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B978-3-437-56353-9.00003-7

10.1016/B978-3-437-56353-9.00003-7

978-3-437-56353-9

Die Symptome des Patienten werden miasmatisch geordnet und sortiert. Die Arzneimittelwahl kann so über den Querschnitt (Gesamtheit) oder über die für ein Miasma typischen Symptome gewählt werden.

Vollständige Symptomliste der Psora in der Latenzphase

Tab. 3.1
Hahnemann (CK) Repertorium Klinik
Gemüt
Unruhige, schreckhafte oder doch allzu lebhafte Träume
  • Gemüt – Träume – Furcht erregend

  • Gemüt – Träume – ruhelos, unruhig

  • Gemüt – Träume – Albträume

  • Albträume

Kopf – Gesicht
Blässe des Gesichts und Schlaffheit der Muskeln
  • Gesicht – Bleichsüchtig

  • Allgemeines – Schwäche, Entkräftung, Erschöpfung, Prostration, Hinfälligkeit

  • Extremitäten – schwäche

  • Anämie

  • Chlorose

  • Floppy infant

Schweiß am Kopfe, Abends nach dem Einschlafen
  • Kopf – Schweiß – Schlaf – Einschlafen, beim

  • Hyperhidrosis am Kopf

Oft einseitiges Kopfweh oder Zahnweh schon von mäßigen Gemütsstörungen
  • Kopfschmerzen – Allgemein – Erregung, nach emotionaler

  • Kopfschmerzen – Allgemein – Seiten – einseitig

  • Hemikranie

  • Odontalgie

  • Trigeminusneuralgie

Öftere, fliegende Gesichtshitze und Röthe, nicht selten mit einiger Ängstlichkeit
  • Gesicht – Verfärbung – rot – Gemütserregung, durch

  • Gesicht – Verfärbung – rot – Wallungen

  • Gesicht – Verfärbung – rot – plötzlich

  • Gesicht – Hitzegefühl – Allgemein – Wallungen

  • Gemüt – Angst – Hitzewallungen, während

  • Gemüt – Angst – Hitze, Hitzegefühl – bei

  • Gemüt – Angst – Hitze, Hitzegefühl – bei – Gesicht, im

  • Erythrophobie

  • Prämenopausales Syndrom, klimakterische Hitzewallungen

Öfteres Ausfallen der Kopfhaare, Trockenheit derselben, viel Schuppen auf dem Haarkopfe
  • Kopf – Haare – Allgemeine Beschwerden der – Haarausfall, Alopezie

  • Kopf – Haare – Allgemeine Beschwerden der – Trockenheit

  • Kopf – Schuppen

  • Alopezie

  • Psoriasis capitis

  • Ichthyosis capitis

  • Crusta lactea

Nase
Nasenbluten bei Mädchen und Jünglingen (seltener bei älteren), oft von großer Heftigkeit
  • Nase – Nasenbluten – Allgemein – Kindern, bei

  • Nase – Nasenbluten – Allgemein – heftiges

  • Nase – Nasenbluten – Allgemein – Strömen, in

  • Nase – Nasenbluten – Allgemein – anhaltend

  • Epistaxis bei Kindern

Langwierige Verstopfung des einen oder beider Nasenlöcher
  • Nase – Verstopfung – Allgemein – einseitig

  • Nase – Verstopfung – Allgemein – abwechselnde Seiten

  • Nase – Verstopfung – Allgemein

  • Rhinopathia vasomotorica

  • Chronische Rhinitis obstructa

Geschwürige Nasenlöcher (böse Nase)
  • Nase – Absonderungen – wund machend

  • Nasenflügelrhagaden

Lästiges Trockenheitsgefühl der Nase
  • Nase – Trockenheit innen – Empfindung von

  • Nase – Trockenheit innen – Allgemein

  • Rhinitis sicca

Mund
Weiße oder doch sehr blasse, noch öfter rissige Zunge
  • Mund – Verfärbung – weiß – Zunge

  • Mund – Verfärbung – weiß – blass, Zunge

  • Mund – faltig, runzlig – Allgemein – Zunge

  • Mund – Schrunden, Risse, Fissuren – Allgemein – Zunge

  • Lingua plicata

Übler Mundgeruch oft oder fast stets, besonders früh und während der Monatlichen, welcher entweder fade oder säuerlich oder wie von verdorbenem Magen, oder moderig, auf faulig gespürt wird
  • Mund – Mundgeruch, Atem – Allgemein – stinkend – morgens

  • Mund – Mundgeruch, Atem – Allgemein – stinkend – Menses – vor

  • Mund – Mundgeruch, Atem – Allgemein – stinkend – Menses – bei

  • Foetor ex ore, Halitosis

Säuregeschmack im Munde
  • Geschmack – sauer

  • Hyperazidität

Die Nacht oder früh Trockenheit im Munde
  • Mund – Trockenheit – Allgemein – morgens

  • Mund – Trockenheit – Allgemein – nachts

  • Sicca-Syndrom nachts oder morgens

Hals
Öftere Halsentzündung, öftere Heiserkeit
  • Kehlkopf – Stimme – Heiserkeit – katarrhalisch

  • Hals – Entzündung, Tonsillen – rezidivierend

  • Rezidivierende Laryngitis

  • Rezidivierende Pharyngitis

Halsdrüsengeschwülste (Skropheln)
  • Äußerer Hals – Schwellung – Allgemein – Halslymphknoten

  • Lymphadenitis colli

Viel Rachenschleim
  • Nase – Absonderungen – Allgemein – Choanen

  • Pharyngitis

Magen-Darm-Trakt
Meist bei Kindern: öfterer Abgang von Spulwürmern und Maden, unleidliches Kriebeln von letztern im Mastdarm
  • Rektum – Würmer – Madenwürmer, Oxyuren

  • Rektum – Würmer – Wurmbefall – Kindern, bei

  • Rektum – Jucken – Anus

  • Rektum – Ameisenlaufen, Kribbelgefühl – Anus

  • Askariden

  • Oxyuren

  • Pruritus ani

Oft aufgetriebener Unterleib
  • Abdomen – Auftreibung – Allgemein

  • Flatulenz

Bald unersättlicher Hunger, bald Appetitlosigkeit
  • Magen – Appetit – vermehrt, Hunger – allgemein – abwechselnd mit Appetitverlust

  • Essstörung

Frühübelkeit
  • Magen – Übelkeit – morgens

  • Nausea morgens

Leerheitsempfindung im Magen
  • Magen – Leere, Schwächegefühl, Hungergefühl

  • Magen – Sinkgefühl, Herabsinken

  • Hypoglykämie

Leibschneiden oft, oder täglich (besonders bei Kindern), mehr früh
  • Abdomen – Schmerzen – Schneiden – morgens

  • Gastralgien

  • Abdominalkoliken

Harter, gewöhnlich über einen Tag zögernder Stuhl in Knoten, oft mit Schleim überzogen (oder fast steter, weicher, durchfälliger, gähriger Stuhl)
  • Stuhl – knotig, klumpig

  • Stuhl – mukös, schleimig – schleimbedeckt

  • Stuhl – gegoren

  • Stuhl – weich

  • Rektum – Obstipation – Allgemein

  • Obstipation

  • Reizdarmsyndrom

  • Chronische Diarrhoe

  • Verdauungsstörungen

Blutaderknoten am After, Blutabgang mit dem Stuhle
  • Rektum – Hämorrhoiden

  • Rektum – Hämorrhagie – Anus, aus dem

  • Hämorrhoiden

  • Hämorrhoidalblutung

  • Perianalthrombose

Schleimabgang durch den After, mit oder ohne Koth
  • Stuhl – mukös, schleimig

  • Reizdarmsyndrom

  • Proktitis

Jücken am After
  • Rektum – Jucken – Anus

  • Pruritus ani

  • Oxyuriasis

Nieren und ableitende Harnwege
Dunkler Harn
  • Harn – Farbe – dunkel

  • Ausscheidungsstörungen

Genitalien
Mangel der Regeln, Unordnung in der Monatsreinigung, zu viel, zu wenig, zu zeitig (zu spät), zu lang anhaltend, zu wässrig, mit mancherlei Körperbeschwerden verbunden
  • Allgemeines – Menses – agg. – vor

  • Allgemeines – Menses – agg. – während

  • Allgemeines – Menses – agg. – nach

  • Weibliche Genitalien – Menses – spät, zu

  • Weibliche Genitalien – Menses – spärlich

  • Weibliche Genitalien – Menses – unregelmäßig

  • Weibliche Genitalien – Menses – dünnflüssig

  • Weibliche Genitalien – Menses – schmerzhaft, Dysmenorrhoe

  • Dysmenorrhoe

  • Hypermenorrhoe

  • Hypomenorrhoe

  • Amenorrhoe

Atmung – Husten
Kurzes Frühhüsteln
  • Husten – morgens – agg.

  • Kehlkopf – Räuspern – Neigung sich zu – morgens

Öftere Engbrüstigkeitsanfälle
  • Atmung – anfallsweise spastisch

  • Atmung – angstvoll

  • Atmung – schwierig

  • Spastische Bronchitis

  • Asthma bronchiale

Extremitäten
Gewöhnlich kalte oder inwendig schweißige Hände (Brennen in den Handflächen)
  • Extremitäten – Schweiß – Allgemein – Arme – Hände – Handflächen

  • Extremitäten – Kälte – Allgemein – Arme – Hände

  • Gliederschmerzen – Brennen – Obere Gliedmaßen – Hände – Handflächen

  • Hyperhidrosis der Handflächen

  • Parästhesien der Handflächen

  • Trophikstörung der Hände

Kalte, trockene oder übelriechende schweißige Unterfüße (Brennen in den Fußsohlen)
  • Gliederschmerzen – Brennen – Untere Gliedmaßen – Füße – Fußsohlen

  • Extremitäten – Kälte – Allgemein – Beine – Füße – Fußsohlen

  • Extremitäten – Schweiß – Allgemein – stinkend – Beine – Füße

  • Hyperhidrosis pedum

  • Parästhesien der Fußsohlen

  • Trophikstörung der Füße

Bei geringer Veranlassung Einschlafen der Arme oder Hände, der Beine oder Füße
  • Extremitäten – Ameisenlaufen, Kribbeln

  • Extremitäten – Taubheitsgefühl, Empfindungslosigkeit

  • HWS-Syndrom

  • Karpaltunnelsyndrom

  • Parästhesien

Oefter Klamm in den Waden (den Arm- und Hände-Muskeln)
  • Extremitäten – Krämpfe – Untere Gliedmaßen – Unterschenkel – Waden

  • Extremitäten – Krämpfe

  • Muskelkrämpfe

Schmerzloses Aufhüpfen einzelner Muskeltheile hie oder da am Körper
  • Extremitäten – Zucken

  • Extremitäten – Rucken

  • Faszikulationen

Geschwollene, erweiterte Adern an den Beinen (Aderkröpfe, Wehadern)
  • Extremitäten – Varizen – Untere Gliedmaßen

  • Varikosis

Frostbeulen und Frostbeulenschmerz außerhalb der strengen Winterkälte, auch wohl im Sommer
  • Extremitäten – Frostbeulen

  • Extremitäten – Frostbeulen – schmerzhaft

  • Perniones

Hühneraugenschmerz, ohne äußern Druck der Schuhe
  • Extremitäten – Hühneraugen – Allgemein – schmerzhaft

  • Clavus, schmerzhaft

Leichtes Verknicken, Verstauchen, Vergreifen dieses oder jenen Gelenkes
  • Extremitäten – Schwäche – Gelenke

  • Extremitäten – Schwäche – Untere Gliedmaßen – Fußknöchel

  • Extremitäten – Dislokation, Verstauchung, Verrenkung – leicht

  • Habituelle Luxationen

Knacken einiger oder mehrerer Gelenke bei Bewegung
  • Extremitäten – Knacken – Gelenke

Ziehende, spannende Schmerzen im Genicke, dem Rücken, den Gliedern, besonders in den Zähnen (bei feuchtem, stürmischem Wetter, bei Nordwest und Nordostwinde, nach Verkälten, Verheben, unangenehmen Leidenschaften usw.)
  • Gliederschmerzen – Allgemein – Wetter – kaltem, bei

  • Gliederschmerzen – Allgemein – Wetter – nasses – agg.

  • Allgemeines – Wetter – Wind – agg. – Nordwind

  • Zähne – Schmerzen – Allgemein – Wetter – feuchtes, nasses, durch

  • Zähne – Schmerzen – Allgemein – Wind – agg.

  • Arthralgien

  • Neuralgien

  • Meteoropathie (Wetterfühligkeit)

Zucken der Glieder beim Einschlafen
  • Extremitäten – Zucken – Schlaf – agg. – Einschlafen, beim

  • Extremitäten – Zucken – Schlaf – agg. – während

  • Allgemein – Zucken – Einschlafen, beim

Schlaf
Müdigkeit früh beim Erwachen, erquickungsloser Schlaf
  • Schlaf – unerquicklich

  • Schlaf – Schläfrigkeit – morgens

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom

Schweiß
Frühschweiß im Bette
  • Schweiß – morgens

  • Schweiß – morgens – Bett, im

  • Schweiß – morgens – Erwachen, beim und nach dem

  • Nachtschweiß (morgens)

Gar zu leichtes Schwitzen am Tage, bei geringer Bewegung (oder Unfähigkeit, in Schweiß zu kommen)
  • Schweiß – reichlich

  • Fieber, Hitze – Schweiß – abwesend

  • Schweiß – tagsüber

  • Hyperhidrosis

  • Anhidrosis

Haut
Neigung zu Rothlauf (Rose) hie und da
  • Haut – Erysipel

  • Erysipel

Unheilsame Haut; jede kleine Verletzung geht in Verschwärung über, rissige Haut der Hände und Unterlippen
  • Allgemeines – Wunden – heilen – nicht, reaktionslos

  • Allgemeines – Wunden – heilen – langsam

  • Gesicht – Risse, Schrunden – Lippen – Unterlippe

  • Extremitäten – aufgesprungene Haut, Risse – obere Gliedmaßen – Hände

  • Wundheilungsstörungen

  • Unterlippenrhagaden

  • Palmarrhagaden

Oeftere Blutschwäre; öftere Nagelgeschwüre (Fingerwurm)
  • Extremitäten – Nagelgeschwür, Paronychie – Allgemein

  • Extremitäten – Nagelgeschwür, Paronychie – Allgemein – Umlauf

  • Rezidivierendes Panaritium

Dürre Haut an den Gliedmaßen, Oberarmen, Oberschenkeln, wohl auch auf den Backen
  • Haut – Empfindlichkeit – Allgemein

  • Haut – schrumpelig

  • Hautatrophie

Hie und da eine raue, sich abschuppende Stelle der Haut, die zuweilen wohllüstiges Jücken und, nach dem Reiben, Brennen verursacht
  • Haut – Schmerzen – brennend – Kratzen – agg.

  • Haut – Hautausschläge – schuppig

  • Ichthyoforme, juckende Dermatosen

Hie oder da zuweilen, obgleich selten, ein einzelnes und leidlich wohllüstig, aber unerträglich jückendes Bläschen, in seiner Spitze bald mit Eiter gefüllt und nach dem Reiben ein Brennen verusachend, an einem Finger, an der Handwurzel oder sonst wo
  • Haut – Hautausschläge – vesikulär, Bläschenausschlag

  • Vesikuläre, juckende Dermatosen

Allgemeines
Leichtes Verkühlen, theils des ganzen Körpers, theils bloß des Kopfes, des Halses, der Brust, des Unterleibes, der Füße, z. B. in Zugluft, gewöhnlich bei Neigung dieser Theile zu Schweiße und mancherlei davon anhaltende Beschwerde
  • Allgemeines – kalt – Erkältungsneigung – Allgemein

  • Allgemeines – Luftzug – agg.

  • Allgemeines – kalt – Erkältungsneigung – Allgemein – Füße, durch kalte

  • Allgemeines – Luftzug – agg.

  • Kopfschmerzen – Allgemein – Luft – kalte – agg.

