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B978-3-437-57631-7.00007-4

10.1016/B978-3-437-57631-7.00007-4

978-3-437-57631-7

Von der Anamnese zur Arzneiverordnung

[P086]

Fallanalyse nach Kent. 1. Schritt: Symptombewertung

[P086]

Fallanalyse nach Kent. 2. Schritt: Hierarchisierung der Ebenen

[P086]

Fallanalyse nach Kent. 3. Schritt: Hierarchisierung der Zeitachse

[P086]

Quellen des Repertoriums von Kent

[P086]

Die Nachfolger Kents

[P086]

Quellen der Repertorien von Bönninghausen und Boger

[P086]

Visualisierung der Symptome mit der Storyboard-Technik (nach Taylor 2002)

[P086]

Ebenenstruktur des BBCR am Beispiel des Kapitels „Chest“

[P086]

Aufbau des „Synoptic Key“

[P086]

Praktisches Vorgehen beim Materia-medica-Abgleich

[P086]

Das vollständige SymptomSymptomevollständige

Tab. 7.1
Symptomenelement Bedeutung
Ort (Lokalität) Ein Symptom kann entsprechend dem Ort seines Auftretens eingeordnet werden. Dabei richtet sich die homöopathische Beschreibung meist nach dem Kopf-zu-Fuß-Schema (6.2.4).
Auch Gewebsveränderungen lassen sich entsprechend ihrer Form und Ausprägung beschreiben und klassifizieren.
Am Symptom lassen sich Merkmale der Grunderkrankung erkennen, z. B. Zeichen der Zell- und Gewebsschädigung, Anpassungsreaktionen, Stoffwechselstörungen oder auch Tumore.
Empfindung (Sensation) Ein Symptom geht meist mit einer Empfindung einher. So können Schmerzen beispielsweise als stechend, brennend, bohrend, drückend, reißend oder ziehend empfunden werden. Aber auch Schmerzlosigkeit kann ein wichtiges Merkmal sein.
Die Empfindung eines Symptoms ist an die Verbundenheit der Region mit dem Nervensystem und der Wahrnehmungsfähigkeit des Patienten gebunden. Die Beschreibung einer Empfindung liefert wertvolle Hinweise für die individualisierte Arzneiwahl, da der Patient das Symptom entsprechend seiner subjektiven Realität beurteilt.
Zur Empfindung gehören auch die wichtigen „Als ob-Symptome“: Ein thorakaler Schmerz kann z. B. empfunden werden, „als ob ein eisernes Band das Herz umschließt“.
Modalitäten (Bedingungen, Umstände) Unter Modalitäten versteht man die Bedingungen, unter denen Symptome besser und schlechter werden, auftreten oder sich verändern. Modalitäten sind wichtige Informationen, die dem Krankheitsbild eine individuelle und charakteristische Ausprägung geben. Mithilfe der Modalitäten lässt sich außerdem eine widerspruchsfreie Arzneiauswahl treffen (7.4.2). Beispiel: asthmatische Beschwerden, die durch feuchtes Wetter ausgelöst oder verschlimmert werden.
  • Zeitliche Modalitäten: Symptome zeigen zeitliche Verbesserungen oder Verschlimmerungen. Fragen, die zur Identifikation zeitlicher Modalitäten führen, sind z. B. „Seit wann bestehen die Beschwerden?“ oder „Wann fühlen Sie sich besser oder schlechter?“. Häufig zeigt sich bei der Ausprägung von Symptomen auch eine ganz eigene Biorhythmik, die für den Patienten und seine Beschwerden als besonders oder charakteristisch angesehen werden kann (z. B. Tageszeiten, Wochenrhythmen, Jahreszeiten, Jahresbezüge).

  • Physikalische Modalitäten: Die Beeinflussung oder Auslösung von Krankheiten und Beschwerden durch physikalische Einflüsse ist ein bekanntes Phänomen, z. B. Auslösung/Verbesserung/Verschlimmerung/Veränderung durch Hitze, Wärme, Kälte, Frost, Schnee, Regen, Sturm, Gewitter, Wetterwechsel, Wind, Föhn, Nebel, Trockenheit, Feuchtigkeit, Luftzug, geschlossenen Raum, offenes Fenster, Heizungsluft, Rauch, Wasser, Sonneneinstrahlung, Meeresklima, Gebirgsklima, Wüste, Sumpf, Moor, Flüsse und andere Faktoren.

  • Physiologische Modalitäten: Symptome, die der Patient selbst durch physiologische Veränderungen in ihrem Auftreten oder ihrem Charakter herbeiführen oder modifizieren kann (z. B. Veränderungen der Beschwerden durch langsame oder schnelle Bewegung, Wechsel von Bewegungen, Abstützen, Ruhe, Liegen, Sitzen, Stehen, Beugen, Strecken, Druck, Schwitzen, Blutungen, Urin-/Stuhlabgang, Schleimsekretion, Tränensekretion, Schlafen, Menses, Sexualität, Koitus, Essen, Trinken, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Berührung).

Modalitäten (Bedingungen, Umstände)
  • Psychische Modalitäten: psychische Funktionen, die die Beschwerden hervorrufen oder beeinflussen können (z. B. Denken an die Beschwerden, geistige Anstrengung, Angst, Furcht, Erregung, Freude, Erwartung, Wut, Zorn, Ärger, Trauer, Schreck).

Begleitende Symptome Symptome, die andere Symptome begleiten (z. B. Harndrang begleitet Kopfschmerzen).

Kriterien zur Bestimmung charakteristischer Symptome (CS)Symptomecharakteristische

Tab. 7.2
Kriterium Beschreibung Vergleich
CS betreffen den gesamten Zustand des Organismus Symptome, die den gesamten Zustand des Organismus betreffen, sind charakteristisch. Beispiel: Im Verlauf einer chronischen Krankheit wird eine ausgeprägte Trockenheit im gesamten Organismus erfahren, Schleimhäute und Bindehäute sind trocken, die Haut ist trocken, und es liegt eine Obstipation mit hartem trockenem Stuhlgang vor, der Patient kann nicht schwitzen.
→ Trockenheit ist ein CS, das den gesamten Zustand des Organismus betrifft.
Geniussymptome (Bönninghausen, 7.4.2)
Vogelperspektive, Verankerung, Dominanz (Boger, 7.5.2)
Allgemeinsymptome
(Kent, 7.3.2)
CS betreffen verschiedene Organe und Organsysteme CS können mehrere Organe gleichzeitig betreffen. Beispiel: Im Rahmen eines grippalen Infekts kommt es zu Brennen der Bindehäute, der Nasenschleimhaut und des Rachens.
→ Brennen ist ein CS, das verschiedene Organe betrifft.
Folgende Möglichkeiten für das Auftreten von CS bestehen:
  • Charakteristische Lokalität (Ort): An einer Lokalität treten verschiedene Empfindungen oder Beschwerden auf.

  • Charakteristische Empfindung: Eine spezifische Empfindung tritt an verschiedenen Lokalitäten auf.

  • Charakteristische Modalität: Eine spezifische Modalität tritt bei unterschiedlichen Beschwerden auf.

Geniussymptome (Bönninghausen, 7.4.2)
Vogelperspektive, Verankerung, Dominanz (Boger, 7.5.2)
Allgemeinsymptome
(Kent, 7.3.2)
CS begleiten eine Vielfalt anderer Symptome Ein Symptom tritt immer wieder begleitend mit anderen Beschwerden auf und wird dadurch charakteristisch. Beispiel: Stechen in der Herzgegend kann begleitend mit Kopfschmerzen, Husten, Anstrengung oder Aufregung auftreten.
→ Stechen in der Herzgegend ist ein charakteristisches Begleitsymptom.
Geniussymptome (Bönninghausen, 7.4.2)
Vogelperspektive, Verankerung, Dominanz (Boger, 7.5.2)
Allgemeinsymptome (Kent, 7.3.2)
CS werden nur bei einem einzigen Arzneimittel beobachtet Charakteristisch können seltene und eigentümliche Symptome sein, die nur für ein einziges Arzneimittel bekannt sind und den erfahrenen Homöopathen sofort auf das richtige Arzneimittel führen.
Beispiel: „Gefühl von Hüpfen und Springen im Magen, wie von etwas Lebendigem“ ist ein seltenes Symptom, das direkt auf Crocus sativus hinweist.
Goldkörner
(Bönninghausen, 7.4.2)
Peculiar Symptom
(Kent, 7.3.2)
CS treten selten auf Je seltener Symptome im Rahmen einer definierten Diagnose auftreten, desto charakteristischer sind sie, da sie die individuelle Symptomatik am besten wiedergeben (eigentümliche Symptome). Sie können sowohl allgemein (den gesamten Organismus betreffend) als auch lokalisiert (auf ein Organ bezogen) auftreten. Häufig ergeben sich durch die Kombination von Symptomenelementen seltene Symptome. Beispiel: „Angst, nur beim Erwachen“. Auch kausale Faktoren, die eine Krankheit auslösen (z. B. „Neuralgie, ausgelöst durch Schreck“), fallen unter solche CS. Goldkörner
(Bönninghausen, 7.4.2)
Peculiar Symptom
(Kent, 7.3 2)

Beispiel für eine repertoriale Struktur aus Phataks „Homöopathischem Repertorium“RepertoriumStruktur

Tab. 7.3
Rubrik Erläuterung
HUSTEN allgemein: Acon. Ambr. Ars. Bell. Bry. Carb.v. Caust. Cham. Chin. Cina. Coc-c. Con. Dros. Hep. Hyos. Ign. Ip. Kali-c. Lach. Lyc. Merc. Nat-m. Nux-v. Phos. Puls. Rumx. Sang. Sep. Spong. Stann. Sulph. Allgemeine Oberrubrik „Husten“:
  • Acon.: Aconitum (1. Grad)

  • Bell.: Belladonna (2. Grad)

  • Dros.: Drosera (3. Grad)

  • Bellend: Acon. Bell. Dros. Hep. Lyss. Rumx. Spong. Stict. Stram.

Oberrubrik „Husten, bellend“
  • Aufstoßen, mit: Verat.

  • Trocken: Clem.

Unterrubriken „Aufstoßen“, „Trocken“

Schematische Übersicht über die wichtigsten Repertorien nach den Kriterien Vollständigkeit, Charakteristik, Detail, Zergliederung

Tab. 7.4
Detaildarstellung Zergliederung
Vollständigkeit
  • „A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“ (Kent)

  • „Synthesis“ (Schroyens)

  • „Complete Repertory“ (Zandvoort)

  • „Boenninghausen's Characteristics and Repertory“ (Boger)

  • „Homeopathic Medical Repertory“ (Murphy)

„Therapeutisches Taschenbuch“ (Bönninghausen)
Charakteristik
  • „Synoptic Key“ (Boger)

  • „Homöopathisches Repertorium“ (Phatak)

„General Analysis“ (Boger)

Vierfeldtafel nach Klunker (1988)

Tab. 7.5
Charakteristische Symptome („Peculiars“) Gewöhnliche Symptome („Common symptoms“)
Allgemeinsymptome
(„generals“)
I Charakteristische Geistes- und Gemütssymptome III Gewöhnliche Geistes- und Gemütssymptome
CharakteristischeAllgemeinsymptome Gewöhnliche Allgemeinsymptome
Lokalsymptome („particulars“) II CharakteristischeLokalsymptome IV Gewöhnliche Allgemeinsymptome

Hierarchisierungsschema charakteristischer SymptomeHierarchisierungSymptome SymptomeHierarchisierungnach Candegabe und Carrara (1999)

Tab. 7.6
Charakteristische Symptome Chronisch Übergang Aktuell
Gemüt 9 6 3
Allgemeines 8 5 2
Lokal 7 4 1

Repertorisation mit Kents Repertorium (mithilfe von: Mercurius „Homöopathische Software“)

Tab. 7.7
Rubric Sulph. Nat-m. Puls. Phos. Ars. Lach. Bry. Carb-v. Hep. Ign. Mag-c. Nat-c. Zinc. Ant-c.
Allgemeines – Nahrungsmittel – Honig verschl. 1
Allgemeines – Sonne – Folgen von 1 3 3 2 2 2 1 3 2 3
Gemüt, Furcht – Räubern vor 1 2 2 3 2 2 2 1 2
Mund – Geschmack – bitter – Essen, nach 2 2 3 1 3 2 2 1
Rektum – Stuhldrang – nachts 3 1 1 1 1
Magen – Verlangen – gewürzte Speisen, stark 3 1 3 2
Magen – Verlangen – Saures 2 2 2 2 2 2 2 2 3 2 2 2

Darstellung der Symptomengesamtheit

Tab. 7.8
Charakteristika Chronisch Übergang** Aktuell
Gemüt Gemüt – Furcht vor Schlangen *
Allgemeines Allgemeines – Nahrung – Salz – Verlangen
Schlaf – Stellung – Abdomen auf
Allgemeines – Nahrung – Brei – Verlangen
Lokal Hals – käsige Ablagerungen – Mandeln, auf den
Blase – Harnentleerung – häufig – morgens

*

In Rubriken mit Fettdruck ist das ausgewählte Mittel enthalten

**

Die Spalte „Übergang“ (Tab. 7.6) bleibt leer, da keines der ausgewählten Symptome diesem Zeitraum entspricht.

Repertorisation mit Kents Repertorium (mithilfe von: Mercurius „Homöopathische Software“)

Tab. 7.9
Rubrik Carc. Lac-c. Calc. Med. Sulph. Arg-n. Calc-p. Nat-m. Phos. Plb. Bell. Caust.
Allgemeines – Speisen – Salz oder salzige Speisen – Verlangen 2 3 2 2 1 3 2 3 3 2 2
Gemüt – Furcht – Tieren vor – Schlagen 1 1 1 1 1 1 1
Schlaf – Lage – Bauch, auf dem 2 1 1 3 2 2 1 2 2 1

Praktisches Vorgehen bei der Fallanalyse nach BönninghausenFallanalyseBönninghausen-Methode

Tab. 7.10
1. Schritt Sichtung der Symptome des Falls: Die Aufzeichnungen werden kritisch durchgesehen und ggf. ergänzt oder korrigiert.
2. Schritt Liegen Goldkörner vor? Liegt eine Causa vor? Dies kann ausschlaggebend für die Arzneiwahl sein.
3. Schritt Aufteilung in Haupt- und Nebensymptome, wobei die zeitlich am jüngsten aufgetretenen Symptome für die Arznei wahlanzeigend sind.
4. Schritt Im nächsten Durchgang werden die charakteristischen Symptome (Hauptsymptom, Nebensymptome) extrahiert und in ihre Bestandteile (Orte, Empfindungen, Modalitäten, Begleitbeschwerden) zerlegt und generalisiert (Identifizierung von Geniussymptomen). Liegen keine charakteristischen Symptome vor, werden die für den Krankheitsfall als am wichtigsten erscheinende Symptome verwendet.
5. Schritt Wie ist der Geistes- und Gemütszustand des Patienten? Hat er sich im Verlauf der Erkrankung verändert? Sofern der Geistes- und Gemütszustand nicht zum Hauptsymptom gehört, kann er die Mittelwahl beim Arzneivergleich entscheiden.
6. Schritt Arzneisuche mit dem Anspruch der Kongruenz der charakteristischen Symptome von Krankheit und Arznei und der Widerspruchsfreiheit.
7. Schritt Repertorisation („Therapeutisches Taschenbuch“, 7.4.3).

Geniussymptome nach BönninghausenBönninghausen, Clemens von Geniussymptome

Tab. 7.11
  • Modalitäten und Empfindungen, die sich in Zusammenhang mit unterschiedlichen Symptomen wie ein roter Faden durch die Arznei ziehen

  • Symptome, die besonders häufig vorkommen

  • Symptome, die besonders deutlich oder intensiv auftreten

  • Symptome, die an verschiedenen Orten auftreten

  • Symptome, die sich bei verschiedenen Prüfern zeigen

  • Symptome, die nicht nur aus der Arzneimittelprüfung extrahiert wurden, sondern möglichst auch im klinischen Alltag durch Heilung bestätigt wurden

Gradierung der Symptome nach Bönninghausen (TTB)

Tab. 7.12
Arzneikodierung Beschreibung Grad* Bedeutung
(Bell) In Klammern 0 Selten vorkommende Arznei, bedarf noch der Bestätigung
Bell Grundschrift 1 Symptom ist in der Prüfung aufgetreten
B e l l Gesperrte Grundschrift 2 Symptom ist häufig in der Prüfung aufgetreten
Bell Kursiv 3 Zusätzlich klinisch verifiziert, für das Symptom charakteristische Arznei
Be l l Gesperrte Kursivschrift 4 Zusätzlich häufig klinisch verifiziert, für das Symptom charakteristische Arznei

*

In der revidierten Auflage des TTB (Gypser 2000) wurden in einem zusätzlichen 6. Grad Nachträge aus einer später eingearbeiteten, verlässlichen Kopie von Dunham eingefügt.

Repertorisation mit dem Computerprogramm „Therapeutisches Taschenbuch“

(nach Gypser 2000)

Tab. 7.13
Sep. Sulph. Calc. Ign. Caust. Nat-c. Puls. Phos. Nux-v. Bell. Lyc. Acon. Graph. Kali-c.
Anzahl der Treffer 11 11 11 10 10 10 9 9 9 9 9 9 9 9
Summe der Grade 36 33 25 29 21 16 29 27 26 24 24 23 23 23
Polaritätsdifferenzen -3 -6 -7 -9 -5 -2 -6 -2 -4 -6 -6 -2 -2 -2
< Regelblutung vor [68] (2319) 4* 4 4 1 2 1 4 3 1 1 4 2 2
< Regelblutung, während [72] (2321) 4* 5* 3 4* 4* 2 5* 4* 3 3* 5* 2* 5* 4
Innerer Kopf, li. (P) [128] (55) 4 3 3 1 2 1 2 2 2 1 1 2 3 3
Stechen innerer Teile [123] (1059) 4 3 3 4 3 3 4 4 2 3 1 3 1 3
Drücken von innen heraus (P) [99] (904) 2 2 1 3 1 1 2 3 3 2 2 3 2 1
Übelkeit allg. [121] (409) 3 4 3 2 2 2 4 3 4 3 3 3 3 3
< Gerüche, starke [35] (2132) 1 3 1 4 1 1 4 4 4 4 3 3 1
Weibl. Geschlechtsteile, Gebärmutter [59] [571) 4 3 2 2 1 2 4 1 3 4 1 1 2 4
Kugel in inneren Teilen, wie eine [21] (977) 4 1 2 4 2 2 2 2
Gesicht, Hautausschlag um die Nase [20] (275) 3 2 1 3 2
Gereiztheit (Ärgerlichk., Aggressivität) (P) [64] (9) 3 3 2 4 1 1 3 3 4 3 3 4

Repertorisation mit dem TTB (nach Gypser 2000) unter Einbeziehung der Polaritätsanalyse

Tab. 7.14
Sep. Sulph. Calc. Ign. Caust. Nat-c. Puls. Phos. Nux-v. Bell. Lyc. Acon. Graph. Kali-c.
Anzahl der Treffer 11 11 11 10 10 10 9 9 9 9 9 9 9 9
Summe der Grade 36 33 25 29 21 16 29 27 26 24 24 23 23 23
Polaritätsdifferenzen 6 2 -1 -1 -1 1 1 6 5 0 0 7 3 2
< Regelblutung vor [68] (2319) 4* 4 4 1 2 1 4 3 1 1 4 2 2
< Regelblutung, während [72] (2321) 4* 5* 3 4* 4* 2 5* 4* 3 3* 5* 2* 5* 4
Innerer Kopf, li. (P) [128] (55) 4 3 3 1 2 1 2 2 2 1 1 2 3 3
– Innerer Kopf, re. (P) [127] (54) 2 2 4 4 3 1 2 2 3 4 3 1 2 1
Stechen innerer Teile [123] (1059) 4 3 3 4 3 3 4 4 2 3 1 3 1 3
Drücken von innen heraus (P) [99] (904) 2 2 1 3 1 1 2 3 3 2 2 3 2 1
– Drücken von außen herein (P) [63] (903) 1 1 3 2 1 1 2 1 1
Übelkeit allg. [121] (409) 3 4 3 2 2 2 4 3 4 3 3 3 3 3
< Gerüche, starke [35] (2132) 1 3 1 4 1 1 4 4 4 4 3 3 1
Weibl. Geschlechtsteile, Gebärmutter [59] (571) 4 3 2 2 1 2 4 1 3 4 1 1 2 4
Kugel in inneren Teilen, wie eine [21] (977) 4 1 2 4 2 2 2 2
Gesicht, Hautausschlag um die Nase [20] (275) 3 2 1 3 2
Gereiztheit (Ärgerlichkeit, Aggressivität) (P) [64] (9) 3 3 2 4 1 1 3 3 4 3 3 4
– Sanftheit (mildes Gemüt) (P) [37] (17) 3 3 1 1 4 3

Gegensätzliche Rubriken sind mit – gekennzeichnet.

