© 2019 by Elsevier GmbH

Bitte nutzen Sie das untenstehende Formular um uns Kritik, Fragen oder Anregungen zukommen zu lassen.

Willkommen

Mehr Informationen

B978-3-437-56353-9.00005-0

10.1016/B978-3-437-56353-9.00005-0

978-3-437-56353-9

Doppelseite aus dem „Synthesis“-Repertorium

Aufbauschema RepertoriumRepertoriumAufbau

Tab. 5.1
Ebene 1: Kopf-zu-Fuß-Schema
Ebene 2: alphabetische Ordnung der Symptome innerhalb der Kapitel von Ebene 1
Ebene 3: alphabetische Ordnung innerhalb der einzelnen Symptome aus Ebene 2
Ebene 4 bis X: alphabetische Ordnung innerhalb einzelner Untersymptome aus Ebene 3
Ausnahme: Lateralität, Zeitmodalitäten, Erstreckungen, Lokalisationen, Schmerzqualitäten sind nach ihrer Zugehörigkeit auf allen Ebenen in definierter, nicht alphabetischer Reihenfolge eingeordnet. Differenzierende Untersymptome sind wieder alphabetisch untergeordnet.

Kopf-zu-Fuß-Kopf-zu-Fuß-SchemaRepertoriumKopf-zu-Fuß-SchemaRepertoriumSchema

Tab. 5.2
1. Gemüt 20. Prostata
2. SchwinDel 21. Harnröhre
3. Kopf 22. Urin
4. Augen 23. Männliche Geschlechtsorgane
5. Sehen 24. Weibliche Geschlechtsorgane
6. Ohren 25. Kehlkopf und Trachea
7. Hören 26. Atmung
8. Nase 27. Husten
9. Gesicht 28. Auswurf
10. Mund 29. Brust
11. Zähne 30. Rücken
12. Innerer Hals 31. Extremitäten
13. Äußerer Hals 32. Schlaf (mit Träumen, oder die Träume als Extrakapitel)
14. Magen 33. Frost
15. Abdomen 34. Fieber
16. Rektum 35. Schweiß
17. Stuhlgang 36. Haut
18. Blase 37. Allgemeinsymptome
19. Niere

Beispiele aus verschiedenen Repertoriumskapiteln, jeweils bei „A“ beginnend

Tab. 5.3
Kapitel „Gemüt“ Kapitel „Nase“
  • Abenteuerlustig

  • Abergläubisch

  • Abgelenkt

  • Abgesondert, Gefühl wie

  • Abgestumpft

  • Abhängig von anderen

  • Ablenkung amel.

  • Abneigung

  • Abschätzig, äußert sich oder handelt

  • Abscheu

  • Abschied

  • Absencen

  • Absurdes Verhalten

  • Abwechselnd

  • Abweisen

  • Addieren fällt schwer

usw.
  • Abschälen

  • Abschilferung der Haut

  • Absonderung

  • Abszess

  • Ameisenlaufen

  • Anosmie

  • Aphthen

  • Atemnot in der Nase

  • Atrophie

  • Aufgesprungen

  • Ausdehnung in den Nasenwegen, Gefühl von; beim Gehen im Freien

  • Ausgeatmete Luft stinkt faul

  • Auswüchse

  • Beben

  • Beschwerden der Nase

usw.
Kapitel „Atmung“
  • Angehalten, versetzt, unterbrochen

  • Anhalten des Atems

  • Asphyxie

  • Asthma, asthmatische Atmung

  • Atemnot, Dyspnoe, erschwerte Atmung

  • Aussetzend, ungleich, intermittierend

  • Ächzend

  • Ängstlich

  • Bauchatmung

  • Beengt

  • Behindert, gehemmt

  • Beklemmung

  • Beschleunigt

usw.

Beispiele aus verschiedenen Repertoriumskapiteln, jeweils bei „A“ beginnend

Tab. 5.4
Gemüt – Abneigung Nase – Absonderung
  • Allem gegenüber

  • Arbeit

  • Behindert zu werden

  • Besuche, gegen

  • Ehefrau, gegen seine

  • Ehemann, gegen seinen

  • Eltern, gegen die

  • Erziehung, gegen

usw.
  • Anhaltend

  • Beißend

  • Bitter

  • Blau

  • Blutgestreift

  • Blutig

  • Bräunlich

  • Brennend

usw.
Atmung – Atemnot, Dyspnoe, erschwerte Atmung
  • Abendessen

  • Abwechselnd mit

  • Alten Menschen, bei

  • Angefächelt werden, möchte

  • Angst, durch

  • Ankleiden, beim

  • Anstrengung

  • Arbeit, bei der

  • Atemzug

  • Atmen

  • Aufsetzen, beim

  • Aufstehen

  • Aufstoßen

usw.

Differenzierung von Unterrubriken

Tab. 5.5
Nase – Absonderung – blutig Atmung – Atemnot, Dyspnoe, erschwertes Atmen – Anstrengung
  • Choanen

  • Einer Seite, aus

  • Husten, beim

  • Kindern, bei

  • Schnupfen, beim

usw.
  • Geringste Anstrengung, durch die

  • Händen und Armen, von

Systematik der Tageszeiten, Rubrik)Tageszeiten

Tab. 5.6
  • Tagsüber:

    • Morgens: 6–9 Uhr

    • Vormittags: 9–12 Uhr

    • Mittags: 12–13 Uhr

    • Nachmittags: 13–18 Uhr

    • Abends: 18–22 Uhr

  • Nachts: 22–6 Uhr

  • Mitternacht vor: 22–0 Uhr

  • Mitternacht nach: 0–6 Uhr

Beispiel für Symptome mit genauen Zeitangaben: Frost – nachmittags

Tab. 5.7
  • Dauert bis zum Einschlafen am Abend

  • Dauert 4 Stunden

  • Diarrhoe, nach

  • Freien, im

  • Gehen, nach

  • Heftiger Frost mit Durst und rotem Gesicht

  • Hitze, Frost nach Hitze

  • Konstant zunehmendes Frösteln ohne nachfolgende Hitze und Schweiß

  • Lang andauernd

  • Menses, während

  • Mittagessen, nach

  • Schlaf, nach

  • Schweiß, mit

  • Warmen Raum, sogar in einem

  • 15 Uhr

  • 16 Uhr

  • 16–17 Uhr

  • 16–18 Uhr

  • 16–20 Uhr

Beispiel für Erstreckungssymptome

Tab. 5.8
Das Symptom „Kopfschmerz erstreckt sich zu Nase“ findet sich im Kapitel „Kopf“ beim Buchstaben „S“ (Schmerz), jeweils nach den Zeitmodalitäten (s. o.) und der alphabetischen Ordnung (nach dem Buchstaben „Z“). Nachfolgend sind exemplarisch Erstreckungen für Kopfschmerzen angeordnet:
Kopf – Schmerz – erstreckt sich zu:
  • Augen

  • Brust

  • Fingerspitzen

  • Gesicht

  • Glieder

  • Hinterkopf

  • Jochbein

  • Kiefern

  • Linke Seite

  • Nacken

  • Nase

usw.

Beispiel für Lokalisation, RubrikLokalisation, RubrikLokalisationen

Tab. 5.9
Lokalisationen von Gesichtsschmerzen finden sich im Kapitel „Gesicht“, beim Buchstaben „S“ (Schmerz), hinter den Lateralitäten (links, rechts mit Unterrubriken), den Zeitangaben, der alphabetischen Symptomanordnung und den Erstreckungen. Es finden sich folgende Lokalisationen:
  • Augen, unterhalb

  • Backenknochen

  • Foramen mentale

  • Jochbein

  • Kiefer

  • Kinn

  • Knochen

  • Lippen

  • Nerven

  • Parotis

  • Submaxillardrüsen

  • Wangen

Beispiel für Schmerzqualität, RubrikSchmerzqualität, RubrikSchmerzqualitäten

Tab. 5.10
Schmerzqualitäten von Ohrenschmerzen finden sich im Kapitel „Ohr“, Buchstabe „S“ (Schmerz) nach den Lateralitäten, den Zeitangaben, der alphabetischen Symptomenanordnung („abwechselnd mit“ bis „Zimmer, beim Betreten“), den Erstreckungen („abwärts“ bis „Zähne“) und den Lokalisationen („Antitragus“ bis „vor dem Ohr“). Folgende Schmerzqualitäten (hier ohne Unterrubriken) sind für Ohrenschmerzen beschrieben:
  • Beißend

  • Berstend

  • Bohrend

  • Brennend

  • Drückend

  • Durchbohrend

  • Fremdkörper im Ohr, wie

  • Geschwürig

  • Grabend

  • Greifend

  • Herausdrückend

  • Herauspressend

  • Intensiver

  • Klemmend

  • Krampf-Schmerz

  • Krampfartig

  • Kratzend

  • Kribbelnd

  • Lanzinierend

  • Nagend

  • Pickend

  • Prickelnder Schmerz

  • Reißend

  • Ruckend

  • Schlag, wie von einem

  • Schneidend

  • Schraubend

  • Spasmodisch

  • Stechend

  • Wühlend

  • Wund geschlagen

  • Wund machend

  • Zerfressend

  • Zerreißend

  • Zerschlagen

  • Ziehend

  • Zwängend

Das Repertorium

Jan Geißler

  • 5.1

    Entstehung des Repertoriums136

  • 5.2

    Weiterentwicklung des Kent-Repertoriums136

  • 5.3

    Systematik des Repertoriums138

    • 5.3.1

      Überblick138

    • 5.3.2

      Darstellung der Arzneimittel im Kent-Repertorium (Abb.5.1a)139

    • 5.3.3

      Vom Symptom zur Rubrik142

    • 5.3.4

      Aufbau des Kent- Repertoriums im Detail145

    • 5.3.5

      Weitere Differenzierungen der Unterrubriken148

Entstehung des Repertoriums

Die Repertoriumersten RepertorisationArzneimittelprüfungen wurden von Hahnemann durchgeführt und $Hahnemann, Samuelin der „Reinen Arzneimittellehre“ veröffentlicht, weitere Arzneimittel hat er in der „Lehre von den chronischen Krankheiten“ veröffentlicht, teils mit weit mehr als tausend Einzelsymptomen für jedes Arzneimittel. Mit der Verbreitung der homöopathischen Lehre wurde sowohl die Anzahl der geprüften Arzneimittel als auch die Anzahl der bekannten Symptome für jedes Arzneimittel erweitert. Die umfangreichsten Zusammenstellungen dieser Arzneimittelsymptome (= Materie medica) stammen unter anderem von T. F. Allen (Encyclopedia$Allen, Timothy Field of Pure Materia Medica, 12 Bände) und von Hering (The Guiding $Hering, ConstantinSymptoms of Our Materia Medica, 10 Bände; vgl. Wegbegleiter und Nachfolger Hahnemanns 1.3).
Inzwischen sind mehrere tausend homöopathische Arzneimittel mehr oder weniger gut geprüft und dadurch eine schier unübersehbare Anzahl an Symptomen in der Materia medica vorhanden.
Um trotzdem noch zielgerichtet arbeiten zu können, begannen verschiedene Autoren, häufig für den Eigenbedarf, Symptomenindizes nach verschiedenen Grundmustern zu erstellen, die ihnen das Auffinden eines Symptoms und der jeweils dazu passenden Arzneimittel in der täglichen Praxis erleichterten. Für diese Symptomenindizes etablierte sich der Begriff „Repertorium“ (von lat. repertire = wiederauffinden).
Der erste, der einen solchen Symptomenindex erstellte, war Hahnemann selbst (1817 das $Hahnemann, Samuelerste und 1829–1830 das zweite Repertorium).
Repertorien gibt es von Hering, $Hering, ConstantinBönninghausen, $Bönninghausen, Clemens vonBoericke („Pocket Manual of Homoeopathic Materia Medica“) und zahlreichen anderen Autoren (insgesamt über 100), die weiteste Verbreitung hat heute das Kent-Repertorium bzw. der von Kent entwickelte Aufbau (1.3).
James Tyler Kent (1849–$Kent, James Tyler1916), bezüglich der heute praktizierten klassischen Homöopathie der wohl einflussreichste Homöopath, gelang es, eine wirklich durchgängige, stringente Systematik für das Repertorium zu entwickeln, die bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten blieb und allen Autoren und Praktikern als Grundgerüst für ihre tägliche Arbeit und für eigene Ergänzungen dient.