  • Kopfschmerzen – Allgemein – Zugluft, durch

  • Blase – Entzündung – Verkühlung, durch

  • Immunschwäche

  • Erkältungsneigung

Leichtes Verheben, oft schon vom Tragen oder Aufheben eines kleinen Gewichts, oft schon vom sich Langen und Ausstrecken der Arme nach hohen Gegenständen (und eine Menge von dieser oft mäßigen Streckung der Muskeln erfolgender Beschwerden: Kopfschmerz, Übelkeit, Sinken der Kräfte, Spannschmerz in den Genick- und Rückenmuskeln usw.)
  • Allgemeines – Anstrengung, körperliche – agg.

  • Allgemeines – Überheben, Überlastung von Muskeln und Sehnen – agg.

  • Kopfschmerzen – Allgemein – Anstrengung – agg.

  • Hals – Schmerzen – Allgemein – Anstrengung, durch

  • Magen – Übelkeit – Anstrengung, nach

  • Allgemeines – Schwäche, Entkräftung, Erschöpfung, Prostration, Hinfälligkeit – Anstrengung – agg.

  • Rücken – Schmerzen – Allgemein – Anstrengung, durch – agg.

  • Rücken – Steifheit – Anstrengung, nach

  • Rücken – Steifheit – Zervikalregion

  • Akute Ischialgie

  • HWS-Syndrom

  • LWS-Syndrom

  • Überlastungssyndrom

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom

Widerwillen gegen gekochte, warme Speisen, besonders Fleisch (vorzüglich bei Kindern)
  • Allgemeines – Speisen und Getränke – warme – Speisen – Abneigung

  • Allgemeines – Speisen und Getränke – Fleisch – Verlangen

  • Essstörungen

Widerwillen gegen Milch
  • Allgemeines – Speisen und Getränke – Milch – Abneigung

  • Allgemeines – Speisen und Getränke – Milch – agg.

  • Laktoseintoleranz

Erneuerung von Schmerzen und Beschwerden in der Ruhe, die bei Bewegung vergehen
  • Allgemeines – Schmerzen – Allgemein – Bewegung – amel.

Die meisten Beschwerden sind des Nachts und erneuern oder erhöhen sich bei tiefem Barometerstand, bei Nord und Nordostwinde, im Winter und gegen den Frühling zu
  • Allgemeines – Jahreszeit – Winter – agg.

  • Allgemeines – Jahreszeit – Herbst und Frühling agg.

  • Meteoropathie (Nordwind, Winter, Frühling, Tiefdruckgebiet)

Symptome der sykotischen Tuberkulinie

Tab. 3.2
Spezifische Personengruppen bzw. Organsysteme Symptome
Kinder
  • Ausfluss bei kleinen Mädchen

  • Blasenentzündung, chronisch, bei kleinen Mädchen

  • Enuresis nocturna

  • Geistig zurückgebliebene Kinder

  • Hodenhochstand

  • Rheumatismus bei Kindern

  • Nierensteine, schon bei Kindern

  • Wachstumsstörungen bei Kindern

Säuglinge
  • Brechdurchfälle

Jugendliche, junge Erwachsen
  • Gallensteine bei Jugendlichen

  • Herzinfarkt bei jungen Leuten

  • Leukämie bei Jugendlichen

Haut
  • Akne

  • Angiome

  • Dellwarzen

  • Herpes-Erkrankungen

  • Naevus flammeus

  • Psoriasis

  • Tinea

  • Warzen

Atemwege, HNO
  • Heuschnupfen

  • Nasenpolypen

Herz
  • Herzklappenveränderungen, Herzmuskelveränderungen

Gastrointestinaltrakt, Stoffwechsel
  • Blinddarmentzündung, chronisch

  • Diabetes mellitus juvenilis

Urogenitaltrakt
  • Harnröhrenstriktur

  • Nephritis, chronisch

  • Dysmenorrhoe

Bewegungsapparat
  • Gelenkrheumatismus, chronisch

  • Gichtige Ablagerungen

Infektionskrankheiten
  • Influenza, Neigung zu grippalen Infekten

  • Mumps, Neigung zu

  • Windpocken, Neigung zu

Blut
  • Anämie

Neurologie, Psyche
  • Gesichtsneuralgien

  • Geisteskrankheiten, endogen

  • Kleptomanie, Kriminalität

  • Legasthenie

Allgemeinzustand
  • Müdigkeit, Energielosigkeit

  • Rekonvaleszenz, verzögert

Symptome der syphilitischen Tuberkulinie

Tab. 3.3
Spezifische Personengruppen bzw. Organsysteme Symptome
Kinder, Jugendliche
  • Ausfluss bei kleinen Mädchen

  • Chronische Diarrhoe bei Kindern

  • Enuresis nocturna

  • Erektionen bei kleinen Buben

  • Geistig zurückgebliebene Kinder

  • Kopfschmerz früh, periodisch, im Zusammenhang mit Schule

  • Mädchen frühreif (Brust, Menses, Haar)

  • Hodenhochstand, Hydrozele

  • Morbus Still – Polyarthritis im Kindesalter

  • Menarche vorzeitig, verspätet

  • Obstipation, hartnäckig bei Kindern

  • Pavor nocturnus

  • Zahnung verspätet, langsam, mit Fieber, Diarrhoe, Krämpfen, Otitis

  • Wachstumsstörungen

Säuglinge
  • Brechdurchfälle, auch schon bei Säuglingen, Fontanellen zu lange offen

  • Nabelgeschwür, gelbe, übelriechende Absonderungen

Haut
  • Dellwarzen, Dornwarzen, Verrucae vulgaris

  • Ekzeme, chronisch, nässend, eiternd

  • Fistelbildungen

  • Flaumbehaarung auf Brust und Rücken

  • Gänsehaut

  • Haut durchscheinend, schlecht heilend

  • Hauterkrankung mit Drüsenbeteiligung

  • Herpes-Erkrankungen – Tinea

  • Hornhautbildung stark, Hühneraugen

  • Läuse

  • Lupus vulgaris

  • Nägel – dünn, löffel- oder krallenförmig, spröde, glänzend, weißfleckig, ausfallen, einwachsen, Niednägel, Panaritium, Narben atrophisch, Keloide

  • Psoriasis

  • Venenzeichnung unter der Haut

  • Vitiligo, unbedeckte Stellen

Gesicht
  • Augenringe, umschriebene Wangenröte

  • Wimpern, lang, seidig, verbogen, geknickt

  • Bräunung, übermäßig und rasch

  • Sommersprossen, rothaarig

Mund (s. auch Haut, s. auch Fehlbildungen)
  • Aphthen im Mund, Neigung zu

  • Zähneknirschen, im Schlaf

  • Zahnfleisch entzündet, blutet, bildet sich zurück

  • Zahnfehlstellungen, pathologische Veränderungen der Zähne

  • Zähne grün, weißfleckig, früh kariös, kleine Grübchen

  • Zahnsteinbildung stark

Atemwege
  • Bronchitiden, chronisch, Bronchopneumonie, Pleuropneumonie, Pneumonie

  • Folgen von Asthma, Asthma bronchiale (frühzeitig)

  • Erkältungsneigung

  • Keuchhusten 1. Kinderkrankheit, heftig

  • Mandelentzündung chronisch, Tonsillenhypertrophie

  • Pseudokrupp

Herz, Kreislauf
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden früh

Gastrointestinaltrakt, Stoffwechsel
  • Blinddarmentzündung, chronisch

  • Colitis mucosa, Colitis ulcerosa

  • Diabetes mellitus juvenilis

  • Kuhmilchunverträglichkeit, Muttermilchunverträglichkeit

Urogenitaltrakt
  • Nephritis, chronisch, Eiweiß, Blut, Blasenentzündung von klein auf

  • Chronisch Dysmenorrhoe, schlimm, von der Menarche an

  • Hodenatrophie, -entzündung, Hydrozele

  • Nephritis, chronisch, Eiweiß, Blut

  • Vulva, Pigmentation, stark, braun

Bewegungsapparat
  • Gelenkrheumatismus, chronisch

  • Hernien, Neigung zu

  • Hüftentzündung, chronisch, Hüftluxation angeboren

  • Morbus Scheuermann

  • Rachitis

Hormonsystem
  • Schilddrüsenstörungen

HNO
  • Nasenbluten, hell, schwer zu stillen

  • Nasenpolypen

  • Ohrekzem, feucht, hinter dem Ohr

  • Otitis media, rezidivierend

Auge (s. auch Haut)
  • Augenlider rot, schuppig, entzündet

  • Gerstenkörner

  • Hornhautgeschwür, -krümmung

Blut
  • Blutungen, Ekchymosen, Hämorrhagien, Neigung zu

Fieber, Schweiß
  • Temperaturen, subfebrile

  • Fußschweiß reichlich, übelriechend

  • Schweiß, reichlich, schnell, Kopfschweiße, nachts

Infektionskrankheiten
  • Influenza, Neigung zu grippalen Infekten

  • Parasitosen, intestinal, chronisch

  • Typhus, Neigung zu

Impfungen, lymphatisches System
  • Impfungen, keine oder schlechte Reaktion

  • Drüsenschwellung, -eiterung, -abszess

Neurologie
  • Gesichtsneuralgien

  • Hydrozephalus

  • Meningitis, Meningoenzephalitis

Psyche
  • Drogensucht

  • Epilepsie

  • Gedächtnisschwäche in allen Formen

  • Geisteskrankheiten, endogene

  • Legasthenie

  • Schlaflosigkeit, hartnäckig

  • Stottern, Stolpern, Ungeschicklichkeit

Fehlbildungen
  • Fehlbildungen, Defekte – syphilitische

  • Fehlbildungen des Brustkorbes

  • Kleinwuchs, zurückgeblieben, Infantilismus

  • Schlüsselbeingruben eingesunken

Allgemeines
  • Fleisch, Verlangen nach, geräuchertem, aber auch totale Ablehnung

  • Insektenstiche, starke Reaktion

  • Müdigkeit, Energielosigkeit

  • Muskulatur schwach, weich

  • Rekonvaleszenz verzögert

  • Untersuchen, lassen sich nicht

  • Unverdauliches, Verlangen nach

Sykosis-assoziierte Erreger nach heutigem Wissensstand (nach Spinedi)

Tab. 3.4
Erregerart Art der Infektion
Viren der Herpesgruppe mit Hautauschlägen
  • Varizellen bei Persistenz im Organismus (Herpes zoster)

  • Herpes simplex

Viren der Herpesgruppe ohne Hautausschläge
  • CMV

  • EBV (Burkitt-Lymphom, infektiöse Mononukleose, Karzinom im postnasalen Raum)

Viren der Pockengruppe
  • Variola vera

  • Vakzinale Erkrankungen (Impfschäden)

  • Paravaccinata (Melkerknötchen)

  • Molluscum contagiosum

Viren der Papillomagruppe
  • Plane, juvenile Warzen

  • Veruccae vulgares

  • Plantarwarzen

  • Spitze Kondylome (Condylomata acuminata)

  • Verucosis generalisata

Bakterien (hauptsächlich genitale Infektionen)
  • Mykoplasmen

  • Trichomonaden

  • Chlamydien

Symptome der Sykosis/(Feigwarzenkrankheit)

Tab. 3.5
Lokalisation Symptome
Auswüchse/Feigwarzen
  • Meist weich-schwammig, hahnenkammähnlich

  • Blumenkohlähnlich

  • Süßlich-stinkend

  • Leichte Absonderungen oder aber trocken und warzenartig

  • Stinkend nach Heringslake

  • Leicht blutend

Auswüchse/Wärzchen
  • ♂: an Glans und Vorhaut

  • ♀: an der Vulva, die meist geschwollen ist

Ausfluss
  • Wenn Ausfluss besteht, ist er von Anfang an dickeitrig

Urinieren
  • Wenig schmerzhaft

Penis
  • Schmerzlich geschwollen

  • Auf dem Dorsum des Penis tast- und sichtbare Drüsen, die schmerzhaft bei Berührung sind

Erkrankungen des sykotischen SykosisFormenkreises

Tab. 3.6
Sykosis-II-Erkrankungen beim Mann
  • Entzündliche und tumoröse Affektionen des kleinen Beckens

  • Sichtbare Manifestationen der Papillomaviren

  • Rheumatische Affektionen

  • Chronische Anämie ungeklärter Genese

  • Chronische Katarrhe

  • Asthma bronchiale

  • Neuralgien und Gehirnaffektionen

  • Gemütsstörungen

  • Magen-Darm-Affektionen

  • Dupuytren-Kontraktur

  • Hautaffektionen (z. B. Leukoplakie, Acanthosis nigricans)

  • Schlafsymptome (Künzli: „Sie sind schlaflos, sie können nicht mehr schlafen, sie denken dauernd an ihre Krankheit, sie belästigen den Arzt dauernd mit ihren Stürmereien, sie möchten, dass etwas getan wird, mehr getan wird, und der Arzt, wenn er nicht genau weiß, um was es da geht, lässt sich evtl. zu Dummheiten treiben. Sie denken dauernd an ihre Genitalregion, dauernd an die Krankheit. Es ist eine auffallende Angst.“)

  • Schlechte Erholung nach Infektionskrankheiten

Sykosis-II-Erkrankungen bei der Frau
  • Gleet, postgonorrhoischer Katarrh (Dorland: chronische Gonorrhoe oder muköse purulente Gonorrhoe)

  • Chronische Infektionen des Urogenitaltrakts mit anschließendem Übergang in Tumorbildung

  • Sykotische Arthritis

  • Magen-Darm-Leiden

  • Herzleiden

  • Geistes- und Gemütsstörungen (Manien etc.)

Symptome und Stigmata der Sykosis Stigma, miasmatischesIII

Tab. 3.7
Organsysteme Symptome
Haut
  • Filiforme Warzen (Bedeutung der filiformen Warzen bei Allen), Verrucae vulgares, Verucca plana juvenilis, Verruca acuminata

  • Rote Gefäßnävi, Spider-Naevi (oft am Jochbein bei Mädchen)

  • Akne zur Menseszeit

  • Lupus erythematodes (trimiasmatisch)

  • Sykosis barbae

  • Allopecia areata

  • Herpes circinatus (girlandenförmige Effloreszenzen)

  • Herpes zoster, Impetigo, Psoriasis, Pruritus vulvae

Fibröse Veränderungen
  • Nieren, Leber, Herz

  • Uterusmyome

  • Zysten

Stoffwechsel
  • Gicht

  • Diabetes

Prostata, Blase und Niere
  • Prostata- und Blasenbeschwerden mit Wundheitsgefühl entlang der Urethra beim Urinieren. Urin brennt und ist scharf

  • Nephritiden

Herz und Kreislauf
  • Langsamer Puls

  • Herzdilatation und Herzhypertrophie

  • Dumpfer Herzschmerz

Atemwege
  • Chronische Nasen- und Bronchialkatarrhe

  • Bronchitiden im Herbst und Winter, mit vorangehendem Schnupfen und viel Niesen, mit profuser, wässriger Absonderung. Dazu auch langer, quälender Husten mit wenig Auswurf

  • Auswurf ist klar, evtl. fädig, evtl. wie Baumwolle weißlich

  • Verstopfte Nase bei chronischem Nasenkatarrh

  • Erkältungsneigung

Bewegungsapparat
  • Rheuma der Muskeln, schlimmer durch kalte Feuchtigkeit und durch Frieren

  • Rheuma des Rückens, wandernd oder lokalisiert, sehr schmerzhaft

  • Verschlimmerung durch Wetterwechsel: von kalt zu warm und auch von warm zu kalt

Blut
  • Anämie mit folgenden Symptomen:

    • Patienten sind aschgrau

    • In die Länge gezogene Gesichtszüge, evtl. etwas geschwollenes Gesicht

  • Wenn die Anämie lange, über Jahre hin besteht entwickelt sich möglicherweise ein Karzinom; besonders Karzinome in Uterus und Mamma (Cave: Eisengabe verschleiert!)