Beispiele für Wirkorte bei Boger

(nach Kasad, vgl. Winter 2002)

Tab. 7.15
Rubrik Mögliche Bedeutungen (Beispiele)
Drüsen Tonsillen, Peyer-Plaques, Waldeyer-Rachenring, Lymphknoten, Leber, Milz, Thymus, Speicheldrüsen, schleimabsondernde Drüsen, Talgdrüsen, Schweißdrüsen, Tränendrüsen, Nieren, allgemein Hormondrüsen, Hypophyse, Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Pankreas, Nebennieren, Ovarien, Hoden, Prostata, Mammae
Körperöffnungen Augen, Ohren, Nasenlöcher, Mund, Brustwarzen, Hautporen, Urethra, Vagina, Zervix, Anus
Hautfalten Gelenkbeugen, Haut zwischen Fingern und Zehen, Leiste, Achseln, retroaurikulär, submammär
Fibröses Gewebe Schwäche von Bändern, Muskeln, elastischen Geweben, Neigung zu Verstauchungen, Verdrehungen, Prolaps, Hernien, Empfindungen des Drängens nach draußen oder nach unten, Sphinkterschwäche, schlaffes Gewebe an Wangen oder Bauch, Rückenschwäche mit Schmerzen, allgemein Schwäche und Paresen, Krampfadern, Striae, Gleichgültigkeit, Apathie, Trägheit, Dumpfheit, Retardierung, Herzlosigkeit, Gefühlsarmut, Misanthropie

Entwicklung des „Synoptic Key“ von der ersten zur fünften AuflageHierarchisierungSymptomeSymptomeHierarchisierung

Tab. 7.16
Erste Auflage (Parkersburg 1915) Fünfte Auflage (New Delhi 2000)
Hierarchie der Symptome (später verlassen) Aufbau
Modalitäten
  • Auslösende Ursache, Zeit, Temperatur

  • Wetter, frische Luft, Körperhaltung

  • Bewegung, Essen und Trinken

  • Schlaf, Alleinsein, Druck

  • Berührung, Absonderungen

Vorwort Liste der Arzneien in der Arzneimittellehre (Serial-No. 1–323)
Geist und Gemüt
  • Reizbarkeit

  • Traurigkeit

  • Furcht

  • Ruhiges Wesen

Teil 1 „Analysis“ (Kurzrepertorium)
  • Zeiten der Verschlimmerung

  • Bedingungen der Verschlimmerung und Besserung

  • Allgemeinsymptome (Berücksichtigung von Arzneimittelbeziehungen auf den gesamten Organismus)

  • Regionales Repertorium

Empfindungen
  • Brennend, krampfartig

  • Schneidend, berstend

  • Wundheit, pochend

  • Durst

Teil 2 „Synopsis“ Darstellung der wichtigen und charakteristischen Eigenschaften der wichtigsten Arzneimittel der Materia medica mit ihren physiologischen Bereichen der Aktivitäten, Modalitäten und Beziehungen
Objektive Symptome
  • Benehmen

  • Ruhelosigkeit

  • Nervöse Reizbarkeit

  • Gesichtsausdruck

  • Torpor, Sekrete

  • Farbe, Geruch

Teil 3
  • Tabelle der ungefähren Wirkdauer der Arzneimittel

  • Komplementäre Arzneimittel

  • Antagonistische Arzneimittel

  • Synoptic Reference Table (SRT: ergänzende Hinweistabelle): zusätzliche Tabelle für die direkte Referenz auf den Repertoriumsteil im Text

  • Liste der Arzneimittel und ihrer Abkürzungen

Betroffene Teile
  • Organe

  • Rechts

  • Links

Aufbau der Synopsen im „Synoptic Key“

Tab. 7.17
Region
(Lokalisation, Region, Gewebe, Organ, System)
Modalitäten
(Verschlechterungen, Verbesserungen)
Körperliche allgemeine Empfindungen und Beschwerden, pathologische Allgemeinsymptome, Konstitution, Diathese und Temperament, Krankheitsentwicklung, Zeitverlauf, miasmatische Aspekte, Begleitsymptome, „Als-ob“-Empfindungen, Gemüt (falls dominant)
Gemüt (emotional, intellektuell, Entwicklung), Schwindel, Lokalsymptome im Kopf-zu-Fuß-Schema, charakteristische Lokalsymptome, einzelne körperliche Allgemeinsymptome (z. B. Durst, Appetit), Frost, Hitze, Schweiß, Haut, Haare, Nägel, Talgdrüsen, Schlaf, Träume
Arzneibeziehungen

Auswahl deutschsprachiger Arzneimittellehren für den Materia-medica-AbgleichMateria medicaMittelabgleich

Tab. 7.18
Kleine Arzneimittellehren mit Charakteristika
  • „Homöopathische Arzneimittellehre“ (Phatak)

  • „Synoptic Key“ (Boger)

  • „Handbuch der homöopathischen Materia Medica“ (Boericke)

  • „Charakteristika homöopathischer Arzneimittel“ (Cowperthwaite)

  • „Leitsymptome homöopathischer Arzneimittel“ (H. C. Allen)

  • „Synoptische Materia Medica“ (Bd. 1 und 2) (Vermeulen)

  • „Masterkey zur homöopathischen Materia Medica“ (Bhanja)

Ausführlichere Arzneimittellehren
  • „Gesamte Arzneimittellehre“ (Hahnemann)

  • „Symptomenkodex“ (Jahr)

  • „Leitsymptome unserer Materia Medica“ (Hering)

  • „Gesichtete Arzneimittellehre“ (Mezger)

  • „Konkordanz der Materia Medica“ (Vermeulen)

  • „Mitteldetails der homöopathischen Arzneimittel“ (Seideneder)

Materia-medica-Abgleich mit „Synoptic Key“ (Boger) und „Synoptischer Materia Medica“ (Vermeulen)Lac caninumCarcinosinumCalcium carbonicumSulfur

Tab. 7.19
Lac caninum Carcinosinum Calcium carbonicum Sulfur
Gemüt – Furcht vor Schlangen „Viele ÄNGSTE* … besonders … vor Schlangen“ „Mitfühlend, Angst um andere …“ „… Fürchtet Krankheit, Elend, Unheil, beobachtet zu werden, den Verstand zu verlieren etc. …“
Allgemeines – Nahrung – Salz Verlangen „Verlangen – SALZ“
Schlaf – Stellung – Abdomen, auf
Allgemeines – Nahrung – Brei Verlangen
Hals – käsige Ablagerungen – Mandeln, auf den „… Exsudate …“
Blase – Harnentleerung – häufig – morgens
Hals – Katarrh „Region – innerer Hals“
„HALS – WUND“
„Katarrhalische Erkältung“
Hals – Entzündung – Mandeln „Tonsillitis“
Allgemeines – Luft, Zugluft verschlechtert „< Kalte Luft oder Wind“ „< Raue Luft“ „Schmerzhaft empfindlich gegen Luft, Wind“

*

Symptome in Großbuchstaben stehen für die besonders charakteristischen Symptome einer Arznei.

Materia-medica-Abgleich mit den„Mitteldetails“ (Seideneder)

Tab. 7.20
Lac caninum Carcinosinum Calcium carbonicum Sulfur
Gemüt – Furcht vor Schlangen „Furcht vor Schlangen“ „Furcht vor Schlangen“ „Furcht vor TIEREN“ „Furcht vor Schlangen“
Allgemeines – Nahrung – Salz Verlangen „Verlangen – SALZIGE SACHEN“ „Verlangen – salzige Sachen“ „Verlangen – salzige Sachen“ „Verlangen – Salziges, und Süßigkeiten“
Schlaf – Stellung – Abdomen, auf „Schlaflage auf dem Bauch“ „Schlaflage auf dem Bauch“ „Schlaflage auf dem Bauch“ „Schlaflage auf dem Bauch“
Allgemeines – Nahrung – Brei Verlangen „Verlangen – WEICHES …, Brei …“
Hals – käsige Ablagerungen – Mandeln, auf den
Blase – Harnentleerung – häufig – morgens „Häufiger Harndrang“ „Sehr häufiges Harnen, … vormittags“ „Häufiger Urinabgang, … vermehrter Harn, besonders nachts“
Hals – Katarrh „Wundheit des Halses … Pharyngitis“ „Hals – Kratzen, Schaben, Räuspern“ „Rauheit und Brennen im Hals …“ „HALSENTZÜNDUNG“
Hals – Entzündung – Mandeln „Viele Angina-Symptome“ „Schwellung der Tonsillen“
„Chron. Tonsillits rez.“
„Tonsillen … chronische Entzündung“ „Röte und Geschwulst der Mandeln“
Allgemeines – Luft, Zugluft verschlechtert „< Kalte Winde und kalte scharfe Luft“ „< Im Freien, an frischer Luft“ „EMPFINDLICH GEGEN KALTE LUFT“ „Empfindlich gegen Luft und Wind“

* Wörter in Großbuchstaben stehen für die besonders charakteristischen Symptome einer Arznei.

Fallauswertung und Repertorisation

Jörn Dahler

Michael Teut

  • 7.1

    Homöopathische Symptomenlehre85

    • 7.1.1

      Begriffsbestimmungen85

    • 7.1.2

      Charakteristische Symptome87

  • 7.2

    Repertorium und Repertorisieren90

    • 7.2.1

      Einführung90

    • 7.2.2

      Geschichtliche Entwicklung der Repertorien91

    • 7.2.3

      Repertoriale Strategien92

    • 7.2.4

      Grade und Wertigkeiten94

  • 7.3

    Fallanalyse und Repertorisation nach Kent94

    • 7.3.1

      Einführung94

    • 7.3.2

      Fallanalyse95

    • 7.3.3

      Das Kent'sche Repertorium100

    • 7.3.4

      Repertorisation102

  • 7.4

    Fallanalyse und Repertorisation nach Bönninghausen105

    • 7.4.1

      Einführung105

    • 7.4.2

      Fallanalyse106

    • 7.4.3

      Repertorisation mit dem „Therapeutischen Taschenbuch“ (TTB)110

  • 7.5

    Fallanalyse und Repertorisation nach Boger115

    • 7.5.1

      Einführung115

    • 7.5.2

      Grundzüge der Boger'schen Methodik115

    • 7.5.3

      Fallanalyse119

    • 7.5.4

      Repertorisation120

  • 7.6

    Materia-medica-Abgleich: Entscheidung für ein Mittel126

  • 7.7

    Shortcuts – schnelle Wege zur Arznei129

FallauswertungRepertorisationZiel der Fallanalyse und Repertorisation ist es, ein homöopathisches Arzneimittel zu finden, das die Gesamtheit der Symptome des Patienten möglichst ähnlich und widerspruchsfrei widerspiegelt. Die Fallanalyse dient dazu, die für den Fall besonders wichtigen Symptome zu identifizieren und ein Symptomenprofil zu erstellen. Diese wichtigen Symptome werden charakteristische Symptome genannt, da sie die Individualität der Krankheit bzw. des erkrankten Patienten repräsentieren und somit eine Unterscheidung zu anderen Patienten mit gleicher Diagnose ermöglichen.

Es gibt verschiedene Wege der Fallanalyse und Repertorisation. Bei Kent wird zwischen charakteristischen („peculiar“) und gewöhnlichen („common“) Symptomen unterschieden. Es erfolgt eine Hierarchisierung der Ebenen in Gemüts-, Allgemein- und Lokalsymptome und eine zeitliche Hierarchisierung in historische, intermediäre und akute Symptome. Bönninghausen unterteilt die Symptomatik in das Hauptsymptom und in Nebensymptome. Innerhalb dieser Kategorien werden Modalitäten, Empfindungen, Lokalitäten und Begleitsymptome berücksichtigt. Darüber hinaus ist eine auslösende Ursache von höchster Wertigkeit. Die Berücksichtigung von Gemütssymptomatik und Widerspruchsfreiheit runden die Fallanalyse ab. Bei Boger sind gehäuft auftretende Orte, Modalitäten, Empfindungen oder Begleitbeschwerden innerhalb des Symptomenbildes wichtig (Vogelperspektive). Durch einen Bezug zur eigenen Krankheitsvor- oder Familiengeschichte (Verankerung) und eine starke Intensität erfahren diese Symptome weitere Relevanz.

Die Zusammenstellung charakteristischer Symptome sowie aller weiteren Symptome des Patienten dient der Suche nach einem möglichst ähnlichen homöopathischen Arzneimittel. Wichtigstes Hilfsmittel ist das Repertorium. Repertorium bedeutet „Register“, „Verzeichnis“ oder „wissenschaftliches Nachschlagewerk“. In der Homöopathie bezeichnet es ein Buch, das auch „umgekehrte Materia medica“Materia medica genannt wird: Die in den verschiedenen Organsystemen auftretenden Symptome sind nicht einer Arznei zugeordnet, sondern den einzelnen Organsystemen, Empfindungen und Modalitäten die Arzneien, bei denen solche Symptome bekannt sind.

Grundsätzlich sind zur Ordnung von Symptomen in einem Repertorium vier Ordnungskriterien möglich: Vollständigkeit, Charakteristik, Detail oder Zergliederung. Das Repertorium von J. T. Kent folgt der Strategie, Vollständigkeit und Detail zu kombinieren. Es ist besonders gut geeignet zum Auffinden von lokalisierten, eigentümlichen Symptomen. Modernisierte Nachfolge-Repertorien sind z. B. „Synthesis“, „Complete“ und „Homeopathic Medical Repertory“ (Murphy). Das „Therapeutische Taschenbuch“ von C. v. Bönninghausen folgt der Strategie von Totalität und Zergliederung: Es werden möglichst alle Symptome (charakteristische und uncharakteristische) zergliedert dargestellt. „General Analysis“ und „Synoptic Key“ von C. M. Boger enthalten nur charakteristische Symptome, die zergliedert dargestellt werden.

In den Repertoriumsrubriken sind die Arzneien in unterschiedlichen Wertigkeiten (Graden) dargestellt. Kriterien für die Graduierung sind das Auftreten in einer Arzneimittelprüfung oder Erfahrungen aus der Praxis.

Am Ende von Fallanalyse und Repertorisation steht die Auswahl der homöopathischen Arznei mithilfe eines Materia-medica-Abgleichs. Abschließend folgt die Verordnung (Abb. 7.1).

Tipp

Für Homöopathie-Einsteiger ist das Thema „Fallanalyse“ und „Repertorisation“ häufig verwirrend. Aus Sicht des Praktikers ist es empfehlenswert, zunächst eine Methode zu lernen und anzuwenden.

Homöopathische Symptomenlehre

SymptomenlehreDas Verständnis, die Deutung, Interpretation und Einordnung der Symptome des Patienten durch den homöopathischen Therapeuten ist die Basis für Fallanalyse, Repertorisation und Arzneiwahl. Der Gebrauch des Begriffs „Fallanalyse“Fallanalyse hat sich in der Homöopathie für den auf die Anamnese folgenden Schritt etabliert. Es geht jedoch nicht nur um einen Fall, sondern um die bereits im Kapitel über die Anamnese ausgesprochene Frage „Was ist das für ein Mensch?“ (6.6). Die unterschiedlichen Homöopathie-Schulen und die einzelnen Homöopathen haben verschiedene Modelle entwickelt, um diese Frage zu beantworten. Es werden zunächst wichtige Grundzüge und Gemeinsamkeiten der Lehrmeinungen herausgearbeitet. Im Anschluss werden die drei großen Richtungen der Fallanalyse und Repertorisation im Detail vorgestellt: Kent, Bönninghausen und Boger.

Begriffsbestimmungen

Als SymptomSymptom, Begriffsbestimmung (griech. „symptooma“ = Hinweis, Begleiterscheinung, von „syn“ = zusammen, „piptoo“ = fallen und „tomos“ = das Teil) wird in der Medizin ein Zeichen verstanden, das auf eine Erkrankung oder eine Verletzung hinweist. Es wird durch einen Arzt erfasst (Befund) oder vom Patienten erfahren (Beschwerde). Die Gesamtheit der aus einem Krankheitsprozess resultierenden Symptome ergibt das klinische Bild, die Symptomatik. Symptome werden in der gesamten Medizin in subjektive (durch den Betroffenen wahrnehmbare) und intersubjektive (von außen wahrnehmbare) Krankheitszeichen unterteilt. Die subjektiven Symptome sind für die homöopathische Arzneisuche besonders wichtig, da sie häufig die entscheidenden Hinweise auf die individuelle Ausprägung der Symptomatik liefern, mit deren Hilfe die eine passende Arznei gefunden werden kann.
Die Gesamtheit der Symptome des PatientenSymptomeGesamtheit der ist Ausgangsbasis für die Suche nach dem ähnlichsten Arzneimittel in der Materia medica. In der Regel ist damit die Gesamtheit oder Totalität charakteristischer Symptome gemeint (7.1.2).
Ein LokalsymptomLokalsymptome tritt in einer lokal umschriebenen Region auf. Beispiel: stechender Schmerz in der rechten Schläfenregion.
Ein AllgemeinsymptomAllgemeinsymptome ist für den Patienten als Ganzes relevant. Beispiel: allgemeine Verschlechterung des gesamten Befindens des Patienten bei nasser Kälte.
Von Geistes- und GemütssymptomenGeistes- und Gemütssymptome spricht man, wenn Erkrankungen von einer Veränderung des Geistes- und Gemütszustandes begleitet werden (Begleitsymptom) oder wenn es sich um die primäre Krankheitsmanifestation handelt. Mentale Symptome betreffen z. B. Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Orientiertheit, Wachheit, Konzentration, Ich-/Fremdbezogenheit und Willenskraft. Emotionale Symptome betreffen z. B. Sympathie/Antipathie, Trauer, Freude, Furcht/Angst und Aggression.
Als pathognomonisch wird ein SymptomSymptomepathognomonische bezeichnet, wenn es – für sich genommen – hinreichend für eine Diagnosestellung ist. Pathognomonische Symptome definieren somit eine Krankheit, sie kommen – statistisch betrachtet – bei einer großen Anzahl betroffener Erkrankter vor. Sie beschreiben den allgemeinen und typischen Krankheitsverlauf, nicht die individuelle Ausprägung. Für die Auswahl eines homöopathischen Arzneimittels sind allerdings in der Regel nicht die pathognomonischen, sondern die individuellen Symptome besonders wichtig (7.1.2).

Wichtig

Es kommt besonders darauf an, die Symptome in der Anamnese vollständig zu erfassen (6.3.2). Ein vollständiges SymptomSymptomevollständige umfasst den Ort, die Empfindung und die Modalitäten (Tab. 7.1). Weitere Informationen wie z. B. Begleitbeschwerden runden das Symptomenbild ab.

Charakteristische Symptome

Auffallende Symptome
SymptomecharakteristischeSymptomeauffallendeDie zentrale Fragestellung der Fallanalyse lautet: „Welche Symptome sind für die Arzneifindung entscheidend?“ Dabei gilt die Regel, dass die charakteristischen Symptome des Patienten mit den charakteristischen Symptomen der Arznei möglichst widerspruchsfrei übereinstimmen sollten (7.4.2).
Über die Bestimmung charakteristischer Symptome ist in 200 Jahren Homöopathiegeschichte sehr viel nachgedacht worden.
Der Ausgangspunkt liegt in Hahnemanns „Organon“-Paragraf 153 (ORG VI):
„Das Aufsuchen eines homöopathisch spezifischen Heilmittels erfolgt durch das Gegeneinanderhalten des Zeichen-Inbegriffs der natürlichen Krankheit gegen die Symptomenreihen der vorhandenen Arzneien, um unter diesen eine Kunstkrankheits-Potenz zu finden, die dem zu heilenden Übel in Ähnlichkeit entspricht. Dabei sind die auffallenderen, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen und Symptome1

1

Um die Aufstellung der charakteristischen Symptome der homöopathischen Arzneien hat sich Herr Regierungsrat Freiherr von Bönninghausen durch sein Repertorium verdient gemacht sowie auch Herr G. H. G. Jahr (in seinem Handbuch der Haupt-Anzeigen, jetzt zum dritten Mal herausgegeben, unter dem Titel Grand Manuel).

Bönninghausen, Clemens vonJahr, Georg Heinrich Gottlieb des Krankheitsfalls besonders und fast einzig fest ins Auge zu fassen. Denn besonders diesen müssen sehr ähnliche in der Symptomenreihe der gesuchten Arznei entsprechen, wenn sie die passendste zur Heilung sein soll. Die allgemeineren und unbestimmteren wie Appetitlosigkeit, Kopfweh, Mattigkeit, unruhiger Schlaf, Unbehaglichkeit usw. verdienen in dieser Allgemeinheit wenig Aufmerksamkeit, wenn sie nicht näher bezeichnet sind. Denn etwas so Allgemeines sieht man fast bei jeder Krankheit und jeder Arznei.“
Da HahnemannHahnemann, Samuel nie eindeutig definiert hat, was unter „auffallendern, sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichen (charakteristischen) Zeichen“ genau zu verstehen ist, haben sich in der Homöopathiegeschichte in den verschiedenen Schulen unterschiedliche Meinungen darüber entwickelt.
Hahnemann beruft sich in § 153 des „Organon“ in der Fußnote auf seinen Schüler und Kollegen G. H. G. JahrJahr, Georg Heinrich Gottlieb und Clemens von BönninghausenBönninghausen, Clemens von. Beide Autoren haben sich grundlegend Gedanken über die Bewertung von Symptomen gemacht und Repertorien verfasst (7.4.2, 7.4.3).
Im Zentrum der Frage nach den charakteristischen Symptomen steht die individuelle Unterscheidbarkeit von Krankheitsmustern.

Fallbeispiel 7.1: Auffallende Symptome

Zwei Patientinnen leiden unter Migräne mit halbseitigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit (migränetypische, pathognomonische Symptome). In der homöopathischen Materia medicaMateria medica sind über 100 Arzneien bekannt, die bei Migräne helfen. Wie kann man zu einer klaren Unterscheidung dieser Arzneien kommen? Indem man die Symptomatik weiter individuell differenziert und herausarbeitet, was beide Patientinnen voneinander unterscheidet.

Symptomatik

Die Anamnese ergibt, dass die erste Patientin auf der rechten Seite berstende und klopfende (wie mit einem kleinen Hammer) Schmerzen empfindet, die auf die linke Seite wechseln, sobald sie rechts abklingen. Die Beschwerden werden durch Licht, Sonne, Hitze und Lesen verschlimmert und treten periodisch alle 2 Tage auf. Die Beschwerden werden durch kühle Anwendungen gebessert.
Die zweite Patientin verspürt Schmerzen über dem linken Auge, die sich von dort rückwärts in den Hinterkopf ausbreiten. Der Schmerz hat einen stechenden Charakter, wird verschlimmert durch Licht, Erschütterung, Husten, Bücken, Lärm und frische Luft und gebessert durch Schließen der Augen oder ein warmes Bad. Häufig tritt gemeinsam mit dem Kopfschmerz subjektiv empfundenes Herzklopfen auf.

Interpretation

Die Diagnose bei beiden Patientinnen lautet „Migräne“. Werden die Beschwerden im Sinne eines vollständigen Symptoms differenziert erfragt und beschrieben, stellen sich unterschiedliche individuelle Beschwerdemuster dar. Die Analyse bewegt sich über die allgemeine Beschreibung der Krankheit (Pathognomie) hin zur individuellen Symptomatik. Die individuellen Merkmale charakterisieren den Fall, sodass eine gezielte Arzneiwahl möglich wird.
Die pathognomonischen SymptomeSymptomepathognomonische beschreiben die üblichen und häufigen Symptome der Krankheit, sie definieren die Krankheit. In beiden vorliegenden Fällen handelt es sich um halbseitige Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Aufgrund der pathognomonischen Symptome der Migräne lässt sich die homöopathische Arzneiwahl auf ca. 100 Arzneimittel eingrenzen (s. o.).
Um aus diesen 100 Arzneimitteln das ähnlichste Arzneimittel herauszufinden, werden Symptome gesucht, die das Krankheitsmuster individuell und einzigartig ausgestalten. Bei diesen Zeichen handelt es sich um die charakteristischen SymptomeSymptomecharakteristische. Charakteristisch bei der ersten Patientin sind die Empfindung des Berstens und Klopfens wie mit einem kleinen Hammer, der Beginn rechts und das Wandern auf die linke Seite nach dem Abklingen rechts, das periodische Auftreten und die Modalitäten (Verbesserungen und Verschlimmerungen). Bei der zweiten Patientin sitzt der Schmerz charakteristischerweise über dem linken Auge und breitet sich zum Hinterkopf aus, hat einen stechenden Charakter, wird verschlimmert durch Licht, Erschütterung, Husten, Bücken, Lärm und frische Luft sowie verbessert durch Schließen der Augen und ein warmes Bad und tritt in Kombination mit Herzklopfen auf.
Mithilfe der charakteristischen Zeichen kann eine differenzierte Entscheidung getroffen werden: Im ersten Fall wird der homöopathische Arzt Natrium muriaticumNatrium muriaticumMigräne verschreiben, im zweiten Fall Spigelia Spigelia, Migräne– beides Arzneien, die für ihre Heilwirkung bei Migräne bekannt sind.

Während die pathognomonischen Symptome also die allgemeinen Symptome der Krankheit beschreiben, spezifizieren die charakteristischen Symptome die individuelle Besonderheit in der Ausprägung der Krankheit und sind somit „auffallend, sonderlich, ungewöhnlich und eigenheitlich“ für den Kranken.

