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B978-3-437-56865-7.00018-5

10.1016/B978-3-437-56865-7.00018-5

978-3-437-56865-7

Homöopathika S

Sabadilla
AllgemeinesDie Nasenschleimhaut, die Tränendrüsen, der After und der Verdauungstrakt werden von diesem Mittel angegriffen. Die Nerven sind ebenfalls betroffen, mit Schwäche und Nervosität; leicht erschreckt. Nervöse Symptome als Reflexbeschwerden von Wurmbefall; Zucken, krampfhaftes Zittern oder Katalepsie. Ameisenlaufen. Abwechseln von Nervenleiden und körperlichen Symptomen. Hysterische Anfälle, nach Schreck. Üble Folgen von: Schreck; geistiger Anstrengung; Nachdenken. Würmer, die Krämpfe, Nymphomanie usw. provozieren können. „Einbildungen von nicht vorhandenen Beschwerden.“ „Sehr empfindlicher Schmerz in allen Knochen … als schabte und schnitte man mit einem scharfen Messer ganz inwendig im Knochen herum …“
SchlimmerKälte; kalte Luft, kalte Getränke. Periodisch: jede Woche, alle 2 Wochen, alle 4 Wochen; immer zur selben Stunde; vormittags; jeden Neu- und Vollmond. Gerüche. Nicht richtig herausgekommene Exantheme. Geistige Anstrengung.
BesserIm Freien. Hitze. Essen. Schlucken. Sehr geschwindes Bewegen des betroffenen Teils [lindert den schneidenden Knochenschmerz].
Geist und GemütFühlt sich elend. Ängstlich. Schreckhaft. Einbildungen (fixe Ideen), die sich auf den eigenen Körper beziehen: sehr krank zu sein; der Leib sei eingefallen [wie bei Toten]; die Gliedmaßen seien krumm; das Kinn sei verlängert und auf einer Seite größer als auf der anderen; Krebs zu haben; schwanger zu sein [während sie in Wirklichkeit nur Blähungen hat]. [„Er sieht und weiß, dass das alles Einbildung ist, und glaubt es doch immer wieder zu bemerken.“] Antwortet nicht auf Fragen; verliert die Besinnung; springt dann auf und rennt achtlos durchs Zimmer. Manie; Wut, besser [nur] durch Waschen des Kopfes mit kaltem Wasser.
KopfSchwindel: mit Gefühl, als ob alle Dinge sich umeinander drehten; plötzlich, beim nächtlichen Erwachen; beim Aufrichten nach dem Bücken; ohnmachtartig, mit Schwarzwerden vor den Augen; vermindert, wenn man den Kopf auf den Tisch legt. Halbseitige Kopfschmerzen, oder Kopfschmerz, der die Seiten wechselt; schlimmer durch Denken [und „anhaltendes Aufmerken“]; besser durch Essen. Brennen, Jucken, Kribbeln der behaarten Kopfhaut, gelindert durch Kratzen. Kopfweh der Schulmädchen.
AugenLider rot und brennend. Tränen der Augen: bei dem leisesten Schmerz an einem anderen Teil [etwa der Hand]; beim Niesen, Husten und Gähnen; beim Gehen im Freien; während des Fieberfrostes.
OhrenSchwerhörig, als hätte man Bandagen über dem Ohr.
NaseHartnäckiges, sehr starkes Niesen, oder auch abgebrochener Niesreiz. Jucken und Kribbeln in der Nase; reibt oder zupft daran herum. Trockenheit in der Nase. Kribbeln in der Nase breitet sich auf den ganzen Körper aus, dann Atemnot. Heuschnupfen. Influenza. Überempfindlich für Gerüche. Bald das eine, bald das andere Nasenloch verstopft. Fließschnupfen; das Sekret vermehrt sich von Blumenduft, ja selbst vom Denken an Blumen. „Der Geruch des Knoblauchs ist ihm unerträglich.“ Hartnäckiger, sich hinziehender Schnupfen. Ausräuspern hellroten Blutes, das aus dem Nasopharynx [bzw. aus den Choanen] kommt.
GesichtHitzegefühl und Feuerröte im Gesicht. Lippen brennen, wie mit heißer Brühe verbrannt. Knacken der Kiefergelenke, wenn man den Mund weit öffnet.
MundZunge und Mundhöhle brennen wie verbrüht. Jucken [oder brennend krabbelnde, stechende Empfindung] im weichen Gaumen. Süßlicher Mundgeschmack. Kann nichts Heißes oder Kaltes im Mund ertragen.
HalsKann bei Halsweh die Zunge nicht herausstrecken. Gefühl wie von einem Knollen, einem Bissen oder wie von einer lose hängenden Haut im Hals, oder wie mit einem Strick zugezogen, mit stetem Schluckdrang. Halsweh: erst links, dann sich nach rechts ausbreitend; schlimmer beim Leerschlucken [Speichelschlucken], besser durch heiße Getränke. Tonsillitis nach Schnupfen.
MagenVerlangen nach warmem Essen, Süßem, Milch. Kein Appetit, bis sie den ersten Bissen zu sich genommen hat, doch dann isst sie eine ordentliche Mahlzeit; bei Schwangeren. Heißhunger, auf Süßes und Mehlspeisen. Durstlos. Kälte- oder Leeregefühl im Magen. Widerwille gegen jedes Essen; Abscheu gegen Fleisch, Saures, Kaffee, Knoblauch.
AbdomenGefühl, als wäre ein Knoten in den Därmen. „Drehen und Regen durch den ganzen Unterleib wie von einem Knäuel.“1

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Dieses Symptom heißt bei Phatak: „Gefühl eines Klumpens oder Fadens, der sich rasch im Bauch bewegt.“ Es wird hier nach seiner ursprünglichen Fassung in Hartlaub/Trinks' Reiner Arzneimittellehre zitiert. Das Symptom erscheint in Herings Guiding Symptoms zweimal, jedoch in unterschiedlicher Übersetzung, wobei „Knäuel“ einmal als „lump“, Klumpen, und einmal als „ball of thread“, Fadenknäuel verstanden wird. Auf dem Weg über diese Verdopplung ist offenbar Phataks Formulierung zustande gekommen.

Stühle: [in Unterleib und Mastdarm] Brennen bewirkend; schaumig [wie gegoren], durchfällig, braun, auf dem Wasser schwimmend. Kribbeln und Jucken am After; abwechselnd mit [angenehmem] Kitzeln an den Nasenflügeln und am äußeren Gehörgang. Madenwürmer.
Weibliche GenitalienNymphomanie im Zusammenhang mit Helminthiasis. Menstruation: verspätet; „absatzweise und unordentlich“, aussetzend, bald stärker, bald schwächer fließend.
AtemwegeHeftige Hustenanfälle; „dämpfig“2

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„Dämpfig“ bedeutet etwa „mit Erstickungsgefühl“.

, schlimmer durch Zorn; mit Tränen der Augen. Asthmatische Atmung mit Jucken der Haut, der Nase und des Afters. Rote Flecke auf der Brust [sowie dem Unterleib und den Händen]. Pleuritis mit großer, lähmungsartiger Schwäche.
Herz„Herzklopfen und zugleich Gefühl, als klopften alle Adern des ganzen Körpers.“
ExtremitätenWirft den Arm mit einem plötzlichen Ruck in die Höhe. Hautrisse zwischen und unter den Zehen. Schneidende Schmerzen in den Knochen [unter „Allgemeines“]. Verdickte, deformierte, verhornte Nägel. Rote Flecke an Armen und Händen. Gelbe Flecke an den Fingern. Füße geschwollen, Sohlen schmerzen.
HautHautjucken bei asthmatischer Atmung. Haut pergamentartig trocken.
SchlafSchläft ein beim Denken, Nachsinnen, Lesen.
FieberFrostschauder als Begleitsymptom. Durst nur nach dem Froststadium. „Schauder liefen aufwärts, von den Füßen zum Kopfe.“ Tränen der Augen während des Frostes.
KomplementärSepia.
VerwandtArsenicum; Pulsatilla; Urtica urens.

  • Der „Sabadillsaamen“ (Stapf) oder „Mexikanische Läusesamen“ (Jahr), Schoenocaulon officinale.

  • Prüfung von Stapf (AfH, Band 4). In seinen Beiträgen hat er einige wichtige Symptome von Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, hinzugefügt. Sie stammen von einem Jungen, der durch Sabadilla C 30 von einem Bandwurm geheilt wurde, es handelt sich um geheilte Symptome.

Sabal serrulatum
AllgemeinesDie Organe des Urogenitalsystems, insbesondere Prostata, Ovarien, Mammae, Blase und Harnröhre werden von dieser Arznei besonders beeinflusst. Sie wirkt lindernd und beruhigend auf die Schleimhäute und stellt ein Stärkungs-, Nähr- und Stimulationsmittel für das überarbeitete Gehirn dar (in der C1 zu geben). Scharf stechende, wandernde Schmerzen. Kann als ‚homöopathischer Katheter‘ bei Harnverhaltung infolge Prostatahypertrophie angewandt werden. Nervöse Frauen und alte Männer. Schwäche, Erschöpfung. Nervöse Reizbarkeit, mit Verlust des sexuellen Begehrens bei beiden Geschlechtern. Sexualneurotiker.
SchlimmerWetter: kaltes, nasses, bewölktes Wetter. Mitleid. Vor der Regel.
BesserNach Schlaf.
Geist und GemütReizbarkeit mit Depression; Mitleid macht sie wütend. Brütet über ihren eigenen Leiden oder Symptomen [ist ganz darauf konzentriert, gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen anderer Menschen]. Apathie, Gleichgültigkeit. Furcht vor dem Einschlafen, dass etwas3

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Clarke zitiert dies im Dictionary als Prüfungssymptom aus Hales Prüfung. In seinem einleitenden Text erscheint es als „urinary symptom“, was die Vermutung aufkommen lässt, mit „etwas“ könne ein unwillkürliches Einnässen im Schlaf gemeint sein. In Clarkes Symptomenverzeichnis ist freilich von einer „unbestimmten Gefahr“ (undefined danger) die Rede.

passieren könnte; schreckt mit dieser Furcht aus seinem dösenden Zustand auf.
KopfScharfe, schießende Schmerzen hier und da im Kopf, plötzlich auftretend und vergehend. Schmerz fährt von der Nase nach oben und setzt sich in der Stirn fest. Kopfweh geschwächter Personen.
AugenIritis, wenn die Prostata in Mitleidenschaft gezogen ist.
OhrenVermindertes Gehör; Stimmen scheinen weit weg zu sein.
MagenBeständiges Verlangen nach Milch, die der Prüfer sonst nicht mochte. Magenübersäuerung. Aufstoßen.
AbdomenSchmerz vom Bauch bis in die Oberschenkel. Bauchschmerzen, die in verschiedene Richtungen ausstrahlen und sich schließlich in den Eierstöcken festsetzen.
HarnwegeStetes Verlangen, Wasser zu lassen; nachts. Einnässen von jeder Anstrengung, vom Heben, vom Lachen usw. Schwieriges Harnen; Beißen und Brennen in der Harnröhre. Kalkiger Bodensatz im Urin. [Tenesmus des Blasenhalses], schwer drückende Schmerzen in der Blase, mit einem Kältegefühl, das sich bis in die äußeren Geschlechtsteile erstreckt. Blasenentzündung infolge Prostatahypertrophie.
Männliche GenitalienHoden hochgezogen, auch schmerzhaft. Kalte Geschlechtsteile. Prostata vergrößert oder hyperämisch; im Alter. Schrumpfung der Hoden und Verlust der Potenz. Schmerzhafte Erektion, oder schmerzhafte Ejakulation beim Beischlaf. Sexualneurosen. Epididymitis. Impotenz. Samenflüssigkeit wird als zu dick empfunden und bewirkt ein Hitzegefühl entlang des Samenstrangs.
Weibliche GenitalienEierstöcke empfindlich und vergrößert; Ovarialschmerzen, die die Oberschenkel hinabfahren. Offenheitsgefühl der Vulva. Weibliche Sexualneurosen, unterdrücktes oder pervertiertes Sexualverlangen. Mammae schmerzhaft empfindlich, mit Vollheitsgefühl, schlimmer nach einem kalten Bad; oder auch kleine, unterentwickelte Brüste. Wenn eine Brust [viel] kleiner ist als die andere.4

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Bei einer Prüferin sollen die Brüste unter dem Einfluss der Arznei um ein volles Drittel gewachsen sein (Mullins). Sabal soll kurativ in einem Fall gewirkt haben, in dem Amenorrhö bestand und eine Brust viel kleiner war als die andere; die Mamma soll danach so lange gewachsen sein, bis sie die andere in der Größe erreichte (Price). (Beide Angaben nach Clarke, Dictionary)

Kalte Geschlechtsteile. Sexuelle Leidenschaft, die in Raserei ausartet.
AtemwegeReichlicher Auswurf, zusammen mit Nasenkatarrh. Chronische Bronchitis; keuchender Husten, schlimmer im Liegen, bis 6 Uhr morgens.
RückenRückenschmerz; nach Koitus. Schmerz in der Sakralregion vor Beginn der Monatsblutung.
SchlafAngst, einzuschlafen, weil etwas passieren könnte; schreckt mit dieser Angst aus seinem dösenden Zustand auf.
VerwandtSepia; Silicea.

  • Die Frucht des „Saw palmetto“, Säge-Palmetto, botanisch: Serenoa repens.

  • Prüfungen von Hale, Boocock, Mullins, Langton u. a., gesammelt bei Clarke, Dictionary.

Sabina
AllgemeinesDie Organe des weiblichen Beckens, speziell der Uterus, werden von dieser Arznei besonders in Mitleidenschaft gezogen. Zudem greift sie die Bindegewebe an; die kleinen Gelenke; auch die serösen Häute; die Fersen. Passt auf warmblütige Frauen mit gichtisch-rheumatischer Diathese und Blutungsneigung: Nasenbluten, Hämaturie usw. Habituelle Fehlgeburten, besonders im dritten Schwangerschaftsmonat. Heftiges Pulsieren [im Körper]; möchte die Fenster offen haben. Schwere und Trägheit des Körpers, die zum Niederlegen nötigt. Rote, glänzende Schwellung der betroffenen Teile. Akut entzündete Gichtknoten. Vollheitsgefühle [besonders in den Blutgefäßen]. Warzenartige Gewächse. Schmerzen, die plötzlich ansteigen und langsam wieder abnehmen.
SchlimmerNachts. Hitze: Bettwärme; warmes Zimmer; körperliche Anstrengung. Schwangerschaft. Klimakterium. Nebelwetter. Bücken. Herabhängen Lassen von Gliedmaßen [etwa einer schmerzenden Hand]. Tiefatmen. Musik.
BesserKälte. Kühle Luft, kalte Anwendungen. Im Freien. Ausatmen.
Geist und GemütMusik ist unerträglich [ging ihm durch Mark und Bein]; ein Zustand von Überreiztheit des Nervensystems. Melancholisch. Traurig.
KopfAuseinanderpressende Kopfschmerzen; plötzlich entstehend, allmählich wieder verschwindend und öfters wiederkehrend. Schwindel bei Ausbleiben der Monatsblutung.
Mund„Zahnschmerz, fast bloß durch Kauen erregt.“ Ziehender Schmerz in den Kaumuskeln. Bitterer Geschmack: der Speisen, besonders von Milch und Kaffee.
MagenVerlangen nach [Saurem, besonders] Limonade. Sodbrennen. Stiche von der Magengrube „zum Rücken heraus“.
AbdomenPlethora. Leichte zuckende Empfindung einer Bewegung im Unterleib, als wäre etwas Lebendiges darin, ähnlich wie Kindsbewegungen. Hämorrhoiden mit Abgang hellroten Blutes und Schmerz vom Kreuz bis in die Schamgegend. Hämorrhoiden abwechselnd mit Gliederschmerzen.
HarnwegeBlasenreizung; mit gichtischer Diathese. Blutiger Urin, mit viel Harndrang. Klopfen und Brennen in der Nierengegend.
Männliche Genitalien„Verstärkter Geschlechtstrieb; geringe Anreizungen erregen sogleich heftige und anhaltende Erektion [wobei dennoch Abneigung vor dem Beischlafe stattfindet].“ Feigwarzen; mit brennendem Wundheitsschmerz. Harte Geschwulst auf dem Penisrücken.
Weibliche GenitalienJucken der Geschlechtsteile; beinahe unstillbares Sexualverlangen. Menstruation: zu stark, zu früh; stoßweiser Abgang heißen, hellroten, wässrigen Blutes, auch vermischt mit dunklen Klumpen; stärker bei der geringsten Bewegung, doch häufig gemildert beim Gehen; mit Gelenkschmerzen; mit Schmerz vom Kreuz bis in die Schamgegend oder umgekehrt; oder mit stechendem Schmerz, der die Vagina hinauffährt. Zwischenblutungen; mit sexueller Erregung. Ausfluss: übel riechend, scharf, dick, gelblich, bei ausbleibender oder bei starker Menstruation; mit Jucken an den Geschlechtsteilen; während der Schwangerschaft. Juckreiz der Schwangeren. Retention der Plazenta. Starke Nachwehen. Sabina befördert die Ausstoßung von Molen. Kribbeln in den Brustwarzen „mit wollüstigem Gefühle“. Blutungen nach einer Fehlgeburt. Oophoritis oder Metritis nach Abortus oder Frühgeburt. Dysmenorrhö, besser, wenn sie flach auf dem Rücken liegt, mit ausgestreckten Gliedern.
HerzGefühl von Klopfen in allen Adern [fast wie Zucken].
RückenZiehende Kreuzschmerzen bis in die Schamgegend; oder auch umgekehrt, von der Scham zum Kreuz.
ExtremitätenAnschwellung, Röte und stechende Schmerzen des rechten großen Zehs. Stechen in den Fersen. Drückender Schmerz unterhalb der Ferse beim Absetzen des Fußes, am Anfang der Fußsohle. Verringert knotige Ausweitungen der Venen, Varizen usw.
HautÜbel riechende, juckend brennende, nässende Feigwarzen. Mitesser, besonders im Gesicht.
FieberUnerträglich brennende Hitze im ganzen Körper, mit großer Unruhe.
KomplementärThuja.
VerwandtArsenicum; Caulophyllum; Pulsatilla.

  • Juniperus sabina, der „Stinkwacholder“ oder Sadebaum. Blätter.

  • Prüfungen von Stapf, Hahnemann und anderen. Zuerst veröffentlicht in AfH, später in Stapfs Beiträgen zur Reinen Arzneimittellehre, gemeinsam mit einigen aus Hartlaub/Trinks' Reiner Arzneimittellehre übernommenen Beobachtungen.

Salicylicum acidum
AllgemeinesIn der Schulmedizin gilt die Salicylsäure als Medikament bei akutem Rheumatismus. In der homöopathischen Praxis ist sie bei der Menière-Krankheit von Nutzen. Brausen und Klingen in den Ohren. Schwerhörigkeit mit Schwindel. Folgen von unterdrücktem Fußschweiß [rheumatische Schmerzen].
SchlimmerBewegung. Nachts. Kalte Luft.

  • Salicylsäure, 1,2-C6H4(OH)COOH. In Form der Acetylsalicylsäure der Wirkstoff im Aspirin.

  • In dieses kurze Bild sind lediglich Beobachtungen an Kranken nach substanziellen Gaben der Salicylsäure aufgenommen worden (vgl. AE, Band 8, Quelle 3; auch Hale, New Remedies, Anhang zu Band 1).

Salix nigra
AllgemeinesReduziert die Reizbarkeit der Genitalien beider Geschlechter. Satyriasis, Erotomanie. Samenergüsse, schon in Gegenwart von oder beim Gespräch mit Frauen. Sexuelle Gedanken und Träume. Substanzielle Gaben der Tinktur, 30 Tropfen.

  • Die Schwarzweide.

  • Es existiert eine kurze Prüfung von Wright, in AE, Band 10 nachzulesen. Sie wurde jedoch für dieses Bild nicht verwendet; dessen Symptome stammen durchweg aus der Praxis der eklektischen Schule Nordamerikas. (So erklärt sich auch die Angabe zur Dosis.) Vgl. Clarke, Dictionary, und Boericke, Pocket Book.

Sambucus nigra
AllgemeinesWirkt auf die Atemwege, die Nieren und die Haut. Starkes Schwitzen oder auch große Kurzatmigkeit können zahlreiche Symptome begleiten. Ödematöse Anschwellungen; an verschiedenen Körperteilen, besonders an den Füßen (am Spann) und den Unterschenkeln. Stockschnupfen der Säuglinge, am Atmen und Saugen hindernd. Allgemeines Zittern mit Angst. Üble Folgen von: Schreck; Kummer; Angst; exzessiver Befriedigung des Geschlechtstriebs. Passt auf Personen, die früher robust und kräftig gebaut waren und nun plötzlich abmagern.
SchlimmerTrocken-kalte Luft. Kaltes Trinken nach Erhitzung. Tieflage des Kopfes. Obstessen. Liegen. Ruhe. Anlehnen an eine scharfe Kante.5

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Bei Phatak versehentlich unter „Besser“ geraten, was durch die Prüfung aber widerlegt wird: „Im Unterleibe kneipender Schmerz, wenn er sich damit an eine scharfe Kante anlehnt.“

BesserBewegung. Einhüllen. Aufsetzen im Bett.
Geist und GemütAnhaltende Verdrießlichkeit [alles macht auf ihn einen widrigen Eindruck]. Schreckhaft; Aufschrecken gefolgt von Erstickungsanfällen. Visionen beim Schließen der Augen. [Periodisches Delirieren: sah fürchterliche Dinge an der Wand.]
AugenHalboffene Augen im Schlaf. Lichtscheu.
NaseStockschnupfen, mit stetem Schniefen; bei Säuglingen.6

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Gemeint ist: „Bei dem Stockschnupfen der Säuglinge, wenn die Nase von dickem Schleim wie angefüllt ist, das Atmen durch die Nase fast unmöglich wird, und die Kinder beim Aufwachen aus dem Schlaf zusammenfahren und ersticken wollen …“ (zitiert nach Rückert, Klinische Erfahrungen, Band 1, S. 390).

GesichtBlass; bläulich aufgetrieben, besonders im Zusammenhang mit Husten. Hitzegefühl im Gesicht; bei eiskalten Füßen. Halboffener Mund im Schlaf.
HarnwegeAkute Nierenentzündung. Ödematöse Symptome mit Galleerbrechen und Magendrücken nach dem Essen. Reichliches Wasserlassen mit Hitzegefühl im Körper. Häufiger Harndrang mit geringem Harnabgang [Pollakisurie].
Männliche GenitalienHydrozele, nach Verletzung.
Weibliche GenitalienSchwächende Schweiße, nach Entbindung.
AtemwegePlötzlicher Erstickungsanfall oder erstickender Husten: beim Einschlafen; um Mitternacht aus dem Schlaf weckend, mit heftigem Schwitzen; nach Aufschrecken aus dem Schlaf. Pfeifende Atmung. Glottiskrampf. Kreischende Stimme. Krupp. Hustenanfälle, die einer Fieberattacke vorausgehen.
ExtremitätenEiskalte Füße. Hände werden blau [und aufgetrieben]. Ödem der Unterschenkel und Füße.
FieberTrockene, brennende Hitze während des Schlafes, die beim Erwachen in sehr profusen Schweiß übergeht. Schweiß beim Husten. Schweiß, „welcher den Kranken seiner Kräfte beraubt“; besonders nachts.
VerwandtBelladonna; Bromium.

  • Der Schwarze Holunder oder „Flieder“ (Hahnemann). Frisch aus Blättern und Blüten ausgepresster Saft.

  • Prüfung: Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 5.

Sanguinaria canadensis
AllgemeinesDiese als Blutwurzel bekannte Arzneipflanze ist ein rechtsseitiges Mittel, das in erster Linie den Kopf, die Leber, die Brust und den M. deltoideus angreift. Sie ruft vasomotorische Störungen hervor, was sich in folgenden Symptomen zeigt: umschriebene Röte der Wangen, Rötung des Bauches, der Zunge usw.; Blutandrang zum Kopf, zur Brust, zum Bauch usw.; fliegende Hitze und Pulsieren durch den ganzen Körper. Brennende Hitze und Wallungen. Schleimhäute trocknen aus. Brennen: im Hals, hinter dem Brustbein; brennende Stellen oder Stiche in der Brust; Brennen der Handflächen und Fußsohlen. Gefühl wie verbrüht, auf der Zunge. Die Symptome bewegen sich von unten nach oben. Symptome gipfeln in Erbrechen von Galle. Wundheit wie roh, innerlich. Absonderungen scharf, ätzend; blutgestreift; oder faulig stinkend. Liegt auf dem Rücken, mit hoch gelagertem Kopf. Beschwerden der Wechseljahre. ‚Galligkeit.‘ Die Schmerzen steigen und fallen mit der Sonne. Ein Katarrh im Atemtrakt [etwa Schnupfen] endet plötzlich mit dem Einsetzen von Durchfall. Polypen der Nasen- oder Uterusschleimhaut; ‚schwammige Auswüchse‘. Übelkeit und Ohnmacht von Blumenduft [auch in der Kirche]. „Schmerz in den weniger bedeckten Knochenteilen des Körpers, nicht in den fleischigen Teilen.“
SchlimmerPeriodisch: mit der Sonne; wöchentlich; nachts. Klimakterium. Gerüche. Erschütterung. Licht. Süßigkeiten. Bewegung. Aufblicken. Berührung. Heben der Arme.
BesserSchlaf. Rückenlage. Erbrechen. Kühle Luft. Blähungsabgang [nach oben oder unten]. Saure Speisen. Liegen auf der linken Seite.
Geist und GemütReizbar, mürrisch. Murren, Brummen. Macht sich überflüssige Sorgen. Mattigkeit, Schläfrigkeit; nicht geneigt, sich zu bewegen oder in irgendeiner Weise geistig anzustrengen.
KopfSchmerz über dem rechten Auge; oder vom Hinterkopf heraufziehend und sich über dem rechten Auge festsetzend. Migräne, Schmerz steigt und fällt mit der Sonne. Auftreibung der Schläfenadern. Schmerz wie ein Blitzschlag am Hinterkopf. Schwindel, besonders beim Aufblicken und beim schnellen Drehen des Kopfes. Kopfschmerzen, wenn man fastet. Kopfweh besser durch Schlaf sowie durch Erbrechen; Kopfweh lässt nach mit der Ausscheidung einer großen Harnmenge.
AugenBrennen der Augen. Augäpfel schmerzen, wenn man sie bewegt. Harte Geschwulst über den Augenbrauen. Tränen der Augen beim Schnupfen; Tränen heiß, brennend.
OhrenBrennen der Ohren [mit einer roten Wange]. Ohrenschmerzen, beim Kopfweh. Summen und Sausen im Ohr; schmerzhafte Überempfindlichkeit für Geräusche, in den Wechseljahren.
NaseSchmerz an der Nasenwurzel. Ein Fließschnupfen endet mit dem Einsetzen von Durchfall. Nasenpolypen. ‚Rosenschnupfen‘ [im Juni], danach Asthma; sehr geruchsempfindlich. Verlust oder Perversion des Geruchssinns, etwa: Geruch wie gebratene Zwiebeln vor der Nase.
GesichtRöte und Brennen der Wangen. Hektisches Fieber, umschriebene Wangenröte. Neuralgischer Schmerz, vom Oberkiefer ausstrahlend; nur gelindert, wenn man sich niederkniet und den Kopf fest gegen den Fußboden presst. Vollheitsgefühl und Empfindlichkeit hinter dem Kieferwinkel.
MundZunge ist wie verbrüht. Vordere Zungenpartie sieht rot aus wie rohes Fleisch. Süßes schmeckt bitter [mit nachfolgendem Brennen im Rachen]. Gaumen wie verbrüht. Zahnweh vom Stochern in den Zähnen.
HalsSchmerzhaft, innerlich verschwollen (am meisten in der rechten Halsseite); Schmerzen gehen bis ins Ohr und in die Brust. Brennen im Rachen, schlimmer nach Essen von Süßigkeiten. Trockener Hals bei Sängern.
MagenVerlangen: nach pikanten, stark gewürzten Speisen; „Verlangen auf Unbestimmtes“, weiß selbst nicht, worauf. Abneigung gegen Butter [die einen süßlichen Nachgeschmack hat]. Übelkeit: mit Speichelfluss; schlimmer7

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Nachweisen konnte ich nur „Übelkeit mit Niesen“ und „Übelkeit gefolgt von Niesen“. In Finckes Prüfung heißt es: „Schwindel und Stirnkopfschmerz, wie von Schnupfen, mit Niesen und Brechreiz.“

durch Niesen oder Schneuzen, besser durch Essen; danach Nesselausschlag. Hochkommen und Erbrechen von Galle; Magen-Duodenal-Katarrh. Magenschmerzen, die zur rechten Schulter ziehen.
AbdomenSpannen im Oberbauch. Gefühl, als ergösse sich heißes Wasser aus der Brust in den Unterleib, worauf Durchfall folgt. Gallige, flüssige, herausschießende Stühle. Flatulenz mit Bauchauftreibung; mit Windabgang aus der Vagina [bei offenem Muttermund]. Gelbsucht. Mastdarmkrebs.
HarnwegeUrin dunkelgelb, bei Ikterus. Häufiges Lassen großer Mengen wasserhellen Urins, am meisten nachts.
Weibliche GenitalienKlimakteriumsbeschwerden, besonders Hitzewallungen und stinkender, ätzender Ausfluss. Unter der (rechten) Brustwarze ein heftiger Wundheitsschmerz. Menstruation: übel riechende, starke Blutung. Polypen des Uterus. Brüste schmerzhaft und vergrößert; während des Klimakteriums.
AtemwegeVollheitsgefühl und Trockenheit im Kehlkopf; bei Sängern. Husten: mit Aufsteigen eines stinkenden Atems; trocken, von Kitzel hinter dem Brustbein; muss sich im Bett aufsetzen; mit Blähungsabgang; der Abgang von Blähungen nach oben und unten erleichtert. Auswurf: zäh, rostfarben, eitrig; durch das Auswerfen wird der Zustand schlimmer. Brennen in der Brust: wie ein heißes Strömen in den Unterleib; beim Husten. Husten, der nach einer Influenza oder einem durchgemachten Keuchhusten auftritt; kommt nach jeder neuen Erkältung wieder. Schmerz in der rechten Brustseite, (von der Mamma) bis zur Schulter ziehend. Lungenentzündung. Schwindsucht. Asthma: von Verdauungsstörungen, mit scharfem, ätzendem Aufstoßen.
HerzSchwächegefühl ums Herz; unregelmäßige Herztätigkeit.
ExtremitätenJucken in den Achselhöhlen, besonders vor der Menstruation. Schneidender Schmerz oder Steifheit im rechten Deltamuskel, schlimmer beim Heben des Arms oder beim Umdrehen im Bett; schmerzlos, wenn man den Arm hin und her schwingt. Rheumatischer Schmerz in der rechten Schulter und in der linken Hüfte. [Rechtsseitige] Schulterschmerzen, schlimmer nachts. „Schmerz in den weniger bedeckten Knochenteilen … [wenn er den schmerzhaften Fleck berührt, verschwand der Schmerz plötzlich und erschien an einem anderen Teile].“ Neuritis, Schmerz besser durch Berührung des schmerzenden Teils. Brennen der Handflächen und Fußsohlen, schlimmer, wenn sie zugedeckt sind; während der Wechseljahre. Schrumpelige, trockene Handflächen. [Handflächen und Fußsohlen sind trocken, schrumpelig und heiß anzufühlen.] Wehtun und Anschwellen des (rechten) Daumenballens.
HautTrockene Haut; bei Ikterus. Akne; bei verminderter Monatsblutung. Prickelndes Wärmegefühl, das sich über den ganzen Körper ausbreitet.
FieberHitzewallungen, die ins Gesicht und in den Kopf steigen; mit Kopfweh. Schweiß: brennend; gering.
KomplementärAntimonium tartaricum; Phosphorus.
VerwandtBelladonna; Phosphorus.

  • „Kanadische Blutwurzel.“ Benutzt wird die Wurzel.

  • Prüfungen von Bute und anderen, gesammelt von Hering in NAfH, Band 2. Ferner einige weitere Prüfungen (Tinker, Fincke usw.) in AE, Band 8, zu finden. Eine gute Zusammenfassung auch in Hales New Remedies.

