptome kombiniert mit Symptomen der Ovarien. Kann Entfernungen nicht richtig abschätzen. Verschwommenes Sehen. Rot-Grün-Blindheit.
HalsTrocken und steif; alle Halssymptome besser durch kaltes Trinken und Essen.
Magen, AbdomenGefühl von Auftreibung des Bauches, besser durch Lockern der Kleider. Stühle gelb, breiig, treiben ihn morgen aus dem Bett. Verlangen nach Eiswasser und nach kalten Getränken überhaupt.
HarnwegeUrinieren: häufig; geringer Mengen. Aromatisch riechender Urin.
Männliche GenitalienVerlust des Sexualverlangens. Psychisch bedingte Impotenz. Schnelle Ejakulation, mangelhafte Erektion. [Oder:] Sexuelle Erregung; anhaltende, starke Erektionen.
Weibliche GenitalienSexualverlangen völlig verschwunden. Schmerzen abwechselnd in beiden Eierstöcken. [Sie lassen eine Schmerzhaftigkeit zurück, die so lange andauert, bis die Schmerzen wiederkommen.] Uterusschmerzen, besser durch Ausziehen und in der Rückenlage. Schmerzhaftigkeit der Eierstöcke mitsamt dem Mastdarm. [Andauerndes] Gefühl, als sollte die Menstruation beginnen. Ausfluss: wund machend, gelblich, übel riechend, reichlich, läuft die Beine herab. Brüste geschwollen, schmerzend. Jucken um die Brustwarzen.
AtemwegeHüsteln, mit klebrigem weißem Sputum, besser durch Trinken von kaltem Wasser.
RückenMüdigkeitsgefühl im unteren Teil des Rückens.
ExtremitätenGefühl von Müdigkeit und Taubheit in den Unterschenkeln und Kniekehlen.
VerwandtCimicifuga; Hypericum; Lilium tigrinum; Rhus toxicodendron.

  • Onosmodium virginianum ist der „Falsche Steinsame“, ein amerikanisches Raublattgewächs. Verwandtschaft besteht mit den „echten“ Steinsame-Arten der Gattung Lithospermum, die auch in Deutschland vorkommen.

  • Prüfung von W. E. Green (nach Clarke, Dictionary), in substanziellen Dosen.

Opium
AllgemeinesOpium enthält ca. 18 Alkaloide, bekannt sind Morphin und Codein sowie Apomorphin5

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Apomorphin kommt nicht natürlich vor. Es entsteht beim Erhitzen von Morphin mit Salz- oder Schwefelsäure.

. Greift Nerven, Geist, Gemüt und Sinne an und erzeugt Unempfindlichkeit des Nervensystems, Schmerzlosigkeit [wenn Schmerz zu erwarten wäre], Depression, „betäubungsähnliche Schlafsucht“, Torpidität, allgemeine Trägheit der Funktionen des Organismus, Mangel an Reaktion der Lebenskraft – kurz, eine Art Negativzustand. Die Ab- und Aussonderungen werden sämtlich vermindert, mit Ausnahme derer durch die Haut [die Schweißsekretion erhöht sich]. Die Tätigkeit der dem Willen unterworfenen Muskeln wird vermindert.6

6

Hahnemann unterscheidet in der Reinen Arzneimittellehre zwischen Erst- und Nachwirkung: „In der Erstwirkung … scheint er [der Mohnsaft] die Reizbarkeit und Tätigkeit der dem Willen unterworfenen Muskeln kurze Zeit zu erhöhen, die der unwillkürlichen aber auf längere Zeit zu mindern … in der Nachwirkung … Unreizbarkeit und Untätigkeit der willkürlichen und krankhaft erhöhte Erregbarkeit der unwillkürlichen Muskeln …“