Karzinome, Szirrhus
  • Hautkarzinome (s. Haut)

  • Karzinome des Beckenbereiches (s. Prostata)

Psyche
  • Hysterische Zustände

  • Melancholie, Manien

  • Geistige Verwirrungszustände

  • Kriminalität

Miasmatische Belastung – Sykosis

Tab. 3.8
Primärmiasmatische Belastung
  • Genitalorgane: Gonorrhoe oder Kondylome in der Familie, unterdrückte Kondylome

    • Mann: Sykotischer Tripper, der unterdrückt wurde, Prostataerkrankungen

    • Frau: Eitriger Fluor und Fluorunterdrückungen, Fehlgeburten, Frühgeburten, chronische Unterleibsentzündungen

  • Infektionen: Candida albicans, Trichomonaden

  • Haut: Verrucae filiformes, Angiome, Spider-Nävi. Naevus flammeus, Hämangiome, Warzen, Epulis (Riesenzellgeschwulst am Zahnfleisch)

  • Allgemeines: Polypen, Gicht, Anämie, Suizid, Alkoholismus

Sekundärmiasmatische Belastung
Bei der Mutter während der Schwangerschaft:
  • Mutter des Kindes: Vorher lange Zeit steril gewesen. Vorgeschichte von Unterleibsentzündungen. Eileiterverklebungen, Verwachsungen, Operationen. Überstandene, drohende Fehlgeburt im dritten Monat, Neigung zu linksseitiger Hernie

  • Langwieriges, hartnäckiges Erbrechen

  • Chronischer Fluor, fischiger Fluor, Auftreten von Kondylomata während der Schwangerschaft, Herpes genitalis während der Schwangerschaft, wiederkehrende Vaginalcandida

  • Linksseitiger Ischias

Bei Neugeborenen, Kleinkindern und Jugendlichen:
  • Kopf: chronische Migräne

  • Augen: Ophthalmia neonatorum, chronische Konjunktivitiden, Iritis, gelbe Färbung der Iris, Wimpernausfall

  • Nase: Schniefen, Nasenpolypen, chronische Rhinitis, Heuschnupfen, Allergien verschiedenster Art

  • Mund: Mundsoor, heftige Zahnungsbeschwerden, gezähnelte Schneidezähne, Karies der Zahnwurzeln

  • Abdomen: Langwierige Blähkoliken, saure, grüne, schleimige Stühle, lienterische (unverdaute) Stühle, frühe Appendizitis, Peritonitis, Darmsoor, Zöliakie, Pylorusspasmus, Pylorusstenose, linksseitiger Leistenbruch bei Säuglingen, wenn die Babys schreien, tritt der Nabel heraus, wird rot und wund, Nabelvereiterung mit fischigem Geruch

  • Nieren und ableitende Harnwege: Urethrastenosen und Strikturen, Nierengrieß bei Kindern

  • Genitalorgane: Heftige Dysmenorrhoe seit der Menarche, fischige Schleimhautabsonderungen, Fluor seit der Geburt, Kryptorchismus (Hodenhochstand), Phimose

  • Atemwege: spastische Bronchitis, Asthma

  • Herz: Herzfehler, Herzklappenfehler, Herzinfarkt bei Jugendlichen

  • Rücken: Opisthotonus

  • Haut: Spider naevi, Hämangiome, Angiome, Naevus flammeus, Haarwachstum an der Glabella, haarige Haut, chronische Windeldermatitis, Verruca plana juvenilis, Verrucae filiformis (Augenlider, Nacken), Verrucae vulgares (um den Zeitpunkt der zweiten Zahnung), Kondylome, Tinea, Herpes zoster (Zona), Vitiligo, Neurodermitis, Zellulitisneigung, Impetigo contagiosa, schmerzhafte, eiterlose Akne seit der Menarche

  • Allgemeines: Kinder können kein Fieber entwickeln, Unfähigkeit, eine Kinderkrankheit durchzumachen, heftige Windpocken, gichtige Zustände, Rheumatismus bei Kleinkindern, Wachstumsstopp, geistig zurückgebliebene Kinder, Onanie bei Kindern, Epilepsie, plötzlicher Kindstod, starke und lang anhaltende Gelbsucht, saurer Körpergeruch, fischiger Körpergeruch

Bei Erwachsenen:
  • Kopf, Gesicht: chronische Migräne, Trigeminusneuralgien

  • Augen: chronische Blepharitis, Iritis, Gelbfärbung der Iris

  • Hals-Nase-Ohren: chronische Otitiden, Ohrpolypen, Nasenpolypen, chronische Rhinitis, Heuschnupfen, Stimmbandpolypen

  • Mund: Epulis, Ranula

  • Magen-Darm-Trakt: chronische Gastritiden, Pyloruskarzinom, Leberstauung, Gallensteine, Pankreopathie, Appendizitis, Peritonitis, chronische juckende, nässende Hämorrhoiden mit fischig riechender Absonderung, Proktitiden, Rektumpolypen

  • Niere und ableitende Harnwege: chronische Zystitiden, chronische Nephritiden, Nierensteine, chronische Urethritis, Harnröhrenkarbunkel, chronisches Brennen beim Wasserlassen

  • Genitalorgane: Fluor seit der Kindheit, chronischer Fluor, fischiger Fluor, starke Dysmenorrhoe seit der Menarche, Unterleibsentzündungen als Jungfrau, Unterleibs- und Bauchfelladhäsionen und -verwachsungen, Unterbauch- und Bauchfellabszesse und Schleimzysten, Uterussubinvolutionen mit rektalen Verwachsungen, Uterushyperplasie, Sterilität, Pruritus vulvae, chronische Candidainfektionen, linksseitige Leistenhernie nach Entbindung, Phimosis, Impotenz, chronische Prostatitis, Prostatakarzinom, chronische Orchitis, Hodenverhärtung, Samenstrangneuralgien

  • Atemwege: spastische Bronchitiden, Asthma, Pneumonie, (akute) Tuberkulose

  • Herz: Angina pectoris, Myokardinfarkt, Herzklappen- und Herzveränderungen

  • Extremitäten: Gelenkrheumatismus, Muskelrheumatismus, Ischias, Sehnenkontrakturen, Dupuytren-Kontrakturen

  • Haut: Spider-Nävi, Naevus flammeus, Veruccae filiformis, Angiome, Warzen, Condylomata, Verucca plana juvenilis, Cellulitis, Vitiligo, Lipome, Eitheliome, Hautkarzinom, Fistelbildung, Tinea, Psoriasis, Verfärbung der Hand und Fußrücken, fettige Haut, Venektasien auf Wangen und Nasenflügeln, haarige Haut, Barthaarerkrankungen, Ausfall der Barthaare, Haarwachstum zwischen den Augenbrauen, Haarausfall, Kopfschuppen, Neurodermitis, wiederkehrende Furunkel, auffallend weiche Nägel, Nägel mit Querfurchen; schmerzhafte, nicht eitrige Akne vor der Mens, Herpes zoster

  • Allgemeines: Anämie, Erkältungsanfälligkeit, perniziöse Anämie, Diabetes mellitus, Neigung zu Krebserkrankungen, Gicht (ab dem Klimakterium), fischiger Geruch des Körpers und der Absonderungen, Kriminalität, Pyromanie, Kleptomanie, Suizid

Übersicht über den Verlauf der erworbenen Syphilis

Tab. 3.9
Stadium Symptome
Primärstadium
  • Ulcus durum

  • Bubonen

Lues-II-Stadium
  • Syphilitiden

  • Syphilitische Affektionen der Schleimhäute

  • Syphilitsche Leiden des Knochensystems

  • Syphilitisches Exanthem

Lues-III-Stadium
  • Tuberöse Syphilome

  • Gummata

  • Kutane Wucherungen

  • Läsionen

Quartäre oder Meta-Lues
  • Tabes dorsalis

  • Argyll-Robertson-Phänomen

  • Progressive Paralyse

  • Psychische und intellektuelle Veränderungen bis zur Demenz

Miasmatische Verlaufsparameter

Tab. 3.10
Psorische Parameter Sykotische Parameter Syphilitische Parameter Pseudopsorische Parameter
Psyche
  • Wäscht dauernd die Hände

  • Will nicht angefasst werden

Schwindel, Kopf, Gesicht
  • Jucken der Kopfhaut

  • Kopfschweiß am behaarten Kopf, im Schlaf

  • Schwindel beim Aufstehen vom Bücken

  • Schwindel beim Essen

  • Warzen im Gesicht

  • Kopfschmerz nachts

  • Eiternde Hautausschläge am Kopf

  • Blutandrang

  • Rosacea

  • Ulzera an den Mundwinkeln

Augen
  • Augenbutter

  • Krusten auf den Augenlidern

  • Flimmern vor den Augen bei langem Sehen (Lesen, Fernsehen etc.)

  • Augenschmerz vor Sturm

  • Augenschmerz nachts

  • Ausfall der Augenbrauen oder Wimpern

  • Gerstenkörner

Ohren
  • Lymphknotenschwellungen um das Ohr herum

  • Faulig-käsige Absonderungen

Nase
  • Chronische Nasenverstopfung

  • Wässrige, wund machende Nasenabsonderungen

  • Jucken der Nase

  • Schwarze Nasenkrusten

  • Nasenbluten nach Niesen, Schnäuzen oder Waschen des Gesichts

  • Käsige Nasenabsonderungen

Mund
  • Speisen schmecken bitter

  • Lippentrockenheit

  • Übel riechender Mundgeruch morgens

  • Jucken des Zahnfleisches

  • Schwellung des Zahnfleisches

  • Zähneknirschen im Schlaf

  • Mundtrockenheit morgens beim Erwachen

  • Speichelfluss

  • Kupfergeschmack im Mund

  • Fadenziehender Speichel

  • Zahnfleisch zieht sich zurück

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen

Magen-Darm-Trakt
  • Heißhunger nachts

  • Sodbrennen

  • Morgendliche Übelkeit

  • Völlegefühl im Magen

  • Blähungen

  • Ameisenlaufen am Anus

  • Durchfall nach kalten Getränken

  • Durchfall abwechselnd mit Verstopfung

  • Würmer

  • Stuhl in Bällchen oder Schafskot, unverdaute Stühle

  • Bauchschmerzen nach Obst

  • Rektumblutung

  • Rektumcondylomata

  • Juckende Hämorrhoiden

  • Scharfer, wund machender Stuhl

  • Saurer Stuhlgeruch

  • Salzverlangen

  • Verlangen nach Geräuchertem

  • Diarrhoe nach Milch

  • Rektumfisteln

Nieren und ableitende Harnwege
  • Pollakisurie nachts

  • Urinabgang beim Husten, Lachen oder Niesen

  • Prostatorrhoe bei schwierigem Stuhlgang oder nach dem Urinieren

  • Nächtliches Bettnässen

Genitalien
  • Unfähigkeit zu Ejakulation während des Koitus

  • Juckende Hautauschläge am Skrotum

  • Schamhaarausfall bei Frauen

  • Unregelmäßige und schmerzhafte Mens

  • Blutende, stinkende Condylomata im Genitalbereich

  • Gelb-grüne Leukorrhoe

  • Übel riechende Leukorrhoe, wie Fischlake

  • Schwarze Mens

  • Uteruspolypen

  • Ovarialzysten

  • Myome

  • Verhärtung des Uterus

  • Herabdrückende Schmerzen während der Mens

  • Hydrozele

Atemwege und Herz-Kreislauf-System
  • Husten morgens beim Erwachen

  • Blutiger Auswurf

  • Herzklopfen abends im Bett

  • Herzschmerzen morgens, beim tiefen Einatmen, schlimmer bei Bewegung

  • Stimmbandpolypen

  • Zäher, fadenziehender Auswurf

  • Unregelmäßiges Herzklopfen

  • Atemnot beim Treppensteigen

  • Auswurf wie faule Eier schmeckend

Bewegungsapparat
  • Leichtes Verheben

  • Hitze der Handteller, Hand oder Fußtrockenheit

  • Brennen der Fußsohlen nachts

  • Knacken der Gelenke

  • Gelenksschmerzen bei Bewegung

  • Unruhige Beine abends im Bett

  • Verhärtung der Achseldrüsen

  • Ausschläge in den Gelenkbeugen

  • Wandernde Schmerzen

  • Fußsohlenschmerz beim Gehen

  • Nächtliche Gliederschmerzen

  • Knochenschmerzen nachts

  • Eingewachsene Zehennägel

  • Niednägel

  • Panaritium

Schlaf
  • Schlaflosigkeit nach

    3 Uhr

  • Schläfrigkeit nach dem Essen

  • Träume von Blutvergießen, Krieg, Schlachten, Tod

  • Unerfrischender Schlaf

  • Morgens müder als abends

Haut
  • Saurer Schweißgeruch morgens

  • Unfähigkeit zu schwitzen

  • Rote Muttermale

  • Nävi

  • Atherome

  • Schweiß riecht nach Knoblauch oder wie Salzhering

  • Süßlicher Schweißgeruch

  • Herpes circinatus

  • Papillome

  • Furunkel

  • Kupferfarbene Hautausschläge

  • Drüsenatrophie

  • Ekchymosen

  • Urtikaria

Allgemeines
  • Mangel an Lebenswärme

  • Hitzewallungen

  • Neigung zur Ohnmacht

  • Abneigung gegen gekochte Speisen

  • Zittern bei Hunger

  • Zystische Tumoren

  • Hyperurikämie

  • Verlangen nach Pfeffer

  • Abneigung gegen Fleisch

  • Ulcus cruris

  • Blutandrang

  • Kongestion

Homöopathische Krankheitslehre

Thomas Quak

  • 3.1

    Miasmenlehre – Entwicklung und Grundbegriffe52

    • 3.1.1

      Akute Krankheiten54

    • 3.1.2

      Chronische Krankheiten55

  • 3.2

    Die Miasmen – allgemeine Merkmale und praktische Relevanz57

    • 3.2.1

      Prinzipien58

    • 3.2.2

      Praktische Relevanz58

    • 3.2.3

      Miasmatische Krankheitsphasen59

    • 3.2.4

      Mehrmiasmatische Erkrankungen60

  • 3.3

    Chronische Miasmen und ihre Heilmittel – Grundsätzliches61

  • 3.4

    Die Miasmen im Einzelnen62

    • 3.4.1

      Psora62

    • 3.4.2

      Pseudopsora – Tuberkulinie71

    • 3.4.3

      Sykosis75

    • 3.4.4

      Syphilis80

  • 3.5

    Miasmatische Verlaufsparameter bei chronischen Krankheiten87

  • 3.6

    Miasmenlehre und ihre Bedeutung für den Praxisalltag90

    • 3.6.1

      Praktische Bedeutung bei der Fallbetrachtung91

    • 3.6.2

      Praktische Bedeutung bei der Arzneiwahl92

Miasmenlehre – Entwicklung und Grundbegriffe

„In Europa (auch in den anderen Welttheilen, so viel bekannt ist) findet man, Krankheitslehre, homöopathischeallen Nachforschungen zufolge, nur Miasmenlehredrei solcher chronischen Miasmen, deren Krankheiten sich mit Lokal-Symptomen hervorthun und von denen wo nicht alle, doch die meisten chronischen Uebel herkommen, nämlich erstens die Syphilis (auch sonst wohl von mir venerische Schankerkrankheit genannt), dann die Sycosis oder die Feigwarzenkrankheit und endlich die dem Krätz-Ausschlag zum Grunde liegende chronische Krankheit, die Psora, von welcher, als von der wichtigsten unter allen, zuerst die Rede sein wird.“ (Hahnemann, Chronische Krankheiten, Bd. 1, theoretischer Teil; im Folgenden: CK)
Über die Methode zur Anwendung potenzierter Arzneien nach dem Ähnlichkeitsgesetzes (2.1.1) hinaus gibt es in der Homöopathie eine eigene Theorie der Krankheitsentstehung und -entwicklung. Diese auf Beobachtungen von Krankheits- und Heilungsverläufen basierende „Theorie“ wurde von Hahnemann entwickelt und u. a. von Kent (33.1) und John Henry Allen$Hahnemann, Samuel weiter ausgearbeitet. Sie eröffnet dem homöopathischen Arzt Behandlungsmöglichkeiten, die über das Reparieren von Lokalbeschwerden oder die zeitweise Unterdrückung von aktuellen Beschwerden weit hinausgehen. Diese Theorie umfasst im Wesentlichen:
  • Die Beobachtung der $Kent, James TylerGesetzmäßigkeiten des Krankseins und des Heilens (Krankheits- und Heilungstheorie).$Allen, John Henry

  • Die Wahrnehmung von Krankheitsentwicklungen über das gesamte Leben eines Menschen (Systemtheorie), die Erkenntnis übergeordneter Symptomzusammenhänge (Miasmentheorie) – entweder gemäß der inneren Logik der Arzneimittel oder der miasmatischen Zusammenhänge innerhalb der Symptomatik des Patienten.