Der konventionelle Mediziner sucht nach den pathognomonischen SymptomenSymptomepathognomonische, um die Krankheit zu identifizieren und eine (meist standardisierte) Therapie durchzuführen. Der Homöopath vertieft die pathognomonische Information um die Merkmale der charakteristischen SymptomeSymptomecharakteristische, die ihm schließlich die individuelle Auswahl des homöopathisch ähnlichsten Arzneimittels erlauben. Aus dem oben genannten Beispiel wird deutlich, dass die charakteristischen Zeichen nur dann auffindbar sind, wenn eine gründliche und differenzierte AnamneseAnamneseSymptomwahl durchgeführt wurde und die Symptome vollständig beschrieben wurden (6.3.2). Die pathognomonischen Symptome erlauben eine allgemeine Eingrenzung der infrage kommenden Arzneimittel, erst die charakteristischen Symptome ermöglichen die genaue Auswahl der spezifischen homöopathischen Arznei.
Man könnte nun auf den Gedanken kommen, dass die pathognomonischen Symptome eigentlich unwichtig sind, da sie die MittelwahlMittelwahlArzneiwahl nicht entscheiden. Es ist jedoch nicht sinnvoll, sie zu ignorieren, da pathognomonische und charakteristische Symptome sich ergänzen und zusammengehören. Das passende Arzneimittel muss neben den charakteristischen auch die pathognomonischen Symptome abdecken. Letztlich soll die Krankheit geheilt werden, die durch die pathognomonischen Symptome beschrieben wird. Außerdem fehlen in der klinischen Praxis zuweilen charakteristische Zeichen, weshalb die Arzneiwahl dann allein auf der Basis pathognomonischer SymptomeSymptomepathognomonische erfolgen muss. Die Homöopathie verfolgt hierbei einen ganz pragmatischen Ansatz: Es werden stets diejenigen Symptome verwendet, die der Fall bietet.
Auffinden charakteristischer Symptome
SymptomecharakteristischeCharakteristische Symptome sind Symptome, die die Fallgeschichte individuell prägen. Häufig ziehen sich charakteristische Symptome „wie ein roter Faden“ durch den Fall, oder sie fallen als seltsame oder seltene Symptome bzw. Symptomenkonstellationen auf (s. o.). Sie sind oft gekennzeichnet durch eine intensive Ausprägung, eine auffällige Manifestation und eine differenzierte Beschreibbarkeit. In den Kapiteln zu Kent (7.3), Bönninghausen (7.4) und Boger (7.5) werden verschiedene Herangehensweisen an das Thema vorgestellt. Tab. 7.2 gibt schulenübergreifend einen Überblick über die wichtigsten Kriterien zur Bestimmung charakteristischer Symptome.
Fallanalyse und Hierarchisierung
FallanalyseSymptomeHierarchisierungHierarchisierungSymptomeZiel der Fallanalyse ist es, die Symptome des Falls zu ordnen und eine Sammlung der für den Fall charakteristischen Symptome zu erstellen. Im nächsten Schritt sollen sie in ihrer WertigkeitWertigkeit, Symptome zueinander dargestellt werden. Die Anordnung der Symptome gemäß ihrer WertigkeitSymptomeWertigkeit durch den Homöopathen in Bezug auf die Arzneisuche wird als „Hierarchisierung“ bezeichnet. Sie definiert den Stellenwert und die Rangfolge der Symptome untereinander und stellt das Grundgerüst der Symptomengesamtheit dar.
Anhand der Hierarchie der Symptome kann schließlich durch Repertorisation und Materia-medica-Abgleich systematisch nach einem homöopathischen Arzneimittel gesucht werden. Detaillierte Ausführungen zur Hierarchisierung sind im jeweiligen Kapitel zu Fallanalyse- und Repertorisationsstrategie nach Kent (7.3), Bönninghausen (7.4) und Boger (7.5) zu finden.

Repertorium und Repertorisieren

Zur Erleichterung der Suche nach einer homöopathischen Arznei in dem sehr umfangreichen homöopathischen Arzneimittelschatz wurden spezielle Bücher geschaffen, die als „Repertorien“ bezeichnet werden.

Einführung

Definition
Ein RepertoriumRepertorium ist ein Register, Verzeichnis oder wissenschaftliches Nachschlagewerk. Das Wort stammt vom lateinischen Verb „reperire“ (wiederfinden, ausfindig machen) ab. In der Homöopathie bezeichnet es ein Buch, das auch unter dem Begriff „umgekehrte Materia medica“ bekannt ist. Im Repertorium sind – im Gegensatz zur Materia medicaMateria medica, in der einer Arznei die in den verschiedenen Organsystemen auftretenden Symptome zugeordnet sind – unter den einzelnen Organsystemen, Empfindungen und Modalitäten die Arzneien aufgeführt, bei denen solche Symptome bekannt sind. Für die Namen der einzelnen Arzneimittel werden dabei aus Platzgründen Abkürzungen verwendet. Die Arbeit mit einem Repertorium wird auch als „Repertorisation“ oder „Repertorisieren“ bezeichnet. Ein Beispiel für eine repertoriale Struktur zeigt Tab. 7.3.
Ein Repertorium wird in der Regel zurate gezogen, nachdem die Fallanalyse abgeschlossen ist: Die Symptome des Falls wurden bewertet und hierarchisiert, nun wird nach einer Arznei gesucht, die den charakteristischen Symptomen des Patienten möglichst ähnlich ist. Die Anzahl der infrage kommenden Arzneien ist in der Regel groß, und jede Arznei hat eine große Anzahl an Symptomen. Da es nicht möglich ist, alle Symptome aller Arzneien auswendig zu lernen und im Gedächtnis zu behalten, ist es notwendig, ein Hilfsmittel in Form eines Repertoriums heranzuziehen. Es gibt Repertorien, die möglichst umfassend die homöopathische Materia medica widerspiegeln (7.2.3). Zusätzlich gibt es zahlreiche kleinere, spezielle Repertorien für bestimmte Krankheiten und Beschwerden wie z. B. Schnupfen, Husten, Warzen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. E. M. Santee „Repertory of Convulsions“, W. Allen „Repertory of the Symptoms of Intermittent Fever“).
Aufbau
RepertoriumAufbauDie Zusammenstellung eines Repertoriums ist eine aufwendige und komplexe Angelegenheit. Bei der Erstellung eines Repertoriums muss zunächst entschieden werden, ob alle bekannten Symptome und Arzneien oder nur die wichtigsten übernommen werden. Will man die Gesamtheit der bekannten SymptomeSymptomeGesamtheit der berücksichtigen, ist man mit der Datenflut einer seit über 200 Jahren in der ganzen Welt praktizierten Heilmethode konfrontiert.
Außerdem muss bedacht werden, wie die einzelnen Teile eines Symptoms dargestellt werden. Ein Symptom, das aus Ort, Modalität, Empfindung und Begleitsymptom besteht, kann nur als ganzes Symptom dargestellt werden.
Es können aber auch zusätzlich die einzelnen Teile oder nur die einzelnen Teile dargestellt werden. Ähnliche Begriffe, z. B. Empfindungen wie „Stechen wie von einer Nadel“ oder „Stiche wie von einem Messer“, können in einer gemeinsamen Rubrik oder in getrennten Rubriken dargestellt werden.
Die RepertoriumsspracheRepertoriumssprache zur Beschreibung der Symptome ist variationsreich, viele Ausdrücke stammen aus den Arzneiprüfungen des 19. Jahrhunderts, aber auch der Sprachgebrauch des 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Kulturkreisen hat Eingang in die Repertorien gefunden. Es bestehen demnach, wie im Weiteren bei der Vorstellung der derzeit gebräuchlichsten Repertorien ausgeführt wird (7.3, 7.4, 7.5), in Aufbau, Darstellung, Ausführlichkeit und Inhalt große Unterschiede.
Im Folgenden wird zunächst ein kurzer geschichtlicher Überblick der homöopathischen Repertorien skizziert (7.2.2). Sodann werden die unterschiedlichen Ideen und Strategien besprochen, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben, und schließlich wichtige Repertorien und die für die Arbeit mit ihnen üblichen Methoden ausführlich dargestellt (7.2.3).

Geschichtliche Entwicklung der Repertorien

Anfänge
RepertoriumGeschichteIn der Frühzeit der Homöopathie zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es eine überschaubare Menge an Arzneien, die häufig noch von den ersten homöopathischen Ärzten selbst geprüft worden waren. Damals war es üblich, nach Aufnahme des Falls eine Arznei aus dem Gedächtnis zu verabreichen oder in den Aufzeichnungen der bekannten Arzneimittelprüfungen nachzulesen. Die Anzahl an Arzneien und Ärzten mit und ohne Erfahrung mit Arzneimittelprüfungen wuchs jedoch ständig. Neue, praktikable und zeitsparende Wege wurden notwendig, um den Zeitaufwand für die Arzneisuche zu begrenzen. HahnemannHahnemann, Samuel machte 1805 den Anfang mit dem Index zur „Fragmenta viribus de medicamentorum positivis“, einer Zusammenstellung der Wirkung bekannter Arzneien dieser Zeit. Um 1817 begann er mit der Arbeit an einem Symptomenlexikon, das jedoch unvollendet blieb. Zwischen 1826 und 1831 entstanden die ersten Repertorien von HartlaubHartlaub, Carl Georg Christian, Weber und RückertRückert, Theodor Johannes. Diese Bücher waren für die Praxis nur bedingt geeignet und erfuhren keine weite Verbreitung. Eine innovative und neu entwickelte Methode zur Arzneifindung auf der Grundlage der Datenbasis von Hahnemanns Materia medica („Reine Arzneimittellehre“ und „Chronische Krankheiten“) ist das Symptomenlexikon von Uwe Plate, das als Computersoftware (derzeit Version SL5) oder als umfassende Buchausgabe erhältlich ist. Plates Symptomenlexikon ermöglicht eine einfache Repertorisation anhand von Originalquellen (http://www.symptomenlexikon.de [Stand: 20.1.2016] und Rohrer 2011).
Neue Wege
BönninghausenBönninghausen, Clemens von und JahrJahr, Georg Heinrich Gottlieb (12.2) entwickelten komprimierte Arzneimittellehren, indem sie lediglich die Hauptwirkungen der Arzneien auflisteten und auf dieser Basis ihre ersten Repertorien verfassten: Bönninghausen die „Systematisch alphabetischen Repertorien“ (1832, 1835) und Jahr das „Handbuch der Hauptanzeigen“ (1835). Diese Repertorien beinhalteten erstmals Wertigkeiten der Arzneidarstellung mit dem Zweck, Hinweise für besonders charakteristische Arzneien bei einem Symptom zu geben. Es wurde nicht im heutigen Sinne repertorisiert. Die Arbeit mit diesen Repertorien wurde damals noch mehr, als es heute üblich ist, durch das Nachlesen in einer ausführlichen Materia medica ergänzt. Hahnemann verwendete in seiner Pariser Praxis fast ausschließlich diese Repertorien bei der Arzneiwahl, wie Wischner anhand der Krankenjournale zeigen konnte (Wischner 2012a).
Vollständigkeit oder Praxisnähe
In der Folge trennten sich die Wege von Jahr und von Bönninghausen, was Art und Umfang der Repertorien betraf. JahrJahr, Georg Heinrich Gottlieb schrieb 1848 den „Symptomenkodex“, ein umfangreiches, vollständiges und verlässliches Repertorium, das jedoch eher zum Nachschlagen als für die Sprechstunde gedacht war.
Das Streben nach vollständiger Abbildung der Symptome mit der Möglichkeit, ein detailliertes, mit Modalität oder Empfindung beschriebenes Symptom im Repertorium zu finden, wurde seitdem bis heute stetig weiterverfolgt.
Parallel wurden andere Methoden entwickelt, um ein Repertorium aufzubauen. BönninghausenBönninghausen, Clemens von entwickelte 1846 das „Therapeutische Taschenbuch“, in welchem er Symptome in ihre Bestandteile zerlegt und die Analysemethode des „Generalisierens“GeneralisierenRepertorisation einführt (7.4.2). Eine weitere Möglichkeit, ein Repertorium zu strukturieren, ist die Beschränkung auf die charakteristischen Symptome der Arzneien wie z. B. im 1915 veröffentlichten „Synoptic Key“ von Boger.
Das Kent'sche Repertorium
Eine wichtige Entwicklung in der Erstellung eines detailgetreuen Repertoriums war das „A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“, das der amerikanische Arzt und Homöopath James Tyler KentKent, James Tyler (12.3.2) 1897 herausgab. Es war aus den bestehenden Repertorien seiner Zeit zusammengesetzt und über viele Jahrzehnte das am häufigsten verwendete Repertorium.
In der Nachfolge Kents entstanden ab den 1970er-Jahren Repertorien mit deutlichen Erweiterungen, z. B. „Synthetisches Repertorium“, und die Repertorien „Synthesis“, „Complete Repertory“, „Universale“ und „Homeopathic Medical Repertory“. Parallel dazu wurden Computerrepertorien wie „RADAR“, „MacRepertory“ oder „Cara“ und Materia-medica-Suchprogramme wie „ReferenceWorks“ entwickelt, die eine große Zeitersparnis bei der Fallanalyse bewirken.

Repertoriale Strategien

RepertorisationStrategieDie verschiedenen homöopathischen Repertorien verfolgen unterschiedliche Strategien, die sich in ihrem Aufbau widerspiegeln. Alle Strategien drehen sich jedoch um die grundlegende Frage, wie die homöopathisch relevanten Symptome im Repertorium repräsentiert und geordnet werden. Grundsätzlich sind zur Ordnung von Symptomen in einem Repertorium vier Ordnungskriterien möglich (Tab. 7.4):
  • 1.

    Darstellung aller bekannter Symptome von Arzneien (Vollständigkeit)

  • 2.

    Darstellung nur der charakteristischen Symptome (Charakteristik)

  • 3.

    Detaillierte Darstellung der Symptome (Detaildarstellung)

  • 4.

    Zergliederte Darstellung der Symptome (Zergliederung)

Vollständigkeit
Das Repertorium führt alle verfügbaren Symptome aus Prüfungen, Toxikologie und klinischer Erfahrung auf (s. u. „Beispiele“).
Vorteile: Alle Informationen sind verfügbar, auch kleine Arzneimittel sind leicht auffindbar.
Nachteile: Aufnahme von z. T. irrelevantem Material oder unsicheren Einträgen, Wichtiges lässt sich schwer von Unwichtigem unterscheiden, die Repertorisation wird aufgrund der Datenfülle unübersichtlich.
Charakteristik
Das Repertorium enthält nur die charakteristischen Symptome (7.1.2).
Vorteile: Die Rubriken sind erprobt und gelten als klinisch verlässlich, die Repertorisation ist zeitsparend.
Nachteile: Kleine, wenig bekannte oder kaum bzw. nicht geprüfte Arzneimittel sind tendenziell unterrepräsentiert. Falls die Anamnese oder Fallanalyse nicht fehlerfrei durchgeführt wurde, kommt man zu falschen Ergebnissen. Nicht immer sind charakteristische Symptome (7.1.2) auffindbar.
Detaildarstellung
Die Symptome werden jeweils als Ganzes möglichst vollständig im Repertorium dargestellt. Mithilfe einer Baumstruktur lassen sich die Teilaspekte des Symptoms zum Gesamtsymptom zusammensetzen.
Vorteil: Ein Symptom lässt sich in der Baumstruktur vollständig und logisch untergliedert aufsuchen.
Nachteil: umständliches, fehleranfälliges und voluminöses Verfahren.
Zergliederung
Die Symptome werden in ihre Bestandteile zergliedert, z. B. in Lokalität, Empfindung, Modalität, Begleitbeschwerden und Geistes-/Gemütssymptome.
Vorteile: rasche und logische Repräsentation der Symptome, platzsparende Darstellung.
Nachteile: Symptome lassen sich nicht vollständig als Gesamteinheit erfassen und werden aus ihrem Zusammenhang gerissen.
Beispiele
„A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“ (J. T. Kent)
Das Kent-Repertorium (deutsch: „Kents Repertorium der homöopathischen Arzneimittel“) folgt der Strategie, Vollständigkeit und Detaildarstellung zu kombinieren. Die Symptome werden möglichst detailliert und vollständig repräsentiert. Dazu dient eine Baumstruktur, die sich über mehrere Ebenen nach unten verzweigt. Das Repertorium ist besonders gut geeignet, um lokalisierte eigentümliche Symptomen zu erfassen. Besonders „kleine Mittel“ lassen sich gut auffinden. Die Philosophie des Kent-Repertoriums wurde weiterverfolgt im „Synthesis“, „Complete Repertory“ und im Repertorium von Murphy (7.3.3).
„Therapeutisches Taschenbuch für homöopathische Ärzte“ (C. von Bönninghausen)
Das „Therapeutische Taschenbuch“ (TTB) folgt der Strategie von Vollständigkeit und Zergliederung. Es werden möglichst alle Symptome (charakteristische und uncharakteristische) in ihre Bestandteile zergliedert dargestellt. Die zusätzliche Gradeinteilung ermöglicht eine Differenzierung zwischen charakteristischen und uncharakteristischen Symptomen (7.4.3).
Das TTB ist gerade für Einsteiger eine solide Arbeitsbasis, da die Methode logisch und einfach zu lernen ist. Leider enthält das Repertorium nur Arzneien, die zu Lebzeiten Bönninghausens eingepflegt wurden.
„General Analysis“ (C. M. Boger)
Das Repertorium „General Analysis“ listet nur charakteristische Symptome auf, die zergliedert dargestellt werden. Es ist deshalb das kürzeste homöopathische Repertorium, das sich in der Praxis gut einsetzen lässt, wenn charakteristische Symptome vorhanden sind (7.5.4).
„Synoptic Key“ (C. M. Boger)
Der „Synoptic Key“ führt charakteristische Symptome auf, die ähnlich wie im „General Analysis“ zergliedert dargestellt werden. Mittels zusätzlicher Unterrubriken werden charakteristische Symptome näher präzisiert, womit eine möglichst vollständige Darstellung der charakteristischen Symptome angestrebt wird (7.5.4). Dieselbe Strategie verfolgt auch das „Homöopathische Repertorium“ von S. R. Phatak.

Grade und Wertigkeiten

SymptomeGradierungGradierung, SymptomeSymptomeWertigkeitWertigkeit, SymptomeIn den Repertoriumsrubriken sind die Arzneien mit unterschiedlichen Wertigkeiten ausgezeichnet, die auch „Grade“ genannt werden. BönninghausenBönninghausen, Clemens von und JahrJahr, Georg Heinrich Gottlieb führten als Erste Grade in ihren Repertorien ein (7.2.2). Dadurch konnte man schnell einen Überblick über die wichtigsten Arzneien für ein Symptom bekommen. Eine Rubrik aus dem „Therapeutischen Taschenbuch“ von v. Bönninghausen (1897) soll dies veranschaulichen:
Verschlimmerung nach Schlafen nachmittags: Anac, Bry, Caust, Chin, Lach, Lyc, Phos, Puls, STAPH, Sul.
In der Rubrik sind vier unterschiedliche Schriftauszeichnungen zu erkennen:
  • normale Schrift entsprechend dem 1. Grad,

  • kursiv (2. Grad),

  • Fettdruck (3. Grad),

  • VERSALIEN (4. und höchster Grad).

Der sogenannte 0., hier nicht dargestellte Grad wird im „Therapeutischen Taschenbuch“ mit Klammern dargestellt, z. B. (Aur) (7.4.3).
Die Grade zeigen an, wie bedeutsam ein Symptom für eine Arznei ist. Kriterien für die GradierungGradierung, Symptome SymptomeGradierungsind das Auftreten in einer Arzneimittelprüfung oder Erfahrungen aus der Praxis. Je häufiger ein Symptome dort auftrat oder klinisch bestätigt wurde, umso höherwertig ist der Grad der Arznei. Die Kriterien für die Grade sind nicht in allen Repertorien einheitlich (zu den Details 7.3, 7.4, 7.5).

Tipp

Es empfiehlt sich bei der Arzneiwahl, den Grad der ArzneiArzneiGrad im Repertorium nicht in den Vordergrund zu stellen, sondern den Fokus auf die Frage zu legen, inwieweit eine Arznei die charakteristischen Symptome mit seinem Arzneimittelbild abdeckt.

Fallanalyse und Repertorisation nach Kent

Es gibt eine Vielzahl von Wegen, um die in der Anamnese eruierte Symptomengesamtheit zu analysieren. In diesem Abschnitt wird zunächst die Methode nach Kent vorgestellt. Die beiden nächsten Kapitel befassen sich mit der Fallanalyse nach Bönninghausen (7.4) und Boger (7.5).

Einführung

James Tyler KentKent, James Tyler (1849–1916) (12.3.2) war 31 Jahre alt und praktizierender Arzt, als seine Ehefrau schwer erkrankte und zu seiner großen Verwunderung durch einen homöopathischen Arzt erfolgreich behandelt wurde. Daraufhin studierte er intensiv das homöopathische Schrifttum und begann bereits ein Jahr später, Artikel zu veröffentlichen und Vorträge zu halten. In den folgenden Jahrzehnten pflegte er ein großes Arbeitspensum, betreute Patienten in Praxen und Polikliniken, leitete und lehrte an verschiedene Homöopathie-Colleges in Chicago, Philadelphia und St. Louis und gab eine homöopathische Zeitschrift heraus. Aus Mitschriften von Studenten entstanden die Bücher über Vorlesungen zu homöopathischer Philosophie („Lectures on Homoeopathic Philosophy“) und Materia medicaMateria medica („Lectures on Homoeopathic Materia Medica“). Kent hatte bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit und auch in Deutschland einen sehr großen Einfluss auf die Homöopathie. Dies erklärt sich zum einen durch die herausragende Bedeutung seines Repertoriums, das er 1897 herausgab („A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“), zum anderen durch die starke Verbreitung seiner Bücher, Biografie und Ideen im deutschsprachigen Raum, u. a. durch die Schweizer Homöopathen Pierre SchmidtSchmidt, Pierre (1894–1987) und Jost Künzli von FimmelsbergKünzli von Fimmelsberg, Jost (1915–1992) (12.5.2).
Kent hat sich in seinen Vorlesungen ausführlich zur homöopathischen Philosophie und in mehreren Zeitschriftenartikeln zur Bewertung und Hierachisierung von Symptomen geäußert. Er hat dabei Gedankengut von Emanuel SwedenborgSwedenborg, Emanuel von (1688–1772), einem schwedischen Naturwissenschaftler und Mystiker, einfließen lassen. Dessen Äußerungen über die Seele des Menschen mit der Aufteilung in hierarchische Strukturen u. a. von Wille, Vernunft und Erinnerung zeigt sich deutlich in Kents Hierarchisierungsschema. Die Rezeption von Kents Wirken und Werk war jahrzehntelang äußerst positiv. Erst in den vergangenen 20 Jahren ist diese Sichtweise durch Hinweise auf Fehler und Ungereimtheiten v. a. allem durch Gypser (1996) relativiert worden. Zur Kent'schen Fallanalyse wurden von Künzli, Klunker und Keller zahlreiche Artikel veröffentlicht (s. u. Literatur).

