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B978-3-437-57631-7.00012-8

10.1016/B978-3-437-57631-7.00012-8

978-3-437-57631-7

Samuel Hahnemann: „Similia similibus curentur“

[P085]

Titelblatt von Stapfs „Archiv für die homöopathische Heilkunst“

[P085]

Clemens von Bönninghausen, der 1846 das „Therapeutische Taschenbuch“ herausbrachte

[G498]

Constantin Hering: „Die milde Macht ist groß“

[G498]

James Tyler Kent – sein Hauptwerk ist das „Repertory of Homoeopathic Materia Medica“ aus dem Jahr 1897

[G498]

Mathias Dorcsi: „Was ist das für ein Mensch?“

[K376]

Proceso Sánchez Ortega: „Sin lo miasmatico no se puede ser homeopata“ („Ohne die Miasmenlehre kann man nicht Homöopath sein“)

[P085]

Logo des „Wilseder StudentInnenforums für Homöopathie“ (Wilseder Forum)

[W973]

Samuel HahnemannHahnemann, Samuel (Meilensteine)

Tab. 12.1
Jahr Neuerung Werk
1793 Ablehnung der Polypragmasie „Apothekerlexikon“
1796 Psychiatrische Behandlung unter fortschrittlichen Gesichtspunkten „Striche zur Schilderung Klockenbrings während seines Trübsinns“
1796 Erwähnung von „Similia similibus“ (Geburtsjahr der Homöopathie) „Versuch, über ein neues Princip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneysubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen“
ab 1801 Genaue Praxisdokumentation Erste „Krankenjournale“
1805 Erste homöopathische Arzneimittellehre „Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis“
1807 Einführung der Begriffe „homöopathisch“ und „allopathisch“ „Fingerzeige auf den homöopathischen Gebrauch der Arzneien in der bisherigen Praxis“
1810 Erste kompakte Zusammenfassung des homöopathischen Lehrgebäudes „Organon der rationellen Heilkunde“ (1. Aufl.)
ab 1811 Systematische homöopathische Arzneimittelprüfungen mit Schülern „Reine Arzneimittellehre“ (1811–1833)
ab 1821 Ausarbeitung der Miasmentheorie „Die chronischen Krankheiten, ihre eigentümliche Natur und homöopathische Heilung“ (1828–1839)
1831 Choleraepidemie, Behandlung mit Kampfer „Heilung der asiatischen Cholera und Schützung vor derselben“
1842 Vorbereitung der 6. Auflage des „Organon“, Q-Potenzen „Organon der Heilkunst“ (5. Aufl. 1833; textkritische Ausgabe der von Hahnemann für die 6. Aufl. vorgesehenen Fassung 1992)

Clemens von BönninghausenBönninghausen, Clemens von (Meilensteine)

Tab. 12.2
Jahr Neuerung Werk
1832 Entwicklung eines praxistauglichen Repertoriums „Systematisch-alphabetisches Repertorium der homöopathischen Arzneien: nebst einem Vorworte des Herrn Dr. Hahnemann. I. Theil, enthaltend: die antipsorischen, antisyphilitischen und antisykotischen Arzneien“
1835 Fortsetzung des Repertoriums „Systematisch-alphabetisches Repertorium der homöopathischen Arzneien. II. Theil, enthaltend: die (sogenannten) nicht-antipsorischen Arzneien“
1836 Bedeutung der Verwandtschaften „Versuch über die Verwandtschaften der homöopathischen Arzneien, nebst einer abgekürzten Übersicht ihrer Eigenthümlichkeiten und Hauptwirkungen“
1846 Zerteilen von Symptomen, Verallgemeinerung der Modalitäten, Geniussymptome „Therapeutisches Taschenbuch für homöopathische Aerzte, zum Gebrauche am Krankenbette und beim Studium der reinen Arzneimittel-Lehre“

Eine kurze Geschichte der Homöopathie

Christian Lucae

mit einem Beitrag von Ulrich Koch (12.5.6)
  • 12.1

    Homöopathiegeschichte210

  • 12.2

    Homöopathie im 19. Jahrhundert210

    • 12.2.1

      Die Anfänge210

    • 12.2.2

      Samuel Hahnemann211

    • 12.2.3

      Hahnemanns Schüler – die nächste Generation213

    • 12.2.4

      Clemens von Bönninghausen214

    • 12.2.5

      Weitere Entwicklungen im 19.Jahrhundert215

    • 12.2.6

      Internationale Ausbreitung216

  • 12.3

    Vereinigte Staaten217

    • 12.3.1

      Constantin Hering217

    • 12.3.2

      Blütezeit218

    • 12.3.3

      Niedergang220

  • 12.4

    Vom Deutschen Kaiserreich bis zum Zweiten Weltkrieg220

    • 12.4.1

      Homöopathie im frühen 20.Jahrhundert220

    • 12.4.2

      Homöopathie im Nationalsozialismus221

  • 12.5

    Homöopathie seit 1945221

    • 12.5.1

      Klinische Homöopathie221

    • 12.5.2

      Klassische Homöopathie222

    • 12.5.3

      Die Wiener Schule der Homöopathie222

    • 12.5.4

      Mexiko und Südamerika223

    • 12.5.5

      Georgos Vithoulkas224

    • 12.5.6

      M. L.Sehgal224

    • 12.5.7

      Neuere Strömungen225

    • 12.5.8

      Die „Empfindungsmethode“ nach Sankaran225

    • 12.5.9

      Die „Gruppenanalyse“ nach Scholten225

    • 12.5.10

      Die „komplexe Methode“ nach Mangialavori226

    • 12.5.11

      Wilseder Forum226

    • 12.5.12

      Ausblick227

Die Homöopathie wurde vor über 200 Jahren von Samuel Hahnemann begründet. Das Jahr 1796 gilt als „Geburtsjahr der Homöopathie“, in dem Hahnemann in einem Aufsatz erstmals das Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“ erwähnte. Bestimmte Elemente der Homöopathie – insbesondere die Gedanken zur Ähnlichkeit und einer ganzheitlichen Medizin – finden sich seit der Antike in medizinischen Schriften. Hahnemanns Verdienst war es, das Ähnlichkeitsprinzip mithilfe einer neuen Methode therapeutisch nutzbar zu machen.

Durch Hahnemann und seine Schüler gab es eine erste Blütezeit der Homöopathie in Deutschland, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichte. In dieser Zeit wurden bereits bedeutende Kenntnisse über zahlreiche homöopathische Arzneien gewonnen. Die rasche Entwicklung und Verbreitung der Homöopathie führte zur Gründung homöopathischer Krankenhäuser, Zeitschriften und Vereine. Gleichzeitig formierten sich Widersacher und Kritiker der Homöopathie, was zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen führte.

Mit der Auswanderung zahlreicher Homöopathen v. a. nach Nordamerika ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Homöopathie im Laufe mehrerer Jahrzehnte dort eine enorme Weiterentwicklung. Zahlreiche homöopathische Krankenhäuser und Colleges entstanden in den USA. Der homöopathische Arzneischatz wurde laufend ergänzt, unzählige therapeutische Erfahrungen wurden zusammengetragen, was die außerordentlich umfangreiche englischsprachige Literatur aus dieser Zeit widerspiegelt.

Während die Homöopathie ab den 1920er-Jahren in Amerika kaum mehr von Bedeutung war, gab es einen neuen Aufschwung in Deutschland: Die klinische Richtung der Homöopathie entstand. Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart diente als Behandlungs-, Forschungs- und Unterrichtszentrum. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die amerikanische Homöopathie in Europa wiederentdeckt. Die homöopathischen Ärzte Pierre Schmidt und Jost Künzli holten das Werk James Tyler Kents mit seinem berühmten Repertorium aus der Versenkung und gelten als Vorreiter dieser klassischen Richtung der Homöopathie.

Mittlerweile ist die Homöopathie auf der ganzen Welt verbreitet: Nicht nur in ihrem Herkunftsland Deutschland, sondern auch in Ländern wie Indien, Frankreich, England und in großen Teilen Südamerikas hat sie eine herausragende Stellung unter den komplementärmedizinischen Methoden erlangt.

Homöopathiegeschichte

HomöopathieGeschichteWährend der Schwerpunkt der älteren Homöopathiegeschichtsschreibung auf dem Wirken der homöopathischen Ärzte und deren Biografien lag, ist inzwischen das Umfeld der Homöopathie stärker beleuchtet und um wichtige sozialgeschichtliche Aspekte erweitert worden. Eine Trendwende in der neueren Homöopathiegeschichte markiert die 1996 von Martin Dinges herausgegebene Veröffentlichung „Homöopathie. Patienten – Heilkundige – Institutionen“. So gibt es mittlerweile ausführliche Untersuchungen zu Hahnemanns Patientenschaft, zur Entstehung von homöopathischen Krankenhäusern, Laienvereinen, Lehrstühlen und vielem mehr.
Die folgende Übersicht beleuchtet insbesondere die innerhomöopathische Entwicklung: von den Anfängen der Homöopathie (Hahnemann und seine Schüler) über eine erste Blütezeit in Deutschland, die zweite, große Blütephase in Amerika (mit bedeutenden Weiterentwicklungen in Methodik und Potenzierung) bis hin zu den Entwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland und der vergangenen 50 Jahre. Der Fokus liegt bewusst auf den methodisch relevanten Aspekten der Homöopathiegeschichte. Im Literaturverzeichnis am Kapitelende finden sich die einschlägigen Werke zu speziellen Aspekten der Homöopathiegeschichte.

