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B978-3-437-56865-7.00016-1

10.1016/B978-3-437-56865-7.00016-1

978-3-437-56865-7

Homöopathika P

Paeonia
AllgemeinesAusgeprägt sind After- und Hautsymptome. Die Haut ist sehr empfindlich: Ulzerationen, durch Druck, etwa von zu engen Stiefeln, Wundliegen usw. Schmerzen stechend oder wie von Splittern. Varizen. Wälzt sich auf dem Boden vor Schmerz [bei Analfissuren].
SchlimmerBerührung oder Druck. Nachts. Bewegung. Stuhlgang.
Geist und GemütUnangenehme Nachrichten ergreifen ihn heftig.
RektumQuälender Schmerz am After: [bei und nach jedem Stuhlgang], nach dem Stuhl lange anhaltend; nachts, [am Schlaf hindernd], muss aufstehen und auf und ab gehen. Fissuren und Fisteln im Analbereich. Hämorrhoiden: groß, ulzeriert. Schmerzhaftes Geschwür am Perineum, das übel riechende Feuchtigkeit ausschwitzt. Anus mit Krusten bedeckt.
SchlafBeängstigendes Alpdrücken. [Traum von einer abenteuerlich gebildeten Figur (Alp), die auf der Brust sitzt und auf sehr beängstigende Weise den Atem erschwert.]
HautEmpfindlich. Geschwüre durch Druck; Dekubitus. Entzündeter Großzehenballen.
VerwandtRatanhia.

  • Paeonia officinalis L., die Pfingstrose; benutzt wird die (im Frühjahr ausgegrabene) Wurzel.

  • Prüfungen: Eine anonyme Prüfung ist 1827 in den Praktischen Mitteilungen der correspondirenden Gesellschaft homöopathischer Ärzte erschienen (auch bei Jahr, Symptomencodex nachzulesen). Eine umfangreichere Prüfung von Geyer erschien zuerst in Hygea, Band 21, und findet sich auch im Anhang des Handbuchs von Noack/Trinks/Müller, Band 2.

Palladium
AllgemeinesDieses Metall findet sich als Begleiter von Platin und Gold und ist ihnen in seinen Wirkungen eng verwandt. Wirkt auf die Ovarien, besonders das rechte Ovar; auch auf den Uterus sowie Geist und Gemüt. Schmerzen sind flüchtig, vorübergehend1

1

„Die Schmerzen sind so flüchtig und vorübergehend, dass es schwer ist, sie zu beschreiben. Stiche, rheumatische Schmerzen verändern sich plötzlich (von einem zum andern) und dauern oft nur kurze Zeit“ (aus Herings Prüfungsbericht in Oehmes Übersetzung, AHZ).

. Schwäche; Abneigung gegen körperliche Anstrengung. Schmerzhaftigkeit wie zerschlagen. Beschwerden durch schlechte Nachrichten.
SchlimmerGemütsbewegungen, vor allem starke; Kränkung. Gesellschaftliche Ereignisse. Stehen. Anstrengung.
BesserBerührung. Druck. Ablenkung. Reiben. Nach dem Schlaf; nach Stuhlgang.
Geist und GemütSehr auf Anerkennung aus; hält viel auf die gute Meinung anderer und legt großen Wert darauf. Sehr anfällig für Kränkungen, ob reale oder eingebildete; verletzter Stolz, Einbildung, vernachlässigt zu sein; macht sich manchmal Luft in derben Ausdrücken. Traurige Nachrichten machen alle Symptome schlimmer. Zeit vergeht zu langsam. [Wenn er nach der Uhr sieht, ist weniger Zeit vergangen, als er erwartet hätte.] Hält sich glänzend in Gesellschaft, doch danach sehr erschöpft.
KopfGefühl, als würde der Kopf rückwärts und vorwärts geschwungen. Kopfweh von Ohr zu Ohr über den Scheitel hinweg; Kopfschmerz verschwindet, wenn die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird.
GesichtFahle Gesichtsfarbe, blaue Halbringe unter den Augen.2

2

Symptom vervollständigt nach dem Prüfungsbericht und den Guiding Symptoms, Phatak hat nur „blau, fahl“.

HalsGefühl, als ob etwas in der Gegend des Zungenbeins hinge oder als ob sich eine Brotkrume dort festgesetzt hätte. Schleim aus dem Hals, durchsichtig und zäh wie Eiweiß.
AbdomenSchießender Schmerz vom Nabel bis in die Brüste oder ins Becken, besser nach dem Stuhlgang. Unangenehmes Gefühl in den Weichen3

3

Phatak hat „Hohlheitsgefühl in den Leisten“, was dem von Allen wiedergegebenen Prüfungssymptom entspricht („groins“). In der AHZ, den Guiding Symptoms und Clarkes Dictionary ist jedoch von den „flanks“, Weichen, die Rede, was m. E. wahrscheinlicher ist.

, als wären die Eingeweide dort entfernt worden. Gefühl im Bauch, als ob kleine Stücke der Gedärme [von einem Tier] abgebissen würden. Kolikschmerz im Bauch, schlimmer durch Husten und Niesen. Verstopfung, die Stühle oft weißlich.
HarnwegeSchneidender Schmerz in der Blasengegend, besser nach Stuhlgang. Die Blase fühlt sich voll an, dennoch wird nur wenig Harn entleert.
Weibliche GenitalienVorfall oder Retroversion des Uterus. Subakute Peritonitis im Beckenraum. Herabdrängende Schmerzen, erleichtert durch Reiben. Schneidende Schmerzen in der Uterusgegend, nach Stuhlgang gebessert. Menstruation setzt während der Stillzeit wieder ein. Durchsichtiger, gallertartiger oder gelber Fluor, schlimmer vor und nach der Periode. Gefühl wie von einem bleischweren Gewicht im Becken, schlimmer beim Stehen. Eierstockschmerz, gemindert durch Druck. Schmerzhaftigkeit im Unterleib nach der Regel, mit Ahnung, als ob sich etwas Schreckliches zutragen sollte.
Äußerer Hals und RückenGefühl von Ermüdung im Kreuz.
ExtremitätenFlüchtige neuralgische Schmerzen in verschiedenen Körperteilen. Schießende Schmerzen von den Zehen bis zu den Hüften.
HautJucken am ganzen Körper, [beim und] nach dem Ausziehen.
VerwandtAsa foetida; Platinum.

  • Das Element Palladium.

  • Prüfung von Hering und anderen, zugänglich bei AE, Band 10, sowie in deutscher Übersetzung durch Oehme in der AHZ, Band 98.

Pareira brava
AllgemeinesDer Urogenitaltrakt und die linke Körperhälfte sind Wirkungsgebiete dieser Arznei. Beständiger Harndrang; heftiger Schmerz in der Eichel und die Schenkel herab während der Anstrengung zum Wasserlassen; muss sich auf Knie und Hände niederlassen und den Kopf fest gegen den Boden drücken, damit die Entleerung der Blase gelingt. Verdickung und fast knorpelige Verhärtung der Schleimhäute von Harnröhre und Blase. Nierenkolik; Prostatahypertrophie; mit Harnverhaltung und Blasenkatarrh. Dysurie. Urin enthält dicken, zähen weißen Schleim oder roten Sand. Ödem der unteren Gliedmaßen.
VerwandtBerberis; Medorrhinum.

  • Mit Cocculus indicus verwandte Kletterpflanze Westindiens und Indiens, „Samtblatt“. Tinktur aus der frischen Wurzel.

  • Kurzprüfung von C. M. Fox (nach Clarke, Dictionary).

Paris quadrifolia
AllgemeinesWirkt auf Kopf, Rückgrat, Augen und halbseitig [d. h. auf eine Körperhälfte]. Empfindungen von Schwere; von Taubheit; Körperteile werden als zu groß empfunden, oder auch als zusammengezogen. [Beständiges Gefühl von Kälte, so als wären die inneren Teile von der Kälte ganz zusammengezogen und als zitterten sie hin und her.] Störungen des Tastsinns; Gegenstände werden als zu rau wahrgenommen. Kälte der ganzen rechten Körperhälfte [von Kopf bis Fuß], während die linke Seite heiß ist [oder ihre normale Wärme hat]. Ganzer Körper schmerzhaft, besonders auf Berührung. Schleimhautsekrete grünlich und zäh. Empfindlich gegen üble Gerüche. Gefühl wie zerbrochen; als wären die Gelenke zerbrochen. Üble Folgen von Verletzungen; von Unterdrückungen.
SchlimmerNachdenken. Anstrengung der Augen. Berührung.
BesserDruck. Aufstoßen.
Geist und GemütGeschwätzige Redseligkeit. [Hat Wohlgefallen am eigenen seichten und lächerlichen Gerede.] Törichtes, läppisches Verhalten. Manie mit Geschwätzigkeit. Neigung, andere höhnisch und verächtlich zu behandeln.
KopfSchwindel nach lautem Lesen. Kopfschmerzen verschlimmert durch Nachdenken. Gefühl, als wäre der Kopf zu groß oder dehnte sich aus [„würde aufgeblasen“]. Hinterkopfschmerz mit Schweregefühl. Kopfschmerz mit sehr schmerzhafter Empfindung, als wäre ein Faden durchs Auge bis in die Mitte des Kopfes fest angezogen, zum Hinterkopf hin. Kopfhaut empfindlich, Kämmen unmöglich. Taubheitsgefühl der linken Kopfseite. Chronische Kopfschmerzen.
AugenGefühl, als würden die Augäpfel an einem Faden nach hinten gezogen oder als wären sie zu groß oder zu schwer.
OhrenSchmerz, als würden die Ohren aus dem Kopf gerissen oder als wäre ein Keil in den Gehörgang getrieben, der dessen Windungen auseinander treiben würde; Ohrenschmerzen schlimmer beim Schlucken.
NaseEingebildete faulige Gerüche; Milch und Brot riechen wie faules Fleisch, auch Fisch riecht faulig.
Gesicht[Quälender Kopfschmerz, mit] Gefühl, als würde das ganze Gesicht zur Nasenwurzel hingezogen [und darauf dann wie an einem Faden ins Innere des Kopfes, zum Hinterkopf]. Gesichtsneuralgie; heißes Stechen im Backenknochen.
MundMund und Zunge trocken; beim Erwachen. Gefühl, als wäre die Zunge zu groß und zu breit.
HalsRäuspert zähen, grünlichen Schleim aus. Druckgefühl im Hals, wie von einer Kugel [als ob eine immer größer werdende Kugel den Hals zersprengen wollte]. Brennen im Hals beim Essen und Trinken.
Magen, AbdomenGefühl, als läge ein Stein im Magen, durch Aufstoßen erleichtert. Schwache Verdauung. „Ein roter, krummer Streif über dem Nabel, da wo vorne die Rippen aufhören [mit schmerzhaft drückender Empfindung vorzüglich in seiner Mitte].“
AtemwegeHeiserkeit, periodisch wiederkehrend [jede Viertel- oder halbe Stunde], ohne schmerzhafte Empfindung im Hals.
Äußerer Hals und RückenSchweregefühl und Mattigkeit im Genick. [Empfindung, als läge eine große Last auf dem Nacken.] Stechen im Steißbein beim Sitzen. Heftiger Schmerz auf beiden Halsseiten, der bis in die Finger ausstrahlt, schlimmer durch geistige Anstrengung.
ExtremitätenEingeschlafenheitsgefühl in den Fingern. Alles wird beim Tasten als zu rau empfunden. Gelenke: bei jeder Bewegung Gefühl wie zerbrochen, verschwollen oder verstaucht.
HautSchmerzhaft empfindlich.
FieberKälte oder Hitze einer Körperhälfte. Hitze vom Nacken aus, den Rücken entlang.
VerwandtBelladonna; Nux vomica.

  • Paris quadrifolia L. ist die Einbeere. Die Prüfung wurde nicht mit der (giftigen) Beere, sondern mit dem ausgepressten Saft der Blätter angestellt.

  • Prüfungen von Stapf, Groß, Hahnemann usw. (AfH, Band 8), Ergänzungen von Hering (AfH, Band 13) sowie von Nenning und anderen (Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, Band 3).

Passiflora incarnata
AllgemeinesHat eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und ist eine wirksame krampflösende Arznei. Kinderkrämpfe; während der Zahnungsperiode. Hilft beim Morphiumentzug. Schlaflosigkeit von Säuglingen und Hochbetagten, auch von Personen, die unter Sorgen oder Überarbeitung leiden. Tetanus, Starrkrämpfe. Hysterie. Wochenbettkonvulsionen. Asthma (10–30 Tropfen der Urtinktur [alle 10 Minuten, einige wenige Dosen]). Allgemeiner Zustand von Atonie. (Dosis: 30–60 Tropfen der Urtinktur, mehrfach wiederholt.)

  • Eine Passionsblumenart (Weiße Passionsblume). Benutzt werden die Blätter.

  • Ungeprüft, durch einen Bericht Hales (New Remedies) in die Homöopathie eingeführt, der wiederum einen Brief von Phares zitiert. Die Dosisangaben hat Phatak von Boericke übernommen.

Petroleum
AllgemeinesSteinöl oder Bergöl wirkt hauptsächlich auf die Haut, besonders die Hautfalten; auf Kopfhaut, Gesicht und Genitalien. Ruft katarrhalische Zustände der Schleimhäute hervor, besonders von Magen und Darm. Passt auf langwierige, tief sitzende auszehrende Krankheiten; auf Beschwerden, die nach einem psychischen Erregungszustand beginnen, etwa Schreck, Ärger usw.4

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Vgl. das Symptom Nr. 673 aus den Chronischen Krankheiten: „Ein kleiner Ärger schadet sehr; der Mundgeschmack wird bitter, der Appetit ist verloren; ein kleiner Spaziergang greift sie dann an; sie muss mehrmals laxieren; bei Schlafengehen ist das Blut noch sehr in Wallung; dabei Aufstoßen und Übelkeit; unruhiger Schlaf; früh darauf, ein Beben und Zittern durch den ganzen Körper, Durchfall und ein innerer Jammer, dass ihr die Tränen immer in den Augen standen.“

; auf sich hinschleppende Magen- und Darmleiden. Große Schreckhaftigkeit; lang anhaltende Folgen. [Heftige Erschütterung von Schreck über Kleinigkeiten.] Zittrige Schwäche. Fühlt sich innerlich krank. [Allgemeines unleidliches Gefühl, als stehe ihm eine große Krankheit bevor, mit zittrigem Wesen und großer Mattigkeit.] Juckreiz im Körperinneren [zum Kratzen reizend, aber durch Kratzen nicht erreichbar; Eustachische Röhre, Bauch usw.] Scheu vor freier Luft; friert, wenn er ihr ausgesetzt ist.5

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Auch im Sommer (abends „im July“, nach Symptom 668 in den Chronischen Krankheiten).

Trockenheit, objektiv und subjektiv: in Ohren, Nase usw. Absonderungen sind dickflüssig, eitrig, gelblich grün. Blutungen, hellrotes Blut; schlimmer durch Heben, Reiten [oder andere Anstrengungen]. Empfindungen von Brennen. Zuckungen, Katalepsie. Ödeme. Eines der ersten zu erwägenden Mittel bei ‚Reisekrankheit‘ im Auto, Zug oder Schiff. Üble Folgen von: Verstauchungen; unterdrückten oder zurücktretenden Ausschlägen. Gefühl wie aus Holz. Abmagerung, Auszehrung, speziell an der Brust. Kältegefühl: an einzelnen Stellen; im Bauch, in der Herzgegend; nach Kratzen. Schmerzhaftigkeit wie zerschlagen, besonders in den Gelenken. Vergrößerte Drüsen und Lymphknoten. Hautrisse. Unheilsame Granulationen nach schweren Verbrennungen.
SchlimmerBewegung, passive: des Wagens oder Waggons; des Schiffs. Wetter: kaltes Wetter, Winter; Wetterumschwung; herannahendes Gewitter. Essen. Ärger. Kohl. Koitus. Berührung, selbst Kleiderdruck.
BesserWarme Luft. Trockenes Wetter. Liegen mit hoch gelagertem Kopf.
Geist und GemütAufgeregt, reizbar: nach dem Koitus; mit Neigung zu heftigem Ärger und zum Schimpfen. „Größte Unentschlossenheit.“ Gefühl der Dualität: glaubt, doppelt vorhanden zu sein; wähnt, es liege jemand neben ihm; ein Arm oder Bein sei doppelt. Bildet sich ein, der Tod sei nahe und er müsse sich beeilen, seine Verhältnisse zu ordnen. Macht sich Sorgen, weiß aber nicht, warum. Verliert auf der Straße die Orientierung; verliert das Gedächtnis. Ängstlich, schreckhaft.
KopfSchwindel, „wie starkes Hin- und Herschwanken“; „wie im Hinterhaupte“. Hinterkopfschmerzen; Hinterkopf schwer wie Blei. Schmerz im Kopf, schlimmer durch Kopfschütteln und beim Husten, muss sich die Schläfen halten, damit es besser wird. Haarausfall. Nässende Ausschläge auf der Kopfhaut, besonders am Hinterkopf und hinter den Ohren. „Der äußere Kopf ist wie taub anzufühlen, wie von Holz.“ Gefühl am Kopf, als umwehe ihn kalter Zugwind.
AugenEntzündete Lider. Ausfallen der Augenwimpern. Entzündung des Tränenkanals bei beginnender Tränensackeiterung und Fistelbildung. Fissuren in den Augenwinkeln.
OhrenSchwerhörigkeit: mit Ohrgeräuschen; alter Leute. Geräusch, vor allem wenn mehrere Leute sich unterhalten, ist unerträglich. [„Ängstlichkeit unter dem Geräusche vieler Menschen.“] Trockenheit und lästige Trockenheitsempfindung im Ohr. Ausfluss von Eiter und Blut aus dem Ohr. Nässende Stellen hinter den Ohren. [Röte, Rohheit, Wundheit und Feuchten hinter den Ohren.] Juckreiz tief im Ohr, in der Ohrtrompete. Ohren äußerlich schmerzend.
NaseNasen-Trockenheit und lästiges Trockenheitsgefühl in der Nase. Nasenlöcher: geschwürig, rissig, brennend. Ozäna; eitrige Absonderung. Jucken an der Nasenspitze.
GesichtTrocken; spannt, wie mit getrocknetem Eiweiß bedeckt. Blass oder gelb; Hitze im Gesicht nach dem Essen. Leichtes Verrenken des Kiefergelenks.
MundTrockenheit im Mund. „Mund-Gestank, zuweilen wie Knoblauch.“ Geschwüre der Wangenschleimhaut, schmerzend, sobald man die Zähne aufeinander beißt. [Das Zahnfleisch] schmerzt beim Kauen wie wund. Zunge: weiß belegt in der Mitte, dunkler Streifen die Ränder entlang.
HalsFaulig schmeckender Schleim im Hals. Räuspert morgens Schleim aus. Trockenheit im Hals.
MagenHeißhunger: „dass ihr ganz übel davon wird und sie auch nachts davon erwacht“; unmittelbar nach dem Stuhlgang. Heißes, „scharf saures“ Aufstoßen. „Viel Durst auf Bier.“ „Naschhaftigkeit.“ Ekel vor Fleisch, vor Fett, vor warmen, gekochten Speisen. Grünes, bitteres Erbrechen. Übelkeit: see- oder reisekrank; in der Schwangerschaft; muss sich bücken wegen der Übelkeit.
AbdomenAufgeblähter Bauch; Kältegefühl im Bauch. Durchfall oder blutige Schleimstühle, nur tagsüber; schlimmer durch Kohl; nach dem Stuhlgang elendes Leeregefühl. Afterjucken, nach den Stühlen. Kneipende Kolik, nötigt zum Zusammenkrümmen. Geschwüriger Nabel bei Säuglingen. Hämorrhoiden und Analfissuren; mit starkem Jucken. Juckende Flechte am Perineum.
HarnwegeUnwillkürlicher Harnabgang beim Aufstehen. Harnröhrenstriktur nach chronischer Urethritis. Bettnässen.6

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Hier wurde ein Symptom ausgelassen, das nicht zu Petroleum, sondern zu Petroselinum gehört (vgl. dort).

Zystitis und Urethritis. Harntröpfeln nach der Miktion.
Männliche GenitalienJuckende und brennende Flechten oder Bläschen: am Hodensack; zwischen Skrotum und Schenkeln; am Perineum. Schweiß und Feuchtigkeit an den äußeren Geschlechtsteilen (bei beiden Geschlechtern).
Weibliche GenitalienWeibliche Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. Das bei der Regel abfließende Blut erregt Jucken an den Geschlechtsteilen. Wundheit und Nässen an der Vulva, mit heftigem Jucken. Ausfluss: „wie Eiweiß“; starker Ausfluss [jeden Tag]; auch mit lüsternen Träumen [nachts]. „Die Brustwarzen jucken und haben einen mehligen Überzug.“ Trockene, hartnäckige Ausschläge [an Genitalien und Perineum]. Uterusvorfall bei durch anhaltenden Durchfall Geschwächten.
AtemwegeHusten tief aus der Brust, auch den Patienten nachts aufweckend (oft bei jungen Mädchen und Knaben). Husten nur nachts auftretend oder nachts schlimmer; erschüttert den Kopf, besser, wenn man die Hände gegen die Schläfen drückt. Kalte Luft verursacht ein beengendes Gefühl auf der Brust.
HerzKältegefühl in der Herzgegend. Ohnmachtsanfälle, mit Blutwallung, Hitze, [Drücken am Herzen] und Herzklopfen.
Äußerer Hals und RückenNacken steif; knackt bei Bewegung. Schmerz im Rückgrat und über den ganzen Körper, bei Ischialgie. Steißbein schmerzt beim Sitzen. Schmerz im Kreuz, schlimmer beim aufrechten Stehen7

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Hahnemann berichtet als klinische Erfahrung von einem „Kreuzschmerz, der das Stehen nicht erlaubt“. Ein Prüfungssymptom spricht freilich von „Kreuzschmerz … bloß bei Bewegung und Bücken, nicht beim aufrecht Stehen“.