Sanicula aqua
AllgemeinesDiese Mineralquelle wirkt auf die Ernährung sowie auf die weiblichen Geschlechtsorgane, den Mastdarm, den Nacken und die äußere Haut. Patienten sind dünn und sehen alt aus, vor allem Kinder. Marasmus. Körpergeruch wie alter Käse. Kind strampelt nachts die Decken fort; Säugling möchte auf etwas Hartem liegen, obwohl er so dünn ist. Gefühl wie von feuchtkalten Kleidungsstücken oder Tüchern. [Gefühl, als hätte man feuchte, kalte Strümpfe an.] Gefühl von Vergrößerung bzw. Erweiterung: des inneren Halses, der Vagina usw. Dicker, wund machender, gelber Eiter. Kann es nicht vertragen, wenn ein Körperteil einen anderen berührt, oder wenn jemand dicht neben ihm liegt. Gefühl von Bersten oder Platzen: im Perineum; des Darms, der Blase; am Scheitel, in der Brust. Reise- oder Seekrankheit. Überspringende, wandernde Schmerzen.
SchlimmerÜberanstrengung, Pressen [zum Stuhl]. Bewegung; besonders wenn die Arme gehoben oder hinter den Rücken gebracht werden. Abwärtsbewegung. Kalter Wind am Hinterkopf oder Nacken. Erschütterung.
BesserIm Freien. Wärme. Erbrechen.
Geist und GemütEigensinnig, dickköpfig, empfindlich; Kinder. Beständiger Drang, sich umzuschauen. Reizbar; die geringste Äußerung oder Handlung regt sie maßlos auf; bekommt alles in den falschen Hals. Widerspenstigkeit in schnellem Wechsel mit Verspieltheit; bei Kindern. Furcht vor Abwärtsbewegung. [Abwärtsbewegung des Fahrstuhls ruft die Empfindung hervor, es gebe alles unter ihr nach und ihr Scheitel explodiere.] Furcht vor Dunkelheit. Will sich nicht anfassen lassen. Rastloses Bedürfnis, von einem Ort zum anderen zu wandern. Vorsätze, die man nicht durchhält. [Macht nichts fertig, fängt dauernd etwas anderes an.]
KopfVerträgt keine kalte Luft an Hinterkopf und Nacken. Starker Schweiß an Hinterkopf und Nacken, schlimmer im Schlaf. Die Haare sind elektrisch aufgeladen und knistern beim Kämmen. Reichlich Kopfhautschuppen; Haarausfall. Berstendes Gefühl im Scheitel [beim Husten]. Empfindung eines kalten Tuchs um das Gehirn. Kleine Furunkel auf der Kopfhaut, die nicht reif werden.
AugenGefühl, als klebte das Lid am Augapfel. Tränen der Augen an der kalten Luft oder nach Kälteanwendung. Schuppen in den Augenbrauen.
NaseFließschnupfen, stärker [im Haus und] nach dem Essen. Wasser riecht nach altem, modrigem Regenwasser.
MundZunge: groß, schlaff; brennt so sehr, dass man sie herausstrecken muss, um sie zu kühlen; Ringelflechte auf der Zunge. Mundschleimhaut und Gaumen mit Geschwüren übersät; weiße Aphthen. Zungenränder aufwärts gewölbt. Zunge klebt am Gaumen.
HalsKältegefühl im Hals: wie von einem Eisstück; als hätte man Pfefferminze eingeatmet. Gefühl, als wäre der Hals zu groß. Kann Festes besser schlucken als Flüssigkeiten.
MagenKind will die ganze Zeit gestillt werden und nimmt trotzdem ab. Verlangen nach Salz, nach Schinkenspeck, nach eiskalter Milch. Großer Durst; trinkt kleine Mengen, aber oft; das Wasser wird gleich wieder erbrochen, sobald es den Magen erreicht hat. Erbrechen von geronnener Milch [gleich nach dem Stillen]; schläft nach dem Erbrechen ein. Von jedem Essen sofort eiliger Stuhldrang, muss schnell vom Tisch aufstehen und die Toilette aufsuchen.
AbdomenLautes Gurgeln im Bauch; dickbäuchige Kinder [der Bauch ist das Größte an ihnen]. Stühle: aus einer einzigen großen, schweren Masse bestehend, oder trockene, kleine Kotbälle; faulig riechend, wie verdorbener Käse; Stuhl muss mechanisch entfernt werden [weil er nicht entleert werden kann oder wieder zurückschlüpft], oder bricht an der Biegung des Afters ab. Während des Stuhlgangs Schmerz im Perineum, als ob es reißen wollte. Stühle: verformt; wechselhaft in Form und Farbe, kein Stuhl gleicht dem anderen; unwillkürlich.
HarnwegeKind weint vor dem Wasserlassen; presst zum Urinieren während des Stuhlgangs. Urin wie Fischlake riechend. Starker Drang zu urinieren, als ob die Blase platzen wollte. Häufiger Harndrang mit Abgang großer Mengen, plötzlich eintretend [mit Gefühl, als wäre der Urin schon an der Harnröhrenmündung]. [Muss sich sehr anstrengen, um das Wasser zu halten]; wenn dem Drang jedoch widerstanden wird, hört er wieder auf. Der Harn färbt die Windel rot.
Männliche GenitalienFischlakegeruch an der Eichel; ein paar Stunden nach dem Beischlaf.
Weibliche GenitalienAusfluss: mit starkem Fischlakegeruch; am stärksten während des Stuhlgangs. Herabdrängen, als sollte der Beckeninhalt unten herauskommen; schlimmer durch Erschütterung, beim Gehen; möchte die schlaffen Geschlechtsteile unterstützen, indem sie mit der Hand gegen die Vulva drückt; in der Ruhe [und im Liegen] gebessert. Gefühl, als wäre die Vagina zu groß; sie scheint die Monatsblutung gar nicht mehr stoppen zu können. [Während der Schwangerschaft, nach Stehen:] Empfindung, als ob sich der Muttermund öffnete oder weitete.
Äußerer Hals und RückenHals so schwach und abgemagert, dass das Kind den Kopf nicht aufrecht halten kann. Rückenschmerzen mit Steifheit, schlimmer bei jedem Versuch, Kopf oder Rumpf zu drehen, beim Heben der Arme oder wenn man die Hände hinter den Rücken bringen will; will man sich umschauen, so muss man sich steif machen und den ganzen Körper drehen. Sitzt mit vorwärts geneigtem Kopf, um Schmerzen [in den Nackenmuskeln] zu lindern. Kältegefühl entlang der Lendenwirbelsäule. Kältegefühl in der Lumbal- und Sakralregion, als ob dort ein feuchtes Tuch wäre. Lumbago; besser beim Liegen auf der rechten Seite. Gefühl, als wären Lendenwirbel ausgerenkt, oder als würden sie aneinander vorbei gleiten [besonders beim Schaukeln im Schaukelstuhl]. Gefühl, als wäre der Rücken in zwei Teile zerbrochen. Empfindung wie von einem feuchten Tuch am Kreuzbein.
ExtremitätenSchmerz in den Schultern, schlimmer beim Heben der Arme oder wenn man die Arme hinter den Rücken bringt. Kalte, feuchte Hände und Füße. Brennen der Handflächen und Fußsohlen. [Im Bett so kalte Füße, dass nachts] Fußkrämpfe [auftreten]. Faulig riechender Fußschweiß; macht die Zehen wund, frisst das Schuhleder an, macht die Strümpfe ganz steif. [Schweiß an den Fußsohlen, mit] Gefühl, als wäre man mit den Füßen in kaltes Wasser getreten. Wenn man die Hände zusammenlegt, schwitzen sie [bis der Schweiß heruntertropft].
HautTrocken, bräunlich verfärbt, schlaff, besonders am Hals. Haut um den Hals herum runzlig, in Falten herabhängend. Hautrisse an Händen und Fingern. Neigung zu kleinen Furunkeln, die nicht reif werden.
SchlafBeim Erwachen reibt sich das Kind Augen und Nase mit der Faust. Träume von Räubern.
FieberKlebriger Schweiß.
VerwandtLycopodium; Psorinum; Sulfur.

  • Ein Mineralwasser aus Ottawa, Illinois, USA. Nicht zu verwechseln mit der alten Heilpflanze Sanikel (Sanicula europaea), die noch nicht in die Homöopathie eingeführt ist.

  • Prüfung von J. G. Gundlach an sich und seiner Familie (indem sie länger als ein Jahr davon tranken); danach von Sherbino mit einer Potenz des (durch Verdunstung gewonnenen) Salzes. Eine Zusammenfassung der Prüfungs- und geheilten Symptome findet sich in Clarkes Dictionary, nicht dagegen in AE oder Herings Guiding Symptoms.

Santoninum
AllgemeinesDieses beliebte Anthelmintikum [der alten Schule] ruft Farbenblindheit und Gelbsehen hervor.

  • Santoninum ist der Hauptwirkstoff der Artemisia cina (Cina).

  • Zahlreiche Beobachtungen, insbesondere an Kindern, die das Mittel gegen Würmer eingenommen haben. Vgl. AE, Band 8; Hale, New Remedies u. a.

Sarsaparilla
AllgemeinesDiese Arznei wurde ursprünglich als Aufbau- und Blutreinigungsmittel nach [Syphilis-]Kuren mit massiven, den Organismus erschöpfenden und zerrüttenden Quecksilbergaben benutzt. Passt auf syphilitische, sykotische und psorische Konstitutionen.8

8

Kent spricht in den Lectures von „mixed miasms“, gemischten Miasmen.

Hauptwirkungsrichtungen sind die Organe des Urogenitaltrakts; die äußere Haut; die Knochen; die rechte untere Extremität. Passt auf dünne, schwache, verschrumpelte, alt aussehende Personen, besonders auf Kinder mit aufgetriebenen Bäuchen; Marasmus, Auszehrung. Gefühl, als wären Teile zusammengeschraubt oder eingeschraubt.9

9

Etwa: „Wie zusammengeschraubt in beiden Kopfseiten“ oder „Die Brust ist ihm meist wie eingeschraubt und alles ihm zu eng“ (Hahnemann, Chronische Krankheiten).

Nächtliche Knochenschmerzen. Schmerzen schießen in verschiedene Richtungen und werden von Niedergedrücktheit und Angst begleitet. Schmerz, wie wenn Salz in eine Wunde kommt, [in den Fingerspitzen, beim Aufdrücken]. Lithämische Diathese, Neigung zu Nieren- und Blasensteinen. Juckende Hautausschläge, nach heißem Wetter und nach Impfungen. Sehr empfindliche Gichtknoten. Rheumatismus. Reinigt die Haut.
SchlimmerZu Ende des Wasserlassens, sobald der Urin zu fließen aufhört. Frühling. Nasse Kälte. Quecksilberabusus. Nachts. Unterdrückung eines Tripperausflusses. Gähnen. Bewegung. Treppensteigen und treppab Gehen.
BesserLösen der Kleider an Hals und Brust [bei Dyspnoe und Engegefühl]. Stehen [erleichtert das Wasserlassen].
Geist und Gemüt„Die Seele wird von den Schmerzen ungemein angegriffen“, mit Niedergedrücktheit und Angst. „Er hatte Ekel, wenn er an die Speisen dachte, die er gegessen hatte.“ Leicht beleidigt. Wortkarg. Verzagt, düster gestimmt, ohne jeglichen Grund.
KopfSchmerz vom Hinterkopf aus nach vorn zu den Augen oder zur Nasenwurzel. Sumsen oder Dröhnen im Kopf, wie nach Anschlag einer Glocke10

10

Bei Phatak heißt es „einer Kugel“ (ball), was jedoch offensichtlich Lese- oder Schreibfehler für „bell“, Glocke ist.

, beim Sprechen. [Kann nicht sprechen, da jedes Wort im Kopf dröhnt.] Schmerzhafte Empfindung eines straffen Bandes um den Kopf; nimmt unwillkürlich den Hut ab, doch ohne dass dies zu einer Erleichterung führt.
AugenNebel vor den Augen, schlimmer nach Samenergüssen. Krätze-ähnliche Ausschläge auf den Augenlidern.
OhrenJedes Wort dröhnt im Kopf.
NaseJahrelang verstopfte Nase. Geschwulst an der Nasenwurzel.
GesichtHautausschläge im Gesicht und an der Oberlippe; schlimmer [vor und] während der Menstruation. Gelbes, faltiges, alt aussehendes Gesicht.
MundAphthen; Speichelfluss. Übel riechender Atem. Schmerz am unteren und inneren Rand des Unterkiefers, schlimmer beim Zurückbiegen des Kopfes.
MagenNach dem Essen ein Leeregefühl, als hätte man überhaupt nichts gegessen; oder auch Übelkeit und Ekel beim Denken an die gegessenen Speisen. Wassertrinken erregt Erbrechen.
AbdomenBauchschmerz und Rückenschmerz zur gleichen Zeit, bei Durchfall. Kollern im Bauch, mit Leeregefühl darin. Sand in den Stühlen. Nässende Ausschläge und Wundheit [bzw. Wundheitsgefühl] der Leistenbeuge vor der Menstruation. Sommerdiarrhö der Kinder. Hartnäckige Stuhlverstopfung mit häufigem Bedürfnis, Wasser zu lassen.
HarnwegeSchmerzhaftes Wasserlassen, das Schreie auspresst, am meisten zu Ende der Miktion, wenn der Harn zu fließen aufhört. Kann nur im Stehen urinieren, zumindest tagsüber; nachts im Bett jedoch kann es zu ergiebigen Harnabgängen [Enuresis] kommen. Im Sitzen wird der Urin nur tropfenweise ausgeschieden. Harndrang vor der Menstruation. Abgang von Blutstropfen oder einer „weißen, scharfen, trüben Materie“ zu Ende der Miktion. Harnsand in der Windel. Krustenbildender Bodensatz im Urin. Eiter im Urin. Luftabgang aus der Blase während der Miktion. Schmerz in der Harnröhre, der sich zurück bis in den Unterleib erstrecken kann. Zucken entlang des Verlaufs der [männlichen] Harnröhre. (Rechtsseitige) Nierenkolik.
Männliche GenitalienGeschlechtsteile feucht und einen üblen Geruch ausströmend. Blutiges Ejakulat. Samenstrang: schmerzend nach der Ejakulation; geschwollen nach unbefriedigter sexueller Erregung. Herpes praeputialis. Zucken entlang des Verlaufs der männlichen Harnröhre. Jucken an Hodensack und Perineum.
Weibliche GenitalienBrustwarzen: eingezogen oder aufgesprungen; klein und welk. Menstruation verspätet und schwach. Dysmenorrhö, mit eingezogenen Brustwarzen oder schmerzenden Brüsten als besonderem Kennzeichen.
Äußerer Hals und RückenAbmagerung am Hals. Schmerz vom Kreuz aus den Samenstrang herab; nach der Ejakulation. Rückenschmerzen zugleich mit Bauchweh.
ExtremitätenSchneidender Schmerz unter den Nägeln. Tiefe Schrunden an den Fingern und Zehen, besonders seitlich. An den Fingerspitzen umlaufende Ulzerationen. [Schmerz der Fingerspitzen, als wäre ein Geschwür unter der Haut oder wie wenn Salz in eine Wunde kommt.] Affektionen jeder Art, die ihren Ort in der rechten unteren Gliedmaße haben.
Haut„Magerkeit und schrumpfige Haut“; fleckig und verhärtet. Juckende Stellen, mit Abschuppung. Eiter, der alle Stellen reizt und entzündet, mit denen er in Berührung kommt. Kupferausschläge. Ekchymosen, bei alten Leuten. Ödem. Wenn die [unter den Borken sich bildende] junge Haut Risse bekommt und brennt.
SchlafGähnen; Beschwerden, die von Gähnen begleitet werden.
FieberFröste, die in der Gegend des Blasenhalses beginnen und sich zum Rücken hin [und über den ganzen Oberkörper] verbreiten.
KomplementärMercurius; Sepia.
VerwandtCalcarea carbonica; Petroleum.

  • Sarsaparilla oder „Sassaparilla“ ist der Wurzelstock von Smilax regelii, einer Pflanze, die in der Karibik wächst (Jamaika, Haiti).

  • In Band 5 der Chronischen Krankheiten vereinigt Hahnemann seine eigene Prüfung aus der Reinen Arzneimittellehre mit einer Prüfung von Nenning aus der Reinen Arzneimittellehre von Hartlaub/Trinks. Einige Symptome von Hering und besonders Berridge, die in AE, Band 8, angeführt sind, haben ebenfalls in dieses Arzneibild Eingang gefunden.

Scilla maritima
AllgemeinesDie Meerzwiebel greift die serösen Membranen und Schleimhäute des Atmungs- und Verdauungstraktes an und wirkt zudem auf Nieren, Herz und Milz. Eine langsam wirkende Arznei, die auf jene Beschwerden passt, die erst nach mehreren Tagen ihren Gipfel erreichen. Exsudationen und profuse Sekretionen.11

11

Hahnemann hält es für sehr wahrscheinlich, dass Scilla sich bei „abzehrendem Harnfluss (Diabetes)“ und „übertriebener, allzu häufiger Schleimabsonderung in der Brust“ als heilsam erweisen werde.

Wassersucht; wenn Ausscheidung großer Harnmengen vorliegt.12

12

Hahnemann bemerkt in einer Fußnote, dass nur jene „Geschwulstkrankheiten“ mit Scilla zu heilen seien, deren Harnabgangssymptome mit den Primärsymptomen der Meerzwiebel übereinstimmten. Demnach wäre „großer Drang zum Harnen mit vielem Urinabgange, vorzüglich wasserhellem, wenigstens, wenn's auch nicht viel ist, wässerigem Harne“ ein wahlanzeigendes Symptom bei Wassersucht.

Ein Gluckern „wie Quellen“ [in Muskeln]. Herz-Harnwegs-Effekte.13

13

Clarke zitiert im Dictionary Boger, der mehrere Fälle aufzählt. Etwa: Angina pectoris, heftige Kontraktionen des Herzens, reichlicher Harnfluss, viel lockerer Schleim in Rachen und Luftröhre, unbestimmte, aber sehr starke Herzschmerzen. Oder: Pleuropneumonie mit stechenden Schmerzen in der linken Brustseite und häufigem Lassen kleiner Urinmengen unter Brennen.

„Seine Herzwirkung ist genau dieselbe wie die von Digitalis.“14

14

Diese nicht sehr homöopathisch erscheinende Bemerkung ist das Zitat eines gewissen Mitchell Bruce, das von Clarke im Dictionary angeführt wird, ohne weiter davon Gebrauch zu machen.

Gutes Folgemittel, wenn Digitalis nicht in der Lage ist, hydropische Zustände zu lindern.
SchlimmerFrühmorgens. Bewegung. Entblößung. Einatmen. Im Alter. Husten.
BesserRuhe. Aufsetzen. Auswurf, selbst einer noch so geringen Menge.
Geist und Gemüt„Ärgerlichkeit über Kleinigkeiten.“ Arbeitsscheu, Abneigung gegen geistige und körperliche Arbeit.
AugenDas linke Auge ist sichtbar kleiner als das rechte [das obere Lid des linken Auges ist wie geschwollen und hängt fühlbar etwas herab]. Kind reibt sich oft die Augen und das Gesicht, als ob es einen Juckreiz lindern wollte; bei Hirnaffektionen oder auch bei Masern. „Die Augen schienen einige Minuten lang in kühlem Wasser zu schwimmen.“ Tränen der Augen beim Husten. Starrer Blick und große, erweiterte Augen.
NaseHeftiges Niesen, mit scharfem, wund machendem Fließschnupfen. Niesen beim Husten. Die Nase läuft kräftig, am meisten morgens.
GesichtDas Kind reibt sich mit der Faust über das ganze Gesicht, während des Hustens. Lippen: zuckend; mit gelben Krusten überzogen; schwarz und aufgesprungen.
MundSchwarze Flecken an den Zähnen. Geschmack: widerlich süßer Geschmack aller Speisen, besonders des Fleisches und der Suppen; Brot schmeckt bitter.
MagenDurst auf kalte Getränke; kann aber wegen der Atemnot nur einzelne Schlucke trinken. Drücken wie ein Stein im Magen. Magenschmerzen, die besser im Liegen auf der linken Seite sind.
Abdomen„Es kollert und poltert ruckweise im Unterleib über der Schamgegend … welches nach dem Essen schnell und dauerhaft verging.“ Wehtun in den Hypochondrien. Schmerzhafte Erkrankungen der Milz. Stühle: dunkelbraun [oder schwarz]; „mit hervorsprudelnden Blähungen“; sehr übel riechend. Aszites, mit spärlicher Harnausscheidung.
HarnwegeHäufiger oder plötzlicher, eiliger Harndrang; scheidet viel Urin aus. Unwillkürliches Fortspritzen des Harns beim Husten. Blutiger Harn. Kotabgang beim Wasserlassen.
Männliche GenitalienPollutionen mit erotischen Gedanken.
AtemwegeHusten: hartnäckig und trocken mit röchelnder Atmung; den Schlaf störend; dabei Niesen, Schnupfen, Tränen der Augen, unwillkürliches Fortspritzen des Harns, oder auch unwillkürlicher Kotabgang, oder unerträgliches Hitzegefühl; „bis zum Brechwürgen“; erregt durch kalte Getränke, auch bei jedem Atemzug. Kind reibt sich Gesicht und Augen [mit den Fäusten], beim Husten. Husten schlimmer morgens und abends [morgens mit, abends ohne Auswurf]. Husten trocken, stets gefolgt von dem Drang, sich zu schneuzen. Auswurf: leicht sich lösend oder schwer heraufzubringen; besteht aus kleinen, runden Kügelchen, [die sehr schwer auszuwerfen sind]; widerlich süßlich schmeckend; weißlich oder rötlich gefärbt; übel riechend. Atemnot: mit Stechen in der Brust und krampfhaftem Zusammenziehen der Bauchmuskeln. Bei Asthma kann er nur einzelne Schlucke trinken [trotz großen Durstes]; dabei Stechen in der (linken) Brustseite. Husten: mit Milzhypertrophie oder mit Schmerz in der Milzgegend. „Es gehört … zu den Eigentümlichkeiten der Scilla, dass die Periode des Hustens in der Morgenzeit, wo der Schleim, freilich mühsam, sich löset, den Kranken weit heftiger angreift, als die des Abends, wo er trocken ist.“ Pleuritis. Bronchopneumonie.
HerzStimuliert die Herztätigkeit. Puls klein und langsam; etwas hart. [Sehr kleiner, harter Puls, wie eine straffe Saite.]
RückenEin Gluckern, wie Quellen, unter den Schulterblättern.
ExtremitätenNägel werden spröde und splittern. Füße tun weh vom Stehen; empfindliche Füße bei Verkäuferinnen. Kalte Hände und Füße, während der übrige Körper warm ist.
HautKleine rote Flecke am ganzen Körper, mit fein stechendem Schmerz.
FieberHitze mit Abneigung gegen Entblößung. „Gänzlich Schweißmangel.“
KomplementärAntimonium crudum.
VerwandtArsenicum; Baryta carbonica; Nux vomica; Rhus toxicodendron; Silicea.

  • Die Meerzwiebel, heute als Urginea maritima in eine andere Gattung gestellt. Bei Hahnemann heißt sie auch „Squille“, und sowohl Allen als auch Hering haben sie unter „Squilla“ ins Alphabet eingeordnet. Benutzt wird die Zwiebel.

  • Prüfung: Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 3.

Scoparius
AllgemeinesEin Herztonikum, das auch auf die Nieren, das Rückenmark, die Muskeln und die linke Körperhälfte wirkt. Stärkt das Herz und senkt den Blutdruck. Unregelmäßige Herztätigkeit infolge von Grippe oder einer anderen Infektionskrankheit. Lindert die Hyperämie der Nieren und ermöglicht so, dass die Ausscheidungsfunktion in Gang kommt, wodurch das Herz entlastet wird. Schwer drückende Schmerzen.
SchlimmerDrehen auf die linke Seite.
BesserKühle Luft. Schnelle Bewegung. Blähungsabgang.
AbdomenEmpfindung, als wären Magen und Därme mit Steinen gefüllt, oder als bildeten sie eine einzige feste Masse. Flatulenz; mit viel Niedergeschlagenheit. Kolik, dann helle, scharfe, schäumende Stühle, gefolgt von Brennen im After.
HarnwegeSehr reichlicher, heller, schäumender Urin, dann Brennen im Schambereich.
HerzÄngstliche Beklemmung, der Schmerz strahlt zur linken Schulter und zum Hals aus. Herzklopfen, mit Blutandrang zum Kopf. Angina pectoris. Raucherherz.
ExtremitätenAbgestorbenheit des rechten Arms und der Finger.
HautBartflechte.
VerwandtPhosphorus.

  • Mit „Scoparius“ ist der Besenginster, Sarothamnus scoparius, gemeint.

  • Unter dem botanischen Synonym Spartium scoparium wird die Arznei in Boerickes Pocket Book aufgeführt, nicht aber bei Clarke, Allen oder Hering. In den Verzeichnissen von Bradford und Donner finden sich Verweise auf Prüfungen von Schier (Homeopathic Recorder, 14:216 und AHZ 135:161, 180) und Hinsdale (AHZ 1928, S. 212); den letzteren zitiert auch Boericke.

Secale cornutum
AllgemeinesEine Art pflanzlicher Nosode15

15

Es handelt sich tatsächlich um das Produkt einer Pflanzenkrankheit, nämlich um das durch den Pilzbefall mit Claviceps purpurea veränderte Korn des Roggens.

, das sog. Mutterkorn. Wirkt kontrahierend auf die Muskulatur der Blutgefäße und des Uterus; zersetzt das Blut; ruft Blutungen hervor, die dünnflüssig und wässrig, übel riechend und schwarz sind; anhaltende Sickerblutungen. Zuckungen; Krämpfe, mit gespreizten Fingern. Nagende Schmerzen und schmerzhafte Krämpfe: mit Steifheit; in einzelnen Teilen; nach den Wehen. Taubheitsempfindungen. Unerträgliches Kitzeln und Kribbeln, das im Gesicht, am Rücken, in den Gliedmaßen oder in den Fingerspitzen beginnen kann; bessert sich durch Reiben. Brenngefühl im ganzen Körper, auch mit Empfindung, als ob Feuerfunken auf die Teile fielen; Brennen hier und da; „Gefühl eines lebhaft brennenden Feuers.“ Absonderungen sind dunkel gefärbt, dünnflüssig, faulig stinkend, erschöpfend. Tetanische Krämpfe bei vollem Bewusstsein. Rapide Abmagerung: gelähmter Glieder; trotz großen Appetits und enormen Durstes. Kraftlosigkeit der willkürlich gesteuerten Muskulatur. Gefühl, als liefe man auf Samt. Kälte der Körperoberfläche, doch möchte nicht zugedeckt werden. Krampfhafte Zuckungen und Rucke in den gelähmten Gliedern. Neuralgie, die durch den Druck aufgetriebener Adern auf einen Nerv hervorgerufen wird. Varikosis. Thrombose. Lymphome, Lymphgefäßschwellungen. Abgestorbenheitsgefühl; in jedem beliebigen Körperteil. Gangrän: traumatogen; infolge Blutegel- oder Senfkuren; besser durch Kälteanwendung. Secale passt auf reizbare, plethorische Personen, oder auch auf dünne, magere, schwächliche Frauen von kachektischem Aussehen; auf hochbetagte, hinfällige Patienten. Petechien. Kleine Wunden bluten stark. „Alles scheint ihr lose zu sein und offen, ohne Tätigkeit“ [bei fehlenden oder schwachen Wehen, bei Sanduhrkontraktion des Uterus]. Verengung der Arteriolen. Chronische, scharf stechende neuralgische Schmerzen, die wie Feuer brennen, besser durch Wärmeanwendung. Paralyse: mit Verkrümmung der Glieder; der Untergliedmaßen; einer Körperhälfte; eines Arms oder eines Beins; mit Kribbeln, Taubheitsempfindung und Prickeln verbunden. Lähmungen nach Krämpfen. [Nach den Krämpfen entstehen Empfindungslosigkeit und Lähmung der von ihnen ergriffenen Teile.] Rastlosigkeit, extreme Erschöpfung und Hinfälligkeit. Kollaps.
SchlimmerWärme. Unmittelbar vor und während der Menstruation. Schwangerschaft. Säfteverlust. Bedeckung, Zudecken. Berührung. Essen. Sexuelle Ausschweifungen. Nach Abortus. Rauchen.
BesserKälte: kaltes Baden; Entblößung, Luftzufächeln. Schaukeln, Wiegen. Ausstrecken und Dehnen der gekrümmten Glieder. Zusammengekrümmte Lage im Bett. Nach dem Erbrechen.
Geist und GemütGeistesschwäche, die nach Krämpfen zurückbleibt; Gedächtnisschwäche nach erschöpfendem Geschlechtsverkehr. Raserei, mit Beißsucht oder Begierde, ins Wasser zu springen. Manische Angst; oder Depression aufgrund der Angst. Puerperale Manie: entblößt ihren Körper, reißt an den Geschlechtsteilen, führt einen Finger in die Vagina ein und kratzt, bis die Schamlippen bluten; jegliches Schamgefühl ist verschwunden. Lacht, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, scheint völlig außer sich.
KopfLeichtigkeits- oder Schweregefühl im Kopf, mit Ameisenkriechen in den Beinen. Dreht den Kopf hin und her. Haarausfall.
AugenFunken vor den Augen. Beginnender Alterskatarakt, besonders bei Frauen. Eingefallene Augen, von blauen Ringen umgeben. Lähmung der Oberlider; von Kohlendunstvergiftung. Unterdrückte Tränensekretion. Doppelt- oder Dreifachsehen. Blindheit. Diabetische Retinopathie.
OhrenSchwerhörigkeit, nach überstandener Cholera16

16

In Herings Guiding Symptoms heißt es hier „nach Chorea“ statt „nach Cholera“. In diesem Fall liegt der Fehler aber bei Herings Grundlagenwerk, richtig ist „nach Cholera“. Quelle der Indikation ist eine Beobachtung von Adler (aus der HVJ, Band 2, S. 90, zitiert in Rückerts Klinischen Erfahrungen, Band 1, S. 961).

zurückbleibend.
NaseNasenbluten: anhaltend, dunkles Blut; mit großer Erschöpfung verbunden; bei alten Leuten; bei Säufern; bei jungen Frauen.
GesichtVerzerrt, eingefallen, bleich und spitz. Wilde Augen. Kribbeln oder auch Zucken im Gesicht, das sich über den ganzen Körper ausbreitet. Trismus.
MundZunge: trocken, aufgesprungen, schwitzt tintenschwarzes Blut aus; steif, mit schmerzhaftem Kribbeln an der Zungenspitze; wie gelähmt, mit stammelnder, undeutlicher Sprache.
HalsSchmerzhaftes Kribbeln; heftiges Brennen im Hals. Postdiphtherische Lähmung.
MagenDurst; unstillbar. „Widernatürliche Esslust“, heftiger Heißhunger; verlangt nach sauren Dingen und Limonade. Erbrechen; dunkelbrauner, kaffeesatzartiger Flüssigkeit. Leeres, vergebliches Würgen. Brennen im Magen. Übelkeit, mit leichtem, ohne Anstrengung geschehendem Erbrechen. Hämatemesis.
AbdomenÜbermäßig aufgetrieben und beengt; möchte den Bauch entblößt haben. Leeregefühl im Unterbauch, oder auch ein Herabdrängen im Abdomen; muss zusammengekrümmt im Bett liegen. Stühle: gussweise, übel riechend; schmerzlos; wässrig, olivgrün; auch blutig; mit Kollaps; verbunden mit Eiseskälte [der Körperoberfläche] und dennoch Unerträglichkeit jeder Bedeckung. Gefühl, als wäre der After schlaff und stünde weit offen; Kot geht unwillkürlich ab. Zuckungen der Bauchmuskeln. „Zusammenziehen von Klumpen und Wülsten im Leibe.“17

17

Ein Symptom von Uterusbeschwerden. Es kann sich auf mangelnde Rückbildung des Uterus beziehen, auf Uterusvorfälle usw., aber auch auf „Hysterie“, d. h. ohne dass ein organischer Befund vorläge.

HarnwegeEnuresis alter Leute. Blutiger Urin; Urin mit käsigem Bodensatz. Urin: fehlend; hell und wässrig. Harnverhaltung, mit erfolglosem Harndrang.
Weibliche GenitalienMenstruation: unregelmäßig, stark, dunkel gefärbt; beständiges Heraussickern wässrigen, stinkenden Blutes, bis zur nächsten Periode. Untätigkeit des Uterus [besonders bei den Wehen], oder aber herabdrängende Schmerzen, verbunden mit Kälte des Körpers. Uteruskontraktur; Sanduhrkontraktion. Bräunlicher, übel riechender, anhaltender Ausfluss. Drohende Fehlgeburt; um den 3. Monat. Dunkle, übel riechende, auch grün gefärbte Lochien. Von der Plazenta ausgehende Sepsis. Metritis. Gangräneszierung weiblicher Organe [Myometrium, Scheidenschleimhaut]. Starke Nachwehen. Ausbleiben der Milch, mit Stechen in den Brüsten. Nie mehr ganz erholt seit einer Fehlgeburt. Hitze- oder Kältegefühl der Vagina. Kindbettfieber. Uterusprolaps nach Zangengeburt.
AtemwegeSchmerzen durch die ganze Brust, bei Druck auf die Wirbelsäule. Brennen in den Lungen.
HerzHerzklopfen nach sexuellen Exzessen; bei Männern. Aussetzender Puls.
Äußerer Hals und RückenKribbeln im Rücken, das sich bis zu den Fingern und Zehen ausbreitet. [Empfindlichkeit der Dornfortsätze der unteren Hals- und oberen Brustwirbel]; Druck auf den erkrankten Wirbelsäulenabschnitt erregt sowohl dort als auch durch die ganze Brust hindurch Schmerzen. Myelitis.
ExtremitätenKälte der Glieder. Bläulich verfärbte Finger und Zehen. Schmerzhafte Krämpfe in den Händen, den Unterschenkeln und den Füßen. Finger gespreizt, rückwärts gebogen oder krampfhaft in die Hand eingezogen; runzelig aussehend, wie in Wasser eingeweicht. Pelzigkeitsgefühl der Finger; bei Rauchern. Wadenkrämpfe. Zitternder, taumelnder oder schlurfender Gang, als würden die Füße nachgeschleppt. Zehen krampfhaft hochgezogen [was zu einem eigentümlich hinkenden Gang führt]. Lokomotorische Ataxie. Paraplegie. Hände und Füße kalt und trocken, bei Rauchern.
HautFurunkel, die grünen Eiter enthalten und nur langsam reifen. Blutblasen. Kalte, trockene Haut, runzelig, auch zyanotisch gefärbt; besonders über dem leidenden Teil. [Die Glieder wurden ganz kalt, blass und runzelig, als wenn sie lange in heißem Wasser gelegen hätten.] Raynaud-Krankheit. Ödem der Neugeborenen. Geschwüre: mit fauliger Absonderung, schmerzlos; Ulcera varicosa. Zuckungen oder Hüpfen in der Haut. [Ein Hüpfen oder eine zitternde Bewegung einzelner Muskelfasern und ganzer Muskeln.] Ameisenlaufen unter der Haut.
SchlafSchlaflosigkeit von Drogen- und Alkoholabhängigen. Tiefer, lethargischer Schlaf.
FieberInneres Brennen, mit äußerer Eiseskälte, aber mag sich nicht zudecken lassen, vor allem nicht am Bauch. „Empfindung von Brennen, als wenn Feuerfunken auf die Teile fielen.“ Erysipel. Kalter Schweiß; oder auch stinkender [Fuß-]Schweiß, der Strümpfe und Schuhe anfrisst.
KomplementärArsenicum; Thuja.
VerwandtChina; Mercurius; Nux moschata; Pulsatilla; Ustilago.

  • Mutterkorn. Die schwarzen hornartigen Sporen (cornu = Horn), in die das Korn des Roggens (Secale cereale) verwandelt wird, wenn es von dem Mutterkornpilz Claviceps purpurea befallen ist.

