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B978-3-437-55062-1.00002-8

10.1016/B978-3-437-55062-1.00002-8

978-3-437-55062-1

Bacillinum – Bufo rana

Bacillinum

Tuberculin-Nosode, eingeführt von Burnett. Sie wurde von Heath zubereitet aus tuberkulösem Lungengewebe.
Essenzielle Merkmale
Die Konstitutionstypen, die Bacillinum benötigen, sind meistens Brust, schmal, flach, hohl Aur-m.Brust, flach, schmal oder hohl Bac.flach-, schmal- oder hohlbrüstig gebaut, mit nach vorne hängenden Schultern. Sie wirken unterernährt, wirkt Bac.unterernährt; das Gesicht ist dunkelgelblich oder auch gräulich-braun verfärbt. Bei manchen Fällen kann man eine spezifische Kopfform erkennen: der vordere Teil des Kopfes ist schmal und spitz, der Hinterkopf dagegen ist sehr groß und wirkt eckig, wie ein „Quadratschädel“. Das Gegenteil kann bei CARCINOSINUM-Kindern vorkommen, deren manchmal ebenfalls sehr großer Kopf nach vorne gewölbt sein kann.
Dünn und ausgezehrt, wie die Bacillinum-Patienten sind, fühlen sie sich gewöhnlich recht schwach; wenn sie sich erkälten und Husten bekommen, wird die Erschöpfung sehr groß. Es kann sich um einen ständigen trockenen, „hackenden“ Husten handeln oder auch um Husten mit reichlichem Eitriger Auswurf, bei Husten Bac.eitrigem Auswurf.
Auswurf, eitrig Bac.Sind bei Bacillinum die Lungen auch stärker vereitert als bei STANNUM, so ist doch hier die Erschöpfung nicht ganz so extrem. Neben MURIATICUM ACIDUM ist STANNUM in Bezug auf die allgemeine Erschöpfung allen anderen Mitteln voraus.
Bei der Anamnese eines Bacillinum-Patienten stößt man häufig auf die im Folgenden näher ausgeführten Charakteristika.
Infektanfälligkeit, eitrige Expektoration
Sie Erkältungen, leicht und häufig Bac.erkälten sich sehr leicht und häufig, und gleichgültig welche Medikamente sie einnehmen, nichts kann verhindern, dass sie sich Erholung, langsame Bac.nur langsam erholen und die Erkältung ewig mit sich herumschleppen. Sie bekommen eine Grippe, und danach geht es mit ihrer Gesundheit rapide bergab. Nachts kann ein anhaltender, erschöpfender trockener Husten an ihnen zehren, mit Neigung zu nächtlichen Erstickungsanfällen.
Expektoration, eitrige Bac.Bacillinum hat einen besonderen Ruf bei der Behandlung von Tuberkulose oder auch bei fortgeschrittenen Lungenentzündungen, wenn Bronchialsekrete, übermäßige, schleimig-eitrige Absonderung von Bac.übermäßige schleimig-eitrige Absonderung, von Bronchialsekreten, übermäßig, schleimig-eitrig Bac.Absonderung von Bronchialsekreten besteht, die die Atemwege zu verschließen drohen (ANTIMONIUM TARTARICUM). Es ist besonders dann angezeigt, wenn der Patient während des Hustens unaufhörlich erbrechen muss.
Ringelflechte und Pityriasis versicolor
Ringelflechte Bac.Ringelflechte („ringworm“) in der Vorgeschichte. Wenn ein beliebiger Krankheitszustand von Pityriasis versicolor Bac.Pityriasis versicolor begleitet ist, kann dies ein Hinweis auf Bacillinum sein. Burnetts Ausführungen zufolge sind sowohl Ringelflechte der Kopfhaut als auch Pityriasis versicolor Anzeichen einer tuberkulinischen Diathese und korrespondieren entsprechend mit Bacillinum. Dies ist sicherlich nicht falsch, sollte aber nicht als allgemeine Regel missverstanden werden. Ein routinemäßiger Gebrauch von Bacillinum bei Ringelflechte ist nicht angebracht. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Clarke von einem mit Bacillinum geheilten Fall von Geisteskrankheit mit Pityriasis Bac.Geisteskrankheit mit Pityriasis berichtet. Ich glaube, dass es sich dabei lediglich um einen akuten psychotischen Schub gehandelt hat, nicht um die Heilung einer echten Schizophrenie. Bei den schweren Formen dieser psychischen Krankheit, etwa der katatonen, hebephrenen, paranoiden oder expansiven Schizophrenie, wird ein einziges Mittel niemals zur Heilung ausreichen, und nur allzu oft muss konstatiert werden, dass eine Heilung beim heutigen Stand der Wissenschaft unmöglich ist. In der Homöopathie sollte man sich daher mit Erfolgsmeldungen auf diesem Gebiet zurückhalten, weil diese der Öffentlichkeit leicht einen falschen Eindruck vermitteln – was nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit unserer Wissenschaft beiträgt. Und gerade die Schizophrenie ist eine so vielschichtige Erkrankung, bei der jeder Einzelfall seine eigenen Charakteristika, Schattierungen und Schweregrade aufweist, dass wir nicht leichtfertig behaupten dürfen und sollten, wir hätten eine Geisteskrankheit wirklich geheilt.
Tuberkulose, Lungen- oder bronchiale Affektionen
Wenn in der persönlichen Anamnese des Patienten oder in der Familienanamnese Tuberkulose oder auch nur Lungen- oder bronchiale Affektionen, öftere Bac.öftere Lungen- oder bronchiale oder Lungenaffektionen, öftere Bac.bronchiale Affektionen aufgetreten sind, wird häufig Bacillinum angezeigt sein. Bei einem Fall mit einer derartigen Vorgeschichte sollte man, unabhängig von den Begleitsymptomen, immer an Tuberkulose denken und daher Bacillinum in Betracht ziehen. Allgemein gilt, dass Bacillinum häufiger aufgrund der Vorgeschichte als aufgrund der momentanen Symptomatik verschrieben wird. Bacillinum ist auch angezeigt bei allgemeiner Lymphknoten- und Drüsenschwellungen Bac.Lymphknoten- und Drüsen- und Lymphknotenschwellungen Bac.Drüsenschwellungen.
Burnett hat eine Sechsjährige mit folgenden Symptomen geheilt (ihr Vater litt an chronischer Lungentuberkulose): Fieber, Abmagerung, Schmerzen und Unwohlsein im Bauch, nächtliche Unruhe, beidseitige Vergrößerung und Induration der Leisten- und Halslymphknoten, Aufschreien im Schlaf Bac.Aufschreien im Schlaf,Erdbeerzunge Bac. Erdbeerzunge.
Schlaf, Aufschreien im Bac.Gelegentlich trifft man auf die Auffassung (wie sie etwa Clarke in seinem „Dictionary“ vertritt), Bacillinum sei eher für chronische als für akute Tuberkulosefälle geeignet. Dies trifft nicht zu. Wenn es wirklich angezeigt ist, wirkt es gleichermaßen bei akuten wie bei chronischen Erkrankungen. Das kann z. B. für aktive Lungen, Tuberkulose, exsudative Bac.exsudative Tuberkulose, exsudative Lungentuberkulose Bac.Tuberkulose gelten, bei der vor allem die Lungen betroffen sind. In solchen akuten Zuständen wird Bacillinum öfter benötigt als TUBERCULINUM.
  • Zu den Hauptindikationen gehört: aktive Lungentuberkulose mit Auswurf, reichlich, eitrig Bac.sehr reichlichem eitrigem Auswurf, wenn der Patient Abmagerung, rasche Bac.rasch abmagert, Schwitzen, nachts, stark Bac.Appetitlosigkeit Bac.keinen Appetit hat und nachts stark schwitzt.

  • Das für TUBERCULINUM so charakteristische Zähneknirschen Bac.Zähneknirschen im Schlaf kommt auch bei Bacillinum vor, allerdings weniger ausgeprägt. Besonders typisch für Bacillinum ist hingegen eine große Furcht, vor Hunden Bac.Furcht vor Hunden, die bei TUBERCULINUM zwar auch vorhanden ist, dort aber von der Furcht oder dem Ekel vor Katzen noch übertroffen wird.

  • Bacillinum kann auch in einem prätuberkulösen Zustand angezeigt sein, wenn der Patient ständig an Gewicht verliert, unter Nachtschweiß, Appetitlosigkeit, Drüsenschwellungen, feuchtkalten Händen und kalten Füßen mit Fußschweiß leidet; dieser Zustand kann begleitet sein von dem Gefühl, er habe nasse Strümpfe an, oder von einer unangenehmen Empfindung von feuchter Kleidung über dem Rückgrat.

  • Eine weitere klinische Indikation kann Wirbeltuberkulose sein, mit Ostitis bzw. Karies der Rückenwirbel, wobei es sich für gewöhnlich um Komplikationen einer Lungentuberkulose handelt. Das Rückgrat ist einwärts gekrümmt, Bauch und Magen stehen vor. Diese Symptomatologie erinnert sehr an CALCIUM CARBONICUM.

Weitere Indikationen
  • Schon bei geringfügigen Verletzungen besteht starke Blutungsneigung.

  • Ekzeme, an den Lidrändern Bac.Ekzeme an den Lidrändern,Lidränder, Ekzeme an den L. Bac.die nachts und frühmorgens schlimmer werden, ebenso auch, wenn sie kalter Luft ausgesetzt sind, stellen ein Leitsymptom von Bacillinum dar, das in ähnlicher Form auch bei TUBERCULINUM zu finden ist. Lidränder, chronische Entzündung der Bac.Die Lidränder scheinen chronisch entzündet zu sein. Gerötete Lidränder mit kleinen Follikeln sind nach meiner Erfahrung nicht nur als deutlicher Hinweis sowohl auf TUBERCULINUM als auch auf Bacillinum zu verstehen, sondern scheinen auch für eine starke Tuberkuloseneigung des Betreffenden zu sprechen.

  • Zu den Prüfungssymptomen zählen Kopfschmerzen, starke, tief innen sitzend, erfordern völliges Stillhalten und werden bei Bewegung schlimmer Bac.starke Kopfschmerzen, tief innen sitzend, die völliges Stillhalten erfordern und bei Bewegung schlimmer werden; sie erinnern sehr an BRYONIA.

Geist und Gemüt
Das Anfangsstadium auf der psychischen Ebene sieht so aus: Zunächst sprüht der Betreffende nur so vor Energie und hat einen wahren Wolfshunger, nimmt dabei aber ständig ab. Er weiß gar nicht, wohin mit so viel Energie, sie ist kaum zu zügeln oder zu beherrschen. Häufig verausgabt sich der sexuell sehr aktive Bacillinum-Patient dann in exzessiven sexuellen Praktiken. Er geht viel aus, bis tief in die Nacht, und hat zahlreiche sexuelle Abenteuer, die aber alle nur kurzzeitig sind, denn für ihn bedeuten sie nichts anderes als den Versuch, das Leben voll auszukosten. In seinem Inneren spürt er, dass diese Energie irgendwann nachlassen wird, dass er sie nutzen muss, solange er sie noch hat; er wird förmlich dazu getrieben, sich zu verausgaben. Jeglicher Gleichmut ist ihm abhanden gekommen, der Organismus ist überhaupt nicht mehr in der Lage, der Lebenskraft auf eine normale, ausgeglichene Art und Weise Ausdruck zu verschaffen, die pathologischen Prozesse der Tuberkulose sind nicht mehr fern, und der Betreffende bewegt sich mit Riesenschritten auf einen Zustand totaler Degeneration zu. Er scheint innerlich lichterloh zu brennen, und dieses Feuer scheint die beschriebene unbändige Energie freizusetzen. In diesem Stadium kann das homöopathische Mittel seine größte Wirkung entfalten und den rapide näherkommenden Ausbruch eines tuberkulösen Prozesses verhindern.
Wenn dieses Übermaß an Energie dann „ausgebrannt“ ist, wird der Betreffende reizbar, schnippisch und launisch. Er hat keinen Appetit mehr, fühlt sich ständig schwach und verfällt schließlich in eine melancholische und verdrießliche Stimmung. Seine intellektuellen Fähigkeiten lassen ihn leicht im Stich, er wird geistig schwerfällig, ist nicht mehr in der Lage, viel zu denken.
Große Verzweiflung und schlimme Vorahnungen bezüglich ihrer Krankheit. „Kränkelt und quengelt, jammert und klagt; tastbar verhärtete Lymphknoten am ganzen Körper; heiß, schläfrig; roter Urin, mit ‚sandigem‘ Sediment; erschrickt leicht, besonders vor Hunden“ (geheilter Fall von Burnett). Schließlich kann sich ein Zustand von Imbezillität und Wahnsinn entwickeln.
Bacillinum-Menschen reagieren sehr empfindlich auf eine Vielzahl von äußeren Einflüssen und neigen zu Allergien, besonders im Bereich des Atmungssystems. Über Nacht kann ein Heuschnupfen in Erstickungszustände übergehen, und bald stellt sich die typische mukopurulente Sekretion ein.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Stillstand der Entwicklung bei Kindern.

  • Abmagerung. Marasmus.

  • Tuberkulose in der Familienanamnese Bac.Tuberkulose in der Familienanamnese, Tuberkulose in der Bac.Familienanamnese.

  • Sowohl die Hühnerfleisch, Abneigung gegen und Verschlimmerung durch Bac.Abneigung gegen als auch die Verschlimmerung durch und Abneigung gegen Hühnerfleisch Bac.Verschlimmerung durch Hühnerfleisch sind kennzeichnend für Bacillinum.

  • Schlimmer nachts, vor allem zwischen 2 und 5 Uhr morgens.

  • Tuberkulose mit Husten, mit unaufhörlichem Erbrechen Bac.unaufhörlichem Erbrechen, unaufhörliches E. beim Husten Bac.Erbrechen beim Husten.

  • Verschlimmerung: bei kalter, trockener Witterung, kalter Luft; durch Hühnerfleisch.

Lokalsymptome
KopfStarke Kopfschmerzen, tief innen sitzend, von Zeit zu Zeit wiederkehrend (mehrere Wochen lang), die zum völligen Stillhalten zwingen. Schmerz tief im Kopf, schlimmer beim Schütteln des Kopfes, Kopfschmerzen schlimmer beim Bac.Schütteln des Kopfes. Schrecklicher Kopfschmerz, als läge ein eiserner Reifen eng um den Schädel; Zittern der Hände; fast völlige Schlaflosigkeit; profunde Schwäche; Empfindung feuchter Kleidung auf dem Rücken.
Ringelflechte der Kopfhaut. Alopecia areata.
AugenEkzeme, an den Lidrändern Bac.Ekzeme an den Lidrändern. Chronische Entzündung der Lidränder.Lidränder, chronische Entzündung der Bac. Entzündung, chronische E. der Lidränder Bac.Hornhautgeschwüre bei Kindern. Thrombose der Vena centralis der Netzhaut.
GesichtGelblich-blasses Gesicht. Hektische Wangenröte. Lupus exedens über dem linken Oberkiefer. Ein Prüfer (Clarke) bekam einen schmerzlosen, entzündeten Pickel auf der linken Wange, der wochenlang nicht verschwinden wollte. Nachdem er abgeheilt war, kam er in großen Abständen mehrmals wieder heraus, und eine leichte Einkerbung an der betreffenden Stelle blieb auch danach noch bestehen.
MundErdbeerzunge. Dicker, gelblich-weißer Belag auf der Zunge. Zahnschmerzen, besonders in den unteren (nicht kariösen) Schneidezähnen. Zähne sehr empfindlich gegen kalte Luft. Zähneknirschen im Schlaf Bac.Zähneknirschen im Schlaf. Unvollständig entwickelte Zähne. Dazu ein Fallbeispiel von Burnett (The New Cure for Consumption, Fall 53): „Ein elfjähriges Mädchen, mit Ringelflechte der Kopfhaut; Lymphknoten überall tastbar, Rippen sehr flach; Erdbeerzunge; schlimmer Husten, stärker nachts; trotz ihrer elf Jahre praktisch ohne Zähne, genauer gesagt: rudimentäre Zähne, welche nicht über das Zahnfleisch herausragten. Alle Geschwister ihrer Mutter waren an Tuberkulose gestorben. (Ergebnis einer fünfmonatigen Behandlung mit Bacillinum:) Die Lymphknoten konnten nicht mehr ertastet werden; die Ringelflechte verschwand; die Form der Rippen normalisierte sich; und – mirabile dictu – ihre Zähne waren gewachsen! Heute geht es ihr gut, und sie hat lauter recht passable Zähne im Mund.“ (Hervorhebungen im Original)
HalsKitzel im Rachen, der zum Husten nötigt. Halslymphknoten vergrößert und empfindlich.
Atmung, Brust, HerzAtmung erschwert durch Herzstiche. Scharfer Präkordialschmerz nimmt den Atem. Atemnot, völlig ohne Rasseln in der Brust und ohne Auswurf, so schlimm, dass er manchmal die ganze Nacht aufrecht im Bett sitzen musste.
Hustet die ganze Nacht, nichts kann den Husten lindern. Husten im Schlaf. Lockerer, rasselnder Husten mit spärlichem, dünnem, weißlichem Auswurf, schlimmer im Haus und besser im Freien. Husten schlimmer durch Reden und im Liegen auf dem Rücken. Beschwerlicher „hacking cough“ (kurzer, trockener Husten), der monatelang anhielt.
Harter, trockener Husten, der den Patienten schüttelt; stärker im Schlaf, aber ohne ihn zu wecken. Stechen im Kehlkopf, dann plötzliches Husten. Ein einzelner Hustenstoß morgens beim Aufstehen. Husten weckt ihn nachts; leichtes Abhusten. Erbrechen während des Hustens.
Auswurf eines nicht-zähen, sehr leicht abzuhustenden, dicken Schleims aus den Luftwegen; ein oder zwei Tage später sehr klarer Klang der Stimme.
MagenWenig Appetit. Überhaupt kein Appetit. Heißhunger, besonders auf Eingelegtes. Verlangen nach Senf, Salz und Essig. Abneigung gegen und Verschlimmerung durch Hühnerfleisch.
Dyspepsie mit Blähungen und kneifenden Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen in der Mamillarlinie.
AbdomenDarmtuberkulose. Tuberkulöse Ulzeration der Eingeweide. Mesenteriallymphknotentuberkulose; Sprechen im Schlaf; Zähneknirschen; kaum Appetit; blaue Hände; Drüsen überall verhärtet und tastbar; Trommelbauch; Vortreten der Milzgegend.
Sichtbare Vergrößerung und Verhärtung der Leistenlymphknoten; übermäßiges Schwitzen; chronische Diarrhö.
Rektum und StuhlVor dem Frühstück Aufruhr im Magen und sehr eiliger Stuhldrang; äußerst übelriechender Durchfall, dunkelgrün und mit Schleim durchmischt. Schwere Darmblutungen, mit Husten und Abmagerung. Hartnäckige Verstopfung. Abgang vieler übelriechender Blähungen. Hämorrhoiden.
HarnorganeVermehrte Harnsekretion, faulig riechend, von blasser Farbe, mit weißem Bodensatz. Muß nachts mehrmals aufstehen und Harn lassen. Beim Husten läuft es jedesmal gußartig aus der Blase (vgl. Fall 1).
Weibliche GenitalienSehr reichlicher und ätzender Fluor; keine Milch, um ihr Baby zu stillen. Abortneigung.
RückenUnangenehmes Gefühl feuchtkalter Kleidung über dem Rückgrat. Sehr scharfer Schmerz im linken Schulterblatt, schlimmer nachts beim Liegen im Bett, besser durch Wärme.
ExtremitätenZittern der Hände. Schmerz im linken Knie beim Gehen; verging wieder, nachdem der Prüfer (Clarke) eine kurze Strecke weitergegangen war. Tuberkulöse Kniegelenksentzündung (Synovitis). Abszesse, an den Gelenken Bac.Abszesse an den Gelenken.
SchlafTagsüber schläfrig; nachts unruhig; viele Träume. Gestörter, unruhiger Schlaf, bis hin zur Schlaflosigkeit. Schlaf sehr schwer und tief (bei einem Fall von Lähmung der Extremitäten beobachtet; vgl. Fall 2).
HautHerpes circinatus, Ringelflechte Bac.Ringelflechte.
FieberEin unfreiwilliger Prüfer (Boocock) empfand, kurz nachdem er sich die Finger abgeleckt hatte, die er beim Verschütteln mit Bacillinum in Berührung gebracht hatte, eine Hitzewallung, leichtes Schwitzen und starke Kopfschmerzen, tief innen sitzend.
Zwei aufschlussreiche Bacillinum-Fälle
(aus Burnett, New Cure for Consumption) „Mrs. T. A., etwa 37 Jahre alt, war eigentlich ein hoffnungsloser Fall, oder sie selbst hatte es aufgegeben, Ärzte zu konsultieren, weil sie sich nichts mehr davon versprach. Ihre Geschichte: Sie hatte zweimal Anfälle von dem, was die Ärzte „die Grippe“ nannten, und seitdem ging es ihr nie wieder richtig gut. Sie verlor ihre Stimme, litt unter anhaltendem, heftigem, quälendem Husten, der durch nichts zu lindern war, gleichgültig welche Medikamente sie einnahm. Sie verlor ständig an Gewicht; litt unter Nachtschweiß; hatte keinen Appetit; kalte Füße; schweißige, klamme Hände und Füße, die manchmal brannten. Bläulich-purpurfarbenes Gesicht; Aphonie. Wegen ihrer Halsbeschwerden war sie von zwei Spezialisten behandelt worden, doch diese teilten ihr schließlich mit, dass ihre Stimmbander gelähmt seien und dass sie nie wieder laut sprechen können werde. Der Husten und diese Form von Aphonie sind immer davon begleitet, dass es gußartig aus der Blase läuft. Daher begann ich die Behandlung zunächst nach der Beschreibung ihres Ehemanns und gab Causticum in der dritten Potenz. Nach einer Woche ging es ihr in Bezug auf Husten, Stimme und Urin viel besser. Deshalb setzte ich die Behandlung mit dem gleichen Mittel fort, nun aber in der 30. Dilution – mit weiterer Besserung. Nachdem eine weitere Woche vergangen war, konnte sie selbst zu mir kommen und war voll guten Mutes. Sie bekam dann Bacillinum 30, zehn Globuli, und für die Nacht Placebos in Pulverform. Eine Woche später sollte sie sich wieder vorstellen.
Danach ging es ihr sehr viel besser. Sie erzählte: „Ich konnte jetzt meine Hausarbeit verrichten, und dabei hatte ich gedacht, ich würde das niemals wieder tun.“ Ich sah sie den ganzen Juli über einmal pro Woche, und sie machte weitere Fortschritte. Im August fuhr sie in die Berge; die Abmagerung war zum Stillstand gekommen – sie hatte, bevor sie zum ersten Mal zu mir gekommen war, innerhalb von drei Monaten 29 Pfund verloren. Nun sagte sie: „Ich glaube, ich nehme langsam wieder zu“, und so war es auch. Während des Monats in den Bergen legte sie jede Woche zwei Pfund zu, und bis heute hat sie kontinuierlich an Gewicht und Kraft gewonnen. Sie ist jetzt eine glückliche Frau und wird im Februar ein Kind bekommen. Manchmal muss sie zwar morgens noch husten, und ihre Stimme ist ein bisschen heiser, aber sie isst und schläft gut und kann gut arbeiten. Alle zwei Wochen sucht sie mich auf.
Heilen, der Patientin die Kraft wiedergeben und das ungeborene Kind unterstützen – wenn eine Arznei das erreicht, muss man das sicherlich als einen Triumph des Mittels bezeichnen.“ (Robert Boocock [1893], nach Burnett, S. 261 ff.)
„Hier ein weiterer Fall von Lahmheit, bei dem Bacillinum einmal mehr seine Kraft gezeigt hat, Hindernisse für Wachstum und Harmonie im ganzen Körper zu besiegen und zu zerstören.
Am 9. Juli dieses Jahres wurde ich zu einem etwa 18jährigen jungen Mann gerufen … Als ich kam, saß er in einem Lehnstuhl. Die oberen Gliedmaßen waren lahm, besonders der linke Arm; die Beine waren unter dem Stuhl verkreuzt. Er konnte sich absolut nicht bewegen, weder vorwärts noch rückwärts; hatte kaum Gefühl in den Beinen; musste morgens vom Bett in seinen Stuhl im Wohnzimmer und abends wieder zurück ins Bett getragen werden. In diesem Zustand hatte er die letzten eineinhalb Jahre verbracht. Sein Schlaf war sehr schwer und tief; der Appetit bis zum Heißhunger gesteigert, besonders auf Eingelegtes. In bezug auf seine geistigen Fähigkeiten war er unbeständig und schwerfällig; unfähig, viel zu denken. Als ich sein Bein untersuchte, entdeckte ich mehrere harte Knoten um beide Knie und Knöchel herum, ebenso an den Handgelenken, etwa so groß wie kleine Nüsse und berührungsempfindlich. Nach sorgfältigem Studium des Falles kam ich zu dem Schluss, dass es sich bei den Knoten um Tuberkelkolonien handelte, die die Beweglichkeit der Gelenke einschränkten oder verhinderten und das Gefühl in den Gliedern absterben ließen.
Und so war die Anamnese des Patienten:
Er hatte jahrelang in einer Fabrik gearbeitet, wo er Wasser und Feuchtigkeit ausgesetzt war, weil seine Werkstatt unter der Fabrik lag. Durch die ständige Feuchtigkeit wurden seine Gelenke ganz langsam etwas steif, besonders die Kniegelenke. Schließlich musste er zu Hause bleiben und wurde dort von verschiedenen Ärzten erfolglos behandelt, bis er vollkommen hilflos und lahm wurde. In diesem Zustand sah ich ihn zum ersten Mal, am 9. Juli 1892. Ich verschrieb Bacillinum 200, alle acht Tage 25 Globuli. Ende Juli erfuhr ich, dass es ihm allgemein etwas besser ging. Die Behandlung mit Bacillinum wurde fortgesetzt, und als ich ihn am 27. August wieder sah, konnte er seine Arme ein bisschen gebrauchen und die Beine bewegen. Er bekam noch einmal Bacillinum, in der 30. Potenz, und am 30. September wurde mir von einer erheblichen Besserung berichtet. Am 22. Oktober kam ich wieder zu ihm, und nun waren seine Arme voll beweglich, er konnte die Beine vorwärts und rückwärts bewegen und sogar auf ihnen stehen; und zweifellos wird er in zwei oder drei Monaten völlig wiederhergestellt sein.
Auch eine Vergrößerung der Lymphknoten am Hals und unter den Ohren hatte bei diesem Patienten bestanden. Dies besserte sich ebenfalls unter Bacillinum, einige der Schwellungen öffneten sich, sonderten einen dickflüssigen Eiter ab und verheilten dann.“
(John Young, nach Burnett, S. 243 ff.)

Badiaga

Essenzielle Merkmale
Ich habe mit Badiaga vor allem gute Erfahrungen bei rheumatischen und arthritischen Erkrankungen gemacht; hier ist es ein sehr wichtiges Mittel, das durch kein anderes zu ersetzen ist. In seiner Symptomatologie ähnelt es RHUS TOXICODENDRON, ARNICA, EUPATORIUM PERFOLIATUM, BELLIS PERENNIS oder RHODODENDRON, und wenn eines dieser Mittel angezeigt scheint, aber keine Heilreaktion hervorruft, sollte an Badiaga gedacht werden. Folgende Zustände können Indikationen für diese Arznei sein:
Rheumatische oder arthritische Zustände
rheumatische oder arthritische Zustände, von einer Verletzung, mit Wundschmerz in den Muskeln Bad.Chronische rheumatische oder arthritische Zustände, die entweder von einem chronischen Leiden oder von einer Verletzung, rheumatische oder arthritische Zustände durch eine Bad.Verletzung herrühren, wenn die Muskeln sehr wundschmerzhaft Bad.Muskeln sehr wundschmerzhaft sind und wenn die Gelenke, vor allem die Knie in Mitleidenschaft gezogen sind. Insbesondere starke Knieschmerzen beim Treppabgehen, nicht beim Treppensteigen Bad.Knieschmerzen beim Treppabgehen weisen auf Badiaga als erstes Mittel hin. Dies lässt sich noch präzisieren: Das wichtigste, nach meiner Erfahrung beinahe untrügliche Leitsymptom des Mittels ist „Schmerzen im Knie nicht beim Treppensteigen, sondern nur beim Treppabgehen“.
Hyperthyreose, bei der die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen sind (arthritische Symptome).
Für gewöhnlich Kälte verschlimmert Bad.verschlimmern Kälte, besonders kalte Luft, stürmisches Wetter, Verschlimmerung durch Bad.stürmisches Wetter und Bewegung verschlimmert Bad.Bewegung; warmes Zimmer, besser in Bad.besser im warmen Zimmer und Wärme, allgemeine Besserung durch Bad.allgemein durch Wärme.
Die Verschlimmerung durch Bewegung ist das einzige Symptom, das Badiaga von RHUS TOXICODENDRON (besser durch Bewegung) unterscheidet. Diese beiden Mittel ähneln sich sehr hinsichtlich ihrer rheumatischen und arthritischen Zustände.
Starke Berührungsempfindlichkeit
Chronische Fälle, bei denen die tieferen Hautschichten empfindlich, wundschmerzhaft bei Berührung, tiefere Hautschichten Bad.empfindlich, bei Kleiderdruck Bad.empfindlich und wundschmerzhaft auf Berührung, tiefere Hautschichten reagieren empfindlich und wundschmerzhaft bei Bad.Berührung reagieren, selbst auf Kleiderdruck. Das Wundheitsgefühl, als wäre der Körper ganz zerschlagen Bad.Wundheitsgefühl, als wäre der Körper ganz zerschlagen, und die starke Berührungsempfindlichkeit ähneln sehr ARNICA, ebenso wie die Neigung zum Blutaustritt ins Gewebe. Diese Symptomatologie macht Badiaga zu einem nützlichen Mittel bei Traumata und Verletzungen, wenn die Haut blau verfärbt ist und tief in den Muskeln und Gelenken Wundheitsschmerz empfunden wird. In solchen Fällen kann Badiaga im Anschluss an ARNICA oder RHUS TOXICODENDRON gegeben werden, wenn diese Mittel nicht ausreichend gewirkt haben.
Grippe mit extremem Wundheitsgefühl
Grippe oder Erkältung, mit Wundheitsgefühl in den Muskeln und der Haut, mit schwallartiger Absonderung aus dem linken Nasenloch Bad.Grippe oder Erkältung mit extremem Wundheitsgefühl in Muskeln und Haut, bei Grippe oder Erkältung Bad.Wundheitsgefühl in den Muskeln und der Haut (EUPATORIUM PERFOLIATUM, ARNICA, RHUS TOXICODENDRON), Nase, schwallartige Absonderung aus dem linken Nasenloch Bad.verbunden mit schwallartiger Absonderung, schwallartig, aus dem linken Nasenloch Bad.Absonderung aus dem linken Nasenloch. Hier kommt es auf die Kombination der Symptome an; diese gibt den entscheidenden Hinweis auf Badiaga.
Wenn beim Husten Husten, mit zähflüssigem Schleim der aus dem Nund fliegt Bad.zähflüssiger Schleim aus den Bronchien so kräftig ausgeworfen wird, dass er förmlich aus dem Mund fliegt (STANNUM), und wenn gleichzeitig das beschriebene Wundheitsgefühl in Muskeln und Haut vorhanden ist, dann ergibt das ebenfalls einen Badiaga-Fall. Entscheidend sind hier die Leichtigkeit, mit der der Schleim gelöst werden kann, und die Kraft, mit der er beim Schnäuzen oder beim Husten herausgeschleudert wird; die Verbindung dieser Charakteristika muss als Keynote des Mittels gewertet werden.
Sinusitis, linksseitig, mit Wundheitsschmerz des Jochbeins, starker Sekretion aus dem linken Nasenloch Bad.Linksseitige Sinusitis mit Wundheitsschmerz des Jochbein, Wundheitsschmerz des J. mit linksseitiger Sinusitis Bad.Jochbeins schon bei bloßer Berührung sowie mit starker Sekretion aus dem linken Nasenloch.
Geist und Gemüt
Badiaga-Patienten sind lebhafte, erregbare, sehr emotionale Menschen; Gefühlsregungen können leicht innerliches Zittern und Herzklopfen auslösen. Es scheint ein Zustand erhöhter Erregung des Nervensystems und des Kreislaufs zu bestehen. Die Betreffenden verfügen über ein gutes Erinnerungsvermögen und einen klaren Verstand; sie verlangen nach geistiger Betätigung. Doch diese geistige Aktivität macht sie auch unruhig, besonders gegen Abend. In dieser Hinsicht ist Badiaga coffea cruda ziemlich ähnlich; beide können zu große Freude nicht ertragen und entwickeln dann Symptome, vor allem die oben erwähnten: lästiges Herzklopfen und Zittern. Diese Symptomatik ähnelt derjenigen einer Überfunktion der Schilddrüse, die ebenfalls einen Überschwang an Emotionen und entsprechende Nerven- und Kreislaufsymptome hervorruft – und tatsächlich hat Badiaga einen guten Ruf bei der Heilung der Basedowschen Krankheit. Es gilt auch als nützlich bei der Behandlung von Syphilis, wo es ein Komplementärmittel zu MERCURIUS sein kann.
Weitere Geistes- und Gemütssymptome: Weinerliche Stimmung, besonders bei Husten; Verzweiflung.
Fehler in der Zeit: verwechselt die Tage.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Badiaga ist als antisyphilitisches Mittel bekannt und kann die Wirkung von MERCURIUS ergänzen.

  • Syphilis bei Kindern.

  • Syphilis mit Bubo und Roseola.

  • Nachwirkungen von Verletzungen (z. B. durch Stoß, Schlag oder Sturz), mit Blutaustritt.

  • Wundheitsgefühl in Muskeln und Haut, wie zerschlagen.

  • Empfindlichkeit der Muskeln, der tieferliegenden Hautschichten; allgemeines Wundheitsgefühl der Deckhäute und Muskeln.

  • Fettleibigkeit bei Kindern infolge einer Schilddrüsenfehlfunktion. Geschwollene Lymphknoten. Basedowsche Krankheit.

  • Badiaga reagiert Kälte, reagiert empfindlich auf, Verschlimmerung durch Bad.empfindlich auf Kälte, besonders auf kalte Luft, schlimmer durch Bad.kalte Luft; Verschlimmerung dadurch.

  • Schlimmer bei stürmischem Wetter und besser im warmen Zimmer.

  • Nachmittägliche Verschlimmerung. Schlimmer durch Druck und Berührung, es besteht allgemeines Wundheitsgefühl – empfindlich schon gegen Kleiderdruck.

  • Im Liegen werden die Schmerzen besser und das Herzklopfen schlimmer.

  • Brustkrebs.

  • Schmerzen, lanzinierende Bad.Lanzinierende Schmerzen im Magen; in der Leber; unter den Schulterblättern; in der Harnröhre; in der Brust.

  • Zitterndes, Herzklopfen, vibrierend, schlimmer im Liegen auf der rechten Seite Bad.vibrierendes Herzklopfen, schlimmer im Liegen auf der rechte Seite, vibrierendes Herzklopfen schlimmer im Liegen auf der Bad.rechten Seite. Herzklopfen nach freudigen Emotionen.

Lokalsymptome
KopfKopfschmerz von 14 Uhr bis 7 Uhr morgens (oder auch von 13 bis 19 Uhr), mit leichtem, anhaltendem Schmerz im hinteren Teil beider Augäpfel und in den Schläfen; schlimmer beim Bewegen der Augen.
Stirnkopfschmerz, besonders stark in den Schläfen, der in den hinteren Bereich der Augäpfel ausstrahlt; schlimmer durch Bewegen der Augen und nachmittags. Schmerzen in den Augäpfeln, zu den Schläfen ziehend; im linken Auge und der linken Schläfe, zur linken Seite von Stirn und Kopf ausstrahlend; intermittierende Neuralgie im rechten Auge, zur Stirn und dann zur Schläfe ziehend.
Starker Kopfschmerz am Scheitel, nach dem Frühstück sehr heftig wiederkehrend Bad.Kopfschmerz am Scheitel, Kopfschmerz am S., nach dem Frühstück sehr heftig wiederkehrend Bad.Scheitel, besser nachts nach Schlaf und morgens; kehrt nach dem Frühstück sehr heftig wieder. Kopfschmerz, mit entzündeten Augen Bad.Kopfschmerz mit entzündeten Augen, entzündete A. bei Kopfschmerz Bad.Augen.
Hitze, Schmerzen und Blutandrang in der Stirn, nachmittags; besonders schlimm um 19 Uhr.
Gefühl, als wäre der Kopf größer geworden Bad.Gefühl, als wäre der Kopf, Gefühl als wäre der K. größer geworden Bad.Kopf größer geworden, mit Vollheitsgefühl darin.
Schuppenbildung, übermäßige Bad.Übermäßige Schuppenbildung; Kopfhaut berührungsempfindlich; flechtenartiger Ausschlag auf der Stirn. Trockenes Haar.
AugenBlaue oder blaurote Lidränder und blaue Ringe unter den Augen.
Reizung und leichte Entzündung des rechten Auges, mit Kopfschmerzen am Nachmittag (der allgemeinen Verschlimmerungszeit von Badiaga).
Skrofulöse Ophthalmie mit Verhärtung der Meibom-Drüsen; Entzündung Hitze, schlimmer durch, Augenentzündung Bad.schlimmer durch Hitze.
Augenentzündung, rechts, dann links Bad.Entzündung des rechten Auges, dann des linken.
Starker, anfallsweise auftretender Schmerz im hinteren Teil des rechten Auges, nachmittags; am nächsten Tag dasselbe auf der linken Seite. Augäpfel, Schmerzen, zu den Schläfen ziehend Bad.Schmerzen in den Augäpfeln, zu den Schläfen ziehend (oder umgekehrt: Kopfschmerzen strahlen in die Augen aus). Kopfweh mit Schmerz hinten in den Augen, schlimmer durch Drehen der Augen.
Der linke Augapfel ist empfindlich, wie wund, selbst wenn das Auge fest geschlossen wird.
Exophthalmus.
Zucken des linken oberen Augenlids (unfreiwilliges Prüfungssymptom beim Verreiben des Mittels).
OhrenOhrenschmerzen, beim Treppabgehen Bad.Ohrenschmerzen beim Treppabgehen, Ohrenschmerzen beim Bad.Treppabgehen. Hört schwaches Knallen in den Ohren, wie von entfernten Geschützen; nachmittags und abends.
NaseHeuschnupfen mit asthmatischer Atmung. Schnupfen, links stärker Bad.Schnupfen, links stärker. Aus dem linken Nasenloch Schleim, schwallartiger Strom, aus dem linken Nasenloch, nachmittags schlimmer Bad.schwallartiges Ausströmen von Schleim. Verschlimmerung der Sekretion am Nachmittag. Niesen und Fließschnupfen Bad.Fließschnupfen, gelegentlich auch verstopfte Nase.
Jucken des linken Nasenflügels (unfreiwilliges Prüfungssymptom beim Verreiben des Mittels).
GesichtGerötetes Gesicht. Gesicht blass, hat die Farbe von Asche oder Blei. Wange, linke und linkes Jochbein, empfindlich und wundschmerzhaft bei Berührung Bad.Die linke Wange und das linke Jochbein, links und linke Wange, berührungsempfindlich und wundschmerzhaft Bad.Jochbein reagieren empfindlich und wundschmerzhaft auf Berührung. Steifes Kiefergelenk. Ein Patient von Mitte zwanzig hatte linksseitige Lymphknotenschwellungen an Gesicht, Hals und Nacken, die meisten beinahe von Hühnereigröße, einige davon verhärtet, einige eiternd; sie hatten ihn seit seiner frühen Jugend entstellt; durch Badiaga konnten sie deutlich verkleinert und gebessert werden.
MundBeim Husten fliegen Speichel und Schleim aus dem Mund. Schlechter Geschmack im Mund, abends. Mund, Atem heiß Bad.Mund und Atem, Mund heiß Bad.Atem heiß, fiebrig, mit Durst auf große Mengen Wasser auf einmal, nachmittags. Mund und Zunge fühlen sich wie verbrüht an.
HalsHalsbeschwerden, katarrhalisch Bad.Katarrhalische Halsbeschwerden. Beim Räuspern bringt er Massen harten, leimartigen, klebrigen, blutigen Schleim, leimartig, klebrig, in Massen, Hals Bad.Schleims aus dem entzündeten und schmerzenden Hals herauf. Halsweh, schlimmer beim Schlucken fester Speisen Bad.Halsweh schlimmer beim Schlucken fester Speisen, Halsweh schlimmer beim Bad.Schlucken fester Speisen. Beim Husten fliegt Schleim aus dem Mund. Kropf, Basedowsche Krankheit.
Pulsieren der Halsschlagadern Bad.Pulsieren der Halsschlagadern, Pulsieren der Bad.Halsschlagadern durch Aufregung. Sehr steifer Hals, schlimmer beim Beugen des Kopfes. Wundheitsschmerz und Lahmheit mit Stichen im Genick, schlimmer durch Vor- und Zurückbeugen des Kopfes Bad.Lahmheit mit Stichen im Genick, Lahmheit mit Stichen im G., schlimmer durch Vor- und Zurückbeugen des Kopfes Bad.Genick; schlimmer durch Vor- und Zurückbeugen des Kopfes.
Atmung, Brust, HerzDeutliche Beeinträchtigung der Atmung beim Liegen auf der rechten Seite. Liegt er im Bett auf der rechten Seite, so bekommt er gerade zu dem Zeitpunkt, wo er einschläft und das Wachbewusstsein aufhört, schwere, beklemmende Erstickungsanfälle durch Atmung, Aussetzen der, im Liegen auf der rechten Seite Bad.Aussetzen der Atmung; er muss sich sofort umdrehen, um das Ersticken zu verhindern. (Aussetzen der Atmung beim Einschlafen ist auch bei GRINDELIA und LACHESIS beobachtet worden.) Atem heiß und fiebrig.
Husten morgens locker, enger Husten nachmittags, Husten, besser im warmen Zimmer Bad.besser im warmes Zimmer, Husten besser im Bad.warmen Zimmer. Husten führt zum Niesen, mit reichlichem Schnupfen. Husten durch Süßigkeiten, Bonbons etc. Hustenanfälle mit Einschnürungsgefühl im Hals, das Gesicht färbt sich dunkel. Gelegentlich schlimme Anfälle von krampfartigem Husten, bei dem zähflüssiger Schleim aus den Bronchien ausgeworfen wird, manchmal mit großer Kraft, sodass er regelrecht aus dem Mund fliegt; besonders stark nachmittags und abends; ausgelöst durch einen Kitzel im Kehlkopf, so als löste sich dort ein Stück Zucker auf; besser im warmen Zimmer.
Schmerz im oberen Teil der rechten Brust. Scharfe, lanzinierende Schmerzen in der Brust, schlimmer bei Bewegung und tiefem Einatmen, mit Wundheitsgefühl des ganzen Körpers, besonders der Brust; schlimmer nachmittags und abends. Kräftiges Seitenstechen, besonders rechts, Bewegung, geringste, verschlimmert Seitenstechen Bad.schlimmer durch die geringste Bewegung. Gefühl, als ob die Lungen nach unten sinken würden Bad.Gefühl, als ob die Lungen, Gefühl als ob die L. nach unten sinken würden Bad.Lungen nach unten sinken würden.
Zitterndes, vibrierendes Herzklopfen bei der geringsten Gemütsregung. Im Liegen auf der rechten Seite hört und spürt er das Herz von der Brust bis zum Hals schlagen. Um Mitternacht, im Bett, einige Minuten lang vibrierendes Herzklopfen.
MagenAppetit vermindert. Appetit gut, Zunge wie verbrüht. Durst, auf große Mengen Wasser Bad.Durst auf große Mengen Wasser, Durst auf große Mengen Bad.Wasser. Druck in der Magengrube, Übelkeit und Kollern. Um 8 Uhr morgens starker lanzinierender Schmerz in der Magengrube, der zu den Rückenwirbeln, zum Schulterblatt, rechts, lanzinierender Schmerz zieht von der Magengrube zum Bad. Bad.rechten Schulterblatt und manchmal zur rechten Seite zieht, wo er zu pleuritischem (und damit atmungsabhängigem) Schmerz wird; schlimmer durch tiefes Einatmen und Verdrehungen des Körpers. Verlangen nach Salzigem und Essig.
AbdomenLanzinierender Schmerz mit einer hüpfenden, schnellenden Bewegung in der Lebergegend, mit Angst. Leistenlymphknoten verhärtet; geschwollen. Syphilitischer Bubo.
Rektum und StuhlDarmkatarrh. Verstopfung. Hämorrhoiden.
HarnorganeScharfer Schmerz in der rechten Niere. Urin stark gefärbt, rötlich.
Heftiger, scharfer, lanzinierender Schmerz in der Harnröhrenmündung und deren Umgebung.
Männliche GenitalienDurch kauterisierende oder quecksilberhaltige Salbe unterdrückter Schanker, von dem erhabene, verfärbte Narben zurückbleiben.
Syphilitischer Bubo in der linken Leiste, steinhart, uneben, wie Szirrhus, nachts heftiges Stechen darin, wie von rotglühenden Nadeln. Badiaga hat einen syphilitischen Bubo der linken Leiste geheilt, nachdem SULFUR, CARBO ANIMALIS, CLEMATIS, SILICEA, JODIUM und ARSENICUM versagt hatten. Bubonen unterschiedlicher Genese. Syphilis bei Kindern, mit ganzen Knäueln von harten Lymphknotenschwellungen.
Weibliche GenitalienBrustkrebs.
RückenStarkes Lanzinieren, Stechen unter dem rechten Schulterblatt Bad.Lanzinieren und Stechen unter dem rechten Schulterblatt, rechts, Lanzineren und Stechen unter dem Bad.Schulterblatt, sehr viel schlimmer, wenn er die Schultern zurückwirft und die Brust herausdrückt oder wenn er den Körper auf irgendeine Weise verdreht.
Starker Schmerz in der Spitze des rechten Schulterblatts oder in deren Umgebung. Schmerzen in den Rückenwirbeln und im rechten Schulterblatt, die von der Magengrube herkommen. Schmerzen im Kreuz, in den Hüften und den Beinen.
ExtremitätenSchmerz vorne im oberen Teil der rechten Schulter, später in der linken Schulter und im linken Arm. Handflächen heiß und trocken. Hüftschmerzen. Knieschmerzen, schlimmer beim Treppabgehen Bad.Schmerzen in den Knien, schlimmer beim Treppabgehen. Intermittierender Schmerz in den Muskeln im hinteren unteren Drittel des Unterschenkels, mit einem Gefühl wie wund, Gefühl wie schwerfällig, zusammengezogen und zerschlagen, Unterschenkel Bad.schwerfällig, zusammengezogen und zerschlagen in den vorderen Muskeln dieses Bereichs, schlimmer beim Beugen des Fußes und beim Treppensteigen. Dabei neigen die Zehen dazu, herabzuhängen, als ob der Fuß eingeschlafen wäre, sodass er den betroffenen (rechten) Fuß beim Gehen höher heben muss. Im Sitzen oder Liegen werden die Beine taub und fühlen sich bald wund an, sodass er die Stellung wechseln muss.
Badiaga hat eine harte zellige Geschwulst beider Unterschenkel verringert. Scharfes Stechen in der rechten Ferse, schlimmer durch geringsten Druck. Zehen, krümmen sich beim Gehen, als seien die Streckmuskeln gelähmt Bad.Die Zehen krümmen sich beim Gehen, als seien die Streckmuskeln gelähmt. Frostbeulen.
SchlafNachts unruhig; Wundheitsgefühl im Körper, in Muskeln, muss häufig die Lage wechseln Bad.muss häufig die Lage wechseln, weil die Muskeln und der ganze Körper fühlen sich wund an, muss häufig die Lage wechseln Bad.Muskeln und der ganze Körper sich wund anfühlen. Stocken der Atmung beim Einschlafen, wenn er auf der rechten Seite liegt; muss sofort die Lage wechseln. Nachdem er geschlafen hat, sind die Kopfsymptome besser.
Erwachte mit angstvollen Träumen und starken krampfartigen Schmerzen in den Mittelfußknochen beider Füße; 3 bis 4 Uhr morgens.
FieberHitze in der Stirn. Fieber und Durst. Fiebriger, heißer Atem und Mund, nachmittags. Trockene, heiße Handflächen. Unterdrückter Fußschweiß.
HautHaut, empfindlich gegenüber Berührung, Wundheitsgefühl Bad.Haut empfindlich gegenüber Berührung, Wundheitsgefühl. Erhabene und (blau) verfärbte Narben. Vereinzelte Rhagaden. Braune und blaue Flecken nach Prellungen.

Baptisia tinctoria

Essenzielle Merkmale
Baptisia ist bei uns vor allem als Typhus-Mittel bekannt geworden; seine diesbezügliche Wirksamkeit ist allerdings in der Vergangenheit angezweifelt worden. Einige Homöopathen, darunter Kent, hielten sehr viel davon, es gab aber auch Stimmen, die schlichtweg behaupteten, Baptisia sei beim eigentlichen Typhus völlig nutzlos. In seinen Lectures on Materia medica vertritt Kent die Ansicht, Baptisia sei ein „akutes Mittel“ und ausschließlich für akute Zustände geeignet. Diese Auffassung kann ich nicht teilen; vielmehr habe ich mit Baptisia, wenn es angezeigt war, sowohl bei akuten als auch bei chronischen Zuständen gute Erfahrungen gemacht.
Leider ist in der Literatur zu dieser Arznei eine derartige Dominanz der Typhus-Indikation festzustellen, dass der Eindruck entstehen kann, Baptisia sei nur bei typhusartigen Zuständen in Betracht zu ziehen. Deshalb zähle ich im folgenden zunächst eine Reihe von Krankheiten bzw. pathologischen Zuständen auf, bei denen das Mittel ebenfalls angezeigt sein kann: Influenza, Bronchitis, Pneumonie, Enzephalitis, Cholezystitis, Lebensmittelvergiftung, Enteritis, tuberkulöse Enteritis, Enterocolitis, Peritonitis; auch bei psychotischen Zuständen, Angstneurosen, chronischem Ermüdungssyndrom, der Alzheimerschen Krankheit und asthmatischen Zuständen kann man dem Baptisia-Bild begegnen.
Die Symptomatologie der Arznei ähnelt derjenigen von ARNICA, RHUS TOXICODENDRON, EUPATORIUM PERFOLIATUM, CANNABIS INDICA oder auch OPIUM, doch sie enthält natürlich auch ganz eigene, nur für Baptisia typische Merkmale.
Wahnideen, Verwirrtheitszustände
Man kann Baptisia als das Verstreutheits-Mittel Bapt.Verstreutheits-Mittel Bapt.größte „Verstreutheits-Mittel“ der Materia medica bezeichnen. Typisch ist ein Gefühl, dass Teile des Körpers einzeln in der Gegend herumliegen, was z. B. sehr drastisch so beschrieben werden kann: „Ich bin überallhin verstreut. Ein kleines Stück von mir liegt in einer Tasse drüben auf dem Tisch.“ Auch eine Empfindung von Dualität Bapt.Empfindung von Dualität, Empfindung von Bapt.Dualität ist bei Baptisia häufig; diese hat jedoch nichts mit der Gespaltenheit von ANACARDIUM zu tun. Angst oder Aggressivität fehlen völlig, bei Baptisia hat das Dualitätsgefühl nichts Groteskes – man könnte es als ruhige, friedliche Wahnvorstellung bezeichnen. Wenn der Patient davon erzählt, zeigt er keine Furcht, er scheint seine Wahrnehmungen eher als ein ganz reales, quasi „objektives“ Phänomen zu betrachten. Einige Beispiele: meint, dass ein Teil seines Körpers sich mit einem anderen unterhält (etwa das eine Bein mit dem anderen oder der große Zeh mit dem Daumen); dass er in zwei Teile gespalten ist; dass er ein Gespräch zwischen zwei Teilen seiner selbst führt; dass außerhalb seines Körpers ein zweites Ich existiert. Ein Teil des Körpers scheint im Bett, der andere auf dem Fußboden zu liegen (etwa die unteren Extremitäten im Bett, der Kopf auf dem Boden). „Sie glaubt, zweigeteilt zu sein, und bei einem heftigen Hustenanfall sagt sie, sie müsse wachbleiben, solange eine Hälfte von ihr huste; das abwechselnde Husten der beiden Hälften hält sie die ganze Nacht wach.“
Weitere Wahnideen, die bei Baptisia beobachtet wurden: Die Arme scheinen nicht zu ihr gehören; Arme oder Beine sind abgeschnitten; Teile des Körpers sind weggenommen; die Gliedmaßen sind getrennt von ihm; das Bett sackt unter ihm weg; jemand ist bei ihm im Bett; er wühlt im Bett herum, um seine Einzelteile zusammenzusuchen.
Diese Beispiele sollten genügen, um die für Baptisia charakteristische Art von Wahnideen und Verwirrungszuständen zu illustrieren. Bei einem typischen Baptisia-Fall wird diese Form von Verwirrtheit nicht ausbleiben (wenn sie auch nicht notwendigerweise in Gestalt so massiver Wahnideen auftreten muss); besonders bei hohem Fieber und bei akuten oder chronischen psychotischen Zuständen stellt sie sich ein.
Differenzialdiagnose: Cannabis indica
Oberflächlich betrachtet, scheinen die Baptisia-Wahnideen eine große Ähnlichkeit mit CANNABIS INDICA aufzuweisen, aber bei genauerem Hinsehen sind die Unterschiede beträchtlich.
  • Das für CANNABIS bezeichnende Gefühl, sich aus dem Körper herauszubewegen, ist nämlich mit einer entsetzlichen Furcht verbunden, wahnsinnig zu werden oder zu sterben. CANNABIS-Patienten erleben solche Empfindungen als etwas Prozesshaftes, einen Trennungsvorgang, der in Wahnsinn oder Tod enden wird, und daher kommt diese schreckliche Angst.

  • Ganz anders Baptisia, wo die Verwirrung und der Blutandrang zum Gehirn so sehr dominieren, dass sich so etwas wie Furcht gar nicht einstellen kann; der Patient verfügt nicht über genügend klares Bewusstsein, um überhaupt Angst empfinden zu können.

Eine sehr beredte Beschreibung dieses Zustands liefert Kent in seinen Lectures: „Sein Verstand scheint ihn verlassen zu haben, er weiß nicht, wovon er überhaupt spricht, er ist konfus. Rüttelt man ihn wach, versucht er etwas zu sagen und bringt ein oder zwei Worte heraus; doch schon huscht wieder alles vorbei, und er sinkt in seinen stuporösen Zustand zurück. Gleichgültig, bei welcher Krankheit dies auftritt, welche Entzündung vorliegt, welches Organ affiziert ist: wenn ein Zustand des Blutes besteht, der solche Symptome hervorrufen kann, wenn eine solche Sepsis besteht und dieser Geisteszustand vorherrscht, dann ist es ein Baptisia-Fall.“ (Zu den typischen Merkmalen der Baptisia-Sepsis vergleiche man das längere Kent-Zitat, das den Abschnitt „Eine Auswahl von Symptomen“ einleitet.)
„Es zieht sich eine eigentümliche Art geistiger Verwirrung durch die Arznei, in der sich der Kranke in einer ständigen Auseinandersetzung mit seinen Körperteilen befindet. Er scheint das Gefühl zu haben, doppelt vorhanden zu sein. Sobald man ihn aufrüttelt, empfindet er eine Art von Doppelexistenz; er beginnt über den anderen zu reden, der mit ihm im Bett liegt … Seine Körperteile scheinen verstreut im Bett zu liegen; er wühlt darin herum, und fragt man ihn, was er da mache, bekommt man zur Antwort: ‚Na, ich will diese Teile zusammenzusuchen.‘ Aber das gelingt ihm niemals; es handelt sich eben um Wahnvorstellungen, um ein Delirium. Dies sind nur einige Beispiele; jeder Baptisia-Fall präsentiert wieder ein neues Bild.
Die meiste Zeit ist er nicht bei Bewusstsein (außer wenn man ihn wachrüttelt). Manchmal murmelt er. Seine Lippen bewegen sich, und wenn man ihn weckt, um zu erfahren, was mit ihm los ist, versucht er, seine Einzelteile zusammenzusetzen. ‚Benommen, wie berauscht.‘ Es gibt auch Stadien, in denen er nicht ganz so abgestumpft ist, sondern schlaflos und unruhig – aber diese bilden die Ausnahme. Normalerweise liegt er auf der Seite, wie ein Hund zusammengerollt, und möchte nicht gestört werden. Ist der Stupor aber nicht so tief, so ist er unruhig, dreht und wendet sich, wirft sich herum. Dann kann er nicht schlafen, weil er meint, seine Einzelteile nicht aufsammeln zu können. Er hat das Gefühl, er müsse diese nur einmal zu einem Ganzen verbinden, dann könne er endlich einschlafen – aber die Teile reden die ganze Zeit miteinander und halten ihn wach. Seine Gedanken schweifen ab, sobald er die Augen schließt. Stumpfheit, besonders nachts.“
Delirium
Bei hohem Fieber kommt es ungewöhnlich schnell zum Delirium: nächtliches Delirium; Delirium beim Schließen der Augen; anhaltendes Delirium; geschwätziges Delirium; sinnloses Murmeln, bei offenen Augen; aktives, geschäftiges Delirium. Wichtig ist hier besonders, dass das Baptisia-Delirium in einem recht frühen Stadium des Falles einsetzt, deutlich früher, als man es normalerweise erwarten würde.
Es soll nun nicht der falsche Eindruck entstehen, dass ein solcher charakteristischer Verwirrungszustand erst erreicht sein müsse, bevor die Verschreibung von Baptisia zu rechtfertigen ist. Früher waren akute Baptisia-Zustände etwa der folgenden Art noch recht häufig anzutreffen: „Bei typhösen Zuständen übelriechender Stuhl; der Stuhl stinkt so, dass man es im ganzen Haus riechen kann; es riecht nach Tod, der Geruch durchdringt das ganze Haus und bleibt in den Kleidern hängen. Bei Baptisia besteht extrem übler Geruch; von Zeit zu Zeit etwas Unruhe, aber meist liegt der Patient mit angezogenen Knien auf der Seite, tagelang, und spricht mit niemandem; wenn er zu antworten versucht, schläft er ein; manchmal beginnen seine Gedanken zu wandern, und es kommt zu Wahnideen: Er meint, über das ganze Bett verstreut zu sein, und versucht seine Glieder wieder zusammenzusuchen; er sei aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt; seine Gliedmaßen sprächen miteinander, was ihn irritiert und belästigt.“
Heutzutage hingegen sieht man diese Art von Fällen in der Praxis sehr viel seltener, weil die meisten Patienten gleich zu Beginn akuter Krankheiten Antibiotika verschrieben bekommen. Es kommt daher auf die Idee der Baptisia-Verwirrung an, auf die typische Art von Störungen, die dieses Mittel erzeugt – dies ist es, was man den obigen Beschreibungen entnehmen sollte.
Klinische Indikationen
Clarke nennt in seinem „Dictionary“ eine weitere wichtige klinische Indikation: „Am besten bekannt ist Baptisia als Heilmittel bei Typhus, dessen Symptome den Prüfungssymptomen von Baptisia in bemerkenswerter Weise entsprechen. Doch es wird nur dann heilen, wenn der jeweilige Fall genau zu seinen Symptomen passt; gibt man das Mittel routinemäßig, wird man mit Sicherheit viele Fehlschläge verzeichnen müssen. Eine andere Krankheit, bei der es sich in einer großen Zahl von Fällen als Spezifikum bewährt hat, ist die Grippe, epidemische Bapt.epidemische Grippe.“ (Hervorhebung G. Vithoulkas)
Nun ist es natürlich nicht angebracht, bei Grippe mit einer so ausgeprägten Störung von Geist und Gemüt zu rechnen. Hier wird man eher einen Zustand erwarten dürfen, der sich durch folgende Merkmale auszeichnet: Der Kranke klagt über wie wund schmerzende Muskeln und hat den Eindruck, das Bett sei zu hart; die Exkremente sind sehr übelriechend; es scheint eine leichte Verwirrtheit oder Benommenheit zu bestehen; hohes Fieber, nicht sehr unruhig, nicht außergewöhnlich heiß oder kalt, aber mit gerötetem Gesicht, das wie das eines Betrunkenen aussieht; müde wirkend. Er kann keine Symptome nennen, sagt nur, er fühle sich überall krank. Viel zu reden hat er keine Lust, vor allem nicht über Krankheiten oder Verletzungen; bewegungslos und leblos, wie er daliegt, könnte man ihn vielleicht mit BRYONIA verwechseln. Doch das hohe Fieber, die Verwirrtheit, der Gesichtsausdruck wie berauscht und der für den Patienten sonst untypische üble Geruch sollten als Hinweise auf Baptisia gewertet werden.
In fast allen Baptisia-Fällen kann man beobachten, dass sich die Krankheit besonders leicht und schnell aufs Gehirn schlägt, so als ob die Toxine der Erreger, wenn sie in den Blutkreislauf gelangen, sich als erstes Opfer das Gehirn aussuchen würden. Ungewöhnlich frühzeitig einsetzende Beeinträchtigung des Geistes in Form von Verwirrtheit sollte dementsprechend als Leitsymptom für Baptisia verstanden werden, und wenn sich das Delirium zudem tendenziell in den beschriebenen „Verstreutheitsphantasien“ äußert, dann muss man von einem Baptisia-Fall ausgehen.
Entzündungen und schmerzlose Ulzerationen
Als weiteres Charakteristikum sollte man sich einprägen, dass diese Arznei schwere Entzündungen und Ulzerationen hervorruft, ohne zugleich die bei einem solchen Schweregrad zu erwartenden physischen Leiden und Schmerzen zu erzeugen. Geschwürbildung, schmerzlose Bapt.Schmerzlose Geschwürbildung; der Kranke ist verwirrt und wirkt wie berauscht, sodass sich OPIUM oder CANNABIS anbieten würden – doch in solchen Fällen muss man eben auch Baptisia in Betracht ziehen. Es können sich faulige Geschwüre in der Mundhöhle entwickeln, mit reichlichem Speichelfluss, und der Patient sollte eigentlich unter starken Schmerzen leiden, aber es tut nur ein bisschen weh. Hals und Rachen können tiefrot gefärbt und entzündet sein, man stellt putride Geschwürbildung fest, die Mandeln sind geschwollen – und das alles ohne Schmerz.
Des weiteren zählt Verlust der Empfindungsfähigkeit Bapt.Verlust der Empfindungsfähigkeit, Verlust der Bapt.Empfindungsfähigkeit zu den Baptisia-Keynotes, Insensibilität sowohl auf der geistigen und emotionalen wie auch auf der körperlichen Ebene. Schläfrigkeit und Stumpfheit bei Kopfschmerzen, die Hände sterben ab und werden gefühllos. „Hände und Füße waren kalt, sie sagte, sie seien abgestorben; hatte kein Gefühl mehr darin; die Taubheit in den Armen zog bis in die Hände; sie fühlte sich wie gelähmt.“ Dieser Empfindungsverlust ist ein Allgemeinsymptom von Baptisia.
Ferner ist besonders in Fällen von Pneumonie, Bronchopneumonie, Perikarditis oder Endokarditis folgende typische Situation anzutreffen, die auch in den Prüfungen beobachtet wurde: Wacht nachts mit starken Atembeschwerden auf; die Lungen scheinen zu eng zu sein, wie zusammengepresst; er kann keinen tiefen Atemzug tun; man hat den Eindruck, er sei ganz außer Atem, wie jemand, der eben einen Hügel hinaufgeklettert ist. Hohes Fieber, trockene Haut, rotes Gesicht, wie berauscht aussehend; eine gewisse Verwirrtheit ist deutlich wahrnehmbar. Das Bett ist ihm zu hart Bapt.Bett ist ihm zu hart, sodass er nicht lange in einer Lage bleiben kann. Er glaubt zu ersticken und verlässt das Bett oder bittet darum, dass das Fenster geöffnet wird. Das scheint ihm, wie CARBO VEGETABILIS oder PULSATILLA, etwas Linderung zu verschaffen. Im Liegen kann er schlechter atmen, und er hat Angst vor dem Schlafengehen – vor allem deshalb, weil er meint, er werde dann augenblicklich schreckliche Alpträume und Erstickungsanfälle bekommen.
Chronische Zustände
Chronische Baptisia-Fälle sind meist eher Geistesschwäche, bei chronischen Fällen Bapt.geistesschwache Menschen, die eine regelrechte Abneigung gegen das Denken haben, ja gegen jegliche Art geistiger, emotionaler oder körperlicher Betätigung. Ihre geistigen Fähigkeiten scheinen zu schwinden, der Verstand arbeitet langsamer, und ein Zustand von Verwirrung kommt auf. Die geistige Trägheit und Abstumpfung werden seltsamerweise nach dem Frühstück schlimmer. Der Betreffende kann sich nicht konzentrieren. Seine Gedanken beginnen abzuschweifen, wandern wie wild umher. Er hat eine eigentümliche Empfindung im vorderen Teil des Kopfes, besonders in der Stirn und in den Augen, Stirn, Gefühl, als würden die A. oder die S. in den Kopf hineingedrückt Bapt.Augen, als würden diese in den Kopf hineingedrückt; es kann auch ein Gefühl auftreten, der vordere Teil des Gehirns stecke fest und sei daher am Denken gehindert, und so reibt er sich die ganze Zeit Stirn, reibt sich die S. Bapt.die Stirn, als könne er auf diese Weise sein Gehirn wieder in Gang bringen. Er möchte etwas sagen und hat es im selben Moment wieder vergessen. Gedankenschwund Bapt.Gedankenschwund; die Gedanken verwirren sich. Dieser Zustand ist der Beginn einer Hirnerweichung; die Alzheimersche Krankheit entwickelt sich mit großer Rasanz. Schließlich kommt der Wunsch zu sterben auf, weil es nichts mehr zu geben scheint, wofür es sich noch zu leben lohnt.
Akute Zustände
Charakteristisch für eher akute Geisteszustände von Baptisia können folgende Symptome sein: Der Patient wird sehr unruhig, reibt sich ständig die Hände; pausenloser Bewegungsdrang; liegt im Bett und rollt den Kopf von einer Seite zur anderen. Verwirrung über seine Identität; täuscht sich in Bezug auf diese. Hat das Gefühl, keine Luft zu bekommen. „Sie greift sich an die Brust, als ob sie sie aufreißen wollte; sie verhält sich, als liege sie im Sterben. ‚Ich ersticke, ich sterbe, wenn ich nicht mehr Luft kriege‘ “; wenn dann die Fenster geöffnet werden, scheint es ihr besser zu gehen.
Angstneurosen, die Gesundheit betreffend, vor allem das Herz Bapt.Angstneurosen betreffen oft die Gesundheit und hier vor allem das Herz. Beispielsweise können Baptisia-Patienten Angst davor haben, dass ihr Herz aussetzen und zu schlagen aufhören werde oder dass es bereits ausgesetzt habe; diese Angst kann überwältigend groß werden und die Form einer Furcht annehmen, eine Furcht, eine unheilbare Herzkrankheit zu haben Bapt.unheilbare Herzkrankheit zu haben. Der Betreffende kann es nicht ertragen, irgendwelche Gespräche über Krankheiten und besonders Herzkrankheiten mitzubekommen, weil diese ihn innerlich ganz wild machen. Das ist nicht die „logische Furcht“ von PHOSPHORUS, wo der Patient, sobald er von einer Krankheit hört, gleich befürchtet, er könnte die gleiche Krankheit haben bzw. sich zuziehen – beim Baptisia-Patienten könnte man vielmehr von einer „verwirrten Furcht“ sprechen, von einem furchterfüllten Verwirrungszustand, der den Patienten überfällt und logisches Denken gar nicht zulässt. Dann kommt Verzweiflung an der Genesung auf: es werde ihm nie mehr besser gehen, er könne nicht wieder gesund werden, er werde sicherlich bald sterben. Unruhe und Nervosität sind nachts, in der Dunkelheit, besonders schlimm; er wirft sich im Bett herum. Denken an seine Beschwerden verschlechtert seinen Gemütszustand. Er spürt, wie Gedächtnis und Verstand nachlassen, und die Angst wird immer größer.
Es entwickelt sich Traurigkeit, tiefe Depression, die schließlich in völlige Gleichgültigkeit mündet: apathisch, ohne jegliche Gefühlsregung, will nicht mehr weiterleben, alles ist ihm egal, er kümmert sich um gar nichts mehr. In diesem Stadium, das PHOSPHORICUM ACIDUM ähnelt, kann man von einem totalen Verlust der seelischen Empfindungsfähigkeit sprechen.
Zunächst soll noch einmal Kent zu Wort kommen, dieser brillante Schilderer des akuten Baptisia-Bildes, der offensichtlich unzählige Typhusfälle gesehen und behandelt hat: „All seine akuten Krankheiten und Beschwerden erwecken den Anschein von Zymosis (‚Gärung‘, Zersetzung, Sepsis) – wie bei Scharlach, Diphtherie, Typhus oder gangränösen Zuständen. Ungewöhnlich ist dabei, dass es diesen sepsisähnlichen Zustand schneller hervorbringt als die meisten anderen Mittel; die zymotischen Beschwerden von ARSENICUM, PHOSPHORUS, RHUS TOXICODENDRON und Bryonia entwickeln sich wesentlich langsamer. Daher ist Baptisia öfter bei rasant sich entwickelnden typhusartigen Erkrankungen angezeigt, nicht so häufig dagegen bei den regulären Verlaufsformen des Typhus. Immer wenn eine Erkältung, eine Malaria, das Trinken von verseuchtem Wasser oder sonst eine zymotische bzw. septische Ursache jemanden ganz plötzlich, innerhalb weniger Tage ins Bett zwingt und nicht erst nach vier bis sechs Wochen, sollte man an Baptisia denken. Die ‚klassischen‘ Typhusformen entwickeln sich dagegen normalerweise langsamer.
Baptisia ist geeignet bei jenen hochakuten septischen Verläufen, wie sie z. B. beim Kindbettfieber oder bei Scharlach auftreten können. Das Einsetzen der Krankheit kann zunächst den Eindruck eines plötzlichen, heftigen Zusammenbruchs vermitteln, mit remittierendem Fieber. Doch daraus wird auf einmal eine Febris continua, und es entwickeln sich septische Symptome. So viel zur Art des Fortschreitens und zur „Geschwindigkeit“ von Baptisia. Jedes Arzneimittel hat nämlich seine eigene Geschwindigkeit, und diese stellt ein wichtiges Merkmal desselben dar. Jedes Mittel muss auf seine zeitlichen Verläufe hin beobachtet werden – seine Geschwindigkeit, seine Periodizität, seine wellenförmige Bewegung. Und wir erfahren dies, indem wir genau auf die Symptome achten.
Nehmen Sie einen Menschen, der sich in einem Bergwerk, einem Sumpf oder Morast oder in der Kanalisation aufgehalten und dort Fäulnisgase eingeatmet hat. Er geht bereits mit einer Art Stupor ins Bett; von Anfang an fühlt er sich benommen: nicht allmählich, sondern ganz plötzlich wird er krank, ist benommen und vollkommen kraftlos. Sein Gesicht ist fleckig. Auf den Zähnen bilden sich viel früher Sordes, als man es bei einem regulären Typhus erwarten würde, und auch der Bauch ist deutlich früher aufgetrieben. Wer derartige Fälle schon oft gesehen und seine Beobachtungsgabe an ihnen geschult hat, dem ist bekannt, dass diese Symptome für gewöhnlich erst einige Tage später auftreten – bei Baptisia aber ist bereits am dritten Tag der Bauch aufgetrieben, der Mund blutet, die Mundhöhle ist von Fäulnis befallen. Der Kranke riecht entsetzlich, er ist bereits ausgesprochen delirant – auch dies würde normalerweise erst zu einem viel späteren Typhusstadium passen. Zusammenfassend kann man festhalten: rasch fortschreitender Krankheitsverlauf; große Rasanz; der Kranke geht einem schnellen Ende entgegen.
Die Entkräftung nimmt ungewöhnlich rasch zu; die Verschlimmerung geschieht nicht allmählich, über Tage und Wochen hinweg. Er verfällt in Stupor. Weckt man ihn aus diesem Zustand auf, so gerät er ins Delirium. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Scharlach, Typhus, septisches Wundfieber, Kindbettfieber oder was auch immer handelt. Wenn man den fiebernden Kranken anschaut, anspricht, herumdreht, wachrüttelt und ihm zu verstehen gibt, dass man mit ihm sprechen möchte – was sich als sehr schwierig herausstellt –, dann erscheint er einem wie ein Volltrunkener. Dieser Eindruck drängt sich in einem Baptisia-Fall meist als allererstes auf. Das Gesicht wirkt wie berauscht, es ist aufgedunsen, dunkelrot und fleckig. Blut sickert aus dem Mund. Jeder weiß, wie ein Alkoholiker aussieht, und genau so kann man sich den Anblick vorstellen, den ein Baptisia-Patient bietet …
Alle Absonderungen des Kranken sind putride, von aashaftem, stechendem, durchdringendem Geruch. Wenn er schwitzt, ist der Schweiß sauer, übelriechend. Auch wenn kein Schweiß produziert wird, verströmt der Kranke einen unbeschreiblichen Körpergeruch. Dieser Geruch ist so penetrant, dass er das ganze Haus erfüllt, wenn die Zimmertür offensteht. Der Stuhl riecht wie verwest, so durchdringend, dass man es schon beim Betreten des Hauses wahrnimmt.“
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • fühlt sich am ganzen Körper krank Bapt. Fühlt sich am ganzen Körper krank.

  • Muskeln sehr wundschmerzhaft Bapt. Muskeln sehr wundschmerzhaft, das Bett scheint zu hart.

  • Empfindungsfähigkeit, Verlust der Bapt. Verlust der Empfindungsfähigkeit.

  • geistige Benommenheit, Verwirrung Bapt.Benommenheit und Verwirrung, Benommenheit, geistige Bapt.Verwirrung des Geistes.

  • Entkräftung Bapt. Entkräftung.

  • Absonderungen, Ausdünstungen, übelriechend Bapt. Absonderungen und Ausdünstungen übelriechend: Atem, Stuhl, Urin, Schweiß.

  • schmerzlos, Entzündungen, Geschwürbildung Bapt.Entzündungen und Geschwürbildung, Entzündungen, schmerzlos Bapt.Geschwürbildung im wesentlichen schmerzlos.

  • Schleimhäute, dunkel verfärbt Bapt. Schleimhäute färben sich leicht dunkel.

  • Fälle von krampfartiger Kontraktion der Speiseröhre mit Regurgitation des Gegessenen konnten mit Baptisia geheilt werden.

  • Hale nennt es ein Spezifikum bei Fehlgeburt, drohend, durch Depression oder seelischen Schock Bapt.drohender Fehlgeburt durch Depressionen oder durch seelischen Schock wegen schlechter Nachrichten.

  • Die Schleimhäute neigen zu Ulzerationen und färben sich dunkel.

  • Krankhafte Reizbarkeit des Nervensystems, die am Einschlafen hindert.

  • Unruhig, unbehaglich, konnte sich auf nichts konzentrieren; ständiger Bewegungsdrang von einem Ort zum anderen.

  • Große Erschöpfung und Unruhe, ist aber zu schwach, um sich zu bewegen.

  • Großes Schwächegefühl mit Zittern, Muskelschmerzen. Dumpfes Schweregefühl im ganzen Körper, Mattigkeit und Schwäche, allem gegenüber gleichgültig Bapt.Schwäche; allem gegenüber gleichgültig. Große Mattigkeit, große Bapt.Mattigkeit; möchte sich hinlegen. Fühlt sich schwach und zittrig, wie nach schwerer Krankheit. Schwindel und Schwächegefühl am ganzen Körper, besonders in den Beinen; weiche Knie. Schwach und matt, wund und zerschlagen, besonders Arme und Waden schmerzen beim Treppabgehen. Fühlt sich schon nach kurzem Arbeiten schwach und erschöpft; ermüdet schnell. Herunterrutschen im Bett Bapt.Rutscht im Bett herunter; hat das Gefühl, er sacke weg. Ohnmachtsanwandlungen beim Aufstehen.

  • Baptisia ähnelt RHUS TOXICODENDRON in seiner Tendenz zu Typhus, ist aber erschöpfter und weist typischerweise Schläfrigkeit, Benommenheit und Aussehen wie betrunken auf, nicht die unruhige Reizbarkeit von rhus. Hals und Rachen sind dunkelrot, mit dunklen, fauligen Geschwüren, aber auffallend schmerzlos, bei sehr übelriechenden Absonderungen und Ausdünstungen.

  • Lähmung der ganzen linken Körperhälfte; Hand und Arm völlig taub und kraftlos; Fuß und Bein kribbeln und lassen sich kaum bewegen.

  • Einige Keynotes, die auf Baptisia hinweisen können:

    • Gefühl, als würden die Stirn oder die Augen oder beides nach innen gedrückt Bapt.Gefühl, als würden die Stirn oder die Augen oder beides nach innen gedrückt.

    • Neigung, sich ständig die Stirn zu reiben.

    • Gefühl, als sei Zunge, Gefühl als sei die Z. verbrüht Bapt.die Zunge verbrüht.

Lokalsymptome
KopfDumpfes Schweregefühl, im Kopf Bapt.Schweregefühl im Kopf, Schweregefühl im Bapt.Kopf, mit Schläfrigkeit und schweren Augenlidern.
Der Kopf ist so schwer, dass er meint, sich nicht aufsetzen zu können; Tag und Nacht Kopfschmerzen, die ihn ganz wild machen (MEDORRHINUM), schlimmer durch Geräusche.
Der Kopf, fühlt sich wie zu groß und schwer an, mit Taubheitsgefühl Bapt.Kopf Gefühl, als sei der Kopf zu groß und zu schwer, mit Taubheitsgefühl in K. und Gesicht Bapt.fühlt sich wie zu groß und schwer an, mit Taubheitsgefühl in Kopf und Gesicht.
Gefühl, als schwelle der Kopf langsam an und werde immer größer.
Ein Wundheitsgefühl, wie zerschlagen, scheint im Gehirn zu sitzen Bapt.Wundheitsgefühl wie zerschlagen, das im Gehirn zu sitzen scheint. Zerschlagenheitsgefühl, dumpf, im Hinterkopf Bapt.Dumpfes Zerschlagenheitsgefühl im Hinterkopf, dumpfes Zerschlagenheitsgefühl im Bapt.Hinterkopf.
Die Halsmuskeln sind müde, können den Kopf in keiner Position bequem halten.
Gefühl, als werde die Haut der Gefühl, als werde die Haut der Stirn stramm nach hinten gezogen Bapt.Stirn stramm nach hinten gezogen, zum Hinterkopf hin; als werde die Stirn in den Kopf hineingedrückt. Gefühl wie von einem Band um die Stirn.
Gefühl, als würde der obere Teil des Kopfes wegfliegen.
Schmerzen, scharfe, in Anfällen, Schläfen Bapt.Scharfe Schläfen, scharfe Schmerzen rechts und links, in Anfällen kommend Bapt.Schmerzen rechts und links in den Schläfen, in Anfällen kommend.
AugenAugen, kann kein Licht ertragen Bapt.Kann kein Licht, die Augen können kein L. ertragen Bapt.Licht ertragen; die Augen, Brennen in den A. Bapt.Augen brennen, tränen aber nicht. Gelegentlich Delirium mit Sehstörungen. Gefühl, als würden die Augen in den Kopf hineingedrückt; die Augäpfel fühlen sich wund an, dabei massive Sehstörungen: kann Gegenstände nicht auf Anhieb fixieren, alles scheint sich zu bewegen.
Einen Augenblick lang großes Schwächegefühl im linken Auge, gefolgt von Stichen im oberen Augenlid. Stiche im rechten Auge; auch im linken, wie von Nadeln.
Augäpfel, wundschmerzhaft; wund und lahm bei Bewegung Bapt.Augäpfel wundschmerzhaft; wund und lahm bei Bewegung. Blutgefäße der Augen kongestioniert; die Augen sehen rot, entzündet aus. Gefühl von Lähmung der Lider; kann die Augen kaum offenhalten.
OhrenBrausen in den Ohren bei Verwirrtheit des Geistes. Delirium, mit fast vollständiger Taubheit Bapt.Delirium mit fast vollständiger Taubheit, fast vollständige T. bei Delirium Bapt.Taubheit. Hitzegefühl und Brennen der Ohren, die bei Berührung jedoch kalt sind. Wundheitsschmerz im rechten Ohr, zieht den Hals hinunter. Schmerz unter dem linken Ohr, etwa auf halbem Wege zwischen dem Warzenfortsatz und dem Unterkieferwinkel. Leichter Schmerz in der linken Ohrspeicheldrüse.
NaseBildet sich ein, es rieche nach verbrannten Federn. Vollheitsgefühl, Nase Bapt.Großes Vollheitsgefühl, ödematöses Anschwellen der betroffenen Teile, besonders der Choanen (bei Diphtherie).
Heftige Schmerzen ziehen die Nase entlang. Verstopfte Nase, wie bei einer schweren Erkältung. Dicke Schleimabsonderung aus der Nase. Katarrh, dumpfer Schmerz an der Nasenwurzel. Unangenehmes Gefühl an der Nasenwurzel, als wäre beim Trinken Wasser durch die Choanen gelangt. Epistaxis und Sickern dunklen Blutes aus der Nase (bei Typhus).
GesichtÄngstliches, erschrockenes Aussehen. Gesicht dunkelrot, wirkt wie das eines Trunkenen; dunkel verfärbt, erhitzt Bapt.Gesicht dunkelrot, wirkt wie das eines Trunkenen; dunkel verfärbt, erhitzt; heiß und merklich gerötet; Nasenbluten. Brennende Hitze im Gesicht, mit geröteten Wangen. Kritischer Schweiß auf der Stirn und im Gesicht (bei Typhus). Brennen und Prickeln in der linken Gesichts- und Kopfseite. Gefühl von Taubheit, im Gesicht und im ganzen Kopf Bapt.Gefühl von Taubheit im Gesicht und im ganzen Kopf. Starrheit in den Kiefermuskeln, das Öffnen des Mundes verhindernd. Der Unterkiefer hängt herab. Aufgesprungene Lippen.
MundWichtig ist hier die allgemeine Feststellung, dass trotz der Neigung zu extrem übelriechender Geschwürbildung nur wenig Schmerzen auftreten.
  • Putride Geschwürbildung in der Mundhöhle, mit Speichelfluss; voll ausgebildete Geschwüre, aber nur geringer Schmerz.

  • Geschwüre: fötide; gangränös;schmerzlos, Geschwüre Bapt. schmerzlos.

  • Mundgeruch, übler Bapt.Übler Mundgeruch.

Ekelhafter Mundgeschmack mit Speichelfluss; fauler oder bitterer, Übelkeit erregender Mundgeschmack. Speichel ziemlich reichlich, etwas zähflüssig, schal schmeckend. Gaumendach geschwollen und taub.
Die Zunge geschwollen Bapt.Zunge ist geschwollen, dick, stört beim Sprechen. Zunge steif und trocken wie Leder. Schmerz in der Zungenwurzel beim Schlucken. Zunge weiß belegt, mit roten, geschwollenen Papillen; später in der Mitte gelblichbraun belegt, Ränder rot und glänzend. Weißer, gelber oder gelblich-brauner Belag auf der Zunge, mit Gefühl wie verbrannt oder verbrüht. Zunge hat ein gelbes Zentrum oder ist gelblich-braun belegt, trocken. Zunge aufgesprungen, wund, Zunge geschwürig Bapt.geschwürig. Die Zunge zittert, wenn sie herausgestreckt wird. Sordes, an Zähnen und Lippen Bapt.Sordes an Zähnen und Lippen. Aphthen Bapt.Aphthen. Zahnfleisch dunkelrot Bapt.Zahnfleisch dunkelrot.
HalsAuch im Hals verlaufen selbst schwere Entzündungen viel weniger schmerzhaft, als man erwarten würde, im Hals Bapt.Entzündungen viel weniger schmerzhaft, als man erwarten würde. Schmerzlose Halsentzündung. Rachen Geschwüre, dunkelrot, eitrig, im Rachen Bapt.dunkelrot; dunkle, faulige Geschwüre; Mandeln und Ohrspeicheldrüsen geschwollen; überraschend wenig Schmerzen. Tonsillen und weicher Gaumen stark gerötet; geschwollen, mit ständiger Schluckneigung; nicht schmerzhaft.
Das Zäpfchen ist verlängert. Tiefrote Verfärbung der Tonsillen und des Zäpfchens.
Ein Zusammenschnürungsgefühl im Hals löst häufige Schluckversuche aus. Verlangen zu schlucken, häufiges Bapt.Häufiges Verlangen zu schlucken, dadurch Schmerzen in der Zungenwurzel; Hals tut weh, fühlt sich an wie zusammengezogen.
Halsweh; frische Luft, Abneigung gegen Bapt.Abneigung gegen frische Luft. Dunkle, putride, waschlederartige Pseudomembran auf der Rachenschleimhaut und den Mandeln.
Nervöse Krämpfe, später Lähmung der Speiseröhre. Die Speiseröhre fühlt sich von oben bis zum Magen herab wie zusammengeschnürt an; kann nur Flüssiges schlucken Bapt.Speiseröhre fühlt sich von oben bis zum Magen herab wie zusammengeschnürt an; kann nur Flüssiges schlucken; die geringste Menge an fester Nahrung lässt ihn würgen. Kinder können nichts Festes schlucken; schon beim kleinsten Bissen fester Nahrung fangen sie an zu würgen, sodass sie außer Milch nichts zu sich nehmen können; dünner, wässriger, stinkender Durchfall Tag und Nacht. Brennen und Hitze im Rachen, wie durch Sodbrennen, in die Ohren hinaufziehend; schlimmer durch Aufstoßen, welches einen Schmerz verursacht, der bis in die Brust zieht und dort ein Schwächegefühl auslöst. Sehr viel zähflüssiger Schleim, der weder geschluckt noch ausgehustet werden kann. Der Larynx ist sehr empfindlich gegenüber Berührung, tut beim Schlucken oder Sprechen weh.
Halsmuskeln so müde, dass sie den Kopf in keiner Position bequem halten können Bapt.Halsmuskeln so müde, dass sie den Kopf in keiner Position bequem halten können.
Atmung, Brust, HerzHeiserkeit, kann sich nur mit größter Anstrengung verständlich machen. Aphonie.
Empfindung einer Last und Beklemmung in der Präkordialgegend, mit dem Gefühl, nicht richtig atmen zu können; nachmittags. Asthmatische Beklemmung der Brust, mit häufigem Gähnen; schlimmer durch Bewegung, besser nach Ruhen. Brustbeklemmung mit scharfen Schmerzen bei langen Atemzügen. Schnarchende Atmung. Fötider Atem.
Katarrhalische Pneumonie; Husten, Nachtschweiß und Durchfall. Atembeklemmung, Husten, die rechte Lunge tut weh, Niesen; um 18 Uhr. Der Prüfer erwachte mit starken Atembeschwerden; die Lungen fühlten sich eng an, wie zusammengepresst; Atmung, kann nicht tief durchatmen Bapt.konnte nicht tief durchatmen; musste das Fenster öffnen und sein Gesicht der frischen Luft aussetzen; brennende Hitze der gesamten Körperoberfläche; trockene Zunge; stärkerer und schnellerer Herzschlag; eigentümliches Gefühl von fiebriger Erregung des Gehirns, wie zu Beginn eines Fieberdelirs. Atembeschwerden nach dem Hinlegen, die schnell so groß wurden, dass der Prüfer aufstehen musste, weil er das bestimmte Gefühl hatte, Alpträume und Erstickungsanfälle zu bekommen, wenn er schlafen gehen würde; die Atembeschwerden schienen ihre Ursache in der Kraftlosigkeit der Lungen zu haben, nicht in einer Zusammenschnürung der Brust.
Dyspnoe, mit engem Husten. Husten durch Kitzel im Hals; Zäpfchen verlängert.
Einige Zeit anhaltender Schmerz in der rechten Lunge; links weniger stark, mit Wundheitsgefühl. Schmerz durch die linke Brust. Stiche im Brustbein beim Einatmen. Scharfer Schmerz im Zentrum des Brustbeins. Dumpfer, beklemmender Schmerz in der linken Brustseite am Ansatz des großen Musculus serratus; schlimmer beim Einatmen und bei Bewegung; Schmerzen in den Mittelhandknochen. Dumpfe, schwere Schmerzen etwa da, wo der kleine Brustmuskel ansetzt, ungefähr zehn Minuten lang andauernd und gefolgt von einem Gefühl wie zerschlagen. Stumpfe Stiche in der linken Brustwarze.
Das Herz pocht so stark, dass man es deutlich hören kann. Empfindung, Stärke und Häufigkeit des Herzschlags seien massiv gesteigert; die Herzschläge scheinen die ganze Brust zu füllen. Puls erst beschleunigt, dann langsam, schwach, häufig nicht mehr tastbar. Puls, schneller oder langsamer Bapt.Puls schneller oder langsamer als im gesunden Zustand.
MagenAppetitlosigkeit. Ständiges Verlangen nach Wasser, mit Übelkeit und Appetitmangel. Alle Symptome Bier, alle Symptome schlimmer durch B.schlimmer durch Bier.
Magendrücken, mit Aufstoßen großer Mengen Luft. Übelkeit mit Aufstoßen, gefolgt von schmerzhaftem Erbrechen. Gefühl, als müsste er erbrechen, aber ohne Übelkeit, mit heftigem schießendem Schmerz in der linken Niere und links vom Nabel. Flaues Schwächegefühl im Magen und häufige Ohnmachtsanfälle; Zunge morgens braun, trocken (bei Dyspepsie nach Typhus). Alle paar Minuten heftige Schmerzen in der Gegend der Kardia.
AbdomenDumpfer Schmerz in der Magengrube, Zusammenschnüren des Zwerchfells. Nachts häufig Schmerzen in der Gegend des Epigastriums; schlimmer, wenn er sich umdreht, wozu er sich jedoch dauernd genötigt sieht. Ständiger Schmerz im Magen und in der Leber, mit heftigen, schießenden Schmerzen im Bauch; schlimmer beim Gehen; schweres Drücken in Magen und Leber, mit großem Hitzegefühl dort. Leberschmerzen ziehen zur Gallenblase; kann fast nicht gehen, weil dann die Gallenblase so heftig schmerzt.
Ständiges Magen, schmerzhaftes Unwohlsein im M. und in der Nabelgegend, besonders in der Gallenblasengegend Bapt.schmerzhaftes Unwohlsein im Magen und in der Nabelgegend, besonders in der Gallenblasengegend tut es sehr weh; der Schmerz strahlt zur Wirbelsäule aus; durch Bewegung sehr verschlimmert. Schmerz in der Lebergegend beim Treppensteigen. Schmerz in der Milzregion, dabei schießen Schmerzen durch den Körper, besonders in Handwurzel, Mittelhand und Fingerglieder. Heftige Kolik in der Nabelgegend und in den Hypochondrien, alle paar Sekunden wiederkehrend, mit Kollern. Ständiger dumpfer Schmerz in der Nabelgegend, schlimmer bei tiefem Einatmen Bapt.Schmerz in der Nabelgegend, schlimmer bei tiefem Einatmen Bapt.Druckschmerz, Bauchmuskeln Bapt.Schmerz in der Nabelgegend, schlimmer bei tiefem Einatmen.
Auftreibung des Bauches; Völlegefühl; Blähungen, Kollern, mit dem Gefühl, Erbrechen würde Linderung bringen; breiige Stühle.
Rechte Iliakalregion sehr empfindlich. Bauchmuskeln Druckschmerz, Bauchmuskeln Bapt.druckschmerzhaft, mit scharfem, intermittierendem Schmerz. Empfindlichkeit der Bauchmuskulatur bei Blähungen. Schneiden in den Gedärmen, kurzzeitig gebessert durch Abgang von Winden, welche wiederum ein Brennen am Anus verursachen. Heftiger Schmerz in der linken Leiste; schlimmer durch Gehen; besser in Ruhe, kommt aber bei Bewegung wieder. Starke Schwellung der linken Leistenlymphknoten; schmerzhaft beim Gehen.
Rektum und StuhlDie Stühle sind meist dunkel, Stühle, stinkend Bapt.stinkend, schleimig, blutig. Stühle aus reinem Blut oder aus blutigem Schleim. Dunkelbraune schleimige und blutige Stühle; braun belegte Zunge. Stuhl, weich, breiartig, mit großen Mengen Schleim, aber ohne Schmerzen Bapt.Weicher, breiartiger Stuhl, mit großen Mengen Schleim, aber ohne Schmerzen.
Durchfall, der Darm schmerzt und ist wund. Diarrhö, stinkend, schwächend, erschöpfend, wundmachend Bapt.Stinkende, schwächende, erschöpfende Diarrhö, wundmachend. Dünner, wässriger, Durchfall, übelriechend Bapt.übelriechender Durchfall, Tag und Nacht; das Kind kann nur Milch schlucken; feste Speisen führen sofort zum Würgen. Aphthöse Diarrhö; kleine aphthöse Flecken am inneren Rand des Anus.
Sehr kleiner, schwer herauszubringender Stuhl, der wie Schafdung aussieht; Schmerzen vor und Schwäche nach dem Stuhlgang. Verstopfung und Durchfall; Stühle dunkel und mit Blut durchzogen (bei Diphtherie). Vor dem Stuhlgang: schwere Kolik, mehr im Hypogastrium.
HarnorganeStiche in der rechten oder linken Nierengegend.
Harn, dunkelrot und nicht sehr reichlich Bapt.Harn dunkelrot und nicht sehr reichlich. Hellgrüner Urin. Harn, alkalisch, übelriechend Bapt.Harn alkalisch, übelriechend.
Häufiges Wasserlassen mit viel Schmerz, wie Feuer brennend. Mit dem Harn geht roter „Sand“ ab, der sich sofort am Boden des Uringefäßes absetzt. Nachts vermehrter Harnabgang.
Weibliche GenitalienFehlgeburt durch schlechte Nachrichten, durch Gefühlsregungen Bapt.Fehlgeburt durch schlechte Nachrichten, durch Gefühlsregungen, durch schleichendes Fieber, durch Nachtwachen. Neigung zu Fehlgeburten; drohende Fehlgeburt.
Menses schokoladenbraun und sehr übelriechend. Menses zu früh und zu stark. Metrorrhagie. Dysmenorrhö.
Lochien beißend, stinkend; große Erschöpfung. Kindbettfieber, mit typhusähnlichen Symptomen.
Männliche GenitalienDumpfes Ziehen in der rechten Leiste und im rechten Hoden, außerdem in den Unterschenkeln und den Kniegelenken. Orchitis; kann nicht schlafen, weil er das Gefühl hat, sein Körper sei über das ganze Bett verstreut. Drückender Schmerz im linken Hoden, als wäre er gequetscht worden; Krämpfe in den Hoden wie gequetscht.
RückenDie Nackenmuskeln sind steif Bapt.Nackenmuskeln sind steif, lahm. Rücken und Hüften sind sehr steif und schmerzen heftig.
Schmerz unter dem rechten Schulterblatt; besser bei Bewegung. Lumbalregion, dumpfer Schmerz mit Schweregefühl, viel schlimmer beim Gehen Bapt.Dumpfer Schmerz mit Schweregefühl in der Lumbalregion, viel schlimmer beim Gehen. Dumpfer Kreuzschmerz, eine Mischung aus Wundheitsschmerz (wie durch Druck) und Müdigkeitsgefühl (wie von langem Bücken); zog bald um die Hüften herum und das rechte Bein hinunter.
Gefühl, als läge er auf einem Brett; wechselt oft die Lage, weil das Bett sich so hart anfühlt; am schlimmsten in der Sakralregion.
Rheumatische Schmerzen in den Rückenmuskeln, gefolgt von Brennen. Schmerzen im rechten Musculus subscapularis; schlimmer beim Bewegen des Armes; besser durch Drücken des schmerzenden Teils gegen etwas Hartes.
ExtremitätenGliederschmerzen; Hitze und Brennen der Beine, so heftig, dass er fast die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Ziehen in Armen und Beinen. Schmerzen von den Fingerspitzen bis zu den Zehen. Zerschlagenheitsgefühl in den Gliedern bei Fieberfrost.
Lähmung der ganzen linken Körperhälfte; Hand und Arm völlig taub und kraftlos; Fuß und Bein kribbeln und lassen sich kaum bewegen.
Rheumatische Schmerzen, stechend oder „stoßend“ („thrusts“): in Schulter, Ellbogen, Ulna, Radius, Handgelenk, Handwurzel- und Mittelhandknochen (tief in den Knochen), Phalangen, Oberschenkelmuskulatur, Knie, Schienbein, Fersenbein.
Heftiger Schmerz im linken Schultergelenk, der ein unangenehmes Übelkeitsgefühl im Magen verursacht; schießende Schmerzen in verschiedenen Körperteilen; schlimmer in Ruhe und wenn er daran denkt. Fühlt sich wund und steif um Schultern und Brust herum.
Der Prüfer empfand einen Schmerz im rechten Ellbogen, der eine solche Schwäche in Arm und Hand auslöste, dass er kaum den Stift halten konnte, mit dem er dieses Symptom niederschreiben wollte. Schmerz, der die Knochen des linken Unterarms hinauf- und wieder herabläuft. Taubheit der Hand und des Unterarms, links, mit Kribbeln, schlimmer durch Bewegung; scharfe, schießende Schmerzen durch die Finger.
Vergrößerungsgefühl der Hände, mit Zittrigkeit; dabei ein seltsames Schaudern durch Hände und Füße, als wollten sie einschlafen. Reißender Schmerz in der linken Handfläche, mit schießenden Schmerzen in verschiedenen Körperteilen. Scharfe Stiche unter dem linken Daumennagel, die nur einige Minuten andauern, nach kurzer Zeit aber unverändert wiederkehren.
Schwächegefühl in den Beinen, schwankender Gang. Die Vorderseiten der Oberschenkel tun weh; schlimmer, wenn er eine Weile gesessen hat. Ziehen in den Hüften und Waden. Heftiger Schmerz in der Außenseite des linken Knies, der in die Fibula herabzieht. Dumpfer Schmerz in der rechten Kniescheibe und den rechten Fußwurzelknochen. Wadenkrämpfe, immer wenn er die Beine bewegt. Taubheit, linker Fuß, mit Kribbeln Bapt.Linker Fuß taub, mit Kribbeln. Brennen, auf dem rechten Fuß, von Zehen bis zum Fußrücken Bapt.Brennen oben auf dem rechten Fuß, rechts, Brennen oben, von den Zehen zum Fußrücken Bapt.Fuß, von den Zehen zum Fußrücken. Reißende Schmerzen im Fersenbein des rechten Fußes, ungefähr eine Minute lang. Schmerzen im ersten Glied des rechten großen Zehs, als ob an den darauf wachsenden Haaren stetig gezogen würde; schlimmer in Ruhe, besser bei Bewegung; nach etwas Bewegung fühlt sich der Zeh heiß an und der Schmerz hört auf, aber sobald man den Zeh wieder stillhält, verschwindet die Hitze, und es tut wieder weh.
SchlafTräumt von harter Arbeit im tiefen Schnee, ganz erhitzt durch die Anstrengung; schließlich erstickt er im Schnee.
Liegt zusammengerollt wie ein Hund. Extreme Schläfrigkeit. Fühlt sich Schläfrig, benommen, müde Bapt.schläfrig, benommen, müde; Neigung, die Augen halb zu schließen Bapt.neigt dazu, die Augen halb zu schließen. Fühlt sich schläfrig; legt sich hin, um zu dösen, aber bald zucken die Beine plötzlich zusammen, als sei er erschreckt worden. Fühlte sich schläfrig; als er auf einem Stuhl saß, die Arme auf dem Tisch, den Kopf auf die Arme gelegt (dösend, aber bei Bewusstsein), hatte er ein Gefühl, als berühre ihn jemand ganz sanft an beiden Seiten; danach fehlte ihm die Kraft, sich aufzurichten, er war völlig hilflos, obwohl er es mehrmals versuchte; nach kurzer Zeit hatte er einen ähnlichen Anfall, der ungefähr genauso lang dauerte, aber schwerer war; danach fühlte er sich noch einige Zeit schwach.
Stupor, delirös; schläft ein während er eine Frage beantwortet oder während man mit ihm spricht Bapt.Deliröser Stupor; während er eine Frage beantwortet oder während man mit ihm spricht, schläft er ein. Liegt da wie im Koma, als liege sie im Sterben.
Schlief gut bis gegen 3 Uhr morgens, war dann bis zum Morgen unruhig und wälzte sich herum. Unruhig, findet keinen ruhigen Schlaf, will aufstehen und zugleich auch nicht. Unruhiger Schlaf: gestört durch erschreckende Träume; Alpträume; häufiges Erwachen; kann sich an die Träume nicht erinnern; ist müde, als habe er nicht genug Schlaf bekommen; heftig nagender Magenschmerz; Schmerzen in den Händen. schlafen, kann nicht s., als ob der ganze Körper im Bett verstreut wäre; wühlt herum, um die Teile zusammenzusuchen Bapt.Er kann nicht schlafen; als ob der Kopf oder der ganze Körper im Bett verstreut wäre; wühlt herum, um die Teile zusammenzusuchen.
Will aus dem Bett heraus. Schlaflosigkeit, die Gedanken wandern. Nächtliche deliröse Schlafstörungen, die von bloßer Unruhe und Schlaflosigkeit bis zu voll ausgeprägtem Delirium reichen können. Allgemeine Verschlimmerung beim Erwachen: Atembeschwerden; Hitzewallungen; Schmerzen der Körperteile, auf denen er gelegen hat.
Fieber und FrostSchaudern mit vorhergehendem Schwächegefühl. Frösteln, den ganzen Tag, Fieber nachts Bapt.Frösteln den ganzen Tag, Fieber nachts; Schmerzen, rheumatisch, am ganzen Körper wund Bapt.rheumatische Schmerzen, am ganzen Körper wund; Mund und Zunge sehr trocken Bapt.Mund und Zunge sehr trocken. Fröstelt, wenn er an die frische Luft geht; Fröste über den Rücken und die Beine; abends. Frostschauer über den Rücken, wenn er am Feuer sitzt.
Frösteln abwechselnd mit Fieberhitze. Fieber folgt auf Frost, mit heftigen Muskelschmerzen.
  • Die ganze Körperoberfläche ist heiß und trocken, mit gelegentlichen Frostschauern, vor allem den Rücken auf und ab. Die Extremitäten fühlen sich heiß an, außer den Füßen; diese sind kalt.