Homöopathie im 19. Jahrhundert

Die Anfänge

Die Geschichte der Homöopathie beginnt – wie könnte es anders sein – mit Samuel HahnemannHahnemann, Samuel (12.2.2), dem Begründer dieser Heilkunst. Das Jahr 1796 gilt als „Geburtsjahr der Homöopathie“. Bestimmte Elemente der Homöopathie – insbesondere die Gedanken zur Ähnlichkeit und einer ganzheitlichenGanzheitlichkeit MedizinMedizinganzheitliche – finden sich bereits in medizinischen Schriften der Antike, in fernöstlichen Medizinkulturen, bei HippokratesHippokrates und ParacelsusParacelsus (2.2). Hahnemanns Verdienst war es, die Überlieferung und seine eigenen Beobachtungen im Ähnlichkeitsprinzip zu verdichten und als therapeutische Methode nutzbar zu machen.
Ende des 18. Jahrhunderts, als Hahnemann bereits mit ersten Gedanken zur Homöopathie an die Öffentlichkeit getreten war, war die Medizin nicht mit dem gleichzusetzen, was wir heute unter „Schulmedizin“ verstehen – dieser Begriff kam erst in den 1870er-Jahren auf. Sie bestand vielmehr aus einem großen Spektrum verschiedener, teilweise widersprüchlicher medizinischer Konzepte. Ein Arzt jener Zeit musste sich sein eigenes medizinisches System zurechtlegen: Die Ideen Georg Ernst StahlsStahl, Georg Ernst als Vertreter des Animismus konkurrierten mit Anschauungen der Humoralpathologie, François-Xavier BichatsBichat, François-Xavier „Morphopathologie“, dem „Brownianismus“ des schottischen Arztes John Brown, der romantischen Medizin Andreas RöschlaubsRöschlaub, Andreas und dem „Mesmerismus“Mesmer, Franz AntonMesmerismus Franz Anton MesmersMesmer, Franz Anton. Hahnemanns Kritik an der Medizin seiner Zeit entzündete sich ganz besonders an der damaligen Praxis des AderlassesAderlass, den v. a. François Joseph Victor BroussaisBroussais, François Joseph Victor populär gemacht hatte. Mit Christoph Wilhelm HufelandHufeland, Christoph Wilhelm verbanden Hahnemann zwar einige Gemeinsamkeiten – z. B. die Vorstellung der Unterstützung der individuellen LebenskraftLebenskraft des Patienten und die Anwendung der Diätetik –, Hufeland sah aber auch das Prinzip „Contraria contrariis“Contraria contrariis als wesentlich an und empfahl neben Medikamenten auch die Anwendung naturheilkundlicher Elemente. Dass Hufeland ein diskussionsbereiter Zeitgenosse war, zeigt u. a. die Tatsache, dass Hahnemann 1796 seinen berühmten Aufsatz „Versuch, über ein neues Princip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneysubstanzen, nebst einigen Blicken auf die bisherigen“ in Hufelands „Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst“ veröffentlichen konnte.

Samuel Hahnemann

Christian Friedrich Samuel Hahnemann Hahnemann, Samuel
(Abb. 12.1) wurde am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Nach dem Besuch der Fürstenschule St. Afra nahm er das Medizinstudium in Leipzig auf. Enttäuscht vom damals sehr theoretischen Studium reiste er nach Wien zu Joseph von Quarin, dem Leibarzt der österreichischen Kaiserin, der ihn im Krankenhaus direkt am Krankenbett unterrichtete und ärztlich ausbildete. Hahnemann schloss sein Medizinstudium 1779 in Erlangen ab und ließ sich bereits im folgenden Jahr als Arzt mit eigener Praxis nieder.
Durch Heirat mit der Apothekerstochter Henriette KüchlerKüchler, Henriette (1782) kam Hahnemann in engeren Kontakt mit der Chemie und der Pharmazie. Bald führte er eigene Untersuchungen und Experimente durch. Unzufrieden mit den damaligen Möglichkeiten der Medizin, zog er von Ort zu Ort und nahm verschiedene Stellen an.
Außer mit ärztlichen Tätigkeiten verdiente er sein Geld mit Übersetzungen medizinischer Werke, darunter auch William CullensCullen, William „Treatise of the Materia Medica“. Dieses 1792 erschienene Lehrbuch über die damalige Arzneimittellehre ist für die Homöopathie von besonderer Bedeutung, da Hahnemann in einer neu hinzugefügten Fußnote erstmals den sogenannten „Chinarindenversuch“Chinarindenversuch beschrieb. Diese Beobachtung sollte später für die Entwicklung der Homöopathie eine entscheidende Rolle spielen.
Nach weiteren Stationen in halb Deutschland zog Hahnemann mit seiner Familie nach Königslutter, wo er 1796 erstmals mit dem Ähnlichkeitsprinzip an die Öffentlichkeit trat: „Similia similibus curentur“Similia similibus (curentur) („Ähnliches möge mit Ähnlichem behandelt werden“) war geboren (2.2).
In den folgenden Jahren verfeinerte Hahnemann die Behandlung seiner Patienten mittels des ÄhnlichkeitsprinzipsÄhnlichkeitsprinzip weiter, indem er die Dosis der Arzneien immer mehr verkleinerte. Alle Behandlungen dokumentierte er akribisch in Krankenjournalen, was für die damalige Zeit noch ganz unüblich war. Seine gesammelten Erfahrungen fasste Hahnemann erstmals 1810 im „Organon der rationellen Heilkunde“ (später: „Organon der Heilkunst“) zusammen. Dieses bahnbrechende Werk erschien in mehreren Auflagen und gilt bis heute als Standardwerk, das eine fundierte Einführung in die Homöopathie gibt.
Nach erfolgreicher Habilitation an der Universität Leipzig (1812) versuchte sich Hahnemann als Dozent zu etablieren, war aber wenig erfolgreich. Immerhin konnte er im Rahmen eines kleinen Schülerkreises die Homöopathie an angehende Ärzte weitergeben und mithilfe von Arzneimittelprüfungen die homöopathische ArzneimittellehreArzneimittellehre kontinuierlich erweitern. Die gesammelten Prüfungen erschienen nach und nach als „Reine Arzneimittellehre“ (1811–1833).
Im Jahr 1820 wurde Hahnemann zu dem todkranken Fürsten Karl von Schwarzenberg gerufen, der bereits von mehreren Leibärzten behandelt worden war. Schwarzenbergs Tod kurze Zeit später wurde von den Apothekern u. a. als Anlass gesehen, Hahnemann das „Selbstdispensieren“, d. h. das selbstständige Ausgeben von Arzneien an Patienten, zu verbieten. Dank der Unterstützung des Herzogs Ferdinand von Anhalt-Köthen konnte er allerdings weiterhin praktizieren. Er residierte in Köthen von 1821 bis 1835. In dieser Lebensphase erlangte Hahnemann nationale und internationale Bekanntheit. Patienten nahmen lange Anreisen in Kauf, um sich von ihm homöopathisch behandeln zu lassen. Während einer Choleraepidemie hatte Hahnemann mit seinen homöopathischen Arzneien großen Erfolg und postulierte erstmals, dass „Kleinstlebewesen“ Infektionskrankheiten verursachen können.
Eine weitere Wende im Leben des inzwischen verwitweten Hahnemann ereignete sich im Jahr 1835: Die bekannte Pariser Künstlerin Mélanie d'Hervillyd’Hervilly, Mélanie reiste – zunächst als Patientin – nach Köthen. Mélanie und Samuel verliebten sich trotz eines Altersunterschiedes von 45 Jahren so heftig ineinander, dass das Paar noch im Sommer desselben Jahres heiratete und nach Paris reiste. Mélanie lernte schnell und intensiv Hahnemanns Heilmethode, sodass die beiden in den folgenden Jahren als Team unzählige Patienten in einer sehr gut besuchten Praxis im Pariser Stadtzentrum behandeln konnten.
Obwohl Hahnemann zum Zeitpunkt seiner Abreise nach Paris bereits 80 Jahre alt war, konnte er das „Organon der Heilkunst“ und sein Spätwerk „Die chronischen Krankheiten“ noch entscheidend weiterentwickeln. Darin enthalten war die „Miasmentheorie“Miasmentheorie, mit deren Hilfe Hahnemann die tiefere Ursache der chronischen Krankheiten ergründen und behandeln wollte. Diese Theorie erfuhr im Laufe der folgenden Jahrzehnte zahlreiche Abwandlungen und ist bis heute umstritten (10.3.3).
Nach einem erfüllten, äußerst arbeitsreichen Leben erkrankte Hahnemann an einem Bronchialkatarrh, an dessen Folgen er am 2. Juli 1843 im 89. Lebensjahr verstarb. Die Beisetzung fand auf dem Pariser Friedhof von Montmartre statt. In Tab. 12.1 sind seine Entdeckungen und Werke zusammengefasst.

Hahnemanns Schüler – die nächste Generation

Hahnemann und seine Schüler verhalfen der Homöopathie in Deutschland zu einer ersten Blüte, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichte. In dieser Zeit wurden bereits wesentliche Kenntnisse über die einzelnen Arzneien gewonnen. Die detailreichen Schilderungen der Symptome – zu homöopathischen Arzneimittelbildern zusammengefügt – haben ihre Gültigkeit im Wesentlichen bis heute behalten und werden nach wie vor in der täglichen Praxis verwendet.
Bereits während seiner Leipziger Zeit zwischen 1811 und 1821 konnte HahnemannHahnemann, Samuel einen ersten Schülerkreis um sich versammeln (12.2.2). Durch seine Vorlesungen an der Universität angeregt, fanden sich einige Hörer zu einer kleinen Gruppe zusammen, die sich regelmäßig traf. Dieser sogenannte Leipziger PrüfervereinLeipziger Prüferverein bestand aus jungen Männern wie Ernst StapfStapf, Ernst, Gustav Wilhelm GroßGroß, Gustav Wilhelm, Christian Gottlob HornburgHornburg, Christian Gottlob, Carl Gottlob FranzFranz, Carl Gottlob, Wilhelm Eduard WislicenusWislicenus, Wilhelm Eduard, Ernst Ferdinand RückertRückert, Ernst Ferdinand, Christian Friedrich LanghammerLanghammer, Christian Friedrich, Franz HartmannHartmann, Franz und anderen. Ein Hauptinteresse dieses Kreises lag in der systematischen Durchführung von Arzneimittelprüfungen, deren Ergebnisse bald die ersten Bände der „Reinen Arzneimittellehre“ füllten. Die meisten dieser ersten Schüler Hahnemanns traten später kaum mehr in Erscheinung – mit Ausnahme von Ernst StapfStapf, Ernst (1788–1860), der u. a. die erste homöopathische Zeitschrift, das „Archiv für die homöopathische Heilkunst“ (1822–1848), herausgab (Abb. 12.2).
Weitere für die Homöopathie bedeutende Weggefährten Hahnemanns waren unter anderen Georg Heinrich Gottlieb Jahr (1800–1875), Constantin Hering und Clemens von Bönninghausen.