  • Und die Einsicht in das gesetzmäßige Wirken der Lebenskraft (vitalistisches Prinzip).

Um dieses Wissen in der Praxis nutzbringend einsetzen zu können, muss der Behandler mit der homöopathischen Krankheitslehre vertraut sein. Deren Kernpunkte sind, die
  • Lehre von den akuten (= akute Miasmen) und chronischen Erkrankungen (= chronische Miasmen), die

  • Differenzierung Miasmaakutesder chronischen Erkrankungen in Psora, MiasmachronischesPseudopsora (TuberkuliniePsoraPseudopsora), PseudopsoraSyphilis und Sykosis und der

  • MiasmatuberkulinischesTuberkuliniestadienhafte Verlauf dieser chronischen TuberkulinieMiasmen.

Im Wesentlichen Syphilishat die Lehre von den Sykosischronischen Krankheiten seit Hahnemann keine Veränderungen erfahren, wohl aber können einige seiner Postulate unter dem Licht moderner Forschung neu verstanden werden.
Miasma
Hahnemann formulierte den Begriff „Miasma“ zu einer Zeit, als Krankheitserreger – und was man Miasmaheute unter ihnen $Hahnemann, Samuelversteht – noch nicht bekannt waren. Mit Miasma (griech.: Befleckung, Schmutz; Ansteckungsstoff) beschrieb man damals auch in der Schulmedizin die Beobachtung, dass durch einen unbekannten Vorgang der Übertragung (z. B. über die Luft) Infektionen von Mensch zu Mensch stattfanden, es aber dafür keine hinreichende Erklärung gab. Man sah bei akuten Epidemien (Masern, Mumps, Röteln, aber auch Pest, Cholera, Typhus etc.), wie sich die Erkrankung miasmatisch verbreitete Epidemieund anscheinend von Mensch zu Mensch weitergegeben wurde, manchmal sogar ohne direkten Kontakt. Man vermutete eine Art giftiges Agens oder schädliche Dämpfe aus der Erde. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts fand die Wissenschaft mit dem Beginn der mikrobiologischen Forschung die Ursache für die Übertragung von Krankheiten in pathogenen Mikroorganismen und postulierte die These, dass jede akute Krankheit und Epidemie ihren spezifischen Erreger habe.
Chronische Krankheiten
Hahnemann erweiterte den Begriff des Miasmas schon in der vormikrobiologischen Ära Krankheitchronischeauch auf die chronischen $Hahnemann, SamuelKrankheiten und ging grundsätzlich von der infektiösen (= miasmatischen) Natur sowohl der akuten als auch der chronischen Krankheiten aus. Diese Infektionstheorie findet heute Unterstützung durch die moderne Forschung, die nachgewiesen hat, dass es chronische Infektionskrankheiten (Retroviren, onkogene Viren, Slow Viruses, Prionen, HIV, Herpes, CMV, Hepatitiden B, C, D, E etc.) und chronische Folgekrankheiten nach Infektionen (Autoimmunstörungen, rheumatische Erkrankungen etc.) gibt, die keine Selbstheilungstendenz aufweisen.
Lebenskraft
„Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende LebenskraftLebenskraft (Autokratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser innwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unseres Daseins bedienen kann.“ (Organon der Heilkunst, § 9)
Hahnemann betrachtete die Symptome von kranken Menschen als die sichtbar werdende Reaktion des Organismus auf diese $Hahnemann, SamuelInfektion und postulierte ein dynamisch energetisches Feld (nach Organon, § 11), bestimmt die verstimmte Lebenskraft den Organismus „zu so regelwidrigen Thätigkeiten […], die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß in seinen Wirkungen im Organism erkennbare Kraftwesen, giebt seine krankhafte Verstimmung nur durch […] Krankheits-Symptomen zu erkennen […].“ – die Lebenskraft, die als steuernde Instanz alle lebendigen Wesen durchdringt und „alle […] Teile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Tätigkeiten“ zusammenhält. (Organon, § 9)
Krankheitssymptome sind somit nicht als Ausdruck der Erkrankung an sich zu verstehen, sondern als Ausdruck der Reaktion der Lebenskraft auf einen störenden äußeren Einfluss. Dies ist eine autopoetische Betrachtung von Organismen als sich selbst formende, steuernde und regulierende Entitäten, die versuchen, innere Systeme aufrechtzuerhalten, die das Leben ermöglichen. Unter dem Einfluss äußerer Störgrößen versucht der Organismus, seine Grundeinstellung zu bewahren, indem er grundeinstellungsverändernden Einflüssen kontextbezogen entgegensteuert. Das Ergebnis dieser kontextuellen Gegensteuerung sind dann die Symptome der Krankheit.
Krankheit beginnt also immer als eine primäre „Verstimmung der Lebenskraft“: Eine Störgröße wirkt auf ein bisher stabiles autopoetisches System ein und erst infolge der Reaktion der Lebenskraft (Gegenregulation zur Aufrechterhaltung des inneren stabilen Zustandes) entstehen die Krankheitssymptome als Sekundärreaktion.
Miasmatische Ansteckung
Hahnemann warnte jedoch vor zu vielen „übersinnlichen Ergrübelungen“ und hypothetischen Erfahrung, reineÜberlegungen und bezog sich $Hahnemann, Samuelimmer auf das objektiv mit den Sinnen Wahrnehmbare am Krankheitsgeschehen: „Der vorurtheillose Beobachter […] nimmt […] an jeder einzelnen Krankheit nichts, als äußerlich durch die Sinne erkennbare Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele, Krankheitszeichen, Zufälle, Symptome wahr […]. Alle diese wahrnehmbaren Zeichen repräsentiren die Krankheit in ihrem ganzen Umfange, das ist, sie bilden zusammen die wahre und einzig denkbare Gestalt der Krankheit.“ (Organon, § 6)
Er hinterließ daher umfangreiche Symptombeobachtungen am Menschen, die unabhängig vom Wechsel der Paradigmen und Systeme ihre Gültigkeit haben und analysierte sie hinsichtlich ihrer Gesetzmäßigkeiten, da er sich die Frage stellte, weshalb manche Krankheiten ausheilen und manche nicht. So entwickelte er nach jahrzehntelanger Beobachtung und Analyse seiner Patienten seine Theorie der chronisch-miasmatischen Ansteckung und ordnete die Symptome den von ihm bis dahin beobachteten drei Grundmiasmen Psora, Syphilis und Sykosis zu. Erst später wurde von J. H. Allen, Ortega, Barthel, HorstHorst $Barthel, HorstBarthel, Laborde und Risch$Allen, John Henry das Konzept der $Ortega, Proceso SánchezPseudopsora ($Laborde, Yves$Barthel, HorstTuberkulinie) als $Risch, Gerhardviertes chronisches Miasma entwickelt.
Die PseudopsoraSprache der Natur und deren Tuberkulinievorurteilsfreie MiasmatuberkulinischesBeobachtung waren Hahnemanns Grundprinzipien, wie er selbst auch in seinen Schriften immer wieder betonte. Daher haben seine Darlegungen$Hahnemann, Samuel auch heute noch eine enorme praktische Bedeutung, indem sie uns klare Anhaltspunkte für die Beurteilung vom Zustand des Menschen in seiner chronischen Krankheit und von seiner Prognose geben.
Hahnemann beobachtete seine Patienten genau und die reine praktische Erfahrung mit den Menschen und ihren Symptomen $Hahnemann, Samuelbrachten ihn zu folgenden Schlussfolgerungen:
  • Es gibt Krankheiten, die von selbst heilen können.

  • Es gibt Krankheiten, die nicht von selbst heilen können.

Diese einfache Erkenntnis führt zwanglos in die Unterteilung aller Krankheiten in

  • akute, epidemische, selbstlimitierende Miasmen (= akute KrankheitenKrankheitakute),

  • chronische, sich nicht selbstlimitierende Miasmen (= chronische Krankheiten).Krankheitchronische

Akute Krankheiten

Miasmenlehreakute KrankheitUnter akuten Krankheiten versteht man alle Infektionskrankheiten mit selbstlimitierender Tendenz, die vom KrankheitakuteOrganismus prinzipiell ohne medizinische Unterstützung überwunden werden können. Sie beginnen mit einem Prodromalstadium, gehen über in die manifesten Krankheitserscheinungen und enden normalerweise nach einer Ausscheidungsreaktion (Krisis) oder einem Exanthem mit vollständiger Wiederherstellung der Gesundheit ohne Folgeerscheinungen,Ausscheidungsreaktion in Ausnahmefällen mit dem Tod. Hierzu zählen auch alle epidemisch auftretenden akuten Erkrankungen wie z. B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Influenza etc.
Die homöopathische Behandlung richtet sich auf die aktuellen, im Vordergrund stehenden Symptome des gegenwärtigen Krankheitszustandes. Die Wirkung des homöopathischen Mittels ist rasch (oft in Stunden, meist über Nacht) sichtbar. Eine Erstverschlimmerung tritt nicht oder nur extrem kurz (Minuten bis Stunden) auf.
Eigenschaften
  • Akute Krankheiten werden durch eine Infektion mit einem Erreger (Miasma) ausgelöst.

  • Der Erreger kann vom körpereigenen Abwehrsystem überwunden werden und persistiert nicht im MiasmaOrganismus, wenn die Krankheit vorüber ist.

  • Akute Krankheiten verlaufen typischerweise über eine Inkubationszeit (Prodromalstadium), einen Anstieg der Beschwerden bis zu einem Höhepunkt (Krisis), zeigen dann eine deutliche Ausscheidungsreaktion (Schweiß, Erythem, Diarrhoe, Blutung etc.) und klingen danach rasch wieder ab, wenn nicht der Tod eintritt.

  • Sie hinterlassen bei sonst gesunden Individuen keine Folgeerscheinungen.

Behandlungsstrategie
Die Unterscheidung der Behandlungsstrategie akuter und chronischer Erkrankungen ist von großer praktischer AkuttherapieBedeutung. Verschreibt man ein Arzneimittel für die aktuelle Situation, ist klar, dass die beabsichtigte Wirkung der Arznei in der Regel auch nur den momentanen Zustand erfasst, da nur dieser betrachtet wird. Alte Symptome oder Symptome einer bestehenden chronischen Krankheit werden nicht für die Mittelwahl herangezogen. Unproblematisch ist dies bei der Therapie der wirklich akuten Krankheiten. Es findet keine Unterdrückung und keine Syndromverschiebung statt. Der Arzt verschreibt quasi für die Gesamtheit der Symptome der akuten Krankheit, die kein größeres Spektrum (keine Altlasten) hat als eben den aktuellen Verlauf. Die akute Krankheit verschwindet unter dem richtigen homöopathischen Heilmittel rasch, sanft und ohne Folgeerscheinungen.

Chronische Krankheiten

Miasmenlehrechronische Krankheit„[…] die chronischen Miasmen (Psora, Syphilis, Sykosis), nimmt die verstandlose MiasmachronischesLebenskraft im Körper Krankheitchronischeohne Bedenken auf, vermag aber keins derselben nicht einmal zu mindern, geschweige denn eigenthätig wieder aus dem Organism zu entfernen; vielmehr läßt sie dieselben darin wuchern, bis der Tod oft nach einer langen, traurigen Lebenszeit dem Leidenden die Augen schließt.“ (Organon, Einleitung).
Unter chronischen Krankheiten versteht man alle Krankheiten, die keine selbstlimitierende Tendenz haben. Sie beginnen in der Regel schleichend, entwickeln sich zentripetal (von außen nach innen), systemübergreifend (von unwichtigen Organen zu wichtigen), schreiten unaufhaltsam fort und enden unbehandelt immer mit dem Tod. Der Organismus ist ohne medizinische Hilfe nicht in der Lage, die Gesundheit vollständig wiederherzustellen. Er kann nur den Zustand eines labilen Gleichgewichts (Latenzphase) herstellen zwischen der Dynamik der Erkrankung und den Versuchen des Organismus, das Fortschreiten der Krankheit zu begrenzen (Somatisierung). Hierbei stellt der Organismus immer die für ihn augenblicklich bestmögliche Anpassung an die Krankheit her. Symptome des Patienten sind Ausdruck dieses Anpassungsversuches. Bricht das labile Gleichgewicht zusammen schreitet die Krankheit auf eine zentralere Ebene voran (Sekundärstadium), bis sich ein neues labiles Gleichgewicht einstellt (oder der Tod eintritt).
Chronische Miasmen sind infektiöser Natur. Sie werden von Eltern an Kinder weitergegeben (hereditäre Form).
Eigenschaften
  • Chronische Erkrankungen sind infektiöser Natur und werden entweder direkt durch den oder die Erreger (Miasmen) oder dynamisch von einer Generation an die nächste weitergegeben.

  • Die Erreger (Miasmen) persistieren im OrganismusMiasma und/oder hinterlassen eine fortschreitende Schädigung auf zentraler Ebene.

  • Der Organismus ist nicht in der Lage, den Erreger (Miasma) zu überwinden oder die Schädigung langfristig aufzuhalten.

  • Chronische Erkrankungen können zeitweise in Latenzphasen („schubfreie Zeit“) übergehen, entwickeln sich aber ohne Behandlung schleichend weiter und enden mit dem Tod.

  • Chronische Krankheiten entwickeln sich zentripetal (von der Peripherie zum Zentrum, von unwichtigeren Organen zu wichtigeren) und systemübergreifend (Organwechsel in hierarchischer Reihenfolge).

  • Unterdrückung von Lokalsymptomen (scheinbar akute Lokalkrankheiten) führt zu einer Beschleunigung der Krankheitsentwicklung hin zu zentraleren Beschwerden.

  • Chronische Krankheiten äußern sich auch in ihrer Latenzphase (scheinbare Gesundheit) durch klar wahrnehmbare Symptome (3.4).

Behandlungsstrategie
Die Behandlung der chronischen Krankheit erfolgt durch die Berücksichtigung der KonstitutionstherapieGesamtheit der Symptome unter Einbeziehung der Gesamtheit der Symptome s. Symptomengesamtheitvollständigen historischen Krankheitsgeschichte (von SymptomeGesamtheitder Schwangerschaft, Geburt bis zur Gegenwart), der Krankheiten der Eltern, Geschwister und Großeltern und des aktuellen Geschehens. Die Wirkung des homöopathischen Mittels tritt ebenso rasch ein wie bei den akuten Krankheiten, die sichtbare Reaktion darauf hängt jedoch von der Schwere der Erkrankung ab und kann auch erst bis zu 35 Tage (selten auch länger) nach Mittelgabe eintreten. Die Erstverschlimmerung ist umso heftiger, je weiter die chronische Erkrankung vorangeschritten ist und/oder je höher man die Potenzstufe des Arzneimittels wählt.
Verschreibt der Arzt bei chronischen Erkrankungen ausschnittsweise für einen speziellen, scheinbar akut im Vordergrund stehenden Prozess (z. B. lästiger Hautausschlag, störende Warze, schubweise wiederkehrende Diarrhoe etc.), besteht die Gefahr einer Unterdrückung und der daraus resultierenden Symptomverschiebung zu zentraleren Organen.

Es ist wichtig, klar zu erkennen, ob eine vorliegende Krankheit oder ein Symptomenkomplex ein akutes Geschehen repräsentiert oder der Ausdruck eines chronischen Geschehens ist, das sich scheinbar akut darstellt.