  • Hitzewellen vom Kreuz aus in alle Richtungen; dumpfer, schwerer Schmerz, große Erschöpfung. Erwacht um 3 Uhr morgens mit Hitzewallungen und dem Gefühl, ihm würde der Schweiß ausbrechen. Allgemeines Hitzegefühl und Unwohlsein. Fliegende Hitze im Gesicht.

  • Nächtliches Hitzegefühl; Brennen in den Beinen ist so stark, dass es fast die ganze Nacht am Schlafen hindert.

  • Unangenehmes Brennen auf der ganzen Körperoberfläche, vor allem im Gesicht; musste sich eine kühlere Stelle des Bettes suchen und schließlich aufstehen, das Fenster öffnen und Gesicht und Hände waschen.

  • Leichte Hitzewallungen am ganzen Körper, danach geringes Schwitzen.

  • Häufiges Schwitzen. Fötider Schweiß. Baptisia löst Schweißausbrüche aus und lindert sie; kritischer Schweiß auf der Stirn und im Gesicht (bei Typhus). Blut drängt zur Körperoberfläche, starkes Schwitzen.

  • Fröste, Fieber und Schweiß jeden zweiten Nachmittag.

  • Fieberfälle mit eigentümlichem Delirium: geistige Stumpfheit und Empfindlichkeit am Bauch.

  • Fieber, Delirium, Kopfschmerz, Rücken- und Gliederschmerzen (vgl. RHUS TOXICODENDRON).

  • Frühstadien: weiß belegte Zunge mit roten Rändern; oder braun bzw. gelbbraun in der Mitte; bitterer oder schaler Mundgeschmack; kann Speisen nicht verdauen; häufige, gelbe, pappige Stühle; Kollern, leichte Empfindlichkeit in der rechten Fossa iliaca; beschleunigter Puls; Neigung zu steigendem Fieber; die Körperteile, auf denen er liegt, sind wund.

  • Typhus und typhusähnliche Erkrankungen, mit Fäulnistendenz.

  • Fieber nach Entbindungen auf See, bei schlechter Ernährung und Pflege.

  • Typhuserkrankung, beginnende Bapt.Zu Beginn einer Typhuserkrankung, wenn die sogenannten nervösen Symptome überwiegen.

  • Zerebrale Fieberformen, vor allem bei extremer Schläfrigkeit, Delirium, Gedankenverwirrung, betäubendem Kopfschmerz, betäubender Bapt.Kopfschmerz; unruhiger Schlaf, Empfindung, als sei der Kopf überallhin verstreut; erschreckende Träume; große Schwäche und nervöse Erschöpfung.

  • Fieber, typhoide und zerebrale Fieberformen Bapt.Typhoide und zerebrale Fieberformen: Delirium, Schläfrigkeit, Verwirrung, antwortet nur langsam oder schläft dabei ein; Erethismus Bapt.Erethismus; versucht, aus dem Bett zu gelangen; schlaflos, weil sie „ihre Einzelteile nicht zusammenbekommt“; als sei der Kopf überallhin verstreut, sie wühlt herum, um die Teile zusammenzusuchen; Gefühl, als existiere ein zweites Ich außerhalb des Körpers Bapt.Gefühl, als existiere ein zweites Ich außerhalb des Körpers; gleichgültig; Delirium, Stupor Bapt.Stupor; Sordes auf den Zähnen; Gesicht dunkel, sieht aus wie berauscht Bapt.Gesicht dunkel, sieht aus wie berauscht; dumpfes Hören; Epistaxis Bapt.Epistaxis; unwillkürlicher, spärlicher Stuhl; Atembeschwerden; Fieber, jeden Nachmittag steigend Bapt.das Fieber steigt jeden Nachmittag.

  • „Kennzeichnend für das Baptisia-Fieber sind Frösteln und große Unruhe; dem folgen Stirnkopfschmerz mit Vollheitsgefühl, trockene Hitze der Haut, gesteigerter Puls und eine erregte Herztätigkeit; der Patient nähert sich dem Delirium, ist nach 2 Uhr nachts schlaflos. Am bemerkenswertesten sind jedoch die außerordentlichen Schmerzen in den Rückenmuskeln, die vom Nacken bis zum Kreuz gehen und von einer solchen Empfindlichkeit des Rückens begleitet sind, dass das gewöhnlich als weich und bequem erlebte Bett als zu hart empfunden wird; der Patient glaubt auf einem Brett zu liegen und wirft sich unruhig vor Schmerz hin und her, um eine erträgliche Lage zu finden, aber sowohl die Kopf- als auch die Rückenschmerzen werden durch Bewegung noch schlimmer.“ (Monthly Homœopathic Review, Bd. 25, S. 658)

HautBrennende Hitze der gesamten Körperoberfläche, besonders im Gesicht.
Livide Flecken erschienen am ganzen Körper und den Gliedern, nicht erhaben, von unregelmäßiger Form, erbsen- bis bohnengroß, ohne jegliche subjektive Empfindung. Dicke Pusteln am Gaumenbogen, an den Tonsillen und am Zäpfchen; fötider Atem; Speichelfluss; Erschöpfung (bei Variola). Pocken: zusammenfließend, spät eintretender Ausschlag. Faulige, gangränöse, phagedänische syphilitische Geschwüre. Geschwürem gangränöse Bapt.Gangränöse Geschwüre. Aphthen Bapt.Aphthen. Brustwarzen, wund Bapt.Wunde Brustwarzen.

Baryta carbonica

Essenzielle Merkmale
Wie alle Polychreste unserer Materia medica wird Baryta carbonica bei jeder Altersgruppe und bei einer großen Spannweite von Krankheitszuständen angewandt. Interessanterweise haben jedoch die Klassiker der Homöopathie (etwa Kent) die Beobachtung gemacht, dass meistens entweder sehr junge oder sehr alte Leute diese Arznei benötigen – und dass die Gruppe der bejahrten Baryta-carbonica-Patienten im Allgemeinen aus Menschen besteht, die in ihre „zweite Kindheit“ zurückgefallen sind.
In der Tat hat sich Baryta carbonica als besonders nützlich erwiesen einerseits bei alte Menschen, kindisches Verhalten bei Bar-c.alten Menschen, die ein kindisches Verhalten, bei alten Menschen Bar-c.kindisches Verhalten entwickeln, andererseits bei Kinder, weit hinter ihrem Alter zurückgeblieben Bar-c.Kindern, die weit hinter ihrem Alter zurückgeblieben sind. Dies schließt jedoch keineswegs seine Anwendung bei Patienten anderer Altersgruppen aus.
Unreife
Einige Autoren, z. B. Kent, haben zur Beschreibung des Baryta-carbonica-Zustands den Ausdruck „Zwergwuchs“ (dwarfishness) benutzt, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn, und damit ist sicherlich ein wichtiger Aspekt des Mittels erfaßt, wie wir im folgenden sehen werden. Treffender scheint mir jedoch der Begriff der Unreife einzelner Organe Bar-c.Unreife die Besonderheit dieses Zustands zu charakterisieren. Diese Unreife kann sich auf allen Ebenen zeigen: Die Patienten sind kleinwüchsig, oder einzelne Organe, z. B. Hoden, Penis, Gebärmutter, Kopf oder auch Zehen und Finger, Organe, einzelne O. bleiben klein, halten in ihrer Entwicklung nicht Schritt mit dem allgemeinen Körperwachstum Bar-c.bleiben klein, halten in ihrer Entwicklung nicht Schritt mit dem allgemeinen Körperwachstum, erreichen nicht die volle Reife. Ähnliches gilt für den Geist bzw. für Unterentwicklung bestimmter geistiger Fähigkeiten Bar-c.bestimmte geistige Fähigkeiten. So kann etwa die Urteilskraft unterentwickelt sein, und/oder das Gedächtnis ist schwach, und/oder dem Patienten fällt es sehr schwer, komplexe Ideenverbindungen und Assoziationen herzustellen.
Die innere Haltung dieser Menschen ist dadurch geprägt, dass sie am liebsten zu Hause, im Schutze ihrer Familie bleiben möchten, ohne dass jemand Forderungen an sie stellt, ohne dass sie Verantwortung übernehmen müssen. Diese Vorstellung kann ihnen selbst zu schaffen machen, aber sie drängt sich ihnen auf, ob sie wollen oder nicht.
Natürlich wird sich solch eine Einstellung nur bei den Menschen unmittelbar in die Realität umsetzen, die sich das erlauben können. Wenn der Baryta-carbonica-Mensch aus dem Haus gehen und arbeiten muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird er ein anderes Verhalten an den Tag legen – doch auch dann steht er unter ungeheurem innerem Druck, und diesem Druck liegt im wesentlichen die beschriebene zentrale Idee zugrunde. Vorzugsweise nimmt er Stellen an, die wenig oder keine Verantwortung mit sich bringen. An seinem Arbeitsplatz bleibt er unauffällig und wird kaum bemerkt, obwohl er allgemein beliebt ist, weil er sich praktisch nie über Vorgesetzte oder Kollegen beschwert oder mit ihnen Streit hat.
Zu einer solchen Furcht vor Verantwortung passt auch, dass die Baryta-carbonica-Frau will keine Kinder haben Bar-c.keine Kinder haben will.
Der bloße Gedanke daran, die Verantwortung für ein Kind übernehmen zu müssen, ist ihr vollkommen unerträglich, weil sie sich selbst als das Baby in der Familie fühlt und kein anderes neben sich akzeptieren will. Und so hat sie panische Angst davor, schwanger zu werden – sogar von Liebesspielen ohne Koitus, ohne jeglichen Kontakt der Geschlechtsorgane. Für eine erwachsene Frau ist das eine gänzlich irrationale Vorstellung, aber die Furcht hat sie trotzdem. Bei Hering heisst es: „Wahnsinn bei einer Schwangeren, … will immer aus dem Hause“, doch die tiefere Bedeutung dieses Symptoms ist die Furcht davor, nun bald ein Kind zu bekommen und die damit verbundene Verantwortung übernehmen zu müssen – also so etwas wie eine Flucht vor der Schwangerschaft.
Verfolgt man die verschiedenen Baryta-carbonica-Stadien, so trifft man immer wieder auf das Thema der Unreife, das sich in vielen Variationen wiederholt. Natürlich handelt es sich um eine Unreife relativ zum jeweiligen Lebensalter Bar-c.Unreife relativ zum jeweiligen Lebensalter: ein fünfjähriges Kind benimmt sich, als wäre es erst zwei oder drei; ein Dreißigjähriger legt Verhaltensweisen an den Tag, die eher zu einem Zwölf- oder Sechzehnjährigen passen würden usw.
Kent schreibt dazu: „Diese langsame Entwicklung zeigt sich z. B. bei Mädchen zwischen 18 und 25, die das gleiche tun, was sie als Kinder getan haben, die genauso reden wie in ihrer Kindheit … Sie sind nicht zur Frau geworden. Sie haben noch nicht die Umgangsformen und Verhaltensmuster einer erwachsenen Frau angenommen, und entsprechend fehlt es ihnen an Klugheit, Umsicht, Überblick; sie sagen etwas gerade so, wie es ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen tun würde. Das ist es, was ich mit ‚geistigem Zwergwuchs‘ (mental dwarfishness) meine.“
Doch man sollte nicht erwarten, in einem realen Fall all diese Symptome kombiniert zu Gesicht zu bekommen. Ein Baryta-carbonica-Kind kann z. B. Kinder, einerseits sehr intelligent, andererseits unsicher Bar-c.einerseits in gewisser Hinsicht sehr intelligent sein und Fortschritte zur Zufriedenheit seiner Lehrer machen, andererseits ist es vielleicht unsicher, wenn es in der Schule allein auf sich gestellt ist, und braucht die Gegenwart und Unterstützung seiner Familie, um sich wohl zu fühlen. Höchstwahrscheinlich wird es dann auch in seiner allgemeinen körperlichen Entwicklung oder in der Entwicklung einzelner Organe zurückgeblieben sein. Ist also eine Ebene des Organismus voll entwickelt, so zeigt sich die Unreife auf einer anderen.
Für völlig verfehlt halte ich daher die Auffassung, die Baryta-carbonica-Pathologie schließe eine wissenschaftliche Laufbahn grundsätzlich aus, weil sie Gedächtnis und Urteilskraft schwäche. Blicke ich auf die Patienten zurück, die ich selbst erfolgreich mit dieser Arznei behandelt habe, so bestand die größte Gruppe – neben den alten Menschen mit seniler Regression – aus jüngeren, gebildeten, studierten Leuten.
Es gibt Baryta-carbonica-Menschen, die mit außerordentlichem Fleiß und mit großer Hingabe Architekt, Rechtsanwalt, Arzt, Psychologe o. ä. geworden sind, denen es nach Beendigung ihres Studiums aber an der Neigung oder am Mut fehlt, sich ins Arbeitsleben zu wagen und in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten bzw. sich selbstständig zu machen.
Unsicherheit, Schutz- und Anlehnungsbedürfnis
Die emotionale Ebene, relativ am wenigsten und als letzte betroffen Bar-c.emotionale Ebene wird relativ am wenigsten und als letzte in Mitleidenschaft gezogen. Wenn sie affiziert ist, reduzieren sich die Emotionen auf ein Minimum. Der Betreffende kann nicht sagen, ob er jemanden liebt oder nicht, weil seine Gefühle einfach nicht stark genug sind, dass er sie bewusst wahrnehmen, erkennen und beschreiben könnte. Das einzige Gefühl, das er ganz eindeutig in sich wahrnimmt, ist sein Schutzbedürfnis Bar-c.Schutzbedürfnis, das man beinahe als universelles Symptom des Mittels bezeichnen kann.
Dieses Bedürfnis ist der Grund, warum sich eine Baryta-carbonica-Frau ganz und gar an ihren Ehemann klettet, wenn er ihr nur genug Schutz bietet – gleichgültig, ob sie ihn liebt und erotisch von ihm angezogen wird oder ob sie ihn nur erträgt. Für sie ist es das Wichtigste auf der Welt, sich in ihrer Unsicherheit Bar-c.Unsicherheit beschützt zu fühlen, und wenn das gegeben ist, ist alles andere nur nebensächlich und lässt sich aushalten.
Es ist interessant, dass sich das Anlehnungsbedürfnis Bar-c.Anlehnungsbedürfnis von Baryta carbonica häufig auch in ganz buchstäblicher und körperlicher Form äußert. Wenn die Patientin z. B. mit jemandem in der Stadt unterwegs ist, möchte sie sich auf ihren Begleiter stützen, er soll seinen Arm um sie legen.
Ist sie allein (ob nun auf der Straße oder in einem Gebäude), so kann ein Gefühl in ihr aufkommen, ihr werde sehr schwindlig werden, und dann sucht sie nach etwas zum Festhalten. Wegen dieses Schwindelgefühls empfindet sie oft eine Furcht vor Ohnmacht, die sich vor allem im Freien, auf der Straße, zur Panik steigern kann. Eine junge Frau hatte dieses Symptom in extremer Form: Sie fürchtete sich, aus dem Haus zu gehen, wenn es draußen nichts zum Festhalten für den Fall gab, dass ihr schwindlig würde. Baryta carbonica sollte in die Repertoriumsrubrik „Furcht, ohnmächtig zu werden Bar-c.Furcht, ohnmächtig zu werden“ aufgenommen werden.
Die sexuellen Bedürfnisse der Baryta-carbonica-Frau sind recht unkompliziert und leicht zu befriedigen, solange sie sich nur sicher und beschützt fühlt. Kaum einmal wird eine verheiratete Frau, die dieses Mittel benötigt, eine außereheliche Beziehung eingehen – nicht nur, weil eine solche Affäre einen unerträglichen Zustand von Unsicherheit mit sich bringen könnte, sondern auch schon deshalb, weil sie sich niemals an jemanden binden würde, der ihr nicht gleich von vornherein dieses Gefühl von Behütetsein und Sicherheit vermitteln kann.
Es ist schon erstaunlich, welches Maß an Beleidigung und Unterdrückung sich solche Frauen von ihren Ehemännern gefallen lassen. Ihre Toleranzschwelle liegt so hoch, dass in vielen Fällen erst einmal fälschlich STAPHISAGRIA verschrieben wird.
„Weibliche Züge“
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass nach meiner Erfahrung die überwältigende Mehrheit der Patienten, die Baryta carbonica benötigen, weiblichen Geschlechts, überwiegen Patienten des Bar-c.weiblichen Geschlechts ist. Wahrscheinlich wirkt Bariumkarbonat mehr auf den weiblichen als auf den männlichen Hormonhaushalt. Wir werden im folgenden sehen, dass dieses Mittel besonders das verstärkt und hervortreibt, was man im Allgemeinen die „weiblichen Züge“ nennt. Selbst ein Junge ist so lieb und nett und friedlich, so wenig aggressiv, dass er fast mädchenhaft wirkt (was aber keineswegs als Hinweis auf eine homosexuelle Neigung gewertet werden darf!); doch es kann sich herausstellen, dass er, nachdem er seinen Zorn unterdrückt hat, ein Ventil braucht, um sich abzureagieren – er fängt an zu fluchen und zu schimpfen, wenn er allein ist. Dass Baryta-carbonica-Frauen während der Regel oft eine extreme Geschwätzigkeit entwickeln, könnte auf die gleiche Ventilfunktion zurückzuführen sein.
Weigerung, erwachsen zu werden
Es kommt vor, dass die Patientin im Anamnesegespräch selbst höchst nachdrücklich betont, will nicht erwachsen werden, will Kind bleiben Bar-c.sie wolle nicht erwachsen werden, sie wolle ein Kind bleiben – oder gar ein Baby im schützenden Schoß der Mutter. Die ganze Welt mit all ihren gesellschaftlichen Anforderungen ist so schwierig und kompliziert, dass sie sich zu Tode ängstigt; sie will nicht „in die Welt hinausgehen“ und sich dem Lebenskampf stellen. Solche Frauen kommen sich wirklich wie Kinder in einer Welt von Erwachsenen vor, in der sie sich nicht zu schützen und zu verteidigen wissen.
Angst und Brüten
Daraus kann sich eine massive Angstneurose Bar-c.Angstneurose entwickeln, besonders dann, wenn die Frau von ihrer Familie oder von der Gesellschaft gedrängt wird, ihr sicheres Heim zu verlassen und „draußen in der Welt“ selbstständig zu handeln. In einer solchen Situation kann es passieren, dass sie keine Nahrung mehr bei sich behalten oder nichts Festes schlucken kann; sie empfindet eine unermessliche und unerklärliche Furcht, weint dauernd, will zu Hause bleiben und beschützt werden. Ihre Einstellung zum Leben ist vollkommen negativ, sie verweigert sich dem Leben, der natürlichen Entwicklung, ohne ersichtlichen Grund Bar-c.verweigert sich dem Leben, der natürlichen Entwicklung, wie sie dem Menschen eigen ist und zukommt, und all das ohne jeglichen einsichtigen Grund.
Sie hat keine Lust auf Kino oder Parties, an Genuss oder Amusement irgendwelcher Art kann sie nicht einmal denken. Lachen, ist nicht imstande zum L. Bar-c.Zum Lachen ist sie nicht imstande, vielmehr immer ernst, immer mit ihren Schwierigkeiten befasst, sie kann ihren Geist nicht aus deren Fesseln befreien. Als unbefangener Beobachter wird man sich oft fragen, wie sie es denn nur fertigbringt, kleine Problemchen so gewaltig aufzublähen, „aus der Mücke einen Elefanten zu machen“. Es ist ein dynamischer Prozess: Je mehr ihr Geist sich einengt, desto größer erscheint ihr auch ihr Problem.
Und so sitzt sie brütend zu Hause in einer Ecke und kaut an den Nägeln. Wenn sie das Haus verlässt und nach draußen, ins Freie geht, gerät sie augenblicklich in einen Angstzustand. Auch nachts im Bett hat sie manchmal Angst, wird unruhig und will sich aufdecken. Meist treten solche Ängste plötzlich auf; sie können sich um Geschäftliches oder um häusliche Angelegenheiten drehen, um Verwandte oder Freunde.
Es ist bemerkenswert, dass im Leben solcher Menschen meist Pathologie nicht durch große Belastungen zu begründen Bar-c.keine großen Belastungen zu erkennen sind, die eine so massive Pathologie begründen könnten. Im Allgemeinen scheint alles glatt und komplikationslos zu verlaufen, und die Patientin bestätigt das auch selbst – und trotzdem steigt diese schreckliche Angst in ihr auf. Wenn man sich eingehend mit einem solchen Fall auseinandersetzt, wird man herausfinden, dass die Angst nicht durch ein einzelnes, herausragendes kummervolles Erlebnis ausgelöst wurde, sondern vielmehr durch ein unausgesetztes Gefühl von Unzulänglichkeit Bar-c.Gefühl von Unzulänglichkeit, Gefühl von Bar-c.Unzulänglichkeit, das das ganze Leben durchdringt und nun plötzlich, ausgelöst durch einen minimalen Stressfaktor, zum Ausbruch einer quälenden Angstneurose führt.
Differenzialdiagnose
Verschiedene Arten von Stress führen zu unterschiedlichen Symptomatologien, und für jedes dieser Bilder ist ein anderes, jeweils ganz bestimmtes Mittel angezeigt. Man kann sagen, dass jede Arznei ihre Art von Stress hat, für die sie ganz besonders empfänglich ist. Doch auch wenn der Auslöser gleich ist, können sich bei verschiedenen Mitteln ganz unterschiedliche Reaktionsmuster zeigen; die in der allopathischen Medizin verbreitete Meinung, dass der gleiche Typ von Belastung immer das gleiche Standard-Symptomenbild hervorruft, ist vom homöopathischen Standpunkt aus undifferenziert und grobschlächtig und damit falsch.
Vergleichen wir daher einmal die oben beschriebene Baryta-carbonica-Pathologie hinsichtlich des Auslösers sowie hinsichtlich der Antwort des Organismus mit anderen Arzneien.
  • Beispielsweise reagiert ACONITUM besonders stark auf plötzlichen Schreck, ausgelöst durch eine kurzzeitige Bedrohung des eigenen Lebens.

  • Dies lässt den den NATRIUM-MURIATICUM-Patienten eher kalt. Er reagiert äußerst empfindlich auf Enttäuschungen in seinem Liebesleben, besonders dann, wenn die Gefahr besteht, dass man ihn auslachen oder verspotten könnte. Von solcher Art Stress wiederum bleiben Baryta carbonica oder ACONITUM vollkommen unberührt.

  • Geldprobleme und finanzieller Ruin haben die tiefsten Auswirkungen bei AURUM, PSORINUM oder BRYONIA, während IGNATIA oder NATRIUM MURIATICUM davon kaum tangiert werden.

  • Ein ARSENICUM-Patient entwickelt in Stresssituationen Angst um seine Gesundheit, er befürchtet, an Krebs erkrankt zu sein, und hat schreckliche Angst vor dem Tod.

  • Bei HYOSCYAMUS führt die gleiche Belastung zu einem ganz anderen Bild: der Patient spaltet seine Gefühle von sich ab, empfindet sich als emotional leer, wie abgestorben.

Es ist somit für den Homöopathen äußerst wichtig, die Art von Stress, die das jeweilige Krankheitsbild ausgelöst hat, und die spezifische Reaktionsweise des Organismus genau zu prüfen, wenn er in einem gegebenen Fall eine Differenzialdiagnose stellen will.
Baryta-carbonica-Kind
Typisch für Baryta-carbonica-Kinder ist ein bestimmtes körperliches Erscheinungsbild. Sie haben einen aufgeblähten Bauch, sind aber nicht dick, sondern wirken ausgezehrt, marastisch Bar-c.marastisch – ähnlich wie CALCIUM CARBONICUM.
Das Mittel ist für Drüsenschwellungen Bar-c.Drüsenschwellungen bekannt. Kinder haben häufig so stark vergrößerte Mandeln, dass sie Schluckbeschwerden bekommen und durch den Mund atmen müssen. Der offenstehende Mund verleiht ihnen einen recht stupiden Gesichtsausdruck, gleichzeitig ernsthaft und leer, so als ob sie niemals so recht herausbekommen könnten, was um sie herum eigentlich vorgeht.
Wenn man ein Kind vor sich hat, das marastisch aussieht, dessen Halslymphknoten gewaltig angeschwollen sind, das immer wieder unter Tonsillitis mit stark vergrößerten Mandeln leidet und das für sein Alter unterentwickelt wirkt, dann kann man fast sicher sein, dass dieses Kind Baryta carbonica braucht – auch dann, wenn die Eltern von der großen Intelligenz ihres Kindes erzählen. Immer ist an solchen Kindern ein Beiklang von Unreife wahrzunehmen – vor allem in ihrer Stimme und ihrer Art zu reden, die an ein Baby oder Kleinkind erinnern; und man wird gewiss auch noch weitere Züge des Mittels bei ihnen finden.
Im Falle einer eher milden und gemäßigten Pathologie kann es vorkommen, dass Baryta-carbonica-Kinder die Schule ohne ernsthafte Schwierigkeiten durchlaufen und beenden; die Tendenz zum Verfall der geistigen Fähigkeiten bleibt dann latent. Liegt das Zentrum der Pathologie ganz und gar auf der körperlichen Ebene, dann kann der Patient sogar Musterschüler oder hervorragender Student sein.
Wenn die Störung jedoch in erster Linie die geistige Ebene betrifft, sieht man den Kindern unmittelbar an, dass sie zurückgeblieben sind. Sie sind sehr schüchtern, scheu Bar-c.schüchtern und scheu. Da sie nicht so recht in der Lage sind, Situationen zu erfassen und zu begreifen, fühlen sie sich außerordentlich unsicher. Möchte ein solches Kind z. B. ein Glas Wasser, so geht es zu seiner Mutter und flüstert es ihr ins Ohr.
Wenn es irgendwo neu ist (z. B. im Kindergarten), neigt es dazu, sich vor den anderen Kindern zu verstecken. Besonders Abneigung gegen Fremde Bar-c.Fremde werden als bedrohlich und furchteinflößend empfunden; in ihrem Beisein hängt sich das Baryta-carbonica-Kind an die Mutter oder versteckt sich hinter ihr oder hinter den Möbeln. Beim Anamnesegespräch wirft es verstohlene Blicke auf den Arzt und zieht sich dann wieder zurück. Das Kind ist so schüchtern, dass es das Gesicht hinter den Händen verbirgt; aber es lugt zwischen den Finger hindurch. Manchmal meint es auch, Gefühl, alle Besucher lachen es aus, Kind Bar-c.alle Besucher lachten es aus, und versteckt sich dann irgendwo. Auch mit viel gutem Zureden kann man es nicht dazu bewegen, sich hinter der Mutter hervorzuwagen. Die Anwesenheit von Fremden wirkt sich ausgesprochen abträglich auf das Kind aus – es kann dann sogar anfangen zu husten.
Versucht man nun, irgendwie einen Kontakt zu einem solchen Kind herzustellen, indem man es z. B. an der Hand nimmt oder auch indem man einen etwas härteren Ton anschlägt, so gerät es in einen Angstzustand oder beginnt zu weinen. Beim Interview wird man nur in seltenen Fällen auch nur ein Wort von einem Baryta-carbonica-Kind zu hören bekommen. Was man wissen will, wird man in erster Linie durch Gesten und sonstige feine Zeichen erfahren, und auch das ist nicht einfach. Und wenn man das Kind körperlich untersuchen will, entzieht es sich einem, sperrt sich und fängt an zu weinen, wenn man es mit ein bisschen mehr Druck versucht. Baryta-carbonica-Kinder mögen keine Störungen durch Fremde – wenn aber Mutter oder Vater etwas zu ihnen sagen (auch dann, wenn sie gerade beschäftigt sind, z. B. mit einem anderen Kind spielen), hören sie augenblicklich und uneingeschränkt darauf.
Die Mutter wird irgendwann bemerken, dass ihr Kind offenbar unter Konzentrationsstörungen leidet. Beim Spielen widmet es seinem Spielzeug nur oberflächliche Aufmerksamkeit und verliert dann wieder die Lust. Offenbar ist es nicht in der Lage, sich zu konzentrieren oder seinen Verstand zu gebrauchen. Oft sitzt das Kind einfach nur da und tut nichts; es interessiert sich nicht im geringsten für die herumliegenden Spielsachen, stattdessen starrt es Löcher in die Luft. Baryta carbonica lernt auch erst spät sprechen und laufen. Stellt man das Kind auf die Füße und ermutigt es, ein paar Schritte zu gehen, so scheint es nicht zu begreifen, dass es einen Fuß vor den anderen setzen soll.
Diese geistige Unzulänglichkeit führt vor allem dann zu Schwierigkeiten, wenn die Familie noch ein Kind bekommt. Denn unser Baryta-carbonica-Kind fühlt sich minderwertig gegenüber anderen Kindern und reagiert mit einer Art von Eifersucht Bar-c.Eifersucht. Diese Eifersucht zeigt sich nicht offen, sondern äußert sich in einer Anzahl von körperlichen Störungen, etwa in Energielosigkeit, Enuresis, Haarausfall, periodischem Fieber und Nägelkauen aus Verlegenheit.
Baryta-carbonica-Kinder können auch sehr ängstlich sein. Alpträume kommen ausgesprochen häufig vor; daraus erwacht das Kind in panischem Schrecken. Es scheint aber weder zu wissen bzw. zu verstehen, warum es aufgewacht ist, noch, wovor es eigentlich Angst hat. In dieser Hinsicht kann eine Ähnlichkeit zu STRAMONIUM bestehen.
Wenn das Kind dann ins Schulalter kommt, werden seine Probleme deutlicher sichtbar. Es kommt bei Baryta-carbonica-Kindern nicht selten vor, dass sie mehrere Schuljahre wiederholen müssen. Sie haben ein sehr schlechtes Gedächtnis, Kinder, können sich nicht daran erinnern, was sie gerade gehört oder gelesen haben, an einzelne Wörter Bar-c.können sich nicht daran erinnern, was sie gerade gehört oder gelesen haben; das kann so weit gehen, dass sie sich selbst auf ganz gewöhnliche Wörter nicht besinnen können (PHOSPHORICUM ACIDUM). Dementsprechend schlecht sind die schulischen Leistungen, auch wenn das Kind sehr fleißig ist. Es setzt sich willig mit den Eltern hin und macht seine Aufgaben, und mit ihrer Hilfe kann es den Lernstoff dann auch beinahe Wort für Wort aufsagen – aber wenn am nächsten Tag eine Arbeit geschrieben wird, scheint sich alles, was es gelernt hat, in Luft aufgelöst zu haben.
Baryta-carbonica-Kinder neigen zur Passivität, bei Kindern Bar-c.Passivität. Sie finden in der Schule oder im Kindergarten keine Freunde und spielen nicht mit anderen Kindern, sondern bleiben lieber zu Hause. Manchmal können sie so gereizt sein, dass sie ihre eigenen Lieblingssachen kaputtmachen; normalerweise aber sind sie schüchtern und sehr Kinder, leicht zu beeinflussen Bar-c.leicht zu beeinflussen.
Ein Beispiel für Fälle, in denen Baryta carbonica als erstes Mittel angezeigt ist, ohne konstitutionelles Mittel sein zu müssen: Ein Kind war immer gut in der Schule und bleibt nun Kinder, plötzliches Zurückbleiben in der Schule Bar-c.plötzlich und ohne ersichtlichen Grund zurück, hat plötzlich Schwierigkeiten, den Stoff zu verstehen und zu behalten; allgemein ist eine deutliche Rückentwicklung zu erkennen.
Baryta carbonica kann auch bei Autismus Bar-c.Autismus indiziert sein, wenn das Kind das folgende Bild präsentiert: Die Augen bewegen und drehen sich unaufhörlich, bleiben niemals auch nur für einen Moment irgendwo haften, doch ihr Ausdruck ist leer. Das Gesicht zeigt kein Interesse, keine Regung des Geistes oder des Gemüts; kein Zeichen, dass das Kind irgendetwas oder irgendjemanden erkennt. Der Versuch, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, löst keinerlei Reaktion aus, auch wenn starke Reize angewendet werden, etwa der Anblick glänzender Gegenstände oder lautes Schreien. Dieser Zustand bietet das perfekte Bild einer durch totale Passivität geprägten Entwicklungsstörung, fast ohne aktives Handeln, abgesehen von einer gewissen allgemeinen Unruhe (insbesondere der Augen). Der Muskeltonus ist so gering, dass das Kind selbst mit Hilfestellung nicht einmal ein paar Sekunden stehen kann. Der Kopf fällt zur Seite, die Finger können sich nicht um einen Gegenstand schließen, den man dem Kind in die Hand gegeben hat. Es ist nicht ganz einfach, einen solchen Zustand von CICUTA zu unterscheiden.
Abneigung gegen Gesellschaft
Der antisoziale Zug von Baryta carbonica bleibt in allen Stadien der Pathologie erhalten. Diese Menschen ziehen es vor, zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Zwar ist es möglich, dass sie sich vor dem Alleinsein fürchten, aber dennoch haben sie Scheu vor Gesellschaft; sie fühlen sich besser, wenn sie für sich sind. In Gesellschaft können sie sehr kritisch gegenüber anderen sein, ohne diese Kritik jemals offen zu äußern. Überhaupt redet Baryta carbonica normalerweise nicht viel, am liebsten eigentlich gar nicht. Allerdings können Frauen – und dies ist ein echtes Keynote des Mittels – während der Regel oder einer Schwangerschaft plötzlich ungemein redselig werden.
Als Erwachsene können Baryta-carbonica-Menschen gelegentlich durchaus zornig werden und das auch zeigen, aber mittendrin verlässt sie plötzlich der Mut. Im Zorn können sie auch boshaft und bösartig werden. Dass sie ab und zu Rage, gerät wegen Lappalien in R. Bar-c.wegen Lappalien in Rage geraten, ist Ausdruck ihrer Unreife und Engstirnigkeit. Die belanglosesten Kleinigkeiten können manchmal Anfälle von großer Verzweiflung und tiefem Kummer auslösen; dann ziehen sie sich in einen stillen Winkel zurück und schluchzen und weinen, als hätten sie keine Freunde auf der ganzen Welt.
Oft sind Baryta-carbonica-Menschen sehr stark auf Personen aus dem engsten Familienkreis fixiert und klammern sich an sie. Dies ist auch die Erklärung für die Angst um andere Bar-c.Angst um andere, die Baryta carbonica manchmal zeigen kann: die Patienten fürchten ihre „Beschützer“ zu verlieren, diejenigen, auf deren Rat und Hilfe sie sich angewiesen fühlen.
Sexualität
Betrachten wir nun die Zeit, in der Baryta carbonica sich zum ersten Mal verliebt. Die Baryta-carbonica-Frau (wie erwähnt, handelt es sich meistens um Frauen) erlebt ihre erste Liebe oft sehr spät, z. B. nicht mit 18 oder 19, sondern erst mit 25 oder gar 30 Jahren. Und wenn es dann endlich passiert ist, gibt sie sich für ihren Mann genauso bedingungslos auf, wie sie sich früher an die Mutter geklammert hat. Sie klebt förmlich an ihm und nimmt alles hin, um nur die Beziehung nicht zu gefährden. Der Mann kann sie ohne Widerstand beherrschen, kann mit ihr machen, was er will – ähnlich wie bei STAPHISAGRIA-Frauen.
Die ständige Unterdrückung, die die Frau im Laufe einer solchen Beziehung erfährt, führt schließlich dazu, dass ihre geistigen Fähigkeiten leiden und auszusetzen beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte sie ihre konstitutionellen Schwächen gut kompensieren – nun zeigt sie ein ausgesprochen kindisches Verhalten. Sie sagt törichte Dinge, obwohl sie es eigentlich besser weiß; wenn sie z. B. einen Hahn sieht, fragt sie ganz naiv: „Oh, kann der auch Eier legen?“
Noch nie habe ich allerdings erlebt, dass sich eine Baryta-carbonica-Pathologie plötzlich nach enttäuschter Liebe entwickelt. Ich will nicht behaupten, dass dies völlig auszuschließen ist, aber es ist auf jeden Fall selten; höchstwahrscheinlich würde eine Pathologie, die durch diese Art von Belastung ausgelöst wird, ein anderes Mittel erfordern als Baryta carbonica.
Im Zusammenhang mit dem beschriebenen emotionalen und geistigen Bild müssen wir auch die Tatsache sehen, dass die Genitalien bei Baryta-carbonica-Frauen nicht voll entwickelt sind; die Gebärmutter ist so klein wie die eines Kindes, sie bekommen ihre erste Regel erst sehr spät, es kommt leicht zur Unterdrückung der Monatsblutung. Eine allgemeine Unterfunktion im Bereich der Geschlechtsorgane ist kennzeichnend für Baryta carbonica.
Schwangerschaften können Frauen, die Baryta carbonica benötigen, einige Probleme bereiten – nicht nur aus körperlichen Gründen, wegen ihres kleinen Uterus, sondern auch, weil sie den Eindruck haben, dass sie „das nicht können“. Wie oben bereits beschrieben, sperren sie sich gegen die Verantwortung, ein Kind aufziehen zu müssen, weil sie sich selbst noch als Kinder fühlen und gar nicht erwachsen werden wollen.
Oft wird man bei solchen Menschen eine Art Moralvorstellung, engstirnige Bar-c.engstirniger Moralvorstellungen finden. Sie können sich sehr aufregen, wenn jemand eine schlüpfrige Bemerkung oder auch nur eine subtile Anspielung auf ihr sexuelles Verhalten fallenlässt. Eine Baryta-carbonica-Frau wird sich nie auf eine außereheliche Affäre einlassen, denn der Gedanke, „ertappt zu werden“, von irgendjemandem mit dem Liebhaber gesehen zu werden, hat etwas Niederschmetterndes für sie. Sie würde sich nicht etwa tieferen moralischen Fragen stellen wie z. B.: „Warum habe ich so schnell geheiratet?“ oder „War diese Ehe wirklich das Richtige für mich?“ oder „Warum habe ich etwas anderes angefangen?“; sie gehört nicht zu den Menschen, die zu einer weitreichenden Entscheidung, zu einer Aussage wie der folgenden fähig sind: „Wenn dieser Mann der Richtige ist, werde ich mich scheiden lassen und mein Leben ändern.“ Vielmehr ist sie beherrscht von einer oberflächlichen, kleinlichen Moral.
Der Sexualtrieb von Baryta carbonica ist sehr leicht zu unterdrücken. Wenn die Patientin in ihrer Beziehung sexuell enttäuscht wird, kann sie sich ohne Schwierigkeiten der Masturbation zuwenden und darin völlige Befriedigung finden. Es ist auch möglich, dass sie überhaupt kein sexuelles Verlangen verspürt. Sie scheint nur sehr wenig sexuelle Stimulation zu benötigen.
Unentschlossenheit
Es ist natürlich nicht weiter verwunderlich, dass Menschen dieser Gemütsart sehr schwankend und unentschlossen Bar-c.unentschlossen werden können. Im Repertorium ist Baryta carbonica dreiwertig in der Rubrik „Unentschlossenheit“ und den Unterrubriken „in Handlungen; in Kleinigkeiten; ändert Entschlüsse dauernd“. Ein Beispiel: Die Baryta-carbonica-Frau sucht mit ihrem Mann ein Haus. Sie finden eins in schöner Lage, das auch all ihren Ansprüchen genügt und für einen sehr günstigen Preis kurzfristig zu haben wäre. Der Ehemann ist begeistert und fragt seine Frau, was sie davon hält. Jetzt steht eine Entscheidung an, und genau davor hat sie Angst. Und so beginnt sie alle möglichen irrationalen Vorbehalte aufzuzählen: „Ja, aber dieser Berg hinter dem Haus ist so groß, dass er die ganze Aussicht blockiert, und die Straße ist voller Schlaglöcher …“, usw. und so fort.
Ein anderes Beispiel dafür, wie groß diese Unentschlossenheit sein kann, ist eine Geschäftsfrau, die vier Jahre lang nach geeigneten Büroräumen suchte, um eine Praxis zu eröffnen, und die ganze Zeit zu keiner Entscheidung fähig war; sie hätte wahrscheinlich ewig weitergesucht, wenn ihr nicht Baryta carbonica geholfen hätte. Dank des Mittels hatte sie innerhalb weniger Monate ihr Büro.
Minderwertigkeitsgefühl und Mangel an Selbstvertrauen
All die bisher genannten Charakteristika implizieren einen massiven Mangel an Selbstvertrauen Bar-c.Mangel an Selbstvertrauen – ein Mangel, der am deutlichsten im Berufsleben sichtbar wird. Die meisten meiner Baryta-carbonica-Fälle waren Menschen, die bei ihrer Arbeit mit einem so starken und störenden Minderwertigkeitsgefühl Bar-c.Minderwertigkeitsgefühl zu kämpfen hatten, dass sie sich in psychologische Behandlung begeben mussten und schließlich beim Homöopathen landeten.
Ständig fühlen sie sich ihren Kollegen unterlegen und ungeeignet für ihre Arbeit. Sie neigen dazu, sich dauernd mit anderen zu vergleichen, und immer fällt der Vergleich negativ für sie aus; z. B. meinen sie, ihre Kenntnisse reichten nicht annähernd aus, um mit den Kollegen mithalten zu können etc. Ich möchte an dieser Stelle eine persönliche Beobachtung von mir erwähnen: Menschen, die unter einem Minderwertigkeitskomplex leiden, lesen im Allgemeinen irgendwann einmal ein paar Psychologiebücher, um für ihre Probleme eine Lösung zu finden; bei meinen Baryta-carbonica-Patienten ist mir eine solche Neigung nie begegnet, obwohl das Minderwertigkeitsgefühl wohl bei keinem anderen Mittel der Materia medica derart stark ausgeprägt ist wie bei Baryta carbonica, mit Ausnahme vielleicht von ANACARDIUM.
Auch in anderen Charakterzügen dieses Mittels kann man immer wieder Manifestationen des Mangels an Selbstvertrauen erkennen. So beschäftigt sich Baryta carbonica z. B. übermäßige Beschäftigung mit der eigenen Erscheinung Bar-c.übermäßig mit der eigenen äußeren Erscheinung. Die Patienten haben Angst, nicht gut auszusehen: dauernd drängt sich ihnen der Gedanke auf, dass ihr Gesicht „nicht in Ordnung“ ist, dass die Augenbrauen nicht so geformt sind, wie sie es sein sollten, dass ihr Bauch viel zu dick ist, dass sie zu viele Fettpolster am Gesäß haben, dass ihr Hoden zu klein ist usw. Solche Zwangsvorstellungen können sie ganz und gar in Anspruch nehmen. Auch wenn sie das Aussehen anderer als unharmonisch empfinden, können sie sich abgestoßen fühlen. Baryta-carbonica-Frauen neigen im übrigen tatsächlich zu Fettansatz am Bauch und um das Gesäß herum. Anscheinend fehlt diesen Menschen die Gabe, die inneren, tieferen Werte eines Menschen wahrzunehmen, und so bekommt die äußere Erscheinung überragende Bedeutung.
Im Familienleben kann sich der Mangel an Selbstvertrauen ebenfalls sehr deutlich zeigen. Ein Baryta-carbonica-Mensch fühlt sich häufig minderwertig gegenüber den anderen Familienmitgliedern, z. B. den Geschwistern. Selbst wenn er eine bessere Bildung oder hervorragende Zeugnisse hat, hat er das Gefühl, dass die anderen ihm den Rang ablaufen, ihm erdrückend überlegen sind, und er spürt, dass er nicht stark genug ist, sich dagegen zu wehren. Kinder beobachten die ganze Zeit, wie die Eltern die Geschwister behandeln, und kommen jedesmal zu dem Schluss, dass die anderen mehr Liebe, Zuwendung und Anerkennung erhalten als sie selbst. Eine Frau wollte ihre Schwester nicht dabei haben, wenn Gäste kamen, weil sie immer in ihrem Schatten zu stehen glaubte.
Ferner manifestiert sich der Mangel an Selbstvertrauen darin, dass diese Menschen nie und unter keinen Umständen aggressiv werden können. Gleichgültig, wie es in ihnen aussieht, sie können auch dann nicht kontern, wenn jemand sehr häßlich zu ihnen ist. Stattdessen lassen sie sich einschüchtern, werden kleinlaut und neigen zu Selbstvorwürfen.
Angst um die Gesundheit
Baryta-carbonica-Patientinnen können Angst um die eigene Gesundheit, große Bar-c.große Angst um ihre Gesundheit entwickeln, und ganz besonders haben sie Angst vor Krebs. Immer wieder gehen sie zum Arzt und lassen sich untersuchen, weil sie befürchten, Brustkrebs zu haben.
Im Anamnesegespräch können derartige Angstzustände eine wahre Plage für den Homöopathen sein, weil die Beschwerden, über die die Patienten klagen, so unbestimmt und verworren sind. Sie vermitteln den Eindruck hilfloser, armseliger, unglücklicher, jämmerlicher und gequälter Wesen, die dennoch immer sanft und weich bleiben und niemals aggressiv werden – als fürchteten sie, dass der Arzt ärgerlich werden oder sie anschreien könnte. Und so versuchen sie, bei all ihrem pausenlosen Klagen lieb und nett zu sein und dem Arzt nicht zur Last zu fallen.
Es kann z. B. vorkommen, dass eine Baryta-carbonica-Frau aus Angst vor einem drohenden Hirnschlag die ganze Nacht dasitzt, ohne irgendeine Bewegung zu machen – nur weil sie zu viel zu Abend gegessen hat. Aber dann traut sie sich nicht, nachts ihren Arzt anzurufen, sondern wartet bis zum Morgen und sucht ihn dann erst auf.
Diese Patienten klagen unaufhörlich, so als ob das ganze Leben eine ungeheure Last für sie sei. Wenn man einen Baryta-carbonica-Fall zunächst erfolglos mit einigen anderen Mitteln zu behandeln versucht, kann sich eine typische Situation ergeben, die sich bei jedem Follow-up wiederholt: Als allererstes sagt der Patient, dass es ihm besser geht, und gleich darauf beginnt er genau die gleiche Symptomatologie wie beim letzten Mal von Anfang bis Ende herunterzubeten. Man fragt sich dann natürlich, inwiefern er sich nun eigentlich besser fühlt, und entschließt sich, ein anderes Mittel zu geben – mit dem gleichen Ergebnis wie zuvor. Und so geht es eine Weile weiter, bis einem klar wird, dass dieser Rechtsanwalt, Arzt oder Architekt, den man da behandelt, eine so kleine, armselige und furchtsame Gestalt ist, dass nur Baryta carbonica das richtige Mittel sein kann. Geben Sie ihm eine hohe Potenz und warten Sie, warten Sie, warten Sie. Es kann einige Monate dauern, bis der Patient Ihnen mitteilt, dass es ihm nun wirklich besser geht – und diesmal kann man erkennen, dass tatsächlich ein tiefer und anhaltender Wandel zum Besseren vor sich gegangen ist.
Manchmal hat man Patienten, die einem sofort davon berichten, welche Veränderungen sie an sich bemerkt haben, sodass man die Situation schnell erfassen und leicht einschätzen kann; aber Baryta carbonica gehört gewiss nicht dazu.
Gehen wir nun näher auf die Baryta-carbonica-Angst um die Gesundheit ein. Sie kann z. B. einen vergrößerten Halslymphknoten zum Gegenstand haben (ein für dieses Mittel recht typisches körperliches Symptom). Wenn der Arzt dem Patienten nun mitteilt, dass diese Lymphknotenschwellung keinen pathologisch auffälligen Befund darstellt, ist er erst einmal schnell beruhigt. Doch nach ein paar Wochen scheint er das wieder vergessen zu haben; er sucht den Arzt erneut auf und lässt genau denselben Lymphknoten noch einmal untersuchen, und so geht es monatelang weiter.
Während solcher Angstzustände Furcht vor allem Bar-c.fürchten Baryta-carbonica-Menschen sich buchstäblich vor allem: vor dem Alleinsein; vor Dunkelheit; vor Geistern; vor Fremden; vor dem Fliegen; vor dem Überqueren einer Brücke oder eines Platzes; das Haus zu verlassen oder allein zu Hause zu bleiben; verrückt zu werden; vor der Zukunft usw. Beim Gehen auf der Straße können sie Angst bekommen, dass alle über sie reden und sie schief beurteilen; bei einem kleinen Furcht vor Geräuschen auf der Straße Bar-c.Geräusch auf der Straße erschrecken sie gleich, dass es ihnen in alle Glieder fährt. Für ihre Mitmenschen kann das sehr anstrengend sein, aber wegen ihres sanften, milden Wesens kann man es trotzdem eigentlich ganz gut mit ihnen aushalten. All diese Ängste scheinen nicht real begründet zu sein und müssen eher als Nebenwirkungen der Unsicherheit und der Unreife verstanden werden.
Wenn man versucht, auf die Skala der Ängste hin zu verschreiben, ohne in ihnen die allgemeine Haltung des Patienten zum Leben zu erkennen, wenn man also nicht bemerkt, dass Unsicherheit und Unreife hinter all seinen Ängsten und Befürchtungen stehen, dann wird man wohl dazu neigen, ein anderes (und damit das falsche) Mittel zu geben.
Ich selbst habe Fälle behandelt, die jahrelang in einem solchen Zustand gelebt hatten. All ihre Bekannten hatten sich schon so an ihre Eigenheiten gewöhnt, dass der Wandel nach der Gabe des Mittels für große Verwirrung und viel Gerede sorgte. Denn nun waren die Patienten ganz anders als früher sehr wohl in der Lage, sich zu behaupten, und überall hieß es plötzlich: „Mein Gott, wie sie sich verändert hat! Wie bestimmt und wie dominierend sie jetzt auftreten kann!“
Unfähigkeit zu selbstständigem Denken und Handeln
Ein weiterer Aspekt der Baryta-carbonica-Pathologie ist die Unfähigkeit, selbstständig zu denken oder zu handeln Bar-c.Unfähigkeit, selbstständig zu denken oder zu handeln. Man muss gut darauf achten, was man zu dem Patienten sagt, weil er die Ratschläge des Arztes Naivität Bar-c.auf ganz naive Art und Weise buchstäblich befolgen könnte; ohne jegliches Unterscheidungsvermögen tut er genau das, „was der Arzt angeordnet hat“. Eine junge Frau z. B. klagte bei ihrem Arzt darüber, dass ihr Mann sie unterdrücke und sie sich vor ihm fürchte. Der Arzt riet ihr, sie solle versuchen, sich von ihrem Mann zu emanzipieren und mehr ihr eigenes Leben zu führen, unabhängig von ihm. Wohl im Scherz fügte er diesem Rat noch hinzu, sie könne sich ja auch einen anderen Mann suchen. Sie aber konnte Ernst und Scherz nicht unterscheiden, und als sie den Psychologen aufsuchte, an den sie der Arzt überwiesen hatte, versuchte sie mit ihm anzubändeln – „auf ärztliche Anordnung“, wie sie später erzählte! Natürlich ist dies ein ganz närrisches Verhalten, außergewöhnlich naiv und sehr kindisch. Als der Homöopath, der sie danach behandelte, diese Geschichte erfuhr, verschrieb er Baryta carbonica – und dürfte der Patientin damit eine Menge zukünftigen Ärger erspart haben. Auf ganz ähnliche Weise kann es auch zustande kommen, dass Baryta-carbonica-Patienten zum Aberglauben neigen.
Heutzutage werden viele Baryta-carbonica-Fälle nicht als solche erkannt und entsprechend auch mit den falschen Mitteln behandelt, weil immer noch von der falschen Vorstellung ausgegangen wird, dass solche Menschen immer geistesschwach, ja geradezu schwachsinnig sein müssten. In unseren Tagen sind es jedoch nicht selten studierte, gebildete Leute, die dieses Mittel benötigen; bei diesen Patienten wird man völlig in die Irre geleitet, wenn man ein schematisches Verständnis von Baryta carbonica hat. Für den Homöopathen geht es in solchen Fällen darum, subtile Abweichungen von der Norm zu erkennen und richtig zu deuten.
Ich selbst habe nicht nur einmal einen Baryta-carbonica-Fall jahrelang verkannt, bevor ich endlich das wahre Bild des Patienten hinter den Oberflächenphänomenen sehen konnte: das Syndrom aus Mangel an Selbstvertrauen, Minderwertigkeitsgefühlen, Naivität und Unreife. Es gibt hier, wie bei jeder Arznei der Materia medica, zahlreiche Erscheinungsformen, in denen sich die Grundidee, das Zentrum des Mittels verkörpern kann (und nicht alle können hier beschrieben werden). Wichtig und unerlässlich ist allein, dass die genannten Wesensmerkmale den Fall entscheidend prägen, ihm zugrundeliegen, ihm die eigentümliche Färbung geben – nur dann ist Baryta carbonica wirklich angezeigt. Hier muss sich der Lernende die Fähigkeit zum eigenständigen Urteilen erwerben.
Vorsicht, Misstrauen, Verschlossenheit
Mit Fortschreiten der Pathologie setzt ein Degenerationsprozess ein: Nicht nur die Fähigkeiten des Patienten nehmen ab, der ganze Mensch scheint dahinzuschwinden, kleiner zu werden, geistig wie körperlich in einen Zustand der Auszehrung zu geraten. Man kann dann z. B. von ihm zu hören bekommen: „Früher war ich ein offener, geselliger Mensch und habe großen Anteil an dem genommen, was mich interessierte. Jetzt gerate ich in die Isolation, und geistig bin ich viel weniger aktiv als sonst.“
Er wird misstrauisch,vorsichtig, zurückhaltend Bar-c. vorsichtig und zurückhaltend, geht immer seltener aus dem Haus; er fürchtet sich davor, anderen Leuten zu begegnen. Er empfindet sich selbst als unfähig und meint, dass auch die anderen ihn für dumm oder inkompetent halten. Schon auf die leiseste Kritik kann er überempfindlich und mimosenhaft reagieren; gleich zieht er sich zurück und schmollt.
Das Misstrauen kann sich auch in Form einer extremen Verschlossenheit Bar-c.Verschlossenheit zeigen. Dann sind die Patienten übervorsichtig mit dem, was sie sagen und zu wem sie es sagen, sie trauen praktisch keinem über den Weg. Wenn sie niedergeschlagen oder verstimmt sind, zeigen sie es nicht. Niemand kann (bzw. soll) davon erfahren, dass sie innerlich so schlechter Stimmung sind, nicht einmal diejenigen, die ihnen am nächsten stehen, Ehepartner oder Verwandte.
Paranoia
Nach dem eben Gesagten ist es nicht überraschend, dass Baryta carbonica eine Art von Wahnsinn, insbesondere von Paranoia erzeugen und entsprechend auch heilen kann, wenn die Hauptzüge des Mittels sich in der Pathologie wiederfinden. Der Verfolgungswahn ist vor allem durch die Zwangsvorstellung gekennzeichnet, die Patientin werde von anderen beobachtet, die über sie reden, sich über sie lustig machen, Zwangsvorstellung, andere würden sie kritisieren und auslachen Bar-c.sie kritisieren und auslachen. Auch andere Wahnideen sind möglich: ein kleines Geräusch auf der Straße kommt ihm gleich vor wie Feueralarm, erschrickt so, dass es ihm in alle Glieder fährt; plötzlich kommt ihm die böse Ahnung, ein geliebter Freund, den er erst vor einer Stunde ganz wohlauf gesehen hat, könnte tödlich erkrankt sein.
Hier ein typischer Fall:
Wahnideen von Wahnideen von Stimmen, die versuchen sie zu verwirren Bar-c.Stimmen, die versuchen, die Patientin zu verwirren oder ihr zu schaden. Immer hat sie eine weibliche Stimme zur Seite; eine weibliche Stimme von weither, die sie durcheinanderbringen will. Die Stimmen reden miteinander. Sie geben Rat und Anleitung, doch sie erzählen auch Witze; manchmal lachen und spotten sie über die Patientin, reißen Witze, die gegen sie gerichtet sind; die Stimmen versuchen, ihr oder Verwandten und Freunden von ihr ein Leid anzutun. Sie sagt: „Ich will nicht sterben.“ Manchmal verflucht sie die Stimmen, will sie zur Hölle schicken, und dann versuchen die Stimmen alles, um ihr Schaden zuzufügen. Sie sprechen auch über sexuelle Dinge, aber die Patientin ist zu schüchtern, um Details wiederzugeben.
Sie ist misstrauisch, argwöhnisch Bar-c.misstrauisch, selbst den engsten Freunden und Verwandten gegenüber. Eifersüchtig, argwöhnisch. Zeitweise völlig verschlossen und abwesend, dann wieder offen und redselig. Plötzlich scheint sie in Raserei zu geraten, schaut wild um sich und zieht sich ins Bett zurück. Doch sie verhält sich niemals aggressiv.
In diesem Fall wurde Baryta carbonica mit dauerhaftem Erfolg verschrieben, weil die Symptomatologie deutlich durch die Wesenszüge des Mittels geprägt und grundiert war.
Senilität im Alter
Das geistige Fähigkeiten, Nachlassen der Bar-c.Nachlassen der geistigen Fähigkeiten macht sich begreiflicherweise besonders bemerkbar bei älteren Baryta-carbonica-Patienten. So wie sich bei anderen Organen Gewebsschwund zeigt, gerade so scheinen hier Gehirn und Geisteskräfte atrophisch zu werden. Baryta carbonica zählt in der Tat zu den Hauptmitteln bei organischen Hirnsyndromen mit echter Atrophie, zerebrale Bar-c.zerebraler Atrophie und Imbezillität Bar-c.Imbezillität (und kann bei kindlichem Autismus angezeigt sein, wie oben erwähnt).
Für ältere Patienten ist eine senile Regression typisch; sie nehmen ein kindisches Verhalten an, spielen z. B. mit Puppen oder binden sich Schleifchen ins Haar. Für die richtige Diagnose von Baryta carbonica ist es wichtig, dass dieser kindische Zug tatsächlich vorliegt, denn bloße Imbezillität allein muss keineswegs notwendigerweise für diese Arznei sprechen.
Wir müssen uns darüber klar sein, dass diese Menschen, die heute senil sind, das Mittel vielleicht schon vor vielen Jahren gebraucht hätten, als das Bild noch ganz anders aussah. Die Pathologie dürfte damals damit begonnen haben, dass ihr Gedächtnis nachließ und ihr Auffassungsvermögen in irgendeiner Weise beeinträchtigt wurde – ohne dass zu dieser Zeit irgendjemand außer ihnen selbst einen Unterschied bemerkt hätte. Das Element des Minderwertigkeitsgefühls sollte jedenfalls auf die eine oder andere Art vorhanden gewesen sein. Sowohl zur Diagnose eines solchen senilen Spätstadiums als auch vor allem zur frühzeitigen Abwendung einer fortschreitenden Degeneration ist es daher wichtig, jedes Mittel im Hinblick auf die stadienförmige Entwicklung seiner Pathologie zu betrachten, die sich nach und nach immer tiefer eingräbt, jeweils begleitet von analogen Manifestationen.
Angezeigt sein kann Baryta carbonica bei alten Menschen mit beginnenden degenerativen Veränderungen an Herz, Kreislauf und Hirn, mit Vergrößerung der Prostata oder Verhärtung der Hoden; sie sind sehr schwach, bekommen Herzklopfen und müssen sich hinlegen, frösteln, leiden an Gedächtnisschwund und haben eine Abneigung, Fremden zu begegnen.
Wenn solche älteren Patienten versuchen zu schreiben, sind die schreibt Buchstaben so klein, dass man sie kaum lesen kann Bar-c.Buchstaben so klein, dass man sie kaum lesen kann. Manchmal sitzen sie einfach nur da und geben dabei so etwas wie ein schwaches, hilfloses Stöhnen von sich. Sie scheinen nicht in der Lage zu sein, zu sagen, was sie quält, sondern wimmern nur die ganze Zeit vor sich hin. Eine Behandlung mit Baryta carbonica wird ihnen selbst in diesem späten Stadium oft noch ein paar bessere und „hellere“ Jahre verschaffen, bis die Degeneration wieder einsetzt.
In diesem Stadium der Senilität kann sogar ihr Aussehen sich dem von Kindern annähern: das Gesicht ist kaum von Falten gezeichnet, als hätten sie ihr Leben nur oberflächlich gelebt; ihre Gefühle scheinen nie so intensiv oder so tief gewesen zu sein, dass sie im Gesicht Spuren hinterlassen hätten.
Auswahl von Krankheitsbildern
Einige (physische) Krankheitsbilder, die Indikationen für Baryta carbonica darstellen können:
  • Baryta carbonica wirkt in besonderem Maße auf die Lymphknoten, Drüsen, besondere Wirkung auf Bar-c.Lymphknoten und Drüsen.

    • „Es ruft Atonie des lymphatischen Systems und Hypertrophie des Tonsillenparenchyms hervor, mit chronischer Ulzeration der Drüsen.“ (Burt, Physiological Materia medica)

    • Es kann bei Drüsenentzündungen mit Infiltration, Drüsenentzündungen mit Bar-c.Infiltration angezeigt sein. Die Drüsen werden immer härter Bar-c.Drüsen werden immer härter, Geschwüre werden an der Basis infiltriert.

    • Grundsätzlich können alle Drüsen, Anschwellen und Hartwerden aller D. möglich Bar-c.Drüsen anschwellen und hart werden, die Tonsillen, geschwollen und verhärtet Bar-c.Tonsillen, die Hoden, die Parotis, geschwollen und verhärtet Bar-c.Parotis, die Prostata, die Mesenteriallymphknoten, die Achsel- und Halslymphknoten etc. Lymphknotenschwellungen, nach Scharlach Bar-c.Lymphknotenschwellungen nach Scharlach. Empfindlichkeit der Drüsen. Wie BARYTA MURIATICA ist es oft bei Pfeifferschem Drüsenfieber indiziert, wenn die Lymphknoten geschwollen und stark verhärtet sind.

    • Tumoren, zystische Bar-c.Zystische Tumoren, Lipome Bar-c.Lipome an verschiedenen Körperteilen.

    • Und häufig ist an Baryta carbonica zu denken bei Geschwulst und Prostata, Verhärtung der Bar-c.Verhärtung der Prostata bei alten Männern.

  • Der zweite Hauptwirkungsbereich des Mittels liegt im Nervensystem, zerebrales und ganglionäres, Wirkung auf Bar-c.zerebralen und ganglionären Nervensystem, wo es Reizungen hervorruft und eine depressorische Wirkung hat; der so entstehende Zustand ähnelt dem eines geistigen und körperlichen Verfalls.

  • Auch eine typische Wirkung auf das Muskelgewebe, Wirkung auf Bar-c.Muskelgewebe ist nachgewiesen worden: nach einem Stimulus wird die Kontraktionsphase sowohl der glatten als auch der quergestreiften Muskulatur verlängert.

  • Neigung zu Aneurysma, Neigung zu Bar-c.Aneurysma und Arteriosklerose, Neigung zu Bar-c.Arteriosklerose.

  • Bei Kindern, die einen zurückgebliebenen und skrofulösen Eindruck machen, zur Auszehrung neigen und nicht wachsen wollen, vergrößerte Lymphknoten und ständig geschwollene Mandeln haben, sich leicht erkälten und dickbäuchig sind, ist Baryta carbonica fast mit Sicherheit das richtige Mittel.

  • Bluthochdruck Bar c.Bluthochdruck ist ein ausgeprägtes Merkmal von Baryta carbonica und häufig bei Erwachsenen anzutreffen, die dieses Mittel benötigen.

  • Bronchialkatarrh, erstickender Bar-c.Erstickender Bronchialkatarrh bei alten Menschen, wenn sich, wie bei ANTIMONIUM TARTARICUM, sehr viel Schleim in der Lunge ansammelt und eine Lungenlähmung droht. Die beiden Mittel können bei Fällen von Bronchitis oder Pneumonie wechselseitig komplementär sein; wenn also eines davon bei derartigen katarrhalischen Erkrankungen nicht vollständig heilt, wird höchstwahrscheinlich das andere ergänzend wirken.

  • Der chronische Baryta-carbonica-Husten – begleitet von Lymphknotenschwellungen und Nachtschweiß – lässt an eine tuberkulinische Konstitution denken.

  • Auszehrung, bei alten Menschen Bar-c.Auszehrung bei alten Menschen, Auszehrung bei Bar-c.alten Menschen, vorzeitige Alterung.

Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Baryta-carbonica-Patienten sind im Allgemeinen fröstelig Bar-c.fröstelige Menschen; sie verlangen nach frischer Luft, aber dadurch werden manche ihrer Beschwerden schlimmer. Es mangelt ihnen an Lebenswärme. Wenn sie auch nur eine Hand oder einen Fuß unter der Decke hervorstrecken, fühlen sie sich schon schlechter (HEPAR).

  • Kaltes Baden und nasskaltes Wetter verschlimmern.

  • Starke Erkältungsanfälligkeit.

  • Oft mögen sie keine Süßigkeiten oder sind gleichgültig dagegen, und Baryta carbonica gehört zu den wenigen Mitteln, die Abneigung gegen Obst Bar-c.Abneigung gegen Obst, Abneigung gegen Bar-c.Obst haben, gegen Bananen und besonders gegen Pflaumen.

  • Außerordentliche Schwäche nach dem Essen, besonders bei alten Menschen. Nach dem Essen so müde, dass sie die Hände nicht heben kann; sie ist zu schwach zum Kauen.

  • Ein eigentümliches Symptom, das einen bei der Arzneimittelwahl leiten kann, ist ein Gefühl in der Kehle, Rauch einzuatmen, obwohl die Atemluft in Wirklichkeit rein ist.

  • Übelriechende, halbseitige Schweiße, meistens links.

  • Morgens beim Aufstehen Hitze im Kopf und Stechen wie mit Messern.

  • Der ganze Oberkörper wie steif und taub Bar-c.Oberkörper wie steif und taub.

  • Ohnmachtsanwandlungen: nachts; in einem überfüllten Raum; nach dem Essen.

  • Kent schreibt: „Häufig reagieren Baryta-carbonica-Patienten empfindlich auf extreme Temperaturen (Hitze oder Kälte). Heißes Wetter führt zu Beschwerden, lässt das Blut zum Kopf steigen und begünstigt apoplektische Zustände. Das Mittel hat viele Kopfbeschwerden, bis hin zum Stupor des Schlaganfalls. Es können Lähmungserscheinungen auftreten, die den Beschwerden alter Apoplexiepatienten ähneln, und das Mittel hat sich große Verdienste bei der Regeneration der geschädigten Nerven erworben; hier kommt es PHOSPHORUS gleich. Baryta carbonica ist auch ein exzellentes Mittel bei alten Lähmungszuständen, die durch Platzen eines Blutgefäßes und den dabei erzeugten Druck auf einen Nerv ausgelöst wurden.“

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel, nachts im Bett Bar-c.Nachts im Bett; Schwindel, beim Hochheben der Arme Bar-c.beim Hochheben der Arme; vom Niesen; Schwindel, beim Gehen über einen schmalen Steg Bar-c.beim Gehen über einen schmalen Steg. Schwindel mit Übelkeit, beim Bücken. Schwindel, bei alten Menschen Bar-c.Schwindel bei alten Menschen (AMBRA, CUPRUM, RHUS TOXICODENDRON, SINAPIS NIGRA).
KopfBaryta-carbonica-Patienten klagen für gewöhnlich über eine ganze Reihe von Symptomen, die im oder am Kopf lokalisiert sind; typisch ist z. B., dass die Haare schnell fettig werden und/Haarausfall Bar-c.oder ausfallen und dass die Jucken der Kopfhaut Bar-c.Kopfhaut juckt. Sie haben Empfindungen von Spannen, Pressen und Stechen in verschiedenen Teilen der Kopfhaut. Trockene oder Ekzeme, feuchte, auf der Kopfhaut Bar-c.feuchte Ekzeme oder Schorfe auf der Kopfhaut.
Junge Frauen haben allgemein meist sehr dünnes und spärliches Haar. Schon ganz junge Leute Kahlköpfigkeit Bar-c.können kahlköpfig werden, und das gilt besonders für Frauen! Sie bemerken plötzlich, dass ihnen enorm viele Haare ausfallen, und in kürzester Zeit ist nur noch die Hälfte ihrer früheren Haarpracht übrig. In solchen Fällen kann auch das weibliche sexuelle Begehren stark zurückgehen oder gar völlig aufhören; gegenüber Sex verhalten sich die Patientinnen dann nicht offen ablehnend, vielmehr absolut desinteressiert. Oft geht der Haarausfall auch Haarausfall, allmählich Bar-c.allmählich und über einen langen Zeitraum vor sich. Es handelt sich jedoch meist um allgemeinen Haarausfall; Alopecia areata gehört nicht zur typischen Pathologie des Mittels.
Epidermiszysten auf der Kopfhaut (Atherome).
Lymphknoten geschwollen, am Hinterkopf Bar-c.Geschwollene Lymphknoten am Hinterkopf; diese Rubrik enthält nur zwei Mittel, dreiwertig ist nur Baryta carbonica!
Undefinierbare, aber sehr lästige Empfindungen und Schmerzen, von denen der Betreffende nicht einmal sagen kann, ob sie im oder außen am Kopf lokalisiert sind, machen ihm das Leben zur Hölle (obwohl die Schmerzintensität eher gering ist). Solche schwachen, vagen, kaum zu beschreibenden und doch so störenden Symptome sind ein schlechtes Zeichen für den Zustand des Patienten, denn sie zeigen an, dass die Lebenskraft zu schwach ist, um eindeutigere Signale zu geben. Derartige Fälle werden immer wieder Rückfälle erleiden, bevor irgendein wirklicher Fortschritt festzustellen ist.
Gefühl von Lockerheit des Gehirns, scheint beim Gehen hin und her zu fallen Bar-c.Gefühl von Lockerheit des Gehirns, das bei Bewegung des Kopfes hin- und herzufallen scheint. Es scheint der Bewegungsrichtung des Kopfes zu folgen.
Kopfschmerz durch Warmwerden am Feuer oder Ofen, durch Sonneneinstrahlung (ANTIMONIUM CRUDUM, GLONOINUM); schlimmer durch Bücken, besser an der frischen Luft.
Hauptangriffspunkte der Kopfschmerzen scheinen Hinterkopf und Scheitel zu sein: Schmerz im Hinterkopf bei feuchtem Wetter; Schmerz, rheumatisch, im Hinterkopf Bar-c.rheumatischer Schmerz im Hinterkopf, mit Lymphknotenschwellungen im Nacken; Schmerzen vom Hinterkopf über das Ohr bis zum Scheitelbein oder zum Unterkiefer; Schmerz im Scheitel beim Niesen; drückendes Stechen auf dem Scheitel, das sich durch den ganzen Kopf verbreitet, sooft die Prüferin in der Sonne steht. Kopfschmerzen durch Kaltwerden der Füße Bar-c.Kopfschmerzen durch Kaltwerden der Füße, Kaltwerden der, Kopfschmerzen durch Bar-c.Füße. Von innen nach außen drückender Stirnkopfschmerz.
Schmerzhaftes Zusammenschrauben des Kopfes zu beiden Seiten. Jeder Lärm,Männerstimmen tun ihr im Gehirn weh Bar-c. besonders Männerstimmen, tut ihr im Gehirn weh. Heftige stumpfe Stiche im linken Stirnhügel beim Waschen in gebückter Stellung. Pochen, Pulsieren im Kopf, besonders beim Bücken Bar-c.Pochen und Pulsieren im Kopf, Pochen, Pulsieren im Kopf, besonders beim Bücken Bar-c.Kopf ist sehr häufig, besonders beim Bücken. Innerlich zuckende Empfindungen: intermittierendes Reißen mit Empfindung von Zucken tief im Gehirn, hinter dem rechten Ohr, durch Berührung sofort erneuert; als zucke es tief in der Schläfe, der Augenhöhle und dem Ohr der linken Seite. Kältegefühl an der rechten Kopfseite Bar-c.Kältegefühl an der rechten Kopfseite, wie von Eis, zugleich brennende Empfindung dort.
Kopfschweiß, halbseitig Bar-c.Halbseitiger Kopfschweiß, links.
AugenVerdickung der Augenlider sowie sämtlicher Schleimhäute und Gewebe im Bereich der Augen. Nächtliches Zukleben der Augen in den äußeren Winkeln; Eiter äußerlich in den Lidern, besonders morgens; erschwertes Öffnen der Lider am Morgen.
Trachom Bar-c.Trachom. Hornhautgeschwüre. Gerstenkorn am linken Auge (am inneren Augenwinkel). Katarakt Bar-c.Katarakt. Hornhauttrübung (BARYTA IODATA).
Licht tut den Augen weh (CHINA, CONIUM). Augen, Blenden der A. vom Licht Bar-c.Blenden der Augen vom Licht (CONIUM, DROSERA, KALIUM CARBONICUM). Lichtscheu Bar-c.Lichtscheu. Matte, wie verschlafene Augen, den ganzen Tag über. Zufallen der Augen, abends in der Dämmerung. Trübsichtigkeit alter Leute; Sehen wie durch Nebel oder Rauch. „Wie Flor vor den Augen, früh und nach Tische.“ (Hahnemann, Hervorhebung G. Vithoulkas.) Funken vor den Augen, im Dunkeln.
„Schneller Wechsel von Erweiterung und Verengung der Pupillen, wobei dieselben nicht ganz rund, sondern mit einigen stumpfen Winkeln erscheinen.“ (Hahnemann) Drücken tief in den Augen, das sich Augen, Sehen auf einen Punkt verschlimmert Drücken in den Augen Bar-c.verschlimmert, wenn sie auf einen Punkt sieht oder auf- und seitwärts blickt, durch Blinzeln oder Augen, Abwärtssehen bessert Drücken in den A. Bar-c.Abwärtssehen aber gebessert wird. Jucken in den Augen.
OhrenIm Zusammenhang mit der frühzeitig einsetzenden Arteriosklerose, die ein herausragendes Merkmal von Baryta carbonica darstellt, hat das Mittel zahlreiche verschiedene Ohrgeräusche: Ohren, Knacken beim Schlucken und Kauen, beim schnellen Gehen, besser im Liegen Bar-c.Knacken oder Knistern in den Ohren beim Schlucken und Kauen, besser im Liegen; Knacken beim schnellen Gehen; beim Niesen. Ein Widerhall in den Ohren von starkem Schnauben (HEPAR). Schallen im Ohr wie von einem Resonanzboden. Rauschen im Ohr, wie Meeresrauschen, bei jeder Einatmung. Sausen und Klingen vor den Ohren. Starkes Ohrensausen, abends, wie Glockengeläut und Sturmwind. Ohren, Platzen in den O. Bar-c.Platzen in den Ohren, nachts. „Er durfte sich Ohren, Glucksen im linken O. Bar-c.nicht auf das linke Ohr legen, sonst gluckste es darin bis zum rechten durch, was ihn am Schlafe hinderte.“ (Hahnemann, Hervorhebungen G. Vithoulkas)
Schwerhörigkeit Bar-c.Schwerhörigkeit; durch Lähmung des Gehörnervs. Überempfindliches Gehör; jegliches Geräusch, vor allem Männerstimmen, tut im Gehirn weh.
Schmerzen vor und Ohr, Schwellung und Schmerzen der Lymphknoten unter dem O. Bar-c.unter dem (rechten) Ohr. Jucken in den Ohren. Pochen, Pulsieren, Drücken im (linken) Ohr, auf dem er liegt; wenn er sich umdreht, dann im anderen (rechten) Ohr. Kribbeln und Zucken im linken Ohr. Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Lymphknoten im Bereich der Ohren, besonders unter den Ohren (CAPSICUM). Schorfige (krustige) Ausschläge Ohren, Ausschläge hinter den O. Bar-c.hinter den Ohren (GRAPHITES, LYCOPODIUM, SILICEA); am Ohrläppchen.
NaseNase, Trockenheit in der N., nach dem Schneuzen Bar-c.Trockenheit der Nase. Nach dem Schnäuzen Trockenheitsgefühl in der Nase.
Ausfluss dicken, gelben Schleims aus der Nase. Häufiges Nasenbluten, besonders vor der Regel.
Die Nase kommt ihr wie geschwollen und innerlich verklebt vor.
Schnupfen, mit Schwellung der Nase und Oberlippe Bar-c.Schwellung der Nase und Oberlippe. Katarrh bei alten Menschen.
Sehr empfindlicher Geruchssinn. Riecht den Rauch von brennenden Kiefern.
Nase, Brennen auf einer kleinen Stelle des Nasenrückens, wie von einem Tropfen heißen Fettes Bar-c.Brennen auf einer kleinen Stelle des Nasenrückens, wie von einem Tropfen heißen Fettes.
GesichtDer Gesichtsausdruck von Baryta carbonica wirkt oft Gesichtsausdruck, töricht Bar-c.töricht oder naiv, was durch den offenstehenden Mund noch verstärkt wird (BUFO). Manchmal ist das Gesicht auch rot und aufgetrieben. In anderen Fällen sieht es stark gealtert aus, Gesichtsausdruck, marastisch Bar-c.marastisch, welk. Starke Röte im Gesicht, mit purpurroten Lippen. Gefühl, als sei die ganze Gesichtshaut mit Spinnweben überzogen. Spannende Empfindung im Gesicht, als wäre Eiweiß darauf getrocknet (GRAPHITES).
Er kann den Mund nicht ohne großen Schmerz im Kiefergelenk schließen. Geschwollene, verhärtete und schmerzhafte Unterkieferlymphknoten und Parotiden, besonders rechts. Schwellung der Parotis nach Exanthem (BROMIUM).
Anschwellen der Oberlippe Bar-c.Anschwellen der Oberlippe. Lippen trocken und aufgesprungen. Ausschläge, schorfige Bar-c.Schorfige Ausschläge; Schorfe unter der Nase. Kleine Pusteln im Gesicht, jeden Monat zur Zeit der Menses. Eiterbläschen am Mundwinkel. Barthaare fallen aus. Lähmung, halbseitig Bar-c.Halbseitige Lähmung. Schweiß, halbseitig Bar-c.Halbseitige Schweiße.
MundDer Mund, offenstehender M. Bar-c.Mund steht offen.
  • Trockenheit im Munde, früh nach dem Aufstehen. Mundtrockenheit mit Durst (BRYONIA, NATRIUM MURIATICUM). Trockenheitsgefühl an Lippen und Zahnfleisch, wogegen Trinken nichts hilft. Starker Speichelfluss Bar-c.Speichelfluss, selbst während des Schlafs.

  • Die Mundhöhle ist morgens wie taub. Gefühl in der Oberlippe, als sollte sie anschwellen, dabei an ihrer inneren Fläche und am Gaumen Gefühl wie verbrannt oder taub, am Gaumen Bar-c.Gefühl wie verbrannt oder taub.

  • Verdorbener Geschmack im Mund, jeden Morgen. Salziger Geschmack in Mund und Hals, nachmittags. Saurer Geschmack vor dem Essen, nicht danach.

  • Zahnfleischbluten Bar-c.Zahnfleischbluten. Häufig rezidivierende Zahnfleischabszesse (CAUSTICUM). Zahnschmerzen, Anschwellen des Zahnfleisches vor der Regel Bar-c.Vor der Regel, Zahnschmerzen, Anschwellen des Zahnfleischs vor der Bar-c.Regel: Zahnschmerzen; Anschwellen des Zahnfleischs. Lockerwerden von Zähnen (auch gesunden). empfindliches Kribbeln in den Zahnspitzen Bar-c.Empfindliches Kribbeln in den Zahnspitzen, empfindliches Kribbeln in den Bar-c.Zahnspitzen, abends.

  • Zungenlähmung Bar-c.Zungenlähmung bei alten Menschen, vor allem nach Schlaganfall; unfähig, ein verständliches Wort zu reden oder die Zunge herauszustrecken. Zungenspitze aufgesprungen und eingerissen Bar-c.Zungenspitze aufgesprungen und eingerissen, schmerzt brennend. Zunge, Härte einer Stelle in der Mitte der Z., mit Brennen beim Befühlen Bar-c.Härte einer Stelle in der Mitte der Zunge, mit Brennen beim Befühlen. Rauheit der Zunge morgens, wie ein Reibeisen. Krusten in den Choanen und hinter der Basis der Uvula.

HalsEiner der Hauptwirkungsbereiche von Baryta carbonica ist der Hals. Das wichtigste Merkmal ist hier Tonsillen, Vergrößerung, Verhärtung mit rezidivierenden Entzündungen Bar-c.Vergrößerung und Verhärtung der Tonsillen (BARYTA MURIATICA), mit rezidivierenden Entzündungen. Halsentzündung mit Geschwulst der Mandeln, welche in Eiterung übergeht, bei jeder Erkältung.
  • Häufig ist auch ein weiteres stark auf Baryta carbonica hinweisendes Symptom, nämlich Schlucken fester Speisen, erschwertes Bar-c.erschwertes Schlucken fester Speisen (BAPTISIA) oder erschwertes Leerschlucken; nur Flüssigkeiten und Weiches sind leicht herunterzubekommen. Speiseröhre, Verkrampfung der S. beim Schlucken Bar-c.Verkrampfung der Speiseröhre beim Schlucken (BAPTISIA, MERCURIUS CORROSIVUS); kann nur Flüssigkeiten schlucken (BAPTISIA, PLUMBUM), bei alten Leuten. Ösophagusstriktur (ARSENICUM, BAPTISIA, NATRIUM MURIATICUM).

  • Halsschmerzen beim Schlucken, doch am meisten beim Leerschlucken Bar-c.Halsschmerzen beim Schlucken, doch am meisten beim Leerschlucken. Pflockgefühl im Hals, als wäre ein Bissen darin steckengeblieben. Anfälle von Würgen im Hals nach dem Essen, beim Sitzen und Schreiben, mit einem Gefühl, als werde die Schilddrüse einwärts gedrückt und dadurch das Atmen verhindert. Gefühl im Schlund, als läge ein feines Blättchen vor den Choanen.

  • Halslymphknoten, Schwellung und Infiltration der Bar-c.Schwellung und Infiltration der Halslymphknoten. Lipome im Halsbereich (CALCIUM, THUJA). Ein Beispiel: Ein Kind erkrankt alle drei oder vier Wochen an hochfieberhafter Tonsillitis, bei jedem Anfall werden die Mandeln noch größer; schließlich stellt man fest, dass das Kind nicht recht wächst und Gewicht verliert; einige Halslymphknoten treten sichtbar hervor und werden hart; das Gesicht nimmt ein ausgezehrtes Aussehen an.

Atemwege, Husten, Stimmlosigkeit Bar-c.BrustStimmlosigkeit aufgrund konstitutioneller Schwäche und Stimmbandlähmung. Gefühl in der Kehle, als würde er Rauch einatmen (ARSENICUM, BROMIUM). Katarrh von Kehlkopf und Luftröhre, bei alten Leuten Bar-c.Katarrh von Kehlkopf und Luftröhre, bei alten Leuten (SENEGA). Viel Schleim in den oberen Luftwegen; Heiserkeit durch Schleim im Kehlkopf (SAMBUCUS, SELENIUM).
Atmung, erstickte A. im Liegen, durch Vergrößerung der Mandeln Bar-c.Ersticktes Atmen im Liegen, durch Vergrößerung der Mandeln. Asthma bei alten Leuten (ARSENICUM). Baryta carbonica passt häufig bei alten Menschen mit konstitutionellem Verfall, die an chronischer Bronchitis leiden; viel Schleim, der jedoch nur unter Schwierigkeiten ausgeworfen werden kann. Die Brust scheint ganz voll davon zu sein, aber die Patienten haben keine Kraft, ihn herauszubringen; die Lungen scheinen zu schwach zu sein. Besonders auffällig ist das psychische Bild: Es sind nette alte Leute, denen ihre Individualität und Persönlichkeit völlig abhanden gekommen ist, sie sind schwach und hilflos wie ein Kind, vollkommen abhängig von anderen; keine Eigeninitiative. Rasselnde Atmung bei alten Menschen.
Lungenlähmung, drohende Bar-c.Drohende Lungenlähmung.
Husten, wenn einzelne Körperteile, besonders die Füße kalt werden. Aufdecken verschlimmert den Husten. Nervöser Husten, wenn er sich in Anwesenheit Fremder unbehaglich fühlt. Husten wird schlimmer, wenn er daran denkt. Erstickender Husten (Keuchhusten), schlimmer nachts und im Liegen, außer im Liegen auf dem Bauch, welches erleichtert. Husten trocken, erregt durch Kitzel in der Luftröhre und in der Herzgegend Bar-c.Trockener Husten, erregt durch Kitzel in der Luftröhre und in der Herzgegend, der nur nachts und etwas auch nach dem Mittagessen besser wird. Husten und Kurzatmigkeit besser nach dem Frühstück und im Liegen auf dem Bauch. Husten durch warmes Essen.
Auswurf, reichlich, bei chronischer Bronchitis Bar-c.Reichlicher Auswurf bei chronischer Bronchitis alter Leute (AMMONIACUM, ANTIMONIUM TARTARICUM, ARSENICUM, KREOSOTUM). Expektoration: gallig; wie Stärke; nach Seife schmeckend.
Gefühl, als wäre etwas in der Brust heruntergefallen Bar-c.Gefühl, als wäre etwas in der Brust, Gefühl, als wäre etwas in der B. heruntergefallen Bar-c.Brust heruntergefallen. Schmerzen auf der Brust werden teils durch Aufstoßen, teils durch trockene, warme Umschläge gelindert. Plötzliches Stechen und Brust, Brennen tief in der linken Brustseite, abends Bar-c.Brennen tief in der linken Brustseite, dass sie darüber erschrak, abends. Brust, Stechen von der B. zu den Schultern heraus Bar-c.Stechen von der Brust zu den Schultern heraus. Pochen mit Stichschmerz in der linken Brustseite, von der Magengrube an aufwärts gehend. Druckschmerzhafte Knoten in der Brust bei einem alten Mann. Aknepickel auf der Brust. „Brust-Belegtheit mit Nacht-Husten.“ (Hahnemann)
HerzAneurysma der großen Arterien Bar-c.Aneurysma der großen Arterien (CALCIUM, LYCOPODIUM, SPONGIA). Herzklopfen: beim Liegen auf der linken Seite (CACTUS, NATRIUM MURIATICUM, PHOSPHORUS, PSORINUM, PULSATILLA); plötzlich und sehr stark (MANGANUM, STRYCHNINUM); kehrt zurück, wenn sie daran denkt, weil sie dann Angst bekommt (ARGENTUM NITRICUM, AURUM MURIATICUM, GELSEMIUM, LYCOPUS, OXALICUM ACIDUM). Herzklopfen wird durch Aufstoßen gebessert.
MagenEine gestörte oder, genauer gesagt, Verdauung, schwach, gestört Bar-c.schwache Verdauung ist ein starker Zug von Baryta carbonica. Außerordentliche Schwäche nach dem Essen Bar-c.Schwäche nach dem Essen; so müde, dass sie die Hand nicht heben kann, zu schwach zum Kauen. Magendrücken und alle möglichen anderen Beschwerden nach dem Essen. Leeres oder wässriges Aufstoßen. Drücken im Magen, Magen, Drücken im M. wie von einem Stein Bar-c.wie von einem Stein, durch Aufstoßen erleichtert. Magen, schmerzliches windendes Gefühl im M., wenn beim Essen der Bissen hineingelangt, als müsste derselbe sich durchzwängen und stieße an wunde Stellen an Bar-c.Schmerzliches windendes Gefühl im Magen, wenn beim Essen der Bissen hineingelangt, als müsste derselbe sich durchzwängen und stieße an wunde Stellen an. Wenn die Patientin Angst hat, fühlt sie sich in der Magengegend so unbehaglich, dass sie aus Furcht, sich übergeben zu müssen, nichts essen will, obwohl sie hungrig ist.
Das Kind ist in Bezug auf Essen sehr wählerisch, es isst nur ganz bestimmte Dinge. Appetitlosigkeit, besonders wenn das Kind eifersüchtig ist; es isst nur in kleinsten Mengen. Widerwille gegen das Essen, schon nach geringen Mengen; dennoch Hungergefühl (COCCULUS, NATRIUM MURIATICUM, NUX VOMICA). Plötzlicher Ekel vor Speisen beim Essen (RUTA). Widerwille gegen Obst, besonders gegen Bananen und Pflaumen Bar-c.Widerwille gegen Obst, besonders gegen Bananen und Pflaumen. Gleichgültigkeit gegen Süßes. Magendrücken und Übelkeit nach Brot; Husten nach warmem Essen. Verlangen nach salzigen Dingen, nach Eiern.
Magen, drückendes Wundheitsgefühl und Nagen im Magen, am heftigsten im Stehen und Gehen sowie beim Krummsitzen Bar-c.Drückendes Wundheitsgefühl und Nagen im Magen, am heftigsten im Stehen und Gehen sowie beim Krummsitzen. Magen, ziehendes Reißen in der Magengrube, mit Gefühl eines schweren Gewichts dort, beim Aufrichten vom Bücken Bar-c.Ziehendes Reißen in der Magengrube, mit Gefühl eines schweren Gewichts dort, beim Aufrichten vom Bücken, beim Aufrichten vom B. ziehendes Reißen in der Magengrube Bar-c.Bücken. Empfindlichkeit in der Magengrube; wenn sie fest mit den Füßen auftritt, spürt sie dort schmerzlich jeden Schritt. Magen, zusammenziehender Schmerz im M., nachmittags Bar-c.Zusammenziehender Schmerz im Magen, nachmittags; nach dem Mittagessen Magen, versagendes Aufstoßen, mit nachfolgendem krampfhaftem Zusammenziehungsschmerz im M. Bar-c.versagendes Aufstoßen, mit nachfolgendem krampfhaftem Zusammenziehungsschmerz im Magen.
Aufstoßen mit Gefühl, als stiege ein Knötchen mit auf, oder gar, als stiege ein Stein mit auf und fiele wieder herab. Aufsteigen von Luft, mit Gefühl in der Magengegend, als zwänge sich dieselbe dort mühsam hindurch. Leeres Aufstoßen: weckt ihn früh aus dem Schlaf; nach dem Stuhlgang.
Gefühl, als ob der Magen schlaff herabhinge Bar-c.Es ist, als ob der Magen schlaff herabhinge. Schweregefühl im Magen mit Übelkeit, morgens, bei nüchternem Magen; vergeht nach dem Frühstück. Übelkeit, morgens bei nüchternem Magen, mit Herzklopfen und Ängstlichkeit. Übelkeit, langwierige Bar-c.Langwierige Übelkeit. Ausgeprägte Verhärtung in der Magengegend Bar-c.Verhärtung in der Magengegend.
AbdomenDerber, angespannter Unterleib, mit Empfindlichkeit der Bauchdecken bei Berührung. Schmerzhafte Auftreibung des Unterleibes. Bauch, vergrößert Bar-c.Vergrößerter Bauch bei Kindern (CALCIUM, SILICEA); aber auch bei erwachsenen Frauen schlaffes, vorfallendes Abdomen.
Verhärtung und Vergrößerung der mesenterialen Lymphknoten (CALCIUM). Geschwollene Leistenlymphknoten.
Beim Umwenden im Bett Gefühl, als fielen die Eingeweide von einer Seite zur anderen. Bauch, ängstliches Gefühl mit Unbehaglichkeit und Unruhe in der Lendengegend, wie Stuhldrang Bar-c.Ängstliches Gefühl mit Unbehaglichkeit und Unruhe in der Lendengegend, wie Stuhldrang. Eigentümliche Empfindungen: Empfindung, als wäre ein Ball in der Leber Bar-c.als wäre ein Ball in der Leber; von Schwellung und Kälte in der Lebergegend Bar-c.Kälte in der Leber, Kälte in der Gegend der Bar-c.Lebergegend; als sei im Unterleib etwas geschwollen. „Gluckern im Leibe, bei Bewegung desselben Bar-c.Gluckern im Leibe, bei Bewegung desselben, wie von vieler Flüssigkeit, obschon sie nichts getrunken hat, nachmittags.“ (Hahnemann, Hervorhebung G. Vithoulkas) Druck, wie eine Schwere, über den Schambeinen, während der Regel Bar-c.Druck, wie eine Schwere, über den Schambeinen, während der Regel, während der R. Druck, wie eine Schwere über den Schambeinen Bar-c.Regel. Drücken im Unterleib, über den Schambeinen, früh im Bett Unterleib, Drücken im, in der Rückenlage Bar-c.in der Rückenlage, Drücken im Unterleib in der Bar-c.Rückenlage.
Leibschmerzen um den und unter dem Nabel, Schmerzen unter dem N., die sich nach unten und in die Oberschenkel ziehen Bar-c.Nabel, die sich nach unten und in die Oberschenkel ziehen. Kneifen um den Nabel bei der kleinsten Bewegung im Sitzen oder Liegen; besser durch Blähungsabgang; hört im Gehen auf. Kneifen im Unterbauch Wasserlassen, Kneifen im Unterbauch beim Bar-c.beim Wasserlassen.
So heftige Bauchschmerzen, dass es ihm den Nabel einzog und er sich krümmen musste.
Rektum und StuhlObstipation: harte, schwer abgehende, knotige Stühle.
Hämorrhoiden, beim Urinieren hervortretend Bar-c.Hämorrhoiden. Beim Urinieren hervortretende Hämorrhoiden Bar-c.Hämorrhoiden sind ein starker Hinweis auf Baryta carbonica (BARYTA MURIATICA, KALIUM CARBONICUM, MURIATICUM ACIDUM); sie können auch beim Abgang von Blähungen (PHOSPHORUS) und beim Stuhlgang (CALCIUM PHOSPHORICUM, RATANHIA) prolabieren. „Stuhl, öfterer Stuhldrang mit schmerzlichem Weh in der Lendengegend, und Frostrieseln über den Kopf und die Schenkel Bar-c.Stuhl, öfterer Stuhldrang mit schmerzlichem Weh in der lÖfterer Stuhldrang mit schmerzlichem Weh in der Lendengegend, und Frost-Rieseln über den Kopf und die Schenkel, wie in der Ruhr; dann weicher Stuhl in kleinen Absätzen, unter fortdauerndem Schmerze in den Lenden, mit erneuertem Stuhldrange.“ (Hahnemann, Hervorhebungen G. Vithoulkas)
HarnorganeWasserlassen, häufiges, besonders nachts Bar-c.Häufiges Wasserlassen, besonders nachts und bei alten Leuten. Häufiger Harnabgang jeden zweiten Tag Bar-c.Häufiger Harnabgang jeden zweiten Tag. Der beim Wasserlassen helle Harn trübt sich gleich.
Vergrößerung der Prostata, Vergrößerung der Bar-c.Prostata (CALCIUM, CONIUM, DIGITALIS, PULSATILLA); bei alten Männern (DIGITALIS, SELENIUM).
Männliche GenitalienBaryta carbonica sexuelles Verlangen vermindert Bar-c.verringert das sexuelle Verlangen (AGNUS CASTUS, GRAPHITES, LYCOPODIUM, SILICEA, STAPHISAGRIA), und auch die Genitalien werden kleiner Bar-c.Genitalien werden kleiner (der Penis klein und kalt, die Hoden klein und verhärtet), während sich die Prostata vergrößert und hart wird.
  • Impotenz Bar-c.Impotenz; verzögerte oder Erektionen verzögert oder unvollständig Bar-c.unvollständige Erektionen. Erektionen nur morgens vor dem Aufstehen Bar-c.Erektionen nur morgens vor dem Aufstehen. Bei Impotenten: Erektionen beim Reiten, bei Impotenten Bar-c.Erektionen beim Reiten. „Er schläft über der Begattung ein, ohne Samen-Erguß.“ (Dieses Hahnemann-Symptom sollte man als Hinweis auf das Mittel verstehen, aber keineswegs regelmäßig oder bei der Mehrzahl der Fälle erwarten; es ist vor allem bei älteren oder geschwächten Männern anzutreffen.)