Fallanalyse

FallanalyseKent-MethodeDie Fallanalyse und Hierarchisierung bei Kent war weniger schematisch, als es im folgenden Kapitel aus didaktischen Gründen vermittelt wird. Im Folgenden liegt der Schwerpunkt auf den grundlegenden Ideen Kents zur Fallanalyse. Kent suchte sich die auffälligsten Symptome des Patienten heraus und verglich die das Symptom abdeckenden Arzneien in Bezug auf die Geistes-/Gemüts- und Allgemeinsymptome. Der Abgleich erfolgte häufig auch auf Basis von persönlichen Materia-medica-Kenntnissen der infrage kommenden Mittel.
Ist nach der Anamnese die SymptomengesamtheitSymptomeGesamtheit der aufgezeichnet, werden in drei Schritten Unterscheidungen vorgenommen: in einem ersten Schritt zwischen charakteristischen und gewöhnlichen Symptomen, im nächsten Schritt zwischen Allgemein- und Lokalsymptomen. Im dritten Schritt werden die Symptome entsprechend dem zeitlichen Rahmen ihres Auftretens eingeordnet. Die vorhandenen Symptome des Falles müssen zugeteilt werden.
1. Schritt: Unterscheidung zwischen charakteristischen und gewöhnlichen Symptomen
Das Charakteristische an einem Fall ist nach Kent auffallend und lässt den Therapeuten zögern und nachdenken, weil er es bei anderen Krankheitsfällen der gleichen Erkrankung noch nicht gesehen hat.
Kent nennt die für die Beurteilung als „charakteristisches“ SymptomSymptomecharakteristische entscheidenden Kriterien in enger Anlehnung an den Paragraphen 153 des „Organon“ (7.1.2) seltsam, selten, ungewöhnlich, auffallend und absonderlich („strange“, „uncommon“, „rare“, „striking“ and „peculiar“).
Diese Symptome sollten eine deutliche Intensität haben, für den Patienten also auch von Bedeutung sein. Es kann sich um Symptome aus dem Geistes- und Gemütsbereich, um Allgemeinsymptome oder um Lokalsymptome handeln. Im Sinne der oben genannten Definitionen für charakteristische Symptome (7.1.2) sind es Symptome, die bei einer Erkrankung selten auftreten oder nur bei einem Arzneimittel beobachtet werden. Gewöhnliche Symptome können nach Kent ungewöhnlich werden, wenn die Begleitumstände besondere sind. So ist ein Zittern, das die ganze Zeit anhält und sich über den ganzen Körper erstreckt, zwar sehr unangenehm, aber nicht unbedingt auffallend oder ungewöhnlich. Auch Schwäche oder Frösteln seien an sich keine ungewöhnlichen Symptome. Aber Zittern, Schwäche oder Frösteln, das nur vor einem Sturm oder während des Stuhlgangs, der Regel oder beim Wasserlassen auftritt, ist ungewöhnlich und selten. (Kent 1912).
Im Gegensatz dazu stehen die weniger bedeutsamen gewöhnlichen („common“) SymptomeSymptomegewöhnliche. Sie entsprechen den pathognomonischen Symptomen einer Krankheit (7.1.1). Es ist wichtig, diese zu kennen, da das Fehlen eines gewöhnlichen Symptoms auf ein ungewöhnliches Symptom hinweist, z. B. fehlender Durst bei Fieber. Die zu verordnende Arznei sollte in der Regel auch die pathognomonischen Symptome abdecken. Falls absonderliche Symptome eine Arznei deutlich anzeigen, bei der diese nicht bekannt sind, sollte dies kein Hinderungsgrund sein, die Arznei zu verordnen.
„Treat the patient not the disease“ ist in diesem Zusammenhang ein viel zitierter Ausspruch von Kent. Er meint damit, dass ein Krankheitsname wie „Hüftarthrose“ oder die pathognomonischen Symptome zur Arzneifindung nicht ausreichend sind. Die besondere Art und Weise, wie sich diese Erkrankung bei diesem Patienten individuell äußert, muss beachtet werden, um die infrage kommenden Arzneien differenzieren zu können. Dabei sind v. a. die ein Symptom näher beschreibenden Modalitäten, Empfindungen und Begleitsymptome von Bedeutung.

Fallbeispiel 7.2: Charakteristisches Symptom

Anamnese
Die 22-jährige Patientin klagt über eine erhöhte Schweißabsonderung seit der Pubertät, die nur bei zwischenmenschlichen Kontakten (sogar bei Telefonaten mit Freundinnen) auftritt, vor allem unter den Achseln. Der Geruch sei nicht besonders stark. Bisher habe sie selbst versucht, die Symptomatik mit Cremes und Deos zu verbessern. Sonst keine weiteren Beschwerden.
Repertorisation (Phatak, Homöopathisches Repertorium)
Achselhöhlen – Schweiß: u. a. Sepia.
Verordnung
Aufgrund der Repertorisation und des allgemeinen Eindrucks: SepiaSepiaSchwitzen C 30.
Verlauf
Nach 3 Wochen: keine Veränderungen des Schwitzens. Dafür sind Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule aufgetreten.
Repertorisation: Dieses Mal wird das auffällige Symptom „Schweißabsonderung bei zwischenmenschlichen Kontakten“ nach Kent'scher Methodik im „Repertorium Universale“ gesucht und gefunden: Kapitel „Schweiß“, Abschnitt „Modalitäten“: Gespräch, durch Unterhaltung: Ambra einziges Mittel.
Verordnung: Ambra C 30, zusätzlich Ambra C 30 in Wasser zum Verkleppern
Nach weiteren 14 Tagen: Die Patientin berichtet, sie sei recht zufrieden. Nach erster Einnahme Besserung der Rückenbeschwerden, die bis dato anhalte. Auch das Schwitzen sei deutlich weniger geworden.
Weiterer Verlauf: Ambra C 30 in Wasser nach Bedarf. Die Patientin ist seitdem nicht mehr vorstellig geworden.
Diskussion
Die Patientin stellt sich in der normalen Sprechstunde mit einer chronischen Beschwerde vor. Die Modalität des Schwitzens „Verschlechterung bei zwischenmenschlichen Kontakten“ ist durch Aufregung erklärbar. Das Ausmaß mit Verschlechterung sogar bei Telefonaten mit Freundinnen und die jahrelange Dauer sind jedoch ungewöhnlich und auffällig.
Das Symptom wird erst bei der zweiten Verordnung berücksichtigt. Mangels anderer Symptome und Zeit für eine ausführliche Anamnese erfolgte allein auf dieses Symptom hin die Verordnung, wodurch eine deutliche Besserung eintrat. Die Verschlechterung bei Anwesenheit anderer (Sprechen, Zuhören und generell Verlegenheit) ist ein Leitsymptom der Arznei Ambra.
2. Schritt: Unterscheidung zwischen charakteristischen Allgemeinsymptomen und Lokalsymptomen
Im ersten Schritt wurden aus der Symptomengesamtheit die charakteristischen SymptomeSymptomecharakteristische herausgefiltert. Im zweiten Schritt wird nun innerhalb der charakteristischen Symptome eine HierarchisierungHierarchisierungSymptome SymptomeHierarchisierungvorgenommen.
Kent unterscheidet zwischen AllgemeinsymptomenAllgemeinsymptome („generals“Generals), d. h. Symptome, die sich auf den ganzen Organismus beziehen und nicht nur auf ein einzelnes Organ oder einen Ort, und LokalsymptomenLokalsymptome („particulars“Particulars). Kent hat den Begriff „Partikularsymptom“Partikularsymptome aber auch manchmal für pathognomonische Symptome, Krankheitsnamen oder wenig differenzierte Lokalsymptome verwendet: gewöhnliche SymptomeSymptomegewöhnliche („common symptoms“), die bei der Mittelwahl in der Regel unbedeutend sind. Dadurch ist in der Folge der falsche Eindruck entstanden, Kent bewerte die Lokalsymptome als unbedeutend. Dies ist jedoch nicht der Fall: Ein Lokalsymptom kann innerhalb des Falls eine große Bedeutung im Sinne eines absonderlichen Symptoms oder eines „Leitsymptoms“ bekommen (Keller 1980b).

Unter Allgemeinsymptomen („generals“) versteht Kent Geistes- und Gemütssymptome sowie Symptome, die den Menschen als Ganzes betreffen. Letztere werden in der Folge auch Allgemeinsymptome genannt.

Geistes- und Gemütssymptome
Geistes- und GemütssymptomeRepertorisation nach KentRepertorisationGeistes- und GemütssymptomeFallanalyseGeistes- und GemütssymptomeDie Geistes- und Gemütssymptome haben für Kent innerhalb der charakteristischen SymptomeSymptomecharakteristische den höchsten Stellenwert. Er und seine Schüler beriefen sich dabei auch auf den § 211 des Organon: „Der Gemütszustand des Kranken gibt bei der homöopathischen Wahl eines Heilmittels oft am meisten den Ausschlag. Als Zeichen von bestimmter Eigenheit kann es dem genau beobachtenden Arzt unter allen am wenigsten verborgen bleiben.“ In der Praxis hatte Hahnemann jedoch, soweit es sich bisher anhand der Transkription seiner Krankenjournale beurteilen lässt, andere Schwerpunkte gesetzt. Körperliche und kausal-miasmatische Überlegungen standen bei der Arzneiwahl im Vordergrund (Wischner 2012b)
Kent gab dem Geisteszustand und allen Äußerungen, die das Innerste eines Menschen offenbaren, einen hervorragende Stellenwert, nicht zuletzt bedingt durch sein Verwurzeltsein in der Swedenborg'schen Philosophie. Die Geistes- und GemütssymptomeGeistes- und GemütssymptomeHierarchisierung HierarchisierungGeistes- und Gemütssymptomehat Kent untereinander weiter hierarchisiert: Am hochwertigsten waren für ihn Symptome, die den Willen des Menschen betreffen, wozu auch seine Vorlieben und Abneigungen gehören; eine Stufe darunter stehen Vernunft- und intellektuelle Symptome, dann folgen Störungen des Gedächtnisses (7.3.1).
Geistes- und Gemütssymptome müssen nicht explizit vom Patienten geäußert werden, sie ergeben sich auch aus der Beobachtung des Patienten während der Anamnese, z. B. bei einem Kind, das sich lautstark und schreiend dagegen wehrt, untersucht zu werden (6.2.5).
Beispiele für charakteristische Geistes – und Gemütssymptome
Geistes- und Gemütssymptome charakteristische
  • Angst im Dunkeln

  • Verlangen, getragen zu werden

  • Gedächtnisschwäche für Namen

  • Kann keinen Widerspruch ertragen

Allgemeinsymptome
AllgemeinsymptomeRepertorisation nach KentRepertorisationAllgemeinsymptomeFallanalyseAllgemeinsymptomeAllgemeinsymptome sind nach Kent Symptome, die sich auf den Organismus als Ganzes und den ganzen Menschen beziehen. Sie werden als sehr hilfreich bei der Individualisierung eines Falles eingestuft, z. B. Symptome des Schlafs, der Regel oder das Temperaturempfinden, aber auch generalisiert auftretende Sekrete wie z. B. eine gelb-grünliche Schleimabsonderung, die an mehreren Schleimhäuten auftritt. Auch Äußerungen des Patienten wie „Ich fühle mich …“ können ein Hinweis auf ein Allgemeinsymptom sein.
Diese Symptome sind charakteristische Symptome, weil sie verschiedene Organe und Organsysteme oder den gesamten Zustand des Organismus betreffen oder eine Vielfalt anderer Symptome begleiten.
Beispiele für charakteristische Allgemeinsymptome
Allgemeinsymptome charakteristische
  • Generalisierte Modalitäten, Empfindungen, Sekrete (z. B.: wundmachender Durchfall und Schnupfen, Besserung von Kopfschmerz und Gelenkschmerzen bei Bewegung an frischer Luft)

  • Schlaf (z. B. Knie-Ellenbogen-Schlaflage), Sprechen im Schlaf, Erwachen und Unfähigkeit einzuschlafen wegen Gedankenandrang nach 3 Uhr

  • Nahrungsmittel (z. B. Verlangen nach scharfen Speisen, Abneigung gegen Fleisch)

  • „Ich fühle mich …“ (z. B. „… unwohl und habe Kreislaufprobleme bei direkter Sonneneinstrahlung, deutlich besser nach kurzem Schlaf“)

  • Sexualität (z. B. gesteigertes sexuelles Verlangen vor der Regel)

  • Menses (z. B. Blutung nur nachts)

  • Klima, Wetter, Jahreszeiten (z. B. jährliche Wiederkehr der Beschwerden in Frühjahr und Herbst)

Lokalsymptome
LokalsymptomeRepertorisation nach KentRepertorisationLokalsymptomeFallanalyseLokalsymptomeSie haben in der Hierarchie einen geringeren Stellenwert als Allgemeinsymptome, können aber, wenn sie charakteristisch sind, eine zentrale Rolle spielen. Lokalsymptome können auf verschiedene Weise charakteristisch werden, z. B. wenn sie das Leitsymptom einer Arznei geworden sind, also klinisch häufig bestätigt wurden. Durch deutliche Empfindungen und Modalitäten (je mehr, desto besser) differenzierte Symptome sind charakteristisch, weil sie nur bei einer Arznei bekannt sind oder bei einer Erkrankung selten vorkommen.
Beispiele für charakteristische Lokalsymptome
Lokalsymptome charakteristische
  • Halsweh rechts, durch warme Getränke gebessert

  • Rheumatische Schmerzen der Fingergelenke, vermehrt vor Sturm, Fersenschmerz, stechend, besser bei Druck

  • Migräne, Schläfe, rechts, stechend, morgens schlimmer

Die VierfeldtafelVierfeldtafel, Repertorisation (Tab. 7.5) verdeutlicht noch einmal die Schritte eins und zwei. Die WertigkeitenWertigkeit, Symptome SymptomeWertigkeitwerden anhand der römischen Ziffern I bis IV dargestellt. Ein Geistes- und Gemütssymptom, das den Kriterien für ein charakteristisches Symptom entspricht, ist demnach am hochwertigsten, ein undifferenziertes Lokalsymptom am wenigsten bedeutsam.
3. Schritt: Hierarchisierung der Zeitachse
Zeitachse, FallanalyseFallanalyseZeitachseKent erwähnt auch eine zeitliche Komponente, die bei der Bewertung der Symptome in Betracht zu ziehen ist. Symptome, die seit der Kindheit bestehen, sind von hoher Wichtigkeit. Sie geben einen Hinweis auf mögliche Ursachen der jetzt bestehenden Pathologie und sind für die Arzneiwahl von großer Wichtigkeit. Ein pathologischer Endzustand ist dagegen in der Regel wenig hilfreich. Je klarer die Krankheitsgeschichte von ihren Anfängen bis zum jetzigen Endzustand verfolgt werden kann, umso wahrscheinlicher ist eine gute Mittelwahl (Kent 1912).
Hierarchisierungsschema nach Candegabe und Carrara
HierarchisierungSymptomeSymptomeHierarchisierungCandegabe, Eugenio F.Carrara, HugoAnalog zur dieser Überlegung geben Candegabe und Carrara (1999) der zeitlichen Komponente einen hohen Stellenwert und unterscheiden historische, intermediäre und aktuelle Symptome. Die Symptome, die am längsten bestehen, haben dabei den höchsten Stellenwert (9.4):
  • Historische SymptomeSymptomehistorische: mindestens seit zwei Dritteln des Lebens präsent.

  • Intermediäre SymptomeSymptomeintermediäre: im vergangenen Drittel des Leben bestimmend.

  • Aktuelle SymptomeSymptomeaktuelle: Beschwerden, die in der Gegenwart und noch nicht lange bestehen.

Auf der Basis dieser Überlegungen entwickelten CandegabeCandegabe, Eugenio F. und CarraraCarrara, Hugo ein eigenes Hierarchisierungsschema (Tab. 7.6). Die höchste Zahl (9) bezeichnet das hochwertigste Symptom, z. B. ein seit mindestens zwei Dritteln des Lebens bestehendes auffallendes (charakteristisches) Gemütssymptom. Ein aktuelles auffallendes Lokalsymptom hat den geringsten Wert (1). Gewöhnliche Geistes- und Gemüts-, Allgemein- oder Lokalsymptome, die noch weniger „wertvoll“ sind, werden nur bei einem Mangel an charakteristischen Symptomen berücksichtigt.

Tipp

Dieses Hierarchisierungsschema ist klar strukturiert und bietet auch für weniger Erfahrene gute Möglichkeiten, Symptome zu differenzieren und einzuordnen.

Zusammenfassung
Die wesentlichen Schritte der Kent'schen Fallanalyse werden noch einmal in Abb. 7.2, Abb. 7.3 und Abb. 7.4 zusammengefasst.
1. Schritt: Unterscheidung von charakteristischen und gewöhnlichen Symptomen
Nach der Anamnese und der Erhebung der Symptomengesamtheit erfolgt die qualitative Symptombewertung. Es wird unterschieden zwischen „charakteristischen Symptomen“ und „gewöhnlichen Symptomen“.
2. Schritt: Hierarchisierung der Ebenen
Im nächsten Schritt werden innerhalb der Gruppe der charakteristischen Symptome Geistes- und Gemütssymptome, Allgemeinsymptome und Lokalsymptome differenziert und hierarchisiert.
3. Schritt: Hierarchisierung der Zeitachse
Je länger ein Symptom besteht, umso höher ist seine Wertigkeit für den Fall. Alte Symptome, die nicht mehr bestehen, werden nicht für die Repertorisation verwendet.

Das Kent'sche Repertorium

Entstehung
RepertoriumKentGegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den USA eine Vielzahl an kleineren und größeren Repertorien, darunter auch das „Therapeutische Taschenbuch“ von BönninghausenBönninghausen, Clemens von, verwendet (7.2.2). Kent benutzte das Repertorium von LippeLippe, Adolph von („Repertory to the More Characteristic Symptoms of the Materia Medica“), das zu einem erheblichen Teil auf Jahrs „Handbuch der Hauptanzeigen“ beruhte, und hatte bereits umfangreiche Ergänzungen eingetragen. Auf Veranlassung von Lippe half Kent seinem Kollegen LeeLee, E. J. bei der Vervollständigung seines „Repertory of the Characteristic Symptoms of the Homoeopathic Materia Medica“. Kent und Lee arbeiteten zunächst zusammen, bis Kent aus Unzufriedenheit über das Erstellte ausstieg. Erst als Lee erblindete und selbst nicht mehr weiterarbeiten konnte, übernahm Kent das vorliegende Material und beendete die Arbeit nach seinen eigenen Vorstellungen (Kent 1914a, 1914b). Kent gab 1897 sein „A Repertory of Homoeopathic Materia Medica“ heraus, das – gemäß der Quellenlage – eine Art Sammelsurium und Zusammenfügung der bestehenden Repertorien seiner Zeit war (Abb. 7.5). Es war umfangreich, enthielt „einen relativ kleinen Teil der Symptome der damaligen Materia Medica“ (Keller 1992) und sollte „ein möglichst breites […], aber auch wirklich gesichertes Stoffangebot von unmittelbarer Praxisnähe“ wiedergeben (Klunker 1984a).
Kent unterschied in seinem Repertorium drei GradeArzneiGrad (7.2.4). Die WertigkeitWertigkeit, Symptome SymptomeWertigkeiteines Arzneimittels beruhte nach seinen Aussagen vor allem darauf, wie häufig es in Arzneimittelprüfungen auftritt. Bei Quellenstudien ließ sich dies nicht bestätigen (Mezger 1963, Gypser 1986). Es ist zu vermuten, dass bei der Gradierung klinische Erfahrungen und Praxis eine große Rolle spielten.
Kent hat selbst zwei Auflagen seines Repertoriums herausgegeben. Die Ergänzungen für eine dritte Auflage, die er bis zu seinem Tod vorbereitete, konnten nur bedingt bei späteren Auflagen berücksichtigt werden. In der Folgezeit entstanden weitere Auflagen bis zur heute bestehenden sechsten amerikanischen Auflage sowie drei deutsche Übersetzungen durch Erbe, Keller und M. Barthel, dessen „Repertorium Generale“ in relativ geringem Ausmaß Änderungen enthält. Die Folgeauflagen werden nur teilweise als Fortschritt bewertet. Als besonders gelungen wird die korrigierte, überarbeitete und verbesserte sechste Auflage des indischen Arztes Ramanlal Patel angesehen. Die englische Ausgabe des Kent'schen Repertoriums ist als Volltext im Internet zugänglich (http://homeoint.org) [Stand: 19.1.2016].
Verbesserungen und Nachfolgerepertorien
RepertoriumGeschichteMehrere Autoren haben auf Fehler oder Schwachpunkte im Kent'schen Repertorium hingewiesen. Einige der zahlreichen Kritikpunkte betreffen fehlende Quellenverweise, unklare Bedeutung der Grade, ein Nebeneinander synonymer oder nur scheinbar unterschiedlicher Bedeutungen in mehreren Rubriken sowie unvollständige Oberrubriken. Einzelne Überprüfungen von Rubriken auf ihre Quellenlage haben häufig erhebliche Ungereimtheiten aufgedeckt. Die Schwerpunkte bei der Verbesserung bei den Überarbeitungen des Kent'schen Repertoriums sind in den folgenden Auflagen und nachfolgenden Repertorien verschiedenartig gesetzt worden (Abb. 7.6). Zum einen ging es um die Korrektur der Fehler, zum anderen um eine Vervollständigung des Repertoriums durch Nachträge aus Literatur und aufgrund von Beobachtungen lebender Autoren und schließlich um das Einbinden neu geprüfter Mittel. Es gibt jedoch bis heute keine einheitlichen Korrektur-Kriterien.
Eine deutliche Erweiterung der Anzahl an Mitteln und Rubriken wurde zwischen 1973 und 1978 durch Horst BarthelBarthel, Horst und Will KlunkerKlunker, Will mit dem „Synthetischen Repertorium“ vorgenommen. Sie beschränkten sich bei ihrem dreibändigen Werk auf die Kapitel „Gemüt“, „Schlaf“, „Sexualität“, „Träume“ und „Allgemeines“, aktuell gibt es eine einbändige Ausgabe.
Basierend auf dem Computerprogramm „RADAR“ entwickelte sich 1993 das Repertorium „Synthesis“, herausgegeben von Frederik SchroyensSchroyens, Frederik, das seitdem in zahlreichen Auflagen erschien. Aus der Verbindung des Computerprogramms „MacRepertory“ und eigenen Nachträgen entstand zwischen 1994 und 1999 das „Complete Repertory“ von Roger van Zandvoort. In dieses Repertorium sowie in die neueren Auflagen des „Synthesis“ wurden große Teile des Repertorium von BogersBoger, Cyrus Maxwell „Bönninghausen's Characteristics, Materia Medica and Repertory“ eingearbeitet. Auch vom „Complete“ sind neue Ausgaben erschienen. Das „Repertorium Universale“, erstmals 2003 erschienen, basiert seinerseits auf dem „Complete“, hat aber eine andere Architektur und viele neue Bönninghausen-Nachträge mit dem Ziel, das Arbeiten nach der Bönninghausen-Methode zu ermöglichen.
Alle genannten Repertorien sind – was die Anzahl der Arzneieinträge und Rubriken angeht – in erheblichem Maße umfangreicher als das Repertorium von Kent, und sie wachsen mit jeder Neuauflage. Da sich die heute vorwiegend verwendeten Detail-Repertorien untereinander zunehmend unterscheiden, empfiehlt es sich, sich nach Erwerb eines Repertoriums intensiv mit Aufbau und Gliederung der Rubriken auseinanderzusetzen. „Complete“ und „Synthesis“ hatten über viele Jahre und Auflagen die Kapitelstruktur von Kent übernommen, gehen in den neueren Auflagen zunehmend neue Wege, ebenso das „Repertorium Universale“. Murphy entwickelte ein Repertorium auf Basis des Kent'schen Repertoriums, bei dem die Kapitel alphabetisch geordnet und durch klinische Kapitel ergänzt sind („Homeopathic Medical Repertory“). Alle diese Repertorien liegen auch als Computersoftware vor.

Repertorisation

RepertorisationKent-MethodeDer nächste Schritt der Fallanalyse ist die Repertorisation. Die hierarchisierten Symptome (7.3.2) müssen im Repertorium gefunden werden. Das Repertorisieren ist, in Anbetracht der heute verfügbaren, sehr umfangreichen Repertorien, ein langjähriger Lernprozess, der durch die Computerrepertorien erleichtert wird. Aber auch bei der Verwendung von Computerprogrammen ist die Kenntnis von Struktur und Aufbau des Repertoriums sehr wichtig. Entscheidend ist, dass die Symptome, die klar und deutlich vom Patienten geäußert wurden und essenziell für den Fall sind, so lange gesucht werden, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis vorliegt. Erfolgt die Suche nicht konsequent genug und gibt man sich mit den weniger wichtigen Symptomen zufrieden, wird das hilfreiche Mittel aller Voraussicht nach nicht gefunden werden, und die Patienten erhalten eines der im Repertorium zahlreich vorhandenen PolychrestePolychrest wie Lycopodium oder Sulfur.
Regeln für die Repertorisation
  • 1.

    Die hochwertigsten, charakteristischen Symptome auswählen, lieber wenige gute als viele mäßige Rubriken verwenden.

  • 2.

