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B978-3-437-56353-9.00034-7

10.1016/B978-3-437-56353-9.00034-7

978-3-437-56353-9

Materia medica (Arzneimittelbilder)

Henning Droege

Jan Geißler

Andreas Grimm

Viktoria Korenika

Thomas Lorz

Christa Pfaller

Martin Schmitz

Jens Wurster

    • Aconitum (Acon.)981

    • Agaricus (Agar.)983

    • Alumina (Alum.)986

    • Anacardium (Anac.)988

    • Antimonium crudum (Ant-c.)990

    • Antimonium tartaricum (Ant-t.)991

    • Apis (Apis)993

    • Argentum nitricum (Arg-n.)995

    • Arnica (Arn.)997

    • Arsenicum album (Ars.)999

    • Aurum metallicum (Aur.)1001

    • Bacillinum (Bac.)1003

    • Barium carbonicum (Bar-c.)1004

    • Belladonna (Bell.)1007

    • Berberis (Berb.)1010

    • Borax (Borx.)1011

    • Bryonia (Bry.)1012

    • Bufo (Bufo)1014

    • Calcium carbonicum (Calc.)1016

    • Calcium phosphoricum (Calc-p.)1018

    • Calcium sulfuricum (Calc-s.)1019

    • Calendula (Calen.)1020

    • Camphora (Camph.)1021

    • Cannabis indica (Cann-i.)1023

    • Cantharis (Canth.)1024

    • Carbo animalis (Carb-an.)1026

    • Carbo vegetabilis (Carb-v.)1027

    • Carcinosinum (Carc.)1030

    • Causticum Hahnemanni (Caust.)1032

    • Chamomilla (Cham.)1034

    • Chelidonium (Chel.)1037

    • China (Chin.)1038

    • Cina (Cina)1040

    • Cocculus (Cocc.)1042

    • Colocynthis (Coloc.)1044

    • Conium (Con.)1045

    • Cuprum metallicum (Cupr.)1047

    • Drosera (Dros.)1050

    • Dulcamara (Dulc.)1051

    • Eupatorium perfoliatum (Eup-per.)1052

    • Euphrasia (Euphr.)1054

    • Ferrum metallicum (Ferr.)1055

    • Ferrum phosphoricum (Ferr-p.)1056

    • Gelsemium (Gels.)1058

    • Graphites (Graph.)1060

    • Helleborus (Hell.)1063

    • Hepar sulfuris (Hep.)1065

    • Hydrastis (Hydr.)1068

    • Hyoscyamus (Hyos.)1069

    • Hypericum (Hyper.)1071

    • Ignatia (Ign.)1073

    • Iodium (Iod.)1076

    • Ipecacuanha (Ip.)1078

    • Kalium bichromicum (Kali-bi.)1080

    • Kalium bromatum (Kali-br.)1081

    • Kalium carbonicum (Kali-c.)1083

    • Kalium iodatum (Kali-i.)1084

    • Kreosotum (Kreos.)1085

    • Lac caninum (Lac-c.)1087

    • Lachesis (Lach.)1089

    • Ledum (Led.)1093

    • Lycopodium (Lyc.)1094

    • Medorrhinum (Med.)1097

    • Mercurius iodatus flavus (Merc-i-f.)1100

    • Mercurius iodatus ruber (Merc-i-r.)1101

    • Mercurius solubilis aut vivus (Merc.)1102

    • Natrium muriaticum (Nat-m.)1105

    • Natrium phosphoricum (Nat-p.)1107

    • Natrium sulfuricum (Nat-s.)1108

    • Nitricum acidum (Nit-ac.)1110

    • Nux vomica (Nux-v.)1112

    • Opium (Op.)1114

    • Petroleum (Petr.)1116

    • Phosphoricum acidum (Ph-ac.)1118

    • Phosphorus (Phos.)1120

    • Phytolacca (Phyt.)1123

    • Platinum (Plat.)1125

    • Plumbum metallicum (Plb.)1127

    • Podophyllum (Podo.)1129

    • Psorinum (Psor.)1131

    • Pulsatilla (Puls.)1133

    • Rhus toxicodendron (Rhus-t.)1135

    • Ruta (Ruta)1137

    • Sanguinaria (Sang.)1138

    • Sanicula aqua (Sanic.)1140

    • Sarsaparilla (Sars.)1142

    • Secale cornutum (Sec.)1144

    • Sepia (Sep.)1146

    • Silicea (Sil.)1148

    • Spigelia (Spig.)1150

    • Spongia (Spong.)1152

    • Staphisagria (Staph.)1153

    • Stramonium (Stram.)1155

    • Sulfur (Sulph.)1157

    • Sulfuricum acidum (Sulph-ac.)1161

    • Syphilinum (Syph.)1162

    • Thuja (Thuj.)1163

    • Tuberculinum (Tub.)1166

    • Veratrum album (Verat.)1168

    • Zincum metallicum (Zinc.)1170

Pharmazeutischer Steckbrief: In der Überschrift wird der gebräuchliche homöopathische Name genannt. Im Untertitel (kursiv) nach dem Autorennamen stehen an erster Stelle die in der alten Literatur und bei Hahnemann gebräuchlichen Synonyma. Das Symbol steht für die Herkunft des pflanzlichen, tierischen, chemischen und mineralischen „Rohstoffes“, aus dem die Ausgangssubstanz (Arzneigrundsubstanz) gewonnen wird. Bei chemischen Verbindungen und Elementen folgt die Angabe der chemischen Formel. Außerdem ist (außer bei chemischen Verbindungen) der gebräuchliche deutsche Name angegeben. Sollte der Titel der HAB-Monographie von der traditionellen homöopathischen Bezeichnung abweichen, wird die Bezeichnung des HAB extra erwähnt.

Zu Nomenklatur, Arzneimittelherstellung und Gewinnung der Ausgangssubstanzen 2.4

Aconitum (Acon.)

Henning Droege
Sturmhut; Aconitum napellus#Aconitum; Blauer Eisenhut
Betroffene OrgansystemeGemüt, Herz und Kreislauf, Nerven, Lunge, Gelenke.
CausaSchreck und Angst, durch kalten besonders trockenen (Nordost-)Wind. Folgen von unterdrückten Absonderungen wie Schnupfen, Schweiß, Regelblutung.
Modalitäten
  • Agg.: heftige Emotionen, kalter, trockener Wind, abends und nachts, Geräusche, Musik.

  • Amel.: im Freien, Ruhe, durch Schweiß.

Allgemeine DarstellungBesonders charakteristisch sind die große Angst und die Ruhelosigkeit mit Umherwerfen, ebenso Schrecken und Todesangst, der Patient gibt seine Todesstunde an.
Nicht ohne Grund wird der Sturmhut seinem Namen nach als ein plötzlicher heftiger Sturm beschrieben, der ebenso schnell wieder vorüber ist. So weisen ein akuter, plötzlicher und heftiger Beginn des Fiebers mit Frieren und Schüttelfrost und trockener Hitze, nachher Schweiß, auf Aconitum hin. Häufig besteht dabei großer Durst auf kaltes Wasser.
Tachykardie und Arrhythmie mit arterieller Kongestion begleiten die Symptomatik. Der Puls ist voll und hart.
Es besteht eine Überempfindlichkeit der Sinne, besonders gegen Licht und Geräusche, auch gegen Gerüche. Aber auch schon die leiseste Berührung oder der geringste Luftzug können eine starke Verschlechterung der Beschwerden zu Folge haben. Erkältungen resultieren häufig aus kalten Nordostwinden.
Auch die Nerven sind erregt und überempfindlich, was sich durch brennende, reißende Schmerzen, Ameisenlaufen und Taubheitsgefühl bemerkbar macht, die Schmerzen sind unerträglich.
Geist und GemütGroße Unruhe mit Angst, bis zur Todesangst. Schmerzen sind unerträglich, treiben zur Verzweiflung. Schreckhaftigkeit und Überempfindlichkeit der Sinne, z. B. gegenüber Geräuschen (mag keine Musik), gegen Berührung (will nicht reden oder berührt werden). Wechselhafte Stimmungen (von heiter, fröhlich, sorglos zu traurig, unruhig, ängstlich).
Kopf und SchwindelVöllegefühl und Kopfschmerzen, brennend, berstend, schwer, pulsierend, heiß. Hirndruck Richtung Stirn oder Augen. Gefühl, am Scheitel stehen die Haare zu Berge oder es wird an den Haaren gezogen. Kopfschmerzen durch Sonnenstich. Schwindel, schlimmer beim Bewegen des Kopfes und beim Aufrichten aus dem Liegen.
AugenLichtempfindlich, gerötet, entzündet, heiß. Brennender und stechender Schmerz im Augapfel. Gefühl von Sand. Tränen nach Wind. Farbensehen und Flimmern, vorübergehende Erblindung.
OhrenÜberempfindlich gegen Geräusche. Musik ist unerträglich. Ohrensausen. Äußeres Ohr rot, heiß, schmerzhaft. Gefühl von Wasser im linken Ohr.
NaseAußerordentliche Empfindlichkeit der Geruchsnerven. Zusammendrücken der Nasenwurzel. Nasenbluten. Schleimhäute trocken, Nase verstopft. Furunkel an der Nasenspitze.
GesichtKribbeln in den Wangen und Taubheit. Neuralgie, besonders linksseitig, mit Unruhe. Gesicht rot und heiß oder eine Seite rot, die andere blass, beim Aufrichten blass, Gesicht wie vergrößert. Der Gesichtsausdruck spiegelt die große Furcht und Ängstlichkeit wider.
Mund und ZähneMundschleimhaut und Zunge rot und trocken, Taubheit und Kribbeln im Mund. Zunge weiß belegt, geschwollen; Kribbeln in der Zungenspitze. Zähne empfindlich gegen Kälte. Bewegt ständig den Unterkiefer, als ob er kaut. Zahnfleisch heiß und entzündet.
HalsRot, trocken, eingeschnürt, benommen, prickelnd, brennend, stechend, Mandeln geschwollen und trocken.
VerdauungstraktErbrechen mit Furcht, Hitze, reichlichem Schweiß und vermehrtem Wasserlassen. Viel Durst auf kaltes Wasser. Bitterer Geschmack von allem, abgesehen von Wasser. Trinkt, erbricht und erklärt, er werde sterben. Erbrochenes gallig, schleimig, blutig und grünlich. Druck im Magen mit Dyspnoe. Schmerz bei Berührung des Bauches. Hämatemesis. Würgen beim Schlucken. Brennen vom Magen bis zum Ösophagus. Starke Unruhe und Umherwerfen durch brennende und heftige, schneidende Schmerzen im Magen und in den Gedärmen. Stühle schleimig, blutig, grün oder weiß mit viel Drang.
HarnwegeUrin heiß, blutig, spärlich mit Schmerz beim Wasserlassen. Erschwerter Harnabgang, davor Angst und ruheloses Umhergehen. Reichlicher Harnabgang, mit starkem Schweiß und Diarrhö. Nierengegend empfindlich.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Hoden schmerzhaft und geschwollen. Häufige und schmerzhafte Erektionen.

  • ♀ Vagina empfindlich, heiß und trocken. Starke Regelblutung mit Epistaxis. Regel unterdrückt durch Schreck, Kälte. Lochien unterdrückt; drohender Abort mit Frost, Hitze, Kongestionen, Angst.

AtemwegeKehlkopf empfindlich gegen Berührung und eingeatmete Luft, beim Husten Schmerzen. Husten trocken und heiser, kruppartig (erstes Mittel bei Pseudokrupp). Stiche in der Brust und Zusammenschnürungsgefühl. Auswurf schwer löslich, auch hellrotes Blut, dabei Angstzustände. Husten schlimmer nachts und nach Mitternacht, durch Ausatmung. Pneumonie des linken Oberlappens, im Anfangsstadium, bei Säuglingen oder alten Menschen.
Brust, RückenBeschleunigter, kräftiger Herzschlag mit Herzinfarkt-ähnlichen Beschwerden in Brust und im linken Arm mit Todesangst. Atembeklemmung, muss aufsitzen.
ExtremitätenHeiße Hände und kalte Füße, oder eisige Hände und Füße. Rheumatische Gelenkentzündung, sehr empfindlich, geschwollen, rot. Schmerzen mit Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen. Gefühl von Kälte wie Eis oder wie von heißen Drähten. Steifheit und große Erschöpfung der Muskeln. Schmerzen in den linken Arm hinunter, in den Muskeln und Gelenken, ziehend, schießend, meist von kurzer Dauer. Tetanische Krämpfe am ganzen Körper.
SchlafÄngstliche Träume. Schlaflosigkeit mit Unruhe und Umherwerfen. Auffahren im Schlaf. Träume mit Beklemmungsgefühl in der Brust. Schlaflosigkeit alter Menschen.
Frost, Fieber, SchweißFrost und Hitze mit Durst auf kaltes Wasser, dabei Ungeduld und Angst mit körperlicher Unruhe, Umherwerfen, Schüttelfrost. Hitzegefühl, v. a. am Kopf und in den oberen Teilen des Körpers. Innere Hitze bei äußerer Kälte. Besserung nach Eintritt des Schweißes. Kälte des ganzen Körpers mit kalten Schweißen.
HautTrocken und heiß, geschwollen, Brennen, Kältegefühl. Feine Nadelstiche. Taubheitsgefühl, in den Fingern und Zehen (Handschuhgefühl). Der ganze Körper ist berührungsempfindlich, schon der geringste kalte Luftzug ist unangenehm.
AllgemeinsymptomeHäufig vitale und robuste Menschen, plötzliche Beschwerden durch ein akutes, meist sehr heftiges Ereignis wie einen Schock oder aber auch durch eine Verkühlung. Die Symptome werden von Furcht und Unruhe begleitet. Intensive Schmerzen.
MiasmenPsora.

  • Initiales Fieber infolge Erkältung und Entzündung. Die Wirkung bei Fieber ist gebunden an die ängstliche Erregung, die Unruhe und trockene Hitze.

  • Alle Erkrankungen: „Plötzlich wie ein schwerer Sturm, der schnell vorüberzieht.“ (Boger)

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arn., Bell., Berb., Bry., Caust., Coff., Mill., Phos., Spong., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Abrot., Arn., Ars., Bell., Bry., Cact., Calc., Canth., Cocc., Coff., Ferr-p., Hep., Iod., Ip., Kali-br., Kali-n., Merc., Mill., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Spig., Spong., Sulph.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Bell., Berb., Camph., Cham., Cit-v., Coff., Nux-v., Par., Sulph., Verat., Vinum

Agaricus (Agar.)

Henning Droege
#AgaricusFliegenpilz; Amanita phalloides; Fliegenpilz; HAB: Amanita phalloides
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Rückenmark, willkürliche und unwillkürliche Muskulatur, Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-System, Haut.
CausaSonne, Koitus.
Modalitäten
  • Agg.: nach dem Essen, kalte Luft, geistige Aufmerksamkeit, vor Gewitter, Koitus.

  • Amel.: langsame Bewegung.

Allgemeine DarstellungRuhelosigkeit mit fahrigen Bewegungen. Ruckweises Bewegen, Ataxie, Zucken, Zittern und Jucken sind wichtige Indikationen. Chorea, das Zucken hört während des Schlafes auf. Gefühl wie von Eisnadeln durchstochen, ggf. auch von heißen Nadeln. Erfrierungen, Frostbeulen. Seitenstechen. Viel krampfhaftes Gähnen.
Geist und GemütHeitere, rauschartige Stimmung, fühlt sich unnatürlich munter und gehoben, mit Steigerung des Selbstbewusstseins. Nervöse Überlebendigkeit von Kindern mit psychischer und motorischer Unruhe; lacht, singt, tanzt und rennt ausgelassen umher. Verlangsamte und späte Entwicklung der Kinder (spätes Sprechen- und Gehenlernen, ungeschickte Bewegungen). sowohl hyper- als auch hypoaktiv.
Gedächtnis schwach; der Patient hat Schwierigkeiten, die passenden Worte zu finden; der Gedankengang verwirrt sich leicht. Stumpfsinn. Gleichgültigkeit mit Abscheu vor allen Arbeiten, besonders geistigen. Sehr ärgerlich, verdrießlich und reizbar. Furcht vor Krankheiten, v. a. vor Krebs.
Halluzinationen und Delirium, dabei wütend, rasend und gewalttätig. Die körperlichen und geistigen Kräfte sind gesteigert. Spricht unzusammenhängend, wechselt von einem Thema zum anderen, mit großer Redseligkeit. Exaltierte Phantasien: Ein kleines Loch erscheint wie ein schrecklicher Abgrund, ein Löffel Wasser wie ein See. Abneigung zu sprechen, man kann kaum einige Worte aus ihm herausbringen.
Kopf und SchwindelSchwindel durch Sonnenhitze und beim Gehen. Schwindel beim Gähnen. Kopf in dauernder Bewegung. Nach rückwärts fallend, als ob ein Gewicht im Hinterkopf wäre. Lateraler Kopfschmerz wie von einem Nagel. Dumpfer Kopfschmerz von zu langer Schreibtischarbeit. Eisige Kälte wie von Eisnadeln oder Splittern. Neuralgie mit eisig kaltem Kopf. Will den Kopf warm bedecken. Kopfschmerz mit Nasenbluten oder dicker Schleimabsonderung.
AugenZucken der Lider und Jucken. Nystagmus beim Fixieren, der nur im Schlaf aufhört. Farb- und Sehtäuschungen. Flimmern vor den Augen. Die Dinge erscheinen dort, wo sie gar nicht sind. Mouches volantes; schwarze Stäubchen; Doppelsehen. Muskelschwäche der Augen. Unregelmäßige Augenbewegungen; die Pupillen sind erweitert oder verengt.
Nebel oder Spinnweben vor den Augen. Krampfhaftes Rucken und Zucken, veitstanzähnliche Bewegungen der Augen.
OhrenRöte, Brennen, Zucken der Ohren. Gefühl von Frostbeulen. Schwerhörigkeit, Taubheit oder auch scharfes Gehör.
NaseNasenbluten; reichlicher stinkender Ausfluss aus der Nase. Trockenheit und Schorfbildung. Rote Nase, wie erfroren. Fließschnupfen mit abwechselnd rechts und links verstopfter Nase. Heuschnupfen, begleitet von Jucken der Ohren und des Gaumens. Nasenspitze blau. Krampfhafter Reizhusten, der mit Niesen endet, oder Husten und Niesen zugleich.
GesichtZucken der Gesichtsmuskeln, den Ort wechselnd. Jucken und Röte. Brennen wie von Frost. Veitstanzartige Krämpfe. Idiotischer Gesichtsausdruck. Verzerrung der Gesichtsmuskeln.
Mund und ZähneDie Zunge zuckt, zittert, krampft, bebt und verursacht dadurch undeutliches oder stoßweises Sprechen. Zunge trocken. Spätes Sprechenlernen bei Kindern.
Geschwüre am Zungengrund. Schmerz an der Zunge. Kleine, weiße Bläschen bei Mundentzündungen von Säuglingen.
Die Zähne fühlen sich zu lang an und sind empfindlich gegen Berührung. Knochenschmerzen des Oberkiefers und der Zähne.
HalsAuswurf flockig und fest, fast ohne Husten. Spannungsgefühl in der Schilddrüse. Gefühl, als sei das Halstuch zu eng.
VerdauungstraktVermehrter Durst und Hunger. Nagen im Magen wie bei Heißhunger, aber trotzdem kein Verlangen zu essen. Blähungen; Aufstoßen; starke Aufgetriebenheit; Kollern und Unruhe im Leib; stinkende Blähungen; Glucksen, Koliken. Rucken und Zucken der Muskeln; paralytische Schwäche. Tenesmus nach dem Stuhlgang.
HarnwegeHeftiger Harndrang. Tröpfeln von Urin. Urin erscheint kalt, während er tröpfelt, die kalten Tropfen können längs der Harnröhre gezählt werden.
Milchiger Urin, ölige oder schillernde Oberfläche, fettige, schimmernde Häutchen auf dem Urin.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Verlangen nach Geschlechtsverkehr bei schlaffem Glied. Pollutionen mehrere Nächte hintereinander. Nach dem Verkehr mehrere Tage auffallend geschwächt, niedergeschlagen und Verschlimmerung aller Beschwerden nach Koitus. Auch völlige sexuelle Gleichgültigkeit.

  • ♀ Verschlimmerung des nervösen Zustands während der Regel und nach dem Geschlechtsverkehr. Jucken an den Schamteilen. Vermehrte sexuelle Erregung. Klimakterium.

AtemwegeZusammenschnüren der Brust, muss tief Atem holen. Anfälle von krampfhaftem, erstickendem Husten, der den ganzen Körper erschüttert. Muss aufsitzen, um Luft zu bekommen. Der Husten ist meist trocken, tritt besonders nachts und morgens auf. Husten hört nicht auf, bis die volle Blase entleert wird. Reichlicher Auswurf von dünnen, gelatineartigen oder stärkebreiähnlichen, durchsichtigen Klumpen von Schleim. Husten agg. beim Essen und durch Rauchen.
Brust, RückenAußen auf der Brust ständiges Kitzeln und Kribbeln. Prickeln den Rücken auf und ab.
Steifigkeit der ganzen Wirbelsäule; Gefühl, als breche sie beim Bücken entzwei („als ob etwas so eng sei, dass es reißen müsse, wenn man sich bückt“). Krampf der Rückenmuskeln. Tief innerliches Jucken. Heftige, schießende, brennende Schmerzen. Die Schmerzen ziehen den Rücken hinauf und hinab. Empfindlichkeit der Wirbelsäule gegen Druck, besonders im Genick und zwischen den Schulterblättern.
Gefühl, als ob kalte Luft über den Rücken streiche, wie bei der Aura eines epileptischen Anfalls; oder als ob der Körper mit Eis in Berührung käme. Kalte Stellen, Frösteln und Ameisenlaufen. Unempfindlichkeit und Taubheitsgefühl der Rückenhaut. Schmerz in der Lenden- und Kreuzbeingegend, besonders bei Anstrengung, beim Sitzen.
ExtremitätenZucken und Zittern aller Muskeln. Im ganzen Körper Ameisenlaufen in der Muskulatur. Zuckungen und Krämpfe hören im Schlaf auf. Koordinationsstörungen der willkürlichen Muskelbewegungen. Plumpe Bewegungen der Finger und Hände, lässt Dinge aus der Hand fallen. Fingerkrämpfe beim Versuch, etwas festzuhalten.
Beginnende Lähmung der unteren Glieder mit Zucken der Muskeln und Brennen längs der Wirbelsäule. Die Gliedmaßen sind taub, choreatische Bewegungen; Stellenweise Kältegefühl und Lähmigkeit. Rheumatismus und Gicht der Gelenke. Brennendes Jucken der Hände wie von Frost; in den kleineren Gelenken, wo die Zirkulation schwach ist. Zehen und Finger steif.
Die Knochen scheinen zerbrechen zu wollen, besonders die der unteren Gliedmaßen, der Schienbeine. Wachstumsschmerzen bei Kindern. Schmerzen der Knochen der Beine („wie im Mark“). Die Patienten wollen am Ofen sitzen, sonst bekommen sie kalte Füße. Paralytische Schwäche in den unteren Extremitäten zu Beginn der Schwangerschaft.
SchlafSchlecht und unerquicklich; Schlaflosigkeit trotz Schlafbedürfnis. Ungewöhnliche Schläfrigkeit. Schlaf oft unterbrochen. Häufiges Gähnen, zwei- oder dreimal in der Minute.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, Frieren, Erkältungsneigung. Sehr empfindlich gegen kühle Luft, die geringste Berührung mit kalter Luft erzeugt eine Gänsehaut. Gefühle von innerer Kälte; Schüttelfrost. Erhöhtes Wärmegefühl. Ausbrüche von Schweiß bei Tag und Nacht, beim geringsten Anlass. Allgemeine Erschöpfung mit kaltem, klebrigem Schweiß.
HautJucken und Prickeln der Haut, mit kleinen Pickeln. Hirsekorngroße, dicht beisammen stehende, juckende Hautausschläge. Stechen wie mit Nadeln, Brennen, Ameisenlaufen. Gefühl von Kälte, wie von Eis auf dem Kopf, obwohl er sich zu warm anfühlt. Gefühl wie von Eisnadeln unter der Haut. Erfrierungen und Verbrennungen.
AllgemeinsymptomeSehr nervös und kälteempfindlich. Zucken, Prickeln, Kitzeln usw. nach geistiger Anstrengung, gebessert durch Bewegung. Alle Symptome, v. a. die Rückenmarkssymptome, werden verschlimmert durch Geschlechtsverkehr. Ungeschicklichkeit und Plumpheit, sowohl geistig als auch körperlich. Morgens stumpf, träge, dumm, müde; Abends lebhaft, geht aus sich heraus, wird aufgeregt, poetisch und prophetisch, will bis in die Nacht hinein aufbleiben, nimmt an allem teil, möchte Karten spielen usw. Epileptische Krämpfe. Krämpfe mit Rückwärtsbeugung des Körpers.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Vergleiche: Andere Pilzgifte, Cimic., Tarent., Cann-i., Hyos.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bell., Calc., Cupr., Merc., Op., Puls., Rhus-t., Sil, Tarent., Tub.

  • Komplementäre Arzneimittel: Calc.

  • Antidotiert von: Absin., Calc., Camph., Coff., Nit-ac., Puls., Rhus-t., Vinum

  • Kollaterale Arzneimittel: Phys., Tub.

Alumina (Alum.)

Thomas Lorz
#AluminaTonerde; Aluminiumoxid; Al2O3; HAB: Aluminium oxydatum
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Verdauungssystem.
CausaZorn, Enttäuschungen, Heben, körperliche Anstrengung.
Modalitäten
  • Agg.: morgens beim Aufwachen, 16–20 Uhr. Hitze und Bettwärme, Alkohol, Kartoffeln.

  • Amel.: gegen Abend nach Sonnenuntergang, Wärme allgemein, Kaltbaden, Schnee.

Allgemeine DarstellungAlumina ist ein wichtiges Mittel für Erkrankungen und Störungen des Nervensystems wie z. B. Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, amyotrophische Lateralsklerose, Tabes dorsalis. Es finden sich Koordinationsstörungen, Ataxie, Lähmungen.
Auf der geistigen Ebene zeigt der Alumina-Patient eine ausgeprägte Schwerfälligkeit und ein langsames Auffassungsvermögen. Während der Anamnese macht er seine Angaben sehr langsam und in vagen, verschwommenen Formulierungen.
Auf der körperlichen Ebene ist zu sehen, dass die normalen Ausscheidungen (z. B. die Menses) unterdrückt werden. Schweiß und andere Sekretionen sind spärlich, was zu großer Trockenheit der Schleimhäute und der Haut führt. Hochgradige Obstipation ohne Stuhldrang.
Geist und GemütGeistige Abstumpfung, niedergeschlagen, fürchtet, den Verstand zu verlieren. Langsam beim Beantworten von Fragen, gibt unklare Antworten. Kann nicht zur Eile getrieben werden, Zeit vergeht zu langsam. Verwirrt, Desorientiertheit. Furcht vor Messern oder beim Anblick von Blut. Zweifelt an der Genesung.
Kopf und SchwindelSchwindel, schlimmer beim Schließen der Augen. Kopfschmerzen, Schwindel, mit Übelkeit, besser nach dem Frühstück. Haarausfall, Jucken der Kopfhaut.
AugenGelbsehen. Konjunktivitis, trockene, brennende, schmerzende, verdickte Lider. Strabismus, Augenmuskellähmungen, Ptosis, Schmerzen, Trockenheit.
OhrenOhrgeräusche, Schmerzen. Die Eustachische Röhre fühlt sich verstopft an.
NaseSchmerzen an der Nasenwurzel. Verminderter Geruchssinn, Fließschnupfen, Ozaena atrophica sicca, geschwollene Nasenschleimhaut.
GesichtLeidender alter Gesichtsausdruck. Furunkel und Pickel, gespannte Haut.
Mund und ZähneAufgesprungene Lippen, Zahnschmerzen, schlechter Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Zähne sind mit schmutzigen Belägen bedeckt. Schmerzen im Kiefergelenk beim Öffnen des Mundes oder beim Kauen.
HalsTrocken, entzündet, die Nahrung kann nicht passieren, der Ösophagus ist zusammengezogen, Enge- und Kloßgefühl, Schlucklähmung. Schmerzen. Trockenheit.
VerdauungstraktVerlangen nach unverdaulichen Dingen wie Kreide, Holzkohle, nach trockener Nahrung. Sodbrennen, Einschnürungsgefühl, Kartoffelunverträglichkeit. Wenig Appetit, Koliken. Harter, trockener Stuhl, kein Stuhldrang. Jucken und Brennen am Anus, starkes Pressen, hochgradige Obstipation.
HarnwegeBlasenstörungen, Dysurie, häufiger Harndrang bei alten Menschen, verzögerte Miktion, Entzündungen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Gesteigertes sexuelles Verlangen.

  • ♀ Menses zu früh, kurz, spärlich. Fluor.

AtemwegeHusten nach dem Erwachen, Bronchitis, Dyspnoe. Heiserkeit, Aphonie. Giemende, rasselnde Atmung.
Brust, RückenAngina pectoris, Beklemmungsgefühle. Rückenschmerzen.
ExtremitätenSchmerzen, Missempfindungen, Neuropathien, Sensibilitätsstörungen, aufsteigende Lähmungen, verzögerte Reizleitung. Spröde Fingernägel. Ataxie, Wadenkrämpfe.
SchlafRuhelos, ängstliche und wirre Träume, Schlafstörungen, schläfrig am Morgen.
Frost, Fieber, SchweißSchneller voller Puls. Frösteln, sogar im warmen Zimmer und nachts im Bett. Tagsüber Frost, nachts Fieber. Kann nicht schwitzen.
HautTrockene, rissige Haut und schuppiges Ekzem, brüchige Nägel, unerträgliches Jucken ohne Hautausschläge. Pruritus beim Warmwerden im Bett, kratzt, bis es blutet.
AllgemeinsymptomeVerschlimmerung morgens beim Erwachen, durch Kartoffeln, durch Anstrengung, durch Hitze. Häufige Erkältungen.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Vergleiche: Cocc., Graph., Hell., Nux-m., Op.

  • Ergänzungsmittel: Bry., Caust., Ferr.

  • Bewährte Folgemittel: Arg-n., Bry.

  • Antidotiert von: Bry., Camph., Cham., Ip., Jab., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bry., Ferr., Plb.

Anacardium (Anac.)

Henning Droege
Elefantenlaus, Malakkanuss; #AnacardiumAnacardium occidentale; Elefantenlaus; HAB: Semecarpus anacardium
Betroffene OrgansystemeGemüt, Nervensystem, Magen, Gelenke, Haut, Muskeln.
CausaÄrger, Kummer, unterdrückte Ausschläge; kaltes, trockenes Wetter, kalter Wind, Zugluft, Verbrennung oder Verbrühung.
Modalitäten
  • Agg.: bei leerem Magen, geistiger und körperlicher Anstrengung.

  • Amel.: Essen. Liegen auf der Seite, Reiben.

Allgemeine DarstellungGeschwächte Gedächtnis, Schwächung aller Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Tasten) bis hin zum Gedächtnisverlust. Hierdurch Überanstrengen beim Lernen und Examensfurcht bei Studenten. Depression und Reizbarkeit, mangelndes Selbstvertrauen sowie unwiderstehlicher Wunsch zu fluchen und zu schimpfen. Arbeit wird nicht gerne verrichtet, am liebsten sitzt oder liegt der Patient, er wirkt boshaft, hysterisch, nervös und faul. Symptome erscheinen intermittierend. Gefühl eines Pfropfens in verschiedenen Körperteilen oder wie von einem Band. Die Beschwerden treten meist bei einem Leeregefühl im Magen auf, Essen erleichtert zeitweilig alles Unwohlsein.
Geist und GemütDer Patient ist in sich widersprüchlich und erlebt ständig innerliche Konflikte. Momente von ungewöhnlicher Heiterkeit, in denen der Patient lacht, wenn er weinen sollte, bis zu einer dumpfen Gefühllosigkeit. Ausgeprägter Mangel an Selbstvertrauen, Angst vor der Zukunft, Angst vor eingebildeten Gefahren, Angst, verfolgt zu werden, Angst vor weit entfernten Stimmen. Depressionen bis zur Neigung zu Selbstmord. Neben einer völlig gleichgültigen und uninteressierten Haltung gegenüber anderen zeigen sich auch heftige Wutausbrüche mit verbaler Ausfälligkeit und enormer Bereitschaft zu Gewalt. Eine moralische Hemmschwelle gibt es nicht.
Schwer gestörte Persönlichkeit mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Gefühl durch zwei gegensätzliche Willen beherrscht zu werden: Der eine Wille befiehlt etwas, der andere verbietet es ihm (Engelchen und Teufelchen).
Kopf und SchwindelKopfschmerzen als Folge geistiger oder körperlicher Anstrengung oder aufgrund eines leeren Magens. Gefühl, als sei ein Pflock im Kopf. Kopfschmerz besser durch Nahrungsaufnahme. Schwindel v. a. bei Bewegung. Jucken und kleine Beulen am behaarten Kopf.
AugenAm oberen Rand der Augenhöhle Gefühl wie von einem Pflock. Verminderte Sehschärfe und optische Täuschungen, durch die Gegenstände zu weit entfernt scheinen.
OhrenGefühl eines Pflocks im Ohr. Schwerhörigkeit, akustische Halluzinationen (Töne und Stimmen).
NaseGestörte, verminderte und pervertierte Geruchswahrnehmung.
VerdauungstraktAuftreten der Beschwerden bei leerem Magen sowie die Besserung durch Essen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt hastig und gierig, dadurch häufiges Verschlucken. Gefühl, als ob ein stumpfer Pflock in die Bauchorgane gedrückt wird. Vergeblicher Stuhldrang.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Geschlechtliche Überreizung. Jucken am Skrotum führt zu sexueller Stimulation.

  • ♀ Fluor mit Jucken.

AtemwegeHusten durch Sprechen, Essen oder bei Kindern durch Wutanfälle.
ExtremitätenSchwäche mit Zittern in allen Gliedern. Zittern der rechten Hand. Krämpfe beim Gehen oder Aufstehen, in den Händen beim Schreiben.
SchlafSchlaflosigkeit durch angstvolle Träume von Feuer und Leichen oder auch durch Juckreiz.
HautHautausschläge mit intensivem Jucken (wie bei Rhus toxicodendron; Anacardium ist ein Heilmittel für Folgen von Kontakt mit Gifteiche). Verschlimmerung durch Kratzen, Besserung durch Essen. Bläschenförmiger Ausschlag, Urtikaria oder Ekzema neuriticum. Verbrennungen 2. Grades. Warzen an den Händen und Handinnenflächen.
AllgemeinsymptomeNeurastheniker mit geschwächten Sinnen, kraftlos und schnell ermüdbar. Zittern und lähmende Schwäche sowie Krämpfe, Reizbarkeit und unbeherrschte Wutausbrüche. Charakteristisch ist ein Druckgefühl wie von einem Pflock: im ganzen Körper, im Kopf, in den Augen, in den Ohren, am Nabel, im Bauchraum und längs des Rückgrats. Gefühl wie von einem Reifen oder einem Band um den Körper oder einzelne Körperteile.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Lyc., Plat., Puls.

  • Antidotiert von: Clem., Coff., Crot-t., Eucal., Grin., Iod., Jug-c., Ran-b., Rhus-t.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ign., Rhus-t.

Antimonium crudum (Ant-c.)

Thomas Lorz
#Antimonium crudumRoher Spießglanz; Antimon(III)-sulfid; Sb2S3; HAB: Stibium sulphuratum nigrum (2.4.7)
Betroffene OrgansystemeVerdauungstrakt, Nervensystem, Lunge.
CausaÜberessen, heißes Wetter, Sonnenhitze, Überhitzung, kalte Bäder, enttäuschte Liebe, unterdrückte Ausschläge.
Modalitäten
  • Agg.: am Abend, Hitze, Sonne, Säure, Wein, Wasser, Waschen, feuchte Umschläge.

  • Amel.: im Freien, in Ruhe, feuchte Wärme.

Allgemeine DarstellungDer Antimonium-crudum-Patient hat im Erwachsenenalter oft ein unausgeglichenes Gefühlsleben, das zwischen Sentimentalität und einer zurückgezogenen Haltung mit Verschlossenheit und Übellaunigkeit hin und her schwankt. Antimonium crudum ist eines der emotionalsten und sentimentalsten Mittel der Materia medica, mit einem sanften, weichen und zuweilen melodramatischen Zug.
Bei Kindern imponiert ein gereiztes und mürrisches Verhalten, das differenzialdiagnostisch von Chamomilla schwer zu unterscheiden ist. Hauptangriffspunkt des Mittels ist der Verdauungstrakt.
Geist und GemütSchlecht gelaunt mit Neigung zu widersprechen, leicht beleidigt. Reizbare und mürrische Kinder, die es nicht ertragen, angefasst oder angesehen zu werden. Verärgert über jede kleine Aufmerksamkeit, Abneigung gegen Berührung, sentimentale Stimmung.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, aufgrund von verdorbenem Magen, durch Sonnenhitze, durch Essen von Süßigkeiten oder Trinken sauren Weins.
AugenRot, juckend, entzündet, verklebt. Wunde und eingerissene Augenwinkel, chronische Blepharitis, Pusteln an Cornea und Lidern.
OhrenSchwellung, Schmerz in der Eustachischen Röhre, Ohrgeräusche. Feuchter Ausschlag um das Ohr.
NaseWunde Nasenlöcher mit Krusten, Ekzem der Nasenlöcher. Wund, rissig und schuppig.
GesichtHautausschläge, Akne, Impetigo, Furunkel.
Mund und ZähneRisse in den Mundwinkeln, trockene Lippen, salziger Speichel, zäher Schleim, dick weiß belegte Zunge. Aphthen. Parodontose, Karies, Zahnschmerzen. Ekzem um den Mund.
HalsRäuspern im Freien, Laryngitis, raue Stimme durch Überanstrengung.
VerdauungstraktVerlangen nach Saurem, Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit. Erbrechen, nach Milch, Muttermilch, nach Diätfehler. Durchfall im Wechsel mit Verstopfung, Durchfall nach Wein, Baden. Schleimige Stühle.
HarnwegeHäufiger Harndrang, Pollakisurie, Dysurie, Inkontinenz.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ekzem am Skrotum, Pruritus. Impotenz.

  • ♀ Zahnschmerzen vor den Menses, Zyklusstörungen. Wässrige Leukorrhoe, scharf und klumpig.

AtemwegeHusten beim Betreten eines warmen Zimmers. Verlust der Stimme durch Kälteeinwirkung, Anstrengung. Bronchitis, Pneumonie.
Brust, RückenBeklemmungsgefühl, atemabhängige Schmerzen. Rheumatische Nackenschmerzen, Ziehen in den Hals- und Nackenmuskeln.
ExtremitätenArthritische Schmerzen. Brüchige, deformierte, verdickte Nägel. Verhornte Warzen an Händen und Sohlen. Empfindliche Füße, mit Schwielen bedeckt, entzündete Hühneraugen, Schmerzen in den Fersen.
SchlafStändige Schläfrigkeit, v. a. bei alten Menschen.
Frost, Fieber, SchweißFrostig, selbst in warmen Räumen. Intermittierendes Fieber mit Ekel, Übelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, belegter Zunge und Durchfall, heißer Schweiß.
HautEkzeme, Impetigo, Pickel, Bläschen und Pusteln. Dicke, harte, honigfarbene Krusten, Urtikaria. Windpocken. Jucken bei Bettwärme, trockene Haut, Warzen.
AllgemeinsymptomeWarmblütig und Verschlimmerung durch Hitze und Sonne, rheumatische Schmerzen und Sehnenentzündungen, Abneigung gegen Berührung, Adipositas, empfindlich gegen Kälte, Ödeme.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Squil., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Calc., Lach., Merc., Puls., Sep., Sulph.

  • Antidotiert von: Calc., Hep., Merc., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Sulph.

Antimonium tartaricum (Ant-t.)

Thomas Lorz
#Antimonium tartaricumTartarus emeticus, Tartarus stibiatus, Brechweinstein; Brechweinstein; C8H4K2O12Sb2 ·3H2O; HAB: Kalium stibyltartaricum
Betroffene OrgansystemeAtemwege.
CausaZorn oder Ärger, Husten.
Modalitäten
  • Agg.: bei feuchtem, kaltem Wetter, Hinlegen nachts, Raumwärme, Wetterwechsel im Frühling.

  • Amel.: kalte, frische Luft, aufrechtsitzen, Auswurf, Liegen auf der rechten Seite.

Allgemeine DarstellungAntimonium tartaricum ähnelt Antimonium crudum und den anderen Kalium-Antimon-Verbindungen sehr in seinen Symptomen, unterscheidet sich jedoch in den Modalitäten. Antimonyltatrat war früher ein beliebtes Brechmittel (daher „Brechweinstein“). Entsprechend ist Antimonium tartaricum eines der besten Mittel bei Übelkeit. Die Übelkeit von Antimonium tartaricum ist so heftig wie bei Ipecacuanha, jedoch nicht so anhaltend, und wird durch Erbrechen gebessert.
Bei Lungenerkrankungen ist Antimonium tartaricum angezeigt, wenn sich große Massen von Schleim ansammeln, es dabei zu grobem Rasseln kommt und es unmöglich ist, den Schleim hochzubekommen. Schläfrigkeit (evtl. Koma) kann begleitend auftreten. Ein Charakteristikum von Antimonium tartaricum bei Lungenerkrankungen ist der im Liegen zurückgebogene Kopf. Es hat nicht die Besserung durch Ruhe, die Antimonium crudum bei vielen Beschwerden hat. Die Atmung und die Kopf- und Ohrenschmerzen werden durch Ruhe verschlechtert. Die nächtliche Verschlechterung ist bei Antimonium tartaricum ausgeprägter als bei Antimonium crudum.
Geist und GemütNiedergeschlagenheit, reizbar, schnell beleidigt. Furcht vor dem Alleinsein. Bewusstseinsstörungen. Schwindel mit Benommenheit und Verwirrung. Fahles, eingesunkenes Gesicht. Berührungsempfindliche und reizbare Kinder.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen.
AugenEingesunkene, entzündete Augen. Schmerzen des Augapfels, Ophthalmie bei Rheumatismus oder Gonorrhoe, beginnende Amaurosis.
OhrenOhrgeräusche.
NaseStarker Fließschnupfen. Erweiterte bebende Nasenlöcher, flügelartige Bewegung bei jedem Atemzug, besonders bei Pneumonie oder Bronchitis. Rußige Nasenlöcher.
GesichtZyanotisch, kaltschweißig. Beben des Kinns und des Unterkiefers.
Mund und ZähneLippenzyanose. Belegte Zunge, schlechter Geschmack im Mund. Zahnfleischbluten. Zahnschmerzen.
HalsHalsschmerzen.
VerdauungstraktAufstoßen, Erbrechen. Erbrechen beim Husten, Übelkeit. Durst auf kaltes Wasser in kleinen Mengen und Verlangen nach Saurem. Gastritis, Kolik, Flatulenz, Enteritis, Peritonitis, Diarrhoe.
HarnwegeDysurie, verstärkter Harndrang. Zystitis, Urethritis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Hautausschläge.

  • ♀ Fluor, Dysmenorrhoe.

AtemwegeHeiserkeit, Laryngitis, Tracheitis. Schleimrasseln mit wenig Auswurf, verschleimt. Dyspnoe, Lungenödem. Erstickungsgefahr, Patient muss aufrecht sitzen. Krupp, Asthma, feuchter rasselnder Husten. Husten und Bronchitis bei älteren Patienten, v. a. im Winter. Keuchhusten, Emphysem.
Brust, RückenBrustschmerzen, Herz, Herzklopfen, Perikarditis. Rückenschmerzen und Schweregefühl lumbo-sakral.
ExtremitätenSensibilitätsstörungen, Hautausschläge, Rheumatismus, Wadenkrämpfe, Schmerzen.
SchlafGroße Schläfrigkeit, schlimmer nach Husten. Somnolenz und Koma.
Frost, Fieber, SchweißVorherrschender Frost und Kältegefühl. Starker Nachtschweiß, kaltschweißig. Intermittierende Fieber mit Lethargie.
HautPockenähnliche Hautausschläge, Pusteln.
AllgemeinsymptomeSchwäche und Mattigkeit, überwältigende Schläfrigkeit. Patient fühlt sich am besten, wenn er still sitzt. Krankheiten im Endstadium.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bar-c., Ip., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Bar-c., Camph., Carb-v., Cina, Ip., Puls., Sep., Sulph., Ter.

  • Antidotiert von: Asaf., Chin., Cocc., Con., Ip., Laur., Merc., Op., Puls., Rhus-t., Sep.

  • Komplementäre Arzneimittel: Am-c., Asc-t., Ip., Lob., Op.

Apis (Apis)

Henning Droege
#Apis Apis mellifica; Honigbiene; HAB: Apis mellifica und Apisinum (2)
Betroffene OrgansystemeHaut und Schleimhäute, seröse Häute, Blase und Niere, Ovarien. Rechte Seite.
Modalitäten
  • Agg.: Wärme jeder Art (heißes Wetter, warme Räume, Kleidung, Getränke, Feuer), Druck, nach Schlaf.

  • Amel.: Kälte (kaltes Wasser, kalt Baden, frische Luft, Ausziehen), Bewegung.

Allgemeine DarstellungDas Bild eines Bienenstichs beschreibt Hauptcharakteristika von Apis: ödematöse Schwellung, Röte und brennende oder stechende Schmerzen. Entzündungen, aber auch Allergien, führen gewöhnlich zu solchen Symptomen. Die Beschwerden treten plötzlich auf und nehmen einen heftigen Verlauf. Apis kommt daher besonders in akuten Fällen zum Einsatz.
Die lokalen oder generalisierten Schwellungen sind sehr stark, sackartig und prall, von blassroter Farbe, häufig im Mund, im Hals, an den Augen, den Extremitäten, aber auch der inneren Organe.
Allgemeine Verschlimmerung durch Wärme: Jede Art von Wärme ist unverträglich, die Patienten decken sich ab, verlangen nach frischer Luft, verweigern warme Getränke oder Speisen. Wärme kann zur Ohnmacht oder zu Konvulsionen führen. Die Patienten verlangen nach Kälte, frischer Luft, Abkühlung oder kalten Anwendungen, die eine allgemeine Besserung bewirken.
Durstlosigkeit. Die rechte Seite häufiger betroffen. Die Beschwerden können sich von rechts nach links ausbreiten.
Berührungs- und Druckempfindlichkeit, besonders am Unterbauch. Wundes oder zerschlagenes Gefühl. Zusammenschnürungsgefühle. Der Kranke ist sehr schmerzempfindlich. Plötzliches Aufschreien vor Schmerzen.
Cri encéphalique: plötzliche, schrille, durchdringende Schreie bei Kindern mit Meningitis.
Entzündung oder Zysten des rechten Ovars.
Geist und GemütNervöse Ruhelosigkeit, Redseligkeit und Geschäftigkeit. Kann nicht klar denken, kann sich nicht konzentrieren. Frauen oder Kinder sind häufiger betroffen als Männer. Linkisches Benehmen aufgrund von Koordinationsstörungen: Schwindel, Stolpern, Fallenlassen von Gegenständen. Reizbar. Man kann dem Patienten nichts recht machen. Aggressiv, wenn er verärgert ist. Eifersüchtig. Neigung zum Weinen; betrübt und mutlos, jammert und weint ohne Grund. Macht sich Sorgen und quält sich mit unnötigen Gedanken, freudlos. Apathie. Delirien. Verlust des Bewusstseins.
Kopf und SchwindelMüdes, taubes Gefühl im Gehirn. Linksseitige Kopfschmerzen, die vom Nacken aufsteigen. Gehirnerkrankungen mit starken Kopfschmerzen, agg. durch jede Art von Wärme. Wirft den Kopf von einer Seite zur anderen oder bohrt ihn in das Kissen. Opisthotonus. Bewusstlosigkeit. Koma.
Cri encéphalique: gellendes Aufschreien bei Kindern mit Hirnhautentzündung. Bewusstlosigkeit bei Erkrankungen des Gehirns, unterbrochen von schrillem Schreien, Zähneknirschen und Auffahren. Zerebrospinalmeningitis. Hydrocephalus. Schmerzhaftes, berührungsempfindliches Haar.
AugenRote Augenlider mit ödematöser Schwellung. Augen vollständig zugeschwollen, die Lider sind nach außen gestülpt. Bindehaut entzündet, injiziert und geschwollen. Eitrige Entzündungen der Augen. Stechende oder brennende Schmerzen. Plötzliche, scharfe Schmerzen um die Augenhöhlen. Entzündung, Verdickung, Trübung und Geschwüre der Hornhaut. Vermehrter Tränenfluss mit heißen, brennenden Tränen. Photophobie. Lidrandgranulationen, Gerstenkörner, Iritis.
OhrenRote, geschwollene, entzündete Ohren mit stechenden Schmerzen. Entzündung der Ohrmuschel, Otitis media und externa. Otitis bei oder nach Scharlacherkrankung.
GesichtAufgedunsenes, rotes Gesicht oder blass und wachsartig. Sackartige Schwellung unter den Augen. Verdickte, ödematöse Lippen. Erysipel mit starker Schwellung und brennendem Ödem. Quincke-Ödem.
Mund und ZähneZunge trocken, rot und stark geschwollen. Mund und Rachen rot, geschwollen und ödematös. Zähneknirschen.
HalsZusammenschnürungsgefühl und Brennen im Hals. Gaumen und Rachen sind geschwollen und wund, das Zäpfchen hängt wie ein glasiger Wassersack herunter. Dicke, rote Tonsillen. Halsentzündung mit brennenden, stechenden Schmerzen, agg. durch warmes Essen und Getränke, amel. durch Kälte. Pharyngitis. Tonsillitis. Glottisödem. Scharlachangina. Diphtherie. Ulzerationen in Hals und Rachen.
VerdauungstraktDurstlosigkeit (Ausnahme: Durst bei Frost). Übelkeit und Erbrechen mit Angstgefühlen, nach dem Erbrechen Würgen. Leber- und Milzentzündung. Beengtes, wundes, zerschlagenes Gefühl im Bauch, schlimmer durch Druck und beim Niesen oder Husten. Peritonitis. Aszites. Aufgetriebener, harter Bauch mit schmerzhaften Blähungen. Wässrige, reichliche, sehr übelriechende Durchfälle mehrmals täglich. Offener Anus, wund und geschwollen. Blutende Hämorrhoiden. Unwillkürlicher Stuhlabgang bei Bewegung. „Tomatenpüree-Stuhl“ bei kleinen Kindern, Blut und Schleim mischen sich mit den Speiseanteilen.
HarnwegeAkute Entzündung von Niere und Blase. Ödeme des ganzen Körpers bei nephrotischem Syndrom. Häufiger Harndrang, schon bei wenig Urin in der Blase. Spärlicher, tröpfelnder Urinabgang, der Patient muss dabei viel pressen. Empfindlicher, gereizter Zustand und brennende, schneidende Schmerzen der Harnorgane. Wenig dunkler Urin mit Kaffeesatzsediment. Albuminurie bei Scharlach. Unwillkürlicher Urinabgang durch Husten. Enuresis nocturna. Gefühllosigkeit bis hin zu Lähmung der Harnröhre. Urinverhaltung, v. a. bei Neugeborenen, bei Müttern im Wochenbett.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ödematöse Schwellung der Geschlechtsorgane, schlimmer rechts.

  • ♀ Labien geschwollen und wund mit stechenden Schmerzen, besser durch die Anwendung von kaltem Wasser. Dysmenorrhoe mit Schmerzen der Ovarien bzw. des rechten Ovars vor und während der Menstruation. Unterbauch sehr empfindlich gegen Berührung und schmerzhaft. Entzündung von Uterus und Ovarien, besonders rechtsseitig. Zysten und Tumoren des rechten Ovars mit stechenden Schmerzen. Abortneigung im ersten bis dritten Schwangerschaftsmonat.

AtemwegeAtemnot mit Erstickungsgefühl, starker Druck und Brennen in der Brust. Gefühl, als ob jeder Atemzug der letzte wäre. Starke Schmerzen beim Einatmen. Bronchitis. Pleuritis. Pneumonie. Hydrothorax.
ExtremitätenUngeschicklichkeit der Extremitäten, Dinge fallen aus den Fingern, Stolpern. Starke Schwellung und Ödeme der Glieder. Brennende und stechende rheumatoide Schmerzen in den Gliedern. Synovitis. Gefühllosigkeit der Hände und Füße. Panaritium mit stechenden Schmerzen.
SchlafUnruhiger Schlaf und Schlaflosigkeit aufgrund quälender Gedanken. Schreien, plötzliches Hochfahren und Abwerfen der Decke im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißFrost nachmittags um 16 Uhr, dabei Durst. Intermittierendes Fieber, abwechselnd heiß und trocken, dann mit Schweiß. Wärme verschlimmert sogar im Froststadium.
HautÖdematöse, rosige Schwellung der Haut, heftig juckend, brennend und stechend. Kalte Anwendungen bessern, Wärme verschlechtert. Die Haut ist hell und transparent, sehr empfindlich gegen Berührung. Trockenheit der Haut wechselt ab mit Schweiß. Rote Hautausschläge wie Nesselsucht oder Bienenstiche. Urtikaria, Quincke-Ödem, Erysipel, Scharlach, Lymphangitis, Herpes zoster, Furunkel, Karbunkel.
AllgemeinsymptomeAllgemeine Verschlimmerung durch Hitze, Besserung durch Kälte. Rechtsseitigkeit. Beschwerden treten plötzlich auf und nehmen einen heftigen Verlauf. Schmerzcharakter brennend und stechend. Ausgeprägte Schwellungen und Ödeme an allen Teilen des Körpers möglich. Durstlosigkeit.
MiasmenPsora, Syphilis, Sykosis.

  • Wenn angezeigt, ist Apis ein Notfallmittel für akute allergische Schwellungen.

  • Hinweis aus der Literatur: Nicht vor oder nach Rhus-t. geben

ArzneimittelbeziehungenNat-m. und Bar-c. sind die chronischen Mittel zu Apis. Zyklus: Apis → Nat-m. → Sep.
  • Vergleiche: Ars., Canth., Puls., Urt-u.

  • Ergänzungsmittel: Arn., Ars., Bar-c., Canth., Hell., Merc-cy., Nat-m., Puls., Sars., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Arn., Ars., Graph., Iod., Kali-bi., Lyc., Merc-cy., Nat-m., Phos., Puls., Sars., Stram., Sulph., Zinc.

  • Unverträglich mit: Phos., Rhus-t.

  • Antidotiert von: Ars., Canth., Carb-v., Carb-ac., Ip., Lac-ac., Lach., Led., Nat-m., Plan., Urt-u.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Canth., Puls., Urt-u.

Argentum nitricum (Arg-n.)

Thomas Lorz
#Argentum nitricum Silbernitrat; AgNO3; Höllenstein
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Verdauungssystem, Augen.
CausaFurcht, Schreck, Erwartungsspannung, Ausschweifungen, geistige Anstrengung und Sorgen. Zucker.
Modalitäten
  • Agg.: Wärme, nachts, kaltes Essen, Süßigkeiten, nach dem Essen, während der Menstruation. Gemütsbewegung. Rechtsseitenlage.

  • Amel.: Aufstoßen, frische Luft, Kälte, Druck.

Allgemeine DarstellungSilbernitrat, ist das Heilmittel, das früher im Rahmen der Credé-Prophylaxe (vorbeugende Behandlung gegen Gonorrhö) jedem Neugeborenen post partum in die Augenbindehaut geträufelt wurde. Es wurde früher zur Behandlung von Epilepsie benutzt und führte oft zu einer bleifarbenen Hautpigmentierung (Argyrie).
In der homöopathischen Epilepsietherapie wird Argentum nitricum verwendet, wenn die Anfälle durch Schreck verursacht sind oder während der Menses auftreten. Tage oder Stunden vor dem Anfall sind die Pupillen erweitert. Nach dem Anfall ist der Patient ruhelos, die Hände zittern.
Zu den Leitsymptomen zählen: starker Tremor, Nervosität, Gefühl, wie in einen Schraubstock gespannt. Zusammenschnürungsgefühl an verschiedenen Stellen, wie ein eisernes Band um Brust oder Taille. Gefühl, als ob sich der Körper oder einzelne Körperteile ausdehnen. Migräne mit dem Gefühl, als sei der Kopf enorm vergrößert; gebessert durch festes Binden. Koordinationsstörungen. Senso-motorische Ausfälle.
Der Argentum-nitricum-Patient ist ängstlich, unruhig und um seinen Gesundheitszustand sehr besorgt. Argentum-nitricum-Patienten haben Verlangen nach Süßem, speziell nach Zucker, der aber verschlechtert. Bei Erregung treten leicht Durchfälle auf. Durch Aufregung, speziell durch Erwartungsspannung, verschlimmern sich alle Beschwerden.
Geist und GemütÄngstlich und nervös, Impuls, aus dem Fenster zu springen. Matt und zittrig, melancholisch, befürchtet eine schlimme Erkrankung. Extrovertiert, die Zeit vergeht zu langsam. Schwaches Gedächtnis. Wahrnehmungsfehler. Impulsiv, möchte die Dinge in Eile verrichten. Angststörungen, Höhenangst, Furcht, zu spät zu kommen, Klaustrophobie, Prüfungsangst.
Kopf und SchwindelSpannungskopfschmerzen. Emotionale Erregung verursacht Migräneanfälle. Vergrößerungsgefühl, Schwindel, Morbus Menière, Jucken der Kopfhaut.
AugenDie inneren Augenwinkel sind geschwollen und rot. Verschwommenes Sehen. Lichtscheu im warmen Zimmer. Eitrige Konjunktivitis mit starker Schwellung der Konjunktiven. Chronische Ulzeration der Lidränder, Ektropium, Blepharitis. Mydriasis vor Epilepsie. Hornhauttrübung, Ulzera der Hornhaut.
OhrenOhrgeräusche, Verstopfungsgefühl, Schwerhörigkeit, Ohrenschmerzen.
NaseVerlust des Geruchssinns. Geschwüre des Nasenseptums. Schnupfen, mit Frösteln. Tränenfluss und Kopfschmerzen.
GesichtEingesunken. Neuralgische Schmerzen.
Mund und ZähneEmpfindliches Zahnfleisch, Zahnfleischbluten. Rote und schmerzhafte Zungenspitze, hervorstehende Papillen. Schmerzen in gesunden Zähnen. Kupferartiger Geschmack im Mund. Aphthen.
HalsRoh und wund, Pharyngitis, Tonsillitis, Schmerzen mit Splittergefühl. Refluxösophagitis.
VerdauungstraktLautes Aufstoßen begleitet die meisten Magenbeschwerden. Übelkeit, Erbrechen, Flatulenz. Schmerzhafte Auftreibung der Magengrube, Ulzera. Verlangen nach Süßem, nach Salz. Gastritis, Koliken, Auftreibung des Abdomens, Blähungen. Diarrhö sofort nach dem Essen oder Trinken, v. a. nach Süßigkeiten, nach Aufregung.
HarnwegeBlasenstörungen, Dysurie, Pollakisurie, Harnverhalt, Inkontinenz. Urethritis, Gonorrhoe, Hämaturie, Albuminurie.
Geschlechtsorgane
  • Sexuelle Funktionsstörungen, Impotenz. Orchitis.

  • ♀ Magenschmerzen zu Beginn der Menses, Fluor. Vaginismus, Metrorrhagie nach Koitus.

AtemwegeHeiserkeit, Aphonie. Erstickender Husten, Dyspnoe, Asthma, Pneumonie. Laryngitis.
Brust, RückenAngina pectoris, Herzklopfen, Pleuritis. Rückenschmerzen.
ExtremitätenKonvulsionen, Chorea, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Ataxie, Tremor. Kälte der Extremitäten.
SchlafSchlafstörungen, Albträume.
Frost, Fieber, SchweißFrost mit Übelkeit.
HautBraun, gespannt und hart, unregelmäßige Flecken.
AllgemeinsymptomeWarmblütig, eines der heißesten Arzneimittel der Materia medica. Verschlechterung durch Wärme, Besserung durch Kälte. Epilepsie, epileptische Anfälle durch Schreck oder während den Menses, choreatiforme konvulsivische Bewegungen. Verschlimmerung durch süße Nahrung.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc., Gels., Nat-m., Puls., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Bry., Calc., Kali-c., Lyc., Lyss., Merc., Puls., Sep., Sil., Spig., Spong., Verat.

  • Unverträglich mit: Coff., Vesp.

  • Antidotiert von: Ars., Bell., Calc., Cina, Iod., Lyc., Merc., Nat-m., Phos., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Lyc., Puls.

Arnica (Arn.)

Martin Schmitz
#ArnicaBergwohlverleih, Arnica montana; Arnika; HAB: Arnica montana und Arnica montana ex planta tota (2.4.7)
Betroffene OrgansystemeGehirn, Gefäße, Muskeln, Weichteile.
CausaPhysische und psychische Traumata, v. a. Quetschungen und stumpfe Verletzungen mit Schwellung und/oder Blutaustritt ins Gewebe. Folge von Gehirnerschütterung, auch lange zurückliegende Verletzungen. Überanstrengung der Muskeln.
Modalitäten
  • Agg.: geringste Berührung, Erschütterung, Bewegung, Überanstrengung, Hitze, abends und nachts; feuchtes, kaltes Wetter; Milch.

  • Amel.: Hinlegen (v. a. mit Kopftieflage), Liegen, Ruhe, kaltes Baden.

Allgemeine DarstellungIm Vordergrund stehen Verletzungen, v. a. Prellungen und Quetschungen. Es kommen auch Beschwerden nach lange zurückliegenden Traumata vor, insbesondere nach einer Gehirnerschütterung.
Zerschlagenheitsgefühl ist typisch. Auffallend ist außerdem, dass die Patienten niemanden um sich herum haben wollen, v. a. besteht eine Abneigung, berührt zu werden.
Geist und GemütPatient schickt den Arzt weg und sagt, dass ihm nichts fehlt; will alleingelassen werden, seine Ruhe haben. Angst vor Annäherung und Berührung. Widerspenstig, stur und eigensinnig. Hypochondrische Angst, z. B. Furcht vor Herzkrankheiten. Evtl. geistesabwesend und benommen, stuporös, antwortet jedoch klar bei Ansprache. Gedächtnisschwäche für das, was er gerade gelesen hat.
Kopf und SchwindelKopfschmerz noch Jahre nach Kopfverletzung, Gehirnerschütterung. Heißer Kopf mit Blutandrang (und kalter Körper).
AugenDoppelbilder nach Lesen oder Fernsehen. Blutungen.
OhrenLärmschäden (mit klingenden, sausenden Geräuschen).
NaseNiesen bei Anstrengung. Nasenbluten bei Schnupfen oder durch Waschen des Gesichtes.
GesichtHeißes, rotes Gesicht.
Mund und ZähneZahnschmerz oder Blutung nach Zahnextraktion.
VerdauungstraktAuftreibung des Leibs mit kolikartigen Schmerzen und übelriechenden Blähungen, Geruch wie faule Eier. Unwillkürlicher Stuhl nachts im Schlaf. Durst auf kleine Schlucke kalten Wassers. Verlangen nach Saurem und Essig.
HarnwegeHarnverhalt nach Anstrengung oder Unfall.
Geschlechtsorgane♂ Phimose mit Entzündung. Quetschungsschmerz des Hodens.
AtemwegeHusten nach Überanstrengung der Stimme. Sehr schmerzhafter Keuchhusten (mit Nasenbluten oder Ekchymosen).
Brust, RückenPlötzliche Herzschmerzen, wie zusammengeschnürt oder wie ein Schlag.
ExtremitätenMuskelkater. Verstauchungen, Verrenkungen (mit Hämatom). Arthritis mit empfindlichen Gelenken. Wunde Schmerzen in den Gliedern und Gelenken.
SchlafJetlag mit Schlaflosigkeit.
Frost, Fieber, SchweißÜbelriechender Schweiß. Hitze im oberen und Kälte im unteren Teil des Körpers.
HautHämatome, Quetschwunden. Petechien. Kleine schmerzhafte Furunkel.
AllgemeinsymptomeBlutungsneigung. Verletzungen aller Art. Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper (evtl. auch bei Grippe). Bett erscheint zu hart. Empfindlich gegen Berührung. Epilepsie nach Verletzungen. Starke Schmerzempfindlichkeit. Auch bei Grippe mit Gliederschmerzen und Zerschlagenheitsgefühl kommt Arnica infrage.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Acon., Apis, Calc., Hyper., Ip., Led., Nat-s., Psor., Rhus-t., Sulph., Sul-ac., Verat.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Am-c., Ars., Bar-m., Bell., Berb., Bry., Cact., Calc., Calen., Cham., Chin., Con., Cur., Hep., Iod., Ip., Led., Mill., Nux-v., Phos., Puls., Psor., Rhus-t., Ruta, Sulph., Sul-ac., Symph., Verat.

  • Unverträglich mit: Acet-ac.

  • Antidotiert von: Acon., Am-c., Ars., Camph., Chin., Cic., Coff., Ferr., Ign., Ip., Seneg.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bell., Echi., Hyper., Rhus-t.

Arsenicum album (Ars.)

Jens Wurster
#Arsenicum albumArsenik, Arsen(III)-oxid; As2O3; HAB: Acidum arsenicosum
Betroffene OrgansystemeMagen, Herz, Lunge, Verdauungstrakt, Haut.
CausaLebensmittelvergiftung, Folgen von Ärger oder finanziellem Verlust, Überanstrengung, Kälte.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, kalte Getränke, nach Mitternacht, Temperaturwechsel, Eiscreme.

  • Amel.: Hitze, Wärme.

Allgemeine DarstellungArsen ist ein Reizgift, das auf nahezu alle Gewebe Auswirkungen zeigt. Die Schleimhäute sind am meisten betroffen, mit Reizungen, Entzündungen und Ulzerationen.
Arsen zerstört die Enzyme der Atmungskette in den Mitochondrien und führt zu Symptomen einer Sauerstoffnot der Zellen, die den Organismus in Alarmbereitschaft mit ängstlicher Unruhe versetzen. Folgen sind ein plötzliches Nachlassen der Kräfte mit Schwäche und nervöser Reizbarkeit.
Geist und GemütBei Arsenicum findet sich eine tiefsitzende Unsicherheit, die mit dem Gefühl einhergeht, verwundbar und schutzlos zu sein. Als Konsequenz wird Sicherheit und Schutz gesucht. Der Patient hat das Gefühl, er braucht Hilfe, kann es aber nicht zulassen, von anderen abhängig zu sein, weil er befürchtet, hintergangen zu werden. Er kritisiert viel und glaubt, man helfe ihm nur, um an sein Geld zu gelangen. Er ist sehr gewissenhaft in Kleinigkeiten und kann einen pedantischen Ordnungssinn entwickeln, weil er seine Umgebung als chaotisch und bedrohlich empfindet. Er hat eine hypochondrische Angst um die Gesundheit und beschäftigt sich nur mit seiner Krankheit. Der Patient hat eine starke Abhängigkeit von der eigenen Familie mit großer Sorge um das Wohlergehen der Familienangehörigen, weil er Angst hat, dass dieser für ihn wichtige Halt auseinanderbricht. Bei fortschreitender Pathologie findet sich eine ängstliche Ruhelosigkeit und Verzweiflung, die ihn von Ort zu Ort treibt.
Kopf und SchwindelBrennen und Pulsieren im Gehirn, der Patient wünscht dabei, den Kopf zu kühlen (akut). Bei chronischen brennenden Kopfschmerzen bessert Wärme.
AugenArcus senilis. Augenlider ödematös geschwollen. Brennende, wund machende Tränen und Brennen der Lider. Verklebung der Lider. Ulzerationen der Cornea. Horizontale oder vertikale Hemianopsie.
GesichtÄngstlicher, hilfloser Gesichtsausdruck. Die Augen sind in Bewegung und weit aufgerissen. Das Gesicht ist blass und wächsern, hippokratisch mit spitzer Nase. Nasenspitze kalt.
Mund und ZähneMundtrockenheit und Trockenheit der Zunge, Risse in den Mundwinkeln. Die Zunge ist weiß belegt oder hat einen roten Mittelstreifen, Zahneindrücke, kalte Zunge (objektiv). Der Patient leckt sich dauernd die Lippen, um sie zu befeuchten, weil sie trocken und rissig sind. Metallischer, bitterer, salziger Geschmack im Mund.
HalsZusammenschnürungsgefühl im Hals und in der Speiseröhre. Warme Getränke bessern. Entzündung der Speisröhre.
VerdauungstraktMagenstörungen nach Genuss von Eiscreme oder nach kalten Getränken. Verlangen nach warmen Getränken oder nach Wärme auf dem Bauch, was die Magenschmerzen lindert.
Abneigung gegen Speisen, mit Hunger. Oft wird eine Magenleere beschrieben, die aber nicht durch Essen gebessert wird. Nach dem Essen Steingefühl oder Zusammenschnüren im Magen, mundvolles Aufstoßen.
Bitterer Geschmack beim Trinken. Großer Durst, aber der Patient trinkt immer nur kleine Schlückchen. Übelkeit beim Anblick von Speisen, nach kalten Getränken, beim Denken an und Riechen von Speisen, Ekel vor der Nahrung. Erbrechen periodisch, anfallsweise, sofort nach dem Trinken, sofort nach kleinsten Mengen Essen oder Trinken; gelb, grün, fäkal. Verdorbener Magen nach: Eiscreme, Melonen, Erdbeeren, Muscheln. Lebensmittelvergiftung (bestes Mittel bei Fisch- und Fleischvergiftung). Magenschmerzen nach kalten Getränken, nach Eiscreme. Brennende Magenschmerzen, warme Getränke bessern. Milch bessert, Zusammenkrümmen bessert. Gastritis. Magenkarzinom. Abneigung gegen Obst, Eiscreme, Milch, vegetarische Ernährung. Verlangen nach Olivenöl, Fett, sauren Speisen.
Diarrhö nach kalten Speisen und Getränken oder nach Eiscreme. Der Durchfall kann unmittelbar nach wenigen Schlucken einsetzen. Große Schwäche bei der Stuhlentleerung. Obstipation abwechselnd mit Diarrhö. Stuhl wechselt sehr schnell in Farbe und Beschaffenheit. Plötzliche, herausschießende und spritzende Entleerung. Stuhl übel riechend, faulig oder wie Aas. Entleerungen wässrig wie Reiswasser, blutig-schleimig oder mit unverdauten Nahrungsbestandteilen durchsetzt. Frösteln während des Stuhlgangs.
HarnwegeUrin: übel riechend, Eiweiß in der Schwangerschaft, Epithelzylinder, schleimiges Sediment.
Geschlechtsorgane♀ Fluor ätzend, macht die Genitalien wund. Schwellung der Ovarien mit brennenden Schmerzen, begleitet von Unruhe mit dem Verlangen, die Beine zu bewegen. Uteruskarzinom. Ovarialkarzinom.
AtemwegeViele Symptome verschlimmern sich nach Mitternacht, auch Asthma oder ängstliche Atmung, dabei inneren Unruhe. Asthma nach Zorn, Ärger oder nach einer schlechten Nachricht. Asthmaanfälle begleitet von großer Ängstlichkeit und Unruhe.
Hustenanfälle nach dem Hinlegen oder während des Schlafs. Erwachen durch Husten, agg. durch kalte Getränke.
Brust, RückenAngst und das Gefühl einer innerlichen Kälteempfindung in der Brust. Angst in der Herzgegend, Zusammenschnürens wie von einem Band. Nach Stuhlgang zittrige Schwäche mit Herzklopfen. Herzrhythmusstörungen nach unterdrückten Hautauschlägen oder unterdrücktem Fußschweiß. Angina pectoris, Herzinfarkt. Brennender Brustschmerz, amel. durch Wärme.
ExtremitätenÖdeme an den Beinen. Beinödeme nach Albuminurie. Durchblutungsstörung der unteren Extremitäten, mit Kälteempfindung. Fuß- und Fingernägel werden bläulich, (mangelnde Sauerstoffsättigung im Blut). Risse in den Fersen. Ulcus cruris, Gangrän. Bei Lähmungen Schmerzen in den gelähmten Körperteilen.
SchlafAufschrecken im Schlaf, stöhnten, wälzen im Bett. Schlaflos wegen Gedankenandrangs oder ängstlicher Unruhe. Ruhelosigkeit agg. nach Mitternacht oder nach 3 Uhr. Träume von Tod, schwarzen Objekten, Feuer, körperlicher Anstrengung, von finanziellen Problemen.
Frost, Fieber, SchweißStarke Frostigkeit, inneres Frieren.
HautHaut hell, trocken und schuppig. Bei Schmerzzuständen Haut mit feuchtem klebrigem Schweiß überzogen. Herpes zoster. Brennende Ulzerationen der Haut, besser durch Wärme.
AllgemeinsymptomePlötzliche Abmagerung, Tumorkachexie. Nervöse Schwächezustände mit innerer Unruhe und Angespanntheit. Vergiftungen, besonders durch Fisch und Fleisch. Kollapszustände nach Diarrhoe oder nach Erbrechen. Nebenwirkungen und Folgen von Chemotherapien.
Thrombosen, Ödeme und Hautgeschwüre an den Beinen. Ödeme, Aszites. Brennende Schmerzen, durch Wärme gebessert. Hitze- oder Kältegefühl in den Blutgefäßen.
Starke Frostigkeit, inneres Frieren. Beschwerden nach Mitternacht. Erschöpfung mit lähmungsartiger Schwäche. Schwäche im Fieber, nach Stuhlgang oder nach Absonderungen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: All-s., Anth., Carb-v., Chin., Kali-bi., Lach., Nat-s., Phos., Psor., Puls., Pyrog., Rhus-t., Sec., Sulph., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Anth., Apis, Aran., Arn., Bapt., Bar-c., Bar-m., Bell., Cact., Cad-s., Calc-p., Calen., Cham., Chel., Chin., Cic., Ferr., Fl-ac., Hep., Iod., Ip., Kali-bi., Lach., Lyc., Merc., Nat-s., Nux-v., Phos., Ran-s., Rhus-t., Samb., Sulph., Thuj., Verat.

  • Antidotiert von: Bry., Camph., Carb-ac., Carb-v., Cham., Chin., Chin-s., Euph., Ferr., Graph., Hep., Iod., Ip., Kali-bi., Lach., Merc., Nat-c., Nux-m., Nux-v., Op., Rhus-t., Samb., Sulph., Tab., Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Sul-ac., Verat.

Aurum metallicum (Aur.)

Thomas Lorz
#Aurum metallicumAurum foliatum; elementares Gold; Au
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Gemüt, Knochen, Herz, Kreislauf.
CausaKummer, geschäftliche Rückschläge, Geldverlust, Schreck, Wut, enttäuschte Liebe, Widerspruch. Quecksilber, Alkohol.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, kalte Jahreszeit, in kalter Luft; beim Kaltwerden. Beschwerden nur im Winter. Geistige Anstrengung, im Liegen, nachts.

  • Amel.: warme Luft, im Freien, beim Warmwerden, im Sommer, durch Bewegung.

Allgemeine DarstellungAurum metallicum ist häufig bei idealistischen Menschen mit intensiver Ausstrahlung angezeigt. Sie wollen an der Spitze stehen und setzen sich hohe Ziele. Wenn tiefgehende depressive Zustände mit Suizidalität vorliegen, muss man Aurum in Betracht ziehen. Ebenso bei bohrenden und brennenden Schmerzen. Aurum ist ein wichtiges Mittel mit antisyphilitischer Wirkung. Die somatische Pathologie umfasst oft Kopfschmerzen, Knochenschmerzen und Herzerkrankungen.
Geist und GemütErnster, erfolgreicher Patient mit melancholischer Ausstrahlung, Abscheu vor dem Leben und Selbstmordgedanken, spricht davon, Selbstmord zu begehen, erleichtert durch den Gedanken an Selbstmord, Selbstmordimpulse (Springen aus großer Höhe). Beschwerden durch Kummer und geschäftliche Rückschläge, gereizt und heftig beim geringsten Widerspruch. Besserung durch Musik. Ständiges schnelles Fragen, ohne auf die Antworten zu warten, kann Dinge nicht schnell genug tun. Geräuschempfindlich, verzweifelt, religiös, ängstlich (z. B. an hoch gelegenen Orten), verantwortungsbewusst.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, an einer kleinen Stelle links oder rechts der Nasenwurzel oder im Hinterkopf. Kopfschmerzen so stark, dass der Patient glaubt, den Verstand zu verlieren oder daran denkt, sich umzubringen. Kopfschmerzen nach Widerspruch, nach geistiger Anstrengung. Kopfschmerzen in Verbindung mit Herzkrankheiten. Während der Kopfschmerzen Hitzewallungen mit Erröten des Gesichts. Kopfschmerzen amel. durch Einhüllen des Kopfes. Exostosen des Schädels.
AugenUlzeration und Infiltration der verschiedenen Schichten des Auges. Augensymptome besser bei Mondlicht und beim Schließen der Augen; schlimmer durch Licht. Brennende und dumpfe Schmerzen zwingen zum Schließen der Augen, kaltes Augenbad lindert. Fotophobie. Iritis mit schneidenden Schmerzen in und um den Augapfel. Schuppige, flechtenartige Ausschläge an den Lidrändern. Doppelbilder, Hemianopsie. Vor den Augen schwarze Flecken, Funken vor den Augen bei geistiger Anstrengung. Hervortretende Augen wie bei M. Basedow, mit Herzbeteiligung (Herzhypertrophie).
OhrenOhrgeräusche, überempfindlich gegen Geräusche, Musik bessert. Entzündung des Felsenbeins mit starken Schmerzen, die den Patienten zum Suizid treiben können. Otorrhoe, Brennen, Stechen, Jucken, bohrende Schmerzen hinter dem linken Ohr. Hartnäckige, übel riechende Absonderungen. Schwerhörig.
NaseGeschwüre, Krebs. Geschwollen und verstopft. Entzündung der Nase. Stinkende, eitrige, blutige Absonderung. Bohrende Schmerzen in der Nase schlimmer nachts. Fauliger Geruch aus der Nase. Geruchsempfindlich. Knollige Nasenspitze (Rhinophym).
GesichtGedunsenes, glänzendes Gesicht mit aufgetriebenen, hervorgetretenen Augen. Epitheliom in der Nähe des Nasenflügels. Knochenhautentzündung, Knochenkaries. Schwellung und Schmerzen der Parotis. Schmerzen, Trigeminusneuralgie.
Mund und ZähneSäuerlicher oder bitterer Geschmack. Mundgeruch. Geschwüre im Mund, am Gaumen. Zahnfleisch geschwollen, dunkelrot, wund bei Berührung oder beim Essen. Zahnschmerzen.
HalsStechender Schmerz beim Schlucken, Geschwüre.
VerdauungstraktAbneigung gegen Fleisch, Verlangen nach Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten. Aszites. Blähungen. Leistenbruch (schon bei Kindern, meistens rechts). Schmerzen.
HarnwegeErkrankungen der Nieren und der Harnwege. Dysurie, Blasenstörungen, trüber Urin.
Geschlechtsorgane
  • Starke Libido. Sex als Ausgleich für die Depression, nächtliche Samenergüsse. Erkrankungen der Hoden und Nebenhoden. Atrophie der Hoden. Tumoren. Verhärtung der Hoden. Schmerzen. Schwellung. Epididymitis, Orchitis, Balanitis, Sarkozele, Hydrozele, Kondylome am Skrotum.

  • ♀ Verhärtung und Geschwüre am Uterus. Zyklusstörungen, Sterilität, die Depressionen auslösen kann. Uterusprolaps. Dicker, weißer Fluor.

AtemwegeDyspnoe, Asthma.
Brust, RückenAngina pectoris, Herzklopfen, Endokarditis, Perikarditis. Rückenschmerzen.
ExtremitätenKnochenschmerzen schlimmer nachts. Rheumatoide Polyarthritis, Schmerzen wandern durch alle Gelenke und lokalisieren sich schließlich im Herzen. Schwellung der Extremitäten, Ödeme, Ankylose.
SchlafStöhnen im Schlaf, spricht im Schlaf, Schlafstörungen, Albträume.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln während der Fieberphasen. Kalte Extremitäten. Frost, abends im Bett.
HautHautausschläge, Geschwüre, Warzen, Kondylome.
AllgemeinsymptomeWichtiges syphilitisches Arzneimittel. Allgemeine Besserung am Abend und Verschlechterung der Schmerzen in der Nacht. Große Kälteempfindlichkeit. Verlangen nach Frischluft. Bezug zur rechten Seite.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Sulph., Syph.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Bell., Calc., Chin., Lyc., Merc., Nit-ac., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph., Syph.

  • Antidotiert von: Bell., Camph., Chin., Cocc., Coff., Cupr., Hep., Merc., Puls., Sol-n., Spig.

  • Kollaterale Arzneimittel: Merc.

Bacillinum (Bac.)