  • Samenerguss, vorzeitig Bar-c.Vorzeitiger Samenerguss.

  • „Abends plötzliche Erektion, so stark wie seit einem Jahre nicht, mit Schauder und solcher Heftigkeit, dass Beischlaf Bedürfnis ward.“ (Hahnemann)

  • Pollution, starke nächtliche P. nach kurz vorhergegangenem Beischlaf Bar-c.Starke nächtliche Pollution nach kurz vorhergegangenem Beischlaf. Pollutionen, einige P. schnell hintereinander, mit nachfolgender Abspannung Bar-c.Einige Pollutionen schnell hintereinander, mit nachfolgender Abspannung. Häufige Samenergüsse bei einem alten Mann, und darauf Gefühl von Trockenheit über den ganzen Körper.

  • Sehr vermehrter Geschlechtstrieb (Nachwirkung). Erhöhter Sexualtrieb Sexualtrieb, erhöht, bei Kindern Bar-c.bei Kinder, erhöhter Sexualtrieb bei K. Bar-c.Kindern, mit Neigung zur Onanie.

  • Hoden, chronische Verhärtung der Bar-c.Chronische Verhärtung, chronische V. der Hoden Bar-c.Verhärtung der Hoden. Gewächse, an den Hoden Bar-c.Gewächse an den Hoden, Gewächse an den Bar-c.Hoden. Starker Schweiß des Hodensacks. Rote, hautlose, nässende, brennend heiße Stelle zwischen Hodensack und Oberschenkel. Heftiges Jucken an der rechten Seite des Hodensacks.

  • Nachtripper, vor dem Harnen gelblich, mit Schmerz in der Fossa navicularis beim Drücken darauf und zu Beginn des Wasserlassens.

Weibliche GenitalienBei Baryta-carbonica-Patientinnen wird man (falls der Bereich der Sexualität betroffen ist) beobachten, dass die Organe, die zum Ausdruck des Sexualtriebs und zur sexuellen Kommunikation dienen, immer kleiner werden und an Funktionsfähigkeit einbüßen. Die gesamte Sexualfunktion reduziert sich, das natürliche sexuelle Verlangen geht allmählich zurück, und die Patientin wird immer vorsichtiger und zurückhaltender in Bezug auf Erotik. Da die Emotionen unterdrückt sind, gibt es kein ausreichendes Ventil für körperliche oder seelische Störungen, und so reagiert der Organismus mit einer Vergrößerung der Lymphknoten, die ja zum Reinigungsapparat des Körpers gehören. Es scheint fast so, als müsste das lymphatische System sämtliche schädlichen und vergiftenden Folgen der emotionalen Unterdrückung aufnehmen – und so werden die Lymphknoten größer und größer.
  • Verminderung des sexuellen Begehrens Bar-c.Verminderung oder völliger Verlust des sexuellen Begehrens. Keinerlei Interesse am Geschlechtsverkehr, kann ihn aber ertragen. Abneigung gegen Geschlechtsverkehr, hat aber Zärtlichkeiten gern.

  • Die Gebärmutter ist erheblich verkleinert. Brüste und Eierstöcke verlieren an Umfang.

  • Verminderte Menses: spärlich, äußerst schwach; von kurzer Dauer; ausbleibend; unterdrückt. Menarche verzögert Bar-c.Verzögerte Menarche.

Im Zusammenhang mit all diesen Manifestationen einer herabgesetzten Sexualfunktion ist Sterilität Bar-c.Sterilität häufig anzutreffen.
  • Zahnschmerzen vor der Regel Bar-c.Zahnschmerzen vor der Regel; Erkältungsneigung während der Regel Bar-c.Erkältungsneigung während der Regel.

  • Reißen, schmerzhaftes R., ruckweise, in der Scham, dass sie schreien möchte, abends Bar-c.Schmerzhaftes Reißen, ruckweise, in der Scham, dass sie schreien möchte, abends.

  • Zystische Tumoren.

RückenIm Rückenbereich bestehen vielfältige Schmerzzustände, besonders im Nacken und im Kreuz.
  • Schwere im Kreuz Bar-c.Schwere im Kreuz, Schwere im K. Bar-c.Kreuz und in den Lenden. Kreuz, spannende Schmerzen im K., abends am schlimmsten Bar-c.Spannende Schmerzen im Kreuz (am schlimmsten abends), im Nacken. Morgens beim Aufstehen Schmerzen zwischen den Schultern, dass er ganz steif davon ist und sich nicht drehen kann. Genicksteifigkeit Bar-c.Genicksteifigkeit, etwa nach dem Mittagsschlaf. Steifheit im Kreuz Bar-c.Steifheit im Kreuz, Steifheit im Bar-c.Kreuz, sodass er sich kaum vom Sitz erheben kann.

  • Spannschmerz vom Rücken her, unter den rechten Rippen nach vorne, beim Aufstehen vom Sitzen und beim tiefen Bücken, Spannschmerz im Rücken beim Bar-c.Aufstehen vom Sitzen und beim tiefen Bücken. Schwäche und Ungelenkigkeit im Rückgrat; bei längerem Sitzen scheint es zusammensinken zu wollen.

  • Charakteristisch für Baryta carbonica ist ein Klopfen, im Rücken, nach Gemütsbewegungen Bar-c.Klopfen im Rücken, Klopfen im R., besonders nach Gemütsbewegungen Bar-c.Rücken, besonders nach Gemütsbewegungen; „pochendes Mucken unten im Kreuze“ (Hahnemann; vgl. LAC CANINUM, SEPIA, SILICEA, NATRIUM MURIATICUM), Klopfen zwischen den Schulterblättern (PHOSPHORUS).

  • Ein weiteres Leitsymptom ist ein ängstliches Gefühl mit Unruhe, Unbehaglichkeit in der Lendengegend, durch Abgang von Blähungen kurzzeitig besser Bar-c.Unruhe und Unbehaglichkeit in der Lenden, Unruhe und Unbehaglichkeit in der Lendengegend, besser durch Abgang von Blähungen Bar-c.Lendengegend, das durch Abgang von Blähungen oder Aufstoßen kurzzeitig gebessert wird.

  • Brennen der Schulterblätter, besser beim Gehen. Stumpfe Stiche durch das linke Schulterblatt, vorn zur Brust heraus. Rückgratverkrümmung.

Lymphknotenschwellungen, im Nacken, am Hinterkopf Bar-c.Lymphknotenschwellungen im Nacken, Hinterkopf, Lymphknotenschwellungen am Bar-c.Nacken, am Hinterkopf. Typisch für das Mittel sind auch Lipome im Halsbereich Bar-c.Lipome im Halsbereich (CALCIUM, THUJA). Kent schreibt: „Mehrmals ist es mir passiert, dass Patienten mich gefragt haben: ‚Herr Doktor, diese Fettgeschwulst auf meinem Rücken ist verschwunden; war das Ihre Absicht?‘ Aber manchmal hatte ich gar nicht gewusst, dass da überhaupt eine war. Diesen Ablauf kann man verallgemeinern, denn so ist es regelmäßig in der homöopathischen Praxis: Der Homöopath verschreibt nicht ein Mittel ‚gegen den Tumor‘, ja es kann sein, dass er bei der Verschreibung nicht einmal an ihn denkt; er gibt das konstitutionelle Mittel, und nicht selten verschwindet die Geschwulst daraufhin nach einer Weile – und nun meint der Patient, man habe ein medizinisches Wunder vollbracht. So bekommt man Ruhm und Dank für das Abheilen einer Warze, viel mehr als für die Heilung des kranken Menschen. Der Arzt, der korrekt verschreibt, bringt die Vitalität des ganzen Organismus in Ordnung, und also heilt er den kranken Menschen – und wenn der Organismus diesen ‚Ordnungszustand‘ erreicht, beginnt er den Körper zu reparieren, es wird ein allgemeiner ‚Hausputz‘ der Gewebe abgehalten, und was überflüssig ist, wird beseitigt.“ Präziser und treffender könnten diese Ausführungen Kents gar nicht sein; dennoch möchte ich etwas hinzufügen: Wenn man es mit einem Fall zu tun hat, bei dem einige Symptome auf Baryta carbonica hinweisen, und wenn der Patient dann im Laufe des Gesprächs erwähnt, dass er eine Fettgeschwulst am Hals hat, dann kann dieses körperliche Lokalsymptom ein bestätigendes Symptom für die Verschreibung sein. So kann jedes lokale Keynote zu einem bedeutsamen konfirmatorischen Faktor bei der Analyse eines Falles werden. Ich glaube nicht, dass Kent gegen diese klärenden Bemerkungen etwas einzuwenden hätte. Die Auswertung aller Informationen, die man vom Patienten erhält, ist eine hohe Kunst, die mehr von uns verlangt als nur die Kenntnis der Materia medica. Ich würde es so sagen: Man benötigt zu ihrer meisterlichen Ausübung auch den „Rat der Erfahrung“.
Auf der Rückenhaut kann es Jucken oder Kribbeln, auf der Rückenhaut, muss sich aufkratzen Bar-c.heftig jucken oder kribbeln, sodass der Patient sich kratzen oder gar aufkratzen muss. Bei einem siebenjährigen Mädchen, das früher an Milchschorf gelitten hatte, erschienen am Hals mit Eiter gefüllte Pustelchen, bei Berührung schmerzhaft, die sich dann in einen juckenden Grind verwandelten. Baryta acetica (das im Allgemeinen wegen der weitgehend identischen Arzneibilder mit Baryta carbonica zusammengefasst wird) führte zu völliger Heilung. (vgl. Diehl, in: Stapfs Archiv 6, S. 70 f.)
ExtremitätenDas charakteristischste Symptom im Bereich der Extremitäten ist, dass die Haut der Hände so Hände, Haut so trocken, dass sie sich wie Pergament anfühlt Bar-c.trocken ist, dass sie sich wie Pergament anfühlt. Zu den Leitsymptomen des Mittels gehören auch Achsellymphknoten, schmerzhafte, geschwollene A., mit Schmerzen in den Armen Bar-c.schmerzhafte, geschwollene Achsellymphknoten, mit Schmerzen in den Arme, Schmerzen in den A. bei schmerzhaft geschwollenen Achsellymphknoten Bar-c.Armen. Hidradenitis axillaris Bar-c.Hidradenitis axillaris. Tumor, abgekapselter T. in der Achselhöhle Bar-c.Abgekapselter Tumor in der Achselhöhle, abgekapselter Tumor in der Bar-c.Achselhöhle. Ein weiteres Keynote ist ein taubes Gefühl, von den Knien zum Hodensack hinaufkriechend Bar-c.taubes Gefühl, das von den Knie, taubes Gefühl kriecht von den K. zum Hodensack hinauf Bar-c.Knien zum Hodensack hinaufkriecht; es verschwindet beim Sitzen.
Sklerodermie Bar-c.Sklerodermie.
Unerträgliches nächtliches Jucken und Kribbeln an Hüften, Beinen, Knöcheln, Fuß- und Fingerrücken, zwingt zu fortwährendem Kratzen. Kribbeln und Einschlafen der Arme; der Hände; der Finger; Waden, Kribbeln und Einschlafen der W., im Sitzen Bar-c.der Waden (im Sitzen); der Füße.
Lähmung, absteigende Bar-c.Absteigende Lähmung. Lähmung bei alten Menschen. Zittern der Füße im Stehen und der Hände beim Schreiben.
Schwere in den Händen und auch in den Füßen vor der Regel Bar-c.Schwere in den Händen und auch in den Füßen vor der Regel, Schwere in den Händen und Füßen vor der Bar-c.Regel. Ziehende oder reißende Schmerzen, die Arme herab. Schwere des linken Arms, die Schulter scheint als einziges Gelenk beweglich; Hand und Unterarm sind wie gelähmt. zittrige Hände bei Alkoholikern Bar-c.Zittrige Hände bei Alkoholikern. Zucken in der Ellenbeuge Bar-c.Zucken in der Ellenbeuge, Zucken in der Bar-c.Ellenbeuge; im inneren oder äußeren Handknöchel. Hände bei alten Menschen: aufgesprungen; blaufleckig und kalt. Warzen Bar-c.Warzen an Händen und Fingern. Schweiß der inneren Fläche der Hände und Finger, nachmittags. Rissigwerden und Abschälen der Haut an den Fingerspitzen.
Spannen in den Beinen bis zur Hüfte hinauf, als wären alle Sehnen zu kurz, am schlimmsten im Stehen bar-c.Spannen in den Beinen bis zur Hüfte herauf, als wären alle Sehnen zu kurz, am schlimmsten im Stehen, im Liegen nachlassend. Morgens Mattigkeit in den Beinen, dass er zusammensinken möchte. Spannen und Reißen in den Beinen, besser beim Gehen. Reißen und Ziehen die Beine herab. Schleppendes Gehen („Schenkelschleppen“), besonders beim Treppensteigen, wegen Lähmungsgefühl in der Mitte der Oberschenkel. Starkes Jucken an den Oberschenkeln (CALCIUM, SULFUR). Stechen im Knie; heftiges Stechen beim Hinknien. Plötzlicher Schmerz, Knie, plötzlicher Schmerz, der in der Kniekehle beginnt und hinten am Bein herunterzieht, als laufe dünner Strom einer heißen Flüssigkeit unter der Haut entlang Bar-c.der in der Kniekehle beginnt und hinten am Bein herunterzieht, als laufe ein dünner Strom einer heißen Flüssigkeit unter der Haut entlang. Gefühl, als ginge eine kalte Luft an die Unterschenkel, bis an die Knöchel.
Füße, geschwollene F. vor der Regel Bar-c.Geschwollene Füße vor der Regel, geschwollene Füße vor der Bar-c.Regel. Das Mittel hat eine Lähmung der Fußbeuger Bar-c.Lähmung der Fußbeuger, Lähmung der Bar-c.Fußbeuger mit Spannung in den Sehnen gebessert. Fuß, rechter F. wird beim Gehen im Freien kalt Bar-c.Beim Gehen im Freien wird der rechte Fuß kalt, und er bekommt ein Spannen in der Wade. Fußschweiß kalt, stinkend Bar-c.Kalter, stinkender Fußschweiß, zwischen den Zehen wundmachend. Außerordentlich übelriechender Fußschweiß, sodass es niemand länger als ein paar Minuten im gleichen Raum mit ihr aushält. Eiseskälte an den Füßen, von Nachmittag bis Abend, und nach dem Niederlegen Hitze am ganzen Körper. Brennen in den Fußsohlen, die ganze Nacht, kann dennoch keine Kühlung daran vertragen. Unruhe in den Füßen im Sitzen.
Krämpfe in den Fußsohlen; Tanzen, Krämpfe in den Fußsohlen beim T.beim Tanzen. Schmerzhafte Hühneraugen. Zehenkrämpfe beim Ausstrecken des Fußes. Schmerzhafte lymphatische Geschwulst am Ballen der großen Zehe.
SchlafWenn jemand dazu neigt, beim Geschlechtsverkehr, Neigung beim G. einzuschlafen Bar-c.Geschlechtsverkehr einzuschlafen, kann das ein Hinweis auf Baryta carbonica sein. Der Geschlechtsakt macht ihn oder sie schläfrig.
Sie kann sich nachmittags des Schlafes nicht erwehren. Benommenheit und Schwere des Kopfes, abends, mit Schläfrigkeit; der Kopf will immer nach vorn fallen. Schläfrigkeit wird beim Arbeiten besser Bar-c.Schläfrigkeit wird beim Arbeiten besser.
Gefühl großer Hitze, Schlaflosigkeit wegen Bar-c.Schlaflosigkeit: wegen Gefühl großer Hitze; durch Aufstoßen; durch Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit durch Bar-c.Bauchschmerzen; durch Zahnschmerzen. Schlaflosigkeit bei alten Leuten.
Unerfrischender Schlaf (auch nachmittags). schläft auf der Seite Bar-c.Schläft auf der Seite (besonders auf der linken).
Träume: ängstlich; lebhaft, abenteuerlich; von Toten; von Halsweh.
Fieber und FrostTrockene Hitze die ganze Nacht, mit Schlaflosigkeit; Kälte, Frost, wenn sie die Hand aus dem Bett streckt Bar-c.wenn sie die Hand aus dem Bett streckt, Kälte, Frost und Durst. Fieberhitze nachts, beim Erwachen Bar-c.Fieberhitze nachts, beim Erwachen. Nächtliche Hitze und Ängstlichkeit, dass er sich nicht zu lassen weiß, bis früh zum Aufstehen. Abwechselnd Frost und Hitze, abends und nachts. Frostschauder, plötzlich, mit Gänsehaut, äußerer Kälte und Sträuben der Haare Bar-c.Plötzlicher Frostschauder, mit Gänsehaut, äußerer Kälte und Sträuben der Haare, vormittags. Frost beginnt im Gesicht, in der Magengrube oder in den Füßen. Frost beim Hereinkommen von draußen ins Zimmer. Stete Kälte, als würde sie mit kaltem Wasser begossen, nachmittags schlimmer.
Schwitzt übermäßig, wenn sie auf der Straße geht und sich einbildet, die Leute redeten alle über sie und beurteilten sie schief. schwitzt stärker bei Anwesenheit Fremder Bar-c.Schwitzt stärker bei Anwesenheit Fremder. Schweiß kehrt Schweiß, jeden zweiten Abend zurückkehrend Bar-c.jeden zweiten Abend zurück. Erschöpfender Nachtschweiß.
Schweiß, halbseititg, übelriechend Bar-c.Halbseitiger übelriechender Schweiß (meist linksseitig).
HautUnerträglicher Juckreiz am ganzen Körper, kribbelnd, brennend oder fressend; nachts, kann aus dem Schlaf wecken; nötigt zum Kratzen, welches nicht oder nur kurzfristig bessert. Jucken hier und da, beim Kratzen entsteht ein heftiger Schmerz. Schlechtes Verheilen kleiner Verletzungen. Warzen, Zysten, Hühneraugen, Sarkome. Talgdrüsenzysten Bar-c.Talgdrüsenzysten. Schorfige Ausschläge. Purpura senilis. Lipome, vor allem am Hals. trockene Haut nach Pollution Bar-c.Trockene Haut nach Pollution.

Baryta iodata

Essenzielle Merkmale
Dieses Mittel hat sich vor allem bei der Behandlung von Kindern als nützlich erwiesen.
Wenn Kinder Kinder, wollen nicht recht wachsen Bar-i.nicht recht wachsen wollen, sich leicht erkälten und stark geschwollene, verhärtete Lymphknoten haben, wenn bei ihnen zudem Trübungen der Cornea, Trübung der Bar-i.Cornea zu erkennen sind – dann sollte man an Baryta iodata denken. Dieses Bild zeigt sich meist bei kachektischen, unter Malnutrition leidenden Kindern. Baryta iodata ruft eine enorme Überversorgung und Vergrößerung des lymphatischen Systems hervor, auf Kosten des Gesamtorganismus, dem zu wenig Nahrung zugeführt wird.
  • Schmerzen die verhärteten Lymphknoten, verhärtet, schmerzhaft bei Berührung Bar-i.Lymphknoten bei Berührung und berichten die Eltern außerdem von einem ständig erhöhten Leukozytenwert, so spricht das bereits sehr deutlich für Baryta iodata.

  • Es gibt auch andere Mittel mit Hornhauttrübung (CADMIUM, CALCIUM CARBONICUM, ARGENTUM NITRICUM etc.) und geschwollenen Halslymphknoten; das unerlässliche Wesensmerkmal von Baryta iodata ist jedoch die Entwicklungsstörung des Kindes, die Hemmung seines Wachstums.

Entwicklungsverzögerung, Verhärtung der Drüsen und Lymphknoten
Die Merkmale von Baryta iodata, die ich hier aufgezählt habe, sind als Charakteristika des Mittels zu verstehen – in dem Sinn, dass sie einem sofort ins Auge springen, wenn man den Patienten zu Gesicht bekommt. Sie prägen entscheidend die pathologischen Zustände dieser Arznei. Fassen wir diese Charakteristika zusammen, so können wir sagen, dass die Hauptwirkung von Baryta iodata in der Verzögerung der Entwicklung, verzögerte Bar-i.Entwicklung und in der Infiltration der Drüsen Bar-i.Infiltration, Vergrößerung und Verhärtung der Lymphknoten, Infiltration, Vergrößerung, Verhärtung Bar-i.Lymphknoten, der Drüsen, Infiltration, Vergößerung, Verhärtung der Bar-i.Drüsen und des Organgewebe, Infiltration, Vergrößerung, Verhärtung des Bar-i.Organgewebes besteht. Die Trübung der Hornhaut, Trübung der Bar-i.Hornhaut ist dabei ein sichtbares Zeichen für das, was sich auch innerhalb des Körpers in den Organen und Drüsen abspielt.
  • Besonders die Tonsillen und die Brustdrüsen (Mastitis Bar-i.Mastitis) sind von dieser Wirkung betroffen. Es können auch neue, selbstständige Wucherungen Bar-i.Wucherungen und Tumoren Bar-i.Tumoren auftreten, wie z. B. Brustkrebs. Auch hier ist zugleich wieder die erwähnte Unterversorgung bzw. Wachstumshemmung des Gesamtorganismus festzustellen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Immunsystem aufs schwerste geschädigt ist.

  • Bei Erwachsenen ist in erster Linie die Schilddrüse affiziert, sodass Symptome von Hyperthyreose Bar-i.Hyperthyreose auftreten: Zittern, Ohnmachtsanfälle, vortretende Augen.

  • Da das lymphatische System stark in Mitleidenschaft gezogen wird, ist die Leukozytenzahl oft erhöht. Zu den klinischen Indikationen von Baryta iodata können daher das Hodgkin-Syndrom Bar-i.Hodgkin-Syndrom und das Pfeiffersches Drüsenfieber Bar-i.Pfeiffersche Drüsenfieber gehören. Es kann bei Staphylome Bar-i.Staphylomen angezeigt sein, ebenso bei Keratoconjunctivitis phlyctaenularis Bar-i.Keratoconjunctivitis phlyctaenularis mit Anschwellen der Lymphknoten bei Kindern, die nicht zu wachsen scheinen.

  • Bezüglich der Wachstumsstörungen kann man in der Tendenz jedoch folgende Unterscheidung treffen: Für Baryta iodata ist nicht der Zwergwuchs typisch, den man oft bei BARYTA CARBONICA beobachten kann, sondern eher eine allgemeine Abmagerung und Auszehrung.

Geist und Gemüt
In der gleichen Weise, wie Baryta iodata die Organe des Körpers verhärtet, infiltriert und „trübt“ es auch Geist und Gemüt, Trübung von Bar-i.Geist und Gemüt. Die Gefühle verhärten sich und sterben ab, ein gleichgültiger, apathischer Zustand tritt ein, der Verstand wird träge und stumpf. Es fällt dem Patienten schwer, sein Hirn in Gang zu setzen, sich zu konzentrieren. Er ist benommen und verwirrt; unfähig, Entscheidungen zu treffen. Geistesschwäche ist ein besonders ausgeprägter Zug dieses Mittels. Kinder können geradezu dumm wirken und scheinen zu keiner geistigen Anstrengung fähig zu sein; schwaches Gedächtnis, sehr vergesslich.
Verglichen mit BARYTA CARBONICA sind Baryta-iodata-Kinder nicht ganz so schüchtern, aber sehr viel unruhiger und auch warmblütiger. Wenn man es also mit einem kleinen Patienten zu tun hat, der stark geschwollene Mandeln hat, den man von Geist und Psyche her als BARYTA CARBONICA einschätzen würde, der aber sehr unruhig ist und dem es an der frischen Luft besser geht (wie PULSATILLA), dann sollte man an Baryta iodata denken. Diese Kinder haben Angst vor Menschen; sie sind weder gesprächig noch gesellig, wollen allein sein, und wenn jemand sie verletzt hat, sitzen sie gern einfach nur da, brüten die ganze Zeit vor sich hin und denken dauernd an die ihnen widerfahrene Kränkung. Das scheinen sie tatsächlich gern zu tun, es bereitet ihnen eher Vergnügen als Schmerz. Die Wirkung von Baryta iodata kann unter Umständen durch NATRIUM MURIATICUM ergänzt werden, wenn das Kind in der Vergangenheit tiefen Kummer erlebt hat.
Bei Erwachsenen, die Baryta iodata benötigen, handelt es sich um chronisch müde Menschen, sowohl in körperlicher als auch in geistiger und psychischer Hinsicht, die das Gefühl haben, ihnen sei alles Interesse am Leben abhanden gekommen. Ihre Lymphknoten und Drüsen sind chronisch geschwollen, besonders die Unterkieferdrüsen. Zwar sind sie immer in Eile, bringen aber nichts zustande; sie können sich auf nichts konzentrieren, weil sie innerlich so gehetzt und zugleich geistig abgestumpft sind. Sie werden leicht zornig und bekommen Wutanfälle, sind also durchaus in der Lage, ihre Wut zu äußern, und trotz ihres im Allgemeinen eher zaghaften und ungeselligen Wesens kommt es vor, dass sie in einen hysterischen Zustand geraten. Ungeduldig, sehr wechselhaft in ihren Stimmungen. In späteren Stadien herrscht Niedergeschlagenheit vor, mit gelegentlichen Wut- und Tränenausbrüchen. Solche Symptome erinnern ziemlich stark an PULSATILLA; aufgrund der geschwollenen Drüsen sollte in solchen Fällen jedoch auch Baryta iodata in Betracht gezogen werden.
Einige weitere Geistes- und Gemütssymptome: Große Angst. Furcht vor Unheil, vor Geistern, vor eingebildeten Dingen. Wahnidee: glaubt, tote Menschen zu sehen. Phantastische Illusionen.
Das Baryta-iodata-Bild enthält viele Gegensätzlichkeiten, viele G. im Arzneimittelbild Bar-i.Gegensätzlichkeiten. So wird die Angst stärker, wenn der Betreffende im Bett liegt, die Schmerzen dagegen bessern sich. Längeres Liegen bessert die Mattigkeit, verschlimmert aber dafür andere Symptome. Er sehnt sich nach kühler, frischer Luft, beim Spazierengehen allerdings fühlt er sich schwindelig, und die körperlichen Beschwerden werden schlimmer. Manchmal will er niemanden um sich haben, dann wieder sehnt er sich nach der Gesellschaft anderer. Essen kann seinen Zustand bessern oder auch verschlechtern. Der Kopf fühlt sich mal kalt an und mal heiß.
Hitze und Hitzewallungen an verschiedenen Körperteilen, besonders aber in Gesicht und Magen.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Starkes Frischluftbedürfnis Bar-i.Frischluftbedürfnis, Besserung durch frische und kalte Luft Bar-i.Besserung durch frische und kalte Luft sind sehr bezeichnend.

  • Erkältet sich leicht; schlimmer bei naßkaltem Wetter.

  • Verhärtungen in vielen Körperteilen, besonders in den Lymphknoten und Drüsen. Schwellung und Entzündung der affizierten Teile und der Drüsen Bar-i.Schwellung und Entzündung der affizierten Teile und der Drüsen, Schwellung und Entzündung der Bar-i.Drüsen. Knochen- und Drüsenschmerzen.

  • Sehr schmerzempfindlich; die Drüsen sind berührungsempfindlich.

  • Leukozytose.

  • Auszehrung.

  • Neigung zu Hämorrhagien.

  • Schwäche; während der Regel.

  • Ohnmachtsanfälle.

  • Allgemeines Völlegefühl.

  • Spannen am ganzen Körper.

  • Pulsieren am ganzen Körper Bar-i.Pulsieren am ganzen Körper. Puls schnell und voll.

  • Krampfartige Muskelbewegungen.

  • Schlimmer: vor dem Essen und beim Fasten; nach dem Essen (manche Symptome); Anstrengung, Bewegung und besonders Gehen verschlimmern sehr. Vor und während der Regel. Liegen auf dem Rücken. Allgemein durch Wärme; in einem warmen Zimmer; wenn ihm warm wird; Druck.

  • Besser: an kalter frischer Luft; nach dem Essen.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel im Liegen; beim Bücken; beim Gehen, Schwindel beim Bar-i.Gehen.
KopfHitze und Blutandrang, abends und nachts. Schwere des Kopfes. Kopfschmerz: morgens beim Aufstehen; Kopfschmerz, besser an der frischen Luft Bar-i.besser an der frischen Luft; schlimmer, wenn die Haare hochgebunden werden, durch Geräusche, beim Gehen, im warmen Zimmer. Zerschlagenheitsschmerz im Kopf. Kopfschmerzen drückend; schießend; betäubend. Reißen im Scheitel.
Schwitzen an der Kopfhaut. Pulsieren, Stirn und Schläfen Bar-i.Pulsieren in der Stirn und den Schläfen.
AugenHornhauttrübung Bar-i.Hornhauttrübung. Bindehautentzündung. Tuberkulöse Iritis, tuberkulöse Bar-i.Iritis. Staphylom. Keratoconjunctivitis phlyctaenularis.
Jucken der Augen. Augenschmerzen: schlimmer durch Licht; Brennen; als wäre Sand in den Augen; Empfindlichkeit. Photophobie. Exophthalmus; erweiterte Pupillen. Gerötete Augen und Lider; geschwollene Lider.
Trüb- und Nebelsehen; Diplopie; Sehschwäche.
OhrenEitrige Mittelohrentzündung, eitrige Bar-i.Mittelohrentzündung. Gefühl wie Flattern in den Ohren. Ohrgeräusche beim Kauen. Verstopfungsgefühl in den Ohren. Schwerhörigkeit.
NaseNasenkatarrh: blutiger Ausfluss; reichlich; harter Schleim; dick; gelb; aus den Choanen. Fließschnupfen mit Husten. Häufiges Niesen. Nasenbluten beim Schneuzen.
Verstopfte Nase nachts. Trockene Nase. Nase gerötet und geschwollen. Schmerzen in der Nase; in der Nasenwurzel.
GesichtKaltes Gesicht. Blutandrang und Röte im Gesicht; blaue Lippen. Manchmal blass, manchmal umschriebene Röte. Gesicht wirkt zusammengezogen und eingeschrumpft; ausgezehrt. Ausschläge im Gesicht und an der Nase; Furunkel und Pickel. Schmerzen im Gesicht; in der Glandula submaxillaris. Schwellung der Unterkieferdrüsen; der Ohrspeicheldrüsen.
MundZahnfleischbluten, eingerissene Zunge. Das Zahnfleisch löst sich von den Zähnen, diese lockern sich. Brennende Zunge, wundes Zahnfleisch. Zahnfleisch geschwollen. Ziehen und Reißen in den Zähnen. Mundtrockenheit am Morgen; trockene Zunge. Übelriechender, sogar fauliger Schleim im Mund. Speichelfluss. Mundgeschmack: übel; bitter; sauer.
HalsHals trocken und wie zusammengeschnürt. Die Mandeln sind vergrößert. Entzündung mit ausgeprägter Schwellung der Mandeln. Pseudomembran. Schmerzen im Hals beim Leerschlucken; Brennen. Schluckbeschwerden. Schwellung und Verhärtung der Halslymphknoten.
Atmung, Brust, HerzBronchitis und Bronchopneumonie gehören zum Wirkungsbereich von Baryta iodata. Schleim in der Luftröhre. Stimme: heiser; rauh, schwach; Aphonie. Atmung: schnell; asthmatisch; erschwert nachts und beim Steigen; rasselnd; kurz; mit Erstickungsgefühl.
Husten: morgens; abends; asthmatisch; trocken am Morgen; rasselnd; krampfartig; erstickend; beim Sprechen; durch Kitzel im Kehlkopf und in der Luftröhre. Expektoration: morgens und abends; schwierig; schleimig; eitrig; salzig; zäh; gelb. Brustkatarrh.
Konstriktion der Brust. Brustbeklemmung. Schmerz in der Brust; Stiche in der Brust und in den Mammae. Lungenlähmung.
Herzklopfen: nachts; stürmisch.
MagenAppetit: vermindert; gesteigert, bis zum Heißhunger, mit Abmagerung; ohne Geschmack an den Speisen; Appetitmangel, mit Abneigung gegen Essen. Übelkeit und Abscheu vor Essen. Extremer Durst; unstillbar.
Leeregefühl im Magen. Völlegefühl und Sodbrennen. Schweregefühl nach dem Essen. Aufstoßen: leer; sauer; Sodbrennen. Aufstoßen bessert. Hitzewellen, im Magen Bar-i.Hitzewellen im Magen, Hitzewellen im Bar-i.Magen. Magenverstimmung mit Schluckauf. Gastritis. Magenschmerzen: nach dem Essen; Krämpfe; Kneifen; Drücken; Empfindlichkeit; Stechen. Würgen. Spannungsgefühl im Magen. Biliöses Erbrechen; wässrig.
AbdomenAuftreibung des Bauches. Vergrößerte Mesenteriallymphknoten. Blähungen; Rumoren. Bauchschmerzen: nach dem Essen; vor und während der Regel; in den Hypochondrien; in der Leistengegend; um den Nabel; krampfartig; schneidend; ziehend; Drücken im Hypogastrium; Stechen in den Hypochondrien und in den Bauchseiten.
Rektum und StuhlVerstopfung; schwieriger, mühsamer Stuhl; Darmträgheit; unzureichender Stuhl; Stuhl hart, knotig. Diarrhö mit gelben, wässrigen Stühlen, viel Wind, äußerlichen Hämorrhoiden. Jucken am Anus. Schmerz im Rektum; Brennen nach dem Stuhl; Tenesmus. Erfolgloser Stuhldrang.
HarnorganeHarnverhaltung: ständig; oft. Häufiges Harnen nachts; unwillkürlich.
Harnmenge reichlich.
Männliche GenitalienVergrößerung der Prostata. Hodeninduration. Erektionsstörungen. Samenabgänge.
Weibliche GenitalienBei Frauen ist das sexuelle Verlangen verstärkt. Blutiger Fluor; vor der Regel. Menses: reichlich; häufig; schmerzhaft; kurz; unterdrückt.
RückenSchmerzen im Kreuzbein; stechender Schmerz im Rücken und in der Lendengegend.
ExtremitätenKalte Hände, Beine und Füße. Heiße Hände. Schwitzende Hände, Handflächen; Füße. Müde Knie. Gliederschwere. Jucken der Glieder. Geschwollene Achsellymphknoten. Taubheit in Armen und Fingern.
Gelenkschmerzen: gichtig; in Hüften; Oberschenkeln; Knien. Stechen in den Knien; reißende Schmerzen in Knien und Beinen.
SchlafTräume: erotisch; ängstlich; lebhaft.

Baryta muriatica

Essenzielle Merkmale
Diese Arznei hat zahlreiche Ähnlichkeiten mit BARYTA CARBONICA (allerdings auch ganz eigenständige, spezifische Merkmale). Die Konzentrationsschwierigkeiten, die geistige Stumpfheit und Verwirrung, all diese Hauptcharakteristika von BARYTA CARBONICA sind auch bei Baryta muriatica zu finden.
  • Große Konzentrationsschwierigkeiten beim Lernen oder Lesen; es fällt ihm schwer, etwas zu begreifen und zu behalten; kann so verwirrt sein, dass er verkehrt antwortet, so als ob er gerade an etwas ganz anderes denken würde.

  • Auch die Unschlüssigkeit, die Unfähigkeit, sich zu entscheiden, ist vergleichbar, ebenso die Zukunftsangst. Für beide Mittel ist Unreife kennzeichnend, die bei Baryta muriatica allerdings sehr schnell in einen Zustand der Idiotie übergehen kann.

Die Hauptwirkung des Mittels scheint sich auf das Nervensystem, die Blutgefäße und die Drüsen zu richten, jeweils auf ganz spezifische Art und Weise.
Wirkung auf das zentrale und periphere Nervensystem
Wir haben es hier primär mit einem „Krampfmittel Bar-m.Krampfmittel“ (in einem weitgefassten Sinn des Wortes) zu tun. Wenn das Nervensystem betroffen ist, sehen wir eine hysterische Person vor uns, die zu Krämpfen, Konvulsionen, Zuckungen oder choreatischen Bewegungen neigt. Es hat den Anschein, als habe sich im Inneren des Patienten ein Energiepotenzial aufgebaut, dem jeglicher Ausdruck verwehrt geblieben ist und das sich nun plötzlich in Form von hysterischen oder epileptischen Anfällen etc. den Weg nach draußen bahnt.
Während eines solchen hysterischen Anfalls verspürt der Kranke eine Angst, ungeheure, nimmt ihm fast den Atem, während hysterischen Anfalls Bar-m.ungeheure Angst, die ihm fast den Atem nimmt. neigt dazu, zu Boden zu stürzen Bar-m.Er neigt dann dazu, zu Boden zu stürzen und sich dort in Qualen zu wälzen. Möglich ist auch folgender Zustand: Die Patientin hat große Angst, verspürt ein Drücken im Magen, ihr ist übel, sie muss würgen – und damit es besser wird, ist sie genötigt, sich zusammenzukrümmen. Bei Baryta muriatica gibt es auch die merkwürdige Empfindung, keine Unterschenkel zu haben; der Betreffende bildet sich ein, auf den Knien zu gehen Bar-m.bildet sich ein, auf den Knien zu gehen. Gemeinsam ist allen diesen Verhaltensweisen eine Tendenz, sich zu beugen, zu krümmen, einzurollen – eine Tendenz nach unten, zum Boden hin. Ein Beispiel: Eine Frau hat den Verdacht, dass ihr Mann sich nicht mehr für sie interessiert, dass er vielleicht ein außereheliches Verhältnis hat. Beim geringsten Anlass, wenn er z. B. irgendeine kritische Bemerkung fallen lässt, wird sie hysterisch: Sie stürzt zu Boden und gerät in einen solchen Angstzustand, dass sie Krämpfe bekommen kann. Dieses Verhalten könnte man so deuten, dass sie in ihrer völligen Hilflosigkeit vor dem allmächtigen Herrn und Meister auf die Knie sinkt, weil sie zu keiner angemesseneren Reaktion fähig ist. (Auch dieses Mittel ist, wie BARYTA CARBONICA, deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern angezeigt.)
Wille und Verstand sind schwach, und so fehlt es der Patientin an dem Mut, sich auf einen Streit einzulassen, einen eigenen Standpunkt zu vertreten, einzufordern, was ihr zusteht. Sie fühlt sich besser in gebückter Haltung, wenn sie sich beugt oder duckt – sowohl in körperlicher als auch in seelischer Hinsicht. Dann hat sie weniger Angst, und ihre Magen- oder Bauchschmerzen lassen nach. Doch dieser Zwang, sich zu beugen, ist seltsamerweise nicht mit einem Gefühl von Erniedrigung verbunden, wie es für NATRIUM MURIATICUM typisch wäre; die Baryta-muriatica-Patientin scheint im Gegenteil die Demut selbst zu sein, ohne eine Spur von Egoismus. Und noch seltsamer ist es, dass die Symptome schlimmer werden, wenn sie sich wieder „aufrappelt“ und erhebt.
Denken Sie in einem solchen Fall daran, dass Sie es mit Verhaltensweisen eines kranken Menschen zu tun haben: verwirrt, nur begrenzt fähig, etwas aufzunehmen und zu begreifen, eine schüchterne, ängstliche Frau, die nicht den Mut hat, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen – und die darum Schutz braucht. Sie neigt dazu, Ängste zu entwickeln: vor Männern; vor Unheil.
Die Baryta-muriatica-Frau hat für gewöhnlich nur wenig soziale Kontakte, redet nicht viel, ist misstrauisch und nicht gern in Gesellschaft. Sie ist eine sehr unsichere Person. Wenn sie sich in jemanden verliebt, steigert sie sich in ihrer Phantasie in eine exzessive sexuelle Erregung hinein, die sich explosiv entladen und dann das Bild einer Psychose, akute, duch sexuelle Erregung Bar-m.akuten Psychose bieten kann. Dies ist im Grunde so etwas wie ein manisch-depressiver Zustand, bei dem die manische Phase immer dann eintritt, wenn die Patientin sich verliebt und ihr dadurch enorm angeregter Sexualtrieb nicht befriedigt werden kann. Sie neigt dazu, sich an den Geliebten zu klammern, ihn regelrecht zu erdrücken. Ihr sexuelles Begehren wird immer stärker, während das des Partners mehr und mehr nachlässt. Wenn ein solcher Zustand erreicht ist, kann dieser Konflikt das erwähnte Syndrom einer akuten Psychose durch sexuelle Erregung zum Ausbruch bringen, das zu den wichtigsten Charakteristika von Baryta muriatica gehört. Die Phantasie schweift leicht zum Sexuellen, das geschlechtliche Verlangen kann irrsinnige Züge annehmen und treibt die Frau zur Nymphomanie bzw. den Mann zur Satyriasis. Sex spielt eine der Hauptrollen bei diesem Mittel und ist der Ursprung eines beträchtlichen Teils seiner Symptomatologie – ganz anders als bei BARYTA CARBONICA.
Während der akuten psychotischen Zustände ist der Patient verwirrt; Desorientierung, idiotisches, kindisches Benehmen Bar-m.idiotisches oder kindisches Benehmen sind dann die vorherrschenden Symptome. Es kommt zu Wahnideen: meint, alles sei verändert; alles wirkt fremd; auch vertraute Dinge erscheinen fremd; seine Umgebung kommt ihm fremdartig, wie verwandelt vor.
Schneller als alle anderen Bariumsalze kann Baryta muriatica schließlich einen Zustand der Imbezillität, der Idiotie Bar-m.Idiotie herbeiführen, mit all den dazugehörigen Merkmalen: stupider Gesichtsausdruck; der Kiefer sinkt herab, Speichel tropft aus den Mundwinkeln, der Blick ist leer. Dieser Zustand kann begleitet sein von epileptischen Anfällen, Chorea oder Lymphknotenschwellungen; hier besteht eine Ähnlichkeit mit CICUTA.
Kommen wir zurück auf die Krampfneigung Bar-m.Krampfneigung, diesen so wichtigen Zug von Baryta muriatica.
  • Sie kann sich manifestieren in: Krämpfen mit Kopfschmerzen, Taubheit, Erbrechen und Brennen im Magen; epileptischen Konvulsionen; epileptiformen Konvulsionen bei vollem Bewusstsein, mit Gefühl wie von elektrischen Schlägen; Konvulsionen in Anfällen mit Erschütterungen und Stößen, die den ganzen Körper herumwerfen; krampfhaftem Zittern und Zucken; Wurmkoliken und -krämpfen.

  • Periodische Krampfanfälle mit Zuckungen und Gliederwerfen, ungeheures Bar-m.ungeheurem Gliederwerfen.

  • Chorea, heftig Bar-m.Heftige Chorea, ständiges Rucken der Arme und Beine, sodass sie selbstständig weder essen noch laufen kann. Das Gesicht ist krampfhaft verzerrt, das Sprechen unverständlich. Alle Krampfbewegungen hören im Schlaf auf.

  • Die Kontrolle über die willkürliche Muskulatur ist verloren, die sensorischen Fähigkeiten aber unbeeinträchtigt; bei vollem Bewusstsein.

  • Auch Lähmungserscheinungen können zum Wirkungsbereich von Baryta muriatica gehören: Multiple Sklerose und andere neuromuskuläre Erkrankungen; Kälte, eisig, des Körpers, mit Lähmung Bar-m.eisige Kälte des Körpers, mit Lähmung; Parese nach Grippe und Diphtherie; allgemeine Muskelschwäche, bis hin zur Lähmung; linksseitige Lähmung, mit Aphasie.

Wirkung auf das Gefäßsystem
Beide Komponenten dieser Bariumverbindung haben eine starke Wirkung auf Herz und Arterien. Das Mittel hat sich einen guten Ruf bei der Besserung von Aneurysmen erworben, insbesondere bei Aneurysma der Aorta descendens und der Aorta abdominalis.
Baryta muriatica verursacht Bluthochdruck Bar-m.Bluthochdruck. Arteriosklerose, mit hohem systolischem und vergleichsweise niedrigem diastolischem Wert.
Der Puls ist oft beschleunigt; Tachykardie durch Aufregung. Puls voll, hart, klein; Pulsspannung gesteigert.
Aufstehen vom Bett löst zahlreiche Symptome aus.
Wirkung auf die Drüsen
Zu den Krankheiten, die besonders auf Baryta muriatica ansprechen, zählen Affektionen der Lymphknoten, Affektionen der Bar-m.Lymphknoten und anderer Drüsen:
  • Schmerzhafte Drüsenschwellungen; enorme Schwellung und Verhärtung der Lymphknoten im Halsbereich; Parotiden hart und geschwollen; Schwellung der Speicheldrüsen; Vergrößerung und Verhärtung der Lymphknoten, der Mandeln und der Bauchspeicheldrüse.

  • Anfälle von Tonsillitis treten im Frühjahr und im Herbst auf.

  • Adenitis; Pfeiffersches Drüsenfieber.

  • Stechen in den Drüsen und entlang der Nerven.

Bei Drüsenerkrankungen ist Baryta muriatica das natürliche Komplementärmittel zu CONIUM; es ist letzterem sehr ähnlich, wirkt aber wesentlich tiefer.
Baryta-muriatica-Kind
Das Baryta-muriatica-Kind ähnelt dem Bild, das wir bereits von BARYTA CARBONICA kennen: stumpfer Verstand, kann nicht lernen und sich nichts merken. Es ist in seiner Entwicklung zurückgeblieben; im Falle einer ernsthaften Erkrankung kann ein Zustand von Imbezillität auftreten. Hat keine Lust zum Spielen; bleibt allein und isoliert, sitzt in der Ecke und tut gar nichts; gibt verkehrte Antworten.
Baryta muriatica passt auf skrofulöse Kinder; auf Kinder, die mit offenem Mund herumlaufen und durch die Nase sprechen; auf stupide wirkende Kinder, die schlecht hören.
Augenentzündung mit Lichtscheu, sodass das Kind die ganze Zeit auf dem Gesicht liegt.
Als Beispiel ein Fall aus der Literatur: „Ein 2-jähriger Knabe litt an allgemeiner Abmagerung: der ganze Hals wie besät mit eiergroßen Drüsenverhärtungen, der Unterleib stark aufgetrieben und hart, der 7. und 8. Rückenwirbel zu einem Buckel ausgetrieben; aus beiden Ohren floß ein stinkender Eiter, Zunge belegt, Appetit sehr gering, Lust zu trockenem Weißbrot; Stuhl nur durch Klistiere zu erzielen; die wenigen Exkremente waren steinhart und weiß von Farbe; Urin gelblich und sehr übelriechend, die Füße angeschwollen.“ (Geheilter Fall von Altmüller, in: AHZ 24, 214)
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • So schwer im Körper, dass er nicht aufbleiben konnte; wie Kraftlosigkeit. Ungewöhnliche Trägheit, mit Neigung, meistens auf dem Sofa zu liegen. Allgemeine Mattigkeit am Morgen, insbesondere schwache Beine mit steifer Muskulatur.

  • Allgemeine Muskelschwäche, auch bis zur Lähmung. Erschlaffung der Muskeln des Körpers und Sinken der Kräfte, dass er kaum zu kriechen und ein Glied zu rühren imstande war. Abgeschlagenheit, Ohnmachtsanwandlungen. Schwäche beim Gehen; durch Treppensteigen. Allgemeine Gefühllosigkeit und Lähmung.

  • Ameisenlaufen am ganzen Körper.

  • Ein wichtiges Merkmal ist ein allgemeiner physischer Angstzustand. Furcht vor dem Baden, wie bei SULFUR.

  • Es herrschen Symptome vor, die nicht von Schmerzen begleitet sind; Schmerz ist eher die Ausnahme.

  • Innerliches Völlegefühl.

  • Blutende Schleimhäute und Geschwüre.

  • Schweiß verfärbt die Wäsche. Folgen von unterdrücktem Fußschweiß (z. B. Angina tonsillaris).

  • Baryta muriatica verlangt nach frischer Luft, allerdings verschlimmern sich dadurch oft die Symptome.

  • Symptome treten vor und während der Regel auf.

  • Besserung: durch Bewegung (manche Symptome); durch Trinken von kaltem Wasser in kleinen Schlucken (Ohrenschmerzen); durch Aufsitzen mit vorgebeugtem Kopf (Atmung); im Liegen auf der rechten Seite; beim Auto- oder Bahnfahren.

  • Verschlimmerung: beim Aufstehen aus dem Bett; Verschlimmerung morgens, nachts Bar-m.morgens, vormittags, nachmittags, abends, nachts und nach Mitternacht; beim Treppensteigen (Atemnot, Herzklopfen, Schwäche); an kalter Luft und wenn dem Betreffenden kalt wird; bei nassem Wetter; im Frühjahr und im Herbst; beim Liegen auf der schmerzenden Seite (Ohrenschmerzen).

  • Beschwerden linksseitig und schlimmer im Sitzen; muss sich hinlegen.

  • Symptome stellen sich im Schlaf ein; Verschlimmerung im Stehen.

Lokalsymptome
SchwindelOhnmachtsanwandlungen; Schwindel beim Gehen; was er sah, drehte sich herum. Schwindel infolge von Blutleere im Gehirn, mit Ohrgeräuschen. Schwindel bei alten Menschen.
KopfSo schwer im Kopf, dass er nicht aufbleiben kann.
Kopfschmerzen bei alten Menschen, aber nicht in Form einer akuten Krisis; eher Schweregefühl als Schmerz. Kopfschmerzen: beim Erbrechen; beim Bewegen der Augen; bei Angina tonsillaris. Verschlimmerung von Kopfschmerzen durch äußeren Druck.
Tinea capitis: auch bis an den Hals und in den Nacken Bar-m.Tinea capitis: auch bis an den Hals und in den Nacken; stark eiternder Ausschlag des behaarten Kopfes; der ganze Kopf ist mit einer dicken, sehr übelriechenden Grindborke bedeckt. Krätzeähnlicher Ausschlag auf der Kopfhaut und am Hals.
AugenPupillen erweitert, unbeweglich, reagieren nicht auf Licht. Die Augen werden ganz steif, er kann sie nicht bewegen. Beide Augenlider angeschwollen, Augäpfel, stark entzündet Bar-m.Augäpfel stark entzündet, mit Lichtscheu, sodass das Kind immer auf dem Gesicht lag. Ophthalmie, skrofulöse Bapt.Skrofulöse Ophthalmie.
Staphylom am inneren Rand der linken Cornea, verbunden mit beidseitiger Ophthalmie.
Augenlider geschwollen, entzündet; Geschwürbildung. Partielle Lähmung des linken Augenlids.
OhrenÜbelriechende Otorrhö (besonders rechts). Stinkender Ausfluss aus beiden Ohren, Ohren, Ausfluss aus den O. stinkt wie fauler Käse Bar-m.wie fauler Käse. Otorrhö nach Scharlach; nach häufigen Ohrentzündungen.
Rechtsseitige Ohrenschmerzen, besser durch schluckweises Trinken kalten Wassers Bar-m. Bar-m.Ohrenschmerzen; schlimmer im Liegen auf der schmerzhaften Seite; besser durch schluckweises Trinken kalten Wassers.
Baryta muriatica hat Summen und Schwirren in den Ohren beseitigt; Ohrgeräusche beim Kauen und Schlucken. Taubheit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Krämpfe, Magenbrennen.
Hinter den Ohren Abszesse, aus denen ein übelriechender Eiter ausfloss (bei Tinea capitis).
Harte, nur wenig schmerzhafte Schwellung der rechten Ohrspeicheldrüse, bald darauf Anschwellen der Glandula submaxillaris und sämtlicher Halslymphknoten.
Geschwulst beider Parotiden, besonders aber der rechten, nach Scharlach.
NaseNiesen im Schlaf Bar-m.Niesen im Schlaf, vier- oder fünfmal vor Mitternacht, ohne aufzuwachen.
Nasenkatarrh. Schnupfen, mit Fieberhitze. „An der Seite der Nasenspitze ein breiter, roter Knoten von etwas beißiger, kitzelnder Wundheitsempfindung, mit kleinen feinen Stichen beim Berühren und Reiben, doch ohne dass diese Empfindung zum Kratzen nötigt.“ (Hahnemann)
Rauheit in der Nase. Näseln Bar-m.Näseln.
GesichtBlasses Gesicht, Gesichtsausdruck ängstlich Bar-m.ängstlicher Ausdruck, tief eingesunkene Augen.
In der Fieberhitze rotes Gesicht. Spannende Empfindung im ganzen Gesicht, mit Ekel und Durchfall. In den Gesichtsmuskeln: empfindliches Ziehen; Zuckungen.
Krampfhaftes Verziehen der Gesichtsmuskeln. Unterkieferdrüsen, vergrößert, verhärtet, schmerzhaft Bar-m.Unterkieferdrüsen sind vergrößert, verhärtet und schmerzhaft. Grindige Ausschläge auf Stirn und Nase.
Mund„Zahnweh, erst fein stechend, dann (zuckend) klopfend nach dem Takte des Pulses, vorzüglich nach dem Schlafe und Zahnweh, nach Mitternacht Bar-m.nach Mitternacht, welches zum Aufsitzen im Bette nötigt.“ (Hahnemann, Hervorhebung G. Vithoulkas)
Zunge und Mund sind trocken. Geschwüre auf der Zunge. Belegte Zunge. Zunge mit Schleim bedeckt. Zungenlähmung. Eine so starke Salivation, dass alle Zähne des Patienten wackelten; die Speicheldrüsen und der Gaumen waren geschwollen, Patient hatte einen solchen Foetor oris wie bei einer durch Quecksilber hervorgerufenen Salivation (nachdem das Mittel gegen eine harte Hodengeschwulst nach unterdrückter Gonorrhö gegeben worden war).
Speichelfluss, bei epileptiformen Konvulsionen Bar-m.Speichelfluss bei epileptiformen Konvulsionen, der Speichel fließt ohne Anstrengung aus dem Mund. Fauliger Geschmack im Mund, auch das Essen schmeckt faulig. Mundgeruch, übel, während der Regel Bar-m.Übler Mundgeruch während der Regel, übler Mundgeruch während der Bar-m.Regel. Zahnfleischbluten. Anschwellung von Zahnfleisch und Schwellung am Gaumen Bar-m.Gaumen.
HalsMandeln vergrößert Bar-m.Mandeln vergrößert; chronische skrofulöse Vergrößerung und Verhärtung. Neigung zu Angina tonsillaris; nach jeder Erkältung entstehend und in Eiterung übergehend; im Frühjahr und Herbst stationär; Katarrh erstreckt sich auf Tonsillen, Epiglottis, Glottis und Tuben; Venen, variköse Bar-m.variköse Venen im Hals;Uvula, Verlängerung der U. Bar-m. Verlängerung der Uvula; hyperämisch- blennorhoischer Zustand Bar-m.hyperämisch-blennorrhoischer Zustand. Anschwellung und Rötung der Uvula.
Baryta muriatica ist nützlich bei Kraftverlust bzw. Parese des Pharynx und der Eustachischen Röhre, mit knackenden Ohrgeräuschen beim Schlucken oder Niesen. (H. C. Allen). Heftiger Schmerz in der rechten Halsseite und im rechten Ohr; Speichel läuft in großen Mengen aus dem Mund; Rachen tiefrot, besonders rechts; Tonsillen nur leicht geschwollen (bei Angina). Entzündung des Rachens und der Speiseröhre. Schluckbeschwerden.
Der Drüsenschwellungen, verhärtet, innen und außen am Hals Bar-m.ganze Hals ist innen wie außen voller verhärteter Drüsenschwellungen. Die Unterkiefer- und Nackendrüsen hatten die Größe von Taubeneiern, zwei sogar die von Hühnereiern, sehr hart und schmerzhaft bei leichtem Druck – ein förmlicher Drüsenkranz.
Juckender Hautausschlag im Nacken.
Atmung, Brust, HerzSchwache, raue, heisere Stimme.
Atemnot und Beklemmung. Mehrmals täglich, aber auch bei Nacht, Beängstigung, Luftmangel, dass er sich auf der Erde wälzen musste Bar-m.überfiel ihn eine solche Beängstigung und ein solcher Luftmangel, dass er sich auf der Erde wälzen musste; er sah aus wie ein Epileptiker, war aber bei vollem Bewusstsein. Er musste beständig aufrechtsitzen, den Kopf nach vorne gebeugt, wobei fast unaufhörlich Schleim und Speichel aus dem Mund lief, ohne Husten oder sonstige Anstrengung. In der linken Seite unter der Magengegend befand sich eine Verhärtung (des Pankreas?), und der Kranke versicherte, von dieser Gegend aus immer den Ursprung seiner Anfälle verspürt zu haben. Baryta muriatica heilte innerhalb von zwei Monaten. (Nach Franks Magazin II, S. 644)
Bronchialerkrankungen bei alten Menschen mit Herzerweiterung. Brustkatarrh. Chronischer Husten bei skrofulösen Kindern. Baryta muriatica fördert die Expektoration. Der Auswurf ist schleimig. Phthisis scrophulosa (Tuberculosis lichenoides), mit flechtenartigem Ausschlag an verschiedenen Teilen des Körpers und beträchtlicher Vergrößerung und Verhärtung eines Hodens. Innere Hitze oben in der Brust.
Aneurysma der Aorta descendens Bar-m.Aneurysma der Aorta descendens. Herzschlag unregelmäßig und schwach, Puls kaum fühlbar. Herzklopfen. Puls: schnell, voll; weich und unregelmäßig.
MagenVerdauung, sehr schwach Bar-m.Sehr schwache Verdauung ist kennzeichnend.
  • Verhärtung und Magen, Verengung des Mageneinganges mit Schmerzen Bar-m.Verengung des Mageneinganges mit Schmerzen, unmittelbar nach dem Essen, mit Empfindlichkeit im Epigastrium.

  • Gefühl von Schwere im Magen; Magendrücken, besonders nach dem Essen fester Speisen.

  • Übelkeit, mit Erbrechen und heftigen Leibschmerzen. Magen, brennendes Gefühl und Erbrechen Bar-m.Brennendes Gefühl im Magen und Erbrechen. Erbrechen mit Bauchschmerzen; erbricht alles, was er zu sich genommen hat, Erbrochenes gemischt mit fadenziehendem Schleim. Erbrechen, heftig, mit Ängstlichkeit Bar-m.Heftiges Erbrechen und Abführen mit Ängstlichkeit. Sechs Stunden lang Erbrechen einer ekelhaft aussehenden und schmeckenden Substanz in jeweils kleinen Mengen. Unaufhörliches krampfhaftes Würgen, große innere Angst, die zum Zusammenkauern zwingt. Fruchtloses Würgen.

  • Magenkrämpfe.

  • Wärmegefühl im Magen, das zur Brust und zum Kopf steigt.

  • Verlangen nach trockenem Weißbrot, trockenen Speisen Bar-m.Verlangen nach trockenem Weißbrot; überhaupt nach trockenen Speisen. Verlangen nach Brot und Butter.

AbdomenAneurysma der Aorta abdominalis; mit Pochen im Bauch, quälend, bei Aneurysma der Aorta abdominalis Bar-m.quälendem Pochen im Bauch.
Anschwellung und Verhärtung der Leber; der Abdominal- und Mesenteriallymphknoten; der Beine. Pankreas, Verhärtung Bar-m.Verhärtung des Pankreas. Verhärtung links unter dem Magen (wahrscheinlich des Pankreas), wo dem Patienten der Ursprung seiner Anfälle von Atemnot mit epileptiformen Konvulsionen zu liegen scheint. Schmerzen in der Nabelgegend, besonders morgens; trockener Husten; starke Esslust; schleimbedeckte Zunge. Borborygmus. Unterleib stark aufgetrieben und hart. In der Leistengegend: Wundheitsschmerz; fötide, jauchige Geschwüre.
Leistenlymphknoten geschwollen Bar-m.Leistenlymphknoten geschwollen und schmerzhaft; eiternd. Wurmerkrankungen Bar-m.Wurmerkrankungen.
Rektum und StuhlHartnäckige Verstopfung. Stuhlgang nur durch Klistiere, danach Stuhl in steinharten, weißen, kleinen Stückchen.
Stuhl mit Schleim bedeckt. Stühle von gallertartigem Aussehen, mit Blut, völlig schmerzlos, alle 15 bis 20 Minuten (bei Dysenterie). Dysenterie bei ausgezehrten, zu klein geratenen Kindern Bar-m.Dysenterie bei ausgezehrten, zu klein geratenen Kindern. Gelbe, schleimige Durchfallstühle; Durchfall mit Erbrechen bis zur Erschöpfung.
Stuhl: dünn, wässrig, sehr stinkend; grünlich und gehackt.
Große Unsicherheit des Afterschließmuskels. Abgang von Spulwürmern und Schleim. Hämorrhoiden, die beim Urinieren vortreten. Fisteln.
HarnorganeZystitis. Schmerzen in der Harnröhre beim Wasserlassen. Fortwährender, so heftiger Urindrang, dass der Urin nicht selten unwillkürlich abging, unter vielen Schmerzen (nachdem das Mittel gegen eine harte Hodengeschwulst nach unterdrückter Gonorrhö gegeben worden war).
Gelblicher Harn, sehr übelriechend; Füße angeschwollen. Harnabgang, häufig Bar-m.Häufiger Harnabgang; Harn mit weißlichem Bodensatz. Wasserlassen, häufig, während des Schwitzens Bar-m.Häufiges Wasserlassen während des Schwitzens. Starkes Ansteigen der Harnsäurewerte.
Männliche Genitaliensexuelles Verlangen, gewaltig gesteigertes Bar-m.Gewaltig gesteigertes sexuelles Verlangen, das zur Satyriasis führen kann. Öftere nächtliche Pollutionen. Nachtripper.
Hoden vergrößert, hart, mit schmerzhaften Stichen. Geschwulst der Hoden und des Hodensacks, schmerzlos (von einer Quetschung des Hodens). Bubonen und immer härter, größer und schmerzhafter werdende Hodengeschwulst, nach unterdrückter Gonorrhö.
Weibliche GenitalienNymphomanie Bar-m.Nymphomanie. Heftiges sexuelles Verlangen führt zu akuter Psychose. Sterilität. Kann das Einsetzen der Menses herbeiführen. Verhärtung, Tumor oder Atrophie der Eierstöcke. Klemmender Schmerz in der Beckenhöhle.
RückenMyelitis. Sklerotische Degeneration des Rückenmarks. Rückgratverkrümmung; buckelförmige Austreibung der Rückenwirbel.
ExtremitätenGliedmaßen gelähmt, eiskalt. Halbseitige Lähmung links. Gliederzittern, Ohnmacht, Zuckungen. Zuckungen, krampfhafte, in Händen und Füßen Bar-m.Krampfhafte Zuckungen in Händen und Füßen.
Schmerzlose Zuckungen im Arm, besonders nachts. Geschwollene Hände und Füße. Abgeschlagenheit und Schwäche der Muskeln. Schmerz in der linken Schulter, schlimmer bei Bewegung; leichte Schwellung und verstärktes Pulsieren über dem Schlüsselbein (durch Erweiterung der Arteria subclavicularis). Ausschlag, hirsekorngroße Knötchen, an beiden Händen Bar-m.Hirsekorngroßer Knötchenausschlag an beiden Händen; an den Fingern. Grindiger Ausschlag, grindig, an Oberschenkeln und Unterleib Bar-m.Ausschlag an Oberschenkeln und Unterleib.
Abmagerung, an den Oberschenkeln und am Gesäß Bar-m.Abmagerung an den Oberschenkeln und am Gesäß. Starkes Anschwellen der Beine und des Leibs, nach Scharlach. Spannung in den Schenkeln. Knieentzündung. Beim Knien ein heftiger Stich, gefolgt von einem seltsamen Spannen in der rechten Kniescheibe, das das Gehen erschwert. Spannen und erhöhte Wärme im Knie. Beide Füße dick angeschwollen. Folgen von unterdrücktem Fußschweiß. Krämpfe in den Zehen.
Fieber und FrostBaryta muriatica kann einen fiebrigen Allgemeinzustand erzeugen, mit vermehrtem Durst, Appetitlosigkeit, Trockenheit von Mund und Zunge, Schluckbeschwerden, schnellem, vollem Puls, gerötetem Gesicht und Mattigkeit; dieser Zustand dauert meistens sieben Tage und ist gelegentlich begleitet von Augen-, Ohren- oder Nasenkatarrh oder von Entzündungen der Haut.
Den ganzen Tag ist die Patientin in trockener Hitze; nervöser Puls; Kopf stark angegriffen. Frost abends, mit Durst. Abwechselnd Frost und Hitze (bei chronischer Angina tonsillaris).
Während des Fiebers: starke Eiterung der skrofulösen Geschwüre (bei einem Jungen); merkliche Vergrößerung der geschwollenen Halslymphknoten (bei einem Mädchen).
Kalter Schweiß. Schweiß verfärbt die Wäsche. Verstärkte Hautausdünstung.
HautKrampfartige Hautkontraktionen.
Grindige Hautausschläge an Kopf, Hals, Nacken, Unterleib und Schenkeln. Gelbliche, schuppige Hautausschläge. Flechtenartiger Ausschlag an verschiedenen Körperteilen. Herpes farinosus, der den ganzen Körper bedeckt, das Gesicht ausgenommen. Ausschläge, skrofulöse Bar-m.Skrofulöse Ausschläge. Verstärkte Eiterung von skrofulösen Geschwüren. Stinkende, jauchige Geschwüre in der Leistengegend. Bei einem kleinen Mädchen war Geschwüre am ganzen Körper Bar-m.der ganze Körper mit Geschwüren bedeckt, der ganze Kopf mit einer dicken, sehr übelriechenden Grindborke behaftet, hinter den Ohren Abszesse, aus denen ein übelriechender Eiter ausfloss; Baryta muriatica heilte. Stark eiternder Grind auf der Kopfhaut. Beißender Schmerz in der Haut. Sehr kalte Körperoberfläche.

Baryta sulphurica

Essenzielle Merkmale
Wenn bei einem schüchtern und vielleicht auch verwirrt wirkenden, verschlossenen Menschen, dem es an der frischen Luft besser geht, SULFUR angezeigt scheint, aber nicht wirkt, kann man es mit Baryta sulphurica versuchen. Dasselbe gilt bei Fällen, die im wesentlichen dem BARYTA-CARBONICA-Bild entsprechen, aber durch eine ungewöhnlich kritische Haltung gegenüber anderen auffallen. Solche Patienten Kritik, behält seine Kritik für sich Bar-s.behalten ihre Kritik allerdings für sich, sprechen sie nicht aus, weil sie sich nicht gerne auf Diskussionen einlassen.
Das Mittel kann angezeigt sein bei Fällen von Epilepsie, wenn die Patientin den Eindruck Zurückgezogenheit, völlige Bar-s.völliger Zurückgezogenheit vermittelt, andere Menschen und soziale Kontakte meidet und Angst, in eine Unterhaltung einbezogen zu werden Bar-s.Angst davor hat, ein Gespräch anzufangen oder in eine Unterhaltung einbezogen zu werden – nicht etwa aus Mangel an Intelligenz oder weil sie keine eigene Meinung hat, sondern vielmehr weil sie Gesellschaft und Gespräche einfach nicht mag und sich vor solchen Kontakten scheut oder gar fürchtet (ganz ähnlich wie bei BRYONIA).
Typisch ist der totale Rückzug auf sich selbst; sie lebt ihr eigenes Leben, ganz für sich, und will niemanden daran teilhaben lassen. Menschenscheu, Furcht in einer Menschenmenge und Abneigung dagegen, dass man ihr Gesellschaft leistet, sind charakteristische Züge.
Das Nervensystem scheint ständig angespannt zu sein. In den Frühstadien schlägt sich dies in einer Kopf, leichte, unwillkürliche Bewegung des Kopfes Bar-s.leichten unwillkürlichen Bewegung des Kopfes nieder, als säße der Kopf locker und fiele immer auf die Seite, auf die sie sich gerade lehnt. Später treten auch Krämpfe und epileptische Anfälle auf.
Eine derart verschlossene Persönlichkeit, die in keiner Weise fähig ist, ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen, wird auf tiefe Enttäuschungen oder tiefen Kummer leicht mit hysterische Anfälle Bar-s.hysterischen Anfällen reagieren. Es ist ein Hauptmerkmal dieses Mittels, dass die Gefühle sich aufstauen, weil ihnen kein Ventil zur Verfügung steht, und sich schließlich explosionsartig entladen – doch nicht in Form von Aggressionen gegenüber anderen, sondern als unkontrollierbare hysterische Gefühlsausbrüche.
Baryta-sulphurica-Menschen sind launisch und ausgesprochen unsicher, und darum wollen sie ständig mehr haben, als sie eigentlich brauchen können; sie wünschen sich etwas und legen es bald wieder weg, weil sie es nicht benötigen. Auch eine starke Tendenz zu Ohnmachtsanfällen ist typisch.
Das Mittel hat relativ wenige Baryta-Merkmale, dafür umso mehr Charakteristika der anderen Komponente, SULFUR. Zwar finden wir auch hier, wie bei BARYTA CARBONICA, die Abneigung gegen geistige Betätigung; die Verwirrtheit, besonders morgens oder abends; die Gedächtnisschwäche, insbesondere das Vergessen von Wörtern während des Sprechens; die Konzentrationsschwierigkeiten; die allgemeine Neigung zur Imbezillität – aber das Baryta-Element prägt das Wesen von Baryta sulphurica nicht so entscheidend, wie es bei den anderen Bariumsalzen der Fall ist.
Das eigentliche Leitsymptom ist vielmehr die Zurückgezogenheit und Verschlossenheit, mit Abneigung gegen oder Furcht vor Kommunikation Bar-s.Abneigung gegen oder gar Furcht vor Kommunikation, obwohl innerlich eine äußerst kritische Haltung gegenüber anderen Bar-s.kritische Haltung gegenüber anderen besteht. Die Patienten sind misstrauisch Bar-s.misstrauisch und argwöhnisch.
Ebenfalls als Leitsymptom kann man eine Schreckhaftigkeit nach dem MittagsschlafSchreckhaftigkeit nach dem Mittagsschlaf bezeichnen, als sei die Patientin noch nicht völlig aus dem Reich des Schlafs zurückgekehrt.
Einige weitere Geistes- und Gemütssymptome:
  • Angst in der Nacht; vor Mitternacht; Angst kommt in der Fieberhitze, Angst kommt während der F. auf Bar-m.Fieberhitze auf; Zukunftsangst. Furcht am Abend; vor dem Tod; vor Unheil. Immer in Eile. Ungeduldig. Ausgeprägte Reizbarkeit, besonders abends. Gleichgültigkeit, Trägheit und Verlust der Willenskraft. Redet im Schlaf. Geistes- und Gemütssymptome werden an der frischen Luft besser.

  • Einige pathologische Zustände, bei denen das Mittel angezeigt sein kann:

  • Hautausschläge, besonders am Kopf, mit Anschwellen der Lymphknoten, vor allem der submaxillären. Verhärtung,

  • Entzündung und Schwellung von Lymphknoten und Drüsen.

  • Basedowsche Krankheit, mit Zittern, am ganzen Körper, des Kopfes Bar-m.Zittern am ganzen Körper, des Kopfes, der Hände. Schmerzlose Lähmung, Lähmung, halbseitig, meistens rechts Bar-m.halbseitig, meistens rechts;

  • Lähmung einzelner Organe.

  • Baryta sulphurica wirkt bei Katarakt, wenn die Allgemeinsymptome übereinstimmen. Es hat Hornhauttrübung geheilt.

Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Die Baryta-sulphurica-Symptome zeigen sich besonders morgens oder nachts, nach Mitternacht; während und Essen, Auftreten der Symptome nach dem Bar-s.nach dem Essen (schlimmer Essen bis zur Sättigung, Verschlimmerung nach Bar-s.nach Essen bis zur Sättigung).

  • Symptome treten vor und während der Regel auf.

  • Schwäche nach dem Essen Bar-m.Schwäche nach dem Essen; während der Regel; beim Gehen.

  • Auftreten und Verschlimmerung von Symptomen: bei Bewegung, Gehen, Anstrengung, körperliche, Auftreten und Verschlimmerung von Symptomen bei Bar-s.körperlicher Anstrengung, Steigen, Treppensteigen, Auftreten und Verschlimmerung von Symptomen durch Bar-s.Steigen, Treppensteigen; wenn er sich aufrichtet; im Stehen; in einem geschlossenen Raum; durch kalte Luft; durch Kaltwerden; bei naßkaltem Wetter; durch Baden. Schmerzen und andere Symptome schlimmer durch Druck.

  • frische Luft, Verlangen nach und allgemeine Besserung durch Bar-s.Verlangen nach frischer Luft und allgemeine Besserung dadurch; besser beim Gehen im Freien Bar-s.besser beim Gehen im Freien.

  • Abmagerung, Marasmus Bar-m.Marasmus.

  • Ausgeprägte physische Angstzustände.

  • schlaffes Gefühl in harten Körperteilen Bar-s.Schlaffes Gefühl in harten Körperteilen.

  • Schwäche- und Ohnmachtsanfälle, Erschlaffen der Muskeln.

  • Taubheit einzelner Teile Bar-s.Einzelne Teile werden taub und kribbeln. Gefühl von Zusammenschnüren an vielen Körperteilen. Muskelzuckungen. Spannen am ganzen Körper Bar-s.Spannen am ganzen Körper. Pulsieren am ganzen Körper.

  • Schwacher Puls bei Bewegung.

  • Erweiterte Blutgefäße.

  • Reißende Schmerzen in den Lymphknoten.

  • Steifheit der Muskeln und Gelenke.

  • Beschwerden durch unterdrückten Fußschweiß.

  • Erkältungsanfälligkeit; Mangel an Körperwärme.

  • Abneigung gegen Bewegung.

  • Schwere und Mattigkeit. Verlangen, sich hinzulegen Bar-s.Verlangen, sich hinzulegen.

Lokalsymptome
SchwindelGegenstände drehen sich im Kreis; im Stehen; beim Gehen.
KopfKopfschmerzen, schlimmer beim Bücken Bar-s.Kopfschmerzen:
  • Schlimmer: abends; wenn ihm heiß wird; in einem warmen Zimmer; durch Sonnenhitze; im Sommer; durch Erschütterung; durch Husten; nach dem Essen; nach Schlaf; im Liegen; wenn er Kopf und Augen bewegt; durch Kopfschütteln; durch Druck; durch Niesen; Bücken, Kopfschmerzen schlimmer beim Bar-s.beim Bücken; beim Gehen.

  • Besser: Kopfschmerzen, besser an der frischen Luft Bar-s.an der frischen Luft; beim Spazierengehen im Freien.

  • Orte: in der Stirn;rechte Seite, Kopfschmerzen schlimmer auf der Bar-s.Kopfseiten, Schmerzen in den Bar-s. schlimmer auf der rechten Seite; in den Kopfseiten; in den Schläfen.

  • Arten:

    • bohrender Schmerz in der Stirn und in den Schläfen; ruckender Kopfschmerz; Kopfschmerz wie wund und zerschlagen; Stechen im Kopf bar-s.Stechen im Kopf.

    • Gefühl von elektrischen Schlägen im Kopf.

    • Mal ist der Kopf kalt, ein andermal ausgeprägte Hyperämie des Kopfes, mit kalten Füßen.

    • Leeregefühl im Kopf.

    • Gefühl, als sei das Gehirn locker Bar-s.Gefühl, als sei das Gehirn, Gefühl als sei das G. locker Bar-s.Gehirn locker.

    • Gefühl, als bewege sich etwas im Kopf Bar-s.Gefühl, als bewege sich etwas im Kopf, Gefühl, als bewege sich etwas im K. Bar-s.Kopf.

  • Ausschläge auf der Kopfhaut: Schorfe, auf der Kopfhaut Bar-s.Schorfe; nässende Ausschläge; Pickel.

  • Jucken der Kopfhaut Bar-s.Jucken der Kopfhaut, Jucken der Bar-s.Kopfhaut.

  • Ameisenlaufen auf der Kopfhaut, mit Haarausfall.

  • Kopfschweiß.

AugenKonjunktivitis, Blepharitis. Die Augenlider kleben morgens zusammen. Geschwollene Lider. Trockene Augen. Gerötete Augen. Hervortreten der Augen Br-s.Hervortreten der Augen, Hervortreten der Bar-s.Augen. Pupillen sind erweitert und reagieren nicht auf Licht. Jucken und Tränen.
Schmerzen in den Augen bei angestrengtem Sehen; Licht, Augenschmerzen schlimmer durch Bar-s.schlimmer durch Licht. Brennen beim Gebrauch der Augen; Brennen in den Augenwinkeln. Drückende Schmerzen; Schmerz wie durch Sand im Auge; reißende Schmerzen. Lähmung des Sehnervs. Photophobie Bar-s.
Photophobie. Schwarze Flecken vor den Augen; Mückensehen. Trübsichtigkeit. Grauer Star.
OhrenBlutige Absonderung aus dem Ohr. Ausschlag hinter den Ohren. Kribbeln der Ohren. Jucken in den Ohren. Zucken in den Ohren. Ohrgeräusche: Klingen;Ohren, Sausen, Brausen in den Bar-s. Sausen, Brausen in den Ohren Bar-s.Sausen, Brausen.
Schmerzen im rechten Ohr; Ziehen hinter dem Ohr; Stechen in den Ohren. Pulsieren im Ohr. Schwerhörigkeit Bar-s.Schwerhörigkeit.
NaseStändig das Bedürfnis, sich zu schnäuzen. Fließschnupfen mit Husten. Nasenkatarrh: Absonderung blutig; dick; gelb; übelriechend. Nasenbluten beim Schnäuzen. Trockenheit in der Nase Bar-s.Trockenheit in der Nase, Trockenheit in der Bar-s.Nase. Die Nase ist oft verstopft. Häufiges Niesen. Geschwollene Nase. Überempfindlicher Geruchssinn.
GesichtGesicht kalt; blass oder rot; rot und heiß, bei gleichzeitiger Kälte der Extremitäten.
Schmerzen: ziehend; in der Glandula submaxillaris, Schmerzen in der Bar-s.Glandula submaxillaris.
Krampfhaftes Zucken im Gesicht. geschwollenes Gesicht Bar-s.Geschwollenes Gesicht; Anschwellen der Parotis; der Glandula submaxillaris, Anschwellen der Bar-s.Glandula submaxillaris; schmerzhaft.
Ausschläge im Gesicht: Akne; Furunkel; schorfig; Ekzeme; Herpes; Pickel. trockene, aufgesprungene Lippen Bar-s.Lippen trocken, aufgesprungen Bar-s.Lippen trocken, aufgesprungen.
MundDas Zahnfleisch löst sich von den Zähnen, blutet, schwillt an. Zahnschmerzen schlimmer durch Kaltes; kalte Getränke; nach dem Essen; durch Warmes.
aufgesprungene Zunge Bar-s.Aufgesprungene Zunge aufgesprungen Bar-s.Zunge. Weißer Belag auf der Zunge. Die Zunge brennt. Speichelfluss. Brennende Bläschen im Mund und auf der Zunge. Übler, sogar fauliger Mundgeruch. Schlechter Geschmack im Mund, bitter oder sauer.
Erschwertes Sprechen.
HalsZusammenschnüren im Hals. Trockenheit und Rauheit im Hals. Gefühl eines Klumpens im Hals. Vergrößerte, geschwollene Mandeln; Vereiterung. Rachenschleimhaut mit Exsudaten belegt, Hals voll zähen Schleims. Nase, Flüssigkeiten werden in die N. gedrängt Bar-s.Flüssigkeiten werden in die Nase gedrängt. Halsschmerzen beim Leerschlucken. Speiseröhrenkrämpfe beim Schlucken Bar-s.Speiseröhrenkrämpfe beim Schlucken, Speiseröhrenkrämpfe beim Bar-s.Schlucken.
Atmung, Brust, HerzLuftröhrenkatarrh mit reichlichem Schleim. Heiserkeit; Stimmverlust; Stimme rauh; schwach.
Atmung: beschleunigt; asthmatisch; nachts und beim Steigen erschwert; rasselnd.
Husten: morgens nach dem Aufstehen; an kalter oder feuchtkalter Luft; asthmatisch; schlimmer beim Sprechen; durch Kitzel in Kehlkopf und Luftröhre; quälend; Keuchhusten. Auswurf: morgens und abends; schwierig. Bronchitis mit ausgeprägter Konstriktion und Beklemmung.
Pusteln auf der Brust bar-s.Pusteln auf der Brust, Pusteln auf der Bar-s.Brust. Jucken an der Brust; an den Mammae.
Herzklopfen, nachts, ängstlich, stürmisch Bar-s.Herzklopfen: nachts; ängstlich; stürmisch.
MagenAppetit: wechselnd; vermindert; Heißhunger; leicht zu sättigen; appetitlos.
Abneigung gegen Essen. Verlangen nach Süßigkeiten Bar-s.Verlangen nach Süßigkeiten. Durst, am Abend Bar-s.Durst am Abend; unstillbar.
Im Magen, Hitzegefühl im Bar-s.Magen: Hitzegefühl, im Magen Bar-s.Hitzegefühl; Kältegefühl; Leeregefühl. Magendrücken nach dem Essen Bar-s.Magendrücken nach dem Essen. Empfindlichkeit in der Magengegend. Aufstoßen: nach dem Essen; bitter; leer; sauer; wässrig; Wasseraufschwulken Bar-s.Wasseraufschwulken. Völlegefühl im Magen, selbst wenn er nur wenig gegessen hat.
Schwache und langsame Verdauung. Übelkeit am Morgen. Erbrechen: gallig; schleimig; sauer; wässrig.
AbdomenAufgetriebener Bauch, mit Blähungen und Völlegefühl. Der Bauch ist vergrößert und hart; Anschwellen der Mesenteriallymphknoten. Bauchschmerzen: morgens; nach dem Essen; während der Regel; bei Bewegung; bei Druck; nach dem Stuhlgang. Schmerzen in der Leistengegend: krampfartig; schneidend; vor dem Stuhlgang.
Rektum und StuhlVerstopfung; Darmträgheit; schwieriger Stuhlgang; ungenügender Stuhl; harter, knotiger Stuhl. unwillkürlicher Stuhlgang Bar-s.Stuhlgang, unwillkürlich Bar-s.Unwillkürlicher Stuhlgang. Ständig oder oft erfolgloser Stuhldrang. Während und nach dem Stuhlgang: Rektumschmerzen; Druck; Wundheit; Stechen; Tenesmus.
Durchfall: schlimmer nachts und durch Erkältung; gelbe, wässrige Stühle.
Übelriechende Winde. Kribbeln und Jucken in Rektum und Anus. Äußere Hämorrhoiden, äußerlich Bar-s.Hämorrhoiden. Anus, ständiges Nässen des Anus Bar-s.Ständiges Nässen des Anus.
HarnorganeHarnverhaltung. Dysurie. Harndrang: dauernd; häufig; plötzlich, muss schnell auf die Toilette, sonst geht der Harn vorher ab. Wasserlassen nachts: häufig; reichlich; unwillkürlich Chronischer Harnröhrenausfluss; eitrig.
Männliche GenitalienKein sexuelles Verlangen, keine Erektionen. Verhärtung der Hoden. Schweiß am Hodensack. Nächtliche Pollutionen.
Weibliche GenitalienAuch bei Frauen besteht kein sexuelles Verlangen. Fluor: brennend; reichlich; scharf, wundmachend. Regelblutung Menses, spärlich Bar-s.spärlich; unterdrückt. Brennen der Vulva.
RückenJucken am Rücken. Gefühl wie von einem Gewicht im Rücken.
Rückenschmerzen: vor und während der Regel; im Sitzen; in der Lendengegend, abends sowie vor und während der Regel; im Kreuz. Ziehen in der Lendengegend; Stechen im Rücken, in der Zervikal- und Lumbalregion; Brennen im Rückgrat und in der Lendengegend. Pulsieren in der Lendengegend. Schwäche in der Lendengegend. Steifheit im Rücken; in der Nackengegend. Spannen im Rücken.
ExtremitätenKalte Hände und Füße. Schwitzen an den Händen, den Handflächen. Übelriechender Fußschweiß; unterdrückter Fußschweiß. Die Hände sind sehr trocken.
Aufgesprungene Hände und Finger. Schmerzhafter Ausschlag an den Gliedern; Pickel.
Gliederschwere. Schwäche in den Beinen.
Taubheit in den Armen; den Händen; den Fingern. Jucken an den Gliedern; an den Oberschenkeln. Zucken der Beine.
Reißen in allen Gliedern: im Unterarm; im Handgelenk; in den Beinen; in den Oberschenkeln; in Knie, Reißen in den Bar-s.den Reißen in den Knien Bar-s.Knien; in den Unterschenkeln; in den Füßen. Stechen in den Knien Bar-s.Stechen in den Knie, Stechen in den Bar-s.Knien.
Glieder und Gelenke wie zerschlagen. Spannen in den Oberschenkeln Bar-s.Spannen in den Oberschenkeln. Lähmung, schmerzlos Bar-s.Schmerzlose Lähmung der oberen Gliedmaßen. Wadenkrämpfe. Unterschenkelgeschwüre.
SchlafTiefer Schlaf. Spätes Einschlafen. Unruhiger Schlaf. Schläfrig nach dem Mittagessen. Träume: angstvoll; erschreckend; von Unglück; lebhaft.
Fieber und FrostFieber abends und nachts; abwechselnd mit Frösteln; brennende Hitze; überlaufende Hitze. Schüttelfröste; halbseitiger Frost Bar-s.halbseitiger Frost, halbseitiger Bar-s.Frost, im Allgemeinen links. Frösteln an der frischen Luft; beim geringsten Luftzug. Kälte im Bett Bar-s.Kälte im Bett; äußerliche Kälte; Frostanfälle, täglich Bar-s.tägliche Frostanfälle.
Schweiß: nach Mitternacht; kalt; beim Essen; übelriechend; an einzelnen Körperteilen; im Schlaf; beim Erwachen.
HautSehr empfindliche Haut. Spannen. Zeitweise brennende Haut, sonst kalt; aufgesprungene Haut. Haut brennend und trocken. Blasser Teint; rote Flecken.
  • Ausschläge: brennend, mit gelber Feuchtigkeit; trocken; schlimmer nach Kratzen, nach Aufkratzen; fressend; schorfig; brennend; stechend; eiternd.

  • Tuberkel Bar-s.Tuberkel; Knötchen; Flechten; Ringelflechte; Pickel; Bläschenausschlag; Urticaria Bar-s.Urtikaria.

  • Nach Kratzen: Bläschen; Nässen; Stechen.

Exkoriationen. Ameisenlaufen.
Jucken nachts; juckendes Stechen; im warmen Bett. Kleine Wunden heilen langsam und eitern oft. Warzen Bar-s.Warzen: klein; stechend.