Sinken der Kräfte: Verlust der Konzentrationsfähigkeit, der Selbstbeherrschung, des Urteilsvermögens. Lähmungen: schmerzlose; des Gehirns, der Zunge, des Darms usw. Zittern, Zuckungen, Rucke; auch im Schlaf. Krämpfe: schlimmer durch Wärme, sowohl warmes Zimmer als auch heißes Bad. Das Bett kommt ihr heiß vor; stets auf der Suche nach einem kühlen Fleck darin. Hitzeempfindungen: heißer Schweiß; heiße Hände.7

7

Ein Prüfungssymptom von Weber, aus AE zitiert: „Manchmal spürte ich eine brennende Hitze, die durch alle meine Glieder lief, besonders stark aber in den Handflächen war.“

Benommener, ‚stupider‘ Schlaf begleitet alle Beschwerden; auch während der Krämpfe, bei heftigem Frost usw. Epileptische Anfälle: im Schlaf auftretend; wenn sich Fremde nähern (bei Kindern); nach Schreck; schlimmer durch grelles Licht; ausgelöst durch Zorn oder Kränkung. Schlägt mit den Gliedmaßen oder streckt die Arme rechtwinklig vom Rumpf weg; Stupor zwischen den Krampfattacken. Mangel an Empfänglichkeit für gegebene Arzneimittel, auch wenn sie indiziert sind. Alle Viertelstunden wiederkehrende Ohnmacht. Gefühl körperlichen Wohlbehagens; Zustände von Glückseligkeit. Schmerzlose Geschwüre. Eiterung. Wassersüchtige Anschwellung des Körpers. Innerliche Trockenheit [z. B. des Mundes, des Halses usw.] Üble Folgen von: Furcht, Schreck8

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„Riechen an ein senfsamengroßes Streukügelchen mit potenzierter Mohnsaft-Auflösung befeuchtet stellt den auch noch so heftig Erschrockenen fast augenblicklich wieder her, aber nur unter der Bedingung, dass er es sogleich nach erfolgtem Schrecke riecht – später angewendet bringt es keine Hülfe, eher Nachteil hervor“ (Hahnemann, Reine Arzneimittellehre).

, Zorn, Scham, allzu plötzlicher Freude; Kohlendunst, Sonneneinstrahlung [Sonnenstich]. Beschwerden werden von Schwitzen begleitet. „Ein Mann von 38 Jahren, der vom 12. Jahr an Onanie getrieben hatte, verfiel in größte Verzweiflung über seine zerrüttete Gesundheit, welche in einen Zustand völligen Blödsinns überging.“9

9

Die Quelle dieses Falles ist Hygea, Band 21, S. 141. Der „Blödsinn“ zeichnete sich u. a. durch folgende Symptome aus: „Er ist trotz allem Zureden nicht aus dem Bett zu bringen, liegt schweigsam da, beachtet die Fragen so wenig, dass man ihn durch Klopfen auf die Schulter und Aufrütteln dazu bewegen musste. Mit dem Ausdruck völliger Geistesabwesenheit antwortet er dann, ob richtig oder unrichtig, allemal Ja.“