. Scharfe Schmerzen, die die Brustwirbelsäule hinaufschießen, bis in den Hinterkopf; bei der Entbindung.
Extremitäten„Knacken in den Gelenken und Steifheit derselben.“ „Eingeschlafenheit der Glieder.“ Schrundige, aufgesprungene Hände und Finger, auch blutend; bei Dienstmädchen. Psoriasis palmaris. Stiche, wie Splitter, in der Ferse; Blasen an der Ferse.
HautSchmutzige, harte, raue, verdickte Haut; wie Pergament; eitert und schwärt, wie rohes Fleisch, will nicht verheilen; am schlimmsten in den Hautfalten. [Süchtige Haut; selbst kleinste Verletzungen schwären und greifen um sich.] Tiefe Rhagaden: in Winkeln und Hautfalten, an den Brustwarzen, an den Fingerspitzen. Braune Flecke. Hautausschläge, die dicke, harte, nässende, gelbgrüne Krusten bilden; am Hinterkopf, an den Geschlechtsteilen; schlimmer durch Kälte [im Winter]. Ekzem. Flechten, Bläschen, Herpes. Jucken: der Körperöffnungen, mit Brennen. Kältegefühle, auf kleine Stellen beschränkt. Alle Ausschläge jucken heftig, man muss kratzen, bis sie bluten; nach dem Kratzen wird die Stelle kalt. Frostbeulen, die jucken, brennen und sich blaurot verfärben [auch Jahre nach der Kälteeinwirkung].
SchlafUnruhiger Schlaf und ängstliche oder fürchterliche Träume.
FieberFrost [alle Nachmittage, zwei Stunden lang, mit kalten Händen und] mit Mundtrockenheit. Hitze in Handtellern und Fußsohlen. Stellenweise Schweiß; faulig riechender Fuß- oder Achselschweiß. Fliegende Hitze über den ganzen Körper, in häufigen Anfällen, tagsüber.
KomplementärSepia.
VerwandtGraphites; Sepia.

  • Das „Bergöl“ oder „Steinöl“ ist gereinigtes Erdöl, dessen Reinheit mittels einer „Prüfung durch zugemischte starke Schwefelsäure“ nachgewiesen wird.

  • Die wichtigste Prüfung stammt von Hahnemann (Chronische Krankheiten, Band 4); aus weiteren Prüfungen sind kaum Symptome übernommen worden. Lediglich Benson (Quelle 3 in AE) steuert ein Symptom bei.

Petroselinum
AllgemeinesDiese Arznei übt Einfluss auf den Urogenitaltrakt aus. Plötzlicher, unwiderstehlicher Harndrang, mit Ziehen, Kitzeln, Kribbeln und Jucken vom Perineum durch die ganze Harnröhre. Akuter, plötzlicher Harndrang, dem sofort nachgegeben werden muss, sonst müssen starke Schmerzen erduldet werden.8

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Symptom eingefügt aus dem Petroleum-Bild, in das es sich verirrt hatte.

Gonorrhö: milchartiger oder gelber Ausfluss. Dysurie; bei Prostatahypertrophie. Säuglinge mit Problemen beim Wasserlassen. Sehr schmerzhafte Miktion, sodass er erschauert und in Qualen im Zimmer herumspringt.

  • Ausgepresster Saft der Gartenpetersilie, Petroselinum crispum (Mill.) A. W. Hill.

  • Prüfung von Bethmann in AfH 18, 3:34 f.; zuvor bereits von Hahnemann als Trippermittel empfohlen.

Phellandrium
AllgemeinesRuft katarrhalische Zustände der Atemwege hervor. Schwindsucht. Wirkt auf Brustdrüsen und Nerven. Müdigkeitsgefühl während des Gehens. „Ein besonderes Gefühl im ganzen Körper, wie wenn alle Blutgefäße in zitternder Bewegung wären.“
SchlimmerLuft; kalte, frische Luft. Anstrengung der Augen. [Stillen.]
BesserWährend des Stillens.9

9

Vgl. zu den widersprüchlichen Modalitäten die beiden Symptome unter „Weibliche Genitalien“.

Geist und GemütÄrgerlich, trotzig.
Kopf„Ein Tönen im Gehirn, wie wenn man auf ein frei schwebendes Blech schlägt, worüber er erwacht [und nach und nach den Ton erlöschen hört].“ Schmerzhafte Schwere auf dem Scheitel [als läge dort ein harter Körper]; Wehtun und Brennen in den Schläfen und über den Augen.
AugenZiliarneuralgie, starker Schmerz beim Versuch, die Augen zu gebrauchen, [zu lesen oder zu nähen]. Lichtunverträglichkeit. Augen nur halb geöffnet, sieht aus, als hätte er eine Woche lang geweint.
GesichtBlaurote Verfärbung des Gesichts, abends.
MagenAufstoßen mit Gestank, „fast wie von Wanzen“. Alles schmeckt süß. [Nach Wassertrinken süßer Geschmack im Mund.] Appetit auf Saures, Durst auf Milch und Bier, Abneigung gegen Wasser.
Weibliche GenitalienSchmerz in den Brustwarzen bei jedem Anlegen des Kindes; bis in den Bauch hinein. Unerträglicher Schmerz in der Brust entlang der Milchgänge; zwischen den Stillmahlzeiten.
AtemwegeAuswurf: entsetzlich übel riechend (wie von Wanzen); sich leicht lösend, reichlich, schmierig. Husten verursacht Atemnot und zwingt zum Aufsitzen [bzw. sitzen Bleiben]. Stich durch die rechte Mamma, von nahe am Brustbein bis in den Rücken zwischen die Schultern. Schmerzen rückwärts durch die Brust hindurch.
SchlafSchläfrig, sodass sie während der Arbeit im Stehen einschlafen möchte.
VerwandtAsa foetida.

  • Phellandrium aquaticum L. = Oenanthe aquatica (L.) Poir., der Wasserfenchel.

  • Prüfung von Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, Band 2.

Phosphoricum acidum
AllgemeinesDie Phosphorsäure wirkt auf Geist und Gemüt, besonders auf die Gefühle; zudem beeinflusst sie die sensorischen Nerven, die Sexualsphäre und die Knochen. Schwäche und Erschöpfung, wie sie allen Säuren eigen sind, treten hier besonders ausgeprägt auf, im Zusammenhang mit ergiebigen Absonderungen: reichlichem Urinieren, Säfteverlusten, Schwitzen usw.; nur Durchfall schwächt nicht. Zuerst kommt es zur Erschöpfung von Geist und Gemüt, dann folgt der Körper. Geist und spezielle Sinne arbeiten langsam. Schmerzen wandern zu der Stelle, auf der man liegt.10

10

Aus den Chronischen Krankheiten: „Heftiger, äußerst harter Druckschmerz wie auf der Oberfläche des Gehirns und in der Beinhaut des Teils des Schädels, auf dem er eben liegt … beim Legen auf eine andere Stelle beginnt er dort mit gleicher Wut, während er auf der vorigen vergeht.“

Empfindlich gegen Licht, Töne und Gerüche; letztere nehmen den Atem. Druckgefühle, wie von einer Last: in der Stirn, am Brustbein, auf dem Scheitel; in Augen, Nabel, Brüsten usw. Ameisenlaufen: [an behaarten Stellen], scheinbar in den Haarwurzeln; die Wirbelsäule entlang; in den Extremitäten. Passt auf junge Leute, die schnell wachsen und geistig wie physisch überfordert werden; wenn der Organismus durch akute Krankheiten geschwächt ist, oder auch durch übermäßige Sexualbetätigung, Kummer oder Säfteverlust, verlangt er nach dieser Säure. Gefühl wie zerschlagen [in Hüften, Oberschenkeln, Armen und Nacken], wie ‚Wachstumsschmerzen‘. Blutungen, Blut dunkel. Knochenkrankheiten: Ostitis, Periostitis, Knochenfraß, Rachitis. Diabetes. Stumpfschmerz nach Amputation, gemildert durch tiefes Durchatmen. Lindert Schmerzen bei Krebs. Kältegefühle; einzelner Teile. Üble Folgen von: schlechten Nachrichten; enttäuschter Liebe, Kummer; Ärger; Verletzungen, Schock oder Schlag. Verhärmt; mit Abmagerung. Neurasthenie. Abszessbildung nach Fieber. Nagender Schmerz in den Knochen. Gelockerte Gelenke. Äußere Teile färben sich schwarz; Altersgangrän.
SchlimmerSäfteverlust. Übermäßige sexuelle Betätigung. Ermüdung. [Während der] Rekonvaleszenz von fiebrigen Krankheiten. Gemütsbewegungen; Kummer; Ärger. Psychisches Trauma. Heimweh. Unglückliche Liebe. Zugluft; kühle Luft. Musik. Reden. Sitzen. Stehen. Verheben. Operationen. Schreck (chronische Folgen).
BesserWärme. Kurzer Schlaf. Stuhlgang [Durchfall11

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Laut Kent (Lectures) geht es Phosphoricum-acidum-Patienten oft dann am besten, wenn sie Durchfall haben; sobald dieser aufhört, können sehr viel ernstere Symptome eintreten.

].
Geist und GemütStill, mag nicht sprechen; oder auch hastiges Sprechen [„kann alles nicht geschwind genug bekommen“]. Gleichgültig; gegen alles. Apathisch: seelisch und körperlich ermüdet durch den ungleichen Kampf mit widrigen Umständen; träger, stumpfer, schwungloser Geist; mit Neigung zu Durchfall oder Schwitzen. Langsame Auffassung. „Kann die Gedanken nicht in gehörige Verbindung bringen“; Wortfindungsstörungen, sucht nach Worten. Schlechtes Gedächtnis. Eingewurzelte Verzweiflung. Unlust zu sprechen. Antwortet widerwillig oder langsam, kurz, zuweilen unpassend. Hysterie in den Wechseljahren. Heimweh mit Weinerlichkeit. Blandes Delirium; ist leicht daraus zu wecken [und kehrt dann gleich zu vollem Bewusstsein zurück]. Hirnermüdung. Hoffnungslosigkeit. Sorge über die Zukunft; muss immer grübeln über seine Krankheit.
KopfDruck oben auf dem Kopf, zermalmende Schwere auf dem Scheitel; Schmerz, als würden die Schläfen „mit einer Zange gegeneinander geknippen“; Kopfschmerzen sehr viel schlimmer bei der geringsten Erschütterung oder bei Lärm. Schwindel: beim Liegen im Bett, mit Gefühl des Schwebens in der Luft12

12

Genauer besehen, sind es nur die Füße, die schweben: „Schwindel, früh, im Bett; beim Schließen der Augen war es, als wenn sich die Füße in die Höhe höben und er auf den Kopf zu stehen käme“ (Hahnemann).

; mit Ohrenklingen und glasigen Augen; beim Stehen und Gehen. Kopfhaar ist ausgedünnt, wird vorzeitig grau. Haarausfall. Kopfweh der Schulmädchen; durch Überanstrengung der Augen. Kopfweh nach Geschlechtsverkehr.
AugenGlanzlos; glasig; stier; eingefallen; mit blauen Ringen umgeben. „Schmerz, als würden die Augäpfel gewaltsam zusammen und in den Kopf gedrückt.“ Gefühl, als ob der Augapfel zu groß wäre. Gelbe Flecken auf der Bindehaut [bzw. im Weißen des Auges]. Verlust des Sehvermögens bei Onanisten. Sieht Regenbogenfarben vor den Augen; „Scheu vor Sonnenlicht.“
OhrenUnerträglichkeit von Geräusch, speziell von Musik: „Stiche in den Ohren, nur bei jedem musikalischen Tone und Glockenschlage, sogar beim eigenen Singen.“13

13

„Unmelodisches Geräusch aber und Lärm, wie Gerassel von Wagen, Türen-Zuwerfen u. dgl. machte ihm keine Stiche und war ihm ganz gleichgültig“ (Chronische Krankheiten).

[„Musikalische Töne blieben ihm lange Zeit unleidlich.“] Nervös bedingte Schwerhörigkeit nach Typhus oder typhusähnlichen Krankheiten. Starkes Widerhallen jeden Schalls im Ohr. „Schreien im Ohr“ beim Naseputzen. „Sinnestäuschung: er glaubt den Glockenschlag zu hören.“ Ohrenschmerzen beim Schneuzen.
NaseNasenbluten. Jucken; bohrt in der Nase. Nasenrücken geschwollen, mit roten Flecken dort, oder mit Pickeln [Blütchen] auf der Nasenspitze.
GesichtBlass, kränklich aussehend. Spannen der Gesichtshaut, als ob Eiweiß darauf trocknete. Kältegefühl einer Gesichtshälfte. Akne von Onanisten. Barthaare fallen aus. Lippen trocken, aufgesprungen.
MundBlutendes, geschwollenes Zahnfleisch, das sich von den Zähnen ablöst. Zähne werden gelb, fühlen sich stumpf an [„wie von ätzender Säure“]. Schleimbedeckte Zunge. Roter Streifen in der Zungenmitte. Beißt sich unwillkürlich auf beide Seiten der Zunge; im Schlaf. Mund trocken. Schmerzhafter Knoten am Zahnfleisch. Mundgeschmack nach faulen Eiern.
HalsRäuspert zähen Schleim aus. Trockenheitsgefühl oder Trockenheit des Gaumens.
MagenVerlangen nach erfrischenden und saftigen Dingen [Brot ist ihm zu trocken]; kaum zu stillender Durst auf kalte Milch. „Sauer im Magen.“ Saure Speisen und Getränke unbekömmlich. [Jedes Mal nach dem Essen] Drücken im Magen, wie eine niederdrückende Last darin. Appetitlosigkeit.
AbdomenSchmerz in der Nabelgegend. Auftreibung und Gären im Bauch. Lautes Knurren. Kältegefühl im Bauch. [Durchfällige] Stühle: reichlich, schmerzlos; schmutzigweiß, wässrig oder mit unverdauten Bestandteilen; kaum schwächend. Unwillkürlicher Stuhlgang: „beim Gefühl, als wollte eine Blähung abgehen, kommt schnell und unwillkürlich etwas Stuhl“; bei Kindern, wenn man sie bewegt oder umdreht. Geruchlose Stühle. Gefühl von Schwere der Leber; Leberschmerz, auch während der Menstruation. Blähungen nach Knoblauch riechend.
Harnwege„Öfteres und reichliches Harnen“, Urin wässrig, milchartig. Harn wie Molke, meist kurz vor der Monatsblutung. Diabetes. Phosphaturie. Brennen in der Nie-rengegend. Bettnässen im ersten Schlaf.
Männliche GenitalienSchwache, schlaffe Geschlechtsteile; plötzliche Erschlaffung während des Koitus, ohne dass Samenerguss eingetreten wäre. Schwäche nach dem Geschlechtsverkehr; auch Pollutionen nach Koitus. Nächtliche Pollutionen; mit schlüpfrigen Träumen. Hoden berührungsempfindlich und geschwollen. Ausfluss von Prostatasekret beim Absetzen selbst weichen Stuhls. Herpes der Vorhaut. Ekzem am Hodensack. Sykotische Auswüchse.
Weibliche GenitalienUterus aufgetrieben, wie von Luft. Menstruation: zu früh, zu stark; mit Leberschmerzen. Gelblicher Ausfluss mit Jucken, nach der Menstruation. Gesundheitlicher Verfall durch Stillen. Scharfer Druck in der linken Brustdrüse. Fortwährendes Milcherbrechen der Säuglinge. Dysurie während der Schwangerschaft.
AtemwegeSchwächegefühl auf der Brust, schlimmer durch Reden, Husten, [langes] Sitzen; besser im Gehen. Erkältungsneigung, jeder Luftzug kann eine Erkältung bringen; packt die Brust warm ein, kein Luftzug darf die Brust berühren.14

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Nach Hering, Guiding Symptoms, korrigiert. Phataks Fassung lautete: „Erkältet sich; besser durch Luftzug an der Brust“, was offensichtlich falsch ist.

Krampfhafter Kitzelhusten. Drücken und Beklemmung hinter dem Brustbein, wovon das Einatmen erschwert wird. Salzig schmeckender Auswurf.
HerzHerzklopfen: bei Kindern und Jugendlichen, die zu schnell wachsen; nach Kummer; nach Masturbation. Puls: unregelmäßig, öfters aussetzend.
Äußerer Hals und RückenLähmungsartige Schwäche entlang der Wirbelsäule. Ameisenlaufen das Rückgrat entlang. Spondylitis der Halswirbel. Schwere in der Lumbalregion, wodurch der Schmerz in den Beinen vermehrt wird [bei Tabes dorsalis]. Brennen entlang der Wirbelsäule. Feine Stiche am Steißbein und auf dem Brustbein. Furunkel am Gesäß.
ExtremitätenSchwere in den Unterarmen. Überbein zwischen den Mittelhandknochen. Ameisenlaufen in den Gliedmaßen. Nächtlicher empfindlicher Schmerz, wie Schaben mit einem Messer auf der Knochenhaut. Stolpert leicht, neigt zum Fehltreten. „Klemmender Druck“ in den Armen, Händen und Fingern. Fühlbare Taubheit in der Ausbreitungsfläche des N. radialis.
HautFeuchtkalt, runzlig. Pickel, Akne, Furunkel. Neigung zur Abszessbildung nach Fiebern. Schmerzlose Geschwüre mit stinkendem, schmutzigem Eiter. Ameisenlaufen in verschiedenen Körperteilen.
SchlafSchläfrigkeit tagsüber; heiß und schlaflos nachts. Tiefer Schlaf bzw. Stupor, aber voll bei Besinnung, wenn man ihn weckt; während fieberhafter Erkrankungen. Schon ein kurzer Schlaf bessert die Schwäche.
FieberKälte einzelner Teile: einer Gesichtshälfte; des Bauches usw. Fieberhitze mit Schweiß. Brennen durch die ganze untere Hälfte des Körpers, obwohl die Glieder sich kalt anfühlen.15

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Dieses Symptom, das bei Phatak als „Brennen unterhalb der Taille“ unter „Extremitäten“ steht, habe ich nach Jahrs Symptomencodex vervollständigt.

Starker Schweiß; schlimmer nachts; als Folgeerscheinung [etwa nach schwerer Grippe]. Schleichende, schmerzlose Fieber.
KomplementärChina.
VerwandtGelsemium.

  • Die Phosphorsäure, H3PO4.

  • Die wichtigsten Quellen sind Hahnemanns Prüfungen in der Reinen Arzneimittellehre, Band 5, und den Chronischen Krankheiten, Band 5. Zwei Prüfungsfragmente aus der AHZ (von Schelling und von Heinigke) haben ebenfalls Material für dieses Arzneibild geliefert.

Phosphorus
AllgemeinesPhosphor bewirkt Entzündung und Degeneration der Schleimhäute, besonders des Magens und Darms; ruft Entzündungen des Rückenmarks und der Nerven hervor, was zu Lähmungen führt; zersetzt das Blut, mit fettiger Degeneration der Blutgefäße und überhaupt aller Gewebe und Organe des Körpers; kurz, es erzeugt das Bild eines destruktiven Stoffwechsels. Phosphor passt auf junge Leute, die schnell wachsen und zu vornüber gebeugter Haltung (Hängeschultern) neigen. Chorea zu schnell wachsender Kinder. Hoch aufgeschossene, schlanke Personen von sanguinischem Temperament; nervöse, schwächliche, zart gebaute Menschen, die sich gern mesmerisieren bzw. massieren lassen. Heimtückisch beginnende, allmählich wachsende Schwäche, die in schwerer oder schnell fortschreitender Krankheit endet. Blutungen: wiederkehrend; vikariierend; kleine Wunden bluten sehr. Absonderungen sind blutgestreift. Purpura haemorrhagica, Thrombozytopenie. Sich wiederholende Erkältungen, Krupp-Attacken usw. Große Empfindlichkeit für äußere Eindrücke: für Licht, Töne, Gerüche, Berührungen; für elektrische Veränderungen in der Atmosphäre [Gewitter] usw. Plötzliches Auftreten von Symptomen: plötzliche Kraftlosigkeit, plötzliche Ohnmachten, Schwächeanfälle, Schweiße; plötzlich aufkommende schießende Schmerzen. Bewegungen unwillkürlich und unsicher [wie bei Parkinson-Patienten]. Leeregefühle: in der Brust, im Magen usw. Beengungsgefühle: in der Brust, beim Husten usw. Schmerzen oder Schmerzhaftigkeit an kleinen Stellen. Lähmungen: Muskeldystrophie mit Pseudohypertrophie [Duchenne-Syndrom]; Paralyse der Geisteskranken; innere Lähmungen, etwa des Halses, des Mastdarms. Innerliche Empfindungen: inneres Jucken, Kitzeln, Pulsieren hier und da. Taubheitsempfindungen. [Eine Art von Fühllosigkeit im ganzen Körper.] Brennen. Zucken: lokalisierte Zuckungen; Sehnenhüpfen. Gelenke: steif, aber nicht sehr schmerzhaft [bei Rheumatismus]; Verstauchungs- und Verrenkungsneigung; Schwächeanfälle der Gelenke, schlimmer durch Anstrengung. Symptome, die auf Herz- und Lungenbeschwerden zurückgehen. Karies: der Knochen, speziell der Wirbelsäule und des Oberkiefers [und vor allem des Unterkiefers]. Harte Geschwülste hier und da. Osteomyelitis. Exostosen. Brüchigkeit der Knochen. Schleimhautpolypen, die leicht bluten. Ikterus als Begleitsymptom; hämolytischer Ikterus. Hämophilie. Polyzythämie. Gestielte Tumoren. Pyämie. Azidose. Schwindsüchtiger Habitus. Abmagerung, Auszehrung. Krämpfe auf der gelähmten Seite. Epileptische Anfälle ohne Verlust des Bewusstseins; Petit mal. Taumeln beim Gehen. ‚Menschliches Barometer‘, wetterfühlig. [Wetterveränderung fühlt er schon im Voraus an den Schmerzen.] Schlaffe Muskulatur. Üble Folgen von: Zorn, Furcht, Kummer; Sorge; durchnässendem Regen; Wäschewaschen; Tabakkonsum; Haarschneiden; Jod; übermäßigem Salzkonsum. Bereits verheilte Wunden brechen wieder auf und bluten. Lipome. Krebs.
SchlimmerLiegen: auf der schmerzhaften Seite; auf der linken Seite; auf dem Rücken. Geringfügige Anlässe: kleinste Gemütsbewegungen, Reden, Berührung, Gerüche, Licht. Kälte; kalte frische Luft; wenn man die Hände in kaltes Wasser taucht. Warme Speisen und Getränke, Warmwerden derselben im Magen. Pubertät. Salz. Sexuelle Ausschweifungen. Säfteverlust. Wetter: plötzlicher Wetterumschwung; windiges Wetter; kaltes Wetter; Gewitter; Blitze. Morgens und abends. Geistige Müdigkeit. Dämmerung. Rasieren.
BesserEssen. Schlaf. Kälte; kaltes Essen, kaltes Wasser, kaltes Waschen des Gesichts. Reiben; Magnetisieren, Mesmerisieren, Massieren. Sitzen. Dunkelheit.
Geist und GemütErotisch, sinnlich; entblößt sich, zeigt die Genitalien. [Schamlosigkeit; sie entblößt sich und will nackt gehen, wie wahnsinnig.] Erregbar, reizbar, zu Zorn und Heftigkeit neigend, wonach sich Beschwerden einstellen. Ängstlich. Furcht: in der Dämmerung; beim Alleinsein; vor Gespenstern; „für die Zukunft“; bei Gewitter; mit Einbildung, aus jeder Ecke käme etwas gekrochen [oder als sähe aus jedem Winkel ein grässliches Gesicht hervor]. Schnell angegriffen durch unangenehme Eindrücke.16

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Vgl. die beiden Prüfungssymptome: „Wenn er an Unangenehmes denkt, überfällt ihn eine Art Bangigkeit, wovon die Empfindung am meisten in der Herzgrube ist.“ „Schon ein kleiner Ärger greift ihn sehr an.“

Furchtsam und unentschlossen. Melancholisch; Abneigung zu arbeiten, zu lernen, sich zu unterhalten. Lebensüberdruss. [Melancholie:] vergießt Tränen, oder aber muss unwillkürlich lachen. [Krampfhaftes Lachen und Weinen.] Zerstört alles, [was ihr in die Finger kommt], spuckt die Krankenschwestern an, [hebt ihre Röcke], küsst die sich ihr Nahenden feurig. Apathie; Gleichgültigkeit selbst gegen die eigenen Kinder. Wahnzustände: mit übertriebenen Vorstellungen von der eigenen Bedeutung; Größenwahn. „Wenn sie einen Gedanken recht lebhaft auffasst, überfällt sie eine Hitze, als wäre sie mit heißem Wasser übergossen.“ Hellsichtigkeit; [Todesahnungen]. Weinen vor der Menstruation. Möchte gern bemitleidet werden. Lacht über ernste Dinge. Ängstlich; allgemeine Unruhe, Patient kann keinen Augenblick still sitzen oder stehen, besonders im Dunkeln oder in der Dämmerung.
KopfSchwindel: begleitet zahlreiche Symptome; der Hochbetagten; mit Gefühl zu schweben; beim [bzw. nach dem] Erwachen; Drehschwindel; auch nach Stuhlgang17

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Phatak schreibt „besser durch Stuhlgang“, was ich nirgends belegt finde. Dagegen heißt es in den Chronischen Krankheiten: „Nach dem zweiten Stuhle, sehr schwindelig und einer Ohnmacht nahe“ (Nr. 987).