Prinzipiell geht es bei den Repertorien darum, es dem Benutzer möglichst leicht zu machen, ein bestimmtes Symptom zu finden und einen Überblick zu bekommen, ob und wenn ja, welche Arzneimittel für das jeweilige Symptom als Heilmittel infrage kommen.

  • Materia medica: die Symptome zum Arzneimittel.

  • Repertorium: die Arzneimittel zum Symptom.

Weiterentwicklung des Kent-Repertoriums

Repertorien in Buchform
Das Kent-$Kent, James TylerRepertorium wurde lange in seiner ursprünglichen Form (und den Übersetzungen dazu) verwendet. Mit dem Wiederaufblühen der klassischen Homöopathie seit Mitte des 20. Jahrhunderts, der damit verbundenen Zunahme an vorhandener Information durch Neuprüfungen von Arzneimitteln und Sichtung bereits vorhandener Materialien (auch erleichtert durch digitale Datenverarbeitung), wurde es notwendig, das Originalrepertorium in erweiterter Form anzubieten.
Das erste Produkt dieser Art ist „Kents Repertorium Generale“ (Barthel & Barthel). In ihm finden sich Ergänzungen und Hervorhebungen von Symptomen und Arzneimitteln durch Künzli von Fimmelsberg, der $Künzli von Fimmelsberg, Jostüber Pierre Schmidt ein direkter Kent-$Weir, Sir JohnSchüler ist (1.3).
Das „Synthetische Repertorium“ von Horst Barthel und $Barthel, HorstKlunker (Haug) stellt eine $Klunker, Willdreibändige, wesentliche Erweiterung und Verfeinerung der Kapitel „Gemütssymptome“, „Allgemeinsymptome“ und „Schlaf-Träume-Sexualität“ des Kent-Original-Repertoriums dar.
Noch weiter in ihren Ansprüchen gehen das „Synthesis“ (Hahnemann Institut) und das „Complete Repertory“ (Kent Homeopathic Associates Inc.). Beide Repertorien erheben den Anspruch, möglichst umfangreiche Nachträge aus allen Epochen der Homöopathie in allen Kapiteln ihrer Repertorien aufzuführen. Sichtbar wird dies an einer deutlichen Zunahme des Seitenumfangs. Im „Synthesis“ finden sich des Weiteren therapeutische Hinweise von Vithoulkas eingearbeitet, einem der führenden Homöopathen der Neuzeit (33.6).
Das Original des Kent-Repertoriums kann sicher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, es diente aber schon Kent und vielen der besten Homöopathen als sichere Grundlage für deren tägliche Arbeit. Und „Sicherheit“ ist das entscheidende Stichwort, wenn es um die Erweiterung der Repertorien geht. Nachträge sollten nur aus sicheren Quellen (z. B. korrekt durchgeführten Arzneimittelprüfungen) erfolgen und/oder klinisch bestätigt sein. Nachträge, deren Quellen zweifelhaft sind, sind nutzlos und führen in der Praxis in die Irre. Nicht das umfangreichste Produkt ist das Beste, sondern das mit größtmöglicher Sorgfalt erstellte – ganz im Sinne von Kent.
Eine Bewertung der Qualität der einzelnen Versionen des Kent-Repertoriums soll an dieser Stelle nicht stattfinden, es sei aber darauf hingewiesen, dass der Therapieerfolg in der Praxis weniger vom Umfang des verwendeten Repertoriums abhängt als von seiner korrekten Anwendung.
Computer-Repertorien
Die derzeit Computer-Repertoriumerhältlichen Computer-Repertorien sind digitale Versionen des „Complete-Repertory“ (Complete Dynamics, McRepertory) und des „Synthesis“ („RADAR“, inzwischen auch als App für Smartphone erhältlich). Sie enthalten die gleichen Informationen wie die jeweiligen Druckwerke, bieten jedoch zusätzlich mannigfaltige Suchfunktionen und Analysemöglichkeiten nebst grafischer Darstellung. Des Weiteren bieten sie die Option, verschiedene Versionen des Repertoriums zu verwenden, z. B. im „RADAR“ die Kent-Originalversion, eine Vithoulkas-Variante oder auch das komplette „Synthesis“ etc. Zudem sind inzwischen bei allen Computerrepertorien verschiedene Versionen in Kombination mit unterschiedlichen Materia medicae erhältlich. Ausführliche Informationen sind bei den einzelnen Herstellern zu erfragen.
Im fortschreitenden digitalen Zeitalter finden Computerrepertorien zunehmend Verbreitung, die Benutzung der Druckform geht zurück. Die Gründe hierfür sind:
  • Einfache sowie zeitsparenden Nutzung der Such- und Auswertungsfunktionen für Datenbanken.

  • Preisgestaltung: Computerrepertorien, die zu Beginn sehr teuer waren, werden inzwischen preisgünstiger angeboten.

  • Updates (kostenlos oder kostenpflichtig) aktualisieren auf den neuesten Stand.

  • Analysetools helfen bei der Arzneiwahl.

  • Koppelung an andere Software wie Materia medica, Praxisverwaltung, Abrechnung bringen konkrete Vorteile in der Praxis.