Belladonna

Essenzielle Merkmale
Wenn der Arzt deutlich einsieht, „was an den Arzneien, das ist, an jeder Arznei insbesondere, das Heilende ist“, wie Hahnemann uns in § 3 des Organon einschärft, dann wird er sich nicht länger einen engen Begriff von unseren homöopathischen Mitteln machen. Vielmehr wird, wer dies „Heilende“, die Essenz eines Mittels versteht, das Feld seiner Anwendungsmöglichkeiten in voller Breite erkennen können.
Mit der häufig stattfindenden Einstufung unserer Arzneien als „akute“ oder „konstitutionelle“ Mittel werden künstliche Grenzen gezogen, die in der Homöopathie in Wahrheit nicht existieren. So wird Belladonna im Allgemeinen als Akutmittel angesehen, zählt aber, wie ich aus meiner persönlichen Praxis weiß, auch bei chronischen Zuständen zu den am häufigsten benötigten Polychresten.
Belladonna zeichnet sich durch hochgradige Intensität und Lebhaftigkeit aus. Wie der Patient selbst, so beeindrucken auch die Krankheitsverläufe bei diesem Mittel durch die enorme Energie, die sich in ihnen ausdrückt. Belladonna kann Pathologien produzieren, die zu den außergewöhnlichsten und exzessivsten unserer gesamten Materia medica zählen; große Heftigkeit und Gewaltsamkeit kennzeichnen, wie es scheint, den Verlauf der pathologischen Prozesse. Und entsprechend strahlen konstitutionelle Belladonna-Menschen im Allgemeinen Vitalität, Kraft und Intensität aus. Sie scheinen über ein hohes Maß an gut ausbalancierter Lebensenergie zu verfügen. Bei erschöpften und apathischen Menschen wird das Mittel kaum einmal von Nutzen sein; vielmehr sehen Belladonna-Patienten zumeist ganz gesund und robust aus. Es scheint sich in der Regel um Menschen zu handeln, bei denen keine tiefgreifende miasmatische Krankheit vorliegt und bei denen sich nicht eine Vielzahl von Krankheitsschichten herausgebildet hat. Und so entwickeln sie in den ersten Stadien der Pathologie auch häufig nur wenige geistige und emotionale Symptome. Zudem tritt bei ihnen fast durchweg nach der Einnahme des Mittels eine deutliche Erstverschlimmerung ein, und im Allgemeinen ist keine intensive Langzeitbehandlung erforderlich.
In den meisten homöopathischen Materiae medicae wird besonders die Plötzlichkeit der Belladonna-Zustände betont. Es ist sicherlich richtig, dass akute Beschwerden bei diesem Mittel eine solche plötzliche Qualität haben, und auch für bestimmte Krisen bei chronischen Erkrankungen mag dies zutreffen; in typischen chronischen Belladonna-Fällen wird man jedoch sehr häufig eher eine langsame und stetige Intensivierung der Symptome antreffen, die sich über Jahre erstreckt. Und so ist es nichts Ungewöhnliches, wenn ein Belladonna-Patient etwa Folgendes berichtet: zunächst recht harmloser Beginn der Beschwerden, dann stetige Verschlimmerung, bis sie in der letzten Zeit (z. B. im Verlauf des letzten Jahres) ganz unerträglich geworden sind, sodass der Betreffende sich nun gezwungen sieht, sich in Behandlung zu begeben.
Die Pathologie eines konstitutionellen Belladonna-Patienten beschränkt sich im Allgemeinen auf die physische Ebene – im Gegensatz zu den Krankheitsverläufen, die wir von anderen Mitteln kennen: denn normalerweise entwickeln unsere Patienten zunächst zwar lediglich körperliche Symptome, wenn aber Stress oder unterdrückende Therapien hinzukommen, dringt die Krankheit auf tiefere, zentralere Ebenen des Organismus vor, in den Bereich von Geist, Gemüt und Emotionen, sodass wir in den meisten Fällen eine Mischung von physischen und psychischen Symptomen antreffen. Belladonna-Konstitutionen hingegen scheinen die Pathologie im Allgemeinen auf der Ebene einer spezifischen körperlichen Störung sozusagen in Quarantäne zu halten und eine „Ansteckung“ tieferer Ebenen zu vermeiden, was möglicherweise ihrer relativ starken Vitalität zuzuschreiben ist. Entsprechend liest sich ihre Krankheitsgeschichte meist als eine fortschreitende Intensivierung der physischen Störung, wobei kaum Beeinträchtigungen auf der geistigen oder emotionalen Ebene festzustellen sind. Typisch ist z. B., dass ein Patient von anfangs selten auftretender und eher leichter Migräne berichtet, die während der vergangenen zwei Jahre immer häufiger geworden ist und nun bereits mehrmals pro Woche auftritt – und das so heftig, dass die Schmerzen ihn fast wahnsinnig machen.
Wie aus diesen Ausführungen ersichtlich, finden Diagnose und Verschreibung bei Belladonna im Allgemeinen aufgrund körperlicher Beschwerden statt. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch bei diesem Mittel eine charakteristische Persönlichkeitsstruktur gäbe, der wir uns nun zuwenden wollen.
Äußere Erscheinung
Belladonna-Patienten sehen im Allgemeinen recht vital und eher plethorisch aus. Oft sind sie rot im Gesicht, die Augen leuchten.
Geist und Gemüt
Menschen, die Belladonna benötigen, sind lebhaft. So wie sie auftreten, sind sie nicht leicht zu übersehen. Sie gehören zu dem Menschentyp, der in einer Gruppe sofort auffällt; bei Parties oder Feiern stehen sie oft sogar im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit – eben wegen ihrer leuchtenden Augen und der enormen Vitalität, die sie ausstrahlen. Für gewöhnlich handelt es sich um intellektuelle Typen, sehr intelligent und voller Ideen, die sie höchst lebendig vortragen; aber sie sind nicht die Art Menschen, die unbedingt die Gesellschaft anderer suchen.
Belladonna-Menschen sind Persönlichkeiten mit Substanz, voll innerem Reichtum; sie haben starke Gefühle, lebhafte Gedanken und Phantasien. Mehr als alles andere aber sind sie erregbar. Zwar meiden sie Gesellschaft nicht direkt, doch ihr inneres Erleben scheint so intensiv zu sein, dass sie keiner weiteren Stimulation von außen bedürfen. Tatsächlich gehen sie starken Außenreizen sogar eher aus dem Weg und haben eine Abneigung gegen helle, laute Örtlichkeiten. Zudem benötigen sie, starke Charaktere, die sie sind, auch nicht die Unterstützung anderer. Sie zeigen nicht gerne, wenn sie leiden (obwohl sie es während einer Krise meist nicht verbergen können), und brauchen keinen Trost. Vielmehr neigen sie dazu, ihre Probleme für sich zu behalten.
So, wie Belladonna in vielen Arzneimittellehren dargestellt wird, kann man manchmal den Eindruck bekommen, man müsse es schon mit einem sich in Krämpfen windenden oder delirierenden Patienten zu tun haben, der ganz und gar außer sich ist, bevor man die Verschreibung dieses Mittels rechtfertigen könne. Meine eigenen Erfahrungen mit chronischen Fällen – denjenigen, die ich als den konstitutionellen Belladonna-Typ bezeichnen möchte – sehen anders aus. Ich habe zahlreiche Belladonna-Patienten gesehen, die keinerlei psychische Pathologie zeigten. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, dass konstitutionelle Belladonna-Fälle im Allgemeinen hauptsächlich körperliche Symptome entwickeln; werden die Abwehrkräfte des Patienten allerdings massiv überbeansprucht, so kann die Pathologie sprunghaft auf tiefere, zentralere Schichten des Organismus übergreifen. Dann können wir ein plötzliches Einsetzen von geistigen und psychischen Störungen beobachten, nicht jedoch eine progressiv sich entwickelnde Psychopathologie.
Diese Störungen von Geist und Gemüt nun, die sich bei Belladonna schließlich einstellen können, lassen sich als Akzentuierung der bereits beschriebenen Persönlichkeitsstrukturen verstehen. Sie zeigen eben die Intensität, die für die körperlichen Symptome bei Belladonna so typisch ist; es ist, als würde ein Sturm ausbrechen.
Reizbarkeit und Wut
Reizbarkeit, Wut und schließlich starke Impulse und heftige Manie können dann auftreten. Die Reizbarkeit ist das einzige Gemütssymptom, das von Beginn an vorhanden ist und sich durch alle Stadien zieht. Sehr häufig findet man in der Vorgeschichte des Patienten Ungeduld mit Wutausbrüche, plötzliche Bell.plötzlichen Wutausbrüchen. Diese Menschen können vor Wut buchstäblich explodieren. Wenn sie ihre Wutanfälle haben, brüllen sie herum und „schreien das ganze Haus zusammen“. Die Wut ist so groß, dass sie sie zum Husten bringen kann, wobei sie knallrot im Gesicht werden. Selbst die eigenen Fehler erzürnen den Belladonna-Patienten so sehr, dass er am liebsten alles kaputtschlagen würde.
Manchmal wechseln Wut und Tränen einander ab, ein Zustand, in dem er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat. So schnell, wie die Wut aufkommt, so schnell vergeht sie aber auch wieder, wie ein tobender Sturm, der rasch wieder abflaut. Man sollte sich allerdings davor hüten, einem Belladonna-Patienten während seines Wutanfalls mit guten Ratschlägen zu kommen – mag es noch so gut gemeint sein, es wird ihn erst recht verrückt machen und zu noch schlimmeren Ausbrüchen führen.
Ängste
Wegen ihres starken Charakters neigen Belladonna-Menschen nicht zu Ängsten und Befürchtungen. Gelegentlich kann es zu Angst um die eigene Gesundheit kommen, vor allem vor Krebs, die aber durch die Versicherungen eines Arztes schnell besänftigt wird und bald wieder vergessen ist. Auch Furcht vor dem Tod oder vor der Dunkelheit kann in seltenen Fällen auftreten. Die bekannteste Belladonna-Furcht ist natürlich die vor Hunden (und allgemein vor Tieren). Und aufgrund ihrer lebhaften Phantasie ist es nicht verwunderlich, dass Belladonna-Patienten sich vor eingebildeten Dingen (eben z. B. schwarzen Hunden) fürchten.
Ängste können auch in einer Menschenmenge und während der Regel auftreten; bisweilen alternieren Angst- und Wutanfälle. Insgesamt kommt jedoch den Ängsten bei Belladonna-Fällen keine sehr große Bedeutung zu.
Delirium und Wahnideen
Die Einbildungskraft, lebhafte Bell.lebhafte Einbildungskraft und die Erregbarkeit von Belladonna sind bereits angesprochen worden. Unter bestimmten Umständen kann die Phantasie plötzlich mit dem Patienten durchgehen, sodass Halluzinationen Bell.Halluzinationen oder Visionen Bell.Visionen in ihm aufsteigen. Meistens ist das während Fieberzuständen der Fall, doch auch psychische Störungen können solche Illusionen hervorrufen. Die Visionen erscheinen nicht selten bei weit geöffneten Augen, und der Patient halluziniert nicht etwa blasse und geisterhafte Gestalten, sondern vielmehr lebendige, scharf umrissene Bilder. Wenn ein Patient im Gespräch berichtet, dass er bei Fieber leicht ins Delirium gerät und dann zu visuellen Wahnvorstellungen neigt, kann dies als gewichtige Bestätigung für die Verschreibung von Belladonna gewertet werden.
Außer im Fieber können die Belladonna-Wahnideen auch bei hysterischen Zuständen auftreten oder auch aus Kopfverletzungen oder aus Unterdrückung der Menstruation resultieren. Fast immer gehen sie mit Pupillen, erweitert, im Delirium Bell.erweiterten Pupillen und Gesicht, gerötet Bell.gerötetem Gesicht einher.
Das Belladonna-Delirium kann sich sehr massiv und intensiv gestalten; im folgenden einige Beispiele, die Vergiftungsfällen mit Tollkirschen entnommen sind. Es soll hier jedoch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass derartige Extremzustände keineswegs Bedingung für die Verordnung des Mittels sind. „Am Abend befiel ihn ein derart heftiges Delirium, dass es dreier Männer bedurfte, um mit ihm fertig zu werden; tobend, rasend; Gesicht blaurot, Augen hervorragend, von stark injizierten Gefäßen gerötet, Pupillen sehr groß; Arterien an Kopf und Hals sichtlich pulsierend; konnte nicht schlucken; Puls voll, hart und sehr frequent.“ „Förmliche Raserei: biß und schlug nach den Wärtern; die anhaltenden Delirien wurden zuweilen durch lautes Lachen und Zähneknirschen unterbrochen.“ Wirft die Arme unaufhörlich hin und her. Bewegt die Lippen wie zum Sprechen, bringt aber keinen Laut oder nur unverständliche Töne in rascher Folge hervor. „Als man versuchte, den Urin im Nachtgeschirr aufzufangen, ergriff Patient dasselbe mit einer Hand und hielt es von sich gestreckt zum Bette heraus und mit der anderen Hand hielt er den Penis und pißte fort.“
Einige Beispiele für die Wahnideen, die bei derartigen Delirien auftreten können: Schreit, er müsse nach Hause, weil dort alles verbrannt sei; Einbildung, dass jemand versucht, ihm die Bettdecke wegzuziehen; dass sein Körper zwischen den Oberschenkeln zusammensinkt; dass Kakerlaken durch das Zimmer schwärmen; dass das Bettlaken mit Gurken bedeckt sei; sieht verstorbene Personen; fürchtet sich vor einem eingebildeten schwarzen Hund; weiß nicht, ob er träumt oder wacht; schläfrig und doch wachend, glaubt er zu träumen; sieht Riesen; sieht den Kopf eines Freundes aus einem Flaschenhals ragen; es ist ihr, als ob eine Stelle auf der linken Seite des Kopfes durchsichtig und braungefleckt wäre; ihre Nase kommt ihr durchsichtig vor; glaubt, ein Jongleur zu sein; sieht leuchtendbunte Bilder, glänzende Gegenstände; hält den Arzt für einen Polizisten; glaubt, auf einem Ochsen zu reiten; sieht Gespenster und Tiere im Feuer; Bäume erscheinen ihm als Menschen in phantastischen Kostümen; sieht große Schildkröten im Zimmer usw. – die Wahnideen von Belladonna sind unermesslich, es gibt hier einfach nichts, was es nicht gibt.
Auch Stupor bzw. stuporöse Zustände können vorkommen. Zwei wichtige Symptome: Tiefe Betäubung, zeitweise unterbrochen von gellendem Aufschreien; Bewusstlosigkeit mit Konvulsionen oder Zucken der Gliedmaßen.
Gewalttätigkeit und Zerstörungswahn
Ein durchgehender Zug des Belladonna-Bildes ist eine Neigung zur Gewalttätigkeit. Wenn sich bei dem Betreffenden Anzeichen einer psychischen Pathologie zeigen, kann er ein Verlangen äußern, Gewalt auszuüben. Im Frühstadium mag er noch darum kämpfen, die Kontrolle über in ihm aufsteigende Zwänge zu gewalttätigem Verhalten zu behalten; vorkommen kann z. B. das zwanghafte Bedürfnis, jemanden zu beißen Bell.Bedürfnis, jemanden zu beißen oder an den Haaren zu ziehen. Dabei kann es sich um zufällig anwesende, ihm völlig unbekannte Personen handeln, denen er plötzlich ins Haar greifen zu müssen meint – doch in diesem Stadium kann er sich noch beherrschen. In Wutanfällen oder im Delirium hingegen versucht er tatsächlich, die Umstehenden zu schlagen oder zu beißen, er beißt in Gegenstände; statt zu essen, beißt er den (hölzernen) Löffel entzwei und knurrt und bellt dabei wie ein Hund, beißt in alles, „was ihm vorkömmt“ (Hahnemann).
In solchen delirösen Zuständen oder auch bei psychischen Störungen können sich Belladonna-Patienten ausgesprochen destruktiv verhalten: sie wollen sich die Kleider zerreißen, töten oder getötet werden. Auch unter Alkoholeinfluss kann sich ein solcher Zerstörungswahn einstellen. Überhaupt wird die Belladonna-Psychopathologie durch den Genuss alkoholischer Getränke massiv verschlimmert.
Manische Zustände
Hat der Belladonna-Patient schließlich ein Stadium erreicht, in dem ihm jegliche Selbstkontrolle abhanden gekommen ist, verfällt er in manische Zustände von einer Heftigkeit, wie wir sie von keinem anderen Mittel unserer Materia medica kennen. Wie oben bereits erwähnt, ist der konstitutionelle Belladonna-Patient im Allgemeinen zwar recht widerstandsfähig gegen psychische Störungen; werden seine Abwehrkräfte jedoch überlastet, so können wir ein sprunghaftes Übergreifen der Pathologie auf das Gemüt beobachten, das zu plötzlich eintretenden, massiven Geistesstörungen führt. Dann wird der Patient erschreckend destruktiv, wild, gewalttätig, will andere schlagen oder beißen. Es ist etwas wilder Blick Bell.Wildes in ihm, in seinem Blick; er entwickelt ungeheure Kräfte, bellt und knurrt wie ein Hund. In den von Wut freien Augenblicken möchte er sterben, sich umbringen. Belladonna ist bei manisch-depressiven Fällen angezeigt, wenn nach einer manischen Phase von der Art, wie sie oben beschrieben wurde, lange Phasen der Depression folgen, in denen der Patient sich töten will: durch Erhängen, durch Erstechen oder indem er sich sonst wie Gewalt antut.
Auch im Fieberwahn können sich schubartig Zustände einstellen, die den beschriebenen Manien gleichen. Man kann etwa Fälle von extremem Delirium zu Gesicht bekommen, wo der Patient im Zimmer umhertappt, buchstäblich die Wände hochzugehen oder Gegenstände von der Wand zu sammeln versucht, große schwarze Tiere an Wänden und Möbeln sieht, um sich spuckt und Grimassen schneidet – und zu alledem über immens gesteigerte Kräfte verfügt. Es ist wirklich erschreckend, so etwas zu beobachten. Ein andermal hat der Patient Halluzinationen, sieht alle möglichen Phantome, böse Geister und Gespenster, Gesichter mit scheußlichen Fangzähnen, er redet von Teufeln und dass der Teufel ihn holen werde. Mitten in solchen wahnhaften Zuständen lacht er manchmal höhnisch, sardonisch, ja bösartig. Er schlägt um sich nach eingebildeten Gegenständen, nach den Umstehenden, er schlägt sich mit der Hand auf den Unterleib, so stark und oft er kann, schlägt sich mit den Fäusten ins Gesicht, schlägt mit dem Kopf gegen die Wand. Auch Krämpfe können auftreten.
Epileptiker, die Belladonna benötigen, zeigen all die Tobsucht, die Wut, die Intensität, die für dieses Mittel typisch sind; schreckenerregende Verzerrungen des Gesichts.
Belladonna-Wutanfälle können auch durch Kopfschmerzen ausgelöst werden.
In all diesen Zuständen ist der Belladonna-Patient derart erregt, dass man ihn oft nur zu berühren braucht, um einen erneuten Anfall herbeizuführen.
Geistesstörungen und ihre auslösenden Ursachen
Wenn ein Belladonna-Patient aus irgendeinem Grund sehr wütend wird und kein passendes Ventil für seinen Zorn findet, kann dies bis zum Wahnsinn eskalieren; ebenso können unterdrückte Hautausschläge, unerfüllter oder unterdrückter Ehrgeiz, großer Schreck, Kummer oder Demütigung ihn in den Wahnsinn treiben. Wie dieser sich äußert, hängt im Allgemeinen von der auslösenden Ursache ab, es gibt aber einige kennzeichnende Merkmale, die man eigentlich immer beobachten kann: das Funkeln in den Augen, die Hitze im Gesicht, die innere Erregbarkeit, die ziellose Unruhe und die gesteigerten Körperkräfte.
Gehen derartige Geistesstörungen auf unerfüllten oder unterdrückten Ehrgeiz zurück, so sind sie meist durch eine Menge Prahlereien geprägt. Der Kranke behauptet z. B., eine großartige Erfindung gemacht zu haben, die ihm sehr viel Geld einbringen werde. Er füllt eifrig Schecks über viel zu hohe Beträge aus, um Dinge zu kaufen, die er sich eigentlich nicht leisten kann oder gar nicht braucht. Seine Sprechweise ist erregt, gespannt, voller Energie; er brüstet sich andauernd mit seinen Leistungen. Nachts findet er kaum Schlaf, den ganzen Tag rennt er ziellos umher. Wenn jemand versucht, ihm zu widersprechen, geht sein Temperament mit ihm durch, er bekommt einen Wutanfall, wird ernsthaft aggressiv und will den anderen impulsiv töten.
Ist der Auslöser hingegen enttäuschte Liebe, kann der Wahnsinn eine andere Form annehmen. Dann beginnt der Betreffende zu tanzen, manchmal wie wild, schreit und singt, klatscht in die Hände, springt über Stühle und Tische, reißt sich die Haare aus, schwingt obszöne oder „unschickliche“ Reden und stößt Flüche aus. Er spuckt und beißt um sich. Stöhnen, mit Hüpfen und Tanzen abwechselnd.
Bei Hahnemann ist folgende Beschreibung eines Belladonna-Wahnzustands zu finden: „Unsinnigkeit; sie ziehen sich aus, laufen im bloßen Hemde durch die Straßen, machen wunderliche Gebärden, tanzen, lachen laut und schwatzen und begehren närrisches Zeug.“
Wiederum anders ist das Bild bei Irrsinn, der aus Kummer resultiert; allerdings sollten auch hier die oben erwähnten Grundcharakteristika bei Belladonna-Geistesstörungen vorhanden sein. In diesem Fall mag der Patient z. B. den halben Tag dasitzen und Nadeln oder Stöckchen zerbrechen; macht lächerliche Gebärden (eine Frau, die sich mit Tollkirschen vergiftet hatte, tat z. B., als wüsche sie, dann, als zählte sie Geld, dann, als tränke sie); er will sich verstecken, wobei ihm die Furcht in die Augen geschrieben steht; er hat das Gefühl, vom Teufel besessen zu sein oder von der Polizei verfolgt zu werden; meint, in zwei Teile geteilt, zerschnitten zu sein. Er muss zwanghaft alles anfassen; läuft die ganze Zeit im Kreis herum.
Auch wenn die psychischen Störungen sich als Pyromanie Bell.Pyromanie oder Kleptomanie, Bell.Kleptomanie äußern, sollte man an Belladonna denken.
Kent liefert uns eine schöne Zusammenfassung des ganzen Bildes: „Die Geistes- und Gemütssymptome von Belladonna sind wunderbar zu untersuchen, aber schrecklich anzusehen. Sie sind von der Art, wie man sie bei heftigem Fieber und bei manischer Erregung, im Delirium zu sehen bekommt. Die Erregung zieht sich durch das ganze Bild; Heftigkeit zeichnet alle geistig-psychischen Symptome aus … Das Delirium ist wild: der Patient benimmt sich wie ein Wilder; er schlägt, beißt, zerreißt Gegenstände; tut ungewöhnliche, seltsame, unerwartete Dinge – in diesem Zustand ist er höchst erregbar. Derartige Gemütssymptome, Delirium und Erregung, wie sie im Fieber auftreten, bessern sich sehr oft durch eine leichte Mahlzeit.“
Schlaf
Der Belladonna-Schlaf ist außerordentlich aufschlussreich, verläuft er doch häufig mit der gleichen Intensität, die das Mittel insgesamt prägt. Viele Patienten Schlaf, redet laut, streitet sich im Bell.reden laut im Schlaf oder zanken sich gar („redet zänkisch im Schlafe“, Hahnemann). Schlafend beichten sie auf die lebhafteste Weise, was sie tagsüber gemacht haben. Zähneknirschen, Singen, Stöhnen, Ächzen im Schlaf sind nichts Ungewöhnliches für Belladonna; er dreht sich unruhig im Bett herum und streckt sich; manchmal scheint er eine Art Wutanfall zu bekommen und tritt nach seinem „Mitschläfer“. Generell wissen die Leute, die mit einem Belladonna-Patienten das Bett teilen, von seiner ungeheuren Aktivität im Schlaf zu erzählen. Auch Schlafwandeln kommt vor.
Manchmal findet er die ganze Nacht keinen Schlaf, schreckt beim geringsten Geräusch auf, seine Haut brennt, er hat Verstopfung und Kopfschmerzen.
Belladonna-Kind
Das Belladonna-Kind ist, wie nach dem Vorangegangenen nicht anders zu erwarten, energiegeladen und sprudelt über vor Lebendigkeit; unruhig, mit roten Wangen, heißer Haut und funkelnden Augen. Es springt die ganze Zeit herum, klettert über Tische und Bänke und bleibt auch im Sprechzimmer nicht auf seinem Platz sitzen. Belladonna-Kinder sind außerordentlich lebhaft, phantasievoll und empfänglich für Eindrücke aller Art. Und was immer sie tagsüber erleben, sie scheinen es im Schlaf noch einmal durchzumachen. Von den Eltern erfährt man, wie unruhig ihre Kinder schlafen: Reden oder Schreien im Schlaf, Aufstehen und Schlafwandeln. Bettnässer, die nur schwer aus dem Schlaf zu wecken sind; Bettnässen, das nach dem Genuss von Zucker oder Süßigkeiten auftreten kann.
Häufig wird man in der Vorgeschichte eine Neigung zu Krämpfen bei hohem Fieber finden.
Belladonna ist ein aggressives Kind, das sich mit anderen rauft, dabei aber nicht wirklich boshaft ist wie etwa STRAMONIUM.
Bei Bauchschmerzen, wenn das Kind alles erbricht, was es gegessen hat, kann ein Belladonna-Kind heftigen Durst bekommen; große Erschöpfung. Wenn es sich dann flach auf den Bauch legt, wird es besser.
Hat der kleine Patient eine Hirnhautentzündung, so wird er ganz wild, ist völlig außer sich; die Aggressionen steigern sich ins Unermessliche, er schlägt die Umstehenden, verzieht sein Gesicht zu schrecklichen Grimassen, verdreht die Glieder und ist extrem unruhig. Im Delirium redet er wie ein Wasserfall und lacht oft und heftig; erkennt seine Eltern nicht. Die Krämpfe können so schlimm sein, dass das Kind von einer plötzlichen Konvulsion aus dem Bett geworfen wird. Wenn es bei solchen Krampfanfällen bewusstlos geworden ist, bohrt es den Zeigefinger manchmal so hart und mit solcher Gewalt in die Nase, dass es ein Loch gibt; versucht man dann, seine Hand zu fassen, um es davon abzuhalten, sich weitere Verletzungen zuzufügen, so löst man damit einen neuen schweren Krampfanfall aus.
Kent schreibt dazu: „Bei Belladonna verbleibt das Kind oft in tiefem Stupor – jenem Stupor, der so oft Hirnkongestionen begleitet; dann sind die Pupillen erweitert, die Haut ist heiß und trocken, das Gesicht ist rot und die Karotiden klopfen. Wenn der Stupor fortschreitet, wird das Kind schließlich blass, und da nun auch Hirnbasis und Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen werden, kontrahieren sich die Halsmuskeln und ziehen den Kopf nach hinten; das Kind rollt den Kopf hin und her; starrer Blick bei erweiterten Pupillen. Diese Art von Geisteszustand kann bei Scharlach und bei zerebrospinaler Meningitis auftreten.“
Zu den Belladonna-Krämpfen bei Kindern sagt Kent: „Sie können durch Licht ausgelöst werden, durch kalte Zugluft oder durch Verkühlung. Nervöse, aufgeweckte (‚brainy‘) Kinder, mit großen Köpfen …“
Belladonna ist eines unserer ähnlichsten Mittel zu jener furchtbaren, gerade junge Menschen befallenden Krankheit, die als Gilles-de-la-Tourette-Syndrom Bell.Gilles-de-la-Tourette-Syndrom bekannt ist. Kinder, die an dieser Krankheit leiden, schneiden fürchterliche Grimassen, haben starke Tics in den Gesichtsmuskeln; sie sind so unruhig, dass sie nicht einmal ein paar Sekunden lang stillsitzen können; aus der Nase und dem Kehlkopf kommen schreckliche Laute: Bellen, Räuspern, Husten, Stöhnen, Schnaufen, Schmatzen. Sie machen einen zurückgebliebenen Eindruck und wirken äußerst impulsiv: Mal verhalten sie sich destruktiv, dann sind sie wieder lieb und brav. Sie scheinen einfach alles zu tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt.
Selbst bei erwachsenen Belladonna-Patienten scheint Weinen eine lindernde Wirkung zu haben. Belladonna kann angezeigt sein, wenn Kinder (und sogar schon Säuglinge) sehr weinerlich sind, aber nicht getröstet werden wollen; Trost verschlimmert vielmehr. Sie weinen einfach um des Weinens willen, und das scheint ihnen gut zu tun. Und wenn das merkwürdige Symptom auftritt, dass es dem Kind generell besser geht, wenn es den Finger in die Nase, die Ohren oder auch in die Wangen bohrt, dann sollte dies als besonders eindringlicher Hinweis auf eine Belladonna-Indikation gewertet werden. Auch Essen bessert die meisten Belladonna-Zustände. So wurde bei Hydrozephalus und ähnlichen Krankheitszuständen beobachtet, dass die Kinder so lange schreien, bis sie etwas zu essen bekommen.
  • Ein weiteres Charakteristikum von Belladonna ist Unruhe, beim Stuhlgang Bell.Unruhe beim Stuhlgang.

  • Wenn Kinder mit Hirnkongestion krank im Bett liegen, ist der Kopf extrem heiß, und die Schläfen- und Halsschlagadern klopfen sichtbar, Pulsieren, heftiges P. der Schläfen- und Halsschlagadern Bell.pulsieren sehr heftig.

  • Bei Fieber erinnert das Belladonna-Kind manchmal auch an CHAMOMILLA oder CINA; in solchen Fällen ist es launisch, kann es nicht ertragen, wenn man ihm gut und beruhigend zuredet, wird wütend, wenn man ihm gute Ratschläge geben will, beklagt sich, dass alles bitter schmeckt, verlangt nach Dingen und weist sie zurück, wenn es sie bekommt, und fängt beim geringsten Anlass an zu weinen.

  • Auch wenn Kinder Würmer haben, sollte an Belladonna gedacht werden.

Sexualität
Zwar hat Belladonna für gewöhnlich ein ausgeglichenes Sexualleben, doch kann auch dieser Bereich von der Pathologie in Mitleidenschaft gezogen werden: dann steigert sich das sexuelle Verlangen ins Maßlose, und exzessive Sexualpraktiken, Nymphomanie und häufige Masturbation können die Folge sein. Belladonna-Menschen kennen keine Scham in ihrem Sexualverhalten; Exhibitionismus kann vorkommen.
Extreme sexuelle Erregung, die schwer zu befriedigen ist; sie kann so stark werden, dass eine Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs den ganzen Organismus durcheinanderbringt und z. B. zu Kopfschmerzen oder gar Fieber führt. Frauen können ein gesteigertes sexuelles Begehren entwickeln, das sich in erster Linie auf Sexualität in der Ehe richtet; sie können geradezu besessen von der Vorstellung sein, zu heiraten.
Sprache
Belladonna kann Sprachstörungen entwickeln, bis hin zum Stottern. Das Sprechen ist stark erschwert, die Sprachorgane offenbar geschwächt; Hahnemann spricht von „stammelnder Schwäche des Sprech-Organs“ und „Lähmungs-Schwäche der Sprach-Werkzeuge“. Zeitweilige Aphasie, bringt keinen Ton heraus. Stammeln wie im Rauschzustand; verworrenes Gerede, hastig, unzusammenhängend, ungereimt, unsinnig, unverständlich.
Kausative Faktoren
Die Belladonna-Symptomatologie kann verschiedene Auslöser haben; die zugrundeliegende Idee ist jedoch meist folgende:
  • Der Kreislauf des Patienten wird durch irgendeinen Stressfaktor, insbesondere durch Hitze, Kälte, Symptome entwickeln sich durch Bell.Kälte oder Erregung, Symptome entwickeln sich durch Bell.Erregung gestört, und daraufhin entwickeln sich die Symptome.

  • Auch unerfüllter Ehrgeiz, unerfüllter E. kann Beschwerden auslösen Bell.Ehrgeiz kann Beschwerden auslösen, wenn sich also z. B. jemand ein Projekt vorgenommen hat, durch das er zu Reichtum oder Berühmtheit gelangen wollte, und dies schiefgeht.

  • Weitere Causae: Kopfverletzungen, Symptome durch Bell.Kopfverletzungen, Liebeskummer, Schicksalsschläge, Kummer, Wut, Schrecken.

Allgemeine Bemerkungen
Die Belladonna-Pathologie scheint immer in Extremen zu verlaufen. Wenn z. B. Reizbarkeit auftritt, ist sie immer bis zum äußersten gesteigert. Und auch die körperlichen Beschwerden sind im Allgemeinen sehr heftig. Es gibt z. B. kaum leichte, nagende Kopfschmerzen, sondern sie sind meistens sehr stark, Kopfschmerzen, pochend, berstend Bell.pochend und berstend; in der gesamten Materia medica begegnen wir nur selten so heftigen Kopfschmerzen wie bei Belladonna. Fieber steigt sehr schnell und sehr hoch usw. Es ist, als wäre der Organismus an einem bestimmten Punkt nicht mehr in der Lage, die Symptome im Zaum zu halten: Sie brechen aus, wüten eine Weile und vergehen dann plötzlich – einen erschöpften Patienten zurücklassend.
An anderer Stelle wurde bereits darauf hingewiesen, dass dies keineswegs eine Beschränkung der Arznei auf akute Krankheitszustände bedeutet; zwar setzen die einzelnen Krisen plötzlich und unvermittelt ein, doch die chronischen Erkrankungen werden meist nur ganz allmählich schlimmer und erreichen schrittweise die für Belladonna typische extreme Intensität.
Um noch einmal auf die physische Pathologie zurückzukommen, die bei Belladonna ja im Allgemeinen vorherrschend ist: ihr Zentrum hat sie sehr oft im Gefäßsystem. Hitzewallungen und Gefäßstauungen, Kongestionen der Blutgefäße und klopfende, pulsierende Schmerzen, das sind die Merkzeichen dieses Mittels.
Wenn sie akut auftreten, können die Kongestionen außerordentlich heftig sein. Kennzeichnend ist dabei die intensive Hitze und das Gefühl, als ob die betroffene Stelle brennen würde. Der Patient muss kalte Auflagen, sogar Eis anwenden, um Linderung zu finden. Die Haut kann so heiß sein, dass man regelrecht Dampf von der Kompresse aufsteigen sieht. Bei chronischen Zuständen allerdings zeigen sich oft mildere Verläufe. Belladonna ist wohlbekannt für Hitzewallungen und Erröten im Gesicht, aber auch an anderen Körperregionen können diese Erscheinungen auftreten, etwa am Rücken oder an den Gliedern. So kommt es z. B. zu schubartigen Blutstauungen in den Unterschenkeln, wobei die Füße so heiß werden, dass sie mehrere Tage lang unbedeckt bleiben müssen – bis die Kongestion wieder abklingt.
Ein weiteres Belladonna-Kennzeichen ist die ausgeprägte Trockenheit der Haut Bell.Trockenheit der Haut und sämtlicher Schleimhäute; in Fällen, in denen auch die Mundhöhle davon erfasst wird, besteht im Allgemeinen dennoch nur wenig Durst.
Alles, was den Kreislauf merklich beeinflusst, kann einen Belladonna-Zustand auslösen oder verschlimmern. So führen Überhitzung oder plötzliche Kälteexposition im Allgemeinen zu Symptomen bzw. verschlimmern sie – nicht nur unmittelbar, sondern auch im Sinn einer chronischen Erkrankung; nur zu oft hört man von chronischem Schwindel oder chronischen Kopfschmerzen, die damit begonnen haben, dass der Patient nach dem Haarewaschen mit nassen Haaren ins Freie gegangen ist. Belladonna kann entweder warmblütig oder fröstelig oder auch sowohl hitze- als auch kälteempfindlich sein; unter den konstitutionellen Patienten finden sich allerdings nur selten extrem „frostige“ oder „warme“ Menschen. Gemeinsam ist all diesen Belladonna-Typen, dass sie Temperaturschwankungen, Symptome nach Bell.nach plötzlichen Temperaturschwankungen Symptome entwickeln, weil ihr Kreislauf empfindlich darauf reagiert.
Auch Sonneneinwirkung, etwa Erhitzung durch zu langes Sitzen in der Sonne, kann sich ungünstig auf Belladonna-Menschen auswirken. Es ist schon erstaunlich, dass bei so vital wirkenden Personen eine relativ geringe Belastung wie Kälteexposition nach Überhitzung den Organismus so leicht aus der Bahn werfen kann. Man könnte sagen, der hochgradig aufgeladene Energiezustand von Belladonna kann nur mit Mühe in einem prekären Gleichgewicht gehalten werden, das durch die geringste zusätzliche Stimulation gefährdet wird.
Der Belladonna-Kreislauf kann auch durch hormonelle Schwankungen, Beschwerden durch Bell.hormonelle Schwankungen durcheinandergeraten, und entsprechend treten viele Beschwerden vor, während oder nach der Menstruation auf; ebenso nach einer Geburt oder nach Hysterektomie.
Diesem allgemeinen Aufriss des Belladonna-Bildes folgt nun eine detaillierte Darstellung der Symptomatologie nach dem Kopf-zu-Fuß-Schema.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Im Allgemeinen zeichnen sich die Symptome bei Belladonna dadurch aus, dass sie plötzlich aufkommen und dann ebenso plötzlich wieder vergehen. Auch für dieses Charakteristikum gilt jedoch wie so oft: Ausnahmen bestätigen die Regel.

  • Fast alle akuten Fälle gehen mit brennender Hitze, leuchtender Röte, besonders im Gesicht, und trockener Haut einher.

  • Hitze des ganzen Körpers oder von Körperteilen, insbesondere des Kopfes, sowie heiße Absonderungen, heiße Bell.Absonderungen gehören zu den Leitsymptomen des Mittels.

  • Ein besonders bekanntes und häufiges Belladonna-Leitsymptom, das bei allen akuten oder chronischen Beschwerden, ob mit oder ohne Fieber, auftritt: Kopf heiß, bei kalten Gliedern Bell.Kopf heiß, Glieder, kalte G. bei heißem Kopf Bell.Glieder kalt.

  • Überall wird Pulsieren gespürt: im Kopf, an der Brust, am Hals etc.; der ganze Körper pocht.

  • Für akute wie für chronische Zustände gilt gleichermaßen, dass jede Art plötzlicher Erschütterung für den Patienten unerträglich ist. Belladonna ist das Hauptmittel bei Verschlimmerung durch Erschütterung. Durch jeden Stoß, jede Drehung oder Bewegung des Körpers wird der Schmerz schlimmer, sodass der Patient unbeweglich auf dem Rücken liegt.

  • Aber auch eine Kopfschmerzen schlimmer durch tiefgelagerten Kopf und im Liegen Bell.Verschlimmerung durch Tieflagerung des Kopfes und damit eine Erhöhung der Kopfschmerzen im Liegen kommt gelegentlich vor, wenn es sich um vasomotorisch bedingte Schmerzen handelt; diese Modalität kann auch sonst bei Beschwerden auftreten, die mit dem hohen Blutdruck von Belladonna zusammenhängen.

  • Belladonna-Symptome sind häufig rechtsseitig: so z. B. Kopfschmerzen, Sinusitis, Eierstockschmerzen; selbst Krämpfe treten verstärkt rechts auf.

  • Sobald die Pathologie einsetzt, kann jeder starke Reiz störend auf die Patienten einwirken. Oft möchten sie sich dann in einem abgedunkelten, ruhigen Raum hinlegen, meistens auf den Bauch. Licht irritiert sie; durch Lichtreflexe in einem Spiegel oder auf einer Wasserfläche können sie sogar Krämpfe bekommen, ebenso auch durch geistige Anstrengung. Krämpfe mit kalten Füßen und heißem Kopf. Strecken der Gliedmaßen vor und während der Krämpfe.

  • Geräusche können bei Belladonna nicht nur die Kopfschmerzen, sondern auch Ischialgie, Gastritis und Krämpfe verschlimmern.

  • Wirft im Liegen den Körper nach vorn und hinten, wie ein ständiger Wechsel zwischen Emprosthotonus und Opisthotonus.

  • Bei Tetanus Bell.Tetanus wird schon ein plötzliches Geräusch, eine leichte Berührung, Erschütterung oder der Versuch, zu sprechen, sich zu bewegen oder zu trinken, einen Krampfanfall auslösen. So starker Trismus, dass der Mund auch mit Gewalt nicht zu öffnen ist.

  • Eklampsie Bell. Eklampsie.

  • Reizbarkeit Bell.Starke Reizbarkeit und Empfänglichkeit der Sinne: Geschmacks- und Geruchssinn sind geschärft, die Haut ist so überempfindlich, dass er keine Berührung ertragen kann.

  • Unruhe während des Stuhlganges.

  • Nächtliche Unruhe; Zähneknirschen, hin und wieder Krämpfe.

  • Zuckungen, verstärkt in den Armen oder im Gesicht; erschwerte Artikulation; wirft den Kopf zurück, rollt mit dem Kopf.

  • Abends öfters Aufschrecken aus dem Schlaf beim Einschlafen; die Füße werden aufwärts gezuckt und der Kopf vorwärts.

  • Krämpfe und Konvulsionen der Gliedmaßen beginnen bei der geringsten Berührung erneut.

  • Halb bewusstlos, kann nicht sprechen; krampfartige Bewegungen der Extremitäten und Gesichtsmuskeln; rechtsseitige Zungenlähmung.

  • Anfälle von Steifheit und Unbeweglichkeit aller oder auch nur einzelner Glieder.

  • Nervöses Schaudern beim Einschlafen; wie elektrische Schläge beim Zubettgehen.

  • Pulsieren morgens beim Erwachen.

  • Bei Belladonna treten viele Symptome um die Menstruation herum auf. Die Patientin fühlt sich Schwäche, vor, während und nach der Regel Bell.vor, während und nach der Regel schwach, bekommt Kopfschmerzen, während der Regel Bell.Kopfschmerzen und möchte sich hinlegen.

  • Erkältungsanfälligkeit, mit großer Empfindlichkeit gegen Zugluft, besonders bei unbedecktem Kopf und wenn die Haare geschnitten wurden Bell.Erkältungsanfälligkeit, mit großer Empfindlichkeit gegen Zugluft, besonders bei unbedecktem Kopf und wenn die Haare geschnitten wurden. Belladonna reagiert empfindlich auf Temperaturveränderungen von Warm zu Kalt, auf feuchtes Wetter und auf Frost; es geht ihm besser, wenn er sich warm eingehüllt im Zimmer aufhält.

  • Fröstelt sehr, wünscht Ofenwärme.

  • Kalte Hände und kühle Stirn, mit großem Durst, aber ohne Fieber.

  • Schaudern oder heftiger Frost im Rücken, im Oberbauch oder in den Armen.

  • „Mehrere Fieber-Anfälle in einem Tage, wo die Hitze dem Froste schon nach einigen Minuten bis nach einer halben Stunde nachfolgte, stets ohne Durst in Frost und Hitze und meist mit Eingenommenheit des Kopfs.“ (Hahnemann)

  • Hitze in der Stirn, bei kalten Wangen.

  • Allgemeines Schwitzen, allgemeines, das plötzlich aufkommt und wieder vergeht Bell.Schwitzen, das plötzlich aufkommt und schnell wieder vergeht.

  • Nächtlicher Schweiß, welcher brenzlich riecht.“ (Hahnemann)

  • Schweiß färbt die Bettwäsche.

  • Kalter Schweiß, kalter S. nach dem Wasserlassen Bell.Schweiß nach dem Wasserlassen.

  • Stauungsleber bei Gelbsucht, Leber, Brennen der Bell.die Leber brennt.

  • Entzündete Körperteile Schwellung, schnelle S. entzündeter Körperteile Bell.schwellen schnell an, sind extrem Berührung, entzündete Teile sind sehr empfindlich gegen B. Bell.berührungsempfindlich, sehr schmerzhaft und pochen; dabei ein Gefühl, als wollten sie bersten.

  • Entzündete Teile sind, ebenso wie in vielen Fällen auch die Haut, sehr rot, verfärben sich aber dunkel, wenn die Entzündung fortschreitet.

  • Entzündungen können sich bei Belladonna überall einstellen: Neuritis; Osteomyelitis; Bursitis; Chondritis, Perichondritis; Myositis. All diesen Entzündungen, sehr plötzlich auftretende Bell.Entzündungen ist gemeinsam, dass sie sehr plötzlich auftreten.

  • Bewegung verschlimmert sämtliche Beschwerden. Sie löst Krämpfe und Schmerzen aus; sie steigert die Herztätigkeit und macht das Herz pochen; sie kann alle möglichen Beschwerden herbeiführen und das Leiden an ihnen verstärken.

  • Gehen im Wind verschlimmert.

  • Besserung: wenn er sich warm eingehüllt im Zimmer aufhält; durch Luftanhalten; wenn er den Finger, besser, wenn er den F. in Nase, Ohren oder Wangen bohrt Bell.Finger in die Nase, die Ohren oder auch in die Wangen bohrt.

  • Belladonna wirkt am besten bei intelligenten, plethorischen Menschen, die, wenn es ihnen gut geht, gutgelaunt, lebensfroh und unterhaltsam sind, aber recht heftig werden, wenn sie krank sind. Daher gehört es auch zu unseren großen „Kindermitteln“.

Auswahl von Krankheitsbildern
Belladonna ist bei einer so großen Spannweite von pathologischen Zuständen erfolgreich angewandt worden, dass man es als ein Mittel bezeichnen kann, welches alle „Krankheiten“, alle klinisch zu diagnostizierenden Zustände umfasst. Sofern seine wichtigsten Charakteristika vorhanden sind, kann es bei jedem „Krankheitsnamen“ verschrieben werden.
  • Es steht in besonders gutem Ruf bei chronischen Kopfschmerzen, chronische Bell.Kopfschmerzen.

  • Bluthochdruck mit rotem Gesicht und Hitzewallungen, sodass der Patient den Eindruck macht, er stehe kurz vor einem Schlaganfall. Bluthochdruck und Diabetes mellitus Bell.Bluthochdruck und Diabetes mellitus.

  • Gehirnerkrankungen: Delirium, Delirium tremens, Meningitis, Krämpfe.

  • Halbseitige Lähmung, halbseitige Bell.Lähmung mit Krämpfen oder Zuckungen auf der gesunden Seite.

  • Epileptische Krämpfe, epileptische Bell.Krämpfe: gefolgt von Übelkeit und Erbrechen; mit heftigem Blutandrang zum Kopf; mit nachfolgendem apoplektischem Zustand; der Patient umklammert wild seinen Hals; die Augen sinken tief in die Höhlen zurück, er hat Schaum vor dem Mund.

  • Chorea während der Schwangerschaft.

  • Manisch-depressive Erkrankungen Bell.Manisch-depressive Erkrankungen.

  • Wochenbettpsychose Bell.Wochenbettpsychose.

  • Geisteskrankheiten.

  • Ohrenerkrankungen, insbesondere rechtsseitige Mittelohrentzündung mit quälendem Schmerz, Pochen und gerötetem Gesicht.

  • Peritonitis Bell.Peritonitis, kann nicht den geringsten Druck ertragen, selbst die Bettdecke oder eine Kompresse ist unerträglich.

  • Pneumonie Bell.Pneumonie, wenn sie mit den typischen Belladonna-Merkmalen einhergeht.

  • Entzündungen der Gallenblase, Entzündungen der Bell.Gallenblase, wenn Liegen auf der rechten Seite den Schmerz sehr stark verschlimmert und selbst Berührung dieser Region schmerzhaft ist.

  • Halsschmerzen, als wäre eine glühende Kohle im Hals oder als wäre die Schleimhaut in einem bestimmten Bereich verletzt und wund.

  • Schwindel, besonders wenn er sich im Bett herumdreht.

  • Belladonna hat im Allgemeinen sehr hohes Fieber, sehr hohes Bell.Fieber, nur selten niedrig. Es handelt sich nicht um kontinuierliches, typhusartiges, sondern um remittierendes Fieber, remittierendes Bell.Fieber.

  • Bei Scharlach Bell.Scharlach ist Belladonna beinahe ein Spezifikum.

  • Morbus Basedow Bell.Morbus Basedow, mit extremer Schilddrüsenüberfunktion.

  • Tollwut Bell.Tollwut.

  • Katalepsie Bell.Katalepsie nach Schreck.

  • Ebenfalls fast ein spezifisches Mittel ist Belladonna bei traumatisch bedingtem Erysipel, traumatisch bedingt Bell.Erysipel.

Lokalsymptome
SchwindelBelladonna ist eines unserer Hauptmittel bei der Menièreschen Krankheit.
Schwindel Schwindel, bei jeder Bewegung, beim Bücken, beim Aufrichten vom Bücken Bell.bei jeder Bewegung: beim Bücken oder beim Aufrichten vom Bücken, beim Hinlegen. Schwindel, meist nachts beim Schwindel, beim Umdrehen im Bett Bell.Umdrehen im Bett oder morgens beim Aufstehen; auch beim Gehen und bei jedem Lagewechsel. Schwindel, mit erweiterten Pupillen Bell.Schwindel mit erweiterten Pupillen. Schwindel, durch Bewegung der Augen Bell.Schwindel durch Bewegung der Augen.
Schwindel, als würde er gewiegt. Schwindel im Sonnenlicht und bei Hitze. Schwindel, mit fühlbarem Pulsieren im Kopf, Übelkeit und erweiterten Pupillen. Manchmal ist ein ganz plötzlich einsetzender Schwindel zu beobachten, der sogar dann auftritt, wenn der Patient stillsitzt. Er kann dann das Gefühl haben, jeden Moment zu fallen, und muss aufspringen und sich kräftig bewegen, damit es besser wird. Derartige Anfälle gehen oft mit Hitze am ganzen Körper und Tachykardie einher. Belladonna kann auch angezeigt sein bei Patienten, denen beim Autofahren leicht schwindlig oder schlecht wird.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Belladonna praktisch alle Arten von Schwindel auslösen und heilen kann. Etwa ein Viertel aller Schwindelfälle mag diese Arznei benötigen.
Oft wird der Schwindel schlimmer durch Bewegen des Kopfes oder, was sogar noch häufiger vorkommt, durch Umdrehen im Bett von einer Seite auf die andere; das kann so weit gehen, dass die Patienten Angst bekommen, sich im Bett auf die andere Seite zu legen.
KopfDie Kopfschmerzen sind von der gleichen Art wie viele der anderen Belladonna-Schmerzen.
  • Es ist ein Gefühl, als senke und hebe sich das Gehirn in der Stirn, mit reißendem und brennendem Schmerz bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung der Augen, beim Drehen der Augäpfel, beim Treppensteigen, beim Aufstehen vom Sitzen oder beim Hinsetzen. Jegliche Bewegung erzeugt heftige Schmerzen; als würde der Kopf zerspringen, als würden die Augen herausgedrückt.

  • Die Symptome von Belladonna sind häufig in der Nackenregion und dem nach oben angrenzenden Bereich zentriert. Vielleicht fünfzig Prozent aller chronischen Belladonna-Fälle leiden über Jahre hinweg unter Kopfschmerzen. Es gibt Statistiken, die nahelegen, dass eine große Zahl von Migränepatienten diese Arznei als konstitutionelles Mittel benötigen könnte. Im Allgemeinen handelt es sich um vasomotorische Kopfschmerzen, doch ist nicht selten auch eine hormonelle Komponente auszumachen, etwa bei Migräne, die in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus, nach einer Fehlgeburt oder nach Hysterektomie bzw. Ovarektomie auftritt. Auch abnorme Krümmungen der Halswirbelsäule oder Wirbelfehlstellungen bzw. Achsenverschiebungen können für die Kopfschmerzen verantwortlich sein. Es gibt bei Belladonna zudem auch durch Wetterumschwünge ausgelöste Kopfschmerzen, die im Hinterkopf beginnen und nach vorne ausstrahlen; sie sind im Repertorium bislang nicht repräsentiert. Diese Schmerzen können auch in den Schläfen oder in der Stirn lokalisiert sein, besonders in der rechten Schläfe oder direkt über der rechten Augenbraue.

  • Belladonna hat verschiedene Kopfschmerzarten, die auch innerhalb des einzelnen Falls noch variieren können. So kann eine Patientin z. B. über häufige schwächere Kopfschmerzen klagen, die einmal im Monat von so starkem Kopfweh unterbrochen werden, dass sie sich ins Bett legen muss.

Der klassische Belladonna-Kopfschmerz beginnt um 15 Uhr; noch häufiger wird man allerdings Kopfweh vorfinden, das zwischen 11 und 12 Uhr aufkommt und um 15 Uhr oder auch zwischen 14 und 15 Uhr seinen Höhepunkt erreicht. Sehr häufig handelt es sich um Schmerzen, die über lange Zeit ununterbrochen anhalten, etwa 12, 24, ja sogar bis zu 48 Stunden lang.
  • Wohl am häufigsten sind pulsierende, hämmernde Kopfschmerzen, es gibt aber auch Patienten, die von Schmerzen berichten, als ob ihnen ein Messer in den Kopf getrieben würde. Andere berichten von dem Gefühl, als würde mit einem Hammer immer wieder auf eine bestimmte Stelle geschlagen. Gemeinsam ist allen Schmerzqualitäten ihre Intensität; die Belladonna-Kopfschmerzen sind die heftigsten unserer gesamten Materia medica. Die Betroffenen glauben vor Schmerzen verrückt zu werden, oder sie sagen, der Schmerz sei so schlimm, dass sie „ihren Kopf gar nicht mehr spüren“. Oft sind die Kopfschmerzen stark genug, um Übelkeit und Erbrechen auszulösen. Wenn der Schmerz dann endlich nachlässt, ist der Patient vollkommen erschöpft.

  • Eine andere Kopfschmerzart von Belladonna steht im Zusammenhang mit Bluthochdruck. In solchen Fällen beschreiben die Patienten oft eine Art Druckgefühl von innen her, als sollte der Kopf zersprengt oder als sollten die Augen herausgedrückt werden. Sie sind rot und kongestioniert im Gesicht, mit Blutstau in den Gefäßen. Ein solches Erscheinungsbild in Verbindung mit Kopfschmerzen kann sich im Verlauf einer voll ausgebildeten Blutdruckkrise einstellen, die mit Retinopathia hypertonica und Papillenödem einhergeht; daher muss in derartigen Fällen unbedingt der Blutdruck überwacht werden.

Wie schon erwähnt, hat der Belladonna-Patient bei Kopfschmerzen meistens das Bedürfnis, sich hinzulegen, gewöhnlich auf den Bauch, und zwar womöglich in einem abgedunkelten Raum (allerdings kann Tieflagern des Kopfes und entsprechendes Liegen gelegentlich auch verschlimmern, wenn es sich um vasomotorisch bedingtes Kopfweh handelt). Laute Geräusche, Licht und plötzliche Erschütterungen verschlimmern den Schmerz erheblich; selbst die Erschütterung, die jeder Schritt beim Gehen hervorruft, kann unerträglich sein. Ebenso kann jede Erregung oder emotionale Stresssituation eine Krise auslösen oder verschlimmern. Ferner haben Bücken, Sonnenlicht und Wärme einen verstärkenden Einfluss auf die Kopfschmerzen. Manchmal ist der Blutandrang zum Kopf während der Schmerzen so heftig, dass der Patient tatsächlich Fieber zu haben glaubt. Er möchte dann kalte Auflagen oder gar Eisbeutel auf dem Kopf haben, um Linderung zu finden. Manchmal kann der Schmerz auch durch starken Druck oder festes Bandagieren gemildert werden. Im Allgemeinen hat Belladonna bei bewölktem oder regnerischem Wetter viel weniger Kopfschmerzen als bei Sonne.
Kopfweh kann nach sauren Speisen, nach unterdrücktem Katarrh, während der Zahnung, nach dem Stillen und durch Tabakrauchen auftreten. Kopfschmerzen mit Verlangen nach Limonade.
Kopf, bohrt den Kopf ins Kissen Bell. Bohrt den Kopf ins Kissen.
AugenBelladonna bekommt sehr leicht Augen, rot und blutunterlaufen Bell.rote und blutunterlaufene Augen, oft auch ohne dass eine Entzündung vorliegt und ohne oder mit nur geringer Reizung.
  • Bei Fieber glänzen und funkeln die Augen, oder sie können eine beinahe dunkelrote Färbung annehmen. Rote Augen bei Kopfschmerzen, während der Regel.

  • Erysipelatöse Augenentzündung.

  • Ekchymosen durch Husten. Augen, rote A. bei Kopfschmerzen während der Regel Bell.

  • Bei Hyperämie des Sehnervs und der Netzhaut ist Belladonna besonders dann indiziert, wenn diese durch zerebrale Kongestion bedingt ist und mit Schmerzen im Auge einhergeht, die durch jede Lichteinwirkung verschlimmert werden.

Wilder Ausdruck der Augen, z. B. bei Gehirnhautentzündung. Stierer Blick, besonders bei Kopfschmerz. Belladonna kann in Fällen von Strabismus Bell.Strabismus angezeigt sein, vor allem wenn eine Verkrampfung der Augenmuskeln vorliegt oder wenn das Schielen im Gefolge einer Gehirnaffektion auftritt. Belladonna ist eins der wichtigsten Mittel bei Lichtscheu Bell.Lichtscheu, welche im wesentlichen mit der bekannten pupillenerweiternden Wirkung des Atropins zusammenhängen dürfte; Lichtscheu während des Fieberfrostes, während Wutanfällen. Pulsieren in den Augen.
Tränenfluss, bei Kopf- oder Gesichtsschmerz; auf der von Kopfschmerz betroffenen Seite. Diplopie Bell.Diplopie während der Schwangerschaft, nach Schwindel, bei Krämpfen; Dreifachsehen. Schwachsichtigkeit, besonders bei hellem Licht Bell. hellem LichtSchwachsichtigkeit, besonders bei hellem Licht. Alles, was er ansieht, sieht rot aus. Augen, Lichtblitze, Flimmern, Flammen oder Funken vor den A. Bell.Lichtblitze, Flimmern, Flammen oder Funken vor den Augen. Gegenstände erscheinen krumm; beim Lesen erscheinen die Zeilen krumm. Trübsichtigkeit Bell.Trübsichtigkeit;Blindheit Bell. Blindheit. Blindheit nach starken kongestiven Kopfschmerzen, nach Scharlach, nach Unterdrückung des Scharlachexanthems; nach einer Erkältung.
Ziliarneuralgie Bell.Ziliarneuralgie, die plötzlich auftritt und plötzlich wieder verschwindet. Heftige Glaukomschmerzen.
Stark erweiterte Pupillen, stark erweiterte P. bei Fieberhitze Bell.Pupillen bei Fieberhitze, bei Kopfschmerzen, Epilepsie, Schweiß – allgemein bei vielen Beschwerden oder Erkrankungen, die dieses Mittel erfordern. Pupillen erweitert und unbeweglich; Augen hervorstehend. Verengerte Pupillen mit Kopfschmerzen, während des Frost-, Hitze- und Schweißstadiums. Nystagmus Bell.Nystagmus;Augäpfel, in fortwährender zitternder Bewegung Bell. Augäpfel in fortwährender zitternder Bewegung. Ununterbrochenes Zittern und Blinzeln der Augenlider, ununterbrochenes Zittern und Blinzeln der A. Bell.Augenlider, zuletzt schmerzhaft.
Es ist eine Neigung zu Ödemen und Schwellungen der unteren Augenlider, Ödeme und Schwellungen der unteren A. Bell.Augenlider zu konstatieren; solche Schwellungen sind häufig Teil der homöopathischen Erstverschlimmerung nach Gabe von Belladonna.
OhrenBelladonna ist häufig bei akuter oder rezidivierender Mittelohrentzündung Bell.Mittelohrentzündung angezeigt, besonders wenn das rechte Ohr betroffen ist. Die Infektion setzt plötzlich ein, mit pulsierendem, pochendem Schmerz, und kann mit Ohrensausen oder Ohrenklingen einhergehen. Die Ohrenschmerzen sind oft reißend und stechend und betreffen insbesondere das rechte Ohr; dazu kommen die allgemeinen Modalitäten von Belladonna. Eine Besonderheit der Arznei besteht darin, dass die Ohrenschmerzen überallhin ausstrahlen können: in die Brust, ins Gesicht, in die Stirn, in den Hinterkopf und die Zähne; hauptsächlich aber zieht der Schmerz nach unten oder in den Nacken. Die Schmerzen werden durch das geringste Geräusch schlimmer.
Wie oben erwähnt, kann Belladonna auch beim Menière-Syndrom angezeigt sein.
Die fast vollständige Taubheit, die als Vergiftungsfolge dokumentiert ist, weist auf die Heilkraft Belladonnas bei ähnlichen Zuständen hin.
Schwerhörigkeit nach Schluckauf, nach Scharlach.
Diverse Ohrgeräusche (Summen, Brummen etc.); schlimmer im Sitzen, besser im Liegen und Stehen und besonders beim Gehen.
Blutige Absonderungen aus dem Ohr während des Hustens.
NaseBelladonna ist ein wichtiges Mittel bei Sinusitis, die die Stirn- oder die Kieferhöhlen befallen kann. Die Nebenhöhlenentzündungen können äußerst unangenehm sein; sie zeichnen sich durch Schweregefühl sowie ausgeprägte Empfindlichkeit gegen leichte Berührung aus, während harter Druck bessert. Jedes Mal wenn der Patient sich nach vorne beugt, wird der Schmerz schlimmer, und die Nebenhöhlen fühlen sich verstopft an.
Bei Belladonna sind alle Schleimhäute trocken; vor allem große Trockenheit der Nase.
Belladonna-Menschen bekommen leicht Nasenbluten, insbesondere nachts im Schlaf. Nasenbluten kann gelegentlich auch als Teil eines typischen Syndroms auftreten: mit Gesichtsröte, injizierten Konjunktiven und Hypertonie. Nasenbluten mit Taubheitsgefühl der Nase Bell.Nasenbluten mit Taubheitsgefühl der Nase.
Überempfindlichkeit gegen Gerüche, besonders der Geruch von Ruß und Tabakrauch ist unerträglich.
Entzündliche Schwellung mit Röte der äußeren und inneren Nase. Nase, plötzliche Röte der Nasenspitze, mit brennender Empfindung Bell.Plötzliche Röte der Nasenspitze, mit brennender Empfindung. Nasenspitze geschwollen, rot und heiß, besonders bei warmem Wetter.
GesichtDas typische Belladonna-Gesicht ist Gesicht, leuchtendrot, gühendheiß, trocken Bell.leuchtendrot, glühendheiß und trocken. Der Gesichtsausdruck wirkt oftmals staunend oder erschrocken, manchmal auch wild. Gesichtsblässe kommt ebenfalls vor, eine Blässe, die plötzlich ins Rote umschlagen kann. Blasse Flecken im Gesicht.
Belladonna gehört zu unseren Hauptmitteln bei Gesichtsröte, die für sich oder in Verbindung mit anderen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Zahnschmerzen, Bluthochdruck etc. auftreten kann. Zu den bekanntesten Leitsymptomen von Belladonna gehört natürlich ein heißes und rotes Gesicht bei kalten Extremitäten. Allerdings kann die Röte Verwechslungen mit anderen Mitteln heraufbeschwören: z. B. mit PULSATILLA, insbesondere bei den gelegentlich anzutreffenden schüchternen Belladonna-Typen; ebenso mit LACHESIS, mit dem bestimmte Belladonna-Patienten die Unverträglichkeit von enger Kleidung am Hals sowie das Auftreten von Beschwerden um die Zeit der Menstruation herum teilen.
Die häufigsten Belladonna-Hautaffektionen im Gesicht sind Abszesse, Akne, Gesicht Bell.Akne und Erysipel, Gesicht Bell.Erysipel.
  • Die Arznei ruft eine maligne Akne im Gesicht und manchmal auch am Rücken hervor. Dann wird die Haut feuerrot, und die Pickel selbst sind sehr groß, fast wie kleine Furunkel. Wenn die Läsionen abheilen, bleiben oft Narben im Gesicht zurück. Der ganze Zustand kann durch Hitze verschlimmert werden, noch schädlicher aber wirkt sich Sonnenlicht aus.

  • Ausschläge am rechten Mundwinkel.

  • Furunkel am Haaransatz Bell.Furunkel am Haaransatz.

  • Abszeß an der Oberlippe Bell.Abszess an der Oberlippe.

Belladonna kann bei systematisierter Chondromalazie von Nutzen sein, einer degenerativen Erkrankung, die die Nasen- und Ohrenknorpel mit befällt. In solchen Fällen kann man plötzlich einsetzende, heftige Gesichtsentzündungen beobachten, die von Gesichtsröte und kräftiger Anschwellung der Knorpelgewebe von Nase und Ohren begleitet sind.
Allgemein sind Belladonna-Menschen im Gesicht sehr empfindlich. Bisweilen findet man eine ausgeprägte Abneigung gegen Berührung des Gesichts – nicht etwa aufgrund einer spezifischen Entzündung, sondern einfach wegen einer allgemeinen Empfindlichkeit, die sehr an die von CHAMOMILLA erinnert.
Rechtsseitige Trigeminusneuralgie mit Verschlimmerung durch kalte Anwendungen. Sie kann langsam beginnen und plötzlich wieder vorbei sein, oder sie kommt schnell und geht schnell.
Krampfartige Bewegungen der Gesichtsmuskeln, mit verzerrtem Mund. Krämpfe, Ösophagus Bell.Krampfartige Kieferklemme, mit Muskelkontraktionen im Gesicht und an den Extremitäten.
Schmerzhafte Geschwulst der submandibulären Lymphknoten, schmerzhafte Geschwulst der submandibulären L. Bell.Lymphknoten. Entzündung der Parotiden, mit Metastasen an den Hoden. Geschwollene Lippen, besonders die Oberlippe.
MundDie Lippen, die Mundschleimhäute, der Rachen und die Nase sind bei Belladonna sehr heiß und trocken. Der Mund, fühlt sich wie verbrüht an Bell.Mund fühlt sich wie verbrüht an. Mund, Schaum vor dem M., nach faulen Eiern riechend Bell.Schaum vor dem Mund, nach faulen Eiern riechend.
Erschwerte, stammelnde oder unartikulierte Sprache.
Zunge und Gaumen dunkelrot; sie klagt über Trockenheit im Hals und über erschwertes Schlingen. Die Zungenpapillen sind hochrot, entzündet und stark geschwollen. Die Trockenheit von Zunge und Hals ist so groß, dass sie das Sprechen behindert.
Zittern der Zunge beim Herausstrecken. Steife Zunge. Ansammlung von klebrigem Schleim auf der Zunge. Zähneknirschen Bell.Zähneknirschen: im Schlaf; mit Schaum vor dem Mund.
HalsBelladonna kann sämtliche Arten von Pharyngitis und Tonsillitis haben, häufig infolge von Kälte- oder Zugluftexposition. Wahrscheinlich ist Belladonna sogar das am häufigsten angezeigte Mittel bei akuter eitriger Mandelentzündung; um die dreißig Prozent aller derartigen Fälle werden diese Arznei benötigen. Der Hals ist rot und entzündet und empfindlich gegen Luftzug. Brennende Halsschmerzen sind sehr häufig; im Pharynx kann die Passage der eingeatmeten Luft einen brennenden Schmerz erregen.
Plötzliche, rasant einsetzende Entzündung der Halslymphknoten. Die Lymphknoten schwellen schnell an und werden hart.
Dass Belladonna enganliegende Kleidung am Hals häufig nicht verträgt, wurde bereits erwähnt. Es gibt hier einen feinen Unterschied zu LACHESIS: Bei LACHESIS ist das Zusammenschnürungsgefühl größtenteils psychologisch bedingt; Belladonna hingegen mag keine engen Kragen, weil diese die Hitze im Gesicht und den Blutandrang zum Kopf verstärken. Zudem sind Belladonna-Patienten an anderen Körperteilen meist nicht empfindlich gegen Kleiderdruck – anders als LACHESIS, bei dem diese Empfindlichkeit sich z. B. auch an der Taille zeigt.
Belladonna kann ein Gefühl wie von einem Fremdkörper im Hals haben. Auch Zusammenschnürung des Kehlkopfes, wenn der Hals berührt wird, ist ein Belladonna-Symptom; Abneigung gegen Berührung am Hals oder im Gesicht.
Halsschmerzen durch kalte Luft, beim Drehen des Kopfes, im Liegen, bei äußerlicher Berührung des Halses, besonders beim Leerschlucken und beim Schlucken von Flüssigkeiten; besser Halsschmerzen, besser nach dem Schlucken von Flüssigkeiten Bell.nach dem Schlucken. Trockenheit in Mund und Pharynx, mit Zusammenschnürungsgefühl im Hals. Tonsillitis, schlimmer rechts Bell.Tonsillitis: schlimmer rechts; Tonsillitis, Hals leuchtendrot Bell.Hals leuchtendrot; Tonsillitis, schlimmer beim Schlucken von Flüssigkeiten Bell.schlimmer beim Schlucken von Flüssigkeiten. „Halsweh; Stiche im Schlunde und Schmerz wie von innerer Geschwulst, bloß beim Schlingen und beim Drehen des Halses sowie beim Anfühlen desselben an der Seite fühlbar, nicht aber in der Ruhe oder beim Reden.“ (Hahnemann) Ständiges Drücken und Brennen im Hals. Halsweh mit jeder Stunde verschlimmert. Hitze, Kratzen, Verengerung und Wundheitsgefühl.
Schlund, schmerzhafte Verengerung und Zusammenziehung des S. Bell.Schmerzhafte Verengerung und Zusammenziehung des Schlundes. Speiseröhrenkrämpfe. Beschwerliches Schlucken, beschwerliches Bell.Schlucken; verschluckt sich leicht Bell.verschluckt sich leicht. Beständiger Drang und dauerndes Bedürfnis zu schlingen; es war, als wenn er ersticken sollte, wenn er nicht schluckte. Beim Schlucken Gefühl im Hals, als wäre dort alles zu eng, wie zusammengezogen, als wollte nichts recht hinunter. Trismusartige Verschließung des Mundes bei dem Versuch, ihm eine Flüssigkeit einzuflößen, mit Regurgitieren der eingeflößten Flüssigkeit. Schluckt mit der größten Beschwerlichkeit Wasser und kann nur höchst wenig davon hinunterbringen. Abscheu vor allem Flüssigen, sodass sie sich fürchterlich dabei gebärdet. Schlund, schmerzhafte Trockenheit im S. und doch ein unüberwindlicher Widerwille gegen jedes Getränk Bell.Schmerzhafte Trockenheit im Schlunde und doch ein unüberwindlicher Widerwille gegen jedes Getränk. Erstickungsgefühl beim Einschlafen.
Tonsillen, aphthöse Geschwüre auf den T. Bell. Aphthöse Geschwüre auf den Tonsillen.
Larynx und TracheaLaryngospasmus Bell.Laryngospasmus, Zusammenschnüren des Kehlkopf, Zusammenschnüren des K. Bell.Kehlkopfs; beim Husten, durch Berührung. Gefühl, als schnürte ihm jemand die Kehle zusammen. Heftiges Kratzen im Kehlkopf, das zum trockenen Hüsteln reizt. Trockener Husten, als wenn ihm ein Fremdkörper in die Kehle gefallen wäre.
Raue, heisere Stimme; plötzlich auftretend. Schmerzhafte Heiserkeit. Heiserkeit, beim Weinen Bell.Heiserkeit, die sich besonders beim Weinen bemerkbar machte. Sprachlosigkeit (Aphonie Bell.Aphonie). Lähmungsschwäche der Sprachwerkzeuge. Hin und wieder, während des Sprechens, wurde seine bis dahin schwache Stimme plötzlich wieder laut und deutlich.
AtmungAsthma bei feuchtheißem Wetter; schlimmer nach Schlaf. Beschleunigtes Atmen, der Atem ist heiß. Ängstliche, beklommene Atmung, ängstliche beklommene A. während Fieberhitze Bell.Atmung, während Fieberhitze.
Husten, Brust, KreislaufBei Belladonna verschlechtert Husten den Allgemeinzustand; Kopfschmerzen sowie alle anderen Schmerzen werden durch Husten noch quälender. Bei jedem Hustenstoß hat er das Gefühl, sein Kopf würde zerspringen.
Wohlbekannt sind der bellende Husten, bellender Bell.Husten von Belladonna und dessen Verschlimmerungszeit, die von 15 Uhr bis kurz vor Mitternacht liegt. Krämpfe in der Brust vom Husten. Trockener Reizhusten, trockener, besonders nachts Bell.Reizhusten, besonders nachts, erregt durch die geringste Bewegung, jedes Einatmen, durch Sprechen; Leerschlucken bessert. Hohler, heiserer Husten. Heftiger Husten während des Schlafs, mit Zähneknirschen. Kurz vor jedem Hustenanfall fängt das Kind zu weinen an.
Belladonna-Patienten können über ein Pulsieren in der Brust morgens beim Erwachen klagen. Zu anderen Zeiten kann ein Gefühl von Zusammenschnürung in der Herzgegend auftreten, das den Patienten beunruhigt; er möchte dann die Brust zusammendrücken und sich nach vorne beugen. Brustschmerzen, beim Liegen auf der erkrankten oder schmerzhaften Seite vermehrt Bell.Brustschmerzen, beim Liegen auf der erkrankten oder schmerzhaften Seite vermehrt (Gegenteil: BRYONIA). Schmerzen in der rechten Brustseite. Entzündungen der Mammae, bei denen der Schmerz im Liegen schlimmer wird. Voller, kräftiger, beschleunigter Puls, voll, kräftig, beschleunigt Bell.Puls. Klopfen der Karotiden, Klopfen der Bell.Karotiden.
MagenDie Magenschmerzen von Belladonna Magenschmerzen, zum Rücken ausstrahlend, vornehmlich zwischen die Schultern Bell.strahlen oft zum Rücken aus, vornehmlich zwischen die Schultern. Verschlimmert werden Magenschmerzen durch Berührung oder lokalen Druck; Zurückbeugen erleichtert ein wenig. Magenschmerzen können im zeitlichen Umfeld der Menses auftreten.
Gastritis Bell.Gastritis und Ulcus duodeni Bell.Ulcus duodeni: der Schmerz wird vor und nach der Regel schlimmer, außerdem durch Atmen, Erschütterung beim Gehen oder Fahren, Bewegung etc.
Während der Krisen können die Schmerzen von Belladonna so stark werden, dass sie Erbrechen auslösen, und so ist häufig heftige rechtsseitige Migräne mit Erbrechen zu beobachten, ähnlich wie bei SANGUINARIA. Der Unterschied zwischen den beiden Mitteln besteht darin, dass es Belladonna nach dem Erbrechen nicht besser geht, während SANGUINARIA deutliche Linderung verspürt.
Was die Verlangen und Abneigungen angeht, so begehrt Belladonna Gemüse, saure Speisen und Süßigkeiten (obwohl auch Abneigung gegen diese Gruppe von Speisen vorkommen kann), vor allem aber Zitronen und Limonade – wohl die wichtigste Speisenpräferenz von Belladonna; auch bei akuten Erkrankungen kann noch ein ausgeprägtes Verlangen nach Limonade bestehen. Ferner finden wir Abneigung gegen Fett, Obst, Fisch, Erbsen oder Bohnen und ein starkes Verlangen nach Brot mit Butter. Verlangen nach unverdaulichen Dingen. Verlangen nach Schnupftabak. Abscheu vor allem Flüssigen Bell.Abscheu vor allem Flüssigen, vor Milch und dem Geruch von Milch, vor Speisegerüchen, vor Gemüse, Eiern, Bier, Saurem, Kaffee, Fett. Abneigung gegen Speisen, besonders gegen Fleischspeisen. Belladonna reagiert allgemein stark auf Nahrungsaufnahme, ja der Zustand des Patienten kann sogar schon durch den Vorgang des Essens allein gebessert werden. Trotzdem sehen wir einige Besonderheiten:
  • Verlangen nach Haferschleim, welcher aber verschlimmern kann.

  • Verlangen nach Zitronen, Verlangen nach Apfelwein Bell.Apfelwein und Limonade, mit Besserung dadurch.

  • Beschwerden nach dem Genuss von Wurst, Beschwerden nach Bell.Wurst, Schalentieren, Zucker, Kaffee, alkoholischen Getränken.

  • Brot schmeckt ihm sauer.

Wird Belladonna auch im Allgemeinen als durstloses Mittel angesehen, so kann doch durchaus auch großer Durst auftreten. Durstlosigkeit Bell.Durstlosigkeit.Heftiger Durst. Ungeheurer Durst auf kaltes Wasser.
Schluckauf und Aufstoßen; ein aus Aufstoßen und Schluckauf zusammengesetzter Krampf. Halb unterdrücktes, unvollständiges Aufstoßen. Vergebliche Neigung zum Aufstoßen. Übelkeit im Magen, durch Windabgang gebessert.
Vergeblicher Brechreiz, leeres WürgenFäkales Erbrechen, z. B. bei Darminvagination oder eingeklemmter Hernie. Magendrücken, besonders nach dem Essen und beim Gehen.
AbdomenBei akuter Appendizitis Bell.Appendizitis scheint Belladonna in etwa fünf Prozent der Fälle indiziert zu sein. Die Anfälle kommen plötzlich und ohne Vorwarnung, und wie bei den meisten anderen Beschwerden dieses Mittels wirken Berührung (lokaler Druck) und/oder Erschütterung verschlimmernd. Allerdings kann der Schmerz nicht selten durch generalisierten Druck auf das ganze Abdomen gelindert werden, und entsprechend wird es dem Patienten oft helfen, wenn er sich auf den Bauch legt oder vorbeugt, während lokaler Druck die Schmerzen verstärkt. Während einer Schmerzattacke bei Appendizitis oder Cholezystitis ist er aus diesem Grund sogar außerstande, auf der rechten Seite zu liegen.
Belladonna sollte in Erwägung gezogen werden bei: Peritonitis, Hepatitis, Cholezystitis, spastischer Colitis, Typhlitis; bei Invagination; bei entzündeter oder eingeklemmter Leistenhernie.
  • Bei Colitis ist Belladonna natürlich ein wohlbekanntes Arzneimittel. Belladonna-Colitisfälle haben eine auffallende Tendenz zu Beschwerden, die am Colon transversum lokalisiert sind, und Krämpfe in dieser Region können bisweilen sichtbare Bewegungen der Bauchdecke bewirken. Besonders prägnant habe ich dieses Phänomen einmal bei einem Kleinkind mit Intussuszeption erlebt. Es lag ein kompletter Darmverschluss vor, und ein im Stehen aufgenommenes Röntgenbild zeigte mehrere Flüssigkeitsspiegel im Abdomen. Bei der Untersuchung bemerkte ich, dass das Gesicht des Kindes heiß und gerötet war, die Hände aber ganz kalt. Dann konnte ich beobachten, wie Spasmen in Wellen (die äußerlich am Bauch sichtbar waren) über das Colon transversum liefen. Während wir versuchten, eine Dosis Belladonna aufzutreiben, liefen schon die Vorbereitungen für eine Notoperation. Eine Gabe Belladonna 10 M bewirkte innerhalb von vierzig Minuten, dass das Kind etwas Stuhlgang hatte, und wiederholte Röntgenaufnahmen wiesen die Rückbildung des pathologischen Zustands nach.

  • In Fällen von Colitis, Appendizitis oder Peritonitis treten starke Bauchschmerzen auf, und der Patient kann nicht den geringsten Druck aushalten; selbst die Bettdecke oder eine Kompresse ist unerträglich. Bei Peritonitis schlägt er die Beine dauernd gegeneinander, sodass die Innenseiten der Knie blau werden.

Die Modalitäten der Bauchschmerzen von Belladonna entsprechen durchweg den allgemeinen Modalitäten der Arznei:
  • Sie sind heftig, werden durch den geringsten Druck, durch Berührung, selbst durch Kleiderdruck schlimmer, ebenso durch Erschütterung, Niesen, Liegen auf der schmerzhaften Seite oder Bewegung.

  • Die Schmerzen kommen schnell und gehen plötzlich; doch manchmal können sie auch allmählich einsetzen und langsam wieder nachlassen.

  • Sie werden besser durch Beugen der Glieder oder Liegen auf dem Bauch; auch vorgebeugtes Sitzen oder Zurückbeugen tut dem Patienten gut.

  • Bei Frauen wird der Schmerz gelindert, sobald die Monatsblutung voll eingesetzt hat.

  • Bauchweh, als wenn eine Stelle im Unterleib mit den Nägeln gepackt würde, ein Grapschen, Krallen, Greifen.

Schmerzen im rechten Unterleib, schlimmer durch jegliche Erschütterung oder sogar schon beim Atmen, Schmerzen in Unterleib beim Bell.Atmen. Belladonna-Frauen haben vor der Regel ein starkes nach unten zerrendes, herabdrängendesHerabdrängen zu den Genitalien Bell.Bearing-down-Gefühl“ im unteren Bauchbereich, so als würde alles herausgedrückt. In dieser Hinsicht ähnelt die Arznei SEPIA. Während sich die beiden Mittel im Allgemeinen Bild der Patientin (bzw. des Patienten) sehr deutlich unterscheiden – Belladonna ist voller Leben und Energie, SEPIA dagegen wirkt leblos und energielos –, haben sie in ihren lokalen Symptomen vieles gemeinsam: Herabdrängen, als käme der Bauchinhalt durch die Vulva heraus, schlimmer morgens; oft begleitet von Rückenschmerzen, als wollte der Rücken brechen. „Früh, gleich nach dem Aufstehen aus dem Bette, ein heftig spannender drückender Schmerz im ganzen Unterbauche …“ – „Im Unterbauche, gleich unter dem Nabel, Gefühl, als ob die Eingeweide nach außen drängten, am meisten im Stehen.“ (Hahnemann)
Schmerzhaftigkeit des ganzen Unterleibes, als wäre alles wund und roh, langdauernd (z. B. bei chronischer Verstopfung).
Auftreibung des Colon transversum. Wenn der Bauch bei Belladonna aufgetrieben ist, ist er selbst gegen die leichteste Berührung, Bauch, empfindlich gegen die leichteste B. Bell.Berührung sehr empfindlich.
Rektum und StuhlObwohl Belladonna im Repertorium nicht in der Rubrik „Obstipation“ auftaucht, stellt es dennoch eines unserer besten Mittel bei chronischer, hartnäckiger Verstopfung, chronische, hartnäckige Bell.Verstopfung dar. Nach meiner Erfahrung heilt es mehr Obstipationsfälle als SILICEA oder ALUMINA; allerdings handelt es sich bei Belladonna um eine wesentlich mildere Variante dieser Beschwerden als bei den beiden anderen Mitteln. Die Verstopfung könnte dadurch verursacht sein, dass der Mastdarm – wie alle Schleimhäute – sehr trocken ist. Zwei konstante Merkmale chronischer Belladonna-Verstopfungsfälle: Es besteht kein Stuhldrang, und das Rektum scheint blockiert zu sein. Die Patienten leiden unter Bauchschmerzen, besonders wenn sie zum Stuhlgang pressen. Die Verstopfung kann mit Kopfschmerzen und Blutandrang zum Kopf einhergehen; diese Begleitsymptome verschlimmern sich, wenn keine Darmentleerung stattfindet. Der Stuhlabgang ist merklich verzögert.
Belladonna ist auch ein höchst nützliches Mittel bei der Behandlung von Hämorrhoiden.
  • Die Venen sind rot, geschwollen, sehr berührungsempfindlich und bluten. Bei Belladonna-Patienten, die unter Hämorrhoiden leiden, können wir eine auffallende Gereiztheit nach dem Stuhlgang beobachten. Die Symptome ähneln denen von AESCULUS: blutende Hämorrhoiden, begleitet von Rückenschmerzen, als wollte der Rücken brechen.

  • Eingeklemmte Hämorrhoiden.

  • Hämorrhoiden, so berührungsempfindlich, daß er mit gespreizten Gesäßbacken daliegen muss Bell.Hämorrhoiden so berührungsempfindlich, dass er mit gespreizten Gesäßbacken liegen muss.

Tenesmus ani Bell.Tenesmus: Drücken und Drängen zu After und Genitalien, abwechselnd mit schmerzhafter Kontraktion des Afters Bell.Beständiges Drücken und Drängen zum After und den Geschlechtsorganen, abwechselnd mit schmerzhafter Zusammenziehung des Afters.
Durchfall, nach Haareschneiden Bell.Durchfall: nach Haareschneiden, Durchfall durch helles Licht Bell.durch helles Licht, durch plötzliche Geräusche. Stuhl, unwillkürlicher Abgang harten Stuhls, nachts im Bett Bell.Unwillkürlicher Abgang harten Stuhls, nachts im Bett.
HarnorganeBelladonna ist nicht selten bei bettnässenden Kindern angezeigt. Anscheinend findet die Harnproduktion hauptsächlich nachts im Bett statt, und zugleich ist der Schlaf sehr tief; dies sind wohl die Hauptgründe, warum Belladonna-Kinder so oft an Enuresis nocturna leiden. Der tiefe Schlaf verhindert, dass sie ihre Harninkontinenz bemerken; sie sind gar nicht wachzubekommen. Oft werden die Eltern versuchen, ihr Kind rechtzeitig zu wecken und auf die Toilette zu bringen, doch dieses Unterfangen scheint so gut wie unmöglich zu sein; sie müssen das Kind halb schlafend zur Toilette tragen, und auch wenn es dann Wasser lässt, wird es nicht richtig wach.
Belladonna ist bei akuter Prostatitis angezeigt, wenn der Harnabgang erst mit erheblicher Verzögerung möglich ist. Zugleich kann dabei sehr häufiger Harndrang bestehen, der schon auftritt, wenn sich erst ein paar Tropfen in der Blase angesammelt haben. Erschwertes, verspätetes Wasserlassen, muss warten, bis der Harn kommt, und dann pressen. Ausfluss von Prostatasekret aus schlaffem, nicht erigiertem Penis. Schmerz in der Prostata, schlimmer durch Erschütterung.
Belladonna kann auch bei Nieren- und Nierenbeckenentzündung angezeigt sein. Der Harn wird trübe, wie Hefe, mit rötlichem Satz.
Nierenschmerzen beim Husten. Reißender Schmerz in den Nieren, reißender Schmerz in den N., der sich die Harnleiter entlang nach unten erstreckt Bell.Nieren, der sich die Harnleiter entlang nach unten erstreckt, schlimmer durch Bewegung, Berührung, Erschütterung, Niesen und beim Einatmen.
Zystitis, mit Schmerzen im Blasenhals beim Drängen zum Wasserlassen. Brennen in der Blase, mit häufigem Harnlassen, besonders nachts. Wundheitsschmerz in der Blase,Bewegung, Erschütterung, Wundheitsschmerz in der Blase schlimmer durch Bell. schlimmer durch Bewegung und Erschütterung. „Empfindung von Winden und Drehen in der Blase, wie von einem großen Wurme, ohne Drang zum Harnen.“ (Hahnemann)
Männliche GenitalienDie Tatsache, dass Belladonna eine so vitale und plethorische Person ist, sollte nicht zu der Annahme verleiten, dass der Sexualtrieb des Belladonna-Mannes sehr stark sein müsse. Belladonna-Patienten haben vielmehr im Allgemeinen ein durchschnittliches oder im mittleren Bereich anzusiedelndes sexuelles Verlangen – gesund und ausgeglichen. Wenn allerdings die Sexualsphäre affiziert ist oder wenn der Patient sich in einem manischen Zustand befindet, kann der Sexualtrieb, wie oben bereits geschildert, gewaltig erhöht sein und zu häufiger Masturbation oder zu Exhibitionismus führen.
Schneiden oder Ziehen im Samenstrang, während der Miktion.
Weibliche GenitalienBei der Belladonna-Frau kann das sexuelle Verlangen in manchen Fällen sehr gesteigert sein. Vor der Regel und während einer Schwangerschaft ist das sexuelle Begehren erhöht.
Wie schon erwähnt, ist die Zeit um die Menstruation herum eine allgemeine Verschlimmerungszeit für viele Beschwerden von Belladonna.
Entzündung und Abszesse der Eierstöcke, Entzündung und Abszesse der E., besonders des rechten Bell.Eierstöcke, besonders des rechten. Vergrößerte Ovarien, Entzündunge und Abszesse der O., besonders des rechten Bell.Ovarien. Die Ovarialschmerzen tendieren dazu, nach hinten auszustrahlen, und unterliegen den allgemeinen Schmerzmodalitäten von Belladonna: schlimmer durch Erschütterung, Auftreten, Bewegung, Niesen etc. Sie stellen sich hauptsächlich vor der Regel ein.
Endometriose Bell.Endometriose mit einem Gefühl von Uteruskongestion. Bei jedem Schritt heftige Stiche in der Schamregion sowie in den inneren Geschlechtsteilen. Pulsieren in Uterus und Ovarien. Schmerz im Uterus kommt und geht plötzlich; strahlt zum Rücken aus.
Fälle von Menorrhagie Bell.Menorrhagie, bei denen die Blutung plötzlich einsetzt, mit heißem, dunklem, mit schwarzen Klumpen untermischtem Blut. Menses zu früh und sehr reichlich, dickes, zersetztes, dunkelrotes Blut. Scharf- und übelriechende Menses, scharf und übelriechend Bell.Menses. Stoßweise, heiße Uterusblutung während der Wehen. „Ein heftiges Zwängen und Drängen nach den Geschlechtsteilen, als sollte da alles herausfallen; beim krumm Sitzen und Gehen schlimmer, bei Stehen und gerade Sitzen besser.“ (Hahnemann)
RückenBelladonna ruft eine eigentümliche Art von Lumbago hervor, bei der der Schmerz nach oben ausstrahlt, bis zum Kopf. In einem solchen Zustand verlangt der Patient, wie auch bei vielen anderen Beschwerden der unteren Körperhälfte, nach warmen Anwendungen, welche den Schmerz auch tatsächlich lindern.
Typisch ist Kälte des Rückens, während der Regel Bell.Kälte des Rückens und der Extremitäten – insbesondere der Beine – während der Regel. Schmerzen im Rücken, als ob dieser durchbrechen wollte, vor allem während der Menses oder bei unterdrückten Menses. Die Kälte am Rücken kann sich über den ganzen Körper ausbreiten. Nagender Schmerz im Rückgrat, mit Husten.
Auch bei den Rückenschmerzen treffen wir wieder die allgemeinen Belladonna-Schmerzmodalitäten an: schlimmer durch Husten, Erschütterung, Gehen etc., besser durch Rückwärtsbeugen. Ferner Linderung bei sanfter Bewegung, im Stehen etc.
ExtremitätenKälte der Extremitäten bei heißem Kopf Bell.Kälte der Extremitäten bei heißem Kopf sollte als universelles Symptom von Belladonna betrachtet werden. Es treten alle Arten von Konvulsionen, schmerzhafte Krämpfe Bell.Konvulsionen und schmerzhaften Krämpfen auf. Körperliche Unruhe; er war genötigt, den ganzen Körper ständig hin und her zu bewegen, besonders die Hände und Füße. Geschwollene Gelenke.
Lähmungsartig reißender Druck an der vorderen Fläche des linken Oberarms. Lähmungsartiger Druck am linken Oberarm, mit Schwäche und Empfindung wie gelähmt im ganzen linken Arm. Lähmungsartig ziehender Druck mit Schwäche im rechten Ober- und Unterarm. Dunkle heiße, blasse oder glänzende Schwellung der Hand. Lähmungsartiges Reißen im mittleren Gelenk des rechten Zeigefingers.
„Schmerz der Ober- und Unterschenkel wie zerschlagen überhaupt und wie morsch, nach den Knochenröhren zu fein stechend und nagend, nebst starkem Reißen in den Gelenken; der Schmerz steigt allmählich von den Fußgelenken bis zu den Hüften herauf, nötigt, im Sitzen die Füße immer zu bewegen und herumzusetzen, und wird durch Gehen gemildert.“ (Hahnemann) Spannung auf der rechten Fußsohle in der Fersengegend, die dann in spannenden Druck überging; beim Daraufdrücken verliert sich dieser Schmerz für einige Zeit.
SchlafWie wir bereits in den Essenziellen Merkmalen angedeutet haben, zeugen die Belladonna-Schlafsymptome von der gleichen Intensität und emotionalen Lebhaftigkeit, die den Patienten auch sonst auszeichnen. Er hat für gewöhnlich einen sehr tiefen Schlaf mit starkem Schnarchen und ist nur schwer aufzuwecken. Die Patienten können im Schlaf reden, oder sie knirschen mit den Zähnen. Typischerweise schlafen sie auf dem Bauch, und in der Bauchlage bessern sich viele ihrer Beschwerden. Sie können sogar völlig außerstande sein, auf dem Rücken zu schlafen. Häufig berichten diese Patienten von wiederholten Fallträumen (THUJA); so sehen sie sich z. B. von einer Höhe springen, oder sie gehen im Traum eine Treppe hinauf, verpassen eine Stufe und stürzen ab. Dann wachen sie mit einem Ruck auf, so als wären sie nun auf dem Boden aufgeschlagen. Daher steht Belladonna im Repertorium dreiwertig unter der Rubrik „Auffahren aus dem Schlaf Bell.Auffahren aus dem Schlaf“. Voll Erschrecken und Furcht erwacht sie die NachtAbends öfters Aufschrecken aus dem Schlafe beim Einschlafen; die Füße zuckten aufwärts und der Kopf vorwärts. Sie erschrak in ansonsten ruhigem Schlaf, als wenn sie tief fiele, wobei sie heftig zusammenfuhr.
Träumt von Schlachten, von Feuergefahr, vom Fliegen, vom Fallen, Träume, von Riesen verfolgt zu werden Bell.von Riesen verfolgt zu werden, erschossen zu werden, vom Wasserlassen, von Mördern und Räubern. Fürchterliche visionäre Träume. Angst- und Schreckträume.
Frost, Fieber, SchweißEiskalte, kaum zu erwärmende Füße. Frost beim Ausziehen der Kleider; abends. Ungewöhnlicher Frost nach dem Baden. Frost, im Rücken, der Magengrube oder den Armen beginnend und sich über den ganzen Körper ausbreitend Bell.Ein heftiger Frost packt sie im Rücken oder in der Magengrube oder an beiden Armen zugleich und verbreitet sich von da über den ganzen Körper. Frost, vom Kreuzbein ausgehend; läuft den Rücken herauf und an den Schenkeln wieder herab. Bösartiger Frost mit rotem Gesicht, Delirium und berstendem Kopfschmerz, blassem Gesicht beim Niederlegen, rotem Gesicht beim Aufsetzen.
Warme Getränke und warme Speisen verschlimmern den Frost. Frost bei Regenwetter, durch Sonnenhitze, durch Naßwerden. Gesicht blaß beim Niederlegen, rot beim Aufsetzen, bei bösartigem Frost Bell.Frost, bösartig, mit rotem Gesicht, Delirium und berstendem Kopfschmerz Bell. Frost bei heißem Sommerwetter. Frost besser durch äußere Wärme. Schweiß nach dem Frost.
Schüttelfrost, mit Hitze des Kopfes Bell.Schüttelfrost: mit Hitze des Kopfes; während des Stuhlgangs. Fieber: Überlaufendes Frösteln am ganzen Körper – vier Stunden danach Hitzegefühl und Hitze, besonders des Gesichts. Brennende Hitze nachmittags; abends; nachts.
Brennende Hitze, brennende H., abwechselnd mit Frösteln Bell.Hitze, abwechselnd mit Frösteln. Starke Hitze, aufgetriebene Adern, unersättlicher Durst, dabei Angst und Zittern. „Brennende Hitze des Körpers mit hochaufgetriebenen Adern der Haut mit Wut.“ (Hahnemann) Fieber: innere brennende Hitze, bei äußerer Kälte.
Brennende Hitze, brennende H. innerlich wie äußerlich Bell.Hitze innerlich wie äußerlich; der Körper brennend heiß, wie Feuer. Intensive Fieberhitze in Kopf und Gesicht, Körper kalt. Hitze und Pulsieren im Kopf, mit Brennen der Augen. Hitze und Röte nur des Kopfes. Kopf und Gesicht heiß, letzteres etwas aufgedunsen. Kopf heiß, Gesicht gerötet, Augen hervorgetrieben, Pupillen erweitert, Blick stier Bell.Kopf heiß, Gesicht gerötet, Augen hervorgetrieben, Pupillen erweitert, Blick stier.
Fieber mit intensiver Hitze und Krämpfen. Sehr große Hitze über und über mit Delirien.
Fieber ohne Froststadium: nachmittags; abends; nachts.
Zahnungsfieber. Scharlachfieber Bell.Scharlachfieber. Entzündungsfieber. Remittierendes Fieber: nachmittags, abends; bei Kindern. Fieber in der Sonnenhitze.
„Mehrere Fieber-Anfälle in einem Tage, wo die Hitze dem Froste schon nach einigen Minuten bis nach einer halben Stunde nachfolgte, stets ohne Durst in Froste und Hitze und meist mit Eingenommenheit des Kopfes.“ (Hahnemann)
Die Haut heiß, trocken, scharlachartig gerötet, besonders im Gesicht und an den Ohren Bell.Haut ist heiß, trocken, scharlachartig gerötet, besonders im Gesicht und an den Ohren.
Die Hauttemperatur ist erhöht, das Gesicht gerötet, der Puls beschleunigt, dabei Irrereden und Herumwanken, wie berauscht.
Schweiß nur an bedeckten Körperteilen Bell.Schweiß nur an bedeckten Körperteilen; nur an unbedeckten Körperteilen.
Schweiß, der an den Füßen beginnt und bis ins Gesicht steigt. Starker Nachtschweiß. Jede Nacht heftiger Schweiß. Plötzlich überlaufender, allgemeiner und ebenso schnell verschwindender Schweiß, plötzlich überlaufender, allgemeiner und ebenso schnell verschwindender Bell.Schweiß.
Belladonna kann Krämpfe oder Konvulsionen auslösen, besonders Fieberkrämpfe. Die rechte Körperseite ist oft der Sitz der Krämpfe; häufig beginnen sie im rechten Arm.
HautBelladonna kann sehr empfindliche Haut haben, die leicht wund und rot wird. Besonders empfindlich ist sie gegen Sonne; direktes Sonnenlicht kann große Schmerzen auf der Haut bewirken. Ausschläge können im Sonnenlicht erheblich schlimmer werden; diese Modalität ist hier noch ausgeprägter als bei NATRIUM MURIATICUM.
Es kann auch eine Neigung zu einer Art von Kontaktdermatitis bestehen. Häufig reagiert der Patient empfindlich auf Seifen und Reinigungsmittel, Waschen erzeugt Hautreizungen. Bei dieser Form der Dermatitis können große rote Flecken auf der Haut entstehen, die schnell anschwellen und ebenso schnell wieder verschwinden.
Belladonna kann bei Hautinfektionen nützlich sein. Es ruft Erysipel mit glänzender, roter, trockener Haut hervor. Auch bei sich schnell entwickelnden Furunkeln kann es angezeigt sein. Die Furunkel schwellen an und pochen im Takt des Pulsschlags. Endlich kann sich ein Erythema nodosum entwickeln. Große, intensiv rote Knötchen erscheinen auf der Haut und vermitteln den Eindruck, dass die Krankheit sehr heftig und schwer verläuft.
Das typische Erscheinungsbild der Belladonna-Haut sieht so aus: Gleichförmige, glatte, glänzende, scharlachfarbene Röte; so heiß, dass sie der Hand einer Person, die sie berührt, eine brennende Empfindung mitteilt.
Röte des ganzen Körpers, mit schnellem Puls Bell.Röte des ganzen Körpers, mit schnellem Puls. „Scharlachröte der Haut des Körpers, besonders des Gesichts mit besonders hervorstechender Gehirntätigkeit.“ (Hahnemann)
Entzündete, rote Hautstellen und vielgestaltige, scharlachrote Flecken über den Körper (welche jucken).
Karbunkel. Erysipel Bell.Erysipel. Erysipel bei Neugeborenen Bell.Erysipel bei Neugeborenen. Pickel (Hahnemann: „Blüthen“) brechen auf den Backen und an der Nase aus, füllen sich schnell mit Eiter und bedecken sich mit einer Kruste. Schmerzhafte Geschwüre.

Bellis perennis

Essenzielle Merkmale
Bellis perennis, das Gänseblümchen, ist ein wichtiges Mittel bei tiefen Traumata, ob auf der physischen oder der psychischen Ebene. Wenn der physische oder „emotionale Körper“ misshandelt oder beschädigt worden ist und tiefe Verletzungen davongetragen hat, z. B. bei einer Operation, bei einem Unfall oder auch im Verlauf eines emotionalen Konflikts, sollte diese Arznei erwogen werden.
Wer lernen will, homöopathisch zu heilen, sollte ein Verständnis dafür entwickeln, dass verschiedene Konstitutionen unterschiedliche Prädispositionen haben. Bei Bellis perennis ist es offenbar das Muskel- und Sehnengewebe, das zur Schwäche neigt, leicht ermüdet und besonders anfällig ist, und entsprechend führen Verletzungen in diesem Bereich erheblich öfter als bei anderen Mitteln zu tiefen Traumata – also zu einer bestimmten Form von chronischer Schädigung. Andere Mittel haben andere Prädispositionen; bei einem GRAPHITES- oder SULFUR-Patienten etwa würde eine derartige Verletzung wohl kaum einen ähnlichen chronischen Zustand bewirken.
  • Einige Beispiele für physische Traumata, bei denen sich Bellis perennis als nützlich erwiesen hat: bei Bauch- und Beckenorgane, Verletzungen der Bell-p.Verletzungen der tieferliegenden Gewebe, insbesondere der Bauch- und Beckenorgane; bei Wundfieber nach Operationen, wiederum speziell im Bauch- und Beckenbereich. Ähnlich wie HYPERICUM hilft es auch bei extrem schmerzhaften Nervenverletzungen. Verletzungen mit Blutaustritt ins Gewebe verlangen nach ARNICA, wenn sie eher oberflächlich sind; wenn jedoch die tieferen Gewebe betroffen sind und wenn sich dort infolge der Verletzung leicht Schwellungen (Tumoren) ausbilden, ist Bellis perennis angezeigt.

Die Arznei wirkt auf die Muskelfasern der Blutgefäße und erzeugt venöse Stase.
  • Überanstrengung, Symptome durch körperliche Bell-p.Körperliche Überanstrengung kann bei Bellis-Patienten ebenfalls Symptome hervorrufen. Üble Folgen von übergroßer Belastung der Körperkräfte, etwa bei Sportlern, besonders Langstreckenläufern; von Überbeanspruchung der Muskeln und Sehnen beim Heben schwerer Gewichte.

  • Beschwerden von Überarbeitung, ständiger körperlicher Betätigung über längere Zeit. Bellis hat älteren Arbeitern, z. B. Gärtnern geholfen, die sich schon nach relativ geringfügiger körperlicher Anstrengung ganz steif und wund fühlten. Auch bei Beschwerden von Arbeitern oder Angestellten, die in ihrem Beruf viel stehen und gehen müssen, und überhaupt von Leuten, die ihre Muskeln auf Dauer anstrengen, passt Bellis im Allgemeinen besser als ARNICA oder RHUS TOXICODENDRON.