Bedeutsam ist die Absicht, die therapeutische Strategie des Behandlers: In besonderen Situationen (z. B. Apoplexie, akuter Myokardinfarkt, Metrorrhagien etc.) steht eine bedrohliche Symptomatik so deutlich im Vordergrund, dass sie wie eine akute Krankheit imponiert und auch wie eine akute Krankheit behandelt werden muss. Das heißt: Nur die aktuell im Vordergrund stehenden Symptome werden für die Mittelwahl herangezogen!
Der Behandler ist sich in diesem Augenblick aber bewusst, dass er sich fokussiert. Ebenso weiß er, dass die akute Exazerbation nur der Höhepunkt einer langen Krankheitshistorie ist, die selbstverständlich als chronische Erkrankung zu betrachten ist. Sobald die akute Krise überwunden ist, muss der Arzt von der „akuten“ zur „chronischen“ Strategie wechseln.

Akut lebensbedrohliche Zustände im Rahmen einer chronischen Krankheit, werden wie akute Krankheiten behandelt: Nur die im Vordergrund stehenden Symptome werden zur Mittelwahl herangezogen. Aber: Nach Bewältigung der Krise sofort wieder auf „chronische“ Behandlungsstrategie zurückwechseln!

Für die Behandlung chronischer Krankheiten ist ein umfassendes Wissen notwendig. Hierzu gehört insbesondere die Kenntnis der Natur der chronischen Krankheiten, also ein Wissen um die Symptome der chronischen Krankheiten sowohl in ihrer Latenzphase als auch in ihrer sekundären Form (manifeste Krankheitsphase). Die heutige moderne Medizin weiß um die Bedeutung prädiktiver Marker (sogenannte Risikofaktoren) für die Entwicklung zukünftiger Erkrankungen. Hier finden sich also Parallelen zwischen der schulmedizinischen Krankheitslehre und der homöopathischen Theorie der chronischen Krankheiten. Allerdings definiert die Homöopathie bereits die oft nicht näher klassifizierbaren Frühsymptome als Teil einer chronischen Krankheit. Darüber hinaus vermeidet sie die Unterdrückung von Lokalsymptomen (z. B. Cholesterinsenkung) und fasst den Begriff der Prävention sehr viel weiter.

Die Miasmen – allgemeine Merkmale und praktische Relevanz

MiasmaIm Zuge langjähriger Forschungen fand Hahnemann, dass sich die Symptome der von ihm untersuchten und im homöopathischen Sinne chronisch kranken Patienten $Hahnemann, Samuelsystematisch in drei übergeordnete Kategorien einteilen ließen, die er als „chronische Miasmen“ bezeichnete. Er entdeckte, dass bei jedem dieser chronischen Miasmen eine spezifische Grunderkrankung Miasmachronischesvorhanden war und dass deren jeweilige Symptome sich bei allen untersuchten Patienten ähnelten. Nach diesen Grunderkrankungen benannte er die drei chronischen Miasmen:
  • PsoraPsora nach der zugrunde liegenden Krätzkrankheit.

  • SykosisSykosis nach der zugrunde liegenden Feigwarzenkrankheit (Tripper).

  • SyphilisSyphilis nach der zugrunde liegenden Syphilis.

FeigwarzenkrankheitDurch den hereditären Charakter und den stadienhaften SyphilisVerlauf der chronischen Miasmen (3.4.1, 3.4.2, 3.4.3, 3.4.4) müssen die Symptome der eigentlichen „Grunderkrankung“ beim Patienten nie vorhanden gewesen sein, wohl aber in vorhergehenden Generationen. Später ergänzte John Henry Allen aufgrund umfangreicher klinischer Beobachtungen ein weiteres Miasma, die
  • Pseudopsora Pseudopsoraals hereditäre Verbindung

    • von Psora und Sykosis (sykotische Pseudopsora) – oder

    • von Psora und Syphilis (syphilitische Pseudopsora).

Hahnemann fand weiterhin heraus, dass bei der Betrachtung der Miasmen bezüglich deren Übertragung, Entwicklung und deren stadienhaften Verlauf gleiche Prinzipien gelten. Er erkannte die Bedeutung seiner Entdeckung für die Betrachtung von Krankheitsfällen und er entwickelte detaillierte Therapieanweisungen zur Heilung der chronischen Krankheiten.

Prinzipien

  • Infektiöse Natur chronischer Krankheiten: Psora, Pseudopsora, Sykosis und Syphilis sind ansteckend: Chronische Krankheiten sind wie die akuten Krankheiten primär exogener MiasmenlehreGenese, können InfektionMiasmaaber vom Organismus Ansteckung, Miasmanicht abgeschüttelt werden, sondern platzieren sich dauerhaft im Körper. Die beständigen Versuche, das biologische innere Gleichgewicht unter der ständig störenden Einwirkung des chronischen Pathogens zu erhalten, führen zu den Krankheitssymptomen (Regelkreisgegensteuerung).

  • Weitergabe an die nächste Generation (= hereditäre chronische Krankheiten): Chronische Krankheiten werden an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Dies zeigt sich häufig in MiasmaKrankheitchronische-spezifischen Stigmata, die bei den Nachkommen erkrankter Eltern festzustellen sind. Die Behandlung zukünftiger Eltern und der Stigma, miasmatischesMutter in der Schwangerschaft dienen daher einer wichtigen Krankheitsprophylaxe.

  • Lokalaffekt als Schutz des Organismus vor der inneren Krankheit: Da die Symptome der Krankheit als Versuch einer Gegensteuerung gegen einen pathogenen Einfluss zu verstehen sind, Lokalsymptomkann man sie als die zunächst bestmögliche Reaktion des Organismus auf die Störgröße (Erreger, Miasma) betrachten. Gelingt es dem Organismus, eine stabile lokale Symptomatik (z. B. einen Hautausschlag) zu schaffen, gibt dies den Hinweis auf eine Stabilisierung des Systems, wenn auch auf einem „ungesunden“ Niveau. Die von der Lebenskraft veranlasste Gegensteuerung hat quasi ein Ventil geöffnet, durch das „Dampf“ abgelassen werden kann. Der Organismus wird temporär entlastet, jedoch ohne grundsätzliche Veränderung des aktiven Krankheitsprozesses.

  • Unterdrückung verschlimmert das chronische Leiden: Wenn man den Lokaleffekt unterdrückt (das Ventil verschließt), UnterdrückungLokalsymptomverschlechtert sich die innere Krankheit. Umgekehrt LokalsymptomUnterdrückungverbessert sich das innere Leiden, wenn der Lokalaffekt sich verschlechtert (Druckentlastung). Es ist also aus homöopathischer Sicht eindeutig abzulehnen, Lokalkrankheiten rein lokal unterdrückend zu behandeln – es sei denn das Überleben des Patienten hängt momentan davon ab.

  • Keine spontane Selbstheilungstendenz: Chronische Krankheiten heilen nicht von selbst aus. Sie entwickeln sich systemübergreifend von außen nach innen weiter und enden immer mit dem Tod.

Praktische Relevanz

Die Kenntnis der Symptome der chronischen Krankheiten (Psora, Pseudopsora, Sykosis und Syphilis), also das Wissen, wie sich die Krankheit im Menschen ausprägt, ist die Voraussetzung für das Erkennen des Krankheitsprozesses in seiner Art, seinem Stadium und seinem Verlauf während der Behandlungsphase. „Man sieht nur das, was man kennt“!
Die Prinzipien der Miasmenlehre sind also von großer Bedeutung für das ärztliche Handeln:
  • Krankheitsprophylaxe, z. B. die Behandlung der Eltern vor oder während der Schwangerschaft mit dem passenden Homöopsorikum, -Prophylaxepseudopsorikum, -sykotikum, -syphilitikum für gesündere Nachkommenschaft.

  • Der Arzt muss die Unterdrückung Homöopseudopsorikumder Primäraffekte sowie aller Folgesymptome verhindern. Diese außerordentliche Entdeckung wird weltweit verkannt, und ihr ständig zuwidergehandelt.

  • Verlauf der homöopathischen Behandlung (7.2, 7.3, 7.4): Das Wiederauftreten eines unterdrückten Lokalleidens während einer homöopathischen Therapie weist auf einen Heilungsverlauf hin und darf keinesfalls lokal behandelt werden (Wiederauftreten alter Symptome, zentrifugale Richtung der Symptome).

  • Die Kenntnis des zugrunde liegenden Miasmas kann die Wahl des erforderlichen Heilmittels entscheiden.

  • Die Behandlung von chronischen Erkrankungen schon im Latenzstadium (s. u.), die nur möglich ist durch die Kenntnis der Lehre und der Symptomatologie der chronischen Krankheiten.

Prognosestellung
Die Prognose einer Erkrankung ist einerseits abhängig von der Konstitution des Patienten (Alter, Lebensenergie, PrognoseReaktionsfähigkeit, frühere unterdrückende Maßnahmen), andererseits aber auch vom Krankheitsstadium. Eine Sykosis III (3.4.2) z. B. ist schwer zu behandeln und bedarf einer langfristigen Strategie. Nur durch Kenntnis der Krankheitsstadien lässt sich eine Prognose abschätzen.

„Die Heilung zehn-, zwanzig-, dreißig- und mehrjähriger großer chronischer Krankheiten (wenn sie nicht vorher durch ein Übermaß allöopathischer Kuren verhudelt oder wohl gar, wie so oft, bis zur Unheilbarkeit verdorben worden) kann man schnell verrichtet nennen, wenn man sie in einem bis zwei Jahren zustande bringt.“ (CK, Bd. 1, theoretischer Teil)

Verlaufsbeurteilung
Sieht man während der homöopathischen Therapie schwerer Erkrankungen eine Verschiebung auf eine niedrigere VerlaufsbeurteilungEbene der vorliegenden chronischen Erkrankung (z. B. von sekundärer Psora zur latenten Psora oder von Sykosis II zu Sykosis I), ist die Prognose positiv, weil dies per definitionem ein Heilungsverlauf ist. Ein Wiederauftreten alter Symptome ebenso. Aktuelle PrognoseSymptome der Psora, Pseudopsora, Sykosis oder Syphilis sind wichtige Verlaufsparameter in der Behandlung. Nur ihr Verschwinden zeigt einen echten und dauerhaften Heilerfolg an.

Solange ein Miasma (Psora, Pseudopsora, Sykosis, Syphilis) aktiv ist, muss der Therapeut „misstrauisch“ bleiben.

Miasmatische Krankheitsphasen

Hahnemann unterteilt den Verlauf der chronischen Krankheiten in drei Phasen:
  • In der $Hahnemann, SamuelLatenzphase fühlt sich der Mensch noch weitgehend gesund und nur „kleinere“ LatenzphaseKrankheit, chronischeBeschwerden führen zu geringfügigen Störungen im Allgemeinbefinden. Die Symptome zeigen sich auch nicht ständig, sondern können intermittierend auftreten und zeitweise wieder verschwinden. Unterdrückende medikamentöse Therapien bewirken eine schnelle und deutliche Linderung der Beschwerden.

Schicksalsschläge, große emotionale Belastungen, Kummer, übermäßige körperliche oder geistige Anstrengungen, Traumata, akute Infekte etc. können eine Erkrankung aus dem Latenzstadium in die Sekundärphase bringen (Krankheitsschub).

  • In der Sekundärphase entwickeln sich die Symptome zu einer größeren Heftigkeit, SekundärstadiumKrankheit, chronischebeeinträchtigen das Allgemeinbefinden bereits stark. Die Krankheitsphasen werden länger oder zeigen keinen intermittierenden Verlauf mehr. Erste Organpathologien beginnen sich zu entwickeln. Unterdrückende medikamentöse Therapien brauchen höhere Arzneimengen und wirken nur noch partiell und immer kurzfristiger.

  • In der Tertiärphase zeigen sich manifeste Organpathologien ohne Remissionstendenz. Die TertiärstadiumKrankheit, chronischeKrankheitszeichen entwickeln hartnäckige Beständigkeit. Das Allgemeinbefinden ist deutlich beeinträchtigt. Unterdrückende medikamentöse Therapien müssen entweder ständig und in oft rasch steigender Dosierung oder sogar in Kombinationen angewendet werden. Massive Eingriffe (Chirurgie, Chemotherapie, Bestrahlung etc.) werden nötig.

Die Kenntnis der Symptome einer Erkrankung in der Latenzphase ist von eminenter Bedeutung für die rechtzeitige Behandlung der chronischen LatenzphaseKrankheit, chronischeErkrankungen. Noch lange vor der Manifestation von schwereren Organpathologien lässt sich hier kurativ eingreifen und Schlimmeres verhindern. Viele sogenannte „funktionelle Beschwerden“ oder scheinbar „psychosomatische Symptome“, die oft als nebensächlich abgetan werden, sind der Schlüssel zu einem tieferen SymptomepsychosomatischeKrankheitsverständnis, wenn man deren Bedeutung im Gesamtzusammenhang der chronischen Krankheiten der Menschen sehen und verstehen kann.
Auch bei der Behandlung schwerer Krankheiten (neurologische Krankheiten, Krebs, Diabetes, etc.) ist das Wissen um die verschiedenen Stadien der chronischen Krankheiten sehr wichtig. Im Fall eines Wiederkehrens von Symptomen früherer Stadien wird erkennbar, dass das therapeutische Eingreifen tatsächlich heilend ist.

Die Rückkehr der Krankheit zu früheren Stadien bestätigt den richtigen Therapieverlauf.

Mehrmiasmatische Erkrankungen

Miasmamehrmiasmatische ErkrankungenDie Erfahrung mehrerer Generationen von Homöopathen zeigt, dass bei vielen Patienten nicht nur ein Krankheitmehrmiasmatischeeinzelnes Miasma als Grundlage ihrer Störungen vorliegt, sondern eine Verquickung von zwei oder sogar mehreren Miasmen – zu jeweils unterschiedlichen Anteilen – besteht. Als Begründung wird eine Miasmenvermischung oder ein Erklärungsmodell mit jeweils übereinander gelagerten Schichten (Zwiebelschalenmodell) der einzelnen Miasmen herangezogen.
Da in der Praxis das zur Symptomatologie des Patienten passende Mittel verschrieben wird und viele Medikamente mehrmiasmatisch wirksam sind, gelingt es häufig, zufällig Heilungsverläufe zu induzieren, ohne die zugrundeliegende Miasmatik auch inhaltlich erfasst zu haben. Doch bei komplexen Krankheitsgeschehen wird die Therapie erfolgversprechender, wenn der Therapeut innerhalb der Gesamtheit der Symptome den mehrmiasmatischen Kontext erfassen und zuordnen kann (Abb. 3.1). Mehrmiasmatische Erkrankungen erfordern wesentlich häufiger einen strukturierten Mittelwechsel als die einfachen Störungen. Kennt der Therapeut die „miasmatischen Leuchttürme“, die einen Mittelwechsel anzeigen, entwickeln sich die Heilungsverläufe prägnanter und klarer.

Chronische Miasmen und ihre Heilmittel – Grundsätzliches

MiasmachronischeHahnemann gelangte im Zuge seiner Studien zu der Erkenntnis, dass für jedes der chronischen Miasmen bestimmte „$Hahnemann, Samuelhomöomiasmatische“ Arzneimittel besonders angezeigt sind. Seine Hauptarzneimittel waren Sulfur für die Psora, Thuja für die Sykosis und #SulfurPsoraMercurius für die Syphilis. Neben #ThujaSykosisdiesen Medikamenten wurden von ihm und den späteren #Mercurius solubilisSyphilisAutoren aufgrund der Ähnlichkeit zu den Symptomen der jeweiligen chronischen Miasmen noch eine Reihe von anderen Medikamenten als homöomiasmatisch wirksam eingestuft, Medikamente also, die in der Lage sind, tiefgreifende, chronische Störungen zu heilen (eine Liste mit den Medikamenten findet sich am Ende der Kapitel zu den einzelnen Miasmen 3.4.1, 3.4.2, 3.4.3). Interessant ist hierbei, dass viele Medikamente Symptome von zwei oder sogar allen drei Miasmen im Arzneimittelbild zeigen, also „mehrmiasmatisch“ wirksam sind.
Im Zuge der Überarbeitung der Miasmenlehre von Hahnemann gelangten einige Autoren zu Ergebnissen, die von denen Hahnemanns abweichen, so sind z. B. nach Sanchez Ortega Calcarea carbonica für die Psora und Pulsatilla$Ortega, Proceso Sánchez für die Sykosis spezifisch. Für die #Calcium carbonicumPsoraPseudopsora (Tuberkulinie#PulsatillaSykosis) ist nach J. H. Allen TuberculinumPseudopsora das Hauptmittel.