Thomas Lorz
#BacillinumZubereitung aus Gewebe von oder aus einer verkästen Lungenkaverne bei Tuberkulose (Nosode 2.4.2)
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Haut, Psyche.
ModalitätenAgg.: nachts und am frühen Morgen, kalte Luft.
Allgemeine DarstellungBacillinum muss von Kochs Tuberculinum unterschieden werden, da es im Gegensatz zu Tuberculinum alle Elemente einer tuberkulösen Lunge enthält und diese ein anderes Arzneimittelbild zur Folge hat. Bacillinum hat einen großen Bezug zu den Atemwegen. An Bacillinum sollte auch gedacht werden, wenn bei einer Familienvorgeschichte mit tuberkulösen Erkrankungen das bestgewählte Mittel nicht heilt oder dauerhaft bessert.
Geist und GemütIntensive hektische Aktivität. Schweigsam, reizbar, mürrisch, niedergeschlagen und melancholisch. Erschrickt vor Hunden und Katzen. Antriebslosigkeit am Morgen.
Kopf und SchwindelHeftige, tiefsitzende Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerz. Kopfflechte, Haarausfall, Alopecia areata.
AugenLidrandekzeme, Hornhautgeschwüre.
NaseChronischer Schnupfen.
GesichtSchmerzen, Ekzem, Furunkel.
Mund und ZähneErdbeerzunge. Zahnschmerzen, Zähne empfindlich gegen Luft. Zähneknirschen im Schlaf. Unvollständig entwickelte Zähne.
HalsVergrößerte Rachenmandeln, Tonsillitis.
VerdauungstraktBauchschmerzen, Durchfall vor dem Frühstück. Appetitlosigkeit. Verstopfung, mit stinkenden Blähungen. Hämorrhoiden. Ekzem.
HarnwegeInkontinenz, Nykturie.
AtemwegeAsthma, Erkältungsneigung, Husten, Rasseln und schleimig-eitriger Auswurf, Bronchiektasen, Bronchitis, Dyspnoe, Tuberkulose.
Brust, RückenSpina bifida.
ExtremitätenSchmerz im linken Knie beim Gehen, tuberkulöse Kniegelenksentzündung. Abszesse an den Gelenken.
SchlafSchläfrig tagsüber, ruhelos in der Nacht. Viele Träume.
Frost, Fieber, SchweißNachtschweiß.
HautHautausschläge, Tinea, Pityriasis.
AllgemeinsymptomeErkältungsneigung mit langsamer Rekonvaleszenz. Nächtlicher Husten, nächtliche Erstickungsanfälle. Eitrige Expektoration. Bei Tuberkulose oder auch bei fortgeschrittenen Lungenentzündungen, bei schleimig-eitriger Absonderung von Bronchialsekreten. Abmagerung. Erbrechen während des Hustens.
MiasmenPsora, Tuberkulinie.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc-p., Hydr., Kali-c., Kali-i., Lach., Psor.

  • Bewährte Folgemittel: Thyr.

Barium carbonicum (Bar-c.)

Henning Droege
#Barium carbonicumBaryta carbonica, Schwererde; Bariumcarbonat; BaCO3
Betroffene OrgansystemeLymphknoten, Gemüt, Verdauungssystem, kardiovaskuläres System.
CausaUnterdrückter Fußschweiß, Anwesenheit von Fremden.
Modalitäten
  • Agg.: durch feuchte Kälte; große Hitze, nachts, durch Liegen auf der schmerzhaften Seite, Anwesenheit fremder Personen, Denken an die Beschwerden. Periodizität.

  • Amel.: Alleinsein, Bewegung, Wärme, im Freien.

Allgemeine DarstellungEntwicklungsrückstand und Unreife sind die Hauptmerkmale. Die Entwicklungsverzögerung betrifft alle Ebenen, die körperliche, emotionale und geistige. Am häufigsten wird dieses Mittel im Kindesalter gebraucht. Die Kinder sind kälteempfindlich, sie erkälten sich leicht und bekommen jedes Mal eine eitrige Mandelentzündung. Sie sind klein und mager mit aufgetriebenem, hartem Bauch, der Kopf ist verhältnismäßig groß, die Lymphknoten sind geschwollen. In der geistigen Entwicklung sind sie ebenfalls zurückgeblieben. Sie sind langsam, schwach, schüchtern und ängstlich. Einzelne Organe sind möglicherweise unvollständig entwickelt (oder gar nicht angelegt), insbesondere die Genitalien.
Der zweite, große Einsatzbereich für Barium carbonicum ist das Alter, wenn degenerative Veränderungen eintreten, der Mensch schwach und kindisch wird und geistig rasch abbaut. Vorzeitiges Altern, seniler Marasmus, Atrophie von Körperteilen und beschädigte Gefäßwände sind wichtige Indikationen für das Mittel. Arteriosklerose und Aneurysmen. Zustand nach Apoplex.
Geist und GemütEntwicklungsverzögerung, Langsamkeit, alles geht nur langsam voran – Denken, Handeln, körperliche Entwicklung. Geistige Schwäche bis zur geistigen Behinderung. Autismus. Ängstliche und schüchterne Kinder, die nicht gerne sprechen und sich bei Annäherung von Fremden verstecken. Schwaches Selbstwertgefühl mit Abhängigkeit von Bezugspersonen. Brave und fügsame Kinder, leicht zu beeinflussen, setzt sich nicht zur Wehr. Ernst, unsicher unfähig, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Der Patient erweckt den Eindruck, als ob er nicht wüsste, worum es gerade geht. Wenig intelligenter Gesichtsausdruck, offen stehender Mund. Spätes Gehen- und Sprechenlernen. Verzögerte Pubertät.
Angst um die eigene Gesundheit. Furcht davor, die Familienangehörigen zu verlieren. Angst vor fremden Menschen. Kinder bleiben lieber für sich allein und spielen ungern mit anderen Kindern. Angst vor Kritik und davor, ausgelacht zu werden. Angst, das sichere Nest zu verlassen. Furcht v. a. Neuen. Eifersucht auf Geschwisterkinder mit Verlustangst.
Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten und Schulphobien. Lernen und Begreifen geht nur langsam voran und wird durch Fleiß kompensiert. Fingernägelkauen. Vergesslichkeit bei alten Menschen bis hin zu Gedächtnisverlust. Müdigkeit und Schwäche. Gedankenloses und kindisches Benehmen. Präsenile Demenz.
Kopf und SchwindelKongestiver Kopfdruck, besonders über den Augen. Die Kopfschmerzen besser durch Kälte – im Gegensatz zu allen anderen Beschwerden. Kopfschmerzen bei Schulkindern. Arteriosklerotischer Kopfschmerz. Gefühl, als ob das Gehirn locker wäre. Folgen von Schlaganfällen.
Vorzeitiger Haarausfall schon in jungen Jahren. Kahlköpfigkeit. Ekzeme auf dem Kopf. Milchschorf bei Säuglingen. Bei kleinen Kindern wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper zu groß.
AugenPhotophobie. Entzündungen der Augen. Verklebte Lider. Verdickte und granulierte Augenlider. Frühe Trübung der Hornhaut. Katarakt.
OhrenSchmerzhafte Lymphknotenschwellungen und -entzündungen rund um die Ohren. Ekzeme und Geschwüre hinter den Ohren, Krusten in den Ohren. Otitis mit Schwerhörigkeit durch Infektionen des Rachenraums. Mumps. Frühzeitiger Verlust des Gehörs.
NaseChronischer Katarrh mit viel Nasenbluten. Dicke, gelbe Absonderungen aus der Nase und Schwellung der Oberlippe.
GesichtBlasses, welkes Gesicht und kränkliches oder altes Aussehen (auch rotes, gedunsenes Gesicht). Unintelligenter Gesichtsausdruck, offener Mund. Spinnwebgefühl auf der Gesichtshaut. Hautausschlag im Gesicht. Schwellung der Unterkieferdrüsen.
Mund und ZähneSchwäche und Verhärtung der Zunge bei alten Menschen. Zungenlähmung. Offener Mund mit Mundatmung durch vergrößerten Adenoide. Vermehrter Speichelfluss, schlimmer nachts. Entzündungen und Bläschen auf der Mundschleimhaut. Fauliger Geschmack und schlechter Geruch aus dem Mund. Zahnfleischbluten. Karies. Parodontose. Zahnausfall.
HalsSchwellung und Verhärtung der Halslymphknoten und Tonsillen. Halssymptome verschlimmern sich bei Kälte. Jeder Erkältung folgt eine eitrige Mandelentzündung. Chronisch rezidivierende Angina. Pfeiffer-Drüsenfieber.
Kloßgefühl im Hals. Stechende Schmerzen, schlimmer beim Leerschlucken. Schlucken stark behindert, nur Flüssigkeiten können passieren. Feste Nahrung verursacht Würgen und Erbrechen. Ösophagusspasmus. Heiserkeit oder Aphonie aufgrund konstitutioneller Schwäche. Ständiges Gefühl, Rauch einzuatmen.
VerdauungstraktVerlangen nach Eiern, Abneigung Obst (besonders Pflaumen) und Brot. Verdauungsschwäche. Magenschmerzen und Elendsgefühl nach dem Essen. Abmagerung (auch Fettleibigkeit möglich), gleichzeitig Auftreibung und Härte des Bauches. Obstipation. Harte, knotige Stühle. Neigung zu Koliken.
HarnwegeEnuresis bei Kindern. Rückfälle in der Sauberkeitsentwicklung in Situationen emotionaler Unsicherheit.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Minderwuchs der Geschlechtsteile, Penis und Hoden sind klein und schlaff. Hodenhochstand. Verringerte Libido. Impotenz. Prostatahypertrophie. Verhärtete Hoden.

  • ♀ Verspätete Menarche. Unterentwickelte oder atrophierte Ovarien und Brustdrüsen, atrophierter Uterus. Abneigung gegen Koitus. Starker Fluor von dicker Konsistenz. Sterilität.

AtemwegeLautes, rasselndes Atmen, schlimmer durch Kälte. Chronischer, trockener Husten schlimmer nachts und bei Kälte, besser bei Bauchlage. Chronische Bronchitis. Asthma.
Brust, RückenHerzklopfen und Kongestion, schlimmer beim Liegen auf der linken Seite und beim Denken daran. Aneurysmen der Herzarterien. Im Nacken und in den Achselhöhlen geschwollene Lymphknoten. Schwäche der Wirbelsäule.
ExtremitätenFüße kalt und schwitzend. Übelriechender und wund machender Fußschweiß. Unterdrückung des Fußschweißes mit konstitutionelle Folgen. Warzen. Fingernägelkauen. Zucken einzelner Muskelfasern. Halbseitenlähmung nach Apoplex. Selbst lange bestehende paralytische Zustände nach Apoplex können durch Barium gebessert werden.
SchlafNächtlicher Speichelfluss. Schlafapnoe aufgrund Tonsillenhyperplasie.
Frost, Fieber, SchweißStändiges Frösteln und Erkältungsneigung. Herausstrecken einer Extremität aus dem Bett kann zu Erkältung führen. Muss immer warm gekleidet sein. Neigung zu vermehrtem Schwitzen, besonders nachts. Schweißausbrüche bei Anwesenheit von Fremden.
HautTrockene, schlecht heilende Haut. Stechende Schmerzen auf der Haut. Akne. Warzen, Lipome, Zysten, tuberkulöse Geschwüre, Sarkome.
AllgemeinsymptomeKindermittel. Ebenso für alte Menschen. Rezidivierende Erkrankungen. Schwäche, Entwicklungsverzögerung oder -stillstand. Alles geht langsam. Scheue, unsichere, unselbstständige Natur. Geistige Schwäche, Lernprobleme. Minderwuchs und Marasmus bei hervorstehendem Bauch. Verdauungsschwäche. Große Kälteempfindlichkeit mit Neigung zu Erkältungen. Allgemeine Verschlimmerung durch Kälte. Besserung durch Bewegung und durch Aufenthalt im Freien. Lymphatische Konstitution. Schwellung und Verhärtung der Lymphknoten, Tonsillen und Adenoiden. Häufige Anginen. Lymphknotentzündungen mit Infiltration. Im Alter zunehmende Kraftlosigkeit mit Neigung zum Hinlegen. Vorzeitiges Altern mit Nachlassen der geistigen Fähigkeiten und auffallend kindischem Verhalten. Degenerative Veränderungen, besonders der Arterien. Entzündungen der Blutgefäße. Arteriosklerose. Aneurysmen. Gefäßrupturen. Zustand nach Apoplex. Unterentwickelte Organe (Geschlechtsorgane) oder Fehlen von Organen.
MiasmenPsora, Sykosis.

  • Langsame Wirkung. Evtl. ist eine mehrmalige Wiederholung nötig.

  • Hinweis aus der Literatur: nicht nach Calcarea carbonica, Calcium phosphoricum oder Mercurius geben.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ant-t., Dulc., Psor., Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Ant-t., Chin., Con., Lyc., Merc., Nit-ac., Phos., Psor., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph., Tub.

  • Unverträglich mit: Calc., Calc-p., Merc.

  • Antidotiert von: Ant-c., Ant-t., Bell., Camph., Dulc., Merc., Nat-s., Zinc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Kali-p., Med., Sil.

Belladonna (Bell.)

Henning Droege
#Belladonna Atropa bella-donna; Tollkirsche; HAB: Atropa bella-donna
Betroffene OrgansystemeKopf, Nervensystem, Gefäßsystem, Schleimhäute (Augen, Mund, Hals), Haut. Rechte Seite.
CausaHaareschneiden oder -waschen, Zugluft, Sonne, Überhitzung.
Modalitäten
  • Agg.: Berührung, Bewegung, Lärm, Luftzug, beim Trinken, Sommersonne, Hinlegen.

  • Amel.: Ruhe, aufrechtes Stehen oder Sitzen, warmer Raum, Hinlegen.

Allgemeine DarstellungBelladonna steht für äußerste Heftigkeit und plötzlichen Beginn. Das Gesicht ist stark gerötet, oft sogar dunkelrot und glühend heiß. Hände und Füße sind kalt. Wie bei einer Atropin-Vergiftung sind die Pupillen geweitet, die Augen glänzen und Haut und Schleimhäute sind extrem trocken. Der Hals schmerzt und ist wie zusammengeschnürt. Es besteht ständiger Schluckreiz. Auffallend ist Durstlosigkeit.
Neben der ausgeprägten Überempfindlichkeit aller Sinne gegen Licht, Berührung, Erschütterung, Geräusche wird v. a. der Schmerz als absolut intensiv und heftig empfunden. Meist klopfend, pulsierend und hämmernd.
Der starke Blutandrang zum Kopf und die klopfenden Karotiden gehören zu den äußerlichen Erscheinungsbildern. Beim Nervensystem und der Gemütsverfassung finden sich Benommenheit, Delirien, Halluzinationen, Konvulsionen oder starke Unruhe.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Empfindlichkeit des Kopfes gegen Zugluft, Kälte und Nässe. So ist bereits Haarewaschen oder -schneiden eine häufige Ursache der Beschwerden. Daher liebt es der Belladonna-Patient, den Kopf zu bedecken.
Alle Symptome bessern sich durch ruhiges Hinlegen. Belladonna ist ein hervorragendes Kindermittel, egal ob es sich um plötzlich auftretendes hohes Fieber, eine akute, sehr schmerzhafte Otitis media oder Tonsillitis bzw. Angina handelt. Auch die Anwendung bei chronischen Erkrankungen wie Migräne oder M. Basedow sollte nicht vergessen werden. Im Allgemeinen ist der Belladonna-Typ ein gesundes, ausgeglichenes und kräftiges Individuum.
Geist und GemütÜberempfindlichkeit der Sinne. Wahnvorstellungen von wilden Gesichtern, Ungeheuern und verrückten Dingen, dabei verhält sich der Patient wild, ungestüm und laut. Verlangen zu schlagen, zu beißen, an den Haaren zu ziehen und zu spucken. Heiteres, lustiges Delirium. Verlust des Bewusstseins mit Lethargie und Koma. Plötzliche Wutausbrüche, die schnell vorübergehen.
Kopf und SchwindelHämmernde, pulsierende Kopfschmerzen, agg. durch Bewegung, Lärm, Licht, Sonne und während der Menstruation, Migräne. Heißes rotes Gesicht, Kältegefühl im Gehirn. Kopf nach rückwärts gezogen und tief in die Kissen gebohrt. Auflegen der Hand und halb aufgerichtete Lage bessern, Zugluft, insbesondere mit nassen Haaren, agg. oder löst Beschwerden aus. Akuter oder chronischer Schwindel, agg. bei jeder Bewegung.
AugenPupillen erweitert und reagieren nicht auf Licht, Photophobie. Starrer Blick. kongestiv gerötet, blutunterlaufen. Die Augen glänzen bei trockenen Konjunktiven. Doppeltsehen, rote Farbblitze, Sehverlust, Sinnestäuschungen und halb geschlossene Augen, offen im Schlaf.
OhrenÜberempfindliches Gehör, der Patient verträgt keinen Lärm, hört die eigene Stimme im Ohr (Autophonie). Ohrenschmerzen, klopfende, pulsierende Schmerzen, nachts schlimmer, Schreien im Schlaf. Ohrensausen. Entzündungen aller Teile des Ohres.
NaseGeruchsempfindlich, besonders gegenüber Tabak. Eingebildete Gerüche oder Verlust des Geruchssinnes. Trockene rote Nase, häufiges Niesen. Flüssiger, blutiger Schnupfen.
GesichtGesicht rot und heiß, eine Seite rot (besonders re.). Zuckungen in den Gesichtsmuskeln, mit plötzlichen neuralgischen Schmerzen im Gesicht.
Mund und ZähneErdbeerzunge. Der Mund ist trocken, rot und heiß. Rote Zungenränder. Sprechen und Schlucken schwierig, wobei ein Drang zum Schlucken besteht. Großer Durst auf kaltes Wasser, im Fieber durstlos. Zahnschmerzen und Zähneknirschen.
HalsKlopfende Karotiden. Trockenheit im Hals, das Schlucken fällt schwer, mit Drang zum Schlucken. Schleimhäute rot, Tonsillen geschwollen, eitrig belegt. Schmerzhafter Rachen, rechts beginnend.
VerdauungstraktTrockenheit der Speiseröhre. Durstlos im Fieber. Großer Durst auf kaltes Wasser, Verlangen nach Limonade und Zitrone. Ekel vor Flüssigkeiten. Erbrechen nach dem Essen. Krampfartige Schmerzen im Magen und Oberbauch, schmerzhaft bei Berührung und bei Erschütterung, besser durch Druck, durch Zusammenkrümmen, besser durch Rückwärtsbeugen. Meteorismus des Abdomens, insbesondere des Colon transversum, Koliken. Die Schmerzen treten plötzlich auf, brechen plötzlich ab und kommen nach einer Pause wieder. Durchfälle häufig, grün, auch blutig, mit kalkweißen Klumpen.
HarnwegeUnwillkürlicher Harnabgang, Harnverhalt. Blase empfindlich. Akute Zystitiden.
Geschlechtsorgane♀ Menses heiß und hellrot, häufig zu früh, reichlich und übel riechend. Vagina heiß, trocken und rot. Gefühl, alles dränge nach unten und würde herausfallen. Wehen beginnen sehr plötzlich und hören plötzlich wieder auf.
AtemwegeKehlkopf trocken sehr schmerzhaft, schwieriges Schlucken. Heiserkeit, evtl. schmerzlos, bis zum Stimmverlust. Husten bellend, Kitzelhusten, durch Fremdkörper oder Staub, Husten bei Gähnen; bei Keuchhusten gehen häufig Magenschmerzen voraus. Weinen vor dem Husten. Beschleunigte Atmung. Cheyne-Stokes-Atmung.
Brust, RückenHeftiges Herzklopfen mit Angst und schnellem Puls.
Verspannung mit steifem Nacken und Schultern, Lumbago, erstreckt sich in die Hüften und Oberschenkel. Gefühl, als ob der Nacken oder die Lendenwirbelsäule zerbricht.
ExtremitätenKalte Extremitäten bei heißem Kopf. Gelenke rot und geschwollen. Plötzliche Zuckungen und Krämpfen in den Muskeln. Blitzartig einschießende Schmerzen durch alle Glieder, dabei. ruhelos.
SchlafRuhelos im Schlaf. Quälende, schreckliche Träume und Visionen bereits beim Schließen der Augen. Hin- und Herwerfen im Schlaf, Schreien im Schlaf, plötzliches Auffahren.
Frost, Fieber, SchweißPlötzliches, sehr hohes Fieber, das auch rasch wieder abfällt. Durstlos im Fieber. Heißer Schweiß mit Trockenheit der Haut. Innerliches Kältegefühl. Kalte Extremitäten.
HautHaut heiß, meist trocken und hellrot glänzend, scharlachähnliches Exanthem. Stark entzündete Hautpartien, lokal begrenzt oder generalisiert.
AllgemeinsymptomeAkute Entzündung. Plötzlicher, rascher, heftiger Beginn von Beschwerden mit ebenso schnellem Abklingen. Puls hart, voll, schnellend, klopfend. Überempfindlichkeit aller Sinne.
MiasmenPsora, Syphilis.

  • Kinderkrankheiten: plötzlich auftretend und sehr heftig ablaufend.

  • Belladonna ist häufig angezeigt bei akuten Erkrankungen von Patienten mit Calcium-Konstitutionen.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bor., Calc., Hep., Lach., Merc., Nat-m., Sulph., Vario.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Agar., Ars., Bell., Cact., Cadm-s., Calc., Carb-v., Cham., Chin., Con., Cur., Hep., Hyos., Kali-m., Lach., Merc., Merc-i-r., Mosch., Mur-ac., Nux-v., Puls., Rhus-t., Seneg., Sep., Sil., Stram., Sulph., Valer., Verat., Zinc.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Dulc.

  • Antidotiert von: Acon., Camph., Coff., Con., Hep., Hyos., Merc., Nux-v., Op., Puls., Sabad., Stram., Vinum.

  • Kollaterale Arzneimittel: Glon., Hyos., Stram.

Berberis (Berb.)

Thomas Lorz
#BerberisSauerdorn; Berberis vulgaris; Berberitze; HAB: Berberis vulgaris
Betroffene OrgansystemeHarnwege, Bewegungsapparat.
Modalitäten
  • Agg.: Bewegung, Erschütterung, Aufstehen vom Sitzen, vor dem Stuhlgang, bei Dunkelheit, vor und während Menses.

  • Amel.: an der frischen Luft.

Allgemeine DarstellungBerberis hat einen großen Bezug zum Harnsystem und zeichnet sich durch in verschiedene Richtungen ausstrahlende Schmerzen aus. Ein weiteres wichtiges Symptom ist die rasch wechselnde Lokalisation der Schmerzen: Die Schmerzen beginnen z. B. in einem bestimmten Gelenk und treten plötzlich an einer anderen Stelle auf.
Geist und GemütGleichgültig, melancholisch, ärgerlich, reizbar.
Kopf und SchwindelEmpfindung, als wäre der Kopf größer geworden. Schwindel mit Ohnmachtsanfällen. Stirnkopfschmerz. Empfindung von einer engen Kappe, die auf die ganze Kopfhaut drückt.
AugenPhotophobie, Konjunktivitis, Ophthalmie.
OhrenOhrgeräusche.
NaseSchnupfen, trockene Schleimhäute.
GesichtBleich, kränklich, eingefallene Wangen und tiefliegende, mit bläulichen Höfen umgebene Augen.
Mund und ZähneKlebriger, schaumiger Speichel. Zunge fühlt sich verbrüht an, Bläschen auf der Zunge.
HalsTonsillitis, Pharyngitis, Pflockgefühl, Heiserkeit.
VerdauungstraktÜbelkeit vor dem Frühstück. Sodbrennen. Gallenkolik, kolikartige Schmerzen. Ständiger Stuhldrang. Brennen und Schmerzen in Anus und Perineum, Analfisteln.
HarnwegeBrennende Schmerzen, Dysurie. Zystitis. Nierensteine, Nierenkolik, Schmerzen strahlen nach unten oder in die Genitalien aus. Urin mit dickem Schleim und hellrotem, mehligem Sediment. Schmerzen in der Blasengegend. Schmerzen in den Oberschenkeln beim Wasserlassen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Neuralgie des Samenstrangs und der Hoden, sexuelle Funktionsstörungen.

  • ♀ Vaginismus, sexuelle Funktionsstörungen, schneidender Schmerz während Koitus. Leukorrhoe. Neuralgie der Ovarien und der Vagina. Zyklusstörungen.

AtemwegeStimmbandpolypen, Heiserkeit.
Brust, RückenSchmerzen in Brust und Herzgegend. Rückenschmerzen, Lumboischialgien, Bandscheibenvorfall. Steifheit.
ExtremitätenRheumatischer Schmerz in Schultern, Armen, Händen und Fingern, Beinen und Füßen. Neuropathien. Schwellung der Fingergelenke, Arthritis, Gicht.
SchlafMüdigkeit und Schläfrigkeit tagsüber und abends. Schlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißFrieren am ganzen Körper abends. Neigung zum Schwitzen bei der geringsten Anstrengung. Schüttelfrost.
HautFlache Warzen, Hautausschläge, Pruritus.
AllgemeinsymptomeStechende, kolikartige, ausstrahlende Schmerzen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Lyc., Mag-m., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Kali-n.

  • Antidotiert von: Bell., Camph., Cham.

  • Kollaterale Arzneimittel: Benz-ac., Coc-c., Kali-bi., Lyc., Puls.

Borax (Borx.)

Thomas Lorz
#BoraxBorax veneta, Natrium boracicum; Natrium tetraborat; Na2B4O7 · 10 H2O; HAB: Natrium tetraboracicum
Betroffene OrgansystemeSchleimhäute, Nervensystem.
Modalitäten
  • Agg.: abwärtsführende Bewegung, Geräusche, Rauchen, warmes Wetter, nach den Menses.

  • Amel.: Druck, Halten der schmerzenden Seite mit der Hand, abends, kaltes Wetter.

Allgemeine DarstellungBorax hat Ähnlichkeiten mit den anderen Natriumverbindungen. An den Schleimhäuten erzeugt es Aphthen. Als Hausmittel wurde Borax früher gegen Mundsoor bei Kindern verwendet. Menschen, die Borax als konstitutionelles Mittel benötigen, sind oft sehr erregbar, ängstlich und überempfindlich.
Geist und GemütFurcht bei Abwärtsbewegungen, nervös, erschrickt leicht, Schreikinder, empfindlich gegen plötzliche Geräusche.
Kopf und SchwindelSchwindel beim Abwärtssteigen, Kopfschmerzen. Verklebte Haare.
AugenEntzündungen, rote Lidränder. Die Wimpern kehren sich in das Auge. Entropion.
OhrenEmpfindlich gegen das geringste Geräusch, Ohrgeräusche.
NaseRote entzündete Nase.
GesichtBlass, geschwollen, mit Pickeln auf Nase und Lippen. Herpetiforme Ausschläge.
Mund und ZähneAphthen, Soormykose, Ulzera bluten bei Berührung und beim Essen, Leukoplakie, schmerzhafter Zahnfleischabszess. Bitterer Geschmack im Mund. Zahnungsbeschwerden.
HalsTrockenheit, zäher Schleim.
VerdauungstraktAuftreibung nach dem Essen. Erbrechen. Durchfall nach Obst. Dünne, breiige und stinkende Stühle bei Kindern.
HarnwegeHeißer, wunder Schmerz an der Harnröhrenöffnung, Dysurie, scharfer Uringeruch. Zystitis. Das Kind fürchtet zu urinieren, schreit vor dem Wasserlassen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelle Funktionsstörungen, Aphthen.

  • ♀ Zyklusstörungen, Fluor, Entzündungen, Infertilität, sexuelle Funktionsstörungen.

AtemwegeHeftiger Husten, Reizhusten, Auswurf, Dyspnoe.
Brust, RückenBlutende Aphthen der Brustwarzen, Galaktorrhoe, atemabhängige Schmerzen, Pleuritis, Beschwerden der Brustwarzen beim Stillen.
ExtremitätenErysipel, Schmerzen, Entzündungen, Abblättern der Nägel.
SchlafSchlafstörungen, Albträume. Erwachen nachts und schwieriges Wiedereinschlafen, Aufschreien im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißSchaudern, Schüttelfrost, frösteln, besonders im Schlaf. Hitzewallungen (morgens und abends).
HautErysipelartige Entzündungen mit Schwellung, Herpes, Intertrigo. Wundheilungsstörungen.
AllgemeinsymptomeVerschlimmerung durch Abwärtsbewegung oder Hinabsteigen (z. B. Flugzeug, Achterbahn, Treppen).
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bry., Calc., Lyc., Nux-v., Phos., Sil.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Vinum.

  • Antidotiert von: Cham., Coff.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bell.

Bryonia (Bry.)

Henning Droege
#BryoniaZaunrebe; Bryonia alba, Bryonia cretica ssp. dioica; Zaunrübe; HAB: Bryonia (2.4.7)
Betroffene OrgansystemeSeröse Häute (Meningen, Pleura, Perikard, Synovia, Peritoneum), Kreislauf, Leber, Nerven, Muskeln, Blut, Lymphsystem. Rechte Seite.
CausaGeringste Bewegung, Wetterwechsel von warm nach kalt, Überhitzung.
Modalitäten
  • Agg.: geringste Bewegung, Anstrengung, Berührung, Wärme, Essen, unterdrückte Absonderungen jeder Art, morgens, Aufregung.

  • Amel.: still Liegen, besonders auf der schmerzenden Seite; Druck, Ruhe; kalte, feuchte Luft, kaltes Essen und Trinken.

Allgemeine DarstellungJede Bewegung verschlimmert bei allen Beschwerden. Sobald sich der Patient ganz ruhig hinlegt, tritt Besserung ein. Die Schmerzen, besonders aller serösen Häute (Meningen, Pleura, Perikard, Peritonaeum, Synovia der Gelenke), werden als heftig und stechend beschrieben. Trockenheit der Schleimhäute ist ein weiteres Charakteristikum des Mittels. Die Trockenheit der Schleimhäute erklärt die Obstipation und den enormen Durst auf große Mengen kalten Wassers, das in großen Abständen getrunken wird.
Bryonia wird häufig als Akutmittel verwendet, wobei sich die Beschwerden langsam entwickeln. Der Bryonia-Typ ist reizbar, zornig, häufig mager und hat eine dunkle Gesichtshaut. Bei Kindern findet man meist eine Abneigung, getragen zu werden.
Geist und GemütDer Patient hat ein Bedürfnis nach Ruhe, will still liegen, nicht angesprochen werden und allein sein. Er ist leicht erregbar, reizbar, nichts kann recht gemacht werden.
Die Gedanken drehen sich um geschäftliche Angelegenheiten, er hat große Angst vor Verarmung. Im Delirium möchte er nach Hause, auch wenn er bereits zu Hause ist. Beschwerden durch Ärger.
Kopf und SchwindelBerstende Kopfschmerzen, bei der geringsten Bewegung agg., durch Öffnen der Augen, Aufstehen, Bücken und Husten. Schmerz zieht vom linken Auge zum Hinterkopf und dann im gesamten Kopf. Druck und kühle Abwaschung bessern, ebenso still Liegen mit geschlossenen Augen. Schwindel im Hinterkopf beim Heben des Kopfes oder beim Aufstehen am Morgen.
NaseNasenbluten morgens oder wenn die Regel einsetzen sollte. Nasopharyngeale Infekte wandern in den unteren Respirationstrakt.
GesichtHeiß, dunkelrot und aufgequollen.
Mund und ZähneMundtrockenheit, Lippen ausgedörrt und rissig, Zupfen an den Lippen. Zunge dick weiß belegt. Durst auf große Mengen von kaltem Wasser in großen Schlucken mit längeren Pausen. Zahnschmerzen und bitterer Mundgeschmack amel. durch Trinken von kaltem Wasser. Zahnschmerzen besser durch Druck, z. B. durch Liegen auf der schmerzhaften Seite. Verschlimmert durch Zähneputzen.
HalsHals ist trocken und kratzig. Stechendes Gefühl beim Schlucken, hartnäckiges Räuspern.
VerdauungstraktObwohl warme Getränke bessern, besteht ein starkes Verlangen nach kaltem Wasser. Gefühl von einem Stein oder eine, Gewicht im Magen. Stechen und Brennen im Magen besonders morgens. Berührungsempfindlich. Übelkeit am Morgen. Erbrechen bitter und gallig. Berührungsempfindlicher Oberbauch, Besserung durch Anziehen der Beine. Essen verschlimmert, äußere Wärme bessert.
Schmerzen im rechten Hypochondrium, schlimmer beim tief Atmen und durch äußeren Druck, durch jede Bewegung und jede Aufregung. Leber schmerzhaft geschwollen. Verstopfung infolge Trockenheit, der Stuhl ist trocken und hart, wie verbrannt. Anfallsartige Durchfälle morgens, nach Bewegung oder durch Überhitzung. Besonders kaltes Trinken nach warmem Wetter löst Symptome aus.
HarnwegeSpärlicher Urin, wenn nicht gerade viel getrunken worden ist. Urinfarbe wie Bier. Stressinkontinenz. Brennen der Harnröhre, nicht während der Miktion.
GeschlechtsorganeNasenbluten durch unterdrückte Menstruation. Mastitis, Abszessen und Verhärtungen der Mammae, amel. durch Druck, z. B. durch engen Büstenhalter. Stechende Schmerzen im Ovar, intermenstrueller Mittelschmerz. Berührungsempfindlichkeit von Bauch- und Beckenraum.
AtemwegeTrockener, harter, krampfhafter Reizhusten, sehr schmerzhaft. Husten besonders morgens oder beim Betreten eines warmen Raums. Stechende scharfe Schmerzen im Kehlkopf und der Luftröhre beim Husten, Auswurf blutstreifig, rostbraun, klebrig und zäh. Der Patient muss sich beim Husten vor Schmerz die Brust oder den Kopf halten. Husten besser durch Liegen auf der schmerzhaften Seite. Stechende Schmerzen in der Brust beim tief Atmen und bei Bewegung. Beengung in der Brust, welche am Atmen hindert und zum Aufsitzen zwingt. Beim Husten Wundheitsgefühl in der Magengrube.
Brust, RückenSchmerzhafte Nackensteifheit. Taubheit zwischen den Schulterblättern. Lumbago. Stiche und Steifheit im Kreuz.
ExtremitätenGelenkentzündungen, rheumatische Arthritis, nach Erkältungen, nach Verletzungen. Schmerzhafte Verletzungen mit Besserung durch Ruhe, wie Knochenbrüche oder Verstauchungen.
SchlafÄngstliche Träume von geschäftlichen Dingen. Spätes Einschlafen mit Aufschrecken. Schläfrigkeit. Nächtliches Delirium.
Frost, Fieber, SchweißSchmerzhafter Fieberfrost, hohes Fieber, langsam ansteigend. Rheumatisches Fieber mit Magen- und Leberbeschwerden. Besserung durch Schweiß. Saure oder ölige Schweiße. Brennende Hitze mit Verschlimmerung aller Symptome.
HautHaut gelb wie bei Hepatitis, Schwellung, Ödemen oder nesselartige Rötung. Seborrhoe. Unentwickeltes Masernexanthem. Langsames Auftreten und schnelles Verschwinden des Exanthems. Kopfhaut überempfindlich bei Berührung. Jedes einzelne Haar schmerzt beim Kämmen, fettiges Haar.
AllgemeinsymptomeAllgemeine große Mattigkeit, Zerschlagenheitsgefühl und Kraftlosigkeit. Beschwerden bereits am frühen Morgen. Nach dem Aufwachen und den ersten Bewegungen Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und heftigsten Kopfschmerzen.
MiasmenPsora, Sykosis.

  • Häufiges Akutmittel.

  • Wenn Natrium muriaticum Konstitutionsmittel ist, passt im akuten Fall (z. B. bei Infekten oder Kopfschmerzen) häufig Bryonia.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Abrot., Alum., Kali-c., Lyc., Nat-m., Rhus-t., Sep., Sulph., Upa.

  • Bewährte Folgemittel: Abrot., Acon., Alum., Ant-t., Arg-n., Ars., Bell., Berb., Cact., Carb-v., Dros., Dulc., Hyos., Kali-c., Mur-ac., Nux-v., Ol-an., Phos., Phyt., Puls., Rhus-t., Sabad., Sep., Sil., Squil., Sulph.

  • Unverträglich mit: Calc.

  • Antidotiert von: Acon., Alum., Ant-t., Camph., Cham., Chel., Clem., Coff., Ferr., Ferr-m., Ign., Mur-ac., Nux-v., Puls., Rhus-t., Seneg.

  • Kollaterale Arzneimittel: Phyt., Rhus-t.

Bufo (Bufo)

Thomas Lorz
#BufoBufo rana; Bufo bufo, Bufo rana; Erdkröte
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Haut.
Modalitäten
  • Agg.: im warmen Raum, beim Aufwachen.

  • Amel.: Baden oder kalte Luft, Füße in heißes Wasser stellen.

Allgemeine DarstellungBufo besitzt einen großen Einfluss auf das Nervensystem, es ist ein wichtiges Mittel bei der Behandlung von Epilepsien und Entwicklungsverzögerung.
Geist und GemütGedächtnisschwäche, Retardierung. Patient wird zornig, beißt, wird wütend, wenn er nicht verstanden wird. Furcht vor Krankheit, vor Tieren, vor dem Tod. Lacht oder weint leicht. Bewusstlosigkeit bei epileptischen Anfällen. Teilbegabungen, z. B. für Musik.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen.
AugenAugen rot, injiziert, juckend und geschwollen, bei epileptischen Anfällen verdreht.
OhrenOtorrhoe, überempfindliches Gehör.
NaseSchnupfen, Nasenbluten.
GesichtEinfältiger Gesichtsausdruck. Der Patient hat ein verzerrtes und gedunsenes Gesicht. Schweißbedecktes Gesicht bei epileptischen Anfällen, Kieferdeformation (Prognathie).
Mund und ZähneHeraushängende Zunge, Zungenbiss bei epileptischem Anfall (blutiger Speichel). Große sinnliche Lippen. Offener Mund. Zähneknirschen bei Epilepsie.
HalsSchleim läuft von der Nase in den Rachen hinab. Trockenheit des Halses, Entzündung, Kloßgefühl.
VerdauungstraktLeeregefühl, Schmerzen. Epileptische Aura. Diarrhö, Hämorrhoiden.
HarnwegeUrin braun, übel riechend. Urinabgang während eines epileptischen Anfalls. Blutiger Urin (bei Kindern).
Geschlechtsorgane
  • ♂ Impotenz, zu schnelle oder gar keine Ejakulation. Neigung, die Genitalien zu berühren, Masturbation.

  • ♀ Menses zu früh und zu reichlich, Konvulsionen während der Menses. Fluor.

AtemwegeAtemnot, Beklemmungsgefühl.
Brust, RückenBrustkrebs. Rückenschmerzen.
ExtremitätenZerschlagenheitsschmerzen in Armen und Beinen bei Bewegung, Arme schlafen leicht ein. Blasenbildung, Panaritium, Abszesse. Entzündung der Lymphgefäße.
SchlafSchläfrigkeit, nach dem Essen. Symptome schlechter beim Erwachen. Schlaf nach epileptischen Anfällen.
Frost, Fieber, SchweißSchwitzen während epileptischer Anfälle. Reichlicher, öliger Schweiß an Kopf und Gesicht.
HautGroße gelbe Blasen. Kleine Wunden eitern stark. Ekzeme. Frostbeulen.
AllgemeinsymptomeEpileptische Anfälle, Epilepsie nach Schreck. Muskelzucken, tonische und klonische Spasmen. Röte und Schwellung entlang der Lymphgefäße, z. B. nach Wunden. Das warme Zimmer ist unangenehm.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc., Salam., Sil.

  • Antidotiert von: Cub., Lach., Op., Seneg.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bar-c., Graph., Tarent.

Calcium carbonicum (Calc.)

Martin Schmitz
#Calcium carbonicumCalcarea carbonica, Ostrea edulis; Auster; HAB: Calcium carbonicum Hahnemanni
Betroffene OrgansystemeHaut, Knochen, Lymphatisches System, Verdauungssystem.
CausaNach Anstrengung (Überanstrengung), durch Nasswerden.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte (v. a. kalt-nasses Wetter), körperliche oder geistige Anstrengung. Milchunverträglichkeit (Kinder verweigern Muttermilch). Vor Menstruation. Veränderungen verschiedener Art.

  • Amel.: trockenes Klima.

Allgemeine DarstellungSchwäche und Langsamkeit sind auffallend. Auch die Entwicklung ist verzögert. Die Patienten sind eher träge, schwerfällig, oft auch adipös. Anstrengung und Hektik werden nicht gut vertragen. Sie schwitzen leicht (v. a. bei Anstrengung und nachts), sind eher frostig veranlagt.
Gemäß der Austernschale, die eine glibbrige Masse beschützt, kann man sich auch entsprechende Ängste und das bestehende Sicherheitsbedürfnis ableiten. Die Patienten sind eher orts- und bodenständig. Neigung zu gutartigen Tumoren (z. B. Atherome, Lipome oder Zysten), außerdem ist oft das lymphatische System mit Schwellungen der Drüsen betroffen.
Bei Kindern ist es eines der Hauptmittel für die unterschiedlichsten Erkrankungen, z. B. bei Ekzemen.
Geist und GemütTräge und langsam, aber der Patient bemüht sich. Fühlt sich gehetzt, weil er langsam ist. Probleme in der Schule mit Rechnen, Schreiben und Lesen. Spätes Gehen- und Sprechenlernen (auch spätes Zahnen, späte Menarche). Abneigung gegen geistige und körperliche Anstrengung. Dickköpfigkeit. Viele Ängste, z. B. Höhenangst, Angst beim Alleinsein oder im Dunkeln, Furcht vor ansteckenden Krankheiten oder vor Geisteskrankheit. Vorsichtiges Verhalten. Schreckliche Dinge (z. B. auch in Filmen) ergreifen ihn tief. Befürchtet, dass seine Schutzlosigkeit oder Verwirrung bemerkt wird.
Kopf und SchwindelGroßer Kopf. Schwitzt stark am Kopf und im Nacken (besonders nachts). Blutandrang zum Kopf. Dicke, weiße Schorfe im Haar. Feuchte, krustige Ekzeme im Kopf-Gesichts-Bereich. Milchschorf. Später Fontanellenschluss. Höhenschwindel.
AugenChronische Pupillendilatation. Exophthalmus, Augenentzündung bei Kindern.
OhrenNässende oder trockene Ekzeme. Schwerhörigkeit. Rezidivierende Otitis media.
NasePolypen. Schnupfen (Erkältungsneigung im Winter).
GesichtEher schwammig und etwas aufgedunsen. Ekzeme.
Mund und ZähneGroße, plumpe Zunge. Kaubewegungen im Schlaf. Langsame Zahnung. Schlechte Zähne, frühzeitig kariös, Zahnwurzelabszesse.
HalsGeschwollene Drüsen und Lymphknoten. Struma. Halsschmerz bei Wetterwechsel.
VerdauungstraktWohlige Verstopfung oder Diarrhoe (v. a. durch Kälte oder Baden). Alles ist „sauer“: saures Aufstoßen, Erbrechen, saure Stühle. Aufgeblähter Bauch.
Verlangen nach Eiern, Süßem, Unverdaulichem (wie z. B. Kreide oder Sand). Durst auf große Mengen kalten Wassers. Abneigung gegen schleimiges Essen, Kaffee, Tabak und Fleisch.
HarnwegeEnuresis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ejaculatio praecox.

  • ♀ Mens kommt zu früh, hält lange an.

AtemwegeAtemnot bei leichter Anstrengung. Asthma (schlechter nach Mitternacht und bei nasskaltem Wetter).
Brust, RückenLeichtes Verheben und Verrenken. Steifheit, Wirbelsäulenverkrümmung. M. Scheuermann.
ExtremitätenKurze Gliedmaßen, dicke Finger. Muskelschwäche, stolpert leicht beim Gehen. Watschelndes Gangbild. Neigung zu Verstauchungen durch Überanstrengung.
SchlafSchlaflosigkeit durch Gedankenandrang. Pavor nocturnus bei Kindern.
Frost, Fieber, SchweißKlebriger, saurer Schweiß (v. a. an Händen, Füßen und Hinterkopf). Schweiß bei leichter Anstrengung.
HautSäuglingsakne, Windeldermatitis, Milchschorf. Neurodermitis, Warzen.
AllgemeinsymptomeAdipositas oder Abmagerung (v. a. bei Kindern), frostig. Höhenschwindel. Lymphknoten- und Drüsenschwellungen. Konvulsionen (besonders abends oder nach Anstrengung). Hypertonie.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.

  • Bei Calcium-Konstitution ist oft Belladonna oder Pulsatilla als Akutmittel passend.

  • Folgt nach Akutkrankheiten gut auf Belladonna. Sulfur und Lycopodium folgen häufiger, auch Tuberculinum folgt gut.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bell., Dulc., Hep., Lyc., Nux-v., Rhus-t., Sil., Sulph., Sul-i., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Aran., Aster., Bell., Bism., Bor., Dros., Dulc., Graph., Ip., Kali-bi., Kali-n., Lyc., Nat-c., Nit-ac., Nux-v., Phos., Plat., Podo., Puls., Rhus-t., Sars., Sep., Sil., Ther., Tub.

  • Unverträglich mit: Bar-c., Bry., Sulph. folgen nicht gut auf Calc. Nach Kali-bi. und Nit-ac. folgt Calc. nicht gut.

  • Antidotiert von: Bism., Bry., Camph., Chin., Dig., Hep., Iod., Ip., Mez., Nit-ac., Nit-s-d., Nux-v., Sep., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bar-c., Sil.

Calcium phosphoricum (Calc-p.)

Martin Schmitz
#Calcium phosphoricumCalcarea phosphorica, Calcium hydrogenphosphat; CaHPO4 · 2H2O
Betroffene OrgansystemeKnochen, Gemüt.
CausaBeschwerden durch geistige Arbeit, durch enttäuschte Liebe oder durch schlechte Ernährung. Zu schnelles Wachstum.
Modalitäten
  • Agg.: Zugluft, Wetterwechsel (v. a. von warm zu kalt), Schneeschmelze, Kälte. Geistige Anstrengung, Trost, Denken an die Beschwerden.

  • Amel.: Sommer, trocken-warmes Wetter, Hinlegen, Reisen.

Allgemeine DarstellungGroße und schlanke Personen mit Schwäche. Sensibel und empfindlich, v. a. auf Kälte, Zugluft, Wetterwechsel und Geräusche. Vom Gemüt her fallen Unzufriedenheit und Unruhe auf sowie das Bedürfnis nach viel Abwechslung.
Geist und GemütNervöse Reizbarkeit, Unzufriedenheit (mit sich und mit allem). Konzentrationsprobleme wegen Unruhe, Patient geht von einem Ort zum anderen. Gedächtnisschwäche mit Problemen bei geistiger Anstrengung. Lernschwierigkeiten und geistige Trägheit. Spätes Sprechenlernen, Probleme beim Schreiben in der Schule. Furcht vor Gewitter und im Dunkeln. Weinerliche Stimmung, Seufzen; schlechter durch Trost. Verlangen nach Abwechslung (z. B. Reisen).
Kopf und SchwindelSchulkopfschmerz. Späte Kopfkontrolle. Fontanellen spät verschlossen. Hydrozephalus. Hitze im Kopf und Brennen auf dem Kopf.
AugenFremdkörperempfinden im Auge. Schielen.
OhrenKältegefühl. Ohrenschmerz beim Schnäuzen.
NaseGroße, gestielte Nasenpolypen. Stockschnupfen im warmen Raum, Fließschnupfen im Freien.
GesichtAnämisch dunkler Teint, Haare und Augen ebenfalls eher dunkel. Gesichtsschweiß mit Hitze und Kälte.
Mund und ZähneLangsame Zahnung (mit Diarrhö) oder schwierige Zahnung. Karies. Parodontose. Zunge wund und brennend.
HalsAdenoide Wucherungen. Große Tonsillen. Chronisch steifer Hals (Zugluft verschlechtert).
VerdauungstraktSodbrennen. Diarrhö während Mens. Grünlich schleimiger Stuhl. Bauchschmerz bei jedem Versuch, etwas zu essen. Blähungen. Schlaffer, eingefallener Bauch. Rektumfistel.
Verlangen nach Salzigem, stark gewürzten Speisen, geräuchertem Fleisch, kalten Getränken. Abneigung gegen Muttermilch.
Geschlechtsorgane♀ Unterleibsschmerzen wie Wehen. Nymphomanie. Verfrühte Sexualität, frühe Menarche.
AtemwegeTrockener Kitzel- und Reizhusten, mit schmerzhaften Stichen in der Lunge.
Brust, RückenRachitis. Skoliose, Kyphose.
Extremitäten„Zappelphillipp“, v. a. Ruhelosigkeit der Beine. Wachstumsschmerzen. Rheumatische Schmerzen, Steifheit der Gelenke. Spätes Gehenlernen. Karpaltunnelsyndrom.
SchlafKnie-Ellenbogen-Lage. Kinder stöhnen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißStarke Nachtschweiße bei Phthisis.
HautBlassgraue Hautfarbe. Seborrhoische Haut mit Pusteln, Akne.
AllgemeinsymptomeSchlank und groß, hagerer Körperbau. Frakturen mit verzögerter Knochenheilung. Marasmus oder Rachitis. Anämie. Späte Kopfkontrolle, spätes Gehen- und Sprechenlernen. Probleme beim Schreiben in der Schule. Lehnt Muttermilch ab.
MiasmenPsora.

Hinweis aus der Literatur: Es können lang anhaltende Erstverschlimmerungen (über zwei bis drei Wochen) auftreten.

Arzneimittelbeziehungen
  • Vergleiche: Sil., Sanic., Symph., Rhus-t., Tub.

  • Ergänzungsmittel: Bac., Carb-an., Chin., Hep., Nat-m., Ruta, Sulph., Sul-i., Zinc.

  • Bewährte Folgemittel: Iod., Kali-m., Nat-m., Psor., Rhus-t., Sanic., Sil., Sulph., Sul-i.

  • Unverträglich mit: Bar-c.

  • Kollaterale Arzneimittel: Carb-an., Chin., Nat-m., Ruta.

Calcium sulfuricum (Calc-s.)

Martin Schmitz
Calcarea sulfurica, (gefälltes) Calciumsulfat; Gips, Alabaster
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Haut, Verdauungsorgane.
CausaBeschwerden durch unterdrückte Schweiße.
Modalitäten
  • Agg.: Zugluft, nasskaltes Wetter, Wetterwechsel, Hitze, Anstrengung, Bewegung.

  • Amel.: Essen, im Freien.

Allgemeine DarstellungAls Hauptsymptomatik dominiert die Neigung zu Abszessen und Eiterungen (v. a. gelbliche). Abszesse, die schlecht heilen. Fistelbildung. Neigung, sich zu erkälten. Trägheit mit Reaktionsmangel.
Geist und GemütTräge, matt, müde, geistige Benommenheit; geistige Ermüdung und Erschöpfung. Schüchternheit. Widersprüchliche Stimmungen, Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, ungeduldiges Verhalten. Eifersüchtig (besonders bei Kindern), ausgeprägtes Geltungsbedürfnis, evtl. Hass auf Personen, die anderer Meinung sind. Angst um die Zukunft (v. a. nachts im Bett auftretend). Furcht vor Geisteskrankheit und Krankheiten allgemein, Furcht vor Vögeln. Generell v. a. nachts auftretende Ängste.
KopfAusschläge am behaarten Kopf; Eiterungen (gelbe eitrige Krusten). Starke Schuppenbildung. Chronische Kopfschmerzen (v. a. klopfende Kopfschmerzen). Schwindel (v. a. bei schnellen Kopfbewegungen). Kopf fühlt sich wie eingeschnürt an (v. a. Stirn und Hinterkopf).
AugenChronische Augenentzündung mit dickem, gelbem Eiter.
OhrenMittelohrentzündungen mit anhaltender Eiterung.
NaseRhinitis mit dicker, gelblicher, eitriger Absonderung. Wunde Ränder der Nasenlöcher.
GesichtBlässe. Ausgeprägte Gesichtsakne oder Herpesausschlag im Gesicht.
Mund und ZähneZahnfleischabszesse.
HalsEitrige Tonsillitis (wenn sich Eiter entleert).
VerdauungstraktAfterabszesse. Fistelung. Unwillkürlicher Stuhlabgang; schmerzloser Durchfall (morgens, abends, bei Kindern).
HarnwegeChronische Nierenentzündung.
Geschlechtsorgane♂ Impotenz. Chronische Syphilis. Gonorrhö im Eiterstadium.
AtemwegeReichlicher Schleimauswurf (gelb). Krupphusten mit Würgen (Aufdecken und frische Luft amel.), wiederkehrender Pseudokrupp. Schnupfen mit dicken, gelben Absonderungen; Erkältungsneigung.
ExtremitätenGelenkschmerz v. a. rheumatischer Genese (Stehen agg.). Gicht. Knochenschmerzen. Brennen und Jucken der Fußsohlen.
SchlafRuheloser Schlaf mit Angstträumen.
Frost, Fieber, SchweißReichlich saurer Schweiß schon bei geringer Anstrengung.
HautAbszessbildung, Akne, chronische Eiterung, Fistelbildung. Schuppenbildung. Juckreiz und Brennen. Aufgesprungene Haut der Hände (durch Waschen, im Winter). Blasse oder gelbliche Haut. Wunde Haut. Intertrigo. Indolente Geschwüre. Warzen.
AllgemeinsymptomeAbszesse, Eiterungen, eitriges Exsudat in serösen Höhlen. Beschwerden durch Überanstrengung und Überheben. Verlangen nach grünem, unreifem Obst.
MiasmenPsora. Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Vergleiche: Calc., Hep., Kali-m., Med., Puls., Sil., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Calc-s. folgt gut auf Hep. und Kali-m.

Calendula (Calen.)

Martin Schmitz
#Calendula Calendula officinalis; Ringelblume; HAB: Calendula officinalis
Betroffene OrgansystemeHaut und Muskulatur.
CausaVerletzung durch Riss oder Quetschung, schwierige Zahnextraktion, Verbrennung.
Modalitäten
  • Agg.: kalte Luft (an der Wunde), feuchtes Wetter.

  • Amel.: Wärme, Ruhe oder Umhergehen.

Allgemeine DarstellungTypisches Verletzungsmittel für Riss- oder Quetschwunden. Dabei außergewöhnlich heftige Schmerzen und Neigung zu Eiterungen. Wichtigstes Mittel bei oberflächlichen Wunden der Haut und Schleimhäute (um Wundinfektion zu verhindern).
Geist und GemütSehr schmerzempfindlich. Nervös, erschrickt leicht.
Kopf und SchwindelRisswunden der Kopfhaut.
AugenAugenverletzungen mit Eiterung. Blennorrhoe des Tränensacks.
OhrenSchwerhörigkeit.
NaseSchnupfen eines Nasenloches (mit grünlicher Absonderung).
GesichtGelber Teint.
Mund und ZähneNach schwieriger Zahnextraktion (Risswunde).
VerdauungstraktSodbrennen mit Gänsehaut. Auftreibung des Oberbauchs.
Geschlechtsorgane♀ Dammriss als Geburtsfolge. Warzenartige Auswüchse am äußeren Muttermund. Empfindung eines Gewichtes im Becken.
AtemwegeHusten mit grünem Auswurf. Heiserkeit.
ExtremitätenMuskelfaserrisse, evtl. auch Sehnenverletzungen mit starken Schmerzen oder auch offene Frakturen. Quetschung der Extremitäten.
Frost, Fieber, SchweißGroße Empfindlichkeit gegenüber kalter Luft. Hitze abends.
HautSchürf-, Riss- oder Quetschwunden. Rötung um die Wunde herum. Oberflächliche Verbrennung (mit Eiterung und starken Schmerzen). Erysipelneigung. Gelbliche Hautfärbung.
AllgemeinsymptomeNeigung zu Eiterung bei Verletzungen. Neigung zu Erkältungen bei feuchtem Wetter.

  • Bei oberflächlichen Verletzungen als D12 mehrmals täglich.

  • Calendula kann auch äußerlich angewandt werden, z. B. in 10-prozentiger Verdünnung der Urtinktur bei Dammriss oder Risswunden. Calendula fördert die Heilung und verhindert Eiterungen.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Hep., Sul-ac.

  • Bewährte Folgemittel: Arn., Ars., Bry., Hep., Nit-ac., Phos., Rhus-t.

  • Unverträglich mit: Camph.

  • Antidotiert von: Arn., Chel., Rheum.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Ars., Bry., Nit-ac., Phos., Rhus-t.

Camphora (Camph.)

Thomas Lorz
#Camphora Cinnamomum camphora; Kampferbaum
Betroffene OrgansystemeKreislaufsystem.
CausaVerletzungsschock, unterdrückte Ausschläge, kalte Luft, Sonnenstich.
Modalitäten
  • Agg.: Zugluft, Kälte, Halbschlaf, Unterdrückung.

  • Amel.: warme Luft, Trinken von kaltem Wasser, Absonderungen.

Allgemeine DarstellungKampfer ist ein wichtiges Antidot (Diadot) für homöopathische Arzneimittel. In der Schulmedizin wird Kampfer wegen seiner kühlenden und anästhesierenden Wirkung gerne lokal angewendet. Diese Kühle ist auch ein Leitsymptom von Camphora. Es ist ein wichtiges Kollaps- und Schockmittel. Eigentümlich ist ein Zustand von plötzlichem Kollaps, bei dem der Körper eiskalt ist, und der Patient es dennoch ablehnt, zugedeckt zu werden. Komatöse Zustände, z. B. nach Apoplex.
Geist und GemütAngst in der Nacht, v. a. beim Alleinsein. Denken an die Symptome bessert. Streitsüchtig, Rechthaberei, empfindlich gegen Beleidigungen. Bewusstseinsstörungen. Erregungszustände.
Kopf und SchwindelPulsierende Kopfschmerzen, Migräne, Sonnenstich. Blutandrang, erweiterte Venen.
AugenGlasige Augen, erweiterte Pupillen. Empfindung, als ob alle Gegenstände zu hell und glänzend wären. Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle.
OhrenOhrgeräusche, Hautausschläge, Ohrenschmerzen, heiße rote Ohrläppchen.
NaseSchnupfen, kalte Nase, verstopfte Nase, Erkältungsneigung.
GesichtBleich, abgezehrt, ängstlich, verzerrt, zyanotisch, kalt.
Mund und ZähneKältegefühl, trockenes Gefühl am Gaumen. Verstärkter Geschmack aller Speisen. Schlechter Geschmack. Übelkeit, Erbrechen. Mundgeruch. Zahnschmerzen schlimmer durch Kaffee und Spirituosen.
HalsHitzegefühl und Brennen in Mund und Rachen, Halsschmerzen.
VerdauungstraktUnstillbarer Durst, auch mit großen Mengen kalten Wassers nicht zu stillen. Aufstoßen, Übelkeit mit Brechreiz, mit kaltem Schweiß im Gesicht. Kolikartiger Bauchschmerz. Cholera. Diarrhoe, reiswasserartig.
HarnwegeBlasenstörungen, Harnverhalt, Inkontinenz, Dysurie. Zystitis, Urethritis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelle Funktionsstörungen, gesteigertes sexuelles Verlangen.

  • ♀ Gesteigertes sexuelles Verlangen, Zyklusstörungen, Wochenbettpsychosen.

AtemwegeAsthma, Dyspnoe, Bronchitis, Pneumonie, Pleuritis mit den entsprechenden Kreislaufsymptomen.
Brust, RückenHerzklopfen, Schmerzen.
ExtremitätenArthritische Schmerzen, Kältegefühl.
SchlafSchlafstörungen. Schlaflosigkeit mit kalten Extremitäten.
Frost, Fieber, SchweißEisige Kälte des ganzen Körpers, kalter Schweiß, Frösteln.
HautKalt, bleich, blau und livide. Patient kann es nicht ertragen, zugedeckt zu werden.
AllgemeinsymptomeVerfroren. Kälte, aber Abneigung gegen Zugedecktwerden. Kollapszustände.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Canth., Carb-v.

  • Bewährte Folgemittel: Ant-t., Ars., Bell., Cocc., Nux-v., Rhus-t., Verat.

  • Unverträglich mit: Calen., Kali-m., Kali-n.

  • Antidotiert von: Ant-t., Cann-i., Canth., Coff., Cupr., Dulc., Lyc., Nit-ac., Nit-s-d., Op., Phos.

  • Kollaterale Arzneimittel: Carb-v., Cupr., Op., Sec.

Cannabis indica (Cann-i.)

Thomas Lorz
#Cannabis indicaHaschisch, Cannabis sativa var. indica; Indischer Hanf
Betroffene OrgansystemePsyche, Nervensystem.
CausaDrogengebrauch, traumatische Erfahrungen.
Modalitäten
  • Agg.: morgens, Kaffee, alkoholische Getränke und Tabak. Liegen auf der rechten Seite.

  • Amel.: frische Luft, kaltes Wasser, Ruhe.

Allgemeine DarstellungDie Verwendung als Rauschmittel zeigt die Hauptrichtung seiner Wirkung. Cannabis verursacht einen Zustand der Erregung mit unterschiedlichsten Visionen, Wahnideen und Halluzinationen. Die Zeit erscheint endlos, der Raum grenzenlos. Es gibt zwei Haupttypen von psychischer Pathologie: Beim ersten Typ dominiert die Verwirrung das Bild, jedoch ohne eigentliche Wahnideen. Es imponieren Sprunghaftigkeit, Theoretisieren, aber keine Gedankeninkohärenz. Furcht, die Kontrolle zu verlieren oder wahnsinnig zu werden. Beim zweiten Typ sind die Denkstörungen und der Realitätsverlust gravierender und somit näher an einer Psychose.
Geist und GemütGeschwätzigkeit. Die Zeit erscheint zu lang, Sekunden erscheinen wie eine Ewigkeit, einige Meter wie eine riesige Entfernung. Theoretisieren. Furcht, verrückt zu werden. Vergesslich, Patient kann den Satz nicht beenden, ist in angenehme Gedanken versunken. Unkontrollierbares Gelächter, Delirium tremens, Hellsichtigkeit, extrakorporale Erlebnisse. Emotionale Erregtheit, rasche Stimmungsschwankungen, Wahnideen.
Kopf und SchwindelEmpfindung, als ob die Schädeldecke hochgehoben würde, Kopfschmerzen.
AugenRote Augen, Herabfallen der Lider. Buchstaben laufen beim Lesen zusammen, Farbensehen.
OhrenOhrgeräusche, Lärmempfindlichkeit.
GesichtGrinsen, sorgenvolles Aussehen, schläfriger und stupider Gesichtsausdruck. Gefühl, als sei die Gesichtshaut straff gezogen (besonders an Stirn und Kinn). Klebriger Schweiß auf der Stirn.
Mund und ZähneDie Lippen kleben aneinander. Zähneknirschen im Schlaf. Lippen und Mund sind trocken, der Speichel ist dick, schaumig und klebrig.
HalsTrockener Hals, Torticollis.
VerdauungstraktGesteigerter Appetit. Schmerz am Mageneingang, Pylorusspasmus.
HarnwegeDysurie, Blasenstörungen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Gesteigertes sexuelles Verlangen. Prostatitis, Gonorrhö.

  • ♀ Dysmenorrhoe, mit sexuellem Verlangen. Rückenschmerzen während der Menses. Uteruskolik. Sterilität.

AtemwegeBeklemmungsgefühle, Dyspnoe, Asthma.
Brust, RückenAufwachen durch Herzklopfen, stechender Schmerz, mit starker Beklemmung. Rückenschmerz nach Geschlechtsverkehr, beim Lachen.
ExtremitätenLähmungen, Taubheitsgefühle, Vergrößerungsgefühl, einzelne Gliedmaßen fühlen sich leicht an, Schwebegefühl. Schmerz in Fußsohlen und Waden, in den Knie- und Sprunggelenken. Erschöpfung nach Gehen.
SchlafSchläfrig, kann aber nicht schlafen. Anhaltende Schlaflosigkeit. Katalepsie. Träume von toten Körpern, prophetische Träume, Albträume.
Frost, Fieber, SchweißAllgemeines Frösteln. Kälte des Gesichts, der Nase und der Hände nach dem Mittagessen. Reichlich klebriger Schweiß, der in Tropfen auf der Stirn steht.
HautAmeisenlaufen oder Pruritus. Spannung in der Kopf- und Gesichtshaut. Klebrige, gefühllose Haut.
AllgemeinsymptomeErschöpfung nach kurzem Spaziergang. Verlangen, sich hinzulegen.
MiasmenSykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Thuj., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Bell., Hyos., Lyc., Nux-v., Op., Puls., Rhus-t., Verat.

  • Antidotiert von: Apis, Bell., Camph., Merc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Nux-m., Op.

Cantharis (Canth.)

Martin Schmitz
#CantharisKanthariden; Lytta vesicatoria; Spanische Fliege; HAB: Lytta vesicatoria
Betroffene OrgansystemeHaut, Urogenitaltrakt.
CausaVerbrennung.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Hitze, während Urinieren, Anblick von Wasser, Berührung, Trinken, Kaffee.

  • Amel.: Reiben, ruhiges Liegen auf dem Rücken, kalte Anwendungen.

Allgemeine DarstellungIm Rahmen der naturheilkundlichen Anwendung zählen Cantharidenpflaster zu den ausleitenden Verfahren, die jedoch u. a. von Hahnemann kritisiert wurden. Wenn man die dunkle Paste, die aus dem Sekret der spanischen Fliegen gewonnen wird, auf die Haut aufträgt, entstehen binnen Stunden große Blasen mit klarer Lymphflüssigkeit. Außerdem ist bei Cantharis aus der volkstümlichen Anwendung als Aphrodisiakum seine Wirkung auf den Urogenitaltrakt bekannt.
In der Homöopathie ist Cantharis bekannt für brennende Schmerzen oder brennend-krampfartige Schmerzen. Es zählt zu den wichtigsten Arzneimitteln zur Behandlung von Verbrennungen und von Zystitiden.
Geist und GemütRuhelose, nervöse und reizbare Menschen mit Neigung zu heftigen Wutausbrüchen. Ängstliche Ruhelosigkeit. Rasendes Delir mit Schreien nach Hilfe. Ablehnung von Annäherung oder Berührung. Ekel vor Essen, Trinken oder Rauchen. Furcht vor Wasser, Spiegeln und glänzenden Gegenständen.
Großes sexuelles Verlangen, evtl. sogar akute sexuelle Manie. Stimmung wechselt zwischen Fröhlichkeit und Traurigkeit.
Kopf und SchwindelBrennende Kopfschmerzen. Gefühl, das Gehirn habe Feuer gefangen oder als ob Wasser im Kopf kochen würde. Enzephalitis, Meningitis. Plötzlicher Bewusstseinsverlust mit rotem Gesicht.
AugenVerbrennungen der Bindehaut. Konjunktivitis nach Verbrennungen. Gelbsehen.
OhrenGefühl von ausströmender Hitze.
GesichtDas Gesicht ist blass oder gelblich. Hitze und Röte. Juckender Bläschenausschlag (der bei Berührung brennt).
Mund und ZähneBrennender Schmerz in Mund und Rachen. Verbrennungen der Mundschleimhaut. Flüssigkeiten können schlecht geschluckt werden.
HalsHalsschmerz (brennend) mit Durst, zugleich jedoch Abscheu davor, etwas zu trinken. Zäher Schleim im Hals, Bläschenbildung im Hals. Spasmen bei Berührung des Kehlkopfs.
VerdauungstraktBrennender Schmerz an verschiedenen Stellen des Verdauungstraktes. Ekel vor Essen oder Trinken (trotz brennendem Durst), krampfhafter Schmerz beim Anblick von Wasser. Brechdurchfall mit Krämpfen, amel. durch Vorwärts- oder Rückwärtsbeugen. Gastritis nach Kaffee. Krampfhafte oder brennende Schmerzen am Anus beim Stuhlgang. Diarrhö mit blutigem oder grünlichem Schleim.
HarnwegeSpärlicher, brennender Urin, Urin geht nur tropfenweise ab (trotz ständigem Harndrang), Harnverhalt. Bei Zystitis ständiger Harndrang mit schmerzhaften Blasenkrämpfen (v. a. um den Blasenhals). Schmerzen während des Wasserlassens (aber auch vorher und danach). Schmerz brennend oder schneidend in unterschiedlichen Abschnitten des Urogenitaltraktes. Krampfartige Schmerzen werden durch kalte Anwendungen gebessert. Blut im Urin.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Großes sexuelles Verlangen. Anhaltende, starke, schmerzhafte Erektionen (Priapismus). Kinder spielen viel an den Genitalien herum. Ekzem an Skrotum oder an den Genitalien (v. a. nach starkem Schwitzen).

  • ♀ Mens zu früh (Blut dunkel bis schwärzlich).

AtemwegeTrockener, kurzer Reizhusten.
Brust, RückenPerikarditis oder Pleuritis mit Erguss. Stechender, reißender Steißbeinschmerz.
ExtremitätenTrockenheitsgefühl in den Gelenken.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln mit Gefühl, als würde Wasser über ihn gegossen. Kalte Hände und Füße (aber evtl. brennende Fußsohlen), kalter Schweiß.
HautVerbrennungen oder Verbrühungen mit Blasenbildung (am ehesten große, helle Blasen), mit brennenden Schmerzen. Sonnenbrand. Bläschenausschlag mit Brennen und Jucken. Bei Bissen von Ameisen oder Spinnen (Bissstelle zeigt zentrale Nekrose, ist gerötet, es zeigen sich evtl. kleine Bläschen, brennender Schmerz).
AllgemeinsymptomeSchaudern vor Kälte, innerlich brennend heiß.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Apis, Arg-n., Camph., Kali-bi., Merc-c., Sep., Ter.

  • Bewährte Folgemittel: Bell., Kali-bi., Kali-i., Merc., Phos., Puls., Sep., Sulph.

  • Unverträglich mit: Coff.

  • Antidotiert von: Acon., Apis, Camph., Kali-n., Laur., Puls., Rheum., Symph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Apis, Ars., Merc-c.

Carbo animalis (Carb-an.)

Henning Droege
#Carbo animalisTierkohle; Kohle aus lohgarem Rindkernleder
Betroffene OrgansystemeVerdauungsapparat, Lymphknoten, Gefäße.
CausaVerletzungen, Verrenkungen, Schlag.
Modalitäten
  • Agg.: durch die geringste Berührung, nach Mitternacht, nach dem Rasieren.

  • Amel.: warmes Zimmer, Aufstoßen und Blähungsabgang.

Allgemeine DarstellungHeutzutage wird das Medikament hauptsächlich bei Krebserkrankungen angewendet, oft im fortgeschrittenen Stadium, häufig wenn Lymphknoten befallen sind. Ist bei allen Krebsarten von endo- oder exokrinen Drüsen indiziert. Typische äußere Zeichen sind bläuliche oder purpurne Verfärbungen über den betroffenen Körperstellen oder ein sichtbares venöses Netz. Krebserkrankungen, wenn Schwäche (Hauptsymptom), Nachtschweiß und Blutungen vorhanden sind. Carbo animalis ist ein gutes Palliativ gegen die stechenden, brennenden Schmerzen bei Krebs.
Sich langsam entwickelnde Entzündung, erysipelartig mit purpurner Verfärbung und teigiger Konsistenz ohne Heilungstendenz.
Venenerweiterungen am ganzen Körper. Intensives Brennen.
Gelegentlich geschwüriger Zerfall, besonders der Lymphknoten. Verhärtungen an Geschwüren und Fisteln mit Brennen und fressenden Ausscheidungen.
Geist und GemütWill allein sein und vermeidet jede Unterhaltung. Nachts Angst. Plötzliche Gedankenschwäche.
Kopf und SchwindelBlutwallungen zum Kopf. Reißende Schmerzen, besonders im Hinterkopf.
GesichtGelbliche Gesichtsfarbe. Zyanose des Gesichts. Hitze und Schweiß im Gesicht. Kupferfarbene Hautausschläge im Gesicht. Schmerzhafte Schwellungen und Verhärtungen an der Ohrspeicheldrüse.
Mund und ZähneLippen geschwollen/aufgesprungen, wunde Mundwinkel, Brennen auf der Zunge, Bläschen im Mund, Zähne locker. Geschmacksempfindung aufgehoben. Brennen und Schmerz im Hals beim Schlucken. Schwellung der Ohrspeicheldrüsen.
VerdauungstraktMagendrücken und reichliches Aufstoßen, Übelkeit. Fleisch und Fett verschlimmern die Magenbeschwerden. Aufblähung viel Blähungsbeschwerden und Abgang übelriechender Blähungen. Kältegefühl im Magen.
Dünne, grüne, wund machende Stühle oder harter Stuhl. Brennen und Jucken im After und Blutabgang.
Schwellung der Leistenlymphknoten. Hyperazidität, Gastritis, Magenatonie. Nahrungsmittelallergie. Enteritis. Hämorrhoiden.
Geschlechtsorgane♀ Regel zu früh, zu stark, dunkel, wund machend. Ausfluss gelblich.
AtemwegeNasenbluten morgens, Schnupfen, Heiserkeit schlimmer abends, Kitzelhusten mit Gefühl, als würden Kehlkopf und Brust zusammengeschnürt. Lockeres Rasseln in der Brust. Schleimig-eitriger Auswurf. Stechen in der Brust und Erstickungsgefühl. Übelriechender Auswurf.
Chronische Laryngitis, Pharyngitis, Bronchitis, Emphysem. Residuen nach Pleuritis.
Brust, RückenStechende Schmerzen in den Brüsten. Schwellung und Verhärtung der Brustdrüsen mit Schmerzen. Kältegefühl in der Brust
ExtremitätenKrampfadern. Schmerz im Steißbein, brennt bei Berührung. Schwäche durch Anstrengung und Überheben. Gelenke schwach (z. B. bei Kindern häufige Verstauchungen), Knöchel leicht verrenkt. Schmerz in den Hüftgelenken nachts. Handgelenke schmerzend.
SchlafAuffahren im Schlaf mit schrecklichen Träumen.
Frost, Fieber, SchweißKalte Füße und kalte Hände. Lang anhaltendes Frieren und Frostschauder am ganzen Körper. Später Hitze und Fieber mit kalten Füßen; übelriechende Schweiße, Nachtschweiße.
HautHautjucken am ganzen Körper. Hautoberfläche empfindlich. Lymphknotenschwellungen, blaurot, in Eiterung übergehend.
AllgemeinsymptomeSchwäche, Verlust aller Körperkraft, morgens. Kältegefühl am ganzen Körper, kalte Hände und Füße.
Schwacher, unregelmäßiger, beschleunigter Puls. Klopfen in den Blutgefäßen. Hitzewallungen, als wäre der Körper voller Dampf.
Bläulich livides Aussehen. Lymphknotenschwellungen, krebsartig, bläuliches Aussehen, eitrig oder hart.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc-f., Calc-p.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Aster., Bell., Bry., Nit-ac., Phos., Puls., Sep., Sil., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Carb-v.

  • Antidotiert von: Ars., Camph., Coff., Lach., Nux-v., Vinum.

  • Kollaterale Arzneimittel: Calc-f., Graph.

Carbo vegetabilis (Carb-v.)

Henning Droege
#Carbo vegetabilisHolzkohle; Kohle von Rotbuchen- oder Birkenholz
Betroffene OrgansystemeSchleimhäute, venöses Gefäßsystem, Verdauungstrakt, Atmung, Herz.
CausaButter, Schweinefleisch, fettes Essen; unterdrückte Absonderungen, Säfteverlust, Missbrauch von Chinarinde und Quecksilber.
Modalitäten
  • Agg.: bei warm-feuchtem Wetter und Überwärmung, abends, nachts, im Liegen, fettes Essen, Butter, Milch.

  • Amel.: in kühler, frischer Luft bzw. durch Zufächeln, nach Aufsetzen, nach Aufstoßen und Blähungsabgang.

Allgemeine DarstellungCarbo vegetabilis ist sehr nützlich bei darniederliegender Lebenskraft und wird häufig für Beschwerden im Alter gebraucht. Schwäche, Kälte, Kollaps und Neigung zu Ohnmacht sind die Hauptsymptome. Der Patient ist träge, schwerfällig und fröstelig. Häufig hat er sich nach einer Krankheit oder nach massivem Flüssigkeitsverlust nie mehr richtig erholt. Die Erkrankungen entstehen langsam, verlaufen schleichend, dauern lange an und neigen zu Chronizität. In den letzten Stadien kann es zu plötzlichem Kräfteverfall, Kollaps mit Kälte, Dyspnoe, kaltem Atem, kaltem Schweiß und großer Erschöpfung kommen.
Postoperative Probleme, Reaktionsschwäche oder Kollaps nach chirurgischen Eingriffen. Kachektische Zustände.
Leitsymptom ist das Verlangen nach Luft (z. B. durch Luftzufächeln, Abdecken, Fenster öffnen) trotz äußerer Kälte, bei innerlicher Hitze und Brennen.
Schwache Verdauung mit viel Aufgetriebenheit und Blähungen. Aufstoßen und Blähungsabgang bessern alle Beschwerden.
Erkrankungen der Atemwege mit Dyspnoe, Asthma, Herzschwäche, immer schlimmer durch Aufgetriebenheit und Flatulenz, begleitet von Kälte und Schwäche. Plethora mit Beteiligung des venösen Systems, Völlegefühl. Durch venöse Stase besteht Kälte und Blaufärbung. Passive, dunkle Blutungen aller Schleimhäute. Neigung zu Ulzerationen, Gangränbildung oder Sepsis. Die Unterdrückung von Absonderungen führt zu Beschwerden.
Geist und GemütErschöpfung und emotionale Gleichgültigkeit. Reizbarkeit, besonders in Bezug auf die eigene Familie. Geistige Schwerfälligkeit, Zerstreutheit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Angst im Dunkeln. Angst vor dem Einschlafen, Furcht vor Geistern. Angst mit Atemnot, vor dem Tod, vor irgendeinem Unglück. Kinder sind langsam und schwerfällig beim Lernen, fürchten sich im Dunkeln, wollen nicht allein schlafen.
Kopf und SchwindelBlutandrang zum Kopf. Schwere und Völlegefühl mit kalten Extremitäten. Der Hut drückt wie ein schweres Gewicht auf den Kopf, auch lange nachdem er abgenommen wurde. Dumpfer Kopfschmerz, schlimmer beim Hinlegen, durch Wärme, bei Bewegung, beim Tragen eines Hutes. Kopfschmerzen durch Anstrengung, durch zu viel Essen. Kopf empfindlich gegen Kälte. Kopfschmerzen nach Erkältung, v. a. im Hinterkopf. Gastrische Kopfschmerzen. Kopfschmerzen nach Unterdrückung von Absonderungen. Kalter Schweiß auf der Stirn. Jucken der Kopfhaut, schlimmer in der Bettwärme. Kopfausschläge. Die Haare schmerzen und fallen strähnenweise aus.
OhrenKälte der Ohren. Übelriechende, scharfe Absonderung aus den Ohren. Otorrhoe nach Masern, Scharlach. Parotitis mit Metastasierung zu den Hoden bzw. Brustdrüsen.
NaseKalte, rote Nase, wässriger Schnupfen mit Niesen und Husten, besonders bei feuchtem Wetter. Anhaltendes oder rezidivierendes Nasenbluten. Nasenbluten nach Anstrengung.
GesichtGedunsenes oder hageres Gesicht mit bläulicher, fleckiger Haut. Leichenhafte Blässe und Kälte, kalter Schweiß, Facies hippocratica.
Mund und ZähneKalter, übel riechender Atem, kalte, belegte Zunge. Bläschen, Geschwüre und Aphthen der Mundschleimhaut und Zunge. Zahnfleisch sehr empfindlich, schwammig, blutet leicht. Parodontose. Gefühl von zu langen Zähnen. Beschwerden von Zahnfleisch und Zähnen durch Quecksilbermissbrauch.
HalsHeiserkeit, schlimmer abends und in feuchter Luft. Schwäche der Stimmbänder durch Sprechen oder Singen.
VerdauungstraktDurst auf kaltes Wasser. Gleichgültigkeit bzw. Ekel gegen Essen oder starker Hunger. Dyspepsie. Die einfachste Nahrung verursacht Beschwerden. Abneigung und Unverträglichkeit von fetten Speisen, Fleisch und Milch. Verlangen nach sauren, salzigen und süßen Dingen sowie nach Kaffee. Viel Säurebildung und Brennen im Magen. Sodbrennen. Schwere, Völle und Aufgetriebenheit in Magen und Bauch. Übermäßige Gasbildung. Häufiges saures oder ranziges Aufstoßen mit nachfolgender Besserung. Ulcus pepticum.
Übelriechende Blähungen, Blähungsabgang amel. Blähungskoliken, nachts und im Liegen schlechter. Bauch sehr druckempfindlich, Kleidung schnürt ein und muss gelockert werden. Wässrige, schleimige, übelriechende Stühle. Abgang von Schleim aus dem After mit Jucken, Brennen und Wundheit. Kolitis. Brennende Hämorrhoiden. Darmfisteln. Ulzerationen der Darmschleimhaut.
Geschlechtsorgane♀ Menstruation zu früh und zu stark mit dickem, übel riechendem Blut. Dicker, grünlicher, wund machender Fluor, vor der Menstruation. Uterusatonie. Metrorrhagie. Jucken, Schwellung, Ausschläge und Aphthen an den Genitalien. Varizen an der Vulva.
AtemwegeSehr empfindlich gegen Erkältung. Atemnot, Rasseln und Pfeifen in der Brust. Dyspnoe nach Essen, im Liegen, bei Anstrengung, bei Herzbeschwerden, bei Flatulenz. Krampfhafter Husten mit Würgen und Erbrechen, schlimmer durch Kälte, abends beim Niederlegen und nachts; besser nach Aufsetzen und nach Aufstoßen. Verlangt nach Zufächeln von kühler Luft.
Bronchitis. Bronchiektasie. Keuchhusten im Anfangsstadium. Emphysem. Asthma, v. a. bei alten Menschen. Wichtiges Mittel bei fortgeschrittener Pneumonie, wenn Kälte vorherrscht, aber frische Luft gewünscht wird, kalter Schweiß, Atemnot und rascher Kräfteverlust, drohender Kollaps.
Brust, RückenHerzklopfen, Pulsieren, Schwäche, Ermüdungsgefühl und Brennen in der Brust. Zirkulationsschwäche. Schwacher, unregelmäßiger Puls. Kleinste Anstrengung erzeugt Ohnmacht. Kurzatmigkeit und Beklemmung in der Brust oder sogar Ohnmacht infolge Flatulenz. Herzinsuffizienz mit Dyspnoe, Zyanose und Angst.
ExtremitätenDie Füße sind kalt bis zu den Knien, am schlimmsten nachts. Haut zyanotisch, kalte Schweiße. Schwache Muskeln. Die Glieder schlafen ein. Schwere, Steifheit, Schwäche. Brennende, rheumatoide Schmerzen. Varizen. Ulcus varicosum. Altersgangrän.
SchlafUnruhiger Schlaf mit schweren, angstvollen Träumen. Erwachen mit Angst, kalten Knien, kalten Gliedern kaltem Schweiß.
Frost, Fieber, SchweißKalte Hände und Füße, bis hinauf zu den Knien. Kalter Schweiß der Extremitäten. Wärme und Kälte wechseln sich ab. Reichlich Schweiß, übel riechend, sauer. Schwitzt leicht, besonders am Kopf und im Gesicht. Fieber mit Schweiß und starker Erschöpfung. Durst auf kaltes Wasser im Froststadium, während der Hitze durstlos.
HautHaut kalt, rau, fleckig, marmoriert, bläulich. Hautjucken und Brennen, besonders abends in der Bettwärme. Ekchymosen. Teleangiektasien. Papeln, Pusteln, Furunkel, Karbunkel mit brennenden Schmerzen. Sickernde Blutungen der Schleimhäute mit dunklem, zersetztem Blut. Ulzeration und Sepsis. Schlecht heilende Geschwüre mit dünner, blutiger, scharfer Absonderung. Dekubitus. Altersgangrän.
AllgemeinsymptomeErschöpfte Personen mit Reaktionsschwäche, alte Menschen. Mangel an Lebenswärme. Gleichgültigkeit, geistige Trägheit. Kälte, Schwäche, Kollaps und Ohnmacht. Unzureichende Rekonvaleszenz, bleibende Schwäche nach schweren Erkrankungen oder Säfteverlust. Endzustände von Krankheiten mit Kollaps, kalter Haut, kaltem Atem, kaltem Schweiß und Atemnot, dabei besteht das Bedürfnis nach Zufächeln von Luft oder Öffnen der Fenster. Allgemeine Besserung durch kühle, frische Luft. Kollaps nach chirurgischen Eingriffen. Trägheit des venösen Systems, kalte bläuliche Haut. Kalte Hände und Füße bis hinauf zu den Knien. Kalter Schweiß. Passive, schwer zu stillende Blutungen mit dunklem, ungeronnenem Blut.
Verdauungsschwäche mit starker Auftreibung des Bauches, ständigem Aufstoßen und sehr vielen Blähungen. allgemeiner Besserung durch Abgang von Flatus.
Herzschwäche mit Atemnot. Husten und asthmatische Beschwerden, schlimmer im Liegen und nachts, besser durch Aufsetzen, Zufächeln von frischer Luft und durch Aufstoßen oder Blähungsabgang.
Lang andauernde Katarrhe sämtlicher Schleimhäute. Übel riechende und scharfe Absonderungen. Völlegefühl und Brennen in allen Körperteilen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Chin., Dros., Kali-c., Lach., Phos.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Ars., Chin., Dros., Kali-c., Lyc., Nux-v., Ph-ac., Puls., Sep., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Carb-an., Kreos.