Gefühl von Wundheit und Zerschlagenheit
Das Gefühl wie wund und zerschlagen zeigt sich bei Bellis-Menschen auch auf der psychischen Ebene: so etwas wie ein emotionaler Tumor hat sich tief in ihrem Inneren gebildet. Als Reaktion auf böse emotionale Verletzungen und Misshandlungen hat sich in der Tiefe ihres Gemüts eine verhärtete und sehr schmerzende Stelle, eine Art vernarbte Wunde entwickelt. Sie versuchen, diese Wunde, diesen Schmerz in sich zu verschließen: sie erzählen keinem davon, suchen nicht nach Hilfe, erleichtern sich nicht durch Weinen o. ä.; stattdessen setzen sie nach außen hin ein fröhliches Gesicht auf. Nicht nur interessant, sondern wahrhaft erstaunlich treffend ist da Clarkes Beschreibung der Pflanze in seinem „Dictionary“: „Das Gänseblümchen ist eine Blume, auf der ständig herumgetreten wird und die sich doch immer wieder lächelnd aufrichtet.“ Darum wird Bellis perennis von anderen regelmäßig für eine sehr starke Persönlichkeit gehalten, die sich nicht unterkriegen lässt und auch nicht besonders empfindlich ist. Patienten, die andere Mittel benötigen, etwa NATRIUM MURIATICUM, IGNATIA oder PHOSPHORICUM ACIDUM, wollen ihr Leid ebenfalls niemandem zeigen; aber bei ihnen wirkt sich das Trauma auf die ganze Person aus, sie können es nicht verbergen, und jeder wird die Veränderung an ihnen bemerken. Bellis-Menschen dagegen begraben all das erfolgreich in sich, lassen sich äußerlich nichts anmerken und zeigen der Welt eine lächelnde Miene; nur sie selbst wissen von dieser verletzten, entsetzlich zerschundenen, schmerzenden Stelle in ihrem Gefühlsleben. Dort werden all die Wunden, Schocks, Schicksalsschläge, die sie im Lauf ihres Lebens erfahren haben, aufbewahrt und perfekt abgekapselt.
Mangel an Elastizität und Flexibilität
Ein gewisser Mangel an Elastizität und Flexibilität ist typisch für die Gefühle dieser Menschen; sie können sich nicht schnell genug auf plötzliche emotionale Veränderungen oder Schocks einstellen und neigen zu Starrköpfigkeit, fixen Ideen, Versteifungen. Diese manifestieren sich sowohl gefühlsmäßig als auch körperlich, an der Muskulatur. Wird z. B. eine Bellis-Frau schwanger, so ist die Muskulatur des Uterus verspannt und rigide, er weitet sich nur unter großen Schmerzen; wenn sie dabei ist, sich zu verlieben, und eigentlich das Bedürfnis hätte, sich zu öffnen, ihre Gefühle zu zeigen, dann wehrt sie sich dagegen, weil sie Angst davor hat, dass man ihr wehtut, sie erdrückt und zerquetscht. (Man vergleiche dazu das Prüfungssymptom „Uterus wund, als würde er zusammengequetscht“.) Zeigt jemand erotisches Interesse an ihr, so nimmt sie das gleich wie eine Penetration wahr – ein Eindringen, das bis zu jener schmerzenden Stelle vorstoßen könnte, die sie so sorgfältig vor aller Welt verbirgt.
Entwicklung der Bellis-Pathologie
Der eigentliche Grund für diese Abkapselung ist höchstwahrscheinlich in der Angst zu suchen, dass der Schmerz, sobald er aus der vernarbten Wunde hervorbricht, sich über die ganze Existenz des Betroffenen ausbreiten und unerträglich werden könnte. Und dies kann tatsächlich auch geschehen, wenn sich der emotionale Tumor durch irgendeinen Zufall (oder durch das Einfühlungsvermögen eines anderen Menschen) einmal öffnet: Der quälende Seelenschmerz, viele Jahre lang sicher eingeschlossen und nun befreit, wird dann in allen Lebenssphären derart intensiv empfunden, dass die Betroffenen glauben, nicht mehr lange damit leben zu können. „Unerträglicher Schmerz treibt zum Wahnsinn.“ Ich habe solche Fälle jahrelang mit RHUS TOXICODENDRON oder BRYONIA behandelt, mit recht zweifelhaftem Erfolg; die Arznei aber, die schließlich wirkliche Hilfe bringen konnte, war Bellis perennis.
Eine Bellis-Pathologie kann auch dadurch ausgelöst werden, dass die Person sich als ungeliebt empfindet, z. B. mit ihrer Liebe nur auf Desinteresse und Ignoranz stößt (übrigens besonders dann, wenn das bei den Eltern des/der Geliebten der Fall ist). Dann sagt sie nichts, beklagt sich nicht, versagt den aufs tiefste verletzten Gefühlen jeglichen Ausdruck – und doch bleibt im Inneren das Bedürfnis, Zuneigung zu geben und zu empfangen, das nur dann Ausdruck finden kann, wenn sie sich wahrhaft geliebt und daher sicher fühlt. Erst dann kann sie sich öffnen und aufblühen. Wenn aber ihren warmen, starken Gefühlen gleichsam mit einem kalten Guss begegnet wird, dann kann etwas in ihr absterben, erfrieren, eine Stelle in ihr wird sich dann ganz kalt und tot anfühlen.
  • Und interessanterweise ist dieses Muster auch in der physischen Pathologie des Mittels zu finden: Abkühlung, üble Folgen von plötzlicher A. mit kalter Nässe in erhitztem Zustand Bell-p.Üble Folgen von plötzlicher Abkühlung durch kalte Nässe, wenn der Körper erhitzt ist; ebenso von kalte Getränke, üble Folgen von Bell-p.kalten oder eisgekühlten Getränken, die z. B. Unterdrückung der Menses, Magenschmerzen, Kreuzschmerzen, Durchfall oder gar alles zusammen bewirken können.

  • Es ist jedoch andererseits ebenfalls typisch für diese Arznei, dass Kälteanwendung, lokale, lindert Entzündungen Bell-p.Entzündungen durch lokale Kälteanwendung gelindert werden. Auch kann z. B. eine Infektion der Haut, die in der Sommerhitze noch schlimmer wird, durch Reisen in eine Gegend, wo kühleres Wetter herrscht, gebessert werden.

  • Die beschriebene Einschließung verletzter Gefühle lässt sich ebenfalls auf die physische Ebene übertragen. Wenn etwa eine Frau einen Schlag auf die Brust erhält, der zu einem Tumor führt, dann bleibt dieser Tumor auf Jahre hinaus abgekapselte Tumoren Bell-p.abgekapselt: schmerzhaft, aber ohne jegliche Neigung zum Aufbrechen oder zur Absonderung. Bellis perennis neigt dazu, die schmerzende Stelle zu verkapseln. Analog kann Bellis auch bei abgekapselten Entzündungen eines Organs angezeigt sein: Entzündungen ohne Abflussmöglichkeit, Prozesse, denen die Kraft zu fehlen scheint, ein Ventil zur Entlastung von dem inneren Druck zu schaffen. Einige Beispiele: eine Cholezystitis mit verstopften Gallengängen, bei der der entstehende innere Druck quälende Schmerzen verursacht; eine enorme, sehr schmerzhafte Hodenschwellung; eine Blasenentzündung, bei der kaum noch Wasser gelassen werden kann. Kann man als auslösende Ursache solcher Zustände eine Verletzung in der Vorgeschichte entdecken, so ist dies eine zusätzliche Bestätigung für die Wahl von Bellis perennis.

Von den entzündeten Partien ausgehend, kann sich ein Zerschlagenheits- und Schwächegefühl über den ganzen Körper ausbreiten; dies ist ein Leitsymptom der Arznei.
Ein Syndrom, das bei unter rheumatischen Zuständen leidenden Patienten anzutreffen ist, die Bellis benötigen: Überall steif und wund, kommt nachts im Bett nicht zur Ruhe, wacht sehr früh auf, schläft wenig und ist immer müde. Schwäche, schlimmer beim Aufstehen; ganz Schwäche, besonders der Oberschenkel Bell-p.besonders schwach sind die Oberschenkel, selbst dann, wenn der Patient im Bett liegt. In seiner Tendenz zu rheumatischen Affektionen, Steifheit und Wundheit in den Muskeln ähnelt Bellis z. B. RHUS TOXICODENDRON oder EUPATORIUM PERFOLIATUM.
Allgemein sind Müdigkeit und Schwäche, ständige Bell-p.ständige Müdigkeit und Schwäche sowie ein Angst, wacht um 3 Uhr auf und kann dann nicht mehr einschlafen Bell-p.Angstgefühl typisch, das sich darin zeigt, dass der Patient gegen 3 Uhr morgens oder später aufwacht und danach stundenlang nicht mehr einschlafen kann. Angst um die Gesundheit hingegen habe ich bei diesem Mittel noch nie beobachten können; im Gegenteil, Bellis-Patienten sind meist recht gleichgültig gegen das Thema Gesundheit und haben für den Tod nur Verachtung übrig.
Die Wahrnehmungsfähigkeit dieser Menschen ist häufig abgestumpft und verlangsamt. Insbesondere ist manchmal eine eigentümliche Schwäche beim Wiedererkennen von Orten vorhanden; bei Reisen von einem Ort zum anderen verlieren sie leicht die Orientierung.
Die verletzten Gefühle von Bellis werden das sexuelle Verlangen nur selten beeinträchtigen; dieses ist sexuelles Verlangen leicht erregbar Bell-p.leicht zu erregen und nicht so einfach zu befriedigen, sodass der Patient zur Masturbation, gefolgt von Müdigkeit Bell-p.Masturbation Zuflucht nimmt. Auf den Akt der Selbstbefriedigung folgt jedoch oft große Müdigkeit, gepaart mit innerer Unzufriedenheit und Unruhe.
Es kommt auch eine Art „Hirnermüdung“ vor, die der von PICRINICUM ACIDUM ähnelt.
Die charakteristische Wirkung von Bellis auf die Haut besteht in der Erzeugung von Ausschlägen: Furunkel am ganzen Körper; Akne, Gesicht, besonders während der Regel Bell-p.Gesichtsakne, besonders während der Regel; Hautausschläge, wo irgendetwas Hartes an der Haut gekratzt hat; Schuppenflechte an Stellen, an denen die Haut durch ein stumpfes Instrument verletzt oder stark beansprucht wurde. Ein Landwirt etwa, der mit einem Handpflug (oder auch mit einer Schubkarre) arbeitet, kann Hautausschläge, vor allem Psoriasis an den Händen bekommen – an den Stellen, wo die Griffe den stärksten Druck ausüben.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Bellis perennis ist angezeigt bei Verkühlung nach Erhitzung: kalte Nässe, üble Folgen von, in erhitztem Zustand Bell-p.üble Folgen von kalter Nässe, wenn der Patient erhitzt war; ebenso kalte Getränke, üble Folgen von Bell-p.vom Genuss kalter Getränke in erhitztem Zustand. Äußere oder innere Kälteexposition löst viele Beschwerden aus: Zerschlagenheitsgefühl in den Muskeln, Verdauungsstörungen, Amenorrhö, Schmerzen rheumatischen Charakters etc.

  • Wenn jedoch eine Entzündung eingesetzt hat, tun lokale kalte Anwendungen dem Patienten gut.

  • Verletzungen, Beschwerden von Bell-p.Beschwerden durch Verletzungen, etwa infolge von Schlag, Sturz, Unfall: Schwellungen, Exsudationen usw.

  • Zustände nach Nervenverletzungen; starke Schmerzen und Unverträglichkeit kalten Badens.

  • Man sollte an Bellis denken bei zystischen oder abgekapselten Tumoren, Keloiden, Nävi; bei Bursitis, chronischer Appendizitis, Neuritis und Knochenbrüchen – alles unter der Voraussetzung, dass die Symptome übereinstimmen.

  • Blutungsneigung, besonders nach Anstrengung Bell-p.Blutungsneigung, besonders nach Anstrengung; Lungenblutungen, Uterusblutungen etc.

  • Bellis wirkt auf die Muskelfasern der Blutgefäße und verursacht venöse Stase und Krampfadern.

  • Burnett empfiehlt es bei Schwäche nach akuten Gichtanfällen Bell-p.Schwäche nach akuten Gichtanfällen.

  • Es ruft ein Gefühl von Müdigkeit hervor, mit dem Verlangen, sich hinzulegen. Müdigkeit während des Klimakteriums.

  • Gefühl von Wundheit und Zerschlagenheit in den Muskeln, vor allem in tieferliegenden Geweben (z. B. Beckenregion); oft zunächst durch Bewegung verschlimmert. Lebhafte Schmerzen in allen Muskeln und Gelenken.

  • Beschwerden durch Unterdrückung von Schweiß.

  • Gelegentlich Herzflattern und unregelmäßiger Puls.

  • Ohnmachtsanfälle mit kaltem Schweiß (CARBO VEGETABILIS).

  • Bellis perennis ist ein vorwiegend linksseitiges Mittel; seine typische Verschlimmerung gegen 15 oder 3 Uhr Bell-p.Verschlimmerungszeit ist gegen 15 oder 3 Uhr sowie in den folgenden Stunden.

  • Zahlreiche Beschwerden werden, wie gesagt, durch kalte Getränke und Speisen sowie Kälteexposition (kaltes Bad, kaltes Wetter) hervorgerufen oder verschlimmert; ebenso durch körperliche Anstrengung. Jucken dagegen (an Kopf, Rücken, Beinen) wird stärker durch heißes Baden und in der Bettwärme. Auftreten und Verschlimmerung von Symptomen auch Stürme, Beschwerden vor Bell-p.vor Stürmen; ebenso durch Unterbrechung des Koitus.

  • Lokale Kälteanwendungen lindern, wie schon angeführt, Entzündungen. Zwar werden die meisten Muskel- und Gelenkschmerzen zunächst durch Bewegung schlimmer, bessern sich aber nicht selten bei fortgesetzter Bewegung. Magenschmerzen besser durch Druck, Essen, Zusammenkrümmen; auch Liegen auf dem Bauch kann Symptome bessern. Besserung von Schmerzen durch Massage bzw. Reiben.

Lokalsymptome
Schwindel und KopfSchwindel bei älteren Leuten (zerebrale Stase). Zeitweise leichtes Schwindelgefühl im Kopf.
Kopfschmerzen vom Hinterkopf zum Vorderhaupt, von stumpfem, drückendem Charakter; das Hirn in der Stirnregion wie zusammengezogen (nach Ausbildung eines großen, schmerzenden Furunkels im Nacken). Kopfschmerzen, die in einem Stechen enden.
Jucken um die Kopfhaut und am Rücken, schlimmer durch heißes Bad und Bettwärme.
AugenBei lokaler Anwendung hat Bellis perennis Erweiterung der Pupillen verursacht.
GesichtAusschläge: Herpes nasalis und labialis; Furunkel; Akne, besonders zu Beginn der Menses; Akne, die an Pockenpusteln erinnert.
ZähneWurzelgranulom.
BrustBrustkrebs, nach kontusionen Bell-p.Brustkrebs; nach Kontusionen. Verhärtung der Mammae, nach Prellungen Bell-p.Prellungen können Verhärtung der Mammae hervorrufen. Mastitis. Empfindliche Knötchen in der Brust.
MagenBeschwerden durch kalte oder eisgekühlte Getränke sowie Eiskrem, wenn der Patient erhitzt ist: Verdauungsstörungen, Amenorrhö, Rheumatismus, Hautaffektionen (Psoriasis).
Leichte Übelkeit, Appetitlosigkeit. Abneigung gegen Süßigkeiten. Verlangen nach appetitreizender Nahrung wie Essig, Verlangen nach Bell-p.Essig, Zwiebeln, rohe, Verlangen nach Bell-p.rohen Zwiebeln, Wurst. Magenschmerzen besser durch Essen, Druck, Zusammenkrümmen.
AbdomenSchmerzen der Bauchdecken schwangerer Frauen.
Drücken in der Milzregion, mit Schmerzen, Vollheitsgefühl, Anschwellung (gespannt wie eine Trommel); Stiche in der Milz. Auftreibung im linken Hypochondrium, schmerzhafter nach dem Essen; scheint sich zum Zwerchfell zu erstrecken, bei jeder Einatmung ein „Reibegefühl“ dort.
Stuhl und HarnFaulig riechender, schmerzloser, gelber Durchfall, nachts schlimmer.
Erschwerter Harnabgang; unwillkürlicher Harnabgang im Liegen.
Männliche GenitalienAusbleibende Erektionen. Exzessives Masturbieren; starke Erschöpfung dadurch. Masturbation bei Kindern.
Weibliche GenitalienSchwere Krämpfe bei der Periode, schlimmer gegen 15 Uhr und zwischen 3 und 4 Uhr nachts; besser Menses, Krämpfe besser durch harten Druck auf den Unterbauch Bell-p.durch harten Druck auf den Unterbauch und durch kalte Anwendungen, Wärme lindert nicht; dabei kommt es zu Übelkeit und Erbrechen sowie Pochen im Becken. Allgemeine Muskelschmerzen.
Schmerzen schießen vom Uterus bis zum Rektum. Uteruskoliken Uteruskoliken besser durch Anziehen der Beine Bell-p.besser durch kräftiges Anziehen der Schenkel; kommen alle paar Minuten, mit pochenden und schießenden Schmerzen. Uterus wund, als würde er zusammengequetscht; begleitet von Schwindel, der schlimmer beim Aufstehen und besser im Liegen ist; jedes Mal zur Zeit der Menses bestehen Schmerzen die Vorderflächen der Oberschenkel herab. Blutstau in Gebärmutter und Brüsten Bell-p.Blutstau in Gebärmutter und Brüsten. Uterus wund, wie zusammengequetscht Bell-p.
Nützlich bei Schwangeren, die aufgrund venöser Stase nur mühsam oder gar nicht gehen können. Schwangerschaftsbeschwerden; Krampfadern, Wundheitsgefühl im Uterus. Uterusatonie. Kleiner Uterus, der in der Schwangerschaft große Schmerzen verursacht.
Amenorrhö.
Fluor: wundmachend, z. T. zähflüssig; chronisch; färbt die Unterwäsche gelb.
Beschwerden durch unterbrochenen Geschlechtsverkehr.
Neigung zur Masturbation, schon bei kleinen Mädchen.
Menses: in Klumpen; reichlich, Menses stärker durch körperliche Anstrengung Bell-p.stärker durch körperliche Anstrengung. Bei spärlicher oder unterdrückter Regelblutung kann Gesichtsakne auftreten. Periode kann leicht durch Kälteexposition (oder kaltes Duschen bzw. Baden) unterdrückt werden; dadurch heftige Kreuzschmerzen.
RückenRückgratverletzungen; Folgen von Sturz aufs Steißbein. Kreuzschmerzen bei unterdrückter Regelblutung. Rückenschmerzen beim Liegen auf dem Bauch.
Jucken am Rücken und an den Beugeseiten der Oberschenkel, schlimmer durch heißes Bad und Bettwärme, besser durch Kälte.
ExtremitätenLahmheit wie von Verrenkung. Schwäche nach Gichtanfällen.
Schmerz an der Innenseite des rechten (auch des linken) Unterarmes, als entwickelte sich dort ein Furunkel. Die Ringbänder der Handgelenke, besonders des linken, fühlen sich zusammengezogen an, als läge ein elastisches Band um die Gelenke. Schleimbeutelzysten am Handgelenk.
Krampfadern an den Beinen während der Schwangerschaft.
SchlafWacht zu früh auf, Erwachen gegen 3 Uhr morgens, kann nicht mehr einschlafen Bell-p.gegen 3 Uhr nachts oder später, und kann dann nicht mehr einschlafen. Schlechter Schlaf, aufregende, ärgerliche Träume. Zorn, in Träumen Bell-p.Im Traum wird Zorn erfahren; Traumsituationen, in denen sie ihren Zorn ausagieren. Schläft auf dem Bauch.
HautFurunkel überall am Körper. Pickel oder Furunkel am Unterkieferwinkel, rechts bzw. links (Prüfungssymptom vom Kauen der Pflanze bzw. von Einnahme der C 3). Großer Furunkel im Nacken (rechtsseitig), beginnend als kleiner Pickel mit brennendem Schmerz in der Haut; dieser wuchs innerhalb sechs Tagen zum großen Furunkel heran und nahm eine dunkle, feuerrot-purpurne Färbung an, brannte und schmerzte wie wund; dabei einige Schwierigkeiten, den Kopf aufrecht zu halten, mit Zerschlagenheitsschmerz; begleitet von Kopfweh vom Hinterkopf zum Vorderhaupt.
Ekchymosen, berührungsempfindlich Bell-p.Ekchymosen, geschwollen, sehr berührungsempfindlich. Erysipel. Herpes labialis und nasalis. Keloide. Psoriasis. Hautausschläge im Sommer, besser in kühler Umgebung Bell-p.Hautausschläge im Sommer, Jucken, das durch Kratzen schlimmer wird; besser in kühler Umgebung.
Empfindliche Haut; Berührung, sanfte, angenehm und sexuell erregend Bell-p.sanfte Berührung gefällt ihnen und kann sie sexuell erregen, während häufiges Reiben auf der Haut zu Hautausschlägen führen kann.

Benzinum

Essenzielle Merkmale
Benzinum scheint in erster Linie auf Kreislauf, Blut und Herz, Wirkung auf Benz.Kreislauf, Blut und Herz zu wirken und erzeugt dabei Zustände, die ähnlich sind zu Herzinfarkt, Kreislaufstörungen, Blutzersetzung und Blutbildungsstörungen – Zustände, wie sie in unserer modernen Zivilisation ja nur allzuhäufig vorkommen.
Das große Leitsymptom dieses Mittels ist ein Schwitzen auf der Seite, auf der der Patient nicht liegt Benz.Schwitzen auf der Seite, auf der der Patient nicht liegt.
Benzinum passt bei Angina pectoris, die einen eigentümlichen Schmerz im oberen Brustbereich oder im Hals hervorruft, welcher aufwärts schießt, zum Kopf hin. Schon nach relativ geringer Anstrengung ist der Patient erschöpft und kann dann den genannten Schmerz zu spüren bekommen. Weitere Symptome: Gelegentliches Herzklopfen mit Vollheitsgefühl und Schmerzen im Kopf. Hitzewallungen mit Gesichtsröte Benz.Hitzewallungen mit Gesichtsröte schon durch leichte körperliche Anstrengung. Pulsieren in der Magengegend. Schläft sehr wenig, ein oder zwei Stunden unmittelbar nach dem Zubettgehen; liegt danach den größten Teil der Nacht wach. Kalter Nachtschweiß an Unter- und Oberschenkeln. Auch bei dieser Kombination von Symptomen ist das wichtigste Zeichen jedoch der erwähnte Schweiß an Körperteilen, auf denen der Patient nicht liegt. Ferner kommt starkes Verlangen nach Zitronen und Apfelwein Benz.Verlangen nach Zitronen und Apfelwein vor.
Benzinum kann bei allen Arten von Anämie nützlich sein, besonders aber in den letzten Stadien der Leukämie Benz.Leukämie, wenn häufiger, mit Blut und bleifarbenem Schleim untermischter (oder daraus bestehender) Stuhlgang mit einigem Tenesmus besteht – vor allem, dann, wenn der Stuhl zudem nach Benzol riecht. Auf die Defäkation folgen Pochen in Anus und Rektum und aufwärts stechende Schmerzen, aufwärts stechende Benz.Schmerzen.
In solchen Fällen ist der Geist tiefgreifend gestört, und die Kranken haben optische Sinnestäuschungen bei offenen Augen: „Eine große weiße Hand schien in der Dunkelheit aufzutauchen und kam ausgestreckt auf sein Gesicht zu, sodass er voller Schrecken nach dem Pfleger schrie.“ Der Patient gerät in einen semikomatösen, typhusartigen Zustand.
Angezeigt sein kann Benzinum bei anämischen Zuständen mit Auszehrung, Blässe und schnelle Erschöpfung Benz.Blässe und schneller Erschöpfung. Der Patient leidet unter starkem Schwindel bzw. Schwindelgefühl; im Liegen klagt er über eine Empfindung, als fiele er durch das Bett und den Fußboden hindurch. Wenn er Augen, starke Schmerzen und heftiges Pulsieren in den A. beim Versuch, sie nach oben zu drehen Benz.versucht, die Augen nach oben zu drehen, bekommt er starke Schmerzen und heftiges Pulsieren darin.
Das psychische Bild ist von extremer Reizbarkeit Benz.Reizbarkeit geprägt; der Patient ist tadelsüchtig, krittelt an allem herum und findet überall Fehler. Ferner: Schlaflose Nächte, in denen unangenehme Gedanken auf ihn eindrängen, bei weit offenen Augen, vor denen pausenlos optische Illusionen dahintreiben. Weinen über Kleinigkeiten Benz.Weinen über Kleinigkeiten, Verzweifeln an der Genesung. Besorgnis Benz.Besorgnis. Furcht vor Herzkrankheiten Benz.Furcht vor Herzkrankheiten; Furcht vor Schlaganfall Benz.vor Schlaganfall.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Hier zunächst noch einmal die drei Leitsymptome von Benzinum:

    • Schmerzen gehen von unten nach oben Benz.Schmerzen gehen von unten nach oben (Kopfschmerz, Schmerz im After; ebenso auch Fröste).

    • Schweiß an Stellen, auf denen er nicht liegt.

    • Gefühl, durch das Bett und den Fußboden zu fallen.

  • Schlimmer: nachts, wenn er nicht schlafen kann.

  • Epileptiforme Anfälle, Koma und Anästhesie.

  • Müde und nervös.

Lokalsymptome
KopfStarke, aufwärts schießende Schmerzen im Hinterkopf, in Anfällen wiederkehrend, schlimmer durch Bewegung und besonders durch Aufstehen vom Sitzen.
AugenKonnte die Augen nicht nach oben oder seitwärts drehen ohne starke Schmerzen und heftiges Pochen. Optische Illusionen nachts, bei weit geöffneten Augen. Die Konjunktiva wirkte etwas kongestioniert (hyperämisch).
GesichtBlasses Gesicht. Gelegentlich waren die linke Wange, linke W. und linke W. plötzlich aufgedunsen Benz.Wange und die linke Wade plötzlich aufgedunsen, als wären sie mit Luft gefüllt; dies verlor sich im Laufe einiger Stunden und kam dann wieder.
MundSordes auf den Zähnen. Gefühl von Wundheit und Lockerheit der oberen Schneidezähne. Zunge ausgedörrt und braun. Schmerzhafte, runde, weiße Geschwüre im Mund, besonders an der Innenseite der Wangen.
Atmung, Husten, Brust, KreislaufHeißer und sehr übelriechender Atem. Alle paar Tage kontinuierlicher kurzer, trockener Husten. Ständiger Schmerz wie wund in den Schlüsselbeinregionen. Drahtpuls.
MagenGänzlicher Appetitverlust. Starkes Verlangen nach Zitronen und Apfelwein Benz.Verlangen nach Zitronen und Apfelwein. Sehr starker Durst auf Eiswasser, der durch einen Schluck befriedigt wird, doch unmittelbar darauf verlangt er wieder danach.
AbdomenAnhaltende Druckempfindlichkeit der Bauchdecken. Hitze und zermürbende, zehrende Schmerzen im unteren Teil des Darmes, schlimmer unmittelbar vor dem Stuhlgang.
StuhlMehrmals innerhalb einer Stunde nach Benzol riechender Stuhlgang von bleifarbenem Schleim, gemischt mit hellrotem Blut; begleitet von einigem Tenesmus; danach Pochen in Anus und Rektum und lanzinierende Schmerzen von unten nach oben, die etwa fünf Minuten anhalten.
HarnorganeExtreme Nierenreizung. Drückender Schmerz in der Blase. Nach dem Abgang von Urin Pochen und Brennen in Blasenhals und Harnröhre, mehrere Minuten lang. Dunkler, übelriechender Urin; Ablagerung wie roter Sand.
Rücken, ExtremitätenStändiges Wehtun und Pochen in der Lendengegend, schlimmer bei tiefem Einatmen. Kontinuierlicher Wundheitsschmerz in den Oberarmmuskeln.
SchlafDrei Nächte lang völlige Schlaflosigkeit, unangenehme Gedanken drängten auf den Geist ein, vor den weit geöffneten Augen trieben pausenlos optische Illusionen dahin.
FieberFröste befielen entfernte Körperteile und zogen zum Kopf hin, von den Daumen zu den Ellbogen und von da zu den Schultern; Frost, vom Kreuz zu den Schultern und schließlich zum Scheitel Benz.vom Kreuz zu den Schultern und schließlich zum Scheitel. Aufgelegte kalte Kompressen dampften nach wenigen Minuten, der Schweiß roch nach Benzol und machte tiefgelbe Flecken, die nur durch langes Bleichen an der Sonne herausgingen.
Sieben Nächte lang allgemeiner, reichlicher, warmer Schweiß, zum Morgen hin, sehr schwächend; danach mehrere Morgen in Folge Schweiß nur an der Brust, an der Seite, auf der er nicht gelegen hatte, und in den Achselhöhlen Benz.Schweiß nur an der Brust, an der Seite, auf der er nicht gelegen hatte, und in den Achselhöhlen.
Anmerkung des Verlags
Die Rohsubstanz von Benzinum ist nicht etwa, wie der irreführende Name nahelegt, das als Autotreibstoff bekannte Benzin, sondern vielmehr Benzol (englisch: benzene, so auch bei Boericke), eine leichtflüchtige Flüssigkeit mit der chemischen Summenformel C6H6. Benzol ist auch im Kraftfahrzeugbenzin enthalten, bildet darin aber nur einen Bestandteil (neben verschiedenen anderen Kohlenwasserstoffen). Die Substanz wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in großem Umfang in der Gummiindustrie angewendet, und ein Vergiftungsfall mit Benzol in einer Gummifabrik bildet auch die Grundlage des Arzneibildes (vgl. T. F. Allen: Encyclopedia, Bd. 2, S. 129 f.); Prüfungen existieren unseres Wissens nicht. Auch das heute unter dem Namen Benzinum vertriebene Mittel wird aus Benzol hergestellt (freundliche Mitteilung der Firma Nelson & Co., London). Spätere Beobachtungen und Experimente (vgl. z. B. Lewin: Gifte und Vergiftungen, Berlin 1929, S. 381–384; Casarett & Doull's Toxicology, New York 1986, S. 134, 640–643) bestätigen im großen und ganzen die Symptome des bei Allen referierten Falles, insbesondere die Wirkungen auf das Blut. Hinzu kommen klinische Erfahrungen (u. a. auch bei Agranulozytose, vgl. Deutsche Zeitschrift für Homöopathie 1938, S. 272 ff.), sodass das Mittelbild trotz fehlender Prüfung als zuverlässig betrachtet werden kann.

Benzoicum acidum

Essenzielle Merkmale
Die Benzoesäure ist eines der wichtigsten sykotischen Mittel: bei Sykosis, die von den Eltern vererbt wurde. In erster Linie scheinen dabei die Nieren, geschwächte Benz-ac.Nieren geschwächt zu sein; ferner sind häufig die Gelenke und das Herz betroffen. Es kann (je nach Symptomenähnlichkeit) angezeigt sein bei Patienten, die kurz Nierenbeschwerden nach unterdrückter Gonorrhö Benz-ac.nach einer unterdrückten Gonorrhö entweder Nierenbeschwerden irgendwelcher Art oder aber rheumatische, arthritische oder Gichtsymptome entwickeln.
Starker riechender und dunkelfarbiger Urin
Das wichtigste Kennzeichen dieser Arznei ist, dass der Urin einen starken Harngeruch ausströmt und kräftig gefärbt ist: dunkelfarbig, dunkelrot oder braun, bisweilen wie (braunroter) Branntwein. Der Geruch ist häufig ausgesprochen widerlich; der Harn kann nach Ammoniak oder wie Pferdeurin riechen. In der homöopathischen Literatur wird dieser starke Geruch als Begleitumstand praktisch aller Beschwerden bei Benzoicum acidum angeführt, während die kräftige Dunkelfärbung nicht immer vorhanden sei. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass bei diesem Mittel der Harngeruch nicht immer gegenwärtig vorhanden sein muss, sondern gelegentlich nur in der Vorgeschichte des Patienten gefunden werden kann. Dies ändert jedoch nichts daran, dass dieser Harngeruch das wichtigste Leitsymptom der Arznei darstellt. In unseren Arzneimittellehren heißt es auch, dass der ganze Patient, besonders wenn es sich um bettnässende Kinder handelt, nach Urin riechen kann; doch die modernen sanitären Verhältnisse sorgen dafür, dass dieses Symptom zumindest in den Industrieländern wohl nur noch selten anzutreffen sein wird.
Bei folgenden Zuständen sollte man an Benzoicum acidum denken:
Wenn die Symptomatik je nach dem Geruch des Urins ab- und zunimmt: je stärker der Geruch, desto geringer die Symptome, und umgekehrt. Dies hat seinen Grund in einer unregelmäßigen Nierenfunktion. Zeitweise scheinen die Nieren ihre Ausscheidungsfunktion zu erfüllen und regulär zu arbeiten; dann ist der Urin konzentriert, enthält viel Harnsäure und Ablagerungen, ist tief dunkel gefärbt, reichlich und riecht sehr stark. Gleichzeitig schwächen sich die Symptome des Patienten deutlich ab, er fühlt sich recht wohl. Zu anderen Zeiten aber sind die Nieren offenbar nicht in der Lage, ausreichend zu eliminieren: der Urin wird spärlich, wie klares Wasser, und hat ein niedriges spezifisches Gewicht. Bei diesem Zustand des Harns sind die Beschwerden des Patienten wiederum fast immer schlimmer. Es wäre aber ein Missverständnis, würde man dieses Fluktuieren der Symptome mit der Zusammensetzung, Art und Menge des Urins immer in der gleichen Weise erwarten; auch bei spärlicher oder unterdrückter Harnausscheidung können Symptome auftreten oder stärker werden, wenn der Urin zugleich sehr stark riecht.
Unterdrückte Gonorrhö
Bei einer Vorgeschichte von unterdrückter Gonorrhö, wenn die Beschwerden gegenwärtig vor allem in den Gelenken lokalisiert sind, aber auch leicht auf das Herz übergehen; in solchen Fällen sollte man nicht routinemäßig zu MEDORRHINUM greifen, sondern auch Benzoicum acidum in Erwägung ziehen. In vielen derartigen Fällen besteht eine Verschlimmerung durch Wetterwechsel, kalte Zugluft und überhaupt kalte Luft sowie Besserung durch warme Decken und allgemein Wärme. Hier wird oft RHUS TOXICODENDRON gegeben, das jedoch meist nichts bewirkt, und auch MEDORRHINUM wird nicht selten fehlschlagen. Daher sollte man in solchen Fällen auch an Benzoicum acidum denken, insbesondere dann, wenn die Schmerzen unaufhörlich und plötzlich den Ort wechseln: von den Extremitäten zum Herzen und zurück, am beständigsten aber in der Herzregion zu spüren sind. Alternieren von Herzbeschwerden mit Schmerzen in verschiedenen Körperteilen oder auch mit Symptomen der Harnwege. Manchmal verschwinden die Herzschmerzen völlig, wenn die rheumatischen Gliederschmerzen sehr stark werden. Wenn arthritische Gelenkschmerzen auf die Muskeln übergehen und rheumatischen Charakter annehmen (und umgekehrt), ist dies ebenfalls ein Charakteristikum von Benzoicum acidum. Dazu einige Herz- und Extremitätensymptome aus der Literatur (nach Herings „Amerikanischen Arzneiprüfungen“):
  • Ein Schmerz aus der rechten Hand kommt in den linken Oberarm, erstreckt sich in den Ellbogen und erscheint dann in der Herzgegend; später in rechter Hüfte und im Knöchel.

  • Aussetzender Herzschlag.

  • Herzklopfen, mit Zittern. Herzklopfen im Sitzen; ebenso nach dem Trinken. Nächtliches Herzklopfen.

  • Erwacht nach Mitternacht mit heftigem Herzklopfen und hartem Klopfen der Schläfenarterien.

  • Langsamer Puls.

Gicht
Benzoicum acidum passt bei Patienten, die zu Gicht neigen und einen hohen Harnsäurewert aufweisen; bei Gicht und Rheumatismus, wenn die Gelenke schwellen, knacken, fühlen sich trocken an, bei Gicht Benz-ac.Gelenke anschwellen, knacken und sich trocken anfühlen. Rheumatische Gicht in den Fingern, Gichtknoten, sehr schmerzhaft, in den Fingern Benz-ac.sehr schmerzhafte Knoten. Gicht im großen Zeh. Die Symptome schwanken, wie unter 1. dargelegt, mit dem Fluss und Charakter des Urins: wenn der Urin reichlich ist und sehr viele Ablagerungen enthält, geht es den Patienten besser, bei geringem spezifischem Gewicht des Harns dagegen haben sie starke Schmerzen. Einige Beispiele aus der Literatur:
  • „Nachts beginnen die Gichtbeschwerden sich im rechten großen Zeh bemerkbar zu machen; seine Gicht geht von links nach rechts.“ (Hering, Guiding Symptoms)

  • „Um beide Handgelenke so starke arthritische Ablagerungen, dass sie fast völlig ankylosiert und unbeweglich waren; ähnliche Massen waren ohne Zweifel auch zwischen den Mittelhandknochen ergossen, denn diese waren unter sich nicht beweglich, die Hände stark geschwollen, die Finger sehr steif; in ähnlichem Zustand waren die Ellbogengelenke, das rechte mehr als das linke; auch die Fußgelenke waren in etwas minderem Grad angeschwollen.“ (Hauff, in Franks Magazin II)

  • „Geschwulst des rechten Knies, mit Geschwürschmerz des ganzen Beins, bei Nierenschmerzen.“ (Hering, Amerikanische Arzneiprüfungen)

Nierenschwäche
Auch Menschen, die Nierensteine Benz-ac.konstitutionell zu Nierensteinen neigen (lithämische Konstitutionen), können Benzoicum acidum benötigen. Trotz sorgfältig gewählter und streng eingehaltener Diät bilden sich bei ihnen immer wieder Konkremente in den Nieren. Damit gehen häufige Nierenkoliken einher, die von wiederholtem Erbrechen begleitet werden; die Schmerzen sind gewöhnlich linksseitig, können aber auch auf die rechte Seite übergreifen. Überhaupt sind die Nieren, wie bereits einleitend angedeutet, fast immer in irgendeiner Weise mit betroffen. So kann das Mittel auch bei Niereninsuffizienz Benz-ac.Niereninsuffizienz angezeigt sein; bei Nephritis, chronische Benz-ac.chronischer Nephritis mit Ödem und stark riechendem Urin, ganz besonders aber dann, wenn das Herz ebenfalls beteiligt ist und die Herzbeschwerden wechseln mit Nierensymptomen Benz-ac.Herzsymptome mit den Nierensymptomen alternieren.
Bei derartigen schweren chronischen Nierenleiden hat der Patient zeitweise einen tiefen, aber unerfrischenden Schlaf, zu anderen Zeiten aber bleibt er die ganze Nacht wach; morgens fühlt er sich unausgeschlafen und erschöpft. Hering schreibt: „Das Gemüt ist geneigt, bei unangenehmen Dingen zu verweilen“; das gilt in erster Linie für diese schlaflosen Nächte. Dieser Zustand wechselt wiederum ab mit wochenlangem Perioden von dumpfem, schwerem Schlaf – wobei der Wechsel, wie bei vielen anderen Symptomen, zeitlich mit den Veränderungen des Nierenzustands zusammenfällt.
Puerperale Albuminurie, Urämie Benz-ac.Urämie und Krämpfe.
Periodisch auftretendes Asthma
Asthma, periodisch auftretend Benz-ac.Bei periodisch auftretendem Asthma, insbesondere bei Rheumapatienten ist Benzoicum acidum als Heilmittel bisher bedauerlicherweise völlig vernachlässigt worden. Man sollte es bei der Arzneiwahl berücksichtigen bei Asthma nach unterdrückter Gonorrhö, wenn auch die Nierenfunktion beeinträchtigt war. In solchen Fällen ist der Urin unterdrückt und spärlich und strömt starken Harngeruch aus; und auf diese Symptome einer gestörten Ausscheidung folgen dann die asthmatischen Beschwerden. Weitere Indikationen bei Atemwegserkrankungen: Entzündungen der Bronchien und der Lungen mit großer äußerer Empfindlichkeit der Brust; der Husten ist schlimmer nachts und beim Liegen auf der rechten Seite. „Lästiger, anhaltender, trockener, kurzer Husten nach unterdrücktem Tripper.“ (Hering)
Weitere Merkmale
  • Reiter-Syndrom: Benzoicum acidum kann beim Reiter-Syndrom Benz-ac.Reiter-Syndrom angezeigt sein – Polyarthritis vergesellschaftet mit Konjunktivitis und Urethritis, wenn die arthritischen Symptome überwiegen.

  • Mastdarmfistel und Hämorrhoiden nach unterdrückter Gonorrhö: In einem Fall hatte der Patient nach einer allopathisch behandelten Gonorrhö eine hartnäckige Verstopfung und (besonders ausgeprägt auf der rechten Seite) Hämorrhoiden entwickelt. Beim Stuhlgang blutete es vom Anus, danach anhaltendes Brennen und ein scheußliches Gefühl von Einschnürung des Anus, das stundenlang andauerte und den Patienten nicht selten die ganze Nacht wachhielt. Später bildete sich eine nässende Fistel heraus, sodass der Patient eine Windel zum Aufsaugen des Sekrets tragen musste. Unter Benzoicum acidum heilte die Fistel, und die Hämorrhoiden verschwanden samt allen anderen Anusbeschwerden.

  • Menstruationsbeschwerden Benz-ac.Menstruationsbeschwerden und Uterusprolaps Benz-ac.Uterusprolaps, wenn der charakteristische Uringeruch vorhanden ist.

  • Harntröpfeln bei alten Männern mit Prostatavergrößerung mit Harntröpfeln Benz-ac.Prostatavergrößerung, arthritischer Knotenbildung und stark riechendem Urin.

  • Kopfschmerzen, periodisch, im Wechsel mit rheumatischen Zuständen Benz-ac.Rheumatisch bedingte periodische Kopfschmerzen, die abwechselnd oder gleichzeitig mit rheumatischen Zuständen auftreten – wiederum begleitet von starkem Geruch des Urins. Kopfbeschwerden stellen sich besonders ein nach Gemütsbewegungen; wenn der Patient den Kopf entblößt und der Zugluft aussetzt; morgens beim Erwachen. Sie kehren periodisch wieder und zeigen sich stärker in der Ruhe. Warme Auflagen und Bewegung bewirken Besserung.

  • Mandelentzündung, Diarrhö etc., wenn das charakteristische Leitsymptom des starken Uringeruchs vorhanden ist.

  • Der Benzoicum-acidum-Patient Erkältungsneigung, besonders nach Zugluft Benz-ac.erkältet sich leicht, besonders nachdem sein Kopf kalter Zugluft ausgesetzt war. Auf heiße Anwendungen hin scheint die Erkältung zu verschwinden, und er geht guten Mutes wieder ins Freie – und prompt bekommt er wieder Zug, der Schnupfen kehrt zurück; dieses Spiel kann sich mehrfach wiederholen.

Benzoicum-acidum-Kinder
  • Bettnässen bei Kindern Benz-ac.Bettnässen bei Kindern, wenn es im ganzen Zimmer nach Urin riecht und der Harn die Bettwäsche braun färbt; auch Harnverhaltung bei Kindern kann eine Indikation sein.

  • Durchfall bei Kindern Benz-ac.Kinderdurchfälle; der Abgang ist reichlich, wässrig, hellfarbig, sehr stinkend; der Harngeruch ist meist ebenfalls auffallend stark. Die Durchfälle können gräulich-weiß aussehen, wie schmutzige Seifenlauge. Ein Leitsymptom ist „Frostüberlaufen vor dem Stuhlgang“.

Benzoicum-acidum-Kinder erinnern, widerspenstig und reizbar, wie sie sind, an CHAMOMILLA. Sie schreien und treten und beruhigen sich nur, wenn man sie auf den Arm nimmt und mit ihnen herumläuft. Säuglinge möchten auf den Arm genommen und gestillt werden, sie wollen sich nicht hinlegen lassen.
Geist und Gemüt
Die Menschen, die dieses Mittel benötigen, sind recht verschlossene Typen, die all ihre Probleme, Kümmernisse und Ängste für sich behalten. Sie geben so gut wie nie etwas von sich preis, zeigen weder Kummer noch Zorn. Man kann ihnen noch nicht einmal ansehen, wenn sie mit irgendetwas nicht einverstanden sind – anders als NATRIUM-Muriaticum- oder NITRICUM-Acidum-Patienten (mit denen Benzoicum-acidum-Menschen ansonsten einiges gemeinsam zu haben scheinen), die in solchen Situationen ihr Missfallen nicht verbergen können. Benzoicum acidum hat eine tiefsitzende Schüchternheit, eine Reserviertheit, die es dem Betreffenden nicht erlaubt, seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen, sie nach außen zu tragen. Wutausbrüche, die als „reinigendes Gewitter“ wirken, Bitten um Verzeihung für seine Fehler, die von lösenden Weinkrämpfen begleitet werden – das sind Ausdrucks- und Entlastungsmöglichkeiten, die ihm nicht zu Gebote stehen. Er kann einfach seinen emotionalen Ballast nicht abwerfen, die „Ausscheidungsfunktion“ des Gemüts ist ebenso gestört wie die der Nieren – und so verbleiben die Abfallstoffe und -gefühle eben innerhalb des Organismus und machen ihn krank. Bei Benzoicum-acidum-Patienten kann tatsächlich jegliche Art von Ausscheidung erschwert sein, so sehr, dass selbst beim Schwitzen Angstzustände auftreten können! Der größte Teil der im Körper zurückgehaltenen Substanzen Deformierungen der Extremitäten Benz-ac.verbleibt in den Nieren; dort führen sie zur Bildung überschüssiger Harnsäure und zu Nierensteinen. Die Gelenke werden affiziert, es kommt zu Deformierungen der Extremitäten: Gichtkonkremente, Gichtknoten an den Gelenken, am großen Zeh, Schwellungen der Knie, Gichtablagerungen in den Handgelenken etc. Und ebenso ziehen auch die „eingesperrten“ Gefühle, die nicht ausgelebt oder geäußert werden, den Organismus in Mitleidenschaft; Gemütsbewegungen lösen Kopfweh, Nierenkoliken, Schmerzen in der Herzgegend oder in den Gelenken aus, oder sie verstärken das Asthma.
Benzoicum acidum kann also Missbildungen und Deformationen erzeugen, ähnlich wie AMMONIUM PHOSPHORICUM, CALCIUM CARBONICUM, LYCOPODIUM und KALIUM CARBONICUM. In diesem Zusammenhang ist ein „eigenheitliches“ Gemütssymptom der Arznei bemerkenswert, nämlich die intensive Furcht vor Mißbildungen Benz-ac.Furcht vor Missbildungen am eigenen Körper und auch Furcht beim Anblick von Mißbildungen Benz-ac.vor dem Anblick von Missbildungen bei anderen. „Sah er jemanden, der körperlich missgebildet war, so schauderte es ihn“, heißt es bei Hering, und schon der bloße Gedanke daran kann solches Schaudern auslösen – weil Benzoicum acidum die Vorstellung nicht ertragen kann, dass eine solche Deformierung eines Tages auch ihn heimsuchen könnte.
Doch die Patienten, die diese Arznei benötigen, neigen dazu, bei solchen Gedanken, ja allgemein bei unangenehmen Dingen zu verweilen, wie wir es von NATRIUM MURIATICUM kennen. Manchmal liegen sie nächtelang wach, und ständig kreisen ihre Gedanken um Themen, die sie betrüben. Dann kann ein hysterieähnlicher Zustand eintreten: ihre Gefühle gehen mit ihnen durch, werden unkontrollierbar, und auf einmal durchläuft ihren Körper ein Frösteln, eben jener nervöse Schauder, der oben beschrieben wurde. Für gewöhnlich ist es die Vorstellung, dass ihre Gesundheit Schaden nehmen könnte, die sie so beschäftigt – vor allem eben der Gedanke einer zukünftigen körperlichen Deformation.
Benommenheit und Verwirrung können auftreten. Ein Gedanke setzt sich im Kopf fest, der Patient kommt einfach nicht los davon. Er vergisst Wörter beim Sprechen, lässt beim Schreiben alle Augenblicke Wörter aus.
Der Benzoicum-acidum-Patient kann, besonders bei Kopfschmerzen, betrübt, traurig, niedergeschlagen sein. Diese Stimmung kann von dem Gedanken herrühren, dass die Kopfschmerzen auf eine Krankheit zurückzuführen seien, die noch schlimme Folgen für ihn nach sich ziehen werde, etwa auf einen Hirntumor. Dann will er nicht mehr leben, empfindet Abscheu und Ekel vor dem Leben. Gemüts- und Kopfsymptome steigern sich wechselseitig in einem Circulus vitiosus: Gemütsbewegung führt sehr leicht zu Kopfweh, welches wiederum Niedergeschlagenheit und Depressionen auslöst.
Nachzutragen bleibt noch ein wichtiges Leitsymptom dieser Arznei: ein Zittern in der Lendengegend Benz-ac.Zittern in der Lendengegend, besonders auf der linken Seite.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Benzoicum acidum ist generell ein frostiges Mittel. Die Symptome werden schlimmer im Freien, Zugluft verschlimmert Benz-ac.durch Zugluft und kalte Luft verschlimmert Benz-ac.kalte Luft und durch Entblößen (besonders des Kopfes). Verschlimmerung auch bei Wetterwechsel. Wärme, äußere, bessert Benz-ac.Besserung durch äußere Wärme, warmes Einpacken des Kopfes.

  • Bestimmte Symptome treten besonders beim Gehen im Freien auf: Klopfen im Augapfel, Ohrgeräusche wie von Stimmengewirr etc. Beim Gehen, besonders beim Steigen, nehmen die Magensymptome zu, besonders bei schwangeren Frauen. Umdrehen im Bett kann Rückensymptome auslösen. Überhaupt Bewegung verschlimmert Benz-ac.verschlimmert Bewegung die meisten Symptome; die Kopfbeschwerden allerdings sind in der Ruhe stärker, und Zahnschmerzen können sich im Liegen einstellen.

  • Die meisten Symptome erscheinen auf der linken Seite, können dann aber nach rechts wechseln.

  • Schmerzen wechseln unaufhörlich und plötzlich den Ort.

  • Der Patient riecht sehr stark nach Urin.

  • Abgeschlagenheit und Mattigkeit Benz-ac.Abgeschlagenheit und Mattigkeit, besonders bei Kopfbeschwerden. Außerordentliche Schwäche.

  • Periodische Wiederkehr von Kopfsymptomen, Erkältungen, Asthma.

Lokalsymptome
KopfDruck auf dem Kopf und auf der ganzen Wirbelsäule, als würde diese wie ein elastischer Körper zusammengedrückt, sodass der Prüfer sich unwillkürlich streckend vorwärts bog. Das Gefühl ist, ohne schmerzhaft zu sein, außerordentlich beängstigend. Benzoicum acidum heilte einen jungen Mann, den ein fürchterlicher Schmerz im Hinterkopf bzw. im Cerebellum drei Wochen lang ans Bett gefesselt hatte. Hämmern in den Schläfen, zum Hinlegen nötigend. Rheumatischer Schmerz außen am Kopf.
Kalter Kopfschweiß. Kopfsymptome schlimmer in Ruhe, besser bei Bewegung; gewöhnlich verbunden mit Abgeschlagenheit, Mattigkeit und Appetitlosigkeit.
AugenBrennende Hitze in den Augen; der Lider. Benzoicum acidum reizt die Bindehäute und erzeugt ein Druckgefühl im Augapfel. Klopfen im Augapfel.
Lästiges Gefühl in den Augen, als hätte man nicht geschlafen. Die Augensymptome treten leicht ein beim Gehen im Freien; beim Lesen unter künstlicher Beleuchtung.
OhrenEmpfindung eines Geräusches wie Stimmengewirr, besonders beim Schlucken und beim Gehen im Freien. Klopfen der Schläfenarterien fährt wie Fauchen in die Ohren. Schwellung hinter den Ohren, die bis aufs Periost zu reichen scheint.
NaseHäufige Anfälle starken Nasenblutens aus dem linken Nasenloch; Blut dunkel, dickflüssig. Es kommt ihm vor, als rieche er Staub, Kohl oder etwas Stinkendes.
Verminderter Geruchssinn. Schnupfen tritt leicht ein nach Zugluftexposition oder Verkühlung; kehrt jeden Tag wieder. Röte in den Nasenwinkeln.
GesichtDruckgefühl im Gesicht, wie eingeschlafen. Spannen in einer Seite des Gesichts. Hitze: brennend, im Gesicht; nur in einer Gesichtshälfte; um den Mund. Kalter Gesichtsschweiß. Umschriebene Gesichtsröte. Kupferflecken im Gesicht. Gesichtssymptome werden besser durch äußere Wärme; Druck; Reibung.
Beben der Lippen, Beben der Benz-ac.Lippen. Er beißt sich in die Unterlippe, beißt sich in die Benz-ac.Unterlippe, beim Mittagessen.
MundGlossitis Benz-ac.Glossitis. Gichtige Zungenentzündung. Ausgebreitete Geschwüre an der Zunge, mit tief eingeschnittener, schwammiger Oberfläche; dabei dunkelfarbiger Harn mit überaus starkem Uringeruch. Zunge von etwas bläulicher Farbe. Samtartiger Zungenbelag. Zunge des Morgens weißschleimig belegt. Wundheit am hinteren Teil der Zunge, besonders beim Schlucken. Mundgeschmack: bitter; Blutgeschmack; Speisen schmecken salzig; Brot schmeckt nach Rauch; Nachgeschmack der Speisen.
Geschwulst mit geschwüriger Oberfläche innen am linken Kiefergelenk, hinter dem letzten Backenzahn.
HalsWie Klumpen im Halsgrübchen, als wäre dort Essen steckengeblieben. Gefühl von Geschwulst oder Verengung im Hals. Schluckbeschwerden. Unvollständiges Herunterschlucken. Hitze im Schlund, wie von saurem Aufstoßen.
Angina tonsillaris, mit dunklem, stark riechendem Harn Benz-ac.Angina tonsillaris und faucium; dabei der charakteristische dunkle, stark riechende Harn. Mund- und Halssymptome werden durch Essen gelindert.
Schilddrüse fühlt sich geschwollen an; ebenso die Brustdrüsen.
Atmung und BrustLeicht vorübergehende Heiserkeit und Niesen am Morgen; dabei eine sehr angenehme Aufgeregtheit und Leichtigkeit im Kopf.
Atembeschwerden beim Erwachen. Starke Schleimabsonderung in den Bronchien. Atembeklemmung mit Schleim; Lungenverschleimung. Asthma alternierend mit entzündlichen rheumatischen Leiden oder Nierenbeschwerden. Periodische Asthmaanfälle.
Husten nach leichter Verkühlung. Lästiger, anhaltender, trockener, kurzer Husten, nach unterdrücktem Tripper. Husten mit Auswurf grünlichen Schleim, Auswurf von grünlichem Benz-ac.Schleims. Lungenentzündung oder andere massive Affektionen der Atemwege, massive Affektionen der A., mit großer Schwäche Benz-ac.Atemwege, wenn große Schwäche vorliegt. Einige Beispiele aus Herings „Amerikanischen Arzneiprüfungen“:
  • „Bei quälendem, nicht lösendem Husten gegeben, machte jedes Pulver (aus Benzoeblumen) starken Husten, dann außerordentliche Schwäche, Schweiß und eine Stunde lang dauernden komatösen Zustand; dabei die Haut blasser und kühler, Puls seltener und schwächer, Atmung normal.“

  • „Letzte Periode der reinen Lungenentzündung, wo viele Schwäche vorwaltet.“

  • „Ein junger Mann litt an einer Lungenentzündung … Die Kräfte des Kranken sanken täglich, die Atemnot stieg stündlich bis zu einem fürchterlichen Grade.“ (Geheilter Fall von Goldschmidt)

Schmerzhaftes Zittern in der Brust. Druck auf den Rippen. Gefühl von Geschwollensein in der Brust; in den Brustdrüsen; in der Schilddrüse. Gefühl von Rauheit auf der Brust. Husten scheint durch etwas Scharfes oder Trockenes in der Brust hervorgerufen zu werden.
HerzMan sollte Benzoicum acidum in Erwägung ziehen bei Herzbeschwerden, die sich nach Unterdrückung arthritischer Manifestationen entwickeln – besonders dann, wenn in der Vorgeschichte unterdrückte Gonorrhö zu finden ist. Gicht oder Rheumatismus, die das Herz affizieren Benz-ac.Gicht oder Rheumatismus, die das Herz affizieren.
Herzschmerzen, die mit rheumatischen Gliederschmerzen abwechseln; bei Gliederreißen können die Herzbeschwerden geringer werden. Die Schmerzen ändern ihren Ort unaufhörlich Benz-ac.Schmerzen ändern ihren Ort unaufhörlich und plötzlich; am beständigsten sind sie in der Brust, besonders in der Herzgegend. Aussetzender Herzschlag. Herzklopfen, mit Zittern. Herzklopfen im Sitzen, ebenso nach dem Trinken; nächtliches Herzklopfen. Erwacht nach Mitternacht mit heftigem Herzklopfen und hartem Klopfen der Schläfenarterien bei beschleunigtem Puls (110), ohne äußere Hitze; kann nicht wieder einschlafen. Oder: Erwacht jeden Morgen um zwei Uhr von starker innerer Hitze und hartem, schnellendem (aber nicht beschleunigtem) Puls, sodass er auf dem Rücken liegen muss, weil sonst das Klopfen der Schläfenschlagadern wie Fauchen in die Ohren fährt und ihn am Wiedereinschlafen hindert.
MagenAbends mehr Appetit. Appetitlosigkeit morgens. Abends Durst, mit Schläfrigkeit. Schweiß beim Essen Benz-ac.Schweiß beim Essen. Verdauungsschwäche. Übelkeit mit Schmerzen und Unwohlsein; mit Brechwürgen bei Kopfbeschwerden. Erbrechen einer salzigen Substanz; bitteres Erbrechen. Wärmeempfindung im Magen Benz-ac.Wärmeempfindung im Magen. Magensymptome schlimmer im Gehen, besonders beim Steigen; vor allem bei Schwangeren.
AbdomenIn der Lebergegend fortwährend feines, aber starkes Stechen, oben in der Mitte; scheint oberflächlich zu sein und wird durch Berührung nicht vermehrt. Hitzegefühl im Bauch Benz-ac.Hitzegefühl im ganzen Bauch. Schneiden um den Nabel, durch Stuhlgang erleichtert. Spannender Schmerz in den Leisten.
Rektum und StuhlStechen im Mastdarm. Zusammenziehen des Mastdarms an seinem unteren Ende. Kribbeln im After.
Vergeblicher Stuhldrang. Frostüberlaufen vor dem Stuhlgang Benz-ac.Frostüberlaufen vor dem Stuhlgang.
Kinderdurchfälle; der Abgang reichlich, wässrig, hellfarbig, sehr stinkend, bei ungewöhnlich stark riechendem Urin. Stinkende, wässrige, weißliche Stuhl, stinkend, wäßrig, weiß Benz-ac.Stühle (manchmal wie schmutzige Seifenlauge), sehr reichlich und erschöpfend, bei Kindern, wenn zugleich der Harn eine tief dunkelrote Farbe hat. Stühle: extrem übelriechend, im ganzen Haus zu riechen; starker, stechender Geruch, wie der Uringeruch; faulig, blutig; schaumig; ungenügend. Nach (mittels COPAIVA) unterdrückter Gonorrhö stellten sich runde geschwürige Stellen an den Hinterbacken ein, etwas erhaben, warzenähnlich aussehend, empfindlich und wund schmerzend; sie wurden durch Benzoicum acidum in Hochpotenz zunächst gebessert und später völlig geheilt.
HarnorganeGeruch und Farbe des Urins sind bei Benzoicum acidum von der größten Bedeutung; bei einer großen Zahl von Beschwerden stellen sich die nachfolgenden Symptome ein:
  • Harn dunkelfarbig, mit überaus starkem Harngeruch Benz-ac.Harn dunkelfarbig, mit überaus starkem Harngeruch; Harn, dunkel, stark riechend, nach unterdrückter Syphilis oder Gonorrhö Benz-ac.ganz besonders nach unterdrückter Syphilis oder Gonorrhö.

  • Urin dunkelbraun und faulig, aasartig riechend; dunkelrotbraun, wie Bier oder Branntwein; riecht wie Pferdeharn.

  • Stinkender Harn, bei Uterusprolaps.

  • Brauner Urin von saurem Geruch, mit Brennen bei der Miktion.

Bei einem Fall von Farquhar litt der Kranke an folgenden Veränderungen des Harns: Urin von sehr abstoßendem Geruch, der sehr oft die Farbe wechselt, bald bräunlich, bald grünlich, zur Zeit etwas trübe, ins Blassgelbe spielend; stechend ammoniakalisch riechend, alkalisch reagierend, bei Salzsäurezusatz brausend; gleich nach dem Lassen bildet sich ein weißer, flockiger Satz, der aus phosphorsaurem und kohlensaurem Kalk besteht. Der Patient ist blass und klagt über Mattigkeit, Müdigkeits- und Schwächegefühl in der Lendengegend; der Stuhl ist gewöhnlich verstopft. Heilung durch Benzoesäure. Bei einem Fall von Hering sah der Urin so aus: dunkelrotbraune Farbe, hohes spezifisches Gewicht, sauer reagierend noch nach Wochen, mit schleimigen körnigen Niederschlägen.
  • Benzoicum acidum vermehrt die Azidität des Urins; große Mengen von Hippursäure, große Mengen H. im Harn Benz-ac.Hippursäure im Harn.

  • Verminderung der Urinmenge. Dicker Urin. Blutiger Urin.

  • Nierenkolik Benz-ac.Nierenkoliken.

  • Wundheitsschmerz in der linken Nierengegend, wenn Konkremente harnsauren Ammoniums im Urin zu finden sind.

  • Heißer, brennender Schmerz in der linken Niere mit Ziehen, besonders beim Bücken, mit Steifheit in den Lenden, Geschwulst des rechten Knies, bei Geschwürschmerz des ganzen Beins. Heftige brennende, reißende Schmerzen in der rechten Niere, weniger in der linken, die sich zu den Leisten und zur Blase erstrecken; Druckempfindlichkeit hinter dem Blasenhals; die Koliken rufen Erbrechen hervor, Delirien, Gesichtsverdunklung, beständige ärgste Unruhe.

  • Nierenschmerzen bei tiefem Atmen; erstrecken sich zur Brust.

  • Zystitis Benz-ac.Zystitis, mit extrem üblem Geruch. Flüchtige Blasenschmerzen, ebenso Schmerzen in der Harnröhre; beides nicht beim Urinieren. Empfindlichkeit der Harnblase, mit eitrig-schleimigem Abgang, bei Prostatavergrößerung.

  • Dysuria senilis, morgens; wenn der Harngrieß unbedeutend ist und der Reizzustand der Blase und die Schmerzen andere Ursachen haben. Zu häufiges Verlangen, die Blase zu entleeren, bei ganz normal scheinendem Urin.

  • Heißer, brennender Urin intensiv roter Farbe, stark riechend, das Wasserlassen wird so zur Qual, dass der Kranke nur einmal am Tag uriniert.

  • Besonders wertvoll bei Blasenkatarrh, wenn der Harn übelriechend und braun ist.

  • Bettnässen bei Kindern bis zum sechzehnten Lebensjahr, wenn der Urin stark riecht.

Männliche GenitalienSchmerzhaftigkeit der Geschlechtsteile; „schründender“ Schmerz (wie von aufgesprungener, rissiger Haut, „Schrunden“). Wundheitsschmerz am Eichelbändchen. Unterdrückte Gonorrhö, bei übelriechendem Urin. Nachtripper; übelriechender Urin. Jucken in der Furche hinter der Eichelkrone. Ein rieselndes, fast schmerzhaftes Gefühl in der linken Seite der Eichel, bis zur Harnröhre, so heftig, dass er darüber zusammenfährt, vergeht allmählich mit einem Kitzeln und Jucken.
Weibliche GenitalienMenstruation: zu früh; oder verzögert; danach Schwäche. Amenorrhö.
Uterusprolaps mit stinkendem Urin. Bei Schwangeren Magenbeschwerden, vom Steigen. Zu lang anhaltende Lochien.
Äußerer Hals und RückenSteifheit des Halses; ebenso bloß einer Seite desselben.
Tiefer durchdringender Schmerz hinten an der linken Seite, etwa bei der sechsten Rippe. Schmerz rechts im Rücken zwischen dem zehnten Brustwirbel und der Seite. Dumpfer Schmerz in der Nierengegend, dumpfer Schmerz in der Benz-ac.Nierengegend. Steifheit in den Lenden, Steifheit in den Benz-ac.Lenden, bei Nierenschmerzen. Zittern in der Lendengegend, Zittern in der Benz-ac.Lendengegend, besonders links.
Rückenmarksentzündung.
ExtremitätenReißende und stechende Schmerzen in den Gelenken der Extremitäten, die häufig den Ort wechseln; gichtische oder arthritische Knotenbildung an den Gliedern, gichtisch oder arthritisch Benz-ac.Knotenbildung an Handgelenken, Händen, Fingergelenken, Knien, Fußgelenken, großen Zehen.
Die Finger sind wie verschwollen; dabei Reißen und feines Stechen an verschiedenen Stellen der Gliedmaßen, besonders vorn am Mittelfußgelenk der rechten großen Zehe.
Gefühl von Geschwollensein unter den Achseln. Arthritische Ablagerungen zwischen den Mittelhandknochen, ebenso in den Ellbogengelenken. Eine Art Jucken im rechten Handteller, mit leichtem, aber tiefem Reißen im oberen Mittelhandgelenk des kleinen und des Ringfingers. Lähmungsschmerz der Finger. Aufschießen roter Flecken auf den Fingern. Panaritium.
Abgeschlagenheit und Mattigkeit der Beine. Gefühl, als wären die Beine mit einem Band verschnürt. Schmerz in der linken Hüfte, in Knie und Zehen zugleich, am schlimmsten in den Zehen; verlässt die Zehen und geht in die Wadenmuskeln, dann ins Knie; nachdem er diese Teile verlassen hat, erscheint er im rechten Oberschenkel und Knöchel. Schmerz im rechten, dann im linken Knie. Knacken in den Kniegelenken beim Gehen, so als ob sie ausgetrocknet wären. Geschwulst des rechten Knies, mit Geschwürschmerz des ganzen Beins, bei Nierenschmerzen. Ziehender Schmerz in den Knien, nach Weintrinken.
Nachts beginnen die Gichtbeschwerden, im rechten großen Zeh beginnend, nachts Benz-ac.Gichtbeschwerden sich im rechten großen Zeh bemerkbar zu machen. Gichtische Schmerzen in den Gelenken der großen Zehen, mit äußerer Geschwulst und Röte. Senkrecht aufwärtsfahrender Stich durch die rechte große Zehe, welcher einen gelinden Brennschmerz hinterlässt; dieser steigert sich allmählich wieder zum Stechen und verschwindet schließlich als ein Summen in der linken großen Zehe. Taubheitsgefühl in den Zehen.
SchlafZeiten schlafloser Nächte wechseln mit Perioden von tiefem, dumpfem Schlaf; unerfrischt beim Erwachen. Schlaflosigkeit durch Herzklopfen; nächtliches Erwachen von hartem, schnellendem Puls und starker innerer Hitze, Klopfen der Schläfenschlagadern hindert am Wiedereinschlafen; Erwachen mit Atemnot. Auffahren aus dem Schlaf.
Frost, Fieber, SchweißKalte Hände; kalte Füße; Kälte im Kreuz. Kältegefühl in den Knien, als würden sie von einer kalten Luft angeweht Benz-ac.Kältegefühl in den Knien, als würden sie von einer kalten Luft angeweht. Kälte, mit dem Gefühl von Hitze. Hitzegefühl im Schlund; im Magen; im Bauch.
Hitze: mit Schweiß; bei Schnupfen; starke innere Hitze und Herzklopfen wecken ihn nachts aus dem Schlaf.
Schweiß beim Essen; beim Gehen. Morgens im Bett etwas Schweiß, besonders im Gesicht, mit mäßiger Hitze. Schweiß mit Angstgefühl. Kalter Kopfschweiß – Gesichtsschweiß – Fußschweiß. Juckender Schweiß. Schweiß mit aromatischem Geruch.
HautJucken an verschiedenen Körperteilen, am Rumpf und an den Gliedern, mit angenehmem Gefühl beim Kratzen, worauf ein Brennen zurückbleibt. Syphilitische Stellen und Male. Geschwüre.

Berberis vulgaris

Essenzielle Merkmale
Berberis hat drei große Leitsymptome, die auf die Arznei hinführen; für die Verordnung der Arznei ist es jedoch nicht erforderlich, dass alle drei gleichzeitig oder nacheinander in einem gegebenen Fall vorhanden sind.
In alle Richtungen ausstrahlender Schmerz
Das erste Leitsymptom: „Schmerzen, die von einem Punkt in verschiedene Richtungen ausstrahlen.“ Diese Schmerzen können sich bei wie zerschlagen schmerzenden, lahmen Gelenken einstellen; sie beginnen in einem bestimmten Gelenk – z. B. im Bauchschmerzen, die Oberschenkel herabziehend Berb.Knie oder im Fingergelenk – und gehen von dort in alle Richtungen. Das gleiche gilt bei Schmerzen im Rücken- oder Bauchbereich; häufig sind hier etwa Schmerzen in den Nieren oder der Umgebung der Nieren, welche im Verlauf der Ureter zur Blase und weiter zur Harnröhre hinziehen, oder auch nach vorn, oben und unten, sodass die ganze Gegend des Rückens zwischen Brustkasten und Becken betroffen ist. Ausstrahlende Schmerzen von der Lendengegend um die Seite des Leibes herum nach vorn oder zu den Hüften; von der Leber nach der Magengegend oder in die Brust und den ganzen Bauchraum, in jede mögliche Richtung. Ähnliche Schmerzempfindungen zeigen sich auch bei Dysmenorrhö, wobei besonders typisch das Ausstrahlen die Oberschenkel herab ist; diese Ausdehnung von im Bauchbereich beginnenden Schmerzen entlang der Oberschenkel ist allgemein ein wichtiger Hinweis auf Berberis.
Wandernde Schmerzen
Das zweite Leitsymptom besteht in der wandernden Natur der Schmerzen; kurzes, aber sehr schmerzhaftes Zwängen, das sich unvermittelt an einer Stelle meldet und gleich darauf schon wieder an einer anderen. Wandernde Schmerzen in den Nerven und den Nervenscheiden. Hören wir dazu Kents Erfahrungen mit dieser Arznei: „Sie sprechen gerade mit einem Gichtpatienten, da sagt er plötzlich: ‚Au.‘ Was sagt er uns damit? Dass er gerade so ein schmerzliches Zucken verspürt hat. Im nächsten Moment ist es im Knie, dann im Zeh, dann im Kopf; es wandert überallhin. Bei Berberis tauchen diese zwängenden, reißenden, stechenden und brennenden Schmerzen überall auf, sie bleiben nie an einem Ort, sondern wandern ständig. Bewegung hat oft keinerlei Einfluss darauf; ob der Patient sich bewegt oder stillhält, die Schmerzen kommen immer wieder. In einigen Fällen finden wir auch Verschlimmerung durch Bewegung, aber das sind nur sehr wenige, vergleichen wir sie mit der Vielzahl von Schmerzen, die bei Berberis beobachtet wurden.“ (Hervorhebung G. Vithoulkas)
Empfindung von Blubbern Glucksen, Puckern oder Pochen
Das dritte Leitsymptom schließlich ist eine Empfindung von Blubbern, Glucksen, Puckern oder Pochen, die z. B. so beschrieben wird: wie von Luftblasen in einer zähen Flüssigkeit, wie wenn eine Wasserflasche im Körper oder in der Haut ausgeschüttet würde, wie wenn Luft sich im Körper fortdrängte, als wenn etwas Lebendiges im Körper wäre und sich durchzwängen wollte; oder auch einfach als Pochen oder glucksende un pulsierende Empfindungen überall Berb.Pulsieren. Dieses Gefühl kann mit Schmerz verbunden sein und überall auftreten: in den Gelenken, in der Nieren-, Lenden- oder Leistengegend, am Rand des Schulterblatts, in der Schulter, im Muskelfleisch des Oberarms, im Oberschenkel, an den Kniesehnen. Einige Prüfungssymptome als Beispiele für andere Lokalitäten: Glucksen im hinteren Teil der Harnröhre im Sitzen; ziehend glucksender (= pochender), herunterdehnender Schmerz im Zahn; beim Bücken Gefühl, als ob es ihr im Kopf schwapperte und als wenn alles zur Stirn herauswollte.
Ferner gehört zu den charakteristischen Symptomen von Berberis ein Kopf, Spannen und Drücken am ganzen K., als wenn eine Kappe darübergezogen wäre Benz.-ac.Spannen und Drücken am ganzen Kopf, als wenn eine Kappe darübergezogen wäre. Dieses Spannen kann sich auch in Form einer Taubheitsempfindung der Kopf- und Gesichtshaut äußern; oder der Patient sagt, es sei mit einem Gefühl verbunden, Gefühl als wenn der Kopf angeschwollen oder aufgedunsen wäre, größer würde Berb.als wenn der Kopf angeschwollen oder aufgedunsen wäre oder als ob er größer würde. Kopfschmerzen können das Gefühl eines starken, sich zusammenziehenden Eisenbandes um den ganzen Kopf herum mit sich bringen.
Kälte- und Hitzeempfindungen
Berberis-Patienten sind häufig fröstelige Menschen mit einer Neigung zu rheumatischen und gichtischen Erkrankungenaber ohne größere Ablagerungen in den Gelenken. Dies ist ein wichtiger Aspekt, wenn man für einen Rheumatiker oder Gichtkranken die Verschreibung von Berberis erwägt: in diesem Fall wird man nicht in größerem Umfang mit Gichtknoten oder Deformierungen von Fingern und Zehen rechnen können; vielmehr sind zwar die typischen Gichtschmerzen vorhanden, Schwellungen oder Ablagerungen aber fehlen häufig.
Die Arznei kann auch angezeigt sein bei Patienten, deren Gesundheit durch chronische Kopfschmerzen stark angegriffen ist und die unter hartnäckigen Ekzemen leiden, welche keine Heilungstendenz zeigen; häufig berichten sie von „massenhaft Gichtschmerzen, die herumziehen und wandern“, und bei der Anamnese findet sich eine Vorgeschichte von Nierensteinen.
In der Prüfung hat Berberis zahlreiche auffallende Kälte- und Hitzeempfindungen sowie regelrechte Fiebererscheinungen erzeugt. Ein typisches Prüfungssymptom, das Ähnlichkeiten mit der Wirkung von BELLADONNA zeigt: Frost in Händen und Füßen und im ganzen Körper, mit Hitze im Gesicht Berb.Frost in Händen und Füßen und im ganzen Körper, mit Hitze im Gesicht von 11 Uhr früh an, mit eiskalten Füßen; an den Händen fühlt sie sich warm an. Abends und nachts vermehrte Hitze mit Neigung zu Schweiß.“
Von der massiven Wirkung des Mittels auf das Venensystem zeugen geschwollene Krampfadern, geschwollene Berb.Krampfadern, Jucken in den Varizen, Venen, Netze von varikösen V. auf der Haut Berb.Netze von varikösen Venen auf der Haut, Beckenstauung und Hämorrhoiden.
Äußere Erscheinung
Die äußere Erscheinung eines typischen Berberis-Patienten, der schon jahrelang an seiner Krankheit leidet, lässt sich so beschreiben: auffallend blasses Gesicht, schmutziggrauer Teint, eingefallene Wangen, tiefliegende, mit bläulichen oder schwärzlich-grauen Höfen umgebene Augen; sehr angegriffenes Aussehen Berb.angegriffenes Aussehen; bleich und vertrocknet, alt und verbraucht wirkend, vorzeitig runzlig geworden. Die Lippen sind trocken und können sich klebrig abschälen; auch in der Mundhöhle hat der Patient Trockenheits- und Klebrigkeitsempfindungen.
Geist und Gemüt
Müdigkeit ist ein hervorstechendes Merkmal von Berberis, nicht nur in körperlicher, sondern auch in geistiger und emotionaler Hinsicht. Sie prägt das psychische Bild entscheidend. Ein Berberis-Patient wird bei Ihnen sofort das Gefühl auslösen, einem ausgelaugten, „fertigen“ Menschen gegenüberzustehen; Sie möchten ihm instinktiv helfen, ihn unterstützen – und dabei tritt er von sich aus ganz und gar nicht als Hilfesuchender oder Bittsteller auf. Im Gegenteil, er gibt sich sehr optimistisch, mutig Berb.mutig und unerschrocken, lächelt selbst unter Schmerzen; es ist gut möglich, dass er Ihnen Ratschläge gibt, statt sich von Ihnen beraten und trösten zu lassen. Für gewöhnlich handelt es sich um ernste, nachdenkliche Menschen, die lieber für sich als in Gesellschaft sind.
In den meisten Fällen, die Berberis benötigen, wird man nur recht wenige Geistes- und Gemütssymptome antreffen. Dies gilt besonders für diejenigen Patienten, bei denen Lumbago, Ischialgie oder ein arthritischer bzw. rheumatischer Zustand im Zentrum der Pathologie steht.
Ich habe noch niemals einen Berberis-Patienten gesehen, der voller Angst um seine Gesundheit oder vor dem Tod gewesen wäre; diese Symptome gibt es in der Berberis-Pathogenese nicht, jedenfalls nicht in übersteigerter und damit pathologischer Form. In manchen Fällen kann jedoch eine Art von Geistesstörung infolge einer gewissen Geistesschwäche, besonders zur Zeit der Abenddämmerung Berb.Geistesschwäche auftreten, welche im Tagesverlauf fortschreitet und sich besonders zur Zeit der Abenddämmerung zeigt. Vor allem bei Fieber sieht der Berberis-Patient dann schreckliche Erscheinungen im Dämmerlicht, zwischen Tag und Nacht: Geister und Phantasiegebilde umzingeln ihn. „Ängstliche Stimmung mit großer Furchtsamkeit und Schreckhaftigkeit von 16 Uhr bis zum Schlafengehen, im Halbdunkeln erscheinen ihr ein paar Hunde und Kinder noch einmal so groß, als sie von Natur sind.“ Berberis hat eine Abneigung gegen Dunkelheit Berb.Abneigung gegen Dunkelheit; es geht ihm schlechter in der Dämmerung, Verschlechterung in der D., wenn es dunkel wird Berb.Dämmerung, wenn es dunkel wird. Auch schwermütige oder gleichgültig-wehmütige Stimmungen wurden bei Berberis beobachtet; Gleichgültigkeit bis hin zur Apathie. Ebenso kommen weinerliche Stimmungen vor, mit häufigem hysterischem Weinen.
Der ausgelaugte, verbrauchte Zustand des Organismus wirkt sich auch auf die intellektuellen Kräfte aus; der Berberis-Patient ist geistig abgespannt. Jegliche geistige Arbeit, die ihm echte Aufmerksamkeit abverlangt, wird ihm zu einer mühseligen Aufgabe; er verliert schon bei geringfügigen Störungen den Zusammenhang und muss abbrechen. Das Gedächtnis wird schwach, er kann sich nicht besinnen, was er gerade gedacht oder gesagt hat.
Schwindel- und Ohnmachtsanfälle sind sehr häufig. Sie können beim Liegen im Bett auftreten, beim Gehen, Stehen und Aufstehen, beim Wiederaufrichten vom Bücken sowie bei oder nach Spaziergängen im Freien. Nach einem solchen Fußweg kann eine Ohnmachtsanwandlung z. B. begleitet sein von plötzlichen Blutwallungen, Schweiß und Hitze der oberen Körperhälfte bei kaltem, blassem, eingefallenem Gesicht. Auch Hitzegefühle oder asthmatisches Atmen können Ohnmachten auslösen.
Besonders nach langem und tiefem Schlaf zeigt sich typischerweise eine gewisse „Duseligkeit“: kann die Gedanken nicht recht zusammenbekommen, der Kopf ist schwer und benommen, es dreht sich darin.
In bestimmten Körperhaltungen können Angstgefühle aufkommen: wenn er sich bewegt, lange steht, vom Sitzen aufsteht, auch früh beim Aufsetzen, im Bett, beim Aufstehen aus dem Bett; ebenso auch vor dem Stuhlgang und nachmittags und abends vor dem Schlafengehen. Solche Ängste können dann charakteristisch für Berberis sein, wenn ein deutlicher Zusammenhang zwischen ihrem Aufkommen und den verschiedenen Körperhaltungen bzw. deren Wechsel herzustellen ist.
Berberis-Frauen entwickeln Symptome um die Zeit der Regel herum; dann sind sie reizbar, verdrießlich, ärgerlich, ja sogar lebensüberdrüssig und können Sehnsucht nach dem Tod empfinden.
Typische Krankheitsbilder
Es folgen nun einige typische Krankheitsbilder, bei denen Berberis angezeigt sein kann; dazu sind jeweils einige Symptome angegeben, die auf das Mittel hinweisen.
  • Nieren und Harnwege:

    • Berberis kann Nierenentzündungen mit Hämaturie Berb.Nierenentzündungen mit Hämaturie hervorrufen. Die Schmerzen können vom Kreuz aus über den ganzen Körper ausstrahlen.

    • Reißende oder stechende, auch pulsweise stechende Schmerzen sowie die beschriebene glucksende Empfindung in der Nierengegend. Die Beschwerden in dieser Region sind meist beim Bücken und Aufrichten, im Sitzen und auch im Liegen schlimmer als im Stehen; schlimmer auch, wenn er müde wird. Viel Schmerz, Wundsein und Empfindlichkeit dort, sodass jede Erschütterung (wie z. B. Fahren im Wagen) unerträglich ist; stark berührungsempfindlich in der Nierengegend.

    • Berberis hat viele Fälle von Nierenkoliken (besonders rechtsseitigen) geheilt.

    • Der Harnabgang geht häufig Harnabgang mit Schmerzen in den Oberschenkeln, Lenden oder Hüften einhergehend Berb.mit Schmerzen in den Oberschenkeln, Lenden oder Hüften einher.

    • Ein charakteristisches Symptom: Heftiger Schmerz in der Gegend der rechten Niere, der sich allmählich über den Darmbeinkamm hinaus fortsetzt.

    • Heftig stechender Schmerz in der Blase, von den Nieren herabziehend; schmerzhaftes Schneiden von der Niere im Verlauf des Ureters in Blase und Harnröhre herab; heftiges Stechen in der Blase, worauf sie urinieren muss.

    • Der Harn kann dunkelgelb oder rot sein, oft trübt er sich; bald ist er vermindert, bald vermehrt; veränderlich bezüglich Menge, Konsistenz und Aussehen. Sehr häufig zeigen sich Harnsedimente: gallertig-schleimiger oder Schleimbodensatz, roter Sand oderZiegelmehl“, rötliche Kleiensedimente, Ablagerung gelbroter Kristalle. Grünlicher Urin, der sich ein wenig trübt und etwas Schleim absetzt.

    • Brennen in der Harnröhre oder im Blasenhals beim Wasserlassen.

  • Gallensteine Berb.Gallensteine:

    • Stechender Schmerz in der Gegend der Leber bzw. der Gallenblase, durch Druck vermehrt.

    • Gallenblasenschmerzen strahlen zum linken Schulterblatt aus Berb.Gallenblasenschmerzen strahlen zum linken Schulterblatt aus; auch Schmerzen, die von der zehnten Rippe zum Nabel herabschießen. Kolik von Gallensteinen, wenn die zwängenden oder stechenden Schmerzen von dort in alle Richtungen ausstrahlen; Gallenkolik, mit Ikterus Berb.Gallenkolik, mit Ikterus.

    • Berberis ist ein wertvolles Mittel bei Lebererkrankungen; diese können mit Verdauungsbeschwerden, (galligem) Aufstoßen, Speichelfluss, Sodbrennen und Erbrechen nach dem Essen einhergehen. Empfindlichkeit und Drücken in der Lebergegend.

  • Rektum:

    • Berberis kann sowohl Verstopfung (mit festen, harten, schafkotartigen Stühlen) als auch Durchfall hervorrufen.

    • Auch die zahlreichen Anussymptome ergeben wichtige therapeutische Indikationen: Hämorrhoiden mit Jucken und Brennschmerz, besonders nach dem Stuhlgang; der Kot ist öfters hart und äußerlich schmutzig blutig gefärbt. Analfisteln mit schmerzhaftem Drücken im Perineum, bis tief in den Beckenraum reichend. Bei Analfisteln (oder nach Fisteloperation) kann kurzer Husten mit Atemnot auftreten, ebenso auch andere Brustbeschwerden; auch bei Schmerzen nach Fisteloperation kann Berberis angezeigt sein.

  • Genitalien:

    • Ein ausgeprägtes Symptom der weiblichen Sexualsphäre ist ein Mangel jeglichen Lustgefühls beim Beischlaf, bei Frauen Berb.Mangel jeglichen Lustgefühls beim Beischlaf. Uterussymptome und Fluor treten häufig in Verbindung mit schmerzhaften Harnwegssymptomen auf. Intensiv schmerzhafte Vagina; gerötet. Dysmenorrhö: Spärliche Regel mit heftigen Kreuzschmerzen. Menstruationsschmerzen, die in alle Richtungen ausstrahlen, aufwärts, die Oberschenkel hinab, nach vorn und nach hinten (CIMICIFUGA). Vaginismus bei Nierenentzündungen.

    • An den männlichen Geschlechtsorganen können Neuralgien der Hoden und entlang der Samenstränge auftreten (CLEMATIS, CIMICIFUGA, PULSATILLA). Ziehende oder stechende Schmerzen in den Samensträngen, oft bis in die Hoden hinein. In Vorhaut und Eichel wird ein Kältegefühl verspürt, das mit Taubheitsempfindung einhergehen kann; in manchen Fällen ist der Hodensack kalt und zusammengeschrumpft.

  • Lumbago: Berberis gehört zu den wichtigsten Mitteln bei Lumbago und Bandscheibenvorfall. Die Schmerzen gehen vom Rücken aus und verbreiten sich häufig über das Kreuz Lumbago, Schmerzen bis in die Oberschenkel und bisweilen sogar in die Waden hinunter Berb.in die Oberschenkel und bisweilen sogar in die Waden hinunter, oder sie ziehen sich um die Seite des Leibes herum nach vorn bzw. in die Hüftgegend; begleitet werden diese Rückenschmerzen oft von rotem Harnsediment, rotes Berb.Harnsediment. Besonders in der Lenden- und Nierengegend äußert sich ein spannendes Steifheitsgefühl mit Taubheitsempfindung und Lahmheit.

    • Derartige Empfindungen werden stärker und schmerzhafter nach jeglicher Anstrengung und bei Ermüdung, was zu einer Verschlimmerung am Tagestiefpunkt der Lebensenergie, nach den vormittäglichen Aktivitäten, gegen 13 oder 14 Uhr führen kann. Sie nehmen auch in der Rückenlage zu, besonders in den ersten Nachtstunden, sodass der Patient nicht schlafen kann. Schließlich ist „schlimmer durch Bücken“ eine sehr ausgeprägte Modalität. Warme Decken sind zwar angenehm, bringen aber, anders als bei CALCIUM CARBONICUM oder RHUS TOXICODENDRON, keine wesentliche Besserung – ein Ansatzpunkt zur Differenzierung zwischen Berberis und diesen Arzneien.

    • Weitere wichtige Modalitäten sind folgendem Prüfungssymptom zu entnehmen: „Zerschlagenheits- und Lähmigkeitsgefühl im Kreuze, wie nach ungewohntem langem Bücken, oft gleich früh beim Erwachen, Zerschlagenheits- und Lähmigkeitsgefühl im Kreuze beim Berb.Erwachen, im Sitzen und Liegen meist schlimmer als im Gehen.“ Allgemein kann man sagen, dass Rückenschmerzen, besser durch Bewegung Berb.Rückenschmerzen (Lumbago) in den meisten Berberis-Fällen durch Bewegung lindert Rückenschmerzen Berb.Bewegung eher gelindert werden, wohingegen Gelenkschmerzen, schlimmer durch Bewegung Berb.Gelenkschmerzen bei Bewegung, Gelenkschmerzen schlimmer bei Berb.Bewegung eher zunehmen.

  • Chronisches Müdigkeitssyndrom Berb.Chronisches Müdigkeitssyndrom: Auch hier kann Berberis angezeigt sein, wenn die Symptome passen. Einige Prüfungs- und klinische Symptome, die als Hinweise dienen können:

    • „Fühlt sich schwach und flau. Fühlt sich ohne Grund sehr müde.“

    • „Nach einem Spaziergange Ohnmachtsanwandlung mit plötzlicher Aufwallung des Blutes, mit Schweiß und Hitze der oberen Körperhälfte, Kälte, Blässe und Eingefallenheit des Gesichtes, Brustbeklemmung, kurz vor dem Schlafengehen.“

    • „Allgemeine Abspannung, sodass er nicht Lust hat, etwas zu tun.“

    • „Er fühlte, dass er die Kraft zu gehen verlor, denn er konnte nicht mehr als etwa 100 Yards (ca. 90 Meter) auf einmal gehen. Nach einer kurzen Strecke musste er stehenbleiben, weil er ein Gefühl von intensiver Müdigkeit, Schwere, Lahmheit und Steifheit in den Beinen hatte, welche wie wund und zerschlagen schmerzten.“

  • Stimmbandpolyp, rötlicher, ungestielter Berb.Stimmbandpolyp: Auf der Basis der Indikation „Tumoren und festsitzende Wucherungen“ hat Ozanam einen Patienten mit einem rötlichen, ungestielten Stimmbandpolypen geheilt. THUJA hatte versagt; Berberis C 200 wirkte zunächst sehr gut. Daraufhin wurde die Potenz nach und nach reduziert, bis das Gewächs schließlich unter der C 1 vollkommen verschwand.

  • Arthritis: Stuart Close berichtet von dem Fall einer Frau, die er mit Berberis C 200 heilen konnte. Sie klagte darüber, dass sie seit ihrer letzten Entbindung Fuß, beim Auftreten heftige schießende, brennende und kribbelnde Schmerzen, die vom Fußballen ausgehen Berb.beim Auftreten heftige schießende, brennende und kribbelnde Schmerzen verspürte, die von den Fußballen ausgingen. Wenn sie ihr Gewicht auf die Fersen verlagerte, hatte sie keine Schmerzen. Morgens beim Aufstehen hatte sie in den Fußsohlen das Gefühl, auf Nadeln zu treten.

  • Gichtknoten am Ohrläppchen, die sehr schmerzhaft werden, ein reißender und stechender Schmerz.

  • Berberis hat sich bei Akne Berb.Akne simplex als hilfreich erwiesen; ebenso bei Malaria Berb.Malaria mit vergrößerter Milz und Milzschmerzen.

Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Im Allgemeinen sind bei Berberis Nieren, Leber und Herz mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen.

  • Der Harn ist mal hell und leicht, mal schwer; Harn veränderlich Berb.veränderlich in Menge, Konsistenz, Aussehen, wie bei benzoicum acidum. Große koitus, Mangel jeglichen Lustgefühlen, bei Frauen Berb.Mengen von Harnsäure und Uraten im Urin.

  • Der Patient ist ständig in Bewegung, kann nicht stillhalten, besonders nachts im Bett.

  • Manchmal kommt es zu Anschwellungen der Gelenke, häufiger aber sind, wie erwähnt, Gelenkschmerzen ohne Schwellung. Schmerzen, ausstrahlende, wandernde Berb.Ausstrahlende und wandernde brennende, reißende, stechende Schmerzen sind eines der wichtigsten Charakteristika von Berberis.

  • Die Schleimhäute werden trocken – Mund, Vagina etc.

  • Der Teint kann schmutziggrau, Teint Berb.schmutziggrau sein, ebenso auch manche Absonderungen (z. B. die Regelblutung).

  • Kältegefühle in einzelnen Teilen (wie tief in den Knochen, in den Blutgefäßen, in Augen, Ohren, männlichen Genitalien etc.).

  • Nach Hämorrhoiden- oder Fisteloperationen können Brust- und Atemwegsaffektionen auftreten (Husten etc.).

  • Schmerzen wie verstaucht oder vertreten sind besonders oft in den Mittelfuß- oder Mittelhandknochen lokalisiert.

  • Verhärtung von Drüsen und Lymphknoten, wie Drüsen und Lymphknoten, verhärtet wie knotige Seile Berb.knotige Seile.

  • Schweiß mit deutlich urinösem Geruch.

  • Auffällig ist die Abhängigkeit zahlreicher Symptome von bestimmten Körperhaltungen, besonders von Positionswechsel. Einige Beispiele:

  • ängstliches Gefühl, wenn sie sich bewegt, lange steht, vom Sitze aufsteht Berb.Ängstliches Gefühl, wenn sie sich bewegt, lange steht, vom Sitze aufsteht; auch ängstliches Gefühl, früh beim Aufsetzen, im und beim Aufstehen aus dem Bett Berb.früh beim Aufsetzen, im und beim Aufstehen aus dem Bett.

  • Beschwerden in der Nierengegend schlimmer Nieren, Beschwerden schlimmer im Sitzen und Liegen Berb.im Sitzen und Liegen. Schmerzen im linken Samenstrang beim Gehen, bisweilen auch im Sitzen.

  • Müdigkeits-, Zerschlagenheits-, Lähmigkeitsgefühl in den Knie, Müdigkeit, Zerschlagenheit, Lähmigkeit bei und nach Gehen, auch nach längerem Sitzen beim Aufstehen Berb.Knien bei und nach Gehen, auch nach längerem Sitzen beim Aufstehen.

  • Schmerzen in der Leistengegend schlimmer im Gehen oder Stehen.

  • Arm, Herunterhängen des A. erhöht Lahmheitsschmerz Berb.Herunterhängen des Armes erhöht einen tauben Lahmheitsschmerz.

  • Schulterblattschmerzen: Beim Arm, Beschwerden beim Aufheben des A. Berb.Aufheben des Arms zieht es ihr in die Brust und versetzt ihr den Atem.

  • Gefühl, als wenn ein schweres Gewicht am Fuß hinge Fuß, Gefühl wie von einem Gewicht beim beim Aufheben des F. Berb.beim Aufheben des Fußes.

  • Brennen in der Vagina, durch Vagina, vermehrtes Brennen in der V. durch Gehen, Stehen, Sitzen Berb.Gehen, Stehen, Sitzen vermehrt.

  • Auf einem Punkt ungefähr in der Mitte zwischen dem rechten vorderen Darmbeinstachel und dem Nabel ein plötzlicher, scharfer, heftiger Schmerz; verstärkt durch körperliche Bewegung, besonders Gehen.

  • Kurzatmigkeit und Atemnot beim Treppensteigen, Kurzatmigkeit und Atemnot beim Berb.Treppensteigen.

  • Bei Bewegung des Kopfes Kopfweh im Nacken schlimmer. Augen, Bewegung der A. verschlimmert Berb.Bewegung der Augen erweckt oder verschlimmert die Schmerzen. Harnröhrenschmerzen werden durch Bewegung erweckt oder verschlimmert; ebenso Magen-, Bauch-, Oberbauch- und Blasenschmerzen. Lumbago allerdings wird durch Bewegung meist deutlich gelindert.

  • Abgespanntheit bis zum Zittern, sodass sie fürchtet, die Knie möchten ihr zusammenbrechen.

  • Schneller Wechsel der Symptome – die Schmerzen wechseln bezüglich Lokalität und Schmerzcharakter.

  • Durst alterniert mit Durstlosigkeit, Hunger mit Appetitlosigkeit.