. Kopfschwere. Kopfschmerzen: besonders über einem Auge; mit Hungergefühl; besonders bei Kindern18

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Gemeint ist wohl, dass Schmerzen sich speziell bei Kindern oft ‚auf den Kopf schlagen‘, vgl. Hering, Guiding Symptoms: „Schmerzen schießen durch verschiedene Teile des Körpers, schlimmer morgens und abends, und greifen oft stark den Kopf an bei Kindern.“

; schlimmer beim Liegen auf der linken, besser beim Liegen auf der rechten Seite19

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Korrigiert nach Hering, Guiding Symptoms; bei Phatak heißt es: „schlimmer beim Liegen auf der rechten Seite“.

; besser durch kaltes Waschen des Gesichts. Hirnermüdung, mit Kältegefühl im Hinterkopf. Brennen der Schläfen. Scheitel: Klopfen darin; Hitzegefühl darin, besonders nach Kummer. Gehirnerweichung, mit Ameisenlaufen und Taubheit der Gliedmaßen, Nachziehen der Füße. Blutandrang zum Kopf. Schuppen; viele Schuppen auf dem Kopf [die zuweilen jucken]. Jucken auf der Kopfhaut. Haarausfall in großen Büscheln; Alopecia areata. Hinterkopf: Kältegefühl darin; Stöße im Hinterhaupt [als wäre da etwas explodiert], bei Epilepsie. Gefühl, als würde man bei den Haaren gezogen.
AugenTränen der Augen; im Wind. Lichtscheu. Visus: sieht Lichtblitze, flimmernde Zickzacke, sieht Höfe um eine Lichtquelle; rote, grüne, schwarze Erscheinungen vor den Augen; kann besser sehen bei Beschatten der Augen mit der Hand. Verengtes Gesichtsfeld. Vergrößerungsgefühl der Augäpfel; Steifheitsgefühl. Farbensehen, dann Migräne. Glaukom. Degenerative Veränderungen in den Zellen der Netzhaut. Retinopathia albuminurica. Partieller Verlust der Sehkraft infolge von Tabakabusus, sexuellen Ausschweifungen, Blitzschlag. Atrophie des Sehnervs. Chorioiditis. Lange, gebogene Wimpern. Gelbheit des Weißen im Auge. Katarakt. Hohläugig, mit blauen Ringen um die Augen. Trübungen des Glaskörpers. Buchstaben sehen beim Lesen rot aus. Gefühl, als ob man alles „durch Flor“ sähe, oder alles erscheint „wie eine graue Decke“, oder man glaubt Stäubchen im Auge zu haben, oder man spürt ein Ziehen, als ob etwas fest über die Augen gezogen würde. Augen auswärts gedreht [beidseitige Lähmung des N. oculomotorius].
OhrenSchwerhörig; speziell „für die Menschensprache“. Starkes Widerhallen und Nachklingen von Tönen; besonders von Musik. Polypen im Ohr. Otitis; Mittelohrentzündung. Mastoiditis. Schwerhörigkeit nach Typhus. [Schwerhörigkeit, mit] Gefühl, als sei ein Fremdkörper im Ohr. „Es legt sich fast beständig etwas vor die Ohren.“
NaseNervöse, fächerartige Bewegungen der Nasenflügel. Schnupfen; Fließ- und Stockschnupfen im öfteren Wechsel; auf einer Seite Fließ-, auf der anderen Stockschnupfen, auch wechselnd. Nasenbluten: anstelle der Monatsblutung; bei Jugendlichen, danach Lungenentzündung; beim Husten; beim Pressen zum Stuhl. Nase geschwollen, rot glänzend. Karies des Nasenbeins. Geschwüre in der Nase. Polyp in der Nase, der leicht blutet. Chronischer Katarrh, beim Schneuzen kommt Blut aus der Nase. Niesen: schlimmer durch Gerüche, Rauch usw.; mit Atemnot [Zuschnürung der Brust]; verursacht Schmerz im Hals. Erkältungen, die in der Nase beginnen und dann absteigen. Geruchsüberempfindlich. Niesen und Schnupfen, wenn man die Hände ins Wasser taucht. Übler Geruch aus der Nase.
GesichtBlass um Nase und Mund; krank aussehend; wechselt die Farbe [abwechselnd rot und blass]. Nekrose des Unterkiefers. Brennende Hitze und Röte einer Wange. Lippen: blau; trocken; aufgesprungen; rußig belegt, schorfig. Gesichtshaut wie zu eng gespannt.
MundTaubheitsgefühl20

20

Im Zusammenhang mit Zahnschmerzen. Vgl. Müller, zitiert nach Possart: „Zahnschmerzen … gingen bisweilen in das Gebiet von Bollheit [= Taubheit] über, welche sich mit scheinbarer Lockerheit verband.“

in den Zähnen. Zahnweh: vom Wäschewaschen; durch Tauchen der Hände in kaltes oder warmes Wasser. Zahnfleisch: blutend; wund hinter den [oberen] Schneidezähnen. Zunge: trocken, glatt, rot. Anhaltende Blutung nach Zahnextraktion. Jucken oder Kitzel am Gaumen. Abszess des harten Gaumens. Mundgeschmack: sauer, besonders nach Milchgenuss; bitter; süßlich, beim Husten. Mund nach links verzogen. Sprechen schwierig, Stottern. Zusammenfluss von Speichel im Mund; salzig oder süßlich schmeckend. Wundheit von Mund und Mamma bei Stillenden. [Wundheit im inneren Munde.]
HalsTrockenheit im Halse; innerer Hals glänzt förmlich. Gefühl, als ob Baumwolle o. Ä. im Hals hinge. [„Wie weicher Pelz oder Sammet im Schlunde.“] Brennen im Schlund. Striktur des Ösophagus. Tonsillen und Zäpfchen geschwollen; Uvula verlängert.
MagenVerlangen nach kalten Getränken, die bessern, aber nach kurzer Zeit wieder erbrochen werden, sobald sie im Magen warm geworden sind21

21

Hering gibt als Zeitmaß an: nach ca. 15–20 Minuten.

. Erbrechen nach chirurgischen Eingriffen, nach Chloroform-Narkose. Rülpst das Gegessene mundvollweise wieder herauf. Schmerz im Magen, besser durch kalte Getränke. Hunger: Heißhunger; nachts; vor dem Anfall von Übelkeit. Wasseraufschwulken. Kaum hinuntergeschluckt, kommen die Speisen wieder in den Mund herauf; Krämpfe der Speiseröhre am Magenmund. Erbrechen: von Galle, Blut; Kaffeesatzerbrechen. Magengeschwür. Brennen im Magen, schlimmer durch Essen. Verlangen nach Salz, Saurem und „Piquantem“. Möchte essen, aber wenn man ihm etwas anbietet, lehnt er es ab. Hohles Leeregefühl im Magen; als hinge er herab; schlimmer durch Gemütsbewegungen. Zittriges Gefühl, Beben, Flattern im Magen; auch „Umrollen und Knurren“. Unfähig zum Wassertrinken; während der Schwangerschaft muss sie erbrechen, sobald sie Wasser nur sieht, muss die Augen zumachen, wenn sie ein Bad nimmt. Übelkeit durch Eintauchen der Hände in warmes Wasser. Kältegefühl im Magen; „als wenn ein Eisstück im Magen läge“.
AbdomenDrücken über der Magengrube [wie von einem großen Körper, mit Kälte]. Schmerzhafte Stelle in der Magengrube. [Druck auf einer kleinen Stelle des Magens. Ziehend drückender Schmerz im Oberbauch und als wäre die Stelle wund.] Kältegefühl und Kälte im Bauch. Reibt sich den Bauch, um Linderung zu bekommen. Stühle: wie gekochtes Sago [oder Froschlaich], körnig; auch schmal geformte, zähe Stühle. Sehr stinkende Stühle und Blähungen. Durchfällige Stühle: schmerzlos; reichlich; grau oder bläulich; wässrig; herausspritzend oder sich wie aus einem Hydranten ergießend; nervös bedingt; unwillkürlich, nach Schreck22

22

Etwa: Nach einem großen Schreck vor zwei Jahren, unwillkürlicher Abgang von Kot und Harn, besonders nachts. Oder: Sobald ihm mit Prügeln gedroht wurde, beschmutzte er sich augenblicklich selbst vor lauter Angst.

; erschöpfend, schwächend. Wechsel von Durchfall und Verstopfung bei alten Leuten. Dysenterie. After [dauernd] offen stehend; prolabiert. Striktur des Mastdarms; abgeflacht geformte Stühle. Brennen im Mastdarm. Gelbsucht: bei Pneumonie oder Gehirnerkrankungen; während der Schwangerschaft; aufgrund nervöser Erregung; bösartig; hämolytisch. Akute gelbe Leberatrophie. Akute Hepatitis. Große gelbe Flecke auf dem Bauch. Schmerz im After, als wollte es den Leib auseinander reißen; besser durch Auflegen warmer Tücher [auf den Bauch]. Blutabgang beim Stuhl. Blähungskolik, schlimmer [?] durch heiße Getränke23

23

Nach Hering sind die Blähungs-Schmerzen vor der Menstruation „besser durch Zusammenkrümmen und heiße Getränke“, doch „nach Trinken von Warmem werden Gesicht und Arme rot, und sie hat das Gefühl, keine Luft zu bekommen“ (Guiding Symptoms). Auch Clarke sagt, Blähungskoliken würden durch heiße Getränke gemildert.

. [Dysenterie:] Stuhldrang, [unmittelbar] nach Legen auf die linke Seite.
HarnwegeViel farbloser, wässriger Harn, dann Schwäche und Mattigkeit. Fetthäutchen auf dem Urin. Hämaturie: bei akuter Nephritis; mit Ikterus. Proteinurie; periodisch. Selbst bei gefüllter Blase keine Regung, Harn zu lassen.
Männliche GenitalienUnwiderstehliches Sexualverlangen, aber Impotenz. Lüstern; zieht sich aus; sexuelle Manie. Erektionen schwach oder gar nicht vorhanden. Beständiger Ausfluss dünner, schleimiger, farbloser Flüssigkeit aus der Harnröhre.
Weibliche GenitalienMenstruation: zu früh, spärlich; Blutung nicht stark, aber verlängert [?]24

24

In den meisten Prüfungs- und klinischen Beobachtungen wird eine Verkürzung der Blutungsdauer angegeben, etwa auf zwei Tage.

. Ausfluss: reichlich, beißend, wund machend; anstelle der Monatsblutung. Nymphomanie. Unfruchtbarkeit: „wegen übertriebener Geilheit“25

25

Zitat von Bönninghausen.

oder bei zu starker oder verspäteter Periode. Häufige und starke Uterusblutungen; oder auch kurze Zwischenblutungen; Blutung bei Stillenden. Uteruskrebs. Amenorrhö: mit [vikariierendem] Blutspucken, Bluten aus dem After oder Blutharnen, oder mit Milchansammlung in der Brust. Eiterung in den Brüsten; mit Fistel bildenden Geschwüren. Brustkrebs. Uteruspolypen. Schmerzen unter der linken Mamma. Vagina empfindungslos während des Koitus, obwohl sexuelle Erregung vorhanden ist. Heftiges Sexualverlangen während der Schwangerschaft und der Laktation. Brustwarzen heiß und wund.
AtemwegeAtembeklemmung; schlimmer durch die geringste Bewegung. Beengte Atmung mit Erstickungsgefühl; Kurzatmigkeit jedes Mal nach dem Husten schlimmer. Asthmatische Atmung nach Husten. Kehlkopf: rau, wie roh und wund, wie pelzig; schmerzt beim Sprechen. Stimme: leise [kann kein lautes Wort sprechen]; heiser, schlimmer morgens und abends. Krupp in Verbindung mit Bronchitis. Husten: hart, „kächzend“; trocken, heftig, schmerzhaft; Kitzelhusten, Hüsteln; erschöpfender Husten; Husten mit Würgen. Husten macht Bauchweh oder Brennen in den Luftwegen und Zittern [am ganzen Körper]. Husten: beim Lautlesen; bei Wetterwechsel; beim Erscheinen oder Eintreten von Fremden; von Lachen erregt; schlimmer bei Anstrengung oder beim Singen. Auswurf: leicht sich lösend, schaumig, rostfarben, bläulich; salzig, sauer oder süßlich schmeckend; oft kühl. [Der „ausgerachsete“ Schleim ist kühl, früh.] Lungenentzündung: des linken26

26

Nash und Clarke sind sich einig, dass der rechte untere Lungenlappen vorzugsweise befallen wird.

unteren Lungenlappens; sekundäre Pneumonie, mit Sopor. Vollheits- und Schweregefühl in der Brust; Brustschmerzen bis in den Hals oder den rechten Arm, oder die Seiten wechselnd; Stiche in der linken oberen Brustregion; Rasseln auf der Brust, schlimmer durch kalte Getränke. Trockenes Hitzegefühl in der Brust, bei Husten; Husten erst trocken, dann locker. Wiederholtes Blutspucken. Tuberkulose hoch gewachsener, schlanker, schnell wachsender Personen. Hyperämie der Lungen. „Wie eine lose hängende Haut [oder ein Stück Fleisch] im Kehlkopf.“ Gelbe Flecke auf der Brust.
HerzHeftiges Herzklopfen mit Ängstlichkeit; beim geringsten Anlass [nach kleiner Gemütsbewegung]; bei Struma. Schmerzen vom Herzen in den rechten Arm. Herzdilatation durch fettige Degeneration oder aufgrund von Endokarditis. Herzschwäche. Puls schnell, klein, weich. Wärmegefühl im Herzen.
Äußerer Hals und RückenZerbrochenheitsschmerz im Rücken, an jeder Bewegung hindernd. Krampfartiges Zusammenziehen oder Brennen zwischen den Schulterblättern. Spinalirritation, schlimmer durch Hitzeeinwirkung. Schmerz vom linken Schulterblatt nach vorn [durch die Brust hindurch]. Brennen auf einer kleinen Stelle im Kreuz, besser durch Reiben. Schmerz in der Sakralregion nach der Entbindung. Beim Stuhlgang flüchtiger Schmerz vom Steißbein durch das Rückgrat bis in den Scheitel [was ihm den Kopf rückwärts zieht].
ExtremitätenAufsteigende sensorische und motorische Lähmung, die in den Finger- und Zehenspitzen beginnt. Kann kaum etwas in der Hand halten. Reißen in der linken Schulter, besonders nachts. Taubheitsempfindung: in den Armen; den Händen; den Fingern und Zehen. Brenngefühl in den Handtellern. Hände und Arme kalt, beim Durchfall. Lähmende Stiche in den Hüften; später gehen sie den Rücken hinauf. Schmerzen in den Schienbeinen; Knochenhautentzündung. Fußgelenke: Gefühl, als sollten sie brechen; leicht verrenkt bzw. umknickend. Neigung zum Taumeln, stolpert leicht. Unterdrückter Fußschweiß. Eiskalte Füße [die selbst im Bett nicht warm werden]. Krämpfe der Zehen. Gelenke geben plötzlich nach. „Es zieht ihm von Zeit zu Zeit die Finger krumm, wie Klamm.“ Schwäche und Zittern der Glieder bei jeder Anstrengung. Postdiphtherische Paralyse, mit Ameisenlaufen in Händen und Füßen. Knie kalt; im Bett. Beine schwer, Füße wie an den Boden geheftet. Geht mit gespreizten Beinen (Watschelgang); genötigt, mit weit gespreizten Beinen zu stehen [damit sie nicht umfällt].
HautKleine Wunden bluten sehr; sie vernarben, brechen dann aber wieder auf und bluten. Bräunliche oder blutrote Flecke hier und da. Ekchymosen. Purpura haemorrhagica. Blutschwamm, Hämangiom. Hautbrennen beim Rasieren. Zystische Fettgeschwülste, Lipome. Dünner, fauliger, blutiger Eiter. Geschwüre, die während der Menstruation [bzw. vor Eintritt der Regel] bluten.
SchlafSchläfrigkeit; Wachkoma. [Betäubungs-Schlummer. Schlafsuchtartige Tagesschläfrigkeit.] Schläfrig tagsüber, kann vor Mitternacht nicht einschlafen. Schlaflosigkeit: mit Gefühl, „als gingen die Augen nicht zu, [sondern müßten mit den Händen zugehalten werden und drehten sich im Kopfe herum]“; wegen innerer Hitze. Kurze Schlafphasen mit häufigem Erwachen. Schlafwandeln. Träume: von Feuer; schlüpfrige Träume; von Blutsturz. Morgens nicht ausgeschlafen.
FieberFriert im warmen Zimmer, Frost den Rücken herab. Verlangt nach Eis während des Fieberfrostes. Brennende Hitze; auch lokal, den Rücken hinauf. Febris hectica. Schweiß: frühmorgens; klebrig; nicht lindernd. Schmerzlose Fieber.
KomplementärLycopodium; Sanguinaria; Sepia.
VerwandtBryonia; Causticum; Conium; Pulsatilla; Rhus toxicodendron; Silicea.

  • Das Element Phosphor.

  • Prüfungen von Hahnemann, der auch Symptome von Hartlaub/Trinks, Nenning und anderen verwertete. Sammlung in den Chronischen Krankheiten, Band 5. Zum Teil wurde für die Übersetzung auf die Reine Arzneimittellehre von Hartlaub und Trinks zurückgegriffen, wenn ein Symptom von Hahnemann stark gekürzt oder umformuliert wurde. Ferner eine Reihe von Prüfungs- und Vergiftungsberichten bei Sorge, in seiner Buchveröffentlichung Der Phosphor, ein großes Heilmittel. Sorges Symptome und diejenigen mehrerer Vergiftungsfälle aus der AHZ finden sich in Possarts Arzneimittellehre. Es gibt eine große Zahl weiterer Quellen. Erwähnt seien noch Beobachtungen an Arbeitern in Zündholzfabriken (besonders bezüglich der „Phosphornekrose“ des Unterkiefers) und eine Prüfung von Heath in Substanz (Quelle 43 bei AE), die eine recht große Zahl charakteristischer Symptome ergeben hat.