    Gewöhnliche Symptome werden nur bei Mangel an charakteristischen Symptomen verwendet.

  • 3.

    Verwandte Symptome in einer Rubrik zusammenziehen.

  • 4.

    Das Resultat der Repertorisation entsteht durch die Summe der Rubriken, die Grade spielen eine untergeordnete Rolle.

    Fallbeispiel 7.3: Marie, 12 Jahre (nach Künzli 1960b)

    FallbeispielBauchschmerzen(Vgl. 7.6, Fallbeispiel 7.4b)
    Künzli berichtet über ein 12-jähriges Mädchen mit Magenbrennen und Bauchweh, hauptsächlich nach dem Essen. Sie klagt über folgende Beschwerden:
    Kopfweh vor allem am Scheitel, wie kleine Schläge, klopfend.
    Ein bitterer Mundgeschmack, hauptsächlich nach dem Essen.
    Sie habe das Gefühl, der Nabel schraube sich los. Sie erträgt die Sonne nicht und blutet oft aus der Nase.
    Liebt kräftige und scharfe Speisen, Zitronen und saure Sachen, Abneigung gegen Honig, der sie „krank mache“.
    Es besteht Angst vor Räubern und unruhiger Schlaf, sie lässt nachts mehrmals Wasser.
    Der Stuhlgang erfolgt meist gegen 22 Uhr.
    Künzli beobachtet, dass sie dauernd nach dem Gesicht greift, immer schmutzig im Gesicht ist, insgesamt unsauber ist und stinkenden Fußschweiß hat. Symptombewertung durch Künzli
    • 1.

      Stuhlgang 22 Uhr: sehr auffallendes und dazu sehr objektives Symptom. Normalerweise erfolgt der Stuhlgang zu anderen Zeiten.

    • 2.

      Angst vor Räubern: kommt bei vielen Kindern vor und hat deshalb keinen allzu großen Wert. Gehört aber als eines der Geistes- und Gemütssymptome an die Spitze.

    • 3.

      Sonnenunverträglichkeit: auffallendes Allgemeinsymptom.

    • 4.

      Honigabneigung: auffällig bei einem Kind, da Kinder meistens Süßes lieben. Abneigungen sind fast wichtiger als Verlangen.

    • 5.

      Verlangen nach kräftigen, scharfen Speisen.

    • 6.

      Verlangen nach Saurem. Als ausgesprochenes Gelüst wichtig.

    • 7.

      Bitterer Mundgeschmack nach dem Essen.

    Alle anderen Symptome sind zu ungenau oder zu allgemein vorkommend.
    Repertorisation
    In fast allen Rubriken geht SulfurSulfur durch (Tab. 7.7). Laut Künzli passen auch das schmutzige Gesicht des Kindes und der stinkende Fußschweiß, das häufige nächtliche Urinieren und der unruhige Schlaf sehr gut zu Sulfur. Die genannten Symptome sind typische, aber nicht ausschließliche Sulfur-Symptome.
    Verordnung und Verlauf
    Sulfur in passender Potenz und Dosierung hat den Fall geheilt.

    Fallbeispiel 7.4a: 37 Jahre alter männlicher Patient, rezidivierende, häufige Halsschmerzen und Mandelentzündungen (nach Candegabe und Carrara (1999))

    Anamnese (Zusammenfassung)
    FallbeispielHalsschmerzen/Mandelentzündung„Ich mag Hunde gern, Katzen nicht, denn sie sind unberechenbar. Ich habe mein ganzes Leben lang große Angst vor Schlangen gehabt.“
    Der Patient hat eine Abneigung gegen Paprika und Kaffee, Verlangen nach Brei, und seit Kurzem trinkt er Milch zum Frühstück.
    Er mag lieber gesalzene Speisen als Süßes; als Kind hat er Stärkeklumpen im Mund zergehen lassen, heute neigt er dazu, Speisen nachzusalzen.
    Bier mag er gern.
    Früher hin und wieder Wein, aber in letzter Zeit nicht.
    Stark alkoholische Getränke schmecken ihm nicht.
    Darmfunktion normal, muss vormittags häufig die Blase entleeren.
    Er schwitzt wenig, hat einen schweren Schlaf und schläft sehr leicht ein (Bauchlage).
    Unter Kälte leidet er etwas, Zugluft und Wind sind ihm sehr unangenehm und machen ihn nervös.
    Gewöhnliche Symptome: „Hals – Katarrh“, „Hals – Entzündung – Mandeln“, „Allgemeines – Luft, Zugluft verschlechtert“.
    Die Symptome sind bewertet und hierarchisiert. Die Symptome sind im vorliegenden Fallbeispiel bereits als Repertoriumsrubriken beschrieben, dies ist jedoch nicht notwendig. Für Anfänger mit geringen Kenntnissen der Repertoriumsrubriken ist dies sogar kontraproduktiv, und es besteht die Gefahr, nur bekannte Rubriken zu verwenden. Es sollten also nur die aus der Anamnese herausgefilterten charakteristischen Symptome tabellarisch erfasst werden (Tab. 7.8).
    Repertorisation (Tab. 7.9)
    • 1.

      Gemüt – Furcht vor Schlangen

    • 2.

      Allgemeines – Nahrung – Salz – Verlangen

    • 3.

      Schlaf – Stellung – Abdomen, auf

    Verordnung: Lac caninumLac caninumMandelentzündung 200 Verlauf: Innerhalb von 3 Monaten hatte der Patient nur einmal mäßige Schmerzen im Hals. Er fühlt sich ruhig. Nach 9 Monaten: Er fühlt sich vollständig gesund (7.6, Fallbeispiel 7.4b).

Fallanalyse und Repertorisation nach Bönninghausen

Einführung

Clemens von BönninghausenBönninghausen, Clemens von (1785–1864) ist bis heute einer der bedeutendsten Homöopathen (12.2.4). Er gehört zu den Schülern und Zeitgenossen HahnemannsHahnemann, Samuel, die im 19. Jahrhundert die Grundpfeiler der homöopathischen Wissenschaft errichteten. Sein Einfluss auf die homöopathische Praxis ist nicht zuletzt aufgrund seines „Therapeutischen Taschenbuchs“, das bis heute zur Grundausstattung jeder homöopathischen Praxis gehört, ungebrochen. Bönninghausen erkrankte im Alter von 42 Jahren an Tuberkulose und wurde überraschenderweise durch seinen Freund und homöopathischen Arzt August WeiheWeihe, August erfolgreich behandelt. Beeindruckt vom Erfolg der homöopathischen Therapie, widmete er sich fortan dem Studium der Homöopathie. Bönninghausen fällt das Verdienst zu, die 200. PotenzPotenz in die Homöopathie eingeführt zu haben. Er hat wichtige grundlegende Repertorien (Abb. 7.7) wie das „Therapeutische Taschenbuch“ (1846) und das „Systematisch-Alphabetische Repertorium der Antipsorischen Arzneien“ (1834) sowie therapeutische Leitfäden wie „Die homöopathische Behandlung des Keuchhustens“ (1860) verfasst.
Bönninghausen war – als gelernter Jurist und Botaniker – in besonderem Maße daran gelegen, die Fülle des homöopathischen Wissens zu strukturieren, zu systematisieren und zu konzentrieren. Als wichtigste Innovationen der homöopathischen Methodik und Therapie aus heutiger Sicht sind zu nennen:
  • Entwicklung von Repertorien, an erster Stelle das „Therapeutische Taschenbuch“,

  • Krankenbefragung (Krankenexamen),

  • Unterscheidung von Haupt- und Nebensymptomen,

  • Einführung des „charakteristischen Symptoms“,

  • Kongruenz zwischen Arznei und Krankheit,

  • Genius-Konzept,

  • Goldkorn-Konzept,

  • Aufeinanderfolge von Arzneien zur Heilung chronischer Krankheiten.

Die Bönninghausen-Methode erfreut sich aufgrund ihrer Logik, Systematik und ihres klinischen Pragmatismus ungebrochen sehr großer Beliebtheit in der Praxis.

Fallanalyse

FallanalyseBönninghausen-MethodeRepertorisationBönninghausen-MethodeBönninghausen führte einige ausgesprochen hilfreiche Werkzeuge für die strukturierte und systematische Durchführung der Anamnese, Klassifikation und Priorisierung der Symptome sowie der Fallanalyse ein, die bis heute Geltung haben (Tab. 7.10).
1. Krankenexamen
KrankenexamenKrankenexamenBönninghausen sprach der genauen Krankenbefragung eine wesentliche Rolle bei der Fallanalyse und Arzneifindung zu, für welche sie das Rohmaterial liefert. Dabei legte er Wert darauf, dass die Krankheitssymptome möglichst genau und scharf erfasst werden, die Informationen andererseits aber von Überflüssigem befreit werden.
Eine wichtige Innovation war daher die Straffung der Krankenbefragung (Anamnese, Krankenexamen). Bönninghausen griff dabei auf einen scholastischen Hexameter aus dem 12. Jahrhundert zurück (Quis? Quid? Ubi? Quibus auxiliis? Cur? Quomodo? Quando?) (6.3.2, Tab. 6.4).
2. Haupt- und Nebensymptome erfassen
Die Unterteilung der Symptome in Haupt- und Nebensymptome geht auf Hahnemann zurück und dient der Priorisierung der Symptome, der strukturierten Fallanalyse sowie der Verlaufsbeurteilung.
Die HauptsymptomeHauptsymptome sind das Hauptanliegen des Patienten, weswegen er den Arzt aufsucht. Das Hauptsymptom sollte immer, entsprechend dem Hexameter (6.3.2, Tab. 6.4), vollständig erfasst werden und ist aus verschiedenen Dimensionen zusammengesetzt: Ort der Beschwerde (Ubi), Empfindung (Quomodo), Modalitäten (Quando) und Begleitbeschwerden (Quibus auxiliis), z. B. wenn ein Husten (Hauptbeschwerde) immer von unfreiwilligem Urinabgang begleitet wird.
Unter NebensymptomenNebensymptome werden alle anderen Beschwerden des Patienten zusammengefasst. Sie können gleichzeitig mit dem Hauptsymptom auftreten, bereits vor dem Hauptsymptom vorhanden gewesen sein und nun ebenfalls verstärkt auftreten oder nach dem Hauptsymptom entstanden sein.

Sofern die Nebensymptome im zeitlichen Verlauf nach dem Hauptsymptom auftreten, sind sie wegweisend bei der Arzneifindung, die chronologisch jüngsten Symptome des Patienten geben den wichtigsten Ausschlag bei der Wahl der Arznei.

3. Charakteristische Symptome herausarbeiten
SymptomecharakteristischeIm Fallanalyseprozess wird die Gesamtheit der Symptome nach Wichtigkeit priorisiert. Dabei ist von wesentlicher Relevanz, welche Symptom-Informationen dem Krankheitsverlauf eine individuelle Charakteristik aufprägen und somit verschiedene Erkrankte mit ähnlicher Krankheit voneinander unterscheidbar machen. Beispielsweise ist das Symptom „Oberbauchbeschwerden“ – für sich genommen – wenig charakteristisch. Erst weitere Informationen, z. B. die Empfindungen „Brennen“ oder „Drücken“ oder die Modalität „besser nach Essen“ oder „schlimmer nach Essen“, individualisieren die Beschwerden und charakterisieren sie somit.

Wichtig

Bönninghausen geht von den charakteristischen SymptomenSymptomecharakteristische der Krankheit aus, nicht von den Symptomen des Kranken, was den Fokus der Erkenntnis auf die tatsächliche Krankheit legt.

Nach Bönninghausen sind charakteristische Symptome solche Symptome, die
  • das Hauptsymptom deutlich in Bezug auf Ort, Modalität und Empfindung beschreiben bzw.

  • als Nebensymptome seltene Verbindungen zum Hauptsymptom aufweisen.

Causa occasionalis
Causa occasionalis, Bönninghausen-MethodeRepertorisationCausa occasionalisFallanalyseCausa occasionalisDies ist die Ursache des Hauptsymptoms oder der Umstand, unter dem das Hauptsymptom erstmals auftritt. Es muss lediglich ein zeitlicher Zusammenhang bestehen, nicht unbedingt eine pathophysiologische Kausalität. Als Causae kommen vielerlei Faktoren in Betracht, z. B. Kummer, Unterkühlung, Überanstrengung, fettreiche Speisen, Infekte.
Bedeutung von Geistes- und Gemütssymptomen
Geistes- und GemütssymptomeRepertorisation nach BönninghausenRepertorisationGeistes- und GemütssymptomeFallanalyseGeistes- und GemütssymptomeFalls die Krankheit zu einer Veränderung des Geistes- und Gemütszustandes des Kranken geführt hat, ist die psychische Veränderung im Zuge der Erkrankung ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Arznei.
Charakteristische Symptome der Arznei
SymptomecharakteristischeArzneiSymptome, charakteristischeEbenso, wie man beim Patienten zwischen eher unspezifischen und allgemeinen Symptomen und spezifischen, charakteristischen Symptomen unterscheiden und für die Arzneiwahl eine Priorisierung durchführen kann, ist dies mit den Arzneimitteln möglich. Studiert man die Arzneimittelprüfungen und die Materia medica, finden sich neben allgemeinen und unspezifischen Symptomen auch solche, die die Individualität der Arznei in besonderer Weise charakterisieren. Diese charakteristischen Symptome bezeichnet Bönninghausen als „Goldkörner“ und „Geniussymptome“ (z. B. Möller 1997).
GoldkörnerGoldkörner, Repertorisation SymptomeGoldkörnersind Symptome oder Symptomenkombinationen, die nur bei einer einzigen Arznei auftreten und für diese hochspezifisch sind. Findet sich ein Goldkorn-Symptom beim Patienten, kann die Arznei daher mit hoher Sicherheit allein aufgrund dieses Symptoms verschrieben werden.
Die GeniussymptomeGeniussymptome der Arzneien sind Symptome oder Symptomenelemente, die sich wie ein roter Faden durch eine Arznei ziehen (Tab. 7.11). Es handelt sich um Symptomenelemente, die sich besonders deutlich (Intensität), häufig (zeitlich) oder an unterschiedlichen Orten (Lokalität) sowie bei verschiedenen Prüfern manifestieren. Beispiel: Die Empfindung Stechen hat sich bei der Arznei Bryonia albaBryonia, Geniussymptome an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Prüfern gezeigt. Bei Arsenicum albumArsenicum albumGeniussymptome ist ein Geniussymptom z. B. Brennen an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten oder bei verschiedenen Prüfern. Idealerweise sollte ein Geniussymptom in der klinischen Prüfung in seiner Relevanz durch eine klinische Heilung bestätigt werden.

Die Geniussymptome einer Arznei können nur aus der vergleichenden Analyse der Gesamtheit aller Symptome einer Arznei extrahiert werden und bilden gemeinsam mit den Goldkörnern das charakteristische Profil einer Arznei.

4. Zergliedern und Generalisieren
GeneralisierenFallanalyseFallanalyseGeneralisierenFallanalyseZergliedernDas Auffinden charakteristischer Symptomenelemente erfordert einen kreativen Umgang mit ihnen. Die meisten Symptome sind aus verschiedenen Informationsbestandteilen zusammengesetzt, die sich unabhängig von der Repräsentation innerhalb eines Symptomenkomplexes auch im Zusammenhang mit anderen Symptomen finden und ein Geniussymptom darstellen können.
In der Fallanalyse müssen also die vollständigen SymptomeSymptomevollständige (Tab. 7.1) in ihre Bestandteile zergliedert und unter Erweiterung der Perspektive auf alle weiteren Symptome des Falls zu GeniussymptomenGeniussymptomeFallanalyse FallanalyseGeniussymptomegeneralisiert werden. Beispiel: Hauptsymptom ist ein reißender Schmerz in der Muskulatur der Lendenwirbelsäule mit dem Gefühl der Verkürzung und einer Verschlimmerung bei feuchtkaltem Wetter. An Nebensymptomen besteht ein Asthma mit Auslösung durch feuchtkaltes Wetter und eine Trigeminusneuralgie rechts mit reißenden Schmerzen und Verschlechterung bei feuchtkaltem Wetter. Zergliedert man die Symptomenkomplexe in ihre Bestandteile, ziehen sich als charakteristische Modalität die Verschlimmerung bei feuchtkaltem Wetter und die reißenden Schmerzen wie ein roter Faden durch den Fall. Generalisierend werden also diese beiden Symptomenbestandteile unabhängig von ihrer Repräsentation im konkreten Symptomenkomplex zu besonders wichtigen und charakteristischen Symptomen erhoben. Die Aufgabe des Homöopathen ist es, eine passende Arznei mit ähnlichen charakteristischen Symptomen (Geniussymptome, Goldkörner) und Widerspruchsfreiheit (s. u.) zu finden und zu verschreiben.
Die Zergliederung und Generalisierung ist das grundlegende System des „Therapeutischen Taschenbuchs“ (7.4.3).
5. Kongruenz der charakteristischen Symptome von Krankheit und Arznei prüfen
Grundlage der Arzneiverschreibung ist die möglichst widerspruchsfreie Übereinstimmung der charakteristischen Symptome der Krankheit mit den charakteristischen Symptomen der Arznei. Dazu werden in der Fallanalyse die charakteristischen Symptome der Krankheit zusammengestellt und nach einem ÄhnlichkeitsbezugÄhnlichkeit in den charakteristischen Symptomen der Arzneimittel gesucht. Das Hilfsmittel bei Anwendung der Bönninghausen-Methode ist sein wichtigstes Repertorium, das „Therapeutische Taschenbuch“ (7.4.3).
Liegen keine charakteristischen Symptome vor, was bei symptomarmen FällenSymptomarmut oder schwieriger Fallaufnahme passieren kann, werden diejenigen Symptome verwendet, die die Krankheit am ehesten charakterisieren. Unter Zuhilfenahme des „Therapeutischen Taschenbuchs“ wird sodann nach einem möglichst ähnlichen Gegenstück in der Materia medica gesucht.
6. Widerspruchsfreiheit prüfen
Widerspruchsfreiheit, FallanalyseFallanalyseWiderspruchsfreiheitDie Übereinstimmung zwischen charakteristischen Symptomen der Krankheit und der Arznei sollte bei der Arzneiwahl möglichst widerspruchsfrei oder -arm sein. Erfährt der Patient bei einer Pharyngitis beispielsweise eine Verbesserung durch Schlucken von Speisen, scheiden alle Arzneimittel aus, die eine Verschlimmerung durch Schlucken als charakteristische Modalitäten aufweisen. Durch das Konzept der Widerspruchsfreiheit lässt sich von mehreren infrage kommenden Arzneien häufig die geeignete Arznei auswählen.
Im „Therapeutischen Taschenbuch“ (v. a. in der revidierten Fassung aus dem Jahr 2000) und in den modernen Computerrepertorien (z. B. Bönninghausen Direkt oder jRep) findet dieses Unterscheidungsinstrument im Konzept der PolaritätenPolarität, Fallanalyse FallanalysePolaritätEingang. Hierbei werden Häufigkeit und Grade gegenläufiger Rubriken in ihrer WertigkeitWertigkeit, Symptome SymptomeWertigkeitgegeneinander aufgerechnet, woraus sich ein Maß für die Widerspruchsfreiheit ergibt (7.4.3, Fallbeispiel 7.5). Bei Polaritätsrubriken wird ein gegenteiliges Symptom gefunden und in die Analyse einbezogen. Die Wertigkeiten der Polaritätsrubriken und der gegenteiligen Rubriken werden jeweils addiert. Ihre Summendifferenz zeigt die relative Stärke bezüglich der polaren Symptome an. Wenn man davon ausgeht, dass der ansteigende Grad mit der Heilbarkeit der Krankheit einhergeht, ist ebenfalls davon auszugehen, dass bei hohen Graden in sich widersprechenden Rubriken die Heilung unwahrscheinlicher wird. Insbesondere der Schweizer Arzt und Homöopath Heiner Frei hat die Polaritätsanalyse sehr innovativ weiterentwickelt, prospektiv in Beobachtungsstudien evaluiert und dazu viele Kasuistiken und mehrere Lehrbücher veröffentlicht (z. B. Frei 2010a, Frei 2010b). Die Analysemethode erlaubt auch die zeitsparende Nutzung standardisierter Fragebögen, mit denen Patienten die Konsultation vorbereiten können.

Wichtig

Das Repertorium sollte immer als kreatives und „künstlerisches“ Werkzeug verwendet werden, niemals rein mechanisch.

7. Berücksichtigung von Mittelwirkung und Arzneibeziehungen
Bönninghausen hat wesentlich zum Verständnis der Mittelwirkung beigetragen. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Leitsatz hervorzuheben, dass ein MittelwechselMittelwechsel dann indiziert ist, wenn Symptome auftreten, die den bekannten Wirkungskreis der verabreichten Arznei verlassen, also eine neue Gesamtheit charakteristischer SymptomeSymptomeGesamtheit der vorliegt, die nicht mehr mit dem gegebenen Arzneimittel übereinstimmt. Vor einem Mittelwechsel sollte jedoch die Wirkung der vorangegangenen Arznei abgeklungen sein (9.2.1).
Der Abschnitt der „Arzneibeziehungen“ oder „Konkordanzen“ im „Therapeutischen Taschenbuch“ war für Bönninghausen der wichtigste Bestandteil des Repertoriums. Der Text enthält das Ergebnis einer vergleichenden Auswertung der Wirkungen der Arzneien und stellt die Synthese aller vorangegangenen Rubriken des „Therapeutischen Taschenbuchs“ dar. Dabei bedeutet ein hoher Grad nicht nur stark ausgeprägte Symptomenverwandtschaft, sondern quantifiziert auch das Heilungspotenzial als Folgearznei zur Behandlung der Restsymptome (Folgemittel, Konkordanzen) (9.3.2).
Bewährtes Hilfsmittel: Storyboard-Technik nach Taylor
Taylor, WillStoryboard-Technik, FallanalyseFallanalyseStoryboard-TechnikZur Visualisierung der charakteristischen Symptome der Krankheit und des kranken Patienten hat sich in der modernen Praxis die Storyboard-Methode bewährt: In einer Vierfeldertafel werden die generalisierten charakteristischen Symptomenelemente des Patienten aufgezeichnet (7.4.3, Fallbeispiel 7.5). Diese optimierte Technik der Visualisierung wurde auf Basis der Bönninghausen'schen Systematik von modernen Homöopathen wie Will Taylor (http://www.wholehealthnow.com/homeopathy_pro/wt12.html [Stand: 20.1.2016]) verwendet (sie wurde jedoch nicht von Bönninghausen entwickelt).