  • Die meisten Symptome stammen von toxischen Dosen bei Vergiftungen mit dem Mutterkorn (die sog. „Kriebelkrankheit“, St.-Antonius-Feuer, Ergotismus). Eine umfassende Sammlung aus 80 Quellen, die den größten Teil des homöopathischen Symptomenvorrats liefert, hat Trinks in Band 2 der Annalen der homöopathischen Klinik erstellt. Allen fügt eine große Zahl weiterer Vergiftungssymptome an (AE, Band 9).

Selenium
AllgemeinesDieses Element findet sich in der Natur assoziiert mit Schwefel und Tellur; es ist ein dauerhafter Bestandteil der Knochen und der Zähne. Es hat ausgeprägte Wirkungen auf die Nerven des Urogenitalsystems und auf den (linken) Supraorbitalnerv; auch Kehlkopf und Leber werden angegriffen. Der Patient neigt zu Schwächezuständen infolge von Erhitzung oder heißem Wetter; schon geringfügige geistige oder körperliche Anstrengung macht ihn schläfrig. Schwächezustände nach erschöpfenden, zehrenden Krankheiten; nach Fiebern. Senilität, auch vorzeitige. Abmagerung: einzelner Teile; besonders im Gesicht, an den Händen und Schenkeln usw. Klopfen der Adern durch den ganzen Körper, besonders im Bauch gefühlt; schlimmer nach dem Essen. Schmerzhafte Krämpfe; dann Steifheit. Beißen in der Haut; hie und da. Üble Folgen von Saufgelagen, Tee, Zucker, Salz, Limonade, Säfteverlust, Überarbeitung beim Lernen. Allgemein Beschwerden, die mit Abgang von Sperma verbunden sind, insbesondere beim Pressen zum Stuhl.
SchlimmerHeiße Tage. Schlafmangel; Nachtwachen. Berührung. Nach dem Schlafen. Singen. Zugluft, selbst warme. Nach dem Stuhlgang. Koitus. Wein.
BesserNach Sonnenuntergang. Einatmen kühler Luft. Trinken kalten Wassers.
Geist und GemütGänzliche Unfähigkeit zu jeder Arbeit; [obwohl er immer wieder beginnt, muss er doch stets bald wieder ablassen.] „Sehr vergeßlich, besonders in Geschäften, aber wenn er im halben Schlafe liegt, fällt ihm alles wieder ein.“ Schwatzhaftigkeit, wenn er aufgeregt ist; stottert, verspricht sich, kann manche Wörter beinahe gar nicht aussprechen. Traurigkeit. Verstehen und Auffassung erschwert. „Geile Gedanken, bei Impotenz.“ Versteht nicht, was er hört oder liest. Abneigung gegen jeden Luftzug, ob von warmer, kalter oder feuchter Luft. Bildet sich ein, dass es zieht. Scheu vor Gesellschaft.
KopfKopfweh über dem linken Auge, erregt durch Gehen in der Sonne und starke Gerüche wie Moschus oder Rosenduft, auch durch Teetrinken; mit vermehrter Harnausscheidung. Nervöse Kopfschmerzen. Gefühl, als wäre die Kopfhaut fest zusammengezogen. Ausgehen der Haare; auch der Augenbrauen, des Bartes, der Schamhaare. Möchte nicht, dass man seine Haare berührt. Schmerz in der Kopfhaut, als würden die Haare ausgerissen.
OhrenSchwerhörigkeit infolge von verhärtetem Ohrenschmalz.
NaseSchnupfen, der in Durchfall endet. Neigung, in der Nase zu bohren. Verstopfte Nase; chronischer Stockschnupfen. Nase voller dicken, eiweißartigen Schleims.
GesichtAbgemagert. Mitesser. Fettig glänzende Gesichtshaut.
MundZahnweh: vom Teetrinken; mit einem Kältegefühl [bis in die Wange]; frische Luft und kaltes Wasser, in den Mund genommen, erleichtern. Süßlicher Mundgeschmack.
MagenDurstlos. Verlangen nach Reizmitteln, Branntwein, Tee usw. Unwiderstehliches Verlangen, sich zu betrinken. Abneigung gegen salziges Essen.
AbdomenChronische Leberaffektionen. Hypertrophie der Leber, mit stechendem Schmerz, schlimmer durch Einatmen, und mit einem feinen Frieselausschlag in der Lebergegend. „Nach dem Essen abgespannt, Hang zum Liegen, ohne schlafen zu können, wegen Klopfen der Adern durch den ganzen Körper, besonders fühlt er den Aderschlag im Bauche.“ Stühle: sehr groß, so hart, angehäuft und gestaut, dass sie nur mit mechanischer Hilfe entfernt werden können. „Faden, wie Haare, im Stuhl.“
HarnwegeUnwillkürliches Harntröpfeln: im Gehen; nach dem Wasserlassen; nach dem Stuhlgang. Grober Sand im Urin. Empfindung an der Spitze der Harnröhre, als drängte sich da ein beißender Tropfen heraus.
Männliche Genitalien„Geile Gedanken bei Impotenz.“ Selen steigert das Verlangen, aber schwächt die Potenz. Tropfenweiser Abgang von Sperma im Schlaf. Sperma geht leicht oder verfrüht ab: beim Koitus, mit unvollkommener Erektion, aber lang anhaltendem Orgasmus; beim Stuhlgang. Das Sperma ist sehr dünn, wässrig und geruchlos. Chronischer Nachtripper. Aussickern von Prostatasekret: im Schlaf, im Sitzen, im Gehen und beim Stuhlgang. Hydrozele.
Weibliche GenitalienStarke Menstruationsblutung, von dunkler Farbe. Klopfen der Adern im Bauch während der Schwangerschaft, besonders nach dem Essen.
AtemwegeHeisere Stimme: beim Ansetzen zum Singen, beim Sprechen oder Lautlesen; bei jeder Erkältung wird die Stimme angegriffen. Rasselnde Stimme. Knötchen auf den Stimmbändern. Ausräuspern durchsichtigen Schleims; morgens. Häufig genötigt, sich zu räuspern; Sänger. Häufiges Tiefatmen. Kehlkopftuberkulose. Trockenes Hüsteln, schlimmer morgens. Wirft Schleimklümpchen mit Blut aus. Schwächegefühl in der Brust.
Äußerer Hals und RückenSchwäche des Rückens bis fast zur Lähmung, nachdem eine Krankheit18

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Kent und Clarke nennen als Beispiel für eine solche „temporäre Krankheit“ den Typhus.

überstanden ist. Halslymphknoten groß und hart. Lähmungsartiger Schmerz im Kreuz, besser durch Liegen auf dem Bauch.
ExtremitätenAbmagerung an den Händen; den Schenkeln. Plötzlicher (linksseitiger) Ischiasschmerz, danach bleibt Schmerzhaftigkeit wie wund zurück.
HautJucken um die Fußknöchel und im Bereich von Hautfalten. Fettige Haut. Aufgekratzte Stellen, die anhaltend nässen. Brennende Hitze an einzelnen Stellen. Krustenbildende Ausschläge auf den Handtellern. Schuppenflechte der Handflächen. Akne.
SchlafHang zum Liegen, ohne schlafen zu können, wegen Klopfen der Adern durch ganzen Körper, besonders im Bauch. Sehr zeitiges Erwachen, und immer zu derselben Stunde, [geht er auch noch so spät schlafen].
FieberSchweiß: reichlich; gelb, hinterlässt eine salzige Ablagerung; macht steife Flecken in der Wäsche, macht die Haare steif wie Draht; Schweiß am schlimmsten im Genitalbereich.
VerwandtCalcarea carbonica; Mercurius; Natrium muriaticum; Nux vomica; Sepia; Sulfur.

  • Das Element Selen.

  • Prüfung von Hering in AfH, dazu ein Fragment von Schréter in NAfH. In AE, Band 8, erscheint Herings Prüfung um einige, besonders toxikologische Symptome erweitert und (von Hering selbst) korrigiert.

Senecio
AllgemeinesIn der Praxis der eklektischen Schule wird diese Pflanze als Mittel zur Regulierung des weiblichen Zyklus betrachtet; entsprechend hat sie eine ausgeprägte Wirkung auf die weiblichen Genitalien und auch auf die Harnwege, besonders die Blase. Störungen der Schleimdrüsen, die zu katarrhalischen Zuständen der Schleimhäute führen, besonders der Vagina, der Blase und der Atemwege. Reaktionsmangel im Urogenitalsystem. Schwächende Absonderungen; vikariierende Absonderungen. Engegefühl in der Nase, im Hals usw. Muskeln ziehen sich zu Knoten zusammen. Globus hystericus. Üble Folgen von: ausbleibender oder verspäteter Menstruationsblutung; Verletzungen. Nervöse, bleiche, schwächliche und schlaflose, hysterische Frauen. Blutungsneigung: [aus dem Uterus, aber auch] aus anderen Organen, besonders, wenn die Monatsblutung ausbleibt oder verspätet eintritt. Hydrops, nach Blutungen.19

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Wohl nach Kent, der in den Lectures folgende Indikation angibt: „Diese anämischen, bleichsüchtigen Mädchen mit wächsernem Teint, die ihre Monatsblutung verloren haben, bekommen Ödeme nach langsamen Blutungen aus Uterus, Nieren und Blase.“

SchlimmerPubertät. Sexuelle Erregung. Feuchtigkeit. Kalte frische Luft. Sitzen; braucht Bewegung (Gemütssymptome).
Besser[Mit Eintritt oder Wiederkommen der] Menstruation.
Geist und GemütSehr reizbar, jammert und klagt. Unfähig, sich auf irgendeinen Gegenstand zu konzentrieren. Selbstbezogen, egozentrisch. Euphorisch und deprimiert im Wechsel.
KopfSchwindelgefühl, das wie eine Woge vom Hinterkopf zum Vorderkopf empfunden wird. Scharf stechender Schmerz über dem linken Auge und durch die linke Schläfe. Kopfweh, das einer Leukorrhö oder Blasenreizung vorausgeht.
AugenTränen, die Jucken hervorrufen.
OhrenJucken in der Eustachischen Röhre.
NaseBrennen in den Nasenlöchern; Niesen, mit Brennen in der Nase. Engegefühl in der Nase. Nasenbluten oder Katarrh vertreten die Stelle der Menstruation, wenn diese aus irgendeinem Grund ausbleibt. Schnupfen, mit Nasenbluten.
GesichtZucken um den Mund.
HalsGefühl wie trocken und eng, möchte diese Empfindung durch Schlucken lindern; selbst in Fällen, in denen das Schlucken schmerzhaft ist.
MagenAbneigung gegen alle Speisen, selbst Süßigkeiten und Kaffee, die sie sonst sehr gern mochte. Übelkeit und Erbrechen, durch Nierenfunktionsstörung bedingt. Gefühl einer Kugel, die vom Magen in den Hals aufsteigt [Globus hystericus].
AbdomenBauchschmerz, der sein Zentrum in der Nabelgegend zu haben scheint und sich in alle Richtungen ausbreitet; durch Stuhlgang oder Zusammenkrümmen gebessert. Aszites, bei Ausbleiben der Monatsblutung. Stühle: dünn, wässrig, vermischt mit harten Kotballen; oder auch dünn, dunkel gefärbt, Blut enthaltend, mit Tenesmus.
HarnwegeUnangenehmes Hitzegefühl am Blasenhals; beständiger Harndrang mit Nierenschmerzen. Urin: blutig; sehr heiß und brennend, auch mit viel schleimigem Bodensatz. (Rechtsseitige) Nierenkolik. Nephritis. Dysurie, bei Frauen, die unter Dysmenorrhö oder Lageanomalien des Uterus leiden, oder bei Kindern mit Kopfweh.
Männliche GenitalienWollüstige Träume; mit Pollutionen. Prostata vergrößert, beim Betasten hart und merklich geschwollen.
Weibliche GenitalienFunktionelle Amenorrhö junger Mädchen mit Rückenschmerzen. Menstruation: verspätet oder ausbleibend, mit Begleitsymptomen wie Hydrops, Husten, Rückenschmerzen usw. Starker Schleimausfluss aus der Vagina. Sexuelle Reizung, Vagina voller Schleim, Schamlippen angeschwollen, Jucken und Brennen. Schmerzen von den Eierstöcken bis zu den Brüsten. Ausfluss: dick, gelb, reichlich, läuft an den Oberschenkeln hinunter. Empfindungen, als ob die Monatsblutung nun kommen sollte [aber das geschieht nicht; nervös, erregbar, schlaflos]. Brennen in der linken Brustwarze. Menorrhagie, starke Blutung, die so lange anhält, bis die Patientin anämisch wird. Dysmenorrhö; nach Abortus.
AtemwegeKitzelhusten, Husten mit blutgestreiftem Sputum, Hämoptyse; bei Ausbleiben der Monatsblutung. Lösender Husten mit reichlichem Schleimauswurf und mühsamer Atmung.
Äußerer Hals und RückenLumbago, als sollte der Rücken brechen; mit Amenorrhö. Nierenkrankheiten.
ExtremitätenWandernde rheumatische Schmerzen; periodisch auftretend. Kalte Füße im Bett. Spröde Nägel.
HautTrocken.
SchlafViele Träume; auch erotische Träume. Schlaflose Frauen mit Uterusbeschwerden; mit Amenorrhö. Schläfrigkeit tagsüber.
FieberFebris hectica, mit Appetitlosigkeit und Abmagerung.
VerwandtPulsatilla; Sepia.

  • Senecio aureus, das Gold-Greiskraut.

  • Prüfungen von Small und Jones; Prüfungssymptome gesammelt bei Hale (New Remedies), in Band 8 von AE und in Clarkes Dictionary.

Senega
AllgemeinesDiese auch als Schlangenwurzel bekannte Arzneipflanze greift die Schleimhäute an und ruft katarrhalische Symptome hervor, besonders an den Schleimhäuten der Atemwege und der Harnblase. Auch die Augen, die serösen Häute der Brust, die Muskeln und die linke Körperhälfte sind betroffen. Passt auf plethorische oder zur Fettleibigkeit neigende Personen; auf hoch gewachsene, schlanke, lebhafte und heitere Frauen20

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Clarke zitiert in seinem Dictionary Teste, von dem diese Angabe stammt: „Schlanke, hoch gewachsene Frauen; sie sind dünn, haben sich aber dennoch ein Gutteil Heiterkeit und moralische Kraft bewahrt.“

; auf alte Leute; auf dicke, pausbäckige Kinder. Parese-Zustände, besonders Lähmungserscheinungen der Augenmuskeln, überhaupt deutlich umrissene Augensymptome. Wenn nach einem Katarrh in den Brustwänden schmerzende Stellen zurückbleiben. Schwäche, die von der Brust auszugehen scheint. Ohnmacht ähnlicher Zustand, beim Gehen im Freien. Brennen in den Luftwegen. Erschlaffung der Gewebe. Reichliche [Schleim-]Absonderungen, die wie klares Eiweiß aussehen. Üble Folgen von: Bissen giftiger Tiere; Verrenkungen. Subjektive Empfindung von Zittern, ohne sichtbares Zittern.
SchlimmerLuft: eingeatmete frische Luft; kalte Luft; Wind. Berührung. Druck. Ruhe. Wenn man scharf auf etwas hinsieht. Gehen im Freien (Atemnot, Husten). Reiben.
BesserRückwärtsbeugen des Kopfes (Visus). Schwitzen. Gehen im Freien (Schmerzen).
Geist und GemütAngstgefühl; mit beschleunigter Atmung. Leicht beleidigt.
KopfPressender, berstender Schmerz in der Stirn, bis in die Augen; besser an kühler frischer Luft.
AugenGefühl, als wären die Augäpfel ausgedehnt, oder als wären sie Eisbälle. [Beim Bücken Drücken in den Augen, als ob eine Flüssigkeit in die Augäpfel dringe und sie ausdehne.] Beim scharfen oder lange anhaltenden Sehen auf einen Gegenstand, Zittern desselben und Tränen der Augen; auch beim Lesen. „Die Gegenstände erscheinen wie beschattet.“ Tränen der Augen, Lidptosis und Doppeltsehen, alles besser beim hintenüber Beugen21

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In der Prüfung wird vom „Rückwärtsdrehen“ gesprochen, womit aber sicherlich hintenüber Beugen gemeint ist.

des Kopfes. Blepharitis, die Lider sind trocken und verkrustet [und die Wimpern hängen voll hartem Schleim]. Lähmung des N. oculomotorius. Befördert die Resorption von Linsenfragmenten nach Augenoperationen. Flimmern vor den Augen, was zum öfteren Wischen derselben nötigt. Glaskörpertrübung. Iritis. Hornhautflecken. Stiche im (rechten) Auge, beim Husten.
Ohren„Beim Kauen eine schmerzhaft drückende Empfindung im [rechten] Ohre.“
NaseSo lang anhaltendes und so heftiges Niesen, dass der Kopf ganz schwer und duselig wird. Gefühl, als wäre Pfeffer in den Nasenlöchern.
GesichtLähmung der linken Gesichtshälfte. Bläschen an den Lippen und am Mundwinkel, von brennender Empfindung.
MundTrockenheit und Kratzen im Mund, das Sprechen erschwerend22

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Bei diesem Symptom und den entsprechenden Hals- und Atemwegssymptomen gibt Phatak jedes Mal „< talking“ an, was genau genommen „Sprechen verschlimmert“ heißen sollte. Aus der Prüfung geht jedoch hervor, dass dies als „das Sprechen erschwerend“ zu verstehen ist.

. Mundgeschmack: metallisch; „urinartig“.
HalsTrockenheit und Kratzen im Hals, das Sprechen erschwerend. Zäher Schleim im Kehlkopf nötigt zu öfterem Räuspern, wodurch kleine Klümpchen davon ausgeleert werden.
MagenEkel, Übelkeit, Neigung zum Erbrechen.
HarnwegeUrin: schaumig aussehend [„wie Seifenblasen“]; scharf; Harnmenge vermehrt oder vermindert; mit Schleimfäden vermischt. Brennen in der Harnröhre vor und nach dem Wasserlassen.
AtemwegeTrockenheit und Kratzen auf der Brust, das Sprechen erschwerend. Heisere, unsichere Stimme, schlimmer durch Sprechen und durch Pollutionen; plötzliche Heiserkeit beim Lautlesen. Husten: unaufhörlich, erstickend, heftig, erschütternd, mit Würgen; in Niesen endend; schlimmer beim Liegen auf der rechten23

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Bönninghausen gibt in seinem Keuchhusten-Buch im Gegenteil Verschlimmerung beim Liegen auf der linken Seite an. In den Prüfungen werden hingegen Verschlimmerungen von Brustschmerzen beim Liegen auf der rechten Seite beschrieben.

Seite oder am Abend. Lockeres Rasseln auf der Brust; reichlich klares Sputum, das jedoch zäh ist und [kaum oder nicht ausgeworfen werden kann, sondern] wieder zurückrutscht. Auswurf durchsichtig, wie Eiweiß aussehend, oder auch zuweilen mit Blut vermischt. Brustschmerzen: Wundheitsschmerz in der Brust; durch Husten, äußeren Druck, Niesen oder Bewegungen der Arme erhöht; an kleinen Stellen; wie zerschlagen; herumziehende Schmerzen in der Brust; Schmerz beim Bücken. Gefühl eines zermalmenden Gewichts auf der Brust, oder Schwächegefühl, das von der Brust ausgeht; der Brustkasten scheint zu eng zu sein. Pleuraerguss. Hydrothorax. Brennen in der Brust vor oder nach dem Husten. Asthmatische Bronchitis alter Leute, in Verbindung mit chronischer Nierenentzündung; Emphysembronchitis. Stimmbänder partiell gelähmt. Pleuropneumonie.
VerwandtCalcarea carbonica; Causticum; Hepar sulfuris; Lycopodium; Phosphorus; Sulfur.

  • Die Wurzel von Polygala senega, einem nordamerikanischen Kreuzblumengewächs. „Senegawurzel“, Klapperschlangenwurzel.

  • Prüfung von Seidel; dessen ausführlicher Bericht in AfH und in Stapfs Beiträgen zur Reinen Arzneimittellehre bildet die Grundlage des Arzneibilds.

Sepia
AllgemeinesDie Tinte des Tintenfischs, auch als ‚Indische Tinte‘ bekannt, gilt in erster Linie als Frauenmittel, obwohl die ersten Sepia-Symptome von Hahnemann bei einer unabsichtlichen Prüfung durch einen männlichen Künstler entdeckt wurden [der mit Sepiafarbe malte und öfters den Pinsel in den Mund nahm]. Sepia wirkt auf das venöse System, insbesondere im Bereich des weiblichen Beckens, im Pfortaderkreislauf und im Verdauungstrakt. Venöse Stase und infolge dessen Enteroptose sind ausgeprägte Merkmale. Passt auf junge Menschen beiderlei Geschlechts, von nervöser, zarter Konstitution, die eine Disposition zu sexueller Erregung haben oder auch von sexuellen Ausschweifungen erschöpft sind; auf Kinder, die sich leicht erkälten, wenn das Wetter umschlägt; auf plethorische Frauen mit schlaffen Geweben; auf schwächliche, dickbäuchige Mütter mit gelber Haut. Beschwerden von Schwangeren. Frauen, deren Gesundheit durch Überarbeitung, Säfteverlust24

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Gemeint ist z. B. eine Schwächung durch das Stillen, etwa von Zwillingen, wie Kent ausführt.

oder zuviel Sex zerrüttet ist und die zu Uterusvorfällen und anderen Beschwerden des Uterus neigen. Symptome, die sich im Rücken, in der Ileozäkalregion, in den Eierstöcken usw. festsetzen; die nach oben ziehen, besonders Kopfschmerzen „nach oben hinaus“. [Aber:] Abwärtsdrängen in der Beckengegend. „Schauder bei den Schmerzen.“ Plötzliche Erschöpfung. Schwäche- und Leeregefühl, auch wie hohl, im Oberbauch, in der Brust, in den Muskeln, in der Lendenwirbelsäule, in den Hüften, den Knien usw.; oder auch Vollheitsgefühle. Seltsame Empfindungen wie von einem Klumpen [etwa im After] oder von innerlichem Herumkollern, Winden, Umdrehen. Heftige Blutwallungen mit Pulsieren durch den ganzen Körper. Anfälle von Unruhe und hysterischen Krämpfen. Klonische, tonische oder kataleptische Krampfzustände. Ein kurzer Spaziergang ermüdet sehr. Zuckungen in den Muskeln. Brennende Schmerzen an verschiedenen Körperteilen. Blutungen. Milchige Absonderungen [Erbrechen oder Aufstoßen, Ausfluss usw.]. Ohnmachtsanfälle. Zappelig. Abortneigung; im 5.–7. Schwangerschaftsmonat. Tuberkulosepatientinnen mit chronischen Leberbeschwerden und Reflexsymptomen von Uterusproblemen. Friert selbst im warmen Zimmer. Üble Folgen von: Zorn und Ärger; Schlag, Verletzung; Verheben, Sturz, Erschütterung; Nasswerden, Wäschewaschen; Trinken abgekochter Milch; Genuss von fettem Fleisch und Schweinefleisch; Tabak. Fällt in Ohnmacht beim Knien in der Kirche. Krankheitszustände, die sich hinschleppen. Warzenartige Auswüchse. Atrophie der Kinder, Gesicht sieht aus wie das eines alten Mannes, dicker Bauch und trockene schlaffe Haut. Rheumatismus: chronische Fälle, oder hartnäckige Überbleibsel eines akuten Rheumatismus.
SchlimmerKälte: kalte Luft; Nordwind; von Schnee erfüllte Luft; Schneefall, nasse Kälte. Sexuelle Ausschweifungen. Vor der Menstruation. Schwangerschaft. Fehlgeburt. Morgens und abends. Nach dem ersten Schlaf. Beim Einschlafen. Sitzen und Stehen. Knien. Erschütterung. Bücken. Koitus. Vor Gewitter.25

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Beim Gewitter selbst hellt sich die Stimmung auf: „Schwüle Gewitterluft beengt ihn und er wird heiter, wenn es blitzt und donnert.“

Berührung. Steigen. Reiben. Heben. Kratzen. Wäschewaschen.
BesserKräftige Bewegung. Wärme; Bettwärme. Druck. Lokale Wärmeanwendung. Übereinanderschlagen oder Anziehen der Beine. Nach Schlaf. Kalte Getränke; kaltes Bad; im Freien.
Geist und GemütZornig; empfindlich; reizbar; leicht gekränkt. „Es war ihm, als könne er ein so elendes Dasein nicht länger ertragen.“ Möchte sich umbringen. So nervös, dass sie das Gefühl hat, schreien zu müssen, wenn sie sich nicht an etwas festhält. Sagt und tut seltsame Dinge; niemand weiß, was sie als nächstes tun wird. Angst mit Furcht; vor Kleinigkeiten. Abneigung: gegen die eigene Familie; gegen die Leute, die sie am meisten liebt; gegen Mitleid; gegen Gesellschaft, hat aber trotzdem Angst, allein zu sein. „Scheu gegen sein Geschäft“, Aversion gegen die gewöhnlich ausgeübte Beschäftigung; Lebensüberdruss. Erstickte, unterdrückte Gefühle.26

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Vgl. das Prüfungssymptom „Grämliches Gemüt, wie nach heimlichem Ärger.“

Schwaches Gedächtnis. Verschreibt sich, macht Fehler beim Lesen. Traurig. Reizbarkeit, abwechselnd mit Gleichgültigkeit oder Schmollen. Traurig über ihren Gesundheitszustand, auch über ihr häusliches Leben. Ständig besorgt und bekümmert, mit Weinen über ihre wirklichen oder eingebildeten Leiden. Denkt immer an Sex. Weint beim Erzählen ihrer Symptome. Geizig [mit Furcht vor Armut]. Stupide, „wie dumm im Kopfe“; möchte allem entfliehen. [Träger Geist.] Gleichgültig, teilnahmslos, apathisch. Findet Vergnügen daran, andere zu hänseln. Fühlt sich ohne Veranlassung unglücklich. Sitzt still da und antwortet nur mit Ja oder Nein. Frauen, die Männer hassen; Männer, die Frauen hassen. Nervenzusammenbrüche mit Weinkrämpfen.
KopfSchwindelanfälle, schlimmer beim Gehen im Freien und durch die geringste Bewegung der Arme; auch mit einem Gefühl, als ob etwas im Kopf herumkollerte. Kopfweh: schießende, stechende Schmerzen; von innen nach außen [„wie von innen herauspressend“] oder nach oben [„will oben hinaus“]; über dem linken Auge; mit Schweregefühl auf dem Scheitel; bald auf der einen, bald auf der anderen Seite des Hinterkopfes; schlimmer im Haus [und besser beim Gehen im Freien]; schlimmer [besser?]27

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Dafür konnte ich keinen Beleg finden, wohl aber für eine Besserung durch Liegen auf der schmerzhaften Seite (und durch Druck). Hering gibt in den Guiding Symptoms an: „Migräneanfälle, mit Übelkeit und Erbrechen; schlimmer im Haus …; besser im Freien und beim Liegen auf der schmerzhaften Seite.“

beim Liegen auf der schmerzhaften Seite; mit Übelkeit und Erbrechen. Kopfweh in furchtbaren Schockwellen zur Zeit der Periode; mit spärlicher Monatsblutung; mit Verlangen nach Beischlaf. Vorwärts- und Rückwärtszucken des Kopfs, unwillkürlich; bei Kindern mit offenen Fontanellen; hysterische oder durch Schmerz erregte Zuckungen. Haarausfall: als Folgeerscheinung chronischer Kopfschmerzen; im Klimakterium. Haarwurzeln empfindlich beim Kämmen. Pickel auf der Stirn, den Haaransatz entlang. Kälte- und Druckgefühl oben auf dem Scheitel. Migräne. Gelbsucht, mit Kopfweh. Kopfschmerz nötigt zum Schreien. Kopfschmerzen schlimmer beim Einkaufengehen28

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„Jedesmal wenn sie einkaufen geht, bekommt sie schlimme nervöse Kopfschmerzen“ (Hering).

und durch geistige Anstrengung, besser nach den Mahlzeiten.
AugenHerabhängende Oberlider. Vor den Augen: schwarze Flecken, „Flor“, schwarze Punkte, Feuerfunken, Lichtblitze, „feuriger Zickzack“, feurige Streifen; dann Kollaps. Lider: rot und juckend; gutartige oder bösartige Tumoren der Lider; Epitheliom. Schwarzwerden vor den Augen während der Menstruation, bei großer Schwäche, die im Liegen vergeht. Schwächung der Sehkraft: in Verbindung mit sexuellen Ausschweifungen, Masturbation oder Uterusproblemen. Kann die Lichtreflexe von glänzenden Gegenständen nicht ertragen. Sepia unterbindet das Fortschreiten des Katarakts bei Frauen. „Kopfweh, als sollten die Augen herausfallen.“ Augen[lider] rot, mit Gerstenkörnern.
Ohren„Flechten: am Ohrläppchen; hinter dem Ohre und im Nacken.“ Überempfindlich gegen Geräusche, besonders gegen Musik. Plötzliche [kurze] Taubheit der Ohren, wie von einem Pflock darin. Otorrhö: dicker, gelber Eiter; übel riechend. Geschwulst des äußeren Ohrs, und Hautausschläge dort.
NaseGroße Empfindlichkeit gegen Gerüche, die Ekel erregen, insbesondere Kochgerüche. In der Nasenwurzel Druckschmerz. Bräunlicher oder gelber Streifen liegt sattelförmig über der Nase. Dickes, grünliches Nasensekret; dicke, übel riechende Pfropfen und Krusten in der Nase. Große Schleimklumpen, die durch die Choanen in den Rachen kommen und dann durch den Mund ausgeräuspert werden müssen. Nasenbluten: nach dem geringsten Schlag oder Stoß auf die Nase; während der Menstruation; während der Schwangerschaft; mit Hämorrhoiden. Ozäna. Erkältungen, die aus dem Hals aufsteigen. [„Heiserkeit, Katarrh verwandelt sich in Schnupfen.“] Schmerz im Hinterkopf mit Ziehen in Armen und Beinen während der Erkältung.
GesichtWechselt die Farbe. Dunkle Ringe unter den Augen. Chloasma. Akne, schlimmer vor der Periode. Wangenknochen taub. Geschwollene und aufgesprungene Unterlippe. Lippenkrebs, Epitheliom [oder Basaliom]. Alt aussehendes, faltiges Gesicht, mit Flecken auf der Haut. Zucken der Gesichtsmuskeln beim Sprechen [bei Chorea]. Warzen im Gesicht.
MundZunge und Mundhöhle wie verbrannt. Mundgeschmack: käsig oder fischig, bitter, sauer, faulig, „garstig“. Morgendliches Ausräuspern fauliger oder käsig schmeckender Schleimklümpchen, „wie Hirsekörner“. Alles schmeckt zu salzig. Schmerzende Zähne, während der Schwangerschaft, während der Menstruation und bei Erkältungen, Zahnweh schlimmer beim Liegen. Zunge schmutzig belegt, während der Menstruation wird sie rein.
HalsPflockgefühl im Hals. Schmerz wie roh im Hals. Erkältungen im Hals, die in die Nase aufsteigen. Druck im Hals, als ob das Halstuch zu eng wäre. Räuspert fauligen Schleim in Klümpchen aus, morgens.
MagenÜbelkeit: schon beim Gedanken an Essen oder bei Essensgerüchen; morgens [nüchtern]; beim Gedanken an Geschlechtsverkehr. Erbrechen: nur von festen Speisen; einer milchigen Flüssigkeit [obwohl sie keine Milch getrunken hatte]; während der Schwangerschaft; morgens. Brechreiz beim Mundausspülen. Verlangen: nach Essig, Saurem, Eingelegtem, Süßigkeiten. Ohnmachtartiges flaues Gefühl in der Magengegend, nicht gelindert durch Essen; oder es scheint dort etwas festzuliegen wie ein Klumpen. Brennen in der Magengrube. Abgekochte Milch bekommt nicht. Magenübersäuerung. Magenverstimmung von Zerrung beim Verheben; von Tabakkonsum. „Wilder Hunger“ oder kein Appetit; plötzliche Essbegierde, aber auch plötzlich satt. Anfälle von Winden und Raffen wie von etwas Lebendigem in der Magengrube, es war ihr, als käme etwas den Hals herauf. Magenbeschwerden oder -schmerzen, die durch Erbrechen noch verschlimmert werden. Aufstoßen: mit Hochkommen einer milchigen Flüssigkeit; sauer, bitter oder ranzig; Auswerfen zähen, schaumigen Schleims.
AbdomenSchmerz in der Gegend der Leber oder Gallenblase, schlimmer durch Bücken. Leber empfindlich und schmerzhaft, besser im Liegen auf der rechten Seite. Gefühl, als fielen die Eingeweide heraus, oder Empfindung eines schweren Herabdrängens im Unterbauch, besser, wenn sie die Organe abstützt oder die Beine übereinander schlägt. „Dicker Bauch bei Müttern.“ Hartnäckige Stuhlverstopfung, tagelang kein Drang [und dann ist die Anstrengung so groß, als läge sie in den Wehen]. Große, harte Stühle; Schweregefühl wie von einem Ball im Mastdarm oder After, durch Stuhlentleerung nicht erleichtert. Mastdarm zusammengeschnürt oder kraftlos; beinahe ständiges Aussickern von Feuchtigkeit aus dem After. Durchfall: grünlich, Säuglingsenteritis; nach Genuss abgekochter Milch; mit rapider Erschöpfung. Hämorrhoiden: austretend, besonders beim Gehen; Bluten der Hämorrhoiden beim Gehen, mit stechenden Schmerzen; Hämorrhoiden in der Schwangerschaft. Stuhl wird [nach tagelanger Verstopfung] erst nach langem Pressen abgesetzt, und darauf folgt ein Abgang eines geleeartigen, gelblichweißen, sehr übel riechenden Schleims, etwa eine Tasse voll. Schmerzen, die im Mastdarm hinauf stechen. Bräunliche Flecken am Bauch. Mastdarmvorfall, schlimmer durch Rauchen.
HarnwegeUnwillkürlicher Harnabgang: im ersten Schlaf; beim Husten, Niesen, Lachen, bei plötzlichen Geräuschen, Schreck oder Unaufmerksamkeit29

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„Sepia muss sich auf den Blasenhals konzentrieren, sonst verliert sie Harn“ (Kent).