SchlimmerGemütsbewegungen: Furcht; Schreck; Scham; Freude. Gerüche. Alkohol. Schlaf. Unterdrückung bzw. Ausbleiben von Absonderungen. Zurücktretende Hautausschläge. Erhitzung. Sonneneinwirkung.
BesserKälte. Entblößung. Fortgesetztes Gehen.
Geist und GemütTotale Bewusstlosigkeit [kommt nicht einmal durch Berührung des Auges oder kaltes Wasser zu sich]. Apoplektische Zustände. Gemütsruhe. Will nichts; sagt, ihm fehle nichts. „Extasen des Geistes und Entzückungen des Gemüts“; lebhafte Einbildungen, starke Phantasien. Heiterkeit. Redselig [delirierendes Schwatzen]. Verwegenheit, vorschnell. Furchtlos, unerschrocken, erhöhter Mut. Fühlt sich wie im Traum. [Aber auch:] Träge. Stumpfsinnig. Stupide. „Dummheit und Blödsinn.“ Verlust aller Willenskraft. Neigung zum Lügen. Ängste: nach Schreck; die Furcht, die den Schreck begleitet, währt lange fort. [Seelische Schocks, wenn man das entsetzliche Erlebnis nicht überwinden kann; es tritt einem immer wieder vor Augen.] Delirium tremens; Delirium mit Entsetzen erregenden Visionen. Bildet sich ein, nicht zu Hause zu sein; möchte heim. Flockenlesen. Gleichgültigkeit gegen Schmerz und Vergnügen. Sieht schreckliche Phantasiebilder, hat Erscheinungen; sieht Mäuse, Skorpione usw. Sinnestäuschungen: optische, des Geschmacks-, des Tastsinns; Entstellung aller Sinneswahrnehmungen. Bildet sich ein, bestimmte Teile seines Körpers würden übermäßig groß [etwa die Augen]. Nervös, gereizt; Neigung zum Aufschrecken.
KopfSchwindel: nach Schreck; alter Leute, unter Leichtigkeits- oder Schwebegefühl im Kopf; nach Kopfverletzungen. Schwere des Kopfes, besonders des Hinterhauptes. Gehirnlähmung. Heißer Kopf, mit heißem Schweiß.
AugenGlasiger, stierer Blick; unbewegliche Augen. Pupillen zusammengezogen oder erweitert, nicht auf Licht reagierend. Augen halb geschlossen, Augäpfel aufwärts gekehrt. Lidptosis. Optische Halluzinationen. [Wilde], hervorgequollene, rote Augen [und ganz rotes Gesicht]. Embolie der A. centralis retinae.
OhrenÜberempfindliches Gehör. Schlagende Uhren in großer Entfernung halten sie wach.
NaseVerlust des Geruchssinns.
GesichtDunkelrot, aufgetrieben, schweißig; oder heiß und rot; oder öfter Abwechslung von Röte und Blässe. Betäubter Gesichtsausdruck, wie betrunken. Zuckende Mundwinkel; konvulsives Zittern der Gesichtsmuskeln. Gesicht alt aussehend, besonders bei Kindern; nach Enteritis; Gesicht eines 3 oder 4 Wochen alten Säuglings sieht aus wie das eines alten Mannes. Herabhängen des Unterkiefers. Trismus. Lippen geschwollen und vorstehend.
MundZunge: gelähmt; zur rechten Seite heraushängend; schwarz; trocken, Sprechen fällt schwer. Blutiger Schaum vor dem Mund. Mundtrockenheit.
HalsTrocken. „Unvermögenheit zu schlingen.“ Beim Schlucken geraten die Speisen entweder in die Luftröhre oder kommen durch die Nase wieder [aufgrund einer Parese der Schlingmuskeln].
MagenHungrig, aber kein Verlangen zu essen. Erbrechen: bei Peritonitis; [bei Intussuszeption oder eingeklemmtem Bruch] Erbrechen von Kot und Harn. Sehr durstig. Brechwürgen, durch Gemütserregung entstanden.
AbdomenHart, tympanitisch aufgetrieben. Empfindung wie von einer Last im Unterleib [in der Nabelgegend]. Die Därme scheinen völlig verschlossen. [Bei der Anstrengung zum Stuhlgang Gefühl, als wenn der Weg in den Mastdarm verschlossen wäre.] Paralytische Atonie des Darms; nach Laparotomie. Bleikolik. Eingeklemmter Nabel- oder Leistenbruch. Hartnäckigste Stuhlverstopfung. Stühle, die aus harten, schwarzen Ballen bestehen. Stuhlverhaltung bei Darmverschluss. Blutiger Schleim sickert aus dem offen stehenden After. Unwillkürliche Stühle; nach Schreck. Ungeheurer, drückend auseinander pressender Mastdarmschmerz. Schwieriger Abgang von Blähungen [aufgrund krampfhafter Verschließung des Afters]. Krämpfe des Intestinums, das Kind schreit Tag und Nacht [und ist überhaupt nicht zu beruhigen].
HarnwegeParalytische Atonie der Blase; nach Laparotomie. Harnverhaltung: bei Säuglingen, wenn die Mutter vor dem Stillen sehr zornig war [oder einen argen Schreck hatte]; aufgrund von Krämpfen des Blasenhalses; nach Schreck. [Gefühl bei der Anstrengung zum Harnen, als wenn der Weg zur Harnröhre verschlossen wäre.] Kann erst nach langer Anstrengung Harn lassen; schwacher Harnstrahl. Harninkontinenz nach Schreck. Nierenkolik; Schmerz strahlt aus zur Blase und den Hoden.
Männliche Genitalien[Tripper:] „Entsteht die spastische Striktur nach dem Genuss schlecht gegorener Getränke und bei Leuten, die gern viel geistige Getränke zu sich nehmen, dann ist Opium sehr hilfreich.“
Weibliche GenitalienDysmenorrhö, [wehenartige Schmerzen in der Gebärmutter], zum Zusammenkrümmen des Unterleibs nötigend; mit [ängstlichem, aber fast vergeblichem] Stuhldrang. Ausbleiben der Monatsblutung nach Schreck. „Die Gebärmutter war weich.“10