Die Kenntnis der Symptome und des Verlaufs der chronischen Krankheiten hat praktische Bedeutung bei der Klassifizierung von Erkrankungen, deren Prognosestellung, deren Therapie und deren Verlaufsbeurteilung.

MiasmatuberkulinischesIm Folgenden werden dieTuberkulinie chronischen Miasmen, wie Hahnemann#TuberculinumPseudopsora sie beschrieb, detailliert behandelt. Um das Verständnis zu erleichtern und der Übersichtlichkeit wegen, $Hahnemann, Samuelwird seine Miasmenlehre z. T. mit heutiger Terminologie versehen und tabellarisch geordnet. Da dies immer eine Verkürzung der detaillierten Originalbeschreibung der Symptome ist, empfiehlt es sich für den Praktiker, zusätzlich den vollen Wortlaut in den „Chronischen Krankheiten“ bzw. im „Organon der Heilkunst“ nachzulesen. Klinische Begriffe werden als Stichworte für das Gedächtnis verwendet, die daran erinnern, dass der Patient mit dem entsprechenden Symptom möglicherweise an einer chronischen Störung leidet und sind ein Hinweis darauf, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit dieser Krankheit notwendig ist, will man „ein ächter Heilkünstler“ sein (vgl. Organon, § 104).

Die Miasmen im Einzelnen

Ein echtes Verständnis dessen, was chronische Krankheiten im Allgemeinen und die vier chronischen Miasmen im Speziellen sind, kann durch die Erfahrung am Patienten erreicht werden, setzt aber das Wissen und die Fähigkeit voraus, Symptome und Symptomenkomplexen zu erkennen. Eine praktische Hilfe können hier z. B. auch das „Miasmatische Symptomenlexikon“ von Horst Barthel und das „Repertorium miasmatischer Symptome“ von Laborde und Risch $Barthel, Horstsein, die das unten aufgeführte Wissen gebündelt und in $Laborde, YvesSymptomensammlungen nach dem „Kopf-zu-Fuß-$Risch, GerhardSchema“ (5.3.4) enthalten.

Psora

Psora„In den unvenerischen, folglich am gewöhnlichsten, aus Psora entstandenen, chronischen Krankheiten, Miasmapsorischesbedarf man zur PsoraHeilung oft mehrer, nach einander anzuwendender, antipsorischer Heilmittel, doch so, daß jedes folgende dem Befunde der, nach vollendeter Wirkung des vorgängigen Mittels übrig gebliebenen Symptomen-Gruppe gemäß, homöopathisch gewählt werde.“ (Organon, § 171)
Die Psora ist laut Hahnemann und auch nach den Erfahrungen in der heutigen Miasmapsorischeshomöopathischen Praxis das Psorahäufigste chronische Miasma. $Hahnemann, SamuelMan versteht unter Psora eine spezifische chronische Diathese, deren Erstmanifestation ein juckender Hautausschlag ist (der bei vererbter Psora fehlen kann) und dessen Unterdrückung (auch in früheren Generationen) Hautauschlag, Psorazu erheblichen Folgekrankheiten beim Patienten und/oder dessen Nachkommen führt und keinerlei Selbstheilungstendenz aufweist.
Da es sich bei der Psora (wie auch der Pseudopsora, Syphilis und Sykosis) um kein theoretisches Konstrukt, sondern um eine konkret fassbare Erkrankung handelt und da die latente Psora eines der in der Praxis häufigsten Krankheitsstadien ist, werden zunächst die Symptome der latenten Psora (nach Hahnemann, CK) praxisnah so weit als möglich vollständig tabellarisch aufgeführt und mit klinisch orientierten Diagnosen sowie den jeweiligen Repertoriumsrubriken (Complete Repertory) versehen (Tab. 3.1).
Symptome der Psora in der Latenzphase
Psora Symptome

Sind einige oder mehrere dieser Beschwerden auch nur zeitweise vorhanden, ist der Mensch nicht gesund, auch wenn keine spezielle Krankheit (Diagnose) festgestellt werden kann – er leidet im homöopathischen Sinn unter latenter Psora.

Sekundärstadium der Psora
PsoraDiagnosen, klinischeHahnemannLatenzphasePsora beschreibt auf 31 MiasmapsorischesSeiten detailliert die Symptome der sekundären Psora („Chronische Krankheiten“, „Natur der chronischen Krankheiten“). SekundärstadiumPsoraWir können hier PsoraSekundärstadiumnur eine MiasmapsorischesZusammenfassung der wichtigsten klinischen Diagnosen geben, unter die sich diese Symptome einordnen lassen. Es sei eindringlich darauf hingewiesen, dass die umfassende Beschreibung in ihrer schönsten und praktischsten Form bei Hahnemann selbst nachzulesen ist.
  • Psyche: Depression, Psychosen, Angstneurosen, Suizidalität, Anpassungsstörungen, Dyslalie (Stottern), Pavor nocturnus.

  • Kopf: Migräne, Trigeminusneuralgie.

  • Augen: Myopie, Hyperopie, Diplopie, Corneaulzerationen, Pupillenödem, Linsentrübung, Sehstörungen, Augenmigräne, Mouches volantes, Nachtblindheit.

  • Ohren: Hyperakusis, Schwerhörigkeit, Tinnitus, Ohrekzeme.

  • Mund – Zähne – Hals: Parodontose, Aphthen, Speichelfluss, Geschmacksstörungen, Lymphdrüsenschwellungen.

  • Magen: Ober und Unterbauchschmerzen, Gastritis, Magenkoliken, Sodbrennen, ständige morgendliche Nausea, Flatulenz, Bluterbrechen, Schluckauf, Schluckstörungen, Heißhunger, Appetitverlust.

  • Abdomen: Leberschmerzen, Pankreatitis, Hepatitis, Diarrhoe, Hämorrhoidalbeschwerden, Rektumpolypen.

  • Harnwege: Miktionsstörungen, Urethrastrikturen, Prostatorrhoe.

  • Geschlechtsorgane: Spermatorrhoe, Potenzstörungen, Libidostörungen, Sarcocele, Hodenschmerzen, Menstruationsstörungen, menopausales Syndrom, Leukorrhoe, Vaginitis, Abortneigung, Schwangerschaftsbeschwerden, Mammaatrophie, Mastitis, Sterilität bei Mann und Frau.

  • Kehlkopf: chronische Laryngitis.

  • Atemwege: Bronchitiden, Asthma.

  • Herz-Kreislauf: Angina pectoris, paroxysmale Tachykardie nachts, orthostatische Dysregulation.

  • Bewegungsapparat: Knochenschmerzen, Arthralgien, Dislokationen, HWS-Syndrom, BWS-Syndrom, Diskusprolaps, Ischialgie, Ganglion.

  • Schlaf: Durchschlafstörungen.

  • Haut: vielfältige Dermatosen (juckend), Urtikaria. Psoriasis capitis, Atherome, Gesichtserysipel, periorale Dermatosen, braune Nävi, Chloasma, Veruccae, Erysipel, Panaritien, Abszesse, Hyperhidrosis, Alopecia areata.

  • Allgemeines: Anästhesien, Dysästhesien, Parästhesien, Tics, Tremor, Epilepsie, Vertigo, Synkopen, Erkältungsneigung, Ödemneigung, chronisches Erschöpfungssyndrom.

Tertiärstadium der Psora
PsoraTertiärstadiumIm dritten Stadium der Psora, auch in Verbindung mit anderen Miasmen finden sich dann die Erkrankungen mitTertiärstadiumPsora sichtbaren und schweren Organpathologien.
Anmerkung des Autors: Laborde (1998) extrahiert aus Hahnemanns Liste der sekundären Psora zahlreiche Symptome und $Laborde, Yvesordnet sie anderen Miasmen zu. Nach Laborde$Hahnemann, Samuel hat Hahnemann die Sykosis unterschätzt und daher nicht vollständig erforscht.$Laborde, Yves Er konnte daher nach $Hahnemann, SamuelLaborde folglich einige SykosisSymptome der Sykosis und Syphilis nicht eindeutig zuordnen und reihte sie in die Liste der $Laborde, Yvesmanifesten Psora mit ein.
Homöopsorika
PsoraArzneimittelAllgemeines – Psora: Acon., Aesc., Agar., Alco., Aln., Alum., Alumn., Am-c., Am-m., Ambr., Amyg-am., Anac.,Homöopsorikum Ang., Anh., Ant-c., Ant-t., Apis, Aran., Arg., Arg-n., Arn., Ars., Ars-i., Ars-s-f., Asaf., Asar., Astra-e., Aur., Aur-m., Bac., Bar-c., Bell., Berb., Berb-a., Beryl., Bism., Bor., Bor-Ac., Bov., Brom., Bry., Bufo, Buni-o., Calc., Calc-Acet., Calc-F., Calc-p., Calc-S., Camph., Cann-s., Canth., Caps., Carb-an., Carb-v., Caust., Cham., Chel., Chin., Cic., Cina, Cinnb., Clem., Coc-c., Coca, Cocc., Coff., Colch., Coloc., Con., Cortiso., Croc., Cupr., Cycl., Cyna., Daph., Des-ac., Dig., Dros., Dulc., Euph., Euph-cy., Euph-l., Euphr., Ferr., Ferr-ar., Ferr-ma., Ferr-p., Fl-ac., Flav., Galph., Graph., Guai., Guat., Halo., Ham., Harp., Hell., Helon., Hep., Hip-ac., Hir., Hist., Hydr., Hydr-ac., Hyos., Hypoth., Iber., Ign., Iod., Ip., Kali-ar., Kali-bi., Kali-c., Kali-i., Kali-n., Kali-p., Kreos., Kres., Lac-c., Lac-d., Lach., Laur., Led., Levo., Lil-t., Lob., Lyc., M-arct., M-aust., Mag-c., Mag-m., Mag-s., Mand., Mang., Merc., Merc-c., Mez., Mill., Mim-p., Morph., Mosch., Mur-ac., Murx., Nat-c., Nat-m., Nicc., Nit-ac., Nux-v., Oci., Okou., Ol-j., Olnd., Onop., Op., Orig., Palo., Par., Paraph., Ped., Perh., Pers., Petr., Ph-ac., Phenob., Phos., Plat., Plb., Plb-acet., Plb-m., Pneu., Podo., Prot., Psor., Puls., Ran-b., Rauw., Reser., Rheum, Rhod., Rhus-t., Rib-ac., Rumx., Ruta, Sabad., Sabin., Samb., Saroth., Sarr., Sars., Sec., Sel., Seneg., Sil., Spig., Spong., Squil., Stann., Staph., Stram., Stront-c., Sul-ac., Sulph., Tarax., Tell., Teucr., Thala., Thiop., Thuj., Thyr., Trif-p., Trio., Tub., Tub-r., Ven-m., Verat., Visc., Zinc.

Pseudopsora – Tuberkulinie

PseudopsoraFür Künzli ist der MiasmapseudopsorischesTuberkulinismus kein Tuberkulinieeigenständiges Miasma, Miasmatuberkulinischessondern ein besonderer Ausdruck der $Künzli von Fimmelsberg, JostPsora (Künzli 1963). J. H. Allens These, die Tuberkulose sei als eine mit Psora verkomplizierte Syphilis zu verstehen, folgte Künzli$Allen, John Henry nicht, weil er nicht über Hahnemann hinausgehen wollte. Nach Horst $Künzli von Fimmelsberg, JostBarthel enthält die Pseudopsora$Hahnemann, Samuel insbesondere den alten Begriff der $Barthel, HorstSkrophulose (= lymphatisch-Pseudopsoraexsudative MiasmapseudopsorischesDiathese) und findet ihr Spezifikum in SkrophuloseTuberculinum. Diatheselymphatisch-exsudativeOrtega postulierte wie J. H. Allen eine psorisch-sykotische (leichte) und psorisch-$Ortega, Proceso Sánchezsyphilitische (schwere) Form. Dieser Auffassung folgt der Autor. $Allen, John HenryLaborde und Risch schaffen mit der Systematisierung der pseudopsorischen Symptome im „Repertorium $Laborde, Yvesmiasmatischer Symptome“ die $Risch, GerhardMöglichkeit, die Pseudopsora-Theorie im Praxisalltag zu nutzen. Hilfreich ist auch ihre Einteilung in die sykotische PseudopsoraTuberkulinie und die syphilitische Tuberkulinie, womit sie sich in Übereinstimmung Tuberkuliniemit MiasmatuberkulinischesOrtega befinden.
Symptome der Pseudopsora
PseudopsoraSymptomeMettler hat in Anlehnung an Risch und Laborde folgende Symptome beschrieben, die in der Praxis helfen, die sykotische (Tab. 3.2) und syphilitische Tuberkulinie (Tab. 3.3) zu differenzieren bzw. zu erkennen.
Homöopseudopsorika
HomöopseudopsorikumPseudopsoraArzneimittelTuberkulinieArs., Calc., Cham., Chin, Cina, Graph., Hep$Ortega, Proceso Sánchez., Iod., Kali-bi., Lyc., merc., Nat-m., Petr., Psor., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph., Thuj., Tub.

Sykosis

SykosisUnter Sykosis versteht man in der Homöopathie heute einen spezifischen Symptomenkomplex, der, ausgehend von einer primär chronischen urogenitalen Infektion schrittweise den gesamten Organismus befällt. Wie bei den anderen chronischen Miasmen kann die Sykosis auch hereditär übertragen werden, sodass trotz „sykotischer“ Symptome die primäre Infektion beim Patienten fehlen kann.
Wichtige Indizien für das Vorliegen einer Sykosis sind: Rezidivierende Zystitiden, Urethritiden, fischiger Geruch von Absonderungen, Kondylome, Erkrankungen des Uterus, der Eileiter, der Prostata, Hoden und Nebenhoden, Spider-Nävi, Candidosen und Krankheiten als Folge von Impfungen.
Grundsätzliches zur Sykosis
Um über das schulmedizinische Krankheitsbild des Trippers hinaus zum viel weiter gefassten Bild der Sykosis im homöopathischen Sinn zu gelangen sollen zunächst einige Aussagen älterer und aktueller Forschung gegenübergestellt werden. Dies scheint sinnvoll, da gerade die Sykosis (auch exemplarisch für die Psora und die Syphilis) mit all ihren unterschiedlichen Gesichtern anhand heutiger Forschungsergebnissen aktuell verständlicher interpretiert werden kann.
Betrachtet man die ältere homöopathische Literatur, so lässt sich die Sykosis in der Essenz folgendermaßen beschreiben (nach Spinedi):
  • Die Sykosis hat mit Feigwarzen (Kondylomata) zu tun (Hahnemann).

  • Die Sykosis hat mit der Pockenkrankheit zu tun (Bönninghausen).

  • Die Sykosis wird durch Geschlechtsverkehr oder Vererbung übertragen (Hahnemann, J. H. Allen).

  • Die Sykosis wird auch übertragen, wenn keine Gonokokken mehr vorhanden sind (Hahnemann, Kent, J. H. Allen).

  • Die Sykosis hat viel mit Gonorrhoe zu tun (Künzli).

  • Dies Sykosis ist durch Antibiose nicht beeinflussbar (P. Schmidt, Künzli).

Aufgrund heutiger mikrobiologischer Erkenntnisse können wir darüber hinaus präzisieren:
  • Die Feigwarzen sind durch Papillomavirus hervorgerufen.

  • Die Pocken sind durch das Variolavirus hervorgerufen (Papillomavirus, humanes (HPV)dieselbe Virengruppe wie Mollusca contagiosa).

  • Virale Krankheiten, die durch VariolavirusGeschlechtsverkehr übertragen werden können, werden auch vererbt oder diaplazentar übertragen.

  • Viren können zusammen mit der Gonorrhoe erworben werden.

Bei Betrachtung der früheren Einteilung der Sykosis durch die alten Autoren lassen sich ferner folgende Aussagen treffen:
  • Es gibt eine Gonorrhoea simplex (Gonorrhoe ohne Begleitinfektion mit akutem Verlauf und ohne Chronifizierung).