Das Arbeiten mit dem Repertorium gleicht einer Handwerkskunst, die (zum Teil mühsam) erlernt werden muss. Eine Erleichterung dieses Lernprozesses durch Computerprogramme ist nach Meinung des Autors nicht möglich. Sie verleiten im Gegenteil zum unkorrekten, schlampigen Arbeiten und verhindern eine Vertiefung des Verständnisses für praktisch homöopathisches Arbeiten. Wünschenswerte Grundvoraussetzung für den gezielten und gewinnbringenden Einsatz von Repertorisationsprogrammen sind deshalb fundierte Kenntnisse der Arbeit mit dem Repertorium, dann allerdings sind sie nach Erfahrung des Autors eine echte Arbeitserleichterung.

Systematik des Repertoriums

Das Druckwerk des Kent-Repertoriums folgt einer speziellen, ausgeklügelten Systematik, die es möglich macht, Symptome innerhalb kürzesten Zeit gezielt aufzufinden. Die Computer-Repertorien sind zwar bezüglich der Benutzeroberfläche innerhalb der einzelnen Kapitel wie die Druckwerke aufgebaut. Das Auffinden eines Symptoms erfolgt hier jedoch selten durch gezieltes Blättern, sondern meist mit Hilfe von Suchfunktionen. Innerhalb dieser Suchfunktion wird die Ordnung des Repertoriums verlassen und eine rein alphabetische Ordnung eingehalten, womit – zumindest was das Auffinden eines speziellen Symptoms betrifft – die weiter unten dargestellten Systematik des Repertorium unerheblich wird.

Überblick

Da sich die Computerrepertorien, was die Benutzeroberfläche und die Darstellung der Arzneimittel angeht, an der Systematik bzw. dem Aufbau des Kent-Repertoriums orientiert, folgt zunächst eine Kurzdarstellung der allgemeinen Repertoriumssystematik. Zur bildlichen RepertoriumAufbauVeranschaulichung der folgenden Sachverhalte findet sich am Ende des Kapitels die Darstellung einer Doppelseite aus dem Kent-Repertorium (Synthesis).
Die erste Ebene der Ordnung des Kent-Repertoriums ist das „Kopf-zu-Fuß-Schema“ Kopf-zu-Fuß-SchemaRepertorium, welches das Repertorium in 37 Kapitel gliedert. Innerhalb dieser Kapitel sind die Symptome in mehreren Ebenen jeweils von Neuem alphabetisch nach demselben Schema angeordnet – ähnlich den Verschachtelungen der Babuschka-Puppen (Tab. 5.1).
Ausgenommen von dieser alphabetischen Ordnung sind Lateralität, Zeitmodalitäten, Erstreckungen, Lokalisationen und Schmerzqualitäten. Sie werden innerhalb aller alphabetischen Ebenen immer der gleichen Systematik folgend hinter dem jeweiligen Hauptsymptom eingeordnet. Dabei sind die Lateralitäten in der Reihenfolge (eine Seite – links – rechts oder umgekehrt), die Zeitmodalitäten (beginnend bei „tagsüber“ bis „nachts“), die Erstreckungen, die Lokalisationen und die Schmerzqualitäten wieder alphabetisch angeordnet (s. u. Aufbau im Detail).

Darstellung der Arzneimittel im Kent-Repertorium (Abb. 5.1a)

Wertigkeiten
ArzneimittelRepertoriumArzneimittelWertigkeitRubrikWertigkeitInnerhalb der Wertigkeit, Rubrikeinzelnen Repertoriumsrubriken sind die Arzneimittel in drei unterschiedliche Wertigkeiten unterteilt, die durch verschiedene Schrift-Auszeichnungen (normal, kursiv, fett) und Groß- bzw. Kleinschreibung gekennzeichnet sind:
  • normal, Kleinschreibung: einwertig,

  • kursiv, Anfangsbuchstabe klein (im „Synthesis“ groß): zweiwertig,

  • Fett, Anfangsbuchstabe groß (im „Complete Repertory“ alles groß): dreiwertig.

Die Wertigkeiten im Kent-Repertorium beziehen sich dabei auf die klinische Relevanz des jeweiligen Symptoms beim entsprechenden Arzneimittel:

Doppelseite aus dem „Synthesis“-Repertorium

  • Einwertig: Das Symptom trat selten in Arzneimittelprüfungen auf.

  • Zweiwertig: Das Symptom trat häufiger in Arzneimittelprüfungen auf und/oder ist klinisch bestätigt.

  • Dreiwertig: Das Symptom trat häufig in Arzneimittelprüfungen auf und/oder ist häufig in der Praxis bestätigt.

Die Wertigkeit der Arzneimittel bezieht sich also nicht auf die Intensität eines Symptoms beim Patienten. Besonders starke ausgeprägte Symptome beim Patienten sind daher nicht gleichzusetzen mit einer höheren Wertigkeit eines Arzneimittels in der entsprechenden Rubrik.

Erweitertes Wertigkeitensystem des Kent-Repertoriums
  • ArzneimittelWertigkeitKünzlipunkteKünzlipunkt: Künzli RubrikKünzlipunktvon Fimmelsberg (1.3, 33.4) ließ seine klinischen Erfahrungen und die seines Lehrers Piere Schmidt in das ursprüngliche, Kent-Repertorium in Form der Künzlipunkte (∙) einfließen (Kents „Repertorium generale“, „Synthesis“ und „RADAR“). Diese kennzeichnen Rubriken bzw. Arzneimittel innerhalb einer Rubrik, die sich in der Praxis besonders bewährt haben, also direkt in die Nähe des richtigen Arzneimittels führen. Wichtig: die Künzli-Punkte verändern die Wertigkeit der Medikamente in den Rubriken nicht.