Physostigma
AllgemeinesDie motorischen Nervenbahnen im Rückenmark werden von dieser Arznei angegriffen. Es kommt zu flatterndem Tremor der Muskeln; sie gehorchen dem Willen nicht mehr und/oder ziehen sich krampfhaft in Knoten zusammen; selbst die Gedärme scheinen zu einem Knoten zusammengezogen zu sein. Spinalirritation; Druckempfindlichkeit der Rückenwirbel [Druck zwischen die Wirbel lässt den Patienten zusammenzucken]. Kraftlosigkeit der unteren Gliedmaßen, scheinbar von einem Punkt zwischen den Hüften ausgehend. Verlust der Schmerzempfindlichkeit. Schwäche, die in vollständige Lähmung übergeht, obwohl die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln nicht beeinträchtigt wird. Rigidität der Muskeln. Abscheu vor kaltem Wasser, vor kaltem Trinken oder Baden; kaltes Wasser wird als zu kalt empfunden, mag nicht baden. Schaudern, schlimmer durch jeden Luftzug. Gefühl des Schwebens, Levitationsgefühl [beim Heben des Fußes im Gehen]. Schießende Schmerzen hier und da. Fliegende Hitze, besonders in den Handtellern. Gangataxie, schießende Schmerzen die Gliedmaßen hinab. Starrkrampf. Trismus. Tremor. Üble Folgen von: Gemütsbewegungen, Kummer; Verletzungen, Schlag. Progressive Muskellähmung. Generalisierte Paralyse der Geisteskranken.
SchlimmerTemperaturveränderung. Anstrengung der Augen. Baden. Hitze und Kälte. Absteigen. Bewegung. Auftreten; Erschütterung, Fehltreten.
BesserBauchlage oder tiefe Lagerung des Kopfes. Willensanstrengung. Schließen der Augen. Schlaf.
Geist und GemütGeist ungewöhnlich aktiv, selbst im Schlaf. [Schlief zwei Stunden lang; doch mein Geist war so aktiv, dass ich mir gar nicht bewusst war, geschlafen zu haben.] ‚Nichts war richtig; zu viele Dinge im Raum, zählte sie ständig‘. Lähmungszustand von Geist und Körper, aufgrund von Kummer.
KopfGehirn scheint auf die Seite zu fallen, auf der man liegt; Gefühl von Schwanken im Gehirn [beim Gehen]. Schwindel; stolpert beim Treppensteigen oder treppab Gehen. Schmerz von der Stirn aus die Nase herab. Gefühl eines Bandes um den Kopf oder wie von einer eng anliegenden Kappe auf dem Kopf. Herzschläge werden im Kopf gespürt, besonders im Liegen. Gefühl eines Zitterns im Kopf.
AugenZuckungen der Augenmuskeln. Schmerz über beiden Augenhöhlen; Heben der Lider unerträglich. Akkommodationsstörungen; Astigmatismus. Glaukom, besonders nach Verletzung. Kontrahierte Pupillen. Postdiphtherische Lähmung des Auges. [Stirnhaut und] Augenlider gespannt; kann die Augen weder schließen noch öffnen. Blutunterlaufene Augen; mit Brennen der Augen. Nachtblind. Mückensehen; Lichtblitze vor den Augen. Zunehmende Kurzsichtigkeit. Zitterndes Sehen [wie Wellen vor den Augen, die den Gegenständen eine Zitterbewegung mitteilen].
OhrenPlötzlicher Schmerz vom Hals [durch die Tube] bis zum Mittelohr, besonders beim Aufstoßen. Schmerz im (rechten) Ohr beim Schreiben.
NaseZuckungen der Nasenmuskeln.
GesichtLippen taub; leckt sich die Lippen. Kieferklemme.
MundGefühl, als wären die Zähne rau [durch Zähneputzen nicht beseitigt]. Empfindung, als wäre die Zunge: fettig; verbrannt, verbrüht; geschwollen, bei Chorea. Empfindung am Gaumen, als wäre er mit Fleckchen loser Haut bedeckt. Dicker Speichel, wie Seifenschaum27

27

Im Original irrtümlich „ledrig“ (leathery) statt „seifenschaumartig“ (lathery).

.
HalsGefühl, als käme eine Kugel in den Hals hinauf. Spürt starke Herzschläge im Hals. Gefühl, als hätte man hastig einen großen Bissen verschluckt; diese schmerzhafte Empfindung hat ihren Sitz im Epigastrium.
MagenSchluckauf; mit Kurzatmigkeit, durch Schlaf sofort gelindert.
AbdomenNabel: wund, entzündet, gerötet. Hypogastrium schmerzhaft und aufgebläht, schlimmer im [aufrechten] Stehen. Kneifen im rechten Hypochondrium. Leistenschmerzen, die die Seite wechseln. Kolikschmerzen, schlimmer [?] durch Durchfall28

28

Die Prüfungen bieten lediglich: „gefolgt von Durchfall“ und „nicht viel gebessert von Durchfall“.

; besser durch Ausstrecken der Beine29

29

„Abends war der Schmerz so stark, dass ich die Beine ausstrecken musste“ (aus einer Prüfung).

.
Weibliche GenitalienTaubheitsgefühl in der Uterusregion, mit Schmerz im Rücken. Ausfluss, schlimmer tagsüber, bei körperlicher Anstrengung. Neigung zum Seufzen; stärker dann, wenn auch der Ausfluss stärker ist. Menstruation: unregelmäßig; mit Herzklopfen.
HerzHerzflattern, das im Hals, im Kopf oder in jeder Schlagader des ganzen Körpers gespürt wird.
Äußerer Hals und RückenTaubheitsempfindung läuft vom Hinterkopf das Rückgrat hinab. Druckempfindlichkeit der Wirbelsäule.
ExtremitätenZucken der Gliedmaßen. Übler Geruch von den Händen. Schmerz im (rechten) Deltamuskel, gemildert [nur] durch heftige Bewegung. Schmerz in der rechten30

30

In AE wird die linke, in Clarkes Dictionary die rechte Kniekehle genannt. Beide berufen sich auf die Prüfung von Chase. Das Original war mir nicht zugänglich.

Kniekehle. Fliegende Hitze in den Handtellern.
SchlafAnfälle überwältigender Schläfrigkeit; mit Gefühl, als wäre man drauf und dran, das Bewusstsein zu verlieren.
FieberJede Bewegung und jeder Luftzug macht schaudern. Schwitzt leicht; vor allem bei Aufregung.
VerwandtAgaricus; Gelsemium; Nux vomica.

  • Physostigma venenosum ist die Kalabarbohne, eine afrikanische Leguminose.

  • Eine große Zahl von Prüfungssymptomen aus verschiedenen amerikanischen Versuchen, wiedergegeben bei AE, Band 7. Hale bietet in den New Remedies unter dem Stichwort „Calabar Bean“ einen Überblick.

Phytolacca
AllgemeinesDiese lange und tief wirkende Arznei greift in erster Linie die Drüsen an, besonders die Brustdrüsen und die Tonsillen; zudem hat sie eine starke Wirkung auf die Muskeln, speziell des Halses und Rückens, auf die Bindegewebe: Sehnen, Gelenke; auf die Knochengewebe, das Periost; auf den inneren Hals, den Verdauungstrakt und die rechte Seite des Körpers. Schmerzhaftigkeit wie wund und [anhaltende dumpfe] Schmerzen wie von [schwerem Gewicht oder] hartem Druck sowie Unruhe und Erschöpfung sind die Leitsymptome. Wehtun wie zerschlagen: am ganzen Körper; plötzlich; in den Augäpfeln; in den Nieren; am Nacken; an den Schultern; am Rücken; an den Unterarmen; unterhalb der Knie. Bläulichrote Verfärbung von Körperteilen: des inneren Halses, von Drüsen, Lymphknoten, [Augenlidern] usw. Ausstrahlende, sich ausbreitende Schmerzen. Schmerzen kommen und verschwinden plötzlich, wechseln den Ort; rheumatische Schmerzen, auch nach Tonsillitis. Ausscheidungen mit Schleimfetzen, zäh; das gilt für Stühle, Menstruationsblutung, [Muttermilch] usw. Knotenbildungen, hart und schmerzhaft. Syphilitische Knochenschmerzen. Tetanus; allgemeine Muskelrigidität; Wechsel von Verkrampfung und Erschlaffung der Muskeln. Beschleunigt den Eiterungsprozess. Eiterabsonderung wässrig, stinkend, jauchig. Fettleibigkeit. Verspätete Zahnung. Alles schlägt sich auf die Mammae [nasskaltes Wetter, Aufregung usw.].
SchlimmerWenn man feuchtkaltem Wetter oder Wetterumschwüngen ausgesetzt ist. Aufrichten, Aufstehen. Bewegung. Schlucken heißer Getränke; äußere Wärme. Kalte Nächte. Während der Menstruation. Regen. Herabsteigen von einer hohen Stufe oder Schwelle [ruft Gefühl wie zerschlagen im Gehirn hervor].
BesserBauchlage; oder auch linke Seitenlage. Ruhe. Trockenes Wetter.
Geist und GemütVerlust jeglichen Sinns für Anstand; totale Schamlosigkeit, ganz gleichgültig gegen Entblößung ihres Körpers. Gleichgültig gegenüber dem Leben. Fühlt sich beim Aufstehen [aus dem Bett] der Ohnmacht nahe. Nahrungsverweigerung trotz beständiger, beharrlicher Aufforderung zu essen. Große Furcht; ist sich sicher, dass sie sterben wird. Tagesgeschäfte ekeln ihn an.
KopfSchwindel beim Aufstehen. Schmerz, der in der Stirngegend beginnt und nach hinten zieht. Gehirn wie wund schmerzend, Kopf wie zerschlagen. Schmerzen im und am Kopf, immer wenn es regnet. Übelkeit und Kopfschmerzen, besser durch Essen, aber bald nach dem Essen kommt beides wieder, und Erbrechen tritt ein, wodurch sich das Kopfweh sogar noch verstärkt, die Übelkeit aber gemildert wird.
AugenStarkes, heißes Tränen der Augen. Beißen. Grünsehen. Tränengangfistel. Augäpfel schmerzhaft beim Lesen und Schreiben. Bewegungen eines Auges unabhängig vom anderen. Orbitalphlegmone. Lider brennen wie Feuer.
OhrenSchmerzen in beiden Ohren, bei jedem Versuch zu schlucken.
NaseSchweregefühl der Nase. Schleim fließt aus einem Nasenloch, während das andere verstopft ist; im Wechsel. Scharfe Absonderung aus der Nase [die Nase und Oberlippe wund macht]. Verstopfung der Nase beim Reiten oder Fahren.
GesichtGelblich, kränklich aussehend. Wehtun der Wangenknochen. Lymphknoten am Kieferwinkel geschwollen. Kieferschmerzen, wie bei Mumps. [Tetanusartige Krämpfe:] Lippen nach außen gekehrt und straff gespannt; Kinn zum Brustbein gezogen. Mumps.
Mund[Unwiderstehliche] Neigung, die Zähne zusammenzubeißen. Schwierige Zahnung, Kind möchte stets auf etwas Hartes beißen, fühlt sich besser dadurch. Zunge: an der Spitze feuerrot; an der Zungenwurzel Gefühl wie verbrannt oder Schmerzen dort [besonders beim Schlucken]; herausgestreckt. Viel zäher Speichel. Sehr schmerzhafte kleine Geschwüre an der Innenseite der Wange; kann auf dieser Seite nicht kauen. Trockenheitsgefühl [in Mund und Rachen], mit Husten.
HalsDunkelrot oder bläulichrot. Weißgraue Flecken [Beläge] an den Schlundwänden. Hals: entzündet, sehr schmerzhaft beim Schlucken; dunkel gefärbt, aufgedunsen; brennend; Gefühl wie von einem Stöckchen im Hals. Empfindung einer heißen Kugel oder eines Kloßes im Hals. Mandeln geschwollen; Belag wie schmutziges Waschleder auf den Tonsillen. Hartes Pochen in der rechten Mandel. Angina. Diphtherie. Kann nichts Heißes schlucken. Pharyngitis mit Hyperplasie der Lymphfollikel der Rachenhinterwand. Heiserkeit und Halsweh, die nach Diphtherie zurückbleiben.
MagenHeftiges Erbrechen: mit Würgen; möchte sterben, damit das Erbrechen endlich aufhört; alle paar Minuten. [Oder:] Müheloses Erbrechen, ohne Übelkeit. Hunger schon bald nach dem Essen wieder. Schmerz in der Magengegend, schlimmer durch tiefes Einatmen [und durch Gehen].
AbdomenWehtun mit Schweregefühl im [rechten] Hypochondrium; schlimmer durch Liegen auf der schmerzenden Seite; hört auf, sobald Leukorrhö einsetzt. Chronische Hepatitis. Beständiger Stuhldrang; selbst im Schlaf31

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Vgl. das Vergiftungssymptom: „Unwillkürliche Stühle, aufgrund von Pressen (straining), was selbst im Schlaf weiterging.“

. Dysenterie: nur Schleim und Blut werden ausgeschieden, Entleerung sieht aus wie Abschabsel der Darmschleimhaut. Blutige Ausscheidungen, denen ein eigenartiges Hitzegefühl im Mastdarm vorausgeht. Mastdarmkrebs. Stuhlverstopfung alter Leute; auch von Personen mit Herzschwäche. Durchfall nach Genuss von Limonade.
HarnwegeDumpfer Schmerz, wie harter Druck, in der Niere; mit spärlichem oder ausbleibendem Urin. Harn dunkelrot; kreidiger Bodensatz. Proteinurie: nach Diphtherie oder Scharlach. Der [kaffeefarbene] Urin färbt die Wäsche gelb.
Männliche Genitalien[Beständige] Schmerzhaftigkeit des Samenstrangs. Schießender Schmerz [vom After aus] das Perineum entlang bis zur Penismitte. Schmerzhafte Verhärtung der Hoden.
Weibliche GenitalienMenstruation: [zu oft und zu reichlich], verbunden mit Zunahme der Absonderung der Tränen und des Speichels. Brüste: schwer, steinhart, geschwollen, berührungsempfindlich; schmerzend beim Stillen; der Schmerz strahlt von der Brustwarze über den ganzen Körper aus. Harte Knoten in den Brüsten, mit Geschwulst der Achsellymphknoten. Brustwarzen: rissig, sehr empfindlich; eingezogen. Reizung der Brüste vor und während der Regel. Dysmenorrhö: bei [„wie es scheint“] unfruchtbaren Frauen; mit Erosion des Gebärmutterhalses; membranöse Dysmenorrhö. Galaktorrhö, exzessiver Milchfluss. Blutig-wässrige Absonderung aus den Brüsten [nach dem Abstillen]. Probleme mit alten Narben in den Brüsten. [Angeraten, wenn Narben in den Brüsten den Milchabfluss erschweren.]
AtemwegeKeuchende Atmung [ringt nach Luft]. Heiserkeit. Husten mit Brennen in der Luftröhre.
HerzSchockwellen von Schmerz in der Herzregion; der Schmerz hört im Herzen auf und erscheint stattdessen im rechten Arm. Gefühl, als hüpfte das Herz bis in den Hals. Fettige Degeneration des Herzens.
Äußerer Hals und RückenSteifer Hals. Beständiger dumpfer Schmerz in der Lumbal- und Sakralregion. Schmerzen jagen den Rücken herauf und hinunter. [Etwa: Schmerzen beginnend in der Brustwarze beim Stillen, dann zum Rückgrat ausstrahlend und den Rücken rauf und runter jagend.]
ExtremitätenRechter Arm taub und pelzig. Schmerz und Steifheit in der (rechten) Schulter; mit Unfähigkeit, den Arm zu heben. Schmerzen ‚fliegen‘ wie elektrische Schläge [von einem Körperteil zum anderen]. Hüften und Schenkel schmerzen bei Wetterumschwung. Wehtun und Schwäche im (rechten) Oberarmknochen, schlimmer durch Bewegung und Ausstrecken des Arms. Wehtun der Schienbeine. Schmerzende Fersen, besser durch Hochlegen der Füße. Neuralgie der Zehen. Scharfe, schneidende, ziehende Schmerzen im Hüftgelenk [hinter dem Trochanter major]; das Bein wird hochgezogen, sodass es nicht [oder nur mit den Zehen] den Boden berührt. Schmerzhafte, harte, glänzende Geschwulst der Fingergelenke.
HautTrocken, rau, runzelig. Furunkulose. Venerische Bubonen. Warzen. Lipome. Hühneraugen. Bartflechte. Ringelflechte.
KomplementärSilicea.
VerwandtBryonia; Kali bichromicum; Kali iodatum; Mercurius; Rhus toxicodendron.

  • Phytolacca decandra, die Kermesbeere. Wurzeln, Blätter und Beeren.

  • Mehrere Prüfungen und Vergiftungsfälle. Die meisten Prüfungen wurden zuerst bei Hale (New Remedies) veröffentlicht, der das Mittel von den „Eklektikern“ übernommen und in die homöopathische Arzneimittellehre eingeführt hat; ferner bei AE, Band 7.

Picricum acidum
AllgemeinesDiese Säure wirkt auf das Gehirn, das Rückenmark, die Lumbalregion, den Hinterkopf, die Nieren und die Geschlechtsorgane. Schwäche, Schwere- und Müdigkeitsgefühl; an Körper und Geist. Degeneration des Rückenmarks; mit Paralyse. Spasmen; bei Myelitis. Schnell erschöpft. Progressive perniziöse Anämie. Feines Stechen wie von Nadeln [besonders in Unterschenkeln und Füßen]. Brennen in vielen Teilen: das Rückgrat entlang32

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„Eines seiner sonderbarsten Symptome ist, dass die geringste geistige Anstrengung Brennen entlang der Wirbelsäule verursacht“ (Tyler, Homöopathische Arzneimittelbilder).

; in den Beinen. Kachexie. Ausgelaugte, geistig wie körperlich ‚erledigte‘ Personen. Taubheitsgefühle. Ameisenlaufen. Neurasthenie. Akute aufsteigende Lähmung, Landry-Paralyse. Urämie; mit vollständiger Anurie. Schreiblähmung bei Stenotypistinnen.33

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Diese Beschäftigungsneurose wird bei Clarke referiert (Fall von Halbert): Eine Stenotypistin bemerkte nach sechs Jahren dauernder Beanspruchung ihres rechten Zeigefingers eine Schwäche in diesem und dem Daumen, sie war unfähig, einen Federhalter oder Bleistift zu halten. Danach kamen eine Schwierigkeit, die Tasten der Schreibmaschine richtig anzuschlagen, und ein gewisses Maß an Fallhand. Der Finger war, als Halbert sie das erste Mal sah, ganz starr und gerade ausgestreckt, mit extremer Spastizität.

SchlimmerAnstrengung, geistige oder körperliche. Verlust von Sperma. Hitze; Sommerhitze. Ermüdung. Lernen. Seelischer Schock.
BesserRuhe. Kälte. Bandagieren. In der Sonne.
Geist und GemütMangel an Willenskraft, bringt es nicht fertig, irgendetwas zu unternehmen. Versagensangst, bei Prüfungen; nach anhaltendem Lernstress, mit Ängsten. [Beim Treppensteigen oder Ansteigen hat er das] Gefühl, als ob die Treppe oder der Boden auf ihn zukämen. Sitzt still und teilnahmslos da, zeigt kein Interesse an der Umgebung. [Mann:] Lüsterne Gedanken bei Anwesenheit jeder beliebigen Frau. [Frau:] Obwohl gern in Gesellschaft von Männern, ist ihr die Vorstellung zu heiraten unerträglich.
KopfSchwere im Hinterkopf; erstreckt sich das Rückgrat hinunter, bis in die Untergliedmaßen. Kopfweh: schlimmer durch geistige Anstrengung; besser durch Nasenbluten, festes Bandagieren des Kopfes; verbunden mit sexueller Erregung und heftigen Erektionen. Hirnermüdung; Kopfschmerzen tagsüber, gebessert durch Schlaf.34

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„Hirnermüdung bei einer Lehrerin; … Kopfweh macht sie völlig arbeitsunfähig, es beginnt morgens beim Erwachen, nimmt mit Fortschreiten des Tages zu, wird jedoch immer durch den nächtlichen Schlaf gebessert“ (Hering, Guiding Symptoms).

Kopfweh: bei [überarbeiteten] Geschäftsleuten, Lehrern, Schülern; nach Kummer und anderen niederdrückenden Gemütsbewegungen.
AugenGelb gefärbt. Chronische Konjunktivitis, mit dickem, gelbem Sekret.
OhrenSchmerzhafte Furunkel des äußeren Gehörgangs.
Mund, Hals, MagenBitterer Mundgeschmack; mit Durst. Ekel vor Speisen. Erbricht sich plötzlich, ohne Warnung; Erbrochenes hellgelb, bitter.
AbdomenWie eingeölte, Brennen verursachende Stühle. Durchfall aufgrund von geistiger Anstrengung. Brennen im Mastdarm beim Abgang des Stuhls. Stühle dünn und gelb. Gelbsucht mit Hautjucken.
HarnwegeAmmoniakalisch riechender Urin; Harntröpfeln [nach dem Wasserlassen]. Urämie; mit vollständiger Anurie.
Männliche GenitalienLüsterne Gedanken bei Anwesenheit jeder beliebigen Frau. Priapismus, sehr starke Anschwellung des Penis [als ob das Glied bersten sollte]. Starke Erektionen, mit Schmerz im Hoden, der sich den Samenstrang hinauf erstreckt. Extreme Erschöpfung nach häufigen Pollutionen. Impotenz, mit Furunkel- und Karbunkelneigung. Hypertrophie der Prostata.
Weibliche GenitalienExtreme Erschöpfung zur Zeit der Menstruation.
Äußerer Hals und Rücken, ExtremitätenSchmerzhafte Furunkel am Nacken. Rückenschmerz mit Schlappheit, Patient kann nicht gerade sitzen. Brennen das Rückgrat entlang, schlimmer durch jeden Versuch zu lernen. Hält die Beine beim Stehen weit gespreizt. Schmerzende, müde Beine. Schreibkrampf oder Schreiblähmung. Gefühl, als wären Rücken und Gliedmaßen bandagiert. Anästhesie der Unterschenkel, mit einem Gefühl, als steckten sie in elastischen Strümpfen. Beine schwach, bleischwer, nur mit großer Mühe vom Boden zu heben.
HautGelbsucht. Kleine, schmerzhafte, empfindliche Furunkel, besonders am Nacken [und im Gehörgang].
SchlafSchläfrigkeit. Schlaf tief, aber nicht erholsam. Schläfrig tagsüber, schlaflos nachts [besonders nach geistiger Anstrengung].
VerwandtGelsemium; Oxalicum acidum; Phosphorus; Phosphoricum acidum.

  • Pikrinsäure, Formel C6H2(OH)(NO2)3; sehr explosiv.

  • Mehrere Prüfungen, zu finden bei AE und Hales New Remedies; Übersetzung von Oehme in der AHZ.