  • Es gibt eine primär GonorrhoeSykosischronische Gonorrhoe (Sykosis)

    • mit Feigwarzen (Gonococcus mit Papillomavirus),

    • ohne Feigwarzen (Infektion mit dem Gonococcus und mit anderen Mikroorganismen wie Chlamydien, Trichomonaden, Mykoplasmen u. a.).

Unter Betrachtung dieser Erkenntnisse weisen insbesondere folgende heute bekannte Erreger auf eine sykotische Infektion hin (Tab. 3.4).

Die Sykosis ist somit zumindest teilweise auch als eine chronische Infektion mit den oben genannten Erregern und deren Auswirkungen zu betrachten.

Neben den obigen Überlegungen, die zu einem InfektionSykosismodernen Verständnis der Sykosis beitragen können, spielt die homöopathische Einteilung der Sykosis in Latenz-, Sekundär und Tertiärphase eine wesentliche Rolle beim praktischen Umgang mit der Sykosis. Bei der Darstellung dieser Krankheitsstadien greift der Autor zum besseren Verständnis auf die Erkenntnisse unterschiedlicher, namhafter Autoren zurück (Hahnemann, Künzli, J. H. Allen, Laborde).
Primäre Sykosis (Sykosis I) nach Hahnemann (Tab. 3.5)
Nach Hahnemann ist die Sykosis, gleich der Feigwarzenkrankheit, Sykosisprimäredurch PrimärstadiumSykosisBeischlaf angesteckt.
Sekundäre Sykosis (Sykosis II) nach Künzli
Die Feigwarzen werden üblicherweise unterdrückt, sodass es Sykosissekundärein der SekundärstadiumSykosisFolge anschließend zu $Künzli von Fimmelsberg, Jostsekundären Symptomen kommt (Verschiebung der Krankheit zu zentraleren Organen).
Zur Sykosis II gehört ebenso die ererbte Sykosis, also die Symptome und Stigmata, die die nächsten Generationen nach der Primärinfektion tragen (J. H. Allen). Nach KünzliStigma, miasmatisches gehören die in Tab. 3.6 genannten Erkrankungen zum sykotischen Formenkreis und repräsentieren die Sykosis in $Künzli von Fimmelsberg, Jostihrer sekundären Form.
Tertiäre Sykosis III nach J. H. Allen
SykosistertiäreDie Sykosis III (Tab. 3.7) ist das Folgestadium der TertiärstadiumSykosisSykosisunbehandelten oder unterdrückten $Allen, John HenrySykosis II und tritt mit einer Latenzzeit von 90 Tagen bis zu zwei Jahren auf.
Sykosis III bei Kindern nach Kent
In seinem Buch „Zur Theorie der Homöopathie“ gibt Kent seine Erfahrungen zu den sykotischen Symptomen bei Kindern Sykosisweiter:
  • Anämie bereits bei Kindern.

  • Cholera infantum (Sommerdurchfälle).

  • Frühe Tuberkulose.

  • Schlecht wachsende Kinder.

  • Ophthalmie.

  • Koliken der Säuglinge.

  • Wund fressende Durchfälle seit der Geburt.

  • Urin und Fäzes machen wund.

  • Warzen von der Geburt an.

  • Naevus flammeus.

  • Schniefen bei Kindern.

  • Kinder riechen säuerlich.

  • Gichtknoten bei Säuglingen.

  • Marasmus.

  • Zwergwuchs.

Sykosis nach Laborde
In den „Hereditären chronischen Krankheiten“ gibt Laborde eine Übersicht über die Sykosis.
  • Unter Sykosisprimärer $Laborde, Yvesmiasmatischer Belastung versteht Laborde die genetische Belastung und die Symptome, die in der Vorgeneration oder vor der Geburt vorgekommen sind.

  • Die sekundäre miasmatische Belastung ist die krankhafte Biographie des Patienten und dessen Stigmata die hereditär oder erworben sein können.

Speziell für die Sykosis führt Laborde die Symptome in Tab. 3.8 Stigma, miasmatischesan.
Homöosykotika
Allgemeines – Sykosis: Acet-Ac., Adlu., Aesc., Agar., Agn., Alum., Alumn., Am-c., Am-M., Anac., Anan.,Homöosykotikum Ang., Ant-c., Ant-t., Anthraco., Apis, Aran., Arg-m., Arg-n., Arist-cl., Arn., Ars., Asaf., Asar., Asim., Aspar., Aster., Aur., Aur-m., Aur-m-n., Bar-c., Benz-ac., Berb., Berb-a., Bor., Bov., Bry., Bufo, Calad., Calc., Cann-i., Cann-s., Canth., Caps., Carb-ac., Carb-an., Carb-v., Carbn-s., Carc., Cast., Caul., Caust., Cedr., Cham., Chim., Chin., Cic., Cimic., Cinnb., Clem., Cob-n., Coc-c., Coch., Colch., Coloc., Con., Cop., Croc., Crot-h., Croto-t., Cub., Cupr-acet., Cupre-aust., Cycl., Cyna., Dig., Dor., Dulc., Epig., Erech., Erig., Ery-a., Eup-pur., Euph., Euph-pi., Euphr., Fago., Ferr., Fl-ac., Flav., Gamb., Gels., Gnaph., Graph., Guai., Guat., Ham., Helon., Hep., Hydr., Influ., Iod., Iris, Kali-bi., Kali-c., Kali-i., Kali-m., Kali-n., Kali-s., Kalm., Kreos., Kres., Lac-c., Lach., Lil-t., Lith-c., Lyc., Mag-c., Mang., Med., Merc., Merc-c., Merc-d., Merc-sul., Mez., Mill., Mosch., Murx., Nat-c., Nat-m., Nat-p., Nat-s., Nit-ac., Nux-v., Ol-j., Orig., Pall., Pareir., Penic., Petr., Petros., Ph-ac., Phos., Phyt., Pic-ac., Pip-n., Plat., Plb., Pneu., Prun., Psor., Puls., Rat., Rauw., Rhus-t., Sabad., Sabin., Sac-l., Sanic., Sarr., Sars., Sec., Sel., Senec., Seneg., Sep., Sil., Silphu., Spig., Staph., Staphycoc., Still., Stram., Sulph., Tab., Tell., Ter., THUJ., Thyr., Uran-n., Vac., Ven-m., Vib., Zing.

Syphilis

SyphilisDie Syphilis wird unterschieden in erworbene Syphilis und ererbte (hereditäre) Syphilis (J. H. Allen, Kent, Roberts, Laborde u. a.). Die wichtigsten Merkmale der syphilitischen Diathese sind ihr destruierender (kariöser) Charakter, die Entwicklung verschiedenartigster Malformationen von Gliedmaßen, Nase, Ohren und Zähnen, der Befall der knöchernen Strukturen und die klassische Nachtverschlimmerung der Beschwerden. Das syphilitischen Miasma (die Diathese) kann auch ohne Erreger (dynamische Übertragung, hereditäre Syphilis) weitergegeben werden.
Erworbene Syphilis (Tab. 3.9)
SyphiliserworbeneDie homöopathische Betrachtung der Entwicklungsstadien der erworbenen Syphilis ist identisch mit der schulmedizinischen Stadieneinteilung (s. u.). In der Schulmedizin wird die Syphilis als Lues acquisita (erworben durch exogene Übertragung) bzw. als Lues connata (während der Schwangerschaft übertragen) bezeichnet. Die Entdeckung, Diagnostik und Therapie der Erkrankung verliefen, wie folgt:
  • Ansteckung durch Treponema pallida (entdeckt 1905).

  • 1906 Wassermann-Reaktion (Diagnostik).

  • 1909 Salvarsantherapie.

  • 1943 erste Penicillintherapie.

  • 1949 Treponema-pallidum-Immobilisationstest nach Nelson.

Primärstadium der Lues
Die Ansteckung wird durch das Eindringen der Erreger in die Haut oder Schleimhaut vollzogen. Der üblichePrimärstadiumSyphilis Ansteckungsweg ist Geschlechtsverkehr. Es gibt aber auch Infektionen durch Kontakt mit infizierten Körpersekreten (Sperma, Speichel etc.) in Kleidung o. Ä. Während des ca. drei Wochen dauernden Inkubationsstadiums sind die Erreger im Blut nicht nachweisbar (= seronegative Lues). Der direkte Nachweis der Spirochäten erfolgt im Dunkelfeldmikroskop.
Der Primäraffekt gleicht im Anfang einem Herpesbläschen, es folgt ein Ulkus mit derbem Randwall (Ulcus durum, nicht zu verwechseln mit dem Ulcus molle).
Etwa nach zwei Wochen schwellen die regionären Lymphknoten an (Bubonen, die mit dem Ulkus den Primärkomplex bilden). Der Primärkomplex heilt innerhalb von sechs Wochen narbenlos ab. Wenn ein Ulkus bestand, kann sich auch eine Narbe bilden. Etwa sechs Wochen nach der Infektion lassen sich Antikörper im Serum nachweisen und es beginnt die Lues secundaria (Lues II).
Sekundäre Lues (Lues-II-Stadium)
SyphilissekundäreSyphilitiden (syphilitischen Hautleiden): SekundärstadiumSyphilisSichere diagnostische Merkmale LuesII-Stadiumsind die eigentümliche Kupferfärbung sowie die SyphilitidenNeigung, stets kreisrunde Formen zu bilden.
  • Affektionen der Schleimhäute:

    • Von Mund und Hals.

    • Von Kehlkopf und Nase.

    • Ohrenaffektionen und Augenleiden.

  • Leiden des Knochensystems:

    • Syphilitische Knochenschmerzen.

    • Entzündungen der Knochen und der Knochenhaut.

    • Exostosen und Periostosen.

    • Nekrose und Knochenfraß an Schädel, Nase und Gaumen.

Nach einer zweiten Inkubationszeit kommt es zur Eruption des syphilitischen Exanthems, das nicht juckt (ist Juckreiz dabei, ist die Syphilis aus homöopathischer Sicht verkompliziert mit Psora). Die Lues II besitzt eine große Formenvielfalt. Es können gleichzeitig folgende Erscheinungen gefunden werden:
  • Genitale Läsionen: Condylomata lata.

  • Exantheme: Roseolen. Bleibt das Exanthem der Syphilis unbehandelt, können in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren ein oder mehrere sogenannte Rezidivexantheme auftreten. Die Läsionen werden aber spärlicher. Im Serum sind Antikörper nachweisbar. 30 % der unbehandelten Fälle heilen spontan aus.

  • Schleimhautplaque an Zunge, Gaumen.

  • Tonsillitis: Angina specifica.

  • Lymphknotenschwellung.

Es gibt folgende Morphe der Syphilitiden:

  • Roseolen.

  • Papulöses Syphilid: besonders palmar und plantar.

  • SyphilitidenPapulosqamöses Syphilid: polymorphe Bilder, sitzt oft an der Haargrenze (Corona venera).

  • Pustulöse und papulo-pustulöse Exantheme: Mundwinkel oder Nasolabialfalten.

Tertiäre Lues (Lues-III-Stadium)
SyphilistertiäreNach einer Latenz über drei bis fünf Jahre entwickelt sich eine infektallergische TertiärstadiumSyphilisReaktion. Histologisch LuesIII-Stadiumzeigen sich eine zu zentraler Nekrose neigende, spezifische, granulomätose Entzündung (wie beim Tuberkuloid) sowie Strukturen mit reichlichen Plasmazellen.
Tertiäre Formen der Syphilis
  • Asymmetrischer Sitz der Hautveränderungen.

  • Narbige Abheilung der Läsionen.

  • Gute Gewebsabwehr: daher keine Erreger im Dunkelfeld nachweisbar und keine Kontagiosität mehr.

  • Klassische Seroreaktionen überwiegend positiv.

  • Tuberöse Syphilome mit Sitz der Veränderung im Corium.

  • Gummata bzw. Lues gummosa mit subakuter Lokalisation.

  • Die Syphilome können überall auftreten und sind meist serpinginös gruppiert.

Kutane Wucherungen
  • Tubero-serpinginöse Syphilome, die auch ulzerieren können.

  • Tuberös-ulzeröse Syphilome, meistens rotbräunlich gefärbt und schuppig.

  • Tuberös-squamöse Syphiliome: Ulzerationen zeigen dann gleichfalls die für die Läsionen dieser Phase typhische bogige Begrenzung.

Die Gummata bilden Läsionen, die grundsätzlich überall entstehen können:
  • Perforationen z. B. am Nasenseptum.

  • An der Zunge, den Nasolabialfalten, am Kinn, an der Stirn.

  • Im Herzen, in der Lunge, in der Leber, Pankreas, Nieren, Hoden, Harnblase, in den Adnexen und im Gehirn (menignovaskuläre Neurosyphilis mit Hirninfarkten).

  • Aneurysmen, Apoplexe, Mesaortitis luica, Koronarverschluss.

  • Am Knochen häufig syphilitische Periostitis, syphilitsche Exostosen.

  • Orchitis-fibrosa-spezifica.

Quartäre oder Meta-Lues
SyphilisquartäreTritt gewöhnlich 10–20 Jahre nach der Ansteckung mit den folgenden Symptomen auf:
  • Tabes dorsalis: Meta-LuesDemyelisierung der Hinterstränge mit lanzierenden Schmerzen in Bauch und Beinen, Ataxie, Sensibilitätsstörungen und Verlust der Schmerzempfindlichkeit.

  • Fehlende reflektorische Pupillenverengung bei Lichteinfall mit Pupillenengstellung (Argyll-Robertson-Phänomen).

  • Progressive Paralyse mit psychischen und intellektuellen Veränderungen bis zur Demenz.

Formen der Syphilis bei Säuglingen und Kindern
Fetale Lues
Totgeburt im siebten bis achten Schwangerschaftsmonat; Frühgeburt.
Lues connata praecox
Kind Syphilis Syphilis fetale
  • Säugling, SyphilisFrühform: zahlreiche syphilitische Erscheinungen beim Neugeborenen: z. B. Coryza syphilitica (mit LuesconnataSchniefen, danach serös-blutig-eitriger Schnupfen und später Sattelnase). Pemphigus syphilitica (hochinfektiöse linsen- bis kirschkerngroße Blasen besonders an Handflächen und Fußsohlen), Hepatosplenomegalie, Erythroblastose, Anämie, Hyperbilirubinämie, febrile Temperaturen.

  • Spätform: diffuses Syphilid, Haut verdickt, spröde, glänzend, rissig, schuppig, gelblich milchkaffeeartig, Rhagaden, die das Lippenrot überschreiten und vernarben, Iritis, Chorioretinitis, Myokarditis, Nephrose.

Lues connata tarda
Spätsyphilitische Veränderungen, die erst im späten Schul- und Jugendalter auftreten:
  • Gummen,

  • Hutchinson-Trias: Keratitis parenchymatose, Innenohrtaubheit, Tonnenform der oberen Schneidezähen mit halbmondförmiger Aussparung an den Schneideflächen,

  • Sattelnase, Olympierstirn, hypertrophische Periostitis der Tibia (Säbelscheidentibia), hoher gotischer Gaumen, Diasthema (= Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen).

Hereditäre Syphilis
SyphilishereditäreNeben der Kenntnis der DiathesesyphilitischeSymptome der erworbenen Syphilis sind auch die der hereditären Syphilis bei der Behandlung chronischer Störungen äußerst hilfreich. Die Stigmata der hereditären Syphilis halten sich typischerweise an keine Stadieneinteilung: Sie treten in beliebiger (Stigma, miasmatischeschaotischer) Reihenfolge und Zahl (nur einige wenige bis überschäumend viele Symptome) auf.
Stigmata in den nachfolgenden Generationen
SyphilisStigmataHinweise auf eine hereditäre syphilitische Belastung in der Familie können (nach J. H. Allen und Laborde) bei einer Historie von folgenden Erkrankungen vorliegen:
  • Stigma, miasmatischesSyphilis, Toxoplasmose, Diphtherie.

  • Missbildungen, Organmissbildungen, Fehlgeburten, Totgeburten, Missgeburten, Zwillingsgeburten.