  • Therapeutische Hinweise von Vithoulkas$Vithoulkas, Georgos (33.6): im „Synthesis“-Repertorium („RADAR“ für Computer) sind therapeutische Hinweise von Vithoulkas, einem der bekanntesten zeitgenössischen Homöopathen, eingearbeitet. Sie sind als vierwertige Symptome durch Fettdruck in unterstrichenen GROSSBUCHSTABEN gekennzeichnet. Im „Complete Repertory“ finden sie sich als dreiwertige, unterstrichene Symptome.

Erweiterung des Repertoriums – Autorenhinweise
In den RepertoriumKentvergangenen Jahrzehnten hat eine systematische Aufarbeitung der bereits vorhandenen Materia medica stattgefunden und die homöopathische Arzneimittellehre wurde um unzählige Arzneimittel ergänzt. Hierdurch war eine deutliche Erweiterung des Kent-Repertoriums sowohl durch neue Rubriken als auch der vorhandenen Rubriken durch weitere Arzneimittel möglich. Um diesen Trend für den Benutzer übersichtlicher und nachvollziehbarer zu gestalten wurden alle Erweiterungen des Originalrepertoriums durch Quellenhinweise versehen. So hat der Benutzer prinzipiell die Möglichkeit, selbstständig durch Kenntnis der nachtragenden Autoren über den (therapeutischen) Wert eines Nachtrags zu entscheiden.
Vorteile: Auch kleine oder neue Arzneimittel, die im Originaltext von Kent zu wenig oder nicht berücksichtig wurden, können durch die Arbeit mit dem Repertorium gefunden werden.
Nachteil: Viele Rubriken werden deutlich aufgebläht und verlieren dadurch ihren Wert für die praktische Arbeit (siehe Auswahl der Symptome).
Problembereiche der Neubearbeitung des Kent-Repertoriums
Gerade durch die unterschiedlichen Übersetzungen des Originalkents ergaben sich Unklarheiten bezüglich vieler, v. a. historischer Begriffe – teils wurden Begriffe unterschiedlich übersetzt, teils schlichen sich Übersetzungsfehler ein. Ein Ausweg für viele Homöopathen war, das englische Original bzw. die erweiterten, englischen Versionen des Kent-Repertoriums zu verwenden. Zumindest teilweise wird dieses Problem durch das Einarbeiten von Querverweisen gelöst. Hierbei wird auf Rubriken hingewiesen, die inhaltlich ähnlich sind und möglicherweise parallel berücksichtigt werden müssen. Weiterhin wurden die aktuell erscheinenden Repertorien um Rubriken erweitert, deren Inhalte in dieser Form zu Kents Zeiten unbekannt waren (z. B. Mononukleose). Es muss dem Leser klar sein, dass es sich hier ausschließlich um die Verarbeitung von Erfahrungen handelt, die der aktuellen Medizin entstammen und als solche auf ihre Validität zu überprüfen sind.

Vom Symptom zur Rubrik

Zum Auffinden eines Patientensymptoms im Repertorium sind folgende Punkte entscheidend.
  • Ist das entsprechende Symptom in der Literatur verzeichnet und somit im Repertorium enthalten?

  • Übersetzen der Patientensprache bzw. des symptomatischen Sachverhaltes in die Repertoriumssprache.

  • Kenntnis des Repertoriumsaufbaus (5.3.4) um das entsprechende Symptom zu finden. Dieser Punkt erübrigt sich bei Computerrepertorien, da die Symptomensuche über Datenbanksuchfunktionen erfolgt.

Zur Veranschaulichung folgen einige beispielhaft ausgewählte Symptome im Wortlaut des Patienten oder wie sie klinisch vorgefunden werden und die entsprechende Repertoriumsrubrik mit dem jeweiligen Pfad zur Auffindung. Dabei stehen die Bindestriche jeweils für den Schritt auf die nächst tiefere repertoriale Ordnungsebene (s. o.). Für manche Symptome kommen zwei oder mehr Rubriken infrage (wie häufig in der Praxis). Diese und deren unterschiedlichen Pfade werden angegeben. (Die Rubriken wurden dem „RADAR“ entnommen, die entsprechenden Arzneimittel in ihrer Graduierung belassen).
  • Symptom: „Liege mit offenen Augen und kann nicht schlafen, weil ich befürchte, nicht mehr aufzuwachen“:

    • Gemüt – Furcht – Schlaf – schließen, aus Furcht, er würde nie wieder erwachen; Furcht, die Augen zu: aeth. ang. hypoth. plac.

    • Gemüt – Furcht – Tod; vor dem – Schlaf – sterben, wenn er einschläft; Furcht zu: cassia-s. lach. nux-m. symph.

  • Symptom: „Verwirrter Patient spricht davon, dass er nach Hause gehen müsse“:

    • Gemüt – Wahnideen – Hause, zu – weg von zu Hause; er sei – müsse dahin gelangen; er: BRY. calc-p. cimic. hyos. Op.

  • Symptom: „Der Patient weint, als er in der Praxis von seiner Erkrankung erzählt“:

    • Gemüt – Weinen (einschließlich Winseln von Tieren) – Sprechen, beim: kali-c. Med. puls. sep.

    • Gemüt – Weinen – Erzählen; beim – Krankheit, von der eigenen: adam. agar. aster. bamb-a. bry. carc. dulc. gink-b. Graph. ign. Kali-c. MED. nat-m. nit-ac. PULS. SEP. sil. staph. tub.

    • Gemüt – Weinen (einschließlich Winseln von Tieren) – unwillkürlich: Alum. alum-p. aster. Aur. aur-m-n. Bell. calc-sil. camph. cann-i. carc. Caust. cench. cina coff. con. croc. CUPR. cystein-l. IGN. kali-br. kiss. kreos. lach. lil-t. lyc. mang. mang-act. Merc. morph. mosch. NAT-M. nat-p. op. peti. phos. PLAT. plb. polys. PULS. RHUS-T. sarr. SEP. stann. stram. verat. viol-o.