Clemens von Bönninghausen

Bönninghausen, Clemens vonClemens Maria Franz von Bönninghausen (1785–1864) (Abb. 12.3), geboren bei Tubbergen (heutige Niederlande), wird häufig als „Hahnemanns Lieblingsschüler“ bezeichnet. Bönninghausen war erfolgreicher Jurist und Verwaltungsbeamter, bis er wegen einer schweren Erkrankung im Jahr 1828 von seinem Freund und Arzt August WeiheWeihe, August erfolgreich homöopathisch behandelt wurde. Fasziniert von der Homöopathie, nahm er wenig später brieflich Kontakt mit Hahnemann auf, erlernte rasch die wichtigsten Grundlagen der homöopathischen Therapie und behandelte bereits ab 1830 eigene Patienten mit homöopathischen Arzneien.
In der Folgezeit gab von Bönninghausen wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Homöopathie: Als Erster setzte er Hahnemanns Ideen zur Entwicklung eines RepertoriumsRepertorium um und gab schon 2 Jahre später das „Systematisch-alphabetische Repertorium“ heraus. Weitere wichtige Veröffentlichungen folgten (Tab. 12.2), mit denen Bönninghausen wesentlich zur Systematisierung der Homöopathie beitrug. Wegen der raschen Zunahme des homöopathischen Arzneischatzes und der neuen Prüfungssymptome war dies auch dringend notwendig, da die Homöopathen kaum mehr alle Symptome im Kopf behalten konnten. Mit Bönninghausens „Therapeutischem Taschenbuch“ erschien im Jahr 1846 das erste bedeutende Referenzwerk für die tägliche homöopathische Praxis, das mit seiner kompakten Struktur und einer besonderen Aufschlüsselung der Symptome ein handliches Nachschlagewerk „zum Gebrauche am Krankenbette“ wurde (zur heutigen Anwendung des Taschenbuchs 7.4.3).
Bönninghausen erarbeitete die Charakteristika der Arzneimittel und überlegte, welche Symptome einer Arznei in verschiedenen Organbereichen auftreten. Es folgte ein neuer Schritt in der Homöopathie: Bönninghausen „generalisierte“ diese SymptomeSymptomeGeneralisierungGeneralisierenSymptomeund bezog sie auf alle Körperregionen – selbst dann, wenn sie in der Arzneimittelprüfung in einem bestimmten Organ überhaupt nicht aufgetreten waren. Die einzelnen (vollständigen) SymptomeSymptomevollständige konnten in ihre Einzelteile zerlegt werden. Die daraus entstandenen Teilsymptome ließen sich wieder beliebig kombinieren. Die Einheit des Symptoms mit den dazugehörigen Modalitäten wurde mit dieser Methode aufgelöst. Bönninghausens Überlegungen mündeten in den Begriff der „Geniussymptome“Geniussymptome, die im „Therapeutischen Taschenbuch“ in den beiden höchsten Graden repräsentiert sind. Diese Symptome sind besonders charakteristisch und repräsentieren den „Genius“ einer ArzneiArzneiGenius: die hervorstechenden, charakteristischen Symptome, die sich wie ein roter Faden durch die Symptomatik ziehen.
Bönninghausen stand mit Hahnemann bis kurz vor dessen Tod 1843 in engem Briefkontakt. Der Briefwechsel ist mittlerweile aufgearbeitet und dokumentiert (Stahl 1997) und bietet als zeitgeschichtliches Dokument nicht nur außerordentlich interessante Einblicke in die von einer freundschaftlichen, vertrauensvollen Beziehung geprägten fachlichen Auseinandersetzungen der beiden Briefschreiber über die Homöopathie, sondern beleuchtet auch viele Details der Homöopathie der damaligen Zeit.

Weitere Entwicklungen im 19. Jahrhundert

Bereits zu Hahnemanns Lebzeiten entstanden verschiedene Richtungen innerhalb der Homöopathie. Während die ersten Schüler der Leipziger Zeit Hahnemanns seine Anweisungen exakt befolgten und als echte „Hahnemannianer“ bezeichnet werden konnten, emanzipierten sich jüngere homöopathische Ärzte und traten mit teilweise von Hahnemanns „reiner Lehre“ abweichenden Ideen hervor. Wichtige Vertreter einer „freien“ HomöopathieHomöopathie\“freie\“ waren Moritz MüllerMüller, Moritz (1784–1849) und Ludwig GrießelichGrießelich, Ludwig (1804–1848), die sich von vielen Vorstellungen Hahnemanns – etwa seiner Psora-Theorie – öffentlich distanzierten. Der daraus entstehende Streit gipfelte schließlich in einer Spaltung der Homöopathenschaft, in dessen Verlauf Hahnemann von „Bastard-Homöopathen“ sprach und sich mehr und mehr – häufig auch polemisierend – von der „Mischlings-Sekte“ abgrenzte. Man kann aber auch annehmen, dass die von Hahnemann zunehmend vertretene eher starre Haltung, die sich u. a. im „Organon der Heilkunst“ widerspiegelt, zum Überleben der Homöopathie beigetragen hat.
Mit der Gründung des ersten homöopathischen Vereins im Jahr 1829 – pünktlich zu Hahnemanns 50. Doktorjubiläum – wurde versucht, ein integratives Element zu schaffen. Der Verein (ab 1832 „Homöopathischer Zentralverein“Zentralverein, homöopathischer genannt) gründete die „Allgemeine Homöopathische Zeitung“, deren Herausgeber sowohl aus dem Lager der „Hahnemannianer“ als auch der kritisch eingestellten Richtung kamen. Bald nach seiner Gründung strebte der Zentralverein die Gründung eines homöopathischen Krankenhauses an, als dessen Leiter Moritz MüllerMüller, Moritz vorgesehen war, woraufhin es zu einem weiteren Eklat mit Hahnemann kam. Die nicht enden wollenden Streitigkeiten um das Krankenhaus führten schon 1842 zu dessen Schließung.
Hahnemanns Tod im Jahre 1843 markiert einen Wendepunkt in der Homöopathiegeschichte. „Stapfs Archiv“ erschien nur noch bis 1848. Die erste Generation homöopathischer Ärzte wurde abgelöst, die jüngeren Homöopathen wuchsen in einem anderen medizinischen Umfeld auf, das bereits von der naturwissenschaftlichen MedizinMedizinnaturwissenschafltiche beeinflusst war. So veröffentlichte Rudolf VirchowVirchow, Rudolf sein Konzept der „Cellularpathologie“Cellularpathologie Mitte der 1850er-Jahre. Das anatomisch-pathologische Denken, das in der Medizin aufkam, ging nicht spurlos an der Homöopathie vorüber, was sich inhaltlich in den neu gegründeten homöopathischen Zeitschriften (z. B. „Homöopathische Vierteljahresschrift“, „Zeitschrift für homöopathische Klinik“) niederschlug. Mit der weiteren Ausbreitung der Homöopathie kam es auch zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen zwischen Homöopathen und den Widersachern dieser Heilmethode. Gleichzeitig wurde die Homöopathie zunehmend institutionalisiert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Deutschland mehr als 20 homöopathische KrankenhäuserKrankenhaus, homöopathisches betrieben, von denen allerdings nur wenige über längere Zeit bestehen blieben und erfolgreich betrieben werden konnten. Auch an den medizinischen Fakultäten wurden einige Versuche unternommen, die Homöopathie als eigenständiges Fach zu etablieren. Bereits in der Frühzeit der Homöopathie gab es mehrere, meist aber nur sehr kurzlebige Dozenturen an der Universität Leipzig, angefangen mit einer Dozentur für Hahnemann selbst und in der Nachfolge mit Dozenturen für Carl Gottlob CaspariCaspari, Carl Gottlob, Johann Joseph Wilhelm LuxLux, Johann Joseph Wilhelm, Carl HartlaubHartlaub, Carl Georg Christian und Moritz MüllerMüller, Moritz. Die Vorlesungen hatten allerdings keine wesentlichen Auswirkungen auf die medizinische Lehre. Ab den 1830er-Jahren gab es an der Universität München Dozenten für Homöopathie, von denen sich Joseph Benedikt BuchnerBuchner, Joseph Benedikt über 25 Jahre lang (von 1853–1879) als Dozent halten konnte, nachdem er 1858 zum Honorarprofessor ernannt worden war. Die ersten Lehrstühle für Homöopathie entstanden ab 1871 an der Universität Budapest und wurden mit Franz HausmannHausmann, Franz und Theodor von BakodyBakody, Theodor von besetzt. Bakody lehrte bis 1904 und gilt als wichtiger Vertreter der „naturwissenschaftlich-kritischen“ Richtung der Homöopathie.
Eine wichtige – und in Deutschland wohl einmalige – Stellung in der Homöopathie nahmen die LaienvereineLaienverein, homöopathischer ein. Zwischen 1870 und 1933 gab es über 400 Laienvereine, die die Verbreitung der Homöopathie in der Bevölkerung unterstützten und Anleitungen zur homöopathischen Selbstbehandlung in ärztlich unterversorgten Gebieten gaben. Der größte Verein, die „Hahnemannia“ in Baden-Württemberg, organisierte regelmäßig Fortbildungen für interessierte Laien und gab eine eigene Zeitschrift heraus. In den Landtagen versuchten die Laienvereine durch Petitionen die Einrichtung von Lehrstühlen für Homöopathie zu erreichen, blieben damit aber erfolglos.
Der Unternehmer und Pharmazeut Willmar SchwabeSchwabe, Willmar (1839–1917) eröffnete 1871 seine erste Apotheke in Leipzig, gab ein Jahr später die „Pharmacopoea homoeopathica polyglotta“Pharmacopoea homoeopathica polyglotta heraus (3.5) und begann mit der Herstellung homöopathischer Arzneimittel in größerem Umfang. Er gründete zahlreiche Filialen und Arzneimitteldepots im In- und Ausland und verfolgte eine aggressive Geschäftspolitik. Der Erfolg Schwabes verdankte sich wesentlich auch einem angegliederten Verlag, der mit großen Auflagen homöopathischer Ratgeber operierte und dadurch viele Kunden ansprechen konnte. Bis dahin ohne wesentliche Konkurrenz auf dem Arzneimittelmarkt, verlor die Firma Schwabe 1923 mit der Gründung der Firma Madaus in Radebeul ihre Monopolstellung, was einen starken Preiskampf zur Folge hatte. Beide Unternehmen sollten etwa 40 Jahre später (1961) zur „Deutschen Homöopathie-Union“Deutsche Homöopathie-Union (DHU) (DHU) fusionieren.