10

So bei Hahnemann. In AE korrigiert Hughes, der nach eigener Angabe die Originalformulierung von d'Outrepont nachgeschlagen hat: „Der Uterus ist so weich, dass die Bewegungen des Fetus äußerlich spürbar sind. Dies koinzidierte mit dem allgemeinen Lähmungszustand.“ Freilich handelte es sich hier um eine hochschwangere Frau! Bei Hering gibt es folgende Indikation: „Weichheit des Uterus, mit stinkendem Ausfluss (nach Metritis).“

[Die Bauchdecken waren sehr schlaff.] Lebhafte, heftige Bewegungen des Fetus. Wochenbettkonvulsionen. Drohender Abortus nach Schreck; Aufhören des Wochenflusses aufgrund von Schreck. Konvulsive Bewegungen nach plötzlichem Aufhören der Wehen [gefolgt von betäubtem Schlaf mit lautem Schnarchen]. Uterusvorfall, durch einen Schreck verursacht. Anhaltender Schluckauf während der Schwangerschaft.
AtemwegeRasselnde, ungleichmäßige Atmung. Seufzeratmung, schnarchende oder röchelnde Atmung, das Schnarchen oder Röcheln hält an [und vergeht nicht spontan wieder]. Atemstillstand beim Einschlafen, Atmung setzt erst wieder ein, wenn der Patient bewegt [gerüttelt] wird.11

11

„Der Patient gerät ohne das Gefühl von Atemnot in ein Atemdefizit; wenn man ihn nicht ständig daran erinnert, atmet er bald automatisch wieder zu langsam“ (R. Wilbrand).

Husten: Kitzelhusten; wird blau im Gesicht, der Atem bleibt weg; starker Schweiß am ganzen Körper; Hustenreiz gelindert durch Wassertrinken. [Er fühlt] Hitze in der Brust. Blutspucken. Verliert die Stimme nach Schreck. Gähnen nach dem Husten.
HerzBrennen am oder im Herzen. [Im Herzen ein Brennen, wie von glühenden Kohlen, dass sie glaubt, vergehen zu müssen.] Schwache Herzaktion. Voller, langsamer Puls. Herzklopfen nach alarmierenden Ereignissen, Schreck, Kummer, Sorge usw.
Äußerer Hals und RückenOpisthotonus. Heftig pulsierende Arterien und aufgetriebene Venen am Hals.
ExtremitätenZittern der Glieder nach Schreck. Zuckungen und krampfhafte Bewegungen der Gliedmaßen. Schmerzlose Lähmungen. Adern der Hände aufgetrieben. Gefühl, als wären ihre Beine abgetrennt und gehörten zu einer anderen Person. Taubheit und Schwäche der Gliedmaßen. Schlurfender, zittriger Gang. „In dem einen oder anderen Arm ein konvulsives Hin- und Herbewegen.“
HautKribbeln hie und da. Allgemeines Jucken. [Beschwerliches Jucken über den ganzen Körper.] Raue, schmutzige Haut; trockene Haut. Schmerzlose, indolente Geschwüre [die weder heilen noch sich ausbreiten, mit Gefühllosigkeit im Geschwür]. Der ganze Körper sieht rot aus. Blaue Flecken [hie und da am Körper].
SchlafSomnolenz. Schwerer, benommener, „dummer“ Schlaf; bei alten Leuten. Müde und schlaflos; Säufer. Schlaflosigkeit durch Überempfindlichkeit des Gehörs [in der Ferne schlagende Uhren halten sie wach]. „Wachende Schlaf-Trunkenheit.“ Schläfrig, kann aber nicht einschlafen. [Kinder-]Träume von Katzen, Hunden, schwarzen Gestalten.
FieberAllgemein verminderte Körpertemperatur mit Neigung zum Stupor. [Oder:] Heiß, verschwitzt, schläfrig; bei Kälte der Extremitäten. Heißer Schweiß am ganzen Körper, mit Ausnahme der Untergliedmaßen. [Schweiß vorzüglich an den oberen Teilen, während die unteren heiß und trocken sind.] Schweiße, [profus]; ohne Linderung.
KomplementärAlumina; Baryta carbonica; Bryonia; Phosphorus; Plumbum.
VerwandtArnica; Nux moschata.