  • Antidotiert von: Ambr., Ars., Camph., Caust., Chin., Coff., Dulc., Ferr., Lach., Merc., Nat-m., Nit-s-d.

  • Kollaterale Arzneimittel: Am-c., Ars., Colch., Graph., Lyc.

Carcinosinum (Carc.)

Thomas Lorz
#CarcinosinumZubereitung aus kanzerösem Mammagewebe (Nosode 2.4.2)
Betroffene OrgansystemeGemüt, Haut, Immunsystem (allergische Erkrankungen, Infektanfälligkeit).
CausaDemütigung, Tadel, überstrenge Erziehung. Mononukleose, Impfungen.
Modalitäten
  • Agg.: Hitze, nach dem Aufstehen, 13–18 Uhr, Trost, vor den Menses, Baden im Meer.

  • Amel.: abends, an der Küste, Gewitter, Beschäftigung, Bewegung.

Allgemeine DarstellungDer Carcinosinum-Patient ist im Allgemeinen sehr verletzlich, versucht aber dieses verbergen. Er verträgt keine Kritik. Diese Empfindlichkeit bewirkt, dass er oft unglücklich ist, wofür die alltäglichen Ereignisse des Lebens ausreichen. Es besteht die Neigung, Konfrontationen aus dem Wege zu gehen, nichts für sich zu verlangen. Gelegentlich kann es zu aggressiven Ausbrüchen kommen, wobei dann keine Rücksicht auf die Gefühle anderer genommen wird. Auch hier ist der Auslöser das Gefühl, nicht geliebt oder anerkannt zu werden.
Wichtige Indikationen sind schwerer Keuchhusten, Pneumonien, rezidivierende Infekte in frühester Kindheit, Erkrankungen des allergischen Formenkreises, Tics sowie das Auftreten von Kinderkrankheiten (Masern, Mumps) nach der Pubertät.
Säuglinge haben oft einen dunklen Teint, blaue Skleren und zahlreiche Nävi. Die Kinder sind übertrieben ängstlich, schüchtern und können sich schlecht verteidigen. Sie weinen bei der geringsten Schwierigkeit, lieben Rhythmus, Tanzen und Musik. Wichtige Hinweise für die Verordnung sind auch maligne Erkrankungen und Diabetes in der Familienanamnese.
Geist und GemütLeicht beleidigt, kann keinerlei Tadel ertragen, strebt nach Ordnung und Kontrolle, wird pingelig und pedantisch. Mitfühlend, mitleidig, spürt intensiv den Schmerz anderer Menschen, schreckliche Dinge ergreifen tief. Mangel an Selbstvertrauen, Patient will es jedem recht machen; hat Schuldgefühle für etwas, was er nicht getan hat. Beschwerden nach sexuellem Missbrauch. Ängste, Furcht vor Krankheiten, vor Ansteckung. Reaktionsmangel auf Krankheitsreize, z. B. Apyrexie. Frühreife. Verlangen zu tanzen. Liebt die aufregende Spannung von Gewittern.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, Migränekopfschmerz, vor Gewitter.
AugenBlaue Skleren. Zucken der Augen, Lider, Brauen, Tics.
OhrenVerstopfungsgefühl. Rechtes Ohrläppchen entzündet. Gehörgangentzündung, Furunkel.
NaseChronischer, lang anhaltender Schnupfen oder ständig wiederkehrende Erkältungen seit der Kindheit. Heuschnupfen.
GesichtTics, Grimassieren, Zuckungen mit Kribbelgefühl. Glatte, weiche, bräunliche Haut, Café-au-lait-Teint. Akne mit Bläschenbildung; Ekzem, das blutig gekratzt wird, Herpes an Oberlippe und Nase.
Mund und ZähneGeschwüre mit fauligem Geschmack. Aphthen bei Kindern. Leukoplakie-Flecken an Zahnfleisch und Gaumen. Fehlen der Papillen an der Zungenspitze. Empfindliches Zahnfleisch, Zahnfleischbluten. Früh auftretende Karies.
HalsHalsschmerzen, schlimmer bei Wärme, besser bei Kälte, am Gaumen, mit Kloßgefühl. Halsschmerzen beim Schlucken von Speichel (Leerschlucken), schlimmer morgens, im Laufe des Tages besser, nachts wiederkehrend. Rezidivierende Tonsillitis.
VerdauungstraktBeim Essen ausgeprägte Vorlieben und Abneigungen, mit der Eigentümlichkeit, dass ein bestimmtes Essen einmal gemocht wird, ein anderes Mal aber eine deutliche Abneigung dagegen besteht („widersprüchliche und alternierende Zustände“). Sehr durstig, Durst auf große Mengen; oder sehr wenig Durst. Reisekrankheit.
HarnwegeChronische oder rezidivierende Infektionen. Zystitis, Nephritis, Pyelonephritis, Inkontinenz, Enuresis nocturna.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelle Funktionsstörungen.

  • ♀ Dysmenorrhö, am ersten Tag, mit Zusammenkrümmen und Schweiß. Übelkeit und Erbrechen zu Beginn der Regel. Schwellung und Schmerz der Brüste vor den Menses, in der Mitte des Zyklus beginnend. Prämenstruelles Syndrom. Ovarialzysten.

AtemwegeAsthma, Dyspnoe. Husten, schlimmer beim Sprechen. Gähnen. Keuchhusten, Bronchitis, Pneumonie.
Brust, RückenAngina pectoris, Herzklopfen, Mastitis. Rückenschmerzen.
ExtremitätenKälte der Extremitäten, schlimmer durch Zugluft. Taubheitsgefühl, allgemeines Gefühl von Schwäche und Müdigkeit. Verschiedene Beschwerden der Nägel, Niednägel, Patient zupft oder kaut an der Nagelhaut.
SchlafSchläft in der Knie-Brust-Stellung. Schlaflosigkeit, Schwieriges Einschlafen. Häufiges Erwachen, um 4 Uhr morgens, kann nicht wieder einschlafen. Muskelzucken im Schlaf. Albträume.
Frost, Fieber, SchweißWarmblütig, schwitzt im Schlaf an Kopf und Extremitäten.
HautViele pigmentierte Nävi, schwarz und kreisförmig oder braun. Melanom. Café-au-lait-Flecke. Juckendes Ekzem, Patient kratzt, bis es blutet. Ekzem schlimmer nach Milchtrinken. Neurodermitis mit rauer und trockener Haut. Wunden und Geschwüre heilen langsam. Warzen.
AllgemeinsymptomeKrebserkrankung in der Vorgeschichte oder in der Familienanamnese. Gutes Befinden vor Krankheitsausbruch, langsame Genesung nach akuten Krankheiten. Widersprüchliche und alternierende Zustände, Symptomwechsel. Neigung zur Erkältung. Schmerzen bei Krebs. Allgemeine Verschlimmerung (bzw. lang anhaltende Krankheitszustände) nach Mononukleose oder Keuchhusten. Erkrankungen des allergischen Formenkreises.
ArzneimittelbeziehungenErgänzungsmittel: Alum., Ars., Ars-i., Bell-p., Calc., Calc-p., Graph., Lach., Med., Nat-m., Nit-ac., Psor., Puls., Rumx., Sep., Staph., Sulph., Syph., Thuj., Tub.

Causticum Hahnemanni (Caust.)

Jan Geißler
#CausticumÄtzstoff; frisch gebrannter Kalk sowie zuvor geglühtes und geschmolzenes Kaliumhydrogensulfat; Grimm hat Hahnemanns Präparation von Causticum nachvollzogen und hält Causticum für eine schwache Kalilauge (2.4.8)
Betroffene OrgansystemeNervensystem, willkürliche und unwillkürliche Muskulatur (Blase, Larynx, Extremitäten), Atmungsorgane, Gelenke, Haut.
CausaKummer, unterdrückte Ausschläge, kaltes trockenes Wetter, kalter Wind, Verbrennung, Verbrühung.
Modalitäten
  • Agg.: trockene Kälte, Wind, Zugluft.

  • Amel.: Wärme, kalte Getränke, Regenwetter.

Allgemeine DarstellungCausticum wirkt v. a. auf das Nervengewebe, Muskeln, Bindegewebe (v. a. der rechten Seite). Lokale Lähmungen oder Neuralgien, der Muskeln, der Stimmbänder, Schluckmuskeln, der Zunge. Ptosis, Lähmung des Gesichts, der Blase. Rheumatische und arthritische Zustände mit Kontraktionen der Sehnen und Deformierung der Gelenke. Brennende Schmerzen, aller Schleimhäute. Gefühl von Brennen und Wundheit. Bei fortschreitender Pathologie Stumpfheit, Vergesslichkeit, zwanghafte Verhaltensweisen. Causticum-Patienten sind oft schlank und haben eine dunkle Haarfarbe.
Geist und GemütEmpfindsam und mitfühlend, können andere nicht leiden sehen, duldet keine Ungerechtigkeit, weder gegen sich selbst noch gegen andere. Starkes Gerechtigkeitsempfinden bis zu (religiösem) Fanatismus, idealistische oder anarchistische Haltung (Weltverbesserer).
Beschwerden durch Kummer, Traurigkeit durch Sorgen, Kummer. Vorahnungen, dass sich etwas Schlimmes ereignen wird. Weinen bei Kleinigkeiten.
Furcht vor Dunkelheit, Alleinsein, besonders nachts, vor Hunden.
Konzentrations- und Gedächtnisschwäche. Gefühl, er habe etwas vergessen. Neigung zu Zwangshandlungen wie z. B. Kontrollzwang. Kinder weinen beim kleinsten Verdruss. Lernen spät sprechen. Stottern.
AugenPtosis. Lähmung der Augenmuskeln nach Kälteeinwirkung. Schielen.
NaseWarzen auf der Nase.
GesichtFazialisparese oder Fazialisneuralgie einseitig, oft rechts, durch Kälte oder Nasswerden.
Mund und ZähneBeißt sich beim Kauen oder Sprechen in die Wange. Zahnfleischfisteln.
HalsTorticollis li. (das Kinn ist nach rechts gezogen).
VerdauungstraktAbneigung gegen Süßigkeiten. Verlangen nach geräuchertem Fleisch. Verlangen nach salzigen Dingen. Obstipation, Stuhl geht leichter im Stehen. Magenschmerz, besser durch kalte Getränke. Aufgetriebener Bauch bei Kindern.
HarnwegeUnwillkürlicher Urinabgang durch Anstrengung, Lachen, Husten, bei Erregung. Harnverhalt der Mutter nach der Entbindung. Harnverhalt nach gewaltsamer Unterdrückung des Harndrangs oder nach Operationen. Gefühllosigkeit der Harnröhre. Enuresis nocturna, besonders im ersten Schlaf, Enuresis nocturna et diurna.
GeschlechtsorganeFehlendes sexuelles Verlangen.
AtemwegeHeiserkeit und Stimmverlust, durch Lähmung der Stimmbänder, bei Sängern. Viel Husten, Gefühl, als ob der Schleim hinter dem Brustbein klebe, Patient klopft sich beim Husten auf das Brustbein. Husten besser durch Trinken, besonders kalter Getränke. Pseudokrupp, besser durch feuchte Wärme, besser durch einen Schluck kaltes Wasser. Ständiges Räuspern.
Brust, RückenSchmerzen hinter dem Brustbein beim Husten.
ExtremitätenMuskelzucken, Spasmen, Konvulsionen, krampfartige Schmerzen. Arthritis der Hände und Finger. Gicht. Verformung der Knochen und Gelenke, Sehnenkontrakturen. Rheumatische und andere Beschwerden, besser durch warme Anwendungen. Unsicherheit der Muskeln in Unterarm und Hand, Taubheit. Gefühllosigkeit der Hände. Multiple Sklerose.
Hüftschmerz beim Husten. Ruhelosigkeit der Beine nachts, im Bett. Ungeschicklichkeit der Beine, Stolpert beim Gehen. Kinder lernen spät laufen. Karpaltunnelsyndrom.
SchlafAufschrecken aus dem Schlaf, Schlaflosigkeit durch Mitgefühl.
HautWarzen an den Fingern, nahe den Fingernägeln, auf den Lidern, auf der Nase. Fissuren, Rhagaden an den Lippen, Augenwinkeln, an der Nase. Bei Verbrennungen und Verbrühungen mit Blasenbildung. Andere Blasen bildende Erkrankungen wie Pemphigus. Hautausschläge auf der Nasenspitze.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme. Kalte Luft oder Zugluft verschlechtert. Besser bei regnerischem und feuchtem Wetter. Langsam fortschreitende Lähmungen, besonders der rechten Seite. Gefühllosigkeit der linken Körperhälfte. Rucken, Zucken.
MiasmenPsora, Syphilis, Sykosis.
ArzneimittelbeziehungenCausticum folgt bei psychischen Traumata gut auf Staphisagria.
  • Ergänzungsmittel: Carb-v., Coloc., Graph., Lach., Merc-c., Petros., Sep., Stann., Staph.

  • Bewährte Folgemittel: Ant-t., Arg-n., Arum-t., Calc., Carb-v., Coloc., Guaj., Kali-i., Lyc., Nux-v., Puls., Rhus-t., Ruta, Sep., Sil., Stann., Sulph.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Acids., Cocc., Coff., Phos.

  • Antidotiert von: Ant-t., Asaf., Cham., Coloc., Dulc., Euphr., Grat., Guaj., Kali-i., Kali-n., Nit-s-d., Nux-v., Pip-m.

  • Kollaterale Arzneimittel: Gels., Kali-bi., Phos., Rhus-t., Sep.

Chamomilla (Cham.)

Henning Droege
#ChamomillaChamille-Mettram; Chamomilla recutita; Echte Kamille; HAB: Chamomilla recutita
Betroffene OrgansystemeGemüt, Nervensystem, Verdauungstrakt, linke Seite.
CausaZahnung, Gemütserregung, Zorn.
Modalitäten
  • Agg.: Zorn, Kränkung, Bettwärme, abends um 21 Uhr, nachts, um 9 Uhr morgens, frische Luft, im Wind, nach Kaffee, Narkotika.

  • Amel.: Getragenwerden (bei Kindern), mildes, warmes Wetter.

Allgemeine DarstellungDas Mittel passt in erster Linie für akute Erkrankungen von Kindern, es wirkt aber auch auf chronische Zustände.
Hauptmerkmale sind Reizbarkeit, Zorn, Überempfindlichkeit, Unruhe und übergroße Empfindlichkeit gegen Schmerzen, die kaum ertragen werden. Die Betroffenen sind hochgradig gereizt, schlecht gelaunt und lassen ihren Unmut an den Menschen ihrer Umgebung aus, nichts kann recht gemacht werden. Große körperliche und psychische Ruhelosigkeit: Erwachsene halten es im Bett nicht aus und laufen herum, Kinder wollen umhergetragen werden.
Schmerzen treten plötzlich auf. Hitze und Durst bei Schmerzen. Benommenheit bei Schmerzen.
Allgemeine Empfindlichkeit gegen Kälte und Luftzug. Neigung zu Erkältungen. Kongestionen zum Kopf mit einseitiger Gesichtsröte. Eine Wange ist rot und heiß, die andere blass und kalt.
Spasmen, Koliken, Konvulsionen in allen Körperteilen, schlimmer durch Aufregung. Rheumatoide Schmerzen mit Taubheitsgefühl an den betroffenen Stellen. Neuralgien, besonders im Gesicht, auch an den Extremitäten.
Geist und GemütReizbarkeit, Ungeduld, Zorn durch Schmerzen. Große Unruhe unruhig, Umherwerfen im Bett, ruheloses Umherlaufen. Launische, schnippischer Natur, Jähzorn und Wutausbrüche. Nichts kann schnell genug gehen, ständig unzufrieden. Abneigung berührt oder angesprochen zu werden. Schmerzen oder Konvulsionen durch Zorn, Kränkung oder Kummer. Traurige Verstimmung. Furcht vor Wind.
Eigensinnige Kinder, lassen sich nicht ansehen oder anfassen Sie verlangen etwas, weisen es aber zurück oder werfen es hin, sobald sie es bekommen, antworten unverschämt. Reizbarkeit bei Säuglingen mit erhöhtem Muskeltonus, eingeschlagenen Daumen, zornigem Schreien, besser durch Getragen werden.
Krämpfe durch Widerspruch, Strafe und Ärger. dabei Steifheit, Zucken, hin und her Werfen. Säuglinge bekommen Konvulsionen, wenn die Mutter zornig ist.
Kopf und SchwindelKongestionen und Hitze. Stechende, halbseitige Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen begleitet von einseitiger Röte und Hitze des Gesichtes. Kopfschmerzen durch Kummer. Viel Schweiß am Kopf, der die Haare durchnässt, nachts im Schlaf.
AugenAugen entzündet, morgens verklebt. Absonderung scharf, gelb, eitrig, blutig. Konjunktivitis bei kleinen Kindern.
OhrenGroße Empfindlichkeit gegen kalte Luft. Geräuschempfindlichkeit. Ohrgeräusche. Stechende Schmerzen in den Ohren, besser durch Wärme. Die Schmerzen veranlassen die Kinder zu heftigen Wutausbrüchen mit Schreien. Akute und chronische Otitis media.
NaseÜberempfindlich gegen starke Gerüche. Wässriger Schnupfen mit Niesen und Tränen der Augen. Verlust des Geruchsvermögens bei Schnupfen.
GesichtEine Gesichtshälfte heiß und rot, die andere kalt und blass, häufig bei Kopfschmerzen. Hitze im Gesicht bei Kälte des Körpers.
Verzerrter Gesichtsausdruck durch Schmerzen. Gesichtsneuralgien. Reißende oder brennende Gesichtsschmerzen, einseitig, zu den Zähnen oder Ohren ausstrahlend. Wärme bessert (während bei Zahnschmerzen Kälte bessert!). Gesichtsschweiß nach Essen oder Trinken.
Mund und ZähneBitterer Geschmack, Zunge gelb belegt. Geschwollenes, entzündetes Zahnfleisch. Gefühl, als ob die Zähne zu lang sind. Stechende, nagende Zahnschmerzen, abends gegen 21 Uhr beginnend, gegen Mitternacht besser. Zahnschmerzen durch warme Getränke oder Speisen, durch frische Luft. Neuralgie der Zähnen. Kälte bessert, kalte Getränke werden dazu im Mund behalten (äußere Gesichtsschmerzen besser durch Wärme). Schwierige Zahnung. Kieferschmerzen, Konvulsionen und Diarrhö durch Zahnung.
HalsHeiserkeit durch zähen Schleim im Kehlkopf. Kehlkopfkrämpfe mit oder ohne Husten. Erstickungsgefühl. Laryngitis. Tonsillitis. Scharlach.
VerdauungstraktUnstillbarer Durst. Verlangen nach kaltem Wasser und sauren Getränken. Unverträglichkeit von Kaffee, warme Getränke und Bier. Nach dem Essen Gesichtsschweiß, Magendrücken und Auftreibung des Bauches. Aufstoßen mit Geruch nach faulen Eiern. Würgen, galliges und saures Erbrechen. Schneidende Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Blähungskoliken mit zorniger Stimmung und Verschlimmerung durch Ärger.
Diarrhoe, Stühle wässrig, schleimig, grün, wie gehacktes Gras (auch gelb wie Rührei), riechen nach faulen Eiern, säuerlich. Durchfälle nachts mit Kolikschmerzen. After rot, wund und juckend.
Koliken bei Säuglingen, schlimmer am Abend, Bauch aufgetrieben, das Kind krümmt sich vor Schmerzen, schreit, will herumgetragen werden.
GeschlechtsorganeDysmenorrhoe. Menstruation zu früh mit kolikartigen Schmerzen und Abgang von dunklem, klumpigem, übel riechendem Blut. Fluor, gelb und wund machend. Koliken und Blutungen nach Ärger. Überempfindlichkeit gegen Schmerzen, durch Wärme gebessert. Falsche Wehen, nach oben verlaufend. Krampfartige Wehen mit Gereiztheit und Zorn. Rigider Muttermund. Quälende Nachwehen. Konvulsionen im Wochenbett. Rückenschmerzen und Konvulsionen im Unterleib beim Stillen. Mastitis.
AtemwegeTrockener, bellender, krampfartiger Kitzelhusten, schlimmer abends von 21 Uhr bis Mitternacht und während des Schlafs. Hustenanfälle nach Aufregung oder Widerspruch. Keuchhusten im Anfangsstadium mit den entsprechenden psychischen Symptomen. Krupphusten. Bronchitis. Asthma. Atemnot wenn der Masernausschlag nicht herauskommt. Atemnot nach Kaffeetrinken.
ExtremitätenZuckungen, Konvulsionen, brennende und stechende Schmerzen. Taubheit. Rheumatoide, arthritische, neuralgische Schmerzen, schlimmer abends und nachts, mit Unruhe: Patient muss aus dem Bett und sich bewegen, Wärme bessert. Wadenkrämpfe. Brennende Fußsohlen, die nachts aus der Decke gestreckt werden.
SchlafSchläft schwer ein, da der überreizte Zustand den Schlaf verhindert. Schlaf unruhig, Stöhnen, Weinen, Schreien, Umherwälzen im Schlaf. Häufiges Erwachen mit Auffahren. Schlimme, angstvolle Träume. Kopfschweiß mit säuerlichem Geruch.
Frost, Fieber, SchweißWarmblütig, schnell überhitzt, dann Erkältungen. Frost und Hitze im Wechsel. Ein Körperteil kalt mit gleichzeitiger Hitze eines anderen Teils. Fieber mit einseitig gerötetem Gesicht, Kopfschweiß, Durst, Reizbarkeit und Unruhe. Fieber schlimmer gegen 21 Uhr, besser ab Mitternacht.
HautUngesunde Haut mit Unfähigkeit zu schwitzen. Wunden heilen langsam.
AllgemeinsymptomeNervöse Beschwerden. Kindermittel. Alle akuten Erkrankungen gehen mit der typischen Reizbarkeit, großen Schmerzempfindlichkeit und Unruhe einher. Kinder beruhigen sich nur, wenn man sie herumträgt. Überempfindlich gegen äußere Reize. Mürrische oder zornige Stimmung, viel Weinen und Schreien. Beschwerden durch Zorn.
Einseitige Gesichtsröte und -hitze. Durst und Hitze bei akuten Beschwerden. Aufgetriebenheit des Bauches, Koliken. Diarrhoe mit grünlichen Stühlen wie gehackter Spinat. Absonderungen übelriechend und scharf.
Neuralgische Schmerzen im ganzen Körper. Rheumatoide Schmerzen mit Taubheit der schmerzenden Stellen. Zuckende, schießende und reißende Schmerzen, besser durch äußere Wärme. Zahnschmerzen verschlimmert durch warme Speisen/Getränke und amel. durch Kaltes im Mund.
Allgemeine Verschlimmerung abends und nachts, durch Bettwärme, Zugluft, Zorn, Kaffee, Narkotika.
Schwierige Zahnung. Neigung zu Koliken. Alle Schmerzen und Unruhe bessern sich durch Herumtragen. Masern oder Scharlach mit einseitiger Gesichtsröte, Reizbarkeit, Unruhe, großer Schmerzempfindlichkeit.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.

Bei Kaffee- oder Morphiummissbrauch ist Chamomilla häufig angezeigt.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bell., Calc., Grat., Mag-c., Puls., Sanic., Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Arn., Ars., Bell., Bry., Cact., Calc., Cocc., Form., Merc., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph.

  • Unverträglich mit: Nux-v., Zinc.

  • Antidotiert von: Acon., All-c., Alum., Bor., Camph., Caust., Chin., Cocc., Coff., Coloc., Com., Con., Ign., Nux-v., Puls., Valer.

  • Kollaterale Arzneimittel: Nux-v., Staph.

Chelidonium (Chel.)

Thomas Lorz
#ChelidoniumSchöllkraut; Chelidonium majus; Schöllkraut; HAB: Chelidonium majus
Betroffene OrgansystemeLeber, Galle.
Modalitäten
  • Agg.: rechte Seite. Bewegung, Berührung, Wetterwechsel, früh morgens.

  • Amel.: nach der Hauptmahlzeit, Druck.

Allgemeine DarstellungChelidonium majus gehört zu den Mohngewächsen, ist mit Opium und Sanguinaria verwandt und komplementär zu Lycopodium. Das wichtigste Keynote von Chelidonium ist ein anhaltender, zerschlagen drückender Schmerz am unteren Winkel des rechten Schulterblatts. Chelidonium ist ein rechtsseitiges Mittel (wie Lycopodium und Sanguinaria).
Es passt bei verschiedenartigen Lebererkrankungen, bei Gallensteinen und Gallenkolik. Eine weitere Indikation sind Erkrankungen der Atemwege, besonders wenn sie die rechte Körperseite betreffen, sowie in Verbindung mit Leberbeschwerden. Auch bei Neuralgien, besonders bei rechtsseitigen neuralgischen Gesichtsschmerzen, kommt Chelidonium in Betracht.
Im Allgemeinen verschlechtern sich die Beschwerden bei Chelidonium-Patienten durch Kälte. Ausgenommen sind Kopfschmerzen, Sinusitiden und Neuralgien, die sich durch Kälte bessern. Charakteristisch ist eine Verschlimmerung durch Wetterumschwünge.
Geist und GemütGeistesabwesend, dominant, herrschsüchtig, traurig. Fürchtet, wahnsinnig zu werden. Verzweifelte Stimmung, übel gelaunt, reizbar.
Kopf und SchwindelKältegefühl. Rechtsseitige Kopfschmerzen, mit Ausstrahlung zum rechten Auge, zum rechten Jochbein und rechten Ohr, mit Tränenfluss.
AugenSklerenikterus, Neuralgie des rechten Auges mit Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen.
NaseSchnupfen, Verstopfung.
GesichtGelbe Farbe, grau-gelbes, bleiches, eingesunkenes Gesicht. Entzündete Talgdrüsen und Mitesser, Hautausschläge. Neuralgien. Schwellungen.
Mund und ZähneZahnschmerzen bei Gesichtsneuralgie, verschlechtert durch Wärme. Zahnfleischbluten. Trockenheit, Schleim im Mund und zäher, schleimiger Speichel. Zunge weiß belegt, schleimig, dick gelb belegt, mit rotem Rand, mit Zahnabdrücken. Mundgeruch.
HalsSchluckbeschwerden, Entzündungen.
VerdauungstraktPatient bevorzugt warme Speisen und Getränke. Übelkeit, Erbrechen, gebessert durch heißes Wasser. Schmerzen mit Ausstrahlung durch den Magen zum Rücken und rechten Schulterblatt, Schmerzen durch Essen gebessert. Gelbsucht, Gallenkolik, Auftreibung, vergrößerte Leber, Gallensteine. Verstopfung. Hellgelbe, teigige, lehmfarbene Stühle. Verlangen nach Käse, warmen Getränken, Milch.
HarnwegeNierenschmerzen. Dunkler, trüber Urin.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ziehende Schmerzen, Hautausschläge.

  • ♀ Zyklusstörungen, Fluor.

AtemwegeLaryngitis, Bronchitis, Pneumonie (besonders re. Unterlappen), Asthma, Atemnot.
Brust, RückenSchmerz unter dem inneren und unteren rechten Schulterblattwinkel, Interkostalneuralgien rechts.
ExtremitätenSchmerz in Armen, Schultern, Händen und Fingerspitzen. Kälte der Fingerspitzen.
SchlafGähnen und Schläfrigkeit.
Frost, Fieber, SchweißKälteempfindlichkeit, Schüttelfrost, Nachtschweiß.
HautTrockene Haut, gelbe Farbe (Ikterus), Ulzera, Pruritus.
AllgemeinsymptomeRechtsseitige Beschwerden, Verschlimmerung gegen 4 Uhr morgens. Ikterus.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Bry., Lyc., Merc-d., Nat-n., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Ars., Bry., Cor-r., Led., Lyc., Nux-v., Sep., Spig., Sulph., Vero-o.

  • Antidotiert von: Acids, Acon., Camph., Ceph., Cham., Coc-c., Coff., Vinum.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bry., Kali-bi., Merc., Op.

China (Chin.)

Henning Droege
#ChinaCinchona officinalis, Chinarinde; Cinchona pubescens oder Varietäten; Chinarindenbaum; HAB: Cinchona pubescens
Betroffene OrgansystemeBlut, Kreislauf, Sekrete (Verdauungsorgane), Milz, Leber, Gallenblase, Nerven, Schleimhäute. Linke Seite.
CausaFlüssigkeitsverluste, Blutungen, Zorn, akute Erkrankungen.
Modalitäten
  • Agg.: geringste Berührung, Luftzug, jeden zweiten Tag, Gemütserregungen, Verlust von Körperflüssigkeiten, nachts, nach dem Essen.

  • Amel.: fester Druck, Zusammenkrümmen, durch Wärme, im warmen Zimmer.

Allgemeine DarstellungIm Arzneimittelbild von China finden sich große Schwäche mit nervöser Überempfindlichkeit und starke Neigung zu Schweißen. Beschwerden entstehen als Folge von Säfteverlusten wie Blut, Erbrechen, nach Darmkatarrh und schweren Krankheiten. Schwäche stillender Mütter.
China passt zu Fieberanfällen mit heißem Gesicht und kalten Händen und Füßen. Dabei reichliche Schweiße und allgemeine Schwäche. Es besteht die Neigung zu dunklen Blutungen aus allen Schleimhäuten. Beschwerden treten häufig periodisch auf, z. B. Fieber, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schweißausbrüche, Schwindel. Periodizität der Beschwerden mit Wiederkehr jeden Tag zur gleichen Stunde, oder auch nach mehreren Tagen.
Das Nervensystem und die Sinnesorgane sind überreizt, mit Empfindlichkeit gegen Berührung, gegen alle äußeren Eindrücke (dagegen bessert fester Druck). Verschlimmerung durch Kälte, nasses Wetter. Essen, Ruhe und Schlaf bessern nicht. Besserung im Zimmer oder durch warme Anwendungen. Harter Druck bessert ebenfalls.
Geist und GemütGedächtnisschwäche, Unfähigkeit zu denken. Nächtliche Furcht, Furcht vor Tieren, mürrisch, schweigsam, verschlossen. Selbstmordgedanken, jedoch ohne den Mut zur Ausführung. Großer Ideenreichtum, verlangsamtes Denken (besonders abends und nachts).
Kopf und SchwindelKopfschmerzen periodisch, klopfend, schlimmer bei jeder Berührung, jedem Geräusch, durch Verdauungsbeschwerden, von jeder Anstrengung, von Kälte und Luftzug. Kopfhaut dabei sehr empfindlich, selbst die Haare schmerzen.
OhrenGeringe Geräusch verursachen Schmerzen. Klingen, Rauschen, Summen, Singen oder Zirpen in den Ohren. Schwerhörigkeit, die allmählich zunimmt. Taubheit begleitet von Ohrgeräuschen. Übelriechender, blutiger und eiteriger Ausfluss aus den Ohren.
NaseNasenbluten bei anämischen Patienten. Trockener Nasenkatarrh; Fließschnupfen, dessen Unterdrückung heftige Kopfschmerzen verursacht. Empfindlichkeit gegen die Gerüche von Blumen, Speisen und Tabak.
GesichtBlass, wächsern, welk, runzelig, gelb, anämisch, elend, im Fieber und im Frost gerötet. Gesichtsneuralgie, reißend, messerstichartig. Venen im Gesicht erweitert. Hitze und Röte des Gesichts bei gleichzeitig kalten Händen.
Mund und ZähneZahnschmerzen und Kieferneuralgie mit großer Empfindlichkeit gegen Kälte und Berührung, Zähne locker, Zahnfleisch entzündet. Bitterer Mundgeschmack, alles schmeckt bitter, selbst Wasser.
VerdauungstraktHeißhunger, besonders nachts, oder völlige Appetitlosigkeit. Verlangen nach Leckereien, nach Kaffeebohnen. Sättigung nach wenigen Bissen. Nach geringer Nahrungsaufnahme harter, anhaltender Magendruck. Druckgefühl und Völle im Magen nach dem Essen mit Blähungen, viel Aufstoßen ohne Erleichterung. Blähende Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte verschlimmern, Milch wird nicht vertragen. Leeregefühl im Magen mit Übelkeit. Druck im Magen, Essen amel. Auftreibung und Blähungskoliken, regelmäßig wiederkehrend, nach Kohl, Hülsenfrüchten oder Fett. Obst sowie saure Speisen werden nicht vertragen. Berührung agg. Gallenkoliken.
Durchfälle schmerzlos, unverdaut, nach dem Essen, nachts, mit Blähungen, besonders nach Obst und Saurem. Hämorrhoiden, mit Blutungen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Vermehrter Geschlechtstrieb, Pollutionen.

  • ♀ Uterusblutungen nach Kamillentee.

AtemwegeAtemnot mit Schleimrasseln, Schnappen nach Luft, will Luft zugefächelt bekommen. Husten krampfhaft, erstickend, durch Kälte. Lungenblutungen.
Brust, RückenHerzklopfen bei jeder Bewegung, nach dem Essen, dabei Atemnot und Blutandrang zum Kopf.
ExtremitätenKalte Extremitäten. Reißende, stechende Schmerzen in den Gliedern, durch Berührung und Kälte, gebessert durch Hitze und festen Druck; Verschlimmerung nachts. Zucken und Krämpfe in den Muskeln.
SchlafSchlaflos durch Gedankenandrang, macht Pläne, kann nicht aufhören zu denken.
Frost, Fieber, SchweißFieber mit heißem Gesicht, (fleckiger) Röte, kalten Händen und Füßen, reichlichen Schweißen, dabei schwach, zittrig, nervös, überreizt. Venen an Händen, Füßen und im Gesicht aufgetrieben. Eine Hand eiskalt, die andere warm. Intermittierendes Fieber, Malaria, Sepsis.
HautSchmerzhafte Überempfindlichkeit der Haut des ganzen Körpers, Berührung agg., kräftiger Druck amel. Nesselsucht, Erythemen, Bläschen, Pusteln, ödematöse Schwellungen.
AllgemeinsymptomeSchwäche durch Ausscheidungen, Verlust von Flüssigkeiten, in Verbindung mit nervöser Reizbarkeit. Deutliche Periodizität. Empfindlichkeit gegen Zugluft. Selten indiziert in den frühen Stadien akuter Krankheiten. Chronische Gicht. Postoperative Blähungsschmerzen ohne Erleichterung durch Windabgang.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Acet-ac., Arn., Ars., Asaf., Bell., Calc., Calc-p., Carb-v., Ferr., Kali-c., Lach., Merc., Nat-m., Ph-ac., Phos., Psor., Puls., Sulph., Verat.

  • Bewährte Folgemittel: Acet-ac., Arn., Ars., Asaf., Bell., Bry., Calc., Calc-p., Carb-v., Ferr., Ip., Lach., Lyc., Merc., Nux-v., Ph-ac., Phos., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Dig., Kreos., Led., Sec., Sel.

  • Antidotiert von: Apis, Aran., Arn., Ars., Asaf., Bar-c., Bell., Brom., Bry., Calc., Caps., Carb-an., Carb-v., Caust., Cedr., Cina, Eup-per., Ferr., Hell., Hep., Iod., Ip., Lach., Led., Lyc., Meny., Merc., Nat-c., Nat-m., Nux-v., Puls., Rhus-t., Salv., Sep., Sulph., Thea, Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Carb-v.

Cina (Cina)

Henning Droege
#CinaCinasamen; Artemisia cina; Zitwerbeifuß; HAB: Artemisia cina
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Gemüt, Verdauungstrakt, Augen, Schleimhäute. Linke Seite.
CausaWurmbefall.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Schreck, Aufregung, Berührung und Druck. Im Freien, in kalter Luft, durch kaltes Wasser, durch Gähnen.

  • Amel.: Liegen auf dem Bauch, Bewegung.

Allgemeine DarstellungCina passt für eigensinnige und launische Kinder. Als Begleiterscheinung von Störungen der Bauchorgane und von Wurmerkrankungen entstehen Krämpfe, Zuckungen der Extremitäten und im Gesicht. Oft findet sich Bohren in der Nase oder Reiben der Nase und häufiges Gähnen. Krampf- und Keuchhusten begleitet von der typischen Reizbarkeit und motorischer Unruhe.
Geist und GemütKind weint und schreit, wenn man es anfassen will und lässt sich weder durch Zureden, durch Liebkosungen oder Tragen beruhigen (ähnlich Chamomilla). Sehr launisch, verlangt vieles und lehnt es ab, wenn man es ihm bringt; schlägt nach der Mutter. Oder die Kinder sind nur zu beruhigen, wenn sie auf den Arm genommen und umhergetragen werden. Gleichgültigkeit gegen Angenehmes/Unangenehmes. Sinnestäuschungen, Geruchs- und Geschmackshalluzinationen, motorische Unruhe, läuft ständig im Zimmer umher.
Kopf und SchwindelSchwindel und Schwarzwerden vor den Augen beim Aufrichten, alles besser beim Hinlegen. Kopfschmerz, agg. durch Lesen und Nachdenken, Bücken amel. Rollen des Kopfes.
AugenGegenstände erscheinen in falschen Farben, in gelb, violett (blau). Pupillenerweiterung. Krämpfe der Augenmuskeln, krampfartiges Verdrehen und Rollen der Augen. Schielen und Akkommodationsstörungen.
NaseReiben der Nase mit der Hand bzw. an Gegenständen oder Bohren in der Nase (evtl. bis es blutet).
GesichtEingefallen und bleich, Nasenflügel eingezogen. Blauer Ring oder graue Streifen um den Mund. Gesichtsschmerzen, besonders in der Gegend der Jochbeine und Kiefer. Krampfartiges Zucken der Gesichtsmuskeln.
Mund und ZähneHefigtes und häufiges Gähnen.
HalsUnfähigkeit, Flüssigkeiten zu schlucken, Glucksen, Gurgeln in die Speiseröhre beim Trinken (z. B. nach Husten oder nach Konvulsionen).
VerdauungstraktÜbelkeit und Erbrechen, Speichelfluss. Heißhunger nach der Mahlzeit. Nach dem Erbrechen Gefühl von Leere und Hunger. Hunger wechselt mit Appetitlosigkeit. Zunge sauber. Unvermögen, Flüssiges zu schlucken infolge eines lähmungsartigen Zustands der Schlundmuskeln. Stechen und Schneiden im Bauch, Kollern.
HarnwegeSchwieriges Wasserlassen trotz Harndrang. Wiederkehrender Blasenkrampf, Harnverhaltungen, Harn trübt sich beim Stehen, orangegelbe oder safrangelbe Farbe. Enuresis.
AtemwegeHustenreiz hinter dem Sternum beim tiefen Einatmen. Morgens heftiger Husten durch angestauten Schleim. Husten anfallsweise, heiserer Husten, krampfartig, wie von Federn oder Staub. Nach dem Husten blass, ängstlich, Wimmern, Glucksen in der Luftröhre. Husten durch Schreck.
ExtremitätenVerdrehung und klonische Zuckungen, krampfartiges Strecken. rheumatoide Schmerzen.
SchlafKinder können nur auf dem Bauch schlafen, oder sie schlafen auf Hände und Füße gestützt. Nächtliches Erwachen mit Weinen, Stöhnen. Schluchzen, begleitet von unruhigen Bewegungen, Zittern. Zähneknirschen im Schlaf. Auffahren aus dem Schlaf mit Schreck, sieht Gestalten. Krampfhaftes Gähnen.
Frost, Fieber, SchweißSchaudern und Frieren. Fieberhitze. Gähnen mit Zittern und Schaudern.
HautBerührungsempfindliche Haut.
AllgemeinsymptomeKopfhaut, Nacken, Schultern und Arme schmerzhaft empfindlich. Physische und psychische Hyperästhesie. Verschlimmerung durch Berührung bei Krämpfen und Fieber. Konvulsionen mit Bewusstsein, mit Schaum vor dem Mund, nach Erregung, Bestrafung. Epilepsie durch Würmer.
MiasmenPsora, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc., Dros., Rat., Sil., Sulph., Sul-i.

  • Bewährte Folgemittel: Calc., Chin., Ign., Nux-v., Plat., Puls., Rhus-t., Sil., Stann.

  • Antidotiert von: Arn., Bry., Camph., Caps., Chin., Eup-per., Hyos., Ip., Nat-m., Pip-m., Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cham., Nat-p.

Cocculus (Cocc.)

Henning Droege
#CocculusKockelsamen; Anamirta cocculus, Anamirta paniculata; Kokkelspflanze
Betroffene OrgansystemeSensorium, ZNS, weibliche Geschlechtsorgane. Einseitig, Seitenwechsel.
CausaAutofahren, Zugfahren, Schiffsreise, Nachtwachen, Sorgen.
ModalitätenAgg.: Essen, Trinken, Schlafen, Rauchen, Reden. Fahren, Bewegung oder Schlingern des Schiffes. Schlafmangel, Krankenpflege, Nachtwachen. Bei Berührung, Druck, Erschütterung. Bewegung im Allgemeinen, Bewegen des Körpers, Aufstehen vom Bett, Beugen nach vorne oder Bücken. Knien, Gehen, Speichelschlucken. Abends und nachts, besonders um Mitternacht und 1 Uhr.
Allgemeine DarstellungMenschen mit mildem und trägem Temperament, hellhaarig, hypochondrisch, schüchtern, furchtsam und nervös. Gefühl von allgemeiner Schwäche und Erschöpfung, dabei Zittern und inneres Frieren. Besonders die Kreuz- und Halsmuskeln sind sehr schwach.
Gefühl von Leere und (wie hohl) in den befallenen Körperpartien. Neigung zu Schweißausbrüchen bei der geringsten Anstrengung, inneres Frieren und kalte Schweiße mit Erschöpfung. Seitenwechsel der Beschwerden (z. B. Kälte der einen, dann der anderen Hand; Schweiß der einen, dann der anderen Hand). Cocculus ist das Hauptmittel für jede Art von Reiseübelkeit.
Geist und GemütEmpfindlich gegen Widerspruch, sehr ärgerlich, vor sich hinbrütend. Angst, als hätte er ein Verbrechen begangen; plötzliche Angst. Verzweiflung. Leichtes Erschrecken, durch Geräusche. Hypochondrie, hat an nichts Gefallen und zu nichts Lust. Aussetzendes Gedächtnis; vergisst, was er eben gedacht hat. Fixierung der Gedanken auf ein einziges, unangenehmes Thema. In sich vertieft, bemerkt nichts um sich her. Furcht vor Geistern und Gespenstern.
Kopf und SchwindelSchwindel mit Übelkeit und Erbrechen, beim Heben des Kopfes, bei Bewegung. Leere im Kopf. Kopfschmerzen. Benommenheit im Kopf, schlimmer durch Essen und Trinken. Epileptische Krämpfe mit Bewusstlosigkeit und Zungenbiss, Schaum vor dem Mund, die Hände sind kalt, das Gesicht mit kaltem Schweiß bedeckt. Schmerzen im Hinterkopf und Nacken mit Schwäche der Halsmuskeln, beim Liegen auf dem Hinterkopf. Schwäche der Nackenmuskeln mit Schwere des Kopfes. Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel. Bandgefühl um den Kopf. Schwindel mit Übelkeit und Brechreiz, Schwindel beim Kopfheben, durch Bewegung. Schwindel beim Fahren im Wagen.
AugenNystagmusartige Bewegungen der Augen, Trübsichtigkeit. Fliegende schwarze Flecken vor den Augen. Verengte Pupillen.
GesichtKrämpfe in den Kaumuskeln. Erdfarbenes Gesicht, mit kaltem Schweiß bedeckt.
Mund und ZähneZunge wie lahm und schwer.
HalsÖsophaguslähmung. Der Patient kann nicht schlucken.
VerdauungstraktKrampf im Hals und in der Speiseröhre. Widerwillen gegen jede Speise, gegen Saures. Übelkeit durch Geruch von Speisen, beim Gedanken an Essen. Durst auf Kaltes, auf Bier. Beim Fahren im Wagen Übelkeit und Erbrechen. Krampfhaftes Gähnen und Aufstoßen. Hungergefühl in der Herzgrube, nicht besser durch Essen. Leeres Aufstoßen. Blähungen mit Kolikschmerzen, wie wenn Steine gegeneinander reiben. Gefühl, als wäre der Bauch leer und hohl. Verstopfung mit vergeblichem Drang, Afterkrampf, schlimmer im Sitzen.
Geschlechtsorgane♀ Regel zu früh mit Auftreibung und krampfartigen Schmerzen bei jeder Bewegung und beim Atemholen, begleitet von Schwäche, Stehen agg. Schwäche nach der Regel, zu müde, um zu sprechen. Ausfluss.
AtemwegeSchnupfen, Nasenlöcher abwechselnd verstopft. Reizhusten mit Brustbeklemmung, agg. nachts.
Brust, RückenSchwäche der Nacken- und Lumbalregion.
ExtremitätenSchwäche in den Halsmuskeln, Schmerzen mit Steifheit und Schwäche im ganzen Rücken und im Kreuz, was am Gehen hindert. Schmerzen in allen Extremitäten, Taubheitsgefühl, mal auf der einen Seite, mal auf der anderen, Hände wechselweise kalt oder heiß. Halbseitige Paresen. Zittern der Hände beim Essen, umso mehr, je höher sie gehoben werden. Zittern der Extremitäten durch Schwäche, Einknicken der Knie, Schwäche der Oberschenkel, Schwanken beim Gehen, Patient droht auf die Seite zu fallen. Allgemeine Erschöpfung. Tetanische und klonische Krämpfe der Extremitäten. Neuralgien, Paresen, Hysterische Lähmungen, Karpaltunnelsyndrom.
SchlafSchlaf unterbrochen durch häufiges Aufschrecken und Aufwachen. Gedanken an die Tagesgeschäfte hindern den Patienten am Einschlafen. Lebhafte, Furcht erregende Träume. Schläft bis spät in den Tag hinein, auch tagsüber schläfrig. Schwäche durch Schlafmangel (z. B. durch Nachtwachen).
Frost, Fieber, SchweißFrost und Fieber. Weder Kälte noch Wärme wird ertragen. Gesicht und Hände kaltschweißig.
AllgemeinsymptomeAnfallsartige Schwäche, nach der geringsten Bewegung und nach jeder Beanspruchung der Nerven. Gefühl von Lähmung einzelner Glieder, tonische und klonische Krämpfe der Extremitäten. Spasmen an allen Hohlorganen mit dem Gefühl von Leere (wie hohl). Spasmen der Arterien mit dem Gefühl von Eingeschlafensein, von einem Glied zum anderen ziehend. Kalter Schweiß bei der geringsten Anstrengung.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Petr.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bell., Hep., Ign., Lyc., Nux-v., Op., Puls., Rhus-t., Sulph.

  • Unverträglich mit: Caust., Coff.

  • Antidotiert von: Camph., Caps., Cham., Cupr., Ign., Merc., Nux-v., Staph., Tab.

  • Kollaterale Arzneimittel: Gels., Ign.

Colocynthis (Coloc.)

Thomas Lorz
#ColocynthisKoloquinte; Citrullus colocynthis, Koloquinte
Betroffene OrgansystemeVerdauungssystem, Nervensystem.
CausaÄrger, Abkühlung, Kränkung, Demütigung, Geringschätzung, Tadel, Verachtung.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Liegen auf schmerzloser Seite, Zorn, Berührung.

  • Amel.: fester Druck, Zusammenkrümmen, Wärme, Ruhe.

Allgemeine DarstellungColocynthis ist eines der besten Heilmittel gegen Koliken. Die Koliken lassen sich durch Zusammenkrümmen (Beugen) oder durch Drücken von harten Gegenständen gegen den Bauch oder gegen die schmerzenden Stellen bessern. Colocynthis ist indiziert, wenn stechende Schmerzen blitzartig einschießen. Es ist außerdem hilfreich bei neuropathischen Schmerzen, z. B. bei Ischialgien oder Trigeminusneuralgien.
Geist und GemütReizbarkeit, Zorn, wenn angesprochen. Beschwerden durch Kränkung, Zorn, Beleidigung.
Kopf und SchwindelSchwindel beim Drehen des Kopfes nach links (Lagerungsschwindel), Kopfschmerz, Migräne. Fester Druck und Kaffee bessern, schlimmer durch Berührung.
AugenHeftige, bohrende Schmerzen, besser durch Druck. Strabismus.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen.
NaseSchmerzen, Schnupfen.
GesichtNeuralgische Schmerzen, Schwellung des Gesichts.
Mund und ZähneZahnschmerzen. Brennen der Zungenspitze, Gefühl, als sei die Zunge mit einer heißen Flüssigkeit verbrüht worden, belegte Zunge. Bitterer Geschmack im Mund.
HalsHalsschmerzen, Spasmen.
VerdauungstraktHeißhunger, Durst, Erbrechen. Magenschmerzen, nach Ärger, Kaffee bessert. Bauchschmerzen besser durch Zusammenkrümmen, verschlimmert durch Zorn, Ärger. Durchfall, Kolik, Blähungen, Blut im Stuhl.
HarnwegeHarnverhalt, Spasmen, Dysurie, Albuminurie.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelle Funktionsstörungen, Priapismus.

  • Dysmenorrhoe, besser durch Hitze und Druck. Fluor. Krampfartige Schmerzen.

AtemwegeTrockenes Hüsteln durch einen Reiz im Kehlkopf, beim Rauchen.
Brust, RückenHerzklopfen, Angina pectoris. Rückenschmerzen.
ExtremitätenMuskelkontrakturen. Steifheit der Gelenke und Verkürzung der Sehnen. Ischialgien, mit den entsprechenden Modalitäten.
SchlafSchlafstörungen, Schlaflosigkeit nach Kränkung.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, Schüttelfrost.
HautHautausschläge, Pruritus.
AllgemeinsymptomeHalbseitige Schmerzen, rechtsseitige Beschwerden, brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit während der Schmerzen, Besserung durch festen Druck.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Caust., Kali-c., Merc., Staph.

  • Bewährte Folgemittel: Bell., Bry., Caust., Cham., Merc., Nux-v., Puls., Spig., Staph.

  • Antidotiert von: Camph., Caust., Cham., Cocc., Coff., Op., Staph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Staph.

Conium (Con.)

Thomas Lorz
#ConiumFlecken-Schierling; Conium maculatum; Gefleckter Schierling; HAB: Conium maculatum
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Drüsen, lymphatische Organe, Geschlechtsorgane, Nervensystem.
CausaQuetschungen, Stöße, Stürze. Kummer, sexuelle Ausschweifungen, sexuelle Enthaltsamkeit, Erregung, Überarbeitung, geistige Überanstrengung. Schneeluft, Frühling.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, körperliche Anstrengung, nachts, sexuelle Enthaltsamkeit.

  • Amel.: Bewegung, Druck, Dunkelheit, Essen, Wärme.

Allgemeine DarstellungDer Gefleckte Schierling ist eine seit dem Altertum bekannte Giftpflanze und wurde im antiken Griechenland zur Vollstreckung der Todesstrafe verwendet. Aus dem Schierling gewinnt man das homöopathische Mittel Conium. Nach Hahnemann ist Conium eines der Mittel, bei denen es enorm schwierig ist, Erst- und Nachwirkung voneinander zu unterscheiden. Er hält „Starrheit, Verdichtung und Zusammenziehen der Fasern, mit Schwellung der Drüsen und Verminderung der Sinne“ (Reine Arzneimittellehre) für die Erstwirkung.
Conium ist in der Unfallmedizin bei stumpfen Traumata von großem Nutzen. Es ist oft indiziert bei chronischer oder subakuter Entzündung mit blutiger Schwellung des Parenchyms, Verhärtung und nachfolgender Ulzeration der Gewebe. Die Drüsen (z. B. die Brüste) sind hart, schmerzen und reagieren äußerst empfindlich auf Berührungen und Erschütterungen. Conium ist auch ein wichtiges Mittel bei der Behandlung von Präkanzerosen und malignen Erkrankungen.
Geist und GemütNiedergeschlagen, menschenscheu, schlechtes Gedächtnis, uninteressiert, arbeitsunwillig. Angst. Hysterie. Traurigkeit nach Unterdrückung des Geschlechtstriebes (z. B. Scheidung oder Tod des Partners). Apathisch, verlangsamt, mürrisch. Konzentrationsstörungen, dementielle Entwicklung, Bewusstseinsstörungen, Hypochondrie. Depression bei Krebserkrankung.
Kopf und SchwindelDrehschwindel beim Hinlegen und Drehen im Bett (Lagerungsschwindel), Schwindel beim Aufrichten, Gleichgewichtsstörungen. Schwindel, Augenschließen amel., mit Fallneigung, mit Kopfschmerzen, mit einem Gefühl wie hochgehoben.
AugenPhotophobie (besonders wenn keine Entzündung vorliegt), Tränenfluss, Entzündungen, Gerstenkörner, Tumoren, Katarakt, Farbensehen, Strabismus, Akkommodationsstörungen, Sehstörungen (z. B. bunt, farbige Streifen, farbige Bänder, Triplopie, Ringe, schwarze Streifen).
OhrenOhrgeräusche, Schmerzen, Beschwerden durch Ohrenschmalz, roter Ohrschmalz, Hörminderung, Entzündungen.
NaseNasenbluten, Nasenbohren, Trockenheit.
GesichtBlasse Gesichtsfarbe. Nächtlicher, reißend-stechender Gesichtsschmerz. Juckender Ausschlag, Herpes im Gesicht. Trockene, sich abschälende Lippen.
Mund und ZähneBlasen und Geschwüre an den Lippen, Lippenkrebs (Pfeifenraucherkrebs). Zähneknirschen, Zahnschmerzen.
HalsGeschwollene Halslymphknoten, Globusgefühl, Halsschmerzen.
VerdauungstraktSodbrennen. Krebs. Schmerzen. Obstipation, Schwäche nach jedem Stuhlgang. Hepatitis. Seekrankheit.
HarnwegeDysurie, Zystitis, Blasenstörungen, unterbrochene Miktion. Glomerulonephritis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Vorzeitiger Samenerguss, sexuelle Funktionsstörungen. Prostataadenom, Krebs.

  • ♀ Fluor, Pruritus. Sexuelle Funktionsstörungen. Zyklusstörungen. Tumoren der Unterleibsorgane. Krebs.

AtemwegeHeiserkeit, Dyspnoe, Asthma, Husten. Gelber, eitriger, faul schmeckender Auswurf. Krampfartige, nächtliche Keuchhustenanfälle.
Brust, RückenBrustkrebs mit verhärtetem Gewebe, eingezogene Brustwarze, Schwellung und Empfindlichkeit der Brust vor der Menstruation. Bronchitis, Pneumonie. Mastitis. Stechende Schmerzen zwischen den Schulterblättern, Verletzungsfolgen. Hypertrophie oder Atrophie der weiblichen Brust.
ExtremitätenSensibilitätsstörungen, aufsteigende Lähmung. Schwitzen der Hände. Schwierigkeiten beim Aufstehen aus der Hocke. Schwäche der Oberschenkel.
SchlafSchläfrigkeit tagsüber, Schlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln. Schwitzen beim Schließen der Augen. Nachtschweiß.
HautEkzeme, Herpes, Geschwüre, Verhärtung nach Prellungen, Leberflecke, Urtikaria.
AllgemeinsymptomeVerschlimmerung durch Unterdrückung des Sexualtriebs. Tumoren oder Verhärtungen der Drüsen. Belastungsabhängige Schwäche. Verletzungsfolgen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bar-m., Phos., Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Arn., Ars., Ars-i., Aster., Bell., Calc-a., Calc., Cic., Dros., Lyc., Nux-v., Phos., Puls., Rhus-t., Stram., Sulph., Sul-ac.

  • Unverträglich mit: Psor.

  • Antidotiert von: Coff., Dulc., Merc., Nit-ac., Nit-s-d., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Bar-c., Calc-f., Caust., Gels., Iod.

Cuprum metallicum (Cupr.)

Henning Droege
#Cuprum metallicum Elementares Kupfer, Cu
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Verdauungstrakt, Muskeln, Atmungsorgane. Linke Seite.
CausaUnterdrückte Ausschläge, Fußschweiß oder sonstige Absonderungen. Schreck.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, bei Berührung, vor und während Menstruation, durch Aufregung, unterdrückter Fußschweiß oder Hautausschlag, Schlafmangel, nach Quecksilbermissbrauch.

  • Amel.: Trinken von kaltem Wasser, Schwitzen.

Allgemeine DarstellungKonvulsionen und Krampfanfälle sind das zentrale Motiv von Cuprum. Sie betreffen den gesamten Körper sowie den geistig-emotionalen Bereich. Muskelzuckungen, tonischen und klonischen Krämpfen lokal und des gesamten Bewegungsapparates. Durch Krämpfe der glatten Muskulatur kommt es zu Husten, Asthma, Erbrechen, Magen- und Darmkoliken. Epilepsie, Chorea, Krampfanfälle. Plötzliche Konvulsionen mit starken Kontraktionsschmerzen. Schreien vor den Konvulsionen. Typischerweise beginnen die Krämpfe an Fingern und Zehen und breiten sich von dort über den ganzen Körper aus. Eingeschlagene Daumen und bläuliche Gesichtsfarbe bei den Krämpfen. Die linke Seite ist stärker betroffen. Anämie. Kollaps mit Kälte und Zyanose. Neurologische Symptome nach Unterdrückung von Hautausschlägen und Absonderungen wie z. B. Fußschweiß. Überempfindlichkeit gegen Medikamente. Krämpfe bei exanthematischen Krankheiten. Krampfneigung bei Neugeborenen.
Geist und GemütEmotionale und geistige Verkrampfung. Verschlossene, ernste Menschen mit starkem, aber unterdrücktem Gefühlsleben, rigide, langsam und pflichtbewusst. Sie versuchen krampfhaft, alles zu bewältigen und unter Kontrolle zu halten. Abneigung gegen Gesellschaft. Furcht vor sich nähernden Personen sowie generell vor fremden Menschen. Berührung verschlechtert. Ängstliche und gedrückte Stimmung. Nachgiebigkeit wechselt sich ab mit Eigensinn. Unwillkürliches, grundloses und krampfhaftes Weinen. Schuldgefühle. Konvulsionen durch Schreck. Neurasthenie durch geistige Anstrengung und Schlafmangel.
Ruhelosigkeit. Krampfhafte Lachanfälle, Grimassieren und hysterische Konvulsionen. Periodische Wutanfälle mit Schreien, Beißen, Spucken und Schlagen, Boshaftigkeit und Gewalttätigkeit. Bildet sich ein, von der Polizei verfolgt zu werden. Furcht vor Dunkelheit, vor Feuer, vor dem Tod. Verwirrung der Gedanken und Versagen des Gedächtnisses. Delirium.
Unruhige Säuglinge mit eingezogenen Daumen und Konvulsionen. Lautes oder schrilles Schreien. Überdrehte, ruhelose Kinder mit boshaftem und provokativem Verhalten. Verbote oder Strafen können Konvulsionen auslösen.
Kopf und SchwindelHeftige Kopfschmerzen zwischen den Augen und Blutandrang zum Kopf. Erbrechen bei Kopfschmerzen. Migräne. Schmerz an der Nasenwurzel.
Schwindel, besonders beim Nach-oben-Sehen. Meningitis. Enzephalitis. Chorea. Epilepsie. Aura beginnt in den Beinen, von dort steigt sie nach oben. Niederstürzen nach einem Schrei, Krämpfe und Schaum vor dem Mund. Bewusstlosigkeit.
Benommenheit durch unterdrückte Hautausschläge. Gehirnblutung bei Neugeborenen. Mangelnde Kopfkontrolle bei Kindern. Bohrt den Kopf in das Kissen.
AugenStarre, eingesunkene Augen. Pupillen erweitert oder stark kontrahiert. Augenbewegung bei geschlossenen Lidern. Schmerzen beim Bewegen der Augen. Verlust der Sehkraft vor Konvulsionen.
OhrenDrückende, bohrende Schmerzen in und hinter den Ohren. Ohrgeräusche. Schwerhörigkeit.
NaseFließschnupfen. Verstopfung der Nase. Nasenbluten.
GesichtGesicht und Lippen bläulich, bei Konvulsionen und beim Husten. Krämpfe der Gesichtsmuskeln mit verzerrtem Ausdruck, Grimassieren und Tics.
Mund und ZähneTrockenheit des Mundes/der Zunge. Schlangenartiges „Züngeln“. Speichelfluss mit metallischem Geschmack im Mund. Stottern und Sprachschwierigkeiten durch Zungenlähmung, v. a. nach Konvulsionen. Zähneknirschen. Kieferkrampf mit Schaum vor dem Mund. Erschwerte Zahnung mit Konvulsionen und/oder Diarrhö.
HalsEntzündung des Halses und der Tonsillen. Zusammenschnüren im Hals, erschwertes Schlucken. Beim Trinken lautes Gluckern im Ösophagus. Ösophagusspasmen. Laryngismus, v. a. beim Schlucken. Heiserkeit oder Verlust der Sprache. Verhärtete Halsdrüsen. Torticollis.
VerdauungstraktAppetitverlust. Durst auf kaltes Wasser. Beim Trinken lautes Gurgeln in der Speiseröhre und im Magen. Äußerste Übelkeit und heftiges Erbrechen mit Würgen, Koliken, Diarrhoe. Übelkeit und Erbrechen besser durch Trinken von kaltem Wasser. Krampfhafter Schluckauf, mit nachfolgendem Erbrechen. Erkrankungen der Leber. Leberzirrhose.
Bauch angespannt, aufgetrieben, schmerzhaft, schlimmer bei Berührung oder Bewegung. Hitzegefühl. Spasmen der Bauchmuskeln. Schmerzhaftes Einziehen der Bauchdecken. Intermittierende Koliken von großer Heftigkeit. Schwellung der Leistendrüsen. Invagination. Ileus.
Schmerzhafte, gussartige Durchfälle mit grünem oder schwarzem, wässrigem Stuhl. Unwillkürlicher Stuhlabgang. Cholera. Durchfall abwechselnd mit Verstopfung. Dreimonatskoliken bei Säuglingen. Diarrhoe und Konvulsionen bei Zahnung der Kinder. Sommerdiarrhö bei Kindern.
HarnwegeHarndrang und häufige Entleerungen. Urin vermehrt oder vermindert. Dysurie. Tenesmus. Harnverhaltung, Blasenlähmung. Unterdrückung des Urins. Harn scharf, trüb mit Eiweiß und gelbem Sediment. Urämie mit Krämpfen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Chronische Harnröhrenabsonderung. Verkleben des Meatus urethreae.

  • ♀ Menstruation zu spät, zu lange andauernd. Dysmenorrhoe. Krämpfe vor und während der Menstruation, an den Fingern beginnend und sich über den ganzen Körper ausbreitend. Anspannung oder Krämpfe bei Koitus. Schwangerschaftserbrechen. Konvulsionen während der Geburt, mit plötzlichem Sehverlust. Krampfhafte und sehr quälende Nachwehen. Krämpfe im Wochenbett.

AtemwegeDyspnoe. Beschleunigte oder unregelmäßige Atmung, krampfhaftes Atmen. Hyperventilation. Dyspnoe mit eingeschlagenen Daumen und Fingerkrämpfen. Zyanose. Rasselnde, giemende Atemgeräusche. Asthmaanfälle, schlimmer um 3 Uhr nachts. Asphyxie bei Asthma. Anfälle von spastischem Asthma abwechselnd mit Erbrechen. Trockener, krampfhafter Husten, nachts um 3 Uhr, nach Essen. Husten bis zum Ersticken, mit Erbrechen, Konvulsionen und blutigem Auswurf. Kalte Getränke bessern den Husten. Keuchhusten. Asphyxie bei Kindern (sie werden steif und zucken). Husten mit Bewusstseinsverlust. Pneumonie.
Brust, RückenBeklemmung und Zusammenschnüren in der Brust. Stechende Brustschmerzen beim tiefen Atmen. Kongestionen in der Brust und Spasmen der Brustmuskeln. Herzklopfen, vor der Menstruation. Langsamer, kleiner Puls. Angina pectoris. Organische Herzerkrankungen. Verhärtungen der Mammae.
ExtremitätenEiskalte Hände und Füße. Schwäche, Zucken in den Extremitäten. Muskelschwäche. Knochenschmerzen, wie zerschlagen.
Kontraktionen der Muskeln und Sehnen. Die Konvulsionen beginnen in den Fingern und Zehen und breiten sich von dort über den ganzen Körper aus. Schmerzhafte Muskelkrämpfe, in den Waden. Krämpfe in den Fußsohlen und Handflächen, Daumen und Finger eingezogen. Krampfartige Bewegungen und Verdrehung der Glieder. Epileptiforme Konvulsionen. Neuralgische Schmerzen und Lähmungserscheinungen. Unterdrückter Fußschweiß führt zu neurologischen Symptomen.
SchlafSchlaflos trotz Müdigkeit. Häufiges Gähnen. Unruhiger Schlaf mit Zuckungen, Konvulsionen und Hochfahren aus dem Schlaf. Tiefer, komatöser Schlaf nach Anfällen. Schlafmangel verschlechtert.
Frost, Fieber, SchweißFrostig. Kälte der Glieder, der Hände und Füße. Klebriger, kalter Schweiß nach Konvulsionen. Apyrexie.
HautBläulich, Marmoriert. Gelbliche, schuppende Hautausschläge. Psoriasis. Unterdrückte oder nicht herausgekommene Ausschläge führen zu Konvulsionen. Hautausschläge mit Erbrechen, Konvulsionen und Stupor, z. B. bei Scharlach.
AllgemeinsymptomeKonvulsionen des gesamten Körpers. Große Krampfbereitschaft. Anämie, Erschöpfung, verminderte Muskelkraft. Akuter und heftiger Verlauf von Krankheiten. Plötzlicher Beginn und plötzliches Ende der Beschwerden.
Konvulsionen mehr auf der linken Körperseite. Zuckungen, Kontraktionen von Muskeln und Sehnen, besonders von Fingern, Zehen und Beugemuskulatur. Spastische Zustände. Epileptiforme und epileptische Anfälle mit Aura, Initialschrei, Sturz und Bewusstlosigkeit.
Beginn des Krampfanfalls in Fingern und Zehen mit zunehmender Generalisation über den ganzen Körper. Krämpfe und Koliken von Magen und Darm. Übelkeit und krampfhaftes Erbrechen, besser durch kalt Trinken. Diarrhoe. Dyspnoe. Krampfhafter Husten und Asthma. Keuchhusten. Besserung durch Trinken von kaltem Wasser.
Allgemeine Verschlimmerung nachts, besonders um 3 Uhr. Verschlimmerung vor und während Menstruation.
Konvulsionen durch Ärger oder Schreck. Unterdrückte Ausschläge oder Fußschweiß führen zu neurologischen Symptomen. Überempfindlichkeit gegen Medikamente. Kalte Extremitäten. Zyanose von Gesicht und Gliedern. Gruppenweise und periodisch auftretende Symptome (Asthma und Epilepsie, Diarrhoe und Konvulsionen der Glieder). Wechselnde Beschwerden und Metastasierung der Symptome.
Krampfbereitschaft der Kinder: Asphyxie, Einziehung der Daumen, Kopfüberstreckung. Dreimonatskoliken, Zahnungsdiarrhoe mit Konvulsionen, Keuchhusten.
MiasmenPsora, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Calc., Iod.

  • Bewährte Folgemittel: Apis, Ars., Bell., Calc., Caust., Cic., Hyos., Kali-n., Meny., Nit-ac., Puls., Stram., Verat., Zinc.

  • Antidotiert von: Aur., Bell., Calc., Camph., Cham., Chin., Cic., Cocc., Con., Dulc., Ferr., Hep., Ip., Merc., Nux-v., Puls., Rhus-t., Squil., Stram., Sulph., Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Verat.

Drosera (Dros.)

Thomas Lorz
Rundblättriger Sonnentau; Drosera rotundifolia; Rundblättriger Sonnentau; HAB: Drosera rotundifolia
Betroffene OrgansystemeAtemwege.
CausaUnterdrückter Zorn.
Modalitäten
  • Agg.: nach Mitternacht, Hinlegen, Warmwerden im Bett, Trinken, Singen, Lachen.

  • Amel.: im Freien.

Allgemeine DarstellungDer Sonnentau, auch Sonnenkraut genannt, kommt in Osteuropa, Asien und Nordamerika vor und ist eine insektenfressende Pflanze, die auf Torfmooren, sumpfigen Wiesen und an Teichrändern wächst. Die wichtigste Indikation von Drosera ist ein spasmodischer Husten, der dem Keuchhusten ähnelt. Es ist eines der führenden Mittel bei Keuchhusten. Charakteristisch sind: häufige Anfälle bellenden Hustens mit abendlicher Verschlechterung; es kann zu Erbrechen und Nasenbluten kommen. Drosera kann bei jeder Infektion der Atemwege und bei Husten in Erwägung gezogen werden, der durch Reizung im Kehlkopf hervorgerufen wird.
Geist und GemütÄngstlich, traurig, niedergeschlagen, reizbar, unruhig.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, Schwindel mit Falltendenz nach links.
AugenSehstörungen, Presbyopie.
OhrenOhrgeräusche, Hörminderung, Schmerzen.
NaseNasenbluten beim Husten (Keuchhusten), beim Schnäuzen, beim Bücken. Fließschnupfen. Niesen.
GesichtGesichtsblässe, mit eingefallenen Wangen und eingesunkenen Auge. Akne, Komedonen. Neuralgien.
Mund und ZähneMundgeruch. Geschwüre. Stechende Zahnschmerzen, nach warmen Getränken. Blutungen aus dem Mund.
HalsHalsschmerzen, Pharyngitis, Rauheit, Trockenheit, Verschleimung.
VerdauungstraktGeschmacklosigkeit von Speisen. Bitteres Aufstoßen, Schluckauf. Erbrechen von Blut, Schleim (durch Husten). Bauchschmerzen beim Husten.
HarnwegeVermehrter Harndrang, Dysurie, Nykturie.
Geschlechtsorgane♀ Fluor, Zyklusstörungen.
AtemwegeKrampfartiger, trockener Reizhusten, starke Hustenanfälle mit Luftnot. Tiefe, heisere Stimme. Laryngitis, Asthma, Dyspnoe. Husten mit Nasenbluten. Erbrechen infolge von Husten. Schmerzhafter Husten, der Patient hält sich den Brustkorb.
Brust, RückenBeklemmungsgefühle, Schmerzen beim Husten, beim Atmen. Rückenschmerzen.
ExtremitätenKrämpfe der Finger beim Greifen, kalte Extremitäten.
SchlafSchlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißFieberschauder mit heißem Gesicht, eiskalten Händen, dabei durstlos. Frost mit kalten und blassen Extremitäten. Nachtschweiß.
HautHautausschläge, Geschwüre, Juckreiz.
AllgemeinsymptomeNächtliche Verschlechterung, schlechter durch Wärme, durch Liegen, epileptische Anfälle.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Carb-v., Nux-v., Sulph., Verat.

  • Bewährte Folgemittel: Calc., Cina, Con., Gnaph., Meny., Meph., Puls., Sulph., Verat.

  • Antidotiert von: Camph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Coc-c., Cor-r.

Dulcamara (Dulc.)

Thomas Lorz
#DulcamaraBittersüßer Nachtschatten, Solanum dulcamara; Bittersüßer Nachtschatten; HAB: Solanum dulcamara
Betroffene OrgansystemeHaut, Schleimhäute, Verdauungssystem, Harnwege, Atemwege.
CausaFeuchte Kälte, Baden, Verletzungen, unterdrückte Hautausschläge, Wetterwechsel (von warm zu kalt), warme Tage und kalte Nächte.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Kälte, feuchtes, regnerisches Wetter.

  • Amel.: Umhergehen, äußere Wärme.

Allgemeine DarstellungDen wichtigsten Hinweis für den homöopathischen Gebrauch von Dulcamara findet man in der Modalität „Verschlechterung durch kalt und feucht“. Der konstitutionelle Dulcamara-Patient ist i. d. R. untersetzt, engstirnig und wirkt verkrampft. Oft sorgt er sich um familiäre Angelegenheiten.
Geist und GemütAngst um die Familie, misstrauisch, geschwätzig, engstirnig, dominant.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, schlechter durch Nässe und Kälte. Hautausschläge mit Krusten.
AugenHäufige Mitbeteiligung der Augen bei Erkältungen. Konjunktivitis, Iritis. Reichlicher Tränenfluss, schlechter im Freien.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen.
NaseTrockener Schnupfen, Wärme verbessert. Verstopfte Nase, dicker, gelber Schleim, blutige Krusten. Heuschnupfen mit Asthma.
GesichtHautausschläge auf den Wangen und im Gesicht, Ekzem, Herpes. Neuralgische Schmerzen, verschlechtert durch Kälte. Warzen im Gesicht.
Mund und ZähneZäher Speichel. Trockene, raue Zunge. Lippenherpes. Sprechstörungen, Zungenlähmung.
HalsHalsschmerzen, Tonsillitis, Schwellung der Halslymphknoten.
VerdauungstraktÜbelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen, Koliken. Diarrhoe, nach Erkältung im Sommer, nach kalten Speisen. Rektumprolaps, bei Diarrhoe.
HarnwegeHarndrang bei Verkühlung, Dysurie. Zystitis nach Erkältung. Inkontinenz, Blasenstörungen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Erektionsstörungen, Herpes genitalis.

  • ♀ Dysmenorrhoe, Zyklusstörungen, Hautausschläge, Pruritus.

AtemwegeHusten mit Heiserkeit. Asthma und Husten, schlechter bei kaltem Wetter. Blutiger Auswurf. Bronchitis, Pneumonie, Pleuritis, Tuberkulose.
Brust, RückenSchmerzen, Beklemmungsgefühl, bei kaltem Wetter, Herzklopfen. Rückenschmerzen, schlimmer durch Bücken und Kälte.
ExtremitätenHautausschläge, Rheumatismus, Steifheit, Gelenkschmerzen, Warzen an den Händen.
SchlafSchlafstörungen, verworrene Träume.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, Kälte bei Schmerzen, übelriechender Schweiß, Nachtschweiß.
HautHerpes zoster, nässende Hautauschläge, Ekzem, Krustenbildung, Urtikaria, Warzen (besonders, wenn sie flach sind).
AllgemeinsymptomeBeschwerden durch Erkältung, durch Feuchtigkeit oder feuchtkaltes Wetter, wenn die Tage warm und die Nächte kalt sind, übermäßige Absonderungen der Schleimhäute, Verschlimmerung durch Zugluft.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Alum., Bar-c., Calc., Kali-s., Nat-s., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Bad., Calc., Lyc., Rhus-t., Sep.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Bell., Lach.

  • Antidotiert von: Camph., Caps., Cupr., Ip., Kali-c., Merc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Rhus-t.

Eupatorium perfoliatum (Eup-per.)

Martin Schmitz
#Eupatorium perfoliatum Eupatorium perfoliatum; Wasserhanf
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Extremitäten.
CausaGrippaler Infekt, feuchtkaltes Wetter.
Modalitäten
  • Agg.: Bewegung, kalte Luft; nachts. Liegen auf dem betroffenen Körperteil. Geruch oder Anblick von Speisen.

  • Amel.: Schwitzen (außer Kopfschmerz), Erbrechen (von Galle). Unterhaltung.

Allgemeine DarstellungHauptcharakteristikum sind Gliederschmerzen, wie zerschlagen oder als seien die Knochen gebrochen, z. B. bei Infekten. Dabei besteht Unruhe, der Patient neigt dazu, sich viel zu bewegen; er ist unfähig, eine bequeme Lage zu finden. Typisch für Infekten im Winter mit Schnupfen, Niesen und Kopfschmerzen. Es kann auch Schmerzen bei akuten Frakturen lindern. Bei einigen Beschwerden besteht eine ausgeprägte Periodizität.
Geist und GemütTraurigkeit, Lustlosigkeit. Beunruhigende Angstzustände. Allgemeine Unruhe. Stöhnen wegen der Schmerzen.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, als wolle der Kopf bersten (Bewegung und Schwitzen verschlechtern). Periodische Kopfschmerzen alle drei oder sieben Tage. Schweregefühl des Kopfes (v. a. im Hinterkopf), muss mit den Händen gehalten werden.
AugenSchmerz der Augäpfel (mit Schnupfen).
OhrenSchmerz beim Kauen und Sprechen (besser durch Druck und Wärme).
NaseNiesen und Schnupfen.
GesichtGesichtsrötung bei Infekten.
Mund und ZähneRisse der Mundwinkel. Gelb belegte Zunge.
VerdauungstraktÜbelkeit und Erbrechen im Fieberfrost, galliges Erbrechen, evtl. Gallenfieber oder Hepatitis mit Ikterus. Schmerzhafte Lebergegend. Magenschmerzen nach dem Essen. Lehmfarbener Stuhl. Durst auf große Mengen kalter Getränke, bei Frost. Verlangen nach Eiscreme.
HarnwegeSpärlicher, dunkelbrauner Harnabgang.
Geschlechtsorgane♀ Jucken und Brennen der Genitalregion. Juckender Ausfluss. Mens spät und schwach.
AtemwegeTrockener, quälender, schmerzhafter Reizhusten (Bewegung verschlechtert), Halten der Brust amel. Husten, in Knie-Ellenbogen-Lage besser. Pneumonie. Heiserkeit morgens.
Brust, RückenGefühl, als würde der Rücken zerbrechen. Steif und schmerzhaft beim Aufstehen.
ExtremitätenGlieder- und Knochenschmerzen bei Fieber, als seien die Knochen gebrochen. Wundheit der Muskeln. Schmerzen in Armen und Handgelenken. Ödematöse Schwellungen. Gichtige Schmerzen und entzündete Knoten an den Fingergelenken, am Ellbogengelenk und am Großzehengrundgelenk.
SchlafSchlaflosigkeit mit Knochen- und Gliederschmerzen.
Frost, Fieber, SchweißFrostigkeit und Schüttelfrost (v. a. 7–9 Uhr), Patient will warm eingehüllt werden, dabei Übelkeit und Durst auf kalte Getränke. Empfindlich gegen kalte Luft. Im Hitzestadium scheint der Körper zu brennen, dabei sehr wenig Schweiß.
HautJuckende Hautausschläge. Heiße, trockene, gerötete Haut, berührungsempfindlich. Ikterus.
AllgemeinsymptomeWundes Gefühl im ganzen Körper, Hinfälligkeit. Schmerzen erscheinen und verschwinden plötzlich.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Hyos., Nat-m., Nit-ac., Sanic., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Nat-m., Sep., Tub.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bry., Nux-v.

Euphrasia (Euphr.)

Martin Schmitz
#EuphrasiaAugentrost; Euphrasia officinalis; Augentrost; HAB: Euphrasia officinalis
Betroffene OrgansystemeAuge, Nase, Bronchien.
CausaAugenverletzungen.
Modalitäten
  • Agg.: beim Hinlegen, abends und nachts. Helles Licht, Wärme, Berührung, Südwind.