, besonders bei Frauen, usw. Zögerliches Wasserlassen [muss auf den Urin warten], mit herabdrängendem Gefühl über dem Schambein [als ob die Blase voll wäre und ihr Inhalt über dem Schambein herausfallen wollte]. Urin: dickflüssig, faulig riechend; mit weißem oder rotem, sandigem, fest anhaftendem Bodensatz. Schwache und langsame, zögerliche Miktion. Schneidender Schmerz in der Blase vor dem Wasserlassen. [„Schneiden im Bauche, nachts, mit Harndrang.“] Urin: blutig, oder auch milchig. [Plötzlicher Harndrang, mit Schneiden wie von Messern und] Schaudern, wenn dem Harndrang nicht nachgegeben wird.
Männliche GenitalienErhöhtes Sexualverlangen. Beschwerden nach Koitus. Übel riechender Schweiß am Hodensack. Kalte Geschlechtsteile. Feigwarzen, die die Spitze des Penis umgeben. Impotenz.
Weibliche GenitalienGefühl von Schwäche, Herabzerren oder Herabdrängen, als ob alles aus der Scheide herauskommen wollte; muss die Beine übereinander schlagen oder die Geschlechtsteile unterstützen, um einen Vorfall zu verhindern. Schmerzen im Uterus: wie fest umklammert und dann plötzlich losgelassen; brennend; stechend. Koitus: schmerzhaft, wegen Trockenheit der Vagina; Blutung nach dem Beischlaf. Trockenheit von Vagina und Vulva; nach der Menstruation, eine unangenehme Empfindung beim Gehen hervorrufend. Abneigung gegen oder Beschwerden nach Koitus. Erschöpfung nach Koitus; Übelkeit und Reizbarkeit beim Gedanken an Koitus. Menstruation ausbleibend: in der Pubertät; nach dem Abstillen. Amenorrhö. Menstruation: zu spät und zu schwach; unregelmäßig; zu früh und stark. Schamlippen geschwollen; mit Abszedierung. Ausfluss: gelb oder grünlich; wie Milch, nur tagsüber; in großen Klumpen oder Stücken; bei jungen Mädchen; anstelle der Monatsblutung; faulig riechend; Tripperausfluss; mit Stichen in der Vagina hinauf und vom Uterus bis zum Nabel. Die Brustwarzen bekommen Risse auf ihrer oberen Fläche. Retention der Plazenta; nach Abortus. Subinvolutio uteri. Metritis mit Schmerz in der Lumbalregion und häufigem Wasserlassen. Fetusbewegungen unerträglich [spürt sie zu intensiv]. Uterusblutung zur Zeit der Wechseljahre. Plötzliche Hitzewallungen, mit Schwäche und Schweiß, im Klimakterium. Neigung zu Fehlgeburten; in der Zeit vom 5.–7. Schwangerschaftsmonat. Starkes Schamjucken, danach Abortus. Unfruchtbarkeit. Manie infolge starker Menstruationsblutung.
AtemwegeTrockener, angreifender Husten, der vom Magen zu kommen scheint; schlimmer bei schnellen Temperaturveränderungen30

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Das heißt: „wenn man aus der kalten Luft ins warme Zimmer kommt, und umgekehrt“ (Hering).

; mit faulig schmeckendem Auswurf. Keuchhusten, der sich ewig hinzieht. Atemnot, „Engbrüstigkeit“, schlimmer beim Erwachen aus dem Schlaf, besser bei schneller, kräftiger Bewegung. Leere- oder Hohlheitsgefühl in der Brust. Hypostatische Pleuritis. Bräunliche Flecken auf der Brust. Fauleiergeschmack im Mund beim Husten. Asthma. „Die Brustbeschwerden nötigen zum und bessern sich durch Aufdrücken mit der Hand.“ Verschleppte Lungenentzündung.
HerzUngleichmäßige Blutzirkulation; das Blut scheint zu stocken. Herzklopfen, Pulsieren: sichtbar, bis zum Hinterkopf aufsteigend. Gelegentlich tut das Herz plötzlich einen harten Schlag. Allgemeines Pulsieren, „Schlagen aller Pulse“. Nächtliche Blutwallungen. Blutgefäße scheinen zum Platzen voll. Erwacht mit heftigem Schlagen des Herzens. Gefühl von Zittern oder Zappeln des Herzens, mit fliegender Hitze. Nervöses Herzklopfen, besser beim Schnellgehen; schlimmer beim Liegen auf der linken Seite.
Äußerer Hals und RückenGefühl, als wäre der Kragen zu eng. Wehtun zwischen den Schulterblättern oder in der Lumbalregion; lähmungsartig; möchte, dass man fest dagegen drückt. Plötzlicher Schmerz im Rücken wie ein Hammerschlag, besonders beim Bücken; auch beim Knien. Schmerz im Rücken gebessert durch Aufstoßen und durch Andrücken des Rückens an einen harten Gegenstand. Schwäche im Kreuz beim Gehen; infolge von Uterusbeschwerden. ‚Alles schlägt sich auf den Rücken.‘ Gefühl wie von einer eiskalten Hand zwischen den Schulterblättern. Krämpfe in den Gesäßbacken [nachts im Bett], beim Ausstrecken der Beine.
ExtremitätenHände bläulich rot. Kalte Hände im warmen Zimmer. Spannen in den Gliedmaßen, wie zu kurz. Unruhe in den Gliedern, Rucken und Zucken der Glieder, Tag und Nacht. Knie und Fersen kalt. Ischialgie, besser [?]31

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Hering gibt einen Ischialgiefall einer im 8. Monat schwangeren Frau an; für die Modalität „besser in der Schwangerschaft“ konnte ich keinen Beleg finden.

während der Schwangerschaft; chronisch, sich in den Fersen lokalisierend. Laufen im Bein wie von einer Maus. Heiße Hände bei kalten Füßen, oder umgekehrt. Kurzer Spaziergang ermüdet sehr. Verkrüppelte Nägel. Schweißige Hände. „Abschälen der Haut der inneren Handfläche.“
HautFleckig; wie roh, rau, hart oder rissig; Hautveränderungen am schlimmsten in den Gelenkbeugen. Furunkel in den Achselhöhlen. Dicke Krusten bilden sich über den Gelenken; Ellbogen bedeckt von dicken Krusten. Geschwüre an kleinen Gelenken [auf den Finger- und Zehengelenken]. Epitheliom: der Augenlider, der Lippen. Weinrote Verfärbungen der Haut. Flecken auf der Haut [bräunlich, gelb, rötlich, weinrot usw.]. Ringelflechte, jeden Frühling wieder auftretend. Juckende Bläschen oder Blasen. Nesselausschlag, schlimmer im Freien, besser im warmen Zimmer. Verhärtungen durch lang anhaltenden, stetigen Druck [z. B. durch die Pfeife an den Lippen]; blaurote Verfärbung; [Epitheliom].
SchlafLautes Sprechen im Schlaf. [Angst-]Träume, schlimmer im Liegen auf der linken Seite. Häufiges Erwachen; Täuschung im Schlaf, als werde er gerufen.
FieberFriert leicht, erkältet sich leicht. Kältegefühl, mit Lufthunger. Objektive und subjektive Kälte: stellenweise; am Scheitel; zwischen den Schulterblättern; der Füße, im Bett. Hitzewallungen mit Angst, denen plötzliche Schwäche vorausgeht [?]32

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Wahrscheinlich muss es heißen: die mit dem Gefühl großer Schwäche enden, wie etwa Farrington schreibt.

. Schweiß: schwitzt leicht; übel riechend, mit Blutwallungen; an den Genitalien, in den Achselhöhlen, am Rücken; zwischen den Monatsblutungen. Irreguläre Fieber [mit unregelmäßigem Verlauf der Fieberstadien]. Aufsteigende Hitze, oder Gefühl wie mit heißem Wasser übergossen.
KomplementärNatrium muriaticum; Nux vomica; Phosphorus; Psorinum; Pulsatilla; Sabadilla; Sulfur.
VerwandtCalcarea carbonica; Causticum; Conium; Gelsemium; Lilium tigrinum; Lycopodium; Murex purpurea; Natrium carbonicum; Natrium muriaticum; Pulsatilla.

  • Die getrocknete Tinte des Tintenfischs. Clarke berichtet freilich, dass er mit einem Präparat aus der frischen Tinte noch größeren Erfolg hatte.

  • Prüfungen: Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band 5, ergänzt durch einige kleinere deutsche und amerikanische Prüfungen sowie vor allem durch eine umfassende Nachprüfung des „American Institute of Homeopathy“, die wichtige Symptome zum Arzneibild beigetragen hat; zu finden in AE, Band 8.

Silicea
AllgemeinesDie Verreibungen werden aus reinem Feuerstein hergestellt [s. aber unten]. Bewirkt unzureichende Ernährung, besonders bei Kindern, [nicht aufgrund mangelnder Nahrungsaufnahme oder schlechter Nahrungsmittel, sondern] infolge mangelnder Assimilation. Greift die Nerven an und erhöht deren Empfindlichkeit, was zu neurasthenischen Zuständen und übersteigerten Reflexen führen kann. Krankheiten der Knochen und Knorpel: Karies und Nekrosen; Knochenerweichung; Exostosen. Vergrößerung der Drüsen. Skrofulöse, rachitische Kinder, mit großem Kopf und offenen Fontanellen, mit aufgetriebenem, heißem und hart gespanntem Bauch, die spät laufen lernen und am übrigen Körper abgemagert sind, besonders an den Beinen. Nervöse Kinder, die widerstrebend ins Sprechzimmer geschlichen kommen oder von der Mutter an der Hand hinter sich her gezerrt werden; beim Rennen werden sie kreidebleich. Eiterungsprozesse: hartnäckig; fistulöse Öffnungen; Abszesse. Schleichende Entzündungen, die chronisch werden: der Drüsen, des Zellgewebes, der Haut; dann Verhärtung. Sehr empfindlich gegen Geräusche, Schmerzen, Kälte, sitzt dicht am Feuer, möchte viel warme Kleidung; hasst Zugluft. „Alte, in Armut und Unreinlichkeit lebende, psorische, kachektische Personen“; Personen mit heller, reiner, zarter Haut. Schmerzen sind stark und stechend; lokalisiert in den Ohren, im Hals, in Geschwüren usw. Neigung zur Erschöpfung und zu abnormen Schweißen, bei geringfügigen Anlässen. Mangel an Lebenswärme, selbst wenn man sich Bewegung verschafft. Krämpfe, auch epileptische; Kältegefühl [der linken Körperhälfte] vor dem Anfall; Aura vom Solarplexus ausgehend, mit einem Kribbeln nach Brust und Magen; Konvulsionen nach Pockenimpfung. „Bei gewissen hysterischen, epilepsieartigen und paralytischen Affektionen, die ihren Grund in Ausschweifungen, vieler Arbeit im Zimmer und hartnäckigen Neuralgien und Migränen haben.“33

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Zitiert nach Rückert, Versuch einer Verwertung des ab usu in morbis gewonnenen Heilmaterials (dieser zitiert wiederum aus AHZ 68:157 Espanets Charakteristik der Wirkungen von Silicea). Bei der Übernahme in Herings Guiding Symptoms wurde diese Angabe im Sinn verdreht (die „hartnäckigen Neuralgien“ sind vom Grund zur Folge geworden) und hat an Verständlichkeit deutlich verloren. Phatak folgt Herings Formulierung; daher die Korrektur.

Mangel- und Fehlernährung. Entwicklungshemmung. Abmagerung. Ohne Mumm und Stehvermögen34

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„Lacks grit“; „grit“ bedeutet nicht nur Mumm und Ausdauer, sondern auch Sand, Kies. Der Patient braucht also Kieselerde, weil ihm „grit“ fehlt.

; psychisch wie physisch. Wildes Fleisch. Narbengewebe: induriert, hart, knotig zusammengezogen, glänzend, glasig aussehend, berührungsempfindlich, mit stechenden Schmerzen; Narbenkeloid. Morgens auftretende Ödeme. Krebs. Zusammenziehung der Sphinkteren. Aufsteigende Symptome. Erschöpfung an Geist und Körper. Gehirnerweichung. Unruhig, zappelig, fährt zusammen beim leisesten Geräusch. Einschlafen der Körperteile, auf denen man liegt. Befördert das Ausstoßen von Fremdkörpern aus Geweben. Progressive lokomotorische Ataxie. Gefühl, als wäre sie in zwei Hälften geteilt, und als ob die linke Hälfte nicht mehr zu ihr gehörte. Gefühl eines Haars auf der Zunge; auch bis in die Luftröhre. Üble Folgen von: Pockenimpfung; Steinmetzarbeiten [durch den eingeatmeten Quarzstaub]; Säfteverlust; Verletzungen durch eingedrungene Splitter; Verrenkungen. Verträgt keine alkoholischen Getränke. [„Blutwallung und Durst von wenigem Weintrinken.“] Nervenprobleme nach Rückgratverletzung, besonders wenn äußerer Druck auf die Wirbelsäule Schmerz in entfernten Körperteilen erregt. Haut unheilsam; jede Verletzung eitert. Absonderungen übel riechend, ob Eiter, Schweiß oder Stühle usw.
SchlimmerKälte: kalte Luft; Zugluft; feuchte Kälte; Entblößung, kaltes Baden. Unterdrückung von Schweiß, besonders Fußschweiß. Nerven-Aufregung. Licht. Geräusch. Erschütterung; des Rückgrats. Neumond [und Vollmond]. Nachts. Geistige Anstrengung. Alkohol. Berührung. Druck. Wetterumschwung. Kämmen der Haare.
BesserWärme: warmes Einhüllen, besonders des Kopfes. Im Sommer: nasses oder feuchtes Wetter. Reichliches Wasserlassen. Mesmerisieren, Handauflegen, Massieren; Behandlung mit elektrischem Strom.
Geist und GemütNachgiebig; mutlos, ängstlich. Empfindsame, weinerliche Stimmung. Eigensinnig, starrköpfig, unwillig; Kinder. Weinen auf freundliches Zureden hin. Fixe Ideen: denkt immer nur an Stecknadeln, fürchtet sie, sucht und zählt sie überall.35

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Dieses „hysterische“ Krankheitsbild stammt aus einem Fall von Knorre in der AHZ. Die Patientin hatte Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, ohne dass Knorre einen organischen Befund hätte feststellen können. Ihr „Halsübel“ beschäftigte sie sehr weitgehend, und sie glaubte, dass es vom Verschlucken von Stecknadeln bedingt sei. In diesem Zusammenhang stehen die beschriebenen Symptome.

Scharfer Verstand bei körperlicher Schwäche und Trägheit. Trotzig, schmollend. Gewissensbisse über Kleinigkeiten. Verlust des Selbstbewusstseins; Versagensängste, die sich als unbegründet erweisen [sobald man es schafft, die Angst zu überwinden]. Zusammenfahren vom leisesten Geräusch. Schreckliches Brüllen, Stöhnen; bei epileptischen Anfällen. Religiöse Indifferenz. Hoffnungslos, verzweifelnd. Traurig. Lebensüberdruss; möchte sich das Leben nehmen durch Ertränken. Hirnermüdung. Kann sich auf die richtigen Ausdrücke nicht besinnen und verspricht sich. Zappelig, ungeduldig. Beschwerden von Erwartungsspannung.
KopfSchwindel: das Schwindelgefühl beginnt zwischen den Schulterblättern und steigt von dort in den Kopf; schlimmer beim Aufwärtssehen, beim Schließen der Augen und beim Liegen auf der linken Seite. Hinterkopfschmerzen, die von Nacken aus nach dem Scheitel zu aufsteigen; gebessert durch äußeren Druck [festes Einbinden]. Periodische Kopfschmerzen. [Tägliches Kopfweh.] Kopfweh, gefolgt von Schwarzwerden vor den Augen. Klopfen im Oberkopf. Offene Fontanellen, bei aufgeblähtem Bauch. „Knollenartige Erhöhungen auf der Kopfhaut.“ Starker Kopfschweiß. Geschwulst an der Glabella. Kephalhämatom. Geschwulst zwischen Kopfhaut und Schädelknochen, die mit visköser Flüssigkeit gefüllt ist. Ausscheidung einer großen Harnmenge mildert die Kopfschmerzen. Gefühl von Lähmung in der rechten Kopfseite, besonders nach Beischlaf. Kopfweh schlimmer durch [geistige] Anstrengung, Lernen, Geräusch, Bewegung, Erschütterung, Licht, kalte Luft, Sprechen und Pressen zum Stuhl; besser durch warmes Einpacken und durch Druck. „Juckend nässender, schorfiger Kopfgrind.“ Kopfweh nüchtern oder wenn man eine Mahlzeit nicht zur rechten Zeit einnimmt. [Kopfschmerz von Hunger.] Migräne. Chronische Kopfschmerzen, die seit einer überstandenen schweren Krankheit bestehen. Haarausfall, vorzeitige Kahlheit.
AugenBeschwerden in den Augenwinkeln, in der Gegend der Tränengänge; Geschwulst der Tränendrüse; Tränenfistel; Striktur des Tränennasengangs. Gesichtsfeld fleckig. [Schwarze, vor dem Gesicht schwebende Flecke.] Alles, was sie sieht, erscheint bleich. [Bei der Regel ist ihr alles bleich vor den Augen.] Scheu vor Tageslicht; es blendet. Keratitis: pustulös; perforierende Hornhautgeschwüre. Augenentzündungen. Hypopyon. Hornhauttrübungen; als Folge von Pockenerkrankung (C 30, monatelang gegeben). Katarakt: bei Büroangestellten; nach Unterdrückung von Fußschweiß.36

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„Nach Ausbleiben eines habituellen Fußschweißes bekam eine Frau Nebel vor den Augen, konnte nur mit Mühe große Titelschrift erkennen, war aber übrigens vollkommen gesund.“ Nach Gabe von Silicea „schwitzten nach vier Wochen die Füße wieder, und sie konnte bedeutend besser sehen“ (nach Rückert, Klinische Erfahrungen, 1:329; auf diesen Fall geht die Angabe „Katarakt nach Fußschweißunterdrückung“ zurück).

Gerstenkörner; zur Verhinderung von Rezidiven. Eingekapselte Tumoren der Lider. Beim Lesen fließen die Buchstaben zusammen.
OhrenBrausen in den Ohren. Zischen in den Ohren. Perforation des Trommelfells. Jucken [im Ohr oder am äußeren Ohr]. Karies des Processus mastoideus. Schwerhörigkeit, Ohren wie verstopft, zuweilen mit einem lauten Knall aufgehend, etwa beim Gähnen, Schneuzen, Schlucken oder Husten, sodass man wieder gut hört; Gehörverminderung schlimmer bei Vollmond. [Oder:] Geräuschempfindlich. Stinkender Ohrenfluss. Schorfbildung am Ohr. Kind bohrt im Schlaf die Finger in die Ohren.
NaseSchaumiges Nasensekret. Schnupfen, mit Nasenbluten. Perforation der Nasenscheidewand. Trockene, harte Borken; wenn man sie ablöst, blutet es. Morgendliches Niesen. Jucken der Nasenspitze. Schmerzhaftigkeit des Nasenrückens, als wäre das Nasenbein zerschlagen. Nase trocken und [beide Löcher] verstopft, mit Verlust des Geruchssinns. Nasenbluten der Säuglinge. Rhagaden in den Nasenlöchern. Hartnäckige Erkältungen; mit Ohrenbeschwerden. Nase kalt wie Eis.
GesichtBlass, kachektisch; wachsfarben. Geschwollene Parotiden. Aufgesprungene Lippen; aufgesprungene, rissige Haut im Gesicht. Ausschläge am Kinn. Geschwulst der Unterkieferdrüsen. Verhärtete Fissuren an den Mundwinkeln. Krebs der Unterlippe.
Mund„Empfindung vorn auf der Zunge, als läge ein Haar darauf.“ Wurzelspitzengranulom. Zahnfleischgeschwüre. Alveolar-Pyorrhö. Wasser schmeckt schlecht; nach dem Trinken Erbrechen. Zähne: verfallen, verlieren den Schmelz, die Oberfläche wird rau, sie werden kariös. Zunge von braunem Schleim belegt. Gefühl, als wären die Zähne zu groß und zu lang für den Mund. Geschwulst einer Zungenhälfte.
HalsBitter im Hals [wie aus dem Magen]. Tonsillen geschwollen und eiternd. Beim Schlucken geraten die Speisen in die Choanen. Stechender Schmerz wie von einer Nadel in der Mandel. Auswurf stinkender Schleimkügelchen durch Räuspern. Schlucken schmerzhaft und schwierig; hysterische Schluckbeschwerden [ohne organischen Befund].
MagenAbneigung gegen gekochte oder warme Speisen und gegen Fleisch; gegen Muttermilch, das Kind erbricht sich nach dem Stillen. Mag Eiskrem, Eiswasser; fühlt sich wohl, wenn es im Magen ist.37

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Nach Kent, der ergänzt: „Es ist ihm manchmal unmöglich, warme Getränke zu sich zu nehmen.“

Wasser schmeckt schlecht; Erbrechen auf jedes Trinken. Verhärtungen des Pylorus. Wasseraufschwulken mit Schauder. Heißhunger, doch sie kann das Essen nicht hinunterbringen, oder die Speisen ekeln sie an. Saures Aufstoßen nach dem Essen. Saures Erbrechen. Nagender und windender Schmerz in der Magengrube, die beim Darauf drücken schmerzhaft ist. ‚Kalter Schmerz‘ im Oberbauch, als ob ein kalter Stein im Magen wäre.
AbdomenKlopfender Geschwürschmerz in der Lebergegend; Leberabszess. Kolikschmerzen, Leibschneiden; dabei werden die Hände gelb und die Nägel blau, wie abgestorben. Aufgetriebener, harter, heißer Bauch mit dünnen Beinen, besonders bei Kindern. Schneidender [oder bohrender] Krampfschmerz vom After und Mastdarm bis in die Hoden; schlimmer beim Beischlaf. Stuhlverstopfung, schlimmer kurz vor und während der Menstruation. Viel Pressen selbst bei weichen Stühlen, mit Schwächung und Erschöpfung. Nässen am After; sehr stinkende Winde. Stühle: nur unter Schwierigkeiten auszuscheiden; selbst wenn der Kot schon teilweise ausgetreten ist, schlüpft er wieder zurück; Stuhlverhaltung aus Angst vor Schmerzen. Rhagaden in der Bauchdecke. Analfissur und Analfistel, verbunden mit Brustbeschwerden. Schmerzhafte Sphinkterkrämpfe. Äußerst schmerzhafte Hämorrhoiden, die während des Stuhlgangs heraustreten. Faulig riechender Durchfallstuhl. [Beständiger] vergeblicher Stuhldrang. Chronische Diarrhö. Stühle: übel riechend; unverdaute Bestandteile enthaltend, aber schmerzlos. Bandwurm. Durchfall nach Milchgenuss. Leistenbruch, Bruchgeschwulst schmerzhaft. Aszites: Erguss einer großen Flüssigkeitsmenge; häufige Attacken wässrigen Durchfalls.
HarnwegeAusscheidung großer Harnmengen bessert die Kopfschmerzen. Häufiges Wasserlassen, mit Tenesmus. Enuresis nocturna; bei Kindern, die oft auch Würmer haben. Chronische Urethritis: fauliger Ausfluss aus der Harnröhre, dick, käsig, eitrig, blutig. Eiter im Harn. Nächtliche Harninkontinenz nach einem Schlag auf den Kopf.38

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Als chronische Folge gemeint, wie aus Herings Angabe hervorgeht: „bei einem siebenjährigen Mädchen nach einem Schlag auf den Kopf im Alter von drei Jahren“.

Nieren- und Blasensteine.
Männliche GenitalienFauliger Tripperausfluss aus der Harnröhre. „Nach dem Beischlaf Gefühl von Lähmung in der rechten Kopfseite.“ Nach Beischlaf oder Pollution Zerschlagenheit des ganzen Körpers. Juckende, nässende Stellen am Hodensack. Hydrozele. Nächtliche Pollutionen. Das sexuelle Verlangen steigt oder fällt. [Mangel an Geschlechtstrieb. – Übertriebener Geschlechtstrieb.] Ausfluss von Prostatasekret, schlimmer beim Pressen zum Stuhl. Chronische Urethritis mit windendem Schmerz. Elefantiasis des Hodensacks. Extreme Erschöpfung nach Geschlechtsverkehr; kann 8–10 Tage brauchen, um sich völlig zu erholen. „Auf dem Schamberge, schmerzhafte Ausschlags-Blüten.“
Weibliche GenitalienVerstärkte Monatsblutung, mit wiederholten Anfällen von Eiseskälte über den ganzen Körper beim Eintritt der Blutung. Schneiden in der Vagina, das sich nach oben zieht, schlimmer beim Wasserlassen. Ausfluss: wie Milch, stoßweise [mit Leibschneiden zuvor in der Nabelgegend]; scharf, wund machend; beim Urinieren abgehend. Jucken der Vulva und der Vagina, letztere sehr empfindlich gegen Berührung. Blutabgang aus dem Uterus: beim Stillen39

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Während Hahnemann hier einfach vom „Blutabgang aus der Gebärmutter beim Säugen“ spricht, macht Hering sehr viel weitergehende Angaben: „Klares Blut geht aus der Scheide, sooft das Kind die Brust trinkt“ (Hering, Gynäkologie und Geburtshilfe).

; zwischen den regulären Menstruationsblutungen. Brustwarze: trichterartig eingezogen, wund. In der Mamma: harte Knoten, Fistelgänge. Drohender Mammaabszess. Szirrhus, mit Jucken der geschwollenen Brustdrüse. Seröse Zysten in der Vagina; fistulöse Öffnung und Abszess im Bereich der Vulva. Abszesse oder fistulöse Öffnungen in der Vagina oder in ihrer Umgebung mit dicker, käsiger Absonderung. Scharfe Schmerzen in Brüsten und Uterus [beim Stillen]. Menstruation zu früh, schwach. Monatelanges Ausbleiben der Periode. Zu starke Fetusbewegungen. Salpingitis, mit Ansammlung von Eiter oder Serum, die von Zeit zu Zeit aus dem Uterus abgehen. Leibschneiden in der Nabelgegend, beim Ausfluss. Wässriger Ausfluss anstelle der Regel. Frauen mit Abortneigung oder Unfähigkeit zur Empfängnis, durch Schwäche bedingt. Unfruchtbarkeit. „Beim Beischlafe bekommt sie Übelkeit.“ Nymphomanie. „Jücken an der Scham.“
AtemwegeHusten: erschütternd, mit Erstickungsgefühl, Würgen und Brechreiz; schlimmer durch kaltes Trinken, Sprechen, im Liegen und [morgens] nach dem Erwachen. Atemnot: von Zugluft am Genick; chronische Erkältungen, die sich in der Brust festsetzen und Asthmaanfälle hervorbringen; nach Erhitzung oder großer Anstrengung. Sykotisches Asthma. Reichliche Mengen faulig schmeckenden, gelben, klumpigen Auswurfs; in Form von Kügelchen oder schrotähnlichen Körnchen, die einen üblen Geruch verbreiten, wenn man sie aufbricht. Erkältung, die nicht weichen will. Langsame Rekonvaleszenz nach Lungenentzündung. Röcheln in der Brust. Stechen von der Brust bis zum Rücken durch. Kurzatmigkeit: von manueller Arbeit; beim schnellen Gehen. Beschwerden der Steinmetze [Lungenleiden durch Quarzstaub]. Emphysem nach Pleuritis. Verschleppte Lungenentzündung. Schmerzloses Klopfen im Brustbein.
HerzHerzklopfen und Klopfen im ganzen Körper, beim Sitzen oder während man in Bewegung ist. Herzklopfen: bei ruhigem Sitzen, mit Zittern der Hand [in der er etwas hält]. Herzbeschwerden infolge von nervöser Erschöpfung.
Äußerer Hals und RückenWirbelsäule schwach. Patient sehr empfindlich gegen Zugluft am Rücken. Spina bifida. Karies der Wirbelkörper. Psoasabszess. Schmerzhaftigkeit des Steißbeins; Rückenschmerzen wie nach langem Fahren im Wagen. „Brennen im Rücken, beim Gehen im Freien, wenn ihm warm wird.“ Steifheit im Genick, wobei der Kopf wehtut. Kyphose, Schmerz im gekrümmten Rückgrat. Lähmungsgefühl in der Gegend des Kreuzbeins.
ExtremitätenAchsellymphknoten stark angeschwollen. Fingerspitzen schmerzhaft und trocken, als wären sie aus Papier; nachts. Eiskalte, schweißige Füße. Fußschweiß: faulig riechend; juckend und scharf, das Schuhleder anfressend; unterdrückt. [„Vertriebener Fußschweiß und Kälte der Füße.“] Wehtun wie wund im Fußgewölbe. Deformierte, eingewachsene Zehennägel; gelbe Nägel. Schwache Fußgelenke und Füße. [Leichtes Vertreten des Fußes.] Waden gespannt und zusammengezogen, als wären sie zu kurz. Panaritium, tief sitzende Schmerzen; vor allem, wenn der Knochen entzündet ist. Atrophie [der Hand] und Taubheitsempfindung in den Fingern. Teile, auf denen man liegt, schlafen ein. Entzündete Zehenballen. Ostitis. Zittern der Hände beim Versuch, irgendetwas zu tun. Lahmheit oder Lähmung des Unterarms. Gefühl, als wären die Beine gelähmt, sie zittern beim Gehen. „Wollust-Kitzel zum Rasendwerden“ in der Fußsohle. Krampfartiger Schmerz im Knie. Weiche Hühneraugen zwischen den Zehen. Nägel: rau, gelb, deformiert, brüchig, mit weißen Flecken; blaue Nägel bei Fieber. Geschwüre im Bereich der Gelenke, mit dünnem, fauligem, blutigem, eitrigem Sekret oder mit Absonderung käsiger Partikeln. Nachlässiger Gang. Rheumatismus, besonders der Fußsohlen, kann nicht gehen. Krämpfe der Waden und Fußsohlen. Vergrößerter Schleimbeutel über der Kniescheibe. Verdrehen der Glieder während einer Konvulsion. Schütteln des (linken) Arms vor epileptischem Anfall.
HautFeucht, wie durchweicht, welk. Spitzige, akuminöse Effloreszenzen. Narben, die plötzlich schmerzhaft werden. Keloid. Jede kleine Verletzung eitert. Rosenartige knotige Flecken (bei Leprösen). Kupferfarbene Flecken. Karbunkel. Geschwüre: schmerzhaft empfindlich, faulig; schwammig; an den Füßen, Zehen, Nägeln; besser durch lokale Wärme. Gelenkeiterung. Hautausschläge, die nur tagsüber oder nur abends jucken. Furunkel und Pusteln überall. Gefühl von Kälte in Geschwüren. Warzenartige Gewächse. Elefantiasis.
SchlafSchlafwandeln. Schreckliche Träume wecken ihn gleich nach dem Einschlafen wieder auf. Unruhiger Schlaf. Träume: erotisch; von Begebenheiten aus früherer Zeit. Aufschrecken aus dem Schlaf, mit Zittern am ganzen Leibe. Spricht laut im Schlaf, oder jammert, oder lacht. Heftiges Gähnen. Schläfrig, kann aber nicht schlafen. Nicht erquickender Schlaf, morgens unausgeschlafen.
FieberFrostig; schlimmer beim Liegen im Bett und bei Anstrengung. [Frost bei jeder Bewegung.] Kältegefühl des schmerzenden Teils. Eiskalte Schauder. Schweiß: profus; nur am oberen Teil des Körpers; am Kopf; an den leidenden Teilen; nachts; faulig riechend. Schwitzt leicht; scharfer Schweiß; fängt an zu schwitzen, sobald er einschläft. Febris hectica.
KomplementärFluoricum acidum; Phosphorus; Thuja.
VerwandtCalcarea carbonica; Hepar sulfuris; Kali phosphoricum.

  • Kieselerde. Siliciumoxid. Der Feuerstein (der hier im ersten Satz als Quelle der Rohsubstanz genannt wird) besteht zum größten Teil aus Kieselerde; Hahnemann schreibt allerdings in der Einleitung der Silicea-Prüfung zerkleinerten Bergkristall oder reinen weißen Sand vor, für die Ähnliches gilt.

  • Prüfung von Hahnemann (Chronische Krankheiten, Band 5) unter Verwendung einer Prüfung aus der Reinen Arzneimittellehre von Hartlaub/Trinks sowie einer Prüfung von Wahle, die zuerst in AfH, Band 15, veröffentlicht wurde. Dazu kommen eine Reihe weiterer Prüfungen. In diesem Arzneibild haben besonders die Prüfungen von Ruoff (Hygea, Band 8) und Robinson Berücksichtigung gefunden (die Symptome beider sind in AE, Band 9, zu finden). Im Übrigen gehört auch Silicea zu Schüßlers Gewebemitteln, was allerdings in diesem Fall für das Arzneibild wenige Auswirkungen gehabt hat.

Solidago virgaurea
AllgemeinesBei Krankheiten, die durch mangelhafte Nierenfunktion bedingt oder damit kompliziert sind, wird diese Arznei sehr wahrscheinlich wohltätig wirken. Sie affiziert auch den Verdauungstrakt, die Untergliedmaßen und das Blut. Schwächegefühl; Frösteln, im Wechsel mit Hitzegefühl. Blutungen [aus dem Uterus oder den Lungen]. Erkältet sich leicht. Chronische Nephritis. Urämisches Asthma.
SchlimmerDruck.
BesserReichliche Harnausscheidung.
AugenRote Augen, bei Prostatahypertrophie.
NaseNiesanfälle, mit reichlicher Schleimsekretion.
MundAnhaltend bitterer Mundgeschmack [besonders nachts]. Zunge dick belegt; wird erst wieder rein, wenn sich der Urin normalisiert.
AbdomenReichliche, unwillkürliche Schleimstühle.
HarnwegeUrin: dunkel und spärlich, nur unter Schwierigkeiten abgehend; hell und stinkend; Eiweiß, Schleimpartikel oder Phosphate enthaltend. Wenn Beschwerden an irgendeinem anderen Körperteil oder Organ von den hier aufgezählten Symptomen begleitet werden, werden sie in Solidago wahrscheinlich ihr Heilmittel finden. Nierengegend äußerlich schmerzhaft empfindlich [vor allem gegen Druck]; Nierenschmerzen; Gefühl von Auftreibung der Nieren. Schmerzen in den Nieren, die sich nach vorn in den Bauch, in die Blase und bis in die Oberschenkel hinab erstrecken. Chronische Nephritis. Blasenentzündung. Vergrößerung der Prostata, die den Harnfluss behindert, oder auch Prostatitis.
Weibliche GenitalienVergrößerung des Uterus, das Organ wird gegen die Blase gepresst. Myome.
AtemwegeBronchitis, Husten mit viel eitrigem Auswurf, blutgestreift; Atembeklemmung. Ununterbrochene Dyspnoe. Asthma mit nächtlicher Dysurie.
Äußerer Hals und RückenLumbago; fühlt sich überall krank und übel.
HautPetechien: an den Beinen; mit Ödem; auch mit Jucken. [Geschwollene Beine mit juckendem Hautausschlag.] Gangrän; diabetisch. Ekzem, das am schlimmsten ist, wenn die Harnproduktion vermindert ist.