  • „Mohnsaft“ (Hahnemann), Milchsaft aus den Köpfen des Schlafmohns, Papaver somniferum. Hahnemann kritisiert die Anstrengungen, die Alkaloide, insbesondere Morphin, rein darzustellen, weil daraus weder „für die Arzneikunst überhaupt“ noch „für das Heil der Kranken insbesondere … das mindeste Zuverlässige oder Wohltätige daraus hervorzugehen scheint“.

  • Neben Hahnemanns umfangreicher Sammlung in der Reinen Arzneimittellehre, Band 1, haben die österreichischen Prüfungen aus der Zeitschrift des Vereins der homöopathischen Ärzte Österreichs von 1862 eine gewisse Bedeutung. Es gibt ferner eine Unzahl von Beobachtungen an Vergifteten und Kranken (vgl. AE, Band 7 und 10). Einige Symptome aus Hahnemanns Text sind in Hartlaub/Trinks' Reiner Arzneimittellehre, Band 1 etwas ausführlicher dargestellt.

Origanum
AllgemeinesDer Majoran hat eine starke Wirkung auf die weiblichen Sexualorgane. Erhöhtes Verlangen nach Geschlechtsverkehr. Erotische Wahnzustände, mit Suizidneigung. [Große sexuelle Irritation; glaubt sich verloren und verachtet; schreit auf, der Teufel komme zu ihr.] Starke sexuelle Erregung, die zur Masturbation treibt.12

12

Fallbeschreibungen ist zu entnehmen, dass vor allem der Widerspruch zwischen der Masturbationsneigung und religiösen Werten (der Frau selbst und/oder ihrer Umgebung) das Krankheitsbild prägte. Etwa: „Tägliche Masturbation; unternimmt größte Anstrengungen, ihre sexuellen Neigungen zu überwinden, widmet sich vergebens religiösen Exerzitien, um ihre Willenskraft zu stärken“ (Hering, Guiding Symptoms).

Lüsterne Gedanken, Triebe und Träume. Anschwellen und Jucken der Brustwarzen13

13

In der Prüfung an einem Mann beobachtet.

, Schmerzen in den Brüsten. Traurigkeit den ganzen Tag, dann lebhafte Stimmung und übermäßige freudige Erregung mit Ehegedanken und Verlangen nach aktiver körperlicher Betätigung, das sie zum Herumlaufen nötigt.
VerwandtCantharis; Hyoscyamus; Platinum.

  • Das Gewürz Majoran, Majorana hortensis Moench = Origanum majorana L. Gelegentlich wird auch der Wilde Majoran oder Dost angegeben, Origanum vulgare L., allerdings mit den gleichen Symptomen. Die Prüfung ist wohl, nach Clarkes Dictionary, mit Majorana vorgenommen worden.