  • Amel.: Dunkelheit, frische Luft, Reiben der Augen,

Allgemeine DarstellungEuphrasia, der Augentrost, ist v. a. ein Mittel für Beschwerden der Augen und für katarrhalische Infekte. Oft sind reichlich Auswurf und Absonderungen vorhanden. Typisch sind stechend-brennende Schmerzen.
Kopf und SchwindelKatarrhalische Kopfschmerzen, berstend oder wie gequetscht. Kopfschmerz v. a. abends.
AugenHornhautentzündung (nach Trauma oder Operation). Konjunktivitis, z. B. nach Entfernung von Fremdkörpern. Iritis. Keratitis nach Traumata. Klebriger Schleim auf der Hornhaut. Fotophobie. Augenränder oder Lidränder gerötet und geschwollen (v. a. beim Erwachen), mit Juckreiz. Starker Tränenfluss mit scharfen, wund machenden Tränen (dabei milde Nasenabsonderungen; entgegengesetzt: Allium cepa). Eitriges Augensekret. Tränenfluss bei kalter Luft und windigem Wetter. Allergische Konjunktivitis.
NaseMilder Fließschnupfen (schlechter nachts beim Liegen). Fließschnupfen durch Wind. Heuschnupfen, besonders mit der typischen Augenbeteiligung (s. o.).
GesichtRöte des Gesichtes während Fieber.
Mund und ZähneSteifheit der Lippen.
HalsKitzeln im Kehlkopf.
VerdauungstraktErbrechen (durch Schleimräuspern). Analprolaps. Obstipation.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Prostatitis, Condylomata.

  • ♀ Amenorrhoe. Mens ist kurz, dauert nur eine Stunde oder einen Tag.

AtemwegeHusten, tagsüber schlechter, im Liegen besser. Keuchhusten (nur tagsüber). Lockerer Husten mit Rasseln in der Brust, v. a. tagsüber. Husten durch Rauch. Auswurf morgens, Heiserkeit morgens.
Brust, RückenHusten durch Kitzeln in der Brust. Schmerz hinter dem Brustbein, beim Husten, nach dem Husten, drückend.
ExtremitätenKalte Hände während Fieber.
SchlafSchweiß nachts im Schlaf. Tagsüber schläfrig.
Frost, Fieber, SchweißFrostigkeit im Fieber. Schweiß v. a. am Oberkörper und ventral, übel riechend.
HautErstes Stadium bei Masern.
AllgemeinsymptomeFrostige Menschen. Hitze geht von oben nach unten.
MiasmenSykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Merc., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Alum., Calc., Con., Lyc., Merc., Nux-v., Phos., Puls., Rhus-t., Sil., Sulph.

  • Antidote: Camph., Caust., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: All-c.

Ferrum metallicum (Ferr.)

Thomas Lorz
#Ferrum metallicum Elementares Eisen; Fe
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Kreislauf, Blutbildung, Magen.
CausaKörperliche Anstrengung, Widerspruch.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, in Ruhe, beim Stillsitzen.

  • Amel.: Langsames Herumgehen, im Sommer.

Allgemeine DarstellungDer Ferrum-Patient ist oft reizbar und leidet an Kreislaufstörungen oder Anämie. Er ist ordentlich und diszipliniert. Sprichwörtlich ist von „eiserner Disziplin“ z. B. beim Militär die Rede. Eine feste Wendung ist die Rede von der „eisernen Lady“ Thatcher oder davon „Eisen mit Händen zu brechen“.
Der Patient klagt über Schwächezustände, wobei die geröteten Wangen eher wie ein Zeichen von guter Gesundheit wirken. Die meisten Symptome werden durch Bewegung verschlechtert, wobei langsame kontinuierliche Bewegung bessert. Die Symptome verschlimmern sich v. a. nachts und bei kaltem Wetter.
Geist und GemütReizbarkeit, schlimmer durch Widerspruch. Geräuschempfindlichkeit. Überempfindlich, launisch. Befasst sich mit geschäftlichen Belangen.
Kopf und SchwindelSchwindel beim Aufstehen, bei raschen Bewegungen (Lagerungsschwindel). Hämmernder oder stechender Kopfschmerz, lang anhaltender Kopfschmerz, periodische Kopfschmerzen.
AugenGerötete, entzündete Augen. Exophthalmus. Sehstörungen.
OhrenOhrgeräusche. Überempfindlich gegen Geräusche, geringe Geräusche wie das Rascheln einer Zeitung treiben den Patienten zur Verzweiflung.
NaseNasenbluten, Nasenbluten bei anämischen Kindern.
GesichtBlasse Gesichtsfarbe mit raschem Erröten, nach Alkohol, nach Anstrengung. Rotes, aufgedunsenes Gesicht. Umschriebene Wangenröte. Hervortretende temporale Venen.
Mund und ZähneZahnschmerzen, durch kaltes Wasser gebessert. Blasse Schleimhäute. Schlechter Geschmack im Mund.
HalsGefühl von Zusammenschnürung, Gefühl eines Klumpens, Halsschmerzen.
VerdauungstraktHeißhunger oder völliger Appetitverlust. Durchfall nach dem Essen, Aufstoßen von Nahrung nach dem Essen, Übelkeit und Erbrechen nach dem Essen. Unverdaute Stühle. Erfolgloser Stuhldrang. Abneigung gegen Eier. Bauchschmerzen.
HarnwegeDysurie, Inkontinenz, Enuresis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Erhöhtes sexuelles Verlangen, Impotenz.

  • ♀ Vermindertes sexuelles Verlangen, Sterilität, Amenorrhoe, Metrorrhagie, Fluor.

AtemwegeDyspnoe, Asthma, Heiserkeit. Trockener, krampfartiger Husten. Hämoptysis. Pneumonie.
Brust, RückenHerzklopfen, Beklemmungsgefühl. Rückenschmerzen, gebessert durch langsames Umhergehen.
ExtremitätenRheumatismus, Ödeme, Krampfadern in der Schwangerschaft, Krämpfe.
SchlafSchlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißAllgemeine Kälte der Extremitäten, Kopf und Gesicht sind heiß. Reichliches Schwitzen, Nachtschweiß.
HautBlass, errötet leicht. Ödeme.
AllgemeinsymptomeHämorrhagische Diathese. Die meisten Beschwerden beginnen nachts und verschlechtern sich durch körperliche Anstrengung, Verschlimmerung nach Mitternacht. Anämie. Hitzewallungen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Alum., Ars., Chin., Ham.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Arn., Bell., Chin., Con., Euph., Lyc., Merc., Nat-m., Phos., Puls., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Dig., Thea.

  • Antidotiert von: Arn., Ars., Bell., Chin., Hep., Ip., Kreos., Puls., Sulph., Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Mang.

Ferrum phosphoricum (Ferr-p.)

Henning Droege
#Ferrum phosphoricum Eisen(III)-phosphat, Eisenoxidphosphat, FePO4 · 4H2O
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Verdauung, Herz-Kreislaufsystem, Ohren, rechte Seite.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, durch Kälte, bei Unterkühlung, durch körperliche Anstrengung, in Ruhe.

  • Amel.: durch kaltes Waschen, bei leichter Bewegung (langsames Gehen).

Allgemeine DarstellungHauptsächlich ein Akutmittel für das Anfangsstadium von fieberhaften Erkrankungen, oft mit großer Schwäche, hohem Fieber und lokalen Entzündungssymptomen. Das Fehlen charakteristischer oder eindeutiger Symptome für andere Arzneimittel kann dabei als Indikation für Ferrum phosphoricum angesehen werden. Neigung zu häufigen Erkältungen mit katarrhalischen Beschwerden der Atemwege. Bronchitis bei kleinen Kindern.
Als Konstitutionsmittel antipsorisch, eine Synthese aus den Arzneimitteln Ferrum metallicum und Phosphorus. Magere, lebhafte, phantasievolle Menschen mit einem Mangel an Lebenswärme. Anämisch und blass, mit Blutandrang zum Kopf und zu den Organen. Schmerzen und Blutungen aufgrund von Hyperämie. Hellrote Hämorrhagien. Blutige Absonderungen. Überempfindlichkeit gegen Schmerzen. Rheumatische Beschwerden.
Geist und GemütSensibl, nervös, schwache Nerven. Heftige Zornausbrüche, danach erschöpft, nervös, unzufrieden. Launisch, aber auch heiter, gesprächig und voller Ideen.
Abneigung gegen Gesellschaft. Unbegründete Schuldgefühle. Angst und Traurigkeit am Abend, nach dem Essen. Angst vor Unheil und Tod, vor Krankheiten, Schlaganfall (wg. Blutwallungen zum Kopf).
Kopf und SchwindelBlutandrang zum Kopf mit Hitze, Erröten und Schwindel. Pulsierende oder hämmernde Kopfschmerzen bei Fieber, besser durch Kälte und Hinlegen.
AugenGeschwollene Lider und gelbliche Skleren. Konjunktivitis mit Lichtscheu bei Fieber. Tränenfluss. Schmerzen wie von Sand in den Augen.
OhrenLärmempfindlich. Beginnende Otitis media mit rotem, vorgewölbtem Trommelfell. Tinnitus. Beginnende Parotitis.
NaseSchnupfen mit blutiger, wund machender Absonderung. Nasenbluten, hellrotes Blut, morgens und nach Naseputzen. Nasenbluten bei Kindern.
GesichtBlass oder heiß und gerötet. Dunkle Ränder unter den Augen. Rote Flecken auf den Wangen. Gesichtsneuralgie, besser durch Kälteanwendung, schlimmer bei Bewegung. Blasse, trockene Lippen.
Mund und ZähneRote, geschwollene, brennende Zunge. Speichelfluss. Entzündung im Mundraum. Zahnschmerzen, besser durch kaltes Wasser im Mund.
HalsEntzündung von Rachen und Mandeln, im Anfangsstadium. Kloßgefühl. Halsschmerzen und Heiserkeit durch Überanstrengung, z. B. bei Sängern. Kehlkopfentzündung. Stimmverlust.
VerdauungstraktVermehrter Appetit, ohne dass die Speisen schmecken. Appetit vermindert oder fehlend. Durst auf große Mengen Wasser. Verlangen nach Stimulanzien. Widerwille gegen Fleisch und Milch. Nach dem Essen Auftreibung und Völlegefühl. Dyspepsie mit saurem Aufstoßen. Sodbrennen. Plötzliche Übelkeit. Erbrechen von unverdauter Nahrung. Peritonitis im Anfangsstadium.
Kolikartige Schmerzen. Dysenterie im Anfangsstadium. Schmerzlose Diarrhoe mit wässrigem, blutigem Stuhl und unverdauten Anteilen. Sommerdiarrhoe bei Kindern.
HarnwegePlötzlicher, schmerzhafter Harndrang und häufiges Urinieren. Muss nach jedem Getränk Urinieren. Enuresis diurna.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelles Verlangen vermehrt oder vermindert.

  • ♀ Verminderte oder fehlende Libido. Menstruation alle drei Wochen und zu lang anhaltend mit blassem, dünnem Blut (aber auch zu spät und spärlich). Amenorrhoe. Metrorrhagien. Wund machender Fluor vor Menstruation. Sterilität. Manie im Wochenbett.

AtemwegeErkältungsneigung. Trockener, krampfhafter oder asthmatischer Husten mit wunder Brust, schlimmer nachts und in kalter Luft. Erstes Stadium aller Atemwegsinfektionen. Entzündung der Bronchien, der Pleura und der Lungen. Hämoptoe mit hellrotem Blut. Bronchitis bei Kleinkindern.
Brust, RückenSchneller, weicher Puls. Herzklopfen und Kongestionen.
ExtremitätenKälte, Zittern, Zucken und Krämpfe. Akuter, entzündlicher Gelenkrheumatismus mit hohem Fieber. Rheumatische Schulterschmerzen, besonders rechts, nach Schulterverletzungen. Zerschlagenheits- und Taubheitsgefühl der betroffenen Teile.
SchlafMüde, aber unfähig, vor Mitternacht einzuschlafen. Ruhe- und schlaflos. Lebhafte, angstvolle Träume. Kann nach Erwachen nicht mehr einschlafen. Reichlicher Nachtschweiß.
Frost, Fieber, SchweißTäglich Frost um 13 Uhr. Trockenes Fieber mit Durst und Schwäche. Kalter, klebriger Nachtschweiß.
HautBlasse, trockene, welke Haut. Haut ist empfindlich. Masern im Anfangsstadium. Kleine Warzen.
AllgemeinsymptomeSchwäche und Anämie. Schneller, weicher Puls. Erkältungsneigung. Verschlimmerung durch Kälte und Unterkühlung. Fieber ohne weitere charakteristische Symptome. Kongestionen, v. a. zum Kopf. Hellrote Blutungen, blutige Absonderungen.
Rheumatische Beschwerden mit Fieber und Gelenkentzündungen. Verschlimmerung Nachts, durch körperliche Anstrengung. Langsames Umhergehen bessert. Rechtsseitige Beschwerden.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Vergleiche: Gels.

  • Ergänzungsmittel: Kali-m., Nat-m.

  • Bewährte Folgemittel: Calc-p., Kali-m.

  • Antidotiert von: Arn., Ars., Bell., Chin., Ip., Par., Puls., Verat.

Gelsemium (Gels.)

Thomas Lorz
#Gelsemium Gelsemium sempervirens; Falscher Jasmin.
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Atemwege.
CausaAngst, Furcht, Schreck, Aufregung, schlechte Nachrichten, Nervosität, Prüfungen, Lampenfieber, bevorstehende Ereignisse.
Modalitäten
  • Agg.: Emotionen, Furcht, Schock, Bewegung, Überraschung, feuchtwarmes Wetter, kaltes feuchtes Wetter, Nebel, Gewitter, Sonne, Hitze, Frühling, Sommer, Tabak, Denken an die Beschwerden.

  • Amel.: Harnabgang, Schwitzen, alkoholische Getränke, geistige Anstrengung, nach vorne Beugen, andauernde Bewegung, nachmittags.

Allgemeine DarstellungGelsemium sempervirens ist eine in Nord- und Südamerika mehrere Meter hoch wachsende, an den Flussufern vorkommende Schlingpflanze. Jasmin wurde von den Indianern Nord- und Mittelamerikas zum Fischfang benutzt. Es bewirkt Lähmungen und wirkt in großen Gaben curareartig. Entdeckt wurde die Heilwirkung dieser Pflanze Mitte des 19. Jahrhunderts, als ein an Fieber erkrankter Mississippi-Farmer fälschlicherweise ein Stück Wurzel dieser Pflanze aß und daraufhin gesundete.
Gelsemium hat eine ausgeprägte Wirkung auf das Nervensystem. Es hilft bei Überempfindlichkeit gegenüber seelischen Erregungen wie z. B. schlechten Nachrichten, Schreck, Prüfungen etc. Es besteht eine allgemeine Erkältungsneigung. Der Patient hat ein starkes Schlafbedürfnis und ist apathisch. Oft treten Schwindel oder Kreislaufbeschwerden mit Zittern auf. Die Kopfschmerzen beginnen im Nacken und strahlen zu den Augen aus. Die Lider sind von bleierner Schwere und können kaum geöffnet werden, was sich in einem „Schlafzimmerblick“ äußert.
Jasmin wirkt auf Krankheitsbilder, die auf feuchte Wärme zurückzuführen sind. Deshalb findet das Mittel in wärmeren Regionen und im Sommer häufiger Anwendung als in kühleren Gefilden und in der kalten Jahreszeit. Die generelle Krankheitsentwicklung ist langsam. Fieberzustände entwickeln sich langsam. Der Patient ist benommen, apathisch und will allein gelassen werden.
Geist und GemütSchüchtern, ruhig, zurückhaltend. Lampenfieber, Prüfungsangst. Weinerlich, apathisch, teilnahmslos, verschlossen. Verängstigt, Patient will allein sein. Versagensangst. Gleichgültigkeit gegenüber seiner Krankheit. Leicht zu beeindrucken. Beschwerden durch schlechte Nachrichten. Angststörungen, Agoraphobie.
Kopf und SchwindelBenommenheit, Dumpfheit. Kopfschmerzen, reichlicher Harnabgang bessert. Migräne, Spannungskopfschmerz (Bandgefühl um den Kopf). Schmerzen strahlen von hinten nach vorne aus. Dunkelrotes Gesicht. Schwindel. Neuralgien, Meningitis, Enzephalitis, Sonnenstich. Schweregefühl.
AugenMydriasis, Ptosis, Diplopie, Flimmerskotom als Vorläufer einer Migräne. Augen gerötet, wund, schmerzhaft. Glaukom. Neuralgie, Schmerzen der Augen erstrecken sich bis zum Hinterkopf. Retinitis, Netzhautablösung. Schweregefühl. Akkommodationsstörungen, Sehstörungen.
OhrenOhrenschmerzen, Entzündungen, Morbus Menière, Ohrgeräusche.
NaseVerstopfung. Schnupfen mit dünnen, wässrigen scharfen Absonderungen. Heuschnupfen mit grippeähnlichen Symptomen (besonders im Frühling). Niesattacken.
GesichtWie betrunken, voll und rot, dumpf, ausdruckslos. Krampfartiges Zucken der Gesichtsmuskulatur, der Unterkiefer hängt herab.
Mund und ZähneZunge schwer, taub, teilweise gelähmt. Sprache verschwommen, wie betrunken, Patient kann kaum sprechen. Zunge zittert beim Herausstrecken. Dicker, gelber Belag der Zunge. Muskulatur um den Mund kontrahiert.
HalsSchluckstörungen, nach Apoplex. Entzündung des Rachens und der Tonsillen. Empfindung eines Klumpens im Ösophagus. Heiserkeit, Katarrh, schwache, belegte Stimme.
VerdauungstraktDurstlos. Magenkrämpfe, verschlechtert durch Aufrechtsitzen. Aufstoßen, Magenschmerzen, Koliken, Blähungen. Schmerzen der Gallenblase. Durchfälle bei nervösen Personen nach Furcht, nach schlechten Nachrichten, durch Erwartungsspannung. Ileus. Peritonitis.
HarnwegeReichlicher Urin. Zystitis. Dysurie. Häufiger Harndrang, Blasenstörungen, Lähmung der Blase mit unwillkürlichem Harnabgang. Besserung vieler Symptome durch Harnabgang.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Entzündungen, Schmerzen, Potenzstörungen.

  • ♀ Dysmenorrhoe, Zyklusstörungen, Fluor, Eileiterentzündung. Sexuelle Funktionsstörungen. Abort.

AtemwegeAphonie, Bronchitis, Laryngitis, Dyspnoe, Husten.
Brust, RückenHerzrhythmusstörungen, Herzklopfen. Gefühl, als ob das Herz stehen bleiben würde (muss sich deshalb die ganze Zeit bewegen). Angina pectoris, nächtliche Herzbeschwerden. Puls rasch und schwach, weich, kaum wahrnehmbar. Schmerzen im Nacken. Meningitis spinalis, Nacken wie zerschlagen, Nackenschmerzen erstrecken sich nach oben, zum Kopf, Kopf kann nur mit Mühe aufrechtgehalten werden, Meningismus. Rückenschmerzen, Frostschauder.
ExtremitätenZittern, Schwäche und Kraftlosigkeit der Muskulatur. Gefühl wie von elektrischem Strom durchflossen. Sensibilitätsstörungen, Lähmungen. Hände heiß, trocken, taub, besonders die Handinnenflächen. Schreibkrampf. Influenza mit Gliederschmerzen.
SchlafSchläfrigkeit, Aufschrecken während des Schlafs. Dumpfer, schwerer Schlaf. Schlaflosigkeit durch geistige Erregung, durch Denken. Ruheloser Schlaf, insbesondere morgens.
Frost, Fieber, SchweißFrost mit Schmerzen und Schwäche, entlang der Wirbelsäule. Kalte Hände und Füße. Schüttelfrost, möchte dabei festgehalten werden. Hitze ohne Durst, mit Zittern. Kalter Schweiß.
HautHeiß, trocken, gelb. Erythem des Gesichts und Nackens. Papulöser, masernartiger Hautausschlag. Generalisierter Juckreiz.
AllgemeinsymptomeHyperästhesie, geistige und körperliche Reizbarkeit. Verschlimmerung nach schlechten Nachrichten, durch Schreck, mit nachfolgendem Durchfall. Psychogene Konvulsionen. Körperliche und geistige Reizbarkeit mit Erschöpfung. Lähmungen, Kinderlähmung, Tonusverlust der Muskulatur, Zittern und Schwäche nach Anstrengung, Schreck oder Erwartungsspannung. Zerschlagenheitsgefühl. Neuralgien.
MiasmenSykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arg-n., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Bapt., Bry., Cact., Caul., Ip., Merc., Nit-ac., Op., Sanic.

  • Unverträglich mit: Op.

  • Antidotiert von: Atro., Bell., Chin., Coff., Dig., Nat-m., Nux-m., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Con., Ign., Mur-ac., Nat-m., Sep., Verat-v.

Graphites (Graph.)

Henning Droege
#GraphitesReißblei; das Mineral Graphit
Betroffene OrgansystemeHaut, Schleimhäute, Verdauung, Kreislauf. Linke Seite.
CausaUnterdrückung von Hautausschlägen oder Körpersekreten.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, morgens beim Erwachen, während und nach der Menstruation, in Bett- und Zimmerwärme, bei Kälte, warme Speisen/Getränke, Fasten, unterdrückte Absonderungen, Verlust von Körpersäften, Narkotika, Musik.

  • Amel.: Essen, Bewegung in frischer Luft, Dunkelheit, Weinen.

Allgemeine DarstellungMangelnde Lebenswärme, Schwäche der Muskeln, Langsamkeit, Neigung zu Übergewicht und Obstipation sind die führenden Merkmale von Graphites.
Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten. Verdickung und Risse der Haut an den Übergängen zu den Schleimhäuten: Fissuren an den Augenlidern, Ohren, Nasenflügeln, Mundwinkeln, Genitalien und am Anus. Feuchte Hautausschläge mit dicken, honiggelben, klebrigen, übel riechenden Sekreten. Deformierte, verdickte, abblätternde Nägel. Schlechte Wundheilung mit Neigung zu Keloidbildung.
Verdauungsschwäche. Heißhunger, häufig zusammen mit Adipositas. Magenschmerzen, besser durch Essen. Verstopfung mit fehlendem Stuhldrang. Der Stuhl besteht aus harten, mit Schleim bedeckten Knollen.
Geist und GemütEinfache Menschen mit wenig intellektuellen Neigungen, langsam im Denken, unselbstständig und unentschlossen. Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, unfähig zu geistiger Arbeit. Traurige Stimmung, ängstlicher Vorahnungen. Weinerlich, wobei Weinen bessert. Schwermut und Weinen beim Hören von Musik. Furcht vor einem Unglück. Alle Gemütssymptome schlimmer morgens.
Dicke, langsame und ängstliche Kinder mit Lernschwierigkeiten.
Kopf und SchwindelBlutandrang zum Kopf mit Hitzegefühl und Erröten. Brennen auf dem Scheitel. Leeres oder taubes Gefühl im Kopf. Morgens beim Erwachen Schwindel und Kopfschmerzen mit Übelkeit. Drückende oder zusammenschnürende Kopfschmerzen, halbseitig. Kopfschmerzen während Menstruation. Juckendes und übel riechendes Ekzem auf der Kopfhaut, insbesondere am Hinterkopf. Nässende Hautausschläge mit klebriger Absonderung. Milchschorf. Sprödes, trockenes Haar. Haarausfall.
AugenFotophobie. Augenlider und Lidränder rot, geschwollen und entzündet, äußere Augenwinkel rissig und schorfig. Verklebung der Lider nachts und morgens. Schuppige und herpetiforme Hautausschläge auf den Lidern und um die Augen. Brennen, Jucken und Trockenheit der Bindehäute. Konjunktivitis. Keratitis.
OhrenJuckende, schuppende Ekzeme und Risse am Ohr und hinter den Ohren. Schwellung der Ohren. Chronische Mittelohrentzündung mit klebriger, fischig riechender Absonderung.
Schwerhörigkeit, die sich bei Hintergrundgeräuschen (z. B. beim Autofahren) bessert. Ohrgeräusche, schlimmer links und nachts.
NaseRot und geschwollen, innen wund und schmerzhaft. Schrundige, eingerissene Nasenlöcher. Fließschnupfen mit eiterähnlichem, übel riechendem Sekret. Nasenbluten. Überempfindlichkeit gegen starke Gerüche, besonders gegen Blumen. Verlust des Geruchssinns.
GesichtBlasse, erdige Gesichtsfarbe. Hitze und Erröten, insbesondere vor Auftreten von körperlichen Symptomen (z. B. vor Nasenbluten oder Durchfall). Spinnwebgefühl. Trockene Lippen und rissige Mundwinkel. Feuchtes Ekzem und Geschwüre um Mund und Kinn. Pickel, Mitesser und juckende Hautausschläge. Brennende, stechende Gesichtsschmerzen. Ödematöse Schwellung. Phlegmonöses Erysipel.
Mund und ZähneMundtrockenheit mit vermehrtem Speichelfluss, v. a. morgens. Schlechter Geschmack im Mund, übler Mundgeruch. Uringeruch des Atems. Wundheit und brennende Bläschen an Zunge und Mundschleimhaut. Stechende oder ziehende Zahnschmerzen, schlimmer nachts.
HalsKratzen, Rauhigkeit und Krämpfe im Hals. Gefühl eines Klumpens mit Schleimansammlung und ständiger Schluck- und Räusperneigung. Schwellung von Mandeln und Halsdrüsen. Chronische Heiserkeit.
VerdauungstraktGroßer Appetit und Durst auf kalte Getränke. Abneigung gegen Fleisch (Ausnahme: Hühnerfleisch), Fisch, Salziges, Süßigkeiten, warme Speisen. Verlangen nach Hühnchen, Bier, „Junkfood“. Nach dem Essen Magendrücken und Empfindlichkeit gegen enge Kleidung. Saures Aufstoßen, Übelkeit und Speiseerbrechen. Krampfartige und brennende Magenschmerzen, besser durch Essen, warme Milch, durch Hinlegen. Gastritis und Geschwüre.
Aufgetriebener, empfindlicher Bauch. Kolikartige Schmerzen und schmerzhafte, übelriechende Blähungen. Obstipation ohne Stuhldrang, Darm wie gelähmt. Stuhl knotig, hart, mit weißem Schleim bedeckt. Analekzem, Analfissur, Jucken und Wundheit am After, in der Rima ani. Analprolaps mit blutenden Hämorrhoiden. Windeldermatitis bei Säuglingen.
HarnwegeSchmerzhafter Harndrang und häufige Entleerung, schlimmer nachts. Enuresis. Dunkler, trüber Harn mit Sediment, säuerlicher Geruch.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Übermäßige oder verminderte Libido. Abneigung gegen Koitus. Fehlende Erektion oder Ejakulation bei Koitus. Juckende Ekzeme an der Innenseite der Oberschenkel, am Skrotum. Herpes genitalis. Chronische Prostataentzündung. Hydrocele bei kleinen Kindern.

  • ♀ Empfindungslosigkeit während des Koitus. Menstruation zu spät, spärlich und blass. Dysmenorrhoe mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Schnupfen, Hautausschlag, Krämpfen, Schwäche. Unterdrückte Menstruation. Amenorrhoe. Gussweiser, scharfer Fluor vor und nach, anstelle der Menstruation. Jucken, Bläschenausschlag und Wundheit um die Genitalien und an den Innenseiten der Oberschenkel. Herpes genitalis, Warzen, Zysten. Maligne Uterus- und Ovarialerkrankungen, Tumoren.

AtemwegeErstickungsanfälle Nachts, steht auf um zu essen, was amel. Spastisches Asthma. Asthma durch unterdrückte Hautausschläge.
Brust, RückenPulsieren in der Brust, am Herzen, im ganzen Körper. Brustkrebs (eher rechtsseitig), in alten Narben. Entzündete, rissige Brustwarzen. Narben nach Brustdrüsenabszessen.
ExtremitätenSchwäche, Schwere und Kälte. Brennende, stechende Gliederschmerzen und Unruhe der Beine. Taubheit von Armen und Beinen, der Unterarme. Steifheit und Krämpfe der Finger und Zehen. Gichtartige und arthritische Schmerzen und Knoten an den Extremitäten. Abmagerung der erkrankten Körperteile. Ödeme der Beine. Wadenkrämpfe. Juckende und schmerzende Varizen. Ulcus cruris.
Nägel dick, hart, deformiert und brüchig. Niednägel und eingewachsene Nägel. Schwielige, verdickte Haut an Händen, Ellbogen und Knien. Risse und Hautausschläge an den Fingern und Zehen und in den Zwischenräumen. Risse in den Fersen. Erysipel an den Händen.
Wundheit der Oberschenkel durch Reibung beim Gehen. Hautausschläge in den Kniekehlen. Füße kalt, nachts heiß, schwitzig mit widerlichem Schweißgeruch. Zwischenzehenmykose.
SchlafSchlaflosigkeit, vor Mitternacht. Unruhiger, gestörter Schlaf. Tagsüber müde und schläfrig. Ängstliche, lebhafte Träume von Unfällen, Toten, Wasser.
Frost, Fieber, SchweißFrostig, kalte Hände und Füße, heißes Gesicht. Unfähig zu schwitzen. Nachtschweiß, an der Brust, an den Füßen. Gelber, übelriechender, wund machender Schweiß, der schlecht aus der Wäsche zu Waschen ist.
HautTrocken, rau, hart, verdickt. Schlechte Wundheilung, jede Verletzung entzündet sich und eitert. Narbenkeloiden. Schrunden und tiefe Risse der Haut, leicht blutend, an den Übergangsstellen von Haut zu Schleimhäuten.
Nässende Hautausschläge mit klebriger, honigartiger Absonderung und üblem Geruch. Trockene, brennende, juckende Ekzeme. Juckreiz agg. durch Bettwärme, kratzt bis es blutet. Hautausschläge der Gelenkbeugen, Kniekehlen, Ohren, der Haargrenze. Urtikaria, Herpes, Psoriasis, rezidivierendes Erysipel.
AllgemeinsymptomeFrostig, Zugluft agg., Erkältungsneigung. Beschwerden durch Kälte und Wärme. Verschlechterung nachts und morgens beim Erwachen, während und nach der Menstruation. Linke Seite häufiger betroffen. Plötzliche Schwäche.
Besserung durch Essen, Fasten verschlechtert. Fettleibigkeit, Obstipation ohne Stuhldrang. Abmagerung. Anämie mit Hitzewallung zum Gesicht.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arg-n., Ars., Caust., Ferr., Hep., Lyc., Sulph., Tab., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Arg-n., Euph., Lyc., Nat-s., Puls., Sil.

  • Antidotiert von: Acon. (Husten), Ars. (Kummer), Chin., Nux-v., Vinum.

  • Kollaterale Medikamente: Ars., Calc-f., Carbons, Ferr., Kali-bi., Puls.

Helleborus (Hell.)

Henning Droege
#HelleborusSchwarz-Christwurzel, Christrose, Schwarze Nieswurz; Helleborus niger, Schwarze Nieswurz
Betroffene OrgansystemeGemüt, Gehirn und Nerven, Sensorium, Muskeln, Nieren.
CausaUnterdrückter Hautausschlag, Nässe.
Modalitäten
  • Agg.: abends, nachts, 16–20 Uhr, kalte Luft, Kälte allgemein, im Winter, Bewegung, im überfüllten Zimmer.

  • Amel.: frische Luft.

Allgemeine DarstellungIn erster Linie ein Mittel für akute Erkrankungen des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks, bei fortgeschrittenem Zustand mit drohenden oder bereits vorhandenen Exsudaten. Benommenheit, Bewusstlosigkeit, Kopfrollen, Cri encéphalique, kalter Schweiß und kauende Kieferbewegungen. Hydrozephalus, Meningitis. Somnolenz, Apathie, Schwäche. Kollaps, Koma.
Abstumpfung der Sinne. Langsamkeit, Passivität. Reaktionsmangel.
Krämpfe und Schwäche der Muskeln, Taubheit und Lähmungserscheinungen. Motorische Ungeschicklichkeit, Schwanken beim Gehen. Einseitige, unwillkürliche Bewegungen der Extremitäten.
Verdauungsschwäche mit Diarrhoe. Gallertartiger, weißer, schleimiger Stuhl. Erkrankungen von Niere und Blase mit spärlichem, dunklem Urin oder Harnverhaltung. Ödemen und Exsudate in die Körperhöhlen, Ödembildung nach Scharlach.
Geist und Gemüt„Sie schauen, aber sie sehen nicht; sie hören, aber sie verstehen nicht“ oder „ Kann zwar sehen, erkennt das Gesehene aber nicht“. Benommenheit, geistige Stumpfheit, Unfähigkeit zu denken, Geschwächte Sinneswahrnehmung, schwaches Gedächtnis und Konzentration, Verwirrung, Langsamkeit, Begreift und antwortet langsam. Demenz. Will nicht sprechen oder essen. Gleichgültig, träge, emotionslos. Die Muskeln funktionieren nur mit angestrengter Konzentration.
Unwillkürliches Seufzen, Jammern. Unbestimmte Angst vor etwas Schrecklichem. Kann nicht einordnen, was gerade passiert. Verzweiflung. Schuld- und Reuegefühle. Heimweh. Depression.
Automatische Gebärden, Zupfen an Lippen, Nase, Kleidern.
KopfHitze, Kongestionen. Drückende Kopfschmerzen, im Hinterkopf, mit Benommenheit. Besser durch Augenschließen. Kopfschmerzen wie Stromstöße. Migräne mit Erbrechen. Hin- und Herbewegung des Kopfes mit Jammern und Schreien. Erkrankungen des Gehirns und der Gehirnhäute (Meningitis, Zerebrospinalmeningitis, Enzephalitis, Hydrozephalus) mit Benommenheit. Patient rollt den Kopf hin und her, bohrt ihn in das Kissen. Opisthotonus. Schlägt sich auf den Kopf, jammert und schreit. Cri encéphalique. Krampfanfälle nach Meningitis. Stupor. Koma. Gehirnerschütterung oder Kopfverletzung mit Verwirrtheit oder Abstumpfung. Demenz.
AugenEingesunken, weit geöffnet, nach oben verdreht. Blick starr, leer angstvoll, Hilfe suchend. Pupillen erweitert oder verengt.
GesichtBlass, gedunsen, faltig, mit kaltem Schweiß bedeckt. Ausdruck leer, dumpf, schwer krank. Zusammengezogene Augenbrauen und gerunzelte Stirn bei Gehirnerkrankungen. Zittern der Gesichtsmuskeln, Kaubewegung der Kiefer. Zupften an Lippen und Nase. Herabfallen des Unterkiefers.
Mund und ZähneTrockenheit des Mundes und der Lippen. Zunge trocken, rot, zittrig oder taub. Bläschen im Mund und auf der Zunge. Speichelfluss mit Wundheit der Mundwinkel. Übler Mundgeruch. Zähneknirschen. Erschwerte Zahnung.
VerdauungstraktHunger mit Abneigung gegen Speisen, Gemüse, Äpfel, Fett. Extremer Durst, Verlangen nach kaltem Wasser. Durstlosigkeit. Übelkeit und Erbrechen. Schmerzhafte Auftreibung von Magen und Bauch, Gluckern.
Dysenterie, Diarrhoe, Stuhl wie Froschlaich, wässrig, wie gelatineartiger, weißer Schleim. Unwillkürlicher Stuhlgang. Atonische Obstipation nach Diarrhoe. Colitis ulcerosa.
HarnwegeNephritis mit Ödembildung, nach Scharlach. Gesteigerter Harndrang (auch vergeblicher Drang) mit geringer Urinmenge. Unwillkürlicher Harnabgang. Harn dunkel mit kaffeesatzartigem Sediment, mit Blut oder Eiweiß. Pyurie. Anurie durch Atonie der Blasenmuskulatur.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Unterdrückte oder fehlende Libido. Hydrozele durch unterdrückten Hautausschlag.

  • Amenorrhoe. Unterdrückung der Menstruation durch Nässe, durch enttäuschte Liebe. Wochenbettpsychose.

AtemwegeAtemnot, Erstickungsgefühl, besser im Liegen. Hydrothorax.
Brust, RückenPuls verlangsamt, klein. Steife Nackenmuskeln. Rückenschmerzen in der Zervikalregion.
ExtremitätenSchwere, schmerzende Glieder, Schwäche, Steifigkeit. Ungeschickte und unwillkürliche Bewegungen. Dinge fallen aus der Hand. Schwanken beim Gehen. Koordination gelingt nur unter großer Konzentration und versagt bei Ablenkung.
Zuckungen und schmerzhafte Muskelkrämpfe. Unwillkürliche Bewegung eines Armes und/oder Beines, bei Gehirnerkrankungen. Stechende, rheumatoide Gelenkschmerzen. Ödeme. Bläschenausschlag auf und zwischen Fingern und Zehen. Abblättern der Nägel. Kalte Hände und Füße, besser durch äußere Wärme
SchlafTief, komatös. Konvulsionen der Muskeln im Schlaf. Zähneknirschen, Aufschreien, Auffahren im Schlaf. Verworrene, ängstliche, unerinnerliche Träume. Schläft in Rückenlage.
Frost, Fieber, SchweißFieber von 16–20 Uhr. Lang anhaltendes Fieber mit Kälteschaudern und Schweiß. Durst, Zittern, Stupor, Bewusstlosigkeit bei Fieber. Kalter, klebriger Schweiß, schlimmer morgens.
HautBlass, juckend. Livide Flecken. Ödeme der Haut, besonders nach Scharlach. Blächschenförmige Hautausschläge.
AllgemeinsymptomeReaktionsmangel, Trägheit, Passivität. Akute, schwere Erkrankungen von Gehirn und Gehirnhäuten mit Benommenheit, Bewusstlosigkeit oder Koma. Anämie. Allgemeine Schwäche mit Erschlaffung der Muskeln. Schmerzhafte Muskelkrämpfe. Konvulsionen im Schlaf. Taubheitsgefühl. Verlangen nach und Besserung in frischer Luft. Verschlechterung abends, bei Kälte, in kalter Luft.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Nat-m., Zinc.

  • Bewährte Folgemittel: Apis, Bell., Bry., Chin., Lyc., Nux-v., Phos., Puls., Sulph., Zinc.

  • Antidotiert von: Camph., Chin.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bry., Op., Zinc.

Hepar sulfuris (Hep.)

Thomas Lorz
#Hepar sulfurisHepar sulfuris calcareum, Kalkschwefelleber; Calcarea carbonica und Sulfur
Betroffene OrgansystemeGemüt, Bindegewebe, Schleimhäute, Haut, Atemwege, Ohren, Rachenorgane.
CausaKalter, trockener Wind, Verletzungen, Quecksilber, unterdrückte Ausschläge.
Modalitäten
  • Agg.: trockener, kalter Wind, kühle Luft, leichtester Luftzug, Berührung, Liegen auf der schmerzhaften Seite.

  • Amel.: bei feuchtem Wetter, Einhüllen des Kopfes, Wärme, nach dem Essen.

Allgemeine DarstellungDen Namen „Schwefelleber“ haben Chemiker der alten Schule einigen Schwefelverbindungen gegeben, deren Farbe ihrer Ansicht nach derjenigen der Leber ähnelt. Vor Hahnemanns Zeit wurde Hepar sulfuris calcareum (Kalkschwefel) als äußerliches Mittel bei Krätze, Rheumatismus, Gicht und Kropf eingesetzt. 1794 schlug Hahnemann vor, es innerlich anzuwenden, um merkurialen Speichelfluss zu stoppen. Das Hepar Hahnemanns ist nicht mit dem gewöhnlichen Kalkschwefel identisch, da es auf eine besondere Weise aus Austernschalen hergestellt wird.
Das Hauptmerkmal von Hepar sulfuris ist die Überempfindlichkeit. Der Patient kann es nicht ertragen, dass die erkrankte Stelle berührt wird (z. B. durch Kleidung). Man findet auch übermäßige Empfindlichkeit gegen Kälte, Luft oder eine extreme Schmerzempfindlichkeit. Die Beziehung von Hepar zu lokalen oder systemischen Infektionen mit Abszessbildung und Eiterung ist sehr ausgeprägt.
Auch auf der psychischen Ebene besteht eine große Verletzlichkeit. Es scheint kein ausreichender Schutzmechanismus gegen Bedrohungen von außen vorzuliegen. Die Beschwerden werden im Verhältnis zu der Erkrankung oder Verletzung übermäßig stark empfunden.
Geist und GemütÜberempfindlich gegenüber Reizen von außen, insbesondere Schmerz. Hypochondrisch, niedergeschlagen, unzufrieden, mutlos, ungeduldig, reizbar, ärgerlich über Kleinigkeiten, ängstlich. Hast, hastiges Sprechen.
Kopf und SchwindelKopf empfindlich, wenn er nicht bedeckt ist, Erkältungsneigung beim Entblößen des Kopfes, Kopfschmerzen bei kaltem Wetter. Haarausfall. Empfindlichkeit der Kopfhaut gegen Berührung. Kalter, saurer Kopfschweiß. Nässender Ausschlag am Kopf, wund, juckend (morgens).
AugenGeschwüre auf der Cornea. Iritis, mit Eiter in der vorderen Augenkammer. Eitrige Konjunktivitis mit Chemosis. Eitrige Absonderung. Empfindlichkeit gegen Berührung und Luft. Gegenstände erscheinen rot, vergrößert. Hemianopsie.
OhrenExtrem empfindlich gegen kalten Wind. Otitis media, Otorrhoe (Geruch wie alter Käse), Ohrenschmerzen, Ekzem, Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit.
NaseWund, ulzeriert. Schnupfen, Niesen bei kaltem, trockenem Wind. Absonderung aus der Nase, dick, eitrig, gelb, übel riechend (evtl. wie Käse). Nase verstopft. Geruchssinn vermindert, Anosmie.
GesichtAkne, Hautausschläge, Herpes, Erysipel. Riss in der Mitte der Unterlippe. Neuralgie der rechten Gesichtshälfte, schlechter im Freien, besser durch Wärme, Einhüllen. Schmerzen in den Gesichtsknochen, bei Berührung. Geschwüre in den Mundwinkeln.
Mund und ZähneSpeichelfluss. Zahnfleisch und Mund bluten leicht, schmerzhaft bei Berührung. Aphthen, Entzündungen. Zahnschmerzen, Zahnwurzelabszess. Fisteln. Mundgeruch.
HalsSplittergefühl. Tonsillitis, Pharyngitis, Peritonsillarabszess. Beim Schlucken Stiche im Hals, die sich zum Ohr erstrecken. Halsschmerzen (besser durch warme Getränke, schlechter beim Sprechen), Globusgefühl, Schwellung der Mandeln. Schwellung der Halslymphkoten.
VerdauungstraktBitterer Geschmack im Mund, von Speisen. Abneigung gegen Fett. Verlangen nach Saurem, Essig, Wein, kräftig schmeckenden Speisen. Hastiges Trinken. Saures, galliges, grünes, schleimig-blutiges Erbrechen. Magenschmerzen, Bauchschmerzen. Sauer riechende, weißliche Durchfälle, bei Kindern. Auftreibung des Magens, Patient muss die Kleidung lockern.
HarnwegeNierenentzündung, mit stechendem Brennen in der Lendengegend, Zystitis (wenn die letzte Portion des Urins blutig ist oder nach dem Urinieren sogar reines Blut aus der Harnröhre tropft). Trüber Urin mit weißem Sediment. Nephritis. Prostatitis, Prostataabszess, Urethritis, Balanitis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Herpes, Geschwüre, Feigwarzen, Gonorrhoe, Hautausschläge, Ekzeme. Sexuelle Funktionsstörungen.

  • ♀ Fluor, Pruritus, Abszess der Labien, übel riechende Leukorrhoe, Zyklusstörungen.

AtemwegeHeiserkeit, Stimmverlust, Empfindlichkeit des Kehlkopfes gegen Kälte. Krupp (vor Mitternacht), Hustenanfälle (die durch Husten ausgelöst oder verstärkt werden; der Patient kann nicht mehr aufhören zu husten), Husten mit Erbrechen, nach Trinken, Husten durch kalte Luft, durch Sprechen oder Weinen, bellender Husten. Asthma, Dyspnoe, Bronchitis, Pneumonie, Pleuritis, Keuchhusten, Tuberkulose.
Brust, RückenEitrige Hautausschläge, Furunkel, Ekzeme. Berührungsempfindliche Mammae. Brustkrebs, Mastitis (Brust empfindlich gegen Berührung und Kälte). Schwellung und Eiterung der Achsellymphknoten. Stinkender Achselschweiß.
ExtremitätenAtherom an der Ellbogenspitze. Schwellung der Hand, der Finger und Fingergelenke, mit Hitze, Rötung und Bewegungsschmerz. Raue, trockene, rissige Haut der Hände, Urtikaria an Händen und Fingern. Schweißige, kalte Extremitäten, Raynaud-Syndrom. Pruritus. Taubheitsgefühle, Ameisenlaufen. Hautausschläge, Panaritium, Abszesse, Furunkel. Nachts schmerzhafte Spannung in den Beinen mit Schlaflosigkeit, Restless legs syndrome. Gelenkschwellungen. Wadenkrämpfe, Krämpfe in den Sohlen und Zehen. Brennen der Füße, Risse an den Füßen. Stechen in den Fersen. Neuropathische Missempfindungen wie Kribbeln in den Zehen, brennende, stechende Schmerzen in den Zehen.
SchlafSchläfrigkeit morgens und abends, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen wegen Gedankenandrang. Krampfartiges Gähnen. Lebhafte Träume, von Feuer. Erwachen nachts mit Erektion und Harndrang.
Frost, Fieber, SchweißEines der kältesten Arzneimittel, frostig im Freien und durch den geringsten Luftzug. Starkes Frösteln, wenn nur die Hand unter der Bettdecke herausgestreckt wird. Schüttelfrost, Fieber und Frost im Wechsel. Reichlicher Schweiß, sauer, klebrig, kalt, übel riechend, nachts. Schwitzt Tag und Nacht ohne Erleichterung.
HautAbszesse, Eiterung, Impetigo, mit stechenden Schmerzen. Akne (bei Jugendlichen). Ungesunde Haut, jede kleine Verletzung eitert. Aufgesprungene Haut, mit tiefen Rissen an Händen und Füßen. Berührungsempfindliche Geschwüre mit blutigem Eiter. Fieberbläschen (Herpes labialis). Haut empfindlich auf geringste Berührung. Chronische und rezidivierende Urtikaria, Kondylome, Warzen, Dekubitus.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme und Verschlimmerung durch Kälte, Patient kann es nicht ertragen, entblößt zu sein, will warm eingepackt sein, verträgt keine Zugluft. Schmerz bei Berührung, extreme Empfindlichkeit gegen Berührung, Furcht vor Berührung. Stechende oder splitterartige Schmerzen. Sehr ausgeprägte Schmerzempfindlichkeit. Abmagerung bei Kindern. Übel riechende Absonderungen (sauer, wie alter Käse). Lymphknotenschwellungen. Wundheilungsstörungen. Abszessbildung und Eiterung.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calen., Iod., Lach., Merc., Psor., Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Abrot., Acon., Apis, Arn., Arum-t., Bell., Brom., Bry., Calen., Iod., Lach., Merc., Nit-ac., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph., Zinc.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Ars., Bell., Cham., Iod., Kali-i., Merc., Sil.

  • Kollaterale Arzneimittel: Merc.

Hydrastis (Hydr.)

Thomas Lorz
Kanadische Gelbwurz; Hydrastis canadensis#Hydrastis; Kanadische Gelbwurz; HAB: Hydrastis canadensis
Betroffene OrgansystemeHaut, Schleimhäute, Atemwege, Mammae.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Wärme, Waschen, Wind, im Freien, Bewegung, Berührung.

  • Amel.: Ruhe, Druck.

Allgemeine DarstellungDie Wurzel von Hydrastis, aus der die Tinktur hergestellt wird, ist ein unterirdischer, dicker gelber Stamm. Die gelbe Farbe ist sehr intensiv und wurde von Indianern als Färbemittel benutzt. Hydrastis ist oft angezeigt bei Infektionen der oberen Atemwege mit dicken fadenziehenden, gelben Absonderungen (ähnlich Kalium bichromicum). Es besteht ein Bezug zu allen Schleimhäuten. In der Literatur sind außerdem zahlreiche positive Behandlungsverläufe durch Hydrastis bei malignen Erkrankungen erwähnt.
Geist und GemütNiedergeschlagen; Patient ist sich sicher, sterben zu müssen. Vergesslich, reizbar.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen. Ekzem.
AugenTränenfluss, Brennen der Augen und Lider, verklebte Lider, dicke Schleimabsonderung.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen, eitrige Otorrhoe, Verstopfung der Eustachio-Röhre.
NaseDicke, zähe Sekretion. Wässrige, wund machende Absonderung. Dicke fadenziehende Absonderungen, aus den Nebenhöhlen, aus den Choanen. Rhinitis, Ozaena, mit Ulzeration des Nasenseptums.
GesichtErschöpfter Gesichtsausdruck. Lippenkrebs.
Mund und ZähneAphthen. Geschwollene belegte Zunge mit Zahnabdrücken. Beläge auf den Zähnen. Bitterer Geschmack. Geschwüre, Krebs, Speichelfluss, Stomatitis (bei stillenden Frauen).
HalsPharyngitis, rohes, brennendes, wundes Gefühl. Heraufräuspern von gelbem, zähem Schleim.
VerdauungstraktGeschwüre und Krebs, Gastritis, Schmerzen, Obstipation.
HarnwegeZystitis mit dickem, fadenziehendem, schleimigem Sediment im Harn. Dysurie. Gonorrhoe.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Schmerzen.

  • ♀ Fluor zäh, fadenziehend, dick gelb. Ulzeration, uterine Blutung, Metrorrhagie, Fibrome, Pruritus vulvae, Krebs.

AtemwegeBronchitis mit dickem, gelbem Auswurf.
Brust, RückenStechender Schmerz in der Mamma, Mammakarzinom; harter, unregelmäßiger Tumor der linken Mamma. Brustwarze eingezogen. Aufgescheuerte, rissige und wunde Brustwarzen (durch Stillen).
ExtremitätenUlzera, Hautausschläge, Ödeme.
SchlafQuälende Träume, ruheloser Schlaf, schwieriges Erwachen.
Frost, Fieber, SchweißFrost am Morgen oder Abend, Frösteln, Hitzewallungen.
HautHautausschläge, Geschwüre.
AllgemeinsymptomeZähe Schleimhautabsonderungen. Maligne Erkrankungen mit Kachexie.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Antidotiert von: Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Kali-bi., Puls.

Hyoscyamus (Hyos.)

Henning Droege
#HyoscyamusSchwarzes Bilsenkraut; Hyoscyamus niger; Schwarzes Bilsenkraut; HAB: Hyoscyamus niger
Betroffene OrgansystemeGemüt, Gehirn und Nerven, Muskeln.
CausaSchreck.
Modalitäten
  • Agg.: abends, nachts, Liegen, Ruhe, nach Essen und Trinken, Eifersucht, Liebeskummer, Kränkung, Berührung, vor und während der Menstruation.

  • Amel.: Aufsetzen, Bücken, Bewegung.

Allgemeine DarstellungDer Hyoscyamus Typ ist nervös und leicht erregbar, das Mittel passt häufig zu Kindern oder alten Menschen. Im Vordergrund stehen psychische Symptome: extrovertiertes, unpassendes, schamloses Verhalten, sexuelle Übererregtheit (fasst sich in der Öffentlichkeit an die Genitalien). Geschwätzigkeit, Unruhe, diverse Ängste, übersteigerte Eifersucht. Psychische Störungen, Manie oder andere Psychosen.
Körperlich finden sich nervöse, anfallsartige Beschwerden, insbesondere Krampfzustände. Zittern, Zuckungen und Spasmen aller Muskeln. Sehnenhüpfen. Unwillkürliche oder krampfartige Bewegungen: grimassiert, spielt mit den Händen, greift nach imaginären Dingen. Krämpfe nach seelischer Erregung, Krämpfe durch den Anblick oder das Trinken von Wasser, vor oder während der Menstruation, im Schlaf, bei Fieber.
Krampfartiger, nächtlicher Husten und Verdauungsschwierigkeiten finden sich häufig. Lähmung des Blasen- und Afterschließmuskeln mit unwillkürlichem Einnässen oder Stuhlgang.
Geist und GemütSexuelle Übererregbarkeit mit laszivem Reden und Verhalten (schon bei Kindern). Moralische Grenzen fehlen, Nymphomanie, Exhibitionismus, Tendenz, durch sexuelle Handlungen zu schockieren. Manische Zustände, Geschwätzigkeit, Ruhelosigkeit, Verwirrung. Albernes Verhalten, lächerliche Gebärden, der Patient tanzt herum, lacht über alles und freut sich über Provokationen und Streiche. Ängstlich, zurückhaltend, dann plötzlich bösartig und gewalttätig. Misstrauen, Eifersucht, als Folge Schlagen, Beißen, Rachegelüste, Impuls zu töten. Vermehrte Körperkraft bei Zorn. Eiersucht bei Kindern auf das neugeborene Geschwisterkind.
Manie oder Depression nach Liebeskummer, nach akuten Erkrankungen, bei alten Menschen (die streitsüchtig sind, sich obszön benehmen). Alle Arten von Psychosen.
Delirium, Stupor, Bewusstseinsverlust. Dabei sind die Pupillen geweitet, der Blick ist starrend, der Kiefer hängt herab. Murmeln, Flocken lesen, Zupfen an der Bettdecke. Wenn angesprochen, erwacht der Patient, antwortet, fällt aber danach zurück in die Bewusstlosigkeit. Der Patient versucht zu fliehen.
Ängste: Alleinsein, vor Verletzung, vor Tieren (besonders vor Hunden), von Tieren gebissen zu werden, vor Wasser (mit Konvulsionen nach jedem Trinken, durch den Anblick oder das Geräusch von Wasser), vergiftet zu werden (weshalb Speisen oder Medikamente abgelehnt werden).
Konvulsionen durch Schreck, Aufregung, besonders bei Kindern. Ruhelose, hyperaktive Kinder. Kinder, die keine Grenzen akzeptieren, sich unbeherrscht und unangebracht benehmen, fluchen, provozieren, zu Gewalttätigkeiten neigen, sexualisiert sind. Frühe sexuelle Reife. Puerperalmanie.
Kopf und SchwindelBlutandrang mit pulsierenden Kopfschmerzen, schlimmer nach dem Essen, besser durch Vornüberbeugen, Bewegung und Wärme.
Schwindel vor Konvulsionen, wie betrunken, mit Verlust des Seh- und Hörvermögens. Hin- und Herrollen oder Schütteln des Kopfes. Krämpfe ohne Bewusstsein. Petit-mal-Anfälle. Epileptische Anfälle mit Schreien. Meningitis. Enzephalitis. Hydrozephalus. Apoplex.
AugenErweiterte Pupillen, wilder, funkelnder Blick. Zucken der Augenlider. Spastischer Lidschluss. Krampfhafte Augenbewegungen. Lichtscheu. Doppeltsehen. Farbensehen – die Dinge erscheinen in goldener oder roter Farbe. Strabismus. Sehverminderung, vorübergehende Blindheit. Bewusstlosigkeit mit geöffneten Augen. Starrer Blick. Flockenlesen. Zupft an Bettzeug und Kleidern.
GesichtGesicht heiß mit klopfenden Karotiden, auch blasse oder bläuliche Gesichtsfarbe, sogar bei Hitze. Einfältiger Gesichtsausdruck. Gesichtszüge verzerrt, Grimassieren. Mund steht offen, Unterkiefer fällt herab.
Mund und ZähneFauliger Mundgeruch, bitterer Geschmack. Zunge trocken, brennend, steif, gelähmt. Zähne haben schmutzige Beläge. Zähneknirschen. Karies und Lockerung der Zähne. Kiefersperre.
HalsTrockenheit im Hals mit Durst, Zusammenschnürungsgefühl mit Unfähigkeit zu schlucken. Feste und warme Speisen können leichter geschluckt werden. Verlängerung oder Verlängerungsgefühl der Uvula. Stimme rau, heiser.
VerdauungstraktBeschwerden nach dem Essen, Kopfschmerzen, Aufstoßen, Schluckauf, Erbrechen. Auftreibung des Bauches, Krämpfe, Koliken. Toxische Gastritis.
Häufiger Stuhldrang. Diarrhoe oder Obstipation. Wässrige oder blutige Stühle mit kolikartigen Schmerzen. Unwillkürlicher Stuhlgang, beim Urinieren. Lähmung des Afterschließmuskels. Typhus mit Hirnbeteiligung. Würmer.
HarnwegeErschwerter Harnabgang, Urinieren ohne Pressen nicht möglich. Krampf der Blase. Blasenlähmung mit unwillkürlichem Harnabgang.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexuelle Erregung. Masturbation, schon in der Kindheit. Schamloses Verhalten (mit Entblößen), Exhibitionismus (schon bei Kindern). Fasst sich oder spielt an den Genitalien.

  • ♀ Gesteigerter Sexualtrieb. Laszives Verhalten, entblößt die Geschlechtsteile. Menstruation zu früh, zu spät, verstärkt. Wehenartige Schmerzen, Krämpfe, erhöhtes Sexualverlangen vor der Menstruation. Krämpfe und/oder Manie im Wochenbett.

AtemwegeAtemnot mit Brustbeklemmung und großer Schwäche. Krampfhafter, trockener, nächtlicher Reizhusten, schlimmer im Liegen, nach Essen, Trinken, Sprechen, besser durch Aufsitzen. Anfallsartiger Husten, wie Keuchhusten, erschöpfend, tagsüber mit Auswurf, nachts trocken. Pertussis. Typhöse Pneumonie.
ExtremitätenKalt, schwach, eingeschlafen. Zuckungen und Spasmen. Reißende, rheumatoide Schmerzen. Ruhelosigkeit, spielt mit den Fingern, unwillkürliche Bewegungen (greift nach unsichtbaren Dingen und zupft an Kleidung und Bettwäsche). Krämpfe der Finger, Waden, Zehen. Sehnenhüpfen. Klonische Konvulsionen aller Muskeln.
SchlafSchlaflosigkeit durch Nervosität, schlimmer durch Aufregung, geistige Anstrengung. Zuckungen, Sprechen, Lachen, Schreien im Schlaf. Zähneknirschen. Auffahren aus dem Schlaf mit Schreck. Angstvolle und lebhafte Träume von Katzen, Hunden, wilden Tieren, die auf ihn losgehen, von Teufeln. Erotische Träume.
Frost, Fieber, SchweißFrieren und Frost abends und nachts. Hohes Fieber. Kontinua mit Delirium und eingeschränkter Sinneswahrnehmung.
HautTrockene, gerötete und juckende Haut. Braune Flecken erscheinen und verschwinden wieder. Pustelausschläge, Furunkel, schmerzhafte Geschwüre. Scharlachartiger Ausschlag. Scharlach mit zerebraler Beteiligung. Masern.
AllgemeinsymptomeMuskelzuckungen und Krämpfe am ganzen Körper. Prickeln und Taubheit. Epilepsie oder epileptiforme Krämpfe. Konvulsionen nach Trinken, dem Anblick oder durch das Geräusch von Wasser. Allgemeine Verschlimmerung abends und nachts, im Liegen, in der Ruhe, nach Trinken. Viele Beschwerden treten nach dem Essen auf.
MiasmenPsora, Sykosis.

Ergänzt häufig die Wirkung von Belladonna und Stramonium.

Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Bell., Lach., Lyc., Op., Phos., Puls., Rhus-t., Stram., Verat.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Bell., Camph., Chin., Cit-ac., Stram.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bell., Phos., Stram.

Hypericum (Hyper.)

Martin Schmitz
#Hypericum Hypericum perforatum; Tüpfel-Johanniskraut; HAB: Hypericum perforatum
Betroffene OrgansystemeNerven und Nervensystem.
CausaVerletzung von Nerven oder stark innervierten Regionen (z. B. Fingerspitzen, Handfläche, Zunge, Lippen, Steißbein), Quetschungen, Verletzung durch spitze Gegenstände, Tierbisse, Erschütterung des Gehirns oder der Wirbelsäule (z. B. Schleudertrauma, Sturz aufs Steißbein), Geburtstrauma.
Modalitäten
  • Agg.: Bewegung, Berührung, Druck, Anstrengung, nachts, Kälte, Wetterwechsel.

  • Amel.: Strecken, ruhiges Liegen, harte Unterlage beim Liegen.

Allgemeine DarstellungHypericum (Johanniskraut) hat starken Bezug zum Nervengewebe, was in der Phytotherapie durch den Einsatz bei Depressionen zum Ausdruck kommt, in der Homöopathie durch den Einsatz bei Verletzungen von nervenreichen Körperpartien und bei Erschütterung der Wirbelsäule oder nach Schädel-Hirn-Traumata. Dabei kommt es zu unerträglichen Schmerzen, die oft entlang des Nervenverlaufs ausstrahlen.
Geist und GemütFolge von Schreck, Schock. Nervöse Verstimmung nach Verletzungen. Schwermut. Weinerliche, hypochondrische Stimmung. Gefühl, hoch in die Luft gehoben zu sein, mit Angst herunterzufallen.
Kopf und SchwindelZustand nach Schädel-Hirn-Trauma (auch lange zurückliegend) oder bei Gehirnerschütterungen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen nach Aufrichten. Kopfschmerz nach Lumbalpunktion oder Gehirnerschütterung. Verwirrung. Haarausfall nach Verletzungen. Pulsieren im Scheitel. Schweregefühl. Gefühl, als würde der Kopf länger, als würde die Stirn von einer eiskalten Hand betastet.
AugenSchmerzen in den Augen. Augenverletzungen mit starken Schmerzen.
OhrenÜberempfindlichkeit des Gehörs. Ohrenschmerzen. M. Menière.
NaseÜberempfindlichkeit des Geruchssinns. Trockenheit.
GesichtGesichtsneuralgie und Zahnschmerzen von ziehendem, reißendem Charakter. Delirium mit rotem Gesicht.
Mund und ZähneVerletzungen der Zahnnerven. Nächtliche Zahnschmerzen. Zahnschmerzen nach Zahnbehandlungen.
VerdauungstraktVermehrter Appetit morgens und abends. Verlangen nach warmen Getränken, Wein. Gefühl eines Klumpens im Magen. Harter, kugeliger, schwer abgehender, schmerzhafter Stuhlgang. Schmerzhafte Hämorrhoiden.
HarnwegeNächtlicher Harndrang mit Schwindel.
Geschlechtsorgane♀ Bandförmige Uterusschmerzen.
AtemwegeAsthma bei Wetterwechsel, Nebel, Sturm (Auswurf oder Schwitzen bessern), nach Verletzung der Wirbelsäule.
Brust, RückenNach Sturz aufs Steißbein (Schmerzen strahlen entlang der Wirbelsäule aus). Aufrechtes Gehen amel., Steifheit der Wirbelsäule (Bücken verschlechtert). Kokzygodynie.
ExtremitätenVerletzungen von Fingern oder Zehen, Nagelbettverletzungen. Offene Frakturen. Schwäche mit Zittern der Glieder. Gelenke wie zerschlagen oder verrenkt. Phantomschmerz nach Amputation. Schreibkrampf.
SchlafStändige Schläfrigkeit (z. B. nach Gehirnerschütterung).
Frost, Fieber, SchweißVermehrter Schweiß.
HautTaubheit oder Kribbeln, Berührungsempfindlichkeit. Schmerzhafte Narben. Herpes zoster mit Neuralgien.
AllgemeinsymptomeLanzierende, schießende Schmerzen entlang des Nervenverlaufs. Neurasthenie nach Operationen oder Nervenverletzungen. Neuralgien (Wetterwechsel verschlechtert). Konvulsionen nach Gehirnerschütterung. Nach einer Zangengeburt. Hypericum soll vorbeugend bzgl. Tetanus wirken oder bei akutem Tetanus lindern.
Arzneimittelbeziehungen
  • Antidotiert von: Ars., Cham., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Led., Rhus-t.

Ignatia (Ign.)

Henning Droege
#IgnatiaIgnazbohne, Ignatiusbohne; Strychnos ignatii; Ignatiusbohne; HAB: Strychnos ignatii
Betroffene OrgansystemeGemüt, Nervensystem. Rechte Seite.
CausaEmotionale Erregung (Todesfall, Kummer, Sorgen, Kränkung, Schock, Schreck), Überanstrengung.
Modalitäten
  • Agg.: Gemütsbewegungen, Tabak, Kaffee, Branntwein, leichte Berührung, Gerüche, Essen, morgens, Kälte, Zugluft, (Sonnen-)Licht.

  • Amel.: äußere Wärme, Lagewechsel, Liegen auf der betroffenen Seite, Druck, feste Berührung, Alleinsein, beim Essen.

Allgemeine DarstellungIgnatia passt für sensible und nervöse Menschen (häufig Frauen oder Kinder), die nach Gemütserregung Beschwerden entwickeln. Sie neigen zu Melancholie und stillem Kummer und kommen über unglückliche Erlebnisse und Kränkungen nicht hinweg. Sie sprechen nicht darüber, seufzen aber hin und wieder tief und lang gezogen. Plötzlich wechselnde Stimmung: eben noch vergnügt und lachend, dann plötzlich weinend, schluchzend, zornig, wütend. Hyperästhesie aller Sinne, Überempfindlichkeit gegen Schmerzen, nervös, schreckhaft und angespannt. Jede Anstrengung und Aufregung führt zu einer Verschlechterung. Zittern, Zuckungen und Krämpfen, schlimmer nach emotionaler Erregung. Taubheit der Glieder bis hin zu hysterischen Lähmungen. Unverträglichkeit von Tabak und Kaffee.
Charakteristisch ist eine extreme Widersprüchlichkeit der Symptome bzw. paradoxe Symptome, z. B. Zahnweh besser beim Kauen, Globusgefühl besser durch Schlucken.
Geist und GemütZart, feinfühlig, introvertiert, gefühlsbetont idealistisch, ernst, gewissenhaft. Grübeln über eingebildete Probleme. Abneigung gegen Gesellschaft, Schweigsam, Seufzen oder Verlangen tief zu Atmen (bei allen Beschwerden).
Ausgeprägte Stimmungsschwankungen, „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“. Neigung zur Übertreibung, unvernünftig, unberechenbar. Zorn durch Widerspruch. Schluchzen, Weinen wegen Kleinigkeiten, Schreit, ist außer sich. Will nicht getröstet werden.
Unbeständigkeit, Ungeduld, Unruhe, nimmt sich zu viel vor. Immer gehetzt und aufgeregt, alles muss schnell gehen. Zerfahrenheit, schlimmer nach Ärger.
Folgen von Gemütserregung aller Art. Zittern, Zuckungen, Konvulsionen am ganzen Körper. Lach- oder Weinkrämpfe durch Schreck, Enttäuschung, Widerspruch. Bewusstlosigkeit nach Gemütsbewegung. Konvulsionen bei Kindern nach Bestrafung (evt. auch erst im Schlaf), nach einem Schreck.
Furcht vor Räubern, Vögeln, Klaustrophobie. Schreckhaft, Auffahren und Zusammenzucken durch Geräusche. Angst lokalisiert sich im Herz- und Magenraum. Sehr schmerzempfindlich. Verzweifelt an seiner Genesung.
Verlangen zu reisen, besser beim Reisen.
Kopf und SchwindelNervöse Kopfschmerzen durch Kummer oder Schreck, Aufregung, nach geistiger Anstrengung, durch Tabak, Kaffee, Alkohol, durch Kälte, als würde ein Nagel in der Schläfe von innen nach außen getrieben. Gähnen und Erbrechen bei Kopfschmerzen. Besserung durch Wärme, Liegen auf der schmerzhaften Seite, nach Abgang von reichlich hellem Urin. Kopfschmerzen abwechselnd mit Rückenschmerzen. Alopezie nach Kummer. Epilepsie, Chorea, Enzephalitis nach Kummer oder Schreck.
AugenNervöse Augenstörungen, Asthenopie. Verschwommenes Sehen, Zickzacklinien, Lichtblitze vor den Augen. Spasmen der Lider, der Augen. Entzündete Augen, verklebte Lider am Morgen. Tränenfluss. Fotophobie.
NaseÜberempfindlichkeit des Geruchssinns. Niesanfälle.
GesichtVerkrampfter, kränklicher Gesichtsausdruck. Blass oder rot (oder abwechselnd). Einseitige Wangenröte. Trockene, aufgesprungene Lippen. Ausschläge, Knötchen um den Mund. Krampfartige Bewegung der Gesichtsmuskeln, Zucken, Zittern. Gesichtsschweiß.
Mund und ZähneBitterer, saurer Mundeschmack, Speisen schmecken bitter oder sauer. Speichel schmeckt sauer. Beißt sich beim Sprechen in die Wange oder auf die Zunge. Empfindliche, schmerzhafte Zähne. Zahnschmerzen nach Kaffee oder Rauchen, besser beim Kauen. Konvulsionen bei der Zahnung.
HalsGefühl eines Klumpens oder Pflocks im Hals, Globus hystericus, nach Schlucken vom Magen aufsteigend, besser beim Schlucken von fester Nahrung schlechter beim Leerschlucken und Trinken. Gefühl, Speisen bleiben am Mageneingang stecken, mit Angst, daran zu ersticken. Follikuläre Tonsillitis mit Verhärtung und kleinen Geschwüren. Diphtherie. Larynx- oder Glottiskrampf. Schwache, zittrige Stimme.
VerdauungstraktDurst (einzige Ausnahme: durstlos während Fieberhitze), auf kalte Getränke. Hunger mit Appetit auf alles Mögliche, weiß häufig selbst nicht, worauf. Verlangen oder Abneigung Obst und Käse. Abneigung warme Speisen, Alkoholika, Rauchen. Unverträglichkeit und Verschlechterung durch Süßigkeiten, Kaffee und Tabak.
Leere- und Schwächegefühl im Magen (als hinge der Magen schlaff herab), dabei tiefes Atmen oder Seufzen. Reichliches, krampfartiges, saures, bitteres Aufstoßen. Übelkeit, Würgen, Erbrechen, gebessert durch Essen. Unverdauliches wird leichter behalten als leichte Kost. Schluckauf nach Trinken, Essen, nach Gemütsbewegung (besonders bei Kindern). Magenschmerzen und Krämpfe nach seelischen Erregungen. Kolikschmerzen. Schwäche im Bauch, Gefühl, als ob die Eingeweide herunterhängen würden. Krampfhafte, Bauchschmerzen nach Gemütserregung.
Stuhldrang ohne Stuhlgang. Diarrhoe nach Schreck oder bei Angst. Schwergehender Stuhl trotz weicher Konsistenz. Schmerzhafte Spasmen nach dem Stuhl. Empfindung und Schmerzen im Rektum wie durch einen spitzen Gegenstand.
Analprolaps beim oder nach Stuhl, durch Drücken oder Bücken. Schmerzhafte Hämorrhoiden, schlimmer bei weichem Stuhl, besser beim Gehen.
HarnwegeImperativer Harndrang, nach Kaffee. Häufiges Wasserlassen, Urin vermehrt, wässrig.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Libido verloren oder vermehrt, dabei Impotenz. Jucken und Schmerzen der Genitalien.

  • ♀ Libido vermehrt oder vermindert. Unregelmäßige Menstruation, tritt zu früh ein. Dunkles, übel riechendes Blut. Dysmenorrhoe bei nervösen und überanstrengten Frauen mit Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen, Schwäche, Angst. Menstruation unterdrückt durch Kummer. Scharfer, wund machender Fluor. Prolapsgefühl der Vagina und des Rektums. Bei stillenden Müttern Ausbleiben der Milch durch Erregung.

AtemwegeVerlangen tief zu atmen, zu seufzen, stöhnt und seufzt unwillkürlich und häufig. Atemnot mit erschwertem Einatmen. Hyperventilation. Trockener, krampfhafter Husten mit Kitzel im Hals. Husten wird durch Husten verschlimmert. Husten bis zum Würgen oder Konvulsionen, danach plötzliche Lösung mit Schwäche und Schweiß. Husten schlechter abends und nachts. Husten und Asthma nach Gefühlserregung oder Kummer.
Brust, RückenSchwere und Enge in der Brust mit stechenden Brustschmerzen. Nächtliches Herzklopfen oder Herzflattern, schlimmer durch Aufregung. Krampfhaftes Zusammenschnüren mit Angst in der Herzgegend.
ExtremitätenZuckungen und Krämpfe, nach Erregung, Überanstrengung. Wandernde, rheumatoide Schmerzen in Muskeln und Gelenken, schlimmer durch Bewegung. Arthritis. Ischialgie. Wadenkrämpfe. Empfindliche, schmerzhafte und schwache Füße und Fußsohlen. Hysterische Lähmungen nach Schreck oder Aufregung.
SchlafHäufiges, krampfhaftes Gähnen. Schlaflosigkeit durch Kummer, Sorgen. Schlaf unruhig, das leiseste Geräusch wird gehört. Aufschrecken und Hochfahren, Sprechen, Stöhnen, Klagen, Zuckungen im Schlaf. Quälende, ängstliche Träume, sich wiederholend. Träume von Anstrengung, Kränkung, Fehlschlägen, Wasser. Patient erwacht müde und mürrisch.
Frost, Fieber, SchweißKälteempfindlich Einseitiger Frost. Schüttelfrost mit rotem Gesicht, Durst auf kaltes Wasser, Trinken bessert. Durstlos bei Fieber. Intermittierendes Fieber. Hitze verschlimmert durch Zudecken, Abdecken bzw. Entblößen bessert. Schweiß nur im Gesicht.
HautWanderndes Hautjucken, schlimmer abends, besser durch leichtes Kratzen. Hyperästhesie der Haut, schlimmer durch leichte Berührung, gebessert durch festen Druck. Urtikaria.
AllgemeinsymptomeWidersprüchlichkeit, häufiger Symptomwechsel, paradoxe Erscheinungen. Folgen von Überanstrengung, z. B. durch Nachtwachen, mit vielfältigen Symptomen. Schmerzen sind zusammenziehend oder stechend. Empfindung wie von einem spitzen Gegenstand oder wie von einem Klumpen im Körper. Schwäche und Ohnmacht, hysterische Lähmungen.
Alle Beschwerden verschlimmern sich durch Gemütserregung. Unverträglichkeit von Kaffee, Tabak und Alkohol. Abneigung gegen frische Luft. Kälte, helles Licht und leichte Berührung verschlechtern. Besserung durch äußere Wärme, festen Druck, Liegen auf der schmerzhaften Seite.
MiasmenPsora.

Am besten morgens einnehmen (Literaturhinweis). Doppelgabe nach „Organon“, § 251, möglich.

Arzneimittelbeziehungen
  • Gute Mittelfolge: Ign. → Nat-m. → Sep.

  • Ergänzungsmittel: Aur., Nat-m., Ph-ac., Puls., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Alum-p., Ars., Bell., Calc., Chin., Cocc., Kali-p., Lyc., Nat-m., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph., Zinc.

  • Unverträglich mit: Coff., Tab.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Arn., Bell., Camph., Cham., Cocc., Coff., Nux-v., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cimic., Nux-v., Sep.

Iodium (Iod.)

Viktoria Korenika
#IodiumJodium, Jodine; elementares Jod; I2; HAB: Iodum
Betroffene OrgansystemeDrüsen (besonders Schilddrüse), Herz, Schleimhäute, Atmungsorgane, Bindegewebe.
CausaSäfteverlust. Quecksilbermissbrauch. Bleivergiftung.
Modalitäten
  • Agg.: Hitze (v. a. Sommerhitze), Fasten, körperliche Anstrengung, Ruhe, nachts, Berührung, Druck, Sprechen.

  • Amel.: während und nach Essen, Abkühlung (kalte Luft, kaltes Wasser, Abdecken).

Allgemeine DarstellungIodium ist ein ausgesprochenes Drüsenmittel mit besonderer Wirkung auf die Schilddrüse. Erkrankungen verlaufen schnell und heftig. Auszehrung und Chronifizierung, die Patienten werden zunehmend schwach, erschöpft und magern ab. Sie sind meist von dunklem Typ – braunes Haar, dunkle Augen und Gesichtsfarbe. Die Vitalität ist vermindert, der Stoffwechsel gestört. Sie haben ständig Hunger, essen oft und viel, können aber die Nahrung nicht verwerten. Essen verbessert ihr Befinden und die Nahrungsaufnahme gehört zu den wenigen Momenten, in denen sie sich wohl fühlen. Extreme Unruhe treibt sie beständig an, sie müssen entweder einer Beschäftigung nachgehen oder sich bewegen, um halbwegs im Gleichgewicht zu bleiben.
Warmblütige Menschen, denen stets zu heiß ist, mit Verlangen nach kühler Luft. Unverträglichkeit von Sommerhitze. Pulsieren im Körper, bis in die Finger und Zehen. Jede Anstrengung führt zu Schweißausbruch. Typisch für Iodium ist Atemnot und Schwäche beim Treppensteigen.
Drüsenschwellung und Verhärtung, begleitet von Abmagerung. Hypertrophie von Hals- und Lymphdrüsen, Leber, Milz, Mesenterialdrüsen, Hoden und Ovarien. Hyperthyreotische Erkrankungen. Adenoide Vegetationen. Mit zunehmender Erkrankung atrophieren die Drüsen und das umliegende Gewebe.
Akuter Katarrh der Schleimhäute mit heißen, wässrigen und scharfen Absonderungen.
Geist und GemütStarke, innere Unruhe mit Ängsten. Bewegung im Freien sowie Essen bessert, Ruhe verschlechtert. Muss sich immer beschäftigen, ist immer in Eile. Workaholics. Schlechte Laune, reizbar, jähzornig. Impulse von Gewalttätigkeit mit dem Wunsch, zu zerstören oder sogar zu töten, schlimmer in Ruhe, wenn Beschäftigung nicht möglich ist. Furcht vor Unheil. Angstneurosen. Furcht vor Menschen, meidet Gesellschaft. Abneigung, angesehen oder angesprochen zu werden. Antwortet einsilbig auf Fragen oder reagiert gar nicht. Übervorsichtiges Handeln, Zwanghaftigkeit, rituelle Verhaltensweisen. Gedächtnisschwäche. Melancholie. Depression mit Suizidneigung.
Kopf und SchwindelSchwindel morgens. Pulsieren im Kopf sowie im übrigen Körper. Kopfschmerzen wie ein Band um den Kopf, schlimmer durch Fasten, durch Bewegung, bei Wärme. Chronische Kopfschmerzen alter, ausgezehrter Menschen. Hydrozephalus.
AugenAugäpfel ständig in Bewegung, Pupillen erweitert. Tränenfluss. Entzündung der Tränensäcke. Exophthalmus. Ödematöse Lidschwellung. Zucken der Augenlider, v. a. der unteren.
OhrenTaubheit durch Tubenkatarrh.
NaseSchnupfen mit häufigem Niesen. „Heißer Fließschnupfen“ mit wund machender, heißer Absonderung. Verstopfung der Nase im warmen Zimmer. Schmerzen an der Nasenwurzel, in den Stirnhöhlen. Heuschnupfen, mit asthmatischer Atmung. Geruchsverlust.
GesichtMitgenommener Gesichtsausdruck; altes, welkes Aussehen. Dunkle Gesichtsfarbe, bei Erkrankung blass und fahl.
Mund und ZähneHypertrophierte, dick belegte Zunge. Schlechter, fauliger Geschmack. Vermehrter Speichelfluss mit üblem Geruch. Bläschen, Aphthen, faulige Ulzerationen im Mund. Geschwollenes, schnell blutendes Zahnfleisch. Parodontose. Schwellung der Uvula.
HalsKitzeln oder Einschnürungsgefühl im Hals mit Heiserkeit. Stimmritzenkrampf. Follikuläre Halsentzündung mit grauweißen Exsudaten. Perlschnurartige Lymphknotenschwellung. Laryngitis. Tonsillitis. Diphtherie. Ulzerationen. Hyperthyreose. Struma, linksseitig, schmerzhaft.
VerdauungstraktÜbermäßiger Appetit und Durst. Heißhunger, um 11 Uhr. Abmagerung trotz häufigen Essens. Leeres Aufstoßen den ganzen Tag über.
Schmerzhafte Vergrößerung von Leber und Milz. Cholezystopathie. Ikterus. Schwellung der Mesenterial- und Leistendrüsen. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
Viele Blähungen. Erfolgloser Stuhldrang. Obstipation im Wechsel mit Diarrhoe. Chronische Diarrhoe morgens bei mageren Kindern, Stuhl weißlich, fettig, schaumig.
HarnwegeReichliches Wasserlassen. Blasenschwäche und unwillkürlicher Harnabgang bei alten Menschen. Urin dunkel, grünlich, dick. Konsistenz milchig mit schillerndem Häutchen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Geschlechtstrieb vermehrt oder fehlend. Impotenz. Schwellung, Verhärtung von Prostata und Hoden. Hodenhochstand. Atrophie der Hoden. Hydrozele.

  • ♀ Unregelmäßige Menstruation mit Schwäche und Herzklopfen. Chronische Leukorrhoe, v. a. während der Menstruation. Fluor scharf, macht die Schenkel wund, zersetzt die Wäsche. Schwellung und Verhärtung von Uterus und Ovarien. Schmerzen, die vom (rechten) Ovar zum Uterus ziehen. Atrophie der Genitalien, Ovarien und Mammae. Brustknoten. Entzündung und Geschwüre an Zervix, Uterus und Ovarien. Rezidivierende Ovarialzysten rechts.