Repertorisation mit dem „Therapeutischen Taschenbuch“ (TTB)

RepertorisationBönninghausen-MethodeRepertoriumBönninghausenDas wichtigste Repertorium Bönninghausens ist das „Therapeutische Taschenbuch“, das 1846 veröffentlicht wurde. Weitere Repertorien, die Bönninghausen verfasste, sind das „Systematisch alphabetische Repertorium der antipsorischen Arzneien“ (1832) und das „Systematisch alphabetische Repertorium der nicht anti-psorischen Arzneien“ (1835).
Das TTB verfolgt die Philosophie der Bedeutung der charakteristischen Symptome, der ZergliederungRepertorisationZergliedern und der GeneralisierungGeneralisierenRepertorisation RepertorisationGeneralisieren(7.4.3). Die ursprüngliche Einheit der Symptome wird in ihre Elemente aufgelöst, zerlegt und – zergliedert nach Ort, Empfindung, Modalitäten und Begleitbeschwerden – im Buchaufbau repräsentiert. Der homöopathische Therapeut muss seinen Krankheitsfall zunächst quasi in Bestandteile zerlegen und diese dann mithilfe des TTB wieder synthetisch zusammensetzen.
BönninghausenBönninghausen, Clemens von führte ein in sich schlüssiges Gradierungssystem der SymptomeSymptomeGradierung Gradierung, Symptomeein, das als wesentliches Element neben den Informationen aus der Arzneimittelprüfung die klinische Erfahrung (geheilte Symptome) einschließt.
Quellen für die Erstellung und Gradierung der Repertoriumsrubriken waren die Materiae medicae Hahnemanns („Reine Arzneimittellehre“ und „Chronische Krankheiten“) und die Arzneimittelprüfungen aus Stapfs „Archiv für die homöopathische Heilkunst“ sowie eigene klinische Erfahrungen. Es sollte beachtet werden, dass Bönninghausen entsprechend Hahnemanns Angaben nur sogenannte ErstwirkungenErstwirkung aufgenommen hat, d. h. die ersten Symptome, die in einer Prüfung auftreten, nicht die Gegenreaktion (Nachwirkung) des Organismus (4.2.4).
Es war das Ziel Bönninghausens, dem Arzt am Krankenbett mit dem TTB bei der Wahl des Arzneimittels zu helfen, beim Studium der Arzneimittel behilflich zu sein, eine Aussage über die Wichtigkeit zu treffen und durch die Gradierung Hinweise auf die klinische Relevanz des Arzneimittels zu geben.
Das TTB enthält 125 Arzneimittel, die zur Zeit Bönninghausens erforscht waren. Wichtige, später implementierte Arzneien wie z. B. Gelsemium, Phytolacca oder Kalium bichromicum sind also nicht enthalten. Zu beachten ist, dass verschiedene Versionen des TTB erhältlich sind:
  • TTB 1846: das ursprüngliche Werk Bönninghausens, Computerprogramm, z. B. jRep.

  • TTB 1891: fünfte amerikanische Auflage, die von T. F. Allen übersetzt und mittels Nachträgen und Streichungen bearbeitet wurde. Die Allen-Edition steht in der Kritik, Übersetzungsfehler zu beinhalten und die Quellen für Nachträge und Änderungen nicht transparent aufzulisten.

  • TTB 2000: Von der Arbeitsgruppe um Gypser wurden Nachträge aus Bönninghausens Werk quellenkritisch eingearbeitet und die Aufteilung strukturell modernisiert. Im Vergleich zur Originalausgabe führt das Buch weitere acht Arzneimittel auf, insgesamt also 133. Ein dazugehöriges Computerprogramm wurde erstellt.

Aufbau des TTB
Das „Therapeutische Taschenbuch“ ist entsprechend der Strategie der Zergliederung und Generalisierung (7.4.2) in mehrere Bausteine zerlegt: A) vollständige Symptome, B) ergänzende Symptome, C) Anhang.
A) Vollständige Symptome
SymptomevollständigeDie vollständigen Symptome sind in den Kapiteln „Körperteile und Organe“, „Empfindungen und Befunde“ und „Modalitäten“ repräsentiert:
  • Körperteile und Organe: systematische Aufführung der verschiedenen Orte/Organsysteme sowie Seitenbezüge. Es finden sich auch Rubriken zu Durst, Abneigungen gegen und Verlangen nach Speisen, Auswurf, Husten, Stuhlentleerungen, Harn sowie andere Informationen, die mit strukturell-materieller Repräsentation von Symptomen zu tun haben.

  • Empfindungen und Befunde: Sehr umfangreicher Abschnitt, der, wiederum aufgeschlüsselt nach Unterrubriken, Empfindungen und weitere Befunde auflistet.

  • Modalitäten: Dieser Abschnitt umfasst Informationen zu Verschlimmerungen und Verbesserungen nach Zeit und Umständen. Den Modalitäten wird im Gesamtverständnis Bönninghausens eine Kernbedeutung zugeschrieben.

B) Ergänzende Symptome
SymptomeergänzendeDie ergänzenden Symptome finden sich in den Abschnitten „Gemüt und Geist“, „Schlaf und Träume“ und „Fieber“:
  • Gemüt und Geist: Dieser Abschnitt umfasst die Unterteilungen in Symptome der Dimensionen „Gemüt“, „Verstand“, „Gedächtnis“ und „Sensorium“. Bönninghausen verzeichnet in diesen auffallend kurzen Rubriken nur wesentliche Arzneien.

  • Schlaf und Träume: enthält Rubriken zum Schlafen und Träumen.

  • Fieber: listet Informationen zu Fiebererscheinungen, Hitze, Frost, Kälte, Schwitzen und „zusammengesetzte Fieber“ auf.

C) Anhang
Der Anhang des TTB besteht aus den KonkordanzenKonkordanzArzneiverwandtschaftKonkordanz. Dieser interessante Abschnitt widmet sich dem Gebiet der Arzneiverwandtschaften und nennt wichtige FolgemittelFolgemittel. Die Arbeit mit Folgemitteln ist notwendig, wenn keine Arznei gefunden wird, die eine genaue und widerspruchsfreie Übereinstimmung mit den Krankheitssymptomen aufweist. Man verschreibt dann zunächst das ähnlichste Mittel. Falls keine vollständige Heilung eintritt, werden Folgemittel verschrieben, die entsprechend der neuen oder Rest-Symptomatik repertorisiert oder im Konkordanzen-Abschnitt nachgeschlagen und verglichen werden können (9.3.2).
Bönninghausen folgte im TTB einer logisch strukturierten und in sich schlüssigen GradierungGradierung, Symptome der Symptome (Tab. 7.12).SymptomeGradierungRepertorisationGradierung Die Gradeinteilung spiegelt dabei auch die Strategie und Philosophie Bönninghausens wider.

Fallbeispiel 7.5: 45-jährige Frau mit Migräne (Michael Teut)

FallbeispielMigräneDie Patientin leidet seit mehr als 20 Jahren an Migräne. Die Beschwerden treten auf der linken Seite auf, sind von stechendem Charakter, aber auch drückend von innen nach außen. Die Beschwerden werden verschlimmert im Liegen. Die Kopfschmerzen treten meist mit dem Beginn der Regel auf und halten bis zu 3 Tagen an.
Begleitend treten Übelkeit und Empfindlichkeit gegen den Geruch von Speisen auf. Bereits 1 Tag vor Beginn der Regel wird die Patientin empfindlich und reizbar.
Es treten auch Regelschmerzen auf, der Uterus fühlt sich wie umklammert bzw. wie eine Kugel an.
Seit Jahren besteht eine Rosacea. Der Hautausschlag um die Nase blüht auch während der Regel auf.
Die Patientin ist außerhalb ihrer Regel sehr engagiert und sportlich aktiv.
Allgemeinsymptome: Die Patientin ist frostig und schwitzt leicht.
Körperliche Untersuchung: dunkelroter papulöser Ausschlag um die Nase, sonst keine Auffälligkeiten.
Hauptanliegen der Patientin ist die Linderung ihrer Kopfschmerzen. Nebensymptome sind die Regelschmerzen und die Rosacea. Werden die Symptome nach der Bönninghausen-Methode zergliedert und in mit der Storyboard-Technik erfasst (7.4.2), ergibt sich das in Abb. 7.8 dargestellte Profil.
Auffallend ist insbesondere die Verschlimmerung 1 Tag vor und 3 Tage während der Regel: Sowohl Kopfschmerzen als auch Menstruationsbeschwerden und Rosacea werden hervorgerufen. Die Verschlimmerung bzw. Auslösung vor und während der Regel zieht sich wie ein roter Faden durch den Fall. In diesem Sinne kann die Menses sogar als Causa bewertet werden. Die Symptome Regelbeschwerden, Übelkeit, Verschlechterung der Rosacea und Reizbarkeit sind alle als Begleitbeschwerden des Hauptsymptoms anzusehen, da sie mit diesem gemeinsam bzw. in Kombination auftreten bzw. verschlechtert werden. Würden sie unabhängig vom Hauptsymptom auftreten, wären sie Nebensymptome.
Repertorisation
Zur Arzneifindung mit dem TTB können nun mehrere Rubriken zur Arzneifindung herangezogen werden (Tab. 7.13).
Causa:
  • Modalitäten – Verschlimmerung nach Umständen – Regelblutung, vor

  • Modalitäten – Verschlimmerung nach Umständen – Regelblutung, während

Hauptsymptom:
  • Körperteile und Organe – innerer Kopf – links

  • Empfindungen und Befunde – äußere und innere Körperteile im Allgemeinen – Stechen innerer Teile

  • Empfindungen und Befunde – äußere und innere Körperteile im Allgemeinen – Drücken von innen heraus

  • Körperteile und Organe – Übelkeit – Übelkeit allgemein

  • Modalitäten – Verschlimmerung nach Umständen – starke Gerüche

  • Körperteile und Organe – weibliche Geschlechtsteile – Gebärmutter

  • Empfindungen und Befunde – äußere und innere Körperteile im Allgemeinen – Kugel in inneren Teilen, wie eine

  • Körperteile und Organe – Aussehen, Gesicht – Gesicht, Hautausschlag um die Nase

  • Gemüt und Geist – Gemüt – Gereiztheit

Wird die Polaritätsanalyse zur Überprüfung der Widerspruchsfreiheit (Integration und Verrechnung widersprüchlicher Rubriken = grau unterlegte Rubriken) einbezogen, resultiert das Ergebnis aus Tab. 7.14.
Differenzialdiagnose
Differenzialdiagnostisch kommen insbesondere SepiaSepiaMigräne und SulfurSulfur in Betracht. Die Polaritätsanalyse ergibt für Sepia die höchste Widerspruchsfreiheit. Gemäß Arzneimittelverwandtschaften im Konkordanzen-Kapitel des
TTB für Sepia sind von den infrage kommenden Arzneien insbesondere Sulfur, CausticumCausticum und PulsatillaPulsatilla im höchsten Grad verzeichnet.
Verordnung
Die Patientin erhält für 6 Wochen 1 × tägl. 5 Trp. SepiaSepiaMigräne Q6, verdünnt in etwas Wasser, danach für weitere 6 Wochen Sepia Q7.
Verlauf
Im Verlauf von 22 Monaten ist die Migräne nicht wieder aufgetreten, die Regelbeschwerden sind deutlich besser, ebenso die Stimmung. Die Rosacea ist unverändert.
Ausblick
Eventuell kann im Verlauf Sulfur als Folgemittel auch die Rosacea positiv beeinflussen.

Fallanalyse und Repertorisation nach Boger

Einführung

Cyrus Maxwell BogerBoger, Cyrus Maxwell (1861–1935) gehört zu den großen Pionieren der amerikanischen Homöopathie (12.3.2). Zu Lebzeiten Bogers war die Homöopathie in der amerikanischen Gesellschaft als fester Bestandteil der medizinischen Versorgung verankert. Boger gehörte neben H. C. Allen (1830–1909), J. H. Allen (1854–1925), Kent (1849–1916), Nash (1838–1917), Tyler (1857–1943), Wright-Hubbard (1896–1967) und anderen Größen der Homöopathiegeschichte der „International Hahnemannian Association“ (IHA) an (12.3.3), deren Einfluss die Entwicklung der Homöopathie bis heute geprägt hat (zu den geschichtlichen Hintergründen vgl. Bragg und Winter 2013).
Ähnlich wie Bönninghausen (7.4) hatte Boger eine außerordentliche Begabung zur Konzentration und logischen Strukturierung des umfassenden homöopathischen Wissens und erstellte u. a. die Repertorien „Boenninghausen's Characteristics and Repertory“ (1905), „Synoptic Key“ (1915–1931 in vier Auflagen) und „General Anlaysis“ (1924–1935 in fünf Auflagen) (Abb. 7.7) sowie „Lectures on Homoeopathic Materia Medica“ (1904–1908) und viele Aufsätze in Fachzeitschriften.
Als wichtige Innovationen Cyrus Maxwell Bogers sind aus heutiger Sicht zu nennen:
  • Entwicklung und Erstellung von Repertorien: „Boenninghausens Characteristics and Repertory“, „Synoptic Key“, „General Analysis“ (Karten-Repertorium),

  • Entwicklung von Synopsen charakteristischer Symptome („Synoptic Key“),

  • Weiterentwicklung der Fallanalyse auf der Basis von Bönninghausen,

  • Konzentration auf das Wesentliche,

  • Betonung von anatomischer Wirksphäre und zeitlicher Dimension,

  • Betonung der klinischen Verifikation.

Grundzüge der Boger'schen Methodik

FallanalyseBoger-MethodeRepertorisationBoger-MethodeIm Zentrum der Arbeit Bogers steht der Anspruch, die zu bedeutendem Umfang angewachsene Informationsflut zu konzentrieren und die Informationen in das richtige Verhältnis zueinander zu setzen. Dabei zieht sich die klinische Relevanz durch sein Werk. Besonders ausgeprägt war seine Begabung zur Ordnung, Systematisierung und Proportionierung, aber auch seine Fähigkeit, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, ohne dabei das Lebendige aus den Augen zu verlieren. Er beherrschte die Kunst des kreativen Umgangs mit den homöopathischen Werkzeugen und mit der Sprache. Bogers Bestrebungen zielten darauf ab, die Symptome in ihrem klinischen Wert konzentriert und in adäquate Beziehung zueinander zu setzen, dabei aber ein größtmögliches Maß an Flexibilität zu bewahren, um Individualität und Lebendigkeit zu erhalten.
Der Nachwelt liegen die Boger'schen Repertorien als Resultat seiner Forschungen vor. Er hat jedoch nie eine grundlegende Anleitung verfasst, wie sie zu verwenden sind und welche Strategien sie verfolgen, sodass die praktische Philosophie Bogers mühsam aus seinen Werken und Artikeln erschlossen werden musste. Erschwerend für die Boger-Rezeption in den USA und in Europa kommt hinzu, dass Bogers homöopathischer Nachlass nach seinem Tod durch seine Witwe an einen renommierten indischen Verlag übergegeben wurde, der die handschriftlichen Korrekturen und Nachträge intransparent in die folgenden indischen Auflagen seiner Werke einarbeitete. Die Tradition der Boger'schen Homöopathie und der Arbeit mit seinen Repertorien ist in Indien über Jahrzehnte durch profilierte Homöopathen wie Dhawale, S. R. Phatak oder P.Sankaran weitergeführt worden. Erst in den vergangenen 10 Jahren ist das Interesse an Boger in Deutschland wieder aufgelebt und sind Theorie und Methodik von Homöopathen wie z. B. Norbert Winter, Jens Ahlbrecht, Elmar Funk und Bernd von der Lieth aufgearbeitet und der homöopathischen Gemeinschaft in systematischer Form zugänglich gemacht worden (s. u. Literatur). Insbesondere wegen ihrer klinischen Anwendbarkeit, Plausibilität und Logik erlebt die Homöopathie nach Boger derzeit ein Wiederaufblühen.
Charakteristische Symptome
SymptomecharakteristischeIn der Tradition von BönninghausenBönninghausen, Clemens von und Jahr arbeitete Boger mit den charakteristischen Symptomen (7.1.2). Eine Innovation Bogers ist die Übertragung des Genius-Konzepts Bönninghausens (das bei Bönninghausen nur für die Arzneien gilt) auch auf die Symptome des Kranken bzw. die Anamnese, wodurch es für die Fallanalyse anwendbar wird. Seine Analyse richtet sich nicht nur nach den charakteristischen Symptomen der Krankheit (Bönninghausen), sondern er bezieht die Symptome des kranken Menschen in seiner gesamten Krankheitsbiografie in ihrer zeitlichen Dimension in die Analyse und Mittelwahl ein (ähnlich Kent). Außerdem legt Boger großen Wert auf die klinische Bestätigung der Symptome durch Heilungen.
Charakteristische Arzneisymptome
Arzneisymptome, charakteristische
  • Basieren auf den Ergebnissen systematischer Arzneimittelprüfungen.

  • Durchdringen im Sinne eines roten Fadens das Arzneimittelprüfungsbild, treten also in Bezug auf Ort/Gewebe, Modalität, Empfindung oder Begleitsymptom gehäuft auf.

  • Sind durch die ärztliche Praxis klinisch verifiziert.

Charakteristische Symptome des Patienten
Symptome charakteristische
  • Ergeben sich aus Anamnese und Untersuchung.

  • Durchdringen die Anamnese räumlich („Vogelperspektive“).

  • Durchdringen die Anamnese zeitlich („Verankerung“).

  • Durchdringen die Anamnese qualitativ („Dominanz“).

Die Konzepte „Vogelperspektive“, „Verankerung“ und „Dominanz“ stammen nicht von Boger, sondern wurden in der modernen deutschsprachigen Boger-Rezeption (s. o.) geprägt, sie beschreiben jedoch gut die Boger'sche Denkweise, wie sie sich aus seinen Schriften und Kasuistiken rekonstruieren lässt.
Die VogelperspektiveVogelperspektive, Fallanalyse FallanalyseVogelperspektiveentspricht dem Genius-Konzept von Bönninghausen (7.4.2): Mehrfach bzw. gehäuft auftretende Symptomenelemente in Bezug auf Ort/Gewebe, Empfindung, Modalität bzw. Begleitbeschwerden ziehen sich wie ein roter Faden durch den Fall. Beispiel: Bei einem Patienten treten immer wieder rechtsseitige Kopf- und Rückenschmerzen auf. Die Lokalität „rechts“ zieht sich bei Betrachtung durch die Vogelperspektive durch den Fall.
Unter VerankerungVerankerung, Fallanalyse FallanalyseVerankerungwird die systematische Analyse der Krankheitsbiografie des Patienten und seiner Vorfahren auf Parallelen zur aktuell bestehenden Symptomatik hin verstanden. Aktuelle Symptome, die eine Entsprechung in der individuellen oder familiären Krankheitsbiografie finden, sind als charakteristisch anzusehen. Wenn z. B. rheumatische Gelenkentzündungen im Verlauf der Zeit („schubförmig“) immer wieder beim Patienten auftreten, dann sind Gelenke/Gelenkentzündungen eine Verankerung. Das Gleiche gilt für Gelenkerkrankungen bei Vorfahren bzw. direkten Familienmitgliedern.
Mit dem Begriff DominanzFallanalyseDominanz wird ein Symptomenelement beschrieben, das durch seine Intensität, Ausschließlichkeit oder auffallende Besonderheit charakterisiert ist, z. B. das „Gefühl, als seien die Knochen zerbrechlich, wie aus Glas“ oder ein besonders intensiv empfundener, klopfender Schmerz an einer umschriebenen Stelle.
Arzneiwahl
ArzneiwahlBoger-MethodeAusschlaggebend für die Arzneiwahl gemäß Ähnlichkeitsbezug ist die Kombination der charakteristischen Symptome des Patienten, die Boger auch als SymptomenkomplexSymptomenkomplex bezeichnet. Den charakteristischen Symptomen des Patienten werden die charakteristischen Symptome der Arznei gegenübergestellt.
Boger hat die Arzneisuche dadurch vereinfacht, dass er mit dem „General Analysis“ und dem „Synoptic Key“ Repertorien erstellte, die ausschließlich charakteristische Symptome enthalten. Darüber hinaus führt der „Synoptic Key“ in seinem Materia-medica-Teil Synopsen (Tableaus) charakteristischer Symptome auf, mit denen sich schnell und zielgenau ein Materia-medica-Abgleich durchführen lässt.
Konzentration auf das Wesentliche
Boger ist ein Meister der Konzentration auf das Wesentliche, wodurch seine Repertorien und die Materia medicaMateria medica ausgesprochen kurz, aber sehr aussagekräftig ausfallen. Jedes Wort ist mit Bedacht ausgewählt, und nicht selten erschließt sich hinter dem Wort ein ganzer Kosmos an Bedeutungen. Erreicht wird diese Konzentration auf das Wesentliche neben dem künstlerischen Sprachgebrauch vor allem durch Generalisation und Extraktion der Extrakte.
Generalisieren
GeneralisierenFallanalyseDiese Technik wurde bereits in Bönninghausens „Therapeutischem Taschenbuch“ angewendet (7.4.3). Die Generalisation eines Symptoms wird durch das Zerlegen in seine einzelnen Elemente und die Rückführung der Elemente auf die ihnen zugrunde liegenden qualitativen Eigenschaften durchgeführt. Die Pathologie wird radikal generalisiert. Die entsprechenden Repertoriumsrubriken sind sozusagen Schubladen, welche die dazugehörigen charakteristischen Arzneien enthalten.
Beispiel: Eine Patientin leidet unter schwerem Asthma bronchiale. In der Lunge verspürt sie ein Zusammenkrampfen, außerdem kommt es immer wieder zu Wadenkrämpfen, und sie neigt zu Stimmungseinbrüchen, bei denen sie „krampfhaft“ weint. Als Symptomenelement zieht sich die Information „Krampf“ durch die verschiedenen Teilbereiche. Generalisierbar ist demnach die qualitative Eigenschaft „Krampf“. Unter „Krampf/krampfartige Beschwerden“ können generalisiert werden: Zuckungen, Tics, Epilepsie, Asthma, Angina pectoris, Muskelkrämpfe, Gallenkoliken, Nierenkoliken, krampfartige Darmbeschwerden, Regelschmerzen, krampfartige Kopfschmerzen usw.
Extraktion der Extrakte
Bei der Erstellung des „Synoptic Key“ und des „General-Analysis“-Repertoriums extrahierte Boger aus anderen Werken, insbesondere aus Bönninghausens „Therapeutischem Taschenbuch“ (TTB), die hochcharakteristischen und klinisch verifizierten SymptomeSymptomeklinische. Im Falle des TTB handelt es sich um die Symptome in den höchsten Graden (3 und 4). Boger arbeitete zudem charakteristische Symptome aus anderen Werken, Veröffentlichungen und eigene klinische Beobachtungen in seine Repertorien ein. Seine beiden Werken „Synoptic Key“ und „General Analysis“ sind demnach Destillate charakteristischer Symptome.
Wertigkeiten der Symptome
Wertigkeit, SymptomeSymptomeWertigkeitEntsprechend dem Anspruch der maximalen Konzentration, arbeitete Boger in seine Repertoriumsrubriken und Synopsen Wertigkeiten ein. Leider hat er sie nicht explizit definiert, die praktische Analyse lässt jedoch den Schluss zu, dass einwertige Arzneien für klinisch verifizierte charakteristische Symptome stehen, zweiwertige Arzneien für häufig und dreiwertige Arzneien für sehr häufig klinisch verifizierte, charakteristische SymptomeSymptomeklinische.
Betonung des Wirkortes
ArzneiWirkortWirkort, FallanalyseFallanalyseWirkortIm Boger'schen Konzept der homöopathischen Methode kommt dem Wirkort der Arznei eine wichtige Bedeutung zu. Die Lokalitäten und Gewebe als charakteristische Wirksphären sind in „General Analysis“ und „Synoptic Key“ besonders wichtig, die dort vertretenen Arzneimittel besonders sorgfältig ausgewählt. Boger geht davon aus, dass fast jede Arznei auf bestimmte Teile des Organismus besonders deutlich wirkt. Daher legt er großen Wert auf die exakte Lokalisation der Beschwerden. In seinen Repertorien fasst er zu diesem Zweck mithilfe der Generalisierung ähnliche Gebiete oder Gewebe zusammen, wobei sorgfältig ausgewählte Begriffe in ihrer übertragenen Bedeutung nicht selten neben körperlichen Wirkorten auch psychische Inhalte umfassen (Tab. 7.15).
Betonung der Zeit
Zeitachse, FallanalyseFallanalyseZeitachseBoger waren die charakteristischen zeitlichen Symptome besonders wichtig. In der Fallanalyse zeigt sich dies in dem Bestreben, die Symptomatik des Patienten bei der Mittelwahl auch zeitlich in der persönlichen Krankheitsbiografie oder der Familienanamnese zu verankern. Ähnlich wie beim Wirkort war Boger der Meinung, dass homöopathische Arzneien einen charakteristischen Zeitbezug zeigen, z. B. zu typischen Zeiten Verschlimmerungen oder Verbesserungen verursachen. Auch war er davon überzeugt, dass neben Tages- und Jahreszeiten auch die Mondphasen eine Rolle spielen.
Die Rubriken zu charakteristischen Zeiten haben in seinen Kurzrepertorien eine wichtige Bedeutung, Boger hat hierzu intensiv geforscht. Der „Synoptic Key“ beginnt sogar mit dem Zeiten-Kapitel. Boger hat ein eigenes Repertorium „Times of the Remedies und Moon Phases“ (dt.: „Zeit-Repertorium der Arzneimittel mit Mondphasen“) veröffentlicht.
Bedeutung der Modalitäten
Boger betrachtet – ähnlich wie Bönninghausen im Polaritäts-Konzept (7.4.2) – widersprüchliche Modalitäten zwischen Arznei und Patient als ein Ausschlusskriterium für die Arzneiwahl.
Bedeutung der Empfindungen
Auch in Bezug auf Empfindungen generalisiert Boger seine Symptome radikal.
Bedeutung der Geistes- und Gemütssymptome
Geistes- und GemütssymptomeFallanalyseFallanalyseGeistes- und GemütssymptomeIn Anlehnung an Hahnemann (Organon, § 211) und Bönninghausen kommt den Geistes- und Gemütssymptomen bei der Differenzialdiagnose eine wichtige Bedeutung zu. Auffällig ist, dass Boger im Vergleich zum Repertorium von Kent nur sehr wenige Arzneimittel in seine Gemütsrubriken aufgenommen hat. Diese entsprechen vermutlich den aus Bogers Sicht tatsächlich charakteristischen Geistes- und Gemütssymptomen. Im „Synoptic Key“ erfolgt die Differenzialdiagnostik allerdings auch über den Materia-medica-Teil mithilfe der Synopsen (7.5.4).
Multiperspektivischer Ansatz
Bogers Werk ist durchzogen von einem kreativen und multiperspektivischen Umgang mit den homöopathischen Informationen. Er selbst legte sich nie auf bestimmte Repertorien fest, sondern arbeitete bis zu seinem Lebensende mit einer Vielzahl von Hilfsmitteln, neben seinen eigenen Werken u. a. mit dem „Therapeutischen Taschenbuch“, dem Repertorium von Kent und vielen weiteren Werken. Auffällig ist, dass er einerseits den Umgang mit „General Analysis“ und „Synoptic Key“, an denen er viele Jahre gearbeitet hat, nie ausführlich erläutert, andererseits aber viele Artikel zu grundlegenden homöopathischen Themen und Kasuistiken veröffentlicht hat. Es finden sich auch viele Kasuistiken, in denen er mit dem Kent-Repertorium arbeitet. Boger bevorzugte demnach keine Methode, sondern wählte den Ansatz vermutlich nach der Art der vorliegenden Symptome.