  • Prüfung von Dr. Cessoles. Das französische Original liegt in mehreren englischen Übersetzungen vor. Die Darstellung in AE, Band 7, ist die Übersetzung einer deutschen Übersetzung (AHZ 37:139); Hales Text in den New Remedies bezieht sich auf eine Übersetzung der französischen Prüfung ins Englische durch Gallavardin.

Osmium
AllgemeinesDieses Metall kommt mit Platin vergesellschaftet vor. Es greift die Atemwege an, besonders die Luftröhre. Übel riechende Absonderungen, aber: Urin hat Veilchenduft; Ructus riechen nach Rettich, der Achselschweiß nach Knoblauch. Kribbelgefühl [wie von Insekten] auf Rücken und Schultern. Schmerzen schießen auf- und abwärts [etwa im Brustbein]. Bewirkt Adhäsion des Nagelwalls.
SchlimmerHusten. Sprechen.
Geist und GemütWeinerliche Stimmung und Schreien beim Husten.
AugenGrünlicher oder Regenbogen-Hof um eine Lichtquelle. Glaukom, mit Sehen von Regenbogenfarben.
NaseLaufende Nase, mit Gefühl, als wäre sie verstopft. Schniefen, Schnüffeln; Reizung der Nase wie von Schnupftabak.
MagenEmpfindung wie voller Bruchsteine oder Brocken. Aufstoßen mit Rettichgeruch.
HarnwegeUrin: eiweißhaltig; Veilchengeruch.
Männliche GenitalienStetes Wehtun in der Eichel. Schmerz in Hoden und Samenstrang.
AtemwegeKrampfhafter Husten; klingt, als ob man in ein hohles Rohr husten würde; mit Gefühl, als würde bei jedem Hustenstoß die Schleimhaut losgerissen; mit klebrigem Sputum. Beim Sprechen [bei jedem Wort] Schmerz im Kehlkopf. Empfindlichkeit der Luftwege [auch gegen kalte Luft].
RückenJucken, wie von kribbelnden Insekten, auf Schulter und Rücken.
ExtremitätenAchselschweiß riecht nach Knoblauch. Zucken der Finger bei dem krampfhaften Husten. Nagelwall bleibt mit dem wachsenden Nagel verbunden.
HautEkzem. Juckende Hautblüten.
VerwandtArsenicum; Iodium; Phosphorus.

  • Osmium ist ein Metall (Element der Platingruppe); die Symptome stammen teils von elementarem Osmium, teils von Osmiumtetroxid (OsO4).

  • Sammlungen von Prüfungssymptomen stammen von Bojanus, Stokes und Hering; teilweise handelt es sich um „Riechprüfungen“. Zu finden in AE, Band 7.

Oxalicum acidum
AllgemeinesObwohl die Salze der Oxalsäure in bestimmten sauren Gemüsen vorkommen, die wir essen [Rhabarber, auch Spinat, Tomate], ist die Säure selbst doch ein sehr starkes Gift, das nicht nur Gastroenteritis hervorruft, sondern auch Nerven und Rückenmark angreift und motorische Lähmungen bewirken kann. Der Patient wird schwach, kalt, bläulich, mit Gefühllosigkeit am ganzen Körper, besonders an den unteren Gliedmaßen. Sehr starke, quälende Schmerzen: blitzartig zuckend; auf schmalen Streifen; auf kleine Stellen beschränkt; brennend usw. [„Die Schmerzen nehmen eine kleine längliche Stelle ein.“] Symptome werden schlimmer durch Bewegung und daran Denken, ja, Denken an ein Symptom wird dieses auch dann hervorbringen, wenn es gerade nicht vorhanden war. Rheumatismus der linken Körperseite. Neurasthenie. Neuralgien. Lähmungen: linksseitig; nach Meningitis spinalis. Periodisch wiederkehrende Beschwerden.
SchlimmerDaran Denken. Kälte. Berührung. Rasieren. Geistige Anstrengung. Bewegung. Erdbeeren, saures Obst, Trauben.
BesserNach Stuhlgang.
Geist und GemütNervös und schlaflos. Große Munterkeit; schneller im Denken und Handeln. Alle Zustände werden schlimmer, wenn man an sie denkt.
KopfSchwindel: „als er sich niedergelegt hatte, wie ein Schwimmen des Kopfes [nach links hin]“; beim Hinaussehen zum Fenster. Bandgefühl um den Kopf. [Eingenommenheit im Kopf, mit einem] Druck, als ob eine Schraube oben hinter den Ohren von beiden Seiten zusammenpresste, [vor und beim Stuhl], besser nach dem Stuhlgang. Prickeln wie eingeschlafen im Hinterkopf. Schmerz am Kopf auf kleinen Stellen, sehr empfindlich gegen Berührung.
AugenKleine Gegenstände, besonders Linien, Striche, Haare, scheinen größer, „als ob er sie sich beim ersten Erblicken in einer größeren Entfernung dächte“.14