Pilocarpus jaborandi
Jaborandi
Piper methysticum
AllgemeinesKava-Kava ist ein Rauschmittel. Es erzeugt Lebhaftigkeit und die Disposition, mehr Arbeit als sonst zu leisten, ohne müde zu werden. Alle Symptome, besonders die Schmerzen, werden zeitweilig gemindert durch Ablenkung der Aufmerksamkeit, durch Wechsel des Themas; ist zu dauerndem Lagewechsel genötigt.

  • Kava-kava ist ein Rauschmittel aus Tahiti. Es wird aus der Wurzel von Macropiper methysticum hergestellt. Die Wurzel wird gekaut oder ein Getränk wird daraus zubereitet.

  • Eine Reihe von Prüfungen mit der Urtinktur bzw. dem Getränk „Kava-kava“ selbst, ebenso auch von Dilutionen, insbesondere von Griswold. Zu finden in: AE, Band 7; Hale, New Remedies; Clarke, Dictionary.

Plantago major
AllgemeinesGreift die Nerven an und führt zu Neuralgien der Ohren, der Zähne, des Gesichts; auch angezeigt bei den Nervenschmerzen der Gürtelrose. Schmerzen sind scharf und wechseln den Ort; pendeln hin und her zwischen Ohr und Zähnen. Schmerzhaftigkeit wie wund und zerschlagen. Erzeugt Ekel vor Tabak; sowohl bei Tabakkauern als auch bei Rauchern. [Alveolar-]Pyorrhö. Üble Folgen von Prellungen, Verbrennungen, Schnitt- und Stichwunden, Schlangenbissen. Kann bei Neuralgie lokal angewandt werden. Gefühl eines Fremdkörpers: zwischen den Ohren; in den Leisten usw.
SchlimmerNachts. Warmes Zimmer.
BesserSchlaf. Essen.
KopfGefühl, als drehte sich das Gehirn herum. Kopfschmerz, mit Zahnschmerz verbunden. [Druckgefühl tief im Kopf, und eine] Empfindung, als ob etwas im Kopf läge, von einem Ohr bis ganz zum anderen Ohr.
AugenScharfe Schmerzen in den Augen, als Reflexwirkung von vereiterten Zähnen. Gefühl, als ob ein Haar über das (linke) Auge hinge.
OhrenNeuralgische Ohrenschmerzen, Schmerz geht von einem Ohr bis zum anderen, durch den Kopf hindurch. Ohrenschmerzen, mit Zahnschmerzen verbunden. Gehör empfindlicher als sonst; jedes35

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Bei Phatak heißt es, nach Boericke, „laute Geräusche“, bereits in Heaths Prüfung ist aber vom „geringsten“ Geräusch die Rede.

Geräusch geht einem durch und durch. Gefühl wie von einem Fremdkörper zwischen den Ohren.
NasePlötzliches Ausfließen gelb gefärbten Wassers aus der Nase.
GesichtPeriodischer Gesichtsschmerz, schlimmer zwischen 7 und 14 Uhr, mit Tränen der Augen und Lichtscheu, der Schmerz strahlt zu den Schläfen und zum Unterkiefer aus.
MundSpeichelfluss bei den Schmerzen [besonders bei den Zahnschmerzen]. Verlängerungsgefühl der Zähne. Zahnweh, besser während des Essens36

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Nach Boericke. In den Prüfungen und bei Hering ist diese Modalität nicht für Zahn-, wohl aber für Bauchschmerzen zu finden.

. Mundgeschmack wie von Dreck [und faulig].
AbdomenKältegefühl im Darm. Kolik, besser durch Essen. Durchfall; mit braunen Stühlen, schäumend oder wässrig. Hämorrhoiden, schmerzhaft, kann kaum stehen.
HarnwegeHäufiger Abgang großer Mengen blassen Harns, schlimmer nachts; mit Durst (Diabetes). Enuresis.
Weibliche GenitalienNeuralgie der Brustwarzen.
RückenKlopfender Schmerz zwischen den Schulterblättern. Kalter Schweiß ganz unten am Rücken.
ExtremitätenBeine taub und zittrig.
HautJucken und Brennen. Empfindliche Haut.
SchlafTraurige, trübselige Träume, erwacht weinend daraus.
VerwandtArnica; Ferrum phosphoricum; Pulsatilla.

  • Der Große Wegerich. Tinktur aus der Wurzel, gelegentlich auch der ganzen Pflanze.

  • Prüfungen von Heath sowie verschiedenen Personen unter Leitung von Humphreys. Zu finden bei AE, Band 7, und Hale, New Remedies.

Platinum
AllgemeinesDieses stolze Metall ist ein Frauenmittel, besonders für verkniffene, zimperliche alte Jungfern. Zahlreiche und vielfältige Symptome, die als Reflexe von Störungen der Sexualorgane anzusehen sind, der Ovarien oder des Uterus. Greift die Nerven an: den Vagus, die sensorischen Nerven, den Trigeminus, mit heftigen krampfhaften, quetschenden, stoßenden oder betäubenden Schmerzen [„schmerzliches Taubheitsgefühl“]; darauf können Krämpfe folgen. Spasmen, die mit Atembeschwerden abwechseln. Überempfindlichkeit von Gemüt und Nervensystem. Lokal begrenzte Empfindungen: Kälte einzelner Teile, der Augen, Ohren usw.; oder Taubheitsgefühl der Kopfhaut, im Gesicht, am Steißbein, in den Waden usw. Blutungen; teils in Klumpen, teils flüssig abgehend. „Schmerzhafte Zittrigkeit des ganzen Körpers.“ Unregelmäßige Erscheinungen: irreguläre Krämpfe oder Kongestionen. Abwechseln von psychischen mit physischen oder mit sexuellen Symptomen. [Bei Heiterkeit des Gemütes leidet der Körper und umgekehrt, bei Gemütsleiden ist der Körper wohl.] Schmerzen nehmen ganz allmählich zu und ebenso allmählich wieder ab. Einschnürungsgefühle, wie bandagiert. Klebrige Absonderungen: Tränen, Stühle, Monatsblutung usw. Hysterische Krämpfe. Katalepsie während der Menstruation. Tonische und klonische Krämpfe, von Gelächter begleitet. Üble Folgen von: Schreck; Ärger; Trauerfall; Zornesausbruch; sexuellen Ausschweifungen; lang anhaltenden Blutungen; Masturbation37

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„Depressionen aufgrund von Masturbation“ heißt es etwa bei Hering.

(vor der Pubertät). „Stichelndes Prickeln.“ Heftige Stöße im Körper, wie von Schmerz. Verdrehungen der Gliedmaßen. Epilepsie; Katalepsie. Sexuelle Perversionen.38

38

Vgl. Clarke: „Es war eines von Gallavardins Mitteln beim Impuls zur Päderastie und Sodomie.“

SchlimmerGemütsbewegungen; sexuelle Emotionen, Koitus, auch Verdruss. Berührung. Nervöse Erschöpfung. Bei leerem Magen. Während der Menstruation. Sitzen. Stehen. Beugen, Rückwärtsbeugen.
BesserGehen im Freien. Sonnenschein. Strecken.39

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Aus der Prüfung: „Muss sich dehnen und recken, was ihr sehr wohl tut.“

Geist und GemütLacht zur falschen Zeit. [Verstimmt auf lange Zeit, von geringem Ärger; er spricht nur, wenn er muss], höchst unfreundlich, abgebrochen, zankend. Gestörter Sinn für Proportionen: Gegenstände erscheinen kleiner, als sie wirklich sind; alles wirkt fremd und erschreckend. Gefühle von Angst und Schrecken; Furcht und „Grausen“ vor dem nahe geglaubten Tod. Schreit laut um Hilfe. Wechselhafte Launen; weint und lacht abwechselnd. Verächtlich. Überheblichkeit; sieht verächtlich auf jeden und alles herab. Empfindet sich selbst als groß, stattlich und erhaben. Stolz und sinnlich. Impulse, Zwangsgedanken: meint ihr eigenes Kind töten zu müssen, das sie insgeheim nicht leiden kann; Impuls, ihren Mann umzubringen, den sie leidenschaftlich liebt; aufkommend beim Anblick eines Messers. Unwillkürliche Neigung zum Pfeifen, Singen, Tanzen. Wenn ihr Stolz verletzt wird oder wenn sie sexuell erregt ist, treten psychische Symptome auf. Weint vor Schmerzen. „Es ist ihr, als gehöre sie gar nicht in ihre Familie; es kommt ihr [nach kurzer Abwesenheit] alles ganz anders vor.“ „Sie meint ganz verlassen zu sein und allein in der Welt zu stehen.“ Üble Laune; doch weint.40

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Es ist nicht klar, was diese Formulierung bedeutet („bad humor; yet weeps“). Zwei Prüfungssymptome lauten: „Weinerlich und verdrießlich; sie muss oft unwillkürlich weinen, was sie erleichtert.“ „Stillschweigen und unwillkürliches Weinen, selbst nach der freundlichsten Zusprache, sodass sie selbst sich über sich ärgert.“

Bildet sich ein, ihr Mann werde niemals wiederkommen; es werde ihm etwas zustoßen. Krittelig. Führt unkeusche Reden. Psychische Beschwerden schlimmer41

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Phatak gibt die entgegengesetzte Modalität (> at twilight) an, was offensichtlich ein Irrtum ist (vgl. Hering, Guiding Symptoms).

in der Dämmerung und begleitet von Ausbleiben der Regelblutung. Ernsthaft bei der Sache, wenn es um gar nichts Ernstes geht; gereizt über Kleinigkeiten. Sitzt in der Ecke, brütet vor sich hin, sagt nichts.
KopfSpannende, pressende Schmerzen im Kopf. Taubheitsgefühl [der Kopfhaut oder auch im Kopf] bei Kopfschmerzen. Migräne. Gespannte Kopfhaut. Kopfschmerzen mit Leukorrhö. Gefühl von Wasser in der Stirn. [Drückender Kopfschmerz, als hätte sie Wasser darin, weckt sie um Mitternacht …]
AugenKältegefühl in den Augen. Zucken [„Fippern“] der Augenlider. Gegenstände sehen kleiner aus, als sie wirklich sind.
OhrenTaubheits- und Kältegefühl im Ohr, bis durch die Backen in die Lippen.
NaseKrampfartiger Schmerz über der Nasenwurzel; mit Gesichtsröte. Taubheitsgefühl an der Nase.
GesichtKältegefühl, Kribbeln und Taubheit in der ganzen (rechten) Gesichtsseite. Grimassenschneiden. [Pulsierendes] Wühlen in den Kiefern. Krampfschmerz an den Kinnladen. Trismus. Taubheitsgefühl in den Jochbeinen.
MundPochende Schmerzen in den Zähnen. Wie verbrannt auf der Zunge. Kältegefühl im [oder um den] Mund. Süßer Geschmack auf der Zungenspitze.
Magen[Das Essen widersteht ihr bei weinerlicher Laune.] Abscheu vor Speisen bei Traurigkeit. Heißhunger und hastiges, gieriges Essen; isst alles, was sich in ihrer Reichweite befindet; in diesem Zustand verachtet sie alles um sich her.42

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Phatak schreibt: „Isst alles um sie herum oder verachtet es“. Dass dies im hier gewählten Sinn zu verstehen ist, wird aus den Prüfungssymptomen und Herings Guiding Symptoms offensichtlich. Hahnemann: „Verächtliches, bedauerndes Herabblicken auf sonst ehrwürdige Leute … Bei der Verächtlichkeits-Laune, plötzlich Heißhunger und gieriges, hastiges Essen …“ Hering: „Heißhunger und hastiges Essen, verachtet alles um sich her.“

Appetit verschwindet nach dem ersten Bissen.
AbdomenMalerkolik. Schmerz in der Nabelgegend, sich bis zum Kreuz erstreckend; Patient dreht und windet sich in alle möglichen Lagen [um sich Erleichterung zu verschaffen]. Stühle: hart, schwarz; werden nur stückweise, in kleinen Portionen abgesetzt, nach starkem Pressen; oder Stühle, die am Mastdarm anhaften, wie weicher Lehm oder Kitt. Stuhlverstopfung: auf Reisen; in der Schwangerschaft. Kribbeln und Jucken im After, abends. „Wollüstiges“ Kribbeln im Bauch.
Männliche GenitalienLustvolles Kribbeln, Kitzeln und Jucken; mit übermäßigem Sexualverlangen. Üble Folgen von Masturbation vor der Pubertät. Pervertierter Sexualtrieb.
Weibliche GenitalienSchmerzhafte Empfindlichkeit in den Geschlechtsteilen; mit Jucken, Kitzeln, Kribbeln. Übermäßiges sexuelles Begehren, besonders bei Jungfrauen, das zur Masturbation führt. Unfruchtbarkeit infolge allzu großer sexueller Erregung. [?] Nymphomanie, besonders im Wochenbett. Menstruation: dunkle, dickflüssige, starke Blutung mit Koagula; zu früh; [zu früh und zu stark], bei kurzer Dauer der Blutung; mit Drängen im Unterbauch. Starke Uterusblutung nach Abortus. Oophoritis: mit brennenden Schmerzen im Ovar; mit Unfruchtbarkeit. Dysmenorrhö, mit Schreien und Zuckungen. Vaginismus infolge übertriebener Empfindlichkeit der weiblichen Sexualorgane, Koitus unmöglich. Schamjucken; mit wollüstigem Kitzel. Uterusprolaps. Verhärtung der Gebärmutter; Uteruskrebs. Myom. Ausfluss wie Eiweiß, nur am Tage, „teils nach Harnabgang, teils nach Aufstehen vom Sitze“. Erotische Manie. Oft eine Empfindung, als sollte die Menstruation einsetzen. Amenorrhö bei Flüchtlingen oder Ausgewanderten.
Äußerer Hals und RückenKreuzschmerz wie zerschlagen oder zerbrochen, schlimmer durch äußeren Druck und beim hintenüber Beugen. Taubheitsgefühl im Kreuz- und Steißbein, wie nach einem Schlag.
ExtremitätenWadenkrämpfe. Spannen [„Strammen“] der Oberschenkel, wie zu fest umwickelt. Krummziehen der Finger. Taubheit des kleinen Fingers, oder aller Finger. Taubheits- und Müdigkeitsgefühl in den Gliedmaßen [besonders in den Füßen]. Lähmungsartige Schwäche.
Haut„Jückendes Fressen, stichelndes Brickeln, und brennendes Kitzeln hier und da.“
SchlafKrampfhaftes Gähnen. Schläft auf dem Rücken, mit angezogenen Beinen und gespreizten Knien; mit großer Neigung, sich vollständig zu entblößen.
VerwandtCuprum; Ignatia; Plumbum; Stannum.

  • Metallisches Platin.

  • Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band 5, unter Verwendung von Symptomen von Groß aus AfH. Eine weitere Prüfung von Musits (bei AE erwähnt) hat Hahnemanns Bild kaum etwas hinzugefügt.

Plumbum metallicum
AllgemeinesBlei erzeugt einen allgemeinen Sklerosezustand. Es greift Muskeln, Nerven, Rückenmark, Abdomen, Nabel, Nieren, Blutgefäße und Blut an. Symptome erscheinen langsam, heimtückisch und progressiv; sie sind häufig von heftigen Nebenwirkungen höchst wechselhafter und inkohärenter Art begleitet; sie treten in einzelnen Körperteilen auf usw. Lähmungen: hysterisch; Kinderlähmung; Lähmung einzelner Körperteile (Fallhand); schlaffe Lähmungen; in Verbindung mit Hyperästhesie, bei heftigstem Schmerz von jeder Berührung. Krampfhaftes Zittern und Zucken der Gliedmaßen. Abmagerung, Auszehrung: der Extremitäten, bei eher plumpem Rumpf; gelähmter Teile; einzelner Körperteile; als Folge von Neuralgien. Drang, sich heftig zu strecken, von einem Gefühl im Unterleib, das sie dazu nötigt. Einziehung, Retraktion: des Bauches; des Afters; hochgezogene Hoden; eingezogener Nabel usw.; Gefühl, als würde der betreffende Teil an einer Schnur nach hinten oder innen gezogen. Heftige Kontraktionen. Anästhesie ist bei Plumbum ebenso ausgeprägt wie extreme Hyperästhesie. Übertreibt ihren Zustand, simuliert. Blitzartige Schmerzen, die Schreie auspressen. Konvulsionen: chronische Epilepsie, mit ausgeprägter Aura; mit Blutung43

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Hering gibt an: „Epileptische Anfälle, deren Auftreten schließlich mit der Menstruationsblutung zusammenfällt.“

. Bohrende Schmerzen; schmerzhafte Krämpfe. Progressive Muskelatrophie. Multiple Sklerose; Sklerose des Rückenmarks. Zusammenschnürungsgefühl in inneren Organen. Anämie; Ikterus; Arteriosklerose; Bluthochdruck. Kleine Angiome am ganzen Körper. Ödematöse Geschwülste. Gicht. Üble Folgen von: vertriebenen Hautausschlägen; sexuellen Exzessen44

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Teste nennt eine Folge „sexueller Exzesse“: Sehr schmerzhafte Retraktion von Hoden und Penis, die anscheinend wieder in die Bauchhöhle zurückwollen.

. Marasmus der Säuglinge in scheinbar hoffnungslosen Fällen, Abdomen groß und hart, extreme Stuhlverstopfung. Auffassung langsam, schwieriges Verstehen. Tremor, gefolgt von Lähmung. Gelenkschmerzen.
SchlimmerKlares Wetter. Im Freien. Körperliche Anstrengung [besonders im Freien]. Bewegung. Gesellschaft; Zimmer voller Leute. Greifen glatter Gegenstände. Berührung.
BesserHarter Druck. Reiben. Strecken der Glieder.
Geist und GemütSchweigsam. Furchtsam, unruhig und ängstlich. Rasend; beißt und schlägt. Still und melancholisch. Furcht: ermordet zu werden; vergiftet zu werden; bildet sich ein, jeder in seiner Nähe sei ein Mörder. Stupide; „Blödsinn“. Delirium: nachts; im Wechsel mit Kolik oder Gliederschmerzen. Amnestische Aphasie, Wortfindungsstörungen. Körperliche Arbeit [besonders im Freien] führt zu geistiger Erschöpfung [und anderen Symptomen]. Langsame Auffassung. Gedächtnisschwäche oder -verlust. Allmählich zunehmende Langsamkeit und Apathie. Neigung zum Mogeln und Täuschen; simuliert eine Krankheit oder übertreibt den eigenen Zustand. Hysterische Zustände, jedoch nur, solange man ihr zusieht. Lautes Aufschreien in Abständen. Erschrickt ohne Grund. Delirium; glaubt Musik zu hören.45

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Im Original schreibt Phatak „Delirium from hearing music“, also „aufgrund von Musikhören“. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass dies auf Vergiftungssymptome zurückgeht, die in Herings Guiding Symptoms und Noack/Trinks/Müllers Handbuch genannt werden. In letzterem Werk heißt es: „Halluzinationen des Gesichts und Gehörs; Sehen schreckhafter Gegenstände, die sie aus dem Bette treiben; oder Hören von Musik etc.“

KopfKopfweh, als ob eine Kugel aus dem Hals in den Kopf aufstiege. [Gefühl, als bewege sich etwas schnell im Halse herauf bis an den Grund des Schädels, und von da an bis an die linke Augenbrauengegend, wo es stechend wird.] Haare: trocken; Ausfallen der Barthaare. Ohnmachtsanwandlung in einem mit Menschen angefüllten Zimmer, oder wenn man einen neuen Raum betritt.
AugenSkleren gelb oder tief bläulich-rot gefärbt. Entzündung des Sehnervs; Zentralskotom. Lähmung des Oberlids. Plötzlicher Verlust der Sehkraft nach einem Ohnmachtsanfall. Kontrahierte [oder dilatierte] Pupillen. Glaukom; sekundär, bei Rückenmarkaffektionen. Starkes, heißes Tränen der Augen.
OhrenTinnitus. Gelegentlich plötzliche Taubheit. [Öftere, geschwind vorübergehende Gehörverminderung, abends.] [Akustische Halluzinationen]: Hören von Musik, bei Delirium mit erschreckenden Visionen [vgl. unter „Geist und Gemüt“].
NaseVerlust des Geruchssinns, bei Epilepsie. Kalte Nase [mehrere Tage lang].
GesichtBleich und kachektisch. Zuckungen der (rechten) Gesichtshälfte. Eingefallene Wangen. Gesichtshaut fettig glänzend und fettig anzufühlen. Geschwulst einer Gesichtshälfte.
MundGelbfärbung der Mundhöhle. Deutlicher blauer Saum entlang des Zahnfleischrandes. Zahnfleisch: bleich; geschwollen. Zunge: zittert; wie gelähmt. Harte Knoten am Zahnfleisch. „Sehr zäher Speichel.“ Süßer Mundgeschmack. Aphthen; stinkende Geschwüre. „Gewaltsame, laute Bewegung der unteren Kinnlade und fürchterliches Zähneknirschen.“ „Blaulicher, süßer Speichel.“
HalsDysphagie; Flüssigkeiten können geschluckt werden, Festes kommt in den Mund zurück; Striktur des Ösophagus, infolge von Krämpfen. Lähmung der Schlundmuskeln, kann nicht schlucken. Globus hystericus, Aufsteigen einer Kugel in den Hals.
MagenFauliges oder nach Kot riechendes Aufstoßen. Erbrechen kotähnlicher Massen, bei Kolik und Stuhlverstopfung. Gastralgie, besser durch festen Druck mit etwas Hartem und durch Rückwärtsbeugen. Periodisch wiederkehrendes oder anhaltendes Speiseerbrechen. Erbrechen schwarzbrauner Flüssigkeit oder grünen Schleims.
AbdomenGefühl, als würde der Nabel nach innen gezogen. [„Der Nabel schien an dem Rückgrate angeheftet zu sein.“] Kolik begleitet viele Symptome. Bauchschmerzen, die in alle Teile des Körpers ausstrahlen. Bohrende Schmerzempfindungen, oder Schmerz, als würde etwas durch einen engen Kanal gepresst. Nabelbruch. Bauch gespannt oder eingezogen. After: schmerzhaft zusammengeschnürt und hochgezogen. Stühle: körnig; aus harten, schwarzen Kugeln bestehend, wie Schafskot; mit Drängen und Krampfschmerz im After bei der Entleerung. Hartnäckige Stuhlverstopfung oder Kolik der Säuglinge. Bauch ungleich eingezogen, [an gewissen Stellen vertieft, an anderen wieder hervorspringend], harte Knoten darin tastbar. Invagination. Neuralgie des Mastdarms. Analprolaps, mit Paralyse.
HarnwegeUrin reichlich, aber langsam abfließend; tropfenweise. Chronische interstitielle Nierenentzündung. Schrumpfniere. Blasenlähmung; erschwerter Urinabgang oder Harnverhaltung; Anurie. Urämie. Proteinurie. Diabetes mellitus.
Männliche GenitalienHoden hochgezogen; wie zusammengezogen. Verlust der sexuellen Potenz. Häufige Pollutionen.
Weibliche GenitalienVaginismus. Verhärtung der Brustdrüsen. Abortneigung, aufgrund mangelhafter Entwicklung des Uterus. Gefühl, als wäre in der Gebärmutter nicht genug Platz für den Fetus [mit Drang, sich zu strecken]. Schmerzhafte Kontraktion in einer oder beiden Brüsten, bei der sie momentan härter werden. Verminderung des Volumens der Brustdrüse im Anfalle der Kolik.46

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Phatak zieht die letzten beiden Symptome so stark zusammen, dass sie missverständlich werden: „Brüste werden momentan härter oder kleiner, mit Kolik.“ Hier korrigiert nach Noack/Trinks/Müller.