Sterilität. Tumoren und Krebserkrankung der Genitalien.
AtemwegeDyspnoe mit pfeifender Einatmung und Schwäche in der Brust, schlimmer bei jeder Anstrengung. Trockener, bellender, erstickender Kitzelhusten, schlimmer im warmen Zimmer, besser an der frischen Luft. Schmerzen beim Husten, fasst sich dabei an den Hals. Krupphusten. Allergisches Asthma. Pneumonie rechts mit rascher Hepatisation.
Brust, RückenHerzklopfen, schlimmer bei geringster Anstrengung und Wärme, besser durch Kälte. Tachykardie und Arrhythmie. Herzgeräusche. Ständiges Kitzeln oder Brennen in der Brust. Einschnürungsgefühl am Herzen, wie wenn eine eiserne Hand das Herz zusammendrückt. Entzündliche und rheumatische Herzerkrankungen. Hypertrophie des Herzens. Arteriosklerose.
ExtremitätenKalte Hände und Füße bei sonst großer Lebenswärme. Scharfer, wundmachender Fußschweiß.
Akute Entzündung, rheumatische Schmerzen der Gelenke (ohne Schwellung), schlimmer nachts in Bettwärme. Rheuma nach Gonorrhoe. Diarrhoe vor rheumatischen Symptomen. Akuter rheumatischer Schub mit hohem Fieber. Gichtanfälle. Arthritis. Nächtliche Knochenschmerzen. Schmerzen im Nacken und in den oberen Extremitäten. Abmagerung der Extremitäten, v. a. der oberen.
Heftiges Pulsieren im ganzen Körper und in den Extremitäten, bis in die Finger- und Zehenspitzen. Tremor.
SchlafSchlaflosigkeit durch Unruhe, Erregung, Hitze, Träume, nach Mitternacht. Schläft wenig und schwitzt stark.
Frost, Fieber, SchweißHitze des Körpers, mit kalten Händen und Füßen. Hohes Fieber mit Unruhe und rotem Gesicht. Hitzewellen über den ganzen Körper. Apathie oder Stupor bei Fieber. Schweißbildung schnell, reichlich, sauer.
HautHaut trocken, rau, heiß, mit bräunlichen Flecken, dunklen Leberflecken, vorzeitig gealtert. Papulöse Hautausschläge mit Schuppen- und Krustenbildung. Knötchenbildung. Ödematöse Schwellungen von Haut und Schleimhäuten. Blutungen und Ekchymosen.
AllgemeinsymptomeRuhe verschlechtert alle Symptome.
Hitze des Körpers. Wärme verschlechtert allgemein, Abkühlung und Kälte bessert. Schwäche mit Atemnot, schlimmer beim aufwärts Gehen. Jede Anstrengung verschlimmert und verursacht einen Schweißausbruch.
Allgemeine Besserung durch Essen, Verschlechterung durch Fasten. Ständiger Hunger. Abmagerung trotz übermäßigen Appetits bis zu Marasmus und Muskelatrophie. Obstipation oder Diarrhoe. Schwellung und Verhärtung der Drüsen (Lymphdrüsen, Hals, Leber, Milz), Drüsenatrophie. Hypertrophie und Atrophie von Hoden, Ovarien und Mammae.
Pulsieren im ganzen Körper bis zu den Fingern und Zehen, schlimmer bei jeder Anstrengung. Innerliches und äußerliches Zittern und Zucken.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bad., Lyc., Sil., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Apis, Arg-n., Brom., Calc., Calc-p., Kali-bi., Lyc., Merc., Phos., Puls.

  • Antidotiert von: Acon., Ant-t., Apis, Ars., Bell., Camph., Chin., Chin-s., Coff., Ferr., Graph., Grat., Hep., Op., Phos., Spong., Sulph., Thuj.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Fl-ac., Phos., Spong.

Ipecacuanha (Ip.)

Thomas Lorz
#IpecacuanhaCephaelis ipecacuanha, Brechwurzel; Cephaelis ipecacuanha; Brechwurzel; HAB: Cephaelis ipecacuanha
Betroffene OrgansystemeVerdauungssystem, vegetatives Nervensystem, Atmungsorgane.
CausaUnterdrückter Ärger, Verletzungen, unterdrückte Ausschläge, unverdauliche Speisen.
Modalitäten
  • Agg.: reichhaltiges Essen, warmes, feuchtes Wetter, geringste Bewegung.

  • Amel.: frische Luft, Augenschließen.

Allgemeine DarstellungDie im Volksmund „Brechwurzel“ genannte Tropenpflanze ist in Mittelamerika beheimatet. Übelkeit und Erbrechen sind die Leitsymptome des Mittels. Übelkeit durch Essensgeruch, während der Schwangerschaft oder durch Tabak. Die Übelkeit bessert sich nicht durch Erbrechen. Ipecacuanha ist ebenfalls indiziert bei Beschwerden durch unverdauliche Nahrung. Es findet Verwendung zur Behandlung traumatischer Schocks, v. a. bei Ohnmachten infolge von Blutungen oder dem Verlust anderer Körperflüssigkeiten.
Eine weitere Hauptwirkung von Ipecacuanha ist sein Einfluss auf die Atmungsorgane, dabei kommt es zu starker Obstruktion, Asthma, Bronchitis, Pneumonie, verbunden mit der charakteristischen Übelkeit und Erbrechen (z. B. von Schleim). Husten und Keuchhusten bei Kindern mit bläulichem Gesicht beim Husten.
Ein weiteres Charakteristikum sind helle, profuse Blutungen (vaginal, aus der Nase etc.), begleitet von der charakteristischen Übelkeit.
Geist und GemütReizbar, verachtet alles, launisch.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen mit hochgradiger Übelkeit und Erbrechen, Schädelknochen wie zerschlagen oder zerquetscht, Schmerz strahlt zum Gesicht, zu den Zähnen, zur Zunge (auch Zungenwurzel).
AugenEntzündet, rot, Schmerz durch die Augäpfel, Tränenfluss, trübe Hornhaut.
OhrenGeräuschempfindlich, kalte Ohrenbei Fieber.
NaseSchnupfen, mit Verstopfung der Nase. Reichliches Nasenbluten, z. B. bei Keuchhusten.
GesichtBlaue Ringe um die Augen, Zyanose beim Husten. Neuralgien, mit Tränenfluss, Lichtscheu und brennenden Augenlidern.
Mund und ZähneSpeichelfluss. Saubere Zunge trotz Übelkeit und Erbrechen. Zahnschmerzen. Kinder stecken die Finger in den Mund.
HalsHalsschmerzen beim Schlucken, Zusammenschnürungsgefühl.
VerdauungstraktAppetitlosigkeit, Aufstoßen, Ekel gegen alle Speisen. Übelkeit, nicht gebessert durch Erbrechen. Erbrechen, gleich nach dem Essen, grüner Galle, Blut, mit Durchfall. Magenschmerzen, Bauchschmerzen, Koliken, Durchfälle, Hämorrhoiden.
HarnwegeBlutung aus der Blase, Dysurie, Pollakisurie, Harnverhalt, Hämaturie.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Schmerzen, Pruritus.

  • ♀ Menses zu früh und zu stark, Metrorrhagie, Dysmenorrhoe mit Übelkeit. Gebärmutterblutung mit hellrotem Blut, mit Übelkeit, Erbrechen und Ohnmachtsgefühl, drohender Abort.

AtemwegeAtemnot, Zusammenschnürung in der Brust, Asthma, Keuchhusten, Bronchitis, Pneumonie, Husten, blutiger Auswurf. Alles begleitet von der charakteristischen Übelkeit und von Erbrechen, dabei saubere Zunge.
Brust, RückenBeklemmungsgefühl, Krämpfe in der Brust, Herzklopfen. Rückenschmerzen.
ExtremitätenSchmerzen, kalte Hände und Füße.
SchlafSchlaflosigkeit, Schläfrigkeit nach dem Erbrechen.
Frost, Fieber, SchweißMangel an Lebenswärme, Frost mit Durst, eiskalte Hände und Füße, kalter Schweiß, mit Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost.
HautHautauschläge, Erysipel, Pruritus.
AllgemeinsymptomeQuälende Übelkeit. Überempfindlichkeit gegen Kälte und Wärme. Hämorrhagien. Ohnmachtsanfälle. Konvulsionen. Verschlimmerung durch Erbrechen. Epilepsie. Periodizität (jeden zweiten Tag, immer zur selben Stunde etc.).
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ant-t., Arn., Ars., Calc., Cupr., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Ant-c., Ant-t., Apis, Aran., Arn., Ars., Bell., Bry., Cact., Cadm-s., Calc., Cham., Chin., Cupr., Ign., Nux-v., Podo., Phos., Puls., Rheum, Sep., Sulph., Tab., Verat.

  • Unverträglich mit: Bism., Op.

  • Antidotiert von: Alum., Arn., Ars., Chin., Dulc., Ferr., Laur., Nux-v., Sul-ac., Tab., Verat.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ant-t., Lob.

Kalium bichromicum (Kali-bi.)

Martin Schmitz
#Kalium bichromicum Kaliumdichromat; K2Cr2O7
Betroffene OrgansystemeHaut, Magen, Nasennebenhöhlen, Gelenke.
CausaFolgen von Biergenuss.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, heißes Wetter, 2–5 Uhr, nach Koitus, durch Bier oder Kaffee.

  • Amel.: Bettwärme, frische Luft, Ruhe, Essen.

Allgemeine DarstellungVon der Haltung her konservativ eingestellte Menschen, die eher nüchtern und träge wirken; sie „kleben“ an der Routine. Entsprechend auffallend auf der körperlichen Ebene sind klebrig-zähe, fadenziehende Absonderungen, die typischerweise gelblich sind. Die Schmerzen sind punktförmig an kleinen Stellen. Vom Aussehen her ist der Kalium-bichromicum-Typ adipös und eher hellhaarig.
Geist und GemütMeidet Gesellschaft, ist aber gern in der Familiengemeinschaft. Materialistisch (Auto, Essen etc. sind wichtig), konservativ, träge, ernst, zurückhaltend. Abneigung gegen geistige und körperliche Arbeit. Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche. Patient erklärt Dinge umständlich und weitschweifig.
Kopf und SchwindelKopfschmerz bei Sinusitis (nach Absonderung gebessert). Rechtsseitige Kopfschmerzen (evtl. migräneartig), punktförmiger Kopfschmerz. Schmerzen in den Schädelknochen.
AugenSehstörungen vor Migräneanfall. Gelbsehen.
OhrenChronische Otitis media mit klebriger (gelber) Absonderung.
NaseSinusitis der Stirn- und Kieferhöhlen (mit punktförmigen Schmerzen, Schmerzen an der Nasenwurzel). Gelbe, fadenziehende Absonderungen (wie Klebstoff, Patex). Elastische, zähe Pfropfen und Borken als Absonderungen aus der Nase, in den Choanen. Trockenheit der Nase. Ausgeatmete Luft erscheint heiß. Geruchsverlust bei verstopfter Nase.
Mund und ZähneZunge glatt, glänzend, glasig, mit dickem, gelbem Belag. Gefühl eines Haares hinten auf der Zunge. Wundes Zahnfleisch. Lockere Zähne. Mundtrockenheit.
HalsZäher, schwer abzuhustender Schleim im Hals. Diphtherie.
VerdauungstraktFlatulenz (schlechter kurz nach Essen). Magen- oder Duodenalgeschwüre (typischerweise klein und rund). Magenkarzinom. Verlangen nach Bier (aber schlechter durch Bier). Verlangen nach Süßigkeiten. Seekrankheit.
HarnwegeUrin alkalisch, dickflüssig.
Geschlechtsorgane♀ Vermindertes sexuelles Verlangen. Uterusprolaps.
AtemwegeBronchitis. Zäher, fadenziehender Schleim bei Husten oder Schnupfen. Rauer oder metallisch klingender Husten mit zähem Auswurf. Heiserkeit. Anhaltende Beschwerden bei Keuchhusten. Atem erscheint heiß.
Brust, RückenSteißbeinschmerzen.
ExtremitätenGelenkbeschwerden und rheumatische Beschwerden, die von einem Ort zum anderen wandern (Bewegung bessert). Rheumatische Fingerschmerzen. Knacken in den Gelenken. Rheumatische Gelenkschmerzen abwechselnd mit Diarrhoe.
Frost, Fieber, SchweißBekommt kein Fieber.
HautGeschwüre an Haut und Schleimhaut (wie ausgestanzt, eher klein und tiefgehend).
AllgemeinsymptomeGelbe, zähe, klebrige, fadenziehende Absonderungen. Punktförmige Schmerzen (erscheinen und verschwinden plötzlich). Fettleibigkeit.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ant-t., Ars., Phos., Psor., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Ant-t., Berb., Puls.

  • Unverträglich mit: Calc.

  • Antidotiert von: Ars., Lach., Merc., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Kali-c., Merc., Phyt., Puls.

Kalium bromatum (Kali-br.)

Martin Schmitz
#Kalium bromatum Kaliumbromid; KBr
Betroffene OrgansystemeExtremitäten, Gehirn, Haut.
CausaVerlust der Arbeit, des Arbeitsplatzes, Geschäftssorgen, Kummer, geistige Anstrengung, sexuelle Exzesse, Tod eines Kindes.
Modalitäten
  • Agg.: 3–5 Uhr nachts, Ruhigsitzen.

  • Amel.: Beschäftigung (physisch oder psychisch), Bewegung.

Allgemeine DarstellungWesentlich ist die Ruhelosigkeit im Gemütsbereich und im körperlichen Bereich (der Hände usw.). Hinzu kommen Schwäche, Gedächtnisverlust und eine eventuelle Sensibilitätsminderung bis hin zu Anästhesie. Auffallend ist die Wahnidee einer Verschwörung gegen den Patienten. Vom Aussehen her eher blass und schwach.
Geist und GemütNervosität, Ruhelosigkeit, Schwäche. Geistige Erschöpfung, geistesabwesend, macht Fehler. Der Patient hat das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Gefühl der Hilflosigkeit. Abneigung gegen Gesellschaft, fürchtet aber auch das Alleinsein. Angst nach Schreck, nächtliches Erschrecken. Gedächtnisverlust (für Namen, Worte, lässt Silben aus). Amnestische Aphasie. Wahnideen einer Verschwörung gegen ihn, er habe ein Verbrechen begangen, sein Seelenheil verloren. Aktives Delirium, Delirium tremens (mit optischen und akustischen Halluzinationen).
Kopf und SchwindelTaubes Gefühl im Kopf. Empfinden vom Zusammenschnüren des Gehirns.
AugenOptische Halluzinationen (bei Delirium tremens). Erweiterte Pupillen.
OhrenAkustische Halluzinationen (bei Delirium tremens).
NaseSchnupfen mit Neigung zur Ausbreitung in den Hals.
GesichtAkne.
HalsSchluckbeschwerden (bei Flüssigkeiten). Anästhesie von Rachen und Kehlkopf.
VerdauungstraktSchluckauf. Erbrechen mit Durst. Grün-wässrige Stühle, blutige Diarrhoe. Innere Kälte des Abdomens. Gefühl, etwas würde aus dem Bauch herausfallen.
HarnwegeReichlicher Urin mit viel Durst.
Geschlechtsorgane
♀ Übertriebenes oder fehlendes sexuelles Verlangen. Zystische Ovarialtumoren.
AtemwegeAnästhesie von Rachen und Kehlkopf.
Brust, RückenIschiasbeschwerden (kommen und gehen plötzlich.)
ExtremitätenRuhelosigkeit der Hände, andauernde Beschäftigung von Händen und Fingern. Zucken der Finger, Zittern der Extremitäten, wenn etwas getan werden muss. Breitbeiniger Gang, Ataxie.
SchlafSchlafwandeln. Nächtliches Aufschrecken bei Kindern (mit Einnässen). Schlaflosigkeit durch Kummer, wegen Unruhe.
HautPsoriasis. Akne. Pusteln mit einem Haar in der Mitte (Follikulitis). Anästhesie der Schleimhaut oder Haut.
AllgemeinsymptomeKann nicht stillsitzen, sondern muss umhergehen oder sich irgendwie beschäftigen. Langsam aufsteigende Lähmung. Empfindungslosigkeit des gesamten Körpers. Apoplektischer Insult (mit Somnolenz und schnarchender Atmung). Allgemeiner Sensibilitätsverlust des Körpers. Konvulsionen (durch Schreck oder beim Zahnen).
MiasmenSyphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Cact.

  • Antidotiert von: Camph., Helon., Nux-v., Zinc., Zinc-p.

  • Kollaterale Arzneimittel: Calc., Con., Op., Stram.

Kalium carbonicum (Kali-c.)

Martin Schmitz
#Kalium carbonicumKali, Gewächslaugensalz; Kaliumcarbonat; K2CO3
Betroffene OrgansystemeGelenke, Gemüt, Atmungsorgane.
CausaVerlust der Struktur (z. B. Verlust der Arbeit, Scheidung), Überanstrengung (v. a. bei geistiger Arbeit).
Modalitäten
  • Agg.: 3 Uhr (2–4 Uhr), Kälte, Zugluft, Wetterwechsel, Berührung, nach Geschlechtsverkehr.

  • Amel.: Wärme, tagsüber, Umhergehen, Bewegen, Vornüberbeugen, gebeugt Sitzen.

Allgemeine DarstellungDer Kalium-carbonicum-Typ ist pflichtbewusst und fleißig. Aufgrund der Gefühlskontrolle (Angst vor Kontrollverlust) wirkt der Patient gefühlskalt und nüchtern. Steif und unflexibel, auch körperlich (z. B. in den Gelenken). In Verbindung mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis ist auch die Wahnidee, „der Körper sei hohl“ interessant, sie steht mit der Befürchtung in Zusammenhang, alles könnte wie eine Seifenblase zerplatzen.
Auf der körperlichen Ebene finden sich Ödeme, Schwäche und ein stechender Schmerzcharakter. Der Patient schwitzt viel, die Absonderungen sind dick und reichlich. Beschwerden schlechter zwischen 2 und 4 Uhr nachts. Schlaflosigkeit um diese Zeit ist typisch.
Geist und GemütPflichtbewusst, korrekt, kleinlich, kontrolliert, ernst, unflexibel, konservativ. Prinzipienreiter, Verstandesmensch. Familie ist wichtig als Struktur (behandelt die Familie aber schlecht). Sicherheitsbedürfnis. Reizbarkeit. Schreckhaftigkeit. Furcht vor Kontrollverlust und vor dem Alleinsein. Abneigung gegen Berührung.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen vom Fahren im kalten Wind. Reißende, stechende Kopfschmerzen. Trockene Haare, Haarausfall.
AugenÖdeme um die Augen, säckchenartige Schwellung medial unter den Augenbrauen. Haarausfall der Augenbrauen.
NaseNasenverstopfung im warmen Zimmer. Dicke gelbe Absonderungen.
GesichtBlass, gedunsen.
Mund und ZähneTrockene Zunge. Mundgeruch (wie alter Käse).
HalsTrocken und rau. Schwieriges Schlucken.
VerdauungstraktLeere-, Kälte-, Angstgefühl im Magen. Gefühl, als sei der Magen voll Wasser. Saures Aufstoßen. Kolikschmerzen. Flatulenz. Diarrhoe und Obstipation im Wechsel. Verlangen nach Süßem. Viel Durst.
HarnwegeNierenversagen mit Ödemen. Nierensteine mit stechenden Schmerzen.
Geschlechtsorgane
♀ Abneigung gegen Geschlechtsverkehr und schlechter durch Geschlechtsverkehr. Hauptmittel für Abort im zweiten oder dritten Monat. Schwäche nach Abort.
AtemwegeTrockener Husten mit stechenden Schmerzen (Hinlegen verschlechtert). Atemnot gegen 3 Uhr. Asthma bronchiale, Bronchitis, Pneumonie.
Brust, RückenWandernde, stechende Brustschmerzen. Brennen in der Herzgegend. Rücken- und Ischiasschmerzen (Drehen im Bett verschlechtert, flaches Liegen bessert). Rückenschmerzen (v. a. gegen 3 Uhr), Kreuz fühlt sich schwach an.
ExtremitätenReißender, stechender Schmerz mit Schwellung. Knieschmerzen. Beine geben nach. Empfindliche Fußsohlen. Gelenkentzündungen mit Deformitäten.
SchlafErwachen gegen 3 Uhr. Aufschrecken aus dem Tiefschlaf. Träume von Gefahr. Sprechen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißFrostiger Typ. Schweißausbrüche, Schweiß schmerzender Körperteile.
HautKitzeligkeit. Brennende Schmerzen.
AllgemeinsymptomeÖdeme. Frostigkeit. Stechende oder schneidende Schmerzen. Erschöpfung. Beschwerden nach Entbindung oder durch Abort. Sehr berührungsempfindlich und kitzelig.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bar-c., Carb-v., Fl-ac., Lyc., Nit-ac., Phos., Puls., Sep., Sulph.

  • Antidotiert von: Camph., Coff., Dulc., Nit-ac., Nit-s-d.

  • Kollaterale Arzneimittel: Calc-hp., Lyc., Phos.

Kalium iodatum (Kali-i.)

Martin Schmitz
#Kalium iodatum Kaliumiodid, KI
Betroffene OrgansystemeAtemwege (Sinusitis, Asthma, Bronchitis), Hals, Nase, Rücken, Schilddrüse.
CausaLangwierige Erkältungskrankheiten.
Modalitäten
  • Agg.: Wärme, warme Kleidung, nachts, Liegen auf der kranken Seite, Ruhe.

  • Amel.: kühle, frische Luft, warme Getränke, Bewegung.

Allgemeine DarstellungKommt v. a. bei langwierigen, tiefsitzenden Leiden in Betracht und bei absteigenden Erkältungen. Es sind hitzig veranlagte Menschen, bei denen Spaziergänge an frischer Luft bessern. Der Patient wirkt nervös, gereizt, unruhig, ist viel in Bewegung; später stellt sich Erschöpfung mit ausgeprägter Müdigkeit und Melancholie ein. Erschöpfung macht sich v. a. in Ruhe bemerkbar. Grüne Absonderungen sind typisch, teils übel riechend. Viele Beschwerden werden nachts schlimmer.
Geist und GemütRuhelosigkeit und Nervosität mit Bewegungsdrang. Unzufriedenheit bei Ruhe. Reizbarkeit, abwechselnd mit Weinerlichkeit. Härte und Grausamkeit. Pavor nocturnus bei Kindern.
Kopf und SchwindelNächtliche Kopfschmerzen, beidseitige, chronisch. Lanzierende, stechende Schmerzen in der Kopfhaut. Haarausfall und frühes Ergrauen der Haare.
AugenIritis, Iridozyklitis. Konjunktivitis mit grünen Absonderungen. Ödeme der Lider.
OhrenTubenkatarrh. Bohrende Schmerzen.
NaseWässrig-scharfer Schnupfen. Sinusitis mit zähflüssiger (grünlicher) Sekretabsonderung. Eines der Hauptmittel bei rezidivierenden Sinusitiden. Syphilitische Ozaena. Berührungsempfindliche Nasenknochen. Heuschnupfen, besonders mit Asthma.
GesichtWechselnd rot und blass. Fazialisneuralgien.
Mund und ZähneVergrößerte Tonsillen.
HalsGlottisödem, plötzlich (v. a. nachts zwischen 2 Uhr und 5 Uhr) auftretend. Kropf mit Schluckbeschwerden, Schilddrüsenentzündungen, M. Basedow. Rezidivierende, schmerzhafte Halsentzündungen.
VerdauungstraktDurst auf große Mengen kalten Wassers, aber dadurch schlechter, warme Getränke erleichtern. Flatulenz und Aufstoßen.
HarnwegeChronische Entzündung der Urethra.
Geschlechtsorgane
♂ Hoden- und Prostataschwellung. Gonorrhoe mit grün-gelbem, schmerzlosem Ausfluss.
AtemwegeAsthma bronchiale, Heuschnupfen mit Asthma. Anhaltende Erkältung mit Übergang zu Bronchitis oder Pneumonie. Tuberkulose (mit salzig schmeckendem Auswurf). Grünlicher, übel riechender Auswurf.
Brust, RückenKältegefühl an Herz und Brust bei nasskaltem Wetter. Pleuraerguss. Ischialgie, besser beim Gehen, im Freien; schlechter im Liegen.
ExtremitätenNächtliche Knochenschmerzen. Fersen- und Fußsohlenschmerz. Ruhelose Bewegungen. Rheumatismus, der Knie.
SchlafNächtliche Verschlechterung mit Schlafstörung.
Frost, Fieber, SchweißIntensives Hitzegefühl, obwohl die Körpertemperatur nicht steigt.
HautPilzerkrankungen (Soor, Tinea). Rosacea. Knötchenförmiger Hautausschlag.
AllgemeinsymptomeDrüsen geschwollen und hart. Kachexie. Erkältungsneigung. Chronische Erkrankungen mit einer Vielzahl an (unterschiedlichen) Symptomen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Folgemittel: Nit-ac.

  • Antidotiert von: Am-m., Arg-n., Ars., Aur., Chin, Hep., Merc., Nit-ac., Rhus-t., Sulph., Valer.

  • Kollaterale Arzneimittel: Iod., Sulph., Syph.

Kreosotum (Kreos.)

Martin Schmitz
#Kreosotum Destillat aus Buchenholzteer, Gemisch aus Guajacol, Creosol und Creosolen
Betroffene OrgansystemeHaut, weibliche Geschlechtsorgane, Zähne.
CausaVerbrennungen.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte; nachmittags, abends, Ruhe, Liegen, nach Mens.

  • Amel.: Wärme, warmes Essen, Bewegung.

Allgemeine DarstellungAbsonderung ätzender, wund fressender Sekrete. Allgemein ist Kreosotum ein destruktives Haut- und Schleimhautmittel. Dazu juckende und brennende Schmerzen. Heftiges Brennen und Jucken der Haut (nachmittags schlechter). Pulsieren verschiedener Körperteile. Kleine Wunden bluten reichlich (dunkle, sickernde Blutungen), z. B. nach Zahnextraktion. Fauliger Geruch der Absonderungen.
Geist und GemütReizbare Menschen mit vielen Wünschen, unzufrieden mit allem. Kind wirft Dinge, die es haben wollte, gleich wieder weg. Ruhelosigkeit. Schwäche. Erscheint stupide. Weinen und Herzklopfen durch Erregung, Musik.
Kopf und SchwindelDumpfer Schmerz, wie ein Brett vor dem Kopf. Kopfschmerz während Mens.
AugenSalziger Tränenfluss. Lider rot und geschwollen.
OhrenSchwerhörige während der Mens.
NaseWiderwärtiger Geruch.
GesichtKranker, leidender Ausdruck. Röte der Wangen.
Mund und ZähneRascher Zerfall der Zähne mit schwammigem, blutendem Zahnfleisch. Zähne sind kariös, haben schwarze Flecken, sobald sie erscheinen. Schmerzhafte Zahnung. Fauliger Mundgeruch. Mundwinkel rau, wund.
HalsBrennen, würgendes Gefühl.
VerdauungstraktVermehrter Hunger und Durst mit Erbrechen nach Aufnahme von geringen Mengen Nahrung. Übelkeit mit saurem, scharfem Erbrechen (warme Getränke und Speisen bessern). Brennender Schmerz im Magen nach dem Essen. Ätzende, wund machende Durchfälle, dadurch rot und wund am After. Kältegefühl im Epigastrium, als wäre dort Eis. Verlangen nach Fleisch.
HarnwegeBettnässen (vor Mitternacht), mit Träumen vom Urinieren. Übel riechender Urin, kann nur im Liegen urinieren.
Geschlechtsorgane
♀ Brennen und Wundheit der inneren und äußeren Geschlechtsteile. Menstruationsbeschwerden (Liegen und Urinieren verschlechtern, Sitzen bessert). Mens reichlich, klumpig mit übelriechendem, dunklem bis schwarzem Blut. Mens setzt aus, tritt erst beim Hinlegen wieder auf. Eitrige Leukorrhoe.
AtemwegeHeiserkeit mit Schmerzen im Kehlkopf. Husten oder Lungenabszess mit reichlich eitrigem Auswurf.
Brust, RückenHerzstiche, Beklemmungsgefühl in der Herzgegend. Wundes Brennen in der Brust. Rückenschmerz (Bewegung bessert) erstreckt sich in die Geschlechtsteile, in die Beine.
ExtremitätenBohrender Schmerz in den Hüftgelenken. Gelenkschmerzen.
SchlafHerumwälzen im Schlaf. Ängstliche Träume von Feuer, Schneesturm, Verfolgung.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln mit kalten Händen und kaltem Gesicht.
HautVerbrennungen (mit scharfen Absonderungen). Eitrige Ulzerationen. Absonderung ätzender, wund fressender Sekrete. Heftiges Brennen und Jucken der Haut (nachmittags schlechter). Ekchymosen, Herpes, Gangrän.
AllgemeinsymptomeNeigt zu Blutungen (aus Auge, Nase, Brust, Uterus etc.), starke Blutungen aus kleinen Wunden. Seekrankheit.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Phos., Sulph., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bell., Calc., Kali-c., Lyc., Nit-ac., Nux-v., Phos., Rhus-t., Sep., Sulph.

  • Unverträglich mit: Carb-v., Chin.

  • Antidotiert von: Acon., Ars., Ferr., Ip., Nux-v.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Arum-t., Carb-ac., Graph., Nit-ac., Psor.

Lac caninum (Lac-c.)

Henning Droege
#Lac caninum Hundemilch
Betroffene OrgansystemeNerven, Hals, weibliche Geschlechtsorgane, ZNS.
CausaFolgen von Diphtherie, Folgen von Sturz.
Modalitäten
  • Agg.: vor und während Menstruation, Berührung, Erschütterung, nachts, Kalter Wind, kalte Luft, nach dem Schlaf.

  • Amel.: frische Luft, Kälte, kalte Getränke, kalte Anwendungen.

Allgemeine DarstellungVorherrschendes Symptom ist die Wechselhaftigkeit der Beschwerden (Symptome wechseln alle paar Stunden oder Tage von einer Seite zur anderen, sie wandern von einem Körperteil zum anderen etc.). Sehr erregbare, nervöse, empfindliche Patienten, erschöpft, schwach, mit wenig Lebenswärme. Trotzdem bessern sich viele Beschwerden durch Kälte. Im psychischen Bereich imponieren Ängste und eingebildete Zustände. Angst vor Schlangen.
Viele Symptome der weiblichen Genitalien und der Mammae, bei Laktationsstörungen.
Rachen- oder Halsentzündungen mit Seitenwechsel. Wichtiges Mittel bei Diphtherie und ihrer Folgen. Glänzende, wie lackierte Oberfläche von Belägen oder Geschwüren.
Geist und GemütSehr empfindlich gegen äußere Eindrücke: Überreaktionen auf nahezu jeden Reiz, auf Geräusche, Gerüche, Licht, Berührung. Hysterie. Zerstreutheit, vergisst den Einkauf im Laden. Gedächtnisschwäche, für Gelesenes, was als nächstes zu tun ist. Nervös, unkonzentriert, Fehler beim Schreiben und Sprechen.
Ängste und Furcht erregende Visionen. Furcht vor Schlangen und Spinnen, Tieren, zu Fallen. Empfindung zu Schweben beim Gehen oder Hinlegen.
Abneigung gegen Berührung (sogar Berührung durch die eigenen Körperteile wird nicht ertragen). Abneigung gegen sich selbst, hält sich für unwichtig, schmutzig, niedergeschlagen, verzagt, Versagensangst. Furcht vor Ohnmacht, vor dem Tod, eine unheilbare Krankheit zu haben. Reizbar, aggressiv, Fluchen und Schimpfen, Wutanfälle. Nächtliches Schreien bei Kindern.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, scharf und schießend, von einer Seite zur anderen wechselnd, besser durch Gehen an der frischen Luft. Migräne in der Stirn über dem linken Auge mit Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, einen Tag auf der einen Seite, am nächsten Tag auf der anderen. Schwebendes Gefühl beim Gehen. Kopfschmerzen bei Schulkindern. Kopfschmerzen vor und während Menstruation.
NaseSchnupfen mit wechselseitig verstopfter Nase auf der einen, grünliche, scharfe Absonderungen auf der anderen Seite. Nasenöffnung wund, borkig. Kälte der Nase.
Mund und ZähneLippen trockene und rissig. Zunge weißlich oder braun belegt. Speichelfluss. Schaumiger Schleim im Mund, der nachts aus dem Mund läuft. Fauliger Geschmack mit übelriechendem Atem. Mundfäule. Kieferknacken beim Kauen.
HalsHalsentzündung, langsam und ohne Fieber beginnend. Halsschmerzen wechseln von einer Seite zur anderen, erstrecken sich zu den Ohren. Beläge wandern von einer Seite zur anderen, schimmernd weiß wie Perlmutt, glänzend wie roter Lack. Angina, Pharyngitis, Diphtherie. Schwellung der Halsdrüsen, die Seiten wechselnd. Ständiger Drang zu schlucken mit Schmerzen beim Schlucken, besser durch kalte Getränke. Speisen und Getränke steigen beim Schlucken in die Nase. Halsschmerzen und Husten bei der Menstruation.
VerdauungstraktDurst auf kleine Mengen Wasser, Appetit vermehrt, fehlende Sättigung. Verlangen nach Salz, Pfeffer, Gewürze, Scharfes, Whiskey, warmen Getränken.
Morgens flaues Gefühl mit Nervosität und Angst vor Ohnmacht. Krampfartige Schmerzen in Bauch und Becken, wie zusammengedrückt, besser durch Rückwärtsbeugen. Bauch aufgetrieben und empfindlich gegen Kleiderdruck (oder die Bettdecke), schlimmer während Menstruation.
Verstopfung mit häufigem, vergeblichem Stuhldrang. Stuhl Schafskotartig oder weich, kann nur mit Anstrengung entleert werden. Diarrhoe während Menstruation.
HarnwegeAnhaltender Harndrang mit reichlichem Harnabgang, nach dem Urinieren hört der Drang nicht auf. Nächtliches, unwillkürliches Urinieren.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ausgeprägter Sexualtrieb. Gonorrhoe.

  • ♀ Sexuelle Erregung durch Berührung der Brüste oder Reibung der äußeren Genitalien beim Gehen oder Sitzen. Menstruation zu früh, stark, schwallartig, hellrot, klumpig, grünlich zersetzt, scharf, übel riechend. Uterusschmerzen mit Ausstrahlen nach unten oder oben, besser durch Rückwärtsbeugen. Brüste geschwollen und sehr schmerzhaft bei Berührung und Erschütterung, während der Menstruation (beim Treppensteigen müssen die Brüste mit der Hand festgehalten werden), Mastitis. Galaktorrhoe. Versiegen oder Unterdrückung der Muttermilch. Wirksame Hilfe beim Abstillen. Vor und während der Menstruation verschlimmern sich nahezu alle Symptome. Flatus aus der Scheide. Jucken, Schwellung und Schmerzen der Vulva. Schmerzen in den Ovarien, rechts, die Seite wechselnd.

AtemwegeAtemnot, Brustbeklemmung, nachts, zwingt zum Aufsetzen oder Aufstehen. Trockener Husten durch Kitzeln im Kehlkopf und unter dem Brustbein. Husten während der Menstruation.
Brust, RückenEnge hinter dem Brustbein. Herzklopfen beim Liegen auf der linken Seite, besser beim Liegen auf der rechten Seite. Scharfer Stich über der Herzspitze. Herzmuskelschaden nach Diphtherie.
Schmerzen und Steifigkeit der Nackenmuskulatur, des oberen Rückens. Schmerzen im Becken, im Steißbein, besser durch Zurücklehnen.
ExtremitätenWandernde Schmerzen in Gliedern und Gelenken. Rheumatoide Schmerzen, die ständig die Seiten wechseln. Ischialgie. Arthritis. Berührungsempfindlichkeit, Patient spreizt die Finger, da die gegenseitige Berührung nicht ertragen wird. Hitze, Empfindlichkeit, Krämpfe der Füße. Lähmung der Extremitäten nach Diphtherie.
SchlafTräume von Schlangen, Tieren (Hunde, Spinnen, Ungeziefer). Liegt mit den Armen über dem Kopf auf dem Rücken, ein Bein angezogen und über das andere gelegt. Füße aufgedeckt. Nachts Speichelfluss, Schweiß.
Frost, Fieber, SchweißKältegefühl und Frostigkeit, nachts agg. Nachtschweiß. Schweiß übel riechend, färbt die Wäsche (orange-braun).
HautHyperästhesie. Geschwüre haben ein glänzendes Aussehen, sind weiß wie Porzellan oder Perlmutt. Herpesartige Ausschläge, in den Achselhöhlen. Blaue Flecken, Warzen.
AllgemeinsymptomeSeitenwechsel der Symptome: von links nach rechts, von hinten nach vorne – und umgekehrt. Wandernde Glieder- und Gelenkschmerzen. Rheuma. Schleichende Erkrankungen ohne Fieber. Diphtherie und Folgeschäden nach Diphtherie. Allgemeine Verschlimmerung vor und während der Menstruation.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
ArzneimittelbeziehungenKollaterale Arzneimittel: Lach., Lyss., Puls.

Lachesis (Lach.)

Henning Droege
#Lachesis Lachesis mutus, Buschmeisterschlange; HAB: Lachesis mutus
Betroffene OrgansystemeHerz- und Kreislaufsystem, Blut, Nerven, weibliche Geschlechtsorgane. Linke Seite (mit Erstreckung nach rechts).
CausaUnterdrückte Ausscheidungen, Sonne, warmes Wetter, Luftzug, Chinin- oder Quecksilbermissbrauch, Kummer, Verdruss, Ärger, Schreck, Eifersucht, unglückliche Liebe, Verletzungen, Verstauchungen, Stichwunden, Tierbisse, vergiftete Wunden, Alkohol.
Modalitäten
  • Agg.: nach Schlaf, bei heißem Wetter, Wetterwechsel (besonders von kalt zu warm), heiße Getränke, Berührung, vor der Menstruation, unterdrückte Absonderungen, Klimakterium, Liegen auf der linken Seite, Alkohol, Frühling, Sommer, Herbst.

  • Amel.: Absonderungen (Auswurf, Menses, Schweiß, Nasenbluten), frische Luft (aber Zugluft agg.), kalte Getränke.

Allgemeine DarstellungAnalog zum Vergiftungszustand zeigt sich beim Lachesis-Patienten geistige und seelische Erregung. Die Symptome beginnen plötzlich und sind intensiv. Auf der körperlichen Ebene ist zuerst der Kreislauf betroffen: Herz- und Kreislaufschwäche und Kollapszustände, Hitzewallungen, Blutungsneigung, Blutstauung, Zersetzung des Blutes. Bläuliche Farbe der Haut und Schleimhaut an den erkranken Teilen. Zuletzt kommt es zu tiefer geistiger und körperlicher Erschöpfung. Maligne Erkrankungen.
Überempfindlich gegen Berührung oder anliegende Kleidung, fühlt sich dadurch beengt (besonders am Hals und in der Magengegend). Gefühl innerer Spannung und Zusammenschnürung.
Im geistigen Bereich herrscht der gleiche „Überdruck“, der sich oft in einem endlosen Redestrom Luft macht. Es besteht ein großes Potential an geistigen Fähigkeiten, originellen Ideen und Tatkraft sowie große Eifersucht.
Linksseitigkeit der Beschwerden. Die Symptome treten auf der linken Seite auf oder sie beginnen links und gehen dann auf die rechte Seite über. Allgemeine Verschlimmerung im Schlaf, „schläft sich in die Verschlimmerung hinein.“ Besserung der Beschwerden durch jede Art von Absonderung.
Wichtiges Mittel für das Klimakterium. Hitzewallungen mit starkem Schwitzen, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen.
Geist und GemütErregung, schwankend zwischen Überreiztheit und Depression (manisch depressive Zustände). Sprunghaftigkeit. Intensiv und leidenschaftlich (auch sexuell). Geistige Energie gesteigert. Vermehrte Phantasie, voller origineller Einfälle, Selbstüberschätzung, Geschwätzigkeit, Springt von einem Thema zum anderen, wiederholt ständig dieselben Dinge.
Empfindlichkeit und Gereiztheit, ängstliche, traurige, mutlose Stimmung. Eifersüchtig, misstrauisch, Patient glaubt, seine Umgebung beleidige ihn absichtlich. Krittelig, sucht Streit, sinnt auf Rache. Kann keinerlei Druck vertragen. Erwartung und Erregung verschlimmern. Angst vor der Zukunft, vor Krankheit. Furcht vor Schlangen.
Delirien und Wahnideen, fühlt sich von fremden Mächten verfolgt, glaubt, vergiftet zu werden. Religiöser Wahn. Alkoholismus oder Drogenmissbrauch.
Nachts aktiv, morgens kein Antrieb für die Arbeit, tagsüber müde.
Kopf und SchwindelSchwindel beim Schließen der Augen. Schwindel und Blutwallungen mit Ohnmacht.
Kongestive Kopfschmerzen, hämmernd, schlimmer nach dem Schlafen, vor der Menstruation, durch Hitze. Berstende, wellenartige Kopfschmerzen links über den Augen bis in die Nasenwurzel, mit Nasenbluten, was amel. Gesicht dunkelrot, gedunsen, Kopf heiß, Extremitäten kalt. Migräne. Chronische Kopfschmerzen nach Sonnenbestrahlung, Sonnenstich. Haarausfall, während der Schwangerschaft. Apoplex mit nachfolgendem Delirium oder Koma. Epilepsie.
AugenÜberempfindlich gegen Berührung und Licht. Gelbe Skleren. Jucken, Brennen, Tränen, Schmerzen in den Augen. Schwellung und Entzündung der Lider. Blutige, eitrige Absonderungen. Tränengangfisteln. Gerstenkörner.
OhrenÜberempfindlichkeit des Gehörs. Ohrgeräusche, schlimmer nach Schlaf. Berührung des äußeren Gehörgangs löst Kitzel im Halse und krampfartigen Husten aus. Otitis media, meist links. Verschlimmerung nachts, beim Schlucken, besser durch Wärme.
NaseÜberempfindlicher Geruchssinn. Nasenbluten mit dunklem, dickem Blut, bei unterdrückter Menstruation, im Klimakterium. Absonderung aus der Nase beim Husten.
GesichtLeidender Gesichtsausdruck. Blasses oder purpurfarbenes, fleckiges, gedunsenes Gesicht. Hitzewallungen im Gesicht. Sommersprossen. Juckende, schuppige, trockene Hautausschläge. Erysipel.
Gesichtsschmerzen und Neuralgien, zum Ohr ausstrahlend. Trigeminusneuralgie links. Kieferkrampf oder Lähmung des Unterkiefers.
Mund und ZähneTrockener Mund mit schlechtem Geschmack und Geruch. Viel Schleim oder dicker Speichel. Brennender Schmerz und Wundheit im Mund, Aphthen an Mundschleimhaut und Zunge. Zunge belegt, wund, geschwollen, schwer, steif. Seitliche Hin- und Herbewegung der Zunge, Züngeln wie bei einer Schlange, Zittern der Zunge beim Herausstrecken, die Zunge klebt an den Zähnen.
Karies, Zahnschmerzen in die Ohren ziehend, nach Schlaf, nach dem Essen. Zahnfleisch blaurot, geschwollen, schmerzhaft. Blutung nach Zahnextraktion.
HalsTrockenheit, zäher Schleim, der weder herauf- noch hinuntergebracht wird. Kloßgefühl beim Schlucken, Patient muss dauernd Schlucken, was nicht amel. Schluckschmerzen, mit Würgen, erstreckt sich zu den Ohren.
Halsschmerzen, wund, als wenn etwas im Hals steckt, schlimmer nach Schlaf, nach warmen Getränken, besser durch kalte Getränke. Feste Nahrung kann besser geschluckt werden als flüssige. Flüssigkeiten kommen beim Schlucken durch die Nase zurück. Zusammenschnüren mit Erstickungsgefühl, wenn der Hals äußerlich berührt wird. Enge Kragen, Schmuck um den Hals, eine Decke sind unerträglich.
Halsentzündungen und Halsschmerzen linksseitig oder von links nach rechts wandernd. Tonsillitis und Pharyngitis mit Eiterung, Abszessbildung. Schleimhäute purpurrot oder bläulich, sehr viel Schleimbildung. Heiserkeit beim Sprechen, Aphonie. Glottiskrampf, Stimmbandlähmung. Hyperthyreose.
VerdauungstraktDurst, Verlangen nach Alkohol, Austern, stärkehaltigen oder unverdaulichen Dingen. Jede Nahrung macht Beschwerden. Grünlich galliges Erbrechen der Speisen mit Übelkeit. Magen- und Lebergegend sehr empfindlich bei Berührung, muss die Kleider lockern, alles Beengende ist unerträglich. Lebererkrankungen, Ikterus, Gallensteine, Gallenblasenentzündung (mit septischer Komplikation).
Diarrhoe mit schmerzhafter und schwieriger Entleerung, Gefühl der After ist zu eng. Klopfende Schmerzen am After wie mit kleinen Hämmern. Stuhl scharf, schleimig, übelriechend, der After ist wund. Darmblutungen mit zersetztem Blut. Kolitis. Typhus. Diarrhoe vor Menstruation. Obstipation. Schmerzhafte, blutende, bläuliche Hämorrhoiden, die zur Geschwürbildung neigen, Analfissuren, Analfisteln, Analvenenthrombose.
HarnwegeNierensteine und Kolik linksseitig. Nephritis. Häufiger Harndrang mit spärlichem Urinabgang. Urin dunkel, trüb.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Sexualtrieb vermehrt. Häufige Erektionen und Pollutionen. Ejakulation fehlend.

  • ♀ Frühe Sexualentwicklung, starker Sexualtrieb, Nymphomanie, Masturbation. Menstruation unregelmäßig, spärlich, mit dunklem, scharfem Blut. Allgemeine Verschlimmerung vor der Menstruation. Prämenstruelles Syndrom mit Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Diarrhoe, Reizbarkeit, gedrückter Stimmung. Eintritt der Blutung bessert. Dysmenorrhoe mit Unverträglichkeit der Kleidung am Bauch. Unterdrückung der Menstruation durch Schock oder Gefühlsbewegung. Schmerzen, Schwellung, Verhärtung des linken Ovars mit Zysten- oder Tumorbildung. Uteruskarzinom. Brustkrebs. Beschwerden im Klimakterium (Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Blutungen, Kreislaufbeschwerden).

AtemwegeAtemnot mit dem Bedürfnis, tief einzuatmen. Atemnot mit Erstickungsanfall beim Einschlafen, fährt hoch und reißt das Nachthemd auf. Atembeschwerden nachts im Schlaf, durch Berührung des Halses, bei Hitze; besser durch Kälte, im Freien, durch Vorbeugen. Asthma mit Angst und Erstickungsgefühl, nach Gefühlserregung, durch Eifersucht, jedes Frühjahr, bei Heuschnupfen.
Hartnäckiger, trockener, schmerzhafter Kitzelhusten. Berührung des Kehlkopfs oder des Gehörgangs (z. B. bei Otoskopie) ruft einen Hustenanfall hervor. Husten schlimmer nachts im Schlaf. Krupphusten. Pneumonie. Lungenödem. Asphyxie bei Neugeborenen.
Brust, RückenHerzschwäche. Empfindung, als ob das Herz nicht genug Platz in der Brust hat. Herzklopfen mit einem zusammenschnürenden Gefühl, dabei große Schwäche und Angst. Erwacht aus dem Schlaf mit Erstickungsgefühl, kann nicht auf der linken Seite liegen, muss die Kleider öffnen. Herzbeschwerden nach Gefühlserregung, nach Alkoholmissbrauch. Seitenstechen. Angina pectoris, Myokarditis und Endokarditis nach Infektionskrankheiten, Herzinfarkt, Embolie, anaphylaktischer Schock, Zyanose bei Neugeborenen, Hypertonie, Hypotonie mit Kreislaufkollaps, Kreislaufstörungen im Klimakterium.
ExtremitätenKalte Glieder und Zyanose bei heißem Kopf und ohnmachtsartiger Schwäche. Jucken, Kälte, Hitze, Schwellung, Taubheit und Schmerzen. Zittern, Zucken, Konvulsionen. Hemiplegie oder Paresen links, nach rechts wandernd.
Ischialgie links- und rechtsseitig, schlimmer durch jede Berührung (z. B. der Bettdecke), nach Schlaf, besser durch ruhiges Liegen. Schmerzen und Karies der Tibia. Varikose, Thrombophlebitis. Geschwüre mit dunklem Hof an den Beinen. Ulcus cruris. Abends und nachts heiße Fußsohlen. Fußschweiß. Eingerissene Nagelhaut.
SchlafSchlaflosigkeit infolge innerer Unruhe und nervöser Überreizung, abends hellwach. Erwachen und Hochfahren in der Nacht mit Schreck, Erstickungsgefühl. Apnoe im Schlaf, beim Einschlafen. Nächtlicher Speichelfluss. Träume lebhaft, phantastisch, erotisch, ängstlich, von Schlangen, vom Tod. Allgemeine Verschlechterung im Schlaf: schläft in die Verschlimmerung hinein. Depression beim Erwachen. Schlaflage auf der rechten Seite, linke Seite unmöglich.
Frost, Fieber, SchweißFrostschauder den Rücken hinaufsteigend, einseitiger Frost, abends. Abwechselnd Kälte und Hitze. Nachts heiße Handflächen und Fußsohlen. Hitzewallungen im Klimakterium.
Fieber ohne Schweiß mit trockener Haut, trockenem Mund. Frieren im Wechsel mit Schwitzen. Schweiß, übel riechend, blutig, schlimmer nachts, bei Schmerzen. Der Eintritt des Schweißes bringt Erleichterung. Schweiß färbt Kleidung und Bettwäsche gelb-rötlich.
HautLivide, gefleckt, purpurn oder gelb und marmoriert. Jucken am ganzen Körper. Ödeme nach Infektionen. Blutungsneigung. Kleine Wunden bluten stark, Ekchymosen, Purpura haemorrhagica. Dekubitus. Wunde Stellen blaurot bis schwarz verfärbt, heilen langsam. Exantheme, krätzeartige, pustulöse Hautausschläge, Erysipel, Scharlach, Herpes zoster, Karbunkel, Hämangiome, Melanome. Geschwüre mit dunklen Rändern, übel riechender, eitriger Absonderung. Maligne Erkrankungen. Gangrän.
AllgemeinsymptomeÜberreizung auf allen Ebenen, Erschöpfung. Geschwätzigkeit. Linksseitigkeit oder Übergang der Symptome von links nach rechts. Verschlimmerung durch Hitze und warme Getränke, besser durch Kaltes. Verschlimmerung nach Schlaf. Verschlechterung vor der Menstruation. Verschlechterung durch Unterdrückung von Absonderungen. Periodizität der Beschwerden. Berührungsempfindlichkeit. Kleidung oder Decke wird nicht ertragen, besonders am Hals, am Magen und Bauch (fester Druck bessert jedoch). Besserung durch jede Art von Ausscheidung. Herz- und Kreislaufbeschwerden, Ohnmacht, Hypo- und Hypertonie. Blutungsneigung. Bläuliche Wunden, die stark bluten, schnell eitern, ulzerieren. Bisswunden. Septischer Verlauf von Infektionen. Klimakterische Beschwerden.
MiasmenPsora. Sykosis, Syphilis.

  • Vorsichtig und selten dosieren (Gefahr der Nachreaktion, Imprägnierung).

  • Crotalus cascavella folgt gut auf Lachesis.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Calc., Carb-v., Crot-c., Crot-h., Hep., Iod., Kali-i., Lyc., Nit-ac., Phos., Salam., Zinc-i.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Alum., Ars., Bell., Brom., Cact., Calc., Carb-v., Caust., Chin., Cic., Con., Crot-c., Euph., Hep., Hyos., Kali-bi., Lac-c., Lyc., Meny., Merc., Merc-i-f., Nat-m., Nit-ac., Nux-v., Olnd., Phos., Puls., Pyrog., Rhus-t., Sil., Sulph., Tarent., Thyr.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Am-c., Carb-ac., Dulc., Psor., Sep.

  • Antidotiert von: Alum., Ars., Bell., Calc., Caps., Carb-v., Cedr., Cham., Cocc., Coff., Hep., Led., Merc., Nat-m., Nit-ac., Nux-v., Op., Ph-ac., Rhus-t., Samb., Sep., Tarent.

  • Kollaterale Arzneimittel: All-c., Caust., Zinc.

Ledum (Led.)

Martin Schmitz
#LedumPorst; Ledum palustre, Sumpf-Porst; HAB: Ledum palustre
Betroffene OrgansystemeGelenke, Haut.
CausaAlkoholabusus, Haareschneiden, unterdrückte Absonderungen, Verletzungen (Quetschungen, Bisse, Stichwunden, Insektenstiche).
Modalitäten
  • Agg.: Wärme, Bettwärme, abends, nachts, vor Mitternacht, Bewegung, Wein, Bier.

  • Amel.: Kälte, kaltes Wasser, kalt Baden, frische und kühle Luft, Ruhe.

Allgemeine DarstellungBlasse, zarte Menschen, die sich dauernd kalt und frostig fühlen, aber Wärme und v. a. Bettwärme verschlechtern. Sanguinisches Temperament. Der Ledum-Patient ist eher Einzelgänger und meidet die Gesellschaft. Neigung zu Rheuma oder Gicht. Bedeutendes Mittel bei Biss- und Stichverletzungen.
Geist und GemütAbneigung gegen Gesellschaft und Furcht vor Menschen. Aufbrausend, reizbar. Traurige Stimmung.
Kopf und SchwindelJede Kopfbedeckung ist unerträglich.
AugenBlutunterlaufene Augen (kaltes Wasser bessert). Blaues Auge nach Schlag. Katarakt. Blutung durch heftigen Husten.
OhrenOhrgeräusche (wie Glockengeläut oder Wind).
NaseNasenbluten bei Keuchhusten.
GesichtRote Pickel auf Stirn und Wangen. Abwechselnd rot und blass oder ganz rot im Fieberfrost.
VerdauungstraktKrämpfe in Brust und Magen nach Essen und Trinken. Analfissuren, schmerzhafte Hämorrhoiden.
Geschlechtsorgane♀ Mens zu früh, reichlich, lang anhaltend.
AtemwegeKrampfhaftes doppeltes Einatmen, Schluchzen. Kitzeln und Stechen in der Luftröhre.
ExtremitätenGelenkknacken, leichtes Verstauchen der Knöchel, Gelenksteifigkeit. Blutergüsse (und Ekchymosen) mit anhaltender Verfärbung nach Verletzung. Akute rheumatische Beschwerden (Gelenke geschwollen, warm, blass). Schmerzen besser durch kalte Anwendungen. Rheumatismus von unten nach oben aufsteigend. Schmerzen in der li. Schulter begleitet von Schmerzen in der re. Hüfte. Gichtige, schmerzhafte Knotenbildung in den Gelenken. Gicht des Großzehengrundgelenks. Schmerzhafte Schwellungen (Knie, Unterschenkel, Füße). Schmerzhaft empfindliche Fußsohlen. Katzenbiss am Daumen. Kalte Glieder, aber Bettwärme unerträglich und verschlechtert. Warmer Fußschweiß.
SchlafSchlaflosigkeit mit Ruhelosigkeit (unruhige Träume).
Frost, Fieber, SchweißAllgemein Kälte mit Hitze des Gesichts. Durstlos im Fieber.
HautBiss- oder Stichverletzungen (auch bei Insektenstichen). Betroffene Körperpartien weiß, geschwollen, kalt (fühlen sich für den Patienten aber warm an). Arthritische Knotenbildung. Abszesse (kalte Anwendungen bessern). Panaritium.
AllgemeinsymptomeBisswunden, Stichwunden, Wunden durch scharfe Instrumente. Quallenbisse oder Stiche von Seeanemonen. Schmerzen brennend und stechend. Tetanie (mit Zucken der Muskeln nahe der Wunde). Von unten nach oben aufsteigende Lähmungen. Frostig, kalte Anwendungen amel. allgemein und lokal. Symptome diagonal, links oben und rechts unten (z. B. Gelenkschmerzen).
MiasmenPsora, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arn., Sep., Sulph., Ther., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Bell., Bry., Chel., Puls., Rhus-t., Sulph., Sul-ac.

  • Unverträglich mit: Chin.

  • Antidotiert von: Camph., Coff., Ip., Op., Rhus-t.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Bry., Rhus-t., Sec.

Lycopodium (Lyc.)

Viktoria Korenika
#LycopodiumBärlapp-Staub; Lycopodium clavatum; Keulen-Bärlapp; HAB: Lycopodium clavatum
Betroffene OrgansystemeVerdauungsorgane, Atemwege, Harnwege, Gemüt, rechte Seite, von rechts nach links wandernd, von oben nach unten.
CausaSchreck. Kummer. Zorn. Ärger. Angst. Überheben.
Modalitäten
  • Agg.: 16–20 Uhr, nachts, morgens beim Erwachen, Zorn, Schreck, Ärger, Berührung, Wärme, links Liegen, nach Essen, Zwiebeln, Austern.

  • Amel.: nach Mitternacht, fortgesetzte Bewegung, Aufdecken, Entblößen, warme Speisen und Getränke, frische Luft.

Allgemeine DarstellungPolychrest für akute und chronische Krankheiten, v. a. bei Kindern und alten Menschen. Schmächtige Personen mit schwachen Muskeln, geistig aber leistungsfähig. Erkrankungen entwickeln sich langsam.
Verdauungsschwäche. Jede Mahlzeit führt zu Verdauungsproblemen. Im Darm gärt es, was zu Auftreibung, Aufstoßen und Blähungen führt. Abmagerung trotz großem Appetit, von oben nach unten. Gesicht und Oberkörper mager, Bauch, Hüften und Beine lagern Wasser und Fett ein. Gesicht blass, faltig, alt aussehend, schon bei Säuglingen. Leber- und Lungenerkrankungen.
Wichtigstes psychisches Merkmal ist mangelndes Selbstvertrauen, ein immerwährendes Gefühl der Unzulänglichkeit. Nach außen werden diese Gefühle kompensiert und sind oft schwer erkennbar. Rechtsseitige Symptome bzw. Beginn rechts mit Ausbreitung nach links. Mangel an Lebenswärme, aber Verschlimmerung durch Wärme und Verlangen nach frischer Luft. Häufig Erkältung und Harnwegserkrankung mit Steinbildung. Muskel- und Gelenkschwäche, arthritische und gichtige Schmerzen.
Geist und GemütMangel an Selbstvertrauen, Angst zu versagen. Das Bild, das der Patient nach außen abgibt, ist ihm sehr wichtig. Der Intellekt ist überbetont. Zurückhaltend und introvertiert oder auch egoistisch und machthungrig. Im Kreis vertrauter Menschen diktatorisch und tyrannisch, muss immer Recht haben, gegenüber Autoritäten unterwürfig und feige.
Angst vor Verantwortung, neuen Aufgaben, öffentlichen Auftritten. Vermeidung von Verpflichtungen, auch in Beziehungen. Bindungsangst mit oberflächlichen Sexualkontakten.
Empfindlich, ängstlich, misstrauisch. Angst vor Dunkelheit, Alleinsein, Menschen. Furcht v. a. Neuem. Klaustrophobie. Sorgen um die Gesundheit. Melancholie, v. a. morgens. Reizbar, verdrießlich, geizig, habsüchtig.
Nachlassen der geistigen Funktionen, Buchstaben oder Worte werden verwechselt, Gedächtnisverlust, Präsenilität.
Ängstliche Kinder, schreckhaft, vorsichtig, schüchtern. Reizbar und ärgerlich morgens beim Erwachen. Sie fürchten sich Fehler zu machen, ausgelacht zu werden. Konzentrationsschwierigkeiten. Legasthenie. Erwartungsangst. Lampenfieber. Zu Hause eigensinnig, aufbrausend, tyrannisch, zu Fremden nett und zuvorkommend. Anämische Kinder mit schmächtigem Körper und aufgetriebenem Bauch.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, schlimmer rechts, von 16–20 Uhr, nach Hinlegen, in Bettwärme, durch unregelmäßiges Essen. Aufdecken oder frische Luft. Kopfbedeckung ist unerträglich.
Haarausfall, vorzeitiges kahl werden. Frühes Ergrauen. Nässende Hautausschläge auf dem Kopf und hinter den Ohren. Säuglingsekzem. Milchschorf.
AugenMatt, trüb, eingefallen mit blauen Augenringen. Konjunktivitis, morgens verklebte Lider. Eingerissene Augenwinkel. Gerstenkörner am inneren Augenwinkel. Hemianopsie, Federnsehen, Sehverschlechterung im Zwielicht und nachts. Augen im Schlaf halb offen.
OhrenGeräusch- und kälteempfindlich. Otitis media, rechts. Otorrhoe, dick, gelb, übel riechend. Nässendes, krustenbildendes Ekzem an und hinter den Ohren. Risse hinter den Ohren. Schwerhörigkeit mit Ohrgeräuschen. Taubheit und Otorrhoe nach Scharlach.
NaseChronischer Katarrh. Stockschnupfen mit schmerzender Nasenwurzel, schlimmer nachts. Ulzerierte Nasenflügel. Nasenbluten. Fächerartige Bewegung der Nasenflügel bei Asthma, Pneumonie, Gehirnerkrankungen.
Nasenverstopfung bei Säuglingen. Schniefen bei Neugeborenen.
GesichtBlass, gelb, fahl, eingefallen, faltig, Tiefe Stirnfalten, Furchen in den Wangen, blaue Augenringe. Ängstlicher, angespannter Gesichtsausdruck, altes Aussehen. Sommersprossen. Wunde Lippen und Mundwinkel. Herpes labialis.
Herabfallen des Unterkiefers bei Fieber, im Schlaf.
Mund und ZähneMund und Zunge trocken, ohne Durst. Mundgeruch, bitterer Geschmack, morgens. Bläschen und Geschwüre auf der Zunge. Sprache undeutlich.
Zähne berührungsempfindlich, schmerzhaft. Karies und Lockerung der Zähne. Zähneknirschen. Schmerzen, Bluten, Ulzeration des Zahnfleisches.
Kinder haben den Mund offen, lutschen Daumen, brauchen einen Schnuller.
HalsTrocken, ohne Durst. Gefühl einer aufsteigenden Kugel im Hals. Halsentzündung mit Wundheit, Eiterung, Ulzeration. Warme Getränke bessern, kalte verschlechtern. Laryngitis, Pharyngitis, Angina, Tonsillitis, Peritonsillarabszess rechts oder Beginn rechts und Ausbreitung nach links. Scharlach, Mononukleose, Torticollis.
VerdauungstraktGroßer Hunger, aber nach wenigen Bissen satt. Heißhunger nachts. Durstlos. Verlangen nach Süßigkeiten, warmen Speisen und Getränken, Kaltes ist unverträglich. Schalentiere (Austern), blähende Speisen, Vollkornbrot, Milch, Wein sind unverträglich. Verdauungsschwäche, Völle und Schwere schon nach wenig Essen. Schmerzhafte Auftreibung des Bauches, empfindlich gegen Kleiderdruck. Sodbrennen. Aufstoßen sauer, danach besser. Angst wird im Magen gespürt.
Störung der Leberfunktion, Schmerzen im re. Oberbauch, mit Rückenschmerzen. Akute oder chronische Hepatitis. Chronische Lebererkrankung mit Aszites. Gallensteine, -kolik.
Blähungen schmerzhaft. Abgang von Flatus bessert. Obstipation, Diarrhoe, auch abwechselnd. Vergeblicher, schmerzhafter Stuhldrang mit wenig Stuhl. Stuhl zu Beginn hart, dann weich oder flüssig. Kolitis. Krämpfe in Mastdarm und After. Schmerzhafte Hämorrhoiden. Peritonitis. Säuglingskoliken von 16–20 Uhr. Obstipation bei Säuglingen. Leistenhernien rechts, bei Säuglingen Hernien durch Schreien. Windeldermatitis.
HarnwegeNierengrieß, -steine, -kolik, rechtsseitig. Sediment rot, sandartig (Ziegelmehlsediment) bei Säuglingen. Urin scharf, wundmachend. Nephritis. Pyelitis. Häufiger, schmerzhafter Harndrang, Wasserlassen erschwert. Kinder weinen oder schreien vor und beim Wasserlassen. Harnverhalt. Polyurie nachts. Enuresis. Akute und chronische Zystitis. Blasensteine.
Geschlechtsorgane
  • Sexualtrieb vermehrt, vermindert, Impotenz. Neigung zu kurzem, oberflächlichem Sexualkontakt ohne feste Bindung. In festen Beziehungen oft vorzeitiger Samenerguss oder Impotenz. Entzündung, Vergrößerung der Prostata. Hautausschläge und Ulzera der Genitalien. Hodenhochstand bei Kindern.

  • ♀ Verminderter Sexualtrieb, Abneigung gegen Koitus. Trockenheit der Vagina, Schmerzen bei Koitus. Menstruation zu spät, zu reichlich, zu lang. Dysmenorrhoe mit Melancholie, Frost, Kopfschmerzen. Amenorrhoe durch Schreck. Fluor scharf, gussweise. Flatus aus der Vagina. Herpes genitalis, breitet sich auf die Schenkel aus. Kondylome, Polypen, Geschwüre. Ovariitis rechts. Rechtsseitige Ovarialzysten und -tumoren.

AtemwegeDyspnoe durch Flatulenz. Tiefer, hohler, trockener Husten, nachts. Asthma. Fortgeschrittene oder verschleppte Pneumonie der rechten Lunge mit Nasenflügelatmung, Rasseln in der Brust und gelb-grünem Auswurf.
Brust, RückenHerzklopfen, schlimmer abends und nachts. Kann nicht links liegen. Rheumatische Herzerkrankung. Aneurysma. Verhärtung, Knoten und Geschwüre der Mammae.
Brennende Rückenschmerzen, zwischen den Schulterblättern. Rückenschmerzen bei Leberstörung. Leichtes Verheben. Torticollis, Lumbago.
ExtremitätenKalte Extremitäten, ein Fuß kalt (rechts), der andere warm. Brennen der Fußsohlen. Haut an den Fersen trocken, aufgesprungen. Aggressiver, übel riechender Fußschweiß. Fußpilz. Warzen an Händen und Fingern. Ulcus cruris.
Hüftschmerzen und Ischias rechtsseitig, zu Beginn der Bewegung schlechter, bei fortgesetzter Bewegung besser, kann nicht auf der schmerzenden Seite liegen.
Unruhe in den Beinen. Schwellung und Steifheit der Knie, rheumatoide Arthritis. Gicht. Podagra rechts.
SchlafSchläfrigkeit mit intensivem Gähnen. Erwacht morgens erschöpft und schlecht gelaunt. Träume vom Versagen, von Wasser, erotische Träume. Schläft mit halb offenen Augen, mit offenem Mund.
Frost, Fieber, SchweißFrostig, vor Menstruation. Nachtschweiß am Oberkörper. Schweiß klebrig, Geruch nach Zwiebeln, sauer.
HautTrocken, brennend, unfähig zu schwitzen. Hautjucken, schlimmer bei Wärme. Sommersprossen und Leberflecke. Hautausschläge beginnen rechts und wandern nach links. Akne, mit grünlicher Absonderung an Schultern und Nacken. Neurodermitis. Furunkel, Abszesse, Ulzerationen, Tumoren. Scharlach.
AllgemeinsymptomeKinder und alte Menschen. Körperliche Schwäche bei starker Geisteskraft, Empfindliche Menschen mit wenig Vertrauen in ihre Fähigkeiten, Furcht vor Verantwortung. Introvertierte Personen oder herrische Machtmenschen. Welkes Äußeres, Säuglinge sehen alt aus.
Schwache Verdauung. Abmagerung, v. a. im Gesicht, Hals und Oberkörper. Viel Hunger, kann aber nur kleine Mengen essen. Beschwerden nach Essen: aufgetriebener Bauch, lautes Kollern, saures Aufstoßen, schmerzhafte Blähungen. Leberleiden mit Neigung zu Wassersucht.
Symptome rechts oder Beginn rechts mit Ausbreitung nach links. Verschlechterung von 16–20 Uhr. Infekte der oberen Atemwege. Erkrankungen der Lunge. Harnsaure Diathese. Steinleiden.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Zyklus: Sulph. → Calc. → Lyc. (→ Sulph.); Puls. → Lyc. → Kali-c.

  • Ergänzungsmittel: Calc., Carb-v., Chel., Chin., Coloc., Dulc., Graph., Hydr., Ign., Iod., Ip., Kali-c., Kali-i., Lach., Phos., Puls., Rhus-t., Sil., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Anac., Apis, Bell., Bry., Carb-v., Chel., Colch., Dros., Dulc., Graph., Hydr., Hyos., Kali-c., Lach., Led., Nux-v., Phos., Puls., Sep., Sil., Stram., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Coff., Nux-m., Zinc.

  • Antidotiert von: Acon., Camph., Caust., Cham., Chin., Coff., Graph., Lach., Nux-v., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Carb-v., Sulph.

Medorrhinum (Med.)

Henning Droege
#MedorrhinumSykosin; eitriges Urethralsekret einer akuten, unbehandelten Gonorrhoe (Nosode); Trippernosode
Betroffene OrgansystemeGemüt, Nerven, Schleimhäute, Urogenitalsystem.
CausaGonorrhoe, Feigwarzen (auch in der Familienanamnese), unterdrückte Gonorrhoe.
Modalitäten
  • Agg.: von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang, am frühen Morgen (3–4 Uhr), Gewitter, Zugluft, Sonne, Bettwärme, beim Betreten eines warmen Zimmers.

  • Amel.: am Meer, abends, Absonderungen, Bauchlage.

Allgemeine DarstellungHauptantisykotikum, angezeigt bei chronischen Folgen von Gonorrhoe, nach Unterdrückung von Gonorrhoe, sykotischer Familienanamnese. Äußerst wechselhafte Symptome mit besonderer Heftigkeit. Die Symptomatik kann von einem Extrem in das andere fallen. Empfindliche Menschen, die emotional von großer Schüchternheit bis zur überwältigenden Leidenschaft alles bieten.
Sykotische Kinder mit Gedeihstörungen, schwächlich, blass, leiden von Anfang an unter Beschwerden wie Ekzemen, Katarrhen, Asthma.
Allgemeine Besserung am Meer, durch Absonderungen. Ausscheidungen aller Schleimhäute, reichlich, mit fischigem Geruch. Steife, geschwollene, rheumatische Glieder.
Geist und GemütNervosität, Unstetigkeit, Impulsivität, Extreme (Beruf, Sport, Sexualität, Sucht), Bedürfnis nach „Leben pur“. Empfindungen sind intensiv, Schmerzen unerträglich. Erregung beim Sprechen, Weinen beim Sprechen über die eigenen Probleme. Konzentrationsstörungen, verliert beim Sprechen ständig den Faden, springt von einem Thema zum anderen. Fehler beim Sprechen und Schreiben. Vergisst Namen. Eile und Ungeduld, die Zeit vergeht viel zu langsam. Nägelkauen.
Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Ahnt Ereignisse voraus, Hellsichtigkeit. Irreales Gefühl, wie im Traum. Verzweifeltes, wildes Gefühl mit der Angst, verrückt zu werden. Meint, dass jemand neben oder hinter ihm steht, verfolgt zu werden, sieht nicht vorhandene Dinge, Gespenster, Ratten. Furcht im Dunkeln, Erwartungsspannung, Prüfungsangst, Furcht vor einem Unglück, vor Krankheit. Meint, sterben zu müssen und sagt seinen Tod voraus. Suizid durch Schusswaffen.
Kinder sind empfindlich oder aggressiv, schüchtern oder wütend, gewalttätig, übertrieben tierlieb oder quälen Tiere usw. Verhaltensstörungen. Frühzeitige sexuelle Entwicklung.
Kopf und SchwindelWandernde Kopfschmerzen, zum Wahnsinnigwerden, Patient kann weder lesen noch denken. Migräne. Haar trocken und spröde, widerspenstig. Ausschläge, Krusten auf dem Kopf, Jucken der Kopfhaut.
AugenNeuralgische Schmerzen im Augapfel. Verklebte Augenlider morgens. Blepharitis. Schwellung der Unterlider, Tränensäcke. Sehtrübung, Doppeltsehen, dunkle Punkte tanzen vor den Augen. Sehen von nicht vorhandenen Dingen.
OhrenJucken, Krabbeln, stechende Schmerzen in den Ohren. Eitrige Ohrlöcher. Hörminderung, Taubheit. Hören von Stimmen.
NaseChronischer Katarrh der Nase und des Rachens, seit dem Säuglingsalter. Schleim fließt aus den Choanen in den Rachen. Jucken und Kribbeln in der Nase. Schnupfen mit Geruchs- und Geschmacksverlust.
GesichtBlasses, wächsernes Gesicht, grau-grünlich. Neuralgie im Ober- und Unterkiefer. Sommersprossen. Akne, Hautausschläge schlimmer während Menstruation. Lippenhherpes.
Mund und ZähnePusteln, Aphthen, Geschwüre auf der Zunge, innen an der Lippe, an den Wangen. Speichelfluss im Schlaf. Mundgeruch am Morgen. Zähne empfindlich, schlecht, zu weich.
HalsRachenschleim, der von den Choanen herabfließt.
VerdauungstraktHeißhunger nach dem Essen, Durst auf kalte Getränke. Verlangen nach Stimulanzien, Fett, Salz, süßen und sauren Speisen, Eis, unreifen Früchten, Orangen.
Obstipation, kann Stuhl nur beim Rückwärtsbeugen entleeren. Kugeliger Stuhl mit dem Gefühl, als ob ein Knollen am Sphinkter säße. Afternässen, mit üblem Geruch wie Fischlake. Jucken des Afters, feuerroter Anus. Windeldermatitis mit feuerrotem Hautausschlag um den After. Diarrhoe bei Säuglingen und Kleinkindern.
HarnwegeUrethritis. Chronische schleimige Absonderung aus der Harnröhre. Zystitis bei neuem Sexualpartner, rezidivierende oder chronische Zystitis.
Scharfer, wund machender Urin bei Säuglingen. Enuresis nocturna.
Geschlechtsorgane
  • Starker Sexualtrieb. Masturbation bei Kindern. Nächtliche Pollutionen mit nachfolgender Schwäche. Schleimiger Ausfluss aus der Harnröhre. Impotenz. Prostata vergrößert. Prostatitis. Orchitis. Epididymitis. Unterdrückte Gonorrhoe. Kondylome.

  • ♀ Sexualtrieb verstärkt, Nymphomanie. Reichliche Menses, dunkel, klumpig, übelriechend. Dysmenorrhoe mit wehenartigen Schmerzen. Wund machender, juckender Fluor mit üblem Geruch wie nach Fisch. Jucken der Genitalien. Vaginale Infektionen. Chronische Vaginitis. Brüste und Brustwarzen empfindlich und schmerzhaft bei Berührung, Brüste und Brustwarzen kalt wie Eis. Chronische oder unterdrückte Gonorrhoe. Sterilität. Sykotische Warzen, Condylomata acuminata, Herpes genitalis. Bösartige Uterus- oder Ovarialerkrankungen.

AtemwegeAsthma, bei Kindern, bei nasskaltem Wetter. Asthma mit Ekzemen. Husten, Asthma, Atemnot in Knie-Ellenbogen-Lage oder durch Bauchlage besser.
Brust, RückenHerzschmerzen, in den linken Arm ausstrahlend. Herzerkrankungen in der Familienanamnese. Angina pectoris, bei jungen Menschen.
ExtremitätenArthritis und Rheumatismus nach unterdrückter Gonorrhoe. Ischialgie. Schmerzen und Unruhe in den Beinen, kann sie nicht stillhalten. Zittern der Glieder. Fußgelenke geschwollen, Ödeme an den Knöcheln und Füßen. Schwäche der Fußgelenke. Krämpfe in den Fußsohlen, Waden, nachts.
Brennen der Hände und Füße mit entblößen. Fußsohlen sind sehr empfindlich, wund, Laufen agg. Kinder mit heißen Füßen, laufen gerne barfuß. Nägelkauen (an Fingern und Zehen).
SchlafSchlaf in Knie-Ellenbogen- oder in Bauchlage.
Frost, Fieber, SchweißFrost den Rücken herauf und hinunter.
HautKupferfarbene Flecken. Hautjucken, nachts, beim Darandenken. Hautausschläge an den Fingern und Fußsohlen. Übler Körpergeruch. Ekzeme, bei Säuglingen. Feuerroter Ausschlag um den After bei Säuglingen. Warzen, juckend, weich, Kondylome.
AllgemeinsymptomeChronische Katarrhe, Asthma oder Ekzeme von Kindheit an. Erkältungsneigung, trotzdem Verlangen nach frischer Luft. Gonorrhoe in der Vorgeschichte. Unterdrückte Gonorrhoe. Besserung durch Aufenthalt am Meer. Besserung am Abend („Nachtmenschen“). Absonderungen bessern allgemein. Absonderungen reichlich, dünn, scharf, mit fischartigem Geruch.
Hitzige Menschen, emotional und physisch.
Rheumatismus. Arthritis. Chronische Erkrankung der Genitalien. Kondylome, Feigwarzen. Tumoren.
MiasmenSykosis.

Hinweis aus der Literatur: Bei fortgeschrittener Herzerkrankung oder bei über 60-jährigen Patienten nicht höher als C 200 geben.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Psor., Sulph., Syph., Thuj., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Ip., Sulph., Thuj.

  • Antidotiert von: Ip.

  • Vergleiche: Bar-c., Nat-m., Psor., Thuj.

Mercurius iodatus flavus (Merc-i-f.)

Thomas Lorz
#Mercurius iodatus flavusHydrargyrum jodatum flavum, Mercurojodid, Quecksilberjodür; Quecksilber(I)-iodid; Hg2I2
Betroffene OrgansystemeObere Atemwege.
CausaKalte Zugluft während des Schwitzens; kaltes, feuchtes Wetter, Frühling.
Modalitäten
  • Agg.: Gerüche, Aufrichten, warme Getränke, Liegen auf der linken Seite, Berührung, Druck, Nachts, vor 1 Uhr, beim Erwachen, Ruhe, Im Frühling, kaltes und feuchtes Wetter.

  • Amel.: kalte Getränke, im Freien.

Allgemeine DarstellungMercurius iodatus flavus ist angezeigt, wenn die Indikation für Mercurius solubilis gegeben ist und die Beschwerden vorwiegend rechtsbetont sind. Eine wichtige Rolle spielt dieses Mittel bei Halsbeschwerden mit stark geschwollenen Lymphknoten und dickem, schmutzig gelbem Zungenbelag. Berührung und Druck verschlechtern die Symptome.
Geist und GemütGemütsbild von Mercurius solubilis (die destruktiven und gewalttätigen Eigenschaften sind allerdings weniger stark ausgeprägt). Es besteht ein hohes Energieniveau mit Reiselust und dem Verlangen nach Beschäftigung. Fühlt sich sehr lebendig, pfeift, singt. Fröhlich, lebhaft, gutmütig, gesprächig, im Freien heiter, im warmen Zimmer abgestumpft, niedergeschlagen. Launenhaftigkeit, Hang zur Destruktivität.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, beim Erwachen am Morgen, am Scheitel, auf der rechten Seite. Jucken der Kopfhaut.
AugenPhotophobie, schwarze Stäubchen vor den Augen, Glaskörpertrübung. Klopfende, nächtliche Schmerzen. Keratitis.
OhrenSchmerzen im äußeren Gehörgang des rechten Ohrs, stechend pochender Schmerz.
NaseSchmerz an der Nasenwurzel, am Septum. Schnupfen mit reichlicher Schleimabsonderung.
GesichtKnochenschmerzen, Schwellung und Verhärtung der Speicheldrüsen.
Mund und ZähneZähneknirschen, Zahnschmerzen. Belegte Zunge, dick, gelb, an der Zungenwurzel, Spitze und Ränder können rot, Zahnabdrücke. Mundtrockenheit, Mundgeruch.
HalsTonsillitis rechts. Käsige Exsudate, stinkender Atem, zäher Schleim, Kloßgefühl, dauernde Neigung zu schlucken.
VerdauungstraktDurst auf saure Getränke. Übelkeit, Ekelgefühl beim Anblick von Speisen. Magenschmerzen. Drückender Schmerz in der Lebergegend. Nächtlicher Stuhldrang.
HarnwegeDunkler Urin.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Ulzera, Hautausschläge.

  • ♀ Gelblicher Fluor, bei jungen Mädchen und Kindern. Schwangerschaftsübelkeit, morgens.

AtemwegeStimmverlust, Heiserkeit, Husten.
Brust, RückenSchmerzen, Herzrhythmusstörungen.
ExtremitätenSteifigkeitsgefühl, Taubheitsgefühl. Dumpfe, bohrende Schmerzen in den Beinen.
SchlafSchlaflosigkeit, Albträume.
Frost, Fieber, SchweißFrost, anfallsartig, Zittern am ganzen Körper.
HautPruritus.
AllgemeinsymptomeSchmerzen von rechts nach links, passive Bewegung verschlechtert, Druck bessert. Müdigkeitsgefühl.
MiasmenSyphilis.

Bei Scharlach folgt Mercurius iodatus flavus gut auf Lachesis.

Arzneimittelbeziehungen
  • Antidotiert von: Hep., Lyc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Lyc., Merc.

Mercurius iodatus ruber (Merc-i-r.)

Thomas Lorz
#Mercurius iodatus ruberHydrargyrum bijodatum, Mercurius bijodatus; Quecksilber(II)-iodid; HgI2; HAB: Hydrargyrum bijodatum
Betroffene OrgansystemeObere Atemwege.
CausaDurchnässung. Wetterwechsel.
Modalitäten
  • Agg.: nach dem Schlafen, nach dem Mittagessen, nachmittags, abends, Berührung, Druck.

  • Amel.: Frische Luft (Kopfbeschwerden).