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Das bedeutet: Der Prüfer meint, die Gegenstände wären weiter weg, als sie es wirklich sind; deswegen hält er sie für größer. Beispielsweise: „Haare in zollweiter Entfernung erscheinen ihm, als wären sie 3, 4 Fuß weg und also dicke Taue“ (Hering, Amerikanische Arzneiprüfungen). Das Symptom ist bei einem Kurzsichtigen beobachtet worden.

Schwarzwerden vor den Augen bei Nasenbluten. Überempfindlichkeit der Netzhaut.
GesichtBlass, kalt, livide. Ein innerliches Hitzegefühl, besonders im Gesicht.
MundSaurer Mundgeschmack; saures Aufstoßen, mit Schluckbeschwerden.
MagenLeeregefühl und nagendes Gefühl im Magen, was zum Essen nötigt. Brennender Schmerz, der aufwärts zieht, schlimmer durch die geringste Berührung der Magengegend; schlimmer durch Zucker [gezuckerten Tee oder Kaffee]. Kann Erdbeeren nicht essen. Zucker, Kaffee und Wein sind unbekömmlich.
AbdomenKolik um den Nabel; unwillkürliche lehmartige, braune Stuhlgänge; die Bauchschmerzen kommen wieder, sobald man sich ins Bett legt.15

15

Bei Phatak: „besser im Liegen“. Hier korrigiert nach dem Symptom Nr. 347 aus den Amerikanischen Arzneiprüfungen: „Lag des Morgens noch im Bette und fühlte [sich] ganz wohl, als er, 6 Uhr, von einem unleidlichen Gefühl im ganzen Bauche plötzlich befallen wurde. Nach etlichen Minuten Kneipen in und um den Nabel [und Stuhlgang, zunächst härter, dann breiig]. Nach wieder zu Bette Gehen in 5 Minuten die Schmerzen wieder, sehr heftig um den Nabel, Hinunterdrängen nach dem After, Stuhlzwang und Kneipen, kopiöse Ausleerung breiigen, dunkel lehmig braunen Stuhls. Sowie er sich wieder zu Bette begab, kam der Schmerz ohne Ausnahme wieder, er mochte dann sitzen oder sich umlegen; beim Umhergehen ließ der Schmerz nach.“

Schwieriger Blähungsabgang. Stechende Schmerzen in der Milzgegend16

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Bei Phatak heißt es, Herings Guiding Symptoms folgend, „Lebergegend“. In den Amerikanischen Arzneiprüfungen, die Hering noch selbst zusammengestellt hat, ist aber von der Milz die Rede.