Menorrhagie, mit Gefühl, als würde der Unterleib an einer Schnur zum Rücken hingezogen. Schmerz im Ovar, besser bei ausgestreckten Beinen. Vulva und Vagina überempfindlich. Kann während der Schwangerschaft keinen Harn lassen, weil sie nicht spürt, dass die Blase voll ist, oder aufgrund von Lähmung.
HerzSchwach. Puls drahtig, langsam, sinkt bis auf 40 Schläge pro Minute. Schmerzhafte Konstriktion peripherer Arterien.
ExtremitätenFallhand, Radialislähmung. Schwäche und schmerzhafte Lähmigkeit der Arme und Hände. Schmerz in atrophierten Gliedmaßen, im Wechsel mit Kolik. Schmerz im rechten großen Zeh. Lähmungszustand in den Beinen; nach der Entbindung [mit Atrophie der Beine]. Blitzartige Schmerzen, besser durch äußeren Druck. Ischialgie; mit Muskelatrophie. „[Allgemeine Schwierigkeit die Füße auf den Boden zu setzen]; die Füße scheinen ihm so tot, als wären sie von Holz.“ Schütteln der Arme, sie werden von klonischen Krämpfen gepackt, wenn man versucht, sie zu gebrauchen.
HautBläuliche Farbe des Körpers; rote Flecke. Gelbfärbung. Trocken. Überempfindlich gegen die Luft. Dekubitus. Trockene, brennende Geschwüre. Gangrän. Kleine Wunden entzünden sich leicht und eitern. Haut welk, verschrumpelt, nur Haut und Knochen [Unterhautfettgewebe aufgezehrt]. Blasen; Hühneraugen, entzündete Zehenballen.
SchlafNimmt die seltsamsten Schlaflagen ein. Schläft beim Sprechen ein.
FieberKälte [der Extremitäten] infolge körperlicher Anstrengung. Kalte Füße, nur beim Gehen. Kalter Schweiß am ganzen Körper beim Stuhlgang.
KomplementärRhus toxicodendron; Thallium.
VerwandtOpium.

  • Blei. Unter diesem Bild werden metallisches Blei, essigsaures Blei (Bleiacetat) und Bleicarbonat (Weißbleierz oder das basische Bleicarbonat „Bleiweiß“, eine Malerfarbe) zusammengefasst.

  • Prüfung von Hartlaub und Trinks (Reine Arzneimittellehre, Band 1); dazu eine sehr große Zahl von Vergiftungsberichten. Insgesamt finden sich bei AE über 4.000 Symptome! Im Handbuch von Noack/Trinks/Müller sind viele der (ursprünglich meist französischsprachigen) Berichte in deutscher Sprache wiedergegeben.

Podophyllum
AllgemeinesDieses Arzneimittel, das als ‚pflanzliches Quecksilber‘ bezeichnet wird, passt auf die biliöse Konstitution. Hauptsächlich greift es den Zwölffingerdarm und die Leber an, den Dünndarm und den Mastdarm, außerdem die rechte Seite: rechter Eierstock, rechtes Schulterblatt, rechte Halsseite. Alternierende Zustände: Durchfall wechselt mit Verstopfung, Kopfweh mit Durchfall. Viele Beschwerden in der Schwangerschaft. Plötzliche Schläge durch den Körper durch ruckweise auftretende Schmerzen. Viel Schläfrigkeit und Verlangen, sich zu strecken. Erschlaffung der Schließmuskeln.
SchlimmerFrühmorgens47

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In der Prüfung wird eine allgemeine Verschlimmerung von 2–4 Uhr morgens angegeben.

. Essen. Heißes Wetter. Zahnung. Trinken. Saures Obst. Milch. Vor, bei und nach dem Stuhlgang. Bewegung. Quecksilber.
BesserReiben oder Streicheln über die Lebergegend. Bauchlage.
Geist und GemütJammern, Quengeln. [Delirium mit] Geschwätzigkeit während Fieberfrost und Fieberhitze; danach wird das Geschehene [und Gesagte] vergessen. [Deprimiert]; bildet sich ein, sterben zu müssen oder schwerkrank zu werden. Zappelig und unruhig; kann nicht still sitzen.
KopfRollt den Kopf hin und her, mit Stöhnen; bei zahnenden Kindern oder bei Erwachsenen, die von geschäftlichen Sorgen geplagt sind. Kopfschmerzen, die mit Durchfall abwechseln bzw. gemildert werden, wenn Durchfall einsetzt. [Momentane] schießende Schmerzen in der Stirn; sie nötigen zum Schließen der Augen.
AugenHalbgeschlossene Lider [im Schlaf, mit Stöhnen]. Gelbsüchtig.
GesichtHeiß, mit geröteten Wangen; bei Durchfall [der Säuglinge]. Gelbsüchtig.
MundÜbler Mundgeruch. Brennen auf der Zunge. Zunge: rau; schlaff, mit Zahneindrücken. Starker Drang, die Kiefer zusammenzupressen; Zähneknirschen, besonders nachts. Bitterer Mundgeschmack. Zunge: breit, groß, feucht; breiig belegt, so als wäre Senf darauf geschmiert. Verlust des Geschmackssinns; konnte süß und sauer nicht unterscheiden. Alles schmeckt sauer oder faulig.
HalsGefühl eines Kloßes in der Speiseröhre.
MagenVerlangen nach Saurem, das jedoch schlecht bekommt. Erbricht: heißen, schaumigen Schleim; Milch (Säuglinge). Aufstoßen: heiß, sauer; riecht nach faulen Eiern. Beständiges Brechwürgen. Brechwürgen bei Durchfall der Säuglinge, Säuglingsenteritis. Durst auf große Mengen kaltes Wasser.
AbdomenLeber und alle Baucheingeweide empfindlich, besonders bei Erbrechen, bei Durchfall und vor sowie während der Menstruation. Empfindliche, schmerzhafte Leber, besser durch Reiben der Lebergegend. Schwäche-, Leere-, flaues oder Übelkeitsgefühl [in der Magengegend]; nach dem Stuhlgang. Reibt sich den Bauch, um Linderung zu erzielen. Gluckern in den Gedärmen, dann reichliche Mengen faulig stinkender Stühle, die schmerzlos in einem Schwall abgehen. Stühle: [grün oder] weiß; wie Wasser; schäumend; mit einem Bodensatz wie Maismehl [bzw. Stühle sehen aus wie mit Maismehl verrührtes Wasser]; laufen glatt durch die Windeln; von großer Schwäche gefolgt. Sommerdurchfall. Stühle unwillkürlich, im Schlaf oder beim Abgang von Blähungen. Durchfall wechselt ab mit anderen Symptomen; mit Verstopfung. [Obstipation:] Blasse, harte Stühle, wie Kreide aussehend. Gelbsucht mit Gallensteinen. Mastdarm: wie roh, wund, schwach. Prolaps des Mastdarms: vor [oder nach] dem Stuhlgang, nach der Entbindung, während der Schwangerschaft; beim Erbrechen oder Niesen [oder jeder plötzlichen Bewegung], selbst bei jeder Aufregung. Faulig nässende Hämorrhoiden. Morgendiarrhö. Durchfall gemildert in Bauchlage; Durchfall vorzugsweise, während man gebadet oder gewaschen wird (bei Kindern), nach Essen von eingemachtem Obst sowie nach Genuss von saurem Obst und Milch.
HarnwegeHäufiges Wasserlassen; in der Nacht, bei Schwangeren. Enuresis. Diabetes mellitus und insipidus.
Männliche GenitalienErkrankungen der Prostata, die mit Mastdarmbeschwerden verbunden sind.
Weibliche GenitalienSchmerz in der Gegend der Eierstöcke (besonders des rechten Ovars), den Femoralis hinab, schlimmer durch Ausstrecken des schmerzenden Beins. Ovarialtumor mit Schmerz, der bis zur Schulter zieht. Uterusprolaps durch Überanstrengung, Zerrung oder Verheben; auch nach der Entbindung. Beim Stuhlgang Gefühl, als wollten die Geschlechtsorgane herausfallen. Kann in den ersten Schwangerschaftsmonaten nur auf dem Bauch einigermaßen bequem liegen. Menorrhagie durch Überanstrengung, Pressen, Zerren. Geschwulst der Schamlippen in der Schwangerschaft.
HerzHerzklopfen: mit einem Gefühl wie ein kehliges Glucken48

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„Clucking“ ist der kehlige, gluckende Laut, den die Henne von sich gibt, wenn sie ihre Küken ruft.

, das in den Hals steigt [und die Luft nimmt]; aufgrund von Gemütsbewegungen.
ExtremitätenSchmerz in der rechten Leistengegend, der die Innenseite des Oberschenkels bis zum Knie herunterschießt. Lähmungsartige Schwäche der linken Seite. Wadenkrämpfe, bei den Stühlen. Schmerz entlang der Bahn des N. ulnaris beider Arme.
HautFeucht und warm; ikterisch.
SchlafStöhnen und Jammern im Schlaf. Schläfrig nach einem Malariaanfall.
FieberFieberfrost um 7 Uhr morgens. Geschwätzigkeit während des Fiebers. Schweiß: stark, schläft im Schweißstadium ein; übel riechend.
KomplementärNatrium muriaticum.
VerwandtAloe; China; Mercurius.

  • Podophyllum peltatum, der Maiapfel, ein Berberitzengewächs.

  • Erste Prüfung von Williamson, später noch weitere Prüfungen (u. a. eine unbeabsichtigte von Ross, die bei Clarke, Dictionary, referiert wird). Ausführliche Darstellung bei Hale, New Remedies, mit zahlreichen Angaben auch aus anderen medizinischen Schulen, insbesondere von den Eklektikern, die Podophyllum als erste in großem Umfang als Heilmittel einsetzten.

Polygonum
AllgemeinesWirkt auf den Urogenitaltrakt und das Intestinum; erzeugt schneidende Schmerzen, z. B. die Harnleiter oder die Eileiter entlang oder am Rückgrat hinauf; auch mit Gefühl von Abwärtsdrängen. Pulsierende Schmerzen: blitzartig wandernd49

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Bei AE gibt es folgende Beschreibung dieser blitzartig wandernden, pulsierenden Schmerzen: „Der Charakter und die Bewegung der Schmerzen erinnerten den Prüfer an das Aufblitzen des Nordlichts, oder vielleicht noch mehr an elektrische Erscheinungen, die man manchmal bei Gewitter beobachtet, wenn die Wolke vorbeigezogen ist: eine Art elektrisch zitternde Bewegung …“

; oder in der Prostata. Kältegefühle, die mit Hitzegefühlen im selben oder auch in einem anderen Körperteil abwechseln. Kältegefühle, die gleichzeitig mit Hitzegefühlen in einem anderen Teil auftreten, etwa Brennen in der Brust mit Kältegefühl in der Magengrube usw. Beißende Absonderungen.
SchlimmerFeuchte Kälte. Kleiderdruck.
KopfPulsierender und scharfer Schmerz in den Schläfen.
AugenÖdem unter den Augen (besonders dem rechten). [Krampfhaftes] Zucken der Lider, wenn sie geschlossen sind und während man liegt.
OhrenScharfer Schmerz in den Ohren, beim Vorbeugen des Kopfes; besser beim hintenüber Beugen.
Gesicht[Linksseitiger Gesichtsschmerz]; ein Kältegefühl in der rechten Gesichtshälfte, wenn der Schmerz in der linken am stärksten ist.
MundJucken und Brennen am Gaumen; möchte kratzen. Gefühl, als ob die Zunge geschwollen wäre.
Magen, AbdomenKältegefühl im Magen, mit Brennen auf der Brust. Übelkeit wird so empfunden, als käme sie aus dem Abdomen bzw. aus dem Dünndarm [und wanderte aufwärts]. Schneidende Bauchschmerzen mit starken Borborygmi; als wäre der ganze Darminhalt in flüssigem Zustand und heftigster Bewegung. Das Innere des Afters bedeckt mit juckenden Erhebungen [wie Riefen oder Falten, aber ohne Zusammenziehung]. Hämorrhoiden, mit Jucken.
HarnwegeNierenkolik; mit mahlenden, kneifenden, schneidenden Bauchschmerzen. Schneidender Schmerz entlang der Harnleiter. Urin: spärlich; tropfenweise abgehend; dunkel; auch mit kalkigem, anhaftendem Bodensatz. Eitrige Nierenentzündung. Blasenentzündung.
Männliche GenitalienHodensack wund gerieben. Pulsierender oder brennender Schmerz in der Prostata; beim Wasserlassen. [Zusammenschnürungsgefühl um den Blasenhals, mit] Schmerz in Hoden und Samenstrang beim Urinieren.
Weibliche GenitalienSchneidender Schmerz entlang der Eileiter, mit Herabdrängen. Ziehender Schmerz in seitlicher Richtung, als würden die Hüften aufeinander zugezogen. Uterusblutungen oder Amenorrhö, bei jungen Mädchen. Schießende Schmerzen durch die Brüste.
ExtremitätenWehtun in den Beinen. Wundheitsschmerz in den Fersen. Füße abwechselnd heiß und kalt.
HautUrticaria. Flache Geschwüre und Geschwürchen an den Beinen; in den Wechseljahren.
VerwandtCalcarea carbonica.

  • Diverse Knötericharten, vor allem Polygonum acre (= P. punctatum), aber auch P. sagittatum und P. hydropiper. Von diesen Arten ist in Europa am bekanntesten P. hydropiper, der Wasserpfeffer.

  • Prüfung von Payne an Polygonum acre sowie einige weitere Prüfungen mit unterschiedlichen Arten. Vgl. AE, Band 8; Hale, New Remedies; Hering fügt in den Guiding Symptoms zahlreiche Symptome „aus einem Verzeichnis von E. Bayard“ hinzu.

Pothos foetidus
Ictodes foetida
Prunus spinosa
AllgemeinesDiese Arznei wirkt besonders auf die Nerven, speziell diejenigen, die den Atemapparat, den Bereich der Orbitae und die Harnorgane innervieren. Schmerzen: schießend, zuckend; nach außen pressend; blitzartig; wandernd; den Atem versetzend. Neuralgien. Schmerzhafte Muskelkrämpfe. Ödeme. Schmerz [bei und] nach Gürtelrose. Neurogene Lähmungen. Kompensatorische Effekte [bei Herzinsuffizienz]. Üble Folgen von: Sonnenhitze; Verstauchungen; Verheben. Hydrops aufgrund von Herzinsuffizienz.
SchlimmerBerührung; Druck. Bewegung. Erschütterung. Bücken. Steigen.
BesserZusammenkrümmen.
Geist und GemütUnruhe; läuft immer umher; hat an keinem Ort Ruhe, kann nirgends bleiben.
Kopf„Ein zuckender Schmerz fängt im rechten Stirnbeine an, fährt blitzschnell durchs Gehirn, und zum Hinterkopf wieder heraus.“ Kopfschmerz nach Einwirkung von Sonnenhitze.
AugenZiliarneuralgie. Schmerz in den Augäpfeln, als wollten sie bersten, oder wie auseinandergepresst; besser durch Tränen. [„Im rechten Augapfel ein Schmerz, als wenn das innere Auge auseinander gerissen würde.“]
MundGefühl, als würden die Zähne ausgerissen. Zahnweh [„ein unnennbares Gefühl in verschiedenen Zähnen“], besser durch Zusammenbeißen der Zähne.
HarnwegeBlasenkrämpfe: weil Blähungen auf die Harnblase drücken; muss sich wegen der Schmerzen ganz zusammenkauern, kann sonst auch kein Wasser lassen. „Es treibt ihn eilig, Harn zu lassen, welcher aber bloß vor in die Eichel läuft, dann aber wieder zurückzugehen scheint“ und die heftigsten Harnröhrenschmerzen, Harnröhrenkrämpfe und Stuhlzwang verursacht. Neuralgische Dysurie. Eichel schmerzhaft beim Wasserlassen. Muss lange pressen, ehe Urinabgang erfolgt. Harnstrahl fadendünn oder zweigeteilt.
Männliche GenitalienPulsieren in der Eichel, von der Erschütterung beim Gehen.
Weibliche GenitalienAusfluss: wund machend, wässrig, eitrig, die Wäsche gelblich färbend. Menstruationsblutung: dünn, wässrig aussehend; zu früh [alle 14 Tage], zu stark, mit Kreuzschmerzen. Pochen in den Genitalien.
AtemwegeKurzatmig; bei den Schmerzen. [„Der Atem bleibt immer in der Herzgrube stecken.“] [Große Beklemmung mit beständig wiederkehrendem Verlangen, einen tiefen Atemzug zu tun]; hat das Gefühl, als ob die eingeatmete Luft nicht einmal die Herzgrube erreichte; um sie so weit nach unten zu bringen, muss sie gähnen und tief Luft zu holen versuchen. Lufthunger.
HerzHerzhypertrophie. Heftiges Herzpochen mit schwieriger Atmung, schlimmer bei der geringsten Bewegung. Kardiales Ödem. Pulsieren der Karotiden. Angina pectoris.
RückenSchmerz, wie wenn mit einem Pflock hineingestoßen würde, unter dem linken Schulterblatt [beim Bücken].
ExtremitätenÖdem der Füße. Jucken an einzelnen Fingerspitzen, als ob sie erfroren wären. Verrenkungsschmerz im Daumen, hindert am Schreiben.
HautZoster. Wassersucht.
FieberNachtschweiß.
VerwandtLaurocerasus.

  • Schlehe oder Schwarzdorn. Saft aus den im Aufblühen begriffenen Blütenknospen.

  • Prüfung von Wahle (AfH, Band 14).

Psorinum
AllgemeinesHahnemann bereitete diese Nosode aus dem seropurulenten Inhalt von Krätzebläschen zu. Ihr therapeutischer Wirkungsbereich umfasst die sog. Manifestationen der Psora, wenn mangelnde Reaktion der Lebenskraft bei chronischen Krankheiten vorliegt; wenn gut gewählte Mittel nicht lindern oder nicht permanent bessern; wenn Sulfur angezeigt zu sein scheint, aber nichts hilft. Klärt verworrene Fälle auf. Wirkt in erster Linie auf die Haut, besonders die Hautfalten und die Talgdrüsen; die Ohren; den Darm; die Atmung; die rechte Seite. Passt auf schmutzig aussehende Personen mit üblem Körpergeruch selbst nach einem Bad; auf blasse, kränkliche, zarte, ungesund aussehende Kinder, die einen unangenehmen Geruch verbreiten; auf nervöse, unruhige Leute, die leicht erschrecken und zusammenfahren. Erschöpfung, Hinfälligkeit. Fühlt sich ‚überall krank‘. Rezidive. Fäulnis, fauliger Geruch: der Absonderungen; fauliger, widerlicher Geruch des Körpers, der Stühle, der Sekrete von Hautausschlägen, des Schweißes, besonders bei hartnäckigem Fußschweiß. Dickflüssige Sekretionen. Patient schwach, empfindlich, dünn. Erkältet sich leicht, friert leicht. [Er sieht sehr blass, hinfällig und selbst magerer aus als gewöhnlich]; auch sind ihm die Kleider zu weit geworden. „Wenn die Sonne auf sie schien, so war es, als drücke sie die Sonne hinunter [sie musste einige Zeit im Schatten ausruhen, um weitergehen zu können].“ Ungewöhnlicher Hunger oder ungewöhnliches Wohlbefinden vor einem Anfall [etwa am Tag vor dem Ausbruch von Kopfschmerzen]. Möchte bestimmte Körperteile waschen. Wäscht sich dauernd Hände und Füße.50

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Kent gibt das entgegengesetzte Symptom an: Große Abneigung, sich zu waschen oder waschen zu lassen. Eine solche Polarität zwischen Wasserscheu und Waschzwang ist freilich gut vorstellbar.