Allgemeine DarstellungAn Mercurius iodatus ruber sollte man denken, wenn die Indikation für Mercurius solubilis gegeben ist, und die Beschwerden vorwiegend linksbetont sind. Es wirkt stärker auf Lymphdrüsen und Zellgewebe als Mercurius solubilis, ist aber sonst sehr ähnlich.
MiasmenSyphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Antidotiert von: Hep.

  • Kollaterale Arzneimittel: Lach.

Mercurius solubilis aut vivus (Merc.)

Henning Droege
#Mercurius solubilis aut vivusMercurius solubilis Hahnemanni, Hydrargyrum oxydulatum nigrum Hahnemanni; Quecksilber(II)-amidonitrat und metallisches Quecksilber; Schwarzes Quecksilberoxyd, Quecksilber
Betroffene OrgansystemeHaut, Schleimhäute, Lymphknoten, Nervensystem, Genitalien, Gelenke, Knochen.
CausaUnterdrückung von Absonderungen (z. B. Fußschweiß), Quecksilbervergiftung, Schreck,
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Bettwärme, vor dem Einschlafen, kaltes oder feuchtes Wetter, Wetterwechsel, Schweißausbruch, Liegen auf der rechten Seite, Berührung, Druck, Schnäuzen der Nase, Erkälten, künstliches Licht, Schein eines Feuers, beim Schwitzen, vor dem Stuhlgang, während und nach dem Urinieren, Bewegung und Gehen, die geringste Anstrengung, abends.

  • Amel.: morgens, nach dem Hinlegen, Koitus, Weinen.

Allgemeine DarstellungHahnemanns Hauptmittel für die Syphilis bzw. das syphilitische Miasma hat eine großes Wirkungsspektrum und passt sowohl für akute, entzündliche Krankheiten (häufig bei Kindern), als auch für schleichende, chronische Erkrankungen (syphilitischen Ursprungs). Mercurius-solubilis-Menschen sind blass, müde, schwach, zittrig und neigen zu vermehrtem Schwitzen. Es fehlt die Kraft für eine gesunde Reaktion auf Umweltreize. Extreme Temperaturempfindlichkeit, weder Wärme noch Kälte werden vertragen, am besten bekommen gemäßigte Temperaturen. Alle Symptome verschlechtern sich nachts und durch Bettwärme. Drüsenschwellung, bei jeder Erkältung, mit Eiterneigung. Alle Absonderungen sind reichlich und übel riechend. Übler Mundgeruch, Speichelfluss, Zahnabdrücke an den Zungenrändern (Vergiftungsbild von Quecksilber), Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündungen. Übel riechender, klebriger Schweiß, Schwitzen agg.
Generelle Entzündungs- und Eiterneigung. Absonderungen dünn, scharf, wund machend, gelb, grün, dick, mild.
Geist und GemütMenschen, die auf minimale Reize stark reagieren. Häufiger Stimmungswechsel, geistig und körperlich unruhig, gereizt, viele Ängste (v. a. um ihre Gesundheit). Introvertiert und misstrauisch, intensive Emotionen, die zurückgehalten werden. Unfähig zu denken, sich zu konzentrieren. Antwortet einsilbig, braucht lange zum Antworten. Unberechenbare Heftigkeit, Gewalttätigkeit, Impuls zu töten, mit oder beim Anblick von einem Messer (kontrolliert diesen Impuls lange Zeit). Furcht, den Verstand zu verlieren. Suizidgedanken (Messer), beim Anblick von Messern. Depression. Paranoia.
Frühreife Kinder, schüchtern oder unruhig („quecksilbrig“), impulsiv, aggressiv, wollen kämpfen. Neigung mit Körperausscheidungen zu spielen oder sie in den Mund zu nehmen.
Kopf und SchwindelReißende Kopfschmerzen, in den Schläfen, im Gesicht, den Zähen, den Ohren, Bandgefühl um den Kopf, schlimmer durch Zugluft. Spannung und Schmerzen auf der Kopfhaut, schlimmer bei Berührung. Haarausfall. Kopfrollen, Kopfschweiß nach Scharlach oder Masern. Meningitis. Hydrozephalus.
AugenLider geschwollen, gerötet. Augenkatarrh mit Tränenfluss, scharf, wundmachend. Schleim und Eiter aus den Augen. Hornhaut und Bindehaut entzündet, mit Geschwüren, Bläschen. Fotophobie, bei Schnupfen, bei Feuerschein. Iritis.
OhrenReißende, stechende Schmerzen, mit Rauschen, Schwerhörigkeit. Schmerzen, schlimmer nachts, durch Wärme. Absonderung blutig, übel riechend, eitrig. Akute und chronische Otitis media. Unterdrückte Otorrhoe nach Scharlach.
NaseFließschnupfen, mit Niesen, wund machender, scharfer, grüner, gelber, eitriger, blutiger Absonderung. Wunde Nasenlöcher. Verstopfung der Nase durch geschwollene Schleimhäute. Niesen durch Sonnenlicht. Nasenbluten, bei Kindern. Karies der Nasenknochen.
GesichtTeigig, geschwollene Tränensäcke, blass, schmutzig, erdfarben. Reißen, Empfindlichkeit gegen Zugluft. Gesichtsneuralgien. Akne mit Eiterung und Narbenbildung. Parotitis. Mumps.
Mund und ZähneSchleimhautschwellung, Entzündung, Ulzeration von Lippen, Zunge, Wangen, Gaumen. Aphthen.
Zunge schlaff, geschwollen, schmutzig gelb, weiß belegt. Zittern der Zunge beim Herausstrecken, Sprechen wegen Entzündung erschwert. Zahnabdrücke an den Zungenrändern. Geschmack süßlich, metallisch, salzig, faul. Überreichlicher Speichelfluss, übler, fauliger Geruch aus dem Mund.
Zahnfleisch geschwollen und schwammig, geschwürig, leicht blutend, löst sich von den Zähnen ab.
Zahnschmerzen, die bis zu den Ohren ausstrahlen, schlimmer, in Bettwärme, durch heiße oder kalte Speisen. Zähne kariös, lockern sich, fallen aus, insbesondere die Backenzähne. Eiterung und Abszesse der Zahnwurzeln. Erschwerte, schmerzhafte Zahnung bei Kindern.
HalsHalsschmerzen, stechend. Gefühl eines feststeckenden Fremdkörpers mit ständigem Drang zu schlucken. Schwellung der Tonsillen und der Halslymphknoten. Eitrige Angina. Pharyngitis. Laryngitis.
VerdauungstraktLeberschmerzen, Vergrößerung, Verhärtung, schlimmer beim Liegen auf der rechten Seite. Hepatitis. Ständiger Stuhldrang, häufige, kleine, grünliche Entleerungen. Stühle mit reichlich Schleimabgang, blutig. Anhaltender Stuhldrang nach Stuhlgang, Gefühl, als ob man nie fertig würde. Tenesmen, nach dem Stuhlgang, mit Frösteln. Colitis ulcerosa. Scharfe, ätzende Stühle, wunder After. Hämorrhoiden mit Wundheit und Nässen.
HarnwegeSchmerzhafter Harndrang, Brennen zu Beginn des Wasserlassens. Entzündung der Harnröhre mit grünlicher, eitriger Absonderung. Meatus rot, wund. Nachts tropfenweiser Abgang von blutigem und eitrigem Schleim. Urin spärlich, dunkelrot und scharf, mit Eiweiß. Anurie.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Brennende, grünlich eitrige Absonderung aus der Harnröhre. Blasen, Geschwüre, weicher Schanker der Genitalien. Orchitis. Nächtliche Pollutionen, mit Blut vermischt. Kälte der Genitalien. Kinder fassen häufig an die Genitalien. Gonorrhoe.

  • ♀ Reichliche Menstruation mit Bauchschmerzen. Scharfer, grünlich blutiger, dicker, weißer Fluor mit Brennen, Wundheit, Schwellung der Genitalien. Fluor bei kleinen Mädchen. Stechende Schmerzen in den Ovarien. Neigung zu Fehlgeburt. Schlechte oder mit Blut vermischte Muttermilch, die vom Säugling abgelehnt wird.

AtemwegeTrockener Husten, mit Schmerzen in der Brust, schlimmer nachts, in der Bettwärme. Auswurf tagsüber gelblich, schleimig-blutig, salzig. Keuchhusten mit Nasenbluten. Asthma. Pneumonie des rechten Lungenunterlappens.
Brust, RückenMilchabsonderung während, statt Menstruation.
ExtremitätenSteife, schmerzende Muskeln und Gelenke, schlimmer nachts, mit übel riechendem Schweiß. Schwäche mit Unruhe, Zittern, Zucken, schlimmer an den Händen. Paralysis agitans. Schmerzhafter Fingerkrämpfe, zieht die Finger ein. Juckreiz, Kälte, Schweiß an Füßen und Händen. Ödematöse Schwellung der Füße und Beine. Schmerzen in der Tibia, schlimmer bei Berührung. Geschwollene, entzündete Leistenlymphknoten. Nächtliche Knochenschmerzen. Knochenhautentzündung. Osteomyelitis. Exostosen. Rachitis. Gicht. Rheumatismus.
SchlafTagsüber schläfrig, nachts schlaflos, durch Blutwallungen, Unruhe, Angst Albträume. Nachtschweiß. Speichelfluss im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißUnverträglichkeit von Hitze und Kälte („menschliches Thermometer“). Frieren mit Hitze im Wechsel. Aufsteigender Frost abends und nachts. Frieren im Bett nach dem Hinlegen, später Hitze. Übel riechender, öliger Schweiß, der die Beschwerden sogar verschlechtert. Schweiß färbt die Wäsche gelb.
HautFeuchte, juckende Haut, Entzündung, Eiterung, Verkrustung. Alle Formen von Ausschlägen, nässend, wund: Akne, Pusteln, Ekzeme, Urtikaria, Erysipel, Erythem, Pyodermie. Geschwüre mit speckigem Grund und unscharfen Rändern. Milchschorf. Masern. Windpocken. Alle Hautsymptome verschlimmern sich nachts und durch Bettwärme. Übel riechende, gelb färbende Schweiße, nachts.
AllgemeinsymptomeSyphilitische Symptomatik. Allgemeine Verschlimmerung nachts, besonders in der Bettwärme. Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärme. Kalte Lymphknotenschwellungen und -verhärtungen. Lymphknotenentzündungen, bei Kindern. Neigung aller Gewebe zu Schwellung, Entzündung, chronischer Eiterung. Unterdrückte Absonderungen, Eiterungen, mit chronischen Folgen. Ulzerationen der Schleimhäute (Aphthen). Reichliche, wund machende Absonderung aller Schleimhäute. Absonderungen übel riechend, fötider Mundgeruch. Zittern der Glieder.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Aur., Bad., Bell., Hep., Sep., Sulph., Syph., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Apis, Ars., Asaf., Bell., Calc., Calc-p., Carb-v., Chin., Dulc., Guaj., Hep., Iod., Kali-i., Lyc., Mur-ac., Nit-ac., Phos., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph., Thuj.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Sil.

  • Antidotiert von: Alum., Ang., Ant-c., Aran., Arn., Ars., Asaf., Aur., Bell., Bry., Calad., Calc., Camph., Caps., Carb-v., Caust., Chin., Cina, Clem., Con., Cor-r., Cupr., Daph., Dulc., Ferr., Guaj., Hep., Hydr., Hyos., Iod., Iris., Kali-bi., Kali-chl., Kali-i., Kali-m., Lach., Lyc., Mag-m., Mez., Mur-ac., Nit-ac., Nux-m., Nux-v., Op., Phyt., Podo., Rat., Ruta, Sars., Sep., Spig., Staph., Still., Stram., Sulph., Ter., Thuj., Valer.

  • Kollaterale Arzneimittel: Kali-i.

Natrium muriaticum (Nat-m.)

Henning Droege
#Natrium muriaticumNatrum muriaticum, Kochsalz; Natriumchlorid; NaCl; HAB: Natrium chloratum
Betroffene OrgansystemeGemüt, Verdauungstrakt, Nervensystem, Herz-Kreislauf-System, Haut/Schleimhäute, Schilddrüse.
CausaKummer, Liebeskummer, Verlust einer nahe stehenden Person, Enttäuschung, Flüssigkeitsverlust, Kopfverletzungen, Silbernitrat, Salz, saure Speisen, Wein, Brot, Fett.
Modalitäten
  • Agg.: vormittags von 9–11 Uhr, Sonnenlicht, Hitze, Zimmerwärme, Kummer, Trost, geistige Anstrengung, am Meer, vor oder nach der Menstruation.

  • Amel.: im Freien, Schwitzen, Ruhe, kalte Anwendungen, körperliche Anstrengung.

Allgemeine DarstellungNatrium muriaticum ist ein tiefwirkendes Arzneimittel für ernste und feinfühlige Menschen, die häufig nach einer schmerzvollen Erfahrung (Kummer jeder Art) durch stilles, tiefes Leid geprägt sind, sich davon aber nichts anmerken lassen. Sie sind überempfindlich, erschöpft, niedergeschlagen, anämisch, mager, häufig mit großem Appetit und Durst (nach salzigen Dingen). Sie neigen zu Erkältungen und Kopfschmerzen (häufig, periodisch). Morgens und vormittags sind alle Beschwerden am schlimmsten.
Geist und GemütPatient kann seelische Traumen (Kummer, Tod von Nahestehenden, Liebeskummer) nicht überwinden, leidet zu lange an deren Folgen, zieht sich zurück, möchte allein sein, will mit keinem sprechen, erträgt weder Hilfe noch Trost. Nimmt alles von der schweren Seite und kreist in Gedanken ständig um seine Probleme. Traurigkeit und Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, unversöhnlich, Hass auf Personen, die ihn früher beleidigt haben.
Reizbar, überempfindlich gegen Lärm, Musik oder Geräusche. Perfektionismus und Zwanghaftigkeit.
Furcht vor Dieben, Einbrechern, vor Dunkelheit. Klaustrophobie, Agoraphobie, Höhenangst, hypochondrische Ängste.
Kinder sind pflichtbewusst, liebenswürdig, verletzlich. In der Pubertät kann Introvertiertheit und die Unfähigkeit, Trost oder Hilfe anzunehmen, zu ernsthaften Schwierigkeiten führen.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, Migräne mit Übelkeit und Erbrechen. Kopfschmerzen steigen und fallen mit der Sonne. Periodische Kopfschmerzen, einseitig, klopfend „wie von tausend Hämmern“, morgens, vormittags um 10 Uhr, schlechter durch Licht, Geräusche, Bewegung (der Augen). Ruhe, Liegen im Dunkeln, Trinken von kaltem Wasser erleichtern, besser um 17 Uhr. Vor oder während der Kopfschmerzen Sehstörungen (z. B. Flimmern), Hörverschlechterung Parästhesien der Lippen und des Gesichts. Kopfschmerzen nach Kummer, nach geistiger Anstrengung. Schulkopfschmerz. Kopfschmerzen vor und nach der Menstruation. Haare fettig, schuppig, Hautausschläge am Haaransatz. Alopezie (nach Kummer), an einzelnen Stellen. Schwindel mit Übelkeit, Fallneigung nach links. Sinusitis. Meningitis. Encephalomyelitis disseminata.
AugenBrennen und Tränen der Augen, in kalter Luft, beim Lesen und Husten. Entzündung und Eiterung der Tränenkanäle, Striktur des Tränenkanals. Augenschmerzen durch angestrengtes Sehen, Lesen oder Nähen. Verschwommenes Sehen und Zusammenlaufen der Buchstaben. Katarakt.
OhrenHörverlust vor oder während Kopfschmerzen. Krustiges Ekzem hinter den Ohren.
NaseFließschnupfen, mit Niesen, Heuschnupfen. Absonderung dünn und wässrig, wie rohes Eiweiß. Nase und Lippen wund, rissig, Herpes, Bläschen. Verlust von Geruch und Geschmack.
GesichtFahl, gelblich und mager, ölig, wächsern, trocken, schmutzig. Ringe unter den Augen. Lippen trocken, aufgesprungen, schmerzhafter, tiefer Riss in der Mitte der Unter- oder Oberlippe. Herpes an Lippen, Mundwinkeln, Nase und Kinn, Bläschen wie Perlen um den Mund. Ausfallen der Barthaare.
Mund und ZähneMundtrockenheit. Landkartenzunge. Gefühl eines Haares auf der Zunge. Zunge mit kleinen Bläschen bedeckt. Aphthen im Mund, auf der Zunge. Glossitis. Stomatitis. Bitterer, salziger Geschmack. Zunge, Mund und Nase kribbeln, werden taub, vor Kopfschmerzen. Geschmacksverlust. Kinder lernen spät sprechen.
HalsAbgemagert. Globusgefühl. Erkrankungen der Schilddrüse, Hypo- und Hyperthyreose, Autoimmunthyreoiditis.
VerdauungstraktDurst, Verlangen nach großen Mengen kalter Getränke. Heißhunger, mit Abmagerung. Verlangen nach Salz, Fisch, sauren, bitteren, scharfen Speisen. Abneigung gegen Brot. Abneigung schwere, fettige, schleimige Nahrungsmittel. Nach dem Essen Pulsieren im Magen, Angst, Herzklopfen; Gastritis. Ulcus pepticum. Diabetes.
Verstopfung, Trockenheit des Enddarms. Stuhl trocken, krümelig, Schafkot und schwer zu entleeren. Hämorrhoiden, blutend, Analfissur. Herpes ani. Diarrhoe, morgens, um 10 Uhr.
HarnwegeKann in Gegenwart anderer keinen Harn lassen. Unwillkürliches Urinieren beim Husten, Lachen, Schnäuzen, in der Schwangerschaft.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Abneigung gegen Koitus, Abneigung gegen Frauen. Gesteigerte Libido, häufige Pollutionen. Ausfall der Schamhaare. Gelblich eitrige Absonderung aus der Harnröhre.

  • ♀ Abneigung gegen Männer, gegen Koitus, Trockenheit der Scheide, schmerzhafter Koitus. Menstruation unregelmäßig, zu früh, zu stark, zu spät, spärlich. Vor den Menses depressive Verstimmung, Reizbarkeit. Unterdrückte Menstruation, stattdessen Leukorrhoe. Abwärtsdrängen des Uterus, morgens. Uterusprolaps. Ausfall der Schamhaare. Schmerzhafte Mammae vor der Menstruation.

AtemwegeAtemwegsinfekte. Husten durch Kitzel im Hals, in der Magengrube. Beim Husten Kopfschmerzen, Tränen der Augen, unwillkürlichem Harnabgang. Akute und chronische Bronchitis. Keuchhusten. Asthma.
Brust, RückenHerzklopfen, Arrhythmie, Herzflattern, mit Schwäche und Ohnmachtsgefühl, schlimmer durch Liegen auf der linken Seite, durch Gemütsbewegung, besser durch Aufsitzen. Kältegefühl in der Herzgegend, bei geistiger Anstrengung.
Rückenschmerzen, schlimmer morgens, besser durch Liegen auf dem Rücken, Liegen auf einer harten Unterlage, durch Druck.
ExtremitätenTaubheit, Kribbeln in den Fingern und Zehen. Nägelbeißen, Niednägel. Rissige Fingerspitzen. Warzen auf den Handtellern, Fußsohlen. Die Knöchel sind schwach, knicken häufig um. Schmerzen in den Gelenkbeugen, wie von zu kurzen Sehnen. Kinder lernen spät laufen.
SchlafSchlaflosigkeit durch Kummer, durch Gedankenkenzudrang. Schlaflosigkeit nach 5 Uhr morgens. Schläft auf der linken Seite. Weinen im Schlaf. Lebhafte Träume von Dieben und Einbrechern, Kämpfen, Feuer.
Frost, Fieber, SchweißIntermittierendes Fieber. Frost und Fieber, mit großem Durst, um 10 Uhr, starken Kopfschmerzen. Fieber und Kopfschmerzen bessern durch Schwitzen. Fieberblasen. Malaria in der Vorgeschichte.
HautHaut ölig, fettig, trocken. Schmerzempfindlich bei Berührung. Akne, Ekzeme, trocken, rau, entzündet, in den Gelenkbeugen. Rissen an Nase, Mund, Fingern, After. Juckende Bläschenausschläge. Herpes labialis. Urtikaria. Psoriasis.
AllgemeinsymptomeAnämie. Abmagerung absteigend, im Gesicht und am Hals.
Atemwegs- und Erkältungskrankheiten. Periodizität der Beschwerden. Allgemeine Verschlimmerung durch Kummer und Anstrengung, schlimmer morgens zwischen 9 Uhr und 11 Uhr. Frische Luft, körperliche Anstrengung, Schwitzen bessern alle Symptome. Kinder lernen spät laufen und sprechen. Multiple Sklerose.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Apis, Arg-n., Bry., Caps., Ign., Kali-c., Sep., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Apis, Bry., Calc., Hep., Kali-c., Puls., Rhus-t., Sel., Sep., Sulph., Thuj.

  • Antidotiert von: Arg-n., Ars., Camph., Nit-ac., Nit-s-d., Nux-v., Phos., Sep.

  • Kollaterale Arzneimittel: Puls.

Natrium phosphoricum (Nat-p.)

Martin Schmitz
#Natrium phosphoricum Natriummonohydrogenphosphat; Na2HPO4 · 12H2O
Betroffene OrgansystemeGelenke, Knochen, Magen, Nervensystem.
CausaAzidose, Säfteverlust, Zucker, Milch, fette Speisen, bittere Speisen, Gewitter.
Modalitäten
  • Agg.: Bewegung, Gewitter, kalte Speisen und Getränke, Liegen auf der linken Seite, nach Koitus.

  • Amel.: Essen, Reiben.

Allgemeine DarstellungNatrium phosphoricum zählt zu den Schüßler-Salzen, ist ansonsten schwach in der Materia medica vertreten, v. a. in Bezug auf die Gemütssymptomatik. Auffallend ist v. a. der Aspekt der Azidose. So sind z. B. saurer Körpergeruch, saure Ausscheidungen und saures Aufstoßen charakteristisch. Außerdem fällt ein Klopfen im ganzen Körper auf. Schmerzen sind oft brennend.
In tiefen Potenzen soll es auch bei Morphin- und Heroinabhängigen den Entzug und die Entwöhnung erleichtert haben.
Geist und GemütGefühl, etwas Bestimmtes nicht erzählen zu dürfen, hütet ein Geheimnis oder Tabuthema. Kann schlecht über sich selbst sprechen. Große Feinfühligkeit in Bezug auf andere. Verlangen nach Gesellschaft, aber Verlangen allein zu sein. Allmählich zunehmende Gleichgültigkeit. Empfindlich gegenüber Musik und Geräuschen, überempfindlich bei Schmerzen.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, als sei der Schädel zu voll. Spannungsgefühl am behaarten Kopf.
AugenKonjunktivitis. Absonderung goldgelb, rahmig, eitrig. Trockenheit der Augen, Jucken und Brennen der Lidränder. Strabismus. Funken vor den Augen.
OhrenOhrenschmerzen, stechend.
NaseZupfen an der Nase, bei Wurmbefall.
GesichtBrennender, neuralgischer Schmerz. Gelb, Leberflecke, rot, fleckig. Wechsel von Röte und Blässe.
Mund und ZähneZunge schmutzig weiß oder gelblich belegt. Rahmartiger oder goldgelber Belag, hinten an der Zunge. Haargefühl auf der Zunge. Saurer Geschmack. Zähneknirschen nachts (bei Kindern).
HalsStruma.
VerdauungstraktLeeregefühl im Magen, schlechter nach Essen. Saures Aufstoßen und Erbrechen, Sodbrennen, Hyperazidität. Magengeschwüre. Gallenkoliken. Grüne, saure Stühle. Band-, Maden- oder Spulwürmer.
Verlangen nach Gewürzen, kalten Getränken. Verlangen nach oder Abneigung gegen Salz, Fisch. Abneigung gegen Fleisch, Milch.
HarnwegeHarndrang nach dem Essen, nach Koitus. Harninkontinenz bei Kindern. Polyurie.
Geschlechtsorgane♂ Harn- und Stuhldrang nach dem Koitus.
AtemwegeAsthma, Bronchitis.
Brust, RückenRheumatische Beschwerden, mit Verlagerung zum Herzen. Gefühl, als würde eine Blase, vom Herzen ausgehend, durch die Arterien getrieben.
ExtremitätenRheumatische Gelenkbeschwerden. Gelenkknacken. Gicht, Podagra. Krämpfe der Hände beim Schreiben. Juckreiz, an den Knöcheln.
SchlafEinschlafen im Sitzen. Tiefer Schlaf. Träume von Toten.
Frost, Fieber, SchweißSaurer Schweiß. Schwitzen bei leichter Anstrengung.
HautSaurer Geruch. Urtikaria.
AllgemeinsymptomeAusscheidungen und Schweiß sauer, Symptome der Übersäuerung. Lymphknotenschwellungen. Hellrote Blutungen. Anämie. Abneigung gegen Aufenthalt im Freien, empfindlich gegen Zugluft und Wetterwechsel, bei Gewitter. Lähmungsartige Schwäche, schlechter nach Anstrengung.
MiasmenSykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Antidotiert von: Apis, Ars. Camph., Carb-v., Nit-s-d., Sep.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cina, Kali-s., Kreos.

Natrium sulfuricum (Nat-s.)

Henning Droege
#Natrium sulfuricumGlaubersalz; Natriumsulfat; Na2SO4
Betroffene OrgansystemeVerdauungssystem (Leber, Galle, Pankreas, Darm), Kopf, Wirbelsäule, Atmungsorgane.
CausaKopfverletzung, Feuchtigkeit, Quecksilbervergiftung.
Modalitäten
  • Agg.: feuchte Wohnräume, feuchte Witterung, morgens, Liegen auf der (linken) Seite, Unterdrückung von Schweiß, Kummer.

  • Amel.: trockenes Wetter, frische Luft, Lagewechsel.

Allgemeine DarstellungPassend für Menschen, die keine Feuchtigkeit vertragen, krank werden durch längeren Aufenthalt in feuchten Räumen oder in feuchten Klima, Wechsel von trockenem zu feuchtem Wetter verschlimmert (z. B. Asthma). Natrium sulfuricum passt zur sykotischen Konstitution. Beschwerden nach Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen.
Geist und GemütVerschlossene, melancholische und pflichtbewusste Menschen, die gerne allein sind, misstrauisch, ängstlich, niedergeschlagen. Traurigkeit, Weinen durch Hören von Klaviermusik. Stimmung besser nach Stuhlgang.
Depressive Stimmung, Lebensüberdruss, Suizidgedanken, will sich erschießen, erhängen, tiefes Verantwortungsgefühl hindert daran. Depression und andere Gemütssymptome nach Kopfverletzung. Depression nach Kummer.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, gastrisch, im Hinterkopf, vom Nacken aufsteigend, mit Lichtscheu, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen (Galle). Kopfschmerzen, Konvulsionen nach Kopfverletzungen (evtl. lange zurückliegend). Gehirnerschütterung. Spinale Meningitis.
AugenAbsonderungen der Bindehäute mit Rötung, Jucken, Brennen, Tränen, morgens. Verklebte Lider, morgens. Photophobie, bei Kopfschmerzen.
OhrenVerstopfungsgefühl im rechten Ohr. Ohrgeräusche, rechts, am Morgen. Überempfindlichkeit gegen Geräusche. Ohrenschmerzen, bei feuchtem Wetter, im warmen Zimmer verschlimmert. Otitis media und externa, mit eitriger Absonderung.
NaseChronischer Fließschnupfen, Niesen, gelblich grüne Absonderungen. Heuschnupfen mit Asthma. Nasenbluten vor, während, anstatt der Menstruation.
GesichtGelbliche Hautfarbe. Bläschen und Ekzeme um Mund und Kinn.
Mund und ZähneBrennen im Mund, Bläschen an Zunge, Zahnfleisch, Gaumen. Mundtrockenheit, schmutziger, grünlicher, brauner Zungenbelag. Bitterer Mundgeschmack.
HalsHalsentzündung mit zähem, weißem Schleim. Schwellung der Halsdrüsen. Struma.
VerdauungstraktDurst auf kalte Getränke. Schwierige und verzögerte Verdauung. Nach dem Essen saures, bitteres Aufstoßen, Auftreibung.
Saures, galliges Erbrechen. Gastritis. Ulcus pepticum.
Schmerzen in der Lebergegend, schlimmer bei Erschütterung, beim Liegen auf der linken Seite, rechts Liegen mit angezogenen Beinen bessert. Erkrankungen der Leber, Hepatitis (akut, chronisch), Cholezystitis, Gallensteine, Neugeborenenikterus. Diabetes mellitus.
Darmgeräusche, Abgang reichlicher, übel riechender Blähungen. Plötzlicher Stuhldrang mit Diarrhoe, schlimmer morgens nach dem Aufstehen. Reichlicher, dünner, gelb-grüner Stuhl, gussartig, mit vielen Blähungen. Nach Stuhlgang Besserung vieler Symptome (froh nach Stuhlgang). Kondylome am Anus. Polypen im Kolon oder Rektum. Colitis ulcerosa. Rektumkarzinom.
HarnwegeBrennen in der Harnröhre, beim Urinieren. Nächtliches Wasserlassen. Sandiges Urinsediment. Proteinurie, Glomerulonephritis nach Scharlach.
Geschlechtsorgane
  • Gonorrhoe mit grünlich gelbem, dickem Ausfluss. Weiche, fleischige Kondylome. Prostatahypertrophie.

  • ♀ Menstruation reichlich, scharf, klumpig, verzögert, schwach. Frost bei der Menstruation. Nasenbluten vor, während der Menstruation. Scharfe, wund machende Leukorrhoe, grünlich, eitrig. Bläschenausschlag.

AtemwegeLockerer Husten mit grünlichem Auswurf. Beim Husten stechende Brustschmerzen (links unten), hält die Brust beim Husten. Asthma mit Rasseln, schlimmer bei nebligem, nasskaltem Wetter. Asthma bei Kindern, Heuschnupfen mit Asthma. Akute und chronische Bronchitis, Pneumonie.
Brust, RückenSchwellung der Achsellymphknoten. Schmerzen zwischen den Schulterblättern v. a. abends im Sitzen. Schwäche und Arthritis der Wirbelsäule. Schmerzen in der unteren Wirbelsäule, abends und nachts, Liegen auf der re. Seite amel. Meningitis spinalis.
ExtremitätenRheumatismus durch Einfluss von Kälte und Nässe, Rheuma nach Gonorrhoe. Ischias. Arthritis der Hüfte, links. Gicht. Panaritium. Finger geschwollen und steif. Warzen an Armen, Händen, Fußsohlen. Jucken und Hitze der Füße und Hände.
SchlafSchlaflage auf der linken Seite. Schreckliche, phantastische Träume
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, abends, in feuchtwarmem Klima, am Wasser. Fieber zerebrospinal, intermittierend, remitierend, anhaltend.
HautWarzen und Kondylomen. Warzenähnliche, rote Auswüchse.
Ödematöse Schwellung. Nässende Ekzeme oder Geschwüre mit grünlichen Absonderungen. Hautausschläge im Frühling. Hautjucken beim Entkleiden, an den Beinen, am Rücken.
AllgemeinsymptomeUnverträglichkeit von Feuchtigkeit. Periodizität. Im Frühjahr schlechter.
Gonorrhoe oder sykotische Vorgeschichte. Absonderungen gelb-grün, wässrig, scharf. Beschwerden bessern nach Stuhlgang. Beschwerden nach Verletzung des Kopfes oder der Wirbelsäule. Auswüchse, Warzen, Kondylome. Schwere Erkrankungen treten nicht einzeln, sondern in Kombination auf (z. B. Asthma und Colitis ulcerosa; Diabetes und Depression).
MiasmenSykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Bell., Calc., Calc-s., Ferr-p., Nat-m., Puls., Sep., Sulph., Thuj.

  • Antidotiert von: Dulc., Nit-s-d.

  • Kollaterale Arzneimittel: Coloc., Glon., Med., Puls.

Nitricum acidum (Nit-ac.)

Thomas Lorz
#Nitricum acidumNitri acidum; Salpetersäure; HNO3; HAB: Acidum nitricum
Betroffene OrgansystemeKnochen, Genitalien, Verdauungstrakt, Rektum.
CausaKränkung, geistige oder körperliche Überanstrengung, Schlafmangel.
Modalitäten
  • Agg.: abends, nachts, kaltes Wetter, heißes Wetter, Wetterwechsel, Anstrengung, Berührung, Lärm, Milch, Fett.

  • Amel.: Fahren im Wagen, nach dem Liegen, Lockern der Kleidung, warmes Zudecken, heiße Anwendungen.

Allgemeine DarstellungBetroffen sind Körperöffnungen, wo Schleimhaut und äußere Haut aneinandergrenzen. Der Patient ist reizbar, hat hypochondrische Ängste um die Gesundheit. Anstrengende Patienten, kühl und hart, ausgeprägtes Misstrauen, Zorn bis hin zum Hass. Erkältungsneigung und Schwäche. Neigung zu Warzen, zu Geschwüren und Tumoren. Splitterartige oder zusammenschnürende Schmerzen, die schnell erscheinen und wieder verschwinden.
Geist und GemütReizbar, schlimmer am Morgen, nachtragend, hoffnungslose Verzweiflung. Empfindlich gegen Geräusche, Schmerz, Berührung, Erschütterung.
Nihilistisch, pessimistisch. Misstrauen. Verfolgt Ziele mit harter intellektueller Strategie, gefühlskalt, findet schwer Kontakt zu anderen, egoistisch. Unzufrieden und unglücklich, das Leben wird als sinnlos empfunden, Reizbarkeit, Fluchen, Zittern bei Zorn. Beißender, zynischer Humor. Überempfindlich gegen Schmerzen. Furcht vor Krebs, Tod.
Hass, Zorn, kann nicht verzeihen, hat das Gefühl, alle seien gegen ihn, man wolle ihm etwas antun.
Kopf und SchwindelGefühl von einem Band um den Kopf, Kopfschmerz vom Druck des Hutes. Haarausfall, empfindliche Kopfhaut. Kopfschmerz an der Stelle, auf der man liegt.
AugenDoppelbilder. Stechende Schmerzen. Ulzeration der Cornea. Lichtscheu, Tränenfluss, (syphilitische) Iritis, Konjunktivitis, Ringe um die Augen.
OhrenHörminderung. Geräuschempfindlichkeit. Knacken des Temporomandibulargelenks. Ohrenschmerzen durch kalte Luft.
NaseGrüne Absonderungen, morgens. Schnupfen, mit wunden und blutenden Nasenlöchern, Nasenspitze rot. Stiche, wie von einem Splitter. Nasenbluten. Chronischer Nasenkatarrh, mit gelben, stinkenden, wundmachenden Absonderungen. Sinusitis.
GesichtHautausschläge, Herpes, Warzen, gelbe Gesichtsfarbe, Mitesser, bräunliche Flecke
Mund und ZähneMundgeruch, Speichelfluss, blutiger Speichel, Zahnfleischbluten. Schmerzhafte Bläschen an den Zungenseiten, Zunge sauber, rot, feucht, Risse, in alle Richtungen, in der Zungenmitte. Lockerung der Zähne, Zahnfleisch weich, schwammig. Geschwüre am weichen Gaumen, mit Splitterschmerzen. Aphthen. Knacken im Kiefergelenk beim Kauen. Beißt sich beim Kauen oder Sprechen in die Wangen.
HalsTrocken. Schmerz mit Ausstrahlung in die Ohren. Schleimräuspern. Weiße Flecken. Stechende, splitterartiger Schmerz beim Schlucken. Halsentzündungen.
VerdauungstraktSüßlicher Geschmack, Verlangen nach unverdaulichen Dingen, Fett, Salz, Brathering, Abneigung gegen Brot, Fleisch, Unverträglichkeit von Milch. Obstipation, Pressen, aber wenig Stuhlgang. Rektumfissur, splitterartige Schmerzen. Reißende Schmerzen während, nach dem Stuhlgang. Analprolaps. Hämorrhoiden, blutend. Schleimiger, stinkender Durchfall, danach reizbar, erschöpft. Gelbsucht, Leberschmerzen. Rektumkarzinom. Magengeschwüre.
HarnwegeUrin stinkend, wie Pferdeurin, wird beim Urinieren als kalt empfunden. Brennen und Stechen. Urin blutig, eiweißhaltig. Gefühl wie ein heißer Draht in der Urethra. Urethritis. Zystitis. Blasenkarzinom.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Wundheit, Brennen der Eichel, unter der Vorhaut, Warzen, Geschwüre an den Genitalien.

  • ♀ Äußere Geschlechtsteile wund. Braune Leukorrhoe, fleischfarben, stinkend. Ausfallen der Schamhaare. Uterine Blutungen. Menstruation zu früh, reichlich, wie schmutziges Wasser, mit Schmerzen in Rücken, Hüften und Schenkeln. Stiche durch die Vagina. Metrorrhagie nach Abort oder Geburt.

AtemwegeHeiserkeit, Aphonie, mit trockenem Reizhusten, durch Kitzel im Kehlkopf, von der Magengrube ausgehend. Wundheit am unteren Ende des Brustbeins. Atemnot beim Treppensteigen. Husten im Schlaf. Asthma, Bronchitis.
Brust, RückenAbszesse der Schweißdrüsen. Fissuren der Brustwarzen. Erschütterungen bzw. Verletzungen der Wirbelsäule.
ExtremitätenStinkender Fußschweiß, macht die Zehen wund, mit stechendem Schmerz. Handschweiß, kalte Hände. Stinkender Achselschweiß, nachts. Risse in den Gelenkbeugen, an den Fingern. Warzen. Rheumatische Gliederschmerzen (Wetterwechsel verschlechtert). Knacken der Gelenke, bei Bewegung. Fersensporn.
SchlafErwachen, Schlaflosigkeit um 2 Uhr. Unerquicklicher Schlaf, morgens reizbar. Schlaflosigkeit durch kalte Füße.
Frost, Fieber, SchweißMangelnde Schweiß übel riechend, sauer, wie Pferdeurin, an Stellen, auf denen der Patient liegt.
HautWarzen, zerklüftet, bluten beim Waschen. Fissuren in den Mundwinkeln. Geschwüre, leicht blutend, empfindlich, splitterartige Schmerzen, unregelmäßige Ränder, Geschwürsgrund wie rohes Fleisch. Überschießende Granulationen. Papeln, auf der Stirn. Keloide, Narbenschmerzen, bei Wetterwechsel. Akne. Gelblicher Teint.
AllgemeinsymptomeFrostig. Stechende oder splitterartige Schmerzen. Absonderungen übel riechend, scharf. Schmerz erscheint und verschwindet plötzlich. Kälteempfindlich, eisige Kälte, innerlich. Schweiße wundmachend, Nachtschweiß.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Arum-t., Cald., Calc., Cann-i., Kali-c., Lac-c., Lyc., Sep., Syph., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Arn., Arum-t., Bell., Calc., Carb-v., Hep., Kali-c., Kreos., Merc., Phos., Puls., Sep., Sil., Sulph., Sul-ac., Thuj.

  • Unverträglich mit: Lach., Nat-m., nach Calc.

  • Antidotiert von: Acon., Calc., Calad., Camph., Con., Hep., Merc., Merc-c., Mez., Petr., Phos., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Kreos., Merc., Nux-v.

Nux vomica (Nux-v.)

Thomas Lorz
#Nux vomicaBrechnuss, Krähenaugen; Strychnos nux-vomica; Brechnussbaum; HAB: Strychnos nux-vomica
Betroffene OrgansystemeVerdauungstrakt, Galle, Gemüt, Nervensystem.
CausaÄrger, Zorn, Kaffee, Stimulanzien, Alkohol, Ausschweifungen, sexuelle Exzesse, Verletzungen.
Modalitäten
  • Agg.: morgens, geistige Anstrengung, nach dem Essen, Berührung, Gewürze, Stimulanzien, Rauschgifte, Schlafmangel, trockenes Wetter, Kälte.

  • Amel.: Abends, Ruhe, feuchtes und warmes Wetter, fester Druck.

Allgemeine DarstellungStrychnos nux-vomica ist ein mittelgroßer Baum, der an der Küste Ostindiens und im Malaiischen Archipel beheimatet ist. Die Samen der Frucht enthalten Strychnin und Brucin und sind intensiv bitter. Vergiftungen durch Nux führen zu Spasmen und Konvulsionen bis hin zum Atemstillstand.
Der Nux-vomica-Patient ist ungeduldig, ehrgeizig, besitzt Konkurrenzgeist. Dieses Konkurrenzverhalten zeigt sich in nahezu allen Lebensbereichen. Wenn er spielt, muss er unbedingt gewinnen; wenn er joggt, muss er der Schnellste sein. Beim Autofahren kann er den Gedanken nicht ertragen, überholt zu werden. Er ist neugierig und nicht besonders vorsichtig. Stimulanzien wie Kaffee, Alkohol oder Drogen üben auf ihn eine besondere Anziehungskraft aus. Oft besteht eine aggressive Persönlichkeitsstruktur, mit Wutausbrüchen und Reizbarkeit.
Auf der körperlichen Ebene ist der Verdauungstrakt weitgehend im Zentrum der Nux-vomica-Pathologie, wobei Krämpfe und Spasmen im Vordergrund stehen.
Geist und GemütSehr reizbar, ungeduldig, ehrgeizig, empfindlich auf Sinneseindrücke. Leicht gekränkt, Patient wirft anderen seine Fehler vor. Konkurrenzdenken, starker Antrieb, eifersüchtig, streitsüchtig, Wutausbrüche.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen (Migräne), verschlimmert durch Lärm, Licht, geistige Aktivität, Ärger, Schlafmangel, bei Schnupfen, nach Aufenthalt in der Sonne. Schwindel beim Erwachen.
AugenLichtscheu, Brennen der Augen, Trockenheit in den inneren Augenwinkeln. Atrophie des Sehnervs, Lähmung der Augenmuskeln, Neuritis nervi optici. Entzündungen (Konjunktivitis, Blepharitis, Iritis). Schmerzen.
OhrenJucken, Gehörgang trocken, empfindlich; Entzündung des Gehörgangs, Ohrenschmerzen. Ohrgeräusche, Geräuschempfindlichkeit, Hörminderung, Taubheit.
GesichtGesichtsfarbe blass, gelb, blaue Ränder um die Augen. Geschwollenes, rotes Gesicht. Wechsel von Blässe und Röte des Gesichts. Gesichtsschmerz, Neuralgien, Hautausschläge (Akne, Pickel).
Mund und ZähneAphthen, Herpes, Zahnfleischabszess, Zahnfleischbluten, Stomatitis ulcerosa. Zahnschmerzen, schlechter durch Erkältung, kalte Luft, Wein, Kaffee. Mundgeruch. Speichelfluss.
HalsEntzündung, Schluckbeschwerden (besser durch warme Getränke), Schmerzen mit Ausstrahlung zum Ohr.
VerdauungstraktSaurer Geschmack, Übelkeit morgens, nach dem Essen. Blähungen. Saures, bitteres Aufstoßen. Druckempfindliche Magengegend. Verlangen nach Stimulanzien, Verlangen nach fetten Speisen, Gewürztem, Alkohol, Kaffee. Dyspepsie nach Kaffee, Patient möchte erbrechen, kann aber nicht. Koliken, Krämpfe, Magenschmerzen, schlimmer durch Ärger, besser durch Wärme. Verstopfung, mit häufigem, vergeblichem Stuhldrang. Abwechseln von Verstopfung und Durchfall, nach Missbrauch von Abführmitteln. Juckende Hämorrhoiden.
HarnwegeZystitis, Reizblase, häufiger Harndrang, Hämaturie, Dysurie (besser durch warme Anwendungen), Nierenkolik, Pyelonephritis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Starker Geschlechtstrieb, Entzündungen, Orchitis, Hydrozele.

  • ♀ Starkes sexuelles Verlangen, Fluor, Menstruationsbeschwerden, Metrorrhagie, Abort, Schwellung der Vagina, Uterusprolaps, Entzündung des Uterus und der Schamlippen.

AtemwegeHeiserkeit, Halsschmerzen, Dyspnoe, Asthma, Husten.
Brust, RückenAngina pectoris, Beklemmungsgefühle. Herzklopfen durch Kaffee, Anstrengung. Bronchitis, Pneumonie.
Myelitis, Opisthotonus. Rückenschmerzen, schlimmer nachts im Bett, durch Umdrehen im Bett. Patient muss sich aufrichten, um sich zu drehen, schlimmer durch Kälte, besser durch Wärme. Rückenschmerzen bei Fieber.
ExtremitätenArme und Hände schlafen ein, Ameisenlaufen, Hautausschläge, Lähmungen, Krämpfe, Muskelkontrakturen, Knacken in den Kniegelenken, bei Bewegung, unruhige Beine (restless legs syndrome), Steifheitsgefühl, Tremor.
SchlafSchlaflosigkeit, zwischen 3 Uhr und 4 Uhr, wegen Gedanken an die Arbeit. Schläfrig nach dem Essen, am frühen Abend. Geschäftige Träume, von Eile.
Frost, Fieber, SchweißMangelnde Lebenswärme, empfindlich gegen Zugluft. Fieber, muss in jedem Stadium des Fiebers zugedeckt sein. Saurer Schweiß, nur auf einer Körperseite. Frieren beim Entblößen, Schüttelfrost.
HautBrennend heiß, Frösteln durch Bewegen oder Entblößen. Nesselsucht, Akne, rot und fleckig.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme, Kälte agg. Schüttelfrost, besser durch Wärme und warme Umschläge. Kollaps durch Überarbeitung. Verschlimmerung durch Exzesse, Stimulanzien, Alkohol, Kaffee.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bry., Calc., Cham., Con., Kali-c., Phos., Puls., Sep., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Act-sp., Aesc., Aran., Ars., Bell., Bry., Cact., Calc., Carb-v., Cob., Cocc., Colch., Hyos., Kali-c., Kali-m., Lyc., Phos., Ph-ac., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph., Verat.

  • Unverträglich mit: Acet-ac., Aster., Caust., Ign., Nux-m., Tab., Zinc.

  • Antidotiert von: Acon., Amb., Ars., Bell., Camph., Cham., Cocc., Coff., Dig., Euph., Ign., Iris., Lach., Op., Pall., Plat., Puls., Stram., Thuj.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ign., Lyc.

Opium (Op.)

Thomas Lorz
#OpiumMohnsaft; Papaver somniferum; Schlafmohn
Betroffene OrgansystemeNervensystem. Verdauungstrakt.
CausaArzneimittelmissbrauch, Trauma, Furcht, Schreck, Ärger, Scham, plötzliche Freude, Narkose.
Modalitäten
  • Agg.: während und nach Schlaf, Hitze, Schweiß, Stimulanzien, Angst, Vorwürfe, Bewegung, Schwangerschaft, kalte Luft.

  • Amel.: kalte Dinge, fortgesetztes Gehen.

Allgemeine DarstellungDie toxikologischen Wirkungen von Opium wie Unempfindlichkeit des Nervensystems, Dämpfung der Körperfunktionen, Benommenheit, Schmerzlosigkeit, allgemeine Trägheit und Reaktionsmangel stellen die Hauptindikationen für die homöopathische Anwendung dar. Es ist ein wichtiges Mittel bei Schlaganfall, akuten Schocksituationen, seelischen Traumatisierungen, Darmparalyse und nach Narkosen.
Geist und GemütDer Patient verlangt nichts, sagt er sei gesund, obwohl er krank ist, glückselige, traumähnliche, friedvolle Zustände, Bewusstseinsverlust, Koma, Apoplexie, delirante Zustände. Schlaflosigkeit und Nervosität nach Opiatentzug. Narkolepsie.
Kopf und SchwindelKopfverletzung, dumpf, schwer, betäubt. Schwindel nach Schreck, Schmerz im Hinterkopf, Gefühl eines großen Gewichts, trockener Mund.
AugenPupillen verengt (oder erweitert), Augen halb geschlossen, halb offen im Schlaf, träge, keine Lichtreaktion, Ptosis, starr, glasig.
OhrenOhrenschmerzen, stechend, links, rechts, beidseitig. Hörschwierigkeiten, Patient hört nicht richtig oder deutlicher/lauter, Ohrgeräusche.
NaseNasenbluten, Borken. Gefühl, als sei die Nase vergrößert. Verminderter oder verstärkter Geruchssinn, empfindlich besonders gegen Körpergerüche, Putzmittel, Abgase.
GesichtRot, gedunsen, geschwollen, dunkel, blutunterlaufen, heiß. Patient sieht betrunken aus, herabhängender Kiefer.
Mund und ZähneMundtrockenheit (mit und ohne Durst), Schluckstörung, Speichelfluss. Lähmung der Zunge, erschwerte Sprache.
HalsHeiserkeit, Trockenheit. Gestaute Venen, Pulsieren der Karotiden.
VerdauungstraktErbrechen, Kolik, Krämpfen, Koterbrechen. Eingeklemmte Hernie. Abdomen hart, aufgetrieben. Postoperativer Ileus. Verstopfung ohne Stuhldrang.
HarnwegeHarnverhalt, schwacher Strahl, Harnverhaltung oder unwillkürlicher Harnabgang nach Schreck.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Starker Geschlechtstrieb, starke Erektionen.

  • ♀ Unterdrückte Menstruation durch Schreck. Aufhören der Wehentätigkeit mit Wochenbettkonvulsionen, Schläfrigkeit oder Koma zwischen den Anfällen. Drohender Abort und Unterdrückung der Lochien, durch Schreck, mit Sopor.

AtemwegeRasselnde, schwierige, aussetzende, tiefe, ungleichmäßige Atmung. Husten mit Atemnot und blauem Gesicht, mit blutigem Auswurf. Atemnot besser durch kalte Luft, Husten besser durch Trinken.
Brust, RückenHitze im Brustkorb, Brennen in der Herzgegend, Spannung und Zusammenschnürung der Brust. Ziehen in den Rückenmuskeln, Opisthotonus, Kreuzschmerzen.
ExtremitätenTremor und Konvulsionen, geschwollene Adern an den Händen.
SchlafSchlafapnoe, tiefes Schnarchen, Narkolepsie. Schläfrigkeit, Patient fällt in einen schweren, betäubten Schlaf, tiefes Koma, Coma vigile. Schläfrig, kann aber nicht einschlafen. Angenehme, phantastische, erotische Träume.
Frost, Fieber, SchweißSchüttelfrost, dann Hitze mit Schlaf und Schweiß, Durst nur während der Fieberhitze.
HautHeiß, feucht, schwitzend. Verlangen, sich zu entblößen.
AllgemeinsymptomeWarmblütig, verschlimmert durch Hitze. Schmerzlosigkeit. Wechsel von Stupor und Ruhelosigkeit.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Alum., Bar-c., Bry., Phos., Plb.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Agar., Ant-t., Bell., Bry., Hyos., Nux-m., Nux-v., Samb.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Aeth., Arg-n., Atro., Bell., Berb., Calc., Camph., Caps., Cham., Cic., Coff., Con., Cupr., Dig., Gels., Hep., Ip., Merc., Mur-ac., Nat-m., Nux-v., Passi., Plb., Puls., Sang., Sars., Stram., Sulph., Vanil., Verat., Vinc., Zinc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Nux-m.

Petroleum (Petr.)

Thomas Lorz
#PetroleumOleum petrae, Bergöl, Steinöl; Erdöl (2.4.7); HAB: Petroleum rectificatum
Betroffene OrgansystemeHaut.
CausaÄrger, Fahren mit dem Wagen oder Schiff, unterdrückte Hautausschläge, Kälte.
Modalitäten
  • Agg.: Reiten, im Winter, vor und während Gewitter, Fahren im Wagen, passive Bewegung, Essen, Feuchtigkeit.

  • Amel.: frische Luft, warme Luft, Liegen mit erhöhtem Kopf, trockenes Wetter.

Allgemeine DarstellungNash bezeichnet Petroleum als eines der besten antipsorischen Mittel, wobei die Hautausschläge von Petroleum denen von Graphites ähnlich sind (Lokalisation in Gelenkbeugen und Hautfalten). Petroleum sollte immer in Betracht gezogen werden, wenn der Patient klagt, dass seine Haut sehr trocken ist. Das charakteristische Leitsymptom ist die Verschlimmerung im Winter, wobei die Hände aufspringen, rissig werden, bluten und im Sommer abheilen. Deshalb ist Petroleum auch ein gutes Heilmittel bei Frostbeulen und Ekzemen aller Art. Es zeigt, ähnlich wie Hepar sulfuris, eine Verschlimmerung bei kaltem Wetter oder in kalter Luft. Wie bei Hepar eitert die geringste Verletzung der Haut. Ein weiteres wichtiges Symptom von Petroleum ist Übelkeit und Schwindel beim Fahren.
Geist und GemütVerschlechterung durch Gefühlsbewegungen, Orientierungsstörungen, vergesslich, reizbar, leicht beleidigt, ärgert sich über alles.
Kopf und SchwindelHautausschläge, Ekzem, Haarausfall. Kinetose, Schwindel beim Aufstehen, wie betrunken oder seekrank. Schmerzhafte Kopfhaut bei Berührung. Kopfschmerzen, durch Erschütterung beim Husten.
AugenAusfallen der Wimpern. Verschwommensehen, Weitsichtigkeit. Lidrandentzündung, rissige Augenwinkel, trockene und schuppige Haut um die Augen. Konjunktivitis, Iritis, Chemosis.
OhrenGeräuschempfindlichkeit. Ekzem, in und hinter den Ohren, mit heftigem Juckreiz. Fissuren im äußeren Gehörgang. Chronischer Katarrh der Eustachio-Röhre. Schwerhörigkeit für die menschliche Stimme, begleitet von trockenem Gehörgang.
NaseRissige, brennende Nasenlöcher, Jucken der Nasenspitze, Nasenbluten.
GesichtTrockene Gesichtshaut, Ekzeme, Hautausschläge, Akne.
Mund und ZähneZahnschmerzen, Taubheit der Zähne. Mundgeruch, Trockenheit, weiß belegte Zunge.
HalsTrockenheit, Brennen im Rachen, stechende Halsschmerzen beim Schlucken.
VerdauungstraktSodbrennen, saures Aufstoßen, Auftreibung. Abneigung gegen fette Speisen, Fleisch. Hunger während oder unmittelbar nach dem Stuhlgang, Patient steht nachts auf um zu essen. Magenschmerzen. Durchfall nur tagsüber. Analekzem, Pruritus.
HarnwegeChronische Urethritis, Verengung der Harnröhre, Zystitis, Dysurie. Bettnässen. Blutroter und trüber Urin, Albuminurie, stinkender Geruch.
Geschlechtsorgane
  • Herpes genitalis, Prostata entzündet, geschwollen. Pruritus, viele Formen von Hautausschlägen.

  • ♀ Fluor, Herpes genitalis, Hautausschläge.

AtemwegeHeiserkeit, trockener Husten, Husten verursacht Kopfschmerzen. Krupp und Rachendiphtherie.
Brust, RückenBeklemmung, schlechter durch kalte Luft, Hautauschläge. Schmerz im Nacken, erstreckt sich nach oben, Steifigkeitsgefühl.
ExtremitätenStinkender Schweiß. Steife Knie. Raue, rissige, aufgesprungene Fingerspitzen; tiefe blutige Hautrisse, trockene Haut. Frostbeulen.
SchlafSchläfrigkeit tagsüber, unausgeschlafen am Morgen. Schlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, Schüttelfrost, Nachtschweiß, übel riechender Schweiß.
HautHauterkrankungen mit vorwiegend trockener Haut, Pruritus, Frostbeulen, Dekubitus. Tiefe, blutige Hautrisse. Empfindliche Haut, lederartig. Hautausschläge, Ekzeme, Herpes. Schlechte Wundheilung, Eiterneigung, Intertrigo, Psoriasis, Rhagaden, schlimmer im Winter.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme, schlimmer durch Kälte. Reisekrankheit. Verschlimmerung im Winter.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Bry., Calc., Lyc., Nit-ac., Nux-v., Puls., Sep., Sil., Sulph.

  • Antidotiert von: Acon., Camph., Cocc., Nux-v., Phos.

  • Kollaterale Arzneimittel: Graph., Sep.

Phosphoricum acidum (Ph-ac.)

Martin Schmitz
#Phosphoricum acidum Phosphorsäure; H3PO4; HAB: Acidum phosphoricum
Betroffene OrgansystemeGemüt, Nervensystem, Geschlechtsorgane, Wirbelsäule.
CausaDrogenmissbrauch (Alkohol, Medikamente usw.), Unterdrückung von Hautausschlägen, Flüssigkeitsverlust, Schlechte Nachrichten, Kummer, Verdruss, enttäuschte Liebe, Heimweh, sexueller Exzess, Verletzungen, Operationen, Verheben, Übermäßiges Studieren, Verletzung durch einen Schlag.
Modalitäten
  • Agg.: Gemütsbewegung, schlechte Nachrichten, Kummer; nach zehrenden Erkrankungen, Flüssigkeitsverlust, sexuellen Ausschweifungen, Sprechen, Anstrengung (v. a. geistige), Erschütterungen, Lärm, feuchtwarmes Wetter, saure Speisen und Getränke, Abend, Nacht.

  • Amel.: Wärme, kurzer Schlaf, Bewegung.

Allgemeine DarstellungPasst für Menschen, die sich in einem Erschöpfungszustand befinden und unter geistiger und körperlicher Schwäche leiden. Sie können durch akute, zehrende Erkrankungen, Verlust von Körperflüssigkeiten, starke Gefühlserregung oder Anstrengung in diese Situation geraten sein. Die Schwäche beginnt im geistigen Bereich und greift allmählich auf den Körper über. Im weiteren Verlauf werden sie allmählich müde, langsam und teilnahmslos, neigen zu vermehrtem Schwitzen, Zittrigkeit, Rückenschwäche und Kollaps. Nützlich für Jugendliche in der Pubertät, die zu schnell gewachsen sind, „null Bock“ haben und unter den typischen Symptomen leiden.
Geist und GemütBleibende Folgen von Gemütsbewegung. Enttäuschte Liebe, schlechte Nachrichten, Schreck oder Ärger versetzen in eigenartige Leblosigkeit. Gleichgültigkeit, Apathie, unfähig zu geistiger Arbeit. Begreift nur langsam. Gehirnmüdigkeit, Gedächtnisschwäche.
Abneigung gegen Gesellschaft, Unlust zu sprechen, angeredet zu werden. Schläfrigkeit tagsüber mit Wegdösen, schläft mitten im Sprechen oder Schreiben ein. Wie bewusstlos. Nach Aufforderung ist er zu einer klaren Antwort fähig (wenn auch nur langsam), anschließend tritt wieder Bewusstlosigkeit ein.
Traurig, mutlos, voller Sorgen und Kummer. Depression, Apathie, Emotionen wie eingefroren. Tiefe Verzweiflung. Unruhe. Nervöse Erschöpfung und Angst mit Herzklopfen und Schwitzen. Stiller, schlapper, schlacksiger Typ. Heimweh.
Kopf und SchwindelDrückende Kopfschmerzen, wie ein Gewicht auf dem Scheitel, schlimmer bei Bewegung, bei geistiger Anstrengung. Kopfschmerzen im Hinterkopf, Nacken, Kopfschmerzen bei Schulkindern (wenn sie schnell gewachsen sind). Schwindel im Bett, beim Stehen, Gehen. Haare spröde, starr, Haarausfall, frühzeitiges Ergrauen, besonders nach Kummer.
AugenÜberempfindlichkeit gegen Licht, Sehkraft geschwächt. Augenschmerzen, als wenn sie zusammengepresst und in den Kopf hineingedrückt würden. Pupillen erweitert oder verengt.
OhrenOhrgeräusche, Widerhallen von Geräuschen im Ohr. Musik kann nicht ertragen werden, verursacht stechende Ohrenschmerzen.
GesichtBlasses, fahles Gesicht, verhärmt, müder Ausdruck (bei zunehmender Abmagerung und Schwäche). Augen eingesunken, blaue Ringe. Ausfall der Augenbrauen und Barthaare.
Mund und ZähneTrockenheit ohne Durst, klebriger Speichel. Beißt sich nachts auf die Zunge. Lippen blutleer, trocken, rissig. Zahnfleisch blutet leicht, ist entzündet. Parodontose. Zahnschmerzen, schlimmer durch Musik.
VerdauungstraktVerlangen nach saftigen und erfrischenden Dingen, Obst, Coca-Cola, kalte Milch. Saures wird nicht vertragen, saures Aufstoßen, Sodbrennen. Magenreizung mit viel Durst, saurem oder bitterem Erbrechen, viel Gasabgang. Erbrechen von Milch bei Säuglingen. Schmerzen in der Nabelgegend.
Durchfall bei geringen Diätfehlern. Wässrige, weißgraue, schmerzlose Durchfälle, die nicht schwächen, erleichtern; Auftreibung des Bauches, laute Darmgeräusche, Blähungen. Unwillkürlicher Stuhlabgang.
HarnwegeHäufiger Harndrang, Nachts. Brennen beim Wasserlassen. Enuresis nocturna. Urin wasserhell oder milchig. Polyurie. Diabetes mellitus, Diabetes insipidus, Phosphaturie.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Gesteigerter Geschlechtstrieb trotz Schwäche, Masturbation. Impotenz. Erschlaffung der Geschlechtsteile während Koitus. Pollutionen ohne Erektion, nach Koitus, bei Stuhlgang. Rückenschmerzen und Depression nach Koitus, Angst und Schuldgefühle nach Masturbation. Haarausfall an den Genitalien.

  • ♀ Menstruation zu früh, zu spät. Wässriger, gelber Fluor, nach der Menstruation. Flatus aus der Vagina. Ausfall der Schamhaare, im Wochenbett. Schwäche durch Stillen.

AtemwegeEmpfindlichkeit gegen Kälte, Erkältungen beim geringsten Anlass. Brustbeklemmung beim Atmen. Reizhusten durch Kitzeln in der Brust. Husten mit schleimig-eitrigem Auswurf, übel riechend. Bronchitis, Lungenblutungen, Tuberkulose.
Brust, RückenSchwäche und Druck auf der Brust, schlimmer durch Sprechen. Drückender Schmerz hinter dem Brustbein. Herzklopfen bei jungen Menschen, die zu schnell wachsen. Haarausfall an behaarten Körperstellen.
Schwäche der Wirbelsäule, nach sexuellen Exzessen. Bohrender Schmerz zwischen den Schulterblättern. Nackenschweiß.
ExtremitätenSchwäche der Extremitäten. Patient stolpert leicht und vertritt sich. Schmerzen nachts, als ob die Knochen abgeschabt würden. Reißende Schmerzen und Entzündung in Gelenken, Knochen, Knochenhaut, in den Hüften, Beinen, Füßen, besser durch Bewegung. Wachstumsschmerzen der Unterschenkel. Krämpfe in den Oberarmen und Handgelenken. Jucken zwischen den Fingern, in den Gelenkfalten.
SchlafSchläfrigkeit, Einschlafen tagsüber, nachts schlaflos. Kurzer Schlaf amel. Ängstliche, schwere Träume. Erotische Träume, mit Ergüssen.
Frost, Fieber, SchweißKältegefühl, inneres Frieren, abends schlimmer. Hitze mit Schweiß, nachts und morgens. Reichlicher Schweiß am ganzen Körper. Fieber, Schwäche, Durst, Schweiß nehmen langsam zu.
HautWelk und grau. Rote, bläuliche Flecke der Haut. Ameisenlaufen in verschiedenen Teilen. Ekzeme, Akne, Herpes, blutige Furunkel. Ulzera mit brennenden Schmerzen und stark riechendem Eiter. Warzen, Kondylome. Haarausfall am ganzen Körper.
AllgemeinsymptomeReaktionsmangel, Schwäche, Blässe, Abmagerung. Gleichgültigkeit, nervliche Erschöpfung, Ohnmacht. Schwäche zuerst geistig, dann allmählich auf den Körper übergehend. Folgen von Kummer, auszehrenden Erkrankungen, Säfteverlust, häufiger Masturbation. Besserung durch Bewegung und kurzen Schlaf. Beschwerden in der Pubertät. Kinder und Jugendliche, die zu schnell wachsen. Wachstumsschmerzen. Reichliche Absonderungen. Schmerzen treten an den Stellen auf, auf denen man liegt. Haarausfall am gesamten Körper.
MiasmenPsora, Syphilis, Sykosis.

Phosphoricum acidum folgt gut auf China und wirkt gut vor China.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Chin., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Antho., Ars., Bell., Calc-p., Caust., Chin., Ferr., Ferr-p., Fl-ac., Kali-p., Lyc., Nat-p., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sel., Sep., Sulph., Verat.

  • Antidotiert von: Acon., Arn., Camph., Cocc., Coff., Nux-v., Staph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Gels.

Phosphorus (Phos.)

Thomas Lorz
#Phosphorus Gelbe Modifikation des elementaren Phosphors; P
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Niere, Leber, Verdauungstrakt, Blut (Blutungen), Nervensystem, Haut.
CausaEifersucht, Kummer, Zorn, Furcht, geistige Anstrengung, starke Gemütsbewegungen, Musik, sexuelle Exzesse, starke Gerüche (z. B. Gas oder Blumen), Gewitter, Blitz, Flüssigkeitsverluste, Verstauchungen, Heben, Wunden, Durchnässung (im Regen), Wäschewaschen, Haareschneiden.
Modalitäten
  • Agg.: abends, vor Mitternacht, Liegen auf der linken oder schmerzenden Seite, während eines Gewitters, Wetterwechsel.

  • Amel.: im Dunkeln, Liegen auf der rechten Seite, Massiert werden, kaltes Essen, Schlaf.

Allgemeine DarstellungDer Name kommt aus dem Griechischen phosphoros und bedeutet „Lichtbringer“. Der Phosphor wurde 1669 entdeckt. Er kommt in drei Modifikationen vor: rot, gelb und schwarz. Die gelbe Form glüht im Dunkeln auf und phosphoresziert. Es ist eine instabile Form, die unter Einfluss von Licht in die rote Form übergeht. Phosphor ist leicht entflammbar und wird darum in Zündhölzern verwendet. Phosphate sind als Energieträger im Körper wichtig in der Form von ATP (Adenosintriphosphat). Sie spielen auch eine wichtige Rolle im Nervensystem.
In seelischer Hinsicht öffnet sich die Phosphorus-Persönlichkeit der Umwelt, geht auf seine Mitmenschen zu, ist liebenswürdig, kann seine Gefühle schlecht verbergen und setzt sich dadurch schmerzhaften Erfahrungen aus. Für den Homöopathen sind diese Patienten ausgesprochen angenehm. Sie berichten offen über alle Symptome, befolgen die Anweisungen und lassen sich durch tröstende Worte schnell beruhigen. Im geistigen Bereich birgt die große Aufgeschlossenheit die Gefahr, auf „zu vielen Hochzeiten zu tanzen“, dabei unkonzentriert und vergesslich zu werden und den Boden unter den Füßen zu verlieren. Auffällig sind Ängste, z. B. die unbestimmte Angst, dass etwas passiert, Angst bei Gewittern (Der Patient spürt dabei besonders die elektrischen Spannungen in der Luft), in der Dunkelheit oder vor dem Alleinsein.
Auf der körperlichen Ebene führen Verletzungen zu hellroten Blutungen. Es besteht eine Blutungsneigung, kommt leicht zu Blutergüssen und blauen Flecken.
Häufig besteht Durst auf kalte Getränke, das Verlangen nach Obst, Salaten, Salz sowie nach Fisch. Der Phosphorus-Typ genießt alles Kühle bzw. Kalte.
Geist und GemütOffene, aufgeweckte, mitfühlende, erregbare, beeinflussbare, ängstliche Menschen, schreckhaft, furchtsam, hellseherisch, empfindlich auf äußere Eindrücke. Angst beim Alleinsein, um die eigene Gesundheit, um andere, vor der Zukunft, Furcht vor Gewitter, Verlangen nach Gesellschaft.
Kopf und SchwindelSchwindel bei alten Menschen, nach dem Aufstehen, nach Überanstrengung der Augen, bei raschen Kopfbewegungen (Lagerungsschwindel), beim Blicken nach oben oder nach unten, Drehschwindel, M. Menière. Brennende Schmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, besser durch langen Schlaf. Jucken der Kopfhaut, Schuppen, Haarausfall. Hirntumoren.
AugenKatarakt, schwarze Flecken schweben vor den Augen (Mouches volantes), grüner Hof um das Kerzenlicht, Farbsehen, Buchstaben erscheinen rot, Atrophie des Nervus opticus. Ödeme der Lider, um die Augen, Tränensäcke. Sehschwäche durch Tabakmissbrauch. Schmerz in der knöchernen Orbita. Parese der äußeren Augenmuskeln, Doppelbilder, Glaukom. Thrombose der Netzhautgefäße, degenerative Veränderungen in den Retinazellen. Netzhauterkrankungen, mit Lichtphänomenen und visuelle Sinnestäuschungen. Tränenfluss, Blutungen, Retinitis, Kurzsichtigkeit.
OhrenSchwerhörigkeit, für die menschliche Stimme, Widerhallen von Geräuschen. Ohrenschmerzen, Pulsieren im Ohr, nach schnellem Gehen. Jucken im Ohr, Trockenheitsgefühl, gelber Ohrausfluss, Blutungen. Überempfindliches Gehör, Fremdkörpergefühl, Tinnitus.
NaseRot und geschwollen, schmerzhaft bei Berührung. Trockenheit, innere Entzündung, wunde Nasenwinkel. Polypen in der Nase, übler Geruch aus der Nase, trockene, harte Krusten in der Nase. Nasenbluten, bei Kindern, beim Stuhlgang. Bohren in der Nase, bis es blutet. Überempfindlicher Geruchssinn, Anosmie. Grün-gelbe Nasenabsonderungen. Nase morgens verstopft.
GesichtEingefallenes, blasses Gesicht mit tiefliegenden, hohlen Augen. Wechsel von Blässe und Röte des Gesichtes, hippokratisches Gesicht. Blaue Ränder um die Augen. Tränensäcke. Schmerzen in den Gesichtsknochen, Neuralgien, Trigeminusneuralgie. Röte und Brennen der Backen, umschriebene Wangenröte. Muskelzucken. Nekrose des Unterkiefers, selten des Oberkiefers. Lymphknotenschwellung am Unterkiefergelenk, Parotitis. Sommersprossen.
Mund und ZähneAphthen, Zahnfleischentzündung, Zahnfleischbluten bei Berührung, Bluten nach Zahnextraktion. Mundtrockenheit. Trockene, glatte, rote oder weiße Zunge, Schwellung, Verfärbung. Zahnschmerzen mit Schwellung der Wange, mit Speichelfluss. Lockerheit der Zähne, Parodontose, Jucken des Zahnfleisches, Zähneknirschen, wundes, schmerzhaftes, geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischgeschwüre.
HalsSchmerzen beim Niesen und Gähnen, Pharyngitis, Ösophagitis, Tonsillitis, Engegefühl, Trockenheit. Schwellung der Mandeln, der Uvula, Räuspern (mit Heraufbringen käsiger Klümpchen), Ösophagusspasmen, Struma, Torticollis.
VerdauungstraktHunger nach dem Essen, Heißhunger. Saures Aufstoßen, Sodbrennen, Schluckauf, nach dem Mittagessen. Übelkeit, Erbrechen und Übelkeit beim Fahren, mundvolles Erbrechen, postoperatives Erbrechen, blutiges Erbrechen. Magenschmerzen, besser durch kalte Getränke oder Speisen, Magengeschwüre, Magenkrämpfe, Völlegefühl, Gastritis. Empfindliche Lebergegend mit Druckschmerz, in Rechtsseitenlage, Stiche in der Lebergegend, Leberatrophie, Vergrößerung und Verhärtung der Leber, Leberzirrhose, Fettleber. Stechende Bauchschmerzen, Auftreibung, Enteritis, Appendizitis, Colitis, Hepatitis, Koliken, Kältegefühl im Bauch, Invagination, Leere- und Schwächegefühl im Bauch, Leistenbruch, Obstipation. Übel riechende Stühle, Blähungen. Schmerzloser, schwächender Durchfall, breiige Stühle, schleimige blutige Durchfälle; grüner, schwarzer oder weißer Stuhl, unverdaute Stühle. Rektale Blutungen, Hämorrhoiden. Stuhlinkontinenz, Darmatonie. Schmerzen und Krämpfe, Analfissur, Pruritus ani.
HarnwegeBlutungen aus der Blase, Blasenstörungen, Inkontinenz, Belastungs- und Dranginkontinenz, Blasenlähmung, Überlaufblase. Spasmen und Schmerzen. Dysurie, vermehrter Harndrang, Nykturie, Harnsperre, Nephritis. Brennen in der Harnröhre, mit Harndrang. Nächtliches Bettnässen. Hämaturie, Albuminurie, Glukosurie, Urethritis, starker Geruch des Urins.
Geschlechtsorgane
  • Gesteigertes sexuelles Verlangen, sexuelle Funktionsstörungen, erektile Dysfunktion, Ejaculatio praecox, Impotenz, häufige und heftige Erektionen, Pollutionen, Masturbation. Hydrozele.

  • Gesteigertes sexuelles Verlangen, Nymphomanie, Masturbation, sexuelle Funktionsstörungen. Zyklusstörungen, Metrorrhagien, Amenorrhoe, Fluor. Entzündung der Ovarien, des Uterus, Uteruskarzinome, Uteruspolypen, Schmerzen.

AtemwegeHeiserkeit; Aphonie, Kehlkopf schmerzhaft, Hüsteln und Räuspern. Rezidivierende Atemwegsinfekte, jede Erkältung schlägt auf die Brust. Krupp, Bronchitis, Asthma, Trockenheit der Atemwege. Husten durch Sprechen, Patient muss sich dabei aufsetzen, Hinlegen verschlechtert. Husten bei Schwangeren, Husten mit salzig-eitrigem Auswurf. Blutiger Auswurf. Rasselnder keuchender Atem, Dyspnoe, Lungenentzündung, Pleuritis, Lungentuberkulose, Lungenödem.
Brust, RückenBrustbeklemmung, stechender Schmerz, Angina pectoris, Herzklopfen. Herzhypertrophie, Herzinsuffizienz. Gelbe Flecke auf der Brust. Harte, schmerzhafte Knoten in den Mammae, Brustkrebs, eiternde Geschwüre an den Mammae, Erysipel, wunde Brustwarzen, Mastitis. Axilläre Lymphknotenschwellung. Übel riechender Achselschweiß.
Rückenschmerzen. Empfindlichkeit der Dornfortsätze der Brustwirbel gegenüber Druck. Deformation der Wirbelsäule. Hitzegefühl zwischen den Schulterblättern. Kreuzschmerzen beim Aufrichten vom Bücken, im Stehen, weniger beim Gehen. Myelitis. Tabes dorsalis.
ExtremitätenSchwellung, Ödeme. Gliederschmerzen. Schweregefühl. Einschlafen der Hände und Füße, Ameisenlaufen. Sensibilitätsstörungen und motorische Lähmung, nach Apoplex. Taubheit der Finger- und Zehenspitzen. Exanthem auf der Haut im Bereich der Gelenke. Entzündungen, Periostitis, Fisteln, Gangrän, Hautausschläge, Psoriasis, Pruritus. Tremor. Exostose am Schienbein. Wadenkrämpfe. Nächtliche Kälte der Hände und Füße, eiskalte Füße, die selbst im Bett nicht warm werden. Frostbeulen, Hühneraugen, an den Fersen.
SchlafSchläft i. d. R. gut und ist durch Schlaf erfrischt, schläft meistens auf der rechten Seite, kann nicht auf der linken Seite schlafen. Schläfrigkeit nach den Mahlzeiten. Coma vigile. Schlaflosigkeit bei alten Menschen. Kurze Schlafperioden, häufiges Aufwachen. Gähnen. Lebhafte Träume, angenehm, mit erotischen Inhalten, Albträume. Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißAllgemein verfroren, abends und nachts. Kalte Knie nachts. Klebriger Nachtschweiß. Reichlicher Schweiß, am Kopf, an den Extremitäten, bei geringer Anstrengung. Schweiß übelriechend, nach Schwefel. Schüttelfrost. Hohes Fieber, mit viel Durst.
HautWunden bluten stark, Wundheilungsstörungen, Petechien, Ekchymosen, Purpura haemorrhagica. Ikterus (Gelbsucht). Sonnensprossen. Geschwüre, Furunkel, Hautausschläge, Psoriasis, Neurodermitis, Herpes. Trockene, schuppige Haut, Ichthyosis (Fischschuppenkrankheit), Urtikaria. Schwellungen. Verhärtungen.
AllgemeinsymptomeOft dünne, feingliedrige Menschen. Mangel an Lebenswärme oder warmblütig. Kopf- und Magensymptome besser durch Kälte, schlimmer durch Hitze oder warme Anwendungen. Brustsymptome schlimmer durch Kälte und besser durch Hitze. Allgemeine Verschlimmerung durch Wetterwechsel, verschlimmert durch Fasten, verschlimmert durch Liegen auf der linken Seite. Besserung durch Essen, durch kalte Getränke, durch Schlaf. Blutungsneigung, Geruchsempfindlichkeit.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: All-c., Ars., Calc., Carb-v., Ip., Kali-c., Lyc., Sang., Sep., Sil., Sulph., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bell., Brom., Bry., Calc., Carb-v., Chin., Hep., Kali-c., Lyc., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph.

  • Unverträglich mit: Apis, Caust.

  • Antidotiert von: Ars., Calc., Camph., Cham., Coff., Mez., Nux-v., Psor., Sep., Ter.

  • Kollaterale Arzneimittel: Caust., Con., Sil.

Phytolacca (Phyt.)

Henning Droege
#Phytolacca Phytolacca americana, Amerikanische Kermesbeere; HAB: Phytolacca americana
Betroffene OrgansystemeDrüsen, Mammae, Tonsillen, Parotis, Knochen, Periost, Muskeln, rechte Seite.
CausaKälte und Feuchtigkeit.
Modalitäten
  • Agg.: feuchte Kälte, nachts, Bewegung, rechte Seite.

  • Amel.: Wärme, trockenes Wetter, Ruhe.

Allgemeine DarstellungPhytolacca ist ein Drüsenmittel. Die Drüsen entzünden sich, werden hart, sind sehr schmerzhaft. Zerschlagenheitsgefühl, der Patient ist ruhelos und muss sich bewegen, wodurch aber keine Besserung eintritt. Rheumatische Beschwerden, Schmerzen erstrecken sich zu anderen Körperteilen.
Geist und GemütDüstere und reizbare Stimmung. Gleichgültigkeit, Apathie und Unfähigkeit zu geistiger Arbeit.
Kopf und SchwindelKongestive Kopfschmerzen über den Augen, in der Stirn und in den Schläfen, schlimmer bei Regen. Schwindel und/oder Ohnmacht beim Aufstehen.
AugenHeißer Tränenfluss und schmerzende Augen. Photophobie. Gefühl von Sand in den Augen mit Entzündung und Brennen. Gelbe Skleren. Tränenkanalfisteln.
OhrenBeim Schlucken Schmerzen in beiden Ohren.
NaseSchnupfen mit scharfer Absonderung. Schleimige Absonderung aus einem Nasenloch, das andere ist verstopft. Chronischer Katarrh, mit Karies der Nasenknochen.
GesichtEingesunken, blass, bläulich. Blaue Ränder um die Augen. Schmerzen der Gesichtsknochen, der Kiefer, nachts.
Mund und ZähneAufeinanderbeißen der Zähne (bessert auch den Zahnschmerz). Schmerzhafte Zahnung, mit Fieber, Unruhe, Zusammenbeißen der Kiefer.
Wundheit, Entzündung, Geschwüre der Mundschleimhaut. Glossitis. Zungengrund gelb, Zungenspitze rot, Gefühl von Verbrennung. Schmerzen an der Zungenwurzel, beim Schlucken, beim Herausstrecken. Fadenziehender Speichel mit metallischem Geschmack im Mund. Parotitis. Mumps. Verhärtung der Parotisdrüsen.
HalsHalsentzündung mit starken, brennenden Schmerzen in der Zungenwurzel, im Rachen und in den Mandeln, beim Schlucken bis in die Ohren ausstrahlend. Rachenschleimhäute dunkelrot, Mandeln geschwollen und rot, weiß-graue Flecke auf den Tonsillen, die zu Belägen zusammenfließen. Halslymphknoten hart und schmerzhaft. Beschwerden der rechte Seite. Kalte Getränke bessern, warme verschlechtern. Halsschmerzen wie durch eine heiße Eisenkugel im Rachen. Pharyngitis. Tonsillitis. Peritonsillarabszess.
VerdauungstraktDysenterie mit Übelkeit, Brechwürgen, Erbrechen. Schmerzen in der Magen- und Lebergegend, Liegen auf der re. Seite agg.
Durchfall, schleimig, blutig, grün, mit Auflagerungen von Schleimhautfetzen. Andauernder Stuhldrang, nachts im Schlaf. Brechdurchfälle mit Koliken. Nabelkolik.
HarnwegeUrin rot, dunkel, mit kreideartigem Sediment. Albuminurie. Nierenschmerzen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Schmerzen wie wund, in den Samensträngen, in den Hoden. Orchitis.

  • ♀ Menstruation schmerzhaft, zu häufig, mit reichlichem Blutfluss. Dabei sehr empfindliche Brüste, schwer, heiß, hart, schmerzhaft. Weinen während der Menstruation.