Fallanalyse

1. Schritt: Sichtung der Symptome
FallanalyseBoger-MethodeDie Symptome des Falls werden aufgelistet, die Aufzeichnungen kritisch durchgesehen und ggf. ergänzt oder korrigiert.
2. Schritt: Auswahl des Repertoriums
Eignet sich der Fall für die Analyse mit dem „Synoptic Key“ oder „General Analysis“? Liegen charakteristische oder dominante Symptome vor? Oder sollte lieber mit einem Repertorium gearbeitet werden, das den Schwerpunkt auf Lokalsymptome und Geistes-/Gemütsrubriken legt („Boenninhausen's Characteristics and Repertory“, Kent'sches Repertorium, „Synthesis“, „Complete Repertory“, Repertorium von Murphy)?
3. Schritt: lokale Aspekte des Falls
Falls der Fall für „Synoptic Key“ oder „General Analysis“ geeignet ist, geht man folgendermaßen vor: Liegen Symptome aus der Vogelperspektive vor? Der Anamnese werden diejenigen Symptome entnommen, die charakteristisch für den ganzen Zustand sind, z. B. Modalitäten oder Empfindungen, die in verschiedenen Lokalisationen auftreten (7.5.2).
4. Schritt: Klassifikation der Symptome gemäß der anatomischen Wirkrichtung
Die anatomische Wirkrichtung (charakteristische Symptome bezüglich betroffener Gewebe, pathologischer Allgemeinsymptome oder Empfindungen) wird spezifiziert durch die Modalitäten.
5. Schritt: Suche nach dominanten Symptomen-Elementen
Liegen Symptomenelemente vor, die durch ihre Intensität, Ausschließlichkeit oder auffallende Besonderheit charakterisiert sind („Dominanz“ 7.5.2)?
6. Schritt: Analyse der Krankheitsbiografie
Liegen aktuell Symptome vor, die eine Entsprechung in der individuellen oder familiären Krankheitsbiografie finden („Verankerung“ 7.5.2)?
7. Schritt: Auswahl der Symptome
Aus dem erstellten Profil der charakteristischen Symptome wird eine Auswahl zur Repertorisation herangezogen, wobei diejenigen Symptome den Vorrang haben, die die Charakteristik des Falls am prägnantesten widerspiegeln. Zur Repertorisation kann ein einzelnes Symptom herangezogen werden oder auch eine Symptomenkombination.
8. Schritt: Repertorisation
Die Repertorisation erfolgt idealerweise mit dem „Synoptic Key“ oder dem „General Analysis“. Wendet man die Technik der horizontalen RepertorisationRepertorisationhorizontale an, wird eine zentrale Rubrik im Repertorium herausgesucht, die die Charakteristik abdeckt, dann werden die dort aufgelisteten Arzneimittel anhand der Materia medica oder der Synopsen im „Synoptic Key“ miteinander verglichen. Bei der vertikalen RepertorisationRepertorisationvertikale werden mehrere Rubriken in einer Reihe untereinander aufgelistet, dann wird berechnet, welche Arzneien in welcher Häufigkeit und in welchem Summengrad die meisten Symptome abdecken (7.5.4, Fallbeispiel 7.6).

Regel

Je mehr Rubriken verwendet werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, ein „kleines Arzneimittel“ zu finden. Diskrete oder eigentümliche Lokalsymptome können ergänzend im Kent-Repertorium, BBCR oder einem großen modernen Repertorium („Synthesis“, „Complete“, Repertorium von Murphy etc.) aufgesucht und zur Repertorisation oder Analyse mit verwendet werden.

9. Schritt: Arzneiwahl
Ähnlich wie bei Bönninghausen gilt bei der Auswahl die Widerspruchsfreiheit in Bezug auf die charakteristischen Symptome und Modalitäten (7.4.2). Der Gemütszustand gibt entscheidende differenzialdiagnostische Hinweise. Der Mittelabgleich erfolgt mit einer Materia medica (z. B. Synopse im „Synoptic Key“).

Verschiedene Analyse- und Repertorisationsstrategien dürfen – je nach Fall – flexibel und kreativ kombiniert werden.

Repertorisation

Bogers „Boenninghausen's Characteristics and Repertory“ (BBCR)
RepertorisationBoger-MethodeRepertoriumBoger1905 veröffentlichte BogerBoger, Cyrus Maxwell das Repertorium „Boenninghausen's Characteristics and Repertory“, in dem er alle verfügbaren Quellen Bönninghausens zu einer repertorialen Synthese zusammengefügt hat. Es nimmt eine Zwischenstellung zwischen dem Repertorium von Kent und Bönninghausens TTB ein. Boger kombinierte das TTB mit dem „Systematisch-alphabetische Repertorium der antipsorischen homöopathischen Arzneien“ und arbeitete weitere Schriften Bönninghausens in das Werk ein. Zur Abschrift stand ihm ein Originalexemplar des TTB mit Originalnachträgen von Bönninghausen zur Verfügung (Dunham-Kopie). Außerdem erweiterte Boger das Repertorium um einige neue Arzneimittel (Aloe, Apis, Argentum nitricum, Borax, Bromium, Calcium phosphoricum, Fluoricum acidum, Gelsemium, Glonoinum, Kalium bichromicum, Kreosotum, Mercurius corrosivus, Natrium sulfuricum, Phytolacca, Psorinum, Tabacum).
Das BBCR enthält außerdem als ersten Teil eine Materia medicaMateria medica, die auf Bönninghausens Materia Medica „Eigenthümlichkeiten und Hauptwirkungen der homöopathischen Arzneien“ basiert und von Boger erweitert und ausgebaut wurde. Dabei war Boger bestrebt, Materia medica und Repertorium im gegenseitigen Austausch zu verwenden.
Das BBCR ist auf Englisch in der zweiten indischen Auflage erhältlich, in die nach Bogers Tod in Indien – vermutlich auf Basis des Nachlasses von Boger – Korrekturen und Gradänderungen eingearbeitet wurden. Die Rezeptionsgeschichte ist leider nicht transparent. Zudem weist die englische Ausgabe auch sprachliche Fehler auf. Die Gradeinteilungen/Wertigkeiten des Repertoriums entsprechen denen Bönninghausens TTB (7.4.3), allerdings wurden die Grade durch andere Setzung markiert. Mittlerweile ist eine deutsche Übersetzung verfügbar, und eine deutschsprachige Implementierung in Computerrepertorien hat stattgefunden (Boger 2010, jRep-Software).
Aufbau
Das BBCR gliedert sich in einen alphabetisch sortierten Materia-medica-Teil und ein Repertorium, ergänzt durch einen alphabetischen Index.
Erste Ebene: Ähnlich wie beim Kent'schen Repertorium sind die Kapitel des BBCR nach dem anatomischen Kopf-zu-Fuß-Schema aufgebaut. Zudem enthält das Buch die allgemeinen Kapitel „Empfindungen“ und „Beschwerden allgemein“, „Modalitäten allgemein“ und ein ausführliches Konkordanzen-Kapitel.
Zweite bis fünfte Ebene: Auf der zweiten Ebene findet man die anatomischen Unterrubriken, Zeitbezüge und Modalitäten (Verbesserungen und Verschlimmerungen). Die anatomischen Unterrubriken sind auf der dritten Ebene wiederum unterteilt in genauere Lokalitäten sowie Empfindungen/Befunde. Diese können in der vierten bzw. fünften Ebene nochmals spezifiziert werden. Auch die alphabetisch sortierten Rubriken der Modalitäten (Aggravation, Amelioration) können in der vierten Ebene nochmals spezifiziert werden (Abb. 7.9).
„Synoptic Key“ (SK)
RepertoriumBogerRepertorisationBoger-MethodeBogersBoger, Cyrus Maxwell Motivation, Bücher als Werkzeuge zu erstellen, in denen die Arzneien in knapper und charakteristischer Form dargestellt werden, bleibt unklar, eventuell wurde er durch Jahrs „Handbuch der Hauptanzeigen“, das ihm in der amerikanischen Ausgabe vorlag, inspiriert. Wichtigste Quelle des „Synoptic Key“ ist Bönninghausens „Therapeutisches Taschenbuch“, aus dem die Arzneien 3. Grades (ca. 50 Prozent) und alle Mittel 4. Grades entnommen wurden. Außerdem arbeitete Boger Erkenntnisse aus Werken anderer Autoren, insbesondere aus aktuellen Veröffentlichungen, ein.
1915 veröffentlichte er die erste Auflage des „Synoptic Key“. Das Buch hatte einen Umfang von 224 Seiten und bestand aus einem kurzen Repertorium (Analyse) und einer Materia medicaMateria medica (Synopse). Bis 1931 wurde das Büchlein in vier Auflagen herausgegeben und dabei stets erweitert, sodass sich ein vollkommen eigenes Profil herausschälte. Die vierte Auflage verfügte schließlich über ein ausgeklügeltes Repertorium, eine raffinierte Materia-medica-Synopse und ein Ergänzungskapitel. Die fünfte Auflage erschien nach Bogers Tod posthum in Indien, bearbeitet aufgrund des Boger'schen Nachlasses und handschriftlicher Ergänzungen von N. K. Banerjee aus Kalkutta. In Deutschland liegen zwei Übersetzungen vor. Die Übersetzung von Hella Heinrich integriert das Ergänzungsregister in das Repertorium und schafft so ein zweiteiliges Werk, die Übersetzung von Jens Ahlbrecht erhält die traditionelle dreiteilige Struktur (Tab. 7.16).
Die englische Ausgabe ist als Volltext zugänglich unter http://homeoint.org/ [Stand: 20.1.2016]. Der „Synoptic Key“ ist auch als Zusatzmodul in verschiedenen Computerrepertorien enthalten (RADAR, MacRepertory, Mercurius, jRep).
Alle drei Teile des Buchs bauen aufeinander auf (Abb. 7.10) und werden interaktiv und kreativ bei der Fallanalyse eingesetzt. Das Buch gilt als Bogers Meisterwerk und eignet sich zur Arbeit mit der oben dargestellten Methode (7.5.2).
Repertorium (Fallanalyse)
Das Repertorium enthält charakteristische Arzneien und weitgehend generalisierte Rubriken. Es gliedert sich in die Kapitel:
  • 1.

    Zeiten,

  • 2.

    Modalitäten,

  • 3.

    Allgemeines,

  • 4.

    Gemüt,

  • 5.

    Kopf bis Fuß,

  • 6.

    Haut,

  • 7.

    Schlaf,

  • 8.

    Frost,

  • 9.

    Hitze,

  • 10.

    Schweiß.

Ergänzungskapitel
Der ergänzende Abschnitt des SK enthält eine tabellarische Übersicht über die Arzneiwirkungsdauer, in der, aufbauend auf Veröffentlichungen von Bönninghausen, minimale Arzneiwirkungsdauern aufgelistet sind. Daran schließt sich der Abschnitt über die Arzneimittelbeziehungen an, in dem komplementäre und antagonistische Arzneibeziehungen aufgelistet werden.
Den Abschluss bildet ein ausführliches Ergänzungsregister, über dessen Bedeutung lange Zeit gerätselt wurde. Nach dem aktuellen Forschungsstand verwendete Boger das Register für Querverweise, Interpretationen, Spekulationen und als Merkhilfe – eben eine Ergänzung. Es enthält z. B. häufig Rubriken, die aus Bönninghausens „Aphorismen des Hippokrates“ stammen. Als Bezug wird auf die Seitenzahlen des Repertoriums verwiesen. Boger verwendete das Ergänzungsregister vermutlich als Ort, wo neue Ideen abgelegt wurden, die dann im Verlauf verifiziert werden mussten (und in den vorderen Teil eingepflegt wurden). Das Ergänzungsregister kann zur Repertorisation ergänzend und inspirierend hinzugezogen werden.
Wertigkeiten
Boger versäumte es leider, die WertigkeitenWertigkeit, Symptome SymptomeWertigkeitder Arzneien eindeutig zu definieren. Sie entsprechen mit großer Wahrscheinlichkeit den Häufigkeiten der klinischen Verifikationen des Symptoms. Es liegen (in der deutschen Übersetzung von Ahlbrecht aus dem Jahr 2007) vier Wertigkeiten vor: Sulf, Sulf, SULF, SULF.
Arbeitsweise
Die Arbeitsweise entspricht dem genannten Vorgehen bei der Fallanalyse (7.5.3). Wichtig bei der Arbeit mit dem „Synoptic Key“ ist die Kenntnis, dass alle Kapitel des Buches miteinander verflochten sind und aufeinander aufbauen. Die Repertorisation mit dem Analyseteil und die Referenz im Ergänzungsregister ergeben eine Auswahl von möglichen Arzneimitteln. Die Differenzierung und Auswahl erfolgt anhand der Materia-medica-Synopse (Tab. 7.17), mit der auch die Widerspruchsfreiheit überprüft werden kann.
„General Analysis“ (GA)
RepertoriumBogerRepertorisationBoger-MethodeBogerBoger, Cyrus Maxwell stellte eine Innovation vor: Während allgemein der Trend zu immer größeren Werken und Sammlungen ging, veröffentlichte er als Essenz seiner Arbeit und Forschung ein schmales Repertorium. Dieses übersichtliche Werk wurde von Boger zu Lebzeiten von 1924 bis 1933 bis zur fünften Auflage perfektioniert, die sechste und siebte Auflage wurden posthum in Indien durch den Verlag Roy & Company überarbeitet und 1939 (sechste Auflage) bzw. 1959 (siebte Auflage) veröffentlicht und mit einem erläuternden Vorwort von L. D. DhawaleDhawale, L. D. versehen.
Aus der „General Analysis“ entwickelte Boger in der vierten Auflage 1931 ein handliches Karten-RepertoriumKarten-Repertorium („Card-Index-Repertory“): Gelochte Karten werden übereinandergelegt, sodass beim Halten gegen eine Lichtquelle schnell das durchgängige Arzneimittel ermittelt werden kann. Karten-Repertorien waren wichtige, zeitsparende Hilfsmittel in der Zeit vor der Computerrepertorisation.
Eingang in die GA fanden nur aussagefähige und selektionierte Rubriken, die Boger dem „Synoptic Key“ und dem „BBCR“ (s. o.) entnahm.
Aufbau: Die Zentralidee des Repertoriums besteht darin, das homöopathische Wissen so knapp und konzentriert wie möglich darzustellen. Das Buch enthält nur charakteristische Symptome (7.1.2), die Rubriken sind alphabetisch geordnet. Die deutsche Ausgabe in der Übersetzung von J. Ahlbrecht (2007) hat einen Umfang von nur 58 Seiten. Sie basiert auf der fünften englischen Auflage und berücksichtig außerdem unter quellenkritischen Gesichtspunkten die indischen Korrekturen der sechsten und siebten Auflage. Aufgrund des handlichen Formats eignet sich das Buch besonders für die Kitteltasche.
Die englische Ausgabe des „General Analysis“ ist als Volltext im Internet zugänglich (http://homeoint.org/ [Stand: 20.1.2016]).
Die „General Analysis“ umfasst 370 Rubriken mit 6 000 Arzneimitteleinträgen. Auffallend häufig finden sich in der GA generalisierte Regionalrubriken, die die Bedeutung widerspiegeln, die Boger der (charakteristischen) Lokalisation beimaß (7.5.2).
WertigkeitenWertigkeit, Symptome SymptomeWertigkeit
Boger verwendet drei Wertigkeiten, die sich vermutlich auf die Häufigkeit der klinischen Verifikation beziehen (s. o. „Synoptic Key“).
Arbeitsweise
Die Arbeitsweise entspricht dem im Kapitel „Fallanalyse“ dargestellten Vorgehen (7.5.3).
Verwandte Repertorien
Bogers Repertorien haben insbesondere in Indien große Anerkennung gefunden und wurden von indischen Homöopathen weiterentwickelt. Hierbei sind die beiden mittlerweile verstorbenen Homöopathen S. R. PhatakPhatak, S. R. und P. SankaranSankaran, Pichiah aus Mumbai hervorzuheben.
Phatak: „Concise Repertory“
Die Basis des von S. R. Phatak erstellten alphabetischen Repertoriums sind „Synoptic Key“ und „General Analysis“, ergänzt um weitere charakteristische Arzneien aus verschiedenen klassischen Werken. Es handelt sich um ein Repertorium charakteristischer Symptome, das aber in spezifizierenden Unterrubriken eine Vielzahl charakteristischer Lokalsymptome ergänzt und somit einen Brückenschlag zum Kent-Repertorium darstellt. Das Repertorium von Phatak erfreut sich in Indien großer klinischer Beliebtheit und ist seit 2006 auch in der deutschen Übersetzung von Eckhart von Seherr-Thohs erhältlich.
Die berühmte Materia medica von Phatak enthält die Synopsen des „Synoptic Key“ in der Einleitung der einzelnen Arzneibeschreibungen.
Sankaran: „Pocket Repertory“
Pichiah SankaranSankaran, Pichiah (1922–1979), der Vater des zeitgenössischen Homöopathen Rajan Sankaran, stellte auf Basis des „General Analysis“ ein eigenes und deutlich erweitertes Karten-Repertorium zusammen. Das „Pocket Repertory“ ist nur in englischer Sprache erhältlich und wurde in dem Sammelwerk „Elements of Homoeopathy“ veröffentlicht, das posthum von seinem Sohn herausgegeben wurde.