Lokalsymptome
KopfBereits erwähnt wurden das charakteristische Gefühl einer Kappe auf dem Kopf Berb.Gefühl einer Kappe auf dem Kopf mit seinen Abwandlungen sowie das Schwappern im Kopf Berb.Schwappern im Kopf beim Bücken.
Hitze im Kopf nach Tisch; bei Anstrengung schwitzt der Kopf leicht. Hitze in den Schläfen bei kühlen Wangen Berb.Hitze in den Schläfen bei kühlen Wangen. Eigentümliches Kältegefühl in der rechten Schläfe. Beim Bücken Schmerzgefühl in der Stirn und den Augen, als wenn das Gehirn schwer nach vorn fiele.
Kopfweh im Nacken schlimmer beim Bewegen des Kopfes; Kopfschmerzen besser im Freien. Kopfschmerzen, die zusammen mit Leberbeschwerden oder mit rheumatisch-arthritischen Beschwerden auftreten; auch mit Affektionen der Harnorgane oder Menstruationsstörungen. Ruckende Stiche in der linken Schläfe bis ins rechte Auge hinein; dann in den Scheitel hinauffahrend. Überhaupt zahlreiche stechende und schießende Schmerzen im Kopf, die häufig den Ort wechseln. Drängend pressender, auseinanderdehnender Kopfschmerz während der Regel.
Reißend stechendes Kopfweh und Mattigkeit nach der Regel.
Aus dem Auge in die Stirn hinauffahrende Stiche, so heftig, dass sie erschrickt.
Jucken auf der behaarten Kopfhaut oder im Gesicht, auch beißend oder brennend, mit feinen Stichen verbunden.
AugenPhotophobie; meidet das Licht. Konjunktivitis, Ophthalmie. Im (abendlichen) Halbdunkel erscheinen ihr ein paar Hunde und Kinder noch einmal so groß, wie sie von Natur sind. Trübes, undeutliches Sehen, als wäre ein Flor vor den Augen. Sie war nicht imstande zu nähen, weil ihr alles ineinanderfloß; strengte sie ihre Augen mit Nähen an, so wurde es ihr schwarz davor. Gefühl, als wenn sich etwas Sand zwischen den Augenlidern und dem Auge befände. Empfindung in den Augen, als wenn sie kalt wären, Gefühl in den Augen, als wenn sie eine kalte Luft anwehte Berb.als wenn sie eine kalte Luft anwehte, mit etwas Tränen beim Zumachen.
Zucken in den Augenlidern beim Lesen bei Licht; selten am Tage. Jucken in den Augenwinkeln, Brauen, Lidern. Heftige Stiche Auge, Stiche aus dem A. heraus in die Stirn fahrend Berb.aus dem Auge heraus in die Stirn fahrend. Nach einer Schieloperation stechende Schmerzen, anfangs vom Knie, stechende Schmerzen, vom K. nach den Augen zu gehend Berb.Knie nach den Augen zu gehend, dann durchs Auge nach innen zu oder von der Schläfe zum Auge, zuweilen bis in den Arm fliegend.
Die Augensymptome werden im Freien und beim Bewegen der Augen schlimmer.
OhrenKälte in den Ohren während der Schwangerschaft Berb.Kälte in den Ohren während der Schwangerschaft. Starke Hitze im äußeren Ohr, dann nach eineinhalb Stunden wieder Kälte desselben und der Schläfe.
Im linken Ohr (seltener im rechten) drückendes, schmerzloses Ohr, Pochen und „Wuwwern“ im linken O. Berb.Pochen undWuwwern“ in sich meist schnell folgenden Schlägen, als wenn Luft oder der Flügel eines Vogels gegen das Trommelfell schlüge.
Pochendes, „glucksendes“ Stechen im linken Ohr, zuletzt in anhaltendes Stechen, dann in Drücken mit Verstopfungsgefühl übergehend.
Reißen im Antitragus Berb.Reißen im Antitragus. Ruckweise wie durch das Trommelfell herausfahrende lange Stiche, wie wenn ein Nagel durchgestochen würde oder wie wenn ein lebendiges stechendes Tier im Ohr wäre. Arges Stechen hinter dem rechten Ohr, anfallsweise erscheinend und alle Abende schlimmer. Ohr, Knötchen oder andere Gewächse an der Ohrmuschel Berb.Knötchen oder andere Gewächse an der Ohrmuschel sowie unter oder hinter den Ohren.
NaseNase, beißend-fressendes Gefühl in der Nasenspitze Berb.Beißend fressendes Gefühl in der Nasenspitze.
Die Nasenschleimhäute, trockene Berb.Nasenschleimhäute scheinen meist trockener zu sein als gewöhnlich, weniger abzusondern. Bei einer Prüferin entstand dagegen später ein mehrere Monate andauernder Schnupfen der linken Nasen- und wahrscheinlich auch Kiefer- und Stirnhöhlen, wobei anfangs gelbliches, wie verbrannt riechendes Wasser, später eitriger, bald mehr weißlicher, bald mehr gelblicher, auch grünlicher Schleim von ähnlichem Geruch und Geschmack ausgeschnaubt wurde. Der chronische Schnupfen des linken Nasenlochs sowie die wie Nase, verbrannt riechende Absonderung Berb.verbrannt riechende Absonderung konnten mehrfach klinisch bestätigt werden.
Trockene Nase bei Augenentzündung. Früh beim Aufstehen verliert sie einige Tropfen hellrotes Blut aus der Nase.
GesichtDas typische eingefallene Gesicht mit dem schmutziggrauen Teint und den Augenringen wurde bereits beschrieben. Es kann auch eine grünliche Farbe annehmen, mit blauen Rändern um die tiefliegenden Augen.
Gefühl, als wenn kalte Regentropfen ihr ins Gesicht spritzten Berb.Gefühl, als wenn kalte Regentropfen ihr ins Gesicht spritzten, indem sie aus dem Haus ins Freie tritt. Auf der rechten Wange zeigt sich nach vorausgegangenem kurzem Frostgefühl ein dunkelroter, sehr schmerzhafter kleiner Fleck, welcher sich bald vergrößert und nach und nach über das ganze Gesicht verbreitet, mit starkem Hitzegefühl; diese Erscheinung wiederholt sich an einem Nachmittag mehrmals.
Schnell überlaufendes Frösteln, selbst Schauer, besonders im Gesicht und den Armen Frösteln, im Gesicht beginnend und über Rücken und Brust herablaufend Berb.beginnend und über Rücken und Brust herablaufend. Hitze, Röte und Brennen im Gesicht durch geistige Anstrengung, geistige, Hitze, Röte und Brennen im Gesicht Berb.Anstrengung.
Pressend stechende Schmerzen in den Kinnladen, besonders den unteren, am Tage, aber besonders nachts. Feines schnelles Klopfen in den Lippen Berb.Klopfen in den Lippen, besonders der Oberlippe. Gefühl von Ameisenlaufen in der Oberlippe. Trockenheit der Lippen; die Oberhaut schält sich mehrmals klebrig ab, und es entsteht wiederholt ein, dünner, bräunlicher, flacher Schorf am Lippenrand. Linsengroßer schmutzigroter, etwas bläulicher Fleck oder auch erbsengroße Wasserbläschen an der Innenseite der Unterlippe.
Akne. Bisweilen kalte Schweiße im Gesicht.
MundKlebriger, schaumiger Speichel wie Baumwolle; wie Seifenschaum.
Etwas saurer Geschmack nach dem Essen. Bitterer Geschmack; süßlicher Blutgeschmack.
Zahnfleisch blutet leicht. Wundes Zahnfleisch während der Zahnung, wundes Zahnfleisch während der Berb.Zahnung. schmutzigroter Zahnfleischsaum Berb.Schmutzigroter Zahnfleischsaum.
Die Zunge schmerzt bei Berührung; dies gilt besonders für rote Pusteln, die sich darauf bilden. Schmerzhafte weiße Bläschen an der Zungenspitze. Häßliche bläulichrote Flecken im Mund. Knötchen, Eiterpusteln, „Blütchen“ an Wangen- und Lippenschleimhaut, Zahnfleisch und Zunge Berb.Knötchen, Eiterpusteln,Blütchenan Wangen- und Lippenschleimhaut, Zahnfleisch und Zunge; Aphthen, die lebhaft rot, sehr schmerzhaft und in der Mitte geschwürig sind; bis erbsengroß.
Übler metallischer Mundgeruch (MERCURIUS). Zähne wie zu lang Berb.Zähne wie zu lang oder stumpf. Ziehender, klopfender, herunterdehnender Zahnschmerz. Ruckender Stich am Winkel des linken Unterkiefers, wühlend beißend, im Zahnrand des Unterkiefers und den Backenzähnen vorfahrend, als wenn das Fleisch von den Zähnen gelöst und diese herausgehoben würden.
HalsSchmerz in der linken Mandel, beim Sprechen und Schlucken vermehrt oder auch erst erweckt, mit dem Gefühl, als wenn eine Kernhülse von Obst im Hals steckengeblieben wäre; die Mandel und das Gaumensegel dieser Seite sind etwas gerötet; erstere ist bei äußerem Druck sehr empfindlich, wie auch die benachbarte Gegend des Halses bei Bewegung. Die Prüfung bewirkte bei zwei Personen eine voll ausgebildete Entzündung der Mandeln, des Gaumensegels, Zäpfchens und des Pharynx, mit lebhafter, feuriger Röte und Geschwulst; Gefühl, als läge ein Klumpen in der Seite des Halses Berb.Gefühl, als läge ein Klumpen in der Seite des Halses; früh löst sich viel dicker, gelber, gallertartiger Schleim; heftige Schmerzen, mehr beim Leerschlucken; Trockenheit, Kratzen, Rauheit und Brennen im Hals; Zunge weiß, klebrig; Speichel klebrig wie Seifenschaum; auch noch eine Woche später Pflockgefühl im Hals Berb.Pflockgefühl im Hals.
Kehlkopf-, Stimmbandpolypen.
Reißend-stechende rheumatische Schmerzen in der linken Halsseite und im Nacken, bis zum Hinterkopf hinauf; Stechen von der Halsseite bis in den Oberarm. Kältegefühl an einer münzgroßen Stelle der linken Halsseite, in leises Brennen übergehend.
Atmung, Brust, HerzWenn sie bei Schulterblattschmerzen den Arm hebt, zieht es ihr in die Brust und versetzt ihr den Atem. Ein Stich von der unteren Gegend der Rückenwirbel durch die Brust hindurch, sodass es ihr den Atem benahm.
Brustbeklemmung, besonders nachts, bei starkem Fließschnupfen. Brustbeklemmung vor dem Einschlafen Berb.Brustbeklemmung vor dem Einschlafen. Kurzatmigkeit beim Treppensteigen.
Von der linken Seite der Brust herab stechend ruckender, elektrischen Schlägen ähnlicher Schmerz im linken Hypochondrium; die ganze linke untere Seite der Brust und des Unterleibs ist schmerzhaft. Heftiger, plötzlich eintretender, schneidend-zusammenziehender Brust, Schmerz vorn im mittleren Teil der B. nach dem Unterleib herab Berb.Schmerz, vorn im mittleren Teil der Brust nach dem Unterleib herab, zum Zusammenkrümmen nötigend. Stechender Schmerz tief in der vorderen mittleren Gegend der Brust, durch tiefes Atmen vermehrt; es erscheint dabei ein kurzer, trockener Husten. Drückender Schmerz in der linken Brust, wie zwischen der Brustwand und der Mamma, am stärksten hinter der Brustwarze, von innen nach außen sich in die Mamma verbreitend; nach der Regel.
Schmerzhaftes, zwängendes Stechen in der Gegend des Herzens, nach außen und unten arbeitend.
MagenWolfshunger, wechselnd mit Ekel vor allen Speisen Berb.Wolfshunger, wechselnd mit Ekel vor allen Speisen. Großer Durst wechselt mit Abneigung gegen alle Getränke Berb.Durst wechselt mit Abneigung gegen alle Getränke. Verlangen nach Eiern, rohem Fleisch berb.Verlangen nach Eiern, rohem Fleisch. Durst auf Kaltes Berb.Durst auf Kaltes. Spirituosen verschlimmern gichtisch-rheumatische Beschwerden der Extremitäten, Lumbago usw.
Sehr träge Verdauung. Verdauungsbeschwerden. Zwölffingerdarmgeschwüre.
Abends nach dem Essen drückende Empfindung in der Magengegend, als sollte es sie zersprengen. In der Magengegend ein Kältegefühl, das nach Erbrechen aufhört. Übelkeit vor dem Frühstück, die nach dem Essen verschwindet. Leichtes Frieren vor dem Mittagessen, nach dem Mittagessen besser.
Häufiges bitteres Aufstoßen, das mit Gähnen abwechselt Berb.Aufstoßen, das mit Gähnen abwechselt. Sehr bald nach dem Essen, besonders von festen Speisen, bekommt sie Aufstoßen, das oft stundenlang, ja sogar die ganze Nacht hindurch anhält; dabei kein eigentlicher Magenschmerz, wohl aber ein Gefühl von Frösteln in der Magengegend. Die Magengrube ist aufgetrieben, die Magengegend steht etwas hervor.
AbdomenStechend reißende, kolikartige Schmerzen im Epigastrium, im Magen und in der linke Seite bis zum Hypochondrium hinauf, durch Berührung, Bewegung, Atmen sehr vermehrt. Heftiges Brennen, wie Sodbrennen, im linken Hypochondrium bis in den Schlund hinauf.
Stechende Schmerzen seitlich vom Nabel, in der Lebergegend usw., durch tiefen Druck vermehrt. Kolikartige Schmerzen, insbesondere um den Nabel. Heftiger Brennschmerz unter der Bauchhaut oder in diese übergehend; vor allem in der Nabelgegend.
Ziehend-reißender Schmerz links unter der Spitze der falschen Rippen, beim Einatmen ist es, als wenn an der leidenden Stelle etwas losgerissen wäre.
Krampfendes Zusammenschrauben in der Milzgegend. In der Lebergegend: stechender Schmerz, durch Druck vermehrt, zur Magengegend herüberziehend; plötzlicher, heftiger, dolchartig stechender Schmerz, zum Rücken durchgehend. Scharfe, kneifende Schmerzen in der Leber, die plötzlich mit großer Heftigkeit kommen, muss deshalb manchmal die Luft anhalten und sich nach vorne beugen, wird dabei rot im Gesicht.
Gallensteine, mit Anfällen von Gallenkolik Berb.Gallensteine, mit Anfällen von Gallenkolik. Gallenkolik, gefolgt von Ikterus.
Eigentümliches Kältegefühl in der Gegend des rechten Bauchrings, mehr in Brennen übergehend.
Bei ungeschickten Bewegungen manchmal Schneiden bis in die Leisten. brennender, beißender Schmerz in der rechten Leistenbeuge berb.Brennender, beißender Schmerz in der rechten Leistenbeuge. Puckernde Stiche in der linken Leistengegend, in Absätzen schnell durchfahrend, ein paar Minuten hintereinander, wie mit Nadeln, nach dem Oberschenkel herab. In der rechten Leistengegend, variköse Venen in der Berb.Leistengegend, nahe dem Bauchring, einige variköse Venen. In der Leistenringgegend spannendes Gefühl, als wenn ein Bruch erscheinen sollte, besonders im Gehen und Stehen. Drücken, Pressen, Zwängen, als wenn alles herauswollte, nach dem Oberschenkel herab. Jucken in der Gegend der Leistenlymphknoten; drückender Schmerz in dieser Region, die Lymphknoten schmerzen bei Berührung, als wollten sie anschwellen. Pulsweises Stechen oder schmerzloses Glucksen bzw. Pochen in der Leistengegend, besonders im Umfeld des Leistenrings.
Schmerz im Darmbeinkamm, der zu den Oberschenkeln ausstrahlt, beim Wasserlassen. Reißender Schmerz im hinteren Teil des Darmbeinkamms, der sich bis in die Gesäßmuskeln erstreckt; ebenso auch nach oben.
RektumVenöse Stase im Beckenbereich, die zu Hämorrhoiden führt. Spannende und drückende Empfindung in Kreuz und Rektum, nach dem Stuhlgang eine halbe Stunde nachbleibend. Brennend-stechender Schmerz vor, während und nach dem Stuhlgang. Noch lange nach dem Stuhlgang ein Gefühl, als ob man eben Stuhl gehabt oder gerade einen Schmerz im After überstanden hätte.
Verstopfung mit Hämorrhoiden Berb.Verstopfung mit Hämorrhoiden. Hämorrhoiden mit juckendem oder brennendem Schmerz, besonders nach dem Stuhlgang, wobei der Kot häufig hart und äußerlich schmutzig blutig gefärbt ist. Sie können so groß wie eine Eichel werden.
Tonfarbene Stühle (bei Verstopfung oder auch bei Durchfall). Wechselnder Stuhl: mal verstopft, mal durchfällig. Schmerzhafter Durchfall mit vorhergehendem Poltern. Stuhl spärlich, hart, mehrere Tage zurückgehalten. Fester, harter, schafkotähnlicher Stuhl, mit vielem, oft vergeblichem Drängen.
After, heftiger Brennschmerz am A., als wäre die ganze Umgebung wund Berb.Heftiger Brennschmerz am After, als wäre die ganze Umgebung wund. Heftiges Brennen und Wundheitsgefühl im After während der Menses. Reichliche Absonderung dunklen Blutes durch den Anus nach verstärkter körperlicher Anstrengung. Völliges Wundsein der Haut weit um den After, mit starkem Brennen mehrere Tage hindurch; später entsteht am Rande ein dünner Schorf. Wundsein zwischen den Gesäßbacken.
Ekzem, besonders Ekzem um den Anus herum Berb.um den Anus herum und an den Händen; Herpes und Furunkel in der Umgebung des Afters. Fisteln, wenn sie von biliösen Symptomen begleitet werden. Ameisenlaufen im After nach dem Stuhlgang; Kribbeln wie von Würmern.
HarnorganeIn der Nierengegend hat Berberis, neben den bereits unter den „essenziellen Merkmalen“ aufgeführten Leitsymptomen (Empfindung von Glucksen, Blubbern, Blasenaufsteigen; Schmerzen, die um den Leib herum zu den Hüften und zum Bauch sowie die Darmbeinkamm, Schmerzen im, zu den Oberschenkeln ausstrahlend, beim Wasserlassen Berb.Oberschenkel hinab, gelegentlich bis zu den Waden hin ausstrahlen; Schmerzen die Ureter hinab bis in Blase und Harnröhre) eine Reihe weiterer kennzeichnender Symptome.
  • Nierenschmerzen vor dem und beim Harnlassen.

  • Stechend-wühlender oder wühlend-stechender Schmerz in der einen oder der anderen Nierengegend Berb.Stechend-wühlender oder wühlend-stechender Schmerz in der einen oder der anderen Nierengegend, als wäre ein Geschwür unter der Haut, schlimmer durch tiefen Druck.

  • Früh gleich nach dem Aufstehen reißender Schmerz in beiden Nierengegenden, welcher sich auch seitwärts nach vorn und nach oben und unten erstreckte, sodass die ganze Gegend des Rückens zwischen Brustkasten und Becken eingenommen war. Wenn sie sich gebückt hatte, war ihr der untere Teil des Rückens wie steif, und sie hatte Mühe, die schmerzhafte Starrheit desselben beim Aufrichten zu überwinden. Auch im Sitzen bemerkte sie das Reißen noch stark, weniger im Stehen. Nachmittags verloren sich diese Beschwerden.

  • „Schründen“ und Reißen in der (männlichen) Harnröhre nach dem Koitus, besser nach Wasserlassen.

  • Nierenkolik Berb.Nierenkolik, über den rechten Harnleiter zur Blase ziehender stechender, reißender, grabender Schmerz. Bei Berberis strahlt der Schmerz von der Nierengegend aus; ob er in der einen, der anderen oder beiden Nieren beginnt oder auch unter der Niere, immer ist es ein ausstrahlender Schmerz.

  • Die Nierenbeschwerden sind oft im Sitzen und Liegen schlimmer als im Gehen oder Stehen; auch Bewegung kann jedoch verschlimmern.

  • Brennschmerz in der Blase Berb.Brennschmerz in der Blase (sowohl bei gefüllter als auch bei leerer Blase).

    • Brennen in der Harnröhre, meist im vorderen Teil, mehr außer der Zeit des Urinierens, doch auch dabei und gleich nachher.

    • Brennen in der Harnröhre, besonders bei Frauen, das bei und nach dem Wasserlassen verstärkt ist.

    • Heftigstes Brennen und Stechen in der Harnröhre seit dem Aussetzen der Menses (bei einer Frau in den Wechseljahren).

  • Schneidend-zusammenziehender Schmerz in der Blase, mal bei voller Blase, mal sofort oder auch erst einige Zeit nach der Entleerung.

  • Nach dem Wasserlassen ein Gefühl in der Blase, als sollte man bald wieder gehen oder als wäre noch Urin zurückgeblieben. Häufiger Harndrang, verstärkt durch die geringste Bewegung; bleibt oft auch nach dem Urinieren bestehen; heftiger Harndrang nach dem Wasserlassen.

  • Ziehender oder stechender Schmerz in der einen oder anderen Seite der Blase, bis in die (weibliche) Harnröhre, oft in der Lendengegend entstehend und sich auf den ganzen Verlauf der Harnwege ausbreitend. Heftiger stechender Blasenschmerz, der von den Nieren herabzieht.

  • Zuckend-stechendes Gefühl in der (weiblichen) Harnröhre mit krampfend-zusammenziehendem Gefühl, sekundenlang.

  • Empfindlicher stechender Schmerz in der Harnröhre bis in die Blase.

  • Schneidender Schmerz von der linken Seite der Blase in die Harnröhre, der von der linken Niere den Harnleiter herabkommt.

  • pulsweises Stechen Berb.Pulsweises Stechen in der Blase.

  • Blasensteine.

  • Glucksen im hinteren Teil der Harnröhre im Sitzen.

  • Bei Berberis sind praktisch alle Arten von Harnsedimenten möglich: tonartiges Sediment (bisweilen rosa gefärbt); durchsichtig und gallertig-schleimig; Schleimbodensatz; kleienartige Ablagerungen, die weiß, grau, hell- oder schmutzigrot sein können; gelbrote Kristalle; roter Sand; dickes schleimiges und hellrotes mehliges Sediment; Harngrieß; Nierensteine.

  • Der Urin kann kaffeefarben, blutigrot, gesättigt gelb, dunkelgelb sein. Milchiger Urin während der Menses. Er hat einen charakteristischen Geruch, nämlich wie Kaffee.

Männliche GenitalienHerabgesetzter Geschlechtstrieb, die Ejakulation erfolgt meist zu früh, die sexuelle Erregung ist schwach und geht schnell vorüber Berb.Erregung ist schwach und geht schnell vorüber. Gefühl von Schwäche und Reizlosigkeit (mangelnder Erregbarkeit) der Geschlechtsteile, besonders nach dem Harnlassen; Schwächegefühl nach dem Koitus. Schmerzen in der Harnröhre nach oder während der Ejakulation.
Kältegefühl, Taubheitsempfindung in der Vorhaut und Eichel Berb.Kältegefühl in der Vorhaut und Eichel, bisweilen auch mit etwas Taubheitsempfindung. Zusammenschrumpfen und Kälte des Hodensacks. Penis eingeschrumpft und zurückgezogen. Wundheitsschmerz im Hodensack, besonders in den Seiten und vor allem links. Strangartige Verhärtung am Rücken des Penis über die ganze Länge, was bei Erektion dazu führt, dass die Eichel nach oben gebogen Berb.Eichel nach oben gebogen ist.
Weiche schwammige Schwellung des Samenstranges, beim Gehen, zeitweise mit ziehenden, brennenden oder reißenden Schmerzen; manchmal auch im Sitzen, mit Schmerzen bis in die Hoden, insbesondere die Nebenhoden, oder auch nach oben in den Leistenring.
Neuralgie entlang der Harnröhre und im linken Samenstrang. Entzündung der Hoden; Epididymitis. Quälender Schmerz in den Hoden; auf der affizierten Seite ist der Hoden meistens auch hochgezogen.
Weibliche GenitalienBerstender Schmerz in den Ovarien, Liegen auf der schmerzenden Seite lindert die Schmerzen Bry.Ovarien und der Vulva. Trockenheit der Vagina Berb.Trockenheit der Vagina nach der Regel. Mangel jeglichen Lustgefühls beim Geschlechtsverkehr. Empfindlicher Schmerz in der Scheidenwand, wenn sie bei der Untersuchung mit dem Finger berührt wird. Brennen und Wundsein in der Vagina, die oft höchst empfindlich ist, besonders im vorderen Abschnitt, bis zu den Schamlippen hin. Starkes Brennen in der Vulva, im Gehen, Stehen und Sitzen vermehrt, besser im Liegen.
Gebärmuttersenkung; Vagina gerötet.
Wühlend-stechender Schmerz, als ob sie sich einen Dorn eingestochen hätte und darauf gedrückt würde, im Perineum, Schmerz tief bis in die linke Seite der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane hinein Berb.Perineum, tief bis in die linke Seite der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane hinein. Zwängendes Reißen auf der einen oder anderen Seite des Schamberges.
Berberis hat zahlreiche Menstruationsbeschwerden, die sich über den ganzen Körper ausbreiten können.
  • Zu Beginn der Regel: viel Frieren; starke Nierenschmerzen.

  • Während der Regel: starke Kreuz- und Lendenschmerzen; drückend spannender Schmerz in den Oberarmen und Schultern, bis in den Nacken hinauf; heftiges Reißen im ganzen Körper, besonders auf der linken Seite; starke Nierenschmerzen; Stiche in der Brust; schmerzhafte Auftreibung des Leibes; große Abspannung, Ohnmachtsgefühl, verdrießliche lebensüberdrüssige Stimmung.

  • Nach der Regel: große Mattigkeit und heftiges, reißend-stechendes Kopfweh; starke Kreuz- und Lendenschmerzen; drückender Schmerz in den Brüsten, besonders in der Umgebung der Brustwarzen, mit Gefühl, als wären die Mammae geschwollen; Stiche in der linken Brust.

  • Blutung kommt zu früh und zu häufig.

  • Sehr spärliche Menses; manchmal mehr grauschleimig als blutig; kann auch übelriechend sein.

  • Amenorrhö.

  • Menses nur abends Berb.Menses nur abends im Liegen.

RückenAllgemein sind Rückenschmerzen oft im Liegen schlimmer Berb.Rückenschmerzen oft im Liegen schlimmer.
Reißende Schmerzen in der Lendengegend im Liegen Berb.Reißende Schmerzen in der Lendengegend im Liegen. Glucksen (Pochen) in der Lendengegend, mehr im Liegen und beim Aufstehen vom Sitzen.
Heftige Kreuzschmerzen vor der Regel, mit Zerschlagenheitsgefühl, dass sie kaum darauf liegen kann, besonders nachts. Zerschlagenheits- und Lahmheitsgefühl im Kreuz: morgens beim Erwachen; überhaupt meist schlimmer im Sitzen und Liegen als im Gehen.
Drückend-spannende oder pressende Empfindung tief im Kreuz, als sollten die Knochen auseinandergetrieben werden, oft mit Schwere-, Wärme-, Taubheits- oder „sumsendem“ Gefühl dort, häufig gleich früh beim Erwachen bemerkbar, im Sitzen und Liegen schlimmer, bisweilen durch Stuhlgang oder Abgang von Winden gebessert oder verschwindend.
Fixierter Schmerz im Kreuz, drückend-spannend; dabei stellt sich Stuhldrang ein, Entleerung bringt keine Linderung, vielmehr wird der Schmerz unerträglich.
Beschwerden in der Nierengegend beim Bücken und Aufrichten.
Empfindlichkeit und Schmerz im ganzen Rücken, vom Kreuz bis zu den Schultern, durch jegliche Arbeit erheblich verstärkt. Stechender Schmerz zwischen den Schulterblättern, durch Einatmen vermehrt. Heftiger, plötzlich beim Anlegen an eine Stuhllehne eintretender tiefsitzender Schmerz am rechten Schulterblatt, ins Schultergelenk hineinziehend und bis zum Ellbogen an der Innenseite des Arms herabgehend; die Teile sind wie zerschlagen, geschwollen und geschwürig; das Schultergelenk ist wie verstaucht.
Ein stechende Schmerzen von der Gegend der unteren Rückenwirbel durch die Brust hindurch Berb.Stich von der Gegend der unteren Rückenwirbel durch die Brust hindurch, der den Atem benimmt.
Empfindlichkeit in der Nierengegend, jede Erschütterung (wie Fahren im Wagen) ist unerträglich. Nach dem Fahren viel Schmerz, außerordentliches Schwächegefühl und Zittern dort.
Stechender oder stechend-drückender, bald schwacher, bald sehr empfindlicher Schmerz in der Lendengegend, bald auf einer kleinen Stelle, besonders wenn er rein stechend ist, bald auf einer größeren, besonders wenn er zugleich drückend ist, entweder genau in der Gegend der Nieren oder auch mehr nach oben und unten, besonders aber nach außen, sodass er sich um die Seiten des Leibes nach vorn oder in die Hüftgegenden zieht, bisweilen auch im Rückgrat oder nach dem Kreuz, der Blasen- und Leistengegend hinabziehend; bald fein, bald stumpf; das Stechen erstreckt sich bisweilen auch aus der Nierengegend gerade nach vorn in den Leib; bisweilen mit Nierengegend, Taubheits-, Lahmheits- und Zerschlagenheitsgefühl Berb.Taubheits-, Lahmheits- und Zerschlagenheitsgefühl; oft zurückkehrend und lange anhaltend.
Spannendes Steifheitsgefühl in der Lendengegend, mit einer Art Taubheitsempfindung, morgens beim Erwachen in der Rückenlage, bei bedeutender Lahmheit im Körper und Wärmegefühl im unteren Teil des Rückens und im Kreuz, als wenn die Lendengegend aufgetrieben oder eingeschlafen wäre, bis in das Kreuz, die Hüften und den hinteren Teil der Oberschenkel hinab.
Gefühl, als wollte das Kreuz durchbrechen. Ischiasschmerzen bei Wetterwechsel. Postoperative Schmerzen. Furunkel in Gruppen Berb.Furunkel in Gruppen.
Extremitätenlymphatische Schwellungen von Sehnen in den Armen oder Beinen Berb.Lymphatische Schwellungen von Sehnen in den Armen oder Beinen: der Beugesehnen des Unterarms, ohne Rötung, nur mit zwei petechienartigen Flecken, mit Brennschmerz in der Haut; der Achillessehne, anfangs mit heftigem Schmerz beim Heben des Fußes, mit Anschwellung nach Bewegung sowie mit Aufgetriebenheit der Ferse, sodass die gewohnten Schuhe zu eng werden, Brennen und Krampf im Fuß.
Schmerz in der rechten Schulter wie von subkutanem Geschwür. Heftiger Schmerz im Oberarm beim Heben, bei Bewegung des Arms. Drückend-spannender Schmerz in Oberarmen und Schultern, bis in den Nacken hinauf, während der Regel. Glucksende Empfindung in der rechten Schulter, als wenn etwas Lebendiges darin wäre und sich durchzwängen wollte; glucksend-wühlender Schmerz und lebendiges Arbeiten wie von einem lebenden Tier, um Mitternacht. Glucksen im Muskelfleisch des rechten Oberarmes, als wenn die Muskeln lebendig wären.
Tauber Lahmheitsschmerz am Unterarm, bis ins Handgelenk und den Ellenbogen ziehend; muss den Arm gerade auflegen; hängt die Hand herab, so wird der Schmerz heftiger, und der Unterarm scheint einzuschlafen. Gefühl, als wenn ihr kalte Regentropfen auf den Handrücken spritzten Berb.
Gefühl, als wenn ihr kalte Regentropfen auf den Handrücken spritzten, indem sie aus dem Haus tritt. Schmerzen in den Handgelenken nach Anstrengung derselben. Reißend-pulsierender Schmerz tief im Handteller, in den Mittelhandknochen des Mittelfingers. Reißende und „sumsende“ Schmerzen im Handrücken und in verschiedenen Fingern; Schweregefühl in den Fingern, muss sie sinken lassen. Sumsendes Reißen im Daumen, als wäre dieser zugleich aufgetrieben und schwer. Höchst schmerzhaftes Gefühl in der Kuppe des Zeigefingers, am heftigsten unter dem Nagel, wie bei Panaritium; streicht sie mit den Fingern darüber, bekommt sie heftigste Schmerzen.
Viele Schmerzen in den Beinen werden durch Gehen geweckt, oft verschlimmern sie sich nach dem Gehen.
Zerschlagenheits- und Lähmungsgefühl in den Knien Berb.Lähmungsgefühl in den Knien beim und nach dem Gehen, auch nach längerem Sitzen beim Aufstehen. Empfindung von Müdigkeit und Zerschlagenheit in den Beinen, auch mit Schwere-, Steifheits- und Lahmheitsgefühl, als wenn die Beine verstaucht, die Muskeln zu dick wären, besonders in den Weichteilen, nicht selten aber auch in den Knochen.
Glucksende Empfindung im Oberschenkel; in den Kniesehnen; in der Wade. Schmerzen im Oberschenkel und anderen Körperteilen nach dem Wasserlassen. Ein seltsames, schwammiges Gefühl, als hätte er im ganzen linken Oberschenkel das Gefühl verloren; Schmerz im linken Oberschenkel zwingt zum Hinken. Kältegefühl an kleinen Stellen auf dem Oberschenkel: wie berührt von kaltem Metall, einem kalten Tier, Eis, wie von Tropfen eiskalten Wassers. Brennen im Schenkel mit ruckweisem Stechen, manchmal von der Hüfte bis zum Fuß herab; bei Wetterwechsel, vor allem bei aufkommendem Wind, am schlimmsten. Bei der Regel drängender Schmerz in den Oberschenkeln bis in die Waden, vor allem in die Krampfadern, die vor Blut strotzen.
Schmerzen im Kniegelenk, besonders an der Innenseite, bei Bewegung und beim Beugen des Knies; beim Treppensteigen. Drückender Schmerz in der Kniekehle, bis in die Kniescheibe; Beugen und besonders Strecken des Knies verschlimmert; Sehnen wie zu kurz. Spannen im Kniegelenk, hauptsächlich in den Sehnen, als wenn diese zu kurz wären. Ziehende, stechende, reißende, drückende Schmerzen in der Kniescheibe, besonders beim Gehen. Starkes Anschwellen der Varizen in den Waden, nahe dem Kniegelenk.
Kältegefühl hinter dem Außenknöchel; über dem Innenknöchel. Brennen in der Fußsohle, abends. Brennstiche im Fußballen im Stehen. Stechen in der Ferse im Stehen; Gefühl wie von einem Geschwür unter der Haut in der Ferse Berb.Gefühl wie von einem Geschwür unter der Haut in der Ferse, besonders nach längerem Stehen, der Schmerz schießt in alle Richtungen.
Schmerzen in den Zehen: Stechen oder Brennen in der Spitze der großen Zehe; Schmerz wie vertreten im dritten und vierten Zeh; Quetschungs- oder Geschwürschmerz im zweiten und dritten Zeh.
  • Die meisten Extremitätenschmerzen von Berberis sind stechende Schmerzen in den Extremitäten Berb.stechenden Charakters. Einige weitere Beispiele: Stechen in der Schulter beim Atmen; Brennstiche im Akromion; scharfe und brennende Stiche im Unterarm, beim Schreiben; Stiche in den Muskeln und Sehnen der Ulna; Stiche, die zu den Fingerspitzen hinausfahren; feines, pulsweises Stechen in der Spitze des Zeigefingers; „absetzende“ oder auch pulsierende Stiche im Gehen und Sitzen in den Oberschenkelmuskeln; pulsweises Stechen im hinteren Teil des Oberschenkels; stechende Schmerzen in den Kniesehnen im Stehen und Gehen Berb.Stiche in den Kniesehnen im Stehen und Gehen; stechende Schmerzen im vorderen Teil des Knöchels Berb.im vorderen Teil des Knöchels; in der Fußsohle im Stehen; ruckweises Stechen in einzelnen Zehen Berb.ruckweises Stechen in einzelnen Zehen, vor allem in der großen und der vierten Zehe, stechend-reißend oder zwängend-ziehend, besonders beim Auftreten.

  • Auch reißende Schmerzen sind nicht selten, etwa: herumziehendes Reißen in den Armen; Reißen vom Oberarm bis in den Handrücken; reißende Schmerzen im Unterarm bei und nach Anstrengung des Arms Berb.im Unterarm bei und nach Anstrengung des Arms; in den Handgelenken, mit Reißen in der Hand und den Fingern abwechselnd; Reißen in den Fingern, das den Ort wechselt; Reißen unter den Nagel des Daumens Berb.Reißen unter den Nagel des Daumens hinein.

  • Jucken ist ebenfalls häufig: brennendes Jucken am Oberarm; brennendes und beißendes Jucken am Unterarm; beißendes Jucken an den Handgelenken; brennendes, beißendes, feinstechendes oder kribbelndes Jucken an Handrücken oder Handteller, durch Reiben vergehend; brennendes, beißendes, feinstechendes oder kribbelndes Jucken an Oberschenkel, Fußgelenken und Knöcheln, manchmal bis zum Fußrücken oder Fußrand, ebenso an den Zehen, vor allem auf deren Rücken.

  • Zahlreiche Hautveränderungen an den oberen Gliedmaßen:

    • Flache Knötchen oder Warzen an Zeige- oder Mittelfinger.

    • Im Ballen der rechten Hand flache, halb durchsichtige, im Entstehen begriffene, nach einiger Zeit wieder verschwindende kleine Warzen.

    • Juckende Quaddeln am Oberarm, später sich abschuppend.

    • Schmutzigrote, wie marmorierte Flecken an Ober- oder Unterarmen, leicht schründend (wie abgeschürft oder aufgesprungen schmerzend), juckend oder brennend.

    • Pickel an der Spitze beider Ellbogen, die sich durch Reiben sehr entzünden.

    • Petechien, klein und rot, mit weißen Flecken auf Unterarm und Handrücken.

    • Leichte Rötung der Fingerspitzen und des Rückens der ersten beiden Glieder, mit Jucken wie nach leichter Erfrierung.

SchlafSchläfrigkeit am Tage, besonders müde abends; geht ungewöhnlich früh zu Bett.
Erschauern beim Zubettgehen. Nachts beim Einschlafen leises Arbeiten, wie Kribbeln oder Ziehen, am Oberschenkel.
Unruhiger Schlaf, gestört durch ängstliche Träume. Öfters durch juckende Brennstiche an Rumpf und Extremitäten geweckt, die zum Kratzen nötigen. Nach Mitternacht: starkes Schwitzen und heftiger Durst, wacht mehrmals darüber auf; erwacht zwischen 2 und 4 Uhr Berb.erwacht zwischen 2 und 4 Uhr und kann nicht wieder einschlafen, oder schläft ein, wacht aber immer wieder auf, mit Spannung und Blutandrang im Kopf sowie Aufregung.
Schweres Erwachen am Morgen; sie kann sich nicht recht besinnen, ihre Gedanken nicht recht zusammenfinden und muss alle Kräfte zusammennehmen, um wach zu werden. Ungewöhnlich langer Schlaf, aber nicht erfrischend; morgens Gefühl von Abspannung und Zerschlagenheit sowie drückende Kopf- und Kreuzschmerzen.
Fieber, Frost, SchweißFrieren am ganzen Körper abends, worauf Hitze folgt. Hitzegefühl im ganzen Körper, um 18 Uhr, ungefähr eine Viertelstunde lang, danach Gefühl von Kühle.
Hitzegefühl den ganzen Tag über. Brennende Hitze am Nachmittag. Hitze im Gesicht, mit Kältegefühl in den anderen Körperteilen; nach einigen Stunden verbreitet sich die Hitze mehr über den ganzen Körper, Hände und Füße werden warm; ohne Durst. Vorübergehendes Hitzegefühl an verschiedenen Körperstellen.
Schnell überlaufendes Frösteln, selbst Schauer an einzelnen Teilen, besonders im Gesicht und an den Armen beginnend und nach dem Rücken und der Brust herablaufend; darauf Hitze mit Angst und Brustbeklemmung. Frost wie in den Knochen, bei äußerer Wärme der Haut Berb.Frost wie in den Knochen, bei äußerer Wärme der Haut. Äußerlicher Frost bei innerer Hitze vor Eintritt der Periode. Frieren besonders in der Zeit vor dem Mittagessen, mit eiskalten Füßen; abends und nachts vermehrte Hitze und Neigung zu Schweiß. Frostgefühl im Rücken und hinten an den Armen, bis zu den Hüften herab, abends kurz vor dem Schlafengehen, als wenn ihr ein in eiskaltes Wasser getauchtes Tuch übergeschlagen wäre, etwa zwanzig Minuten lang, worauf ihr warm wird; nach einem zweiten derartigen Anfall hat sich eine Schwellung der Achillessehne gebildet. Laufendes Kältegefühl, als wenn Quecksilber unter der Haut liefe; kriechende Kälte.
Typhus und Faulfieber. Wechselfieber mit Milzschwellung oder Schmerzen in der Milzgegend Berb.Wechselfieber mit Milzschwellung oder Schmerzen in der Milzgegend. Neigung zum Schwitzen bei der geringsten Anstrengung.
HautIn der Haut viel Jucken, feines Stechen, Beißen, Prickeln, auch Kribbeln, als wenn Würmer unter der Haut kröchen; oft mit Wärmegefühl in der Haut. Jucken, das auf Kratzen die Stelle wechselt.
Fressende Empfindung in der Haut, durch Reiben verschlimmert, bald hier, bald da; häufig entsteht danach ein roter Fleck. Roter Fleck am linken Augenlid, fühlt sich an wie ein Mückenstich, die Schwellung ist aber so groß, dass sie fast das Auge verschließt; am nächsten Tag weitere Flecken im Gesicht, hinter dem Ohr, am Hals; am dritten Tag am Kinn und an der Nase, mit Jucken und Brennen, abends mit kleinen Bläschen besetzt, aus denen eine wässrige Flüssigkeit sickert. Dünne bräunliche Schorfe nach Abschälung der Haut oder Wundsein, z. B. am After oder an den Lippen.
Einzelne, selten truppweise stehende, rote, brennend juckende oder stechende, auch fressende, bei Druck empfindliche „Blütchen“, gewöhnlich mit lebhaft rotem Hof und kleinen, Eiter enthaltenden Spitzen; zuletzt in braune Stellen übergehend, die wie Leberflecken aussehen.

Bismuthum

Essenzielle Merkmale
An Bismuthum sollte man vor allem in Fällen denken, bei denen die Krankheit ihr Zentrum im Magen hat. Es ist angezeigt bei starken Magenschmerzen, starke Bism.Magenschmerzen jeglichen Ursprungs, vor allem aber, wenn sie durch eine Magenschleimhautentzündung bedingt sind. Bismuthum ist zu der Gruppe derjenigen Arzneien zu rechnen, bei denen alle möglichen Beeinträchtigungen der Gesundheit auf den Magen schlagen, ist in dieser Hinsicht also verwandt mit NATRIUM CARBONICUM, ANTIMONIUM CRUDUM, NUX VOMICA, ROBINIA, KALIUM CARBONICUM und KREOSOTUM.
Gastritis, Erbrechen
Die Merkmale der Bismuthum-Gastritis sind die folgenden: Starke brennende, kneifende, krampfartige oder stechende Schmerzen, mit heftigem Erbrechen von gewaltigen Nahrungsmengen. Für gewöhnlich strahlen die Schmerzen in Magen und Oberbauch zum Rückgrat hin aus. Wenn der Patient kaltes Wasser trinkt, geht es ihm in vielen Fällen zeitweilig etwas besser, aber sobald das Wasser dann im Magen warm geworden ist, erbricht er es mit krampfhaftem Würgen. Wenn dies nicht unwillkürlich geschieht, hat er ein Gefühl wie von einer schweren Last, wie von einem Stein im Magen, sodass er sich den Finger in den Mund steckt, um sich übergeben zu können.
Das Erbrechen stellt sich oft in größeren Abständen ein, immer dann, wenn der Magen wieder voll ist, und die Erbrechen, ungeheure Mengen Bism.erbrochenen Mengen sind geradezu ungeheuerlich. Es ist, als hätte der Patient drei Tage lang das Essen im Magen gesammelt und brächte jetzt alles auf einmal heraus. In diesem Zusammenhang mag eine Besonderheit des Aufstoßens von Bismuthum von Interesse sein, die klinisch bestätigt werden konnte: Aufstoßen hat den Geschmack der Speisen, die 24 Stunden vorher gegessen wurden Bism.Aufstoßen hat den Geschmack der Speisen, die 24 Stunden vorher gegessen wurden.
Die Magenschmerzen von Bismuthum sind so stark, dass der Patient ständig in Aufruhr ist und sich vor Qualen windet. Arme und Beine, ja der ganze Körper – alles ist pausenlos in Bewegung. Er leidet unter enormer physischer Unruhe: läuft hierhin und dorthin, legt sich hin, steht wieder auf, setzt sich, steht wieder auf, setzt sich woandershin; in keiner Stellung hält er es lange aus. Wegen der Intensität der Schmerzen bekommt er große Angst. Immer wieder hört man von ihm: „Wird es mir wieder besser gehen? Werde ich wieder gesund? Halt mich fest, laß mich nicht im Stich!“ Vor allem hat er entsetzliche Angst davor, alleingelassen zu werden; Einsamkeit ist unerträglich Bism.Einsamkeit ist ihm unerträglich. Es muss die ganze Zeit jemand bei ihm sein, und sei es nur, um ihm die Hand zu halten. Die Furcht vor dem Alleinsein, bei Magenschmerzen Bism.Furcht vor dem Alleinsein während der Magenschmerzen ist sehr typisch für Bismuthum.
Wenn ein Homöopath mit diesen Symptomen konfrontiert ist, wird er wahrscheinlich zunächst dazu neigen, entweder ARSENICUM (wegen der charakteristischen Unruhe) oder PHOSPHORUS zu geben. Für letzteres sprechen mehrere Symptome, die es mit Bismuthum gemein hat: der große Durst auf kaltes Wasser, die zeitweilige Besserung dadurch und das Erbrechen, sobald es den Magen erreicht hat; besonders aber die extreme Angst um die Gesundheit und Furcht vor dem Alleinsein, das Verlangen nach Hilfe und Unterstützung durch andere, das Bedürfnis nach Gesellschaft Berb.Bedürfnis nach Gesellschaft. Aber wie wir sehen werden, ist das psychische Bild von Bismuthum völlig anders als das von PHOSPHORUS, und darauf können wir uns bei der Differenzialdiagnose stützen.
Schmerzmodalitäten
Eine auffallende Modalität der Magen- und Bauchschmerzen ist Besserung, wenn der Rücken gerieben oder massiert wird. In der Solarplexusregion selbst kann der Patient keine Massage ertragen, aber Reiben des Rückens lindert – nicht nur den Schmerz, sondern auch die quälende Angst, die er dabei empfindet. In diesem Zusammenhang soll noch einmal betont werden, dass die Magen- und Oberbauchschmerzen von Bismuthum für gewöhnlich zum Rückgrat ausstrahlen und so empfunden werden, als säßen sie tief in der Wirbelsäule, anders als bei BELLADONNA, wo sie außen am Rücken empfunden werden, vor allem zwischen den Schulterblättern.
Während die akute Schmerzverschlimmerung gewöhnlich tagelang anhält, treten chronische Schmerzzustände anfallsweise in unregelmäßigen Abständen auf. Die Periodizität kann variieren von zwei Wochen über einen Monat bis zu 45 Tagen. Sobald ein Anfall einsetzt, sind seine Heftigkeit, die dabei aufkommende Angst und der typische starke Durst auf kalte Getränke (die erbrochen werden) untrügliche Kennzeichen für Bismuthum. Sobald der Schmerz dann nachlässt, können die Patienten erstaunlicherweise wieder so gut wie alles essen und verdauen.
Während des Anfalls können sich Kopf und Körper wie fiebrig anfühlen. Schließlich werden die Glieder kalt, Rumpf und Kopf aber bleiben warm, obwohl kein Fieber besteht.
So ist Bismuthum angezeigt bei dem chronischen, nonfebrilen Erbrechen, das auf eine akute Gastritis oder Verdauungsstörung folgt. Trotz der starken Entzündung der Magenschleimhaut, mit kaum oder nicht erhöhter Temperatur Bism.Entzündung der Magenschleimhaut ist die Temperatur kaum oder gar nicht erhöht, ein wertvolles Zeichen, das sich für die Differenzierung von der BELLADONNA-Gastritis, die ja ebenfalls heftige, zum Rücken ausstrahlende Schmerzen aufweist, als nützlich erweisen wird.
Weitere Krankheitsbilder
Teste hat Bismuthum bei folgenden Erkrankungen mit Erfolg angewendet: bei einem zehrenden Nachthusten einer hysterischen Frau (deren seltsames Gebaren man schon fast als verrückt bezeichnen konnte); bei einem Fall von subakuter Zystitis (nach PLUMBUM) mit heftigen krampfartigen, in unregelmäßigen Abständen auftretenden Blasenschmerzen; bei mehreren Fällen von Dysmenorrhö hysterischer Frauen; und mit glänzendem Ergebnis bei einem Fall von Phlegmasia alba dolens (Venenentzündung im Oberschenkel), die in erster Linie im linken Bein situiert war.
Geist und Gemüt
Der typische Bismuthum-Patient hat häufig lange Jahre emotionalen oder körperlichen Leidens hinter sich, und all dies Leid hat sich am Magen lokalisiert und zu einer Gastritis geführt. Nicht nur sein Körpergewicht hat abgenommen, auch sein Gefühlsleben ist verarmt; das äußert sich darin, dass er einerseits nervös und reizbar ist, bis hin zur Hysterie, andererseits emotional verhärtet. Bismuthum-Patienten sind nachtragend, können nur schwer vergeben und verzeihen und gehen ihren Weg ohne Rücksicht auf Verluste, selbst in dem Bewusstsein, anderen damit wehzutun. Die extreme Erregbarkeit und Reizbarkeit kontrastiert auffällig mit ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Schmerz anderer; manchmal können sie geradezu grausam Bism.grausam zu ihren Mitmenschen sein. Das Repertorium hat dafür die Rubrik „Mangel an moralischem Empfinden“. Das Verhalten dieser Personen ist bisweilen so widersprüchlich, dass man meinen könnte, sie seien verrückt.
In dieser Hinsicht unterscheidet sich Bismuthum also gänzlich von dem Bild eines mitfühlenden, mitleidenden Menschen, wie es für PHOSPHORUS typisch ist. Hat ein Bismuthum-Patient aber selbst Schmerzen, so gerät er in einen extremen Angstzustand. Er fürchtet sich davor, dass die anderen sich nicht um ihn kümmern könnten, dass sie ihn in dieser Zeit des Leidens im Stich lassen könnten, und so wird er förmlich besessen von der Furcht vor dem Alleinsein. Es graut ihm vor Einsamkeit, besonders in solchen Zeiten der Prüfung; und nun stellen sich die oben beschriebenen Verhaltensmerkmale ein: er klammert sich an andere, verlangt, dass sie ihm die Hand halten, und versinkt in qualvolle Angst, verbunden mit starker körperlicher Unruhe: „Bald setzt, bald legt er sich, bald geht er herum, bleibt aber nur sehr kurze Zeit in der Lage, weil sie ihm sogleich lästig wird.“ (Hahnemann)
Wenn Bismuthum-Patienten unter Kopfschmerzen leiden, werden sie apathisch, mürrisch, unzufrieden und neigen dazu, sich über ihren Zustand zu beklagen. In dieser Verfassung erinnern sie sehr an CHAMOMILLA. Das Gesicht ist blass, von erdfahler Farbe, und blaue Ränder liegen um die Augen. Einige typische Begleitsymptome: Fliegende Hitze am ganzen Körper, besonders am Kopf und auf der Brust; Mattigkeit und Abspannung; vormittags ungeheure Schläfrigkeit; nach dem Essen Druck im Magen und Übelkeit, als sollte er sich erbrechen; abends großer Durst auf kalte Getränke.
Wie durch diesen Symptomkomplex bereits nahegelegt, können Bismuthum-Patienten unter alternierenden Kopf- und Magenschmerzen leiden. Es gibt Phasen mit sehr starken Kopfschmerzen, in denen die Magenbeschwerden besser werden, und umgekehrt. Die Kopfschmerzen treten bevorzugt im Winter auf.
Allgemein neigen Bismuthum-Patienten dazu, den ganzen Tag über übellaunig zu sein; sie wollen nicht reden, klagen aber viel und wirken gereizt, mürrisch und verdrossen. Abends jedoch heitert sich ihre Laune auf, und sie werden gesprächiger. Diese abendliche Besserung Bism.abendliche Besserung erstreckt sich auch auf die Faulheit, tagsüber Bism.Faulheit, die sie tagsüber oft an den Tag legen.
Bismuthum-Patienten sind von unsteter Wesensart. „Er fängt bald dies, bald jenes an, hält aber bei jeder Sache nur kurze Zeit aus.“ (Hahnemann). Dies scheint mit einer gewissen Willensschwäche zusammenzuhängen: es sind wechselhafte Menschen, die sich kaum zu Entscheidungen durchringen können.
Einige weitere bemerkenswerte Gemütssymptome: Eingenommenheit des Kopfes, ein Zustand wie betäubt oder berauscht. „Beim Arbeiten befällt ihn eine ungeheure Neigung zum Schlafe – er liest, weiß aber nicht was; er musste liegen, wo er sogleich einschlief und lebhaft und verworren träumte, vormittags.“ (Hahnemann). Leicht erschreckt beim Erwachen Bism.erschreckt beim Erwachen; wacht nachts öfters auf, wie von Schreck.
Bismuthum-Kind
Das typische Bismuthum-Kind ist schmächtig und reizbar und neigt zu träger Verdauung oder chronischem Durchfall. Das Mittel kann angezeigt sein bei schwieriger Zahnung, wenn diese begleitet ist von Erbrechen, übelriechendem Aufstoßen und intermittierenden Durchfällen bzw. weichen oder halbflüssigen Stühlen von heller Farbe und fauligem Geruch, denen Magenkrämpfe, Bauchgrimmen, kneifende Magenschmerzen vor Durchfall Bism.Magenkrämpfe, Bauchgrimmen, kneifende Magenschmerzen etc. vorangehen.
Eine weitere Indikation ist „Sommerdiarrhö“ bei Kindern, mit wässrigen, übelriechenden Stühlen und starker Erschöpfung, wenn das Erbrechen überwiegt. Doch vor allem ist Bismuthum eines der Hauptmittel bei plötzlich einsetzenden und schweren Fällen von Säuglingstoxikose Bism.Säuglingstoxikose (Cholera infantum). Der Stuhl ist wässrig und Stuhl stinkt entsetzlich Bism.stinkt entsetzlich, wie Aas, und zugleich besteht exzessives Erbrechenbesonders kaltes Wasser wird sofort erbrochen, sobald es in den Magen gelangt. Die Zunge hat einen dicken weißen Belag. Rasante Entkräftung und Dehydratation werfen ein Licht auf die Schwere des Falls. Dazu kommen die bereits beschriebene Unruhe und quälende Angst Bism.Unruhe und quälende Angst und das Verlangen, die Mutter solle die ganze Zeit bei ihrem kranken Kind bleiben und ihm die Hand halten. ARSENICUM scheint hier sehr nahezuliegen, doch hat das Bismuthum-Kind eine warme Haut, während die Haut bei ARSENICUM kalt ist.
Allgemeinsymptome und Keynotes
Neben den bereits unter den „essenziellen Merkmalen“ wiedergegebenen Allgemeinsymptomen sind hier besonders erwähnenswert:
  • Unruhe, die aus dem Bett treibt.

  • Ohnmacht durch Magenschmerzen Bism.Ohnmacht durch Magenschmerzen.

  • „Alle Muskeln des Körpers, besonders die der Füße (= Beine), von den Zehen bis zu den Schenkeln von sichtbarem Krampfe zusammengezogen.“ (Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre)

  • Große Schwäche; Mattigkeit; Erschöpfung.

  • Die meisten Symptome werden durch Bewegung besser oder verschwinden.

  • Kaltes Wasser bessert allgemein, insbesondere (zeitweilig) die Magenschmerzen. Kalte Getränke und kaltes Waschen bessern das Kopfweh; Zahnschmerzen werden gelindert, wenn er kaltes Wasser im Mund hält.

Lokalsymptome
Schwindel und KopfSchwindel bei starken Bewegungen. „Schwindel: Empfindung, als drehe sich die vordere Hälfte des Gehirns im Kreise herum, des Tages mehrmals, einige Minuten lang.“ (Hahnemann)
Kopf zentnerschwer. Schwere- und Druckgefühl: in Stirn oder Hinterkopf, heftiger bei Bewegung; Gefühl von Druck und Schwere in der Stirn, besonders über der Nasenwurzel Bism.in der Stirn, besonders über der Nasenwurzel und in beiden Schläfen, im Sitzen.
Kopf- und Magenschmerzen alternieren, oder Kopfschmerzen werden von Magenschmerzen begleitet. Mit Magenschmerzen abwechselnde neuralgische Kopfschmerzen dehnen sich auf Gesicht und Zähne aus. Bohrende Schmerzen von innen nach außen in Stirn, Augenhöhlen und Nasenwurzel, die Nase herab; schlimmer nach dem Essen, besser durch Bewegung, kalte Getränke und kaltes Waschen.
Brennend-zusammenziehender Schmerz im Kopf, besonders in Stirn und Augen.
Stumpf schneidender Schmerz im Gehirn, der über der rechten Augenhöhle beginnt und sich bis zum Hinterkopf zieht. Dumpfes, drückendes Ziehen im Kopf, bald hier, bald da.
Augen, Ohren, NaseBrennend-zusammenziehende oder wühlende und bohrende Augenschmerzen. Augenbutter in beiden Augenwinkeln Bism.Augenbutter in beiden Augenwinkeln. Druck im rechten Augapfel von vorn nach hinten und von unten nach oben Bism.Druck im rechten Augapfel von vorn nach hinten und von unten nach oben.
Reißender Druck am äußeren Ohrknorpel, der sich beim Daraufdrücken verlor.
Nasenbluten; Blut dunkel.
GesichtBlasses, kaltes Gesicht. Erdfahle Gesichtsfarbe, blaue Ränder um die Augen; die Gesichtszüge sind ganz entstellt, wie wenn er sehr krank gewesen wäre; bei Kopfschmerzen.
Gesichtsschmerzen abwechselnd mit Magenschmerzen Bism.Gesichtsschmerzen abwechselnd mit Magenschmerzen. Druck im Gebiet des Jochbeins, besser beim Umherlaufen und durch kaltes Wasser, das im Mund gehalten wird (bei Prosopalgie). „Ein stetes Wühlen und Bohren in der Stirne, den Augen und der Nase bis zur Nasenspitze herab, wie von einem stumpfen Instrumente – ein abwechselndes Zusammenziehen und Ausdehnen.“ (Hahnemann)
MundBlutgeschmack morgens; der heraufgebrachte Schleim ist blutig gefärbt Bism.Schleim ist blutig gefärbt. Metallartig süßlich-saurer Geschmack auf dem hinteren Teil der Zunge. Starke Absonderung eines braunen, dicken, metallisch schmeckenden Speichels. Abends weiß belegte Zunge.
Leichter Speichelfluss mit auffallender Aufwulstung der Innenfläche der Wange sowie der linken Zahnfleisch- und Zungenseite (bei Entzündung der Mundhöhle).
Geschwollenes, wundartig schmerzendes Zahnfleisch. Zahnschmerzen besser durch kaltes Wasser im Mund; schlimmer, wenn das Wasser warm wird. Bei Zahnschmerzen bessert alles Kaltes bessert Zahnschmerzen Bism.Kalte. Zahnweh durch warme Speisen und Getränke. Ziehendes Drücken in den Backenzähnen, von den hinteren nach den vorderen Zähnen zu, mit Ziehschmerz in den Backen.
HalsÜble Halsschmerzen, die ihn nachts wecken, mit kurzem Husten und Würgen. Phagedänische Ulzeration des Zäpfchens, mit Brennen und Reißen; Schluckbeschwerden bei Flüssigkeiten, die dann durch die Nase wiederkommen.
BrustEin heißes, brennendes Zusammenziehen der Brust, sodass er schwer atmen und sprechen konnte. Klemmender Druckschmerz in der Gegend des Zwerchfells, Druckschmerz quer durch die Brust Bism.quer durch die Brust, im Gehen. Schmerzen in Brust und Rücken, brennend und bohrend. Druckgefühl oder Druckschmerz: Druckschmerz neben der linken Brustwarze, einwärts nach dem Brustbein zu Bism.neben der linken Brustwarze, einwärts nach dem Brustbein zu; in der rechten Brust, neben dem Brustbein. Fein reißende Stiche Bism.reißende Stiche in der Gegend beider Brustwarzen. Stumpf stechendes Reißen in der Gegend der letzten Rippe.
MagenKrampfhaftes Erbrechen. Erbrechen nach Trinken der kleinsten Menge Flüssigkeit Bism.Erbrechen unmittelbar nach Trinken der kleinsten Menge Flüssigkeit. Oder: Kaltes Wasser bessert vorübergehend Übelkeit und Magenschmerzen, wird aber erbrochen, sobald es im Magen warm geworden ist. Heftiges Würgen, gefolgt von fürchterlichem Erbrechen. Erbrechen mit beklemmender Angst, bei kleinem Puls, Schwindel und Entkräftung.
Erbrechen und Durchfall: mit großer Erschöpfung; die Haut ist warm; Blähungen; weiße Zunge; aasartig riechende Stühle; Verlangen nach Gesellschaft. Erbrechen bei zahnenden Kindern Bism.Erbrechen bei zahnenden Kindern.
Übelkeit, konvulsivisches Würgen, Erbrechen und Magenschmerzen nach Bauchoperationen. Übelkeit im Magen; es ist, als sollte er sich erbrechen, besonders heftig nach dem Essen. Druck im Magen, besonders nach dem Essen. Übelkeit: durch warme Getränke; besser nach kalten Getränken.
Heftig stinkendes Aufstoßen. Aufstoßen schmeckt nach Speisen, die 24 Stunden zuvor gegessen wurden.
Magenschmerzen abwechselnd mit Gesichts- oder Kopfschmerzen. Periodische Magenschmerzen. Magenschmerzen können so heftig sein, dass sie Ohnmacht durch Magenschmerzen Bism.Ohnmacht auslösen. Druck wie von einer Last oder einem harten Speiseklumpen an einer kleinen Stelle, Magen Bism.Druck an einer kleinen Stelle, wie von einer Last oder einem harten Speiseklumpen. Magenschmerzen besser durch kalte Getränke; durch Reiben des Rückens; Magenschmerzen durch Rückwärtsbeugen Bism.durch Rückwärtsbeugen. Magenkrebs Bism.Magenkrebs.
AbdomenBauch, lautes Knurren in der rechten Bauchseite, im Stehen Bism.Lautes Knurren in der rechten Bauchseite, im Stehen. Häufiger Blähungsabgang. „Kneipender Druck im Unterbauch und Knurren mit Nottun-Empfindung, als müsse er zu Stuhle gehen.“ (Hahnemann) Unterleib schmerzhaft bei Berührung.
Rektum und StuhlAbendlicher Stuhldrang, jedoch ohne Erfolg. Schmerzlose Diarrhö mit großem Durst. Ferner die klinischen Indikationen, die bereits oben angeführt wurden: Cholera infantum mit dick weiß belegter Zunge, Erbrechen etc.
HarnorganeMuß oft und jedes Mal viel urinieren; der Harn ist wässrig.
Männliche GenitalienDrückender Schmerz am rechten Hoden, bei Berührung heftiger.
Nächtliche Pollutionen ohne Erektion.
Durch wollüstige Träume beunruhigter Schlaf, ohne oder (häufiger) mit Samenerguss.
RückenIm Sitzen, auf der linken Seite des Rückens, Schmerz wie von vielem Bücken.
(Bei Magenkrämpfen:) Drücken in der Wirbelsäule, muss sich nach hinten beugen.
ExtremitätenAuffallende Vertrocknung der Handflächen und Fußsohlen. Bläuliche Schenkel und Arme. Lähmungsartige Mattigkeit und Schwäche im rechten Arm.
Oberarm, in den vorderen Muskeln des linken Oberarms ein zusammenziehend krampfhafter Schmerz Bism.In den vorderen Muskeln des linken (oder rechten) Oberarms ein zusammenziehend-krampfhafter Schmerz, bei völliger Ruhe des Körpers. Ein dröhnender Schmerz in beiden Knochen des (linken) Unterarms, wie zerschlagen. Lähmungsartig reißender Druck am rechten Unterarm: nach außen, bald nach oben, bald nach unten, der bei Bewegung und Berührung sich verlor; bisweilen besonders heftig in den Handwurzelknochen. Reißen in den Handwurzelgelenken und Knöcheln.
Zittern der Hände Bism.Zittern der Hände: beim Essen bemerkbar; wie von Schwäche beim Schreiben, als könnte er die Feder nicht halten. Reißen an den Mittelhandknochen des rechten Zeige- und Mittelfingers. Feines Reißen in den Fingerspitzen der rechten Hand, besonders unter den Nägeln.
„Jückendes Fressen neben den Schienbeinen und an beiden Fußrücken, beim Gelenke, welches durch Kratzen noch heftiger wird; er muss sich blutig kratzen.“ (Hahnemann) Ziehen von der Mitte der Wade und der vorderen Seite des linken Unterschenkels bis in den Fuß herab. Reißender Schmerz unter dem rechten Fußknöchel oder an der rechten Ferse, der jedes Mal zur Achillessehne hinzieht. Ziehen, Reißen, Bohren, drückendes Reißen in Sprunggelenks- und Fußknochen. Drückendes Reißen in der Spitze der (rechten) großen Zehe.
SchlafMorgens, einige Stunden nach dem Aufstehen, eine ungeheure Schläfrigkeit; nach dem Mittagessen aber, wo er in gesunden Tagen bisweilen schlief, war es ihm nicht möglich zu schlafen. Nachts öfteres Erwachen aus dem Schlaf wie von Schreck. Abends beim Schlummer heftiges Zusammenfahren, als wenn er fiele; erwacht in Schrecken.
FieberFliegende Hitze am ganzen Körper, besonders am Kopf und auf der Brust, ohne Frost vor- oder nachher; morgens, bald nach dem Aufstehen. „Hitze im ganzen Körper; der Puls war etwas beschleunigt, zusammengezogen, die Hautwärme nicht vermehrt, keine Transpiration zugegen.“ „Bedeutende Kopfschmerzen, Schwindel, Drücken in der Stirngegend, ein Gefühl von Hitze über den ganzen Körper. Die Konjunktiva war bedeutend gerötet, der Puls gespannt, krampfhaft, die Zunge etwas belegt.“ – „Heftiger Schwindel, Kopfschmerz, Hitze im ganzen Körper.“ (Aus der Prüfung von Wernek, in: Wibmer, Die Wirkung der Arzneimittel und Gifte.)

Blatta orientalis

Essenzielle Merkmale
Blatta orientalis wird sich künftig als eines der wichtigsten Mittel bei Anfällen von Bronchialasthma erweisen – wenn eine Bronchitis zu Asthma und schließlich zu einem Emphysem führt. Die Menschen, die diese Arznei benötigen, haben sehr empfindliche Bronchien und sind anfällig für Reizungen und Entzündungen in diesem Bereich, ebenso wie allgemein für Erkältungen. Viele Blatta-Fälle beginnen mit einer Erkältung, die sich dann zu einer schweren Bronchitis auswächst; später treten beim Husten auch Atembeschwerden auf, und schließlich ist ein Zustand von chronischem Asthma erreicht.
  • Blatta ist besonders dann angezeigt, wenn die Asthmaanfälle Asthmaanfälle nachts wesentlich schlimmer Bryon.nachts wesentlich schlimmer werden, sodass der Patient keinen Schlaf findet, Asthmaanfall, kann nicht liegen, muss aufrecht sitzen Blatta o.weil er absolut nicht liegen kann. Um Husten- und Erstickungsanfälle zu vermeiden, muss er die ganze Nacht aufrecht sitzen; nur in dieser Lage, mit Hilfe ganzer Kissenstapel, kann er es aushalten. Häufig ist er schweißgebadet, bei Asthmaanfällen Blatta o.schweißgebadet von seinen Anstrengungen, Schleim abzuhusten, aber er bringt nur wenig herauf. Bei einem solchen Fall ist die Differenzialdiagnose zu ANTIMONIUM TARTARICUM und ARSENICUM nicht immer einfach; bei schwerem, chronischem Asthma mit Atembeschwerden die ganze Nacht, reichlichem Asthma, mit reichlich kaltem Schweiß Blatta-o.kaltem Schweiß und Erschöpfung wird zudem nicht selten SAMBUCUS oder CARBO VEGETABILIS verschrieben werden, wenn Blatta orientalis angezeigt wäre.

  • Allgemein ist Besserung der Asthmaanfälle durch Aufsetzen und Vornüberbeugen charakteristisch für Blatta.

  • Eine weitere wichtige Modalität des Blatta-Asthmas ist, dass es bei Asthma, schlimmer bei hoher Luftfeuchtigkeit Blatta o.hoher Luftfeuchtigkeit, vor allem bei nasskaltem Wetter schlimmer wird. Auch wenn in der feuchten Luft ein Asthma, schlimmer bei Modergeruch in der Luft Blatta o.Modergeruch hängt, verstärken sich die Beschwerden. Dies kommt besonders in Ländern mit feuchttropischem Klima vor, z. B. in Indien, wo sich nach dem Regen die feuchte Ausdünstung des Bodens mit dem Geruch von verwesenden Blättern mischt.

  • Blatta orientalis kann periodische Asthmaattacken haben, die jedoch in unregelmäßigen Abständen auftreten. Sie sind oft sehr massiv, klingen aber nicht selten völlig ab, nachdem die Krise einmal vorüber ist.

  • Auch wenn überall in den Lungen Rasselgeräusche zu hören sind, kann der Auswurf sehr gering sein; kurzer, trockener Husten (auch tagsüber), mit wenig Expektoration. Bei manchen Patienten sind die Atemwege so verschleimt, dass Erstickung droht. Das Sekret ist eitrig-schleimig.

Ein Leitsymptom ist ein Hitzegefühl am ganzen Körper Blatta o.Hitzegefühl am ganzen Körper; als strahlte Hitze von den Ohren, den Augen, der Nase, vom Scheitel, von den Handflächen und den Fußsohlen aus.
Blatta kann blutgestreiftes Sputum erzeugen, das dem Patienten eine enorme Angst einjagt; Furcht, Tuberkulose zu haben. Tatsächlich ist die Arznei auch in den ersten Tuberkulosestadien angezeigt, wenn Atemnot und Husten mit blutgestreiftem Sputum vorhanden sind und der Patient beim Anblick des Blutes große Angst bekommt. Blatta-Patienten müssen ansonsten keine sonderlich ängstlichen Menschen sein, aber blutiger Auswurf lässt sie gleich an schwere innere Blutungen und tödlichen Ausgang denken.
In manchen Blatta-Fällen sind in kurzen Intervallen langanhaltende Krampfhustenanfälle zu beobachten, bei denen wiederum nur wenig Schleim ausgeworfen wird.
Schreitet das Asthma fort, so sitzt der Patient oft so weit vornübergebeugt im Bett, dass der Kopf das Laken berührt; nur so findet er noch Linderung. In den Spätstadien kann folgendes Bild eintreten: Der Patient atmet äußerst mühsam; die Kiefer sind geschlossen, aus den Mundwinkeln tropft Speichel; der Körper ist kalt; kalter, klebriger Schweiß auf der Stirn; so erschöpft, dass er völlig unbeweglich daliegt und wie tot aussieht.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Die asthmalindernde Wirkung von Blatta orientalis (der Küchenschabe) wurde zufällig entdeckt, als ein Mann, der zwanzig Jahre lang unter Asthma gelitten hatte, nach dem Teetrinken plötzlich deutliche Besserung verspürte; es stellte sich heraus, dass in den Tee eine Schabe gefallen war.

  • Nach Clarke („Dictionary“) und Anshutz („New, Old, and Forgotten Remedies“) passt Blatta besser auf korpulente als auf dünne, abgemagerte Menschen; dies ist natürlich nicht absolut zu setzen, und Anshutz bringt auch mehrere Fälle magerer Asthmatiker, bei denen Blatta glänzende Erfolge brachte. Clarkes Angabe, Regenwetter verschlimmere den Zustand der Patienten, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen; insbesondere bei nasskaltem Herbstwetter geht es ihnen schlechter. Lebensrettend hat Blatta gewirkt bei starker Verschleimung der Atemwege mit drohender Erstickungsgefahr. Ferner ist es nützlich bei Fällen von Bronchitis und Phthisis mit großer Atemnot.

  • Typische Merkmale eines Blatta-Zustands sind: massive Atembeklemmung; Unruhe; reichliches Schwitzen; unfähig, sich zu bewegen oder zu liegen; lautes Keuchen; nächtliche Verschlimmerung; zu schwach, die verschleimten Atemwege frei zu husten. Dazu kommt das beschriebene, über den ganzen Körper ausstrahlende Hitzegefühl.

  • Kopfschmerzen beim Husten viel schlimmer.

  • Atembeschwerden durch ständiges Husten, das den Patienten sehr erschöpft. Muss Tag und Nacht aufrecht sitzen, ausnahmslos jedoch geht es ihm nachts schlechter.

  • Hörbare Rasselgeräusche, Rhonchi sibilantes et sonori, aber nur wenig Auswurf. Der spärliche ausgeworfene Schleim war zu Beginn der asthmatischen Krise klebrig; nach ihrem Ende (und nach Gabe von Blatta orientalis) aber wurden schaumiger weißer Schleim und bisweilen auch große gelbliche Schleimklumpen in großen Mengen expektoriert.

  • Emphysem.

Boracicum acidum

Essenzielle Merkmale
Boracicum acidum kann in Fällen angezeigt sein, in denen beim Patienten eine tiefsitzende Kälte vorliegt (ähnlich wie HELODERMA, MEZEREUM oder ARANEA DIADEMA). Frauen können diese Kälte vor allem in der Vagina verspüren. Selbst der Speichel von Boracicum-acidum-Patienten fühlt sich kalt an. Bei subnormaler Temperatur (subjektiv wie objektiv) kann demnach Boracicum acidum angezeigt sein. Die tiefsitzende Kälte findet sich insbesondere in der Vagina, Kälte in der V. als sei sie mit Eis vollgepackt Bor.-ac.Vagina, als sei sie mit Eis vollgepackt, und im Speichel. In Fällen, in denen es mit den entsprechenden Lokalitäten vorhanden ist, sollte Boracicum acidum, unabhängig vom „Krankheitsnamen“, in Erwägung gezogen werden.
Doch die Arznei wird vor allem dann angezeigt sein, wenn dieses Symptom im Zusammenhang mit massiven Hautausschlägen auftritt, etwa bei Impetigo, Erysipel und Nagelgeschwür.
Typisch sind Hautausschläge, die im Gesicht beginnen und sich zum Rumpf und den Extremitäten hin ausweiten; besonders scheinen aber die Augenlider betroffen zu sein, welche so stark anschwellen können, dass die Augenlider, so starke Schwellung der A., daß die Augen verschlossen werden Bor.-ac.Augen verschlossen werden. Solche Ödeme werden von Konjunktivitis und Photophobie begleitet.
An Geistes- und Gemütssymptomen wurden beobachtet: Traurige Gemütsverfassung und starke nervöse Niedergeschlagenheit. Seufzen und Weinen abwechselnd. Apathie.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Ein herausragendes Merkmal ist Kälte; subnormale Temperatur.

  • Entkräftung und Kollaps können eintreten.

  • Allgemeines Unbehagen, das nach einem längeren Spaziergang verschwindet. Überhaupt bessert Gehen die Symptome.

  • Hitzewallungen Bor.-ac.Hitzewallungen im Klimakterium.

  • Schwäche nach dem Schlaf.

Lokalsymptome
KopfKopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche. Morgens beim Erwachen ungewöhnliche Benommenheit. Gastrische Kopfschmerzen. Schmerzen in der Stirn, über dem rechten Auge.
GesichtAmeisenlaufen im Gesicht. Das Gesicht war leuchtendrot und sehr geschwollen, mit klar umrissenen roten Flecken auf der Stirn und über der Oberlippe. Die Entzündung breitete sich auch über Kopf und Hals aus; die Hände waren geschwollen.
AugenSchmerzhafte Schwellung der Oberlider mit Konjunktivitis und Photophobie. Das Ödem wird schließlich so intensiv, dass es die Augen verschließt und die Haut wie sklerotisch aussieht.
Mund und HalsKalter Speichel im Mund. Zunge trocken, belegt, schwer zu bewegen; Trockenheit im Hals. Räuspern.
MagenSchweregefühl und Unruhe im Magen bis zum Mittagessen. Große Übelkeit und Schwere im Magen, die nach einem Spaziergang an der frischen Luft verschwindet. Unkontrollierbares Erbrechen. Würgen und Erbrechen von zähem Schleim mit wäßriger Flüssigkeit, die stark basisch reagiert. Erbrechen von grünlichen Massen. Schluckauf. Schweiß an der Magengrube.
AbdomenBauchkollern am Nachmittag, und zwei spärliche breiige Stühle.
HarnorganeEin mäßiger, vorübergehender Schmerz in der Harnleiterregion.
Häufiges Wasserlassen mit Brennen und Tenesmus. Häufiger und starker Harndrang; fast doppelt so viel Urin wie gewöhnlich wird ausgeschieden. Albuminurie. Nierenkolik.
Weibliche GenitalienHitzewallungen im Klimakterium (LACHESIS, AMYLENUM NITROSUM) und sonstige Wechseljahresbeschwerden. Die Vagina kann sich so kalt anfühlen, als sei sie mit Eis vollgepackt. (Dieses Symptom wurde zunächst nach lokaler Anwendung beobachtet, konnte aber später klinisch bestätigt werden.)
ExtremitätenSchmerzen im Fuß, besser durch Gehen. Schwellung der Hände, Ausschlag an Unterschenkeln und Füßen, mit extremer Reizbarkeit.
HautErythematöser Ausschlag im Gesicht, am Rumpf und an den Oberschenkeln, gefolgt von perlenartigen Bläschen im Gesicht und am Hals. Erythema multiforme am Rumpf, das sich auf die Arme ausdehnt; begleitet von den oben beschriebenen Augensymptomen. Nagelbettentzündungen. Ameisenlaufen an Händen und Füßen, später im Gesicht.
Ausschlag am rechten Oberschenkel, aus Bläschen bestehend, die sich ständig ausdehnten und mit Schorfen bedeckt wurden; in der Mitte eine umschriebene Stelle, etwa so groß wie ein Zehnpfennigstück, umgeben von neuen Bläschen, die beim Aufbrechen sehr feucht waren. Abschilfernde Dermatitis. Brennende Haut, die anschwoll; jede Bewegung schmerzte.

Borax

Essenzielle Merkmale
Borax wirkt in erster Linie auf das Schleimhäute, Wirkung auf die Bor.Nervensystem und die Schleimhäute. Es scheint in beiden Bereichen gleichermaßen starke Reizungen hervorzurufen.
Wirkung auf Schleimhäute
An den Schleimhäuten erzeugt es Aphthen Bor.Aphthen bzw. allgemein einen aphthöser Zustand Bor.aphthösen Zustand; die Schleimhäute neigen zur Bildung von weißen Flecken und Geschwüren. Leicht entstehen Aphthen im Mund, auf der Zunge und an den Innenseiten der Wangen, mit Mund, Apthen, mit üblem Mundgeruch, heißem Mund und Speichelfluss Bor.üblem Mundgeruch, heißem Mund und Speichelfluss. Die Reizung der Schleimhäute erstreckt sich auf den ganzen Verdauungstrakt, am stärksten aber sind Anfang (Mund) und Ende (Anus, Rektum) betroffen. Die gesamte Umgebung des Anus sieht aphthös aus; überall aphthöse Flecken und Erscheinungen. Die Schleimhäute des Mastdarms können so verdickt sein, dass es zu einer Analstriktur kommt.
Der Stuhl ist schleimig und grünlich oder auch gelblich. Tag und Nacht besteht häufiger Stuhlgang. Diese Charakteristika weisen auf die Reizung des Verdauungstrakts hin und legen die Vermutung nahe, dass die Geschwürbildung auch vor den Gedärmen nicht haltmacht. Aus dem After können große Mengen Flüssigkeit abgehen, die gekochter Stärke ähnelt.
Doch die Wirkung von Borax schließt alle Schleimhäute ein, gleichgültig in welcher Körperregion, und so kann man bei diesem Mittel überall Aphthenbildung erwarten. Weiße Flecken zeigen sich z. B. auch an den Schamlippen.
Borax ist eine unserer besten Arzneien bei membranöser Dysmenorrhö (CHAMOMILLA, LAC CANINUM). In solchen Fällen hat die Patientin sehr starke Schmerzen, so als läge sie in den Wehen: sie glaubt, der Uterus werde gleich durch die Vagina herauskommen. Die Schmerzen beginnen vor der Regelblutung, halten aber auch während der Periode noch an.
Wirkung auf Nervensystem
Ebenso stark wie auf die Schleimhäute wirkt Borax auf das Nervensystem. Menschen, die Borax als konstitutionelles Mittel benötigen, sind typischerweise sehr erregbar, ängstlich und überempfindlich. In ihrer Verwundbarkeit gegenüber äußeren Eindrücken und Reizen erinnern sie sehr an PHOSPHORUS, doch sind sie nicht so mitfühlend und empfänglich, wie wir es von PHOSPHORUS kennen.
Sowohl die Gefühle als auch die Gedanken von Borax-Menschen sind sehr intensiv, und Denken und Fühlen können bei ihnen so eng verknüpft sein, dass sie das eine vom anderen gar nicht mehr trennen können. Dass es Leute geben kann, die kühl oder phlegmatisch sind, ist ihnen unbegreiflich. Man könnte den Borax-Typ als hysterisch bezeichnen – aber nicht in dem Sinn, wie dieser Terminus gewöhnlich in der Medizin und der Psychologie benutzt wird. Die Überempfindlichkeit und Schwäche liegt „an der Oberfläche des Nervensystems“, es ist keine Störung auf der tieferen Ebene des zentralen Nervensystems. Somit kann man hier nicht von einer tiefen psychischen Störung oder gar Geisteskrankheit sprechen. Dennoch ist dieser „hysterische“ Zustand ausgesprochen lästig und störend, und er verhindert ein tieferes Nachdenken.
Um eine Parallele zu ziehen: Besteht bei Borax der oben beschriebene aphthöse Zustand, so empfindet er in dem Augenblick, wo er zu essen beginnt, so unangenehme Schmerzen, dass er oft gleich wieder aufhören muss und zum Fasten gezwungen ist. Und ebenso überkommt ihn in dem Augenblick, wo er über etwas nachzudenken beginnt, plötzlich ein innerer Verdruss, eine Gereiztheit, Erregung, Unruhe, die ihn zwingt, das Denken einzustellen; er muss aufstehen und im Zimmer umherlaufen. Ein Ausstrecken nach rückwärts bessert diesen Zustand ebenso wie die Unruhe und Übelkeit, die er beim Essen empfinden kann. „Starke Übelkeit während des Nachdenkens bei der Arbeit …“ ist ein Prüfungssymptom von Schréter (in: Hartlaub/Trinks: Annalen). Kent beschreibt den Vorgang so: „Von jeder Art von Nachdenken wird ihm übel, er ist erregt und gereizt, muss mit seiner Arbeit aufhören und sich eine Weile ausruhen – und dann geht er wieder an die Arbeit, bis ihm wieder schlecht wird und er erneut eine Pause einlegen muss.“ Diese Übelkeit wird durch die intensiven Gefühle erregt, die beim Denken in ihm aufsteigen. Es ist ein Zustand geistiger und emotionaler Überempfindlichkeit, der es dem Borax-Patienten nicht gestattet, zusammenhängend oder ein wenig tiefer über etwas nachzudenken. Sobald er es versucht, beschwört er wieder diese starken Emotionen herauf, steigert sich in sie hinein, erregt sich übermäßig – und dann dreht sich ihm der Magen um, manchmal wird ihm auch übel, usw. Dann muss er aufstehen, herumlaufen und seine Gedanken beruhigen; er muss sich ablenken von dem Gegenstand, über den er gerade nachgedacht hat. Es ist ein Erregungszustand, der mit Unruhe verbunden ist. Wenn er versucht, wieder an die Arbeit zu gehen, kehrt die Übelkeit zurück.
Innere Unruhe, Ängstlichkeit
Die extreme innere Unruhe hindert den Borax-Patienten daran, längere Zeit bei einer Sache zu bleiben. Er steht immer wieder auf und wendet sich einer anderen Beschäftigung zu. Doch schnell sind wieder die störenden Emotionen aufgerührt, der Patient wird ängstlich, nervös, erregt, Furcht und Besorgnis steigen auf, er findet keine Ruhe, keinen Frieden mehr; dies wird im Laufe des Tages immer schlimmer, und ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist um 16 Uhr erreicht. Abends kann die Ängstlichkeit wieder zunehmen und gegen 23 Uhr auf ihren Gipfel steigen – doch dann wendet sich das Blatt plötzlich, Ruhe und Gelassenheit kehren ein, der Geist wird klar, Angst und Unruhe sind verschwunden.
  • Nachmittags um 16 Uhr ist die schlimmste Zeit von Borax. Jeden Tag um diese Zeit ist er „sehr verdrießlich … und ärgerlich, wenn er auch vorher gut aufgelegt war, und er macht den Leuten dann wegen Kleinigkeiten Vorwürfe“ (Hahnemann; Hervorhebung G. Vithoulkas). Seine Gereiztheit und Unzufriedenheit zeigt sich regelmäßig besonders zu dieser Stunde.

  • Abends ist er ängstlich, nervös und unruhig, und das wird nicht besser bis nachts um 23 Uhr. Dann aber kann, wie Kent beschreibt, „ein großer Wandel eintreten; um 23 Uhr kann dieser Zustand von Angst und nervöser Erregung sein Ende finden.“ Und nun wird der Patient heiter, ruhig, fröhlich und kann wieder klar denken.

  • Die gleiche Erfahrung können Borax-Menschen auch nach dem Stuhlgang machen, wenn sie zuvor missmutig und unzufrieden waren. Verdrießlichkeit, Missmut, Trägheit, Unzufriedenheit, Abgestumpftheit, Pessimismus sind allgemein stark ausgeprägte Symptome dieser Arznei, aber besonders massiv treten sie Verdrießlichkeit gegen 16 Uhr Bor.gegen 16 Uhr und Verdrießlichkeit vor dem Stuhlgang Bor.vor dem Stuhlgang zutage. Nach der Defäkation aber ist der Patient heiter, zufrieden mit sich und der Welt und blickt froh in die Zukunft. Das hat nichts damit zu tun, dass der Stuhl etwa hart oder schwierig gewesen wäre und der Patient sich nun erleichtert fühlte – der psychische Wandel nach Stuhlgang ist vielmehr einfach eine Eigentümlichkeit dieser Arznei, gleichgültig wie der Stuhl geartet war.

  • Die Unruhe kann, wie Clarke ausführt, von Blutwallungen begleitet sein; ein solcher Zustand tritt besonders nach Gesprächen auf. „Nach einem starken Gespräche, Unruhe im Körper, Übelkeit und Betäubung mit Schwindel.“ (Hahnemann).

Ruhelosigkeit und Erregung werden schlimmer durch Hitze, und darum kann der Patient nachts oft nicht schlafen, wenn ihm heiß ist. Er geht zu Bett und gerät gleich in einen Erregungszustand, und wenn es im Zimmer warm ist, steigen Unruhe und Aufregung so an, dass er nicht schlafen kann. Die Schlaflosigkeit kann jedoch auch zu anderen Zeiten beginnen, vor allem nach Mitternacht, und dann ein bis drei Stunden anhalten. Sie wird häufig durch ein Hitzegefühl verursacht, besonders durch Hitze im Kopf oder Blutwallungen zum Kopf. „Unruhige Nächte, er konnte nicht gut schlafen wegen Wallungen nach dem Kopfe, Unruhe im Körper …“ „Ungewöhnlich zeitiges Erwachen, früh um 3 Uhr; sie konnte dann wegen Hitze im ganzen Körper, besonders im Kopfe, und Schweiß an den Schenkeln unter 2 Stunden nicht wieder einschlafen.“ (Hahnemann). Der Patient kann auch von anderen schlaflosen Zeitabschnitten berichten, etwa von 1–4 Uhr, von 2–5 Uhr oder auch nach 4 Uhr morgens; doch die Schlaflosigkeit durch Hitze kann durchaus auch die ganze Nacht hindurch bestehen.
Verschlimmerung durch Abwärtsbewegung
Das große Leitsymptom von Borax ist freilich die wohlbekannte Verschlimmerung durch Abwärtsbewegung, Angst und Verschlimmerung bei Bor.Abwärtsbewegung. Borax-Menschen empfinden eine Angst, entsetzliche A. bei jeder Art von Abwärtsbewegung Bor.entsetzliche Angst bei jeder Art von Abwärtsbewegung. Sämtliche psychischen Beschwerden, die Angst, die Nervosität, die Besorgnis usw. werden dadurch schlimmer; auch ein Auf und Ab oder eine Aufwärtsbewegung kann verschlimmern, aber die Richtung nach unten dominiert. Es gibt viele Beispiele dafür: ob sie nun in einem Fahrstuhl nach unten fahren, ob sie auf einem Schiff sind, das bei rauer See auf und ab stampft, ob sie im Auto eine Gefällstrecke hinunterfahren, ob ihr Flugzeug in ein Luftloch gerät und plötzlich nach unten durchsackt, ob sie auf einer Schaukel, Wippe oder im Schaukelstuhl sitzen und schaukeln – immer überkommt sie ein furchtbares, erschreckendes, ganz und gar unerträgliches Gefühl. Auf dem Gipfel ihrer Angst werden sie von Schwindel und totaler Verwirrung erfasst, sie fallen regelrecht auseinander und wissen nicht einmal mehr, wo sie eigentlich sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Borax-Menschen Fahrstühle meiden und auch bei ruhiger See am liebsten kein Schiff betreten würden. Bei Fällen extremer Seekrankheit hat Borax viele Male Linderung und Heilung gebracht.
Schon eine ganz geringfügige Abwärtsbewegung ruft starke Reaktionen hervor. Wenn ein Kind z. B. ins Bett gelegt wird, beginnt es vor Furcht und Schrecken laut zu schreien und klammert sich an der Mutter fest, als wollte es diese entsetzliche Abwärtsbewegung anhalten. Dieses einzigartige Symptom ist nach meiner Überzeugung Teil einer allgemeinen, alle Bereiche übergreifenden „Tiefenstruktur“ des Borax-Patienten. Denn das Phänomen ist besser zu verstehen und zu erklären, wenn man davon ausgeht, dass bei Borax nur eine lose Verbindung zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib existiert (vgl. zu diesem Thema mein Buch „A New Model for Health and Disease“). Der Ätherleib scheint aufzusteigen, während der physische Leib nach unten sinkt – es ist eine Erfahrung des Abgetrenntseins vom eigenen Körper, ein Gefühl, als wollte die Seele durch Magen und Mund herauskommen. Diese ungemein erschreckende Empfindung simuliert die Todeserfahrung, den Augenblick, in dem die Seele (oder der Ätherleib bzw. der Energieleib) den physischen Körper verlässt. Kein Wunder also, dass die Reaktion so stark ist.
Ähnlich sind die Gefühle des Borax-Patienten bei plötzlichem nächtlichem Erwachen zu interpretieren. Er wacht mit fürchterlichem Schrecken auf, als sei sein Ende nun gekommen. Der Ätherleib kehrt mit einem Ruck wieder in den physischen Leib zurück, und dieser Schock ist der Grund für den Schrecken des Patienten.
Und auch wenn er ein plötzliches Geräusch wahrnimmt, spielt sich der gleiche Vorgang ab. Es ist, als wäre er gerade geistesabwesend, losgelöst von der Umwelt, und das unerwartete Geräusch bringt ihn dann mit einem Schreck wieder in seinen Körper zurück. So erklärt sich die extreme Geräuschempfindlichkeit von Borax, die sich z. B. in den folgenden Prüfungssymptomen aus Hahnemanns Chronischen Krankheiten niederschlägt: „Schreckhaft, über einen weit entfernten Schuss fährt er und sie zusammen.“ „Schreckhaft, ein ängstliches Schreien macht, dass ihm der Schreck in alle Glieder fährt.“ „Der Säugling erschrickt stark über Räuspern und Niesen.“ Der Patient kann auch auffahren, wenn etwas vom Stuhl fällt oder wenn sich unerwartet eine Tür schließt; er ist überempfindlich selbst gegen die leisesten Geräusche, so wie das Knistern von Papier oder das Rascheln von Seide.
Geist und Gemüt
Ein wichtiges Kennzeichen von Borax sind häufige Stimmungswechsel. Dass Stuhlgang die Gemütsverfassung plötzlich zum Positiven verändern kann, haben wir oben bereits gesehen; im Hinblick auf dieses wichtige Leitsymptom ähnelt die Arznei CALCIUM CARBONICUM und NATRIUM SULFURICUM. Auch nach Nasenbluten kann eine Besserung des psychischen Zustands eintreten.
Derartige Stimmungsschwankungen können auch unabhängig von körperlichen Symptomen auftreten. Auf stundenlange Unzufriedenheit mit Lebensüberdruss folgt Fröhlichkeit und Heiterkeit. Mürrisches Gehabe kann mit Lachen alternieren, ebenso Weinen und Reizbarkeit mit Freundlichkeit und Lachen. Vormittags „sehr heiter, lustig, zärtlich, mit Lust und Liebe zu allen Geschäften“, nachmittags aber trödelt er nur herum, ohne wirklich zu einer Arbeit zu kommen, ist „matt, faul, verdrießlich … nach dem Mittagsschlafe …“ (beide Symptome von Hahnemann). Abends kann Borax, wie erwähnt, aufgeregt, unruhig und schlaflos sein (und zwar auch dann, wenn er tagsüber viel Bewegung hatte und eigentlich schon von der letzten Nacht her Schlaf nachzuholen hätte). Am Morgen wiederum ist er oft unausgeschlafen, „schwindelicht und voll in der Stirne“, „mit Mangel an klaren Ideen und Gegenwart des Geistes, sodass er nichts Geistiges arbeiten konnte und auch keine Lust dazu hatte“ (Hahnemann) usw.
Weinen bzw. weinerliche Stimmung wurde besonders bei Kindern häufig zu bestimmten Zeiten beobachtet, nämlich morgens und in der Nacht; vor allem aber im Zusammenhang mit (und insbesondere vor) bestimmten körperlichen Phänomenen: Weinen vor dem Husten, vor dem Wasserlassen, während des Stuhlgangs Bor.vor dem Husten, vor dem Wasserlassen, während des Stuhlgangs.
Zu der starken Furcht vor Abwärtsbewegung passt auch die Furcht zu fallen Bor.Furcht zu fallen, die Borax empfinden kann. Ferner haben Borax-Menschen Angst vor einer drohenden Krankheit, insbesondere vor Ansteckung. Anders als PHOSPHORUS-Personen aber, für die die Furcht vor Krankheit ja so typisch ist, sind Borax-Menschen nicht gesellig, sondern eher ernst und wortkarg, nicht sonderlich zum Reden oder Scherzen aufgelegt, und sie können auch recht schüchtern sein. Sie ähneln in dieser Beziehung NATRIUM MURIATICUM. Gelegentlich kommen im Zusammenhang mit den Ängsten auch Wahnideen vor: vom Teufel besessen zu sein; beraubt zu werden.
Während Spazierengehen an der frischen Luft allgemein bessert, wirkt geistige Anstrengung verschlimmert Bor.geistige Anstrengung verschlimmernd auf den Zustand des Patienten. Wenn er sich z. B. auf ein wichtiges Geschäft konzentrieren muss, wird er gereizt, verdrießlich, unzufrieden, möchte am liebsten weg und würde es vorziehen, seine Verabredung gar nicht erst einzuhalten. Dies gilt besonders, wenn der Termin in seiner „schlimmsten Zeit“ liegt, also um 16 Uhr herum. Reizbarkeit, Verdrießlichkeit, üble Laune und Unbehagen können auch nach dem Essen auftreten, oft im Zusammenhang mit Vollheitsgefühl in Magen oder Kopf.
Da allgemein die schlechte Laune bei Borax-Menschen überwiegt, werden sie nicht selten streitsüchtig, heftig, ja beleidigend. Sie schimpfen und fluchen über Kleinigkeiten und können gelegentlich boshaft werden. Ärgerlich, übelnehmend, macht anderen Vorwürfe; neigt dazu, Leute zu verleumden. Borax kann auch argwöhnisch sein.
Das Gedächtnis von Borax-Menschen ist oft nicht gerade in bestem Zustand. Ihre Gedanken verlieren sich; sie wissen nicht mehr, was sie eben noch getan haben. „Er muss lange nachdenken, bis er alles weiß, was er den Tag über getan hat, und es ist ihm lange nicht deutlich, ob er gestern oder heute an einem Ort gewesen sei.“ (Hahnemann)
Wenn ein psychischer Zustand vorliegt, wie er auf den letzten Seiten dargestellt wurde, brauchen nicht auch noch die Aphthen vorhanden zu sein, damit eine Verschreibung von Borax gerechtfertigt ist; doch wird man in solchen Fällen oft in der Vorgeschichte auf Aphthen, unterdrückte Bor.Aphthen stoßen, die unterdrückt wurden. Bei Zuständen nach Unterdrückung von Aphthen sollte Borax immer ernsthaft in Betracht gezogen werden.
Sexualität
In sexueller Hinsicht sind diese Menschen sehr leicht erregbar.
  • Männer können einen Orgasmus schon bekommen, wenn sie eine Frau nur berühren. Ja es kommt vor, dass sie erzählen, sie seien im Grunde mehr an Zärtlichkeiten als an Geschlechtsverkehr interessiert; ihr Verlangen ist zwar stark, aber nicht auf den Koitus ausgerichtet. Dagegen sind Träume von Beischlaf Bor.Träume von Beischlaf häufig, welche Pollutionen auslösen. Starke Erektionen morgens beim Erwachen. Ein Grund für diese spezifische Ausrichtung des Verlangens kann gelegentlich in Harnröhrenschmerzen beim oder nach dem Verkehr bestehen. Typisch sind schneidende oder brennende Schmerzen in der Harnröhre beim Samenerguss. Die Ejakulation kann beim Koitus sehr spät eintreten, gelegentlich sogar erst nach dem Orgasmus.

  • Borax-Frauen sind ebenfalls sexuell leicht erregbar, Kummer und Enttäuschung können schließlich jedoch zu Gleichgültigkeit oder gar Abneigung gegen Geschlechtsverkehr führen. Auch durch membranöse Dysmenorrhö und Fluor, beides sehr häufige Erscheinungen bei Borax, kann sich das sexuelle Verlangen bis zur Gleichgültigkeit vermindern. Ein charakteristisches Merkmal der Arznei ist leichte Empfängnis. Fluor und Dysmenorrhö können jedoch nicht nur das Verlangen, sondern auch die Konzeptionsfähigkeit beeinträchtigen, sodass am Ende oft Sterilität steht.

Borax-Kind
  • Gerade bei Kindern wird Borax besonders dann eingesetzt, wenn sie das große Leitsymptom der Arznei zeigen: die Verschlimmerung durch Abwärtsbewegung. Ich gebe im folgenden einige Beschreibungen, wie dieses Symptom bei Säuglingen und bei größeren Kindern praktisch aussehen kann.

    • Abwärtsbewegung ist nicht zu ertragen, nicht einmal im Schlaf. Wenn die Mutter dabei ist, das schlafende Kind in sein Bettchen zu legen, wacht es oft aus seinem Schlaf auf und schreit laut vor Schreck.

    • Hebt man zum Wickeln die Beine des Säuglings an, geht es ihm gleich schlechter, er fängt an zu schreien. Das Borax-Kind weint nicht, es brüllt.

    • Ein kleines Mädchen schreckte immer wieder auf und warf die Ärmchen hoch, als habe sie Angst zu fallen, wenn man sie ins Bett legen wollte; es gab Nächte, in denen es unmöglich war, sie überhaupt zu Bett zu bringen. Wenn das Kind in den Wagen oder ins Kinderbett gelegt werden soll, schreit es und klammert sich an die Mutter oder die Pflegerin.

    • Beim Hochheben, Wiegen oder Schaukeln benimmt es Kindern den Atem.

    • „Dem Kinde wird es beim Tänzeln ängstlich; wenn man es in den Armen wiegt, macht es beim Herabbewegen ein sehr ängstliches Gesicht.“ (Hahnemann; Hervorhebung G. Vithoulkas)

  • Der nächste wichtige Punkt ist ihre Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit während des Schlafs Bor.Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit während des Schlafs.