Internationale Ausbreitung

Bereits 1816 gab es erste Vertreter der Homöopathie in Österreich, bald darauf in zahlreichen weiteren europäischen Ländern und in Amerika. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde homöopathisches Gedankengut bis nach Südamerika, Indien, Australien und sogar China getragen.
In England wurde die Homöopathie durch den schottischen Arzt Frederick Hervey Foster QuinQuin, Frederick Hervey Foster (1799–1878) eingeführt, der sich 1827 in London niederließ. Einige Jahre später wurde die erste homöopathische Vereinigung (1836: „Homoeopathic Association“) gegründet; weitere Standesvertretungen und Laienorganisationen folgten. Die erste Zeitschrift wurde 1843 unter dem Titel „The British Journal of Homoeopathy“ herausgegeben. Das 1849 gegründete, bis heute existierende „London Homoeopathic Hospital“Krankenhaus, homöopathischesLondon Homeopathic Hospital wurde traditionell von der Aristokratie unterstützt, welche der Homöopathie gegenüber in besonderem Maße offen war. Sogar die englische Königin war von der Homöopathie überzeugt: Queen Adelaide (1792–1849) ließ 1835 Ernst StapfStapf, Ernst (1788–1860) aus Deutschland einreisen, um sich von ihm homöopathisch behandeln zu lassen. Die Zahl der Homöopathen, Krankenhäuser, homöopathischen Vereine und Apotheken nahm bis Mitte des 19. Jahrhunderts weiter zu. Versuche, die Homöopathie an den englischen Universitäten zu verankern, schlugen jedoch fehl. Ähnlich wie in vielen anderen Ländern verhärtete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Konflikt zwischen „Orthodoxen“ und „Eklektikern“: Während Erstere den Dialog mit der „Allopathie“ strikt ablehnten, bemühten sich Letztere um eine Verbindung der Homöopathie mit der damaligen Schulmedizin. 1844 wurde mit der Gründung der „Faculty of Homoeopathy“ die Voraussetzung für eine kontinuierliche Homöopathieausbildung geschaffen, die mit einem staatlich anerkannten Diplom abgeschlossen werden konnte. Seit 1950 ist die Homöopathie Bestandteil des National Health Services.
Nach Indien kam die Homöopathie bereits in den 1830er-Jahren. Von einzelnen Zentren wie Lahore, Bombay und Kalkutta ausgehend, konnte sie sich im Laufe des 19. Jahrhunderts im gesamten Subkontinent ausbreiten. Dabei spielten europäische Missionare und Ärzte, aber auch das Militär eine wichtige Rolle. Zahlreiche homöopathische Krankenhäuser und Apotheken entstanden, Ärzte gründeten eigene Zeitschriften und organisierten sich in Standesvertretungen. Allerdings konnte während der englischen Kolonialherrschaft keine offizielle Anerkennung erreicht werden. Erst im Zuge der indischen Unabhängigkeitsbewegung wurde die Homöopathie 1937 offiziell staatlich anerkannt. Als das „Homoeopathic Enquiry Committee“ Ende der 1840er-Jahre in seinem Bericht rund 300 000 homöopathische Laienheiler zählte, wurde die Homöopathie in das indische Gesundheitssystem einbezogen. 1973 wurde die Homöopathie durch den „Homoeopathic Central Council Act“ vom indischen Parlament endgültig den anderen indischen Heilsystemen (Ayurveda, Unani und westliche Schulmedizin) gleichgestellt. Heute gibt es in Indien über 100 homöopathische Colleges, an denen eine vollständige medizinische Ausbildung absolviert werden kann. Im weltweiten Vergleich verfügt Indien mit mehreren hunderttausend Homöopathen mit Abstand über die meisten Anwender der Methode Hahnemanns.
Während in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die große Blütezeit der Homöopathie in Deutschland allmählich zu Ende ging und inhaltlich keine bedeutenden Impulse mehr kamen, wurde sie v. a. in Amerika immer populärer und erfuhr eine enorme Weiterentwicklung.

Vereinigte Staaten

Für die methodische Weiterentwicklung der Homöopathie war die Ausbreitung in Amerika besonders prägend. Im Zuge der allgemeinen Einwanderungswellen wanderten auch zahlreiche europäische Homöopathen v. a. Mitte des 19. Jahrhunderts in die Vereinigten Staaten ein, sodass die Homöopathie in mehreren Wellen in die Neue Welt kam. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde der homöopathische Arzneischatz laufend ergänzt, und unzählige therapeutische Erfahrungen wurden zusammengetragen. Bedeutende Namen der amerikanischen Homöopathie sind beispielsweise Constantin HeringHering, Constantin, Adolph LippeLippe, Adolph von, Eugene B. NashNash, Eugene B., James Tyler KentKent, James Tyler, Timothy F. AllenAllen, Timothy F. und Cyrus M. BogerBoger, Cyrus Maxwell. Zahlreiche Werke dieser Autoren sind auch ins Deutsche übertragen worden. Viele davon wurden internationale Standardwerke der Homöopathie und werden nach wie vor in der Praxis verwendet.

Constantin Hering

Der aus Oschatz in Sachsen stammende Constantin HeringHering, Constantin (1800–1880) (Abb. 12.4) ist gewissermaßen das Bindeglied zwischen Hahnemann und der Homöopathie in Amerika. Hering war dem Begründer der Homöopathie zwar mehrfach begegnet, pflegte aber keine engere Beziehung zu ihm. Aus erhaltenen Briefen ist bekannt, dass HahnemannHahnemann, Samuel die Errungenschaften und Neuerungen Herings schätzte. Hering wurde weltberühmt durch seine Arzneimittelprüfung von LachesisLachesis (Buschmeisterschlange, 3.1.2). Auch die ersten NosodenNosoden in der Homöopathie (PsorinumPsorinum, LyssinumLyssinum, VariolinumVariolinum u. a.) entstammen seinem Ideenfundus. Hering erprobte als Erster die Potenzierung im Verhältnis 1:10 – statt wie bisher 1:100 –, sah darin allerdings keinen besonderen Vorteil. Die posthum sogenannte Hering'sche RegelRegel, Hering’sche (auch: „Hering'sches Gesetz“) geht ebenfalls auf Hering zurück: Im Vorwort zur amerikanischen Ausgabe von Hahnemanns „Chronischen Krankheiten“ (1845) und später im Aufsatz „Hahnemann's Three Rules Concerning the Rank of Symptoms“ (1865) formulierte er einige für den Heilungsverlauf wichtige Parameter, die bis heute in der Praxis angewendet werden.
Das Hauptwerk Herings ist das zehnbändige Werk „Guiding Symptoms“, das Herings enormen Fleiß als Arzneiforscher bei der Ausarbeitung der homöopathischen ArzneimittellehreMateria medicaArzneimittellehrewiderspiegelt. Allerdings erlebte Hering nur das Erscheinen der ersten beiden Bände; nach seinem Tod wurde die Arzneimittellehre von seinem Sohn, seiner Frau und den homöopathischen Ärzten Raue, Knerr und Mohr vollendet.
Hering gründete 1835 die weltweit erste homöopathische Lehranstalt, die „Nordamerikanische Akademie für die homöopathische Heilkunst“ in Allentown (Pennsylvania), an der die ersten amerikanischen Homöopathen ausgebildet wurden, unter ihnen auch der aus Görlitz stammende Adolph Graf zur Lippe Biesterfeld-WeissenfeldLippe, Adolph von (1812–1888), der später gemeinsam mit Hering am „Homoeopathic Medical College of Pennsylvania“Homoeopathic Medical College of Pennsylvania (später: „Hahnemann Medical College of Philadelphia“Hahnemann Medical College of Philadelphia) lehrte.

Blütezeit

Die amerikanische Gesetzgebung ermöglichte die frühe Professionalisierung der homöopathischen Ärzte, die mit der Gründung des „American Institute of Homoeopathy“American Institute of Homeopathy (AIH) (AIH) im Jahr 1844 – unter Mitwirkung Herings (12.3.1) – begann. Damit hatten sich die Homöopathen sogar einige Jahre vor den „Allopathen“ berufspolitisch organisiert. Ebenso wurden zahlreiche Neugründungen homöopathischer CollegesCollege, homöopathisches (USA) und dazugehöriger KrankenhäuserKrankenhaus, homöopathisches durch fehlende Reglementierungen seitens des Staates ermöglicht. Da die Amtshoheit bei der Ausbildung und Zulassung von Ärzten nicht beim Staat, sondern bei den medizinischen Fachgesellschaften lag, kam es in den folgenden Jahrzehnten zu einem regelrechten Homöopathie-Boom: Während es 1860 noch 5 homöopathische CollegesCollege, homöopathisches (USA) und rund 2.000 homöopathische Ärzte gab, waren es 1880 schon 14 Hochschulen (ca. ein Fünftel der medizinischen Colleges in Nordamerika). Das „Hahnemann Medical College of Philadelphia“Hahnemann Medical College of Philadelphia hatte z. B. 300 Studenten, 70 Professoren und Dozenten, außerdem wurden jährlich mehr als 50 000 Patienten in den angeschlossenen Krankenhäusern behandelt, die förmlich wie Pilze aus dem Boden schossen: Um die Jahrhundertwende gab es insgesamt etwa 140 homöopathische KrankenhäuserKrankenhaus, homöopathisches, die z. T. auf medizinische Fächer, z. B. Gynäkologie, spezialisiert waren. Daneben gab es rund 20 Colleges und 160 homöopathische Vereinigungen. Jeder achte Arzt kam von einem homöopathischen College: Um die Jahrhundertwende soll es bis zu 10 000 homöopathische Ärzte in den Vereinigten Staaten gegeben haben. Nach neueren Schätzungen waren darunter allerdings höchstens 300–500 Ärzte, die im Sinne einer „klassischen“ Homöopathie behandelt haben.
Für die homöopathischen Ärzte problematisch wurde die Verabschiedung eines von der „American Medical Association“ erarbeiteten „Code of Ethics“ (1855), der die fachliche Zusammenarbeit von „allopathischen“ und homöopathischen Ärzten verhindern und Homöopathen den Zugang zu den regulären Berufsverbänden verwehren sollte. So durften z. B. ab 1856 homöopathische Artikel nicht mehr in „regulären“ medizinischen Zeitschriften erscheinen. Gerade diese Verschärfung der berufspolitischen Voraussetzungen führte aber zu einem noch engeren Zusammenhalt der Homöopathen untereinander, was sich in der großen Zahl homöopathischer Standesvereinigungen widerspiegelt. Ebenso wurden zahllose homöopathische Zeitschriften gegründet, die heute noch in den Bibliotheken der großen amerikanischen Universitäten archiviert sind und auf ihre „Wiederentdeckung“ warten – hier lagert vermutlich noch ein großer, der heutigen Homöopathie in vielen Teilen unbekannter Schatz.
Für den großen Erfolg der Homöopathie in den USA waren noch viele andere Faktoren verantwortlich, z. B. die Popularität der „New Church“, die den Lehren des schwedischen Theosophen und Mystikers Emanuel von SwedenborgSwedenborg, Emanuel von (1688–1772) folgte. Zahlreiche Homöopathen waren Anhänger Swedenborgs, allen voran James Tyler KentKent, James Tyler (1849–1916) (Abb. 12.5), einer der Protagonisten der amerikanischen Homöopathie. In seinen berühmten Vorlesungen „Lectures on Homoeopathic Materia Medica“, die er als Professor an der „Post-Graduate School of Homoeopathics“ in Chicago gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielt, finden sich viele Stellen, die vom Gedankengut der Swedenborgianer beeinflusst sind, was zu einer schwer zu trennenden Mischung theoretischer Aspekte verschiedenster Herkunft führte (7.3.1). Diese Vermengung findet sich z. B. in Kents Interpretation des „Hering'schen Gesetzes“ (9.2.1) oder in der „Kent'schen Skala“Skala, Kent’scheReihe, Kent’sche, die eine Steigerung der PotenzgradePotenzgrad quasi ins Unendliche vorsieht (in der Swedenborg'schen Philosophie wird u. a. eine Annäherung an die Unendlichkeit in mehreren Schritten beschrieben). Berühmt wurde Kent aber v. a. durch sein Werk „A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“, das 1897 in der ersten Auflage erschienRepertoriumKent. Obwohl zu diesem Zeitpunkt schon etliche andere Symptomenregister und Repertorien erschienen waren, setzte Kent mit seinem Werk einen Meilenstein, indem er sein Repertorium nach dem Kopf-zu-Fuß-SchemaKopf-zu-Fuß-Schema (6.2.4) gliederte und jedes Kapitel nach einheitlichen Gesichtspunkten unterteilte. Dank diesem Werk konnte sich das „Repertorisieren“RepertorisationKent-Methode endgültig durchsetzen, da sich durch die Kombination verschiedener Rubriken die Schnittmenge der Arzneimittel feststellen ließ und die Differenzialdiagnose auf wenige Arzneien reduziert werden konnte (7.3.3). Die Grundstruktur des „Kent“ hat sich bis heute gehalten und bildet den Grundstock der modernen Computerrepertorien (RADAR/RadarOpus, MacRepertory u. a.).
Neben Hering und Kent sind viele weitere amerikanische Homöopathen durch wichtige Grundlagenwerke bis heute untrennbar mit der Homöopathiegeschichte verbunden: Der homöopathische Arzt Timothy F. AllenAllen, Timothy F. (1837–1902) gab zwischen 1874 und 1880 das insgesamt 12 Bände umfassende Werk „The Encyclopedia of Pure Materia Medica“ heraus, das bis heute eine wichtige Literaturquelle für Homöopathen darstellt. Weitere „amerikanische“ Arzneimittellehren wurden von Allen C. CowperthwaiteCowperthwaite, Allen C., Edwin M. HaleHale, Edwin Moses, Caroll DunhamDunham, Caroll, Henry N. GuernseyGuernsey, Henry N., Ernest A. FarringtonFarrington, Ernest A., William BoerickeBoericke, William und zahlreichen anderen Autoren verfasst.
Ein weiterer Strang der Tradierung und Weiterentwicklung homöopathischer Methodik wurde durch Cyrus M. BogerBoger, Cyrus Maxwell (1861–1935) fortgeführt, der in Parkersburg (West Virginia) praktizierte. Er beschäftigte sich intensiv mit den Werken Bönninghausens – Boger war deutscher Abstammung und konnte vermutlich Deutsch lesen – und entwickelte in „Boenninghausen's Characteristics and Repertory“, einer Zusammenführung verschiedener Werke Bönninghausens, eine eigene generalisierende Methode. Seine Werke „Synoptic Key“ und „General Analysis“ führen die Idee der Generalisierung und den Gedanken der Bedeutung charakteristischer Einzelsymptome im Sinne Bönninghausens fort (12.2.4).