  • Symptom: „Das Kind will nicht berührt oder auch nur angesehen werden“:

    • Gemüt – Berührtwerden – Abneigung berührt zu werden: Acon. adam. Agar. Aloe ANT-C. Ant-t. Apis ARN. ars. asaf. asar. Bell. Bry. bufo calc. calc-p. camph. canth. carc. CHAM. Chin. Cina cocc. Coff. colch. cupr. cypra-eg. emb-r. Foll. gels. granit-m. graph. hell. Hep. hydrog. ignis-alc. iod. KALI-C. Kali-i. lac-e. lac-f. Lach. lachn. m-aust. mag-c. Med. meli. merc. mez. moni. Nat-m. nux-m. nux-v. ozone phasco-ci. plb. ran-b. sanic. Sil. stram. suprar. symph. TARENT. ther. Thuj. tub. verat. zinc.

    • Gemüt – Angesehen, angeblickt zu werden – erträgt es nicht, angesehen zu werden: ambr. Ant-c. Ant-t. ARS. Aur-m-n. aur-s. bamb-a. bar-c. brom. calc. Cham. Chin. Cina cupr. hell. Iod. kali-br. kali-c. lyc. mag-c. merc. Nat-m. nux-v. phasco-ci. puls. rhus-t. sanguis-s. sanic. sil. stram. sulph. tarent. thuj. Tub.

  • Symptom: „Nachts durch Schwindel erwacht“:

    • Schwindel – nachts (22–6 h) – weckt – Schlaf; aus dem: NUX-V. sil.

  • Symptom: „Kopfschmerzen durch körperliche Anstrengung“:

    • Kopf – Schmerz – Anstrengung, bei – körperlicher Anstrengung u. ä.; bei: acet-ac. ambr. anac. arn. ars-s-f. bac. berb. bry. Cact. CALC. calc-f. Calc-p. carc. chinin-ar. coc-c. EPIPH. erig. gins. glon. kali-p. lact. lyc. med. merc. mez. moni. naja nat-c. NAT-M. pic-ac. puls. rhus-r. sang. sil. sol-t-ae. spong. tanac. ulm-c. Valer. zing.

  • Symptom: „Halsschmerzen, besser durch warme Getränke“:

    • Innerer Hals – Schmerz – Getränke – warme Getränke – amel.: adam. aids. allox. aln. Alum. androc. arg-n. arge-pl. ARS. bac. calc-f. calc-p. cench. Cham. crot-c. cupr. dendr-pol. ephe-si. germ-met. gink-b. guare. HEP. hydrog. kali-bi. lac-c. lavand-a. limen-b-c. LYC. mim-p. morph. nat-m. nux-v. plac. Rhus-t. sabad. stront-c. Sulph. urol-h. visc.

  • Symptom: „Lungenentzündung des linken Unterlappens“:

    • Brust – Entzündung – Lungen – links – Unterlappen: arn. Chel. Nat-s. phos. sulph. tub.

  • Symptom: „Kann den Urin nicht halten, wenn bei Harndrang nicht sofort die Blase entleert wird (= Urgeinkontinenz)“:

    • Blase – Urinieren – unwillkürlich – Harndrang nicht nachgegeben wird; wenn dem: calc. dig. ham. kreos. merc. nat-m. PULS. SEP. squil. SULPH. Thuj.

  • Symptom: „Nackenschmerzen, die sich nach oben ziehen“:

    • Rücken – Schmerz – Zervikalregion – erstreckt sich zu – Oben, nach: aml-ns. bamb-a. berb. calc. cann-s. canth. dios. form. GELS. lach. Nat-s. Petr. sang. sep. SIL. stram. ter. Verat-v.

  • Symptom: „Schmerzen im unteren Rücken, die sich in die Oberschenkel erstrecken“:

    • Rücken – Schmerz – Lumbalregion – erstreckt sich zu – Oberschenkel: agar. am-m. androc. ant-t. bell. BERB. bry. carb-ac. carb-an. coloc. dulc. hep. Kali-bi. Kali-c. kreos. lac-d. Lyc. nat-m. nit-ac. nux-v. ox-ac. phyt. ruta sang. sep. sulph. xanth.

  • Symptom: „Schlaflosigkeit immer in der Zeit nach 2 Uhr“:

    • Schlaf – Schlaflosigkeit – nachts – Mitternacht – nach – 2 h – nach: all-c. bapt. benz-ac. caust. coff. dios. graph. kali-bi. KALI-C. kali-sil. Lec. Mag-c. mag-m. mez. nat-m. NIT-AC. pall. Ptel. puls. sars. Sil. thuj. Verat.

  • Symptom: „Der Patient schwitzt, sobald er die Augen schließt“:

    • Schweiß – Schließen der Augen; beim: bell. Bry. calc. carb-an. caust. chin. CON. graph. Lach. mag-m. puls. sanic. sep. sulph. thuj.

  • Symptom: „Urtikaria durch lokale oder allgemeine Erwärmung“:

    • Haut – Hautausschläge – Urtikaria – Wärme und Körperübungen: Apis Bov. Con. Dulc. Kali-i. Led. Lyc. NAT-M. nit-ac. Psor. Puls. Sulph. URT-U.

  • Symptom: „Der Patient leidet an Hautjucken, jedoch ohne Hautausschläge“:

    • Haut – Jucken – Hautausschläge – ohne: agar. ALUM. alum-sil. ARS. bar-act. calc-sil. carc. cist. clem. cupr. Dol. fago. gal-ac. galeoc-c-h. Gels. gink-b. graph. hist. kola lach. med. Merc. MEZ. nat-m. ozone Petr. plac-s. Psor. pycnop-sa. Ros-d. rosm. sil. spong. Sulph. thyr. ulm-c.

  • Symptom: „Der Patient magert trotz gutem Appetit zusehends ab“:

    • Allgemeines – Abmagerung – Heißhunger mit Abmagerung: Abrot. acet-ac. ars-i. bac. bar-c. bar-i. brom. CALC. calc-f. chin. cina con. gaert. hydrog. IOD. ip. Kali-i. kola luf-op. Lyc. NAT-M. PETR. Phos. psor. sanic. sec. sel. sil. sul-i. Sulph. thyr. Tub. tub-r. uran-met. uran-n.