AtemwegeRauer, trockener, bellender Husten mit Kitzeln im Hals, nachts, nach dem Hinlegen.
Brust, RückenEntzündung der Mammae nach Erkältung oder Durchnässung, Schmerzen, Schwellung, Entzündung, Knotenbildung der Brust. Mastitis mit Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, der linken Brust. Stillende Mütter reagieren auf jede Irritation mit Symptomen der Mammae. Schmerz strahlt beim Saugen des Kindes über den ganzen Körper aus. Eingezogene, rissige Brustwarzen. Harte Knoten. Mammaabszess, eitrige Geschwüre. Hypergalaktie. Milchstau. Schmerzhafte Tumoren.
Zusammenziehender Schmerz in der Herzgegend, beim Gehen. Herzschmerzen abwechselnd mit Schmerzen im rechten Arm. Rheumatische Endokarditis. Angina pectoris. Hypertrophie und fettige Degeneration des Herzens.
Nackensteifigkeit und Rückenschmerzen in der Gegend der Schulterblätter, nachts, auf der rechten Seite.
ExtremitätenMuskelkrämpfe, Taubheit, Steifheit, im rechten Arm. Ruhelosigkeit, muss sich bewegen, obwohl die Schmerzen dadurch schlimmer werden. Schießende Schmerzen, elektrische Schläge. Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper.
Neuralgische Schmerzen, schlimmer nachts. Ischias. Schmerzen der Hüfte, Oberschenkel, Schienbeine, nachts, bei Wetterwechsel. Fersenschmerzen, Entzündung der Fußsohlenfaszien. Knochen- und Periostschmerzen. Tendinitis. Rheuma.
SchlafMüdigkeit nach Schmerzen. Unruhiger Schlaf, elend beim Erwachen.
Frost, Fieber, SchweißFieber mit Durst. Hitze, am Kopf, im Gesicht, dabei Kälte im ganzen Körper. Fieber wechselt mit Frost und Erschöpfung.
HautBläulich rote Färbung der Glieder. Haut trocken, rau, juckend, nachts in der Bettwärme. Blasenartiges Erythem, breitet sich vom Kopf zu den Füßen aus. Psoriasis. Hautausschläge, Ulzerationen, in allen Stadien bis zur Eiterung, scharfe und übelriechende Absonderungen.
AllgemeinsymptomeRheumatische und syphilitische Konstitution, Symptome schlechter nachts und bei feuchtkaltem Wetter. Schmerzhaftigkeit bei allen Symptomen, Zerschlagenheitsgefühl, Unruhe und Erschöpfung.
Ein Lymphknotenmittel. Angezeigt nach Quecksilbermissbrauch und zur Beschleunigung von eitrigen Prozessen.
MiasmenSykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Micr., Sil., Syph.

  • Antidotiert von: Bell., Dig., Ign., Iris., Merc., Mez., Nit-ac., Nit-s-d., Op., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bry., Kali-bi., Kali-i., Merc., Rhus-t.

Platinum (Plat.)

Henning Droege
#PlatinumPlatina; metallisches Platin; Pt; HAB: Platinum metallicum
Betroffene OrgansystemeNerven, Gemüt, Geschlechtsorgane (weibliche)
CausaFurcht, Ärger, Trauer, sexuelle Erregung, Masturbation.
Modalitäten
  • Agg.: abends, Ruhe, im Zimmer, Berührung, während der Menstruation.

  • Amel.: Bewegung, im Freien.

Allgemeine DarstellungPlatinum kommt v. a. für Frauen infrage. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Mittel bei Schmerzen.
Hochmütiger und selbstüberheblicher Charakter. Der Platinum-Patient sieht mit Verachtung auf andere herab.
Körperliche Schmerzen und seelische Störungen lösen sich gegenseitig ab. Schmerzen kommen und gehen allmählich. Sie sind krampfartig und zusammenschnürend wie durch Bandagen, häufig sind sie begleitet von einem Kälte- oder Taubheitsgefühl.
Geist und GemütStolz und Überheblichkeit. Bildet sich ein, etwas Besseres zu sein, sieht auf andere herab. Gereizt, launisch. Eitel, eifersüchtig, Neigung zum Dramatisieren. Weinen vor Wut und Ärger. Symptome durch Verletzung des Stolzes, durch sexuelle Erregung, durch Frustration.
Wahnidee der Körper sei groß, andere Menschen oder Gegenstände im Haus sind klein oder fremd.
Launenhaftigkeit: heute ausgelassen und fröhlich, morgen traurig, gedrückt oder wütend. Psychische Symptome wechseln mit physischen ab. Zittern und Taubheitsgefühl in den Gliedern, durch Erregung, nach geistiger Anstrengung.
Ängste, abends, wenn allein. Furcht verlassen zu werden, vor schrecklichen Ereignissen, vor Krankheit, Gewalt, Tod. Sonderbare Gedanken, erotische oder perverse Phantasien, zwanghafte Vorstellungen, ihr Kind oder ihren Mann töten zu müssen. Depression im Wochenbett.
Kopf und SchwindelTaubheitsgefühl der Kopfhaut, des Gesichts, mit drückenden und pressenden Kopfschmerzen. Schmerzen nehmen allmählich zu, lassen dann langsam wieder nach. Einschnürungsgefühl von Stirn und Schläfen, wie zusammengequetscht.
AugenGegenstände erscheinen kleiner. Kältegefühl in den Augen. Krampfhaftes Zittern der Augenmuskeln. Lidkrampf.
OhrenKrampfartige Schmerzen mit Kältegefühl in den Ohren. Kribbeln, taubes Gefühl im Ohr. Ohrgeräusche.
NaseÜberempfindlichkeit gegen Gerüche. Schmerzen an der Nasenwurzel. Nasenbluten, dunkel, koaguliert.
GesichtLippen sind voll, sinnlich, trocken, wund. Kälte- und Taubheitsgefühl, um die Lippen, in den Wangenknochen. Grimassieren. Bohrende Schmerzen im Unterkiefer. Gesichtsneuralgie.
HalsZusammenschnüren, Beklemmung. Globus hystericus. Stimmverlust.
VerdauungstraktDer Appetit richtet sich nach der Stimmung: Heißhunger bei guter Laune, Appetitlosigkeit bei schlechter Stimmung. Übelkeit mit Ängstlichkeit und Mattigkeit, Bauch aufgetrieben oder krampfartig eingezogen. Schmerzen in der Nabelgegend, ziehend, zum Rücken ausstrahlend.
Verstopfung, auf Reisen, in der Schwangerschaft. Stuhl dunkel, trocken, hart, wie verbrannt, weich, klebrig, wie Lehm, am After festklebend.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Stark erhöhte Libido. Frühe Neigung zu Masturbation. Sexuelle Exzesse, Perversion. Tumoren der Hoden.

  • Frühe und beschleunigte sexuelle Entwicklung. Junge Mädchen sind sehr schnell erregt. Neigung zu Masturbation und Nymphomanie. Kribbeln und Jucken in den Genitalien. Empfindlichkeit der Genitalien, bei Berührung, mit innerem und äußerlichem Vibrieren und Kälteschauern, kann Koitus nicht ertragen (führt zu Krämpfen, Ohmacht). Menstruation ein bis zwei Wochen zu früh, zu stark, mit dunklem, klumpigem Blut. Dysmenorrhoe mit Senkungsgefühl, Spasmen. Vaginismus. Pruritus vulvae. Herpes genitalis. Uterusprolaps, -blutungen, -tumore. Stechende Schmerzen der Ovarien, links. Ovarialzysten, -tumoren. Sterilität. Gravidität: Obstipation, Blutung, Abort. Wehenstillstand oder Krämpfe während der Entbindung durch vaginale Hyperästhesie. Blutungen, dunkel, koaguliert. Im Wochenbett Depression, Manie, sexuelles Verlangen.

Brust, RückenSchwäche, Taubheit, Steifigkeit im Genick. Rückenschmerzen wie zerschlagen, schlimmer durch Rückwärtsbeugen.
ExtremitätenGefühl wie zusammengeschnürt oder bandagiert, der Oberschenkel. Schmerzen mit Kältegefühl, Schwäche, Zittern, Kribbeln, Taubheit. Rheumatoide Schmerzen.
SchlafKrampfhaftes Gähnen, auch ohne Müdigkeit. Abends schläfrig, schläft während des Sprechens oder Lesens ein. Lebhafte Träume, erotisch. Erwachen um Mitternacht, um 3 Uhr. Liegt auf dem Rücken mit den Armen nach oben, Beine angezogen, die Knie gespreizt. Deckt sich ab, die Schenkel, obwohl ihm nicht zu warm ist.
Frost, Fieber, SchweißFrost mit Zittern am ganzen Körper.
HautSpannungsgefühl, Kribbeln, Jucken, Taubheit, generalisiert oder lokal.
AllgemeinsymptomeGeistes- und Gemütssymptome abwechselnd mit körperlichen Symptomen. Beschwerden oder Schmerzen begleitet von Kribbeln, Taubheit und Kälte. Schmerzen nehmen allmählich zu und ab. Klammartiger Schmerz, die betroffenen Teile wie bandgiert oder fest geschnürt.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Pall., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: Anac., Arg-n., Bell., Ign., Lyc., Puls., Rhus-t., Sep., Verat.

  • Antidotiert von: Bell., Colch., Nit-s-d., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cupr., Ign., Plb., Stann.

Plumbum metallicum (Plb.)

Viktoria Korenika
#Plumbum metallicum Elementares Blei und Bleiacetat; Pb und Pb(C2H3O2)2 · 3H2O
Betroffene OrgansystemeNerven- und Kreislaufsystem, Verdauungsorgane, Blut, Nieren, rechte Seite, rechts oben und links unten.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, Liegen auf der rechten Seite, leichte Berührung, Anstrengung, kaltes, nebliges Wetter, Menschenansammlungen.

  • Amel.: Reiben, fester Druck, Strecken, ruhig Liegen.

Allgemeine DarstellungWichtiges Mittel für arteriosklerotische Erkrankungen. Ältere Menschen mit hagerer Statur, schwach, zittrig, langsam und frostig. Krankheiten verlaufen langsam und schleichend. Die Körperfunktionen sind verlangsamt. Verspätete Reaktion auf Schmerzreize. Zunehmende Apathie bis hin zu Erstarrung.
Schwache Verdauung mit Koliken und Obstipation. Einziehung des Bauches oder das Gefühl, als ob der Nabel zur Wirbelsäule gezogen würde. Einschnürungsgefühl und Einziehung der inneren Organe.
Zittern, Konvulsionen und Kontraktionen, v. a. der Arme und Hände. Kraftlosigkeit oder Lähmung zusammen mit Hyperästhesie der betroffenen Glieder, später Muskelatrophie und Anästhesie.
Neurologische Erkrankungen. Zerebralsklerose. Epilepsie. Neuralgische Schmerzen.
Kreislaufstörung. Ohnmachtsneigung, Koma.
Geist und Gemüt„Bleierne Schwere“, langsames Wahrnehmen, Begreifen und Reagieren. Antwortet langsam, sucht nach den richtigen Worten. Mangelnde Vitalität, Apathie, Depressionen. Gedächtnisverlust. Demenz.
Ruhelos, reizbar und selbstsüchtig. Ausschweifendes Leben, Genusssucht – nur das Beste ist gut genug. Verlangen nach Nervenkitzel und Provokation. Spielsucht. Autoaggressive Tendenzen. Furcht vor Verfolgung und Ermordung.
Kopf und SchwindelKopf- und Nackenschmerzen, mit heißem Kopf und kalten Gliedern. Arteriosklerose der Gehirngefäße. Epilepsie. Apoplexie. Neurologische Erkrankungen. Multiple Sklerose. Progressive Paralyse. Spinalmeningitis. Gehirntumore.
AugenSkleren gelb. Lähmung der oberen Augenlider. Amaurosis.
OhrenPlötzliche, vorübergehende Schwerhörigkeit, schlimmer abends. Ohrenklingen.
GesichtApathischer Gesichtsausdruck, tiefe Falten. Gesicht fahl, gelb, blass. Fettige, wächserne Gesichtshaut.
Zuckungen, rechte Seite. Neuralgie der Gesichtsnerven. Fazialislähmung.
Mund und ZähneGeschwollenes, blasses Zahnfleisch mit blauer Linie am Zahnfleischrand. Trockener Mund, Mundgeruch. Zunge zittrig. Speichel zäh und süßlich. Aphthen. Zähneknirschen.
HalsKloßgefühl. Schwellung. Angina follicularis. Mandelabszess. Parotitis. Ösophagitis. Aphonie durch Lähmung der Stimmbänder.
VerdauungstraktAppetitlosigkeit. Übelkeit mit Erbrechen. Saures, übel riechendes Aufstoßen.
Leberbeschwerden mit Ikterus. Rasche Abmagerung. Quälende Blähungen. Schmerzhafte Einziehung des Nabels oder das Gefühl, wie wenn eine Schnur den Bauch zum Rücken hin zieht. Steinharter Bauch mit kolikartigen Schmerzen, nach allen Seiten ausstrahlend, besser bei Strecken oder Rückwärtsbeugen. Chronische Obstipation mit Koliken. Harte, schwarze, kugelige Stühle wie Schafskot. Schmerzhafte Einziehung des Afters.
Diabetes. Appendizitis. Nabelhernien. Invagination. Darmlähmung. Darmverschluss.
HarnwegeAkute, chronische Nephritis. Nephrosklerose. Schrumpfniere. Urämisches Koma. Urin spärlich und dunkel. Blasenlähmung mit Harnverhalt.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Vermehrtes sexuelles Verlangen, leicht erregbar. Häufige Erektionen und Pollutionen, später Impotenz. Gonorrhoischer Ausfluss. Schmerzhafte Retraktion der Hoden nach sexuellen Exzessen oder nach unterdrückten Hautausschlägen.

  • ♀ Erhöhter Geschlechtstrieb. Vaginismus. Schmerzhafte Kontraktion der Brustdrüsen. Abortneigung.

Brust, RückenHerzklopfen, Liegen auf der linken Seite agg. Angina pectoris. Hypertrophie des Herzens, organische Herzerkrankungen. Hypertonie. Kontrakturen der Rückenmuskulatur.
ExtremitätenSchwäche und Zittern, spastische Konvulsionen, abends, nachts. Sehnenkontrakturen in den Handflächen. Paresen mit Hyperästhesie oder Anästhesie der Haut. Radialislähmung. Blitzartige Schmerzen der Extremitäten, besser durch Reiben. Atrophie der erkrankten Körperteile.
Progressive Muskelatrophie. Amyotrophe Lateralsklerose. Poliomyelitis. Sklerose. Ischias mit brennenden Schmerzen, Schwäche und Muskelatrophie.
SchlafMüdigkeit, aber schlaflos aufgrund sorgenvoller Gedanken. Ängstliche Träume.
Frost, Fieber, SchweißFrostig, muss sich warm anziehen, nur der Kopf bleibt ohne Bedeckung. Übel riechender Fußschweiß. Unfähigkeit bei körperlicher Anstrengung zu schwitzen.
HautGelb, trocken, schuppig. Hyperästhesie der Haut, die geringste Berührung ist unerträglich, fester Druck bessert hingegen. Anästhesie.
AllgemeinsymptomeSchleichende, langwierige Erkrankungen ohne Heilungstendenz. Zunehmende Verlangsamung aller körperlichen und geistigen Funktionen. Zunehmender Gedächtnisverlust, Apathie, Depression und Demenz. Folgen von Apoplexie.
Funktionsstörungen des Gehirns, neurologische Erkrankungen und Zerebralsklerose. Epilepsie. Apoplex. M. Parkinson. Amyotrophe Lateralsklerose. MS. Tabes dorsalis. Alzheimer.
Zittern und Konvulsionen einzelner Muskeln Oder Körperteile. Später Paresen und Lähmungen, dabei Hyperästhesie der betroffenen Areale. Radialislähmung. Rasche Atrophierung der Muskulatur. Reißende Schmerzen, besser durch Reiben oder Druck.
Verdauungsprobleme. Zusammenschnürungsgefühl der inneren Organe, besser durch Strecken. Einziehung des Nabels. Koliken. Chronische Obstipation. Gelbsucht. Lähmung von inneren Organen. Arteriosklerose. Allgemeine Verschlechterung bei Anstrengung, in der Nacht.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Rhus-t., Thal.

  • Bewährte Folgemittel: Ars., Bell., Lyc., Merc., Phos., Puls., Sil., Sulph.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Aeth., Alum., Alumn., Ant-c., Ars., Bell., Caust., Cocc., Coloc., Hep., Hyos., Kali-br., Kreos., Lyc., Nux-m., Nux-v., Op., Petr., Plat., Stram., Sulph., Sul-ac., Zinc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Op.

Podophyllum (Podo.)

Henning Droege
#PodophyllumMaiapfel; Podophyllum peltatum; Maiapfel; HAB: Podophyllum peltatum
Betroffene OrgansystemeMagen-Darm-System (Leber, Duodenum, Darm, Rektum), Ovarien, Uterus.
Modalitäten
  • Agg.: am frühen Morgen (2–4 Uhr), bei heißem Wetter, bei der Zahnung, durch Anstrengung, nach dem Essen und Trinken.

  • Amel.: lokale Wärme, abends.

CausaVerheben oder Überanstrengung (Uterusprolaps), Sommer (Diarrhoe), Zahnung.
Allgemeine DarstellungIm Mittelpunkt der Podophyllum-Symptomatik stehen entzündliche Zustände des Verdauungssystems, v. a. des Duodenums und des Dünndarms, der Leber und der Gallenwege, mit profusen, gussartigen und übel riechenden Durchfällen. Vor dem Durchfall Gurgeln und Kollern des Bauches. Empfindlichkeit des ganzen Bauchraums, Leere- und Senkungsgefühl in den inneren Organen begleiten die Durchfälle.
Wechselhafte Zustände: abwechselnd Diarrhoe und Obstipation, Diarrhoe und Kopfschmerzen, Kopfschmerzen und Leberbeschwerden usw. Periodizität der Beschwerden.
Geist und GemütNiedergeschlagen, melancholisch, entmutigt, jammert, denkt, er leide an einer unheilbaren Krankheit und müsse sterben. Nervös, ruhelos, schnell ermüdet.
Kopf und SchwindelSchwindel und kongestive Kopfschmerzen, morgens beim Aufstehen. Kopfschmerz wechselt mit Durchfall.
GesichtGelbes Gesicht und Skleren. Hitze der Wangen beim Zahnen.
Mund und ZähneBrennende Zunge, Zahneindrücke. Bitterer, fauliger Geschmack, übler Mundgeruch. Zusammenbeißen der Zähne, Zähneknirschen. Erschwerte Zahnung mit Diarrhoe und Zusammenbeißen der Kiefer.
VerdauungstraktAlles, was in den Magen kommt, wird sauer. Fehlender Appetit, aber großer Durst auf kaltes Wasser, Verlangen nach Saurem, beides wird nicht vertragen. Magenbrennen, heißes, saures Aufstoßen. Brechwürgen. Empfindlichkeit des Oberbauchs mit Schwäche und Leeregefühl. Auftreibung und krampfartige Schmerzen, besser durch Zusammenkrümmen und durch Wärme. Übelkeit, Erbrechen von heißem, schaumigem Schleim, gemischt mit Galle und Blut. Die Lebergegend ist schmerzhaft und berührungsempfindlich, leichtes Reiben bessert. Hepatitis. Gallenkolik.
Schmerzlose Durchfälle, am frühen Morgen ab 3 Uhr. Gurgeln und Kollern vor Diarrhoe. Explosionsartige Entleerung, wässriger, schaumig, aashaft riechender Stuhl, mit gleichzeitigem Abgang von Blähungen (Toilettenschüssel ist komplett verspritzt). Nach Stuhlgang Erschöpfung, Leere im Bauch und Senkungsgefühl der Bauchorgane. Durchfall, periodisch wiederkehrend, abwechselnd mit Verstopfung.
Äußere, innere, nässende Hämorrhoiden. Rektumprolaps vor, nach Stuhlgang, nach Anstrengung, in der Schwangerschaft.
Geschlechtsorgane♀ Menstruation verspätet, mit Diarrhoe und Uterusschmerzen. Senkungsgefühl oder Prolaps des Uterus während Stuhlgang. Schmerzen und Entzündung im rechten Ovar, Schmerz ausstrahlend in den rechten Oberschenkel. Tumoren und Zysten der Ovarien. Uterusprolaps oder Rektumprolaps nach der Entbindung.
Brust, RückenSchmerzen zwischen den Schultern, unter dem rechten Schulterblatt. Brennende Kreuzschmerzen, schlimmer durch Stuhlgang.
ExtremitätenSchmerz in der rechten Leistengegend.
SchlafUnruhiger Schlaf. Schläft mit halb offenen Augen, rollt den Kopf hin und her, Stöhnen und Jammern im Schlaf. Schläfrigkeit tagsüber, Vormittags.
Frost, Fieber, SchweißÜbelriechender Schweiß. Fieber morgens, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen mit Delirium, Geschwätzigkeit, danach schläfrig, beim Erwachen weiß der Patient davon nichts mehr.
HautBlass. Gelbsucht.
AllgemeinsymptomeAllgemeine Verschlimmerung frühmorgens 2–4 Uhr und bei heißem Wetter. Wässrige, gussartige Durchfälle. Wechselhafte Zustände.

Durchfallerkrankungen bei Kindern mit explosionsartigen Entleerungen (Kind muss danach komplett umgezogen werden), ohne allgemeine Beeinträchtigung des Befindens und ohne weitere Symptome.

MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc., Nat-m., Sulph.

  • Antidotiert von: Coloc., Lac-ac., Lept., Merc., Nux-v.

  • Kollaterale Arzneimittel: Aloe, Chin., Merc.

Psorinum (Psor.)

Thomas Lorz
#PsorinumPsorin, Psoricum; serös-eitrige Flüssigkeit aus Krätzebläschen (Nosode, 2)
Betroffene OrgansystemeHaut, Atemwege, Gemüt.
CausaEmotionen, geistige Anstrengung, unterdrückte Ausschläge, Sturm, Gewitter, Verletzungen, Schläge, Verstauchungen, Verrenkungen, Verheben.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, im Freien, Waschen, vor einem Sturm, Zugluft, Wetterwechsel, Fasten.

  • Amel.: Liegen in Kopftieflage, starkes Schwitzen nach akuter Krankheit, Essen, warme Kleidung, Hitze.

Allgemeine DarstellungPsorinum passt zu Erkrankungen, die sich auf der Grundlage des psorischen Miasmas entwickeln. Psorinum ist ein kaltes Mittel, der Patient möchte den Kopf warm halten, möchte warme Kleidung, sogar im Sommer. Extreme Empfindlichkeit gegen Kälte. Der Patient trägt Pelzmütze, Mantel oder Schal sogar beim heißesten Sommerwetter. Ängstliche, rastlose, nervöse Menschen. Schwäche, unabhängig von organischen Erkrankungen, oder anhaltend nach akuter Erkrankung. Psorinum ist außerdem angezeigt, wenn andere, gut gewählte Mittel nicht wirken (Reaktionsmittel).
Geist und GemütHat alle Hoffnung auf Genesung aufgegeben. Angst vor Armut, um die Gesundheit, vor Krebs. Melancholie, religiös, Selbstmordneigung, ängstliche Ruhelosigkeit nachts.
Kopf und SchwindelTrägt das ganze Jahr eine Kopfbedeckung. Kopfschmerzen, dabei Heißhunger, mit Schwindel. Hämmernder Schmerz, Gefühl, als wäre das Gehirn zu groß, schlechter durch Wetterwechsel. Dumpfer, drückender Schmerz im Hinterkopf. Kopfschmerz mit vorangehendem Flimmern vor den Augen, Sehschwäche, Sehverlust, schwarze Flecken oder Ringe. Verfilztes Haar, trockenes Haar. Trockene, schuppige oder feuchte, faulige, eitrige Ausschläge der Kopfhaut.
AugenPhotophobie, mit entzündeten Lidern, kann die Augen nicht öffnen, Blepharitis. Ophthalmie, ständig wiederkehrend. Scharfe Absonderung.
OhrenFeuchte Krusten, Wundsein auf und hinter den Ohren, übelriechende, zähe Absonderung. Otorrhoe, dünn, faulig, wie verdorbenes Fleisch, chronisch nach Masern oder Scharlach.
NaseTrocken. Schnupfen, mit Nasenverstopfung. Chronischer Katarrh, Heuschnupfen. Rosacea.
GesichtGeschwollene Oberlippe. Blass, zartes, kränkliches Aussehen. Feuchter Hautausschlag im Gesicht. Rosacea.
Mund und ZähneRhagaden der Mundwinkel. Zunge und Zahnfleisch ulzeriert, zäher Schleim klebt am weichen Gaumen.
HalsTonsillenschwellung, Tonsillitis (auch rezidivierend), Halsschmerzen. Reichlicher, übel schmeckender Speichel, zäher Schleim im Hals. Hochräuspern von käsigem, übelriechendem Schleim.
VerdauungstraktAufstoßen, Geruch wie faule Eier. Appetit vermehrt, nachts, vor und während Kopfschmerzen. Übelkeit, Schwangerschaftserbrechen. Schleimiger, blutiger, stinkender, dunkler, flüssiger Stuhl. Harter, schwieriger Stuhl, Blutung aus dem Rektum, Brennende Hämorrhoiden. Verstopfung bei blassen, kränklichen Kindern.
HarnwegeHautausschläge. Inkontinenz.
GeschlechtsorganeAbneigung gegen Geschlechtsverkehr. Gonorrhoe.
  • ♂ Hydrozele, Impotenz.

  • ♀ Stinkende, klumpige Leukorrhoe mit starken Rückenschmerzen und Schwäche. Geschwollene, schmerzhafte Brüste.

AtemwegeAsthma, mit Atemnot, schlechter durch Aufsetzen, Besserung durch Liegen und Ausstrecken der Arme. Trockener, harter Husten, mit Schwäche in der Brust, Gefühl wie von einem Geschwür unter dem Brustbein, Schmerz in der Brust, Hinlegen bessert. Husten jeden Winter, durch unterdrückte Hautausschläge.
Brust, RückenHerzklopfen, atemabhängige Schmerzen, Herzklappenfehler. Rückenschmerzen.
ExtremitätenSchwäche der Gelenke, stinkender Fußschweiß, Hautausschläge in den Gelenkbeugen.
SchlafSchlaflosigkeit durch Jucken.
Frost, Fieber, SchweißVerfroren, reichlicher, übelriechender Schweiß, Nachtschweiß.
HautNeigung zu Hautkrankheiten, Akne, eiternde Ausschläge. Schmutziges Aussehen der Haut, grob, fettig, ölig. Herpesartige, krustige Hautausschläge, am ganzen Körper, auf der Kopfhaut, in den Gelenkbeugen, heftiger Juckreiz, Bettwärme agg.
Drüsenschwellung. Indolente Geschwüre, die langsam heilen. Urtikaria, nach Anstrengung. Pusteln, nahe den Fingernägeln.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme, schlechter durch Kälte, häufige und wiederkehrende akute Erkrankungen, fühlt sich gut an dem Tag, bevor er krank wird.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bac., Sep., Sulph., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Alum., Bar-c., Bor., Carb-v., Hep., Sulph.

  • Unverträglich mit: Con., Lach., Sep.

  • Antidotiert von: Coff.

  • Kollaterale Arzneimittel: Graph., Mang., Phos., Sulph.

Pulsatilla (Puls.)

Thomas Lorz
#PulsatillaPulsatille, Anemone pratensis; Pulsatilla pratensis ssp. nigricans; Wiesen-Küchenschelle; HAB: Pulsatilla pratensis
Betroffene OrgansystemeHormonsystem. Urogenitaltrakt. Gelenke. Ohren. Nasen- und Bronchialschleimhaut.
CausaVerlust von Bezugspersonen, Ablehnung durch Partner (während der Schwangerschaft), Kummer, Enttäuschung, Eifersucht, Unterdrückung der Mens, Nasswerden der Füße, Fett, Schweinefleisch, Eiscreme, Tee.
Modalitäten
  • Agg.: Hitze, warmes Zimmer, schweres, fettes Essen, nach dem Essen, abends, Liegen auf der linken oder auf der schmerzlosen Seite, Herunterhängen der Füße.

  • Amel.: im Freien, frische Luft, Bewegung, kalte Anwendungen, kalte Speisen und Getränke (obwohl durstlos).

Allgemeine DarstellungDas Temperament und der Gemütszustand sind wichtige Leitsymptome für die Wahl von Pulsatilla. Es passt bei Frauen mit mildem, sanftem, nachgiebigem Temperament. Weint leicht, beim Sprechen. Die Stimmung ist wechselhaft, widersprüchlich. Im Freien geht es immer besser, sogar bei frostigen Patienten (normalerweise ist Pulsatilla eher warm). Alle Schleimhäute sind betroffen. Die Absonderungen sind dick, mild und gelblich grün. Die Symptome wechseln ständig. Der Patient ist durstlos. Pulsatilla passt gut bei Kindern und bei Frauen in hormonellen Wechselphasen, also für Pubertät, Schangerschaft und Klimakterium.
Geist und GemütWeint leicht, ist ängstlich, unentschlossen, fürchtet das Alleinsein am Abend, die Dunkelheit, Gespenster, ist mitfühlend. Kinder möchten Liebkosungen und Aufmerksamkeit. Der Patient ist leicht zu entmutigen, hat Furcht vor dem anderen Geschlecht. Religiöse Melancholie. Stimmung wechselhaft, sehr emotional, weinerliche Stimmung.
Kopf und SchwindelMenstruelle Migräne, wandernde Stiche im Kopf, Schmerz erstreckt sich zu Gesicht und Zähnen, besser im Freien, durch frische Luft. Stirn- und Supraorbitalschmerzen, neuralgische Schmerzen, beginnend in der rechten Schläfenregion. Kopfschmerz durch Überarbeitung, Druck auf dem Scheitel. Rote Wangen, Hitzewallungen.
AugenKonjunktivitis mit dicken, reichlichen, gelben, milden Absonderungen, Jucken und Brennen in den Augen. Gerstenkörner. Tränenfluss im Freien, beim Husten und in kalter Luft.
OhrenAkute und chronische Otitis media. Schwerhörigkeit, als ob die Ohren verstopft wären. Otorrhoe, dicke, milde Absonderung, übelriechend. Das äußere Ohr ist geschwollen, rot. Ohrenschmerz, schlechter nachts.
NaseSchnupfen, Verstopfung des rechten Nasenlochs. Drückender Schmerz an der Nasenwurzel. Verlust des Geruchsvermögens. Grüne, übelriechende Krusten in der Nase. Verstopfung der Nase am Abend. Gelber Schleim, morgens, mild, Schnupfen ohne Exkoriation der Nasenlöcher. Schmerzhafte Nasenknochen.
GesichtRechtsseitige Neuralgie, mit Tränenfluss. Unterlippe geschwollen, Riss in der Mitte. Gesichtsschmerz, abends bis Mitternacht. Bei Schmerzen Frostigkeit, rote Wangen, errötet leicht. Parotitis, mit Metastasierung (z. B. zum Hoden).
Mund und ZähneFettiger Geschmack. Trockener Mund ohne Durst, Patient möchte ihn häufig ausspülen, leckt sich die trockenen Lippen. Zunge gelb, weiß, von zähem Schleim überzogen. Zahnschmerz, besser durch Halten von kaltem Wasser im Mund. Übelriechender Mundgeruch. Nahrung, besonders Brot, schmeckt bitter, süßlicher Speichel, Veränderung und Verlust des Geschmackssinns
HalsHeiserkeit. Ziehender, spannender Schmerz im Nacken, Schwellung und Schmerz im Hals und Nacken, wie von einem Geschwür.
VerdauungstraktAbneigung gegen fettes Essen, warmes Essen und Getränke. Aufstoßen, der Geschmack der Speisen bleibt lange im Mund. Verminderter Geschmack aller Speisen. Flatulenz, Sodbrennen. Dyspepsie, mit starker Beengung nach dem Essen, muss die Kleidung lockern. Durstlos bei fast allen Beschwerden. Erbrechen von lange zuvor genossenen Speisen. Magenschmerz eine Stunde nach dem Essen.
HarnwegeHarndrang, im Liegen. Brennen in der Harnröhrenöffnung während und nach Wasserlassen. Unwillkürliches Urinieren nachts, beim Husten, bei Blähungsabgang. Nach dem Urinieren krampfartiger Blasenschmerz. Schmerz und Tenesmus beim Urinieren, schlimmer beim Liegen auf dem Rücken. Zystitis. Letzter Teil des Urins blutig.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Orchitis, Schmerz vom Bauch zu den Hoden. Dicke, gelbe Absonderung aus der Urethra. Striktur, der Urin wird nur tropfenweise entleert, unterbrochener Strahl, akute Prostatitis.

  • Dysmenorrhoe, Amenorrhoe, späte, unregelmäßige Menstruation, späte Menarche. Mens spärlich, dick, dunkel, mit Gerinnseln, wechselhaft, aussetzend. Scharfe, brennende, rahmartige Leukorrhoe. Durchfall bei oder nach der Menstruation.

AtemwegeAsthma, Bronchitis, bei Kindern, bei Erkältung. Trockener Husten abends und nachts, Patient muss sich im Bett aufsetzen. Husten unterbricht den Schlaf. Lockerer Husten morgens, mit reichlichem Schleimauswurf. Druck auf der Brust, Dyspnoe, Urinabgang beim Husten. Milder, dicker, bitterer, grünlicher Auswurf. Angst und Herzklopfen beim Liegen auf der linken Seite, Erstickungsgefühl im Liegen.
Brust, RückenKrampfhafte Zusammenschnürung und Spannung in der Brust. Stiche in der Brust, besonders beim Husten und tief Atmen. Herzklopfen.
Stechender Schmerz in Nacken und Rücken, zwischen den Schultern, im Kreuzbein nach dem Sitzen. Empfindung, als ob kaltes Wasser über den Rücken gegossen wird.
ExtremitätenZiehender, spannender Schmerz, in den Ober- und Unterschenkeln. Wandernde Arthritis. Taubheitsgefühl um den Ellbogen, Hüftgelenksschmerzen, Schwellung der Knie. Fersenschmerzen, bohrend, abends. Varizen, Venen an Unterarmen und Händen sind geschwollen. Rote, entzündete, geschwollene Füße. Müdes und schweres Gefühl der Beine.
SchlafAbends hellwach, ruhelos im ersten Schlaf, erwacht matt und unerfrischt, unwiderstehliche Schläfrigkeit am Nachmittag. Schläft auf dem Bauch oder auf dem Rücken mit den Händen über dem Kopf. Schlaf zu ungewöhnlicher Zeit, entweder morgens spät oder abends zu früh. Schlaflos im dunklen Zimmer. Vor Mitternacht wird der Schlaf durch eine fixe Idee verhindert, z. B. eine in Gedanken immer wiederholte Melodie.
Frost, Fieber, SchweißFrost sogar im warmen Zimmer, ohne Durst, Fieberfrost gegen 16 Uhr, nachts unerträglich brennende Hitze, mit erweiterten Venen. Hitze in einigen Körperteilen, in anderen Teilen Kälte. Einseitiger Schweiß, Schmerzen beim Schwitzen, Fieber nachmittags um 14 Uhr, Röte des Gesichtes während des Schweißes, Schweiß bloß im Gesicht und auf der Kopfhaut.
HautUrtikaria nach schwerem Essen, mit Durchfall. Masern. Akne in der Pubertät. Krampfadern.
AllgemeinsymptomeWarmblütig und Verschlimmerung durch Sonne und Wärme. Verlangen nach frischer Luft und Besserung durch milden Wind oder im Freien, durch kühles frisches Wetter. Verschlechterung durch fette, reichhaltige Speisen. Rechtsseitige Symptome.
Wechselhafte, widersprüchliche und wandernde Symptome.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: All-c., Arg-n., Ars., Bry., Cham., Coff., Graph., Kali-bi., Kali-m., Kali-s., Lyc., Nux-v., Sep., Sil., Stann., Sulph., Sul-ac., Tub., Zinc.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Anac., Ant-t., Ars., Asaf., Bell., Bry., Calc., Cham., Euph., Fl-ac., Graph., Ign., Kali-bi., Kali-br., Kali-m., Kali-n., Kali-s., Lyc., Meny., Nit-ac., Nux-v., Phos., Rhus-t., Sep., Sil., Sulph.

  • Unverträglich mit: Nux-m.

  • Antidotiert von: Acet-ac, Ant-c., Ant-t., Asaf., Bell, Calc-p., Cench., Cham., Chin., Coff., Colch., Ign., Lyc., Nux-v., Plat., Stann., Sulph., Sul-ac.

  • Kollaterale Arzneimittel: Apis, Cimic., Cycl., Graph., Ham., Kali-bi., Nat-s., Nux-m.

Rhus toxicodendron (Rhus-t.)

Martin Schmitz
#Rhus toxicodendronWurzelsumach; Rhus toxicodendron; Behaarter Giftsumach; HAB: Toxicodendron quercifolium
Betroffene OrgansystemeMuskulatur, Sehnen, Haut, ZNS, Uterus.
CausaÜberanstrengung. Verstauchung, Verrenkung, Kälte, Nasswerden (nach Überhitzung, des Kopfes), feuchte Bettwäsche, Baden in kaltem Wasser, Trinken von Eiswasser, Bier (Kopfschmerz).
Modalitäten
  • Agg.: nasskaltes Wetter, Zugluft, Entblößen einzelner Körperteile, im Beginn der Bewegung (fortgesetzte Bewegung bessert).

  • Amel.: Wärme und warme Anwendungen, Bewegung und körperliche Anstrengung (evtl. anfänglicher Anlaufschmerz), Liegen auf harter Unterlage.

Allgemeine DarstellungRhus toxicodendron hat einen starken Bezug zum Bewegungsapparat, außerdem gibt es typische Hautsymptome (bläschenartige Ausschläge). Auf der Gemüts- und Körperebene ist die Ruhelosigkeit typisch. Alles ist steif, es fällt schwer zu entspannen, körperlich und geistig steif (unflexibel), wobei Bewegung psychisch und körperlich bessert (mit Anlaufschmerz, erst die fortgesetzte Bewegung bessert). Der Rhus-toxicodendron-Patient verbirgt im Allgemeinen seine Gefühle.
Rhus toxicodendron ist ein sehr tief wirkendes Polychrest und heilt schwere Krankheitszustände wie Erysipel, Herpes zoster, Peritonitis, Herzhypertrophie, Arthritiden, Lähmungen usw. Es ist außerdem ein sehr wichtiges Mittel bei drohendem Abort durch Verheben oder Überanstrengung.
Geist und GemütRuhelosigkeit (bei fast allen Beschwerden), treibt aus dem Bett, zwingt zum Umhergehen. Furcht, vergiftet zu werden. Angst, mit Traurigkeit, abends, nachts. Beschwerden infolge von Geldverlust, von Schreck, Spricht im Delirium von Geschäften, will nach Hause gehen. Depression nach unterdrückter Mens.
Kopf und SchwindelGefühl, ein Brett vor dem Kopf zu haben. Schweregefühl (bei Kopfschmerz). Schwindel, mit Fallneigung nach hinten. Erkältungen nach Durchnässung des Kopfes. Kopfschmerzen schlimmer bei Berührung der Haare, beim Warmwerden im Bett.
AugenKonjunktivitis (z. B. nach Schwimmbadbesuch). Drückende, brennende Schmerzen, mit nächtlicher Augenverklebung. Augen schmerzhaft, wenn sie bewegt werden. Gerstenkörner der Unterlider. Lähmung der Oberlider. Striktur des Tränenkanals.
GesichtKnacken der Kiefergelenke beim Kauen. Milchschorf, Erysipel, Herpes (Lippen, Nase). Kieferkrämpfe, ständiges Verlangen zu gähnen. Parotitis (auch eitrig).
Mund und ZähneSalziger Mundgeschmack. Mundtrockenheit mit Durst, übler Mundgeruch. Zahneindrücke an den Zungenrändern. Zunge trocken, rot, bräunlich, rissig, dreieckige rote Spitze, gelblich weiß an der Wurzel. Landkartenzunge.
HalsTorticollis. Entzündung mit geschwollenen Drüsen. Verlangen, den Hals zu bedecken (mit Schal oder Tuch).
VerdauungstraktLeeregefühl im Magen ohne Appetit. Gefühl, als läge ein Stein im Magen. Leeres Aufstoßen nach Essen oder Trinken. Durst auf kleine Mengen. Verlangen nach (kalter) Milch.
AtemwegeHeiserkeit durch Überanstrengung der Stimme. Husten, wenn Hände unter der Bettdecke hervorgestreckt werden. Husten im Schlaf, verhindert den Schlaf, weckt aus dem Schlaf.
Brust, RückenAngina pectoris. Herpes zoster. Herzklopfen beim Auffahren aus einem Traum. Versiegen der Muttermilch, unterdrückte Laktation. Rheumatische Perikarditis.
Lumbago, Ischialgie, Schleudertrauma. Beschwerden durch Verrenken oder Überheben. Ruhe agg., Bewegen oder Liegen auf harter Unterlage bessert.
ExtremitätenSteifigkeit, Knacken der Gelenke. Gliederschmerzen bei Grippe, Fieber. Rheumatische Beschwerden (Kälte und Winter verschlechtern). Verletzungen (v. a. Distorsionen, Zerrungen) von Sehnen, Gelenken, Verletzung der Handgelenke. Ruhelosigkeit der Beine (im Bett). Lähmungen (nach Entbindung oder nach ungewohnter Anstrengung). Wadenschmerzen beim Gehen. Taube Arme beim darauf Liegen. Bewegung und Wärme bessert alle Beschwerden.
SchlafRuhelos, Umherwälzen. Träume von der Arbeit, von Geschäften. Schlaflage auf dem Rücken. Schlaflos nach 3 Uhr.
Frost, Fieber, SchweißGliederschmerzen bei Fieber. Fieberdelirium. Schweiß am Körper mit Trockenheit des Kopfes. Durch Schmerzen ausgelöster Schweiß.
HautUrtikaria (durch Kälte, Nässe, beim Schwitzen, während Fieber). Kleine, bläschenartige Hautausschläge. Herpes simplex, Herpes zoster. Juckreiz (heißes Bad bessert). Scharlach. Erysipel mit Bläschen. Blutende, feuchte Warzen.
AllgemeinsymptomeBeschwerden diagnonal links oben und rechts unten. Zerschlagenheitsgefühl. Gefühl, als seien die Muskeln und Bänder zu kurz. Schmerzen ziehend, reißend. Wund machende, scharfe, ätzende Absonderungen. Verlangen, sich zu strecken, was aber verschlimmert.
Wärme, Bewegung und Anstrengung bessert alle Beschwerden. Schlechter bei kaltem, feuchtem Wetter oder Wechsel von warmem zu kaltem, feuchtem Wetter.
MiasmenPsora, Sykosis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Bell., Bov, Bry., Calc., Calc-f., Caust., Lyc., Mag-c., Med., Phos., Phyt., Puls., Sulph. Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Aran., Arn., Ars., Bell, Berb., Bov., Bry., Cact., Calc, Calc-p., Cham., Colch., Con., Dros., Dulc., Graph., Hyos., Kali-n., Lach., Med., Meny., Merc., Mur-ac., Nux-v., Phos., Ph-ac., Puls., Rhus-v., Sep., Spig., Sulph., Zinc.

  • Unverträglich mit: Apis

  • Antidotiert von: Acon., Am-c., Anac., Ars., Bell., Bry., Camph., Clem., Coff., Crot-t., Cupr., Cypr., Graph., Grin., Guaj., Kali-s., Lach., Led., Merc., Mez., Plat., Plb., Ran-b., Rhod., Sang., Sep., Sulph., Verbe-h., Vib.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Bry., Dulc.

Ruta (Ruta)

Martin Schmitz
#RutaRaute; Ruta graveolens; Weinraute; HAB: Ruta graveolens
Betroffene OrgansystemeKnochen, Knochenhaut, Bänder, Augen, Rektum.
CausaFrakturen, Luxationen, Verstauchungen, Überanstrengung (v. a. der Augen und der Beugesehnen), Tragen von schweren Gewichten.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, feuchtkaltes Wetter, Beginn der Bewegung, Liegen (auf der schmerzhaften Seite), Hängenlassen der betroffenen Gliedmaßen.

  • Amel.: Wärme, fortgesetzte Bewegung, Hochlegen der betroffenen Gliedmaßen, Reiben.

Allgemeine DarstellungDieses Mittel weist viele Parallelen zu Rhus toxicodendron auf, v. a. bei den Bewegungsmodalitäten, der Kälteempfindlichkeit und in Bezug auf die Ruhelosigkeit mit häufigem Lagewechsel. Auffallend ist bei Ruta das Verlangen nach kaltem Wasser. Betroffen sind das Periost, die Bänder und Gelenke, ein besonderer Bezug besteht zu den Beugesehnen. Außerdem hat das Mittel einen starken Bezug zu Erkrankungen des Rektums.
Geist und GemütSchwächegefühl, bedrückt, unzufrieden, verzweifelt, abgespannt. Schwäche mit Ruhelosigkeit. Demenz.
Kopf und SchwindelSchmerzhafte Knochenhaut. Schmerz wie von einem Nagel. Kopfschmerz durch Überanstrengung der Augen.
AugenSchmerz und verschwommenes Sehen durch Überanstrengung der Augen, z. B. durch Computerarbeit, Lesen etc. (Augen fühlen sich erschöpft an, brennen wie Feuerbälle). Rote, heiße Augen (Konjunktivitis). Tränenfluss.
OhrenWunder Schmerz des Processus mastoideus. Kratzende Ohrenschmerzen.
Mund und ZähneKrampf der Zunge (mit erschwerter Sprache).
VerdauungstraktObstipation mit anhaltendem Stuhldrang (bei Rektumkarzinom oder Medikamentenabusus); Stuhldrang, aber nur Flatus geht ab. Beschwerden des Rektums (Rektumpolypen, Rektumprolaps, Rektumkarzinom). Übelkeit wird im Rektum empfunden. Blut im Stuhl. Analprolaps (nach Geburt oder bei alten Menschen). Spannungsgefühl im Magen (Milchtrinken bessert). Durst auf kaltes Wasser.
HarnwegeStändiger Harndrang, als sei die Blase voll.
AtemwegeHusten mit dickem, gelbem Auswurf. Lungentuberkulose nach Verletzung des Brustkorbs.
Brust, RückenSchwächegefühl der Brust. Schmerzen am Sternum. Rückenschmerz (Besserung durch Rückenlage und Druck). Lumbago (schlechter morgens vor dem Aufstehen).
ExtremitätenBänderüberdehnungen, Verstauchungen, Verrenkungen. Schmerzende Sehnen, Knöchel. Zerschlagenheitsgefühl. Steifheit der Gelenke. Kontrakturen der Finger. Ganglion des Handgelenks, Sehnenentzündung (am Daumen) nach Überanstrengung, Tennisarm, Achillodynie. Schmerzhafte Plattfüße. Schwielen der Hände. Ruhelosigkeit mit Bewegungsdrang.
SchlafLebhafte, verworrene Träume.
AllgemeinsymptomeVerletzung von Knochen und Periost. Verzögerte Frakturheilung. Prellungen mit Periostschmerzen, begleitendes Schwächegefühl. Jede Anstrengung erschöpft. Schmerzen beim Sitzen (z. B. nach Sport wie Reiten, Radfahren).
MiasmenPsora.

Ruta folgt gut auf Arnica bei Verletzungen, die einige Tage zurückliegen.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc-p., Sil.

  • Bewährte Folgemittel: Calc, Caust., Lyc., Ph-ac., Puls., Sep., Sulph.

  • Antidotiert von: Camph., Merc.

  • Kollaterale Arzneimittel: Arn., Phyt., Ran-s., Symph.

Sanguinaria (Sang.)

Viktoria Korenika
#Sanguinaria Sanguinaria canadensis; Blutwurz; HAB: Sanguinaria canadensis
Betroffene OrgansystemeRechte Seite, Gefäßsystem, Atemwege, Schleimhäute.
Modalitäten
  • Agg.: rechts, nachts, feuchtes Wetter, Bewegung, periodisch alle sieben Tage.

  • Amel.: Absonderung von Körpersekreten, Aufstoßen, Erbrechen, Blähungen.

Allgemeine DarstellungSanguinaria wirkt v. a. auf die rechte Körperhälfte. Erkältung, Katarrh der Schleimhäute und Brustbeschwerden rechts. Empfindlich gegen Kälte und feuchtes Wetter. Brennen der Handflächen und Fußsohlen. Brennende Schmerzen von Schleimhäuten und Organen. Absonderungen scharf und übel riechend. Allgemeine Schwäche. Vasomotorische Störungen, umschriebene Wangenröte, Kongestionen zu Brust und Kopf, klimakterische Hitzewallungen.
Geist und GemütReizbar, ärgerlich, mürrisch, galliger Charakter.
Kopf und SchwindelBlutandrang, Hitzewallungen zum Kopf. Kongestive Kopfschmerzen mit roten Wangen. Hervortretende, pulsierende Venen an den Schläfen. Migräne, vom Hinterkopf oder Nacken aufsteigend bis zum rechten Auge, dabei Schwäche, Frost, Übelkeit, galliges Erbrechen. Liegen im dunklen Zimmer, Schlaf und Ausscheidungen bessern. Periodische Kopfschmerzen alle drei oder sieben Tage, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Kopfschmerzen im Klimakterium.
AugenHeißer Tränenfluss bei Schnupfen. Schmerzende Bulbi bei Bewegung der Augen.
OhrenEmpfindlich gegen plötzliche, laute Geräusche mit Ohrenschmerzen, schlimmer rechts. Summen und Dröhnen in den Ohren. Ohrpolypen.
NaseBrennen in der Nase. Fließschnupfen, chronische Rhinitis rechts mit Schmerzen über der Nasenwurzel, in Neben- und Stirnhöhlen. Empfindlich gegen Blumengeruch, sog. „Rosenkatarrh“. Heuschnupfen mit scharfer Absonderung, mit Asthma. Nasenpolypen.
GesichtUmschriebene Röte und Brennen der Wangen, einseitig. Neuralgie im Oberkiefer mit brennenden Schmerzen.
Mund und ZähneTrockene, rote Lippen. Mund und Zunge klebrig, brennend. Übelriechender Atem. Süßigkeiten schmecken bitter, Brennen im Rachen nach Süßigkeiten.
HalsTrocken, brennend, geschwollen, wund. Chronischer Halskatarrh mit reichlich Schleimbildung. Kehlkopf und Luftröhre wund, Schmerzen beim Sprechen und Schlucken. Aphonie. Brennen im Hals durch Süßigkeiten. Tonsillitis rechts, mit Ulzeration. Diphtherie.
VerdauungstraktUnstillbarer Durst. Appetit vermindert, Widerwille gegen Essen, Brennen im Magen, Übelkeit, bitteres, übel riechendes Aufstoßen. Sodbrennen. Refluxösophagitis. Scharfes, galliges Erbrechen mit Würgen, zuvor Angst, danach Schwäche. Leberschmerzen. Magen-Darm-Katarrh. Für Trinker mit Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Durchfall.
Auftreibung des Bauches mit viel Luft, die nach oben und unten abgeht. Schmerzen, Krämpfe, Koliken, gefolgt von Diarrhoe. Flüssiger Stuhl, gussartig, gallig. Diarrhoe nach Schnupfen. Hämorrhoiden. Rektumkarzinom.
HarnwegeHäufiger, reichlicher Abgang von wasserhellem Urin, nachts.
Geschlechtsorgane♀ Menstruation reichlich, übel riechend. Fluor scharf, übel riechend. Flatus aus der Vagina. Uteruspolypen. Stechende Schmerzen, Wundheit der Mammae. Brusttumoren. Im Klimakterium Hitzewallungen mit Gesichtsröte, Brennen von Händen und Fußsohlen, schmerzhaften Mammae, Fluor.
AtemwegeAtemnot, Bedürfnis tief einzuatmen. Husten durch Kitzel im Hals, brennende Schmerzen hinter dem Brustbein. Quälender, trockener Husten, endet mit lautem Aufstoßen. Auswurf übel riechend. Husten schlimmer nachts, besser nach Aufsetzen, Aufstoßen, Erbrechen, Blähungen. Allergisches Asthma durch Blumengeruch. Krupphusten. Spastischer Husten nach Influenza, nach Pertussis.
Typhöse Pneumonie rechts, mit Atemnot, blutigem Auswurf, brennenden Händen, Füßen. Aspirationspneumonie. Diarrhoe nach Atemwegsinfekt.
Brust, RückenBrennende, stechende Schmerzen im Brustbereich. Herzklopfen, Blutwallungen, Kreislaufschwäche.
Rheumatische Schmerzen im Nacken, zum Kopf ausstrahlend. Nackensteifigkeit. Schulterschmerzen rechts, schlimmer beim Einatmen. Wund schmerzende Rückenmuskeln.
ExtremitätenBrennen und Hitze der Handflächen, Fußsohlen. Nachts Herausstrecken der Füße aus der Bettdecke. Rheumatische Schmerzen in Schulter und Arm rechts, schlimmer nachts, beim Umdrehen im Bett. Kann den Arm nicht heben und nicht darauf liegen. Periarthritis humoeroscapularis rechts. Bursitis. Rechtsseitige Neuritis. Schmerzen im linken Hüftgelenk.
SchlafUnruhiger Schlaf, lebhafte Träume, Aufschrecken. Träume von Wasser, Seereisen.
Frost, Fieber, SchweißFieberanfälle mit roten Backen, Frost, hohen Temperaturen, Delirium.
HautTrocken, faltig. Jucken und Brennen, Hitze verschlechtert. Rote, fleckige Hautausschläge, schlimmer im Frühling.
AllgemeinsymptomeAllgemeine Schwäche, Anstrengung agg. Schleimhautkatarrh. Brust- und Lungenaffektion. Kongestionen und Schmerzen von unten nach oben aufsteigend. Brennende Hitze, brennende Schmerzen. Trockenheit von Haut und Schleimhäuten. Absonderungen scharf, übel riechend. Rechtsseitige Symptome. Schulter- und Armschmerzen rechts. Vikariierende Symptome, eines klingt ab, ein anderes beginnt. Diarrhoe nach akuten Katarrhen. Bleibende Beschwerden nach Keuchhusten oder nach Pneumonie. Tumoren.
MiasmenSyphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ant-t., Phos., Sars.

  • Antidotiert von: Op.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bell., Phos.

Sanicula aqua (Sanic.)

Henning Droege
#Sanicula aquaSanicula aqua Mineralwasser einer Heilquelle von Sanicula, Ottawa (Illinois)
Betroffene OrgansystemeAssimilation, Verdauung, Geist und Gemüt, weibliche Geschlechtsorgane.
Modalitäten
  • Agg.: Bewegung, Abwärtsbewegung, Fahren, Berührung, nachts (21–24 Uhr), morgens nach Erwachen, kalte Zugluft, nach Essen.

  • Amel.: Ruhe, Liegen, Wärme, im Freien.

CausaÜberanstrengung, Erschütterung.
Allgemeine DarstellungHauptsächlich ein Mittel für Kinder mit Entwicklungsstörungen, dünn und alt aussehend, mit Verdauungsstörungen. Mangel an Lebenswärme. Sie sind schwach, eigensinnig und unruhig. Häufiger Wechsel der Symptome. Ausscheidungen sind übelriechend mit typischem Geruch nach Fischlake oder nach verdorbenem Käse.
Geist und GemütUnbeständig, unentschlossen, unfähig, eine Aufgabe zu Ende zu bringen. Ständiger Wechsel der Beschäftigung. Die Gedanken wandern von einem Gegenstand zum anderen, Konzentration fällt schwer. Nervöse Reizbarkeit und Ruhelosigkeit. Empfindlich, widerspenstig, zornig, mit Hinwerfen und Schreien (wenn dem Wille nicht entsprochen wird). Ärger im Wechsel mit Lachen und Spielen.
Angst vor Dunkelheit, vor drohendem Unheil. Furcht vor Einbrechern (sieht unter das Bett). Angst vor Berührung, vor Abwärtsbewegung. Depression, Patient meint, niemand schätze ihn. Geringfügige Sorgen erscheinen unerträglich.
Kopf und SchwindelSchweiß am Hinterkopf, Nacken, im Schlaf. Haare trocken und glanzlos. Kopfschmerz, schlimmer durch kalten Luftzug, v. a. auf den Hinterkopf. Hüllt den Kopf ein.
AugenLichtscheu. Lidränder und Lider rot und entzündet, mit scharfer, wund machender Absonderung aus den Augen. Tränenfluss bei kaltem Wind.
OhrenÜbelriechende Absonderung aus den Ohren. Wundheit hinter den Ohren, mit zähen, weiß-grauen Absonderungen.
NaseFließschnupfen mit scharfer und wund machender Absonderung.
GesichtSchmutzig, alt, faltig. Ausschläge oder Akne, um den Mund, am Kinn.
Mund und ZähneMund und Zunge sind sehr trocken, dabei besteht kein Durst. Der Atem ist übelriechend. Die Zunge brennt und wird zum Kühlen aus dem Mund gestreckt. Brauner Strich in der Mitte der Zunge, die gelb belegt ist und trocken wie Leder. Mundgeruch wie Fischlake, vor einem Asthmaanfall.
VerdauungstraktAbmagerung trotz Heißhunger. Gedeihstörungen bei Säuglingen. Schwallartiges Erbrechen kurz nach dem Trinken. Verlangen nach Salzigem, Fleisch, Schinken, fettem Speck, Wasser, kalter Milch. Abneigung gegen Brot (außer frisches Brot).
Übelkeit und aufgeblähter Magen kurz nach Essen oder Trinken. Schwallartiges Erbrechen, sobald die Speisen den Magen erreicht haben. Voluminöser, veränderlicher, übelriechender (nach verdorbenem Käse), schmerzhafter Stuhlgang. Obstipation mit Unfähigkeit, den Stuhl zu entleeren, Stuhl knotig, hart, grau-weißen. Stuhl schlüpft zurück, muss mechanisch entfernt werden. Unwillkürlicher Stuhlabgang bei Abgang von Blähungen. Plötzlicher Stuhldrang nach dem Essen. Diarrhoe mit Wundheit um den After und die Genitalien. Kein Stuhl gleicht dem anderen. Flatus mit Geruch nach verdorbenem Käse.
HarnwegePlötzlicher und unwiderstehlicher Harndrang, mit unwillkürlichem Harnabgang. Enuresis.
Geschlechtsorgane
  • Geruch der Geschlechtsteile nach Salzlake (nach dem Koitus).

  • ♀ Menses unregelmäßig, verspätet, dünn, wässrig, dunkel, klumpig. Krampfartige Schmerzen in der Gebärmutter vor der Menstruation, besser wenn die Blutung einsetzt. Leukorrhoe mit Geruch nach Fischlake, altem Käse. Senkungsgefühl des Uterus, schlimmer beim Gehen, besser durch Hinlegen.

AtemwegeTiefer, hohler Husten mit lautem Rasseln, schlimmer durch Lachen oder Sprechen.
Brust, RückenSchmerzen und Schwäche im Nacken, zwischen den Schulterblättern, kann den Kopf kaum halten. Rückenschmerzen, rheumatisch, schlimmer rechts. Verschlechterung beim Bewegen der Arme nach hinten, beim Heben der Arme. Kälte im Lendenwirbelbereich.
ExtremitätenSpätes Gehenlernen. Lumbago. Brennen, Hitze der Fußsohlen (werden entblößt oder, aus dem Bett gestreckt). Fußschweiß übelriechend, wund machend.
SchlafRuhelos, mit häufigem Erwachen, ängstlichen Träumen, von Räubern. Wirft die Bettdecke ab.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln. Brennen und Schwitzen der Füße. Kalter, klebriger Schweiß im Nacken, am Hinterkopf. Kind will sich ausziehen, selbst bei kaltem Wetter. Schweißgeruch nach altem Käse.
HautTrocken, schlaff, faltig. Jucken am ganzen Körper, nachts, schlimmer durch Kratzen. Rote Pickel im Gesicht. Ekzeme, Furunkel. Risse an den Händen, Füßen. Körpergeruch nach altem Käse.
AllgemeinsymptomeAbmagerung trotz Heißhunger. Kinder wirken alt, sind dünn, mit aufgetriebenem Abdomen.
Ständiger Wechsel der Symptome. Periodizität. Kalter Wind und Bewegung verschlechtern. Absonderungen sind scharf, riechen nach Fisch oder altem Käse. Symptome schlimmer durch Berührung. Patient kann es nicht ertragen, dass man sich ihm nähert, ihn berührt. Schweiß an Körperteilen, die sich berühren (z. B. gekreuzte Oberschenkel).
MiasmenSykosis.
ArzneimittelbeziehungenVergleiche: Nat-m., Calc., Sil, Thuj.

Sarsaparilla (Sars.)

Thomas Lorz
#SarsaparillaSassaparille; Smilax regelii, S. medica; Honduras-Sarsaparilla, Veracruz-Sarsaparille; HAB: Smilax
Betroffene OrgansystemeHarnwege.
Modalitäten
  • Agg.: Berührung, Druck, enge Kleidung, Kratzen, Bewegung, Sitzen, Feuchtigkeit, nachts, nach dem Urinieren, beim Gähnen, im Frühjahr, vor der Mens.

  • Amel.: Ruhe, Stehen.

Allgemeine DarstellungSarsaparilla ist ein wichtiges Mittel bei Erkrankung der Harnorgane, bei Blasenentzündung (mit Cantharis das wichtigste Arzneimittel), Harnsediment, Harninkontinenz. Bei der Miktion zunehmende Schmerzen, am stärksten gegen Ende, die sofort nach Entleerung des Urins abklingen (im Gegensatz zu Cantharis). Weitere Indikationen sind Risse an den Extremitäten.
Geist und GemütNiedergeschlagen, empfindlich, leicht beleidigt, launisch, schweigsam.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen. Hautausschläge mit Krusten.
AugenAugenschmerzen. Hautausschlag an den Lidern. Augentränen, verklebte Augen morgens. Visuelle Aura (z. B. Flimmern) vor Migränekopfschmerz.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen, Hautausschläge am Ohrläppchen.
NaseSchmerzen in der Nase, entzündete Punkte auf dem Nasenseptum, Nadelstiche in der Nasenspitze. Ausschlag an, unter und in der Nase. Nasenbluten.
GesichtGesicht gelb, runzelig, alt aussehend. Hautausschläge, Milchschorf, Akne, Herpes.
Mund und ZähneZahnschmerzen, empfindliche Schneidezähne. Mundtrockenheit, Aphthen, Speichelfluss, metallischer Geschmack, Soor.
HalsTrockenheit im Hals und Stechen beim Schlucken (besonders rechts), Zusammenschnüren. Zäher Schleim, morgens.
VerdauungstraktAufstoßen, Schluckauf, Übelkeit mit vergeblichem Brechreiz, saures Erbrechen. Magenschmerzen, Bauchschmerzen, Koliken, Hernien, Aufblähung des Bauches, Flatulenz, Obstipation, mit häufigem Wasserlassen.
HarnwegeSpärlicher, schleimiger, flockiger, sandiger, blutiger Urin. Blasensteine, Nierensteine, Harngrieß, Nierenkolik. Heftige Schmerzen am Ende des Urinierens, letzter Teil des Urins blutig, Bluten aus der Harnröhre nach Urinieren, Zystitis, Urin tröpfelt beim Sitzen. Kind schreit vor dem Urinieren und während des Urinierens. Nierenkolik und Dysurie bei Kindern, Schmerz von der rechten Niere nach unten ausstrahlend, Blasentenesmus, Schmerzen an der Harnröhrenmündung.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Blutige Samenergüsse, Hautausschläge, Jucken an Skrotum und Perineum.

  • ♀ Fluor, Zyklusstörungen.

AtemwegeHusten und Kopfschmerzen, Dyspnoe, Asthma.
Brust, RückenEingezogene Brustwarzen, Atrophie, Taubheit der Brustwarzen, Herzklopfen.
ExtremitätenSchmerzen, Nagelbettentzündung, Ulzeration um die Fingerspitzen, Rheumatismus, Knochenschmerzen, tiefe Rhagaden an Händen und Fußsohlen, Warzen an den Fingern.
SchlafGähnen, Schlafstörungen.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln; Frost und Kälte am ganzen Körper, selbst in warmen Räumen.
HautTrocken, schlaff, runzelig. Hautausschläge, Geschwüre, aufgesprungene Haut an Händen und Füßen, Hauterkrankungen im Sommer.
AllgemeinsymptomeSchmerzen nach Unterkühlung, im Wasser, Mattigkeit, Verschlechterung im Freien, Abmagerung (entwickelt sich von oben nach unten).
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: All-c., Apis., Merc., Sep.

  • Bewährte Folgemittel: All-c., Bell., Fl-ac., Hep., Merc., Phos., Rhus-t., Sep., Sulph.

  • Unverträglich mit: Acet-ac.

  • Antidotiert von: Bell., Camph., Merc., Sep.

  • Kollaterale Arzneimittel: Calc., Petr.

Secale cornutum (Sec.)

Viktoria Korenika
#Secale cornutumMutterkorn; Claviceps purpurea; Mutterkornpilz
Betroffene OrgansystemeBlut und Kreislauf, weibliche Genitalien, Haut, Nerven.
CausaSchreck. Jodmissbrauch. Heben kann Abort auslösen.
Modalitäten
  • Agg.: Hitze, warmes Zudecken oder Umschläge, Menstruation.

  • Amel.: Kälte, Aufdecken, frische Luft, Baden, Strecken der Glieder.

Allgemeine DarstellungFür große, knochige, kachektische Menschen, v. a. Frauen. Schlaffe Muskeln, reaktionsschwach, anämisch. Störung der Blutzirkulation bei älteren Menschen. Passive Blutungen aus allen Körperöffnungen mit dunklem, wässrigem Blut. Alle Absonderungen sind dunkel, dünn und übel riechend.
Brennende Hitze bei kalter Haut, Wärme unverträglich, Kälte bessert allgemein. Obwohl die Haut kalt ist, verträgt der Patient keine Decke und muss sich abdecken. Brennendes Gefühl wie Funken an allen Körperteilen. Kribbeln, Zucken, Krämpfe, Taubheit.
Geist und GemütSchwach, entmutigt, ängstlich. Geistige Schwäche. Manische Erregung bis hin zu rasendem Delirium. Entblößt sich, fasst sich an die Genitalien, spuckt, beißt, will ins Wasser springen. Konvulsionen nach Schreck. Senile Demenz.
Kopf und SchwindelKongestive Kopfschmerzen, blasses Gesicht. Kopfschmerzen vom Hinterkopf nach oben über den ganzen Kopf ziehend. Trockene, graue Haare. Haarausfall.
AugenTiefliegende Augen oder Exophthalmus. Konvulsivisches Verdrehen der Augen. Flecken- oder Funkensehen. Miosis, Mydriasis. Cataracta senilis. Retinitis diabetica.
OhrenGeräuschempfindlich. Ohrensausen. Schwerhörigkeit.
NaseSickerndes Nasenbluten, dunkel, übelriechend. Nasenbluten bei Alkoholikern.
GesichtAlt aussehend, blass, hippokratisch. Bläuliche Flecken im Gesicht. Tief liegende Augen mit blauen Augenringen. Spastische Gesichtsverzerrung, sardonisches Lachen. Kribbeln und Zucken im Gesicht mit Krämpfen, die auf den ganzen Körper übergehen.
Mund und ZähneTrockener Mund mit beständigem Durst und üblem Mundgeruch. Vermehrter Speichelfluss. Blutung aus Zunge und Zahnfleisch. Zunge trocken, kalt, mit dickem Belag. Konvulsion oder Lähmung der Zunge. Artikulationsschwierigkeiten, unverständliches Murmeln, Lispeln, Stottern.
HalsTrockener, brennender Hals bei großem Durst. Lähmung der Hals- und Sprechmuskeln.
VerdauungstraktUnstillbarer Durst, Trockenheit in Mund und Hals. Hunger mit gierigem Essen, dabei Abmagerung. Verlangen nach erfrischenden, kalten Dingen. Warme Getränke verschlimmern. Übel riechendes Aufstoßen. Schluckauf. Übelkeit und Erbrechen von kaffeesatzartiger Flüssigkeit, von galligem Schleim mit großer Schwäche. Magendruck mit Angst. Gastritis. Magenkrebs.
Auftreibung des Bauches. Meteorismus. Bauchkrämpfe, will den Bauch abdecken. Entzündliche Schwellung von Leber und Milz. Peritonitis.
Chronische Diarrhoe mit Krämpfen, Kälte, Erschöpfung. Cholera. Dünne, olivgrüne, blutige, übel riechende Stühle. Offener Anus mit unwillkürlicher Entleerung.
HarnwegeHäufiger, erfolgloser Harndrang. Harnverhaltung. Blasenlähmung. Blutungen aus der Blase, Urin wie schwarze Tinte. Inkontinenz und Enuresis alter Menschen.
GeschlechtsorganeMenstruation unregelmäßig, reichlich, lang. Dünnflüssiges, dunkles (auch hellrotes) Blut. Ständiges Blutsickern bis zur nächsten Menstruation. Grünlicher, dunkler, übel riechender Fluor. Schmerzhafte Uteruspolypen. Uterusprolaps. Endometritis. Sterilität. Blutungen während Schwangerschaft. Abortneigung im zweiten oder dritten Monat. Abortgefahr durch Heben. Schwache, erfolglose Wehen bei kachektischen Frauen. Bewusstlosigkeit während der Entbindung. Langdauernde, dunkle, übel riechende Lochien. Kindbettfieber mit Kälte und Harnverhalt. Konvulsionen im Wochenbett. Laktationsstörung.
AtemwegeAtemnot, Beklemmung in der Brust. Brennen in den Lungen. Zwerchfellkrampf.
Brust, RückenKrampfhaftes Herzklopfen mit Aussetzen des Pulses. Angina pectoris. Kälte, Kribbeln und Gefühllosigkeit des Rückens. Reizung des Rückenmarks und der Spinalnerven.
ExtremitätenTrockene, kalte Hände und Füße mit Unverträglichkeit von Bettwärme. Brennen in den Extremitäten mit äußerer Kälte. Muskelzucken, Krämpfe. Motorische Ataxie. Kribbeln, Taubheit, Lähmung der Hände und Füße. Bläuliche, gespreizte Finger und Zehen, Hände zu Fäusten geballt. Morbus Raynaud. Wadenkrämpfe. Variköse Geschwüre. Zehen schwarz und gangränös. Altersgangrän. Raucherbein.
SchlafLanger, tiefer Schlaf mit ängstlichen Träumen. Schlafsucht.
Frost, Fieber, SchweißKörper äußerlich kalt, innerlich starke Hitze, Abneigung gegen Zudecken. Schüttelfrost mit hohem Fieber, starkem Durst, Unruhe, Angst. Schweiß am Oberkörper, klebrig, kalt.
HautKalt, trocken, bläulich, fleckig, faltig Juckreiz. Brennen der Haut, Ameisenlaufen unter der Haut, Taubheit. Kalte Umschläge bessern, warme verschlechtern. Leichte Verletzungen bluten stark und lange. Langsame Wundheilung. Hautausschläge, Abszesse, Furunkel, Karbunkel, mit grünem Eiter. Petechien. Purpura haemorrhagica. Nekrose. Gangrän.
AllgemeinsymptomeKnochige, magere, alte, schwache Menschen. Passive Hämorrhagien mit ständigem Blutsickern. Blut und Absonderungen dünn, dunkel, übel riechend. Anämie. Trockenheit und Brennen der Haut und inneren Organe. Innerliches Hitzegefühl bei äußerlicher Kälte. Wärme verschlechtert, auch warme Getränke. Allgemeine Besserung durch Kälte. Hauptmittel für Gangrän. Schwäche um 3 Uhr morgens. Beschwerden der weiblichen Genitalien. Uterusblutungen. Endometritis. Abortneigung. Wehenschwäche. Choleraartige Diarrhoe.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.

Ähnlich Arsenicum album bei entzündlichen Zuständen, Kälte- und Hitzemodalitäten sind entgegengesetzt.

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Psor., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Ars., Bell., Chin., Merc., Puls.

  • Antidotiert von: Camph., Op., Sol-n.

  • Kollaterale Arzneimittel: Nux-m., Ust.

Sepia (Sep.)

Jens Wurster
#SepiaSepiae succus; Sepia officinalis; Tintenfisch (getrocknetes Sekret der Tintendrüse); HAB: Sepia officinalis
Betroffene OrgansystemeFortpflanzungsorgane, Verdauungstrakt, Leber, venöses System.
CausaÜberforderungssituationen in Beruf, Alltag, durch Kinderbetreuung, Ärger, Zorn, Schläge, Stürze, Verletzungen, Schneeluft, Tabak (Neuralgie), Wäschereiarbeiten, Nasswerden, Alkohol, Milch, fettes Schweinefleisch, unterdrückte Leukorrhoe, Schwangerschaft, Abort.
Modalitäten
  • Agg.: Koitus, Stehen, vor Gewitter, Erschütterung, geistige Arbeit, schwül-feuchtes Wetter, Schnee, in der Kirche, im Knien.

  • Amel.: körperliche Anstrengung (Joggen, Tanzen, Reiten).

Allgemeine DarstellungSepia passt für Frauen mit dunklen Augen und Haaren, mit markanten Gesichtszügen, aber auch bei blondem Typ mit heller Haut und eher erschlafftem Gewebe. Es findet sich eine spezielle Beeinflussung des weiblichen Genitalsystems und der Leberfunktion mit dunklen Verfärbungen der Haut und Verstopfung. Die venöse Belastung im Pfortadersystem führt zu Stauung in der Leber und der Gebärmutter, mit Uterusverlagerung und dem Gefühl des Herabdrängens.
Es findet sich körperliche und seelische Zustände, die eng mit den Vorgängen in den weiblichen Geschlechtsorganen, einer Insuffizienz der Ovarien und einem relativen Östrogenmangel verknüpft sind. Dadurch überwiegen die Androgene, was zu einer gewissen „Vermännlichung“ der Sepia-Frauen führen kann.
Geist und GemütGeringes Selbstwertgefühl, übersteigerter Ehrgeiz, starker Aktivitätsdrang. Gefühl, in der Kindheit verletzt worden zu sein. Dieses (oft unbewusste) Gefühl zeigt sich in Träumen von Verfolgung, eingesperrt zu sein, bedroht zu werden, von Vergewaltigung. Gefühl, ständig bevormundet zu werden und abhängig vom Mann zu sein, keine richtigen Gefühle entwickeln zu können, als wäre die Fähigkeit natürlicher Liebesempfindung und Zärtlichkeit abhanden gekommen. Abneigung oder Gleichgültigkeit gegen die eigenen Kinder und den Ehemann. Furcht, aus einer Überforderungssituation heraus das eigene Kind töten.
Empfindlich gegen Kritik und Widerspruch, leicht verletzt, Reizbarkeit, vor der Menstruation. Schreien oder Streit führt zu einer kurzen Besserung. Bewegung bzw. Anstrengung bessern auf der körperlichen und seelischen Ebene.
Gefühl, dass sie etwas tun muss, was sie nicht will (zentrale Idee von Sepia). Dadurch Reizbarkeit, Weinen (grundlos, beim Erzählen der Symptome), Depressionen, reaktive Erschöpfungssymptome. Trost verschlechtert und führt zu Wut und Weinen. Minderwertigkeitsgefühl, findet sich völlig unattraktiv und abstoßend (Wahnidee, das Gesicht sei entstellt). Dadurch übersteigerten Körperkult (Fitnesssport, anorektische oder bulimische Zuständen).
Kopf und SchwindelGesicht und Haare fettig, glänzend. Haarausfall nach der Entbindung. Vertikale Zornesfalte oberhalb der Nase zwischen den Augen. Kopfschmerzen während der Menstruation, nach Mittagsschlaf, nach Koitus. Flimmern vor den Augen vor Kopfschmerzen. Kopfschmerzen besser durch Essen. Migräne mit Übelkeit und Erbrechen, um die Zeit der Menstruation. Trigeminusneuralgie. Schwindel, schlechter durch Schließen der Augen.
AugenPtosis der Oberlider. Gefühl, die Augen nicht öffnen zu können, nachts.
OhrenEmpfindlichkeit auf Kälte und Zugluft. Ohrenschmerzen im kalten Wind. Risse hinter den Ohren. Jucken im Gehörgang. Ohr gerötet, einseitig, links. Pulssynchrone Ohrgeräusche.
GesichtGesicht und Ausstrahlung einer spanischen Flamenco-Tänzerin. Gesichtszüge hart, markant (Mannequins). Gesicht ödematös geschwollenen (teigige, schwammige Hautbeschaffenheit). Braune, gelbliche Verfärbungen im Gesicht, über der Nase, um den Mund. Sommersprossen. Gesichtshaut schlechter um den Zeitpunkt der Menstruation. Pickel am Kinn. Warzen am Kinn. Behaarung der Oberlippe.
Mund und ZähneTrockenheit beim nächtlichem Erwachen, morgens bitterer Geschmack. Zahneindrücke an den Zungenrändern. Landkartenzunge. Zähne empfindlich auf Kälte. Zahnschmerzen in der Schwangerschaft, durch Süßigkeiten.
HalsEnger Kragen am Hals wird nicht vertragen. Kloßgefühl im Hals. Rezidivierende Angina. Kann Schleim nicht ausspucken, muss ihn schlucken. Bei Erregung rote Flecken am Hals. Warzen und Fibrome am Hals. Schweiß nur am Hals.
VerdauungstraktVerstopfung, unter Umständen muss der Stuhl mechanisch entfernt werden. Schafskotartiger Stuhl. Weicher Stuhl, der nur schwer abgeht. Risse und Fissuren am Anus. Gefühl eines Klumpens oder eines Gewichts im Rektum. Rektumkrebs. Durchfall vor Prüfungen oder vor der Menstruation.
Verlangen nach Schokolade, Süßigkeiten, Käse, Nüssen, Essig. Abneigung gegen Fett, Pilze. Zwiebeln, blähende Speisen verschlechtern (aufgetriebener Bauch, Blähungen).
Schwangerschaftsübelkeit. Ekel durch Geruch von Speisen. Übelkeit durch Autofahren, Reisekrankheit. Leeregefühl im Magen, durch Essen nicht immer gebessert. Fehlendes Sättigungsgefühl. Übelkeit morgens, vom Magen ausgehend, Empfindlichkeit gegen Kleiderdruck am Abdomen.
HarnwegeUrinabgang beim Lachen oder Tanzen. Urin übel riechend.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Beschwerden der Prostata bei älteren Männern mit dem Gefühl, auf einem Ball zu sitzen. Chronische Prostatitis.

  • Viele Störungen im Unterleib. Erschlaffung des Gewebes und der Bänder. Uterus- und Vaginalprolaps, mit ständigem Gefühl des Herabdrängens. Schwächegefühl im Becken, als würden die Organe herausfallen, sitzt deshalb mit gekreuzten Beinen. Menstruation schmerzhaft, krampfartige Schmerzen, die sich die Beine herab erstrecken. Starke Reizbarkeit vor der Menstruation, besser sobald die Menstruation erscheint. Schmerzhafter Eisprung. Rezidivierende Vaginalmykosen, Candida, Trichomonaden, Chlamydieninfektionen. Flatus aus der Vagina. Leukorrhoe bei jungen Mädchen. Gelbliche, übel riechende, juckende Leukorrhoe. Rezidivierende Blasenentzündungen. Retroflektierter Uterus. Tumor- oder Geschwürsbildung im Unterleib. Ovarialtumoren, Uterustumoren, Verhärtung des Muttermundes. Kondylome an den Genitalien. Trockenheit der Vagina, schmerzhafter Koitus. Leukorrhoe und vaginaler Juckreiz in der Schwangerschaft. Klimakterische Hitzewallungen mit Schweiß und Herzklopfen.

AtemwegeAtemnot besser durch schnelles Gehen oder schnelle Bewegungen. Husten anfallsweise, im Liegen, muss sich beim Husten aufsetzen. Asthma im Frühling.
Brust, RückenGefühl, als hätte das Herz aufgehört zu schlagen. Herzklopfen beim Liegen im Bett, beim Erwachen aus einem Traum. Rückenschmerzen besser beim Liegen auf einer harten Unterlage. Übel riechender Achselschweiß.
ExtremitätenÖdematöse Schwellungen der Unterschenkel, Varizen. Wadenkrämpfe, in der Schwangerschaft.
Bläuliche Hände, Fingernägel und Füße schon bei leichter Kälte. Schmerzhafte Risse an den Händen, im Winter. Hautauschläge in den Gelenkbeugen. Dornwarzen oder starke Hornhautbildung an den Fußsohlen. Gelbverfärbung der Handflächen. Chloasma am rechten Oberschenkel. Weiße Flecken auf den Fingernägeln. Sitz mit angezogenen oder gekreuzten Beinen.
SchlafTräume von Verfolgung und Vergewaltigung. Gefühl, es ruft sie jemand im Traum. Weinen oder Lachen im Schlaf. Schlaf nicht erholsam, erwacht morgens unausgeschlafen und erschöpft. Schlaflage auf dem Abdomen.
HautEkzeme, Neurodermitis, Psoriasis.
Hautauschläge in den Gelenkbeugen. Rissige und spröde Haut an Händen und Fingern im Winter. Hornhautbildung an den Füßen, Risse an den Fersen. Rezidivierender Lippenherpes, herpetiforme Ausschläge. Kreisrunde Eruptionen (Herpes circinate), im Frühling.
Café-au-lait-Flecke am Körper und im Gesicht, während der Schwangerschaft. Warzen, Fibromen. Akne vor der Menstruation, im Gesicht (in der Kinnregion).
AllgemeinsymptomeGeringe Lebenswärme, frostig. Alles bessert sich durch Bewegung, Joggen oder Tanzen. Kopfschmerzen, Asthma oder psychische Probleme bessern sich durch Bewegung. Wärme, Sonne und Meeresklima bessert; die „Weite“ am Meer wird als wohltuend und befreiend empfunden. Feuchtschwüles Wetter verschlechtert.
Geringe Schmerztoleranz, Ohnmacht durch Schmerzen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseuodpsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Gels., Ign., Kali-c., Nat-c., Nat-m., Nux-v., Phos., Puls., Sulph., Thuj., Tub.