Niedergang

War die Ausbreitung der Homöopathie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf ihrem Höhepunkt angelangt, setzte schon wenig später ihr Niedergang ein. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Medizin führten zu neuen Therapiemethoden, außerdem wurde an den medizinischen Colleges eine Ausbildungsreform durchgeführt, die pharmazeutische Industrie gewann zunehmend an Einfluss, und die Ärzte spezialisierten sich stärker in den jeweiligen medizinischen Fächern. Durch eine Annäherung zwischen Homöopathie und „Allopathie“Allopathie bildete sich innerhalb der Homöopathenschaft – ähnlich wie in Europa – eine „orthodoxe“ und eine „eklektische“ Richtung heraus: Die „Orthodoxen“ gründeten die „International Hahnemann Association“ (IHA)International Hahnemann Association (IHA), während die „Eklektiker“, die deutlich in der Mehrheit waren, eine Homöopathie betrieben, die den ursprünglichen Prinzipien nicht mehr gerecht werden konnte. Durch diesen Eklektizismus wurde die Homöopathie sehr vereinfacht und nur noch als eine Methoden von vielen angewendet. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nur noch wenige gut ausgebildete Lehrer, die einen guten Standard im Homöopathieunterricht halten konnten (z. B. Harvey FarringtonFarrington, Harvey). Der medizinische Standard der meisten homöopathischen CollegesCollege, homöopathisches (USA) wurde zunehmend schlechter und war schließlich nicht mehr konkurrenzfähig, wie der 1910 veröffentlichte „Flexner-ReportFlexner-Report eindrucksvoll dokumentierte. Aufgrund schwerer Qualitätsmängel wurden die meisten homöopathischen Colleges geschlossen. Außerdem fehlte eine finanzielle Absicherung, da auch einflussreiche Persönlichkeiten wie der amerikanische Unternehmer John D. RockefellerRockefeller, John D., der die Homöopathie zunächst gefördert hatte, sich enttäuscht von ihr abwandten und nunmehr naturwissenschaftlich orientierte Colleges unterstützten. Lediglich zwei homöopathische Privathochschulen konnten sich halten, bis im Jahr 1921 die Homöopathieausbildung vollständig in eine Postgraduiertenweiterbildung umgewandelt wurde.

Vom Deutschen Kaiserreich bis zum Zweiten Weltkrieg

Homöopathie im frühen 20. Jahrhundert

Um die Jahrhundertwende wurde die Homöopathie in Deutschland inhaltlich von der „naturwissenschaftlich-kritischen Richtung“Homöopathienaturwissenschaftlich-kritische dominiert (12.2.5). Neben Theodor von BakodyBakody, Theodor von, der bis 1904 an der Universität Budapest unterrichtet hatte und durch deutschsprachige Veröffentlichungen bekannt war, gilt Hans WaplerWapler, Hans (1866–1951) als Hauptvertreter dieser Richtung. Im Vordergrund der homöopathischen Therapie standen die Organbeziehungen der einzelnen Arzneien, die in der Regel in TiefpotenzenTiefpotenzen verschrieben wurden. Hochpotenzen wurden als unwirksam angesehen und grundsätzlich abgelehnt. Einzelne Homöopathen dieser Zeit wie z. B. Emil SchlegelSchlegel, Emil (1852–1934) traten durch abweichende, unkonventionelle Veröffentlichungen hervor, spielen in der Homöopathiegeschichte insgesamt aber nur eine Randrolle.
Ein kurzer Aufschwung der Homöopathie bahnte sich in den 1920er-Jahren an: Der berühmte Berliner Chirurg August BierBier, August (1861–1949) trat öffentlich für die Homöopathie ein, was für heftige Diskussionen sorgte. Im Zuge dieser Auseinandersetzung trat der „Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte“Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) für die Einrichtung eines homöopathischen Lehrstuhls ein, sodass schließlich 1928 ein Lehrauftrag an der Universität Berlin an den homöopathischen Arzt Ernst BastanierBastanier, Ernst (1870–1953) vergeben werden konnte. Obwohl zusätzlich eine homöopathische Poliklinik etabliert wurde, gingen von diesem Lehrauftrag keine entscheidenden Impulse aus. 1938 trat Bastanier aus Altersgründen von seinem Lehrauftrag zurück.
Parallel zur Entwicklung in Deutschland schlug die Homöopathie in anderen europäischen Ländern unterschiedliche Wege ein. Vor allem in Frankreich entstanden durch die Ärzte Jean Pierre GallavardinGallavardin, Jean Pierre, Léon VannierVannier, Léon und Antoine NebelNebel, Antoine eigene Richtungen, die bis heute das Bild der französischen Homöopathie prägen. Mit der „Liga medicorum homoeopathica internationalis“ (LMHI)Liga medicorum homoeopathica internationalis (LMHI), die sich 1926 konstituierte und bei ihrem ersten Kongress in Paris homöopathische Ärzte vieler Länder zusammenführte, formierte sich eine internationale Organisation, in der einzelne homöopathische Vereinigungen der teilnehmenden Länder vertreten waren.

Homöopathie im Nationalsozialismus

HomöopathieNationalsozialismusMit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ab 1933 die „Neue Deutsche Heilkunde“ propagiert. Naturheilkunde, Homöopathie und andere traditionelle Heilverfahren sollten in die konventionelle Medizin integriert werden. In Rudolf Heß fand sich ein wichtiger Fürsprecher dieser Integration: Mit dem „Rudolf-Heß-Krankenhaus“ in Dresden sollte 1934 eine Lehranstalt für natürliche Heilweisen entstehen. Viele homöopathische Ärzte sahen darin eine Chance zur Aufwertung und Gleichstellung ihrer Heilmethode. 1933 kündigte der Reichsärzteführer Gerhard Wagner an, alle biologischen Heilverfahren einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Hans WaplerWapler, Hans, Herausgeber der „Allgemeinen Homöopathischen Zeitung“ und Hanns RabeRabe, Hanns (1890–1959), Vorsitzender des „Zentralvereins homöopathischer Ärzte“Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), begrüßten diese Initiative und leiteten eine Überprüfung der Homöopathie, insbesondere der Arzneimittelprüfungen, ein.
Zwischenzeitlich wurde in Berlin die Einrichtung einer Homöopathieprofessur mit besonderem Forschungsauftrag überlegt. Als der homöopathische Arzt und Internist Fritz DonnerDonner, Fritz (1896–1979) den Auftrag jedoch ablehnte, konnte niemand für die Besetzung des Lehrstuhls gefunden werden, und der Plan wurde wieder aufgegeben. Der Lehrauftrag Bastaniers an der Universität Berlin endete 1938 (12.4.1), dafür wurden u. a. an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Erlangen Lehraufträge für Homöopathie eingerichtet. Hanns Rabe und der damalige Leiter des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart, Alfons StiegeleStiegele, Alfons (1871–1956), wurden zu Professoren ernannt.
Federführend bei der Untersuchung der Homöopathie durch das Reichsgesundheitsamt zwischen 1936 und 1939 war der Arzt Fritz Donner, der seinen Bericht allerdings erst Jahrzehnte später – vermutlich in den 1960er-Jahren – verfasste („Donner-Report“Donner, FritzDonner-Report). Nach Durchführung zahlreicher Studien, insbesondere aufgrund von Nachprüfungen homöopathischer Arzneimittelbilder, kam Donner zu einem deutlich negativen Ergebnis für die Homöopathie. Aufgrund dieses Berichts und der sich zuspitzenden politischen Lage ist es nicht mehr zu dem von vielen erhofften Aufschwung der Homöopathie gekommen.