; [heftiges Stechen im ganzen Unterleib, ging bis in die Milzgegend, musste dann tief atmen, worauf es verging]; das Stechen nötigt zum Tiefatmen, worauf es vergeht. Ohnmacht und Erbrechen beim Stuhlgang. Durchfall nach Kaffeetrinken. [Sogleich nach Kaffeetrinken Durchfall-Gefühl.] Chronische Enteritis.
HarnwegeSobald man ans Wasserlassen denkt, kommt auch wirklich Harndrang auf. Bei jedem Harnlassen Schmerz vorn in der Eichel. Oxalurie.
Männliche GenitalienNeuralgische Schmerzen im Samenstrang; schlimmer durch die geringste Bewegung. Klopfen oder Quetschungsgefühl in den Hoden.
AtemwegeHeiserkeit mit Störungen der Herztätigkeit. Stimmlosigkeit durch Lähmung der Stimmbänder. Stimme verändert; leise, schwache Stimme17

17

Auch auf Dauer, wie ein Vergiftungsfall zeigt, der bei AE referiert wird. Der Vergiftete hatte eine bemerkenswerte Bassstimme besessen, die sich nie wieder ganz erholte (und nun wie eine „Altmännerstimme“ klang).

. Atemnot; nachts. Kurze, stoßweise Einatmung, plötzliches, gewaltsames Ausatmen [als ob man in einer plötzlichen Anstrengung versuchte, den starken Angina-pectoris-Schmerz durch Ausstoßen der Luft aus den Lungen zu vermindern]. Schmerz von der (linken) unteren Brustregion zur Oberbauchgegend hin. Brust unbeweglich [muss unbeweglich und bolzengerade dasitzen]. Linke Lunge schmerzhaft.
HerzScharfe Stiche in der linken Lunge und im Herzen, herunter nach der Oberbauchgegend zu; den Atem nehmend; sitzt bolzengerade da, mit über der Brust gefalteten Armen. Herzklopfen, besonders nach dem Niederlegen. Angina pectoris. Herzsymptome [unregelmäßiger und ungleicher Herzschlag] im Wechsel mit Aphonie. Herzschläge setzen aus, wenn man daran denkt. Beständiges Herzflattern.
Äußerer Hals und RückenGefühl von Taubheit, Kribbeln und Prickeln wie eingeschlafen im Rücken. [Große Abgeschlagenheit, mit] Gefühl, als wäre das Rückgrat zu schwach, den Körper zu tragen. Kälteüberlaufen, besonders vom unteren Teil des Rückgrats aufwärts.
ExtremitätenSchwache, zitternde Hände und Füße. Ziehend stechende Schmerzen, die die Gliedmaßen hinunterschießen. Untergliedmaßen blau, kalt, gefühllos; unbeweglich. Taubheitsgefühl, das sich von den Schultern zu den Fingerspitzen ausbreitet. Hände eiskalt, wie abgestorben. Fortwährender Verstauchungsschmerz im (rechten) Handgelenk, muss es dehnen und recken [bis es knackt]; kann nichts mit dieser Hand halten. Schmerzen im Fleisch des (rechten) Daumens [beim Schreiben].
HautEmpfindlich, wund, beißend schmerzend, besonders nach dem Rasieren. Schwitzt leicht. Auf runden Stellen marmorierte Flecke.
VerwandtArsenicum; Picricum acidum.

  • Die Oxalsäure, HOOC-COOH.

  • Zahlreiche Vergiftungsfälle und einige Prüfungen, unter anderem von Reil (HVJ), zusammengefasst in Herings Amerikanischen Arzneiprüfungen.

Oxytropis
AllgemeinesDiese Pflanze, als ‚Wahnsinnskraut‘ bekannt, hat eine ausgeprägte Wirkung auf das Nervensystem und ruft Gangstörungen hervor: unsicherer, taumelnder Gang oder unfreiwilliges Rückwärtsgehen. Große Niedergeschlagenheit. Harndrang beim daran Denken. Zittern und Leeregefühle.
SchlimmerDaran Denken. Jeden zweiten Tag.
BesserNach Schlaf.

  • Oxytropis lamberti bzw. O. campestris, eine Leguminose. Sie soll bei Rindern „loco-disease“, d. h. eine Art „Rinderwahnsinn“ hervorrufen.

  • Prüfungen von Gee und Gentry sowie Beobachtungen an erkrankten Rindern. Die Symptome sind bei Clarke, Dictionary zusammengefasst.

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