Schwäche: zurückbleibend nach akuten Krankheiten, oder auch unabhängig von jeglichen organischen Krankheiten; auch nach Flüssigkeitsverlusten. Fühlt sich wechselweise gut und schlecht. Üble Folgen von: Infektionen, die sich jahrelang hinziehen; Gemütsbewegungen; Verheben; Verletzungen, etwa Schlag, Verstauchung, Verrenkung. Lockerung: der Gelenke, der Zähne usw. Hautausschläge, die im Sommer verschwinden und im Winter wieder erscheinen. Trägt selbst im Sommer warme Kleidung. Kranke Babys können Tag und Nacht nicht schlafen, sie quengeln, jammern und schreien; oder sie sind den ganzen Tag brav und spielen, doch die ganze Nacht schreien sie. Kann im Freien nicht richtig atmen, bekommt keine Luft, solange er aufrecht steht; möchte nach Hause und sich hinlegen [damit er gut durchatmen kann].
SchlimmerKälte. Im Freien; Waschen. Wetterwechsel; stürmisches Wetter, Gewitter. Hitze: Bettwärme; wollene Kleidung; Erhitzung durch Anstrengung. Unterdrückung [von Hautausschlägen]. Wenn sich die Gliedmaßen berühren [etwa nachts im Schlaf]. Periodizität; jährlich. Vollmond.
BesserLiegen mit tief gelagertem Kopf, oder Stillliegen. Essen. Waschen. Nasenbluten. Harter Druck. Starkes Schwitzen.
Geist und GemütÄngstlichkeit; bange Ahnungen. Verzweifelt an der Genesung; große Niedergeschlagenheit; Hoffnungslosigkeit. „Zuweilen sehr melancholisch, ein anderes Mal sehr lustig.“ Melancholie: religiöser Art; Trübsinn. Schreckliche Gedanken; Suizidneigung. Bildet sich ein, arm zu sein, bankrott zu werden, dabei floriert sein Geschäft doch. Furcht [in Anfällen]: vor Feuer; vor dem Alleinsein; verrückt zu werden, usw. „Arbeitsscheu.“ Kinder sehr verdrießlich, Tag und Nacht. Ärgerlich, reizbar und laut; leicht zusammenfahrend. [Verdrüßlich, ärgerlich, auffahrend des Abends.] Starke Beschwerden aufgrund der geringsten Gemütsbewegungen. [Jeder moralische Eindruck affiziert sie so stark, dass sie am ganzen Körper zittert.] Stumpfer, benebelter Geist. Schwieriges Denken. „Angegriffen von Gewitterluft, schon einige Tage zuvor hat er große Unruhe im Blute.“
KopfKopfweh: als hätte man einen kräftigen Schlag auf den Kopf erhalten [nachts beim Erwachen]; bei Ausbleiben der Menstruation; zuvor Sehstörungen; im Wechsel mit anderen Beschwerden; erleichtert nach Nasenbluten. Gefühl, als wäre der Kopf vom Körper getrennt. [Heftigster Genickschmerz … stützt er den Kopf auf die Hand, deucht ihm derselbe wie körperlos, als könne er mit der Hand gleich durchfahren.] Empfindlich gegen Zugluft am Kopf; möchte ihn bedeckt haben, selbst bei heißem Wetter. [Trägt im Sommer eine Pelzmütze.] Zucken in den Schläfen. Glanzloses, trockenes, verfilztes Haar. Nässende Ausschläge auf der Kopfhaut. Migräne. Heller Hautfleck, auf dem eine völlig weiße Haarsträhne wächst.51

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Bei einem jungen Mann mit dunklem Teint und dunkelbraunen Haar, der einen solchen Fleck über der Stirn bekam. Psorin führte dazu, dass sowohl der Hautfleck als auch die Strähne wieder ihre normale Farbe bekamen (nach Hering, Guiding Symptoms und H. C. Allen, Nosodes).

AugenAugenbutter in den Augen. Nach außen gekehrte Lider (Ektropium). [„Rote Blüten an den Rändern der oberen Augenlider, wie entstehende Gerstenkörner], als wenn sich etwas vor den Augen bewegte, als spielte man mit den Fingern vor denselben.“ Rezidivierende chronische Augenentzündung. Gegenstände, die er im Zimmer sieht, kommen ihm vor, als zitterten sie; dann wird es dunkel vor den Augen. Schwarzwerden vor den Augen.
OhrenRaue, rote, nässende Schuppen um die Ohren herum. Nässendes Wundsein hinter den Ohren. Wie verfault stinkende Otorrhö. Ausfluss rötlichen Ohrenschmalzes. Unerträgliches Jucken am Ohr. Ohrenfluss: bei den Kopfschmerzen; mit wässriger, stinkender Diarrhö. Eingebildete Geräusche. [Das rechte Ohr wie verändert]; es ist ihm, als höre er mit fremden Ohren.
NaseHeuschnupfen. Rote, kleine Blüten auf der Nase. Immer wiederkehrender Schnupfen.
GesichtBlass, kränklich, schmutzig aussehend; mit Flaum bedeckt; aufgedunsen. Rote, kleine Blüten im Gesicht. Rosacea. Geschwollene Oberlippe. Verstärktes Wachstum von Flaumhaaren im Gesicht. Hartnäckige Fälle von Rissen in den Mundwinkeln.
MundLockerheitsgefühl der Zähne, dann Zahnschmerz, schlimmer durch Berührung. Zungenspitze wie verbrannt. Mundgeschmack widerlich, schmutzig. Zahnfleisch: blutend, schwammig, von den Zähnen zurückgezogen. Alveolarpyorrhö. Bitterer Mundgeschmack, der sich nach Essen und Trinken verliert.
HalsRäuspert Schleimmassen von garstigem Geschmack aus, wie alter Käse schmeckend [und aus den Choanen kommend]. Rezidivierende Mandelentzündung. Gefühl eines Pfropfens im Hals, am Räuspern hindernd.
MagenAppetitlosigkeit: nach Krankheiten; mit großem Durst. Sehr viel Hunger, fortwährend; auch bei Kopfweh, wenn er unbedingt etwas zu essen haben muss, selbst mitten in der Nacht. Aufstoßen: sauer; ranzig; nach faulen Eiern schmeckend und riechend. Heißhunger, aber wird trotzdem immer magerer. Verlangen nach Bier, nach Saurem. „Höchster Ekel gegen Schweinefleisch.“ Schwangerschaftserbrechen, wenn andere Mittel nichts helfen. Wasseraufschwulken im Liegen [durch Aufstehen beseitigt].
AbdomenBlähungen, bei Leberstörungen. Kolik, besser durch Essen sowie durch Abgang stinkender Blähungen. Flatus riechen nach faulen Eiern. Schmerz in der Lebergegend, schlimmer durch Niesen. Stühle: dunkelbraun; entsetzlich faulig stinkend; herausspritzend; von durchdringendem Geruch, der das ganze Haus verpestet. Säuglingsenteritis. Verstopfung der Säuglinge. Stühle weich, dennoch schwer abgehend. Unwillkürliche Stühle, im Schlaf. Blutungen aus dem Mastdarm bei alten Frauen. Wird mit (normal konsistentem) Stuhlgang nicht fertig, muss mehrmals zurück auf die Toilette gehen. Chronischer Durchfall; frühmorgens, sehr eilig. Lästiges Brennen im Mastdarm.
HarnwegeBettnässen, schlimmer zur Zeit des Vollmondes; hartnäckige Fälle. Wird mit der Miktion nicht fertig, muss mehrmals zurückgehen; wegen Blasenschwäche. [Nachts muss er sehr oft zum Harnen aufstehen.]
Männliche GenitalienÜbler Geruch der Geschlechtsteile. Kneifen in den Hoden. Chronische Gonorrhö, schmerzlose Schleimausflüsse aus der Harnröhre, schwefelgelbe Flecken in der Wäsche zurücklassend. „Ungemeine Abneigung gegen Beischlaf.“ Mangel an Lustgefühl, kein Orgasmus; fehlende Ejakulation beim Geschlechtsverkehr.
Weibliche GenitalienAusfluss: schwallartig, mit großen Klumpen, stinkend; mit heftigen Schmerzen im Kreuzbein; mit Schwäche. Dysmenorrhö; nahe den Wechseljahren. Menstruationsblutung: frühzeitig und stark. Hartnäckiges Erbrechen in der Schwangerschaft. Zu heftige Bewegungen des Fetus. Jedes Mal wenn die Frau in der Zeit nach einer Fehlgeburt aufsteht, setzt die Blutung wieder ein. Brüste geschwollen, Warzen rot. Brennende und juckende Effloreszenzen um die Brustwarzen herum. Ausschläge auf den Brüsten, die Mammae werden davon wund.
AtemwegeAtemnot, schlimmer im Sitzen, besser im Liegen und bei weit vom Körper abgespreizten Armen. [Verträgt das Gewicht der Arme auf der Brust nicht.] Geschwürigkeitsschmerz in der Brust, unter dem Brustbein. Husten, der jeden Winter wiederkommt. Heuschnupfen, der regelmäßig jedes Jahr wiederkommt. Blutiger Auswurf; mit heißem Gefühl oder Warmwerden in der Brust. Husten schlimmer beim Hinlegen und Trinken. Brustschmerzen erstrecken sich bis zur Schulter, schlimmer durch kalte Getränke.
HerzGluckern in der Herzgegend, vor allem im Liegen wahrzunehmen. [Aber: Herzschmerzen besser im Liegen.] Herzgeräusche, mitrale Regurgitation. Perikarditis. Puls schwach und unregelmäßig.
RückenSchmerzen in der Lumbalregion, schlimmer im Stehen oder Gehen.
ExtremitätenLockerungsgefühl und Schwäche in den Gelenken, als ob sie zusammenbrechen wollten. Ausschläge um die Fingernägel herum. Jucken der Fußsohlen, mit Kitzel und Hitze. Stinkender Fußschweiß. Ausschläge um die Gelenke [der Untergliedmaßen] herum, die das Gehen erschweren [als ob man in einer Rüstung steckte].
HautSchmutzig aussehend; rau; schuppig; fettig; Ausschläge in den Hautfalten. Unerträgliches Jucken, schlimmer in der Bettwärme; kratzt die Stelle, bis sie ganz rau ist oder blutet. Nesselausschlag, nach körperlicher Anstrengung. Ausschläge verschwinden im Sommer, nur um im Winter wiederzukommen. Beständig wiederkehrende Kleiderläuse. Feigwarzen an Hauträndern. Vergrößerte Drüsen und Lymphknoten. Fettige Haut.
SchlafTräume lebhaft, nach dem Erwachen weitergehend.
FieberFieberhitze, Haut von dampfendem Schweiß bedeckt. Schwitzt leicht; starker Schweiß, schlimmer nachts; kalter Schweiß in den Handtellern.
KomplementärSepia; Sulfur; Tuberculinum.
VerwandtGraphites; Manganum; Phosphorus; Sulfur.

  • Diese Nosode stammt entweder aus dem seropurulenten Inhalt der Krätzebläschen oder von der „Psora sicca“, laut Hering „der epidermalen Effloreszenz einer Pityriasis-Erkrankung“. Psorinum ist die erste Nosode, die Hahnemann geprüft hat, und die einzige, bei der dies sicher der Fall war.

  • Prüfungen von Hahnemann, Hering und anderen in AfH, Band 13, sowie von Groß und anderen in AfH, Band 15.

Ptelea
AllgemeinesPasst bei Leber- und Magenleiden. Magen- und Lebersymptome verbunden mit Schmerzen, auch in den Gliedern. Mundgeschmack bitter, und Aufstoßen entweder bitter oder nach faulen Eiern schmeckend. Dumpfer Schmerz und Schweregefühl in der Lebergegend, schlimmer beim Liegen auf der linken Seite. Besserung durch Essen von Saurem. Atem scheint so heiß, dass er in den Nasenlöchern brennt. Ödem der Füße und Unterschenkel bei Leberleiden.
SchlimmerKäse, Fleisch, Pudding.

  • Ptelea trifoliata, die „Dreiblättrige Lederblume“, der Hopfenstrauch oder die Waffelesche, ein kleiner Baum oder Strauch.

  • Prüfungen u. a. von Burt und Cowperthwaite, zu finden vor allem bei Hale, New Remedies.

Pulex
AllgemeinesDer gemeine Menschenfloh produziert ausgeprägte Symptome der Harn- und der weiblichen Geschlechtsorgane. Kann das Wasser nicht halten, muss dem Harndrang augenblicklich nachgeben. Monatsblutung und Ausfluss hinterlassen Flecken, die sehr schwer auszuwaschen sind. Gefühl wie von einer baumwollenen Kugel in der Vagina.
SchlimmerLinksseitige Symptome. Umhergehen.
BesserSitzen oder Liegen.
Geist und GemütSehr ungeduldig, reizbar.
AugenVergrößerungsgefühl der Augen.
GesichtRunzelig wie das eines alten Mannes.
HalsGefühl, als hinge ein Faden in den Hals.
MagenDurst, besonders während der Kopfschmerzen.
HarnwegeHarnabgang hört plötzlich auf, daraufhin Schmerz. Spärlicher Urin mit häufigem Harndrang, Druck auf der Blase und Zwang in der Harnröhre.
Weibliche GenitalienSpeichelfluss während der Menstruation. Verzögerte Menses. Starkes Brennen in der Scheide.
FieberFühlt sich wie über und über glühend, als stünde man unter Dampf. Frieren, während man am Feuer sitzt.

  • Der Menschenfloh, Pulex irritans.

  • Prüfung von Yingling (Homeopathic Physician), weder bei AE noch bei Hering oder Clarke zu finden. Nur bei Boericke, Pocket Book, existiert ein etwas längerer Überblick.

Pulsatilla
AllgemeinesAufgrund ihrer wechselhaften, von einem Teil auf den anderen überspringenden Symptome ist diese Arznei als ‚Wetterfahnen-Mittel‘ bekannt. Sie wirkt auf Geist und Gemüt, Blutgefäße, Schleimhäute, Atmung und auf eine Körperseite. [„Die Erscheinung der Zufälle nur auf der einen Körperhälfte ist der Pulsatille häufig eigen.“] Die Symptome steigern sich bis zu einer bestimmten Intensität und hören dann plötzlich wieder auf. Eine Arznei für Frauen von milder, sanfter, plethorischer, nachgiebiger Disposition, die zum Weinen neigen und beim Reden in Tränen ausbrechen. Symptome erscheinen nur auf einer Seite oder wandern zu der Seite, auf der man liegt. Durstlosigkeit, Frostigkeit und Kurzatmigkeit; auch bei Verdauungs- oder Menstruationsproblemen. Frostigkeit; dabei jedoch brennende, auch brennend stechende Schmerzen; Frostigkeit mit Taubheitsempfindungen. Schleimhautsekrete reichlich, mild, dickflüssig, gelblich-grün. Wechselnde und widersprüchliche Symptome, die ‚weder Hand noch Fuß haben‘, auf die man sich keinen Reim machen kann. Wechselwirkungen. Metastasis.52

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Gemeint ist etwa Mumps, der sich auf die Hoden ‚schlägt‘, metastasiert.

Blutungen: passiv; vikariierend; Blut dunkel, leicht gerinnend. ‚Venöse Typen‘, Varikosis, Varizen. Schwereempfindungen. [„Die Müdigkeit und Schwäche irgendeines Teils von Pulsatille äußert sich größtenteils als Schwere.“] Schmerzen: kratzend; ruckend; reißend53

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„Die so genannten reißenden Schmerzen von Pulsatille sind größtenteils ein kurz dauerndes, ziehendes Spannen, welches sich jedesmal in ein dem Reißen ähnliches Ziehen auflöst – etwa, als wenn ein Nerve schmerzhaft ausgedehnt und angespannt, und dann durch einen jählingen, schmerzhaften Ruck wieder fahren gelassen werde“ (Hahnemann).

; „wie von einem inneren Geschwür“; wandernd. Taubheitsempfindungen: partiell; der Hände, der Füße usw.; der Teile, auf denen man gelegen hat; der leidenden Teile. Üble Folgen von Unterdrückung bzw. Ausbleiben einer Absonderung, etwa Otorrhö, Monatsblutung, Wochenfluss, Muttermilch; vom Genuss von Speiseeis, Schweinefleisch, Fett, Gebäck, auch von Durcheinander-Essen. Frostig, verlangt aber trotzdem nach frischer Luft. Blasse, fröstelnde Blonde. Anämie. Patienten, denen es seit der Pubertät nie mehr richtig gut ging.54

54

Zum Beispiel schmerzhafte Menstruation seit der Menarche, aber auch Bronchitis, die seit der Pubertät besteht (Kent, Clarke).

Chorea, mit Amenorrhö oder Dysmenorrhö. „Früh, je länger er liegt, desto matter wird er, und desto länger will er liegen, auch wohl wieder einschlummern.“ Kann nicht liegen, wenn der Kopf tief liegt. Kind möchte langsam herumgetragen werden.55

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„Das Pulsatilla-Baby ist mit mäßiger Bewegung zufrieden; jede Bewegung, die mit Erhitzung verbunden ist, verschlimmert alle Beschwerden“ (Kent, Lectures).

Symptome „in andern Teilen, als die zum Atmen gehören“, können Atemnot [„Engbrüstigkeit“] erzeugen. Gefühl einer Größenzunahme, als ob ein Teil des Körpers oder auch alle Körperteile zu groß würden; während der Schmerzen. Bandagegefühl. Tragen von Flanell- oder Wollkleidung erregt Jucken und Hautausschlag. Ein Prophylaktikum gegen Masern. Epilepsie bei ausbleibender oder unregelmäßiger Menstruation. Abmagerung leidender Teile. Pulsieren durch den ganzen Körper.
SchlimmerWärme: warme Luft, warmes Zimmer, warme Kleider, Bettwärme. Nasswerden der Füße. Abends. Ruhe. Zu Beginn der Bewegung. Liegen; auf einer Seite (besonders der linken). Essen; lange nach dem Essen; nach Genuss von schweren Speisen, Fett, Eis, Eiern. In der Pubertät. Während der Schwangerschaft. Vor der Menstruation. Abusus von Eisen oder Chinin. Herabhängen Lassen der Gliedmaßen. Tee. Gewitter. Sonne. Dämmerung.
BesserKälte; kalte frische Luft; kalte Speisen und Getränke. Entblößen, Aufdecken. Sanfte, langsame Bewegung. Aufrechte Haltung. Fortgesetzte Bewegung. Nach ausgiebigem Heulen. Wechsel der Seite [auf der man liegt]. Äußerer Druck. Reiben. Liegen mit hoch gelagertem Kopf.
Geist und GemütSanft, schüchtern, gefühlsbetont, weinerlich. Angeekelt von allem. Entmutigt. Leicht beleidigt. Jammern. Verlangen nach Trost und Mitgefühl. Kinder wollen Zärtlichkeiten, möchten betüttelt werden. Krankhafter Abscheu vor dem anderen Geschlecht; Abneigung gegen Heirat; hält Geschlechtsverkehr für eine Sünde. Neigt zu Extremen von Lust und Schmerz. Sehr leicht zum Weinen oder zum Lachen geneigt; Lachen und Weinen nach dem Essen. Religiöse Melancholie. Furcht: vor dem Alleinsein; vor der Dunkelheit; vor Gespenstern, gegen Abend, mit Neigung, zu entfliehen oder sich zu verstecken. Launisch, „grillig“. Geizig, habsüchtig [möchte gern alles allein haben]. Argwöhnisch. Sehr reizbar und empfindlich; fühlt sich zurückgesetzt oder fürchtet zu kurz zu kommen. Antwortet höchstens mit Ja oder Nein, oder durch Kopfnicken bzw. Kopfschütteln.56

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Kent beschreibt etwa einen religiösen Wahnzustand mit Zwangsvorstellungen von Heiligkeit und Sünde. „Dies setzt sich fort, bis er auch bei anderen Gegenständen wahnsinnig ist; und dann besteht die Neigung, Tag für Tag schweigend herumzusitzen. Beantwortet keine Fragen, wenn man ihm nicht sehr zusetzt, und dann sagt er nichts als ‚Ja‘ und ‚Nein‘ oder schüttelt bloß den Kopf.“

Fixe Idee, bestimmte Nahrungsmittel schadeten der ganzen Menschheit.57

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„Die Pulsatilla-Frau … beurteilt bestimmte, in der Gesellschaft völlig anerkannte Verhaltensweisen als eine Gefahr für die ganze Menschheit. Solche fixen Ideen können sich auf verschiedene Themen beziehen, z. B. auf die richtige Ernährung“ (Kent).

„Von einer unangenehmen Nachricht verfällt er in tiefe Traurigkeit und Verzagtheit.“ Manie bei Ausbleiben der Menstruation.
KopfKopfweh: infolge von Überarbeitung, unterdrückter sexueller Erregung oder infolge von verdorbenem Magen; Kopfweh im Scheitel beginnend.58

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Hier wurde ein Symptom ausgelassen („Hinterkopfschmerz, schlimmer beim Husten“), das sich nicht für Pulsatilla, wohl aber für Pyrogenium nachweisen lässt.