  • Bewährte Folgemittel: Bell., Calc., Carb-v., Caust., Con., Dulc., Euph., Fl-ac., Graph., Guaj., Kali-n., Kalm., Lyc., Nat-c., Nit-ac., Nux-v., Petr., Phos., Puls., Rat., Rhus-t., Sars., Sil., Sulph., Sul-ac., Tarent.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Acon., Ant-t., Ant-c., Calc., Chin., Merc., Merc-c., Nit-s-d., Rhus-t., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Caust., Gels., Lil-t., Nat-m., Puls.

Silicea (Sil.)

Christa Pfaller
#SiliceaSilicea terra, Kieselerde; Siliciumdioxyd; SiO2; HAB: Acidum silicicum
Betroffene OrgansystemeHaut, Schleimhaut, Knochen, Nägel, Immunsystem, obere Atemwege, Ohren.
CausaImpfung, Flüssigkeitsverlust, Verletzung, Verstauchungen, Splitter, Fremdkörper, Haareschneiden.
Modalitäten
  • Agg.: Neumond, morgens, durch Waschen, während Menstruation, Aufdecken, Hinlegen, Feuchtigkeit, Liegen auf der linken Seite, vor und während Gewitter, Milch, Kälte, kalte Luft, Zugluft.

  • Amel.: Wärme, Kopfeinhüllen, Sommer, feuchtnasses Wetter.

Allgemeine DarstellungSilicea gehört zu den großen und wichtigen Polychresten. Unvollständige Assimilation führt zu mangelhafter Versorgung der Gewebe und äußerer Verhärtung. In der Folge kommt es zu neurasthenischen Zuständen, vermehrter Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen. Knochenerkrankungen, Karies, Nekrose. Skoliose. Weiche Gewebe verhärten sich, harte werden noch härter. Der Patient neigt zu harten Knoten, Wucherungen, Fibromen, Karbunkel, Zysten, Tumoren der Brust, harten geschwollenen Drüsen. Silicea kann den Organismus dazu anregen, fibröses Gewebe und verhärtete Narbengewebe zu resorbieren. Heilung von Fisteln, bringt Abszesse zum Reifen, da es die Eiterung fördert. Die Wirkung ist tief und langsam. Periodische Zustände. Häufig finden sich schwache Abwehrkräfte und eine Infektanfälligkeit, v. a. der oberen Atemwege, der Nebenhöhlen, Ohren, Haut und Schleimhaut. Aussehen: zart mit feiner Haut, blasses Gesicht, schlaffe Muskeln, mager, helle feine Haare.
Geist und GemütSchwierig zu fassen, hat wenig Struktur. Verlangen nach Struktur und Rückgrat. Mangel an Selbstvertrauen, Nachgiebigkeit. Mangel an Energie, die eigene Meinung zu vertreten. Milder, feiner Charakter, verständig, sanft, schüchtern, sehr empfindsam („Prinzessin auf der Erbse“), intelligent, kultiviert. Mangel an Energie, Neurasthenie, Erschöpfung. Fixe, rigide Ideen. Gewissensbisse wegen Kleinigkeiten, pedantisch. Angst durch Geräusche, auch Überempfindlichkeit. Furcht vor Misserfolg, vor Darbietung eigener Fähigkeiten, vor spitzen Gegenständen. Erwartungsspannung. Folgen von Schreck.
Kopf und SchwindelSchwitzen der Kopfhaut, im Schlaf. Gesichtsakne. Kopfschmerzen schlimmer durch Kälte und Zugluft, in den Nebenhöhlen. Haarausfall, vorzeitige Glatzenbildung. Großer Kopf bei Säuglingen. Kopfschmerzen durch Fasten, vor Gewitter. Milchschorf.
AugenInfektionen der Tränengänge, verstopfte Tränengänge bei Neugeborenen. Tränenfluss im Wind. Rezidivierende Gerstenkörner.
OhrenM. Menière. Akute und chronische Otitis media. Karies der Gehörknöchelchen. Kinder bohren mit den Fingern in den Ohren.
NaseNebenhöhlenentzündung, Nasenpolypen, chronisch trockene Nasenverstopfung. Bohrt mit dem Finger in der Nase, reibt wegen Jucken die Nase. Schnupfen nach Haareschneiden.
Mund und ZähneZahnwurzelabszesse, Fisteln und Infektionen des Zahnfleischs. Schwierige oder langsame Zahnung, Zahnverfall, Abbrechen der Zähne. Haargefühl auf der Zunge. Morgens bitterer Geschmack im Mund. Geschmacksverlust bei Schnupfen.
HalsAkute und chronische Pharyngitis, rezidivierend, mit splitterähnlichen Schmerzen. Tonsillitis. Vergrößerte Halslymphknoten, hart und schmerzhaft.
VerdauungstraktObstipation (auch bei Kindern), vor und während der Menstruation. Verlangen nach Süßigkeiten, Eiern, nach unverdaulichen Dingen. Abneigung gegen Fett, Milch, Fleisch, Salz, warme Speisen. Unverträglichkeit und Erbrechen der Muttermilch. Krämpfe, Diarrhoe durch Milch. Rektumabszess, rektale Fissuren, Fisteln. Geblähter Bauch bei Säuglingen und Kleinkindern.
HarnwegeNierensteine.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Hydrozele.

  • ♀ Vaginitis. Hautausschläge um die Genitalien. Vergrößerte Leistenlymphknoten. Menstruation verzögert, unterdrückt, Amenorrhoe. Wund machende Leukorrhoe.

Brust, RückenBrustabszess, Knoten in der Brust, Mastitis, zystische Mastopathie, Mammakarzinom. Bronchitis, den ganzen Winter über. Husten besser durch warme, schlechter durch kalte Getränke. Asthma, bei Kindern, schlechter durch Kälte und Anstrengung. Furunkel in der Axilla. Skoliose, Rückgratverkrümmung.
ExtremitätenFußschweiß, übel riechend, reichlich. Entzündeter Fußballen. Eingewachsene Zehennägel. Nägel verkrüppelt, zerbrechliche, weiße Flecken. Nagelpilz, Zwischenzehenmykose. Panaritium. Aufgesprungene Haut, an Händen und Füßen. Arthritis deformans, schlechter durch Kälte und kaltes, feuchtes Wetter.
HautAbszessbildung, Silicea kann die Ausstoßung von Fremdkörpern begünstigen. Ringflechte, Impetigo, Vitiligo. Ungesunde Haut, jede Wunde infiziert sich. Hauttumoren, Zysten, Keloide, Warzen.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme, schlechter durch kaltes Wetter, durch warme, stickige Räume, durch Zugluft, Abdecken. Häufige Erkältungen und grippeähnliche Erkrankungen. Folgen von unterdrücktem Schweiß. Schwäche und Kollaps. Entwicklungsverzögerung bei Kindern.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.

Silicea ist ein wichtiges Mittel bei der Behandlung von Impfschäden (besonders Keuchhusten und Pocken).

Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc., Fl-ac., Hep., Lyc., Phos., Puls., Sanic., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Agar., Ant-t., Aran., Ars., Asaf., Aster., Bell., Calc., Calc-p., Calc-s., Clem., Fl-ac., Graph., Hep., Lach., Lyc., Nux-v., Phos., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph., Thuj., Tub.

  • Unverträglich mit: Merc., Nux-m.

  • Antidotiert von: Calc-s., Camph., Fl-ac., Hep., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Calc., Hep., Kali-p.

Spigelia (Spig.)

Thomas Lorz
#SpigeliaSpigelie; Spigelia anthelmia; Wurmkraut; HAB: Spigelia anthelmia
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Herz.
CausaFrost, Tabak.
Modalitäten
  • Agg.: Berührung, Bewegung, Lärm, Erschütterung.

  • Amel.: Liegen auf der rechten Seite, mit erhöhtem Kopf, Einatmen.

Allgemeine DarstellungSpigelia anthelmia ist ein verbreitetes Unkraut in Südamerika. Es war zu Hahnemanns Zeit in Europa als Wurmmittel bekannt. Spigelia ist v. a. bei Erkrankungen der linken Körperseite indiziert und wird häufig bei Kopfschmerzen, Neuralgien und Herzerkrankungen verwendet. Der Schmerzcharakter wird als außerordentlich stark, stechend und durchbohrend beschrieben.
Geist und GemütEmpfindlich gegen Berührung. Furcht vor Nadeln, spitzen Gegenständen. Beim Gehen Gefühl des Gleitens, als ob die Füße den Boden nicht berührten. Stottern, der Patient wiederholt die erste Silbe drei- bis viermal.
Kopf und SchwindelLinksseitige heftige Kopfschmerzen über dem Auge oder durch das Auge hindurch, vom Hinterkopf oder Nacken aufsteigend. Linksseitige Gesichtsneuralgie. Schwindel mit Fallneigung, Schwindel beim Abwärtssehen, beim Sehen auf einen Punkt.
AugenGlaukom, Iritis, Konjunktivitis. Lähmung der Oberlider. Tränenfluss nur links.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen, Hörminderung.
NaseSchnupfen mit reichlicher Absonderung und Völlegefühl im Kopf.
GesichtTrigeminusneuralgie. Ängstlicher, kränklicher Gesichtsausdruck. Verzerrtes Gesicht beim Stottern.
Mund und ZähneZahnschmerzen durch Rauchen, besser beim Essen.
HalsHalsschmerzen, mit Schwellung der Halsdrüsen. Stechende Schmerzen im geschwollenen Gaumen.
VerdauungstraktBeschwerden durch Würmer. Aufstoßen. Schmerzen. Obstipation, mit viel Schleimabgang. Appetitlos mit Durst.
HarnwegeDysurie, Zystitis, Urethritis. Urin mit weißlichem Sediment. Plötzliches und unwillkürliches Urintröpfeln, mit brennender Empfindung im vorderen Teil der Urethra.
AtemwegeHusten, trocken, heftig, hohl, durch eine Reizung tief unten in der Trachea, mit behinderter Atmung, sogar bis zum Ersticken. Kurzatmigkeit, beim Sprechen, mit Angst und Röte der Wangen und Lippen.
Brust, RückenAngina pectoris, sichtbares Herzklopfen, Herzschmerzen besser durch warme Getränke. Perikarditis, Endokarditis, Herzklappenstörungen. Herzklopfen durch Rauchen. Gefühl von Schnurren in der Herzgegend, als ob man einer Katze über den Rücken streicht.
ExtremitätenTaubheit des linken Armes bei Herzkrankheit. Einschlafen der Arme und Hände.
SchlafNachtschlaf unerquicklich. Verwirrte Träume.
Frost, Fieber, SchweißPuls unregelmäßig, stark, aber langsam. Zitternder Puls. Frost, zur gleichen Stunde am Morgen. Frösteln an einigen Stellen des Körpers, an anderen Stellen Hitze. Hitze im Gesicht und an den Händen, mit Frost im Rücken. Durst auf Bier während Hitze. Faulig riechender Schweiß, nachts.
HautSchmerzhafte Berührungsempfindlichkeit der Haut.
AllgemeinsymptomeVerschlimmerung durch Tabakrauch, Berührung, Gehen im Freien.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arn., Spong.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Arg-n., Arn., Ars., Bell., Calc., Cimic., Dig., Iris., Kali-c., Kali-m., Kalm., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sep., Sulph. Zinc.

  • Antidotiert von: Aur., Camph., Cocc., Merc., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cact.

Spongia (Spong.)

Thomas Lorz
#SpongiaRöst-Schwamm; Euspongia officinalis; gerösteter Meerschwamm; HAB: Euspongia officinalis
Betroffene OrgansystemeAtemwege, Herz, Schilddrüse, Geschlechtsorgane.
Modalitäten
  • Agg.: Steigen, kalter Wind, vor Mitternacht.

  • Amel.: Abwärtsgehen, Liegen mit tief gelagertem Kopf.

Allgemeine DarstellungLaut Hahnemann wird der Röstschwamm im 13. Jahrhundert als Spezifikum gegen Kropf erwähnt und findet in der Homöopathie ebenfalls Anwendung bei Schilddrüsenerkrankungen. Weitere Indikationen sind Erkrankungen der Atmungsorgane mit Husten und Heiserkeit (Pseudokrupp, Keuchhusten, Laryngitis etc.), Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane (besonders Hoden und Nebenhoden) und Herzerkrankungen. Auslöser von Erkrankungen ist häufig kalter Wind oder Kälte allgemein.
Geist und GemütErschrecken, Angst beim Erwachen durch schreckliche Träume. Denken an die Beschwerden verschlechtert.
Kopf und SchwindelBlutandrang, berstender Kopfschmerz, verschlechtert bei Anstrengung, bei Bewegung. Schwindel mit Neigung, rückwärts zu fallen.
AugenEntzündung mit schleimiger Absonderung. Exophthalmus.
OhrenOhrgeräusche, Ohrenschmerzen.
NaseFließschnupfen, wechselt mit Verstopfung. Trockenheit, chronischer trockener Katarrh. Fächerartige Bewegung der Nasenflügel.
GesichtHeißes, rotes Gesicht. Schweiß.
Mund und ZähneZahnschmerzen, trockene Zunge.
HalsZusammenschnürung und Trockenheit. Schwellung der Schilddrüse, Struma, Schilddrüsenentzündung (Hashimoto, Basedow), Hypo- und Hyperthyreose. Schwellung der Halslymphknoten. Halsentzündung, schlechter nach Essen von Süßem. Ständiges Räuspern. Halsschmerzen schlechter durch Süßigkeiten.
VerdauungstraktÜbermäßiger Durst, großer Hunger. Patient kann keine enge Kleidung am Rumpf ertragen. Schluckauf.
HarnwegeDysurie.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Schmerzhafte Schwellung von Samenstrang und Hoden, Orchitis, Epididymitis.

  • ♀ Schmerz im Kreuzbein, Hunger und Herzklopfen vor der Menstruation, Erstickungsanfälle beim Erwachen, während der Mens. Amenorrhoe, mit Asthma.

AtemwegeTrockenheit aller Luftwege, Heiserkeit, Brennen und Zusammenschnüren des Kehlkopfs. Trockener, bellender, kruppartiger Husten, vor Mitternacht, Kehlkopf berührungsempfindlich, Husten besser durch warme Getränke und Essen. Bronchitis, Giemen, asthmatischer Husten, Verschlechterung durch kalte Luft, mit reichlichem Auswurf und Erstickungsgefühl, besser durch Liegen mit tief gelagertem Kopf, im warmen Raum.
Brust, RückenHerzklopfen, mit Atemnot, Insuffizienz der Herzklappen, Angina pectoris. Herzhypertrophie, rechts, mit asthmatischen Symptomen. Herzklopfen vor der Mens.
ExtremitätenSensibilitätsstörungen, Schmerzen, blaue Hände.
SchlafErstickungsgefühl beim Erwachen, Schlafwandeln, Weinen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißHitze und Rötung des Gesichtes, Schüttelfrost, Nachtschweiß, Frösteln nicht gebessert im warmen Zimmer, am warmen Ofen.
HautPruritus.
AllgemeinsymptomeBeschwerden durch Kälte und kalte Luft. Druck der Kleidung verschlechtert. Erschöpfung durch geringste Anstrengung.
MiasmenPsora, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Hep., Spig.

  • Bewährte Folgemittel: Arg-n., Brom., Bry., Carb-v., Con., Fl-ac., Hep., Kali-br., Nux-v., Phos., Puls.

  • Antidotiert von: Acon., Camph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Iod., Led.

Staphisagria (Staph.)

Christa Pfaller
#StaphisagriaStephanskörner, Stephanskraut; Delphinium staphisagria; Stephanskraut; HAB: Delphinium staphisagria
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Gemüt, Zähne, Haut, Bindegewebe, Urogenitaltrakt, Verdauungstrakt.
CausaÄrger, unterdrückte Wut, Kränkung, sexueller Missbrauch, Koitus, Verletzungen, Stürze, glatte Schnittwunden, Operationen, Tabak, Unterdrückung von Condylomata, von Gonorrhoe, von Hautausschlägen.
Modalitäten
  • Agg.: Ärger, Kränkung, Empörung, Kummer, Gewissensbisse, Flüssigkeitsverlust, Onanie, sexuelle Exzesse, Tabak, Schlaf (nachmittags), Berührung (der erkrankten Teile).

  • Amel.: nach dem Frühstück, Wärme, Nachtruhe.

Allgemeine DarstellungHäufig ist eine seelische Unterdrückung (z. B. Wut nach Ärger, Beleidigung, Kränkung) die Ursache von Erkrankungen. Gefühle, die ausgedrückt werden sollten, werden vom „Selbst“ (um die eigene hohe Meinung erhalten zu können) oder von außen unterdrückt. Der Staphisagria-Typ ist sehr liebenswürdig (zu lieb, um für seine eigenen Rechte einzutreten). Es besteht eine hohe Sensibilität, der Patient ist edel, idealistisch, „Ritter ohne Rüstung“, stellt sich dem Kampf nicht. Sprachlosigkeit vor Entrüstung. Staphisagria ist ein Mittel für Frauen, die von ihrem Mann missbraucht werden, und für Kinder, die von ihren Eltern misshandelt werden. Typisch ist eine starke sexuelle Erregung, ein exzessives romantisches und erotisches Innenleben, schreibt Gedichte, starke Neigung zur Masturbation, Promiskuität.
Geist und GemütBeschwerden durch enttäuschte Liebe, durch Kränkung, Entrüstung, Missbrauch. Überempfindlich gegen Berührung, äußere Eindrücke, Geräusche, Gerüche, Grobheit, Schmerzen, Kritik, Geringschätzung. Patient reagiert überempfindlich auf das, was andere über ihn sagen. Überempfindlich gegen Ungerechtigkeit, gegen Späße, das geringste falsche Wort kann verletzen. Schüchtern v. a. in der Öffentlichkeit. Verletzt sich häufig unabsichtlich (v. a. Kinder). Selbstmordneigung (durch Erschießen, Ertrinken, Springen in die Tiefe). Beschwerden nach dem Tod eines Kindes, des Vaters, der Eltern oder Freunde. Ungeduld, Unreinlichkeit, Unsauberkeit. Wirft Gegenstände nach der Person, die sie beleidigt, wenn die Wut nicht mehr unterdrückt werden kann. Starkes sexuelles Verlangen, schwacher Widerstand gegen Annäherung in sexueller Absicht.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, wie ein Stück Holz oder wie von einer Holzkugel in der Stirn, im Hinterkopf. Psoriasis oder andere Hautausschläge an der Kopfhaut, am Hinterkopf, Milchschorf. Früh ergraute Haare.
AugenGerstenkörner, Tumoren an den Augenlidern, rezidivierende Gerstenkörner. Iritis, Strabismus. Gewebszerreißung oder Schnittwunden an den Augen. Tics.
GesichtGesichtsneuralgie, Tics.
Mund und ZähneZerbröckelnde Zähne bei Kindern, vorzeitiger Zahnverfall, schwarze Zähne. Zahnschmerzen, schlechter durch Kälte, nach dem Essen, während der Menstruation.
VerdauungstraktVerlangen nach Süßigkeiten, Milch. Abneigung gegen Fett, Milch. Bauchkolik nach Operationen. Bauchschmerzen nach Wut. Ulcus pepticum. Enkopresis.
HarnwegeZystitis, seit dem ersten Geschlechtsverkehr, nach jedem Geschlechtsverkehr. Urethritis, häufiger Harnabgang, Enuresis. Harnretention.
Geschlechtsorgane♂ Schmerzhafte Kondylome. Masturbation, zahlreiche sexuelle Phantasien, nächtlicher Samenerguss. Prostatitis, benigne Prostatahyperplasie. Orchitis, linksseitig. Hodentumoren, Hodenatrophie. Impotenz.
AtemwegeChronischer Husten, lang anhaltend. Nervöser Husten.
ExtremitätenZittern aus Wut, durch Gefühlserregung. Inneres Zittern, bis zur Chorea, Zuckungen. Parese, nach Apoplex. Gliederschmerzen, oft splitterartig.
SchlafSchläfrig am Tag aber nachts schlaflos. Schlaflosigkeit, begleitet von sexuellen Gedanken, mit häufiger Masturbation, um das Einschlafen zu erleichtern. Beschwerden schlechter nach Mittagsschlaf.
HautPsoriasis nach Kummer oder Unterdrückung von Wut oder anderen Gefühlen. Narben oder Hauttumoren, empfindlich, schmerzhaft. Warzen, empfindlich. Ungesunde Haut, die sich leicht infiziert. Wunden, durch scharfe Gegenstände.
AllgemeinsymptomeUnterdrückung der Gefühle. Kurzer Schlaf (v. a. nachmittags) verschlechtert, Kälte verschlechtert, Wärme bessert. Liegen, Bettruhe, Gehen im Freien bessern. Bewegung, Druck verschlechtern. Besser nach Koitus, durch Tabakrauchen.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Caust., Coloc., Thuj.

  • Bewährte Folgemittel: Calc., Caust., Coloc., Fl-ac., Ign., Kali-c., Lyc., Nux-v., Puls., Rhus-t., Sel., Sulph.

  • Unverträglich mit: Ran-b.

  • Antidotiert von: Ambr., Camph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Cham., Merc.

Stramonium (Stram.)

Henning Droege
#StramoniumStechapfel; Datura stramonium; Stechapfel; HAB: Datura Stramonium
Betroffene OrgansystemeGehirn, Spinalnerven, Gemüt, Kreislauf.
CausaSchreck, Anblick von glitzernden Gegenständen, von Wasser, unterdrückte Hautauschläge, Entbindung, Impfungen.
Modalitäten
  • Agg.: Dunkelheit, Alleinsein, Anblick von glitzernden Gegenständen oder Wasser, Schreck, nach dem Schlaf, beim Schlucken, unterdrückte Absonderungen.

  • Amel.: Licht, Gesellschaft, Wärme.

Allgemeine DarstellungStramonium wirkt v. a. auf das Nervensystem, das sich in einem ungeheuren Aufruhr befindet. Gewalt, Gewalttätigkeit, Wut, Delirien, Konvulsionen oder massive Ängste rund um die Themen Gewalt, Dunkelheit und Tod sind die Reaktionen auf diesen Übererregungszustand.
Ein wichtiges Mittel für akute Erkrankungen mit hohem Fieber und Delirium. Halluzinationen besonders visuell und akustisch. Krampfzustände, die durch Anblick von glänzenden Gegenständen oder von Wasser ausgelöst werden oder sich verschlimmern. Auffallend ist das Fehlen von Schmerzen bei eigentlich schmerzhaften Erkrankungen.
Geist und GemütLebhafte Phantasien, Delirien (mit Lachen, Singen, Tanzen), Geschwätzigkeit, Tobsucht und Gewalttätigkeit (mit Schreien, Fluchen, Schlagen, Zerstörung). Starren, erweiterte Pupillen, unverständliches oder zusammenhangloses Sprechen, macht ständig Gebärden. Angst in geschlossenen Räumen, im Tunnel, im Dunkeln, in der Nacht, vor dem Alleinsein, vor Berührung, vor Verletzung oder Tod. Beschwerden durch den Anblick einer Gewalttat. Das Geräusch oder der Anblick fließenden Wassers kann Angst, Tobsucht oder Krampfanfälle auslösen. Furcht v. a. schwarzen, vor dunklen Dingen, vor Tieren. Will daher immer Licht haben, jedoch Verschlimmerung durch grelles Licht.
Wahnidee sehr groß zu sein, Gegenstände erscheinen klein, sieht Menschen und Gespenster, spricht mit ihnen oder greift danach. Schreckliche Halluzinationen, versucht zu Fliehen. Pavor nocturnus.
Religiöse Delirien, Beten, Fluchen, glaubt, vom Teufel besessen oder verdammt zu sein. Er glaubt zu sterben, trifft Anordnungen für sein Begräbnis.
Melancholie oder Depression mit Suizidalität. Gedächtnisschwäche, Stupor.
Kopf und SchwindelKopfrollen, bohrt den Kopf ins Kissen, fährt hoch. Kongestionen zum Kopf. Stirnkopfschmerzen, mit Augen- und Zahnschmerzen. Schwindel beim Gehen mit Schwanken und Fallneigung. Meningitis, Enzephalitis.
AugenAugen hervorgetreten, rot, glänzend, mit wildem Blick, erweiterte Pupillen. Vorübergehende Blindheit, Trübsichtigkeit, Doppeltsehen, optische Halluzinationen. Beim Lesen scheinen sich die Buchstaben zu bewegen und zusammenzulaufen.
GesichtHitze mit umschriebener Wangenröte und Blässe um den Mund. Ausdruck von wilder Angst. Krampfartige Bewegungen mit Verzerrung des Gesichts. Risus sardonicus.
Mund und ZähneTrockenheit und Röte in Mund und Rachen, mit Abneigung gegen Wasser. Heftiger Speichelfluss. Sprachstörungen mit Lähmung der Zunge. Sprache lallend, stammelnd, stotternd, kann nur mit Schwierigkeit artikulieren, verkrampft und verzerrt dabei das Gesicht.
Zahnungsbeschwerden bei Kindern, mit Schreien, Wüten, Krämpfen, Durchfall, Atemwegserkrankungen.
HalsSchlucken erschwert, unmöglich, Hals trocken, wie zugeschnürt. Kehlkopfkrämpfe beim Anblick von Wasser. Stimme heiser, tonlos, Aphonie.
VerdauungstraktTrockener Mund und Hals, mit Durst. Übelkeit und Erbrechen von Schleim, grüner Galle, schlimmer abends und nachts. Auftreibung des Bauches, Kollern, Koliken. Obstipation abwechselnd mit Diarrhoe. Schmerzloser Durchfall mit dunkler Farbe und Aasgeruch. Unwillkürlicher Stuhlabgang.
HarnwegeHarnsekretion unterdrückt, bei akuten Erkrankungen, bei Kindern. Häufiger Harndrang, Urin fließt verzögert, tropfenweise. Unwillkürlicher Harnabgang, nachts. Enuresis nach Schreck.
Geschlechtsorgane
  • Gesteigertes sexuelles Verlangen mit unanständigen Reden. Fasst sich ständig an die Genitalien.

  • Gesteigertes sexuelles Verlangen. Menstruation reichlich, dunkel, klumpig, dabei Schmerzen im Unterbauch, in den Oberschenkeln. Metrorrhagie mit Geschwätzigkeit und den charakteristischen Geistessymptomen (s. o.). Konvulsionen nach Entbindung. Wochenbettmanie mit den typischen Geistessymptomen (s. o.) und reichlichem Schweiß.

AtemwegeTrockener, krampfartiger Husten, mit Zusammenschnürung der Brust. Nervöses Asthma.
ExtremitätenUnwillkürliche Bewegungen der Arme und Hände, rhythmisch. Zittern, Zucken, Konvulsionen einzelner Sehnen, Gliedmaßen, des ganzen Körpers, schlimmer beim Anblick einer glänzenden Oberfläche oder beim Anblick von Wasser. Chorea. Taumelnder, unkoordinierter Gang. Steifheit der Glieder. Verlust der Koordination.
Neuralgien. Hüftschmerz, besonders links, mit Abszess, Hüftgelenksarthritis und -arthrose.
SchlafTiefer Schlaf, mit schnarchender Atmung. Erwacht aus dem Schlaf mit Panik und angstvollem Schreien. Qualvolle, schreckliche Träume. Kinder fürchten sich im Dunkeln, können nicht einschlafen.
Frost, Fieber, SchweißBei Fieber Kälte und Frost am ganzen Körper mit Zucken und Zittern. Hitze und ölige Schweiße, ohne Erleichterung. Heißer Kopf und eiskalte Glieder.
HautPlötzliche Hautrötung, Jucken der Haut. Scharlachartiger Ausschlag mit Delirium. Folgen von unterdrücktem oder nicht herauskommendem Hautausschlag, bei Scharlach, mit deliranten Zuständen.
AllgemeinsymptomeHeftige Beschwerden. Allgemeine Verschlimmerung durch Schreck. Glänzende Gegenstände und Wasser lösen Panik aus. Konvulsionen. Fehlen von Schmerz bei Symptomen, die ansonsten mit Schmerzen einhergehen.
MiasmenPsora, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Bell., Bry., Cupr., Hyos., Nux-v.

  • Unverträglich mit: Coff.

  • Antidotiert von: Acet-ac., Bell., Camph., Coff., Hyos., Nux-v., Op., Puls., Senn., Tab.

  • Kollaterale Arzneimittel: Bell., Hyos., Op.

Sulfur (Sulph.)

Henning Droege
#SulfurSulfur lotum, Schwefel; sublimierter Schwefel; S
Betroffene OrgansystemeSulfur wirkt auf alle Gewebe und Organe, Haut und Schleimhäute, Verdauungstrakt, Atmungsorgane, Kreislauf, linke Seite.
CausaUnterdrückung von Hautausschlägen, Unterdrückung generell (z. B. durch Antibiotika, Impfungen, Operationen, diverse Medikamente usw.).
Modalitäten
  • Agg.: im Stehen, durch Hitze, Bettwärme, nachts, um 11 Uhr vormittags, Waschen, Baden, nasskaltes Wetter, heißes Wetter, Wetterwechsel, in Ruhe, Unterdrückung.

  • Amel.: trockenes und warmes Wetter, frische Luft, Bewegung, Ausscheidungen, Liegen auf der rechten Seite.

Allgemeine DarstellungSulfur ist das große Antipsorikum von Hahnemann. Er kann für jede Erkrankung infrage kommen, seine Wirkung ist tiefgreifend. Er hat die Kraft, alles Innere an die Oberfläche zu treiben, bei symptomarmen Fällen oder bei Versagen von sorgfältig gewählten Medikamenten regt Sulfur die Ansprechbarkeit des Organismus an. Im Vordergrund stehen Kongestionen, Hitze und Brennen mit Jucken. Die Wirkung auf die Haut zeigt sich in zahlreichen Hautleiden, angefangen von der ungesund erscheinenden Haut bis hin zu Akne, Psoriasis, Abszessen u. v. m. Die äußere Erscheinung des Sulfur-Patienten ist i. d. R. dünn, schwächlich und müde, mit hängenden Schultern und schlaffen Muskeln. Die Verdauung ist gestört, die Zirkulation träge, es besteht eine Neigung zu venösen Stauungen. Sulfur hat große Abneigung gegen Wasser. Baden oder Waschen verschlimmert die Beschwerden, ebenso Stehen, Hitze und insbesondere unterdrückte Ausschläge oder Absonderungen. Allgemeine Verschlimmerung um 11 Uhr vormittags, mit Schwäche und Leeregefühl im Magen. Die Körperöffnungen sind rot, die Absonderungen übelriechend, vermehrtes Schwitzen. Periodizität der Beschwerden. Rezidivierende Beschwerden.
Geist und GemütDer Sulfur-Typ wirkt unsauber, schlampig, unordentlich. Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen und Schmutz, schnell angewidert oder angeekelt. Individueller Geschmack bzgl. Kleidung bis hin zur Geschmacksverirrung. Sammelt Ding. Habgierig, geizig.
Langsam, faul, zerstreut, vergesslich, macht Fehler beim Sprechen und Schreiben. Ehrgeizig, Intellektuell, an philosophischen und religiösen Fragen interessiert.
Egozentrisches Verhalten, selbstbezogene Träumerei, Prahlerei, Selbstüberschätzung. Alles wird im Hinblick auf den eigenen Vorteil betrachtet.
Höhenangst, Angst um die eigene Gesundheit oder die der Familie, Versagensangst, vor Kontrollverlust. Irrationale und hypochondrische Ängste. Schreckhaftigkeit mit Auffahren. Furcht um sein Seelenheil.
Gereizt und launisch, leicht erregbar. Hastig (beim Essen, bei Bewegung usw.), unruhig. Eigensinnig, kritiksüchtig. Depression, Verzweiflung, Weinen, Lebensüberdruss. Suchtneigung (v. a. Alkohol, aber auch Nikotin oder härtere Drogen).
Kinder wehren sich gegen Waschen, fürchten sich vor der Dusche (sie baden aber unter Umständen gerne).
Kopf und SchwindelPeriodische Kopfschmerzen, brennende Hitze auf dem Scheitel, mit rotem, gedunsenem Gesicht, mit kalten Füßen. Schmerzen sind schlimmer morgens, beim Bücken, bei Bewegung, durch Essen, besser durch ruhiges Liegen im Zimmer. Kongestive Kopfschmerzen oder Migräne am Wochenende oder alle ein bis zwei Wochen. Konvulsionen. Epilepsie. Meningitis. Enzephalitis.
Schwindel morgens, im Stehen, beim Gehen im Freien, an hoch gelegenen Orten.
Haar glanzlos, struppig. Hautausschläge an der Haargrenze, am Hinterkopf. Jucken der Kopfhaut. Haarausfall. Milchschorf bei Kindern. Fontanellenschluss verzögert.
AugenHitze und Brennen, scharfe Tränen. Bei Erkältungen sind die Augen mitbetroffen. Lidränder gerötet, entzündet, ulzeriert. Konjunktivitis mit Sandgefühl in den Augen. Waschen der Augen verschlechtert. Lichtscheu. Sehschwäche, dunkle Flecke vor den Augen, farbiger Hof um das Licht. Flimmern vor den Augen, vor Kopfschmerzen. Rezidivierende Gerstenkörner. Katarakt. Iritis. Retinitis.
OhrenRote Ohren, bei Kindern. Eitrige Otorrhoe, übel riechend, links. Otitis media. Überempfindlichkeit gegen Geräusche. Ohrensausen. Schwerhörigkeit für die menschliche Stimme, vorübergehende Taubheit.
NaseÜberempfindlichkeit (Ekel) gegen vorhandene oder eingebildete Gerüche. Der Körpergeruch anderer Menschen ist unerträglich, auch der eigene ist unangenehm, v. a. der eigene Stuhlgeruch (oder: liebt die eigenen Ausdünstungen).
Nasenflügel rot, geschwollen, schorfig. Schnupfen mit viel Niesen und brennenden, wässrigen Absonderungen. Chronischer, trockener Katarrh mit Krusten, leicht blutend. Nasenbluten, nachts. Akne und Mittesser auf der Nase. Sinusitis. Heuschnupfen. Polypen und adenoide Wucherungen. Kinder bohren in der Nase, essen oder sammeln die Popel.
GesichtGelblich, blass, elendes Aussehen, mit Schatten unter den Augen, heiß, rot, gefleckt. Kongestionen, Erröten. Sommersprossen auf der Nase. Mitesser, Akne, Hautausschläge auf der Nase, um den Mund. Lippen trocken, aufgesprungen, rot, brennend. Periodische Gesichtsneuralgien. Kinder sehen alt und vertrocknet aus, die Haut ist schlaff und faltig, der Kopf zu groß.
Mund und ZähneBitterer, schlechter Geschmack morgens, mit üblem Mundgeruch. Zunge trocken, zittrig, mit weißem Belag, Spitze und Ränder rot. Wundheit, brennende Blasen im Mund, schmerzhaft beim Essen. Schmerzhafte Aphthen.
Zahnschmerzen. Lockerung der Zähne. Parodontose. Zähneknirschen. Soor bei Säuglingen. Zahnung verzögert, erschwert. Offener Mund bei Kindern.
HalsBrennen, Röte, Trockenheit. Halsentzündung, erst rechts, dann links. Akute oder chronische Pharyngitis, mit vergrößerten, purpurfarbenen Mandeln. Eitrige Tonsillitis.
VerdauungstraktDurst auf kalte Getränke. Trinkt viel und isst wenig. Großer Appetit mit Heißhungerattacken (besonders nachts) und Schwäche, isst häufig kleine Mengen. Vormittags um 11 Uhr Hunger mit flauem, leeren Gefühl im Magen. Verlangen nach Süßigkeiten, Alkohol, fetten Speisen (danach Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden). Abneigung gegen Fleisch, Milch, Eier.
Aufstoßen, nach dem Essen, sauer, Geruch nach faulen Eiern. Erbrochenes galliges, sauer. Völle, Druck, epigastrische Schmerzen während der Verdauung. Auftreibung mit schneidenden Schmerzen, übelriechenden Blähungen. Plötzlicher heftiger Stuhldrang, auch unwillkürlicher Stuhlabgang. Diarrhoe, um 5–6 Uhr morgens, schmerzloser, treibt aus dem Bett. Jucken, Rötung, Brennen am After, durch scharfen Stuhl. Stuhlgang kann jede Art von Konsistenz und Aussehen haben, übelriechend, sauer, Geruch wie faule Eier, wie Schwefelwasserstoff. Stuhlgeruch haftet lange am Körper. Afternässen. Schmerzhafte, juckende, nässende, blutende Hämorrhoiden. Rektumfisteln. Pfortaderstauung. Gastritis. Ulcus pepticum. Diabetes mellitus. Leberzirrhose.
Verstopfung und Durchfall im Wechsel. Verstopfung mit harten, trockenen Stühlen, wie verbrannt, wie Schafskot. After wund, blutig, schmerzhaft, dadurch unterdrückter Stuhldrang oder Weinen beim Stuhlgang. Säuglingskoliken. Ekzem um den Nabel. Windeldermatitis.
HarnwegePlötzlicher Harndrang, häufige Miktion, unwillkürliches Urinieren, Enuresis, durch Träume vom Urinieren. Katarrhalische Blasenentzündung, nach Erkältung. Brennen und Stechen in der Harnröhre. Meatus urethrae gerötet. Urin trübe, scharf, intensiv- oder übelriechend. Chronische Zystitis. Pyelitis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Impotenz, verfrühte, unwillkürliche Samenergüsse. Brennen der Harnröhre beim Samenerguss, nach dem Koitus. Pollutionen und Erektionen Erregung. Geschlechtsteile kalt, erschlafft, kraftlos. Übelriechender Genitalschweiß, Juckreiz, Hautausschläge.

  • ♀ Brennen der Vagina beim Koitus. Unregelmäßige Menses. Blut dunkel, dick, scharf, übelriechend, wundmachend. Dysmenorrhoe. Amenorrhoe. Metrorrhagien. Sterilität. Brennender Ausfluss, übel riechend, wund machend. Hautausschläge und Pilzinfektionen der Genitalien. Vulva juckt, brennt, schlechter durch Bettwärme. Kälte der Genitalien, übel riechender Schweiß. Melancholie im Wochenbett. Unterdrückte Lochien. Puerperalsepsis. Risse der Brustwarzen durch Stillen, brennen wie Feuer. Klimakterische Hitzewallungen und Depressionen.

AtemwegeHusten trocken, locker. Auswurf dick, grünlich, süß, schleimig, agg. nachts. Bronchitis. Periodische Asthmaanfälle. Pleuritis. Pneumonie, im Anfangsstadium, mit Schmerzen in der linken Brustseite, kalten Füßen und Hitze auf dem Scheitel. Verschleppte Pneumonie. Asthma durch unterdrückte Hautausschläge. Atembeschwerden oder Asthma wechseln ab mit Hautausschlägen oder mit Gicht.
Brust, RückenBlutandrang zur Brust, mit Völlegefühl, Brennen, zum Gesicht aufsteigend. Brustbeklemmung mit Atemnot, nachts, muss sich aufsetzen, die Fenster öffnen. Herzklopfen, stechende Brustschmerzen, zum Rücken ausstrahlend. Angina pectoris und andere Herzerkrankungen. Hypertonie. Reichlicher, übel riechender Achselschweiß.
Rückenschmerzen, wie verrenkt, schlimmer beim Bücken, beim Aufstehen, dadurch gebückte Haltung. Schwäche der Wirbelsäule. Brennen zwischen den Schulterblättern. Nackenschweiß.
ExtremitätenFüße kalt, nachts im Bett brennend heiß, sie werden zur Kühlung aus dem Bett gestreckt. Übelriechender Fußschweiß. Fußpilz. Hautausschläge und Jucken der Extremitäten. Brennen und schwitzen der Hände. Zehennägel dick, unförmig. Panaritium. Hühneraugen.
Krämpfe der Waden, der Fußsohlen, nachts. Varizen. Rheumatische Beschwerden, chronischer Rheumatismus. Schmerzen in den Muskeln, Gelenken, Sehnen, in der linken Schulter, schlimmer nachts in der Bettwärme. Arthritis, Gicht.
SchlafTagsüber schläfrig, nachts schlaflos, zwischen 2 Uhr und 5 Uhr (durch Gedankenzudrang). „Katzenschlaf“, erwachen durch geringste Geräusche. Sprechen, Zucken, Lachen, Singen im Schlaf. Lebhafte Träume, Albträume, Träume von Feuer.
Frost, Fieber, SchweißFrostschauder erstreckt sich nach oben, den Rücken hinauf. Örtliche Kongestionen bei allen Beschwerden. Hitze, auf dem Scheitel, deckt sich ab, entblößt einzelne Körperteile. Verlangen nach frischer Luft. Viel übel riechender Schweiß.
HautUngesund, trocken und schuppig. Kleine Verletzung eitern. Jucken und Brennen überall am Körper. Schlechter Geruch der Haut, trotz Waschen. Rote Körperöffnungen. Sommersprossen.
Hautausschläge aller Art, mit starkem Juckreiz, feuchten Absonderungen, sich langsam entwickelnd und allmählich ausbreitend, schlimmer nachts in der Bettwärme, durch Waschen oder Baden. Wolle wird auf der Haut nicht vertragen. Eitrige Hauterkrankungen, schlecht ausheilend. Periodisch rezidivierende Ekzeme. Allergische Hauterscheinungen. Furunkel. Herpes. Impetigo. Niednägel. Intertrigo.
Masernexanthem dunkel, blau oder fehlendes Exanthem. Hautausschläge im Wechsel mit Asthma.
AllgemeinsymptomePsorische Konstitution. Schwach, mager, besonders an den Extremitäten, mit aufgetriebenem Bauch. Gebeugte Haltung. Mangelnde Reaktion des Organismus, besonders nach langen Erkrankungen. Bei Versagen von anderen Mitteln. Bei Symptomarmut.
Wichtigstes Mittel bei jeder Art von Unterdrückung, v. a. von Hautausschlägen, mit chronischen Folgen. Jucken und Brennen an allen Körperteilen. Örtliche Kongestionen. Körperöffnungen gerötet. Absonderungen scharf, wund machend, übel riechend. Vermehrte Schweißproduktion.
Alle Symptome verschlimmern sich durch Hitze, Bettwärme und Waschen, Stehen. Allgemeine Verschlechterung um 11 Uhr morgens. Beschwerden schlimmer in der Ruhe und besser bei Bewegung, an der frischen Luft oder durch kalte Anwendungen. Verlangen nach frischer Luft. Periodizität (jede Woche, alle zwei Wochen). Beschwerden der li. Seite, wandern von rechts nach links.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseudopsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Bewährte Zyklen: Sulph. → Calc. → Lyc.; Sulph. → Sars. → Sep.

  • Ergänzungsmittel: Acon., Aloe, Ant-t., Ars., Bad., Bell., Calc., Caust., Ip., Merc., Nux-v., Psor., Puls., Pyrar., Pyrog., Rhus-t., Sep., Sil., Sul-i.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Aesc., Alum., Apis, Ars., Ars-i., Aster., Bar-c., Bell., Berb., Bor., Bry., Calc., Carb-v., Cham., Cor-r., Dros., Euph., Graph., Guaj., Kali-c., Lyc., Merc., Nit-ac., Nux-v., Phos., Podo., Psor., Puls., Rat., Rhus-t., Samb., Sars., Sep., Ther.

  • Unverträglich mit: Aur-m., Nux-m., Ran-b.

  • Antidotiert von: Acon., Aloe, Ars., Calc., Camph., Caust., Cham., Chin., Coff., Con., Crot-t., Guaj., Hyper., Merc., Nux-v., Phyt., Puls., Rhus-t., Sep., Sil., Thuj.

  • Kollaterale Arzneimittel: Psor., Sel., Syph.

Sulfuricum acidum (Sulph-ac.)

Martin Schmitz
#Sulfuricum acidum Schwefelsäure; H2SO4; HAB: Acidum sulfuricum
Betroffene OrgansystemeBlut, Gerinnungssystem, Verdauungstrakt.
CausaAlkohol, Rauchen, Verletzungen (Stürze, Quetschungen, Verstauchungen, Operationen, Erschütterungen), Vernachlässigung, Verwahrlosung.
Modalitäten
  • Agg.: Kälte, Bettwärme, Alkohol, Rauch, Gerüche (z. B. Kaffee), Verletzungen.

  • Amel.: heiße Getränke, schnelles Gehen.

Allgemeine DarstellungDer Sulfuricum-acidum-Patient ist immer in Eile (beim Essen, beim Gehen, bei der Arbeit etc.), fühlt sich aber nicht gehetzt. Es besteht eine körperliche Schwäche mit innerlichem Zittern. Das Thema Alkohol und Drogen spielt eine Rolle, evtl. Folgen von Alkoholabusus oder bei Alkoholikern in der Familie. Körperlich neigt der Patient zu „syphilitischen“ Symptomen wie Aphthen, Magengeschwüren, Ulzera etc. Sulfuricum acidum ist außerdem ein typisches Mittel bei Verletzungsfolgen mit Gangränneigung, mit großflächigen Ekchymosen oder Blutergüssen nach geringen Prellungen. Es finden sich Blutungen aus allen Körperöffnungen, das Blut ist dunkel, schwarz.
Geist und GemütHast, Eile, Ungeduld, nichts geht schnell genug. Reagiert ärgerlich, wenn er selbst oder andere nicht schnell genug sind. Sprache kurz angebunden, einsilbig. Fühlt sich bedrängt oder verfolgt. Erschöpfung, Müdigkeit, Mangel an Selbstvertrauen. Ängste, am Morgen. Ständiges Schreien oder Weinen bei Kindern. Ererbter Alkoholismus.
Kopf und SchwindelKopfschmerz, als sei das Hirn locker, Kopfschmerzen nehmen allmählich zu und hören plötzlich auf. Blass-kränklicher Gesichtsausdruck. Beschwerden nach Gehirnerschütterung.
AugenChronische Bindehautentzündung. Intraokulare Blutungen nach Verletzungen. Juckreiz, Sandgefühl.
OhrenEmpfindlichkeit gegen Geräusche, Musik. Juckendes Ekzem, übelriechende Otorrhoe.
NaseStock-, Fließ-, allergischer Schnupfen, mit Trockenheit, mit Geschmacksverlust. Jucken, ständiger Niesreiz.
GesichtWelk, alt aussehend. Seborrhoisches Ekzem.
Mund und ZähneAphthen, bei Kindern. Foetor ex ore. Früher Zahnausfall, Zahnfleischbluten. Speichelfluss im Schlaf, v. a. bei Kindern. Geschmacksverlust bei Schnupfen.
VerdauungstraktStuhldrang kurz nach dem Essen. Schlaffes Gefühl im Magen. Kälte im Magen durch Wassertrinken. Saures Aufstoßen. Diarrhoe nach Obst, nach unreifen Früchten. Blutende Hämorrhoiden, Analfissuren. Verlangen nach Alkohol, frischem Obst, Gewürzen, Süßem.
HarnwegeLeistenbruch, ggf. inkarzeriert. Gefühl wie von einem heraushängenden Leistenbruch.
Geschlechtsorgane♂ Schnelle Erektionen und Orgasmen. Potenzstörungen. Priapismus. Prostatahypertrophie.
AtemwegeReizhusten. Asthma bronchiale.
Brust, RückenZerschlagenheit, mit Schwere in den Knochen, wie zerbrochen, zerquetscht, verrenkt. Rückenschwäche, Umhergehen amel.
ExtremitätenZucken der Finger, beim Schreiben. Gelenksteifigkeit. Fußschweiß.
SchlafKurzer Schlaf reicht zur Regeneration aus. Häufiges Erwachen.
Frost, Fieber, SchweißSchweiß, der Füße. Nachtschweiß, übelriechend, brennend. Schweiß durch warmes Essen, warme Getränke. Saurer Schweißgeruch, sogar nach Baden. Klimakterische Hitzewallungen.
HautUlzera. Blutergüsse bei geringer Prellung. Livide oder gelbe Hautverfärbung. Dekubitus. Gangränneigung, nach mechanischen Verletzungen.
AllgemeinsymptomeBlutungsneigung (schwarzes, flüssiges Blut). Schaudern im ganzen Körper. Verfroren, inneres Zittern, aber heiße Getränke verschlechtern. Symptome rechts oben und links unten.
MiasmenPsora, Syphilis, Sykosis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Puls.

  • Bewährte Folgemittel: Arn., Calc., Con., Lyc., Plat., Sep., Sulph.

  • Antidotiert von: Ip., Puls.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Lach., Sep.

Syphilinum (Syph.)

Thomas Lorz
#SyphilinumLuesinum; Sekret luetischer Geschwüre (Nosode 2.4.2); Syphilisnosode
Betroffene OrgansystemeNervensystem, Gemüt, Knochen, Haut.
CausaSonne, feuchtes Wetter, Gewitter.
Modalitäten
  • Agg.: nachts, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, Meer, Sommer.

  • Amel.: im Landesinneren, in den Bergen, tagsüber, langsames Umhergehen.

Allgemeine DarstellungBeim syphilitischen Miasma steht Gewebedestruktion im Vordergrund, häufig der Knochen (mit Schmerzen) oder sogar anatomische Missbildungen. Es finden sich Ulzera der Haut und der Schleimhäute sowie Neuralgien. Typisch ist die nächtliche Verschlechterung. Syphilis in der Vorgeschichte weist auf Syphilinum.
Geist und GemütZwänge (z. B. Waschzwang), Furcht vor Ansteckung, vor Krankheiten, Hypochondrie, vor der Nacht. Glaubt nicht an seine Genesung, Apathie. Schlägt wegen Kopfschmerzen den Kopf gegen die Wand, auf den Boden. Denkt an Selbstmord wegen der Schmerzen. Gedächtnisschwäche für jüngere Ereignisse, scharfes Gedächtnis für frühere. Alkoholismus, Epilepsie. Schreiende Säuglinge, die sofort nach der Geburt damit anfangen und nicht mehr aufhören.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen schlimmer nachts, schlägt den Kopf gegen die Wand oder auf den Boden. Haarausfall, kreisrund. Beschwerden nach Sonnenstich. Schwindel beim Sehen nach oben.
AugenFotophobie, verklebte Augen am Morgen. Keratitis, Iritis, Konjunktivitis, Augenmuskelparesen, Strabismus divergens, Myopie, Hornhautulzera.
OhrenEntzündungen, Hörschäden, kalkige Ablagerungen auf dem Trommelfell.
NaseAbsonderungen übel riechend, dick, gelb-grün, dicke Krusten. Ozaena, Zerstörung der Nasenknochen, Sattelnase. Schniefen bei Neugeborenen.
GesichtGesichtsasymmetrien. Hautausschläge. Aussehen alt, verwelkt, bei Kindern.
Mund und ZähneGeschwüre. Zähne klein, geriffelt, deformiert. Dentitio difficilis, Speichelfluss, Karies, metallischer Geschmack im Mund. Zahneindrücke an den Zungenrändern.
HalsPharyngitis, Laryngitis, Gaumenspalte, vergrößerte Tonsillen. Schmerzen durch kalte Getränke. Heiserkeit vor der Mens.
VerdauungstraktVerlangen nach Alkohol. Sodbrennen, nächtliche Durchfälle, Obstipation. Missbildungen des Verdauungstraktes.
HarnwegeNierenentzündungen.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Geschwüre. Entzündung, Verhärtung des Samenstrangs.

  • ♀ Dysmenorrhoe, Fluor.

AtemwegeAsthma (z. B. bei Gewitter), Aphonie, Heiserkeit vor der Mens.
Brust, RückenAngina pectoris, Aneurysma.
Rückenschmerzen, nachts. Skoliose der Dorsalregion.
ExtremitätenKnochenschmerzen, Ischialgie, nachts. Osteomyelitis.
SchlafSchlafstörungen, Delirium, nachts, durch Kopfschmerzen. Erwacht bald nach Mitternacht, schlaflos bis 6 Uhr, völlige Schlaflosigkeit.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, kalter Schweiß.
HautHautausschläge, Geschwüre.
AllgemeinsymptomeAllgemeine Verschlimmerung nachts. Knochenschmerzen. Zwergwuchs. Hitzegefühl in den Blutgefäßen. Schmerzen beginnen und enden allmählich, wandernde Schmerzen.
MiasmenSyphilis.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Med.

  • Kollaterale Arzneimittel: Merc.

Thuja (Thuj.)

Jens Wurster
#Thuja#ThujaLebensbaum; Thuja occidentalis; Abendländischer Lebensbaum; HAB: Thuja occidentalis
Betroffene OrgansystemeHaut, Urogenitalsystem, Uterus, Ovarien, Prostata, Magen-Darm-Trakt, Blut, Nieren, Gehirn.
CausaImpfungen, Unterdrückung von Warzen, unterdrückte Gonorrhoe, Folgen von Teegenuss, Schwefel, Quecksilber.
Modalitäten
Agg.: nasskaltes Wetter, Kälte, Teetrinken, nachts um 3 Uhr, tagsüber um 15 Uhr, Beschwerden kreuzweise links oben und rechts unten, Erwartungsspannung, Kaffee, Bier, Süßes, Tabak, fettes Fleisch, Zwiebeln.
Allgemeine DarstellungThuja hat einen Bezug zu pathologischen Wucherungen, Kondylomen, warzenartigen Auswüchsen, schwammigen Tumoren.
Es ist nützlich bei Beschwerden, die nach Impfungen, nach Entfernung von Warzen oder nach unterdrückter Gonorrhoe entstanden sind. Es löst Blockaden, wenn gut gewählte konstitutionelle Mittel nicht wirken, besonders wenn die Krankheit sykotisch überlagert ist.
Geist und GemütGefühl einer leichten Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit sowohl auf geistiger als auch auf körperlicher Ebene, mit der Wahnidee, der Körper (besonders die Extremitäten) seien aus Glas. Er denkt, sein Körper sei klein und zart. Dahinter verbirgt sich die Angst, verletzt zu werden und das Gefühl, nicht zu genügen. Empfindung, dass mit der eigenen Person etwas nicht in Ordnung ist, was man aber vor den anderen verbergen muss, um nicht abgelehnt zu werden. Der Patient will den Eindruck eines moralisch einwandfreien Menschen erwecken und muss deshalb sein wahres Gesicht wie hinter einer Maske verbergen. Informationen oft nur bruchstückhaft geliefert. Angst, durchschaut zu werden und damit schutzlos und verletzlich zu sein. Meidet den direkten Augenkontakt.
Neurotischen Zustände mit fixen Ideen. Sensibel, weint leicht, z.B. bei Musik, besonders Kirchenmusik. Gefühl, etwas Besonderes zu sein oder unter göttlichem Einfluss zu stehen. Angst um die ewige Seligkeit. Religiöser Wahn mit Verwirrung der eigenen Identität. Dualitätsgefühl, Wahnideen, geteilt oder in Teile geschnitten zu sein.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen wie von einem Nagel, der in den Scheitel getrieben wird. Neuralgische Kopfschmerzen nach schwarzem Tee. Schwindel beim Augenschließen. Haare trocken und spröde, fettig, weiße Schuppen.
AugenKondylome und warzige Erhebungen um die Augen, auf den Augenlidern, juckende Hautauschläge der Augenlider. Harte Hagelkörner. Entzündung der Hornhaut, bläschenförmige Konjunktivitis. Gefühl, als würde ein kalter Wind in die Augen blasen. Stichartige Schmerzen im Auge, bei hellem Licht. Sieht blaue Ringe vor dem Einschlafen bei geschlossenen Augen.
NaseNase verhärtet, knotige Verdickungen auf den Nasenflügeln, schorfige Haut um die Nase. Venektasien an den Nasenflügeln, die Nase erscheint rötlich bläulich. Empfindlichkeit der Nase beim Einatmen von Luft. Laufen der Nase bei Stuhlgang bewerten. Trockenheit der Nase. Schleimhautpolypen, mit übelriechenden Absonderungen
GesichtGesichtsausdruck ängstlich gespannt. Glänzende, fettige, schmutzige Gesichtshaut, mit großen Hautporen. Warzigen Erhebungen und Kondylome im Gesicht und an den oberen und unteren Extremitäten. Zusammengewachsene Augenbrauen. Pickel um die Augenbrauen. Schuppige Hautausschläge im Gesicht, in der Nähe der Nasenflügel. Zuckungen im Gesicht, an den Lippen. Knotige Verdickungen und Venektasien an den Nasenflügeln.
MundBläschen an der Zunge, den Rändern, ulzeriert. Zungenspitze schmerzhaft, empfindlich gegen Berührung. Kondylome im Mund, an der Zunge. Venenstauung und Varizen an der Unterseite der Zunge. Landkartenzunge. Speichel süßlich, metallisch. Knacken der Kiefer beim Kauen. Karies, der Zahnwurzeln, der Zahnhälse. Zähne krümelig, brechen leicht ab. Kälteempfindlichkeit der Zähne. Zahnstein, die Zähne werden gelb. Schweiß auf der Oberlippe.
Halskleine, gestielte Kondylome am Hals. Hals empfindlich gegen Zugluft, hüllt den Hals ein. Zuckungen der Halsmuskeln.
VerdauungstraktBewegung im Bauch wie die Faust eines Fetus, die von innen an die Bauchdecke drückt; Gefühl, etwas Lebendiges im Bauch zu haben. Darmgeräusche, Gluckern, Glucksen.
Verlangen nach Zwiebeln, auch Abneigung und Verschlechterung durch Zwiebeln. Abneigung gegen frisches Fleisch, Kartoffeln. Brot schmeckt bitter. Ranziges Aufstoßen nach fetten Speisen, Aufstoßen beim Essen. Appetitlosigkeit morgens. Empfindlichkeit der Nabelgegend. Braune oder gelbliche Flecken am Abdomen.
Geschlechtsorgane
Thuja hat sich bei der Behandlung schwerer Dsyplasien und Unterleibstumoren bewährt.
  • Kondylome am Penis, um die Vorhaut. Kondylome und Genitalien übelriechend, offensiv, fischig, süßlich, hornartig. Chronische Prostatitis, nach unterdrückter Gonorrhoe, bei Trichomonadeninfektion. Hypertrophie und Verhärtung der Prostata, Prostatakrebs. Schleimiger Ausfluss aus der Harnröhre. Geteilter Urinstrahl.

  • Intensiv riechende Leukorrhoe, weißlich, gelblich, färbt die Wäsche gelblich, lässt sich schwer herauswaschen. Postgonorrhoische Leukorrhoe, grünlich, gelblich, mit fischartigen Geruch. Myome, Polypen im Uterus, blumenkohlartige Kondylome, warzige Erhebungen.

Brust, RückenEingezogene Brustwarzen, einseitig, beidseits, habituell. Gelblich verfärbt Brust, fleckförmige gelbliche Stellen auf der Haut.
Gefühl, als ob der Rücken durchbricht, als wären die Wirbel brüchig. Knacken in den Halswirbeln bei Bewegung des Kopfes.
Starke Behaarung von Brust und Rücken. rezidivierende axilläre Furunkel und Schweißdrüsenabszesse. Asthma bei feuchtkaltem Wetter.
ExtremitätenWahnidee, die Beine wären aus Holz oder aus Glas, könnten leicht zerbrechen. Rheumatische Gelenkschmerzen nach unterdrückter Gonorrhoe. Ganglion am Handgelenk. Warzen an den Händen, an den Fingerknöcheln, nahe der Nägel. Braune Flecken auf den Handrücken. Chloasma am Oberschenkel, am Unterarm.
Nägel deformiert, brüchig, blättern ab, spalten sich, gelblich krümelig. Stechende Schmerzen in den Zehen. Lipome an den Extremitäten, linksseitig.
SchlafVisionen beim Schließen der Augen. Albträume beim Liegen auf der linken Seite. Träume von Verstorbenen, von Krieg, Leichenteilen, Friedhöfen, Unglück, dass die Zähne abbrechen, vom Fallen aus großer Höhe. Aufschrecken im Schlaf, glaubt, er falle irgendwo herunter, sei gestolpert. Schlaflosigkeit.
HautWarzen und Wucherungen, blumenkohlartig, fleischig, erhaben, weich, schwammig, gestielt, hornartig, hart, gespalten, nässend, blutend, berührungsempfindlich. Haut mit öligem Schweiß bedeckt. Schweiß an unbedeckten Stellen. Lipome.
AllgemeinsymptomeFolgen von Tee-, Kaffee-, Nikotinmissbrauch. Genetische Erkrankungen. Zu viele Organe angelegt. Krebsdiathese. Blockademittel nach Impfungen oder Bluttransfusionen. Folgen von Impfungen, Unterdrückung von Warzen, Unterdrückung von Absonderungen, nach unterdrückter Gonorrhoe. Beschwerden bei feuchtem, kaltem Wetter.
MiasmenPsora, Sykosis, Syphilis, Pseuodpsora.
HinweisBei sykotischer Blockade braucht es manchmal eine Zwischengabe Thuja, damit die nachfolgenden Mittel besser wirken können.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Lach., Med., Merc., Nat-m., Nat-s., Nit-ac., Puls., Sabin., Sil., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Asaf., Calc., Ign., Kali-c., Lyc., Merc., Nit-ac., Puls., Sabin., Sil., Sulph., Vac.

  • Antidotiert von: Camph., Cham., Cocc., Coff., Colch., Iod., Merc., Nux-v., Puls., Sabin., Sil., Staph., Sulph., Tee

  • Kollaterale Arzneimittel: Merc., Nit-ac., Sabin.

Tuberculinum (Tub.)

Henning Droege
#Tuberculinum Sputum eines Tbc-Kranken oder tuberkulöses Lungengewebe mit Kaverneninhalt oder humane bzw. bovine Stämme von Mycobacterium tuberculosis (Nosode 2.4.7)
Betroffene OrgansystemeAtmungsorgane, Lunge, Gehirn, Nerven, Gemüt, Haut, Lymphknoten.
Modalitäten
  • Agg.: körperliche oder geistige Anstrengung, Stehen, im geschlossenen Raum, Musik, vor Sturm, Zugluft, Feuchtigkeit, morgens, nach Schlaf.

  • Amel.: im Freien, andauernde Bewegung (Laufen, Fahren, Reiten), Reisen.

Allgemeine DarstellungEs besteht ein wechselhaftes Bild der Beschwerden, die Symptome ändern sich ständig. Tuberkulose in der Anamnese oder in der Familienanamnese. Neigung zu Atemwegserkrankungen und Allergien. Rezidivierende fieberhafte Erkrankungen, v. a. bei Kindern, häufig begleitet von Nachtschweiß. Rezidivierende Otitis und Bronchitis.
Der Tuberkulinum-Patient ist unzufrieden und ruhelos mit einem ausgeprägtem Wunsch nach Veränderung. Boshaftigkeit, Zwanghaftigkeit und Ängstlichkeit. Kinder neigen zu Verhaltensstörungen, Hyperaktivität und Destruktivität.
Geist und GemütUnzufriedenheit, Verlangen nach Abwechslung, immer auf der Suche nach Befriedigung, die er in Veränderung und Ortswechsel zu finden glaubt. Verlangen zu Reisen. Undefinierbare, romantische Sehnsucht, der Patient findet niemals innere Ruhe. Widersprüchliche Eigenschaften, dadurch unberechenbar, empfindlich und sanft, bösartig und zerstörerisch. Manie und Melancholie. Cholerisch, reizbar und launenhaft, schlimmer morgens, mit Schimpfen und Fluchen. Angst vor Tieren, Hunden, Katzen.
Kopf und SchwindelKopfschmerzen, periodisch, wöchentlich, alle zwei Wochen, nach Überarbeitung, nach seelischer Aufregung, nach Überessen, bei Schulkindern, durch geistige Anstrengung. Kopfschmerzen, scharf, neuralgisch, als ob der Kopf in einen zu engen Eisenreifen gezwängt sei. Schlägt den Kopf gegen die Wand oder die Bettkante.
Hydrozephalus, tuberkulöse Meningitis, Epilepsie. Kreisrunder Haarausfall. Kopfläuse.
AugenLange, volle Wimpern, bläuliche Skleren. Gerstenkörner. Strabismus. Astigmatismus.
OhrenOtitis, rezidivierend. Otorrhoe, hartnäckig, schmerzlos, übelriechend. Ekzem hinter den Ohren.
NaseSchnupfen, akut, chronisch, mit Niesen, bei Wetterwechsel, bei feuchtkaltem Wetter. Heuschnupfen. Schmerzhafte Furunkel in der Nase. Mitesser auf der Nase. Schweiß auf der Nase.
GesichtAkne, Mitesser, Furunkel. Lupus erythematodes. Kreisrunder Haarausfall des Bartes. Rote Lippen. Umschriebene, hektische Röte.
Mund und ZähneZähneknirschen, im Schlaf. Mund trocken, dabei durstlos. Zahnungsbeschwerden bei Kindern (verzögert, zu früh, Fehlstellungen, frühzeitige Karies etc.). Landkartenzunge. Roter Mittelstreifen auf der Zunge.
HalsLymphknotenschwellungen. Vergrößerte Rachenmandeln. Chronisch rezidivierende Tonsillitis. Struma.
VerdauungstraktHeißhunger, mit Abmagerung. Verlangen nach kalter Milch, Fleisch, Geräuchertem, fetten Speisen, Zitrusfrüchten. Durchfall, abwechselnd mit Obstipation. morgens um 5 Uhr, treibt aus dem Bett. Chronischer Durchfall bei Kindern, mit üblem Geruch, gewaltsamer Entleerung, begleitet von starkem Schwitzen.
HarnwegeEnuresis, Zystitis, Nephritis, Pyelitis.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Gesteigertes sexuelles Verlangen. Kinder spielen mit den Genitalien, masturbieren.

  • ♀ Gesteigertes sexuelles Verlangen. Menses zu früh, reichlich, lange anhaltend. Dysmenorrhoe, mit depressiver Stimmung, Schmerzen, Krämpfe agg. mit Eintritt der Blutung. Amenorrhoe. Gutartige Brusttumoren. Milchsekretion bei Nicht-Schwangeren.

AtemwegeErstickungsgefühl im warmen Raum, mit Verlangen nach kalter Luft. Husten hart, trocken, abends, nachts im Schlaf, begleitet von Schweiß. Auswurf dick, gelb, gelb-grünlich, leicht abzuhusten. Abmagerung bei lang andauerndem Husten. Rezidivierende oder chronische Bronchitis. Asthma. Pneumonie, linker Lungenunterlappen.
Brust, RückenBrustschmerzen links, zum Rücken ausstrahlend. Herzklopfen, Beklemmung. Lanugobehaarung der Neugeborenen an den Schultern und am Rücken entlang der Wirbelsäule.
ExtremitätenWandernde Schmerzen der Extremitäten, Gelenke. Schmerzen schlimmer in Ruhe, besser durch Umhergehen, fortwährende Bewegung. Akutes Gelenkrheuma. Akute und chronische Arthritis. Coxitis, Coxarthrose. Fußschweiß, Fußpilz.
SchlafStändige Müdigkeit, häufiges Gähnen. Profuser Nachtschweiß, am Kopf, im Gesicht. Schlaflosigkeit nach 3 Uhr.
Kinder schlafen oft unruhig, erwachen schreiend, voller Schreck (Pavor nocturnus). Morgens schlecht gelaunt, reizbar.
Ängstliche Träume, nächtliche Halluzinationen. Zähneknirschen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißIntermittierendes Fieber nach Erkältung, nach Zugluft, nach Überanstrengung, mit Frost, reichlichem Schweiß, abends, nachts. Verlangen nach kalter Luft trotz Frieren und Schwitzen.
Schweiß, bei körperlicher und geistiger Anstrengung, färbt die Bettwäsche gelb. Schwitzen bei Frost. Hitzewallungen mit Schweiß.
HautPapulöse Hautausschläge, akute und chronische Ekzeme. Juckreiz, nachts, nach Baden, besser bei Wärme, nah am Ofen. Erythema nodosum. Akne, schmerzhafte Furunkel, in der Nase, mit grünen, übelriechenden Absonderungen.
AllgemeinsymptomeSchwäche, Erschöpfung, Reaktionsmangel. Nachtschweiß. Abmagerung bei Heißhunger. Häufige Infektionskrankheiten, im Brust- und Kopfbereich. Verschlechterung bei Wetterwechsel, bei kaltem, feuchtem Wetter, in geschlossenen Räumen. Periodizität.
MiasmenPsora, Pseuodpsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Ars., Bell., Bry., Calc., Calc-p., Chin., Hydr., Kali-s., Psor., Puls., Sep., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Bar-c., Calc., Calc-i., Calc-p., Kali-s., Phos., Puls., Sep., Sil., (Syph.), Thuj.

  • Antidotiert von: Calc., Calc-p., Phos., Puls., Sep., Sulph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Agar.

Veratrum album (Verat.)

Henning Droege
#Veratrum albumWeißnieswurzel; Veratrum album; Weißer Germer
Betroffene OrgansystemeNerven, Herz- und Kreislaufsystem, Gemüt, Verdauungsorgane.
CausaSchreck, Verletzungsschock, enttäuschte Liebe, Kränkung, unterdrückte Hautausschläge, Opium, Tabak, Alkohol.
Modalitäten
  • Agg.: durch die geringste Bewegung, nach Trinken (kalte Getränke), feuchtes und kaltes Wetter, nachts (4 Uhr), nach Schreck, Wetterwechsel, vor, während, nach der Menses.

  • Amel.: Umhergehen, Hinlegen.

Allgemeine DarstellungSchwäche und Kollapsneigung mit kaltem Schweiß, auf Stirn und Gesicht. Kältegefühl am ganzen Körper, die Haut ist kalt und bläulich. Alle Absonderungen sind plötzlich und reichlich, kalte Schweiße, Erbrechen, Urin, Diarrhoe, dabei rasch fortschreitende Erschöpfung. Deutliche Gemütssymptome, Geschwätzigkeit, Wahnvorstellungen, Delirien mit Gewalttätigkeit. Viele Beschwerden sind begleitet von Koliken, Krämpfen und konvulsivischen Zuckungen.
Geist und GemütHeftigkeit, Zerstörungswut, Manie (religiös, mit Beten), schamlos, obszön. Zerschneidet oder zerreißt Kleider, schreit, spuckt, schlägt, beißt. Sexuelle Erregung, verliebtes Gebaren, will alle küssen. Manische Zustände bei Ausbleiben der Periode, vor der Periode.
Geschwätzigkeit, abwechselnd mit Schweigsamkeit. Ärgerliche Gereiztheit, fängt beim geringsten Anlass an zu kritisieren, zu schimpfen, zu fluchen. Geschäftige Unruhe, Drang zu arbeiten.
Angst vor drohendem Unheil, vor Tod, ewiger Verdammnis. Schwäche nach seelischer Erregung. Gedächtnisschwäche, Gedächtnisverlust.
Kopf und SchwindelKalter Schweiß auf der Stirn bei allen Beschwerden. Kopfschmerzen, mit Übelkeit, Erbrechen, reichlichem Urin, Diarrhoe. Kältegefühl (wie Eis) auf dem Scheitel.
AugenDunkle Ringe um die Augen. Starre, glanzlose Augen, Augäpfel rollen nach oben. Lähmung der Oberlider.
NaseKalte Nasenspitze. Spitze, schmale Nase.
GesichtKalter Schweiß auf der Stirn, im Gesicht. Gesicht eingefallen, ängstlich, kalt, blass, bläulich. Linke Wange rot.
Mund und ZähneKalter Atem, Kältegefühl im Mund (wie nach Pfefferminze). Mund und Zunge trocken, mit großem Durst auf eiskaltes Wasser, vermehrter Speichelfluss. Zahnschmerzen, Schweregefühl in den Zähnen. Zähneknirschen.
VerdauungstraktGroßer Durst auf kaltes Wasser, das nach dem Trinken sofort wieder erbrochen wird. Verlangen nach kalten Speisen, Eis, Obst, Salz. Heißhunger trotz Übelkeit und Erbrechen. Leeregefühl im Magen, durch Essen nicht gebessert. Erbrechen und Durchfall gleichzeitig, begleitet von Schwäche, Kollaps. Durchfälle, reiswasserartig, schwallartig. Koliken, tonische Krämpfe. Unwillkürlicher Stuhl bei Flatus. Gallenkolik, Gallensteine.
Geschlechtsorgane
♀ Menstruation zu früh, reichlich. Dysmenorrhoe, mit kaltem Schweiß, Erbrechen, Durchfall, Ohnmacht (nach geringer Anstrengung). Hysterische oder manische Zustände vor der Regel. Wochenbettpsychose.
AtemwegeHusten, beim Eintreten in ein warmes Zimmer, durch kalte Getränke, hohl, krampfartig, mit Würgen, mit unwillkürlichem Urinieren, gefolgt von Aufstoßen. Hustenreiz, kitzelnd, bis tief in die Luftwege, Schleim kann nicht abgehustet werden.
Asthma. (Verschleppter) Keuchhusten mit Erschöpfung (kann den Kopf nicht aufrecht halten).
Brust, RückenSichtbares Herzklopfen, mit schwachem, unregelmäßigem Puls. Herzschwäche mit drohendem Kollaps bei Infektionskrankheiten.
Schwäche im Nacken, als ob die Halsmuskeln den Kopf nicht mehr tragen können (bei Keuchhusten). Rückenschmerzen, wie zerschlagen, im Nacken, zwischen den Schulterblättern.
ExtremitätenLähmungsartige Schwäche der Glieder mit Eiseskälte und Blaufärbung. Gliederschmerzen wie zerschlagen, krampfartig, wie elektrische Schläge. Zittern, Zucken, Konvulsionen. Wadenkrämpfe. Gang schwankend, stolpernd, wackelig, taumelnd.
SchlafSchläfrigkeit oder Schlaflosigkeit. Tiefer, komatöser Schlaf mit schweren, angstvollen Träumen.
Frost, Fieber, SchweißKälte am gesamten Körper mit reichlichem, kaltem Schweiß und ohnmachtsartiger Schwäche. Durst auf kalte Getränke, durch innerliches Brennen, bei Frost. Kalte Haut, sogar unter der Bettdecke.
AllgemeinsymptomeMangel an Lebenswärme, Gefühl innerer Kälte. Äußere Kälte und kalte Getränke verschlimmern. Schwäche bei Anstrengung, beim Aufsitzen, besser im Liegen. Symptome wandern von rechts nach links. Brennende Schmerzen in objektiv kalten Körperteilen. Zittern, Konvulsivische Zuckungen, Krämpfe.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Arn., Ars., Carb-v.

  • Bewährte Folgemittel: Acon., Am-c., Arg-n., Arn., Ars., Bell., Bov., Carb-v., Cham., Chin., Cupr., Dros., Dulc., Ip., Meny., Puls., Rhus-t., Samb., Sep., Sil., Staph., Sulph.

  • Antidotiert von: Acon., All-c., Ars., Camph., Chin., Coff., Ip., Merc., Puls., Rhus-t., Staph.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ars., Camph., Cupr., Hydr-ac., Tab.

Zincum metallicum (Zinc.)

Henning Droege
#Zincum metallicumZink; metallisches Zink; Zn
Betroffene OrgansystemeGehirn und Nerven, Blut.
CausaUnterdrückung oder Fehlen von Hautausschlägen oder Ausscheidungen (Mens, Laktation). Folgen von Erschöpfung, Schreck, Kummer, Zorn, Nachtwachen, Operationen, Erfrierungen.
Modalitäten
  • Agg.: geistige oder körperliche Erschöpfung, unterdrückte Menstruation, Wein (selbst kleinste Mengen), Essen, Berührung, Geräusche.

  • Amel.: Ausscheidungen (Menstruationsfluss), Bewegung, im Freien, fester Druck.

Allgemeine DarstellungErschöpfung der Nerven und des Gehirns. Unfähigkeit, Störungen mithilfe von Ausscheidungen oder Hautauschlägen zu regulieren. Schwäche mit Anämie. Unwillkürliche Bewegungen, Zittern, Zucken, Unruhe der Füße und Beine.
Geist und GemütDepressiv, ängstlich, verzagt, mürrisch, reizbar, zornig, Traurigkeit abwechselnd mit Zorn. Beklagt sich über alles, mit nichts zufrieden. Quält jeden mit seinen Beschwerden. Überempfindlich gegen Geräusche, Zusammenfahren bei Geräuschen. Schnell erregt, zittert nach Aufregung.
Gedächtnisschwäche. Wiederholt Fragen oder alles, was gesagt wird.
Abneigung gegen Sprechen. Weinen durch Zorn, Ärger. Schreien bei Schmerzen, im Schlaf. Lethargie, Stupor.
Kopf und SchwindelKopfschmerz, drückend, über der Nasenwurzel, auf dem Scheitel, mit Schwindel, Sehschwäche (sieht wie durch einen Nebel). Hinterkopfschmerzen mit brennenden Schmerzen den Rücken hinunter, begleitet von Schwäche der Beine. Verschlimmerung durch Wein (in kleinsten Mengen), durch Wärme, Überanstrengung, besser durch festen Druck, frische Luft. Kopfschmerz bei Schulkindern, durch geistige Anstrengung.
Kopfrollen, bohrt den Kopf in das Kissen. Chorea, Meningitis, durch nicht herauskommende Hautausschläge, nach Schreck.
AugenJucken und Wundheit der inneren Canthi, der Augenlider. Tränen brennend, schmerzhaft. Ptosis. Pterygium. Strabismus. Rollen der Augen, seitlich.
OhrenJucken, Stechen in den Ohren. Eitrige Otorrhoe.
NaseDruck über der Nasenwurzel, schlechter durch Stocken der Absonderung. Bohren mit dem Finger in der Nase.
GesichtZucken, Tics, Grimassen. Gesicht blass, faltig, alt aussehend. Trockene, rissige Lippen und Mundwinkel.
Mund und ZähneZahnfleischbluten. Blasen, Herpes auf der Zunge, im Mund, durch Baden im Meer. Mundgeschmack bitter, süßlich, salzig, wie Käse, wie Blut. Vermehrter Speichelfluss.
Zähneknirschen. Zahnschmerzen, neuralgisch. Zahnungsbeschwerden, mit Konvulsionen.
HalsKrampf im Hals, in der Speiseröhre. Hochräuspern von zähem Schleim.
VerdauungstraktHeißhunger, gegen 11–12 Uhr, mit Schwächegefühl. Hastiges Essen. Abneigung gegen Süßigkeiten, Fisch, Fleisch, gekochte Speisen. Sodbrennen nach Süßigkeiten, häufiges Aufstoßen. Übelkeit und Erbrechen unmittelbar nach dem Trinken von Flüssigkeiten. Verschlimmerung aller Symptome durch die geringste Menge Wein.
Schneidende, krampfende Bauchschmerzen, Kollern und Rumpeln, mit Blähungen, nach dem Essen. Leber vergrößert, hart, schmerzhaft. Brennen und Jucken im After, Hämorrhoiden, mit Ulzeration. Stühle trocken, schwergehend. Diarrhoe, bei Säuglingen, treibt morgens aus dem Bett. Zerebralsymptome nach Verschwinden des Durchfalls.
HarnwegeUrinieren nur in rückwärts gebeugter Haltung möglich. Hysterischer Harnverhalt. Nephrose bei Zink-Vergiftung. Unwillkürliches Urinieren beim Niesen, Husten, Gehen. Wanderniere.
Geschlechtsorgane
  • ♂ Gesteigerte Libido. Schmerzen, Schwellung der Hoden. Ausfallen der Schamhaare.

  • ♀ Gesteigerte Libido. Menstruation verstärkt, nachts. Ausfallen der Schamhaare. Mit Eintritt der Regel Besserung aller Beschwerden. Alle Symptome der weiblichen Genitalien sind verbunden mit Ruhelosigkeit, Depression, Kälte, Empfindlichkeit des Rückgrats, ruhelosen Füßen.

AtemwegeHusten erschöpfend, spastisch, schlimmer nach dem Essen, nach Süßigkeiten. Kinder greifen beim Husten an die Genitalien. Zusammenschnüren der Brust mit Atemnot, bessert durch Auswurf. Trockener Husten vor und während der Menstruation.
Brust, RückenBrennende, dumpfe Schmerzen entlang der Wirbelsäule, in der Gegend des letzten Brustwirbels und des ersten Lendenwirbels, im Sitzen, Umhergehen amel. Berührung des Rückens ist unerträglich. Müdigkeit im Nacken, beim Schreiben.
ExtremitätenRuhelosigkeit der Extremitäten, kann die Füße und Beine nicht stillhalten. Schwäche, Zittern, Zucken, einzelner Muskeln.
Brennen, Kribbeln, Krämpfe, Einschlafen, Lähmungen. Hitze und Brennen der Fußsohlen. Varizen. Wund machender Schweiß zwischen den Zehen.
SchlafZucken und Rucken aller Glieder im Schlaf, mit unruhigen Träumen. Unruhe in den Beinen, müssen bewegt werden. Aufschrecken aus dem Schlaf, mit Schreien. Kopfrollen, von einer Seite zur anderen. Bohrt den Kopf in das Kissen. Zähneknirschen im Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißFrösteln, Frieren. Hände und Füße sind kalt und schlafen ein. Reichlicher Nachtschweiß, Schweiß an Händen und Füßen, mit saurem Schweißgeruch.
HautHautjucken, am ganzen Körper. Ekzem. Gefühl von krabbelnden Käfern auf der Haut, hindert am Einschlafen.
AllgemeinsymptomeUnterdrückte Hautausschläge und unterdrückte Mens verschlechtern alle Zustände, Herauskommen von Hautausschlägen oder Entritt der Mens bessert. Stimulanzien, v. a. Wein, in noch so geringen Mengen, verschlechtern allgemein. Kleine Wunden bluten stark. Reaktionsmangel.
MiasmenPsora.
Arzneimittelbeziehungen
  • Ergänzungsmittel: Calc-p., Puls., Sep., Sulph.

  • Bewährte Folgemittel: Apis, Hep., Ign., Lach., Mosch., Puls., Sep., Stann., Sulph.

  • Unverträglich mit: Cham., Nux-v., Vinum.

  • Antidotiert von: Camph., Hep., Ign., Lob., Tab., Vinum.

  • Kollaterale Arzneimittel: Ign., Kali-p., Lach., Pic-ac.

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