Homöopathie seit 1945

Klinische Homöopathie

HomöopathieklinischeNach Kriegsende wurde das Robert-Bosch-KrankenhausKrankenhaus, homöopathisches in Stuttgart Forschungs- und Ausbildungszentrum der deutschen Homöopathie. Als Direktor wurde der aus England zurückgekehrte Otto LeeserLeeser, Otto (1888–1964) eingesetzt. Leeser hatte bereits seit 1929 zusammen mit Alfons StiegeleStiegele, Alfons am Robert-Bosch-Krankenhaus gearbeitet, bis er – Leeser war Jude – 1933 nach England emigrieren musste. Leeser, Stiegele und Julius MezgerMezger, Julius (1891–1976) zählen zu den wichtigsten Vertretern der „naturwissenschaftlich-kritischen Richtung“ der Homöopathie (12.2.5), die sich als „klinische Homöopathie“ auch in Form wichtiger Veröffentlichungen widerspiegelt. Während Leeser bereits 1939 sein umfangreiches „Lehrbuch der Homöopathie“ publiziert hatte, folgten 1949 Stiegele mit der „Homöopathischen Arzneimittellehre“ und Mezger mit der „Gesichteten homöopathischen Arzneimittellehre“, in der auch viele eigene Prüfungen enthalten sind.
Als im Jahr 1956 der 59. Deutsche Ärztetag in Münster die Einführung einer Zusatzbezeichnung „Homöopathie“HomöopathieZusatzbezeichnung beschlossen hatte, folgte eine Ausbildungsreform. In deren Folge wurde die Homöopathieausbildung auf die Landesverbände des Zentralvereins übertragen, sodass die Bedeutung des Krankenhauses als Ausbildungsstätte schwand. Ab 1956 wurden in Bad Brückenau die ersten Fortbildungskurse für Ärzte zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ veranstaltet. Das Robert-Bosch-Krankenhaus besteht bis heute, der homöopathische Schwerpunkt wurde aber bereits 1973 endgültig aufgegeben.

Klassische Homöopathie

HomöopathieklassischeWährend Mitte der 1950er-Jahre die klinische Homöopathie an Bedeutung verlor, begann eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Homöopathie im 19. Jahrhundert. Homöopathische Ärzte wie Rudolf FluryFlury, Rudolf (1903–1977), Adolf VoegeliVoegeli, Adolf (1898–1993) und Hedwig ImhäuserImhäuser, Hedwig (1903–1988) versuchten, in Vergessenheit geratene Themen wie Hahnemanns Miasmenlehre oder die konstitutionelle BehandlungKonstitutionstherapie mit Hochpotenzen wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Im Jahr 1957 wurde die „Zeitschrift für Klassische Homöopathie“ gegründet.
Die Entwicklungen der amerikanischen Homöopathie waren in Deutschland praktisch unbekannt und ohne Resonanz geblieben. Erst durch die homöopathischen Ärzte Pierre SchmidtSchmidt, Pierre (1894–1987) und Jost Künzli von FimmelsbergKünzli von Fimmelsberg, Jost (1915–1992) kam die Homöopathie James Tyler Kents (12.3.2) nach Europa. Schmidt hatte in Philadelphia vor dem Zweiten Weltkrieg durch die Ärzte und Kent-Schüler Austin und Gladwin die Kent'sche Richtung studiert. Schmidt und Künzli übersetzten Kents „Lectures“ ins Deutsche. Künzli hielt regelmäßige Kurse in der Schweiz und auf der Nordseeinsel Spiekeroog ab, in denen die Teilnehmer das bisher in Deutschland unbekannte „Repertorisieren“RepertorisationKent-Methode Kent'scher Prägung erlernen konnten.

Die Wiener Schule der Homöopathie

HomöopathieWiener SchuleWiener SchuleParallel zur Entwicklung der „klassischen Homöopathie“ gründete Mathias DorcsiDorcsi, Mathias (1923–2001) (Abb. 12.6), aus der klinischen Homöopathie kommend, zusammen mit Robert SeitschekSeitschek, Robert im Jahr 1953 in Wien die „Vereinigung homöopathisch interessierter Ärzte Österreichs“, die spätere „Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin“ (ÖGHM)Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM). Dorcsi praktizierte und unterrichtete Homöopathie am Krankenhaus Wien-Lainz und schuf ein neuartiges Ausbildungssystem, das später als Vorlage für die Homöopathieausbildung in Deutschland diente. Die „Wiener Schule der Homöopathie“ wurde v. a. im Rahmen der „Badener Intensivkurse“ (seit 1975) gelehrt. Tausende Ärzte wurden im Laufe der Jahrzehnte in diesen Kursen ausgebildet.
Dorcsis zentrales Anliegen war die Integration der Homöopathie in die gesamte Medizin. Er definierte die Homöopathie als „MedizinMedizinpersonotrope der Person“, führte die Begriffe „Konstitution“Konstitution und „Diathese“Diathese ein und modernisierte die homöopathische Sprache. Auf diese Weise wollte er eine Brücke zwischen der klinischen Medizin und der Homöopathie bauen. Junge Ärzte mit schulmedizinischer Ausbildung sollten schrittweise an die Homöopathie herangeführt werden. Dorcsis Lebenswerk spiegelt sich in zahlreichen Veröffentlichungen wider. In seinen Schriften erarbeitete er einen Stufenplan, der das schrittweise Erlernen der Homöopathie von der einfachen organotropen Verschreibung bis hin zur konstitutionellen VerordnungKonstitutionstherapie ermöglicht. Dorcsi lehnte das Kent'sche Repertorium zunächst ab, dessen Methodik ihm als zu technisch und schematisch erschien. Dadurch entstand eine Richtung, deren Entwicklung parallel zur Entwicklung der „klassischen Homöopathie“ verlief.
Im Jahr 1989 siedelte Dorcsi nach München über, wo er in der folgenden Zeit das Projekt „Homöopathie in der Pädiatrie“ im Dr. von Haunerschen Kinderspital unterstützte und eine kleine homöopathische Praxis weiterführte. Dadurch erfuhr die „Wiener Schule“ in Bayern gewissermaßen ihre Fortsetzung. Zusammen mit seiner Frau, der Kinderärztin Mira Dorcsi-Ulrich, supervidierte Dorcsi das Projekt bis zu seinem Tod im Jahr 2001.

Mexiko und Südamerika

Die Wurzeln der mexikanischen Homöopathie liegen im Jahr 1849, als der katalanische Homöopath Cornelio Andrade y BazBaz, Cornelio Andrade nach Mexiko kam. 1895 wurde die Homöopathie durch die Regierung offiziell anerkannt, wenig später entstanden die erste Homöopathieschule und das Hospital Nacional Homeopático in Mexiko-Stadt. Die Homöopathie wurde sogar in das Programm der Universidad Nacional de México aufgenommen. In der folgenden Zeit bildeten sich zahlreiche homöopathische Vereinigungen und Schulen in verschiedenen Teilen des Landes.
1960 wurde die Homeopatía de México A. C., die heute international bekannteste Vereinigung, durch mehrere Ärzte begründet, darunter Proceso Sánchez OrtegaOrtega, Proceso Sánchez (1919–2005) (Abb. 12.7). Die Ausbildung an der Schule dauert 6 Semester und wird mit einem Diplom abgeschlossen. Im ersten Jahr stehen eine Einführung in die Homöopathiegeschichte, allgemeine Philosophie, die 8 Grundprinzipien der Homöopathie und die 24 wichtigsten Arzneimittelbilder auf dem Lehrplan. Das zweite Studienjahr umfasst ein genaues Studium des „Organons der Heilkunst“, der vergleichenden Arzneimittellehre, der Miasmenlehre und schließlich der praktischen Anwendung der homöopathischen Regeln. Im dritten Jahr werden die gelernten Grundlagen erstmals an Patienten angewandt. Dazu dienen insbesondere die „Dispensarios“. Diese sind vergleichbar mit Ambulanzen, in denen v. a. mittellose Patienten, die sich eine reguläre Behandlung nicht leisten können, behandelt werden.
Sánchez Ortega sah sich als Vollender dessen, was Hahnemann zu Lebzeiten nicht mehr fertigstellen konnte, und machte kein Geheimnis daraus, dass er seine eigene MiasmenlehreMiasmentheorieOrtega als in den Grundideen vollendet und unabdingbar für die Arbeit und das Denken eines jeden homöopathischen Arztes hielt: „No se puede ser homeopata sin lo miasmático“ – „Ohne die Miasmentheorie kann man nicht Homöopath sein“. Eine Besonderheit bei der praktischen Anwendung der Miasmenlehre nach Ortega liegt darin, dass für die RepertorisationRepertorisationOrtega-Methode ausschließlich die Symptome des vorherrschenden Miasmas verwendet werden, da nur dieses Miasma behandelt bzw. im Sinne eines Zwiebelschalenmodells „abgetragen“ werden soll. Selbst sehr auffallende Symptome gemäß „Organon“, § 153 (7.1.2), werden nicht berücksichtigt, wenn sie nicht dem vorherrschenden Miasma angehören.
In vielen Ländern Südamerikas – etwa Kolumbien, Chile oder Argentinien – reichen die Wurzeln der Homöopathie ebenfalls bis ins 19. Jahrhundert zurück. Insbesondere einige Homöopathielehrer aus Argentinien sind international bekannt geworden: Tomás Pablo PascheroPaschero, Tomás Pablo (1904–1986) gründete eine eigene Schule und setzte durch die Einbeziehung der Tiefenpsychologie neue Maßstäbe in der südamerikanischen Homöopathie. Eugenio CandegabeCandegabe, Eugenio F. setzte diese Tradition bis in die heutige Zeit fort. Alphonso Masi-ElizaldeMasi-Elizalde, Alphonso (1932–2003) führte die Homöopathie mit den psychologischen Modellen Thomas von AquinsThomas von Aquin zusammen und erstellte daraus ein eigenes Miasmenkonzept, das auch in Europa größere Bekanntheit erlangte.