Halbseitiges Kopfweh, pulsierend, wie zum Bersten; mit brennendem Tränen des Auges der gleichen Seite. Schwindel: am meisten im Sitzen, oder auch „wenn er die Augen aufwärts richtet“; verbunden mit Übelkeit und Magen- oder Menstruationsstörungen; vor, während oder nach der Menstruation, oder wenn sie ausbleibt. Starker Schweiß der Kopfhaut. Schulmädchen-Kopfweh zur Zeit der Pubertät. Kopfweh besser beim Gehen im Freien. Schwere des Kopfes, kann ihn nicht aufrecht halten, kann ihn nicht heben.
AugenTrübsichtigkeit, mit Empfindung, als ob das Auge von darauf hängendem Schleim verdunkelt würde, möchte das Auge abwischen oder reiben; schlimmer bei Windexposition. Dicke, gelbe, reichliche milde Absonderung aus den Augen. Ophthalmie: der Neugeborenen, Gonoblennorrhö; mit Amenorrhö. Tränengangfistel, die auf Druck Eiter absondert. „Scharfe, beißende, wundfressende Tränen.“ Gerstenkörner; rezidivierend. Blepharitis. Konjunktivitis nach Erkältungen. Schwarzwerden vor den Augen in Anfällen, vor [oder während] der Menstruation. Amaurose; Lähmung des Sehnervs. Jucken und Brennen in den Augen, das zum [Kratzen und] Reiben nötigt. Tränende Augen.
OhrenOhrenschmerzen, schlimmer nachts. Taubheit, als ob die Ohren verstopft wären; kann besser hören im [Eisenbahn-]Waggon und im warmen Zimmer. Ohrenfluss: Absonderung von Eiter, von Blut; von dicker gelber Feuchtigkeit, übel riechend; nach Exanthem. [Hitze], Röte und Geschwulst des äußeren Ohres. Schmerz im Ohr, „als wenn da was herausdrängen wollte“. Mumps, besonders mit Metastasis zur Mamma oder zu den Hoden. Ohrläppchen angeschwollen.
NaseVerlust des Geruchssinns, bei Katarrh. Fauliges Sekret aus der Nase, oder fauliger Geruch vor der Nase. Schnupfen; verstopfte Nase, schlimmer im Liegen oder im Zimmer, besser beim Hinausgehen ins Freie. Nasensekret grün oder orangefarben, stinkend, auch nach Urin riechend; oder chronische milde, gelbe Absonderung. Nasenbluten, vor oder während der Menstruation oder wenn sie ausbleibt (vikariierend).
GesichtBlass. Gesichtsneuralgie: mit starkem Tränen der Augen; schlimmer vom Kauen, Sprechen, oder wenn man etwas Heißes oder Kaltes im Mund hat. Lippen: aufgesprungen; sich abschälend; geschwollen. Leckt sich die Lippen. [Er hat Hitze und will dabei zugedeckt sein; er leckt die Lippen und trinkt nicht; er ächzt und stöhnt.] Unterlippe in der Mitte aufgesprungen. Akne bei jungen Mädchen.
MundÜbel riechender Atem. Mund trocken oder schleimig; ohne Durst. Ziehendes Zahnweh, besser durch Kälte [kalte Luft oder Kaltes im Mund]. Mundgeschmack: übler Geschmack morgens; Verlust des Geschmacks, durch Schnupfen; fettiger oder blutiger Mundgeschmack; süßlicher Geschmack; wechselnd. Zunge: gelblich oder weiß belegt; Empfindung wie verbrannt und gefühllos auf der Zunge. Viel süßer Speichel läuft im Mund zusammen. Essen hinterlässt einen [lange anhaltenden] Nachgeschmack. Bitterer Geschmack, vor allem des Brotes. Verminderter Geschmack aller Speisen. Speichel: zäh; schaumig, wie Baumwolle.
HalsEssen bleibt im Hals stecken. Hals trocken; Halsweh, mit Gefühl von Dysphagie. „Es kommt eine Empfindung im Schlunde herauf, als wenn ein Wurm herankröche.“ Empfindung wie von Schwefeldampf im Hals, während des Hustens.
MagenAbneigung: gegen Wasser, Fett, Schweinefleisch, Brot, Milch, Rauchen, warme Speisen und Getränke. Verlangen: nach Saurem; gerade nach den Dingen [etwa Eiscreme oder Gebäck], die nicht vertragen werden; nach Erfrischendem [Limonade], nach scharf Gewürztem, nach Hering und Käse. „Die Speisen haben ihr alle einen allzu salzigen Geschmack.“ Zwiebeln sind unbekömmlich. Plötzlicher Ekel vor Speisen; besonders beim Essen. [Brechübelkeit, wenn man eben Speise zu sich nehmen will.] Aufstoßen, das nach dem Gegessenen schmeckt und lange anhält. Übelkeit. Sodbrennen. Durstlosigkeit, bei fast allen Beschwerden. Erbrechen von lange zuvor gegessenen Speisen. Sichtbares [oder fühlbares] Pulsieren in der Magengrube. Stechender Magenschmerz, schlimmer durch Gehen oder durch Fehltreten [auf unebenem Straßenpflaster]. Es liegt ihm so schwer im Magen wie ein Stein. Verdorbener Magen; Schweregefühl. Schluckauf beim Tabakrauchen. Hunger, weiß aber nicht, worauf.
AbdomenSchneiden und Pulsieren im Oberbauch. Schmerzhaft aufgetriebener Bauch; lautes Kollern darin. Druck im Bauch wie von einem Stein. Taubheitsempfindungen. Schmerzen, die sich bis in die Leisten erstrecken. Stühle: wechselhaft, keine zwei Stühle sehen gleich aus; „Durchfall, grün wie Galle“; schlimmer nach Mitternacht. 2 oder 3 normale Stühle täglich. Harte, schmerzhafte Knoten in beiden Leisten. Blinde Hämorrhoiden, schlimmer während der Menstruation und im Liegen. Durchfall bei Gelbsucht, mit fiebrigem Hitzegefühl. Bluten aus dem Mastdarm, selbst außerhalb des Stuhlgangs. Durchfall nach Schreck.
HarnwegeUnwillkürlicher Harnabgang: im Liegen, beim Lachen, Husten, Niesen, bei plötzlichen Geräuschen; nach angenehmen Überraschungen oder nach einem Schock; beim Blähungsabgang; im Schlaf, besonders auch bei kleinen Mädchen. Blutabgang aus der Harnröhre nach dem Urinieren. Schweres Drücken auf die Blase [wie ein Stein], oder Krampfschmerz im Blasenhals nach dem Wasserlassen. Gefühl, als ob ein Stein in der Blase herumrollte. Harntröpfeln, wenn man zornig ist. „Bloß wenn er auf dem Rücken liegt, drückt ihn das Wasser, und er muss bald harnen; auf der Seite liegend aber nicht.“ Harnröhrenstriktur, Urin geht tropfenweise oder in unterbrochenem Strahl ab.
Männliche GenitalienBrennen den linken Samenstrang herab. Akute Entzündung der Prostata; Prostatahypertrophie. Orchitis; infolge von Gonorrhö oder weil man auf kalten Steinen gesessen hat. Epididymitis. „Lang herabhängende Hoden.“ Blutige Ejakulationen. Dicker, gelber Ausfluss; späteres Stadium der Gonorrhö.
Weibliche GenitalienAmenorrhö: vom Nasswerden der Füße; bei Nervenschwäche oder Anämie. Gefühl, als ob die Monatsblutung käme.59

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Kent bemerkt, es sei bei Pulsatilla nicht selten, dass dieses Gefühl den ganzen Monat anhält.

Menstruation: dunkle, dicke Blutung; verspätet und spärlich, besonders nach Baden; mit Klumpen vermischt; veränderlich; aussetzend60

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„Das Blut ist dick und schwarz und kommt bloß ruckweise, nur ein paar Mal des Tages“ (Hahnemann).

; unregelmäßig; vikariierende Blutungen [etwa aus der Nase]; verzögerte Menarche. [Zögernder Durchbruch oder Unordnung der Regeln in den Pubertätsjahren.] Dysmenorrhö. Ausfluss: milchartig; dick wie Sahne [„Milchrahm“]; mit Schmerz im Rücken und Erschöpfung; scharf, wund machend. Schwache Wehen. Herabdrängen, schlimmer im Liegen. Nachwehen; zu lang und zu stark. Brüste: wund, empfindlich; schmerzend; Knoten in den Brüsten, bei Mädchen vor der Pubertät. Ausfluss dünner, milchiger Flüssigkeit aus den Brüsten bei Mädchen; auch vor der Pubertät. Milch ausbleibend oder spärlich. Sekundäre postpartale Blutungen infolge Retention der Plazenta. Muss jedes Mal [vor Schmerzen] weinen, wenn sie das Kind an die Brust legt. Anschwellung der Brüste beim Entwöhnen. Galaktorrhö. Milchsekretion während der Menstruation. Lageanomalien des Fetus.
AtemwegeKurzatmig: schlimmer beim Liegen auf der linken Seite; mit Erstickungsgefühl beim Hinlegen; schlimmer bei Erhitzung, im Freien. Husten: mit Auswurf morgens, trocken abends und nachts; muss sich im Bett aufsetzen, um Erleichterung zu finden. Auswurf: dick, eitrig, schleimig; süß, salzig, bitter, sobald er sich löst. Husten: trocken; Hüsteln wegen Kitzel im Oberbauch. Brustbeklemmung; wie von einer Last. Schmerzhaftigkeit wie wund, oder auch ein Stechen, unter beiden Schlüsselbeinen. ‚Kapriziöse‘ Heiserkeit, die kommt und geht. Asthma infolge von Unterdrückung [eines Ausschlags, der Menstruation usw.]. Husten als Folge von Masern.
HerzHerzklopfen: schlimmer beim Liegen auf der linken Seite; ängstlich; mit Amenorrhö; nach Gemütsbewegungen; nach dem Mittagessen. Greifender Schmerz in der Herzgegend, mit Kurzatmigkeit, besser durch Druck mit der Hand und durch Gehen.
Äußerer Hals und RückenGefühl, als würde kaltes Wasser über den Rücken gegossen. Schmerz in Rücken und Kreuz wie nach langem Bücken. Verkrümmung des oberen Teils des Rückgrats. Stechender Schmerz in Genick und Rücken. Rückenschmerz, schlimmer beim Liegen auf dem Rücken, besser in Seitenlage oder wenn man die Lage wechselt, letzteres besonders in der Schwangerschaft. Gefühl, als wäre der Rücken fest eingebunden. Schmerz in der Sakralregion beim Sitzen.
ExtremitätenSchnell von einem Teil auf den anderen überspringende Schmerzen in den Gliedmaßen. Gefühl, als wären die Arme zerbrochen und ausgerenkt. Taubheitsgefühl in den Ellbogen. Gelenke: geschwollen; rot. Fußrücken geschwollen, ödematös. Schmerzen die Unterglieder herab, die Seiten wechselnd. Schwere der Unterschenkel. Stechen im Schienbein, schlimmer im Liegen, besser an kühler Luft und beim Gehen. Kalter Schweiß an den Unterschenkeln. Faulig riechender Fußschweiß. Venen prall, varikös, schmerzend. Phlegmasia alba dolens. Periostitis. ‚Weiße Kniegeschwulst‘, Gelenkfungus. [Beim Sitzen am Tage, große] Neigung, die Füße auszustrecken. Taubheitsgefühl in den Unterschenkeln von langem Stehen.
HautGeschwollene Drüsen und Lymphknoten. Geschwüre mit hartem, glänzendem, rotem Hof; Ulcera varicosa. Jucken beim Warmwerden [im Bett]. Nesselausschlag: nach schweren, fetten Speisen; mit Durchfall; wenn die Menstruation sich verzögert; nach dem Ausziehen. Masern.
SchlafGroße Schläfrigkeit tagsüber, wacht erschrocken und verdutzt auf; beim morgendlichen Erwachen matt und unerquickt. Schlaflage: die Arme über den Kopf gelegt, oder die Hände kreuzweise auf den Unterleib gelegt, mit herangezogenen Füßen. Träume: „schreckvoll“, ekelhaft, lustvoll, verwirrt; von Katzen usw. Schwatzen im Schlaf. Spricht, jammert oder schreit im Schlaf.
FieberFrostig, aber äußere Wärme ist unerträglich. Frost in der warmen Stube; Frost bei den Schmerzen; friert nachts beim Liegen. Einseitige Kälte mit Taubheitsempfindung. Schmerzen während des Schwitzens. Eine Hand kalt [die andere heiß]. Partielle [z. B. halbseitige] Schweiße. Haut wirkt fiebrig, fühlt sich heiß an, aber objektiv normale Körpertemperatur. Wechselhafte Fieberbewegungen bei fiebrigen Erkrankungen.
KomplementärArsenicum; Kali bichromicum; Sepia; Silicea; Zincum.
VerwandtApis; Cimicifuga; Graphites; Hamamelis; Kali bichromicum; Kali sulfuricum; Natrium sulfuricum.

  • Pulsatilla pratensis, die Wiesen-Küchenschelle; es sind auch andere Pulsatilla-Arten benutzt worden. Ausgepresster Saft der grünen, frischen, ganzen Pflanze.

  • Die Prüfung stammt von Hahnemann (Reine Arzneimittellehre, Band 2). Eine kleine Zahl von Symptomen ist aus späteren Prüfungen von Robinson und Berridge entnommen (siehe AE, Band 8).

Pyrogenium
AllgemeinesDiese Nosode wird entweder aus zersetztem magerem Rindfleisch zubereitet, das zwei [bis drei] Wochen in der Sonne stand, oder aber aus Sepsiseiter. Sie ist ein Mittel bei allen Arten von septischen Zuständen mit Zersetzung des Blutes, Schwächung des Herzens und Muskelerschöpfung. Schmerzen wie wund und zerschlagen und Erschöpfung, dennoch aber Unruhe. Absonderungen und Ausdünstungen entsetzlich faulig: fauliger Mundgeschmack, fauliger Geruch des Körpers, des Menstruationsblutes, des Schweißes, des Erbrechens usw. Rosarote Streifen, die von der Peripherie zum Zentrum ziehen, Lymphangitis. Knochenschmerzen. Abszesse: wiederkehrend; mit Schmerzen, mit heftigem Brennen. Chronische Beschwerden, die auf einen früheren Sepsiszustand zurückgehen; Sektionsverletzungen, Faulschlammgas-Vergiftungen, Leichenvergiftungen; Kindbettfieber und [septische] Folgen von Abort; Spätfolgen von Typhus; Diphtherie; chronische Malaria – in denen das bestgewählte Mittel nicht zu lindern oder nicht permanent zu bessern vermag, besonders bei latenten Eiterbildungsprozessen.
SchlimmerFeuchte Kälte. [Fortgesetzte] Bewegung. Sitzen. Bewegen der Augen.
BesserHitze. Heißes Bad; heiße Getränke. Druck. Ausstrecken. Lagewechsel [Beginn der Bewegung]61

61

Laut Tyler (Homöopathische Arzneimittelbilder) sind die Bewegungs-Modalitäten von Pyrogenium so zu verstehen: „Äußerste Ruhelosigkeit, besser in dem Moment, wo er beginnt, sich zu bewegen. Da die Linderung durch Bewegung nur wenige Augenblicke anhält, muss sich der Patient pausenlos bewegen.“ Damit verhält sich Pyrogenium in diesem Punkt genau umgekehrt wie Rhus toxicodendron.

. Kräftiges Schaukeln. Gehen.
Geist und GemütSehr angeregte Hirntätigkeit; nachts, hält dann Reden und schreibt Artikel. Sehr redselig; hat noch nie an einem einzigen Tag so viel geredet; ‚ich konnte schneller denken als je zuvor‘. Gefühl, als bedeckte sie mit ihrem Körper das ganze Bett. Gefühl, als wäre sie eine Person, solange sie auf der einen Seite liegt, und würde eine andere Person, wenn sie sich auf die andere Seite dreht. Empfindsam, ängstlich; verwirrt. Gefühl von Dualität; bildet sich ein, von Armen und Beinen bedrängt zu werden62

62

Nach der Fallbeschreibung (bei Tyler, Homöopathische Arzneimittelbilder) scheint es der schlechte, unbequeme Schlaf zu sein, der an diesem Symptom ‚schuld‘ ist. Der Patient musste sich die ganze Nacht im Bett umdrehen, das ihm bretthart erschien; fühlte sich wund und zerschlagen, als hätte ihn eine ganze Wagenkolonne überrollt. „Er erwachte vor Tagesanbruch und sagte seiner Frau, dass er so froh sei, endlich diese Arme und Beine los zu sein, die ihn die ganze Nacht bedrängt hätten; wenn er sich umgedreht habe, seien sie schon wieder dagewesen, und die ganze Nacht habe er versucht, sie aus dem Bett zu bekommen.“

. Wahnvorstellung, sehr reich zu sein. Voller Ängste und verrückter Vorstellungen. Empfindung, das Bett sei zu hart. Spricht oder flüstert mit sich selbst; im Schlaf.
KopfSchmerzloses Pulsieren im Kopf. Starker klopfender Kopfschmerz, besser durch festes Bandagieren des Kopfes. Rollt den Kopf von einer Seite zur anderen. Empfindung, als hätte sie eine Mütze auf dem Kopf. Kalter Stirnschweiß. [Hinterkopfschmerz beim Husten.]63

63

Symptom aus dem Pulsatilla-Text eingefügt, wo es sehr wahrscheinlich fehl am Platz ist. Für Pyrogenium ist es unter anderem bei Clarke, Dictionary, nachgewiesen (als Symptom von Swan).

Augen(Linker) Augapfel empfindlich, wie wund, schlimmer beim Aufwärtssehen und beim Bewegen der Augen. Lichtscheu.
OhrenRot; kalt. Ohrenklingen wie von einer Glocke.
NaseKalt. Fächerartige Bewegung der Nasenflügel. Der eigene Körpergeruch ekelt ihn an. Muss jedes Mal niesen, wenn er die Hand unter der Bettdecke hervorstreckt.
GesichtHektische Gesichtsröte zwischen 15 und 16 Uhr, bis Mitternacht anhaltend; dann bedeckt sich das Gesicht mit großen Tropfen kalten Schweißes.
MundZunge: feuerrot; brauner Streifen die Mitte entlang; glatt; breit und schlaff. Mundgeschmack süßlich; extrem widerwärtig [als ob Mund und Hals voll Eiter wären]. Entsetzlich übler Mundgeruch.
HalsTrocken. Diphtherie mit extremem Gestank.
MagenErbrechen: persistierend; bräunlich, wie Kaffeesatz; übel riechend; Koterbrechen, bei Kotstauung oder Darmverschluss. Erbrechen von Wasser, sobald es im Magen warm wird. Übelkeit, besser durch Trinken von sehr heißem Wasser; auch durch Erbrechen. Großer Durst auf kleine Mengen kalter Getränke, doch jeder Tropfen Flüssigkeit wird sofort wieder erbrochen.
AbdomenEntsetzlich übel riechende, braunschwarze, schmerzlose, unwillkürliche durchfällige Stühle. Verstopfung mit vollständiger Untätigkeit des Darms. Stühle groß und schwarz, oder aus kleinen schwarzen Kugeln bestehend [wie Oliven]; sehr übel riechend.
HarnwegeAnhaftender, roter, kalkiger Bodensatz. Miktion nur zweimal am Tag; spärlich. Harndrang geht Fieber voraus. [Kann immer genau sagen, wann das Fieber kommt, weil er dann urinieren muss.] Urin klar wie Wasser. Tenesmus von Blase und Rektum.
Männliche GenitalienHoden hängen schlaff herab; Skrotum sieht dünn aus und fühlt sich auch so an.
Weibliche GenitalienPuerperalsepsis. Bei jeder Periode Fieber [infolge latenter Entzündung im Beckenraum]. Monatsblutung entsetzlich übel riechend. Zellgewebeentzündung im Beckenraum. Uterusprolaps [mit herabdrängenden Schmerzen], besser durch Anhalten des Atems64

64

Bei Phatak heißt es, wie bei Clarke: „durch Halten des Kopfes und Pressen“, was keinen Sinn zu ergeben scheint. Korrektur nach einem bei Tyler, Homöopathische Arzneimittelbilder, zitierten Fall.

und Pressen [wie zu den Wehen]. Wochenfluss hört auf, dann Fieber, Fröste und starker, stinkender Schweiß. Schmerz in der Gegend der linken Brustwarze. [Menstruationsblutung dauert nur einen Tag; dann blutiger Ausfluss. Uterusblutung, wenn Ipecacuanha versagt.]65

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Symptome aus dem Radium-Text eingefügt, wo sie sehr wahrscheinlich fehl am Platz sind. Für Pyrogenium nachgewiesen bei Clarke, Dictionary, unter „Female Sexual Organs“ bzw. im Abschnitt „Relations“ (von Yingling stammend).

AtemwegeSchmerz in der (rechten) Lunge, schlimmer durch Husten und Sprechen. Verschleppte Lungenentzündung. Husten besser im Sitzen, schlimmer im Liegen.
HerzSchnurrgeräusch am Herzen. Ermüdungsgefühl, Vergrößerungsgefühl oder Vollheitsgefühl des Herzens [als wäre es zu stark mit Blut gefüllt]. ‚Spürt sein Herz arbeiten.‘ Pulsschlag wird in Kopf und Ohren gespürt und hindert am Schlafen. Pulsfrequenz abnorm hoch, steht in keinem Verhältnis zur Körpertemperatur, oder umgekehrt. [Immer wenn Puls und Temperatur aus der Balance geraten, bei Fällen mit septischem Hintergrund.] Drohendes Herzversagen bei septischen Zuständen.
Äußerer Hals und RückenKlopfen der Halsgefäße. Schwächegefühl im Rücken.
ExtremitätenWehtun in allen Gliedern und Knochen. Die Nägel drohen abzufallen, oder Gefühl, als wären sie lose. Automatische Bewegungen des (rechten) Arms und Beins. Schmerz in der (rechten) Schulter, schlimmer durch Husten und Sprechen.
HautBlass. Kalt. Hartnäckige Varikosis; übel riechende Ulcera varicosa alter Leute. Rascher Dekubitus; bei septischer Genese. Kleine Schnitte oder sonstige Verletzungen schwellen stark an und entzünden sich.
SchlafFlüstert im Schlaf. Schlaflos aufgrund zerebraler Aktivität [und Ideenzudrang].
FieberFrostig, sitzt am Kamin und atmet die Hitze des Feuers ein. Fieberfrost: beginnt zwischen den Schulterblättern; wird in den Knochen gespürt; Fröste mit Schweiß; nachts. Langsam vordringende hektische Röte. Schweiß ohne Linderung, [besonders ohne Senkung der sehr hohen Temperatur]. [Schweiß] kalt; oder heiß [bei hohem Fieber]. Schnell schwankende Temperatur.
VerwandtAnthracinum; Arsenicum; Baptisia; Echinacea.

  • Pyrogenium ist ein Fäulnisprodukt, das erstmals von Drysdale nach dem oben beschriebenen Verfahren aus Rindfleisch hergestellt wurde. Das zweite oben erwähnte Präparat, das aus einem Tropfen Sepsiseiter hergestellt wird, trägt in der Literatur gelegentlich den Namen Sepsin oder auch Septikämin. Pyrogenium und Sepsin/Septikämin werden teils (wie hier) als in ihrer Wirkung identisch, teils auch getrennt dargestellt, und es ist in vielen Fällen keineswegs klar, welche Prüfung und welche Heilung mit welchem Präparat vorgenommen wurde.

  • Von Pyrogen gibt es klinische Erfahrungen bei Drysdale, Burnett, Yingling und anderen; die Prüfung von Sherbino scheint jedoch mit Sepsin vorgenommen worden zu sein, das von Swan hergestellt wurde. Zugänglich sind die Symptome bei H. C. Allen, Nosodes; bei Kent, Lectures; bei Clarke, Dictionary; bei Tyler, Homöopathische Arzneimittelbilder, deren Übersetzung von R. Wilbrand ich mehrfach zu Hilfe genommen habe.

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