    • Häufiges ängstliches Aufschreien im Schlaf. Auffahren im Schlaf wie von Schreck. Schreien bei Fieber, wenn der Kopf heiß wird.

    • Kinder wachen plötzlich auf, schreien und greifen nach den Rändern der Wiege, ohne ersichtlichen Grund.

    • „Der Säugling schreit oft aus dem Schlafe auf und umklammert die Mutter mit Ängstlichkeit, als habe er schreckhaft geträumt.“ (Hahnemann)

    • Häufiges Aufwachen bei Neugeborenen; unruhiger Schlaf bei kleinen Kindern. Dennoch schlafen die Kinder oft mehr. „Das Kind an der Brust schläft mehr als sonst, wacht aber öfter auf.“ (Hahnemann)

  • Weiterhin ist interessant, dass Borax-Kinder oft weinen und vor Schmerz schreien, bevor sie urinieren oder Stuhlgang haben (sowie vor dem Husten). „Der Säugling harnt beinahe alle 10, 12 Minuten, und Harn, oft weint und schreit er, ehe der H. kommt Bor.oft weint und schreit er, ehe der Harn kommt.“ (Hahnemann, Hervorhebung G. Vithoulkas)

  • Heißer Harn beim Säugling Bor.Heißer Urin beim Säugling. Brennender Urin bei Kindern. Kinder fürchten sich davor, Wasser zu lassen, sie bekommen beinahe Krämpfe, wenn sie Harndrang spüren.

  • Koliken von Säuglingen nach Unterdrückung von Aphthen. Plötzlich beginnen sie zu schreien und zu treten, und ebenso plötzlich werden sie wieder ruhig, bis es nach 10 oder 20 Minuten wieder losgeht. Sie wollen herumgetragen werden, was aber die Anfälle nicht verhindert.

  • In Fällen von Enteritis weint das Kind viel, der Mund ist sehr wund, die Zunge und die Innenseiten der Wangen sind weiß belegt, im Gesicht zeigt sich ein roter Hautausschlag, und Stuhl, alle ein bis zwei Stunden geht grünlicher S. ab Bor.alle ein bis zwei Stunden geht grünlicher Stuhl ab.

  • Borax passt auf extrem nervöse Kinder, die besonders auf Geräusche reagieren. Schon durch leiseste Geräusche können sie geweckt werden.

  • Schreckhaftes Zusammenfahren bei weit entfernten Geräuschen; bei ängstlichem Schreien; bei Räuspern und Niesen. Wenn eine Tür zufällt, fährt das Kind auf und fängt dann vor Schreck an zu schreien. Furcht bei Gewitter.

  • Nächtliches Weinen. Unruhiger Schlaf, schreit die ganze Nacht im Schlaf und ist morgens in weinerlicher Stimmung.

  • Flockenlesen bei Fieber.

  • Die Muttermilch ist dick und schmeckt schlecht. Der Säugling verschmäht die Brust der Mutter Bor.verschmäht die Brust der Mutter, weil er die Milch nicht mag.

  • Aphthen bei Kindern Bor.Aphthen bei Kindern. „Der Gaumen des Säuglings ist wie in Runzeln zusammengezogen, und er schreit öfters beim Saugen.“ (Hahnemann). Die Aphthen bluten leicht beim Essen oder bei Berührung; bei Stillkindern ist der Mund sehr wund und empfindlich; Mund, sehr heißer Bor.sehr heißer Mund, mit großem Durst und Erbrechen nach dem Trinken. Der Mund des Kindes fühlt sich an der Brustwarze der Mutter heiß an; es lässt die Brust los und schreit vor Schmerz und Ärger, oder es verweigert die Muttermilch ganz.

  • Abmagerung bei Kindern aufgrund ihres aphthösen Zustands; sie können nicht verdauen. „Der Säugling wird blass, beinahe erdfahl, das vorher kernige Fleisch schlaff und welk; er weint viel, verschmäht die Brust und schreit aus dem Schlafe oft ängstlich auf.“ (Hahnemann)

  • Die Haare verwickeln sich an den Spitzen und kleben zusammen, sodass man sie nicht mehr auseinander bekommt; schneidet man diese Büschel ab, so verwickeln sich die Haare aufs neue.

  • Langsames Sprechenlernen.

Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Wichtige Modalitäten:

    • Bezüglich der Zeit wurde bereits die an LYCOPODIUM erinnernde Verschlimmerung des Gemütszustands um 16 Uhr erwähnt; ebenso die plötzliche Besserung nach 23 Uhr und die häufige Verschlimmerung der Schlaflosigkeit nach Mitternacht, insbesondere zwischen 3 und 5 Uhr morgens.

    • Dazu kommt noch eine „schlechte Zeit“ vormittags, die der von NATRIUM MURIATICUM ähnelt. Sie liegt ungefähr zwischen 9 und 12 Uhr, besonders oft um 10 Uhr herum, wo Kopfschmerzen, Übelkeit, Brechreiz und Zittern am ganzen Körper Bor.Zittern am ganzen Körper beobachtet wurden.

    • Verschlimmerung: durch Abwärtsbewegung; bei warmem Wetter; nach der Menstruation; durch Hammelfleisch, Birnen (die Durchfall, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen durch Birnen Bor.Verdauungsstörungen und Magenschmerzen herbeiführen können), Äpfel, (Trink-)Schokolade; Umdrehen im Bett.

    • Besserung: nach Stuhlgang, besser nach Bor.Stuhlgang (Gemütsverfassung); nach Nasenbluten; durch Ausstrecken nach rückwärts; im Freien; am Meer.

  • Ohnmachtsneigung: durch Geräusche, beim Stuhlgang, beim Gehen im Freien; meist jedoch vergeht die Ohnmachtsneigung im Freien.

  • Mattigkeit: nach dem Mittagsschlaf; Mattigkeit beim Stuhlgang Bor.beim Stuhlgang, mit Schwäche; während der Regel, dass sie kaum stehen konnte.

  • Zittern: bei geringer Anstrengung; durch Gespräche; während des Nachdenkens bei der Arbeit, am ganzen Körper.

  • Schauder über den ganzen Körper Bor.Schauder über den ganzen Körper, eine Nacht und einen Tag lang, mit klopfenden Kopfschmerzen.

  • Hitzewallungen.

  • Bei Fieber Dehnen und Strecken der Glieder Bor.Dehnen und Strecken der Glieder.

  • Gefühl wie von Spinnweben im Gesicht; an der Hand.

  • Vermehrte Schleimhautabsonderungen: heiß; moderig, schimmlig oder kräuterartig riechend.

  • Puls nachts schnell, tagsüber langsam.

  • Alte Narben öffnen sich wieder; alte Wunden und Geschwüre neigen zur Eiterung.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel: morgens im Bett; beim Ersteigen eines Berges oder der Treppe; Schwindel durch Abwärtsbewegung Bor.durch Abwärtsbewegung; beim Liftfahren; beim Schaukeln oder Wiegen; nach Unterhaltungen; wenn er sich im Bett auf die linke Seite dreht.
Schwindel gefolgt von Nasenbluten, welches bessert. Beim Spazierengehen abends Schwindel, wie wenn ihn jemand von der rechten auf die linke Seite stieße. Der Schwindel ist oft von Vollheitsgefühl im Kopf begleitet.
KopfBorax hat zahlreiche Kopfschmerzen, die für gewöhnlich durch Gehen im Freien oder Kopfschmerzen nach Stuhlgang gelindert Bor.nach Stuhlgang besser werden. Die Stirn und die Schläfen sind besonders betroffen. Lesen und Schreiben können stark verschlimmern. Bei Frauen treten Kopfschmerzen oft vor und während der Regel auf. Einige typische Kopfschmerzsymptome:
  • Kopf, Weh im ganzen Kopfe, mit Übelkeit, Brecherlichkeit und Zittern am ganzen Körper, früh, 10 Uhr Bor.Weh im ganzen Kopfe, mit Übelkeit, Brecherlichkeit und Zittern am ganzen Körper, früh, 10 Uhr.

  • Drückend ziehender Kopfschmerz in der Stirne, über den Augen und gegen die Nasenwurzel zu, zuweilen bis in den Nacken ziehend; beim Bücken drückt es stark ans Stirnbein, und beim Schreiben und Lesen wird der Schmerz viel heftiger, mit Drücken in der Milzgegend.

  • Klopfendes Kopfweh im Hinterhaupt, als ob dort etwas eitern wollte, mit Schauder Bor.Kopfweh im Hinterhaupt, als ob dort etwas eitern wollte, mit Schauder über den ganzen Körper.

  • Kopf, jeden Abend Ziehen im Kopf vom Scheitel bis in die Schläfe Bor.Jeden Abend Ziehen im Kopf vom Scheitel bis in die Schläfe, mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Ziehen im Unterleib zu den Geschlechtsteilen hin.

  • Taktmäßig drückendes, stumpfes Stechen in den Schläfen.

  • Stechendes Kopfweh über den Augen und in den Schläfen, unter abwechselnder Hitze und Kälte, sodass sie bald ganz heiße, bald ganz blaue Hände hatte.

  • Verschiedene Beschwerden gehen mit Hitze im Kopf einher: Kopf, schnell in den Kopf steigende Hitze beim Tiefatmen Bor.schnell in den Kopf steigende Hitze beim Tiefatmen; Hitze, Schwere und Betäubung im Kopf bei Frösteln im ganzen Körper und allgemeiner Mattigkeit; heißer Kopf bei Durchfall; Kopf, Mund und Handflächen sind heiß Bor.Kopf, Mund und Handflächen sind heiß (beim Säugling).

  • Vollheitsgefühle im Kopf: nach dem Essen, als wenn sich das Blut mit Gewalt hineinpresste; mit Schwindel; beim Steigen sowie bei Abwärtsbewegung.

  • Dazu kommt die oben beschriebene Verfilzung der Haare an den Spitzen Bor.Verfilzung der Haare an den Spitzen.

AugenEntropion Bor.Entropium: Die Auge, Wimpern kehren sich in das A. hinein Bor.Wimpern kehren sich in das Auge hinein und entzünden es, besonders am äußeren Winkel, wo die Lidränder ganz wund sind. Lidrandentzündungen Bor.Lidrandentzündungen (linker innerer oder rechter äußerer Canthus) mit Augen, nächtliches Zukleben der Augen Bor.nächtlichem Zukleben der Augen und „unordentlichen“ Wimpern. Augen, abends kann sie die Augen nur schwer schließen Bor.Abends kann sie die Augen nur schwer schließen und früh nur mit Mühe öffnen.
Geschwollene Meibom-Drüsen. Drückende, stechende oder schneidende Schmerzen in den Augen; Reißen in beiden Augäpfeln mit Zucken in der Stirn und Übelkeit, nachmittags. Abends „Verdunkelung“ vor dem linken Auge; Empfindlichkeit der Augen gegen Kerzenlicht.
Augen, Flimmern vor den Augen, morgens, beim Schreiben Bor.Flimmern vor den Augen, morgens, beim Schreiben, dass er nichts deutlich sieht; wie helle, sich bewegende Wellen, bald von der rechten zur linken Seite, bald von oben herab.
OhrenBorax-Patienten sind sehr geräuschempfindlich Bor.geräuschempfindlich, wie oben ausführlich beschrieben. Diverse Ohrgeräusche, oft im Zusammenhang mit den Menses: Ohrensausen vor Eintritt der Regel Bor.Ohrensausen vor Eintritt der Regel bzw. während der Regel. Klingen, Pfeifen, Läuten, Sausen, dumpfes Trommeln in den Ohren. Brausen in den Ohren Bor.Brausen in den Ohren und viel schwereres Hören als gewöhnlich.
Schwerhörigkeit und Gefühl wie verstopft, besonders auf dem linken Ohr. Schmatzen im linken Ohr, als wäre eine dicke Schmiere darin, die es verstopfe; öffnet sich dann spontan wieder.
Jucken im linken Ohr, und nach Entfernen des Ohrenschmalzes Wundheitsschmerz darin, abends beim Spazierengehen. Stechen im linken Ohr. Stechen in den Ohren bei ungewöhnlich frühem Erwachen; Stechen im Ohr, morgens beim Waschen mit kaltem Wasser Bor.morgens beim Waschen mit kaltem Wasser. Chronische Otorrhö, chronische Bor.Otorrhö.
NasePlötzliche Rötung der Nase Bor.Rötung der Nase. Leuchtendrote Nasenspitze. Rote Nase bei jungen Frauen. Verstopfte Nase, erst rechts, dann links, mit Tränen der Augen. Jucken in der Nase; muss mit dem Finger hineinfahren. Reibt sich ständig die Nase, weil sie juckt.
Rote und glänzende Geschwulst der Nase, mit klopfender und spannender Empfindung. Geschwür im linken Nasenloch, vorn oben gegen die Spitze zu, mit Wundheitsschmerz und Geschwulst der Nasenspitze. Nase, viel trockene Krusten in der Nase, die nach Entfernung mit dem Finger sich immer wieder Bor. erzeugenViel trockene Krusten in der Nase, die nach Entfernung mit dem Finger sich immer wieder erzeugen.
Schmerzhaftes Herunterdrücken in der Nase (im rechten Nasenloch), als würde das Hirn herausgezwungen; schlimmer im Liegen; Nase, schlaflose Nächte durch erstickende Trockenheit in der Nase Bor.schlaflose Nächte durch erstickende Trockenheit in der Nase.
GesichtGesichtsfarbe des Säuglings elend, blass, erdfahl. Erysipel Bor.Erysipel. Gesicht geschwollen, heiß und rot Bor.Gesicht geschwollen, heiß und rot; mit großen Gesichtsschmerzen beim Lachen Bor.Schmerzen beim Lachen; meist linksseitig; während der Stillzeit; während der Schwangerschaft.
Gefühl auf der rechten Seite des Gesichts, am Mund, als ob sich Spinnweben angelegt hätten. An den Lippen Kriechen wie von Käfern. Hautausschläge: an den Lippen, besonders an der Unterlippe; rote Papeln, Bläschen oder Flechten an der Stirn oder um den Mund herum, besonders bei kleinen Kindern; Ekzem am Kinn.
MundAphthen, weiß Bor.Aphthen: weiß; Aphthen, im Mund, auf der Zunge, an der Innenseite der Wangen Bor.im Mund, auf der Zunge, an der Innenseite der Wangen; Aphthen, leicht blutend und äußerst berührungsempfindlich Bor.leicht blutend und äußerst berührungsempfindlich; Aphthen, hindern das Kind am Saugen Bor.hindern das Kind am Saugen; Aphthen, mit großer Hitze und Trockenheit des Mundes Bor.mit großer Hitze und Trockenheit des Mundes.
Mund, schnell sich bildende Geschwüre im Mund Bor.Schnell sich bildende Geschwüre im Mund; gangränös. Merkurialgeschwüre.
Mund, der M. des Säuglings ist ganz heiß Bor. Der Mund des Säuglings ist ganz heiß.
Die Mund, Schleimhaut des Gaumens ist vorn wie verbrannt zusammengeschrumpft und schmerzt Bor. besonders beim KauenSchleimhaut des Gaumens ist vorn wie verbrannt zusammengeschrumpft und schmerzt besonders beim Kauen. Der Gaumen des Säuglings ist wie in Runzeln zusammengezogen, und er schreit öfters beim Saugen.
Auf der Zunge, rote Bläschen auf der Bor.Zunge rote Bläschen, als wenn die Haut abgezogen wäre; sie schmerzen bei jeder Bewegung der Zunge und wenn etwas Gesalzenes oder Scharfes darauf kommt. Krampf in der Zunge, wie steif und eingeschlafen, der Atem wird dadurch gehemmt.
Zahnschmerzen mit Gefühl, als seien die Zähne länger. Feines, aussetzendes Stechen in allen Zähnen. Zahnschmerzen nach jedem Frühstück und Abendessen, durch Tabakrauchen bessert Zahnschmerzen Bor.Tabakrauchen gebessert. Zahnweh in hohlen Zähnen, dumpf greifend, Zahnschmerzen bei nasser, regnerischer Witterung Bor.bei nasser, regnerischer Witterung. Alveolen entzündet Bor.Alveolen entzündet, mit sehr starken Schmerzen; nach Zahnextraktion. Dunkelrot verfärbtes Zahnfleisch. Geschwür an der Außenseite des Zahnfleischs, entzündliche Schwellung, mit Geschwulst der Wange und der ganzen linken Gesichtsseite bis unter das Auge, wo sie eine wässrige Blase bildet.
Fader Mundgeschmack. Sie hat keinen Geschmack, wenn sie etwas isst, einige Wochen lang.
Bitter im Munde; wenn sie etwas ißt oder Speichel schluckt, ist ihr alles bitter.
HalsHals, zäher, weißlicher Schleim im Rachen, der sich erst nach vieler Anstrengung ablöst Bor.Zäher, weißlicher Schleim im Rachen, der sich erst nach vieler Anstrengung ablöst. Der Schleim kann auch blutig oder grün sein. Räuspern und Heraufbringen des Schleims so anstrengend, dass es zu Würgegefühlen und Erbrechen kommt.
Heftiger Schluckauf, daß der Hals rauh wird Bor.Schluckauf, dass der Hals rau wird. Rauheit im Halsgrübchen, mit ziehendem Stechen dort beim Husten und Niesen. Reißen im Kehlkopf, abends; Reißen von der Kehle bis in die Brust, zum Husten reizend.
Atemwege, Husten, BrustBorax hat eine große Zahl von Atembeschwerden, etwa:
  • Beim Abwärtsgehen oder -fahren, beim, benimmt es ihm den Atem Bor.Abwärtsgehen oder -fahren benimmt es ihm den Atem.

  • Vor dem Eintreten der Regel benimmt es ihr abends und morgens den Atem, mit Schwere auf der Brust und Ohrensausen.

  • Brust, bei jedem Versuch zu atmen zieht es ihr die B. zusammen Bor.Bei jedem Versuch zu atmen zieht es ihr die Brust zusammen.

  • Brust, Beängstigung auf der B., abends im Bett Bor.Beängstigung auf der Brust, abends im Bett.

  • Mit diesen Beschwerden ist sehr häufig ein Brustschmerzen, Stechen in der B., besonders in die rechte Brustseite Bor.Stechen in der Brust, besonders in die rechte Brustseite verbunden. Brust, Stiche in der B. beim Gähnen, bei jedem Husten und Tiefatmen Bor.Stiche in der Brust beim Gähnen, bei jedem Husten und Tiefatmen; ebenso beim Niesen.

  • Pleuritischer Schmerz in der rechten Brustseite, kann sich nicht bewegen oder atmen, ohne dass es dort sticht. Rechtsseitige Pleuritis, rechtsseitige Bor.Pleuritis.

  • Der Atem stockt ihm beim Liegen im Bett; muss aufstehen und nach Luft schnappen, wobei es ihn jedes Mal in die rechte Brustseite sticht.

  • Stechen zwischen den Rippen der rechten Seite, dass er vor Schmerzen nicht auf dieser Seite liegen kann, mit empfindlichem Ziehen und Atemstockung, dass er nach Luft schnappen muss; legt er sich auf die schmerzende Seite, so wecken ihn die Schmerzen gleich aus dem Schlaf.

  • Kurzatmigkeit nach Treppensteigen, sodass er kein Wort sprechen kann; sobald er spricht, gibt es ihm jedes Mal einen Stich in die rechte Brustseite; ebenso beim Laufen und jeder erhitzenden körperlichen Anstrengung.

  • Alle drei bis fünf Minuten muss er einen schnelleren, tieferen Atemzug tun, dem jedesmal ein Stich in die rechte Brustseite mit einem stillen Schmerzseufzer und langsamem Ausatmen folgt.

  • Bei jedem Hustenstoß Stechen in der rechten Brust, in der Gegend der Brustwarze, abends.

  • Trockener, kachektischer Husten, wie bei alten Leuten, besonders morgens beim Aufstehen und abends beim Niederlegen, mit Stechen in die rechte Brustseite und Weiche.

  • Es zieht sogleich stechend in die rechte Brustseite, wenn er den Arm hebt.

  • Stechender Druck auf dem Brustbein nach dem Mittagessen, durch Tiefatmen sehr vermehrt.

  • Drückendes Klemmen kommt beim Gebücktsitzen aus der Magengrube in die Brust; benimmt den Atem und sticht in der Lunge.

  • Besserung der Brustschmerzen durch langsames Umhergehen im Zimmer; wenn er sich beim Brustschmerz besser beim Halten der schmerzhaften Seite Bor.Brustschmerz die schmerzhafte Seite mit der Hand hält; Brustschmerzen besser durch kaltes Waschen der Brust Bor.durch Waschen der Brust mit kaltem Wasser. Brustschmerzen, durch Weintrinken vermehrt Bor.Weintrinken vermehrt die Schmerzen.

  • Ein charakteristischer Husten von Borax ist auch der Magenhusten Bor.Magenhusten“, ein Husten mit Würgen und Brechreiz, manchmal mit Schmerzen in die Milzregion.

  • Husten kann sich auch nach kaltem Baden einstellen.

  • Blutstreifen im Schleim beim Aushusten eines weißen Schleims, der sich schwer löste.

  • Hüsteln und heftiger Husten, mit geringem Auswurf von schimmligem Geschmack und ebensolchem Geruch aus der Brust, bei jedem Hustenstoß; abends.

MammaeEin Leitsymptom ist ein Brust, ziehendes Stechen in der Brust, an der das Kind nicht saugt Bor.ziehendes Stechen in der Brust, an der das Kind nicht saugt. Zusammenziehende Schmerzen in der linken Brust, wenn das Kind an der rechten trinkt. In der linken Brust ein Greifen und zuweilen Stechen, und wenn das Kind ausgetrunken hat, muss sie die Brust mit der Hand zusammendrücken, weil sie ihr von der Leerheit wehtut.
Die Muttermilch wird käsig und gerinnt Bor.Milch wird käsig und gerinnt. Die Milch ist dick und schmeckt schlecht, und das Kind verweigert sie. Vermehrte Milchproduktion; Galaktorrhö. Muttermilch bei Nichtschwangeren Bar.Milch bei Nichtschwangeren. Brustwarzen, blutende Aphthen an den Bor.Blutende Aphthen an den Brustwarzen.
HerzHerz, Gefühl, es sei rechten Seite und sollte abgequetscht werden Bor.Gefühl, als wäre das Herz auf der rechten Seite und sollte abgequetscht werden Bor.Gefühl, als wäre das Herz auf der rechten Seite und sollte abgequetscht werden.
MagenWenig Appetit, besonders beim Abendessen. Mittags kein Appetit oder gar Ekel gegen das Essen. Durstig morgens und nach dem Mittagsschlaf.
  • Aufstoßen, heftiges und häufiges Aufstoßen während der Wehen Bor.Heftiges und häufiges Aufstoßen während der Wehen.

  • Übelkeit: morgens beim Erwachen, mit Brechreiz oder Ohnmachtsanwandlungen; Übelkeit, um 10 Uhr morgens, mit Kopfschmerzen und Zittern am ganzen Körper Bor.um 10 Uhr morgens, mit Kopfschmerzen und Zittern am ganzen Körper; von 15 Uhr bis zum Abend, mit Schmerzen im Brustbein; Übelkeit beim Nachdenken Bor.beim Nachdenken; nach einem Gespräch; während der Mahlzeit, mit Unruhe des ganzen Körpers.

  • Erbrechen bitter, nach Trinken Bor.Erbrechen: bitter, nach Trinken; Erbrechen von saurem Schleim, nach dem Frühstück Bor.von saurem Schleim, nach dem Frühstück; beim Aushusten oder Ausräuspern von Schleim; nach der Regel.

  • Schweregefühl im Magen, Drücken in der Magengrube oder sonstige Magenschmerzen, die besser sind oder sich verlieren beim Gehen im Freien Bor.Magenschmerzen, die besser sind oder sich verlieren beim Gehen im Freien.

  • Magenschmerzen, die ins Kreuz ausstrahlen Bor.Magenschmerzen, die ins Kreuz ausstrahlen; während und nach der Regel, mit Brechübelkeit oder Erbrechen.

  • Schmerz Magenschmerz zwei Tage vor der Regel Bor.zwei Tage vor der Regel in der Magenschmerzen nach Heben von etwas Schwerem Bor.Magengegend nach Heben von etwas Schwerem; der Schmerz ging bis in das Kreuz, wo er stechend wurde, sodass sie sich die ganze Nacht nur unter Schmerzen wenden konnte; morgens war es besser. Zusammenziehender Schmerz in der Magengegend, jeden Tag von 4 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags, ein Zusammenwickeln, das dann in das Rückgrat übergeht und da Stechen macht.

  • Magenschmerzen, Drücken in der Magengrube, Völlegefühl und Unwohlsein nach dem Essen Bor.Unwohlsein nach dem Essen, besonders Unwohlsein nach Genuss von Birnen Bor.nach Genuss von Birnen, auch nach Äpfeln. Es kann auch ein Vollheitsgefühl im Kopf mit Blutandrang hinzukommen.

  • Nach dem Essen, das ihm sehr gut schmeckte, stark aufgebläht, unbehaglich, unwohl und verdrießlich. Verschlimmerung durch Wein verschlimmert Bor.Wein (besonders die Brustbeschwerden); durch Hammelfleisch; durch (Trink-)Schokolade.

AbdomenEin ganz eigentümliches Borax-Symptom ist Durchfall und/oder Bauchschmerzen nach Tabakrauchen Bor.Durchfall und/oder Bauchschmerz nach Tabakrauchen.
  • Bauchweh einige Mal den Tag über, Bauchschmerzen, als sollte Durchfall erfolgen Bor.als sollte Durchfall erfolgen.

  • Gleich nach dem Essen Leibschmerz wie zum Durchfall, der nach dem Mittagsschlaf vergeht. Kneipen im Leibe mit Durchfall Bor.Kneipen im Leibe mit Durchfall. Nach jedem Essen Blähungsauftreibung nach jedem Essen Bor.Blähungsauftreibung. Kollern im Leib: gegen Mittag; nach dem Mittagessen, mit Durchfall; nachts, durch Blähungsabgang nach oben und unten erleichtert Bor.Blähungsabgang nach oben und unten erleichtert. Bald nach dem Frühstück Schneiden im rechten Hypochondrium, quer durch den Bauch nach abwärts, darauf Durchfall.

  • Drückende Schmerzen in der Milz und der Milzregion durch Erschütterung, Schmerzen in der Milzregion durch Bor.Erschütterung, etwa beim Fahren in einem ungefederten Wagen. Druck und zuweilen Brennen mit Gefühl im linken Hypochondrium, Tiefatmen, beim, Druck im Hypochondrium Bor.beim Tiefatmen, als zöge etwas aus der Milzgegend in die Brust herauf, was sich beim Ausatmen wieder senkte.

  • Schneiden im Hypochondrium im Schnellgehen, mit Gefühl im Unterleib, als wären dort harte Stücke Bor.Schneiden im linken Hypochondrium, im Schnellgehen, als wenn dort ein hartes, scharfes bewegliches Stück wäre, mit Gefühl im Unterleib, als wenn da lauter harte Stücke wären, die untereinander gingen.

  • Schmerz in der Leistenregion beim Husten; beim Gähnen, Schmerz in der Leistenregion beim Bor.Gähnen; zum rechten Schulterblatt ausstrahlend.

  • Weiches, welkes, eingesunkenes, welk und schrumpelig wirkendes Abdomen (besonders bei „Sommerdurchfall“ von Kindern und Ernährungsstörungen).

Rektum und StuhlDurchfall durch plötzliche Geräusche Bor.Durchfall durch plötzliche Geräusche ist ein großes Leitsymptom von Borax. Überhaupt ruft Borax, wie bereits unter „Abdomen“ gezeigt, häufig Durchfall hervor. Hahnemann erwähnt z. B.: „Durchfall, 6 Mal von früh bis nachmittags 2 Uhr, ohne Schmerzen.“
  • Durchfall kann nach dem Genuss von Schokolade und Durchfall nach Birnen Bor.nach Birnen eintreten; Gemütsbewegungen oder Rauchen verschlimmern.

  • Der Stuhl ist nicht nur meist weich oder durchfällig, sondern auch sehr häufig: Stuhl, öfterer, sehr leichter S., alle Tage Bor.Öfterer, sehr leichter Stuhl, alle Tage.

  • Stühle sind oft Stuhl mit Schleim vermischt Bor.mit Schleim vermischt oder bestehen aus Schleim. Der Schleim kann blass, braun oder rötlich sein; zäh und klebrig. Abgang einer Flüssigkeit wie gekochte Stärke vom Anus.

  • Stuhl, weicher, lichtgelber, schleimiger Stuhl, täglich dreimal, mit Mattigkeit und Schwäche Bor.Weicher, lichtgelber, schleimiger Stuhl, täglich dreimal, mit Mattigkeit und Schwäche. Häufig sind auch grüne oder grünliche Stühle, denen bei Säuglingen mitleiderregendes Schreien vorangeht. Ein Wechsel von harten und weichen Stühlen kommt vor; langer, schmaler Stuhl bei Analstriktur Bor.Analstriktur.

  • Bereits ausführlich behandelt wurde die auffällige Besserung der Gemütsverfassung nach Stuhlgang; ebenso der aphthöse Zustand der Anusregion. Bei letzterem kommt es zu Jucken am After, besonders abends, und Nässen nach dem Stuhlgang.

HarnorganeDrücken und Stechen in der Nierengegend, beim Umwenden vermehrt.
Heftiger Drang zum Urinieren, nachts, mehrere Male. Sehr heftiger, eiliger Harndrang, dass er den Urin fast nicht aufhalten konnte.
Abendliche Harnverhaltung; mit Harndrang, ohne daß sie einen Tropfen lassen konnte Bor.Harndrang, ohne dass sie einen Tropfen lassen konnte. Harndrang, vergeblicher Bor.Vergeblicher Harndrang.
Dunkelblaues Fleckchen an der Mündung der Harnröhre, als wenn die Haut weg wäre, mit beißendem Schmerz beim Harnen.
Nach dem Wasserlassen brennendes Spannen in der Harnröhre oder Wundheitsschmerz am Meatus.
Schmerzen in der (männlichen) Harnröhre auch bei oder nach Samenerguss sowie beim Befühlen. Nach einer Pollution Drängen zum Harnen, und beim Urinieren Schneiden in der Harnröhre.
Plötzlicher Harndrang während der Regel.
Häufiges Wasserlassen nachts, seltenes am Tage. Vor dem Wasserlassen verschlechterter Allgemeinzustand. Auffallend scharfer Geruch des Urins; riecht wie Katzenurin.
Männliche GenitalienSamenerguss schon bei Berührung einer Frau; ebenso bei Träumen von Beischlaf. Vermehrte sexuelle Begierde vermehrt, aber kein Verlangen nach Koitus Bor.sexuelle Begierde, aber kein Verlangen nach Koitus. Beim Koitus sehr späte Ejakulation, sehr späte Bor.Ejakulation. Starke Morgenerektionen. Schmerzen in der Harnröhre bei oder nach Koitus (s.o.)
Weibliche GenitalienDie Borax-Frau ist, wie oben ausgeführt, sexuell leicht erregbar, ihr Verlangen kann jedoch später bis zur Gleichgültigkeit abnehmen. Auch die leichte Empfängnis, die bereits in den Prüfungen festgestellt wurde, kann sich im Verlauf der Pathologie zur Unfruchtbarkeit Bor.Unfruchtbarkeit entwickeln. Dies kann mit hartnäckigem Fluor zusammenhängen.
Fluor, wie Eiweiß oder Stärke Bor.Fluor: wie Eiweiß oder Stärke; Fluor, dick wie Kleister und weiß von Farbe Bor.dick wie Kleister und weiß von Farbe; Fluor, heiß und brennend Bor.heiß und brennend; klumpig; oder auch blass, durchsichtig. Fluor wie Eiweiß, mit Empfindung, als flösse warmes Wasser herab. tripperartiger Ausfluss während der Schwangerschaft Bor.Tripperartiger Ausfluss während der Schwangerschaft, mit Anschwellen, Jucken und Brennen der Vagina.
Die Patientinnen können viele Schmerzen vor, während und nach der Menstruation empfinden. Borax ist ein wichtiges Mittel bei membranöser Dysmenorrhö, membranöse Bor.Dysmenorrhö. Oft kommt die Regel zu früh, häufig nur nachts; es ist jedoch auch eine verspätete, aber sehr kurze (nur einen Tag andauernde) Blutung möglich, die ausgesprochen stark ist. Regel vier Tage zu früh und sehr stark, mit Grimmen im Leib, Brechübelkeit und Schmerz vom Magen bis ins Kreuz. Bei der Regel krampfhaft drängender und stechender Schmerz im Unterleib.
  • Vor den Menses: Schwere auf der Brust, Atemstockung, Ohrensausen; Stechen in den Eierstöcken und im Uterus.

  • Während der Menses: Mattigkeit, dass sie kaum stehen konnte; Kneipen im Leib; Klopfen im Kopf und Ohrensausen; schneidende und stechende Schmerzen in den Ovarien, die zum Schulterblatt ziehen können.

  • Nach der Regel am zweiten Tage Drücken wie von einem Stein in der rechten Rippengegend bis zum Schulterblatt, von wo der Schmerz krampfhaft bis in den Magen und das Kreuz ging, mit nachfolgendem Erbrechen.

Die Dysmenorrhö wird Dysmenorrhö schlimmer durch Abwärtsbewegung Bor.schlimmer durch Abwärtsbewegung.
Menses während der Stillperiode. Wehenschmerzen, die nach oben schießen, der Kopf des Kindes geht wieder zurück. Krampfhafte Wehen, mehr im Magen als im Uterus Bor.Wehen, mehr im Magen als im Uterus.
An der Klitoris ein Auseinanderspannen und Stechen, nachts. Aphthen an den weiblichen Genitalien. Borax kann angezeigt sein bei Vaginitis und Endometritis.
RückenDer Rücken wird leicht überlastet; Rückenschmerzen vom Heben Bor.Rückenschmerzen vom Heben, besser im Sitzen. Rückenschmerzen ziehen bis in die Füße herab Bor.Die Rückenschmerzen ziehen bis in die Füße herab.
Im Nacken rheumatisch ziehender Schmerz, der von da in die linke Achsel und dann ins Schulterblatt geht, abends beim Gehen im Freien. An der Achsel und zwischen den Schultern, ziehend reißender Schmerz zwischen den S., daß sie sich nicht bücken kann Bor.Schultern ziehend-reißender Schmerz, dass sie sich nicht bücken kann.
Dumpfer Kreuzschmerz beim Bücken. Beim Sitzen und Bücken Kreuzweh, wie von Druck. Im Kreuz, während des Sitzens, wie ein Brennen. Kreuzschmerzen beim Spazierengehen. Kreuzschmerzen während und nach der Regel, meist vom Magen herkommend. Am Steißbein heftiges Jucken und Kribbeln, kann es ohne Kratzen nicht aushalten.
ExtremitätenZittern der Hände und Schwäche in den Knien während des Nachdenkens bei der Arbeit Bor.Zittern der Hände und Schwäche in den Knien während des Nachdenkens bei der Arbeit.
Kraftlosigkeit in den Gelenken. Schwäche in Gelenken und Füßen nach Durchfall, Gehen bessert.
phagedänische Ulcera an Finger- und Zehengelenken Bor.Phagedänische Ulzera an Finger- und Zehengelenken. Brennen, Hitze und Röte der Finger und Zehen, bei geringer Kälte, wie nach Erfrierung.
Stechen in den Schultern beim Husten Bor.Stechen in den Schultern beim Husten, besonders in der rechten Schulter.
Kleieartige Flechten an Armen und Händen. Abwechselnd ganz heiße und kalte, blaue Hände (bei Kopfschmerzen). Gefühl auf der Haut der Hände, als hätten sich Spinnweben, Gefühl an den Händen wie von Bor.Spinnweben angelegt. Warzen und hornige Schwielen an den Handflächen.
Starkes Jucken auf den Gelenken der Fingerrücken Bor.Jucken auf den Gelenken der Fingerrücken, dass er heftig kratzen muss. Neigung zur Eiterung bei kleinen Wunden an den Fingern; besonders an den Fingernägeln oder in deren Nähe. Ekzeme an den Fingern Bor.Ekzeme und Pusteln an den Fingern; Verlust der Nägel. Panaritium Bor.Panaritium. Nagelgeschwür im Daumen. In der Daumenspitze, klopfender Schmerz in der D., Tag und Nacht Bor.Daumenspitze klopfender Schmerz, Tag und Nacht; nachts oft aus dem Schlaf weckend.
Am Gesäß Flechtenausschläge, Bläschen und Geschwüre. Oberschenkel, Schmerzen im O. bei Frost Bor.Schmerzen im Oberschenkel bei Frost. Nächtliche Frostschauder mit Reißen im Oberschenkel und Schmerz im Femur, als ob er zerbrochen wäre. Im Oberschenkel des rechten Beins, nahe bei der Scham, ein Brennen, das sich beim Husten und Auflegen der Hand vermehrt. Gefühl, als flösse warmes Wasser die Schenkel herab Bor.Gefühl, als flösse warmes Wasser die Schenkel herab (bei Fluor).
Taubheitsgefühl und Hitzeempfindung im linken Unterschenkel. erysipelatöse Entzündung, Unterschenkel Bor.Erysipelatöse Entzündung am Unterschenkel und Fuß, mit Schwellung; nach körperlicher Anstrengung, z. B. Tanzen; mit Reißen, Spannen und Brennen; bei Druck mit dem Finger verschwindet die Röte auf Augenblicke; Spannen auf dem Fußrücken macht das Stehen beschwerlich, hindert aber nicht am Gehen; Kälte, Frostschauder und Durst, mit Erbrechen von Speisen und Galle, dann Schwere im Kopf und Klopfen in den Schläfen mit unruhigem Schlaf, schließlich Nasenbluten.
Zittern in den Füßen, bei Ängstlichkeit Bor.Zittern in den Füßen, bei Ängstlichkeit mit Schwäche und Herzklopfen. Ameisenlaufen und Zittern der Füße, mit Übelkeit und Neigung zur Ohnmacht; im Freien vergehend. Schwere in den Füßen, dabei allgemein abgeschlagen, matt und träge. Stechen in der Fußsohle Bor.Stechen in der Fußsohle.
Beim Auftreten Schmerzen im Fußgelenk und den Zehen, als wenn sie etwas drückte; ebenso an den Ballen der Großzehen. Hühneraugen Bor.Hühneraugen. Bohrendes Stechen darin, das durch Daraufdrücken erleichtert wird; häufiges Stechen in den Hühneraugen, besonders bei Regenwetter, Stechen in Hühneraugen bei Bor.Regenwetter.
In der Ferse Schmerz wie wundgetreten. Füße, eiternde Stellen an den F., wo die Schuhe sie aufgerieben haben Bor.Eiternde Stellen an den Füßen, wo die Schuhe sie aufgerieben haben; an der Ferse.
SchlafSchläfrigkeit in der Abenddämmerung Bor.Schläfrigkeit in der Abenddämmerung, wie er sich aber zu Bett legte, verging ihm der Schlaf ganz, obwohl er den ganzen Tag über starke Bewegung gehabt und die Nacht vorher nur wenig geschlafen hatte.
Schlaflosigkeit: abends nach dem Zubettgehen; wacht vor Mitternacht auf und kann dann vor 2 Uhr morgens nicht mehr einschlafen; Schlaflosigkeit nach Mitternacht, zwischen 1 und 4 Uhr Bor.nach Mitternacht, zwischen 1 und 4 Uhr, wegen Gedankenfülle. Schlaflosigkeit während der Zahnung; mit Atembeschwerden.
Ungewöhnlich zeitiges Erwachen, früh um 3 Uhr; sie konnte dann Schlaflosigkeit wegen Hitze im ganzen Körper, besonders im Kopf Bor.wegen Hitze im ganzen Körper, besonders im Kopf, und Schweiß an den Schenkeln vor zwei Stunden nicht wieder einschlafen. Wacht aus dem Schlaf auf, wenn er auf der schmerzhaften Seite liegt (besonders bei Brustschmerzen). Spätes Einschlafen und zeitiges Erwachen. Unruhiger Schlaf mit Durst und Kälte. Schläfrigkeit mittags, und tiefer, zweistündiger Schlaf.
Träume: vom Beischlaf; von Halsweh und anderen Krankheiten.
Frost und FieberFrostschauder nachts von 2 bis 4 Uhr, mit Zittern, Erbrechen, Reißen und Schmerz wie zerbrochen im Oberschenkel. Kältegefühl nachmittags, z. B. von 14 bis 18 Uhr. Kälte gleich nach dem Mittagessen, Hitze, schnell in den Kopf steigende H. beim Tiefatmen Bor.mit schnell in den Kopf steigender Hitze beim Tiefatmen; dann abends 18 Uhr Hitze, bei der er sich legen musste, bis 22 Uhr, danach Schweiß. Schauder über den ganzen Körper Bor.Schauder über den ganzen Körper, eine Nacht und einen Tag, mit klopfendem Kopfschmerz im Hinterhaupt, wie von einem Geschwür. Frost im Schlaf Bor.Frost im Schlaf.
Hitze abends im Bett mit Schweiß; sobald er aber aufsteht, friert ihn. Hitze im Kopf abends beim Schreiben, mit Durst und Gefühl, als sollte Schweiß kommen. Hitze, wenn sie die Hände unter der Bettdecke einhüllt; sobald sie sie aber herausstreckt, wird ihr kalt. Hitzegefühl nachmittags, nach dem Mittagsschlaf. heißer Kopf bei Säuglingen Bor.Heißer Kopf bei Säuglingen; ebenso heiße Handflächen und heißer Mund Bor.heiße Handflächen und heißer Mund.
Schwitzen im Morgenschlaf, beim Anziehen aber wird ihm kalt und er bekommt trockenen Husten mit Rauheit auf der Brust.
HautHaut, Unheilsamkeit der H., kleine Verletzungen schwären und eitern Bor.Unheilsamkeit der Haut, kleine Verletzungen schwären und eitern. alte Narben brechen wieder auf Bor.Alte Narben brechen wieder auf; alte Wunden und Geschwüre neigen zur Eiterung.
Erysipel Bor.Erysipel. Psoriasis. Weißlicher Papelausschlag, hanfsamengroße Papeln, mit rotem Hof, auf Brust und Hals, bis zum Nacken. Hautzustand schlimmer vor der Regel.
Zusammenfassung
Ich wiederhole noch einmal die drei wichtigsten Leitsymptome, die im Allgemeinen ausschlaggebend für die Verschreibung von Borax sind:
  • Verschlimmerung durch Abwärtsbewegung.

  • Stuhlgang, vor dem S. verdrießlich Bor.Vor dem Stuhlgang verdrießlich, missmutig, träge, unzufrieden; nach demselben heiter, zufrieden mit sich und der Welt und froh in die Zukunft blickend.

  • Besserung der psychischen und der körperlichen Symptome nach 23 Uhr.

Ferner können als Leitsymptome betrachtet werden:
  • Entropium, einwärts gekehrte Wimpern, mit Lidrandentzündung.

  • Kopfhaar verfilzt und klebt an den Spitzen zusammen.

  • Sehr heißer Mund bei Aphthen Bor.heißer Mund bei Aphthen.

  • Tag und Nacht grünlicher Stuhl.

  • Leuchtendrote Nasenspitze.

  • Erwachen wie von Schreck Bor.Erwachen wie von Schreck.

  • Dicke, schlecht schmeckende Muttermilch, sodass Stillen unmöglich ist.

Bovista

Essenzielle Merkmale
Bovista sollte in folgenden Fällen in Erwägung gezogen werden.
  • Wenn Stuhl, dünner oder durchfälliger Stuhl vor der Monatsblutung Bov.dünner oder durchfälliger Stuhl der Monatsblutung vorangeht, vor Menorrhagien oder Metrorrhagien auftritt oder sonstige Beeinträchtigungen der Gesundheit ankündigt, selbst akute psychische Störungen.

  • Wenn die Patienten oder Patientinnen von einem Gefühl erzählen, Gefühl, als ob ein bestimmter Körperteil vergrößert sei Bov.als ob ein bestimmter Körperteil vergrößert sei, der Kopf, die Eierstöcke, der Uterus.

  • Bei Menschen, die extrem ungeschickt sind, beim Handeln wie beim Reden oder Schreiben – denen etwa Gegenstände aus der Hand fallen und zerbrechen, die zu Fehltritten und Stürzen neigen, die Wörter falsch anwenden oder falsch schreiben, sich verschreiben.

  • Bei Ausschlägen wie z. B. Ekzemen, Nesselsucht, feuchten Bläschenausschlägen mit Bildung dicker Schorfe, ebenso bei Neurodermitis etc., da Bovista eine ausgeprägte Wirkung auf die Haut ausübt;

  • Bei Menschen mit hämorrhagischer Diathese, da Bovista den Kreislauf stark beeinflusst, eine Erschlaffung des Kapillarsystems herbeiführt und dadurch Blutungsneigung Bov.Blutungsneigung erzeugt;

  • Bei Stottern von Kindern.

  • Bei Blähungen mit Bauchauftreibung und geräuschvollem Abgang von Winden.

Ängstlichkeit mit Erregung und Unruhe
Bovista ist in geistiger wie in emotionaler Hinsicht ein ausgesprochen intensives Mittel. Hat man einen Bovista-Menschen in seinem Sprechzimmer, so wird man sogleich den Aufruhr spüren, den er mit sich hereinbringt. Eine überquellende Ängstlichkeit ist bei diesen Menschen mit Erregung und Unruhe verbunden. Ihr Zustand ist so, dass den Arzt das Gefühl überkommt, sie redeten über ihn hinweg. Manchmal fixieren sie beim Sprechen auch einen Punkt über dem Kopf des Arztes, als redeten sie mit seiner Aura. Oft wird man sich bei solchen Interviews fragen, ob der bzw. die Kranke wirklich in Kontakt zu einem selbst steht – so groß ist seine bzw. ihre Erregung, so massiv die Intensität des Auftretens.
In diesem Zustand fühlen sich Bovista-Menschen getrieben, zu reden und zu reden, aber alles in vollem Ernst. Es scheint, als wollten sie alles von sich erzählen und mit nichts hinter dem Berg halten; man wundert sich wirklich, wie leicht es ihnen fällt, ihre ganz privaten Familienangelegenheiten auszupacken und dabei von Dingen zu sprechen, die anderen Leuten sicherlich peinlich wären. Bovista ist wie ein Motor, der, wenn er einmal angelaufen ist, nicht mehr zum Stillstand zu bringen ist, und bei der Aufnahme des Falles wird man prompt an LACHESIS oder HYOSCYAMUS denken müssen.
Große Redseligkeit, große R. und rückhaltlose Offenheit im Gespräch Bov.Redseligkeit und rückhaltlose Offenheit im Gespräch. Sehr offenherzig, spricht freimütig von ihren Fehlern und erzählt die nackte Wahrheit.
Beim Reden bringen Bovista-Menschen oft Wörter durcheinander oder wenden sie falsch an, und sie verschlucken Silben oder ganze Wörter. Da sie für gewöhnlich sehr schnell sprechen, stottern oder stammeln sie gelegentlich. Beim Schreiben machen sie ähnliche Fehler.
Tatsächlich wünschen sich diese Menschen immer jemanden, mit dem sie reden können, weil sie nicht gern allein sind. In Gesellschaft fühlen sie sich besser. Ein Prüfungssymptom aus Hartlaub/Trinks' Reiner Arzneimittellehre lautet: „In Gesellschaft war sie heiter, allein aber traurig, niedergeschlagen und teilnahmslos.“
Man merkt ihnen an, dass sie vor Emotionen nur so anschwellen, und sie fühlen sich tatsächlich körperlich ebenfalls ganz aufgebläht – was sie auch wirklich sind. Der Körper ist allgemein aufgedunsen. Bovista empfindet es als sehr problematisch, körperlich oder emotional in irgendeiner Hinsicht eingeschränkt zu sein. Nichts kann Bovista-Menschen daran hindern, sich alles vom Herzen zu reden und genauestens zu erzählen, was in ihnen vorgeht, wenn sie erst einmal damit angefangen haben; jegliche Beschränkung ist ihnen dann unerträglich. Sie klagen unter größtem Gefühlsaufwand über ihre Gelenkschmerzen, ihre Hautausschläge, ihre Bauchschmerzen, über dieses Symptom und jenes Wehwehchen, und so könnte man den Eindruck bekommen, sie hätten große Angst um ihre Gesundheit. Doch dieser Eindruck trügt, denn es geht ihnen einfach nur darum, all das mitzuteilen, was ihnen gerade im Kopf herumspukt. Und ähnlich wie sie in dieser Hinsicht keine Beschränkungen aushalten, ertragen sie auch keinerlei enge Kleidung. Ihr Körper ist aufgedunsen und zugleich höchst empfindlich gegen Einschnürung oder Beengung.
Schwellung und Vergrößerungsgefühl
Unsere Arzneien tragen so etwas wie eine Symbolik in sich, und bei Bovista sieht diese Symbolik so aus, dass die Patienten auf allen Ebenen, an Körper, Geist und Emotionen oder wenigstens in bestimmten Regionen dieser drei Ebenen angeschwollen und aufgebläht, Körper, Geist und Emotionen Bov.angeschwollen und aufgebläht sind. Diese Anschwellung, dieses Vergrößerungsgefühl, dieses Überfließen wird schlimmer durch Beengung und bessert sich, wenn ein Ventil zur Befreiung geboten wird, wenn also eine Absonderung auf einer der Ebenen in vollem Umfang eingesetzt hat.
  • Hier mag man wieder an LACHESIS denken, doch fehlen Bovista der Neid und die Bosheit, die wir von LACHESIS kennen. Vielmehr sind Bovista-Menschen von einer gewissen Naivität geprägt, und sie haben ein deutliches Verlangen, die Wahrheit auszusprechen. Und wenn andere die Wahrheit ein wenig geschönt haben, werden Bovista-Menschen sie ungeschminkt offenlegen – selbst dann, wenn sie zu ihrem eigenen Nachteil ist.

  • Die beiden Mittel ähneln sich auch noch in anderer Hinsicht. Bei Bovista ist dünner oder durchfälliger Stuhl eher als Prodrom für größere Katastrophen denn als Befreiung oder Erlösung zu deuten. Wenn Durchfälle auftreten, ist für die Zukunft mit größeren Problemen rechnen. So kann durchfälliger Stuhl bei Bovista-Patientinnen ein Vorzeichen für Leukorrhö, Menorrhagien oder profuse Zwischenblutungen sein. Bei Menorrhagien oder Metrorrhagien ist gelegentlich das eigentümliche Symptom zu beobachten, dass tagsüber, während die Patientin sich bewegt und körperlich anstrengt, eine Besserung eintritt, dass aber während der Nachtruhe die Blutung enorm stark wird.

Bovista-Frauen
Bovista-Frauen können zu Beginn jeder Monatsblutung oder auch unmittelbar davor zu akuten psychischen oder nervös bedingten Ausbrüchen neigen. Dann können sie heftig und gelegentlich gewalttätig werden; es kommt sogar vor, dass sie aus dem Bett springen, das Mobiliar entzweibrechen, Fensterscheiben einschlagen oder Gegenstände aus dem Fenster werfen. Zwingt man eine Patientin in einem solchen extremen Gemütszustand, im Bett zu bleiben, bis die Blutung voll eingesetzt hat, so versucht sie zu beißen und zu spucken, während man sie festhält; sie kreischt, spottet, lacht und zieht Grimassen, wenn man sie anspricht. Der Gemütszustand wird insgesamt besser, sobald die Blutung voll etabliert ist. Diese äußerst massive Form von prämenstruellen Störungen kann von ein paar Stunden bis zu einem ganzen Tag andauern. Den akuten psychischen Störungen geht dünner oder durchfälliger Stuhl voraus.
Eine weitere Form prämenstrueller Probleme kann so aussehen: ständiges Gähnen, gefolgt von Stichen im Hals und einer Empfindung, als würde die Zunge mit einem Messer durchgeschnitten; begleitet von schmerzhaftem Spannen im Mund und Krämpfen der gesamten Gesichtsmuskulatur. Danach kann es zu krampfhaftem Lachen kommen, mit Erstickungs-, Einschnürungs- oder Anschwellungsgefühl im Hals, schließlich gefolgt von Brustkrämpfen und dunkelroter Färbung des Gesichts.
Starke und wechselhafte Gefühle
Allgemein sind die Gefühle von Bovista stark und wechselhaft. Verzweiflung kann mit Hoffnung alternieren, Zorn mit Aufheiterung. „Sehr aufgeheitert; das Leben kam ihr sehr angenehm vor, des Morgens; gegen Abend aber verstimmt und ärgerlich.“ „Bald schien ihm das Leben reizend, bald war es ihm verhasst.“ (Hartlaub/Trinks). Bisweilen können Bovista-Menschen außerordentlich reizbar werden; dann spüren sie ein Bedürfnis zu fluchen und würden sich beim geringsten Anlass am liebsten gleich mit jemandem schlagen.
In diesem Zustand der Reizbarkeit ist auch die oben erwähnte Ungeschicklichkeit verstärkt vorhanden; dann stoßen sie gegen Möbel, lassen Tassen fallen, lassen Wörter aus, bringen vor lauter Zorn Wörter durcheinander und bekommen alles in den falschen Hals. Ein solcher ärgerlicher und übellauniger Zustand kann z. B. bei Kopfschmerzen oder Übellaunigkeit nach dem Koitus Bov.nach dem Koitus eintreten. Die stark gefühlsbetonten Bovista-Menschen können große Empfindlichkeit entwickeln und neigen dazu, alles übelzunehmen.
Weitere Merkmale
  • Sämtliche Beschwerden können durch Essen gebessert werden – besonders die Bauchschmerzen, obwohl sich nach einer Mahlzeit Druck und Schweregefühl im Magen sowie Trägheit einstellen können. Es kann auch zu Konzentrationsstörungen Bov.Konzentrationsstörungen kommen: stellt beim Sprechen und Schreiben Worte falsch; sehr zerstreut, verschreibt sich leicht, lässt ganze Silben weg und schreibt manche Worte ganz verkehrt.

  • Die Zerstreutheit geht mit Gedächtnisschwäche Bov.Gedächtnisschwäche einher. „Er erinnert sich nur mit Mühe der vor einigen Stunden verrichteten Geschäfte.“ (Hartlaub/Trinks). Die Sinne sind abgestumpft und benommen; die Patienten starren gedankenlos vor sich hin oder ins Leere. Ihr Auffassungsvermögen arbeitet langsam; manchmal verstehen sie auch wegen einer gewissen Schwerhörigkeit nicht richtig, was gesagt wurde.

  • Zuweilen fühlen sie sich wie betäubt oder ganz benommen und verwirrt. „Ein zusammenziehendes Gefühl und wie dumm im Kopfe, Benommenheit, nach dem Frühstück vergehend Bov.nach dem Frühstück vergehend.“ „Beim Stehen, plötzlicher Anfall von Schwindel und Dummlichkeit im Kopfe; sie verlor auf einen Augenblick das Bewusstsein …“ (Hartlaub/Trinks, Hervorhebung G. Vithoulkas). Kopfeingenommenheit beim Bücken; schwindlig und wie betäubt im Kopf nach dem Bücken. Benommenheit stellt sich auch nach dem Genuss alkoholischer Getränke ungewöhnlich schnell ein. Werden Bovista-Menschen nachts aus dem Schlaf geweckt, so kann es vorkommen, dass sie sich nicht zurechtzufinden wissen.

  • Auch nach sexuellen Exzessen können Geistes- und Gemütssymptome auftreten. Auf den Koitus, auf den K. kann Benommenheit mit einem taumeligen Gefühl im Kopf folgen Bov.Koitus kann Benommenheit mit einem taumeligen Gefühl im Kopf folgen.

  • Melancholische Phasen. Teilnahmslos und in düstere Gedanken versunken. Stiller Trübsinn, verbunden mit Ruhelosigkeit. Solche Zeiten der Niedergeschlagenheit können von Trägheit und Gleichgültigkeit begleitet sein. „Verdrießlich, missmutig und gleichgültig gegen das Leben.“ „Sehr bang und zugleich ärgerlich; es behagt ihr keine Arbeit.“ (Hartlaub/Trinks)

  • Charakteristische Wahnideen sind vor allem die Vergrößerungsgefühle: Wahnideen, Körperteile, Kopf seien vergrößert Bov.Körperteile, etwa der Kopf oder das Herz, seien vergrößert. Auch Wahnideen von herumkriechendem Ungeziefer oder kriechenden Würmern werden berichtet.

Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Krämpfe nach starken Gemütsbewegungen oder vor der Regel.

  • Koliken, gebessert durch Essen Bov.Koliken jeglichen Ursprungs, begleitet von hochrotem Urin und gebessert durch Essen.

  • Blähungsauftreibung und geräuschvoller Abgang von Winden.

  • Symptome von Überanstrengung; von Anstrengung der Hände.

  • Ausgeprägte Mattigkeit, Schwäche und Kraftlosigkeit, besonders in den Gelenken.

  • Mittags beim Niedersetzen ein plötzlicher Anfall, wie Ohnmacht, gleich als kehrten sich die Gegenstände von unten nach oben.

  • Boericke gibt an, dass Bovista bei multipler Neuritis angezeigt sein kann, während des durch Taubheit und Kribbeln charakterisierten Stadiums.

  • Aufgeblähte oder aufgedunsene Körperoberfläche, mit Vergrößerungsgefühlen Bov.aufgedunsene Körperoberfläche, mit Vergrößerungsgefühlen (Kopf, Herz usw.). Die Haut der Finger bekommt von Instrumenten (z. B. vom Arbeiten mit Schere oder Messer) ungewöhnlich starke Eindrücke.

  • „Ausgeschlagene“ Mundwinkel, Mundwinkelrhagaden.

  • Die Haut ist berührungsempfindlich; verträgt keine enganliegende Kleidung, besonders nicht an der Taille.

  • Überwiegend Frösteln, mit Zugluftempfindlichkeit.

  • Beim Abendessen (nervöse) Schauder und Kälte, beim Abendessen Bov.Schauder und Kälte.

  • Frühmorgens Schweiß, besonders auf der Brust Bov.Schweiß, besonders auf der Brust. Achselschweiß Achselschweiß riecht nach Zwiebeln Bov.riecht nach Zwiebeln.

  • Hitzewallungen beim Essen. Blutwallungen mit Durst.

  • Kein Appetit auf Gekochtes, nur auf Brot, Appetit nur auf Bov.Brot.

  • Von der starken Wirkung auf die Haut war schon die Rede; nach Clarke hat Bovista auch Hühneraugen und Warzen geheilt.

  • Beschwerden erscheinen bei warmes Wetter, Sommer, Beschwerden im Bov.warmem Wetter und im Sommer.

  • Verschlimmerung: durch kalte Speisen, Kaffee, Wein, vor der Regel, durch Warmwerden, bei heißem Wetter und bei Vollmond.

  • Besserung: durch Zusammenkrümmen, durch Essen, Besserung durch Bov.Essen und durch warme Speisen.

Lokalsymptome
SchwindelPlötzliche Schwindelanfälle mit „Dummlichkeit“ im Kopf, vor allem beim Aufstehen. Kann dabei auf einen Augenblick das Bewusstsein verlieren; vorher und nachher drückendes Kopfweh, morgens. Schwindelgefühl und Benommenheit im Kopf nach Beischlaf Bov.Benommenheit im Kopf nach Beischlaf.
KopfEin wichtiges Leitsymptom ist das Gefühl, der Kopf sei vergrößert oder werde größer Bov.Gefühl, der Kopf sei vergrößert oder werde größer; es wird besonders im Hinterkopf empfunden.
  • Kopfschmerzen mit Schwere des Kopfes und Unfähigkeit, anhaltend zu denken, besonders schlimm nach Erwachen aus dem Mittagsschlaf. Kopfschmerzen sind drückend, stechend und betäubend.

  • Zusammenziehende, -drückende oder -pressende Schmerzen im Kopf, die manchmal Kopfschmerzen, die nach dem Frühstück vergehen Bov.nach dem Frühstück vergehen; oft dann beginnend, wenn er aus dem Freien ins Zimmer kommt oder wenn der Kopf warm wird; schlimmer durch Bettwärme. Es gibt jedoch auch ein heftig drückendes Kopfweh mit Schweregefühl nach Gehen im Freien, das nachts verschwindet, aber morgens, gleich nachdem man ins Freie kommt, wiederkehrt und im Zimmer wieder vergeht.

  • Zusammenschraubende und Zerschlagenheitsempfindungen im und außen am Kopf. Im Hinterkopf Schmerz, als würde ein Keil eingedrückt.

  • Ein Toben im ganzen Gehirn, in kalter Luft entstehend und im Zimmer anhaltend, morgens um 8 Uhr.

  • Kopfschmerzen werden tief im Gehirn empfunden.

  • Kann des Nachts aus Furcht vor unerträglichen Schmerzen, die erst gegen Morgen etwas nachlassen, den Kopf nicht heben.

  • Kopfschmerzen morgens rechtsseitig, abends linksseitig Bov.Kopfschmerzen morgens rechtsseitig, abends linksseitig.

  • Beim Erwachen um 3 Uhr morgens sehr heftiger Kopfschmerz, der ihn jeden Pulsschlag spüren lässt und den Kopf auseinanderzutreiben droht.

  • Schmerzhaftes Pochen, Klopfen oder Schlagen in der rechten oder linken Kopfseite, besonders morgens; auch von rechts nach links. Zucken oder „Fippern“ im Gehirn.

  • So heftiges Jucken an der ganzen behaarten Kopfhaut, bis an den Nacken, Jucken an der behaarten Kopfhaut, besonders wenn er warm wird, Kratzen bessert nicht Bov.besonders wenn er warm wird, dass er sich an der Stirne aufkratzt; durch Kratzen verliert es sich nicht. Wunde, juckende Stellen auf der behaarten Kopfhaut. Überaus große Empfindlichkeit der Kopfhaut bei Berührung, überaus große Bov.Empfindlichkeit der Kopfhaut auf Berührung. Haarausfall.

AugenSchmerzhaftes Drücken und Wirbeln in der Augenhöhle, die Orbita ist Augenhöhle sehr empfindlich beim Daraufdrücken Bov.sehr empfindlich beim Daraufdrücken; Augenhöhle sehr empfindlich während der Menses Bov.während der Menses.
Schmerzen in den Augen, die ihn dazu zwingen, sie Augen, Schmerzen in den A. zwingen dazu. sie geschlossen zu halten Bov.geschlossen zu halten.
Matte Augen, ohne Glanz und Feuer. Morgens zugeklebte Augenlider; Tränen der Augen. Reizung oder Entzündung der Lider; gerötete Augenwinkel. Spannen in der (linken) Augenbraue.
Amaurosis.
Gegenstände scheinen ihr näher, als sie es in Wirklichkeit sind. Sie fürchtet sich, die neben ihr sitzende Person steche ihr mit der Schere in die Augen, obschon diese zwei Schritte entfernt von ihr sitzt; aller Versicherungen ungeachtet kam es ihr vor, als wäre die Schere dicht vor ihrem Auge.
OhrenSausen im linken Ohr, mit Gehörverminderung, kurze Zeit. Er hört nicht ganz deutlich, versteht vieles falsch und spricht auch manchmal falsch Bov.versteht vieles falsch und spricht auch manchmal falsch.
Ein Geschwür im rechten Ohr, mit Schmerz darin beim Schlingen. Dicke, nässende Krusten an den Ohren. Bovista hat langjährige eitrige und übelriechende Otorrhö zum Verschwinden gebracht.
Jucken in den Ohren, was durch Hineinbohren mit dem Finger vergeht. Stechende und ziehende Schmerzen. Reißen: nachmittags; vor dem Ohr, nach dem Mittagessen; tief im Ohr, mit spannendem Gefühl am Rande der Ohrmuschel. Zucken im äußeren Ohr.
NaseJedesmal beim Schnäuzen oder Niesen Nasenbluten von einigen Tropfen. Morgendliches Nasenbluten, morgendliches Bov.Nasenbluten.
Septum rot, wund, blutend. Schorfe und Grinde in den Nasenlöchern Bov.Schorfe und Grinde in den Nasenlöchern, Schorf erneuert sich nach dem Abreißen öfters; Brennen wie wund in der Nase.
Das Nasensekret ist zäh und Nasensekret ist fadenziehend Bov.fadenziehend. Die Nase ist verstopft, was das Luftholen und Sprechen sehr behindert; „schnupfige Stimme“ morgens. Das linke Nasenloch ist verstopft, und doch laufen einzelne Tropfen Wasser heraus.
GesichtStarkes Wechseln der Gesichtsfarbe, bald wurde sie sehr rot, bald ganz bleich. Früh nach dem Aufstehen ist sie sehr blaß im Gesicht.
Wangen und Lippen fühlen sich geschwollen an oder sind es tatsächlich Bov.Wangen und Lippen fühlen sich geschwollen an oder sind es tatsächlich. So große Hitze in den Wangen, dass sie glaubt, sie sollten bersten. Blasse Schwellung, blasse S. von Wange und Oberlippe Bov.Schwellung von Wange und Oberlippe nach Zahnschmerzen.
Die Lippen und Mundwinkel sind aufgesprungen Bov.Lippen und Mundwinkel sind aufgesprungen. Eiterpusteln oder Papeln am Mundwinkel; an den Lippen. Feinstechen wie mit Nadeln oder wie von einem Splitter in der Unterlippe.
Bohren und Wühlen in beiden Jochbeinen. Reißen im Unterkiefer vor dem Ohr; Klopfen in den Submaxillardrüsen, mit Schwellung derselben.
Akne, schlimmer im Sommer Bov.Akne, schlimmer im Sommer.
MundZahnfleisch, sooft er am Zahnfleisch zieht, bekommt er Blut in den Mund Bov.Sooft er am Zahnfleisch zieht, bekommt er Blut in den Mund; dabei schmerzt ihm das ganze Zahnfleisch. Überhaupt Neigung zum Zahnfleischbluten Bov.Zahnfleischbluten. Morgens geronnenes Blut im Mund.
Zahnfleischgeschwüre mit Wundheitsschmerz, Zahnfleischgeschwüre, aus denen beim Daraufdrücken Blut kommt Bov.aus denen beim Daraufdrücken Blut kommt. Zahnschmerzen in den oberen Schneidezähnen, Zahnschmerzen, gefolgt von Anschwellen der Oberlippe und Wange Bov.gefolgt von Anschwellen der Oberlippe und Wange. stechende Schmerzen in den Zähnen, die bis in die Augen gehen Bov.Stiche in den Zähnen, die bis in die Augen gehen. Ziehendes Zahnweh, als würden die Zähne herausgerissen. Zahnschmerzen können durch Ziehen an den Zähnen mit der Zunge kann Zahnschmerzen verbessern oder verschlechtern Bov.Ziehen an den Zähnen mit der Zunge sowohl gebessert als auch verschlechtert werden; besser auch beim Gehen im Freien und durch Wärme bzw. Warmes.
Morgens gelb belegte Zunge. Schneidende Schmerzen in der Zunge, wie von einem Messer, vor Zunge, Schmerzen in der Z. vor Asthma Bov.Asthma. Geschwüre auf der Zunge, beim Berühren wund schmerzend. Viel Speichelzusammenfluss im Mund; oder große Trockenheit, als hätte sie Sand darin. Große Trockenheit morgens beim Erwachen, sodass die Zunge fast wie Holz ist.
Bitterer, fauler oder übler Mundgeschmack; fauler Mundgeruch. Früh beim Erwachen ist der ganze Mund wie taub und verbrannt, mit bitter-schleimigem Geschmack und Trockenheit im Hals.
Stechender Schmerz im Gaumen, der von da ins Kinn geht.
Stottern Bov.Stottern. Beim Lesen stottert er zuweilen; manche Worte kann er nicht schnell aussprechen.
HalsKratzen und Brennen im Hals Bov.Brennen im Hals. Morgens beim Erwachen trocken und rauh im Hals. Stechen beim Schlucken. Wenn er Speichel verschluckt, schmerzt es, als stecke etwas im Hals; Speisen konnte er dagegen gut schlucken. Stechen im Hals vor Asthma Bov.Stechen im Hals vor Asthma.
Atemwege, Husten, Brust, HerzHeftiges Kratzen in der Kehle, wie wund, Brust, Kratzen in der Kehle, bis in die B. hinab Bov.bis in die Brust hinab.
Bei jeder Anstrengung der Hände Kurzatmigkeit. Hustenreiz, erregt durch Kitzel in Hals, Kehle, Luftröhre oder Brust. Husten abends locker, morgens trocken.
Beklemmung und Zusammenschnüren der Brust, schlimmer durch Genuss trockener Speisen Bov.Beklemmung und Zusammenschnüren der Brust: schlimmer durch Genuss trockener Speisen; kann nichts auf der Brust ertragen, der Hosenbund scheint ihm zu eng; während der Fieberhitze; mit Hitze in der Brust und allgemein. Stechen in der Brust, beim Mittagessen Bov.Stechen in der Brust, von vorn nach hinten, durch Tiefatmen vermehrt, beim Mittagessen; Bruststiche nach dem Mittagessen Bov.Bruststiche nach dem Mittagessen.
Brustkrämpfe vor der Regel.
Juckender Ausschlag auf der Brust, der durch Kratzen noch schlimmer wird. Schweiß auf der Brust am frühen Morgen, von 5 bis 6 Uhr.
Sichtbares Herzklopfen beim Treppensteigen, mit Herz, Gefühl, als arbeitete das Herz in WasserGefühl, als arbeitete das Herz in Wasser Bov.Gefühl, als arbeitete das Herz in Wasser.
MagenStarker Hunger gegen Abend; oder kaum Appetit höchstens auf Brot Bov.Appetit, höchstens auf Brot (und nicht auf Gekochtes). Viel Durst, besonders abends, nach kaltem Wasser oder Weinschorle.
Morgens große Übelkeit, mit Brechreiz; doch kam bloß Wasser heraus, mit Übelkeit; Übelkeit vergeht nach dem Frühstück Bov.nach dem Frühstück hörte es auf. Übelkeit morgens und vormittags, mit Frösteln, Kälte oder Fieberschaudern, dass sie sich gar nicht erwärmen konnte.
Häufiges leeres Aufstoßen, häufiges leeres Bov.Aufstoßen, selbst vor dem Frühstück. Schluckauf vor und nach dem Essen (besonders Mittagessen).
Im Magen ist es ihr so kalt, als läge ein Eisklumpen darin, mit Schmerzen. Gluckern im Magen, morgens, was nach dem Essen vergeht. Magendrücken, besser durch Essen.
AbdomenZu den Leitsymptomen von Bovista gehört Blähungsauftreibung mit geräuschvollem Abgang von Winden Bov.Blähungsauftreibung mit geräuschvollem Abgang von Winden. Nächtliche Aufblähung des Bauches.
Heftige Koliken: Koliken gebessert durch Essen Bov.gebessert durch Essen; mit Zittern und Zähneklappern vor Kälte; besser beim Herumgehen und Aufdrücken auf den Leib, Koliken schlimmer in der Ruhe Bov.schlimmer in der Ruhe; Koliken mit hochrotem Urin Bov.mit hochrotem Urin; kneifend-zusammendrehender Schmerz, aussetzend, unter dem Nabel beginnend und zum Oberbauch ziehend, mit spärlichem, rötlichem Urin. Oft kann nichts helfen außer Essen. In der Prüfung zeigte sich aber auch folgendes Symptom: Nach dem Essen schrecklicher Leibschmerz, als wenn der Leib mit Messern zerschnitten würde.
Fürchterliches Leibschneiden, dass er sich ganz krumm biegen muss; dadurch wird es besser. Der Bauch ist innerlich und äußerlich so empfindlich, dass sie ihn nicht berühren durfte und gekrümmt gehen musste. Morgens Kneifen im Leib mit Frieren (Fieberfrost).
Heftiger Schmerz, wie Zusammenschnüren, in der rechten Leiste, beim Ausstrecken des Körpers erleichtert. Stechen in der Lendengegend, beim Umdrehen des Körpers vermehrt.
Geschwürigkeitsschmerz und Reißen im Unterleib, mit Durchfall und Mattigkeit, Unterleibsschmerzen während der Regel Bov.während der Regel.
Schmerz fast wie Brennen in beiden Bauchseiten, nach dem Mittagessen. Stiche im Bauch beim Bücken. Brennendes Stechen im linken Hypochondrium, beim Gebücktsitzen, was beim Aufrichten vergeht.
Rektum und StuhlVor und bei der Regel öfters Durchfall vor und während der Regel Bov.Durchfall. Durchfall auch nach der Monatsblutung. Diarrhö bessert sich Durchfall bessert sich nach dem Frühstück Bov.nach dem Frühstück. Chronischer Durchfall bei alten Leuten, nachts und vor allem Durchfall, chronischer D. frühmorgens Bov.frühmorgens. Durchfall mit Koliken, Schneiden oder wie geschwürigen Schmerzen im Bauch. Durchfall mit Zwang und Brennen im After.
Es kommt jedoch auch Stuhlverstopfung vor. Harte und schwergehende Stühle. Oft ist der erste Teil des Stuhls hart, der zweite dagegen dünn und wäßrig. Nach einem gewöhnlichen Stuhlgang ein Gefühl, als sollte noch Durchfall nachfolgen.
Nächtlicher Stuhldrang; vergeblicher Stuhldrang. Flüchtige Stiche durch den Damm nach dem Mastdarm und den Geschlechtsteilen zu.
HarnorganeHäufiger Harndrang, häufiger, auch gleich nach der Miktion wieder Bov.Harndrang, auch gleich nach der Miktion wieder. Häufiger und vermehrter Urinabgang nachmittags und nachts.
Jucken oder Brennen in der Harnröhre außerhalb des Wasserlassens. Stiche in der Harnröhre. Brennen in der Harnröhre beim und nach dem Wasserlassen. Harter Knoten in der Urethra. Die Mündung der Harnröhre ist entzündet und zugeklebt. Urin trübe, wie Lehmwasser, mit violettem Bodensatz; oder von hochgelber Farbe, mit einer langsam sich bildenden Wolke.
Männliche GeschlechtsorganeErhöhter Geschlechtstrieb mit häufigen Pollutionen; sexuelle Exzesse verschlimmern allgemein. Roter, harter, schmerzhafter, eiternder Knoten in der Haut des Penis.
Weibliche GeschlechtsorganeDas große Leitsymptom von Bovista in diesem Bereich sind Durchfälle vor und während der Regel; auch nach den Menses.
Die Blutung kann zu früh und zu reichlich eintreten, ja sogar alle zwei Wochen, mit viel dunklem und klumpigem Blut; aber auch zu spät und spärlich. Bei Menorrhagie ist die Menorrhagie, Blutung nachts oft verstärkt Bov.Blutung nachts oft verstärkt, und tagsüber sowie Menorrhagie, bei Bewegung blutet es weniger Bov.bei Bewegung blutet es weniger; andererseits kann Menorrhagie, körperliche Anstrengung kann das Einsetzen der Blutung auslösen Bov.körperliche Anstrengung das Einsetzen der Blutung auch auslösen. Ebenso kommt es vor, dass das Menses, Blut fließt morgens am stärksten Bov.Blut morgens am stärksten fließt, den Tag über und die Nacht aber nur gering; oder die Menses beginnen abends beim Hinlegen.
Nach Mitternacht schmerzhaftes Drängen nach den Genitalien mit großer Schwere im Kreuz vor der Regel, besser mit dem Blutabgang Bov.Drängen nach den Genitalien mit großer Schwere im Kreuz, was den nächsten Tag mit dem Blutabgang wieder nachließ.
Auch Zwischenblutungen kommen vor, z. B. Schmierblutungen außerhalb des Zyklus Bov.Schmierblutungen außerhalb des Zyklus.
Fluor ein paar Tage vor oder ein paar Tage nach der Monatsblutung Bov.Fluor ein paar Tage vor oder ein paar Tage nach der Monatsblutung. Der Fluor kann dick und zäh sein, Fluor, wie Eiweiß, besonders im Gehen abgehend Bov.wie Eiweiß, und geht besonders im Gehen ab. Es kommt auch Fluor, grünlicher Bov.grünlicher, scharfer, ätzender Fluor vor, der grüne Flecken in den Kleidern hinterlässt.
Während der Menses Empfindlichkeit und Wundheit in der Schamregion und Wundheit in den Leistenbeugen. Bovista hat auch Fälle von Eierstockzysten Bov.Eierstockzysten geheilt.
Äußerer Hals und RückenSpitziges Stechen im Genick, das sich gegen das Ohr zieht. Schmerzhaftes Spannen in der rechten Halsseite bei Bewegung des Kopfes, mit Zucken im linken Ohr. Reißen in den Sehnen der linken Halsseite. Geschwollene Halslymphknoten mit spannenden und ziehenden Schmerzen. Stechender und reißender Schmerz am inneren Rand des Schulterblatts beim Gebücktsitzen, beim Aufrichten vergehend.
Hartnäckige Rückenschmerzen mit Steifheit nach dem Bücken. Schmerz in der Nierengegend. Laufen wie von Insekten im Rücken. Heftiges Jucken an der Spitze des Steißbeins, muss sich wund kratzen Bov.Jucken an der Spitze des Steißbeins, muss sich wund kratzen.
ExtremitätenSehr matt in Händen und Füßen, den ganzen Tag. Gliederschmerzen bei Fieberfrost Bov.Gliederschmerzen bei Fieberfrost. Ödem im Gelenk nach einer Fraktur.
Schwäche und Kraftlosigkeit in Armen und Händen; Ungeschicklichkeit, läßt alles fallen Bov.Ungeschicklichkeit, lässt alles fallen. Schwäche wie gelähmt und Verrenkungsschmerz in Schulter- und Handgelenken.
Spannen in den Schultergelenken, wie wenn die Sehnen zu kurz wären; kann nicht schreiben. Zerschlagenheitsschmerz im Humerus, durch festes Aufdrücken gemildert. Jucken der Arme nach Waschen, Waschen ruft Brennen und Beißen hervor.
Reißen am Ellenbogen, vor allem morgens; bohrend stechender Schmerz unter dem Ellenbogen, der sich bis zu den Fingern erstreckte, worauf diese wie gelähmt wurden.
Die Hand, rechte zentnerschwer Bov.rechte Hand ist zentnerschwer. Zittern in den Händen, mit Herzklopfen und Beängstigung. Krampfhaftes Ziehen in den Sehnen am Handgelenk. Wenn sie etwas anfassen will, Stechen in der (rechten) Handwurzel, besonders wenn sie Daumen und Zeigefinger zusammenbringt.
Ausschläge: trockene rötliche oder harte, juckende und brennende Papeln auf der Hand; weiße Bläschen mit rotem Hof auf der Hand; nässende Flechten auf dem Handrücken. Die Haut der Finger bekommt von Instrumenten (z. B. vom Arbeiten mit der Schere, dem Messer etc.) ungewöhnlich starke Finger, Haut der F. bekommt ungewöhnlich starke Eindrücke Bov.Eindrücke. Panaritium; auf einen Nadelstich hin.
Beine neigen zum Einschlafen und Kribbeln, besonders nachmittags, Beine kribbeln, sodass sie nicht darauf stehen konnte Bov.sodass sie nicht darauf stehen konnte.
Jucken der Beine, besser oder unbeeinflusst durch Kratzen.
Schwächegefühl im rechten Bein nach Durchfall. Stechen im Oberschenkel beim Hinsetzen und im Knie beim Aufstehen vom Sitzen; Steifigkeit und Schmerz im Knie, wenn er es ausstrecken will. Überhaupt häufiges und anhaltendes Stechen und Steifheitsgefühl im Knie.
Wadenkrämpfe morgens im Bett, so heftig, dass der Schmerz bis zum Abend anhalten kann, mit Gefühl, als wäre das Bein zu kurz.
Starke Stiche im Außenknöchel des rechten Fußes. Ziehen und Reißen in den Füßen.
Ausschläge: roter, krustiger Ausschlag an Oberschenkeln und in den Kniekehlen, der wochenlang verschwinden kann und dann Ausschlag an den Oberschenkeln, bei heißem Wetter oder bei Vollmond zurückkehrend Bov.bei heißem Wetter oder bei Vollmond zurückkehrt; harte, rote, juckende und brennende Papeln am Fuß, Kratzen verschlimmert; schorfige Ausschläge an der Fußsohle; wund schmerzende Bläschen am Fußrücken, an den Zehenwurzeln.
Die Zehen schmerzen beim Auftreten. Schmerzhafte Hühneraugen.
Ovarien, Zysten Bov.SchlafAbends zeitig überaus große Schläfrigkeit. Kann nach dem einschlafen, kann nach dem Koitus lange nicht Bov.Koitus lange nicht einschlafen. Schläft unruhig und wacht oft auf. Schlaf gestört durch Kratzen in der Kehle, muss Schleim ausräuspern; durch Jucken und Brennen eines Nesselausschlags.
Träume voller Angst und Schrecken Bov.Träume voller Angst und Schrecken: dass sie in einem Keller, dessen Gewölbe eingestürzt war, bleiben musste und nicht heraus konnte; von Schlangen, die sie bissen, dass sie sterben sollte; von Überschwemmung und dass jemand ins Wasser gefallen sei.
Fieber, Frost, SchweißFrost mit Schmerzen Bov.Frost mit Schmerzen, besonders Gliederschmerzen. Frieren beim Essen, bei Koliken, Übelkeit etc.; Schauder und Kälte beim Abendessen. Frösteln oder Schüttelfrost nicht gebessert durch äußere Wärme: auch im warmen Zimmer und am warmen Ofen. Frieren frühmorgens um 5 Uhr oder von 6–9 Uhr, auch mit äußerer Kälte.
Wechselfieber, jeden Abend von 19–22 Uhr starker Frost Bov.Wechselfieber: Jeden Abend von 19–22 Uhr starker Frost, verbunden mit Schauder; dieser Frost kann auch die ganze Nacht anhalten. Frost überwiegt; langanhaltendes Froststadium ohne nachfolgendes Hitze- und Schweißstadium und ohne daß Durst folgt Bov.langanhaltendes Froststadium ohne nachfolgendes Hitze- und Schweißstadium und ohne dass Durst folgt.
Achselschweiß riecht nach Zwiebeln Bov.Achselschweiß riecht nach Zwiebeln. Allmorgendlich von 5–6 Uhr Schweiß, besonders auf der Brust.
HautUrticaria bei Aufregung Bov.Urticaria bei Aufregung, mit rheumatischer Lahmheit, Herzklopfen und Urticaria mit Neigung zum Durchfall Bov.Neigung zum Durchfall. Jucken nachts und bei oder nach Waschen oder Baden sowie Jucken während der Regel Bov.während der Regel.
Krustige Ausschläge bei warmem Wetter; Akne, schlimmer im Sommer Bov.Akne, schlimmer im Sommer. Nässende Ausschläge in Ellenbeugen und Kniekehlen, die dicke Krusten bilden. Schmerzende und eiternde Warzen.

Brachyglottis repens

Essenzielle Merkmale
Bei dieser Arznei dominieren die Nieren- und Blasensymptome. Man sollte sie in Betracht ziehen bei Fällen von Glomerulonephritis mit exzessiver Albuminurie. Es besteht enormer und sehr eiliger Harndrang; geht der Kranke nicht sofort auf die Toilette, so wird er Urin verlieren. Er hat heftige Schmerzen am Blasenhals und in der Harnröhre; vor allem treten diese Schmerzen auf, wenn der Patient dem Harndrang nicht augenblicklich nachgibt.
Der Urin wird in großer Menge ausgeschieden und ist von blasser Farbe und niedrigem spezifischem Gewicht. Außer Eiweiß kann er Harnfilamente enthalten, die aus Schleimfäden oder Schleimflocken mit Epithelien bestehen.
Ein Leitsymptom ist eine flatternde Empfindung in Magen oder Abdomen bzw. ein Gefühl von Plätschern oder Platschen in der Blase. Der Zustand wird begleitet von Frösteln, Schaudern, Neigung zum Strecken, besonders der Glieder, Muskelschmerzen und Berührungsempfindlichkeit, Mattigkeit, Schwäche, innerlichem Pochen oder Pulsieren und Abmagerung.
Das Mittel kann jedoch auch bei anderen pathologischen Zuständen angezeigt sein. So konnte eine Dysmenorrhö mit dem charakteristischen Flattergefühl im Bauch und im rechten Ovar mit Brachyglottis geheilt werden. Auch bei Prostatitis kann es nützlich sein. Als weitere Indikation nennt Boericke Schreibkrämpfe (vgl. dazu die Prüfungssymptome unten). Typisch für das Mittel sind ferner pochende Schmerzen Brach.pochende Schmerzen, die in der Prüfung einen auffallend großen Raum einnehmen. Schmerzen können am ganzen Körper empfunden werden, tendenziell ist jedoch eher die rechte Seite betroffen. Im Prüfungsbericht heißt es, dass die Wirkung von Brachyglottis sich eher auf Rückgrat und Nerven, Wirkung auf Brach.Rückgrat und Nerven richtet als auf die Muskeln. Allerdings wird auch gesagt, dass die Schmerzen, die zunächst einen eher nervösen Charakter hatten, sich im Verlauf der Prüfung zu Muskelschmerzen entwickelten und länger andauerten (während sie zunächst flüchtig und kurz dauernd waren).
Beobachtet wurden ferner: allgemeines Schweregefühl und Schläfrigkeit; Jucken in Ohren und Nasenlöchern; Brustbeklemmung.
Lokalsymptome
KopfSchwindelgefühl mit Gesichtsröte.
Pochende Kopfschmerzen: in der Stirn; Kopfschmerzen, in der Gegend des rechten Ohrs, von dort zu den Augen und dann zum Hals wandernd Brach.in der Gegend des rechten Ohrs, von dort zu den Augen und dann zum Hals wandernd. Sehr intensive Kopf- und Gesichtsschmerzen, die vom Schlaf abhalten.
Kälte- und Spannungsgefühl an der Kopfhaut. Steigendes Verlangen, den Kopf zu beugen. Wunde Empfindlichkeit am ganzen Kopf, mit steifem Hals.
Augen, Ohren, NaseRote Augenwinkel.
Jucken und feines Stechen in den Ohren. Kribbeln im Ohr, mit Absonderung von Sekreten daraus. Abends Schmerz im linken Ohr.
Wunde, juckende, brennende Nasenlöcher. Reizung in den Nasenlöchern, mit wiederholtem Niesen und Empfindlichkeit gegen die eingeatmete Luft, die zu scharf scheint. Jucken in der Nase.
GesichtGesichtshitze bei Frösteln. Gerötetes Gesicht, oder allgemein kränklich wirkendes Aussehen. Linksseitiger Gesichtsschmerz, der auch die Glandula submaxillaris einzubeziehen scheint, mit starken Schmerzen dort. Wunde Empfindlichkeit am Jochbeinfortsatz, besonders rechts. Plötzliche lanzinierende Schmerzen in der rechten Gesichtsseite. Zucken in der linken Gesichtsseite. Wunde Mundwinkel, dann schwellen die Lippen an, wodurch es besser wird.
Mund und HalsZunge wund und empfindlich oder taub und prickelnd. Hitze im Mund. Zahnschmerzen strahlen zum Ohr aus. Trockener Hals, trockene Lippen. Rauher, kratzender Hals; Halsweh durch Schlucken verstärkt.
Atmung und BrustAtembeklemmung, Seufzen erleichtert Brach.Atembeklemmung, Seufzen erleichtert; abends. Fliegende Schmerzen über Brust und Herzgegend. Schießende Schmerzen in den Brustmuskeln der Herzregion. Pochen im Brustbein, mit Schmerz in den Brustmuskeln. Schmerzhafte Empfindlichkeit im Warzenfortsatz des Brustbeins.
Magen und AbdomenFlatternde Empfindung im Magen, im Bauch Brach.Flatternde Empfindung im Magen; im Bauch. Pochen: in der rechten Seite von Magen und Darm, mit Wundheit und Empfindlichkeit abends nach Teetrinken; in der linken Leiste; im rechten Hypochondrium. Beinahe ständiger Schmerz in den Leisten, mit Mattigkeit der Beine.
Appetitlosigkeit. Übelkeit und Aufstoßen, das nach dem Gegessenen schmeckt, abends. Völlegefühl mit Magenschmerzen. Kolik, mit Stuhldrang.
Rektum und StuhlZusammenschnürende Schmerzen im Anus beim Stuhlgang. Schmerzhafte Stuhlverstopfung; erfolgloser Stuhldrang.
Trockene, knotige Stühle, geformt wie Bälle. Durchfälle abends; Durchfallneigung nach geringster Unvorsichtigkeit beim Essen. (Diese Symptome zeigten sich erst im weiteren Verlauf der Prüfung; zu Anfang überwogen trockene Stühle und Stuhlverstopfung.)
Harn- und männliche GeschlechtsorganeDruck und Wundheitsschmerz im Blasenhals Brach.Druck und Wundheitsschmerz im Blasenhals. Ständiger Harndrang, ständiger Brach.Harndrang, mit Gefühl, als sei die Blase nicht richtig entleert (auch nachdem eine große Menge Wasser gelassen worden war).
Beim Wasserlassen Blasenschmerzen und Wundheitsgefühl in der Harnröhre; Gefühl, als könnte er den Urin nicht halten. Nach Blasenentleerung Drücken und scharfer Schmerz in der Harnröhre, mit Stechen im Penis. Nagen und Wundheitsschmerz in der Nierenregion. Blase, platschendes oder plätscherndes Gefühl in der Brach.Platschendes oder plätscherndes Gefühl in der Blase.
Verringertes spezifisches Gewicht des Urins. Reichlicher Urin, blass gefärbt, mit Eiweiß und Harnfilamenten (Schleimflocken und Epithelien). Dunkel gefärbter Urin, sauer reagierend; mit durchsichtigen, wachsartigen Harnzylindern.
Chronische Verhärtung der Prostata. Wundheitsschmerz in den Leisten, der im Samenstrang zu sitzen scheint, mit einem Bohren oder Schaudern durch den Penis. Pochen im Penis und Harndrang; Druck auf der Blase.
Äußerer Hals und RückenOpisthotonus Brach.Opisthotonus. Gefühl, als wollte sich der ganze Rücken nach hinten zusammenziehen, das auch die Halsmuskeln einbezieht. Steifer Hals. Halsschmerzen beim Drehen des Kopfes; Empfindlichkeit an den Ansatzstellen des Musculus sternocleidomastoideus.
Viele Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen, manchmal mit Schwäche der Extremitäten.
Die ersten Brustwirbel sind äußerst berührungsempfindlich.
Isolierter pochender Schmerz in der rechten Rückenseite.
Wundheitsschmerz im unteren Teil der Wirbelsäule, sehr heftig, den man fast bis zum Ischiasnerv verfolgen kann.
Nach Reiten kehrt sehr intensiv ein Lendengegend, Schmerz in der L. erstreckt sich auf Brustmuskeln und Arme Brach.Schmerz in der Lendengegend wieder, der sich auch auf Brustmuskeln und Arme erstreckt.
Durch Gehen großes Erschöpfungsgefühl und Schmerzen in der Lumbalregion.
Mattigkeit im Rücken vom Steißbein aufwärts Brach.Mattigkeit im Rücken vom Steißbein aufwärts, mit dumpfem Schmerz in der Nierengegend.
ExtremitätenGroße Mattigkeit in den Gliedern, nachmittags besonders schlimm Brach.Mattigkeit, Schwäche und Erschöpfung in den Gliedern, nachmittags besonders schlimm. In der Prüfung wird auch angeführt: Nachmittags hörten alle Symptome auf, außer der Gliederschwäche. kalte Hände und Füße Brach.Kalte Hände und Füße. Knacken in den Gelenken.
Neigung, die Glieder, besonders die Arme zu strecken, um ein Mattigkeitsgefühl zwischen den Schulterblättern und den Musculi trapezii zu lindern. Wundheitsschmerz unter den Armen; Schmerz unter der rechten Achsel, der in die Brustmuskeln zieht. Pochen und Stechen Pochen an einzelnen Stellen der Schultern und Arme Brach.an einzelnen Stellen der Schultern und Arme; pochender Schmerz in den Achselhöhlen und am Schlüsselbein. Schwäche und Wundheitsschmerz in Schultern und Hals; in den Oberarmen, im Bizeps; in den Handgelenken; von der Schulter zum Handgelenk herab; in den Fingern; schlimmer abends. Schreibkrämpfe in Handgelenk und Fingern, auch im Daumen. Heftige, schmerzhafte Krämpfe im Daumen, Krämpfe im D., die diesen zur Handfläche herabzwingen Brach.Daumen, die diesen zur Handfläche herabzwingen. Wundheitsgefühl im rechten Handgelenk, zum Ellbogen ausstrahlend, es ist, als könnte man seinen Weg entlang des Flexor carpi ulnaris verfolgen.
Morgens Schwäche in den Beinen, morgens Brach.Schwäche in den Beinen, mit Wundheitsschmerz im unteren Teil der Wirbelsäule. Die Schwäche wird mehr im linken als im rechten Oberschenkel empfunden. Schwäche erstreckt sich von der Hüfte zum Knie. Beim Gehen Schwäche und Schmerz in den Oberschenkeln. Schmerzhafte Krämpfe in den Oberschenkeln (von der Hüfte zum Knie); krampfhafte Kontraktionen und plötzliche, flüchtige Schmerzen. Pochen oder Stechen in den Knien. Wundheitsschmerz in den Unterschenkeln, mit Pochen; in der Fußsohle. Schmerzhaftes Jucken und Brennen unter den großen Zehen, durch Gehen hervorgerufen, und Jucken in der Fußsohle.
Schlaf und FrostUnruhiger Nachtschlaf; spricht im Schlaf; wacht auf und kann nicht wieder einschlafen; verworrene Träume. Sehr schläfrig tagsüber, gähnt den ganzen Tag.
Fröstelig. Frostschauder über den ganzen Körper. Frösteln mit langsamem Puls; mit Hitze im Gesicht.