  • Symptom: „Als Erkrankungsursache findet sich immer Wetterwechsel von kalt zu warm“:

    • Allgemeines – Wetter – Wetterwechsel – warm – kalt agg.: von warm nach: acon. Ars. calc. calc-p. calc-sil. carb-v. Caust. DULC. hep. MERC. nat-sil. nit-ac. Nux-v. puls. Ran-b. Rhus-t. sabad. Sil. stront-c. tub. VERAT.

  • Symptom: „Beim Einschlafen zuckt der Patient“:

    • Allgemeines – Zucken – Schlaf – Einschlafen, beim: acon. Agar. all-s. Aloe Alum. arg-met. ARS. BELL. calc. carb-v. cham. cob. ham. hyper. Ign. iodof. KALI-C. mag-m. ozone phys. puls. sacch-a. Sel. Sep. Stront-c. Stry. Sul-ac. Sulph. Zinc.

Aufbau des Kent-Repertoriums im Detail

Trotz zunehmender Verbreitung von Computerrepertorien mit Such- und Analysefunktionen über Datenbankabfrage folgt eine detaillierte Erläuterung der Systematik des Kent-Repertoriums. Nach Meinung des Autors ist deren Verständnis von großem praktischen Nutzen für die tägliche homöopathische Praxis.
Kopf-zu-Fuß-Schema
Die erste Ebene des Repertoriums ist die Einteilung in 37 Kapitel, geordnet nach dem Kopf-zu-Fuß-Schema, Kopf-zu-Fuß-SchemaRepertoriumwelches sich auch bei den meisten Materiae medicae durchgesetzt hat (Tab. 5.2).
Bei dieser ersten hierarchischen Ebene geht es um die nachvollziehbare Zuordnung von Symptomen bzw. Erkrankungen bestimmter Körperbereiche zu Kapiteln im Repertorium.
Zugunsten der homöopathischen Systematik wurde dabei auf eine konsequent logische Gliederung der Kapitelstruktur des Repertoriums verzichtet. Einige Kapitel entsprechen topographischen Bereichen (z. B. Kopf, Augen, Ohren, Nase etc.), andere sind im engeren Sinne Symptome (z. B. Schwindel, Husten, Auswurf, Frost, Fieber, Schweiß etc.). Wieder andere Kapitel enthalten Symptome einer speziellen Organfunktion (Gemüt, Sehen, Stuhlgang, Hören, Urin, Atmung, Schlaf etc.) und das Kapitel „Allgemeinsymptome“ orientiert sich an der rein homöopathischen Definition dieser Art von Symptomen (4.2).
Die meisten Symptome lassen sich aufgrund des Aufbaus des Repertoriums leicht einem Kapitel zuordnen. Folgende Symptome bzw. Topographien sind jedoch in der Zuordnung zu bestimmten Kapiteln zumindest nicht eindeutig und werden hier deshalb gesondert aufgeführt:
  • Schmerzen der Stirn → Kapitel „Kopf“.

  • Mastoid → Kapitel „Ohr“.

  • Lippen → Kapitel „Gesicht“.

  • Äußerlich sichtbare Symptome der Stirn (z. B. Falten, Warzen, Flecke, Hautauschläge) → Kapitel „Gesicht“.

  • Schilddrüse → Kapitel „Äußerer Hals“.

  • Appetit und Durst → Kapitel „Magen“.

  • Flatulenzen → Kapitel „Abdomen“.

  • Leistengegend → Kapitel „Abdomen“.

  • Anus → Kapitel „Rektum“.

  • Blähungsabgang → Kapitel „Rektum“.

  • Achselhöhle → Kapitel „Brust“.

  • Nacken → Kapitel „Rücken“.

  • Ischialgie → Kapitel „Extremitäten“.

  • Gesäß → Kapitel „Extremitäten“.

  • Konvulsionen (inkl. epileptische) → Kapitel „Allgemeinsymptome“.

  • Nahrungsmittelsymptome (Verlangen, Abneigungen, agg. und amel.) → Kapitel „Allgemeinsymptome“.

  • Durst → Kapitel „Magen“.

  • Ohnmacht → Kapitel „Allgemeinsymptome“.

Hauptrubriken in alphabetischer Reihenfolge
Die zweite Ebene der Ordnung ist eine alphabetische innerhalb der oben genannten Kapitel (Tab. 5.3).
Unterrubriken
Zu vielen dieser einzelnen, alphabetisch angeordneten Begriffe der zweiten Ebene existieren Unterrubriken (z. B. Nase – Heuschnupfen – asthmatischer Atmung, mit etc.; Gemüt – Abneigung – allem, gegenüber etc.; Atmung – Atemnot – Angst in der Brust, durch etc.). Auch diese sind dann alphabetisch geordnet (Tab. 5.4).

Weitere Differenzierungen der Unterrubriken

Gibt es für diese Unterrubriken weitere Differenzierungen, sind diese ebenfalls alphabetisch bei ihrem Überbegriff der zugehörigen Ebene eingeordnet (Tab. 5.5). Weitere Untergliederungen werden ebenfalls alphabetisch zu den jeweiligen Überbegriffen eingeordnet.

Die erste Ebene der Ordnung im Kent-Repertorium folgt dem etablierten Kopf-zu-Fuß-Schema. Innerhalb der dadurch entstandenen 37 Kapitel wird in mehreren Ebenen alphabetisch geordnet.