Georgos Vithoulkas

Vithoulkas, GeorgosDer griechische Ingenieur Vithoulkas (*1932) lernte die Homöopathie zunächst in Südafrika kennen und setzte seine Homöopathieausbildung in Indien fort. 1970 installierte er die „Athenian School of Homoeopathic Medicine“Athenian School of Homeopathic Medicine. Diese Schule gewann bald internationalen Einfluss, da dort zahlreiche Ärzte aus den USA und Europa ausgebildet wurden, so z. B. Roger MorrisonMorrison, Roger, Alfons GeukensGeukens, Alfons und Wolfgang SpringerSpringer, Wolfgang, die nach Abschluss der Ausbildung die Homöopathie in ihre Heimatländer zurücktrugen und begannen, selbst Kurse abzuhalten. 1995 gründete Vithoulkas ein weiteres Ausbildungszentrum auf der griechischen Insel Alonissos.
Vithoulkas propagierte die Homöopathie als „Medizin der Zukunft“ und entwickelte eigene Theorien zum Krankheits- und Heilungsbegriff, die in vielen Teilen als umstritten gelten. So hat sich z. B. das von ihm entwickelte Kegelmodell, das die verschiedenen Ebenen des Menschen in einer hierarchischen Anordnung darstellen soll, nicht allgemein durchgesetzt. Durch die konsequente Nutzung von Patientenvideos setzte er neue Akzente in der homöopathischen Ausbildung. Für seine Verdienste um die weltweite Verbreitung der Homöopathie erhielt er 1996 den Right Livelihood Award – den „Alternativen Nobelpreis“.

M. L. Sehgal

Sehgal, M. L.In Indien entwickelte Sehgal (1929–2002) eine besondere homöopathische Methodik, die sich ausschließlich auf die Verwendung von Geistes- und GemütssymptomenGeistes- und GemütssymptomeSehgal-Methode stützt. Den Ausgangspunkt bildeten Patienten, deren Beschwerden er auf der Grundlage ihrer körperlichen Symptome nicht zufriedenstellend behandeln konnte, bei denen er aber durch RepertorisationRepertorisationSehgal-Methode ihres Gemütszustands und entsprechende Medikation beeindruckende Heilungsverläufe beobachten konnte. Bei der Sehgal-Methode stützt sich die Arzneifindung auf die Beobachtung, dass sich eine Veränderung des Gemütszustands grundsätzlich bei allen Erkrankungen findet und infolgedessen auch bei der jeweils gegebenen Gemütsverfassung, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung steht. Die erhobenen Symptome müssen folgendermaßen beschaffen sein:
  • 1.

    present (aktuell, gegenwärtig), d. h. zum Zeitpunkt der Behandlung anwesend und nicht in der Vergangenheit liegend

  • 2.

    predominant (auffällig, vorherrschend), d. h. deutlich und hervorstechend

  • 3.

    persistent (anhaltend), also nicht nur flüchtig oder von vorübergehender Natur

Sehgal hat sehr viel Wert darauf gelegt, den genauen Wortlaut der Äußerungen der Patienten zu erfassen und diese exakt in die Sprache der Geistes- und Gemütsrubriken zu übertragen. Dazu analysierte er die Bedeutung jeder verwendeten Rubrik genau, um den Sinn präzise zu erfassen und eine möglichst genaue Übersetzung der Patientenäußerung in die RepertoriumsspracheRepertoriumssprache zu gewährleisten. Körperliche Symptome werden überhaupt nicht verwendet, die miasmatische Zuordnung und die Wertigkeit einer Arznei in einer Rubrik sind bei diesem Behandlungsansatz ohne Bedeutung.
In der AnamneseAnamneseSehgal-Methode wird Wert gelegt auf das Hauptanliegen des Patienten, d. h. den Grund, warum er zur Behandlung kommt, was er angesichts seiner Beschwerden denkt und empfindet und wie sein Verhalten dadurch verändert ist. Weiterhin von Bedeutung für die Arzneifindung sind die Modalitäten hinsichtlich der psychischen Verfassung und sein Ausdrucksverhalten (Mimik, Gestik, Stimmung).
Sehgals Ansatz ermöglicht es, viele scheinbar allgemeine Aussagen von Patienten nutzbar zu machen, mit denen sonst kaum etwas anzufangen wäre, wie z. B. der Wunsch eines Patienten nach mehr Diagnostik (z. B. Röntgen, MRT), für den die Rubrik „Verlangen nach Licht“ – im wahrsten Sinne des Wortes – genommen werden kann. Die Methode hat sich bei der Behandlung symptomarmer Fälle, in Situationen erschwerter Fallerhebung und bei psychischen Störungen bewährt und wesentlich dazu beigetragen, Symptome im Geistes- und Gemütsbereich differenzierter und genauer zu erfassen und für die Arzneifindung zu verwenden. Eine beachtliche Anzahl gut dokumentierter und publizierter Fälle belegen inzwischen die Möglichkeiten des von Sehgal entwickelten Weges der „revolutionierten Homöopathie“.

Neuere Strömungen

Seit den 1990er-Jahren sind zahlreiche neue Ansätze in der homöopathischen Lehre aufgetaucht. Eine besondere Rolle für die homöopathische Arzneifindung spielen die Gruppenanalyse homöopathischer Arzneimittel unter Einbeziehung der botanischen Familien und des Periodensystems der Elemente, aber auch psychologisch ausgerichtete Ansätze, die zu einer starken Betonung der Geistes- und Gemütssymptome führten. Die zunehmende Globalisierung hat auch vor der Homöopathie nicht haltgemacht: Immer mehr Referenten aus aller Welt jetten von Land zu Land und verbreiten ihre Ideen in internationalen Seminaren. Drei der wichtigsten Progatonisten werden im Folgenden vorgestellt: Sankaran, Scholten und Mangialavori.

Die „Empfindungsmethode“ nach Sankaran

Einer der ersten Vertreter der neueren Strömungen ist der indische Homöopath Rajan SankaranSankaran, Rajan (*1960). In seinem ersten Buch „The Spirit of Homoeopathy“ stellte Sankaran Anfang der 1990er-Jahre neuartige Konzepte für die Anamnese, die Mittelfindung und die Erarbeitung von Arzneimittelbildern zur Diskussion. Mit seiner Vorstellung einer „Basic delusion“Basic delusion (etwa: „zugrunde liegenden Wahnidee“) und einer „Central disturbance“Central disturbance („zentralen Störung“) versucht er, den entscheidenden Grundkonflikt des Patienten herauszuarbeiten. Bei der Repertorisation werden dazu in hohem Maße WahnideenWahnidee und andere Gemütssymptome einbezogen. In weiteren Werken erschließt Sankaran sowohl die botanischen Familien als auch das PeriodensystemPeriodensystem, Sankaran-Methode der Elemente in neuartiger Weise für die Arzneimittelfindung und erweitert die klassische Miasmentheorie. Dabei ergänzt er die MiasmenMiasmentheorieSankaran „Psora“, „Syphilis“ und „Sykosis“ um mehrere „Zwischenmiasmen“Zwischenmiasma, die allesamt menschliche Verhaltensmuster bzw. Reaktionsweisen repräsentieren: „Tuberkulose“, „Ringworm“, „Lepra“, „Typhus“, „Krebs“, „Malaria“ und „Akut“. Durch das Zuordnen homöopathischer Arzneien zu den einzelnen Miasmen kann dieses System bei der Mittelwahl hilfreich sein. Auch die Anamnesetechnik hat Sankaran weiter verändert und zielt damit insbesondere auf das Erkennen der „Vital sensation“ (etwa: „vitalen Empfindung“) des Patienten. Nicht mehr die Erkrankung bzw. die Symptome selbst stehen nun im Vordergrund, sondern die Art und Weise, wie diese vom Patienten geschildert werden. Die ArzneiwahlArzneiwahlSankaran-Methode orientiert sich an den Charakteristika der „vitalen Empfindung“.

Die „Gruppenanalyse“ nach Scholten

Mit dem Erscheinen der Bücher „Homöopathie und Minerale“ (1994) und „Homöopathie und die Elemente“ (1997) des Niederländers Jan ScholtenScholten, Jan (*1951) wurde ein weiteres kreatives Element in die Homöopathie eingebracht. Mithilfe der sogenannten GruppenanalyseArzneiwahlGruppenanalyseGruppenanalyse, Arzneiwahlund des PeriodensystemsPeriodensystem, Sankaran-MethodeArzneiwahlPeriodensystemder Elemente, das zum Zweck der Arzneimittelfindung in Serien und Stadien eingeteilt ist, wird die Verschreibung bisher in der Homöopathie nicht beschriebener Arzneien möglich, z. B. von ScandiumScandium, RutheniumRuthenium oder Calcium muriaticumCalcium muriaticum. In der Gruppenanalyse werden den Bestandteilen der Minerale bestimmte Themen zugeschrieben: So entspricht bei Scholten die Phosphoricum-Gruppe z. B. folgenden Themen: „Kommunikation – mitfühlend – Freunde, Nachbarn, Geschwister – Heimweh – Sprache und Lernen – Neugierde und Reisen – Ruhelosigkeit und Ängste“. Durch die Kombination von jeweils zwei Gruppen – z. B. Natrium mit Phosphoricum – entstehen neue Aspekte des Arzneimittelbildes, dem Beispiel entsprechend Natrium phosphoricum. Die Serien des Periodensystems entsprechen den horizontalen Reihen und sind jeweils nach einer Leitarznei benannt: Wasserstoff-, Kohlenstoff-, Silizium-, Eisen-, Silber-, Gold- und Uraniumserie. Die Stadien entsprechen den vertikalen Reihen und reichen von Stadium 1 (Wasserstoff, Lithium, Natrium etc.) bis Stadium 18 (Helium, Neon, Argon etc.). Den jeweiligen Serien und Stadien sind bestimmte Eigenschaften und Reaktionsweisen zugewiesen, sodass – ähnlich einem Koordinatensystem – die passende homöopathische Arznei für den Patienten ermittelt werden kann.
Durch diese theoretisch-methodischen Kunstgriffe sowohl bei Scholten als auch bei Sankaran ist eine ArzneimittelprüfungArzneimittelprüfung am Gesunden als Grundlage der Verschreibung der passenden Arznei nicht mehr in jedem Fall zwingend notwendig, da auch andere Kriterien zu Geltung kommen. Damit entfernen sich diese Methoden teilweise von der Grundannahme des ÄhnlichkeitsprinzipsÄhnlichkeitsprinzip („Similia similibus curentur“Similia similibus (curentur)): Das „similibus“ – also die heilende Arznei – wird nicht mehr durch die Arzneimittelprüfung erfasst (4), sondern durch ein neuartiges „Mapping“Mapping, ArzneiwahlArzneiwahlMapping(Rastersystem) bestimmt, mit dessen Hilfe sogar die Wirkung unbekannter Arzneien „vorhergesagt“ werden kann. Für dieses „Mapping“ wird sowohl das Periodensystem der Elemente als auch ein Raster aus Miasmen und Pflanzenfamilien verwendet. Zusätzlich werden Botanik, Signaturenlehre und verschiedene Analogien zur Mittelwahl herangezogen. Zur besseren Unterscheidung dieses Verfahrens von der Homöopathie hat Matthias Wischner dafür den Begriff „AnalogopathieAnalogopathie“ vorgeschlagen (Wischner 2007, Lucae 2009).