Fallbeispiel 7.6: 63-jährige Patientin. Hypoxischer Hirnschaden nach Status asthmaticus und Reanimation (Michael Teut)

FallbeispielHirnschaden, hypoxischerAnamnese und Untersuchungen
Vorgeschichte: Z. n. Reanimation bei Status asthmaticus (37 Tage zuvor) mit hypoxischem Hirnschaden und Verdacht auf apallisches Syndrom. Die Patientin war 22 Tage zuvor tracheotomiert worden und konnte zeitweise spontan mit der „feuchten Nase“ atmen.
Aktuelle Situation: bewusstlose Patientin mit erheblichen Myoklonien des Rumpfes, der Arme, der Beine, die immer wieder wellenartig und in schneller Abfolge den Körper durchwandern. Deviation der Augen rechts mehr als links, Pupillen rund, keine Lichtreaktion beidseits. Nervenaustrittspunkte unauffällig, Pupillen rund, starr, Lichtreaktion und Konvergenzreaktion negativ, keine Körperspannung, keine Kraft, Muskeleigenreflexe allseits nicht auslösbar, Babinski beidseits negativ.
Über Brustkorb und Lunge ubiquitär Spastik, Brummen, verlängertes Exspirium auskultierbar, seitengleiche Belüftung. Tachykardie. Immer wieder Bronchospastik und Zyanose mit Sauerstoffsättigungsabfall bei Atemversuchen über die „feuchte Nase“ via Tracheostoma. Diagnose des konsiliarisch hinzugezogenen Neurologen: Verdacht auf apallisches Syndrom nach zerebraler Hypoxie, keine neurologischen Seitenzeichen, symptomatische Epilepsie, posthypoxische Myoklonien. Die Patientin litt bereits viele Jahre vor der Reanimation an einem schweren nicht allergischen Asthma bronchiale, an Diabetes mellitus Typ 2 und einer Fettstoffwechselstörung. Unter den zuletzt unternommenen intravenösen antikonvulsiven Therapieversuchen mit Clonazepam und Phenytoin zeigte sich keine Besserung der Symptomatik, sodass auf Valproinsäure umgestellt wurde.
Weitere spezifische oder biografische Informationen waren in dieser Situation nicht eruierbar. Aufgrund der bislang ausgebliebenen therapeutischen Erfolge wurde ein homöopathischer Therapieversuch unternommen.
Fallanalyse
Auffällig sind die generalisierten Myoklonien, Wellen von Zuckungen, die durch den gesamten Körper wandern, als Ausdruck der posthypoxischen Epilepsie. Ursache des hypoxischen Hirnschadens ist ein Status asthmaticus. Auf der Intensivstation kommt es weiterhin zu Bronchokonstriktion und Zyanosen.
Generalisierend und aus der Vogelperspektive kann aufgrund des Status asthmaticus, des vorbestehenden Asthmas und der epileptischen Krämpfe das Symptom „Krampf“ als charakteristisch für den gesamten Fall angesehen werden. Es verankert zudem die Krankengeschichte der Patientin biografisch. Als Vogelperspektive kann noch generalisierend die Zyanose mit der Rubrik „bläulich, purpurfarben, livide, zyanotisch“ umschrieben werden.
Repertorisation
Repertorisiert man mit dem „General Analysis“, ergeben sich folgende Ergebnisse:
  • Krampfhafte oder zuckende Effekte, Spasmen oder Konvulsionen, etc.: Agar, Ars, BELL, Calc-c, Caus, Cham, Cic, Cimi, Cina, CUP, HYO, Ign, Ip, KAL-C, LACH, Mez, Nux-v, Op, Plat, Plb, Rhus-t, Sep, STAN, STRAM, Sul, Thu, Ver-v, ZIN

Mit der Technik der horizontalen Repertorisation (7.5.3) werden nun alle gelisteten Arzneien in einer Materia medicaMateria medica miteinander verglichen, und es wird das geeignete Arzneimittel ausgewählt. Mit der Technik der vertikalen Repertorisation (7.5.3) werden weitere Rubriken miteinander kombiniert:
  • Bläulich, purpurfarben, livide, zyanotisch: Aco, Arn, Ars, Bap, Cam, Car-v, Crot-h, CUP, DIG, Kre, LACH, Laur, Nux-v, Op, Sep, Sil, Tarn-c, Thu, Ver-a, VER-V

In beiden GA-Rubriken sind vertreten: Arsenicum, Cuprum, Lachesis, Nux vomica, Opium, Sepia, Thuja, Veratrum viride. Der Bezug zum Asthma, zum hypoxischen Hirnschaden und zur Epilepsie wird nach Materia-medica-Vergleich gut durch Cuprum metallicum abgedeckt.
Löst man den Fall mit dem „Synoptic Key“, ist es sinnvoll, zunächst im Ergänzungsregister den Eintrag „Krampf“ nachzuschlagen. Dort sind alle Seiten mit Einträgen im Repertorium verzeichnet und allgemein die Ergänzungen Colocynthis, Dulcamara, Magnesium phosphoricum, Rheum, Scoparius genista, Stannum, Staphisagria sowie weiter spezialisierende Unterrubriken genannt. Darüber hinaus gibt es den Eintrag „krampfartige Effekte, Spasmen“, der auf die Zentralrubrik verweist und als Ergänzungen Castoreum, Medorrhinum, Millefolium, Strophantus hispidus, Tarentula hispanica, Verbascum, Viburnum und Zincum valerianicum nennt. Eine interessante Unterrubrik ist „krampfartige Effekte, Spasmen, klonische und tonische im Wechsel“: Ignatia, Moschus. Mögliche SK-Rubriken sind:
  • Allgemeines, krampfartige Effekte, Konvulsionen, Zuckungen, Rucke etc.: Agar, Amb, Ars, BELL, Calc-c, Cam, Caus, Cham, Chin, Cic, Cimi, Cina, CUP, HYO, Ign, Ip, KALI-C, LACH, Mez, Nux-v, Op, Plat, Plb, Pul, Sil, STAN, STRAM, Sul, Thu, Ver-v, ZIN

  • Die Zyanose wird abgebildet durch „Allgemeines, bläulich, purpurn“: Aco, Arn, Ars, Bap, Cam, Carb-v, Crot-h, CUP, DIG, Fer-p, Kre, LACH, Nux-v, Op, Sil, Tarn-c, Thu, Ver-a; VER-V

In der vertikalen Repertorisation (7.5.3) gehen folgende Arzneimittel durch beide Rubriken: Arsenicum, Camphora, Cuprum, Lachesis, Nux vomica, Opium, Silicea, Thuja, Veratrum viride.
Weitere interessante Rubriken, die die auffällige anatomische Kombination aus Atmung und neurologischer Symptomatik abdecken, dienen dem erweiterten Vergleich:
  • Husten, Konvulsionen, mit: Cina, Cup, Lach, Meph, Stram

  • Begleitumstände Atmung: Ars, Bell, Cup, Ip, Pho, Pul, Sep

Die Arzneimittel Arsenicum, Camphora, Cuprum, Lachesis, Nux vomica, Opium, Silicea, Thuja, Veratrum viride sowie die Arzneimittel aus den Ergänzungsregistern und den Rubriken, die Atmung und Krämpfe kombinieren, werden in der Materia-medica-Synopse des SK studiert. Nach dem Abgleich wird eine geeignete, möglichst widerspruchsfreie Arznei ausgesucht.
Verordnung
Die Patientin erhält über 12 Stunden 6 Gaben Cuprum metallicumCuprum metallicumHirnschaden, hypoxischer C200, je 5 Glob.
Verlauf
Am folgenden Morgen ist die Patientin zum großen Erstaunen wach und teilorientiert und kann per Zeichen und Gesichtsbewegungen antworten. Die Zuckungen und Krämpfe sind um etwa 80 Prozent vermindert. Es liegen eine Critical-illness-Neuropathie und eine muskuläre Atrophie vor, alle Glieder sind jedoch grundsätzlich beweglich.
Auch die respiratorische Situation verbessert sich überraschend. Die Patientin kann nach wenigen Tagen von der Beatmung komplett entwöhnt und auf die Normalstation verlegt werden, wo sie weiterhin Cuprum metallicum in der Potenz D10 (1 × tägl. als Ampulle subkutan) bekommt. Sie kann krankengymnastisch und ergotherapeutisch mobilisiert werden, bis sie schließlich gehfähig und voll orientiert ist. Es kommt aber immer noch gelegentlich zu Myoklonien. Der Neurologe ist sehr erstaunt über den Verlauf und revidiert seine Verdachtsdiagnose. Die dauerhafte antiepileptische Therapie erfolgt mit Valproinsäure und Chininsulfat (allopathisch).
Die Patientin isst wieder selbstständig und kann in gutem Allgemeinzustand zum weiteren Training in die neurologische Anschlussheilbehandlung verlegt werden.
Zu diskutieren ist, ob der Effekt auf die gleichzeitige Umstellung auf Valproinsäure zurückzuführen ist. Dies ist möglich, retrospektiv erscheint dies aufgrund einer mehr als 30-tägigen vorangegangenen Behandlungsreihe mit verschiedenen Antiepileptika eher als unwahrscheinlich (AHZ, Heft 6, 2007).

Materia-medica-Abgleich: Entscheidung für ein Mittel

Materia medicaMittelabgleichDas Repertorium ist ein Hilfsmittel, um die sehr umfangreiche homöopathische Materia medica zu meistern. Deshalb empfiehlt es sich, bevor man eine der infrage kommenden Arzneien auswählt, einen Abgleich der Arzneimittelbilder mit den Symptomen des Patienten vorzunehmen.

Candegabe und Carrara (1999) empfehlen dieses Vorgehen für alle Arzneien, welche die Hälfte plus ein Symptom der repertorisierten Symptome abdecken. Dies ist kein Gesetz, aber als Hinweis zur Orientierung hilfreich.

Vorgehen
Zunächst werden die für die Repertorisation verwendeten Symptome nachgeschlagen (auch die restlichen, nicht repertorisierten Symptome im Auge behalten). Die passende Arznei muss die charakteristischen Symptome und möglichst auch die restlichen Beschwerden und den Gesamteindruck, den der Patienten macht, abdecken.

Die Symptome des Patienten müssen von der Arznei abgedeckt sein. Der Patient muss aber nicht die Arznei abdecken. Wenn ein Patient ein wichtiges Symptom einer Arznei nicht hat, spricht dies nicht grundsätzlich gegen die Arznei. Es gilt jedoch: Lieber länger suchen, bis eine passende Arznei gefunden ist, als eine voreilige Arzneiwahl treffen.

Bewährte Arzneimittellehren
ArzneimittellehreArzneimittellehreEs gibt eine Vielzahl an Arzneimittellehren, die für den Materia-medica-Abgleich infrage kommen (Tab. 7.18). Art und Umfang der Arzneimittelbilder in den verschiedenen Arzneimittellehren unterscheiden sich erheblich. Komprimierte Arzneimittellehren wie die Synopse im „Synoptic Key“ von Boger führen nur charakteristische bzw. Genius-Symptome auf. Andere, z. B. die „Konkordanz der Materia Medica“ von Vermeulen, sind dagegen eine Zusammenstellung vieler Arzneimittellehren und beinhalten neben den charakteristischen Symptomen eine große Anzahl weiterer Symptome. „Die gesamte Arzneimittellehre“ von Hahnemann enthält nur Original-Prüfungssymptome.
Im Folgenden wird exemplarisch am Beispiel des bereits dargestellten Lac-caninum-Falls (7.3.4, Fallbeispiel 7.4a) ein Materia-medica-Abgleich vorgenommen (Abb. 7.11).

Fallbeispiel 7.4b: Patient, 37 Jahre, männlich, rezidivierende Halsschmerzen und Mandelentzündung (nach Candegabe und Carrara (1999))

FallbeispielHalsschmerzen/MandelentzündungRepertorisierte Symptome
  • Gemüt – Furcht vor Schlangen

  • Allgemeines – Nahrung – Salz – Verlangen

  • Schlaf – Stellung – Abdomen, auf

Weitere wahlanzeigende Symptome
  • Allgemeines – Nahrung – Brei – Verlangen – Hals

  • Käsige Ablagerungen – Mandeln, auf den

  • Blase – Harnentleerung – häufig – morgens

Hilfssymptome
  • Hals – Katarrh

  • Hals – Entzündung – Mandeln

  • Allgemeines – Luft, Zugluft verschlechtert

  • Die Arzneien, die alle repertorisierten Symptome abdecken, sind Lac caninumLac caninum, CarcinosinumCarcinosinum, Calcium carbonicumCalcium carbonicum und SulfurSulfur.

Der Abgleich im „Synoptic Key“ (Charakteristika-Arzneimittellehre) wird durch die „Synoptische Materia Medica“ von Vermeulen ergänzt, da Carcinosinum im „Synoptic Key“ nicht enthalten ist (Tab. 7.19). Repertoriumsrubriken aus der „Synoptischen Materia Medica“ zu Nahrungsmitteln u. Ä. werden nicht berücksichtigt.
Als ausführliche Arzneimittellehre werden die „Mitteldetails der homöopathischen Arzneimittel“ von Seideneder angewendet.
Symptome, die besonders charakteristisch für eine Arznei sind, werden bei Seideneder in Großbuchstaben dargestellt (Tab. 7.20).
Der Materia-medica-Abgleich zeigt, dass Lac caninumLac caninumHalsschmerzen/Mandelentzündung in der Materia medica der Charakteristika („Synoptic Key“) eine größere Ähnlichkeit in Bezug auf die repertorisierten und hochwertigsten Symptome zeigt. In der ausführlichen Materia medica („Mitteldetails“) ist kein wesentlicher Unterschied mehr sichtbar. Dies liegt sicher auch an dem Umfang der Arzneimittelbilder von Calcium carbonicum und Sulfur.

Es ist immer ratsam, die Kombination von Charakteristika-Arzneimittellehre und einer ausführlichen Materia medicaMateria medica durchzuführen. Der Lerneffekt durch das Nachlesen ist ein postiver Nebeneffekt.

Die Vorgehensweise bei der Fallanalyse nach Bönninghausen (7.4.2) oder Boger (7.5.3) verläuft entsprechend.
Bestehen weiterhin Unklarheiten bezüglich der Arzneiwahl, ist es sinnvoll, mit dem Patienten in einer zusätzlichen Anamnese Rücksprache zu halten: Waren die zur Repertorisation verwendeten Symptome tatsächlich vom Patienten so gemeint? Gibt es noch andere, bisher nicht berücksichtigte Aspekte?

Shortcuts – schnelle Wege zur Arznei

Aus den Informationen zu Fallanalyse und Repertorisation (7.1, 7.2, 7.3, 7.4, 7.5, 7.6) ist deutlich geworden, dass die Homöopathie eine systematische, gründliche und zeitintensive Therapiemethode ist. In der Homöopathiegeschichte zeigen sich, bedingt durch den hohen Arbeitsaufwand des klassischen Weges, verschiedene Shortcut-Strategien, um auch unter Zeitdruck zu einer geeigneten Arznei zu gelangen. Hierzu gehören die Verschreibungen nach bewährten Indikationen oder Leitsymptomen, aber auch der Einsatz homöopathischer Komplexmittel.
Bewährte Indikationen
Indikation, bewährteArzneiwahlIndikation, bewährteDer Begriff der „bewährten Indikation“ wurde von Matthias Dorcsi geprägt (12.5.3). Der Terminus bezeichnet eine abgekürzte, pragmatische Vorgehensweise in der Homöopathie. Dabei werden typischen Krankheitsbildern häufig verwendete, bewährte Arzneimittel zugeordnet. So ist z. B. bei der Windeldermatitis des Säuglings häufig ChamomillaChamomilla, Indikation, bewährte, bei einer akuten Otitis media BelladonnaBelladonnaIndikation, bewährte angezeigt. Beide Arzneien sind eine „bewährte Indikation“. Die Arznei der bewährten Indikation wird bei einem hohen Prozentsatz der Patienten zum Erfolg führen. Dies sollte den Homöopathen allerdings nicht dazu verleiten, eine Arznei ausschließlich aufgrund der klinischen Diagnose zu verordnen. Bei jeder Erkrankung sollte differenziert werden.
Die bewährten Indikationen sind als Hilfe für die tägliche Praxis gedacht und finden vor allem bei akuten ErkrankungenKrankheit, akuteIndikation, bewährte Anwendung. Chronische Krankheiten bedürfen einer ausführlichen Fallaufnahme und sind keine Angelegenheit für eine schnelle Verschreibung.
Bewährte Indikationen finden auch in Settings, in denen in kurzer Zeit effektiv verschrieben werden muss – z. B. in der kassenärztlichen Akutsprechstunde – ihren Einsatz. Die Arznei wird dabei auf der Grundlage der wichtigsten Symptome, der Diagnose, den Modalitäten, aber auch der Ätiologie aus einem eingegrenzten, bewährten Arzneischatz ausgesucht. Für Ärzte ist z. B. die „Homöopathie“-Lernbuchreihe von Dorcsi (s. u. Literatur), Gawliks „275 Bewährte Indikationen aus der homöopathischen Praxis“ und „Der kurze Weg zum homöopathischen Arzneimittel“ sowie der zweite Band von Köhlers „Lehrbuch der Homöopathie“ zu empfehlen. Ein Klassiker aus dem 19. Jahrhundert ist der „Therapeutische Leitfaden“ von G. H. G. Jahr, den viele spätere Werke als Basis integriert haben und der eine solide klinische Verschreibung ermöglicht.
Leitsymptome und Keynotes
LeitsymptomeArzneiwahlLeitsymptomeKeynotesArzneiwahlKeynotesKeynotesAls „Leitsymptome“ oder „Keynotes“ werden Symptome bezeichnet, die besonders charakteristisch für eine Arznei sind und sich klinisch bewährt haben. Der homöopathische Therapeut, der sie kennt, kommt über ein Leitsymptom rasch zur richtigen Arznei. Entsprechend den Grundsätzen für charakteristische Symptome (7.1.2) können generalisierte Empfindungen, Modalitäten oder Begleitsymptome sowie ausführlich beschriebene Symptome zum Leitsymptom werden. Ihre Kenntnis verdankt man der klinischen Verifikation der PrüfungssymptomeSymptomeklinische, denn erst am Patienten wird deutlich, welche Symptomgruppen besonders häufig mit der Arznei geheilt werden können. So ist z. B. die Empfindung von Zusammenschnürung ein Leitsymptom von Cactus grandiflorusCactus grandiflorusLeitsymptome und kann bei Beschwerden des Herzens, des inneren und äußeren Halses, der Brust, der Blase und anderen Organen aufteten. Ein Husten mit schmerzhaftem Wundheitsgefühl der Brust bei der Ausatmung, mit der Unmöglichkeit abzuhusten und der Besserung durch einen Schluck Wasser wäre wiederum ein leitender Hinweis auf die Arznei CausticumCausticumLeitsymptome.
Als Einstieg in die Homöopathie ist die Kenntnis von Leitsymptomen eine hervorragende Hilfe: Man sieht, was man kennt – je mehr Leitsymptome und Arzneien dem Therapeuten bekannt sind, desto mehr „Aha-Erlebnisse“ wird er haben. Wichtig ist allerdings, dass der Patient das Symptom spontan geäußert hat (6.2.2), und nicht etwa der Therapeut die ihm bekannten Leitsymptome dem Patienten suggeriert („hineinfragt“). Das Leitsymptom sollte zudem beim Patienten mit der gleichen Intensität vertreten sein wie bei der Arznei. Ein Cactus-PatientCactus grandiflorusLeitsymptome würde also das Zusammenschnürungsgefühl nicht nur beiläufig erwähnen, sondern als prominentes Symptom vortragen. Eine voreilige Mittelwahl nur aufgrund eines Leitsymptoms ist nicht zu empfehlen. Die verordnete Arznei sollte nicht nur das vermeintliche Leitsymptom abdecken, sondern auch zur restlichen Symptomatik passen.
Um Leitsymptome erfolgreich zu lernen, sind Bücher, in denen ausschließlich Leitsymptome dargestellt sind, zu empfehlen. E. B. Nash hat 1899 mit seinen „Leaders in Therapeutics“ (dt.: „Leitsymptome in der homöopathischen Therapie“) einen Klassiker veröffentlicht, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Der gleiche Autor brachte zwei Jahre später das Buch „Regional Leaders“ (dt.: „Lokale Leitsymptome“) heraus, in dem die Leitsymptome der einzelnen Arzneien Körperregionen zugeordnet sind. Weitere Standardwerke sind die von H. N. Guernsey posthum veröffentlichten „Key-Notes to the Materia Medica“ (1887) (dt.: „Keynotes zur Materia Medica“) und die „Keynotes and Characteristics“ (1898) von H. C. Allen (dt.: „Leitsymptome homöopathischer Arzneimittel“).
Komplexmittelhomöopathie
KomplexmittelhomöopathieEine weitere Abkürzungsstrategie ist die Komplexmittelhomöopathie. Hierbei werden mehrere Arzneien kombiniert, die ein ergänzendes Wirkungsspektrum haben. Diese werden analog zu konventionellen Medikamenten auf Diagnosen bezogen oder organotropArzneiwahlorganotrope verabreicht. Fallanalyse und Repertorisation werden nicht benötigt. Klassische Homöopathen lehnen Komplexmittel ab, da sie im eigentlichen Sinne keine homöopathischen Verordnungen nach dem Ähnlichkeitsprinzip sind (2.3). Bei Komplexmitteln kann es bei länger dauernder Einnahme theoretisch auch zu einer unklaren Mischung aus geheilten Symptomen und Prüfsymptomen kommen, da die enthaltenen Arzneien ganz unterschiedlich wirken können. Klassische Homöopathen ziehen die Monotherapie vor (8.2.2), die eine bessere Beurteilung des Fallverlaufs ermöglicht. In der klinisch-homöopathischen Forschung sind Komplexmittel dagegen sehr beliebt, da sie sich entsprechend einer schulmedizinischen Indikation anwenden und überprüfen lassen.

Literatur

1. J. T. Kent

Die zum Teil schwer, 2002

Die zum Teil schwer zugänglichen Artikel aus der älteren Literatur von Kent finden sich in „Kent's Minor writings on homoeopathy“ (Gypser 1987) und in Vorträgen von Keller (2002) in den „Gesammelten Aufsätzen und Vorträgen zur Homöopathie“.

Barthel, 1994

H. Barthel Homöopathische Schätze von und mit Pierre Schmidt 1994 Barthel & Barthel Schäftlarn

Baur, 2006

R. Baur Zwischen Hahnemann und Swedenborg – Erweiterung der Homöopathie durch Kent? AHZ 251 2006 73 80

Benz, 1969

E. Benz Emanuel Swedenborg 1969 Swedenborg Verlag Zürich

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J.T. Kent The View for Succesful Prescribing Homoeopathician 1 1912 140 143

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J.T. Kent President's Address Homoeopathician 4 1914 3 9

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W. Klunker Ist eine Revision von Kent's Repertory notwendig? ZKH 28 1984 197 203

Klunker, 1988

W. Klunker Homöopathische Propädeutik ZKH 32 1988 39 41 78–80, 124–127, 173–176, 214–216, 262–264

Klunker, 1994

W. Klunker Beitrag zu den Rubriken des grundlosen und unwillkürlichen Weinens im Repertorium Kents ZKH 38 1994 187 191

Klunker, 1997

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Künzli von Fimmelsberg, 1960a

J. Künzli von Fimmelsberg Der Fall ZKH 4 1960 186 189

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C. Bönninghausen v: Die Aphorismen des Hippokrates nebst den Glossen eines Homöopathen. Homöopathisches Wissen Rainer Bütow Euskirchen 1998

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C. Bönninghausen v: Kleine Schriften zur Homöopathie. Homöopathisches Wissen Rainer Bütow Euskirchen 1998

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U.D. Fischer Fallanalyse und Repertorisation mit der Computerversion des Therapeutischen Taschenbuches C. v Bönninghausens. AHZ 5;248 2003 244 248

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H. Frei Homöopathische Behandlung multimorbider Patienten 2010 Haug Stuttgart

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R. Goldmann Bönninghausens Methode der Arzneifindung AHZ 5; 248 2003 229 234

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B. Möller Die Methodik Clemens von Bönninghausens, dargestellt anhand seines Therapeutischen Taschenbuchs Homöopathie Zeitschrift, Sonderheft 2002 6 25

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Möller B: Methodik – C. v. Bönninghausen. 5 Aufsätze aus dem Archiv für Homöopathik, Bd. 5/I (1996), Bd. 6/I–IV (1997): Eine kleine Einführung in die Methodik Clemens von Bönninghausens, illustriert an einem Fall von Keuchhusten; Einführung in die Methodik Clemens von Bönninghausens – Teil 1: Das charakteristische Symptom, Teil 2: Das Krankenexamen und die Wahl der Arznei, Teil 3: Der Genius der Arznei, Teil 4: Die Beurteilung der Mittelgabe und des Heilungsverlaufs.

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C.M. Boger Zeit-Repertorium der Arzneimittel mit Mondphasen 2005 Grundlagen und Praxis Verlag Leer

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C.M. Boger Synoptic Key zur homöopathischen Materia medica, übers. v.J. Ahlbrecht 2007 Bernd von der Lieth Hamburg

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Boger-Bote Zeitschrift zum Homöopathie-Konzept C. M. Bogers. Ausgaben 1–9 (2004–2007), hrsg. v.J. Ahlbrecht und N. Winter 2004–2007 Bernd von der Lieth Hamburg

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A.C. Cowperthwaite Charakteristika homöopathischer Arzneimittel. Eine klinische und vergleichende Materia medica. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Dr. med. Thomas Schreier 2002 Haug Heidelberg

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F. Vermeulen Synoptische Materia Medica 2 1998 Emryss bv Haarlem

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F. Vermeulen Konkordanz der Materia Medica 2000 Emryss bv Haarlem

Vermeulen, 2004

F. Vermeulen The New Synoptic One. The Silver Book Rekindled 2004 Emryss bv Haarlem

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M. Wischner Die Benutzung von Repertorien in Hahnemanns Pariser Praxis ZKH 56 3 2012 127 136

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5. Bewährte Indikationen

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M. Dorcsi Bewährte Indikationen der Homöopathie. Nach Vorträgen und Vorlesungen von Prof. Dr. med. Mathias Dorcsi, Wien, bearb. v. Frey M 2000 Deutsche Homöopathie-Union Karlsruhe

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W. Gawlik Der kurze Weg zum Homöopathischen Arzneimittel 1996 Sonntag Stuttgart

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G.H.G. Jahr Therapeutischer Leitfaden. Nachdruck von 1869 2012 Verlag Ahlbrecht Pohlheim

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E.B. Nash Lokale Leitsymptome. Ein homöopathisches Studienbuch 2. Aufl. 1998 Sonntag Stuttgart (engl. Original „Regional Leaders“, 1901)

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E.B. Nash Leitsymptome in der homöopathischen Therapie 1. Aufl. 2004 Haug Stuttgart (engl. Original „Leaders In Therapeutics“, 1899)

7. Homöopathische Komplexmittel

Weingärtner, 2007

O. Weingärtner Homöopathische Kombinationsarzneimittel. Entstehung, Entwicklung und Selbstverständnis 2007 KVC Essen

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