  • Die Goldrute (nicht die bekanntere Kanadische Goldrute, die in Massen nach Europa eingewandert ist, sondern die heimische Echte Goldrute). Ganze frische Pflanze.

  • Von Rademacher in seiner Erfahrungsheilkunde als Spezifikum für Nierenkrankheiten benutzt. Boericke (Pocket Book) und Clarke (Dictionary) geben kurze Abrisse, letzterer unter Bezugnahme auf Erfahrungen des Württemberger Arztes Buck. Ungeprüft.

Spigelia
AllgemeinesDie als ‚pink root‘ (‚Nelkenwurz‘) bekannte Pflanze hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Nerven, insbesondere den Trigeminus; auf das Herz, die Augen, die Zähne, die Bindegewebe und die linke Körperhälfte. Sie ruft kombinierte Herz- und Augensymptome hervor, oder Augensymptome begleiten andere Beschwerden. Die Schmerzen sind heftig; Brennen wie von rot glühenden Nadeln oder Drähten, Zucken, Reißen, Stechen; sie strahlen auf andere Körperteile aus. Neuralgien. Schmerzen, die mit dem Sonnenstand steigen und fallen. Passt auf anämische, geschwächte, zum Rheumatismus neigende und auch skrofulöse Konstitutionen. Große Berührungsempfindlichkeit des Körpers; wenn man an einer Stelle berührt wird oder sich stößt, entsteht ein Schauder in dieser Gegend, oder ein schmerzhaftes Krabbeln, wie ein Erschauern, läuft durch den ganzen Körper. Kinder mit Würmern; sie deuten auf den Nabel als die Stelle, an der es ihnen am meisten wehtut. Leichtigkeitsgefühl des Körpers beim Gehen; Schwere und Zerschlagenheitsgefühl beim Aufstehen vom Sitzen.
SchlimmerBerührung. Bewegung. Erschütterung. Periodisch; mit dem Sonnenstand. Tabak. Koitus. Heben der Arme. Nach dem Essen. Daran denken. Bücken. Schneuzen. Ausatmung.
BesserLiegen auf der rechten Seite mit hoch gelagertem Kopf. Einatmung. Stetiger Druck. Beim Essen.
Geist und GemütAngst vor spitzen Gegenständen: vor Nadeln usw. „Unruhe und Bangigkeit; er konnte nirgends bleiben.“ Sitzt wie in Gedanken da und starrt auf ein und dieselbe Stelle hin. Düstere Stimmung, Suizidgedanken. Leicht beleidigt. [Ärgerlich, wenn man den mindesten Scherz mit ihm machen will.]
KopfSchmerz von der linken Seite des Hinterkopfes bis zur linken Stirnseite, über dem Auge; schlimmer durch Bücken, beim Fehltreten oder beim Öffnen des Mundes. Schwindel: Gefühl, als wären die Füße höher als der Kopf; schlimmer beim Niederblicken, muss gerade vor sich hinsehen; auch beim Stehen und Gehen. Supraorbitalneuralgie. Empfindung, als wäre der Kopf zu groß.
AugenGefühl, als wären die Augen zu groß für ihre Höhlen. Starke Schmerzen in den Augen und ihren Umgebungen, die sich bis tief in die Augenhöhlen erstrecken; schlimmer, wenn man daran denkt. Strabismus, bei Wurmleiden. Augen: rot; berührungsempfindlich, wundartig schmerzend, oder mit ziehendem Schmerz; gelbe Ränder um die Augen. Schmerz, als würden Nadeln ins Auge gestoßen. Tränen der Augen: reichlich, auf der [von Kopfschmerz] betroffenen Seite; scharfe, beißende Tränenflüssigkeit. Schwieriges Heben der Lider, mit einem schmerzhaften Steifheitsgefühl. Blinzelneigung. Anpassen von Sehhilfen ist schwierig, weil kein fester Brennpunkt vorhanden ist und kein ruhiges Fixieren erreicht wird. [Die Augen bewegen sich unwillkürlich, links und rechts, in ungeordneten Bewegungen der einwärts und auswärts ziehenden Muskeln der Augen.] Strabismus latens, Heterophorien: Eso- oder Exophorie. Stechen in den Lidern. Nach außen gewendete Lider (Ektropium).
OhrenPeriodische Taubheit; Ohren wie zugestopft.
NaseChronischer Katarrh; vordere Nase trocken, Schleim fließt durch die Choanen in den Rachen. Kitzel und Jucken an und in der Nase. [Kitzel auf dem Rücken der Nase, als würden die Härchen daran leise berührt.] Wässriger Nasenausfluss bei Prosopalgie.
Gesicht[Kopf- und] Gesichtsschmerz, der Auge, Jochbein, Wange, Zähne, Schläfe in Mitleidenschaft zieht: mit Verschlimmerung durch Berührung und Bücken; von morgens bis zum Sonnenuntergang; schlimmer auch vom Teetrinken; Schmerz kommt und geht plötzlich.
MundÜbel riechender Atem. Zahnweh, schlimmer nach40

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Während des Essens ist der Zahnschmerz dagegen besser: „Zahnschmerz, wie ein Pressen auswärts, am schlimmsten, wenn er sich auf die rechte Seite legt; während des Essens und Trinkens empfindet er nichts davon, aber gleich nachher fängt der Zahn wieder an“ (Reine Arzneimittellehre).

dem Essen und durch Kälte sowie beim daran Denken; besser [oder schlechter] durch Tabakrauch. Zunge: gelb oder weiß belegt; Brennen oder Stechen darin; voller Risse.
MagenAbneigung gegen Rauch- und Schnupftabak. Heißhunger. Übelkeit mit Gefühl, als käme ein Wurm41

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So heißt es auch bei Hering, Guiding Symptoms, doch in den klinischen Fällen, auf die dieser verweist, ist immer nur davon die Rede, dass „etwas“ in den Hals steigt, freilich häufig „bei Wurmbeschwerden“.

aus dem Magen in den Hals.
AbdomenKolik, mit Kneipen in der Nabelgegend. Stühle, die nur aus großen Schleimklumpen bestehen. Jucken und Krabbeln in After und Mastdarm. Würmer. Sehr übel riechende Winde. Ohnmachtsanfall bei Anstrengung zum Stuhl.
HarnwegeViel Urinabgang, mit häufigem Harndrang, hauptsächlich nachts.
AtemwegeAtembeklemmung: bei jeder Bewegung im Bett; schlimmer beim Heben der Arme zum Kopf; muss auf der rechten Seite liegen, mit hoch gelagertem Kopf; bei Hydrothorax und Herzkrankheiten. Stiche in der Brust, schlimmer durch die geringste Bewegung oder beim Atmen. Zittriges Gefühl in der Brusthöhle.
HerzHerzklopfen: ungewöhnlich starker, ja hörbarer Herzschlag; als Begleitung anderer Symptome. Heftig stechende oder zusammendrückende Herzschmerzen, die zum Hals, zu den Armen und zu den Schulterblättern ausstrahlen; schlimmer durch die geringste Bewegung oder durch Zusammenkrümmen [etwa vornüber gebeugtes Sitzen]. Herzklopfen, wenn zugleich fauliger Mundgeruch besteht. In der Herzgegend: Empfindlichkeit [die sich auf die ganze linke Seite ausbreiten kann]; schnurrendes Geräusch; Gefühl von Zerreißen. Perikarditis. Angina pectoris, mit Verlangen nach heißem Wasser, das bessert. Rheumatische Karditis. Puls: intermittierend, bei nervösem Herzklopfen; schwach, zittrig, unregelmäßig. Klopfen der Karotiden und der Aa. subclaviae.
Äußerer Hals und RückenSteifer Hals; Schmerzen ziehen von dort in die rechte Schläfe, oder auch Schmerz von der linken Schulter bis zum Hals. Schneidender Schmerz in der Umgebung des linken Schulterblattes.
ExtremitätenLinker Arm taub. Pulsieren in den Kniescheiben.
FieberFliegende Hitze: nachts; über den Rücken. Schweiß: übel riechend; an der oberen Körperhälfte; an den Händen, dort kalt.
KomplementärCalcarea carbonica.
VerwandtCactus grandifolius.

  • Spigelia anthelmia, die „Wurm-Spigelie“, eine Vertreterin der Loganiaceae aus Südamerika. Ganzes Kraut.

  • Prüfung von Hahnemann und anderen, in: Reine Arzneimittellehre, Band 5.

Spongia
AllgemeinesDer „Röst-Schwamm“ enthält einen geringen Prozentsatz Jod. Er greift das Herz an, besonders die Klappen; außerdem den Kehlkopf, die Luftröhre und die Lymphgefäße und Drüsen, insbesondere die endokrinen Drüsen. Passt auf blonde Frauen und Kinder, von schlaffer Faser; schlaffe Gewebe, skrofulöse Konstitutionen. Höchste Abspannung und Schwerfälligkeit42

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Dieser Ausdruck aus einem Hahnemannschen Prüfungssymptom ist bei AE mit „heaviness“ übersetzt, was auch Phatak übernimmt.

des Körpers, nach jeder unbedeutenden Anstrengung; muss sich hinlegen; dabei Blutwallungen zur Brust, zum Gesicht usw. Vollheitsgefühl wie ausgestopft. Harte Geschwulst: der Lymphgefäße und der (endokrinen) Drüsen. Taubheitsgefühl der unteren Körperhälfte. Trockenheit der Schleimhäute: der Zunge, des Kehlkopfes, der Luftröhre, des inneren Halses. Kleidung wird als beengend und unbequem empfunden. Beängstigung, mit Schmerz in der Herzgegend oder Atembeklemmung. Steif, bewegungsunfähig. Fällt in Ohnmacht, wenn ihr die Luft wegbleibt; auch beim Heben der Hände über den Kopf.
SchlimmerTrockene Kälte; trocken-kalter Wind. Wenn er aus dem Schlaf geweckt wird; nach dem Schlaf. Körperliche Anstrengung. Heben der Arme. Vor Mitternacht. Vollmond. Süßigkeiten. [Tief liegen mit dem Kopf.]
BesserLiegen, waagerechte Lage.43

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Phatak schreibt hier „Tiefliegen mit dem Kopf“, wohl als Interpretation von Hahnemanns Angabe: „Wenn sie in waagrechter Lage ausruht, ist ihr am wohlsten.“ Allerdings geben Bönninghausen, Hering und Clarke eine Verschlimmerung beim tief Liegen mit dem Kopf an, vor allem der Atmungs- und Herzsymptome. Clarke, Dictionary: „Besser durch Ruhe in horizontaler Lage; Liegen mit tiefgelagertem Kopf verschlimmert.“

Essen oder Trinken; schon geringe Mengen. Warme Speisen und Getränke. Absteigen.
Geist und GemütUnwiderstehlicher Drang zu singen, mit „Überlustigkeit“; später Traurigkeit. Furcht vor der Zukunft; lebensmüde. Angst, Todesfurcht; bei Erstickungsanfällen. Ängstlichkeit, Furcht, Entsetzen. Weinerlichkeit und Weinen: im Traum; bei Keuchhusten; bei fliegender Hitze; während des Schweißes. Verzweifelt über Verlust der sexuellen Potenz. „Trotzige, widerspenstige, unartige Laune.“
KopfGefühl, als sträubten sich die Haare, am Scheitel.
AugenVorstehend, stier. Doppeltsehen, besser im Liegen. Röte der Augen, mit Tränen und Brennen.
NaseStockschnupfen; Nase wie zugestopft. Spitze, eingezogene, kalte Nase. Weit geöffnete Nasenlöcher; fächerartige Bewegung (Nasenflügelatmung).
GesichtGesichtsausdruck voller Angst und Schrecken. Blaue Lippen. Nach Anstrengung Gesichtsblässe, nicht etwa gesunde Röte und Wärme. [Bei Hitze am ganzen Körper, Kälte, Blässe und Schweiß im Gesicht.] Kalter Schweiß am Kinn. Taubheitsgefühl am Kinn [und vorn am Hals].
MundZunge: trocken und braun. Süßlicher Mundgeschmack.
HalsBitterer Geschmack im Hals. Schilddrüse geschwollen, die Schwellung kann selbst das Kinn einnehmen. Struma: mit Erstickungsanfällen; schlimmer durch Berührung oder Druck auf den Hals; auch schmerzhaft, mit Herzschmerzen. Halsweh, schlimmer durch Essen von Süßem. Räuspert sich pausenlos. Halssymptome besser in Rückenlage. [Durstig, aber] kann Wasser nur in kleinen Mengen und unter Schwierigkeiten schlucken. Äußerliche Taubheit des [vorderen] Halses.
MagenDurst und Hunger. Kann keine enge Kleidung um die Magengegend leiden. „Schlaffheit und Gefühl von Offenstehen des Magens.“ Verlangen nach Leckereien. Starkes Hungergefühl im Magen; vor der Menstruation.
AbdomenHeftiges Arbeiten der Bauchmuskeln beim Einatmen. Eingeweide zum Zwerchfell hinaufgezogen. Bauchschmerz anstelle der Monatsblutung.
Männliche GenitalienSchmerzhafte Geschwulst von Samenstrang und Hoden. Klemmender, quetschender Schmerz in den Hoden, oder Stiche darin, die in den Samenstrang hinauffahren. Harte Schwellung der Hoden. Hitze in den Geschlechtsteilen. Geschwüre und Fistelgänge am Skrotum, die eine geringe Menge einer dicklichen, weißen Masse absondern.
Weibliche GenitalienErwacht mit Erstickungsanfällen, während der Menstruation. Asthma, mit Ausbleiben der Periode. [Zurzeit, wenn die Menstruation eintreten sollte, arge Kreuz- und Leibschmerzen.] Hungergefühl und Herzklopfen vor der Menstruation. Kreuzschmerz vor oder anstelle der Monatsblutung. [Vor Eintritt der Monatreinigung, erst Rückenschmerz, dann Herzklopfen, den ganzen Tag.]
AtemwegeHeiserkeit: bei vielen Beschwerden; bei Husten, Schnupfen usw. Kehlkopf: schmerzhaft, trocken, zusammengeschnürt; schlimmer durch Berührung, Singen, Sprechen oder Schlucken; greift [beim Husten] nach dem schmerzhaften Kehlkopf. Erstickungsgefühl: wie von einem Stöpsel, Ventil oder Blättchen im Kehlkopf; wacht davon auf; mit heftigem, schmerzhaftem Herzklopfen und blauen Lippen; mit starkem Schweiß. Geräuschvolle, pfeifende Einatmung; auch beim Einschlafen. Ängstliches Schnappen nach Luft. Husten: hohl, bellend, krähend oder sägend44

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„Der Husten klingt wie eine Säge, die durch ein Kiefernbrett getrieben wird, jeder Hustenstoß entspricht einem Durchziehen der Säge“ (Hering, Guiding Symptoms).

; eng, trocken, kruppartig; weckt aus dem Schlaf; danach Brennen in Brust und Hals; schlimmer durch Aufregung, auch durch Süßigkeiten und Trinken von Kaltem, besonders von kalter Milch; besser allgemein durch Trinken oder Essen, besonders von Warmem. Versagende Stimme beim Singen oder Sprechen. Gefühl, man müsse durch einen trockenen Schwamm atmen. Brust so angegriffen, kann fast nicht mehr sprechen; Erstickungsanfälle beim Einschlafen. Asthma: muss den Kopf zurück biegen, um Luft zu bekommen; schlimmer zur Zeit des Vollmondes. Diphtherie. Krupp. Schleimauswurf: reichlich [oder spärlich]; schwer heraufzubringen, schluckt den Schleim wieder herunter; nach Milch riechend. Tuberkulose, die in der Lungenspitze beginnt. Vollheitsgefühl in der Brust. Atembeklemmung, durch Essen auch geringer Mengen gemildert. „Empfindung in der Schilddrüse und den Halsdrüsen, beim Atemholen, als führe Luft darin auf und ab.“ Struma.
HerzHeftiges Herzklopfen mit Atembeklemmung; wacht plötzlich nachts mit Herzschmerz und Erstickungsgefühl auf, in Angst und Schrecken. Blut steigt in Hals, Kopf und Gesicht; mit unwillkürlichem Schließen der Augen und Hervordringen von Tränen zwischen den geschlossenen Wimpern. Klappeninsuffizienz. Aortenaneurysma. Rheumatische Endokarditis. Herzhypertrophie mit Asthmasymptomen. Puls: schnell, hart, voll; oder schwach. Angina pectoris.
Äußerer Hals und RückenGefühl um den Hals wie zugeschnürt. Kreuzschmerz anstelle der Monatsblutung.
ExtremitätenTaubheit der Fingerspitzen. Taubheitsgefühl der unteren Körperhälfte. [Hitze im ganzen Körper, nur die] Oberschenkel taub und frostig. Schmerz in den Knien, beim Aufstehen vom Knien. Verdickung von Gelenken nach rheumatischem Fieber.
HautGeschwulst und Verhärtung von Drüsen. Fressendes Jucken am ganzen Körper.
SchlafWacht vor Schreck auf und glaubt zu ersticken; mit Furcht und Entsetzen.
FieberFliegende Hitze: mit Ängstlichkeit, Schmerz in der Herzgegend, [Weinen und Untröstlichkeit], möchte lieber auf der Stelle sterben; mit feuchtkalten Oberschenkeln; schlimmer durch daran Denken. [Starke, einseitige Gesichtshitze, die selbst durch den Gedanken daran erneuert wird.] Nach Gehen im Freien plötzliche Schwäche und Hitzewallung; muss sich legen.
KomplementärHepar sulfuris.
VerwandtIodium; Ledum.

  • Der „Röst-Schwamm“ (Hahnemann). Über glühenden Kohlen gerösteter Badeschwamm, Spongia officinalis oder Sp. maritima.

  • Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 6; dazu einige Symptome von Fincke und Bell (AE, Band 9). Die Indikation bei Struma hat Hahnemann bereits aus der „gemeinen Hausmittel-Praxis“ übernommen.

Stannum
AllgemeinesDie Hauptwirkung des Zinns richtet sich auf das Nervensystem. Das Mittel ruft extreme Schwäche hervor, die besonders in der Brust, im Hals, im Magen, in den Oberarmen und den Oberschenkeln empfunden wird. Patient kann vor Kraftlosigkeit nicht einmal sprechen; fällt gleichsam auf den Stuhl, weil ihm die Kraft fehlt, sich langsam hinzusetzen; zittert bei Bewegung. Die Schwäche wird viel stärker beim Treppabgehen gespürt als beim Treppensteigen. Lähmungsartiges Schwere- oder Schwächegefühl. Krämpfe: hysterische; in Zwerchfellgegend und Unterleib, mit Schmerzen dort. Epileptische Anfälle, mit Werfen der Glieder, eingeschlagenen Daumen, Opisthotonus, Bewusstseinsverlust und ‚sexuellen Komplikationen‘.45

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Was diese aus Herings Guiding Symptoms übernommene Angabe meint, ist nicht klar. In den von den Kompilatoren der Guiding Symptoms benutzten Klinischen Erfahrungen von Rückert wird jedoch folgende Bemerkung von Hartmann wiedergegeben: „Stannum nimmt unter den Anti-Epilepticis einen der ersten Plätze ein, da sich sein Wirkungskreis auf das ganze animale und vegetative Nervensystem, sowie auf einzelne Nervenstämme und Plexus, namentlich auch auf die Genitalien beider Geschlechter erstreckt, worin doch sehr häufig eine Epilepsie wurzelt“ (Band 4:592). Danach wäre es denkbar, dass gemeint ist: Epilepsie als Komplikation sexueller Störungen.

Beschwerden der Schleimhäute, die gelbe, schleimig-eitrige Sekrete produzieren. Schmerzen steigen langsam, bis zu einer bedeutenden Heftigkeit, und nehmen ebenso langsam wieder ab. Drückend ziehende Schmerzen. Neuralgien: des Zwerchfells; Unterdrückung von Neuralgien46

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Die Angabe stammt von Kent, der einen Zusammenhang zwischen Neuralgien und Schwindsuchtneigung bei Stannum herstellt. „Wenn die Stannum-Neuralgie unterdrückt wird, sehen wir Phthisis in Erscheinung treten.“

. Schmerzhafte Krämpfe. Hysterie. Abmagerung. Wiederholte, kurze Attacken. Üble Folgen von: Gemütsbewegungen, Schreck; Masturbation; Zahnung; Gebrauch der Stimme. Gürtelgefühl, Beklemmung wie von einem Reif um die Brust, beim Gähnen. Das Kind möchte über die Schulter gelegt werden [sodass die Schulter gegen den Bauch drückt]. „Zittrigkeit, am meisten bei langsamen Bewegungen fühlbar.“ [Zittrig und haltlos im ganzen Körper und den Gliedern; doch zittert bei leichtem Auflegen die Hand mehr als beim festen Zugreifen.] Lähmungen: infolge von Wurmleiden; nach Krämpfen, Gemütsbewegungen, Masturbation. Hemiplegie; gelähmte Teile ständig schweißfeucht.
SchlimmerJeder Gebrauch der Stimme. Kälte. 10 Uhr morgens. Liegen auf der rechten Seite. Durch Bewegung. Während47

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Bei Phatak heißt es „nach“ (after); vgl. aber diese beiden charakteristischen Symptome aus den Chronischen Krankheiten: „Große Müdigkeit mit steter Neigung zu sitzen; beim langsam Gehen empfindet er es am meisten, weshalb er unwillkürlich schnell geht.“ „Bei schnellem Bewegen fühlt er die Entkräftung weniger, desto mehr aber nachher.“

langsamer Bewegung. Warme Getränke. Während des Stuhlgangs. Treppab gehen. Steigen. Berührung.
BesserFester Druck gegen eine Kante; wenn man sich über etwas Hartes legt [Tischkante]; Zusammenkrümmen [etwa über eine Stuhllehne]. Husten und Auswurf [lindert die Heiserkeit]. Während schneller Bewegung.
Geist und GemütSehr empfindlich in Bezug auf das, was die Leute über sie sagen. Ängstlich, nervös, schwermütig, schlimmer [in der Woche] vor der Menstruation. Fühlt sich elend, unglücklich, mutlos. Kann eine Idee, die sich einmal in ihrem Geist festgesetzt hat, nicht mehr loswerden. Unlust zu sprechen, Abneigung gegen Gesellschaft. Plötzliche Zornesausbrüche. Vergesslich und geistesabwesend. „Unerträgliche Unruhe, dass man sich nicht zu lassen weiß.“ Hoffnungslos, verzweifelnd; ihr ist die ganze Zeit nach Weinen zumute, aber Weinen verschlimmert den Zustand.
KopfStarkes, schmerzhaftes Zusammenschnüren in Stirn und Schläfen. Drückend betäubender Kopfschmerz. Erschütterung beim Gehen dröhnt schmerzhaft im Kopf. Migräne zerebralen Ursprungs, Kopfweh besser nach Erbrechen. Heftiger, glühend klopfender Schmerz; Gefühl, als sollte der Kopf bei den nach außen48

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Phatak schreibt, Hering folgend, „with inward blows“, womit sowohl innerliche als auch nach innen gerichtete Schläge gemeint sein können. Der Vergleich mit der Quelle, einer Kasuistik von Schrön, die in Rückerts Klinischen Erfahrungen, Supplementband 1:193 abgedruckt ist, zeigt jedoch, dass die Angabe so zu verstehen ist, wie sie oben formuliert ist.

pressenden Schlägen zerspringen. Schwindel, als wären alle Gegenstände zu weit entfernt.
AugenMatte, trübe, eingefallene Augen. Lidptosis; jede Woche erneuert.
OhrenOhrgeräusch wie Schreien oder Knarren beim Naseputzen. Vereiterung und Geschwürigkeit eines Ohrlochs.
NaseÜberempfindlich gegen Gerüche.
GesichtBlass. Gesichtsschmerz. Neuralgie des Jochbeins; zur Zeit der Menstruation. [Vor der Regel, Schmerz am Jochbein bei Berührung; bei der Regel, Schmerz am Jochbein wie von einem Stoß, schon bei Bewegung der Gesichtsmuskeln.]
MundKitzel an der Zungenwurzel. Geschmack: sauer; süßlich; alles schmeckt bitter, nur nicht Wasser.
HalsZäher Schleim haftet im Hals und kann nur unter Anstrengungen gelöst werden, die Brechreiz hervorrufen. Schneiden im Schlund [wie mit Messern] beim Schlucken. „Übel und brecherlich im Schlunde.“ Trockenheit im Schlund. Beißender Schmerz im Hals.
MagenKochgerüche erregen Übelkeit und Erbrechen. Erbrechen: heftig; von Blut oder Galle; frühmorgens; nach dem Gegessenen riechend. Leeregefühl im Magen. Gefühl von Unbehaglichkeit im Magen.
AbdomenBrennschmerz in der Lebergegend. Phrenikodynie; hysterischer Art. Schneidende, kneipende Kolikschmerzen: mit Hungergefühl im Magen und Durchfall, der erschöpft; besser durch harten Druck [Legen über einen Tisch]. Abgang von Würmern. Krampfartige Bauchschmerzen; hysterisch. Kolik bei Kindern, besser, wenn man sie über die Schulter legt [sodass die Schulter gegen den Bauch drückt]. Stuhlverstopfung; Stühle trocken, hart und knotig, oder ungenügend und grünlich. Montagsverstopfung, d. h. nach Sonn- und Feiertagen49

49

Phatak schreibt „nach Arbeitstagen“, was ein offensichtlicher Irrtum ist.

.
HarnwegeWie Gefühllosigkeit der Harnblase, kein richtiger Harndrang; „nur eine Vollheit im Unterleibe scheint auf dies Bedürfnis hinzudeuten, [und wenn er dann den Urin lässt, so ist es sehr wenig].“ Atonie der Blase.
Männliche GenitalienSexuelle Erregung. „Unerträgliches Wollust-Hochgefühl in den Zeugungsteilen und im ganzen Körper, bis zur Samenentleerung“; danach Erschöpfung.
Weibliche GenitalienVermehrtes Sexualverlangen; kommt leicht zum Orgasmus. Kratzen entfernter Körperteile (etwa der Arme) erregt ein unerträgliches Lustgefühl in den Genitalien und führt zum Orgasmus. Herabdrängen in der Uterusregion. Prolaps des Uterus und der Vagina, besonders beschwerlich beim Stuhlgang. Starker Körpergeruch während der Menstruation. Monatsblutung frühzeitig und stärker als sonst. Erotische Manie, vor der Menstruation. Ausfluss: gussweise; mit großem Kräfteverlust; gelblichen, weißen oder durchsichtigen Schleims. Kind verweigert die Muttermilch. Uterussymptome verbunden mit einem ziehenden Schwächegefühl in der Brust. Schmerz, der in der Vagina nach oben geht, und nach hinten zum Rückgrat.
AtemwegeStimme: tief, hohl, heiser; besser durch Ausräuspern von Schleim [wonach die Stimme höher klingt]. Viel Schleim in der Luftröhre. Husten: erregt durch Lachen, Singen, Reden; schlimmer im Liegen auf der rechten Seite. Auswurf: leicht sich lösend; Massen von hellgelbem Eiter oder Schleimklumpen, von süßlichem, faulem, zuweilen säuerlichem oder salzigem Geschmack. Kurzatmig von jeglicher Anstrengung; muss die Kleider öffnen. Neigung zum Tiefatmen. Gefühl von Rohheit in der Brust, oder wie hohl. Bluthusten, gepaart mit reichlichem Auswurf. [Fürchterlicher Husten mit Auswurf und Blutspucken.] Stiche: in der linken Brustseite, beim Atmen oder beim Liegen auf der rechten50

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Phatak schreibt, wie Hering, „on that side“, auf dieser (= der linken) Seite. Korrigiert nach Bönninghausen, dessen Angabe mit den allgemeinen Modalitäten sehr viel besser übereinstimmt.

Seite; Stiche wie von einem Messer eine Handbreit unter der linken Achselhöhle. Katarrhalische Phthisis. Bronchiektase. Würgen beim Husten. Kann nicht gehen und auch sonst überhaupt nichts tun, ohne zu husten.
ExtremitätenAnschwellen der Hände und der Fußknöchel. Lähmungsartige Schwäche; lässt Sachen fallen. Gliedmaßen versagen plötzlich den Dienst, wenn man versucht, sich hinzusetzen [sodass man in den Stuhl fällt]. Zittrige Knie. Zuckender Schmerz [zwischen Daumen und Zeigefinger] beim Halten der Schreibfeder. Neuritis. Lähmung der Maschineschreiber. Krampfhafte Zusammenziehung der Finger; Einschlagen des Daumens. Krampfartiges Zusammenziehen in den Händen, kann den Besenstiel nicht mehr loslassen. Gebrauch der Stimme, etwa Singen, erregt Schwäche im Oberarm, die sich auf den ganzen Körper ausbreitet; lautes Vorlesen führt zu Schmerzen in [Brust, Hals und] Deltamuskel.
SchlafJammern, Weinen und furchtsames Flehen im Schlaf. Nachts, beim Erwachen, liegt er auf dem Rücken, das rechte Bein ausgestreckt, das linke herangezogen und halb entblößt.
FieberSchauder um 10 Uhr vormittags, mit Gefühllosigkeit in den Fingerspitzen. Brennen der Handflächen und Fußsohlen. Febris hectica. Schwächender, modrig [wie faules Stroh] riechender Schweiß, besonders um 4 Uhr morgens.
KomplementärPulsatilla.
VerwandtCalcarea carbonica; Kali carbonicum; Lachesis; Natrium muriaticum; Phosphorus; Sulfur.

  • Das Metall Zinn (Sn).

  • Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band 5, sowie Reine Arzneimittellehre, Band 6. Einige weitere Symptome stammen aus einer Prüfung des französischen Arztes Pitet (AE, Band 9).

Stannum iodatum
AllgemeinesWertvoll bei chronischen Brustleiden, die sich durch plastische Gewebeveränderungen und persistierenden Hustenreiz auszeichnen. Kitzel an einer trockenen Stelle im Hals (meist anscheinend an der Zungenwurzel) erregt den Husten, der zunächst schwach klingt und mit Kurzatmigkeit verbunden ist. Er gewinnt jedoch bald an Kraft und Lautstärke und führt dann zu reichlich blass gelblichem Auswurf. Dieser bessert zunächst den Zustand des Kranken, doch bald darauf folgt ein Trockenheits- und Schwächegefühl in Hals und Brust, verbunden mit vermehrter Atembeklemmung. Angezeigt in Fällen, die sich hinschleppen und ein Alterans51

51

„Alterative“ (Clarke; bei Phatak durch einen Druckfehler zu „alternative“ verändert). Ein Alterans ist ein umstimmendes Mittel, das den Krankheitszustand verändert, sodass eine neue Verordnung möglich wird.

benötigen. Empfohlen werden tiefe Potenzen (C2 oder C3).

  • Zinnjodid, SnI2.

  • Ungeprüft. Alle Symptome stammen aus der klinischen Erfahrung von Youngman, zitiert in Clarke, Dictionary. Dort findet sich auch ein Fallbeispiel.

Staphysagria
AllgemeinesNervenleiden, die mit Zittern verbunden sind, stellen einen ausgeprägten Aspekt dieser Arznei dar. Sie ruft sexuelle Störungen hervor, sowohl physischer als auch psychischer und sozialer Art; sie erregt übermäßiges und abweichendes Sexualverlangen und Masturbationsneigung sowie physische Zustände, die mit den Folgen solcher Praktiken korrespondieren. Das Mittel wirkt auf die Zähne; die Harnwege; die Bindegewebe, die Augenlider; die äußere Haut; die Drüsen und Lymphknoten; den rechten Deltamuskel. Krankhaft überempfindlich; das geringste Wort, das ihr unrecht erscheint, verletzt sie sehr; die speziellen Sinne sind überreizt, Sinneseindrücke werden so scharf wahrgenommen, dass sie unerträglich erscheinen; ob Berührung, Geruch, Geräusch oder Geschmack, alle Sinneswahrnehmungen sind schmerzhaft verstärkt. Zusammendrückende, zerquetschende oder stechend beißende Schmerzen; Schmerzen wie von einem glatten Einschnitt. Schmerzen, die in die Zähne fahren. [Es reißt und zerrt vom Kopfe herab durch die Backen bis in die Zähne.] Schließmuskeln: eingerissen, überdehnt. Gewebezerreißungen: Dammrisse usw. Stichschmerzen [Seitenstechen], die nach Operationen zurückbleiben. Üble Folgen von: Zorn oder Kränkung; unterdrücktem, zurückgehaltenem Zorn; Verletzungen, etwa durch Sturz; glatten Schnittwunden, etwa nach Operationen; Masturbation, sexuellem Missbrauch, sexuellen Ausschweifungen; Zahnung; Tabakmissbrauch; Quecksilberabusus. Schmerzhafte Schwellungen von Drüsen und Lymphknoten. Gichtknoten an den Gelenken. Anschwellung und Eiterung der Knochen; auch des Periost. Exostosen. Warzen. Kondylome. Halbseitige Lähmung, nach Ärger. Steifheit und Mattigkeitsgefühl in allen Gelenken. Schmerzhaftigkeit des ganzen Körpers, mit Mattigkeitsgefühl.
SchlimmerGemütsbewegungen: Verdruss, Kummer; Ärger; Entrüstung; Streit. Sexuelle Ausschweifungen. Masturbation. Berührung. Trinken von Kaltem. Gewebezerreißungen. Dehnen und Strecken von Körperteilen [oder des ganzen Körpers]. Koitus. Nach dem Wasserlassen oder auch „außer dem Harnen“. Nachts. Neumond; vor dem Vollmond.
BesserWärme. Ruhe. Frühstück. Koitus52

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Meist wird nur eine Verschlimmerung durch Geschlechtsverkehr angegeben, doch es werden auch Beschwerden von sexueller Enthaltung berichtet. Ein Beispiel für eine Besserung durch Koitus nennt Hering; gebessert wird ein hohles Gefühl im Hinterkopf (vgl. unter „Kopf“).