Für Differenzierungen der Lateralität, Zeit, Erstreckung, Lokalisation, Schmerzqualität innerhalb des beschriebenen Systems etablierte Kent einige Sonderregelungen, die das Arbeiten mit dem Repertorium erleichtern.
Lateralitäten
Lateralitäten (so für einzelne Symptome beschrieben) werden, unabhängig von der alphabetischen Ordnung, zu Beginn der jeweiligen Rubrik aufgeführt, es finden sich die Begriffe „einseitig“, „links“ und „rechts“. Entsprechende Unterrubriken zu den Lateralitäten (z. B. Seitenwechsel) sind dann wieder alphabetisch angeordnet.
Ausnahme: im Kapitel „Kopf – Schmerz“ sind die Lateralitäten bei den Kopfschmerzlokalisationen unter Kapitel „Kopf – Schmerz – Seite – Rechts bzw. Links“ eingeordnet.
Zeitangaben
Zeitangaben zu Symptomen werden, sofern es sie gibt, immer zu Beginn (bzw. nach eventuell vorhandenen Lateralitäten) der oben beschriebenen, alphabetischen Systematik (egal auf welcher Ebene derselben) aufgeführt und nach der unten beschriebenen Systematik der Tageszeiten geordnet (Tab. 5.6).
Untersymptome zu den Zeitangaben sind alphabetisch zugeordnet. Die genauen Angaben zu den Uhrzeiten (z. B. um 8 Uhr oder von 8–9 Uhr etc.) folgen den alphabetisch geordneten Symptomen (Tab. 5.7). Erstreckt sich ein Symptom über mehrere Tagesabschnitte (z. B. Frost von 10 bis 17 Uhr) findet es sich unter dem Tagesabschnitt eingeordnet, zu dem es beginnt.

In den Kapiteln „Schwindel“, „Stuhl“, „Husten“, „Auswurf“, „Frost“, „Fieber“, „Schweiß“ stehen die Zeitmodalitäten zu Beginn des jeweiligen Kapitels.

Erstreckungen
Sind „ErstreckungErstreckungssymptome“ beschrieben (4.2), dann sind diese am Ende der alphabetischen Ordnung (auf der entsprechenden Ebene) des jeweiligen Symptoms eingeordnet. Auch die Erstreckungen sind in sich logisch alphabetisch angeordnet (Tab. 5.8).
Lokalisationen
SymptomeLokalisationLokalisation, RubrikUnterschiedliche Lokalisationen, die innerhalb einer Rubrik differenziert werden können (z. B. Kopfschmerzen im Hinterkopf, in der Stirn, am Scheitel etc.) finden sich hinter den alphabetisch angeordneten Unterrubriken des jeweiligen Symptoms und, soweit vorhanden, nach den Erstreckungen (Tab. 5.9).
Eine Ausnahme bilden die Lokalisationen im Kapitel „Extremitäten“. Hier sind die Lokalisationen nicht alphabetisch eingeordnet, sondern nach einer anatomischen Systematik (vom Zentrum zur Peripherie und von oben nach unten):
  • Arme, Schulter, Oberarm, Ellenbogen, Unterarm, Handgelenk, Hand etc. (evtl. so als Symptom vorhanden mit weiteren Differenzierungen),

  • Beine, Gesäß, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel etc. (evtl. so als Symptom vorhanden mit weiteren Differenzierungen).

Schmerzqualitäten
Schmerzqualität, RubrikSchmerzqualitäten wie z. B. brennend, stechend, ziehend etc. sind in den entsprechenden Kapiteln nach den Schmerzlokalisationen alphabetisch eingeordnet (Beispiel Tab. 5.10).
Lateralitäten, Zeitmodalitäten, Lokalisationen, Erstreckungen und Schmerzqualitäten und ihre oben geschilderte Einordnung sind logischerweise auf jeder Ebene des Repertoriums möglich. Z. B. kann Kopfschmerz nachts auftreten, er kann aber auch ziehend sein und nachts auftreten oder er ist ziehend, kommt nachts und tritt nur auf der linken Seite auf. Dementsprechend finden sich diese Kopfschmerzen an ganz unterschiedlichen Stellen im Repertoriumkapitel „Kopf – Schmerz“.
  • Symptom: Kopfschmerz nachts:

    • Repertorium: 1. Ebene Kapitel „Kopf“.

    • 2. Ebene alphabetisch („S“) „Schmerz“.

    • 3. Ebene Zeitmodalität „nachts“.

  • Symptom: ziehender Kopfschmerz nachts:

    • Repertorium: 1. Ebene Kapitel „Kopf“.

    • 2. Ebene alphabetisch („S“) „Schmerz“.

    • 3. Ebene Schmerzqualität „ziehend“.

    • 4. Ebene Zeitmodalität „nachts“.

  • Symptom: linksseitiger ziehender Kopfschmerz nachts:

    • Repertorium: 1. Ebene Kapitel „Kopf“.

    • 2. Ebene alphabetisch („S“) „Schmerz“.

    • 3. Ebene Schmerzqualität „ziehend“.

    • 4. Ebene Lateralität „links“.

    • 5. Ebene Zeitmodalität „nachts“.

Andere Repertorien
Die in diesem Kapitel detaillierte und umfangreiche Beschreibung des Kent-Repertoriums entspricht seiner weiten Verbreitung. Sowohl die meisten klassisch arbeitenden Homöopathen als auch viele der aus der klassischen Methode hervorgegangenen Strömungen (33) verwenden das Kent-Repertorium in der täglichen Praxis.
Andere Repertorien, die als Konsequenz aus der Arbeitsweise der jeweiligen Autoren entwickelt wurden – z. B. Bönninghausens „$Bönninghausen, Clemens vonTherapeutisches Taschenbuch“, Boerickes „Homöopathische $Boericke, WIlliamMittel und ihre Wirkungen“, Bogers „General $Boger, Cyrus MaxwellAnalysis“ oder Phataks „Concise Repertory“ –$Phatak, S. R. und heute wieder zunehmend Verbreitung finden, werden hier nicht behandelt. Eine genaue Auseinandersetzung damit ist jedoch v. a. im Zusammenhang mit der speziellen Arbeitsmethode des jeweiligen Autors gewinnbringend.

Holen Sie sich die neue Medizinwelten-App!

Schließen