  • Häufige Kindersterblichkeit (z. B. plötzlicher Kindstod).

  • Erkrankung eines Kindes an: Epilepsie, Hydrozephalus, Meningitis, Pneumonie, pulmonale Atelektasen, Diphtherie, Stenosis ostium cordis, Nephritis, Abszedierungen und Intestinalreizungen.

  • Alkoholismus, Drogensucht, psychiatrische Erkrankungen, Suizid.

  • Vitligo, Alopezia diffusa, Alopecia areata.

  • Tonsillenulzera, Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni.

  • Apoplexie, Herzinfarkt.

  • Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Epilepsie.

  • Knochenerkrankungen: Osteogenesis imperfecta, Osteomalazie, Osteoporose, Osteomyelitis, Coxarthrose, Hüftdysplasie.

Stigmata bei Personen ohne nachweisbare Infektion mit Syphilis
  • Psyche:

    • Suizid bei Jugendlichen, psychische und moralische Degeneration.

    • Legasthenie, Stigma, miasmatischesRechenschwäche, Stottern, Onychophagie.

  • Kopf:

    • Olympische Stirn, Stirnhöcker, Occipitalhöcker, Missbildungen der Lider.

    • Venektasien an der Schläfe.

  • Augen:

    • Myopie, Hypermetropie, Astigmatismus, Nystagmus, Anisokorie, Mikrophthalmus, Strabismus (konvergens), Irisschlottern, Iriskolobom, unterschiedliche Irisfarbe (Dyschromie).

    • Ptosis, Missbildungen der Lider.

  • Ohren:

    • Abstehende Ohren, angewachsene Ohrläppchen, Missbildungen der Ohrmuschel.

    • Morbus Menière.

  • Nase:

    • Sattelnase, Nasenspalte.

    • Dicke Nasenkrusten, die immer wieder entfernt werden müssen, Ozäna

    • Schniefen bei Säuglingen.

  • Mund:

    • Gotischer Gaumen, doppelte oder dreifache Zunge, Kehlkopfkaries

    • Vielfältige Zahn- und Kieferfehlstellungen (beispielsweise Prognathie, echtes Diasthema), Zahnanlagestörungen, Zahnentwicklungsstörungen, gezackte Schneidezähne.

    • Mundwinkelrhagaden, Leukoplakie der Mundhöhle, Warzen auf der Zunge (Hutchinson-Warze).

    • Sehr dicke Lippen.

  • Magen:

    • Hiatushernie.

    • Pylorusstenose.

  • Abdomen, Rektum:

    • Lebensbedrohende Säuglingsdiarrhoe.

    • Megacolon.

    • Analprolaps, Anfalfissur, Analfistel, Atresia ani.

  • Nieren und ableitende Harnwege:

    • Nierenamyloidose.

    • Urethraatresie, Mehrfachanlage der Harnleiter, Hypospadie.

  • Genitalien:

    • Penishypoplasie.

    • Uterusfehlbildungen, Labienverwachsungen, akzessorische Brustdrüsen.

  • Herz-Kreislauf:

    • Herzmissbildungen.

    • Aortenaneurysma.

  • Bewegungsapparat:

    • Chronische Knochenschmerzen, Fehlen von Knochen, Knochenkaries.

    • Spina bifida, Trichterbrust, Beckenexostosen, Hyperostosen, Polydaktylie, Coxa valga.

    • Klumpfuß, Krallenzehen.

  • Haut:

    • Naevus flammeus, Naevus pilosus.

    • Sklerodermie, sehr jung faltige Haut, Alopezia totalis, Alopezia areata.

    • Spät auftretender oder spärlicher Haarwuchs.

  • Allgemeines:

    • Schreiende Säuglinge.

    • Patienten sehen jünger aus, als sie sind.

    • Diabetes im Kindesalter.

Eine ausführliche Besprechung dieser Thematik findet man bei Yves Laborde in „Die hereditären chronischen Krankheiten“.
Homöosyphilitika
Allgemeines – Syphilis: Acon., Aethi-a., Aethi-m., Agn., Ail., Allox., Aln., Am-c., Anac., Anag., AnanHomöosyphilitikum., Ang., Ant-c., Ant-t., Apis, Arg., Arg-i., Arg-n., Arn., Ars., Ars-br., Ars-i., Ars-met., Ars-s-f., Asaf., Asar., Asc-t., Astra-e., Aur., Aur-ar., Aur-i., Aur-m., Aur-m-n., Aur-s., Bad., Bapt., Bell., Benz-ac., Berb., Berb-a., Buni-o., Cadm., Calc., Calc-ar., Calc-br., Calc-f., Calc-i., Calc-s., Calo., Carb-an., Carb-v., Carc., Caust., Cean., Chim., Chin., Chin-ar., Chin-s., Cho., Chr-o., Cinnb., Clem., Cob-n., Colch., Con., Convo-s., Cop., Cor-r., Cory., Crot-h., Cund., Cupr., Cupr-s., Dam., Echi., Ery-a., Eryth., Eucal., Euph., Ferr., Ferr-i., Fl-ac., Franc., Gels., Graph., Gua., Guai., Ham., Hecla., Hep., Hip-ac., Hippoz., Hir., Ho., Hydr., Hydrc., Hypoth., Iber., Iod., Iris, Jac., Jac-c., Jatr., Jug-r., Kali-ar., Kali-bi., Kali-br., Kali-c., Kali-chl., Kali-i., Kali-m., Kali-s., Kalm., Kreos., Lac-c., Lac-d., Lach., Laur., Led., Lith-c., Lon-c., Lyc., Maland., MERC., Merc-aur., Merc-br., Merc-c., Merc-d., Merc-i-f., Merc-i-r., Merc-n., Merc-p., Merc-pr-r., Merc-tn., Mez., Mill., Mygal., Nat-i., Nat-s., Nep., Nit-ac., Nux-v., Ol-sant., Osm., Penic., Perh., Petr., Petros., Ph-ac., Phos., Phyt., Piloc., Pitu-p., Plat., Plat-m., Psor., Pyrar., Reser., Rhod., Rhus-g., Sabad., Sang., Sars., Sec., Sel., Sep., Sil., Spong., Staph., Stict., Still., Sul-i., Sulph., Syph., Ter., Thala., Thiop., Thuj., Thymol., Thyr., Ulm., Vac., Viol-t., Xan.

Miasmatische Verlaufsparameter bei chronischen Krankheiten

MiasmaVerlaufsparameterBei der Behandlung chronischer Krankheiten, insbesondere der schweren (Krebs, Diabetes etc.) Verlaufsparameter, miasmatischeist die Verlaufsbeurteilung oft dadurch erschwert, dass das Hauptsymptom (beispielsweise der Tumor) auf die Therapie nicht sofort sichtbar anspricht. Notwendig sind daher Kriterien, die eine Beurteilung über den Erfolg einer therapeutischen Maßnahme schneller zulassen als ein sichtbarer Effekt am Lokalsymptom. Dies ist umso mehr von Bedeutung, da einige Erkrankungen (beispielsweise Tumoren) oft unbemerkt fortschreiten (auch metastasieren), und der Arzt rasch erkennen muss, ob das verabreichte Medikament auf die Erkrankung wirkt oder nicht.
Die folgende Liste stellt eine mögliche Auswahl an Symptomen dar, die hauptsächlich einem Miasma der chronischen Miasmen zugewiesen werden können (SymptomemiasmatischeTab. 3.10). Ihr Verschwinden oder ihre Besserung zeigen einen Heilungsverlauf an. Berichtet der Patient eines oder mehrere dieser Symptome, können sie also als sensitive Verlaufsparameter im Einzelfall dienen. Dadurch lässt sich bei aufmerksamer Betrachtung z. B. auch ein Wechsel von einer miasmatischen Ebene auf eine andere erkennen.

Miasmenlehre und ihre Bedeutung für den Praxisalltag

Die Miasmenlehre Hahnemanns stellt ein, damals wie auch heute, revolutionäres Denkmodell über das MiasmenlehreWesen und den Ursprung Miasmenlehrechronischer Krankheiten dar. Die von Hahnemann entwickelten Theorien sind erstaunlich zeitlos und durch die reine Beobachtung geprägt. Sie lassen sich auf jeden Patienten und unabhängig vom historischen Kontext anwenden. Sie sind in sich stringent und decken das komplette Krankheitsspektrum ab, damals wie heute. Wesentlich aber ist, dass die Lehre von den chronischen Krankheiten in der Praxis gewinnbringend für den Patienten eingesetzt werden kann. Trotzdem existieren viele Vorbehalte gegenüber diesem Bereich der homöopathischen Lehre, sie wird nicht oder missverstanden, der praktische Nutzen bleibt häufig unklar. Hierfür sind im Wesentlichen zwei Faktoren verantwortlich:
  • Hahnemanns Forschungen und die Schlussfolgerungen daraus sind das Ergebnis jahrelanger Beobachtungen am Patienten, und$Hahnemann, Samuel als solche hat er diese notwendigerweise auch präsentiert, ausführlich, meist in Form von langen Symptomenaufzählungen, wie sie in Auszügen auch in diesem Kapitel dargestellt wurden. Das Nachvollziehen und v. a. die praktische Nutzung seiner Ideen erfordert das Studium all dieser Listen von Symptomen. Im Gegensatz zu den Grundprinzipien des homöopathischen Heilens, wie sie im „Organon der Heilkunst“ und der „Reinen Arzneimittellehre“ dargestellt werden, erschließt sich der praktische Nutzen der Lehre von den chronischen Krankheiten nicht einfach so ohne Weiteres. Auch kommt die tägliche homöopathische Praxis bis zu einem gewissen Punkt ohne das Wissen um die chronischen Krankheiten aus. Anders als bei der grundlegenden Theorie der Homöopathie und den Arzneimittellehren, ist es im KrankheitchronischeZusammenhang mit den chronischen Krankheiten außerdem nie gelungen, kompakte Zusammenfassungen zu erstellen, die das Wissen über die Miasmen (Psora, Pseudopsora, Sykosis und Syphilis) in prägnanter Form für die tägliche Praxis nutzbar machen. Diese Versuche endeten in hervorragenden Werken, die jedoch ihrerseits lange Symptomenreihen enthalten (z. B. J. H. Allen, „Die chronischen Krankheiten. Die Miasmen“). Die Krux der mühsamen Arbeit zur Erschließung der chronischen Krankheiten für den täglichen Praxisalltag ist wohl einer der Gründe für das fehlende Verständnis oder die mangelnde Akzeptanz dieses Teils der Lehre von Hahnemann.

  • Ein anderer Grund für das fehlende Verständnis der Lehre von Hahnemann von den chronischen Krankheiten in der heutigen Zeit sind die mannigfaltigen Interpretationen, die derzeit an vielen Schulen gelehrt Krankheitchronischewerden. Ohne die theoretischen Grundlagen wirklich zu erarbeiten, werden Auslegungen der Lehre von den chronischen Krankheiten weitergeben, die z. T. auf Ideen oder Konzepten beruhen, die mit klassischer Homöopathie wenig oder nichts zu tun haben, jedoch den heutigen Zeitgeist bedienen (33.1). Die Wissens- und Verständnislücke, die dadurch beim Schüler der Homöopathie entsteht, scheint im Nachhinein kaum zu schließen zu sein, der tatsächliche Nutzen des Wissens um die chronischen Krankheiten geht verloren, falsche Vorstellungen werden oft unwiderruflich verankert.

Wie aber sieht der Nutzen aus, der das Studieren der langen Symptomenlisten, wie sie Hahnemann und dessen Nachfolger erstellt haben, rechtfertigt? Einige der praktischen Anwendungsmöglichkeiten wurden im Text bereits erwähnt und sollen abschließend nochmals zusammenfassend aufgeführt werden:

Praktische Bedeutung bei der Fallbetrachtung

  • Die Erkrankungen des Patienten sind kein Zufall und ist somit nicht als statistisches Phänomen zu betrachten, sondern die Folge der gesundheitlichen Problematik der Vorfahren bzw. intimen Kontaktpersonen (Miasmen sind ansteckend, epigentische Übertragung).

  • Durch die Erkenntnis des stadienhaften Verlaufes chronischer Erkrankungen wird klar, dass Menschen, die keine wesentlichen Erkrankungen präsentieren, aber doch unter leichteren, Krankheitchronischefunktionellen Störungen leiden, im Sinne der Lehre von Hahnemann krank sind, sich aber in einem Latenzstadium befinden. Ebenso weisen bestimmte Stigmata auch ohne das Vorliegen von Erkrankungen auf eine miasmatische Belastung hin und ermöglichen dadurch eine zielStigma, miasmatischesgerichtete homöopathische Behandlung.

  • Die genaue Kenntnis der miasmatischen Symptome im Sinne Hahnemanns und dessen direkter Schüler lässt eine Prognosestellung bezüglich des jeweils vorliegenden Krankheitsfalles und dessen Heilbarkeit bzw. deren zeitlicher Dimension zu. So istPrognose z. B. ein Patient mit latenter Psora ohne andere miasmatische Belastung deutlich leichter und schneller zu kurieren als ein latent psorischer Patient mit familiärer sykotischer oder syphilitischer Belastung.

  • Persistieren trotz Besserung der Krankheitserscheinungen beim Patienten Symptome des vorliegenden Miasmas, kann der Patient auch bei scheinbar befriedigendem Behandlungsverlauf nicht als geheilt gelten.

Praktische Bedeutung bei der Arzneiwahl

  • Das Wissen um die Existenz der chronischen Krankheiten führt zum tieferen Verständnis des vom Patienten präsentierten Krankheitsbildes in all seinen Facetten, Krankheitchronischeda die einzelnen Symptome oder Symptomenkomplexe nicht mehr isoliert betrachtet werden können. Sie alle sind generiert durch eine chronische Grunderkrankung (Miasma) und können ausschlaggebend für die Arzneiwahl sein.

  • Durch die Kenntnis der genauen Symptome der Miasmaeinzelnen Miasmen lässt sich abschätzen, welches Miasma derzeit beim Patienten vorherrscht und ob gegebenenfalls andere miasmatische MiasmaBelastungen vorliegen, evtl. sogar aus der leiblichen Familie. Da im Zweifelsfall immer für das gerade vorherrschende Miasma verschrieben werden soll, ergeben sich durch die Kenntnis der Symptomatologie der vier Miasmen eindeutige therapeutische Konsequenzen.

  • Über das Vorhandensein von (auch der familiengeschichtlich explorierbaren) Miasmen lässt sich eine Einschätzung über die möglichen, zukünftig infrage kommenden Arzneimittel, die Komplexität und die MiasmaDauer einer homöopathischen Behandlung machen.

  • Es wird deutlich, dass in der zeitlichen Dimension alle bisherigen gesundheitlichen Probleme bzw. Symptome des Patienten mit dem aktuellen Problem in Zusammenhang stehen und deshalb auch bei der aktuellen Arzneiwahl prinzipiell berücksichtigt werden können (nicht müssen).

  • Außerdem zeigt sich mit zunehmender Erfahrung auf diesem Gebiet, dass bestimmte, tiefwirkende Arzneien gerade dann besonders indiziert sind, wenn eine familiäre Belastung mit bestimmten schweren Erkrankungen vorliegt.

Es ist möglich, eine erfolgreiche homöopathische Praxis auch ohne das Wissen um die chronischen Krankheiten zu führen, um so mehr, da allein die Verordnung nach den Grundsätzen von Hahnemann bzw. nach dem Ähnlichkeitsgesetz häufig zu miasmatisch wirksamen Medikamenten führt. Letztlich ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis der Behandler an eine Grenze kommt, an der es in der Therapie (im Einzelfall und ganz allgemein) nicht mehr vorangeht. Dies ist die Grenze, die auch Hahnemann erfuhr und die ihn zu der Erforschung und der Formulierung der Theorie der chronischen Krankheiten führte. Unabhängig davon, ob diese mühselig zu erarbeiten sind, haben sie sich in der Praxis mehr als Krankheitchronischebewährt und letztlich gibt es zu deren tieferen Verständnis und gewinnbringendem Einsatz keine Alternative als sie Schritt für Schritt nachzuvollziehen.

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