.
Geist und GemütHeftige Wutausbrüche. Immer voller Ärger. Übellaunig, quengelig; „alle Dinge, die er in die Hand nahm, wollte er von sich werfen“. Kind schreit nach Dingen, die es von sich stößt, wenn man sie ihm gibt. Gedächtnisschwäche. Gedanken kreisen ständig um sexuelle Themen, „ausschließende Beschäftigung der Phantasie mit sinnlichen Gegenständen.“ Unbefriedigter Sexualtrieb; bei Witwen. Schnippisch, barsch; physisch wie psychisch höchst empfindlich. Hypochondrie.53

53

Ein interessantes Symptom, das diesen heute nicht mehr sehr gebräuchlichen ‚Krankheitsnamen‘ illustriert, findet sich in der Reinen Arzneimittellehre: „Ein beängstigendes und atembeengendes Spannen quer durch den Oberbauch, in den Hypochondern (wie die Hypochondristen zu klagen pflegen).“

Eingebildete Beleidigungen. Reizbar, nervös, erregbar, heftig. Große Entrüstung über die Taten, die andere oder er selbst begangen haben; grämt sich wegen der Folgen. [Geisteskrankheit:] Bildet sich ein, er werde sein Vermögen verlieren, seine Frau werde ihn verlassen. Beschwerden von zurückgehaltenem Unwillen. Sehr empfindlich gegenüber dem, was andere über sie sagen. Traurig, ohne irgendeine Ursache angeben zu können, mit Reizbarkeit. Üble Folgen von Strafpredigten oder Bestrafungen, bei Kindern [etwa: Durchfall]. Mangel an Selbstbeherrschung.54

54

Gemeint ist hier vor allem, dass die Patienten krank werden, wenn sie ihre Gefühle zurückhalten oder im Zaum halten müssen. Vgl. etwa Kent, Lectures: „Wenn ein Staphysagria-Patient sich beherrschen muss, fällt er förmlich auseinander, zittert von Kopf bis Fuß, kann nicht sprechen, kann nicht arbeiten, kann nicht schlafen und bekommt Kopfweh.“

Furcht; hat vor dem eigenen Schatten Angst. [Wenn er schnell geht, ists ihm, als komme jemand hinter ihm drein; dies macht ihm Angst und Furcht, und er muss sich immer umsehen.]
KopfKopfweh: zusammendrückend; drückend betäubend, unter häufigem Gähnen vergehend; gemildert durch Anlehnen des Kopfes. Gefühl, als würde das Gehirn zusammengedrückt oder als wäre es zerrissen. Empfindung von etwas Schwerem, etwa einer Bleikugel, in der Stirn. Nässender, stinkender, die Kopfhaut anfressender Schorf, am meisten am Hinterkopf. Schuppen. Kopfläuse. Haarausfall; besonders am Hinterkopf und um die Ohren. Schwindel [besonders beim Sitzen]; vermindert beim Herumgehen, auch im Kreis, sowie durch schnelles Herumdrehen auf dem Absatz. Gefühl, als wäre das ganze Gehirn taub [oder aus Holz]. Gefühl im Hinterkopf, als wäre er hohl.
Augen[Bei der geringsten Anstrengung zu sehen brennen die Augen], als ob sie ganz trocken wären, obgleich sie fortwährend in Tränen schwimmen. Knoten in den Lidern; Gerstenkörner, auch rezidivierende. Blepharitis. Brennende Schmerzen im Augapfel, oder Stöße darin, als wollte er zerspringen, bei syphilitischer Iritis. Tief liegende Augen; mit blauen Rändern. Heiße, brennende Tränen laufen aus dem (linken) Auge, wenn man in die Sonne sieht.
OhrenSchwerhörigkeit infolge von Vergrößerung der Tonsillen; auch bei Kindern infolge von Rachenmandelhyperplasie.
NaseSchnupfen: bald dicker, bald dünnflüssiger Schleim; mit geschwürigen Nasenlöchern. Öfteres Niesen ohne Schnupfen.
GesichtKrankes, angegriffenes, spitziges Aussehen, mit spitzer Nase. Gesichtsneuralgie infolge von Zahnkaries; Schmerz von den Zähnen bis ins Auge. Unterkieferdrüsen schmerzhaft, mit oder ohne Anschwellung; Abszesse. Prosopalgie, Schmerzen schießen von den Lippen über das ganze Gesicht [sobald die Lippen etwa mit einem Löffel berührt werden]; verschlimmert durch Kauen [Essen fester Speisen unmöglich].
MundZähne: gelockert; schwarz; bröckelnd; schwarze Streifen aufweisend; Schmerzen schlimmer beim und nach dem Essen und während der Menstruation, besser durch Wärme, auch durch starken Druck. Blasses, blutendes Zahnfleisch. Alveolarpyorrhö. Modriger Mundgeschmack. Übermäßig empfindliche kariöse Zähne; bei Schmerzen während des Einbringens von Zahnfüllungen. Zähne verfallen, kaum dass sie durchgebrochen sind. Zahnfistel. Stomatitis. Mundfäule.
HalsStetes Schlucken beim Sprechen. Tonsillen angeschwollen; stechender Schmerz, der beim Schlucken ins Ohr fährt. Verhärtung der Tonsillen; Hypertrophie der Tonsillen, mit näselnder Stimme.
MagenHungrig, selbst bei vollem Magen. Verlangen nach Brot, Alkohol, Tabak, Milch. Empfindung im Magen, als hinge dieser schlaff herunter. Übelkeit, besonders postoperative.
AbdomenSchwächegefühl im Bauch, als sollte er abfallen, möchte ihn abstützen. Starke Bauchschmerzen nach Bauchoperationen. Dicker Bauch (bei Kindern) mit vielen Blähungen. Koliken: Gallenkolik; nach Zorn. Blähungen: heiß; nach faulen Eiern riechend. Ruhrartige Stühle, schlimmer, nachdem man die geringste Menge Speise oder Getränk zu sich genommen hat. Durchfall nach Trinken kalten Wassers. Hämorrhoiden extrem berührungsempfindlich. Dysenterie bei schwächlichen, kränkelnden, blähbäuchigen Kindern.
HarnwegeÖfterer Harndrang, entweder mit geringem Abgang oder mit reichlicher Absonderung wässrigen Harns. Harndrang, dann Abgang geringer Harnmenge in dünnem Strahl, bisweilen nur tropfenweise. Gefühl, als liefe beständig ein Tropfen Urin die Harnröhre entlang; schlimmer nach Gehen oder Fahren, besser nach Wasserlassen. Brennen in der Harnröhre, „bloß außer dem Harnen.“ Vergeblicher Harndrang bei jungverheirateten Frauen [Flitterwochenzystitis]; auch während der Schwangerschaft. Nach dem Wasserlassen Empfindung, als wäre die Blase noch nicht leer [denn es tropft noch immer etwas ab]. Zystozele.
Männliche GenitalienStändiges Kreisen der Gedanken um sexuelle Themen. Sexuelle Neurasthenie. Priapismus. Samenergüsse, gefolgt von großer Erschöpfung. „Gegen Ende des Beischlafs, Engbrüstigkeit.“ „Wollüstiges Jucken um den Hodensack“ [das beim Reiben immer zunimmt und endlich einen Samenerguss bewirkt]. Prostatitis, mit Schmerz, der sich vom After aus entlang der Harnröhre erstreckt. Weiche, nässende Auswüchse in der Rinne hinter der Eichelkrone. Prostatahypertrophie mit Hämorrhoiden. Orchitis; infolge von Mumps. Atrophie der Hoden.
Weibliche GenitalienErhöhtes Sexualverlangen, der Geist beschäftigt sich zu sehr mit „sinnlichen Gegenständen“. „Schmerzhafte Empfindlichkeit der Geschlechtsteile; wenn sie sitzt, tut es ihr da weh.“ Schmerzen in den Ovarien, die bis in die Oberschenkel fahren; schlimmer durch Druck und durch Geschlechtsverkehr. Salpingitis. Amenorrhö infolge von Entrüstung. Granuläre Proliferationen in der Vagina. Juckreiz oder Empfindlichkeit der Vulva. Menstruation: regelmäßige Blutung, mit Wehtun um die Hüften herum und Kraftlosigkeit in den Gliedmaßen. Der erste Geschlechtsverkehr ist sehr schmerzhaft und hat akute psychische und körperliche Leiden zur Folge.
AtemwegeBrustbeklemmung: mit Zusammenschnürung der Brust; gegen Ende des Geschlechtsverkehrs; nach Samenerguss. Husten: erregt durch Zähneputzen oder Tabakrauch; schlimmer nach Fleischgenuss; abwechselnd mit Ischialgie [d. h. Husten im Winter, Ischialgie im Sommer].
HerzHerzklopfen: „bebend“; beim Anhören von Musik.
Äußerer Hals und RückenSchmerz im Kreuz wie von Verheben; schlimmer durch Geschlechtsverkehr, morgens und beim Aufstehen vom Sitzen.
ExtremitätenFeines Reißen in den Fingerspitzen, oder Taubheit der Fingerspitzen. Unvollständige Osteogenese, insbesondere der Fingerknochen; Ostitis der Phalangen. Gichtknoten an den Fingergelenken. Femoralis-Neuralgie. Zerschlagenheitsgefühl und Schmerzhaftigkeit aller Glieder. Mattigkeit in den Kniegelenken. Schlurfender Gang. Wehtun der Hinterbacken beim Sitzen.
HautDer Gürtelrose vorausgehende Schmerzen. Hautsymptome, die mit Gelenkschmerzen abwechseln. Beißendes Jucken wie von Ungeziefer; durch Kratzen vergeht es an einer Stelle und erscheint an einer anderen. Ekzem mit dicken Schuppen oder Schorf, heftig juckend. Trockene, gestielte Feigwarzen. Geschwüre, mit wildem Fleisch, die sehr empfindlich sind; Berührung kann Krämpfe erregen.
SchlafHeftiges Gähnen und Strecken, dass ihm die Tränen in die Augen treten. Kind erwacht, stößt alles von sich und verlangt, dass alle aus dem Zimmer gehen; ruft alle Augenblicke nach der Mutter. Erotische Träume mit Pollutionen. Schläfrig den ganzen Tag, liegt die ganze Nacht wach, der ganze Körper tut weh.
FieberMöchte sich entblößen. Schweiß: profus; kalt; nach faulen Eiern riechend; mit Verlangen, sich aufzudecken. Unfähigkeit zu schwitzen [selbst bei der größten Anstrengung].
KomplementärCausticum; Colocynthis.
VerwandtChamomilla; Mercurius.

  • „Stephanskörner“, „Läusesamen“. Die Samen von Delphinium staphysagria, dem Stephanskraut, einem Verwandten des Rittersporns.

  • Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 5.

Sticta
AllgemeinesDie als Lungenmoos bekannte Pflanze ist ein Heilmittel bei Schnupfen, Bronchialkatarrh, Nervenleiden und rheumatischen Beschwerden. Allgemeines dumpfes Gefühl und Mattigkeit, als ob eine Erkältung im Anzug wäre. Rheumatismus und dadurch bedingte Steifheit. Nervosität; Levitationsempfindungen, als ob Körperteile in der Luft schwebten. Schmerzende, trockene Schleimhäute. Diagonale Schmerzen [links oben, rechts unten oder umgekehrt]. Hysterie und veitstanzartige Bewegungen; nach Blutverlust. [Sobald die Nacht einbricht, tanzen und hüpfen ihre Füße gegen ihren Willen, sie muss sie festhalten.] Üble Folgen von Sturz; von Blutungen.
SchlimmerNachts. Liegen. Bewegung. [Plötzliche] Temperaturveränderungen.
BesserErgiebige, frei fließende Absonderungen. Im Freien.
Geist und GemütDrang, über alles und jedes zu reden, egal ob jemand zuhört oder nicht [hat das Gefühl, sie könne einfach den Mund nicht halten]. Wird sehr lebhaft, tobt herum wie ein Kind. Gefühl, als schwebte sie in der Luft.
KopfKopfweh im Zusammenhang mit Katarrh, bevor die katarrhalische Absonderung einsetzt. Schweregefühl, besonders in der Stirn.
AugenBrennen in den Augenlidern, mit Schmerzhaftigkeit des Augapfels, beim Schließen oder Wenden des Auges.
NaseDruckgefühl oder Vollheitsempfindung wie verstopft an der Nasenwurzel. Ständiges Bedürfnis, sich die Nase zu putzen, aber es kommt nichts dabei heraus [weil die Nase so trocken ist]. Schmerzhafte Trockenheit der Nasenschleimhaut. Schnupfen, das Sekret trocknet schnell aus und bildet Krusten, die schwer abzulösen sind. Heuschnupfen, unaufhörliches Niesen.
HalsTrockenheit des Schlundes; Schleim gerät durch die Choanen in den Rachen.
AbdomenSchaumiger Durchfall [mit Windabgang]; besonders morgens.
HarnwegeHarnausscheidung reichlich, mit Empfindlichkeit und Schmerzhaftigkeit der Harnblase.
Weibliche GenitalienMilchmangel nach der Entbindung.
AtemwegeKitzel hoch oben im Rachen. Husten: unaufhörliches trockenes Hüsteln, das am Schlafen hindert; je mehr man hustet, desto größer wird der Hustenreiz; schlimmer beim Einatmen, gegen Abend und wenn man müde wird; zurückbleibend nach Masern, Erkältungen, Influenza oder Keuchhusten. Taubheit der Luftwege. Ein Pulsieren von der rechten Seite des Brustbeins bis hinunter ins Abdomen. Bronchitis. Schmerz durch die ganze Brust, vom Brustbein bis zur Wirbelsäule; anhaltend, schlimmer bei Bewegung.
Äußerer Hals und RückenSchmerzender, steifer Hals; Schmerzen bis in die Schulter.
ExtremitätenUnruhige Hände und Füße [sie bewegen sich gegen ihren Willen]. Gefühl, als schwebte ein Bein in der Luft [spürt das Bett nicht, auf dem das Bein liegt]. Rheumatismus; umschriebener roter Fleck auf den betroffenen Gelenken. Bursitis, besonders am Knie. Kalte, feuchte Extremitäten. Starker Schweiß der Hände. Veitstanzartige Krämpfe.
SchlafSchlaflos: infolge von Nervosität; wegen Husten; postoperativ.
VerwandtElaps; Guajacum; Sanguinaria; Thuja.

  • Sticta pulmonaria = Lobaria pulmonaria, eine Flechte.

  • Prüfungen von Burdick, Lilienthal und Dewey. Nachzulesen teils bei Hale, New Remedies, teils bei AE, Band 9, teils bei Clarke, Dictionary.

Stramonium
AllgemeinesDatura stramonium, der Stechapfel, richtet seine Hauptwirkung auf das Gehirn und ruft eine ausgeprägte und anhaltende Störung der geistigen Fähigkeiten hervor, mit Halluzinationen, fixen Ideen, Zwangsvorstellungen, Schreckdelirien usw. Stramonium ist somit ein Mittel bei Furcht und Schrecken, das jedoch in der Erstwirkung keine eigentlichen Schmerzen erzeugt.55

55

Hahnemann, von dem der letzte Halbsatz stammt, gibt allerdings an, die Arznei errege „sehr unangenehme Gefühle, die die Versuchsperson doch nicht mit dem Namen ‚Schmerz‘ belegen kann“.

Die Absonderungen sind unterdrückt, weder Urin noch Stuhl wird ausgeschieden. Hals, Haut und Spinalnerven werden ebenfalls angegriffen. Erhöht die Beweglichkeit der mimischen Muskeln sowie der Muskeln des Bewegungsapparats; die Bewegungen können graziös und rhythmisch sein, dabei unkoordiniert; besonders Kopf- und Armbewegungen werden hervorgerufen. Zittern der Glieder. Parkinson. Nervöser Tremor. Konvulsionen und Spasmen, schlimmer nachts; nach Masturbation. Lähmung einer Körperseite, die andere von Krämpfen geschüttelt; oder auch halbseitige Lähmungen, mit Zuckungen verbunden. Chorea, Epilepsie; durch Schreck ausgelöst. Hysterie, Weinen und Lachen abwechselnd, mit sexueller Erregung. Katalepsieartige Zustände, die Gliedmaßen können von anderen bewegt werden [und behalten dann die gegebene Richtung]. Tonische und klonische Krämpfe im Wechsel. Posttraumatische Neuritis. Generalisierte Paralyse der Geisteskranken. Üble Folgen von: psychischem Schock; Schreck; Sonneneinwirkung; Entbindung; Unterdrückung [von Hautausschlägen und Absonderungen]. Hydrophobie, Tollwut. Fehleinschätzungen der Entfernung oder Größe von Gegenständen [greift nach Gegenständen, die am anderen Ende des Zimmers sind]. „Gefühl in den Armen und Beinen, als wenn diese Glieder von dem Körper getrennt da wären.“
SchlimmerGlänzende Gegenstände (Spiegel, Wasserflächen usw.). Schreck. Nach Schlaf. Dunkelheit. Bewölkte Tage. Schlucken. Unterdrückung [von Hautausschlägen, Absonderungen]. Unmäßiges Verhalten, Alkoholabusus. Berührung.
BesserLicht56

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„Die Dunkelheit, das Alleinsein und der Morgen verschlimmern den Zustand; sie will Licht (Sonnenschein) und Gesellschaft“ (Helbig). Als „glänzender Gegenstand“ kann Licht jedoch auch Krämpfe auslösen.

. Gesellschaft. Wärme.
Geist und Gemüt(Kind) erwacht voller Schrecken, erkennt niemanden, schreit vor Schreck, klammert sich an die Personen [oder auch Gegenstände], die in der Nähe sind. Furcht vor der Dunkelheit; Angst vor glänzenden Gegenständen. Religiöse Wahnzustände. Inbrünstiges Beten und Singen, flehendes, inständiges Bitten, ununterbrochenes Schwatzen. Furchterregende Halluzinationen, die den Patienten in Schrecken versetzen; sieht Gespenster, lebhaft glänzende oder grässliche Phantasiegestalten, Tiere; sie springen ihm zur Seite57

57

„Er hat überhaupt mehr Traumgestalten zur Seite als vor sich, die ihm alle Grausen erregen“ (Hahnemann, Reine Arzneimittellehre).

plötzlich aus der Erde hervor, oder sie nähern sich ihm. Wilde Erregung, etwa bei Pavor nocturnus. Begeht alle Arten von verrückten Handlungen. Aktives, wechselhaftes Delirium; Delirium tremens. Tobsüchtige Manie; mit kaltem Schweiß. Andere sprechen zu hören ist unerträglich. Selbstvorwürfe. Verliert den Verstand oder die Sprache. Seltsame, absurde Ideen: kommt sich sehr groß vor; bildet sich ein, doppelt zu sein oder quer über dem Bett zu liegen; glaubt, die Hälfte seiner Körperteile sei abgeschnitten usw. Möchte Gesellschaft; [oder] scheu, versteckt sich, versucht zu entfliehen. Spricht in fremden Sprachen [auch mit Abwesenden]. „Des Nachts Lach- und am Tage Weinkrampf.“ Exaltierte Zustände: Stolz, Hoffart, vornehm tun; übertriebene Lustigkeit. Führt unzüchtige Reden. „Gefühl in den Armen und Beinen, als wenn diese Glieder von dem Körper getrennt da wären.“ Furcht und Angst, wenn man Wasser laufen hört; Abscheu vor allen Flüssigkeiten. Manisch, stößt Flüche aus, zerreißt die Kleider mit den Zähnen. Aggressive Sprache. Selbstentblößung. „Dummheit“; stumpfsinnig. Sitzt still da, die Augen nach unten gerichtet, und zupft an ihren Kleidern herum. Möchte andere oder sich selbst umbringen. Angst [in der Eisenbahn], wenn man einen Tunnel passiert. Exaltierte psychische Zustände, abwechselnd mit eingewurzelter Melancholie. „Alle Gegenstände sind ihm nach dem Erwachen neu, selbst seine Freunde, als hätte er sie in seinem Leben nicht gesehen.“ Die Frau klagt, ihr Mann vernachlässige sie, der Mann beschuldigt seine Frau der Untreue.
KopfSchwindel, besonders beim Gehen im Dunkeln oder mit geschlossenen Augen [im Hellen kann er gut gehen]. Zuckt mit dem Kopf vom Kissen hoch und lässt ihn dann wieder zurückfallen; während des besinnungslosen Deliriums, bei Kindbettfieber usw. Kopfweh mit Neigung zum unzusammenhängenden Schwatzen. Kopf wie nach hinten gezogen; bei Schwindel. [Schmerz im Genick, der das Vorbeugen des Kopfes über einen gewissen Grad unmöglich machte], weshalb sich der Kranke gewöhnt hat, den Kopf immer mit den Händen zu stützen, sowohl beim Vorbeugen als auch beim Heben desselben; nach Sonnenstich. Meningitis; infolge unterdrückter Ohrabsonderungen. Kopfweh durch Sonneneinwirkung.
AugenStarr auf einen Punkt gerichtet, funkelnd, stier, weit aufgerissen. Strabismus: bei zerebralen Affektionen; während der Konvulsionen; verstärkt durch Gemütsbewegungen, besonders Schreck und Furcht. Halboffene Augen im Schlaf. Doppeltsehen. Tränen der Augen: bei Kopfweh; während der Fieberhitze; bei Ohrenschmerzen. Nachtblindheit. Grünsehen [alles erscheint plötzlich in grüner Farbe]. Gesichtstäuschungen: alles sieht aus wie durcheinander geworfen; alle Gegenstände erscheinen schwarz; alles erscheint schief; Dinge sehen zu klein oder auch zu groß aus. Dunkelwerden vor den Augen. Pupillen erweitert.
Ohren„Es bricht Wind aus beiden Ohren hervor.“ [Schwerhörigkeit oder vollständige] Taubheit. Akustische Halluzinationen.
NaseNasenflügel weiß [bei rotem Gesicht].
GesichtRot, aufgedunsen, heiß. Gesichtsfarbe und Ausdruck schnell wechselnd; bald rot, bald blass; Risus sardonicus, dann Ausdruck von Schreck und Furcht. Stirn gerunzelt, in Falten gezogen; auch bei zerebralen Erkrankungen. Einbildung, das eigene Gesicht sei verlängert [oder fremde Gesichter sehen länger aus]. Lippen: trocken, zusammenklebend. [Automatische] Kaubewegungen. Trismus.
MundZunge [weißlich], mit feinen roten Punkten. Zunge: trocken, ausgedörrt; geschwollen; hängt zum Mund heraus. „Stete Bitterkeit im Munde, und es schmecken ihm auch die Speisen bitter.“ Stammelnde Sprache. Aphasie. Ständiges Ausspucken. Zäher [oder eiweißartiger] Speichel tropft aus dem Mund. Zähneknirschen.
HalsTrockenheit im Hals, mit heftigem Durst; aber Abscheu vor Wasser, das ihn würgen lässt. Auf- und Abwärtsbewegung des Adamsapfels wie beim Schlucken. Gefühl, als stiege kochendes Wasser im Hals auf. Schlucken: schwierig; hastig.
Magen„Alles schmeckt strohähnlich.“ Erbrechen einer grünlichen Masse. Großes Verlangen nach Saurem; Zitronensaft bessert. [„Die allzu heftigen Erstwirkungen tilgt Zitronensäure.“] Hartnäckiger Schluckauf.
AbdomenFaulig riechender, dunkel gefärbter, schmerzloser, unwillkürlich abgehender durchfälliger Stuhl; mit Strabismus; mit Gesichtsblässe. Sommerdiarrhö der Kinder. Stuhlausscheidung unterdrückt.
HarnwegeAnurie, Unterdrückung der Harnproduktion; besonders bei Typhus, mit leerer Harnblase. Verlust der Austreibungskraft der Blase bei alten Leuten; Strahl sehr langsam, Patient kann den Abgang nicht beschleunigen. Schauder während des Urinierens.
Männliche GenitalienExaltierte sexuelle Erregung; mit unzüchtigen Reden und Handlungen. Hat die Hände ständig an den Geschlechtsteilen.
Weibliche GenitalienNymphomanie; unzüchtige Reden; singt obszöne Lieder. Übermäßig starke Menstruation, auf sexuelle Erregung folgend. „Unmäßige Monatreinigung.“ Geschwätzigkeit und Singen, während der Menstruation. Das Blut hat einen starken Geruch, der dem von Sperma ähnelt.58

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In der Reinen Arzneimittellehre heißt es etwas weniger bestimmt: „Geiler Gestank des Körpers während der Monatreinigung.“ Hering meint in seiner Gynäkologie und Geburtshilfe: „Während des Monatlichen ist ein Geruch wie Sperma sehr bemerklich.“

Wochenbettkonvulsionen und -psychosen, mit den psychischen Symptomen der Arznei sowie starkem Schweiß. Hat die Hände ständig an den Geschlechtsteilen. „Nach der Monatreinigung, Schlucksen und Winseln.“
Atemwege„Langsames Einatmen und sehr schnelles Ausatmen.“ Krampfhusten; „Hustenanfälle der Erwachsenen, welche dem Trunke ergeben sind“; Keuchhusten. Stimme heiser, krähend, kreischend; versagt plötzlich, oder wird „viel höher und feiner“, sodass er kein verständliches Wort mehr herausbringt. Krämpfe und Zuckungen des Kehlkopfes. Nervöses Asthma. Husten, schlimmer beim Sehen ins Licht, ins Feuer oder beim Ansehen glänzender Gegenstände. Beim Husten im Sitzen zucken die Beine hoch.
HerzHerz schwach, Puls unregelmäßig. Herzleiden, mit Zusammenschnürung der Brust und psychischen Symptomen.
Äußerer Hals und RückenSteifer Hals, kann den Kopf nicht nach hinten biegen. Ziehender Schmerz im Rücken. Empfindliches Rückgrat; der leichteste Druck [auf die Zervikalregion] ruft lautes Aufschreien und Toben hervor. Opisthotonus.
ExtremitätenGraziöse und rhythmische Bewegungen. Schlägt die Hände über dem Kopf zusammen59

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Bei Phatak heißt es „clasps hands over head“, verschränkt die Arme über dem Kopf; dies ist jedoch offensichtlich ein Schreibfehler für „claps“, wie u. a. Herings Guiding Symptoms belegen.

. Die Hände öffnen und schließen sich, [mit Werfen der Arme und Beine]. Ringt die Hände. Schwankender Gang. „Er nimmt beim Treppenabsteigen jedesmal zwei Stufen, weil er sie für eine hält, und bemerkt es nicht eher, als bis er fällt.“ Heftiger Schmerz in der Hüfte; Abszess des linken Hüftgelenks, mit starkem Schmerz. Zittern der Glieder. Innenseite des rechten Oberschenkels rot und geschwollen. Halbseitige Lähmung, mit Konvulsionen der nicht gelähmten Teile. [Finger und] Fersen wie taub, letztere zuweilen schmerzhaft.
HautKrabbeln auf der Haut wie von vielen Käfern. [Krämpfe], wenn Exantheme nicht herauskommen. Leuchtende Hautrötung. Chronische Abszesse, Fistelgänge; Abszesse und Tumoren mit unerträglichem Schmerz. Feuerrote Flecken auf der Haut. Verbrennungen und Verbrühungen.
SchlafKomaähnlicher Zustand. Weint im Traum. Wacht auf voller Angst, oder mit Schreien. Liegt auf dem Rücken, mit angezogenen Beinen. Schlaflosigkeit bei Dunkelheit [schläft aber im beleuchteten Zimmer bald ein]. Schreckliche Träume. Lacht, schreit und fährt auf im Schlaf.
FieberStarker Schweiß, der keine Linderung bringt. „Heftiges Fieber.“ Kalter Schweiß; während der Krämpfe.
VerwandtBelladonna; Hyoscyamus; Opium.

  • Datura stramonium, der Stechapfel; das frische Kraut.

  • Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 3, sowie eine große Zahl weiterer Prüfungen und Vergiftungsbeobachtungen. Besonders: Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, Band 1 und 3; Helbig, Heraklides; Robinson und Berridge (AE, Band 9).

Strontium carbonicum
AllgemeinesWirkt auf den Blutkreislauf und ruft Spannungsempfindungen infolge von Blutandrang hervor. Auch Herz, Nieren, Knochenmark, Fußknöchel und die rechte Körperhälfte60

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Bei Hartlaub/Trinks heißt es: „Wirkt besonders auf die rechte Körperhälfte“, jedoch mit der Fußnote: „Doch besagen auch viele Symptome das Gegenteil.“

werden angegriffen. Flüchtige Schmerzen, „gleichsam geistig schwebend“, sodass man kaum die Stelle anzugeben weiß, an der sie sind; sie scheinen besonders im Knochenmark zu sitzen. Symptome, die allmählich zu- und ebenso langsam wieder abnehmen. Schmerzen, die Ohnmachtsanwandlungen und Unbehagen im ganzen Körper erregen. Brennende und nagende Schmerzen. Heftiges, unwillkürliches Zusammenfahren des ganzen Körpers. Unbeweglichkeit der Gliedmaßen; einer Körperseite. Gefühl lähmungsartiger Schwäche. Abmagerung [alle Kleider werden zu weit]. Erschöpfung oder Schock, postoperativ. Taubheitsgefühle. Äußerliche Empfindlichkeit. Ameisenlaufen, in den Gliedmaßen. Ödem, besonders um die Fußknöchel, als Begleitsymptom anderer Beschwerden. Bluthochdruck; Arteriosklerose. Knochenleiden, besonders des Oberschenkels. Chronische Folgen von Blutungen. Rheumatische Schmerzen. Chronische Verstauchungen [des Knöchels]. Stenose; des Ösophagus. Neuritis, schlimmer durch Kälte. Kältegefühl an einzelnen Stellen; an den Waden. [Gefühl von Eiskälte an einer fingerlangen Fläche der äußeren Seite der Wade.] Schmerzen und Juckreiz im Wechsel.
SchlimmerKälte; Entblößung. Gehen. Verstauchungen. Blutungen. Abends. Wetterumschwung. Bücken. Berührung. Reiben.
BesserWärme und Licht; Sonne. Warmes Einhüllen [besonders des Kopfes]. Heißes Bad.
Geist und GemütGroße Vergesslichkeit. Bangigkeit und Ängstlichkeit, wie von bösem Gewissen. Niedergeschlagenheit, gedrückte Stimmung. Reizbar; wird plötzlich zornig und möchte alles prügeln, was ihm in den Weg kommt.
KopfKopfschmerzen [vom Scheitel] bis in den Oberkiefer, mit Schwindel und Übelkeit. Heftiger Schmerz im Genick, der sich nach oben hin ausbreitet, besser durch warmes Einhüllen des Kopfes. Spannendes Drücken über den ganzen Kopf. [„Kopfweh, als ob der ganze Kopf von innen ausgespannt würde.“] Wehtun der Augenbrauen.
AugenBrennend und gerötet. Photopsie61

61

Phatak schreibt fälschlich „Photophobie“.

, die nach Operationen zurückbleibt, insbesondere wenn die Gegenstände aussehen wie mit Blut bedeckt. Im Dunkeln sieht man grüne Flecken vor den Augen. Schmerz und Tränenfluss beim Anstrengen der Augen; die Gegenstände, die man ansieht, tanzen vor den Augen und weisen Farbveränderungen auf.
NaseJucken, Röte und Brennen der Nase. Beim Schneuzen gehen oft blutige Krusten aus der Nase ab.
GesichtRotes Gesicht, mit brennender Hitze, jedesmal beim Gehen; oder sehr blass.
MundTaubheitsgefühl und Trockenheit [bzw. Trockenheitsgefühl] im Mund, morgens beim Erwachen. „Zusammenschraubendes Gefühl in den Zähnen.“
MagenMagendrücken in der Verdauungszeit. Schluckauf, sodass die Brust davon schmerzt. Fader Geschmack des Essens. Verlangen nach Brot und Bier. Abneigung gegen Fleisch. [Kein Appetit; sobald er einige Bissen Fleisch gegessen, widersteht es ihm; hartes Schwarzbrot schmeckt ihm noch am besten.]
AbdomenLeibschmerz um den Nabel herum. Harte, knotige Stühle, zögernd und unter großer Anstrengung abgehend; danach lang anhaltendes Brennen im After. Durchfall: schlimmer nachts, mit unaufhörlichem Drang [der sofort nach dem Stuhlgang wieder da ist]; erschöpfend; gelber Flüssigkeit; mit Kneipen oder Zwicken im Bauch; besser gegen Morgen. Periodisch auftretender Durchfall.
HarnwegeDer Urin ist blass und riecht stark nach Ammoniak.
AtemwegeDruck auf der Brust, wie eine Last. Schmerz in der linken Brustseite mit Beklemmung, schlimmer nach den Mahlzeiten.
HerzGefühl, als würde das Herz erdrückt oder erstickt. Herzblock.
ExtremitätenHand gefühllos. Krämpfe, besonders der Waden und Fußsohlen. Knöchel verstaucht und/oder ödematös geschwollen; als Begleitsymptom anderer Beschwerden. Chronische Verstauchungen62

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Phatak hat hier von Boericke „spasms“ (Krämpfe) statt „sprains“ (Verstauchungen) übernommen, was aber offensichtlich unrichtig ist, wie insbesondere Herings und Clarkes Sammlungen zeigen.

, besonders der Knöchel. Ischialgie mit Ödem des Knöchels. Gehemmter Gebrauch der Glieder, nur halbseitig, wie Lähmung. Nagende Empfindung wie im Knochenmark. Beim Rheumatismus, Durchfall.
HautNässende, juckend brennende Hautausschläge, besser im Freien, besonders in der warmen Sonne.
FieberFliegende Hitze, besonders im Gesicht; dennoch Abneigung gegen Entblößung. Starker Nachtschweiß; im Klimakterium.
VerwandtCalcarea carbonica; Rhus toxicodendron.