Die „komplexe Methode“ nach Mangialavori

Der Italiener Massimo MangialavoriMangialavori, Massimo (*1958) hat mit seiner als „komplexe Methode“ titulierten Richtung neue Türen aufgestoßen: Die homöopathischen ArzneimittelbilderArzneimittelbild werden unter Zuhilfenahme verschiedener Wissenschaften wie Botanik, Toxikologie, Pharmakologie und Anthropologie aufwändig und gründlich erarbeitet und anschließend in ihren Bezügen zu den botanischen Familien bzw. ihren chemischen und physikalischen Zuordnungen dargestellt. Ein wichtiges Element seiner Methode ist die Bildung von Arzneigruppen wie z. B. der homöopathischen Arzneifamilie der „Meeresarzneimittel – Sepia-ähnliche“: SepiaSepia dient als Leitarznei in einer Gruppe mit MedusaMedusa, SpongiaSpongia, Corallium rubrumCorallium rubrum, AmbraAmbra und vielen anderen. Den verschiedenen Arzneifamilien werden „General themes“ („allgemeine Themen“) zugeordnet, den einzelnen Arzneien „Fundamental themes“ („grundlegende Themen“). Dadurch wird eine zuverlässige Verschreibung auch kleiner oder fast unbekannter Arzneien möglich.

Wilseder Forum

Wilseder ForumWährend die Homöopathieausbildung in Deutschland – von wenigen Ausnahmen abgesehen – als außeruniversitäre und postpromotionelle Zusatzausbildung konzipiert war, begann sich Anfang der 1990er-Jahre eine Trendwende abzuzeichnen: Im Frühjahr 1992 trafen sich homöopathiebegeisterte Medizinstudenten verschiedener deutscher Universitäten erstmals in Wilsede, einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide, um ihre bisherigen Erfahrungen auszutauschen und darüber nachzudenken, welche neuen Wege es geben könnte, die Homöopathie im Rahmen des regulären Medizinstudiums zu erlernen. Finanziell und organisatorisch unterstützt von der Karl-und-Veronica-Carstens-StiftungKarl-und-Veronica-Carstens-Stiftung, finden seitdem halbjährlich Treffen statt (Abb. 12.8), zu denen jeweils zwei Vertreter eines studentischen ArbeitskreisesArbeitskreis, studentischer einer Universität eingeladen werden. Zu den Treffen werden nicht nur bekannte Homöopathie-Referenten eingeladen, sondern es werden auch von den Teilnehmern selbst Fortbildungen in Form von Workshops angeboten. Die offene Atmosphäre, in der die unterschiedlichen Probleme, Meinungen und Richtungen der Homöopathie diskutiert werden können, führte zur Bildung eines Netzwerks, an dem sich inzwischen bereits mehrerer Studentengenerationen beteiligen (http://www.facebook.com/WilsederForum) [Stand: 19.1.2016].
Mittlerweile ist die Homöopathie zwar in den Gegenstandskatalog des Medizinstudiums in Deutschland aufgenommen worden, und an einzelnen Universitäten wird eine Wahlfachausbildung angeboten. Die wesentlichen Impulse zur Homöopathieweiterbildung kommen allerdings weiterhin aus den studentischen Arbeitskreisen, die an vielen medizinischen Fakultäten vertreten sind und auf rein freiwilliger Basis bestehen.

Ausblick

Im Zuge einer allgemeinen Renaissance der Homöopathie hat sich seit den 1980er-Jahren einiges bewegt – die medizinhistorische Forschung, die wissenschaftliche Erforschung der Homöopathie und auch innerhomöopathische Neuerungen haben zahlreiche neue Aspekte hervorgebracht:
  • Die Zuwendung der Medizingeschichte zur Geschichte der HomöopathieHomöopathieGeschichte – wesentlich initiiert und mitgetragen vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-StiftungRobert-Bosch-Stiftung in Stuttgart – hat dazu geführt, dass mittlerweile deutlich weniger weiße Flecken auf der homöopathischen Geschichtskarte anzutreffen sind. Die Kenntnis der medizinhistorischen Fakten, allen voran die Erforschung der Hahnemann'schen Praxis, hat das Verständnis der homöopathischen Wurzeln in vieler Hinsicht verbessert und hilft, lange unreflektiert tradierte Fehler und Ungenauigkeiten in der homöopathischen Methodik zu korrigieren.

  • Die wissenschaftliche Erforschung der Homöopathie HomöopathieForschungForschung, homöopathischehat bemerkenswerte Ergebnisse hervorgebracht: Durch intensive Grundlagenforschung, epidemiologische und v. a. klinische Forschung sind wichtige Schritte in Richtung einer wissenschaftlichen Anerkennung der Homöopathie eingeleitet worden, auch wenn sie bis heute noch nicht als „endgültig bewiesen“ gilt. Hochrangige Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften konnten demonstrieren, dass eine Anwendung allgemeingültiger wissenschaftlicher Kriterien zur Erforschung der Homöopathie möglich ist. Auch unter den homöopathischen Praktikern, die derartige Forschungsbemühungen vielfach als überflüssig und nutzlos abtaten, steigt die Akzeptanz wissenschaftlicher Grundlagenforschung, und die Einsicht kehrt ein, dass eine Anerkennung der Homöopathie nur über diesen Weg möglich ist (13).

  • Eine Hinwendung vieler homöopathischer Ärzte und Heilpraktiker zu spekulativen und esoterischen Elementen und deren Amalgamierung mit der homöopathischen Methodik führten dazu, dass für Neueinsteiger die wichtigen Grundbegriffe der Homöopathie nicht mehr klar erkennbar waren. Aus diesen Gründen findet seit einiger Zeit eine Bewegung „back to the roots“ statt, wodurch das Pendel in eine eher konservative Richtung zurückschlägt, die vorwiegend die Homöopathie des 19. Jahrhunderts rezipiert (Bönninghausen, Jahr, Lippe u. a.). Damit setzt die homöopathische Gemeinde die kontroverse und oft polarisierende Diskussion über die Grundlagen der Homöopathie, die seit Hahnemanns Zeiten geführt wird, fort.

Literatur

Zur besseren,

Zur besseren Übersicht sind die Literaturangaben in diesem Kapitel unterteilt: Wer Übersichtsarbeiten lesen möchte, wird im ersten Teil fündig; für spezielle Interessen ist im mittleren Teil nachzuschlagen, und für medizinhistorische Forschungsarbeiten kann besonders der Teil „Bibliografien“ von Nutzen sein.

Übersichten und Sammelbände

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G. Bleul Homöopathische Fallanalyse. Von Hahnemann bis zur Gegenwart – die Methoden 2011 Haug Stuttgart

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M. Dinges Weltgeschichte der Homöopathie. Länder, Schulen, Heilkundige 1996 C.H. Beck München

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F.D. Schroers Lexikon deutschsprachiger Homöopathen, hrsg. v. Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung 2006 Haug Heidelberg

Tischner, 1932–1939

R. Tischner Geschichte der Homöopathie 1932–1939 Schwabe Leipzig Teil 1–4 (inBd. 1)

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R. Tischner Das Werden der Homöopathie. Geschichte der Homöopathie vom Altertum bis zur neuesten Zeit Neuauflage der Ausgabe von 1950. Mit einem Nachtrag von Prof. Dr. phil. Robert Jütte, gesetzt und redigiert von Schütte A. Sonntag, Stuttgart 2001

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L. Drexler Mathias Dorcsi. Ein Leben für die Homöopathie Documenta Homoeopathica 9 1988 8 84

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W.U. Eckart Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755–1843) und die medizinischen Konzepte seiner Zeit AHZ 3–8 237 1992 62 74

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H. Eppenich Geschichte der deutschen homöopathischen Krankenhäuser. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte Bd. 1 1995 Haug Heidelberg

Erlach, 2009

A. Erlach Geschichte der Homöopathie in der Schweiz 1827–1971 Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte Bd. 12 2009 Haug Stuttgart

Faltin, 2002

T. Faltin Homöopathie in der Klinik. Die Geschichte der Homöopathie am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus von 1940 bis 1973 Quellen und Studien zur Homöopathiegeschichte Bd. 7 2002 Haug Stuttgart

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J. Gnaiger Die Homöopathie in Mexiko ZKH 26 1982 47 52

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J. Gnaiger Tomas Pablo Paschero – Ein Leben für die Homöopathie ZKH 31 1987 83 84

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K.-H. Gypser Adolph Graf zur Lippe Bisterfeld-Weissenfeld ZKH 33 1989 205 219

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R. Haehl Samuel Hahnemann. Sein Leben und Schaffen. Auf Grund neu aufgefundener Akten, Urkunden, Briefe, Krankenberichte und unter Benützung der gesamten in- und ausländischen Literatur Bd. 1 u. 2 1922 Schwabe Leipzig

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M. Wischner Das umfassende Therapiekonzept der Homöopathie. Widergespiegelt in Hahnemanns Organon der Heilkunst G. Bleul Weiterbildung Homöopathie 2.Aufl Grundlagen der homöopathischen Medizin Bd. A 2007 Sonntag Stuttgart

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T.L. Bradford Homoeopathic bibliography of the United States: from the year 1825 to the year 1891, inclusive 1892 Boericke and Tafel Philadelphia

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R. Günther R. Wittern Katalog der Bibliothek des Homöopathie-Archivs 1988 Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung Stuttgart

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G.O. Kleinert Bibliotheca homoeopathica. Verzeichniss der im In- und Auslande erschienenen auf die Homöopathie Bezug habenden Schriften. Dritte bis zum Jahre 1861 fortgeführte Auflage 1862 Baumgärtner Leipzig

Schmidt, 1989

J.M. Schmidt Bibliographie der Schriften Samuel Hahnemanns 1989 Franz Siegle Rauenberg

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P.D. Volz Deutsche Hochschulschriften zum Thema Homöopathie aus den Jahren 1986–1992 ZKH 38 1994 29 32

Winston, 2001

J. Winston The Heritage of Homoeopathic Literature. An Abbreviated Bibliography and Commentary 2001 Great Auk Publishing Tawa

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