  • Strontianit, Strontiumcarbonat, „Kohlensaurer Strontian“. SrCO3.

  • Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre, Band 3.

Strophanthus hispidus
AllgemeinesDieser als Pfeilgift benutzte Stoff erhöht die Kontraktilität aller quergestreiften Muskeln, insbesondere des Herzmuskels; er verstärkt die Systole und verlangsamt die Kontraktionen. Die Arznei kann mit Vorteil benutzt werden, um das Herz zu stärken und hydropische Ergüsse zu beseitigen. Keine kumulative Wirkung [anders als Digitalis]; ein sichereres Mittel bei korpulenten, betagten Personen mit verhärteten Arterien. Funktionelle Herzbeschwerden infolge von Alkohol- und Tabakgenuss; auch von Tee. Mitraler Rückstau. Arteriosklerose. Muskelzuckungen. Stechende Schmerzen. Gefühl von Wellenbewegungen im ganzen Körper. Pulsieren. Rascher Wechsel von Symptomen, bei langsamem Puls. Ohnmachtsanwandlungen. Anämie mit Herzklopfen und Atemlosigkeit. Struma, Basedow. Vermehrte Absonderungen. Beseitigt [dauerhaft] Alkoholverlangen.
SchlimmerKörperliche Anstrengung. Tabak. Tee. Alkohol.
Geist und GemütPrüfungsangst. Fühlt sich im Schlaf wie von der Couch hochgehoben. Frühreife Geschwätzigkeit, Altklugheit; bei Kindern.
KopfSchwindel: mit Verschwimmen vor den Augen; im Alter. Gefühl von Wellenbewegungen im Kopf.
AugenAugenflimmern. Erweiterung und Zusammenziehung der Pupillen in rascher Folge, alle paar Sekunden63

63

Phatak schreibt „Minuten“. Korrigiert nach Clarke, Dictionary, der eine unbeabsichtigte Prüfung referiert, in deren Verlauf das Symptom auftrat.

[Irisblinzeln, Hippus]. Glänzende Augen.
GesichtGerötet; mit roten Flecken. Lippen scharlachrot.
HalsWie zugeschnürt. Brennen im Hals, das zum Leerschlucken nötigt.
MagenVerlangen nach Kaffee. Appetitlosigkeit. Übelkeit mit Ekel vor Alkohol. Ekel vor den Speisen, nach dem Essen Würgen und Erbrechen.
AbdomenRumoren im Bauch und Kneipen am Nabel. Durchfall mit Brennen im After und Stuhlzwang.
HarnwegeVermehrte Harnausscheidung; oder geringe Harnmenge, mit Albuminurie.
HerzSchwaches Herz; Herzschmerzen; quälende Angst in der Herzgegend. Lebhafte Wahrnehmung der Herztätigkeit. Chronisches Herzklopfen; nervöses Herzklopfen mit Apnoe. Stiche und Zuckungen beim Herzspitzenstoß. Puls: frequent, im Wechsel mit langsamem Puls; schwach, klein und unregelmäßig. Kardial bedingte Dyspnoe.
ExtremitätenSchwere und Schmerz im Unterarm und den Fingern. Jucken und Stechen in beiden Füßen.
HautNesselausschlag, chronisch, zurücktretend, ‚nach innen schlagend‘.
VerwandtApocynum cannabinum; Glonoinum; Ignatia; Spigelia.

  • Die Samen von Strophanthus hispidus.

  • Es gibt mehrere Prüfungen, die bei Clarke, Dictionary, zu finden sind, unter anderem von Gisevius, Matthes usw.

Strychninum
AllgemeinesKrampfhafte Starre ist das Leitsymptom dieses Alkaloids, das aus den Samen von Nux vomica gewonnen wird. Tetanusartige Krämpfe mit Opisthotonus, Starrkrampf, aber auch heftige Rucke, Stöße und Zuckungen sowie Zittern sind die charakteristischen Symptome, die von Strychnin hervorgerufen werden. Unfähigkeit, tief zu atmen; Brustwände fixiert [was ihn nötigt, sich vorzubeugen]. Athetose. Kälte die Wirbelsäule herab. Triefender Schweiß an Kopf und Brust.
SchlimmerBerührung. Geräusch. Bewegung.
BesserRückenlage.

  • Das bekannte Alkaloid, häufig in verschiedenen Verbindungen gebraucht (Nitrat, Phosphat, Sulfat usw.).

  • Zahlreiche Vergiftungs- und Prüfungsbeobachtungen; relevant hier vor allem die Prüfung von Robinson (AE, Band 9) und eine Beobachtung von Lawson beim Dauergebrauch (Clarke, Dictionary).

Succinum
AllgemeinesEin fossiles Harz, das als Bernstein bekannt ist; ruft nervöse und hysterische Symptome hervor. Furcht vor der Eisenbahn und vor geschlossenen Räumen.

  • Bernstein bzw. Bernsteinsäure, Butandisäure, HOOC-CH2-CH2-COOH; Verreibung oder Lösung des durch trockene Destillation des Bernsteins entstehenden Öls.

  • Es existiert eine Prüfung, die angeführten Symptome stammen allerdings aus Burnetts therapeutischer Verwendung, insbesondere bei Milzkrankheiten (Clarke, Dictionary).

Sulfonalum
AllgemeinesEin Produkt des Kohlenteers, das ataktische Symptome hervorruft. Schwankender Gang; Anästhesie der Beine; Fehlen des Patellarsehnenreflexes.

  • Sulfonal ist als Schlafmittel bekannt geworden.

  • Bei den Symptomen handelt es sich um vergiftende „Nebenwirkungen“, die beim Gebrauch als Schlafmittel auftraten (vgl. Clarke, Dictionary).

Sulfur
AllgemeinesSchwefel ist ein Produkt von vulkanischen Eruptionen und kommt frei in der Natur vor. Seit ältesten Zeiten wird er therapeutisch zur Heilung von Hautleiden eingesetzt. Entsprechend gilt er als das große Antipsorikum. Er ruft ungleichmäßige Verteilung des Blutes im Kreislauf hervor, was zu lokalem Brennen und Pulsieren oder zu Hyperämien führt, mit fliegender Hitze und Blutandrang zu Kopf, Brust und Herz. Starke Rötung der Körperöffnungen oder auch einzelner Körperteile ist ebenfalls ein prominentes Merkmal des Mittels, das der ungleichmäßigen Blutzirkulation geschuldet ist; Röte der Lippen, der Ohren, der Nase, der Augenlider, des Afters, der Vulva. Infolge mangelhafter Assimilation ist die Ernährung beeinträchtigt; der Patient hat Heißhunger und magert trotzdem ab (besonders Kinder). Kind sieht wie ausgetrocknet aus, wie ein kleiner Greis; großer Kopf, dicker Bauch, aber abgemagerte Glieder. Oft von großem Nutzen, um die Behandlung chronischer Krankheiten zu beginnen und um die Therapie sich hinschleppender akuter Krankheiten zu Ende zu führen, ebenso bei Reaktionsmangel, d. h. wenn die sorgfältig gewählte Arznei nicht wirkt [bzw. wenn der Organismus kaum Symptome entwickelt]. Absonderungen, insbesondere schleimige, und Ausdünstungen sind scharf, wund machend, blutgestreift, übel riechend und erregen Juckreiz. Seröse Exsudate oder Infiltrate werden langsam resorbiert. Sulfur hat eine Wahlverwandtschaft zur Haut und ruft dort Hitze und Brennen mit Jucken hervor. Patient kann nicht aufrecht gehen, sondern lässt immer die Schultern hängen. Ungewaschen, hoch gewachsen und schlank; unordentlich, unsauber; übler Körpergeruch trotz Waschens. Abneigung, sich waschen zu lassen, „Scheu vor Waschen (der Kinder)“; Baden und Waschen verschlimmert den Zustand stets. Schmutzige, unreinliche Menschen, die für Hautleiden anfällig sind. Beschwerden, die ständig rezidivieren. [Wenn der Patient fast genesen scheint, tritt ein Rückfall auf.] Lymphknoten geschwollen, mit Verhärtung und Eiterung. Anfälle von ohnmachtartiger Schwäche, öfters während des Tages; nach Krankenpflege oder Nachtwachen; mit großer Schläfrigkeit. Leeregefühle, flaues Gefühl; aber auch Empfindungen von Vollheit und Überfüllung, ferner von Rauheit [der Schleimhäute, der Haut]; Taubheitsempfindungen. [Ameisenlaufen auf der Haut des ganzen Körpers.] Epilepsie, vor dem Anfall kommt es vom Rücken oder vom Arm aus gelaufen wie eine Maus. Kinder zucken zusammen, fahren hoch und schreien entsetzlich. Symptome in aufsteigender Richtung, von unten nach oben: Blutandrang, fliegende Hitze, Schwindelgefühl usw. ‚Der Philosoph in Lumpen‘; schmutzig aussehende Leute, die endlose Spekulationen über religiöse oder philosophische Themen anstellen. [Patienten, die all ihre Leiden im Epigastrium verorten]; ‚bei mir schlägt sich alles auf den Magen‘. Brennen am Scheitel und in den Fußsohlen [auch: vom Scheitel bis zur Sohle]. Rheumatismus. Skrofeln. Psora. Chronischer Alkoholabusus; Ödeme und andere Beschwerden von Alkoholikern. Üble Folgen von Sturz, Schlag, Verrenkung; Sonneneinwirkung. Ist besonders auf die Sauberkeit von Darm und After bedacht.64

64

Nach Kent. Ihm zufolge ist zwar normalerweise Unsauberkeit das Charakteristikum von Sulfur, doch die Patienten können äußerst geruchsempfindlich sein, insbesondere für die Gerüche ihres eigenen Körpers und noch spezieller für den Geruch des eigenen Kots. „Glaubt, ihn den ganzen Tag riechen zu können. Wegen dieser Überempfindlichkeit ist er im Darmbereich mehr auf Reinlichkeit bedacht als irgendwo sonst“ (Kent, Lectures).

Schon geringer äußerer Druck führt zu Schmerz, Anschwellung und Eiterung. Verhärtung von Geweben durch andauernden Druck; Hühneraugen, Dekubitus usw. Entzündete Zehenballen. Patienten, die sich von einem Brustleiden [etwa Lungenentzündung] nie mehr richtig erholt haben. [Schwindel-]Gefühl wie Schaukeln, und als ob das Bett für ihn zu klein wäre. Empfindung, als ob man auf wankendem Boden stünde. Beschwerden von Arbeitern in Kohlebergwerken. Chorea: in chronischen Fällen, besonders nach unterdrückten Hautausschlägen.
SchlimmerUnterdrückung [von Hautausschlägen, Absonderungen usw.]. Baden, Waschen. Milch. Erhitzung: durch Überanstrengung; Bettwärme; Wolle auf der Haut usw. Atmosphärische Veränderungen [Wetterfühligkeit]. Sprechen. Periodisch; 11 Uhr vormittags [bzw. 1 Stunde vor dem Mittagessen]. Klimakterium. Vollmond. Stehen. Bücken. Hochlangen mit den Armen. Süßigkeiten. Abwärtssehen. Überqueren von fließendem Wasser. Pockenimpfung. Unterdrückung von Hämorrhoiden.65

65

Vgl. Hering, Guiding Symptoms: „Unterdrückte Hämorrhoiden, mit Kolik, Herzklopfen und Lungenkongestion; Rücken fühlt sich steif an, wie zerschlagen.“

BesserIm Freien. Bewegung. Anziehen des betroffenen Gliedes [ausgestreckte Lage unerträglich]. Schweiß. Trockenes, warmes Wetter; trockene Wärme. Liegen auf der rechten Seite. Gehen.
Geist und GemütKopfbefangenheit und schweres Denken; stellt Wörter falsch oder kann nicht das richtige Wort finden, beim Sprechen oder beim Schreiben. Faul, hungrig und immer müde. Kindischer Trotz bei Erwachsenen. Träumer, voller unrealistischer Hoffnungen. Gemein. Neugierig. Leicht auffahrend.66

66

Bei Phatak: „Leicht erregt“ (easily excited). Mit diesen Worten ist in AE Hahnemanns Formulierung aus dem Prüfungssymptom „Gereizte Stimmung, leicht auffahrend und stets in sich gekehrt“ übersetzt.

Närrisches Glücksgefühl, törichter Stolz; glaubt sich im Besitz schöner Sachen; wenn der Patient an irgend etwas einen Narren frisst, erscheint es ihm hübsch; selbst Lumpen erscheinen ihm als schöne Kleider; hält sich für unermesslich reich. Sehr selbstbezogen; keinerlei Rücksicht auf andere. Zu faul, um sich zusammenzureißen, zu unglücklich, um das Leben zu genießen. „Große Neigung zu philosophischen und religiösen Schwärmereien“, mit fixen Ideen. Ekel bis hin zur Übelkeit von Ausdünstungen, die von seinem eigenen Körper ausgehen [Körpergeruch, Mundgeruch, Kotgeruch, auch eingebildeter]. Eigensinnig; will niemanden um sich leiden. Lebensüberdruss. Starke impulsive Neigung zum Suizid durch Ertränken oder Springen aus dem Fenster (bei Epileptikerinnen, deren Anfälle während der Menstruation am schlimmsten sind). Abneigung, geistige und körperliche Arbeit zu verrichten, „die mindeste Arbeit ist ihm zuwider“; Müßiggänger. „Sie wähnt den Leuten Unrechtes zu geben, dass sie davon stürben.“ Überkritisch, krittelig gestimmt. Widerwille gegen jede Beschäftigung. Melancholisch. Traurig. Geistesabwesend, zerstreut. Fühlt sich geschändet, entehrt; nach der Entbindung. Möchte etwas anfassen; mit Unfähigkeit, es zu tun.67

67

Diese Angabe, die von Guernsey (Keynotes) und Hering (Guiding Symptoms) stammt, ist nicht leicht zu interpretieren. Rainer Wilbrand versteht sie in seiner Übersetzung von Tylers Arzneimittelbildern so, „dass man unbedingt etwas anfassen möchte, wenn man es nicht kann oder darf“. Dafür spricht auch Tylers Bemerkung, sie habe dieses Symptom oft bei Kindern gesehen. Andererseits könnte man auf die Symptome 1401 und 1397 in den Chronischen Krankheiten zurückgehen: „Eine Art Ängstlichkeit in den Händen; er muss etwas angreifen.“ „Kraftlosigkeit der Hände … er muss sie sehr anstrengen, um damit etwas zu halten.“ Die Unfähigkeit wäre dann durch Lähmung begründet.

Philosophische Manie; möchte von allem möglichem wissen, wer es gemacht hat und wie68

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Kent bezeichnet dies als „das fortgesetzte Zurückführen eines Dings auf ein anderes als seine Ursache“ und berichtet von einer Patientin, die nur mehr in einer Ecke saß und endlos über die Frage meditierte, wer Gott gemacht habe.

; spekuliert herum ohne jede Hoffnung, irgend etwas herauszufinden, ohne dass eine sinnvolle Antwort überhaupt möglich wäre. Bildet sich ein, ein großer Mann zu sein, obwohl er ungebildet ist und Bildung und gebildete Menschen verachtet. Weint ohne Ursache oder über geringe Unannehmlichkeiten; fängt zu weinen an, wenn man sie zu trösten versucht.
KopfSchwindel: in der Stirn empfunden; schlimmer beim Überqueren fließenden Wassers und beim Bücken; verbunden mit Kopfschmerzen. Am Scheitel: Hitzegefühl, Brennen; klopfender Schmerz; Schweregefühl; Berührungsempfindlichkeit. Schmerzen, Frostschauder, Druckgefühle usw. steigen vom Genick zum Scheitel auf. Migräne, die regelmäßig wiederkehrt; jeden Sonntag69

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Also an den Tagen, an denen man ausschlafen kann; Beschäftigung und Aktivität lassen keinen Kopfschmerz aufkommen (Kent, Lectures).

; zuvor Photopsie. Gefühl wie von einem Band oder Reif um den Kopf bzw. um die Hirnbasis, oder Schmerz tief innen im Gehirn. Hitze im Kopf, mit kalten Füßen. Behaarte Kopfhaut70

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Leicht verändert nach Angaben bei Hahnemann und Boericke, da die englische Fassung „Haar; trocken, kalt, hart“ mir keinen Sinn zu ergeben scheint.

: Haut und Haare trocken, hart, spröde; Kältegefühl am Kopf; Haarausfall, schlimmer durch Haarwaschen. Kopfschweiß. Fontanellen bleiben zu lange offen. Hydrozephalus; mit Krämpfen, rotem Gesicht und erweiterten Pupillen. „Gebücktheit des Kopfes beim Gehen.“
AugenBrennen in den Augen. Schneidender Schmerz in den Augen mit Gefühl, als wäre Sand darin. Schmerz wie zum Zerspringen in den Augäpfeln. Zittern der Augen; fibrilläres Zucken der Augenlider. Die Gegenstände erscheinen weiter entfernt, als sie sind. Sieht einen Hof um das Licht. Gesichtsverdunklung wie schwarzer Flor vor den Augen. Retinitis, infolge von Überanstrengung der Augen. Schmerzhafte Augenentzündung aufgrund eines Fremdkörpers im Auge. Lichtscheu. Keratitis; Cornea sieht aus wie Mattglas. Verklebte Lider. „Fettig anzufühlende Tränen kommen aus beiden Augen.“ Gerstenkörner und Tumoren der Lider. Lidekzem. Trachom. Trübungen des Glaskörpers.
OhrenSchwerhörigkeit: nach vorheriger Überempfindlichkeit des Gehörs; schlimmer nach dem Essen und nach Schneuzen. „Schwappern im Ohr, als wenn Wasser drin wäre.“ Eitriger, übel riechender Ohrenfluss; katarrhalische Absonderung, die alle 8 Tage auftritt. Ohren sehr rot; bei Kindern. Gefühl, als ob die Klänge nicht zu den Ohren, sondern zur Stirn hereinkämen. [Sumsen im Kopf, mit Taubhörigkeit, bei der die Ohren den Schall nicht zu empfinden schienen, der wie durch einen inneren Sinn nur dumpf vernommen wird.]
NaseVerstopfung der Nase, abwechselnd auf der einen und der anderen Seite. Brennender Fließschnupfen im Freien; Stockschnupfen in der Stube. Nasenspitze oder Nasenflügel gerötet: mit Geschwulst; je kälter es ist, desto röter wird die Nase. „Geruch in der Nase wie von altem, stinkendem Schnupfen.“ Nasenbluten schlimmer nachts, beim Liegen auf der rechten Seite. Überempfindlichkeit gegen Gerüche; eingebildete Gerüche. [Der Geruchssinn ist so empfindlich, dass er ständig üblen Gerüchen auf der Spur ist und sie sogar zu riechen meint, wenn er sich in Wirklichkeit nur an sie erinnert.] Sommersprossen und Mitesser auf der Nase. Häufiges Niesen.
GesichtBleich, elend, wie nach langer Krankheit, alt aussehend. Umschriebene Wangenröte. Sommersprossen und rote Flecken im Gesicht. Lippen: leuchtendrot; geschwollen (Oberlippe); trocken, rau, aufgesprungen; brennend; zuckend oder zitternd. Geschwollene Stirnadern. Akne. Mumps.
MundZähne: empfindlich [gegen Berührung, Kälte usw.], anfällig. Zuckende, schießende, pochende Schmerzen in den Zähnen. Zähneknirschen. Zahnfleisch: geschwollen, blutend. Zunge: trocken; Zittern oder Zucken in der Zunge; [weiß], mit roter Spitze und roten Rändern. Mundgeschmack: sauer, süßlich, faulig oder bitter; alles besonders morgens. Reichlicher Speichelfluss, der Geschmack des Speichels erregt Übelkeit. Wunder Mund bei Stillkindern. Essen schmeckt wie Stroh oder zu salzig. Aphthen; Mundfäule.
HalsGefühl wie von einem Kloß, einem Haar oder einem Splitter im Hals, oder als ob ein [fettiger] Dunst aus dem Magen aufstiege. Es steigt ihr wie eine harte Kugel in den Hals und scheint ihr den Schlund zuzuziehen. Äußerlich geröteter Hals. Gefühl wie verschwollen im Hals. Gefühl von Trockenheit im Hals, zum Husten reizend.
MagenTrinkt viel, isst wenig. Aufstoßen: wie faule Eier schmeckend; schlimmer nach dem Essen oder nachts. Gänzliche Appetitlosigkeit oder aber Heißhunger. „Er hat Esslust, doch sobald er nur das Essen sieht, vergeht ihm der Appetit und er fühlt sich im Bauch wie voll; wenn er anfängt zu essen, wirds ihm zuwider“; wendet sich angeekelt ab. [Oder:] Isst alles. Widerwille gegen Fleisch. Verlangen nach Süßigkeiten, nach Rohkost. Speisen schmecken allzu salzig. Nach Milchtrinken säuerlich im Munde und saures Aufstoßen. Plötzliches Hunger- und Schwächegefühl um 11 Uhr vormittags; Leere- und Schwächegefühl in der Magengegend. Aufstoßen, sobald man auf den Magen drückt. [Heißhunger, der ihn öfters etwas zu essen nötigt]; isst er nicht, so bekommt er Kopfweh, große Mattigkeit und muss sich hinlegen. Aufschwulken unverdauter Speisen, oder saures Erbrechen. Übelkeit während der Schwangerschaft. Süßigkeiten sind unbekömmlich. [Nach Süßem, Erhöhung der Magen- und Bauchschmerzen.] Schwere im Magen.
AbdomenGroße Schmerzhaftigkeit und Empfindlichkeit der Bauchdecke wie wund, sehr druckempfindlich. Stiche in der Milzgegend, schlimmer beim Husten oder tiefen Einatmen. Stiche in der Lebergegend. Gallenkolik; chronische oder rezidivierende Gelbsucht. Bauchweh, als ob die Eingeweide an Fäden zu einem Knoten zusammengezogen würden; schlimmer beim Vorbeugen. Schwere im Bauch, wie von einem Klumpen. „Bewegung im Bauche, wie von der Faust eines Kindes.“ Kolik nach Essen oder Trinken, die zum Zusammenkrümmen nötigt, schlimmer nach Essen von Süßigkeiten. Drängen zum Mastdarm hin. Schmerz, Drängen und Jucken im Mastdarm. Konstitutionelle Neigung zu Hämorrhoiden. Hämorrhoiden: während der Schwangerschaft; äußere und innere; große Trauben, die wund und empfindlich sind, wie roh schmerzen, brennen, bluten und beißen. Verhält den Stuhl, weil die Bemühungen zum Stuhlgang so schmerzhaft sind. Durchfall: eiliges Drängen, frühmorgens aus dem Bett treibend; wechselhaft in Aussehen und Konsistenz; breiartig; faulig riechend; schmerzlos; wie Wasser; gräulich; schaumig; schlimmer nach Milchgenuss. Durchfall abwechselnd mit Verstopfung. Habituelle Stuhlverstopfung. Es folgt ihm ein Geruch nach Stuhl überallhin, so als ob er sich eingekotet hätte.71

71

Dies ist offenbar eher als subjektives Symptom zu verstehen. Vgl. Kent, Lectures: „Der Geruch des Kotes ist so widerwärtig, dass er ihn den ganzen Tag verfolgt. Er glaubt ihn riechen zu können.“

Röte um den After, mit Jucken. Durchfall von Säuglingen mit blassem Gesicht, die stark schwitzen, schläfrig benommen sind und mit halboffenen Augen daliegen, keinen Urin lassen, Krämpfe der Extremitäten haben und schreiend aufwachen. Säuglingskoliken. Unwillkürlicher Stuhlabgang beim Niesen oder Lachen, oder mit einer Blähung. Dicker Bauch, abgemagerte Gliedmaßen (Kinder). Nabelekzem. Stühle flach und dünn geformt [etwa bei Rektozele].
HarnwegeJucken und Brennen in der Harnröhre, beim Wasserlassen, noch lange danach anhaltend. Plötzlicher Harndrang, muss gleich Wasser lassen, sonst würde der Urin unwillkürlich abgehen. Häufiges Wasserlassen, besonders nachts. Bettnässen, besonders bei skrofulösen, unreinlichen Kindern. Schleim und Eiter im Harn. Farbloser Urin in großen Mengen; Urin mit Fetthäutchen darauf. Unwillkürlicher Harnabgang bei Windabgang oder beim Husten. Schmerzhafte, vergebliche Anstrengungen zum Wasserlassen; Harnverhaltung; jede Erkältung schlägt sich auf die Blase. Harnstrahl: dünn; aussetzend.
Männliche Genitalien„Hoden hängen welk herab.“ [Hoden und Hodensack sehr schlaff.] Pollution mit Brennschmerz in der Harnröhre. Penis ist kalt. Sexuelle Potenz schwach; oder Impotenz. Verhärtung der Hoden. Stinkender Schweiß um die Geschlechtsteile. Erschöpfung morgens nach einer Pollution. Rückenschmerz und Schwäche der Gliedmaßen nach Geschlechtsverkehr, verbunden mit Traurigkeit und Reizbarkeit. Abgang von Prostatasekret „in langen Faden“ nach Wasserlassen und Stuhlgang. Ejakulation schon beim Berühren einer Frau. Sperma: geruchlos, wässrig. Hydrozele. Vorhaut steif und hart wie Leder. Bedeutende Menge übel riechenden Smegmas, dadurch Jucken der Eichel.
Weibliche GenitalienVulva und Vagina brennend, juckend und wund schmerzend, schlimmer beim Sitzen. „Brennen in der Scheide, dass sie kaum sitzen konnte.“ Wundheitsgefühl in der Vagina beim Beischlaf. Herabdrängen im Beckenraum zu den Geschlechtsteilen hin, schlimmer im Stehen. Menstruation: unregelmäßig, „Unordnung des monatlichen Blutflusses“; verspätet, von kurzer Dauer, schwach; dick, übel riechend, schwarz und so scharf, dass sie die Schenkel wund macht. Ausfluss gelben Schleims, brennend und wund machend. Lästiges Jucken der Geschlechtsteile, „mit Ausschlagsblüten umher“. Scharfes Brennen in den Brüsten. Schneidender Schmerz im Uterus während der Menstruation. Schwächegefühl in den Genitalien. Brustwarzen: eingerissen, auch an der Basis [sodass es aussieht, als ob die Warze abfallen wollte]; schründend, brennend, blutend; schmerzend nach dem Stillen, der Schmerz erstreckt sich bis zum Rücken. Wochenbettsepsis, mit hohem Fieber, starkem Schweiß am ganzen Körper, Empfindlichkeit des Abdomens und Benommenheit. Übler Geruch der Geschlechtsteile, mit übel riechendem Schweiß an den Oberschenkeln. Ausbleiben der Menstruation infolge von geringer körperlicher oder psychischer Erregung. Amenorrhö. Uterusprolaps vom Hochlangen mit den Armen. Brust- oder Uteruskrebs. Unterentwicklung der Brüste, des Uterus, der Geschlechtsteile [mit Anorexie, bei Mädchen].
AtemwegeSchwieriges Atmen; möchte die Fenster offen haben; nächtliche Erstickungsanfälle mit Lufthunger. Unregelmäßige Atmung. Tiefe, heisere Stimme. Husten: heftig, in 2 oder 3 abgebrochenen Stößen; Kitzelhusten wie von Federstaub im Kehlkopf. Viel Schleimrasseln und Hitze in der Brust, schlimmer um 11 Uhr vormittags. Schmerz, der von der linken Brustwarze nach dorsal zieht. Gefühl wie von einem Band um die Brust oder wie von einer Last darauf. Rote und braune Flecken auf der Brust. Pleuraerguss. Lungenentzündung; verschleppt, nicht auskuriert. Grünlicher, süßlich schmeckender, eiterartiger Auswurf. Gefühl von Brennen oder Kälte in der Brust; Brennen von der Brust herauf bis zum Gesicht. Asthma, jedes Mal nach Erkältung. „Schwäche der Brust beim Sprechen.“ Heftiger Husten mit Kopfweh, schlimmer beim Liegen auf dem Rücken. Gefühl, als wäre das obere Drittel der linken Lunge mit dem Schulterblatt vernietet. Stechende Schmerzen in der Brust, bis in den Rücken; schlimmer beim Husten, in Rückenlage und beim Tiefatmen.
HerzGefühl, wie wenn das Herz nicht Raum genug hätte oder vergrößert wäre. Herzklopfen, schlimmer im Liegen, nachts, im Bett und beim Ersteigen einer Treppe oder eines Hügels. Puls morgens schneller als abends. Perikarditis, mit Erguss. Scharfer Schmerz am Herzen, der durch die Brust bis zwischen die Schulterblätter fährt.
Äußerer Hals und RückenHalsmuskeln schwach; Kind kann den Kopf nicht aufrecht halten. Furunkel am Nacken. Steifer Hals. Glaubt zu spüren, wie die Rückenwirbel aneinander vorbei gleiten, [beim Umdrehen im Bett]; oder Knarren und Knacken in den Halswirbeln beim Zurückbiegen des Kopfes. Wehtun zwischen den Schulterblättern. Kreuzschmerzen, die sich bis zur Magengrube erstrecken; kann nicht gerade stehen, muss gebückt gehen vor Rückenschmerz; kann sich erst nach einiger Bewegung langsam ganz aufrichten. Stützt sein Gewicht mit den Händen ab, beim Sitzen. Steißbeinschmerzen, während des Stuhlgangs. Druck im Kreuz, besonders stark beim Wasserlassen. Rückgratverkrümmung.
ExtremitätenSchweregefühl wie eine Last auf den Schultern. Achselschweiß, der nach Knoblauch riecht. Linker Arm eingeschlafen, schlimmer im Liegen. Finger wie abgestorben. Handflächen: trocken; brennend; aufgesprungen; Haut schält sich ab; Ekzem oder Warzen auf der Handfläche. Spannen der (linken) Kniesehnen. (Linksseitiger) Wadenkrampf. Fußsohlen: brennend, möchte die Füße unter der Bettdecke hervorstrecken, besonders nachts im Bett; auch kalte Füße im Bett. Trockene Haut an den Fußsohlen. Heiße, schweißige Hände. Schweregefühl wie gelähmt in den Gliedmaßen. Ein Bein zuckt beim Einschlafen. Spannen in den Kniekehlen beim [Auftreten oder] Bücken, wie zu kurz. Anschwellen der Gelenke, Hydrarthrose. Steifheit in den Gelenken. Zittern der Hände beim Schreiben; Zittergefühl in beiden Händen. Tuberkulose der Knie- und Hüftgelenke. Umlauf. Panaritium; mit rapider Anschwellung des Fingers, Rötung, Steifheit und extremem Brennen und Stechen. Unwillkürliches Zusammenziehen der Hände, so als ob man damit zugreifen wollte. Unsicherer, unfester Gang.
HautAusschläge beinahe jeder denkbaren Art. Haut: trocken, rau; faltig, runzelig; sich abschuppend. Jucken: wollüstig72

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Ein „wollüstiges“ Jucken beschreibt Hahnemann so: „Eine Art unerträglich angenehm, kriebelnd jückenden Fressens, wie von Läusen“; es reizt unwiderstehlich zum Kratzen, das zunächst gut tut.

; sehr starker Juckreiz; schlimmer nachts im Bett; Kratzen [erleichtert oder beseitigt den Juckreiz], erzeugt aber Bluten, Brennen oder andere Schmerzen; Waschen verschlimmert. Unheilsame Haut; aufspringend, eiternd, keine Heilungstendenz; schmerzhaft empfindlich gegen Luft, Wind, Waschen usw. Hautausschläge abwechselnd mit anderen Beschwerden, Asthma oder dgl. Furunkel in Gruppen. Skabies. Rhagaden. Ekzem. Geschwüre. Langsam sich ausbreitendes Erysipel. Wundheit in den Hautfalten. Eiterung, Abszesse voller Luftblasen. Varizen; Ulzeration und Ruptur der Venen, mit Blutung.
SchlafTiefer, schwerer, nicht erquickender Schlaf, [er wacht ganz erschöpft davon auf]. Schläfrig [nach langem Schlaf]; danach Migräne. Schlaf in Nickerchen, „Katzenschläfchen“. [Er wacht nachts alle halbe Stunden auf und kann bloß gegen Morgen ein paar Stunden schlafen.] Schläfrig tagsüber, hellwach nachts. Schwatzen, Rucken und Zucken im Schlaf. Erwacht aufschreckend oder mit einem Schrei aus dem Schlaf. Singt im Schlaf oder erwacht singend. Lebhafte Träume, die dem Gedächtnis eingeprägt bleiben.
FieberFrost, der den Rücken herauf läuft. Fliegende Hitze. Fühlt sich überhitzt, [verlangt offene Fenster]. Hitzegefühl mit allgemeinem Pulsieren [„als wenn alles an ihm zitterte und pochte“]; brennendes Hitzegefühl zwischen den Schulterblättern. Schweiß: an einzelnen Körperteilen; unter den Achseln; an Händen und Füßen. Starker Nachtschweiß, nach Schwefel riechend. Schweiß ohne Erleichterung. Remittierendes Fieber. Septisches Kindbettfieber.
KomplementärAconitum; Aloe; Arsenicum; Belladonna; Calcarea carbonica; Mercurius; Nux vomica; Pulsatilla; Pyrogenium; Rhus toxicodendron; Sepia; Sulfur iodatum.
VerwandtGraphites; Psorinum; Selenium; Syphilinum.

  • Schwefel, Schwefelblumen; das Element.

  • Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, Band 4, und Chronische Krankheiten, Band 5. Ferner eine große Zahl anderer Prüfungen, von denen besonders die österreichische Nachprüfung aus der Zeitschrift des Vereins der homöopathischen Ärzte Österreichs von 1857 bedeutsam ist. Ihre Symptome lassen sich in Possarts Arzneimittellehre nachlesen.

Sulfur iodatum
AllgemeinesHartnäckige Hautleiden; schmerzlose Vergrößerung von Drüsen bzw. Lymphknoten; Infiltration von Geweben mit Verdickung und Verhärtung nach einer Entzündung – dies sind ausgeprägte Züge von Sulfur iodatum. Schwächezustände, wie nach einer durchgemachten Influenza. Erschöpft, überempfindlich gegen alles und jedes. Fühlt sich schwach, wie ohnmächtig, und elend. Empfindung von innerer brennender Hitze, bei äußerer Kälte. Scharfe, wund machende Absonderungen.73

73

Hier wurde ein Symptom ausgelassen, das für Sulfur iodatum nicht nachzuweisen war, wohl aber für Sumbulus. Ähnliches gilt für einige weitere Angaben in diesem Arzneibild; vgl. unter Sumbulus.

Eiterung; fördert Resorption.
SchlimmerAnstrengung, selbst geringe. Hitze, Wärme. Liegen auf der rechten Seite. Vor Gewitter. Nachts. Bücken. [Sitzen.]
BesserKühle Luft. Stehen. Expektoration. Winter.
Geist und GemütScheu vor Anstrengung. Unschlüssig, zweifelnd. Hastig, ungeduldig; traurig.
KopfKopfweh, besser ab Sonnenuntergang. Gefühl, als stünden die Haare zu Berge. Schwindel, schlimmer durch Bücken; [Kopfschmerzen]74

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Phataks Angaben stammen hier offenbar von Kent, der die folgenden Modalitäten allerdings dem Kopfschmerz und nicht (wie Phatak) dem Schwindel zuordnet.

, schlimmer durch Hochbinden der Haare, nüchtern bzw. beim Fasten, vor und während der Menstruation.
AugenZickzacks vor den Augen.
GesichtEitrige Akne. Hypertrophie der Parotiden; nach Mumps zurückbleibend. Erkältungsbläschen, Herpes auf den Lippen.
Mund, HalsZähne erscheinen [bei Berührung mit der Zunge] zu weich. Verdickung der Zunge, nach Glossitis zurückbleibend. Mund sowie Hals und Luftröhre trocken, möchte den Mund befeuchten; Schlucken ist schmerzhaft. Zäpfchen und Mandeln vergrößert und gerötet.
MagenAppetitlosigkeit. Zittern in der Magengegend bei Anstrengung. Vermehrter Appetit; auch bei Marasmus der Kinder.
AbdomenKrankheiten des Mesenteriums.75

75

Gemeint ist mit „mesenteric disease“ vermutlich eine Anschwellung und Entzündung der Mesenteriallymphknoten, etwa als Mesenteriallymphknoten-Tb oder als Yersiniose.

Hartnäckige Stuhlverstopfung. Hellgelbe Stühle. Faulige Absonderung aus dem After.
HarnwegeUrin: spärlich und Eiter enthaltend; brauner Sand im Urin. Urin, der nach Himbeeren riecht. Harnröhrenstriktur nach Gonorrhö, starke Schmerzen beim Wasserlassen, in sich verdrehter Harnstrahl.
Männliche GenitalienBrennen am Ende des Penis und dumpfer Schmerz in der Prostatagegend. Hoden weich. Mangelnde oder unvollständige Erektionen. Vorhaut eingerissen. Hydrozele kleiner Jungen.
Weibliche GenitalienUnregelmäßige Menstruation, und ein starker, dicker, brennender Ausfluss, schlimmer vor und nach der Monatsblutung.
AtemwegeAtmung: asthmatisch; unregelmäßig; mit Rasselgeräusch; Erstickungsanfälle. Husten: schlimmer morgens; krampfhaft. Auswurf: grünlich oder gelb; eitrig; reichlich; zähflüssig. Brustbeklemmung; Ödem im Pleuraraum; Hautausschläge auf der Brust.
ExtremitätenWehtun wie wund unterhalb der Knie. Fußsohlen schmerzend und brennend, wund beim Stehen.
HautJucken. Geschwüre. Nässendes Ekzem. Eitrige Akne. Bartflechte.
Folgt aufSulfur.

  • Schwefeljodid, S2I2.

  • Prüfung von Kelsall (AE, Band 9; auch Hale, New Remedies). Kent gibt in seinen New Remedies zahlreiche Symptome aus unbekannten Quellen an, von denen Phatak einige übernommen hat. Sie dürften z. T. von den Komponenten der Verbindung, also von Sulfur und Iodium, stammen.

Sulfuricum acidum
AllgemeinesAllen Säuren gemeinsam ist Schwäche oder Erschöpfung, die unter der Wirkung dieser Säure besonders stark empfunden wird, in erster Linie im Verdauungstrakt, mit großer Schlaffheit im Magen und einem starken Verlangen nach Alkohol. Enorme Schwäche, die zur Schwere der Krankheit in keinem Verhältnis steht; wohl auf eine tief sitzende Verstimmung der Lebenskraft zurückzuführen. Wirkt auf das Blut und die Blutgefäße und ruft Blutungen hervor; starke Blutungen [oder auch Sickerblutungen]; dünnes, schwarzes Blut kommt aus allen Körperöffnungen. Venen (der Füße) geschwollen. Purpura haemorrhagica. Beseitigt blaue Flecken, Hämatome, die nach einem Schlag oder Stoß lange bestehen bleiben, mit Schmerzhaftigkeit und Steifheit des entsprechenden Körperteils; folgt dabei auf Arnica. Innerliches Zittergefühl [ohne äußerliches Zittern]; möchte gehalten werden. Saurer Körpergeruch; Magenübersäuerung. Passt auf Säufer; auf alte Leute, besonders Frauen; auf Frauen in den Wechseljahren; auf schwächliche Kinder, denen sonst nichts zu fehlen scheint. Reichliche, scharfe oder fadenziehende Absonderungen und Ausscheidungen. Steifheits-, Spannungs- und Beengungsgefühle. Langsam steigende und dann plötzlich verschwindende Schmerzen. Stumpfer Druck an verschiedenen Stellen des Körpers, wie von einem dagegengestemmten oder hineingestoßenen Pflock. Große Schmerzhaftigkeit. „Schlafend fühlt sie Schmerz in den Gelenken, der beim Erwachen verschwindet.“ Nagende Schmerzen. Bleivergiftung. Neigung zu Gangrän nach mechanischen Verletzungen [besonders bei alten Leuten]. Brennende, stechende, schießende Schmerzen. Schmerzen wie Stöße oder Schläge.76

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Phatak schreibt „Schläge wie von Schmerz.“ Gemeint sind aber wahrscheinlich Schmerzen, die dem folgenden Symptom aus den Chronischen Krankheiten ähneln: „Stiche, schnell, stumpf und sehr empfindlich, wie Stöße, unter dem linken Stirnhügel, bis ins Hirn.“

Bestehende Geschwüre [oder Narben] verfärben sich rot oder blau und werden schmerzhaft. Schreibkrämpfe.
SchlimmerIm Freien. Kälte. Alkohol. Verletzungen; Operationen. Gehirnerschütterung. Kaffeegeruch. Klimakterium. Gegen Abend. Übermäßige Hitze oder Kälte. Berührung. Druck. Verstauchungen. Heben der Arme. Trinken kalten Wassers.
BesserHeiße Getränke. Halten der Hände gegen den Kopf [ohne Berührung]77

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Vgl. das zweite Symptom unter „Kopf“, das wörtlich aus den Chronischen Krankheiten übernommen ist.

. Gemäßigte Temperaturen. Wärme.
Geist und GemütHastiges Wesen; alles, was sie tut, kann sie nicht schnell genug verrichten. Verdrossen, ärgerlich, gleich ungeduldig, wenn die Arbeit nicht gelingt oder nicht recht vorangeht. Verdrießlich und reizbar; regt sich über jede Kleinigkeit auf; nervlich so angegriffen, dass sie über alles heftig erschrickt. Stimmungsschwankungen, [mit Exaltation wechselnder Kleinmut]. Mürrisch. Antwortet auf Fragen nur mit Widerwillen; sagt mit Mühe Ja oder Nein. Unaufhörliches Jammern und Weinen; niemand kann ihm etwas zu Gefallen tun. Ernsthaftigkeit mit allzu großer Spaßhaftigkeit abwechselnd.
KopfGefühl, als wäre das Gehirn locker, als fiele es in der Stirn hin und her; schlimmer beim Gehen im Freien, besser beim ruhigen Sitzen im Zimmer. Zusammendrückender Schmerz in den Hinterhauptseiten, erleichtert durch Halten der Hände gegen den Kopf, ohne Berührung. Stöße in der (rechten) Schläfe, als würde ein darin steckender Pflock immer tiefer hineingedrückt. Empfindungen wie Rucke, Stöße, elektrische Schläge: in der Stirn, in den Schläfen. Haarausfall; Grauwerden der Kopfhaare.
AugenIntraokuläre Blutung nach Trauma. Schweres Öffnen der Augenlider. Gefühl wie von einem Klumpen im äußeren Augenwinkel; beim Schließen des Auges wandert dieses Gefühl zum inneren Winkel und kehrt beim Öffnen wieder zum äußeren zurück. Beißen, Brennen und Tränen der Augen, beim Lesen.
OhrenGehörverminderung, als wäre ein Blatt vor das Ohr gezogen.
NaseNasenbluten: Aussickern dünnen, schwarzen Blutes; schlimmer durch Kaffeegeruch; bei alten Leuten.
GesichtTotenbleich, oder auch runzelig. Gefühl, als ob Eiweiß auf der Gesichtshaut trocknete.
MundAphthen im Mund: während sich hinschleppender Krankheiten, besonders bei Kindern mit Marasmus. Zahnfleisch blutet leicht. Übel riechender Atem. Alveolarpyorrhö. Zerstörung der Zähne bei Diabetes mellitus. Blutiger Speichel läuft aus dem Mund. Geschwüre im Mund, die sich rasch ausbreiten.
HalsHalsweh. fadenziehender, zitronengelber Schleim hängt von den hinteren Nasenöffnungen herab; bei Diphtherie. [?]78

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Dieses Symptom konnte ich für Sulfuricum acidum nicht belegen; es ist fraglich, ob es nicht ebenfalls (wie einige Symptome unter Sulfur iodatum) zu Sumbulus gehört, denn dort ist der zähe gelbe Schleim sehr charakteristisch.

Innerer Hals sieht aus wie gebleicht.79

79

Bei Verätzungen durch Herunterschlucken von Schwefelsäure.

Flüssigkeiten kommen beim Schlucken durch die Nase oder den Mund wieder.
MagenSodbrennen. Saures Aufstoßen; dadurch Stumpfheit der Zähne. Verlangen nach Branntwein und Obst. Schluckauf; auch bei Säufern. Übelkeit; mit Frost. Erbrechen: saures; der Säufer; schlimmer beim Liegen auf der linken Seite. Schwächegefühl, Weichlichkeit und Schlaffheit im Magen, schlimmer nach dem Stuhlgang. „Jedes Getränk erkältet den Magen, wenn nichts Geistiges beigemischt ist.“ [Schwangerschaftserbrechen]; erbricht keine Speisen, kann aber trotzdem nichts essen wegen Schleimerbrechen. Nach Husten kommt es zu Aufschwulken von Speisen; auch in der Schwangerschaft. [Kalter] Schweiß nach dem Essen, besonders nach warmem Essen. „Kaffeegeruch ist ihr höchst zuwider.“
AbdomenKolik, mit Gefühl, als träte eben ein Bruch heraus. Milz: vergrößert, hart und schmerzhaft; tut weh beim Husten. Durchfall: wie faule Eier riechend; grün oder schwarz, oder wie gehackt aussehende Stühle, die safrangelb sind; nach Genuss von unreifem Obst, von Austern; nach der geringsten Unvorsichtigkeit im Speiseplan. Nässende Hämorrhoiden. Gefühl im Mastdarm, als enthielte er einen großen Ballen. Hämorrhoiden, die den Stuhlgang verhindern. Leere- oder Abgeschlagenheitsgefühl im Bauch nach dem Stuhlgang.
HarnwegeBlasenschmerz, wenn der Harndrang nicht sogleich befriedigt wird. Blutharnen.
Weibliche GenitalienQuälendes Alpdrücken vor der Menstruation, oder auch zu Ende der Blutung. Erosion der Zervikalschleimhaut, bei alten Frauen; leicht blutend. Hitzewallungen, gefolgt von Schweiß und einem Zittergefühl im ganzen Körper; während des Klimakteriums. Menstruation: zu früh und zu stark. Scharfer, brennender Ausfluss. Gangrän der Vagina nach Scheidenprolaps. Prolaps von Vagina und Uterus, aus purer Schwäche.
AtemwegeHusten, gefolgt von Aufstoßen oder Aufschwulken von Speisen. Blutspucken [nach durchgemachter Lungenentzündung]; in den Wechseljahren. Adamsapfel bewegt sich heftig auf und ab, Nasenflügel in schneller Bewegung; während der Dyspnoe. [Pleuraerguss, mit] Brustbeklemmung, besser, wenn die Beine herunterhängen.
Äußerer Hals und RückenSchwäche des Rückgrats, kann weder sitzen noch stehen. Großer Abszess auf der rechten Seite des Halses.
ExtremitätenZucken der Finger beim Schreiben. Schreibkrampf. In den Knien schmerzhafte Schwäche. Fußgelenke schwach, kann nicht gehen. Krampfhaftes Zusammenzucken der Finger im Schlaf. Sehnenhüpfen.
HautNarben verfärben sich blutrot oder blau und werden schmerzhaft. Ekchymosen. Karbunkel, Furunkel, Gangrän. Jucken über den ganzen Körper. Urticaria nodosa, Erythema nodosum. Dekubitus; Abszesse.
FieberHitzewallungen: gefolgt von Zittern oder von Schweiß. Kalter Schweiß, schlimmer nach warmem Essen; besonders am Oberkörper; Schweiß bei jeder Bewegung80

80

Phatak schreibt „besser durch Bewegung“, was jedoch auf einen Irrtum zurückzugehen scheint. Ich konnte nur die umgekehrte Modalität nachweisen. Die gewählte Formulierung stammt von Bönninghausen.

. Triefen vor Schweiß. Unverhältnismäßig große Schwäche bei fiebrigen Erkrankungen, etwa bei Typhus.
KomplementärPulsatilla.
VerwandtArsenicum; Lachesis; Sepia.

  • Schwefelsäure, H2SO4.

  • Hahnemann, Chronische Krankheiten, Band 5; ferner eine große Zahl von Vergiftungsfällen, bei denen allerdings lokale Verätzungswirkungen im Verdauungstrakt im Vordergrund stehen (AE, Band 9)

Sumbulus
AllgemeinesDie Sumbulwurzel, im Englischen als ‚Moschuswurzel‘ bezeichnet, ähnelt im Geruch sehr dem Moschus. Wie Moschus ist sie ein Heilmittel bei hysterischen Affektionen und bei Nervenleiden. Greift das Herz an und ruft nervöses Herzklopfen hervor. Patient ist nervös, gereizt und schlaflos. Ohnmachtsanfälle beim geringsten Anlass. Chorea; beständiges Zucken von Kopf und Gliedern bei herausgestreckter Zunge. Gefühl, als liefe heißes Wasser durch verschiedene Teile des Körpers [Rückgrat, Bauch]. Gelbe, zähe Absonderungen [besonders in den Atemwegen]. Taubheitsgefühl [der Extremitäten] beim Kaltwerden, insbesondere auf der linken Seite. [Einzelne Teile, Finger usw., werden weiß und gefühllos.]81

81

Dieses Symptom und zwei weitere in eckigen Klammern tauchen bei Phatak unter Sulfur iodatum auf. Sie sind aber für dieses Mittel nicht nachweisbar, sondern stammen aus der Pathogenese von Sumbulus. Ich habe sie deshalb hier ergänzt.

Neuralgien. Vorzeitige Senilität. Arteriosklerose. Hitzewallungen, im Klimakterium.
SchlimmerBewegung. Wechseljahre. Musik. Kälte. Denken an die Beschwerden. Einatmung.
BesserSanfte Bewegung. Wärme.
Geist und GemütGefühlsbetont [und empfänglich für emotionale Eindrücke]; unruhige Stimmung, zappelig [und Stimmungsschwankungen]. Weint und lacht abwechselnd. Ohnmachtsanwandlung beim Musikhören [die lauten Töne dröhnen im Kopf]. Furcht, wahnsinnig zu werden.
NaseZäher gelber Schleim aus der Nase [auch in Choanen und Rachen].
GesichtGefühl eines Haars oder von Spinnweben im Gesicht. Gesichtsneuralgie. Idiotischer Gesichtsausdruck [mit ständigem Lächeln].
MundEmpfindung von Rauheit auf der Zunge, wie geschabt. [Zunge wie glasiert.]
HalsKehle wie zugeschnürt, mit Erstickungsgefühl; muss beständig schlucken; hysterisch bedingt. [Erosion der Schleimhaut, brennende Hitze und Roheitsgefühl im Hals.]
MagenSodbrennen.
AbdomenVöllegefühl, Auftreibung und Bauchschmerz.
HarnwegeÖliges Häutchen auf dem Urin.
Weibliche GenitalienSexuell sehr erregbar. Ovarialneuralgie. Spannender Schmerz in der (rechten) Brust, als ob dort an einem Strick gezogen würde. Hitzewallungen im Klimakterium. ‚Korkenzieherschmerz‘ in der Uterusregion (linksseitig).
AtemwegeKurzatmigkeit bei jeder Anstrengung. Asthma cardiale; hysterisches Asthma. Beklemmung und Engegefühl in der linken Brustseite, wie verstopft [als wäre es schwierig, das Blut durch die linke Lunge zu pumpen].
HerzNervöses Herzklopfen: bei hysterischen Personen oder in den Wechseljahren; schlimmer durch die geringste Anstrengung und wenn man sich auf dieses Symptom konzentriert. Gefühl, als schlüge das Herz ganz weich, wie in Wasser. Neuralgie in der Gegend der linken Brust [und des linken Hypochondriums], die der Angina pectoris täuschend ähnelt. Asthma cardiale. Bluthochdruck infolge von Arteriosklerose.
Äußerer Hals und RückenGefühl, als tröpfelte etwas das Rückgrat entlang.
ExtremitätenLinker Arm schmerzhaft, schwer, taub, matt.
HautBlasse, kalte Haut. Jucken in der Haut.
SchlafFallträume; Träume von Geschlechtsverkehr, die von einer plötzlichen und reichlichen Pollution gefolgt werden.
KomplementärLactuca virosa.
VerwandtAsa foetida; Moschus.

  • Die Wurzel von Ferula moschata = Ferula sumbul, „Sumbulwurzel“ (Possart). Ein asiatischer Doldenblütler, der botanisch mit Asa foetida verwandt ist.

  • Fast alle Symptome stammen aus einer Prüfung von Cattell (AE, Band 9, und Hale, New Remedies); die meisten klinischen Indikationen kommen ebenfalls von diesem Autor. Auch bei Possart (Arzneimittellehre) finden sich einige Symptome, die jedoch keinen Eingang in dieses Arzneibild gefunden haben.

Symphoricarpos racemosus
AllgemeinesWird sehr empfohlen als Heilmittel bei hartnäckigem Erbrechen in der Schwangerschaft. Widerwille gegen jegliche Speisen. Übelkeit: auch während der Menstruation; schlimmer durch jede Bewegung. Besserung beim Liegen auf dem Rücken. Essensgeruch, ja sogar das Denken ans Essen ist abstoßend und erregt Ekel.

  • Die Schneebeere; heute Symphoricarpos rivularis benannt, ein Geißblattgewächs. Tinktur aus den frischen reifen Beeren.

  • Prüfung von Burdick an einer Frau, wiedergegeben bei Anshutz, New, Old, and Forgotten Remedies, in einem Artikel von Moffatt. Die wichtigsten Indikationen sind nachzulesen bei Clarke, Dictionary.

Symphytum
AllgemeinesDer Trivialname ‚Beinwell‘ weist auf eine Indikation dieser Arznei hin: sie hilft beim Zusammenwachsen von Knochen. Verletzungen knorpeliger Gewebe oder der Knochenhaut, mit sehr starken Schmerzen. Schmerzen, die von alten Verletzungen zurückbleiben. Knochenbrüche; Trümmerfrakturen. Stechende Schmerzen; wenn stechende Schmerzen nach dem Verheilen einer Wunde zurückbleiben; Schmerz schlimmer durch Berührung [etwa wenn die Kleider mit der Stelle in Kontakt kommen]. Empfindliche, gereizte Stümpfe nach Amputationen. Wenn Knochen nach einer Fraktur nicht zusammenwachsen. Verletzungen, die bis zum Periost82

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Phatak schreibt „Perineum“, was offenbar ein Irrtum ist. Korrektur nach Tyler, Homöopathische Arzneimittelbilder.

vordringen. Mangel an Knochenkallus. Greift die Gelenke an. Gelenkschmerzen; im Knie. Äußerlich angewandt beseitigt der Beinwell Geschwülste, die auf Verletzungen oder Gewebewucherungen zurückgehen. Psoasabszess. Sarkome.
SchlimmerVerletzungen; Schlag mit stumpfem Gegenstand. Berührung. Übermäßige sexuelle Aktivitäten [schnelle, heftige Bewegungen].
KopfKopfweh [in Hinterkopf, Scheitel und Stirn], die Stelle wechselnd.
AugenVerletzungen des Auges durch Einwirkung eines stumpfen Gegenstands83

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Gemeint sind laut Clarke Verletzungen der Orbita oder des Augapfels, nicht aber weicherer Gewebe. Als Beispiele für den „stumpfen Gegenstand“ werden genannt: Schneeball, Kinderfaust, Krückstock.

; durch Schlag, Hieb usw.; Augenlid scheint krampfhaft verschlossen zu sein.
GesichtGesichtsverletzungen [etwa durch einen Schneeball.] Bösartiger Tumor im rechten Sinus maxillaris.
Magen, AbdomenMagengeschwüre. Bauchschmerz, beim Sitzen besonders in der Nabelgegend gespürt.
Äußerer Hals und RückenRückenschmerzen durch heftige Bewegungen: übermäßige sexuelle Aktivitäten, Ringen, Raufen usw. Knochenkaries der Wirbelkörper.
HautKalte Haut.
VerwandtArnica; Calcarea phosphorica.

  • Symphytum officinale, der Beinwell.

  • Die Indikationen stammen aus der klinischen Anwendung, gesammelt bei Hering (Guiding Symptoms). Dieser spricht auch von einer „fragmentarischen Prüfung“ durch Macfarlan und erwähnt, dass Jeanes die Heilpflanze in die Homöopathie eingeführt habe.

Syphilinum
AllgemeinesEine Nosode, die aus der Krankheitsmaterie der Syphilis zubereitet wird. Greift Schleimhäute, Nerven und Knochen an. In chronischen Fällen, wenn Reaktionsmangel besteht und das sorgfältig gewählte Mittel nur partielle Linderung bringt, besonders wenn eine erbliche Neigung zum Alkoholismus vorliegt oder in der Vorgeschichte eine syphilitische Belastung eine Rolle spielt. Wenn große Schwäche besteht, sonst aber nur sehr wenige Symptome; oder äußerste Hinfälligkeit und Erschöpfung, morgens, beim Erwachen. Multiphasen-Symptome. [?]84

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Was das bedeutet, ist nicht klar. Evtl. ist die „Vielzahl der Symptome der Neurosyphilis, alle vager Natur“ (Kent, Lectures), gemeint, oder aber auch ein gleichzeitiges Vorkommen von Symptomen verschiedener Syphilisstadien.

Hartnäckige Ulzerationen. Zwergwüchsige, eingeschrumpelte, alt aussehende Säuglinge und Kinder, kahler Kopf, vorgestülpte Lippen (‚Schnütchen‘), dicker Bauch. Fauliger Körpergeruch. Starke Schmerzen; ‚lineare‘ Schmerzen, die auf eine gerade Linie beschränkt sind [etwa mitten durch den Kopf]. Aufeinanderfolgende Abszesse, einer nach dem anderen. Eiter: faulig; grün. Knötchen in den Muskeln. Schmerzen und andere Zustände, die allmählich schlimmer werden und ebenso allmählich wieder vergehen. Epileptische Anfälle, besonders nach der Menstruation. Stinkende Absonderungen. Hartnäckige Schmerzen in irgendeinem Körperteil. ‚Kälteschmerzen‘ [im Winter]. Schreikinder; wenn sie gleich nach der Geburt die Neigung zum Schreien entwickeln und sich daran später nicht ändert. Langsam fortschreitende Hemiplegie. Gefühl wie von heißem Wasser in den Blutgefäßen. Knochen: schmerzhaft empfindlich, Knochenkaries, Verkrümmung. Exostosen. Vergrößerte Lymphknoten. Hodgkin-Syndrom. Schmerzen in den Knochen wie von einer Säge.
SchlimmerNachts; von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Feuchtigkeit, feuchtes Wetter. Extreme Hitze oder Kälte. Jeder zweite Vollmond. Während Gewitter. [Verharren] in jeder beliebigen Körperhaltung oder Lage. Bewegung. Seitliches Heben der Arme. Hocken. Winter. Sommer. Meeresküste. Herausstrecken der Zunge.
BesserFortgesetzte oder langsame Bewegung. Lagewechsel. In großen Höhen. Lokale Hitzeanwendung. Tagsüber.
Geist und GemütHoffnungslose Verzweiflung an der Genesung. Antisozial, gesellschaftsfeindlich. Schreckliche Depressionen. Widerspenstig, reizbar, ärgerlich. Bildet sich ein, verrückt oder gelähmt zu werden. Gefühl, ‚weit weg zu sein‘; sagt, er sei gar nicht er selbst und könne sich auch nicht so fühlen; mit Apathie und Gleichgültigkeit in bezug auf die Zukunft. Drang, sich ständig die Hände zu waschen, Waschzwang. Schreckliche Angst vor der Nacht. Amnesie, kann sich weder an Gesichter noch an Namen, Ereignisse oder Orte erinnern; weiß aber alles noch, was vor Beginn der Krankheit geschehen ist. Sehr nervös, grundloses Lachen oder Weinen. Möchte sich nicht besänftigen lassen. Nächtliches Delirium. Syphilitische Demenz. Abneigung gegen Gesellschaft. Traurig und klagend.85

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Aus einem Fall von Kent: „Ein Mann in mittleren Jahren … gab sein Geschäft auf und blieb zu Hause, klagend und traurig. Seine Frau unterhielt die Familie, indem sie Untermieter aufnahm. Nach einigen Dosen Syphilinum bekam er neue Energie und wurde arbeitsam, erzielte wirtschaftliche Erfolge.“

KopfTiefsitzende, zermalmende Kopfschmerzen, an der Basis des Cerebellums oder von einer Schläfe zur anderen. ‚Lineare‘ Kopfschmerzen [etwa von einem Auge oder einem Stirnhöcker nach hinten, entlang einer geraden Linie und auf diese beschränkt]. Schlägt mit dem Kopf gegen die Wand [vor Schmerzen]. Gefühl wie von einem Gewicht im Hinterkopf, das den Kopf nach hinten zu ziehen scheint. Gehirnerweichung. Starker Haarausfall. Gefühl, als sollte der Kopf am Scheitel bersten. Knötchen über die ganze Kopfhaut.
AugenChronische, rezidivierende Keratoconjunctivitis phlyctaenularis; verbunden mit intensiver Lichtscheu und starkem Tränen der Augen. Augenentzündung, gelindert durch kühles Augenbad; Ophthalmie der Neugeborenen. Augenflimmern. Vertikales Doppeltsehen [zweites Bild steht unter dem ersten]. Lidptosis. Gefühl, [als wären die Lider eines Auges weit offen und] als bliese kalte Luft auf das Auge. Strabismus. Amaurose; Optikusatrophie. Hornhautflecke.
OhrenTaubheit ohne sichtbare Gewebeveränderung; nervös bedingte Taubheit, mit Kachexie. Kalkeinlagerung im Trommelfell. Abszess des Mittelohrs.
NaseOzäna; übel riechendes, dickes, gelbgrünes Nasensekret. Eingeatmete Luft ist schmerzhaft in der Nase. Nebenhöhlen schmerzhaft. Grüne Klumpen kommen aus den Choanen. Stockschnupfen der Kinder. Knochenkaries des Nasenbeins. Perforation der Nasenscheidewand. Sattel quer über die Nasenwurzel, gegen den der Sepia-Nasensattel nur ein flüchtiger Schatten ist; [feuerrot, entzündet, von einem Jochbein zum anderen]. Anfälle von Fließschnupfen. Jucken in den Nasenlöchern.
GesichtBlass, runzelig; alt aussehend. Muskelzuckungen im Gesicht. Schmerz über dem (rechten) Auge, schlimmer durch Herausstrecken der Zunge. Halbseitige Lähmung, mit Erschwerung von Sprechen und Kauen und Zuckungen von Augapfel und Lid.
MundGefühl, als wären die Zähne klebrig; oder als ob ein Wurm im Zahn wäre [kann aber nicht sagen, in welchem]. Becherartig verformte Zähne [Hutchinson-Zähne], bei Kindern. Gefühl, als wären die Zähne alle von der Stelle gerückt. Zähne zerfallen direkt am Zahnfleischrand. Zunge: belegt; mit Zahneindrücken; tiefe Einrisse in Längsrichtung, beiderseits der Zungenmitte; Geschwüre in der Mundhöhle, mit beißenden und brennenden Schmerzen. Fauliger Mundgeschmack; vor einem epileptischen Anfall. Übermäßiger Speichelfluss; im Schlaf läuft Speichel aus dem Mund. Aphasie. Zungenlähmung. Zahnweh [mit Lockerungsgefühl], besser durch Zusammenpressen der Zähne, schlimmer durch Heißes oder Kaltes im Mund.
HalsHalsweh, von rechts nach links, schlimmer durch kalte Getränke. Chronische Hypertrophie der Tonsillen, bei syphilitischer Belastung.
MagenLaunischer Appetit. Verlangen nach Spirituosen. Abneigung gegen Fleisch. Totale Appetitlosigkeit, monatelang anhaltend; verträgt nichts, ist gleich satt, mag nichts. Wochen- oder monatelanges Erbrechen.
AbdomenHartnäckige Stuhlverstopfung; Rektum wie zugebunden, Mastdarmstrikturen. Wenn ein Klistier verabreicht wird, geht die Klistierflüssigkeit unter Schmerzen wieder ab. Fissuren in Anus und Rektum. Durchfall: gallig, schmerzlos; schlimmer an der Meeresküste; treibt sie um 5 Uhr morgens aus dem Bett.
HarnwegeUrin: schaumig; spärlich, goldgelb oder zitronengelb. Bettnässen. Kann besser im Stehen Wasser lassen. Uriniert nur einmal in 24 Stunden, dann aber eine große Menge. [?]86

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In Herings Guiding Symptoms heißt es dagegen: „Uriniert nicht öfter als einmal in 24 Stunden, eine geringe Menge goldgelben Harns.“ Phataks Quelle ist mir nicht bekannt.

Männliche GenitalienKnotige Gebilde in den Hoden, im Samenstrang und im Skrotum. Schanker. Geschlechtsteile tun so weh, dass er nicht stillsitzen kann.
Weibliche GenitalienMenstruationsblut hat einen Geruch wie faules Fleisch. Ausfluss: gelb, übel riechend, scharf, so reichlich, dass er durch die Binden sickert und bis zu den Fersen hinunterläuft; mit Schmerzen in der Gegend der Ovarien; bei kränkelnden, nervösen Frauen [oder Mädchen]; mit Jucken der Genitalien. Habituelle Fehlgeburten. Mammae: berührungsempfindlich, wie wund schmerzend; während der Menstruation und auch zu anderen Zeiten. Geschwüre an der Vulva mit Schmerzen in den Ovarien; berührungsempfindlich. Schneidender Schmerz im Ovar während des Beischlafs, im Augenblick des Orgasmus.
AtemwegeHusten trocken, schlimmer im Liegen auf der rechten Seite und nachts. [Heiserkeit, bis zur] Stimmlosigkeit am Tag vor der Menstruation. Chronisches Asthma: schlimmer im Sommer, bei feuchtem, schwülem Wetter; während eines Gewitters; nachts. Unaufhörlicher Schmerz im Kehlkopf, schlimmer bei Berührung.
Herz[Stechende] Schmerzen von der Herzbasis zur Herzspitze. Großer, weicher Puls. Siedendes Gefühl, als liefe heißes Wasser durch alle Adern.
Äußerer Hals und RückenGefühl, als wäre der Hals zu kurz. Rückenschmerz in der Nierengegend, schlimmer nach Wasserlassen. Schmerz am Steißbein mit Gefühl, als wäre es geschwollen, schlimmer im Sitzen.
ExtremitätenSchmerz am Ansatz des M. deltoideus, schlimmer beim Heben des Arms seitlich vom Rumpf oder vor dem Rumpf. Affektionen der Mittelfinger. Osteosarkom; in der Mitte der Tibia. Juckende Hautausschläge in der Umgebung der Ellbogen. ‚Kälteschmerz‘ im Winter, in beiden Unterschenkeln. Festination, Trippelgang. Knochenschmerzen, als ob jemand mit einer stumpfen Säge die Knochen durchsägte. Bilaterale Exostosen, empfindlich und schmerzhaft. Schienbeine schmerzhaft, [Schmerz schlimmer durch heiße Umschläge], besser durch Übergießen mit kaltem Wasser. Ischialgie, schlimmer nachts. Knoten in den Muskeln; bei Rheumatismus. Fußsohlen schmerzhaft, mit Kontraktionsgefühl darin [als wären die Sehnen zu kurz]; schlimmer im Stehen. Kann sich nicht auf einem niedrigen Stuhl setzen oder hinhocken [verliert die Kontrolle über Knie- und Hüftgelenke].
HautGeschwollen und fleckig. Beißen, als ob er von Käfern gebissen würde. Wanderndes Erysipel. Kegelförmige Krusten. Bullae. Weiße Narben, oder solche, die Pockennarben ähneln. Verformte Nägel. Kupferfarbene Flecken [von Kopf bis Fuß].
SchlafSchlaflosigkeit.
FieberFrostig. Nachtschweiß, mit Erschöpfung.
VerwandtAurum; Kali iodatum; Mercurius; Nitri acidum.

  • Die Syphilisnosode, auch Luesinum genannt.

  • Es gibt eine umfangreiche Prüfung von Swan, deren Ergebnisse Hering aufzählt (Guiding Symptoms, Band 10) und die auch in H. C. Allens Nosodes nachzulesen sind; neben Prüfungs-, klinischen und an Kranken hervorgebrachten Symptomen sind zumindest teilweise auch Symptome der Krankheit selbst, also der Syphilis, verwendet worden.

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