Bromium

Essenzielle Merkmale
Dem besseren Verständnis dieses Mittels ist es meiner Ansicht nach dienlich, wenn wir zunächst einige wichtige Krankheitsbilder betrachten, die es heilen kann, und dabei gelegentlich Vergleiche mit anderen Arzneien anstellen, die mit Bromium verwechselt werden könnten.
Entzündung und Infiltration
Das erste auffällige Kennzeichen von Bromium ist, dass die Drüsen, Lymphknoten, entzündet, infiltriert, vergrößert, verhärtet Brom.Drüsen und Lymphknoten entzündet, infiltriert, vergrößert und schließlich verhärtet sind – es handelt sich um eine Art Versteinerungs- bzw. Petrifikationsprozess. Im Allgemeinen bleiben sie über lange Zeit hart, und es kommt nur selten zur Eiterung. Sämtliche Drüsen können von diesem Prozess betroffen sein: ob Schilddrüse, Hoden, Unterkiefer- und Unterzungendrüse, Parotiden, Ovarien, Brustdrüsen oder Prostata, sie alle können sich enorm Vergrößerung aller Drüsen Brom.vergrößern und verhärten. Die Schilddrüse kann eine so harte und einseitig vortretende Schwellung ausbilden, dass die Beweglichkeit des Kopfes eingeschränkt wird, ohne dass notwendigerweise andere Symptome auftreten müssten.
Der Entzündungsprozess scheint bei Bromium im Allgemeinen langsam voranzuschreiten, und so kommt es, dass die Geschwulst häufig über einen langen Zeitraum hinweg wächst, ohne jemals das Stadium der Eiterung zu erreichen. Hier kann eine Differenzierung zu BELLADONNA ansetzen, das ebenfalls Entzündungen und Schwellungen von Lymphknoten und Drüsen aufweist, wo aber ein ausgesprochen rasanter Verlauf typisch ist. Der Grundgedanke bei Bromium ist, dass entzündliche Prozesse von Drüsen und Lymphknoten in Vergrößerung und Drüsen, Lymphknoten, Schwellung, knotige Verhärtung Byr.Verhärtung enden.
Abmagerung, Schwäche und Schwitzen
Neben der Drüseninfiltration gehören Abmagerung Brom.Abmagerung, allgemeine Schwäche und allgemeines Schwitzen, allgemeines Brom.Schwitzen zum Arzneibild von Bromium, und so können wir bei dieser Arznei Heilkräfte in Fällen von Tuberkulose Brom.Tuberkulose, Krebs, AIDS Brom.AIDS und ähnlichen Krankheitsbildern erwarten.
Krebserkrankungen, besonders Brustkrebs. Die Brustdrüsen werden Brustkrebs, mit steinharten Brustdrüsen Brom.steinhart, die Geschwulst zeigt eine unregelmäßige Oberfläche, als wären harte Knoten zu einer einzigen Masse verknüpft. Bei solchen Zuständen sollte man nicht nur an CONIUM oder CALCIUM FLUORICA denken, sondern auch Bromium in Erwägung ziehen.
Die Beine werden schwach, die Glieder zittern; die voranschreitende Entkräftung und die zittrige Schwäche mit Ohnmachtsneigung weisen darauf hin, dass Bromium auch Zustände abdecken kann, die als Chronisches Müdigkeitssyndrom Brom.Chronisches Müdigkeitssyndrom bezeichnet werden. Hier kann unter Umständen eine Ähnlichkeit zu GELSEMIUM bestehen.
Asthmatische Beschwerden
Asthma bei Seeleuten, sobald sie an Land gehen Brom.Asthma bei Seeleuten, sobald sie an Land gehen. Hier liegt ein Vergleich mit MEDORRHINUM nahe, weil auch bei Bromium Seeluft einerseits und Landklima andererseits einen enormen Unterschied ausmachen: Bromium wie MEDORRHINUM geht es an der Meeresküste oder auf einer Seereise wesentlich besser, ganz im Gegenteil zu NATRIUM MURIATICUM, MURIATICUM ACIDUM oder MAGNESIA MURIATICA.
Auch als Folge einer Masernerkrankung können sich asthmatische Beschwerden einstellen. Hering berichtet von einem Fall von „Engbrüstigkeit“ bei einem sechzehnjährigen Mädchen, die seit den zehn Jahre zuvor durchgemachten Masern zurückgeblieben war und durch Bromium-Gaben geheilt wurde.
Bei den Asthmaanfällen bekommt der Patient keine Luft, kann nicht tief genug einatmen, und Asthma, beim Schlucken scheint der Atem beengt bzw. kurz zu werden Brom.beim Schlucken scheint der Atem beengt bzw. kurz zu werden. Krampfartige Verengung oder gar Verschließung der Glottis kommt vor (Laryngospasmus). Aufgrund der Atembeengung ist er gezwungen, nach Luft zu schnappen. Bei jedem Atemzug hat er das Gefühl, Schwefeldämpfe einzuatmen Brom.Gefühl, Schwefeldämpfe einzuatmen oder Staub in den Atemwegen zu haben. Atmung, sägende Brom.Sägende Atmung.
Nachts wird das Asthma schlimmer, im Liegen bekommt der Patient keine Luft. Auch morgens, vor der Regel und bei Herzklopfen können Atembeschwerden auftreten oder schlimmer werden. Gehen und Bewegung können bessern Brom.Gehen und Bewegung können bessern.
Bromium kann bei Lungenentzündungen mit Erstickungsanfällen angezeigt sein, wenn der Patient nichts auswerfen kann.
Diphtherie, Krupp
Bromium wirkt vor allem auf die oberen Atemwege, insbesondere auf Larynx und Trachea. Sehr nützlich ist die Arznei bei der sogenannten Kehlkopfdiphtherie Brom.Kehlkopfdiphtherie und beim entsprechenden Krupp, wo die Entzündung oder Membranbildung im Kehlkopf beginnt und sich aufwärts ausbreitet. Diesen Zustand finden wir am besten in Kents Lectures beschrieben: „Bromium gehört zu den Routinemitteln. Es ist eine der Arzneien, die der Neuling einsetzt, sobald ihm ein Fall von Diphtherie oder Krupp oder Laryngitis über den Weg läuft; und wenn es nicht wirkt, dann ‚versucht er eben etwas anderes‘. Alle, die nach Krankheitsnamen verschreiben, benutzen Bromium als eines ihrer Routinemittel; aber in Wahrheit ist Bromium so selten angezeigt, dass die meisten Homöopathen es als für sie vollkommen wertlos abgeschrieben haben … Man wird wohl nur ganz wenige Diphtherie-Fälle zu Gesicht bekommen, die nach Bromium verlangen; aber wenn man einen Bromium-Fall sieht, dann muss man die Arznei kennen. Es gibt ein grundlegendes Merkmal der Bromium-Zustände: sie finden sich besonders bei Menschen, die durch Erhitzung, Beschwerden durch Bry. Brom.Erhitzung krank werden. Nehmen wir an, es wütet eine Diphtherie-Epidemie und eine Mutter packt ihr Baby warm ein, bis es ganz erhitzt ist, und bringt es in einem warmen, überheizten Zimmer unter, und nehmen wir weiter an, dass das Kind gegen das warme Einpacken empfindlich ist und dass seine Beschwerden dadurch schlimmer werden – dann sollte man aufmerken, denn man wird es wahrscheinlich mit einer Bromium-Diphtherie zu tun haben. Ebenso kann die Arznei bei Beschwerden angezeigt sein, die nachts nach einem sehr heißen Sommertag auftreten. Nun, näher kann man einer ‚routinemäßigen‘ Verschreibung bei Diphtherie und Krupp nicht kommen. War die Mutter an einem schrecklich kalten, trockenen Tag mit ihrem Baby im Freien und wacht es dann gegen Mitternacht mit krampfartigem Krupp auf, so wird ACONITUM mit größerer Wahrscheinlichkeit angezeigt sein als jede andere Arznei. Wird man aber gegen Mitternacht zu einem plethorischen Kind gerufen, das an einem heißen Sommertag zu dick angezogen draußen war und sich überhitzt hat, und findet man es mit rotem Gesicht vor und stellt bei der Untersuchung eine Pseudomembran im Hals fest, dann könnte es sich, wie wir im folgenden sehen werden, um einen Bromium-Fall handeln.
‚Heiserkeit durch Überhitzung. Verlieren der Stimme durch Überhitzung.‘ Überhitzung bringt den ganzen Organismus durcheinander; Kopfschmerzen durch Überhitzung. Dieses Merkmal zieht sich durch das ganze Bromium-Bild: Beschwerden bei heißem Wetter, wenn man sich in einem warmen Zimmer aufhalten muss oder wenn man aus der Kälte ins Warme kommt. Sind die Beschwerden jedoch, wo immer sie bestehen mögen, erst einmal da, dann ist der Patient so kälteempfindlich, dass er schon bei einem kühlen Luftzug zu frieren beginnt; aber wenn er sich überhitzt hat, geht es bei ihm nie ohne Beschwerden ab.“ (Hervorhebungen G. Vithoulkas)
Ein typischer akuter Anfall, ob von Krupp oder Diphtherie, kann bei Bromium folgendermaßen aussehen: Heftiges Atmen mit Erstickungsgefühl, mit trockenem, hartnäckigem, kruppartigem Husten Brom.Erstickungsgefühl, begleitet von trockenem, hartnäckigem und kruppartigem Husten. Hohes Fieber, gerötetes Gesicht; während des Hustenanfalls wurden Gesicht und Lippen purpurfarben, die Augen waren kongestioniert und Augen tränen stark Brom.tränten stark. Kalte Füße, nachts sehr unruhig, warf und wälzte sich den größten Teil der Nacht herum. Puls schnell, schwach und zittrig Brom.Puls schnell, schwach und zittrig. Heiserkeit und fast totaler Stimmverlust Brom.Heiserkeit und fast totaler Stimmverlust.
In den Frühstadien des Krupp ist Bromium allerdings nur selten angezeigt.
Weitere Krankheitsbilder
  • Viele Bromium-Beschwerden gehen mit Herzklopfen einher. Herzklopfen bei Übelkeit, bei Kopfweh, mit Bangigkeit, bei prämenstruellen Beschwerden oder verschiedenen Arten von nervöser Erregung. Herzhypertrophie mit Herzklopfen. Brust- oder Herzschmerzen, die zur Achselhöhle, zur Schulter oder in den Arm ziehen.

  • Bromium hat ein charakteristisches prämenstruelles Syndrom. Die Patientin klagt über Vollheitsgefühl in Kopf und Brust mit Atembeschwerden Brom.Vollheitsgefühl in Kopf und Brust mit Atembeschwerden, über Kopfweh und über ein Unwohlsein, unbeschreibliches, seltsames U. überall, das ihre Lebensgeister niederdrückt Brom.unbeschreibliches, seltsames Unwohlsein überall, das ihre Lebensgeister niederdrückt. „Sie fühlt sich anders als sonst, kann aber nicht sagen warum.

  • Bei Fieber durch Kälteexposition in erhitztem Zustand, mit heißem Kopf und kalten Extremitäten, besteht Verwechslungsgefahr mit BELLADONNA. Der Unterschied liegt hier darin, dass bei Bromium das Fieber nicht so schnell und nicht so hoch steigt und auch das Gesicht nicht so rot wird wie bei BELLADONNA. Zudem ist BELLADONNA in der Phase hohen Fiebers weniger unruhig, will sich nicht bewegen (außer natürlich bei Delirium!).

„Bei katarrhalischen Erkrankungen ist Pseudomembranbildung in geringerem oder größerem Umfang zu beobachten; membranartige Exsudation Brom.membranartige Exsudation gehört bei Bromium zum normalen Verlauf dieser Krankheiten. Die Schleimhäute neigen zur Infiltration. Sie scheinen kleine gräulich-weiße Beläge auszuschwitzen, unter denen sich Verhärtungen bilden. Auch bei Geschwüren kann man diesen Vorgang sehen. Ein Geschwür bildet sich auf der Schleimhaut und frisst sich hinein, und darunter baut sich eine verhärtete Gewebsschicht auf. Solche katarrhalischen Zustände können von Fieber begleitet sein.“ (Kent, Lectures)
Weitere Gewächse, bei denen Bromium angezeigt sein kann: bei zystischen Tumoren, etwa Atheromen; bei Fettgewebsgeschwülsten. Ebenso kann es bei gangränösen Wunden nützlich sein.
Geist und Gemüt
Ein in gewisser Weise ähnlicher Prozess wie bei den Drüsen und Lymphknoten vollzieht sich bei Bromium auch auf der geistigen und psychischen Ebene. So wie Drüsen und Lymphknoten anschwellen, hart werden und ihrer blutreinigenden Funktion nicht mehr gewachsen sind, so ist auch ein Teil des Geistes wie versteinert: der Teil, der für geistige und emotionale Klärungsprozesse zuständig ist. Er büßt seine Flexibilität ein, wird unbeweglich wie ein Stein und kann seine Funktionen nicht mehr ausüben. Und so geraten die Bromium-Menschen in einen Zustand lähmender Angst, der nicht zu beschreiben ist. Sie können nicht sagen, was mit ihnen los ist; ein unbeschreibliches Unwohlsein, wie wir es im Zusammenhang des prämenstruellen Syndroms bereits erwähnt haben, überkommt sie. Dann sind sie tief deprimiert und entmutigt und spüren kein Bedürfnis mehr, irgendetwas zu tun. Die Gefühle sind wie abgestorben, wie versteinert, völlig unbeweglich.
Dies ist der Zustand, in dem Bromium-Menschen sich im Sinne von Herings oben zitiertem, in den Guiding Symptoms besonders hervorgehobenem Symptom äußern können: „Ich fühle mich nicht wohl, aber ich kann nicht sagen warum.“ Sie mögen dann vielleicht irgendwo Schmerzen haben – aber sie können nicht sagen, ob das der Grund für ihren psychischen Zustand ist. Wie bei der Depression, die wir von PULSATILLA kennen, sind sie völlig verzweifelt, sitzen allein in ihrem Zimmer, tun und sagen nichts und schauen nur die ganze Zeit in eine bestimmte Richtung. Auf Fragen nach ihrem Zustand wird man Antworten bekommen wie etwa: „Ich bin heute gar nicht ich selbst, irgendetwas stimmt nicht mit mir, aber ich weiß nicht was.“ Weil Geist und Psyche ihre Spannkraft verloren haben, weil die Lebensgeister so tief niedergedrückt sind, sind diese Menschen gar nicht imstande zu verstehen, was in ihnen vorgeht, und so sind sie auch völlig unfähig, auf ihren Zustand zu reagieren oder ihn zu beschreiben.
Es ist ein Zustand der Versteinerung, den man irgendwo zwischen der AURUM- und der PULSATILLA-Depression ansiedeln könnte. Solche Bromium-Zustände haben nicht jene Tendenz zur Selbstzerstörung, wie wir sie von AURUM kennen, wo der Patient jedenfalls eines weiß: dass er seinem Leiden ein Ende setzen möchte. Und auch das völlige Sich-Verlieren, das das Endstadium der PULSATILLA-Depression prägt, ist nicht typisch für sie. Bromium-Menschen werden sehr müde, traurig und gleichgültig und entwickeln eine Abneigung gegen jede Art von Arbeit, sogar gegen Lesen oder Sprechen, aber sie machen immer noch irgendwie weiter, gehen den wichtigsten Lebensfunktionen nach – PULSATILLA-Menschen in diesem Stadium dagegen müssen zum Essen gezwungen werden und verweigern das Sprechen ebenso wie sämtliche Verpflichtungen total; sie können sich nicht bewegen, nichts sagen, nicht essen …
Viele Bromium-Beschwerden gehen mit Angst einher.
  • Ängstlichkeit begleitet viele physische Symptome: heftige Hustenanfälle, Bauchschmerzen usw.; die Angst scheint vom Herzen oder von den Lungen herzukommen. „Banges Gefühl in der Herzgegend.“ „Abends etwas Bangigkeit, Oppression des Herzens Brom.Oppression des Herzens und etwas Kopfweh.“ (Hering). Dieses beklommene Gefühl ums Herz kann nach körperlicher Anstrengung auftreten. Brustbeklemmung Brom.Brustbeklemmung; ein Gefühl wie Zusammengezogenheit der Brust, der Atem ist beengt, sehr unangenehm. Nach dem Essen kann er ein Gefühl tief im Hirn spüren, als drohte ihm ein Schlaganfall, als vergingen ihm gleich die Sinne, als würde ihm gleich schwindlig.

  • ängstliches Delirium Brom.Ängstliches Delirium. Ängste und Wahnideen stellen sich ein; ich gebe einige aus Herings Prüfungsbericht im „Neuen Archiv“ wieder: „Abends beim Alleinsein ist es ihm, als müßte er sich umsehen und werde irgendeine Erscheinung da erblicken.“ „Phantasietäuschungen, es scheint ihr, als ob ihr fremde Personen über die Achsel sähen.“ „Gesichtstäuschung; es scheint ihr, als ob allerlei Dinge auf dem Boden vor ihr her hüpften.“ Furcht im Dunkeln vor Gespenstern, vor Erscheinungen Brom.Furcht im Dunkeln: vor Gespenstern, vor Erscheinungen. Die Wahnideen zeigen sich besonders bei Wahnideen bei Fieber Brom.Fieber und ähneln denen von BELLADONNA. Man vergleiche dazu auch die Träume aus der zitierten Prüfung: „Sie träumt von nichts als Sterben, Särgen und Begräbnis.“ „Lebhaft träumend von Reisen, Steigen, Mord und Streit.“

Bromium-Menschen sind oft recht launenhaft. Sie können heiter und lebhaft gestimmt sein oder auch verdrießlich und zanksüchtig. Beim Erwachen sind sie häufig gereizt und übellaunig, auch nachmittags beim Erwachen aus dem Mittagsschlaf. Es kann allgemeine Verstimmung und Unzufriedenheit bestehen. Große Niedergeschlagenheit, mit Schmerzen in der Gegend der linken Weiche.
Weinen, Klagen, Jammern und Lamentieren mit heiserer Stimme. Dies kann bis zu hysterischen oder manischen Zuständen reichen. „Bekommt hysterische Anfälle Brom.hysterische Anfälle“ heißt es in den Guiding Symptoms.
Dort wird auch das bemerkenswerte Symptom aufgeführt: „Drang zu geistigen Arbeiten, vorher aber ist ihm sein Geschäft zuwider.“
Auf der intellektuellen Seite sind folgende Symptome zu nennen: Kann sich auf nichts richtig konzentrieren; unwiderstehliche Benommenheit, z. B. abends beim Schreiben; sehr große Vergesslichkeit; Gedankenschwund; mag nicht lesen. Schwäche des Intellekts und Melancholie.
Bromium-Kind
Bromium wird oft bei Kindern verschrieben, besonders bei akuten Erkrankungen. Es passt in erster Linie auf Kinder mit dünner, weißer, zarter Haut, deren Haare und Augenbrauen sehr hell sind; auf zarte, schwächliche, kränkelnde Kinder; „skrofulöse“ Kinder mit vergrößerten Drüsen und Lymphknoten. Selbstverständlich heißt das nicht etwa, dass die Arznei nicht auch bei dunkelhaarigen Kindern angezeigt sein könnte. Verlangt, schnell getragen zu werden; besonders bei Krupp.
Viele Beschwerden, besonders Brustbeschwerden, gehen mit Nasenbluten einher.
Bromium wirkt vor allem auf die linke Seite, insbesondere was den (inneren) Kopf angeht. Auch dies gilt jedoch nicht ausschließlich, es kommen auch rechtsseitige oder von links nach rechts gehende Beschwerden vor.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Bromium hat in einem wichtigen Punkt große Ähnlichkeit mit PULSATILLA: in der Sonne, in der S. und überhaupt bei Hitze geht es ihnen erheblich schlechter Brom.Herzbeklemmung Brom.Sonne und überhaupt bei Hitze geht es den Patienten erheblich schlechter. Hitze löst Beschwerden aus; setzen sie sich der Sonne aus, sind sogar allergische Reaktionen möglich. Oft handelt es sich um hellhäutige, blondhaarige Menschen.

  • Besonders soll hier noch einmal Kents Feststellung hervorgehoben werden, dass Bromium-Menschen erhitzt sich leicht, ist dann sehr empfindlich gegen kühle Zugluft Brom.sich leicht zu sehr erhitzen, in diesem erhitzten und verschwitzten Zustand dann aber höchst empfindlich gegen (kühle) Zugluft sind.

  • zittrige Schwäche Brom.Zittrige Schwäche: Zittrigkeitsgefühl und Mattigkeit nachts beim Erwachen; nach dem Frühstück große Mattigkeit wie zerschlagen; Schwächegefühl vor oder bei Eintritt der Regel; Ohnmachtsneigung bei Diphtherie.

  • Ein eigentümliches, deutlich auf Bromium hinweisendes Symptom ist der Vagina, lauter Windabgang aus der Brom.laute Windabgang aus der Vagina.

  • Krampfanfälle, die für gewöhnlich halbseitige Krampfanfälle Brom.halbseitig sind, bei Keuch-husten.

  • Klonische Krämpfe von Augen- und Gesichtsmuskeln sowie der Glieder.

  • Die Linksseitigkeit Brom.Linksseitigkeit des Mittels wurde bereits erwähnt: linksseitige Lähmungen, linksseitige Schmerzen; auch linksseitige Migräne, die durch Bücken und nach Milchtrinken, Migräne schlimmer nach Brom.Milchtrinken schlimmer wird.

  • Erweiterte Venen, Krampfadern; schmerzhafte Hämorrhoiden.

  • Beschwerden nach unterdrückter Gonorrhö.

  • Abneigungen: gegen kalte Getränke; gegen Zwiebeln.

  • Verlangen nach Austern.

  • Verschlimmerung: durch Tabakrauch; durch Einatmen von Staub; durch Milchtrinken; durch Zwiebeln; bei heißem Wetter, Warmwerden verschlimmert Brom.Warmwerden, Wetterwechsel von Kalt zu Warm verschlimmert Brom.Wetterwechsel von Kalt zu Warm, feuchtes Wetter verschlimmert Brom.feuchtem Wetter; zur Zeit der Sommersonnenwende; beim Anblick oder Geräusch von fließendem Wasser, auch auf einer Brücke über einen Fluss oder Bach; im Liegen auf der linken Seite; abends bis mitternachts.

  • Besser: Seeluft, besser durch Brom.durch Seeluft; durch heftige Bewegung, besser durch heftige Brom.Bewegung, beim Reiten, Fahren, Laufen, bei schnellem Gehen; im Liegen auf der rechten Seite. Kältegefühle im Hals werden durch Rasieren bessert Kältegefühle im Hals Brom.Rasieren besser.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel, besonders wenn er über ein kleines fließendes Wasser geht. Sobald er den Fuß über das Wasser setzt, Schwindel, wenn er über fließendes Wasser geht Brom.Schwindel; es zieht dann den Fuß unwillkürlich in der Richtung des Stromes hin. Überhaupt können schnell sich bewegende Gegenstände (oder schnelle Bewegungen des Patienten) Schwindel auslösen, der von Ängstlichkeit begleitet sein kann.
Der Schwindel ist Schwindel schlimmer bei feuchtem Wetter Brom.schlimmer bei feuchtem Wetter. Schwindel mit Nasenbluten; wenn Nasenbluten folgt, wird das Schwindelgefühl besser wenn Nasenbluten folgt Brom.Schwindelgefühl besser. Schwindel mit Kopfschmerzen oder Benommenheit morgens beim Erwachen oder abends beim Niederlegen, ebenso während der Regel. Schwindel zum Rückwärtsfallen Brom.Schwindel zum Rückwärtsfallen.
Rauchen, Sonnenlicht und Hitze können Schwindel auslösen, welcher sich im warmen Zimmer verschlimmert.
KopfSchwere im Vorderhaupt (oder im Hinterkopf) in der Sonnenhitze Brom.Schwere im Vorderhaupt (oder im Hinterkopf) in der Sonnenhitze; vergeht im Schatten; wird in der Dunkelheit bessert Schwere im Kopf Brom.Dunkelheit besser. Hitzegefühl im Hinterkopf: Gefühl im Kopf wie von Blutandrang und aufsteigender Hitze; befürchtet einen Schlaganfall.
  • Vor der Regel Vollheitsgefühl in Kopf vor der Regel Brom.Vollheitsgefühl in Kopf und Brust; bei Eintritt der Regel Kopfschmerzen bei Eintritt und während der Regel Brom.Kopfschmerzen, ebenso während der Regel.

  • Kopfweh nach Milchtrinken Brom.Kopfweh nach Milchtrinken, wie ein hartes Klopfen links und ein harter Puls dort; gebessert, Kopfweh besser, wenn er sich auf die rechte Seite legt, mit den Armen über den Kopf Brom.wenn er sich auf die rechte Seite legt, mit den Armen über den Kopf.

  • Kopfweh vom Tabakrauchen.

  • Die Stirnkopfschmerzen haben oft drückenden Charakter, nach innen oder nach außen oder beides.

  • Kopfschmerz vom Hinterhaupt nach der Stirne zu, schiebend und drängend, Kopfschmerz, als wenn vorn alles heraus wollte Brom.als wenn vorn alles heraus wollte. Ruckweise auf Augen und Nasenwurzel, drückender Schmerz, wie aus dem Innern des Hirns Brom.Augen und Nasenwurzel drückender Schmerz, wie aus dem Innern des Hirns. Langanhaltendes Drücken in den Knochen des Vorderhaupts, im Zimmer, aber nicht im Freien.

  • Betäubender Kopfschmerz in der Stirne, in Ruhe vergehend, beim Reiten oder beim Fahren über unebenes Gelände vergehend.

  • Linksseitiger Kopfschmerz vom Ohr zur Schläfe, schlimmer durch Bücken. Kopfweh über dem linken Auge. Kopfschmerzen, die zu den Augen, den Kopfschmerzen strahlen zu den Kieferknochen aus Brom.Kieferknochen, zum rechten Nasenloch hin ausstrahlen.

  • Kopfweh tief im Scheitel, mit Herzklopfen.

  • Kopfschmerz, besonders im Vorderhaupt, wechselt mit Kreuzschmerzen Brom.Kopfschmerz, besonders im Vorderhaupt, wechselt mit Kreuzschmerzen.

  • Besserung von Kopfschmerzen nach Kopfschmerzen besser nach Nasenbluten Brom.Nasenbluten.

Große Empfindlichkeit des Kopfes gegen kalte Luft. Kitzeln an der Stirn; am Hinterkopf.
Empfindliche Kopfhaut, von Ausschlägen mit übelriechender Absonderung bedeckt (Ekzem). Bösartiger Kopfgrind.
AugenHervorgetriebene Augen; Schwellung der Konjunktiven und der Tränendrüsen. In einem Vergiftungsfall wurden die Konjunktiven stumpf und wiesen kleine Fältchen auf.
Lästiges Brennen in den Augen, mit krampfhafter Zusammenschließung der Ringmuskeln und vermehrtem Tränen, vermehrtes T. der Augen Brom.Tränen, bei starker Brustbeklemmung und Husten.
Tränen des rechten Auges. Erweiterte Pupillen. Schneiden in den Augenwinkeln, besonders rechts. Stechendes Gefühl in der Gegend der Augenhöhlen.
Klopfende Stiche im Augenlid, nach den Brauen, der Stirn und der Schläfe ziehend; durch äußeren Druck, Bewegung und Bücken vermehrt, in Ruhe gebessert; ein Schmerz, der zu aller Arbeit unfähig macht.
Stechen durchs linke Auge. Blitze vor den Augen. Ein grauer Punkt vor dem rechten Auge, der mit den Augenbewegungen auf und ab hüpft.
OhrenOhrgeräusche, besonders rechts. Entferntes Rauschen; beständiges Sausen, mehr links; Klingeln wie von Schellen im rechten Ohr.
Parotisaffektionen, besonders links; oft als Masern- oder Scharlachfolge. Parotis, harte Geschwulst der linken P. Brom.Harte Geschwulst der linken Parotis, warm anzufühlen. Meist kommt es gar nicht zum Eiterungsstadium, Hering hat jedoch auch Eiterung der linken Parotis mit wässriger und wundmachender Absonderung beobachtet; trotzdem blieb die Geschwulst hart und gab nicht nach.
Drückender Ohrenschmerz, wie innen um das Ohr herum, erst im linken, dann im rechten, abends vor dem Einschlafen.
Gegen Abend ein Brenngefühl im Ohr, als ob eine Kohle oder heißes Wasser darin wäre.
NaseKältegefühl in der Nase, als würden die Nasenschleimhäute durch die eingeatmete Luft kalt; zugleich Brennen in der Nase (bei Schnupfen).
Starker Schnupfen, dabei ist das rechte Nasenloch verstopft und überall wund.
Fließschnupfen mit Niesen, Fließschnupfen mit häufigem, starkem N. Brom.häufigem, starkem Niesen; Nase, unter der N. und an den Nasenrändern wundgefressen Brom.unter der Nase und an den Nasenrändern wundgefressen. Fließschnupfen, wobei das rechte Nasenloch mehr angegriffen und verstopft ist; später das linke.
Die ganze Nase ist wund und die Nasenflügel geschwollen; es bildet sich ein Grind darin, Nase, Grind in der N. mit Schmerz und Bluten beim Abwischen Brom.mit Schmerz und Bluten beim Abwischen.
Krusten oder Schleim von gelb-oranger Farbe bei Schnupfen.
Starkes, erschütterndes Niesen (z. B. durch Einatmen von Staub), gleich darauf Verstopfung der Nase mit zusammenklebenden Nasenlöchern. Kitzeln am linken Nasenloch, später am rechten.
An der linken Nasenseite Geschwulst und Schmerz beim Daraufdrücken, als bilde sich ein Eiterpickel.
Fächelnde Bewegung der Nasenflügel.
GesichtHeißes unangenehmes Gefühl im Gesicht, besonders unter der Nase, kitzelnd und „schründend“, Gefühl wie von Spinnweben im Gesicht Brom.wie von Spinnweben, besonders beim Bewegen der Nase.
Ältliches, hageres Aussehen, mit grauem, erdfahlem Teint. Genötigt, die Stirn zu falten und gefaltet zu lassen. Rotes Gesicht bei Fieber; bei Krupp bläulicher Teint, wird blaurot bei jeder Anstrengung zum Husten.
Steinharte Schwellung von Drüsen und Lymphknoten, besonders am Unterkiefer und am Hals; mehr links.
Hitzegefühl in den Wangen, mehr in der rechten; später erst in der linken. Brennen der Oberlippe; Wundheitsschmerz mit Bildung von Pusteln oder Bläschen.
Knacken im Kiefergelenk beim Kauen.
MundWärmeempfindung, die sich bis zum Brennen steigert, Brennen, durch den ganzen Schlund bis in den Magen hinein Brom.durch den ganzen Schlund bis in den Magen hinein. Hitze in Mund, Speiseröhre, Magen. Von der Zunge bis in den Magen ein sehr scharfes Brennen.
Der Mund ist trocken und ausgedörrt; oder vermehrte, gelegentlich schaumige Schleimbildung im Mund.
„Zusammenschrumpfender“, adstringierender Geschmack; oder scharfer, kratzender, widriger Geschmack. Wasser schmeckt morgens salzig Brom.Wasser schmeckt morgens auf nüchternen Magen salzig.
Zahnweh besser, wenn er die Zähne zusammenbeißt. Zähne empfindlich gegen kaltes Wasser. Morgens schmerzendes, verhärtetes Zahnfleisch.
Brennen und Stechen an der Zungenunterseite Brom.Brennen und Stechen an der Zungenunterseite. Stechen auf der Spitze der Zunge. Trockenheitsgefühl der Zunge. Unmöglich, die Zunge herauszustrecken.
HalsKratzen im Hals und rauhe, tiefe Stimme Brom.raue, tiefe Stimme. Chronische Pharyngitis; netzförmige Rötung der Schleimhaut, zahlreiche erodierte Stellen im Rachen, bei Pharyngitis Brom.erodierte Stellen. Anschwellung der Schleimhäute von Schlund und Rachen. Entzündung der Fauces und der Uvula, mit trockenem Husten, der durch die Reizung erregt wird, die die verlängerte Uvula ausübt, besonders schlimm morgens.
Schaumiger Schleim im Hals. Trockenheit in Kehle und Rachen. Spannen und Drücken im Hals, beim Schlucken, aber auch sonst. Kropf.
Larynx und TracheaHeiserkeit von Überhitzung Brom.Heiserkeit von Überhitzung. Heiserkeit; Verlieren der Stimme, er kann nicht rein durchsprechen; die Stimme ist schwach und leise, mit einem Gefühl im Hals wie geschabt so rau; abends.
Kratzen und Rauheit im Kehlkopf, was trockenen Husten auslöst Brom.Kratzen und Rauheit im Kehlkopf, was trockenen Husten auslöst. Rau wie geschabt im Kehlkopf, rauh, muss sich räuspern Brom.Kehlkopf, muss sich räuspern, um diesen von Schleim zu befreien. Stechendes Zusammenschnüren des Kehlkopfes. Jedes Mal wenn er Speichel schluckt, ein Stechen im hinteren Teil des Kehlkopfes, mit einem zusammenziehenden Gefühl. Nach dem Frühstück ein Kältegefühl am Kehlkopf Brom.Kältegefühl am Kehlkopf und kühles Gefühl beim Einatmen; besser nach dem Rasieren. Seltsames Gefühl im Kehlkopf, als wäre er mit Daunen oder mit Samt ausgekleidet – aber mit Kälteempfindung. Kehlkopf berührungsempfindlich, ebenso die Gegend unter dem Kehlkopf und das Halsgrübchen.
Laryngospasmus; krampfartige Verengung oder Verschließung der Glottis.
Zusammenziehgefühl innen in der Luftröhre, oder Gefühl, als würde im Halsgrübchen auf die Luftröhre gedrückt Brom.als würde im Halsgrübchen auf die Luftröhre gedrückt. Beim Einatmen Kitzel in der Luftröhre, der zum Husten nötigt.
Sehr wund und rau im Halse.
Viel Schleimrasseln im Hals beim Atmen und noch mehr beim Husten; Erstickungsgefahr durch Schleim im Hals. Aber: kein Würgen beim Husten, wie es bei HEPAR der Fall ist.
Erkältungen fangen im Kehlkopf an und gehen von da nach oben und unten.
Rezidivierende Laryngitis, rezidivierende Brom.Laryngitis.
Krupp mit Membranbildung durch Überhitzung Brom.Krupp mit Membranbildung durch Überhitzung. Angezeigt auch, wenn die Fiebersymptome nachgelassen haben und der Patient schwach ist und schwitzt, mit dem beschriebenen Schleimrasseln beim Atmen und Husten, aber ohne Würgen.
Kehlkopfdiphtherie Brom.Kehlkopfdiphtherie; Membranbildung beginnt im Kehlkopf und breitet sich nach oben aus Brom.Membranbildung beginnt im Kehlkopf und breitet sich nach oben aus.
AtmungDer Patient ist genötigt, ab und zu einen tiefen Atemzug tun, was aber Husten auslöst. Glaubt, nicht tief genug einatmen zu können. Die eingeatmete Luft wird wie Rauch empfunden; Gefühl von Schwefeldämpfen, besonders beim Husten Brom.Gefühl von Schwefeldämpfen, besonders beim Husten. Auch Kältegefühl oder Pfeifgeräusche beim Einatmen kommen vor.
Atmen wird behindert durch Zusammenschnürungsgefühl der Brust oder Brustbeklemmung.
Sofort nachdem der Prüfer das Mittel eingenommen hatte, litt er unter Brustbeklemmung; tiefes Einatmen, verbunden mit einem Gefühl, als bekäme er nicht genug Luft in die Lungen, welches ihn dazu veranlasste, den Brustkorb zu heben und kräftig Luft zu holen.
Gefühl, als wäre eine weiche Substanz zwischen Lungen und Brustbein.
Asthma als Masernfolge Brom.Asthma als Masernfolge; Asthma bei Seeleuten, sobald sie an Land gehen Brom.Asthma bei Seeleuten, sobald sie an Land gehen.
Atembeklemmung beim Schlucken Brom.Atembeklemmung beim Schlucken. Das Atmen wird sehr kurz, er muss nach Luft schnappen. Bekommt im Liegen (besonders nachts) keine Luft; Atembeschwerden auch morgens, vor der Regel und bei Herzklopfen. Besserung der Atembeschwerden beim Gehen, Bewegung bessert Atembeschwerden Brom.Gehen (selbst schnellem Gehen) und bei Bewegung.
HustenHusten mit Erstickungsanfällen beim Schlucken Brom.Husten mit Erstickungsanfällen beim Schlucken. Husten, erregt durch Tiefatmen Brom.Husten, erregt durch Tiefatmen.
Husten wird ausgelöst oder verschlimmert durch Warmwerden im Bett; in geschlossenen Räumen; durch Saures; durch trocken-kalte Luft; durch Rauchen; durch Milch; durch Berühren des Halses.
  • Locker klingender Husten, jedoch ohne Auswurf, schlimmer durch Anstrengung und beim Betreten eines warmen Zimmers. Husten besser: im Freien; durch kalte Getränke.

  • Quälender, bellender, hohler, rauer Husten; am schlimmsten morgens und abends sowie beim Schlafengehen.

  • Anstrengender Husten, der nicht zum Sprechen kommen lässt.

  • Trockener Husten durch Kratzen im Hals oder ein Fremdkörpergefühl in der Kehle.

  • Husten aufgrund der Reizung durch das verlängerte Zäpfchen (bei Pharyngitis); besonders schlimm morgens.

  • Schweißausbruch nach Hustenanfällen.

  • Husten mit Krämpfen; kruppartiger Husten.

  • Kruppsymptome bei Keuchhusten Brom.Kruppsymptome bei Keuchhusten.

  • Hüsteln, mehr am Tage.

Spärlicher, schwer zu lösender Auswurf: dicker weißer Schleim, später auch von reinem, dunkel-geronnenem Blut. Oder auch: bläulicher, körniger Auswurf.
Bruststechende Schmerzen in den Brustseiten Brom.Stechende Schmerzen in den Brustseiten, beim Gehen und besonders beim Brustschmerzen, stechende Schmerzen beim Schnellgehen Brom.Schnellgehen. Wandernde Schmerzen in der linken Brustseite, später auf die rechte Seite ziehend und die linke verlassend; sofort auftauchend beim Gehen; schlimmer durch Vorbeugen der Schultern oder durch Drehen des Thorax um seine Längsachse, sodass es sich um Muskelschmerzen zu handeln scheint.
Rechtsseitiger Brustschmerz, sehr viel schlimmer abends; ebenso beim Heben eines Gewichts und beim Gehen; wecken ihn nachts aus dem Schlaf, wenn er sich umdreht; besonders schlimm beim Erwachen; Ruhen ist fast ausgeschlossen.
Schmerzen in den Brustseiten, wie Druck.
Beim Gehen ein heftiger rheumatischer, stumpfer, wie zusammenziehender Schmerz, der sich dann in die rechte Schulter und von da in den Arm zog, wo er sich verlor. Überhaupt häufiges Ausstrahlen von Brustschmerzen zu den Brustschmerzen, ausstrahlende B. zu Achselhöhlen, Schultern und Armen Brom.Achselhöhlen, Schultern und Armen.
Brustsymptome häufig begleitet und gebessert von Nasenbluten bessert Brustsymptome Brom.Nasenbluten.
Hepatisation der Lungen. Eitrige und geschwürige Tuberkulose. Entzündung besonders der rechten Lunge. Emphysem.
MammaeZiehen oder Schneiden in der Brustdrüse, als ginge ein Strang von dort in die Achselhöhle.
Tumoren der Mammae, mit Stechen und Brennen der verhärteten Teile. Beim Befühlen besonders der linken Brust Gefühl, als ob das Fleisch los und zerschlagen wäre. Epitheliom der weiblichen Brust.
HerzHerzbeklemmung bei der geringsten Anstrengung Brom.Herzbeklemmung bei der geringsten Anstrengung. Beklemmung ums Herz und Herzklopfen, dabei scheint die eingeatmete Luft scheint sehr kalt Brom.eingeatmete Luft sehr kalt, mit Heben zum Gähnen.
Starkes Herzklopfen abends, Herzklopfen, das Liegen auf der linken Seite verhindert Brom.das Liegen auf der linken Seite verhindert.
Herzklopfen bei nervöser Erregung; mit Übelkeit; bei Kopfweh. Herzklopfen beim Aufstehen vom Sitzen; beim Gehen.
Hypertrophie des Herzens, besonders durch Überanstrengung.
MagenMagendrücken wie von einem Stein; noch vermehrt durch Daraufdrücken mit der Hand. Gastritis.
Eine Art zusammenziehender Magenkrampf, der Magenkrampf verschwindet nach dem Essen Brom.nach dem Essen verschwindet. Gegen Abend Übelkeit mit Brechreiz, ohne sich erbrechen zu können; nach dem Essen besser.
Leerheitsgefühl im Magen, besser nach Essen, wonach er aber kein Verlangen hatte.
Übelkeit nach Herzklopfen Brom.Übelkeit nach Herzklopfen; ebenso vom Rauchen. Erbrechen von blutigem Schleim; kaffeesatzartiges Erbrechen. Öfteres Aufstoßen, wobei viel Schleim heraufgewürgt wurde. Aufstoßen wie faule Eier.
Schmerz im Magen abwechselnd mit Kopfschmerz. Magenschmerzen von warmem Essen, von heißen Getränken; oder aber warme Getränke bessern und nur Speisen verschlimmern. Magendrücken, das in die Speiseröhre aufsteigt. Stechende Schmerzen in der Magengrube, die sich zum Nabel erstrecken; tiefer Druck verschlimmert.
Verlangen nach Austern, die aber nicht bekommen. Verlangen nach Saurem, worauf sich die Symptome erhöhen und Durchfall folgt Brom.Verlangen nach Saurem, worauf sich die Symptome erhöhen und Durchfall folgt. Abneigung gegen Zwiebeln und gegen kaltes Wasser.
Appetitmangel vor der Regel.
Abdomentympanitische Auftreibung des Abdomens und Abgang vieler Winde Brom.Tympanitische Auftreibung des Abdomens und Abgang vieler Winde.
Schmerzen im Unterleibe und im Kreuze, wie beim Monatlichen, und Abgang vieler Blähungen, wie es beim Monatlichen gewöhnlich der Fall ist.“ (Hering, Neues Archiv)
Kollern und Gären im Bauch.
  • Ein Gefühl wie von einer Kugel im linken Hypochondrium Brom.Gefühl wie von einer Kugel im linken Hypochondrium. Pulsieren in den Hypochondrien; abends. Hypochondrien und Magengegend druckempfindlich; Schmerzen können durch Gehen gelindert werden. Flüchtige Stiche in den Hypochondrien, von rechts nach links.

  • Eine Auftreibung und Verhärtung der Milz, nach unterdrückter Gonorrhö entstanden, konnte durch Bromium bedeutend verringert werden.

  • Deutliche Schmerzen in der Lebergegend, besonders bei Druck und beim Reiten oder Fahren, mit Härte und Vollheitsgefühl des rechten Hypochondriums; dabei Gefühl, als sänke ein harter Körper dort herab.

  • stechende und schneidende Schmerzen im und am Nabel Brom.Stechende und schneidende Schmerzen im und am Nabel, mit stechende Schmerzen zum Mastdarm, zum Blasenhals und entlang des Samenstrangs Brom.Stichen zum Mastdarm, zum Blasenhals und entlang des Samenstrangs.

  • Schmerz in der linken Seite des Unterleibes, wird ein Drängen nach dem Bauchring.

  • Schmerzen in der linken Leistenregion, besonders beim Gehen, bei Druck, beim Husten.

  • Nach Tabakrauchen, Schmerzen im Unterleib nach Brom.Tabakrauchen sehr heftig kneipende Schmerzen im Unterleib, besser beim Daraufdrücken, schlimmer bei raschem Bewegen; beim Krummsitzen und Daraufdrücken merkt er den Schmerz nur während des Ausatmens, nicht während des Einatmens.

  • Vor Eintritt der Regel Stechen im Unterleib, gebessert durch Krummliegen.

  • Bohren oder Stechen im Darmbeinkamm.

Rektum und StuhlHeftiger Stuhldrang mit Abgang von viel mehr Wind als Stuhl. Mit einem Durchfall schwarzen Kotes Brom.Durchfall schwarzen Kotes blinde, heftig schmerzende Hämorrhoiden; kaltes und warmes Waschen verschlimmerte; Benetzen mit Speichel erleichterte.
Blinde, schmerzende Hämorrhoiden während oder nach Stuhl. Hämorrhoiden schlimmer durch Gehen; besser durch Kälte.
Nässender Ausschlag am Perineum.
Durchfall schwarzen Kotes. Durchfall hellgelben Kotes. Schleimiger, etwas durchfälliger Stuhl. Membranartige Gebilde im Stuhl; bei Durchfall. Schmerzloser und geruchloser Stuhl, der aussieht wie Abschabsel der Gedärme. Durchfall nach Austern; nach Saurem; nach Tabakrauchen. Durchfall kann nach jeder Mahlzeit auftreten oder Durchfall nach jeder Mahlzeit gebessert Brom.nach jeder Mahlzeit gebessert sein.
Harter, zäher, brauner, glänzender Stuhl, wie Schafmist.
HarnorganeHäufiger Harndrang, auch gleich nach dem Wasserlassen; mit Kitzelgefühl im Meatus Brom.Kitzelgefühl im Meatus.
Nachtröpfeln nach dem Urinieren. Nach dem Harnen kommt noch ein Tropfen, der sehr brennt. Einige klare Schleimtropfen fließen aus der Urethra (gonorrhoischer Ausfluss).
Stiche in der Harnröhre, zum Meatus hin. Pulsieren in der Harnröhre (hinter den Hoden).
Urin kann deutlich nach Ammoniak riechen; rotes oder Harn, weißes, anhaftendes Sediment Brom.weißes, anhaftendes Sediment.
Drücken in der Prostata beim Gehen.
Männliche GenitalienGeschwulst des linken Hodens, mit Wundheitsschmerz.
Kältegefühl des linken Hodens. Eine harte, wenig druckempfindliche Schwellung des Hodens nach Gonorrhö Brom.Schwellung des Hodens blieb nach Gonorrhö zurück; Schmerzen vor allem beim Fahren (bei einem Droschkenkutscher); Bromium half.
Stiche in der Eichel oder durch den Penis bis zur Eichel. Drückend kneipender Schmerz im Penis. Drücken im Samenstrang. Verfrühter Samenerguss beim Beischlaf.
Weibliche GenitalienBereits angesprochen wurde das eigentümliche Leitsymptom des lauten Windabgang, lauter W. aus der Scheide Brom.Windabgangs aus der Scheide.
Wundheitsschmerz in der Scham. Viel Jucken in der Vagina.
Harte Geschwulst des Ovars, besonders links. Chronische Eierstockentzündung. Anschwellung der Ovarialregion vor und bei den Menses Brom.Anschwellung der Ovarialregion vor und bei den Menses. Ständiger dumpfer Schmerz in der Gegend des linken Eierstocks; milder Fluor albus; kein Lustgefühl beim Beischlaf.
Verzögerter Orgasmus.
Menses zu früh, manchmal alle 14 Tage; außerdem zu stark. Helles Blut. Passiver Fluss mit großer Erschöpfung. Schleimhautfetzen im Blut. Einige Stunden nach Eintritt der Regel heftige zusammenziehende Krämpfe, die stundenlang andauerten, mit nachbleibendem Wundheitsschmerz im Bauch. Schmerzen in Unterleib und Kreuz. Passive Metrorrhagie.
Äußerer Hals und RückenSteifer Hals und Nacken: besonders nachmittags; mit Schwellung der Halslymphknoten. Zwei abgekapselte Tumoren an beiden Seiten des Halses. Steinharte Schwellung der Halslymphknoten, steinharte Brom.Schwellung der Halslymphknoten, mit drückenden Schmerzen darin.
Diverse Kälteempfindungen am Rücken Brom.Kälteempfindungen am Rücken; besonders im Sitzen.
Drückender Schmerz an der Innenkante des linken Schulterblatts, zum Hals hinauf, bei Bewegung des linken Arms oder bei nach links gelehntem Sitzen; der Schmerz zieht in den Arm herab.
Kreuzschmerzen: im Wechsel mit Kopfweh; vor der Regel, mit Schwächegefühl und Appetitmangel.
Bohren in den Dornfortsätzen verschiedener Wirbel.
Reißen in der Rückenmuskulatur, rechtsseitig; schlimmer durch Bewegen der betroffenen Teile.
ExtremitätenGroße Steifheit in allen Gliedern, 11 Uhr vormittags; besser nachmittags.
Schmerzen in den Gliedern, Gliederschmerzen wechseln später mit Frost und Hitze Brom.wechseln später mit Frost und Hitze.
Brennende, nagende, drückende, stechende, reißende Schmerzen in Armen und Beinen. Ruckartiges Reißen, z. B. durch den Daumen, das Stirnbein, den großen Zeh, den Unterschenkel und das Knie, mit Zerschlagenheitsschmerz beim Sitzen.
Morgens nach dem Aufstehen Knacken in den Gelenken, morgens Brom.Knacken in den Gelenken. Linksseitige Hemiplegie.
Große Unruhe und Werfen der Arme. Furunkel oder Blutschwären an den Armen Brom.Furunkel oder Blutschwären an den Armen.
Schmerzhaftes Lahmheitsgefühl in der Schulter, oft in den Arm ausstrahlend. ahmheitsgefühl und Schwäche in den Gliedern, besonders im linken Arm.
Hitzegefühl und Kitzeln in den Schultern. Zusammenschnüren in den Obergliedern.
Ekzem am Ellbogen Brom. Ekzem am Ellbogen.
Zusammenpressendes Gefühl in den Unterarmen, als wären sie in einem Schraubstock; später stechende Schmerzen in den Fingern, die sich nach dem Kopf zu ausbreiteten.
Eiskalte Unterarme Brom.Eiskalte Unterarme (bei Diphtherie). Kalte Hände bei Durchfall. Kalte, feuchte Hände; kalte Fingerspitzen. Schweiß an den Handflächen.
Rechte Hand heiß und voller, wie aufgetrieben.
Rote Flecken auf dem Handrücken, besonders zum Daumen und Zeigefinger hin; teilweise juckend; ein Teil entwickelt sich zu kleinen Bläschen, die innerhalb eines Tages austrocknen und rote Flecken hinterlassen.
Schmerzen in den Beinen, besonders linksseitig. Klopfen in den Beinen; besonders im Knie beim Sitzen.
SchlafEin immerwährendes Gähnen den ganzen Tag, und Atembeschwerden Brom.Gähnen den ganzen Tag, und Atembeschwerden. Tiefes Einatmen geht in Gähnen über.
Abends beim Schreiben fast unwiderstehliche Schläfrigkeit Brom.Schläfrigkeit mit Benommenheit; es ist ihm, als ob die Kopfhaut dichter anläge oder als ob ein Reif um den Kopf gespannt wäre. Wird beim Lesen schläfrig, kann aber nicht einschlafen, sondern liegt stundenlang wach.
Langer, unerquicklicher Frühschlaf. Schläft morgens wie betäubt, sehr lange, und ist ungemein träge; will bis in den späten Vormittag hinein nicht aufstehen.
Unruhiger Schlaf; Zucken und Auffahren im Schlaf. Bei nächtlichem Erwachen Zittrigkeitsgefühl und große Mattigkeit. Schläft mit offenem Mund.
Schlaf voller Angstträume: von Sterben, Särgen und Begräbnis; steigt im Schlaf in die Höhe. Träumt von einem steilen Anstieg und bewegt sich im Bett, ohne aufzuwachen. Fährt wegen unruhiger Träume aus dem Schlaf auf, springt aus dem Bett und kommt erst wieder zu Sinnen, als er die Füßen auf den kalten Boden stellt. Lebhaft träumend von Reisen, Steigen, Mord und Streit, mit deutlicher Erinnerung beim Erwachen.
Fieber, Frost, SchweißStarker Schüttelfrost mit Gähnen und Strecken bei Schüttelfrost Brom.Gähnen und Strecken, wie beim Wechselfieber, welches sie vor zehn Jahren hatte. Dabei ganz benommen, und es zieht im linken Schienbein bis nach dem Fußgelenk, wobei der Fuß ganz kalt wird; dies wiederholt sich jeden zweiten Tag als Frostigkeit mit kalten Füßen, jeden zweiten Tag Brom.Frostigkeit mit kalten Füßen.
Schüttelfrost beim Einatmen Brom.Schüttelfrost beim Einatmen. Kälte in Rücken und Gliedern im warmen Zimmer Brom.Kälte in Rücken und Gliedern im warmen Zimmer. Kaltes, höchst unangenehmes Ziehen durch den ganzen Körper; mit schneller Abwechslung von Wärme, zuerst in der linken Hand und Seite.
Brenngefühl im ganzen Körper, worauf, während mäßiger Handarbeit, ein klebriger Schweiß ausbricht. Vormittags um 9 Uhr ein innerliches Brennen; später ist es wie zwischen Haut und Fleisch.
Kühle Haut, mit klebrigem Schweiß bedeckt (bei Krupp). Schwitzt leicht bei geringer Bewegung. Schwitzen auch nach Hustenanfällen.
HautBei lokaler Einwirkung färbt Bromium die Haut gelb und zerstört sie sehr schnell, unter heftigem Brennen und folgender Entzündung; in eine Wunde gebracht, kann es übelriechende Nekrosen erzeugen. Entsprechend kann es bei nekrotisierenden Geschwüren angezeigt sein.
Akneähnliche Papeln, Pickel oder Pusteln überall (u. a. auf der Nase, auf der Zunge, an den Fingern, am Anus). Herabgesetzte Empfindlichkeit der Haut. Furunkel an Armen und Gesicht.
Kitzeln oder Jucken, das durch Kratzen schnell gestillt wird.
Steinharte Schwellung von Drüsen und Lymphknoten, besonders am Unterkiefer Brom.Schwellung von Drüsen und Lymphknoten, besonders am Unterkiefer.

Bryonia

Essenzielle Merkmale
Das spezifische Krankheitsbild, für das jede einzelne unserer Arzneien steht und das diese bestimmte Arznei im menschlichen Organismus heilt, kann und sollte – statt als bloße Anhäufung unzusammenhängender Symptome – als die Idee dieses Mittels begriffen werden. Von unseren „großen“ Mitteln, die ausgedehnten Prüfungen unterzogen wurden, ist eine umfassende Symptomatologie bekannt, die für die Ableitung einer solchen Grundidee reiches Material bietet.
Trockenheit
Bei Bryonia ist die zentrale Idee die der Trockenheit auf allen Ebenen. Bryonia-Menschen sind geistig und emotional ebenso ausgetrocknet wie auf der körperlichen Ebene; daher wollen sie in Ruhe, will in Ruhe gelassen werden Bry.Ruhe gelassen werden, man soll sie nicht stören. Ebenso brauchen sie ständig die Zufuhr von großen Mengen Wasser, um ihre körperliche Trockenheit auszugleichen. Berücksichtigen wir nun, dass das Element Wasser symbolisch für die Gefühle steht, so können wir uns auch die emotionale Eigenart von Bryonia klarmachen: Bryonia-Menschen zeigen wenig Gefühl bzw. ihre Emotionen wurden eingeschränkt oder eingedämmt – sie sind emotional ausgetrocknet.
Das Moment der Dehydratation auf allen Ebenen wird man bei einem typischen konstitutionellen Bryonia-Patienten sogleich erkennen können. Er berichtet nicht nur von Trockenheitsgefühlen am Körper (besonders häufig der Schleimhäute, Trockenheit der Bry.Schleimhäute), sondern in der Art, wie er sich gibt, kommt auch sein „ausgetrockneter“ Geist zum Ausdruck. Mit anderen Worten: Es fehlt ihm an geistiger Beweglichkeit, an Schnelligkeit der Auffassung; er ist ein eher phantasieloser Mensch.
  • Und so leiden konstitutionelle Bryonia-Patienten unter einer gewissen Steifheit des Geistes; sie neigen dazu, sehr nüchtern und „geschäftsmäßig“ zu denken und an „Tatsachen“ zu kleben. Ihre Perspektiven sind begrenzt – sozusagen durch die Erdenschwere gebunden. Entsprechend konzentrieren sie ihre Energien oft auf den Erwerb irdischer Dinge und materieller Sicherheit, besonders von Geld. Dieser eher nüchternen, grob materiell orientierten und recht schroffen Art liegt ein Gefühl von Unsicherheit zugrunde, und diese wiederum äußert sich in erster Linie als Furcht vor Armut Bry.Furcht vor Armut. Ob sie Erfolg im Beruf haben oder nicht, wie auch immer ihr Kontostand aussehen mag – immer haben sie Angst, eines Tages arm zu sein.

  • Die mürrisch Bry.emotionale Austrocknung von Bryonia-Menschen zeigt sich vor allem in zwei wichtigen Charakteristika: sie sind mürrisch und Reizbarkeit Bry.reizbar. Es handelt sich um sehr ernste Leute, denen es an Einbildungskraft fehlt – für das Spielerische im Leben haben sie nichts übrig, man kann sie kaum als Frohnaturen bezeichnen. Selten einmal werden sie einen Witz machen. An Feinsinn und Sensibilität mangelt es Bryonia im Allgemeinen eher, in einer bestimmten Hinsicht aber sind diese Menschen sehr empfindlich: nämlich gegen Belästigungen und Störungen.

Erkennt man die innere Reizbarkeit, die sich darin ausdrückt, so hat man einen neuen Zugang zu dem eingangs erwähnten Leitsymptom „will in Ruhe gelassen werden“ gewonnen: Bryonia-Menschen wollen nicht, dass irgendetwas oder irgendjemand sich in ihr Leben mischt und ihnen eine Reaktion aufzwingt; sie wollen einfach bloß ihren eigenen Platz, ihre Nische im Leben finden und ansonsten ihre Ruhe haben. Wegen ihrer inneren Reizbarkeit und ihrer Neigung zu Heftigkeit und Zorn, die sie nach außen hin nicht zeigen wollen, können sie es nicht leiden, wenn Leute auf sie zukommen und sie „stören“. Ihr Problem bei jeder Art von „Störung“ ist es, dass sie selbst in irgendeiner Weise darauf reagieren müssen; dies bereitet ihnen enorme Schwierigkeiten und führt dazu, dass es ihnen schlechter geht. Und so drückt ihre ganze Haltung den Wunsch aus, bloß in Frieden gelassen zu werden.
  • Auf der körperlichen Ebene offenbart sich eine analoge Haltung z. B. in einem schmerzenden Gelenk, das sich trocken anfühlt und in dem es zu knacken oder zu krachen scheint: Dann will der Patient das betroffene Glied am liebsten die ganze Zeit ruhig halten, er hasst es, zu irgendwelchen Bewegungen gezwungen zu sein.

  • Damit haben wir bereits ein weiteres Beispiel für die Trockenheit von Bryonia auf körperlicher Ebene, die sich an verschiedenen Orten zeigen kann. Die Schleimhäute, die serösen Häute oder auch die Haut können extrem austrocknen. Abneigung gegen und Verschlimmerung durch Bewegung sind regelmäßig die mit der Trockenheit verbundenen typischen Modalitäten der Bryonia-Pathologie. Wir werden später näher darauf eingehen, hier nur einige typische Bilder: Die Konjunktiva ist so trocken, dass die Augen nicht ohne Schmerzen und Beschwerden bewegt werden können; die Synovialhäute sind trocken, sodass jede Bewegung der Gelenke schmerzt; die Darmschleimhäute sind trocken, sodass der Stuhl nicht vorwärtskommt und eine höchst beschwerliche und hartnäckige Verstopfung einsetzt.

Dies ist das Wesen von Bryonia, und entlang der angedeuteten Züge müssen wir die Symptome der Arznei auf allen Ebenen zu verstehen suchen. Die Beweglichkeit weicht einer Steifheit, ob in Körper, Gemüt oder Geist; die Gefühle sind in ähnlicher Weise trocken, unflexibel, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, wie es eben für die Gelenke beschrieben wurde, und daher kommt dieses Bedürfnis nach Ruhe und Alleingelassenwerden, diese Gereiztheit gegenüber störenden Einflüssen, diese Abneigung dagegen, dass jemand auf einen zukommt und einen anspricht.
Ausgleich der „Flüssigkeitsverluste“
Der Bryonia-Mensch trocknet in allen Bereichen aus. Um die Verluste an „Flüssigkeit“ auszugleichen, braucht er zusätzliche Zufuhr, nicht nur in Form von Wasser, sondern auch in Form von Geld und Gefühlen – und all dies muss von außen kommen, da der Organismus selbst es nicht liefern kann. So ist das Geldverdienen schon beinahe eine fixe Idee des Bryonia-Menschen. Er mag sein gutes Auskommen haben, und doch wird die Angst von ihm Besitz ergreifen, dass er im Alter arm und bedürftig werden könnte und dass er deshalb äußerst vorsichtig mit seinem Geld umgehen müsse. Im Alter, so befürchtet er, wird niemand ihn mehr lieben und sich um ihn kümmern, und deswegen wird er dann Geld brauchen, um Leute bezahlen zu können, die ihn pflegen und für sein Wohlergehen sorgen.
Der Bryonia-Mensch selbst ist gefühlsmäßig nicht in der Lage, Liebe zu geben, aber er braucht das Gefühl, geliebt zu werden, um sich sicher zu fühlen. Wie wir gesehen haben, scheint er es jedoch keineswegs zu schätzen zu wissen, wenn ihm Liebe entgegengebracht wird. Ein Bryonia-Mann (und es handelt sich in der Mehrzahl der Fälle um Männer) kann eine große Leidenschaft für die Börse entwickeln und viel Energie und Emotionen in den Kauf und Verkauf von Aktien stecken, aber er ist unfähig, sich leidenschaftlich in eine Frau zu verlieben.
Diese Unfähigkeit, starke Gefühle für den Partner zu empfinden oder zu äußern, bedeutet jedoch nicht, dass Bryonia sexuell impotent wäre. Bryonia-Menschen haben einfach keinen Sinn für Romantik und Zärtlichkeit; einem Bryonia-Mann genügt es, wenn seine Frau ihn liebt und für ihn da ist. Und wie er sich auch sonst gegenüber anderen gewöhnlich reizbar oder gar zornig und rücksichtslos verhält, so ist es auch in seinem Sexualleben: Sobald der Geschlechtsverkehr für ihn beendet ist, zieht er sich zurück und will bloß nicht mehr „belästigt“ werden.
Und nicht nur für die große Liebe, auch für immaterielle, spirituelle Werte bringen Bryonia-Menschen im Allgemeinen kaum Interesse auf; ist es einmal doch so, so handelt es sich definitiv um eine Ausnahme. Bryonia mag sich vielmehr denken: „Ich bin doch kein Narr, ich bin ein Tatsachenmensch“ (das glaubt er jedenfalls von sich); die materiellen Dinge des Lebens nehmen für ihn einen sehr hohen Rang ein.
Trockenheit, Verschlimmerung durch Bewegung, die „Lass-mich-bloß-in-Ruhe-Haltung
Wir haben nun in einem ersten Durchgang einige zentrale Wesenszüge von Bryonia beschrieben. Es ist für die Praxis zwingend erforderlich, diese Grundzüge im Zusammenhang zu sehen, denn erst aus ihrer Kombination ergibt sich das volle Bild dieser Arzneimittelpersönlichkeit in ihrer Einzigartigkeit und Eigentümlichkeit. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vor allem folgende Wesensmerkmale bei der Verschreibung von Bryonia immer im Blick behalten werden sollten: die Trockenheit, die Verschlimmerung der ausgetrockneten Teile durch Bewegung, die „Lass-mich-bloß-in-Ruhe-Haltung“. Diese Grundideen sollten in ihrer Verknüpfung verstanden werden, denn erst ein solches Verständnis bietet die Grundlage für eine sichere Verschreibungspraxis. Eine Verordnung hingegen, die sich lediglich an Einzelsymptomen orientiert, lässt viel Raum für Irrtümer.
Man sollte aber auch versuchen, gerade den Feinheiten der Pathologie der Persönlichkeit auf die Spur zu kommen. In einer allgemeinen Darstellung der Wesenszüge eines Mittels ist es naturgemäß nicht möglich, die zahlreichen möglichen Variationen des Bryonia-Typs und all seine unterschiedlichen Gemütszustände zu behandeln. Man sollte daher einerseits nicht sklavisch an den einzelnen Beschreibungen kleben; andererseits wird nur die Erfahrung mit einer größeren Zahl von Fällen und insbesondere die Erfahrung, das Mittel in verschiedenen konstitutionellen Bryonia-Fällen korrekt verschrieben zu haben, wirkliche Sicherheit bringen.
In einem zweiten Durchgang wollen wir nun die angesprochenen Züge von Bryonia vertiefen und das Bild vervollständigen.
  • Fassen wir die zentralen psychischen Züge noch einmal zusammen: Bryonia hat vor allem den ausgeprägten Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, der einem hohen Maß an innerer Reizbarkeit und Neigung zum Jähzorn zuzuschreiben ist. Diesen Eigenschaften wiederum liegt ein beträchtliches Unsicherheitsgefühl zugrunde, das sich in einer irrationalen Furcht vor Armut und einer Bangigkeit vor der Zukunft Bry.Bangigkeit vor der Zukunft äußert, insbesondere soweit es um die zukünftige finanzielle Situation dieser Menschen geht.

  • Ihre Neigung, sich auf Geld und Geschäfte zu konzentrieren, hat sogar ihr Unterbewusstsein in Beschlag genommen; selbst im Geschäfte, Irrereden von Bry.Delirium kommt häufig „Irrereden von Geschäften“ vor, wie es bereits Hahnemann in seiner „Reinen Arzneimittellehre“ aufführt. Es ist somit kaum verwunderlich, dass Bryonia-Menschen sehr vorsichtig mit ihrem Geld umgehen und sich nur widerwillig davon trennen, wenn sie auch nicht gar so knauserig sind, wie wir es etwa von ARSENICUM oder MERCURIUS kennen. Jedenfalls ist es unwahrscheinlich, dass ein Bryonia-Mensch sich etwas Teures kaufen wird, was er im Grunde für überflüssig hält – hingegen für einen guten Zweck zu spenden, dazu wäre er schon eher in der Lage.

  • Da seine Grundhaltung ebenso wie seine Ziele und Verhaltensweisen ausgesprochen materialistisch und „irdisch“ ist, wird er im Allgemeinen entschlossen nach dem Erwerb derjenigen Dinge streben, die nach seiner Ansicht gut für ihn sind, und sich dabei kaum beirren lassen. Auch Hartnäckigkeit und Entschlossenheit können daher zu seinen Charakterzügen gehören.

Bryonia ist heute ein häufig benötigtes Mittel. Betrachten wir die eben diskutierten Charakteristika, so könnte dies sehr wohl an dem Druck liegen, der von dem derzeit herrschenden sozioökonomischen System ausgeht. Wer unter dem Druck steht, sich in der Geschäftswelt behaupten und unter den Bedingungen erbitterter Konkurrenz ökonomisch erfolgreich sein zu müssen, dessen Psyche kann dadurch mit Sicherheit tiefgreifend beeinflusst werden. Infolgedessen entwickeln viele Menschen, die dafür eine gewisse Anfälligkeit besitzen, die geistigen, emotionalen und/oder körperlichen Krankheitsbilder, die nach Bryonia verlangen.
Langsame und allmähliche Entwicklung der Beschwerden
Die sture, entschlossene, kaum schwankende Haltung, die wir oben beschrieben haben, hat ihre Parallele in der Art, wie sich die Beschwerden dieses Arzneityps entwickeln: Sie beginnen langsam und steigern sich stetig – über einen viel längeren Zeitraum hinweg als bei den meisten anderen Mitteln. Bei Bryonia brauchen akute Zustände oft mehrere Tage, bis sie voll ausgeprägt sind (ähnlich wie bei GELSEMIUM), während der Organismus bei anderen Mitteln, etwa ACONITUM oder BELLADONNA, sehr viel schneller und explosiver reagiert. Diese langsame, aber stetige Steigerung der Beschwerden Bry.langsame, aber stetige Steigerung der Beschwerden, die so lange anhält, bis die Krankheit ein sehr ernsthaftes Ausmaß angenommen hat, gehört ebenfalls zu den wichtigsten Bryonia-Charakteristika und sollte niemals aus den Augen verloren werden, wenn eine Verordnung der Arznei erwogen wird.
Bryonia bei akuten Erkrankungen
Dem Verständnis chronischer Bryonia-Zustände wird es dienlich sein, wenn wir einen Blick auf die akuten Erkrankungen werfen, die von dieser Arznei erzeugt und geheilt werden. In schweren akuten Krankheitszuständen – die für gewöhnlich mit Fieber und Atemwegsleiden, besonders Bronchitis einhergehen – müssen Bryonia-Patienten all ihre Kräfte auf die Genesung konzentrieren und sind sich dessen auch bewusst. Sie leiden sehr (Hahnemann nennt z. B. als Kennzeichen eines „Nerven- und Spitalfiebers“, das nach Bryonia verlangt, „volles, nur allzu erhöhtes Gefühl der Schmerzen“), und ihre Reizbarkeit ist enorm. Ganz und gar ausgetrocknet, mit trockenem Mund, haben sie im Allgemeinen ein dauerndes Verlangen zu trinken. Der Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, ist hier darin begründet, dass sie der Krankheit nur unter Anspannung ihrer gesamten Lebensenergie trotzen können (bzw. davon überzeugt sind). Und so sind sie während fiebriger Zustände gleich gereizt, wenn jemand ins Zimmer kommt und mit ihnen reden oder ihnen Trost und Hilfe anbieten will. Bryonia-Patienten spüren, dass in dieser Verfassung Ruhe am besten für sie ist. Da sie ihre ganze Kraft für den Kampf mit der Krankheit brauchen, ist alles, was ihnen eine Reaktion oder auch nur irgendeine Bewegung abverlangt, eine wahre Qual für sie.
Bryonia bei chronischen Erkrankungen
Auch in chronischen, nicht krisenhaft zugespitzten Zuständen fällt es einem Bryonia-Menschen nicht leicht, bei anderen Hilfe zur Bewältigung seiner psychischen oder emotionalen Probleme zu suchen; er versucht lieber, alles mit sich allein abzumachen. Im akuten Fieberzustand wird schon die Frage: „Möchtest du eine Tasse Tee?“ zu einer Verschlechterung seines Befindens führen. Der bloße Akt des Antwortens, so empfindet er es, stellt eine Vergeudung seiner Lebenskraft dar, die er doch so sehr benötigt. Typisch für solche Fälle ist es, wenn der Arzt von den Leuten, die den Patienten pflegen, Dinge zu hören bekommt wie: „Er ist sehr krank und will auf keinen Fall gestört werden.“ Auch dann, wenn er durstig ist (was der Normalfall ist), wirkt sich die „Störung“ durch die gut gemeinte Frage nachteilig auf ihn aus. Ist der Tee aber einmal da, so trinkt er ihn meist mit großem Behagen und stillt seinen enormen Durst damit, und häufig tun ihm gerade warme Getränke gut. Dies ändert jedoch nichts an der Verschlimmerung durch den vorangegangenen Kommunikationsprozess. Entwickelt man genügend Einfühlungsvermögen, so wird man dies auch ohne Worte wahrzunehmen lernen; und dann ist es am besten, den Tee im Krankenzimmer stehenzulassen und gleich wieder hinauszugehen. Kent rät denn auch: „Kommen Sie einem Bryonia-Patienten nicht in die Quere, es geht ihm dann nur schlechter.“ Der Patient empfindet es zwar selbst als unfair, Leute so zu behandeln, die echten Anteil an ihm nehmen, aber er kann nicht anders.
Verschlimmerung durch Bewegung
Der Widerwille, den Bryonia-Menschen während ihrer Krankheit gegen soziale Interaktion empfinden, ist nun zwar teilweise durch Mattigkeit und Trägheit bedingt, eine weit größere Rolle spielt jedoch die innere Reizbarkeit des Patienten und vor allem seine grundsätzliche Abneigung gegen Bewegung. Gleichgültig, ob es sich um körperliche Bewegung (bis hin zum Atmen oder zu Augenbewegungen) oder um Regungen von Gemüt oder Geist handelt (Fühlen, Sprechen, ja sogar Denken), er will sich nicht bewegen, und tut er es doch, geht es ihm schlechter. Die Verschlimmerung durch Bewegung, von der bereits die Rede war, ist das bekannteste und wichtigste Leitsymptom von Bryonia. Sie kann so ausgeprägt sein, dass eine körperliche Untersuchung unmöglich wird, weil der Patient in Ohnmacht fällt, sobald er versucht, sich im Bett aufzusetzen. Entsprechend sind auch üble Folgen von Gemütsregungen bekannt, so z. B. Beschwerden von Kränkung, Ärger oder Verdruss. Meist handelt es sich dabei um Kopfschmerzen.
Ängstlichkeit, Missmut und Verzagtheit
Ferner prägen Ängstlichkeit, Mißmut Bry.Missmut und Verzagtheit das psychische Bild von Bryonia. Der Kranke ist leicht unzufrieden mit seinen Mitmenschen, mit sich und der Welt; oft weiß er selbst nicht recht, was er eigentlich will. Eine innere Beängstigung macht ihn unruhig und treibt ihn um; er muss die Lage wechseln oder umhergehen – und das, obwohl die Bewegung seine Leiden vermehrt. Zu den Ängsten zählen Todesfurcht und die Angst, nicht wieder gesund zu werden; so wird von einem Prüfer berichtet: „Sogar des Gedankens an den wahrscheinlich üblen Ausgang seines Unwohlseins konnte er kaum Meister werden“ (Arneth, in: Österreichische Zeitschrift für Homöopathie, Band 3, 1847). Doch sein logischer und praktischer Verstand lässt es nicht zu, dass diese Ängste ihn überwältigen. Zwar vermögen Jähzorn und Reizbarkeit durchaus in heftiger Form zum Ausbruch zu kommen, die Ängste aber hat der Patient so weit unter Kontrolle, dass sie seinen Geist nicht in ihre Gewalt bringen können.
Psychopathologie: Zusammenfassende Betrachtung
Kent fasst diesen Aspekt der Psychopathologie von Bryonia so zusammen: „Voller Furcht und Angst, Verzweiflung an der Genesung, große Verzagtheit. Ruhe wird sowohl in geistiger als auch in körperlicher Hinsicht benötigt. Der Patient will sich nicht rühren, oft verlangt er, dass das Zimmer abgedunkelt wird. Beschwerden durch Aufregung. Besucher haben beinahe immer negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Bryonia-Patienten. ‚Mürrisch.‘ … Heftige, kongestive Kopfschmerzen, die ein paar Stunden nach Aufregungen oder Streitereien oder auch nach kleinen Missverständnissen einsetzen, die er nicht bereinigen kann, werden oft von STAPHISAGRIA abgedeckt – aber auch Bryonia kann in solchen Fällen angezeigt sein. STAPHISAGRIA passt auf reizbare, heftige, nervöse, erregbare Leute, die Beschwerden bekommen, nachdem sie sich aufgeregt oder in eine hitzige Auseinandersetzung hineingesteigert haben; ist es Kopfweh, was daraufhin entsteht, so kann ein solches Krankheitsbild auch nach Bryonia verlangen.“
Bryonia-Kind
Bryonia-Kinder wollen während akuter Krankheiten oft Dinge haben, die sie nicht bekommen können. Mitten im Fieber schreien sie unter Wimmern und Stöhnen ihre Forderungen heraus – vorzugsweise gleich nach mehreren Dingen, die gar nicht verfügbar sind. Gelingt es den Eltern doch, diese Wünsche zu erfüllen, so werfen die Kinder das Gewünschte augenblicklich wieder von sich, wie wir es von CHAMOMILLA kennen. Das hervorstechende Merkmal von Bryonia ist hier jedoch das Verlangen nach Dingen, die für die Eltern nur schwer aufzutreiben sind. Eine innere Unzufriedenheit beherrscht diese Kinder; sie wissen einfach nicht so recht, was sie eigentlich wollen.
Auch Kent geht auf dieses Leitsymptom ein, warnt aber davor, es zur alleinigen Grundlage einer Verordnung zu machen: „ ‚Will etwas und weiß nicht was.‘ Dies ist ein wichtiges Bryonia-Symptom, das aber nur dann nach der Arznei verlangt, wenn auch die anderen Symptome übereinstimmen. Nehmen wir an, Sie besuchen ein Kind, das von der Pflegerin auf dem Arm getragen wird und ein Spielzeug nach dem anderen haben will; bekommt es nun, was es sich wünscht, so will es das Spielzeug plötzlich doch nicht und wirft es nach Ihnen. Bei genauerer Prüfung des Falles könnten Sie nun feststellen, dass er von KREOSOTUM abgedeckt wird; ein anderes Kind, das nie zufrieden ist und alles verschmäht, was es eben noch haben wollte, könnte z. B. CHAMOMILLA benötigen.“
Von Zeit zu Zeit wird man auch auf ein weiteres Kennzeichen von Bryonia-Kindern stoßen, nämlich eine Neigung zum Nasenbluten nachts im Bett bzw. im Schlaf, um 3 Uhr morgens oder zwischen 3 und 4 Uhr.
Bei Meningitis oder anderen Hirnaffektionen zeigen Bryonia-Kinder oft merkwürdige Kaubewegungen der Kiefer, wie Wiederkäuen Bry.Kaubewegungen der Kiefer, die an Wiederkäuen erinnern, oder ein seltsames Verziehen des Mundes im Schlaf Bry.Verziehen des Mundes („herüber und hinüber“, wie Hahnemann schreibt). Auch diese Symptome treten für gewöhnlich im Schlaf auf. Die „wiederkäuenden“ seitlichen Kaubewegungen können wir gelegentlich auch bei älteren Leuten finden, die an Arteriosklerose leiden.
Allgemein wirken Bryonia-Kinder matt und müde und neigen zu Schwindelgefühlen und Hinfallen.
Wichtige Modalitäten und sonstige Leitsymptome
Gehen wir zunächst noch einmal näher auf die wichtigste Modalität von Bryonia ein, die bereits mehrfach angesprochen wurde: die Verschlimmerung durch Bewegung. Diese Eigenheit von Bryonia kann einen extremen Grad erreichen und vielerlei Formen annehmen. Ich denke hier z. B. an einen Bryonia-Fall, den ich in Südafrika behandelt habe. Als ich das Zimmer des Patienten betrat, lag er hustend mit dem Gesicht zur Wand, vollkommen still, und kehrte mir den Rücken zu. Das Anamnesegespräch fand durch die Vermittlung eines Dolmetschers statt, und der Patient drehte sich während der ganzen Zeit nicht ein einziges Mal zu mir herum, um mich anzusehen. Die Bewegung hätte zu große Schmerzen ausgelöst. Der Dolmetscher, der zugleich der Pfleger des Kranken war, erzählte mir, der Patient habe zwei oder drei Tage lang keinen Appetit gehabt, habe große Schmerzen beim Husten und bewege sich schon die ganze Zeit praktisch gar nicht, behalte immer die Lage bei, in der ich ihn gesehen hatte. Er verlangte auch nach nichts; seine einzige Aktivität bestand darin, dass er ab und zu Wasser trank. Bryonia wurde gegeben, und am nächsten Tag ging es ihm viel besser; er erholte sich völlig, ohne noch irgendein anderes Mittel zu benötigen.
Aufgrund dieser Modalität ist Bryonia häufig nützlich bei arthritischen Zuständen; vor allem schwere Fälle dieser Erkrankung, die durch die leichteste Bewegung verschlimmert werden, profitieren oft von dieser Arznei. Man kann jedoch in solchen Fällen oft eine seltsame und bedeutsame Beobachtung machen: Manchmal fühlt sich der Patient, wenn die Gelenkschmerzen extrem stark sind, trotz der Bewegungsverschlimmerung gezwungen, aufzustehen und umherzugehen – er leidet so sehr, dass er sich bewegen muss, obwohl ihm das nicht gut tut. Diese paradoxe Unruhe kann gelegentlich zu Verwechslungen mit ARSENICUM und RHUS TOXICODENDRON führen.
Besserung durch Druck
Ein zweites wichtiges Leitsymptom ist die Druck, Besserung durch Bry.Besserung durch Druck. Viele Arten von Schmerzen und sonstigen Beschwerden werden gelindert, wenn man die betroffenen Körperteile festhält und Druck auf sie ausübt. Liegen auf der schmerzhaften Seite (z. B. bei Kopfschmerzen, Brustschmerzen etc.) verschafft häufig Erleichterung. In diesem Zusammenhang ist eine Besonderheit bemerkenswert, die Bryonia zu einem häufig angezeigten Mittel bei akuter Appendizitis macht: Selten besteht Empfindlichkeit gegen direkten Druck, nimmt der Arzt aber danach plötzlich die Hand vom Bauch des Patienten, so tut das sehr weh. Dies entspricht dem klassischen Bryonia-Bild: Der Schmerz wird besser bei Druck, plötzliche Bewegung (in diesem Fall plötzliches Loslassen) löst hingegen Schmerzen aus oder macht sie schlimmer. Wo also das bekannte Appendizitiszeichen des Loslassschmerzes in ausgeprägter Form vorhanden ist und zugleich kaum oder keine Empfindlichkeit gegen direkten Druck vorliegt, wird Bryonia sehr oft heilend wirken; es kann als eines der Spezifika bei akuter Appendizitis bezeichnet werden.
Extremer Durst
Bei der erwähnten Trockenheit von Bryonia ist es nicht verwunderlich, dass im Allgemeinen extremer Durst besteht; der Patient verlangt nach großen Mengen Wasser, das kalt, kühl oder lauwarm sein kann – und es kommt auch ein starkes Verlangen nach warmen Getränken vor, welche zudem insbesondere bei Magenbeschwerden lindernd wirken können. Man kann bei diesem Mittel somit keine allgemein hervorstechende Vorliebe für eine bestimmte Temperatur des Getränks ausmachen; oft ist der Patient mit lauwarmem Leitungswasser schon völlig zufrieden. Dies ist eine Hilfe bei der Unterscheidung zwischen Bryonia und anderen „durstigen Mitteln“. So verlangen etwa PHOSPHORUS, NATRIUM MURIATICUM und SULFUR alle nach kaltem Wasser in großen Mengen und kurzen Abständen; dagegen wünscht LYCOPODIUM warme Getränke und erfährt Besserung durch diese, und auch LAC CANINUM, ARSENICUM ALBUM und CHELIDONIUM verlangen typischerweise Warmes zu trinken.
Bei der Verwertung des Durstes als Bryonia-Symptom ist jedoch eine gewisse Vorsicht geboten. Es gibt nämlich auch Bryonia-Patienten mit sehr trockenem Mund, die dennoch keinen Durst empfinden. Diese eigentümliche Kombination – Trockenheit bei gleichzeitiger Abneigung gegen Wasser – findet sich auch bei einigen anderen Mitteln. Bei nux moschata kann so große Trockenheit im Mund vorliegen, dass die Zunge am Gaumen zu kleben scheint, und trotzdem ist kein Durst vorhanden, vielmehr manchmal sogar Widerwille gegen Wasser. In derartigen Fällen können die Patienten Wasser bisweilen überhaupt nicht herunterbekommen; selbst wenn sie nur einen Schluck zu sich nehmen, um das Essen herunterzuspülen, müssen sie das Wasser wieder ausspucken. Dieses Symptom ist auch bei NATRIUM MURIATICUM nicht selten.
Zeitliche Modalitäten
Die bekanntesten Zeitmodalitäten von Bryonia sind seine Verschlimmerungen morgens beim Erwachen und um 21 Uhr; um diese Uhrzeit ist eine allgemeine Erhöhung der Beschwerden zu verzeichnen. Hören wir dazu Kent: „Dies ist eigentümlich an der Bryonia-Verschlimmerung: dass die Beschwerden sehr oft früh am Morgen anfangen. Beim Erwachen, bei der ersten Bewegung merkt der Patient, dass mit ihm etwas nicht stimmt; er ist in einem benommenen Zustand, der an Bewusstlosigkeit grenzen kann … Geht das ein paar Tage lang so, dann mag sich ein kontinuierliches Fieber einstellen …Gewöhnlich wird das Delirium gegen 21 Uhr beginnen und die ganze Nacht anhalten, ebenso wie das Fieber. Die Symptome, durch die sich akute Gemütszustände manifestieren, stellen sich morgens beim Aufstehen ein, aber mit fortschreitendem Fieberzustand, der von dem Patienten zunehmend Besitz ergreift, kommt es zu einer Verschlimmerung um 21 Uhr; bei denjenigen Patienten, die Fröste haben, setzen diese um 21 Uhr ein; bei denen, die Fieberhitze haben, beginnt diese um 21 Uhr. Dominieren in einem Fall die Gemütssymptome, so werden sie zu diesem Zeitpunkt stärker und dehnen sich dann durch die ganze Nacht … BELLADONNA beginnt um 15 Uhr und hält an bis Mitternacht, Bryonia beginnt um 21 Uhr und zieht sich durch die ganze Nacht. Die ebenfalls äußerst reizbaren CHAMOMILLA-Patienten haben ihre typische Verschlimmerung um 9 Uhr morgens.“
Verschlimmerung durch Hitze
Schließlich ist Hitze, Verschlimmerung durch Bry.Verschlimmerung durch Hitze typisch für Bryonia. Auch hierzu noch einmal Kent, der gerade in Bezug auf die Modalitäten so anschauliche und präzise Schilderungen parat hat: „Der Gemütszustand von Bryonia ist meist besser durch kühle Luft, er will die Fenster offen haben. Ängstlichkeit, Benommenheit, Furcht usw. sind besser im Kühlen. Manchmal wird das Delirium – und das kongestive Gefühl von Vollheit des Kopfes, das den Geist in Mitleidenschaft zieht – stärker, wenn das Zimmer sich beträchtlich erwärmt, oder auch durch Ofenhitze, nach Überhitzung oder wenn der Patient warm zugedeckt ist. Dies kann man z. B. bei Kindern beobachten; öffnet man aber das Fenster, damit es nicht mehr so stickig im Zimmer ist, werden sie ruhig schlafen. Hier ist an Mittel wie Bryonia, Apis, Pulsatilla und viele andere zu denken. Wenn Sie das Zimmer betreten und das Kind im wütenden Delirium vorfinden, sich herumwerfend und hin- und herdrehend, während die Mutter versucht, das Zimmer warm zu halten, weil sie fröstelt, und wenn Sie dann das Fenster öffnen und daraufhin das Kind Schlaf findet, dann sollten Sie so etwas nicht ignorieren; die Linderung muss durch irgendetwas bewirkt worden sein … Bei allen nervös bedingten Beschwerden, bei nervöser Erregung (und das gilt im Allgemeinen auch für den körperlichen Zustand des Kranken) geht es dem Patienten schlechter im warmen Zimmer, durch zu warme Kleidung und durch Bettwärme; will die Fenster offen haben, will kühle, frische Luft atmen. Er leidet mehr als andere unter stickigen Räumen. Menschen, die zu Bryonia-Zuständen neigen, haben Probleme z. B. in der Kirche, in der Oper, überhaupt in geschlossenen, warmen Räumen, ähnlich wie Lycopodium.“
Kent macht allerdings darauf aufmerksam, dass Hitze gewisse Bryonia-Beschwerden auch lindern kann, vor allem bestimmte rheumatische Affektionen und einige (nicht-kongestive) Kopfbeschwerden.
Weitere Charakteristika
  • Bezüglich des Essens (zum Trinken s. o.) hat Bryonia keine sehr auffallenden oder starken Verlangen und Abneigungen, sieht man von einem starken Verlangen nach Austern und nach Fleisch ab. Allerdings kommt auch eine Abneigung gegen Fleisch vor.

  • Bei Verstopfung, trockene, große, harte Stühle Bry.Verstopfung ist Bryonia eines der Hauptmittel, wenn der Stuhl groß, hart und trocken ist; es ist, als fehlte dem Darm die Schleimhautauskleidung und als käme der Stuhl daher nicht recht vorwärts. Dazu kommt eine Neigung zur Darmträgheit, es ist zu wenig peristaltische Aktivität vorhanden. In den Prüfungen haben sich aber auch (wenngleich seltener) Durchfälle gezeigt, und daher kann Bryonia bei Diarrhö ebenfalls angezeigt sein (s. u., „Rektum und Stuhl“).

  • Der Bryonia-Husten, schmerzhafter, muss sich die Brust halten Bry.Husten kann recht schmerzhaft sein; typisch ist es, wenn die Patienten sich beim Husten die Brust halten, um die schmerzhafte Bewegung der Brustwand zu verringern.

  • Es bleibt noch eine wichtige Eigenart des Deliriums von Bryonia zu ergänzen: Neben dem Irrereden von Geschäften ist es ein häufiges Phänomen, dass die Delirierenden dauernd sagen, Delirium, will nach Hause Bry.sie wollten nach Hause – und zwar auch dann, wenn sie tatsächlich zu Hause sind. Dieser Wunsch entstammt dem Sicherheitsbedürfnis von Bryonia; mit ihrem „eigenen Platz“ im Leben, ihrem Zuhause, verbinden diese Menschen ein Gefühl von Sicherheit, und diese Gedankenverbindung macht sich im Delirium bemerkbar. Das Symptom ist oft in starkem Maße zu beobachten, weil es für einen wichtigen Charakterzug steht. Kent berichtet: „Manchmal liegt er nur da und sagt nichts als ‚Ich will nach Hause‘.“

Oft ist in Fällen, die nach Bryonia zu verlangen scheinen, aber nicht darauf reagieren, ein Mittel wirksam, das in bestimmten Punkten große Ähnlichkeiten mit Bryonia aufweist. Ich spreche von STELLARIA MEDIA, einer Arznei, die bei Rheumatismus, Gelenksteifigkeit, Synovitis und allgemeiner Reizbarkeit angezeigt sein kann. STELLARIA hat auch die steifen, schmerzenden Halsmuskeln und das Gefühl, als würden die Augen herausgedrückt, und es teilt vor allem die allgemeine Verschlimmerung durch Bewegung mit Bryonia.
Bryonia ist eines unserer großen Polychreste und deckt daher ein weitgefächertes Spektrum klinischer Krankheitsbilder ab. Wenn das typische Bryonia-Bild gegeben ist, wie es in diesem Kapitel umrissen wurde, wird man mit Bryonia auch heilen können, ob der Patient uns nun wegen Bronchitis, Interkostalneuralgie, Verstopfung, Durchfall oder einer anderen „Hauptbeschwerde“ aufsucht. Freilich müssen die Grundzüge der Bryonia-Symptomatologie vorhanden sein, insbesondere die Trockenheit, die Bewegungsverschlimmerung, der Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, und die Reizbarkeit.
Da unsere Beschreibung selbst die psychischen Symptome eines Polychrests wie Bryonia nicht einmal annähernd vollständig aufführen kann, soll hier abschließend noch einmal auf einige typische Geistes- und Gemütszustände eingegangen werden, wie sie sich in den Prüfungen, in der Literatur und im Repertorium niedergeschlagen haben.
Einige Geistes- und Gemütszustände
Bryonia hat häufig Gemütsbewegungen, Beschwerden nach Bry.Beschwerden nach Gemütsbewegungen, insbesondere nach Zorn, Schreck, Geringschätzung, Kränkung, Verachtung, Beschwerden nach Bry.Geringschätzung, Kränkung oder Verachtung durch andere sowie Betrübnis bzw. Enttäuschung; ebenso nach Hast und nach Heftigkeit.
Zorn, Reizbarkeit, Übellaunigkeit
Starke Neigung zu Zorn, Reizbarkeit, starke Neigung zu Bry.Zorn und Reizbarkeit. Die Reizbarkeit wurde besonders intensiv morgens beim Erwachen beobachtet; auch nach dem Essen und während der Regel ist sie stark. Sie begleitet u. a. Kopfschmerzen, Leberbeschwerden und Keuchhusten. Zum Zorn neigen Bryonia-Patienten, so das Repertorium, besonders abends. In einer zwei Monate andauernden Prüfung war das Gemüt die ganze Zeit „offenbar gereizter als gewöhnlich; Widerspruch brachte leicht zum Zorne“. Eine „ärgerliche Gemütsstimmung“ wurde bei einer Reihe von Prüfern festgestellt. „Gemüt zugleich zornig, ärgerlich und weinerlich.“ (Hahnemann). Hering nennt ein eigentümliches Symptom: „Nachdem er zornig geworden war, Frost nach Zorn, rotes Gesicht und Hitze im Kopf Bry.Frost; hat ein rotes Gesicht und Hitze im Kopf.“ Zum Zanken aufgelegt, macht anderen oft Vorwürfe. Neid.
Der Reizbarkeit entspricht die Übellaunig Bry.üble Laune von Bryonia; mürrische Stimmung ohne besondere Veranlassung mit grundloser Angst und Niedergeschlagenheit. Ist den ganzen Tag nervös. „Mürrisch, alles mit Verdruss ansehend.“ (Hahnemann). „Mürrisch, reizbar, heftig (bei Keuchhusten)“. (Hering). Höhnisch und sarkastisch. Die schlechte Laune kann von Weinerlichkeit und Weinen begleitet sein; unter „Weinen vor dem Husten Bry.Weinen, weinerliche Stimmung vor dem Husten“ ist die Arznei dreiwertig. Missmutig; klagt und weint viel. „Unzufrieden mit sich und der Welt“ heißt es in der Prüfung von Zlatarovich. Trübsinn, Niedergeschlagenheit, melancholische Gedanken. Seufzen, häufiges Bry.Häufiges Seufzen.
Bryonia hat, wie nach dem Vorangegangenen nicht anders zu erwarten, eine deutliche Abneigung gegen Gesellschaft, besonders gegen Gegenwart von Fremden Bry.Abneigung gegen Gesellschaft, besonders gegen die Anwesenheit von Fremden. Wortkarg; jeder Unterhaltung abgeneigt; antwortet hastig, verlangt nichts. Auch die Abneigung gegen Berührung lässt sich hier einordnen.
Angst und Furcht
Angst ist ein starkes Merkmal von Bryonia, insbesondere Angst vor der Zukunft. Auch eine (gelegentlich hypochondrische) Angst um die eigene Gesundheit kommt vor; Denken an die Beschwerden verschlimmert diese. Grundlose Besorgnisse. „In der Stube war es ihr zu ängstlich, Angst, im Freien besser Bry.im Freien besser.“ (Hahnemann). In den Prüfungen wird auch von nächtlichen Angstzuständen bzw. „schreckhafter Phantasie vor Mitternacht“ (Hahnemann) berichtet; oder: „Abends beim Niederlegen, Gefühl von Ängstlichkeit, wie es schien, von Beengung der Brust bedingt“ (aus den österreichischen Prüfungen).
Auch die Furcht-Rubriken im Repertorium führen häufig Bryonia auf. Herausragend sind die Furcht vor Armut Bry.Furcht vor Armut sowie die Furcht vor dem Tod Bry.Furcht vor dem Tod (bzw. vor tödlichem Ausgang der Krankheit), mit Verzweiflung an der Genesung. Die Furcht kann aus der Magengegend oder wie aus dem Unterleib aufsteigen. Weitere Ängste: vor dem Alleinsein; vor drohender Krankheit; vor Unheil; vor Wahnsinn; vergiftet zu werden; beim Fahren im Wagen; vor Leiden; vor dem Verhungern; vor Gewittern. Überhaupt zeigen sich Gemütssymptome manchmal vor oder bei einem Gewitter.
Unruhe und Hast
Die Angst steht häufig mit Unruhe im Zusammenhang. „Beängstigung im ganzen Körper, die ihn immer zu etwas hintrieb, und wo er hinkam, fand er keine Ruhe.“ (Hahnemann). Nächtliche Ängstlichkeit mit Unruhe, wirft sich mit Händen und Füßen im Bett herum. Schließlich will er aus dem Bett entfliehen.
Aber auch unabhängig von den Angstzuständen ist eine gewisse Hast und Ungeduld typisch. „Übergeschäftigkeit; sie will gar zu viel vornehmen und arbeiten.“ (Hahnemann). Denkt die ganze Zeit an seine Arbeit oder an das Geschäft. Verlangen nach materiellem Besitz, habsüchtig; will das große Geld machen.
Bryonia ist ausgesprochen launenhaft Bry.launenhaft. „Er verlangt Dinge, die nicht vorhanden sind.“ „Er verlangt Dinge sogleich, die er dann nicht will.“ (Hahnemann). Sehnsucht nach Veränderung. Eigensinnig; Zlatarovich berichtet: „Jede Kleinigkeit dünkt ihm von großem Einflusse.“
Während der Krankheit kann die Empfindlichkeit, bei Krankheit stark gesteigert Bry.Empfindlichkeit extrem gesteigert sein: gegen Schmerzen und vor allem gegen geräuschempfindlich Bry.Geräusche. Überempfindlichkeit während des Fieberfrost, überempfindlich bei Bry.Fieberfrostes; verlangt nach Ruhe und Stilliegen, bei Fieberhitze, aber vor allem bei Frost.
Benommenheit
Andererseits sind auch Zustände von Benommenheit häufig beobachtet worden, die bis hin zur Betäubung und zum Koma reichen können. So kommt z. B. morgens beim Erwachen eine Benommenheit vor, als ob man den Abend zuvor gezecht hätte (mit Kopfschmerzen); Benommenheit zeigte sich in den Prüfungen auch u. a. beim Fahren auf einem holprigen Weg; beim Gehen, besser beim Sitzen; im Zimmer, Benommenheit, besser im Freien Bry.besser im Freien; bei (trockener) Fieberhitze. Linderung des benommenen Zustands verschaffte u. a. Gähnen oder Aufstoßen leerer Winde.
Es handelt sich oft um Schwäche- und Trägheitszustände von Geist und Gemüt. „Dumm im Kopf, mit Vergesslichkeit.“ (Hahnemann). Unlust zur Arbeit; nicht zum Denken aufgelegt, Abspannung der Geisteskräfte. Eine interessante Beschreibung der Trägheit der Phantasie gibt Zlatarovich: „Ich bin nicht im Stande, irgend einen Plan für die Zukunft, auch nicht für den nächsten Tag zu entwerfen; dabei das Urteil über Tatsachen, über Ereignisse des Augenblickes in ungeschmälerter Kraft.“
Für Augenblicke kann das Bewusstsein aussetzen; dies ist mit Gedächtnisschwäche, Schwindelgefühl und Ohnmachtsanwandlungen verbunden. Hahnemann gibt ein prägnantes Beispiel: „So schwach am Geiste, dass ihm die Gedanken vergehen, wie wenn man in Ohnmacht fallen will, wobei ihm Hitze ins Gesicht tritt, beim Stehen am meisten.“ Eine Neigung zum Sitzen ist typisch für Bryonia.
  • Das Delirium von Bryonia tritt besonders häufig bei Tagesanbruch ein; aber auch abends oder nachts. Es ist oft durch Unruhe und Geschäftigkeit geprägt, und seine bekanntesten Züge, Geschäfte, Irrereden von Bry.Irrereden von Geschäften und „will nach Hause“, haben wir bereits erörtert. Dazu können Todesvorahnungen und eine Reihe von Wahnideen kommen: beim Schließen der Augen sieht er Erscheinungen und Gesichter; glaubt, von zu Hause fort zu sein, in einem fremden Land; delirierende, schreckhafte Phantasie, als hieben Soldaten auf ihn ein, sodass er im Begriff war zu entfliehen; bildet sich ein, ganz andere Menschen um sich zu haben, redet wie mit fremden Kindern. Versucht im Delirium, durch das Fenster zu entkommen. Die Deliriumssymptome werden durch Hitze schlimmer.

  • Wimmern, Stöhnen, Ächzen, Murmeln, Schreien im Schlaf. Scheint im Schlaf ins Delirium abzugleiten, mit Irrereden von Geschäften.

Schreckhaftigkeit
Die Schreckhaftigkeit Bry.Schreckhaftigkeit des Mittels zeigt sich auch nachts: „Abends, ehe sie einschläft, schreckt sie auf und fährt zusammen.“ „Zusammenschrecken beim Einschlafen jeden Abend, im Bette.“ „Aufschrecken im Schlafe, bis zum Erwachen.“ „Er schreckt aus einem ängstlichen Traume auf und heulet laut auf.“ (Hahnemann)
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Bryonia hat eine ausgeprägte Wirkung auf alle seröse Häute, Entzündung und Exsudation der Bry.serösen Häute und die von ihnen umschlossenen Eingeweide; es verursacht dort Entzündung und Exsudation der serösen Häute Bry.Entzündung und Exsudation.

  • Die Arznei beeinträchtigt den Kreislauf, Beeinträchtigung des Bry.Kreislauf und den Zustand des Blutes und vermag diverse Fieberarten zu erzeugen: Febris continua (vom Typhustyp) oder remittens, auch von Gelbsucht begleitetes „biliöses“ Fieber oder rheumatisches Fieber.

  • Die Symptome entwickeln sich langsam, über mehrere Tage hinweg.

  • Die charakteristischen Schmerzen sind stechende Schmerzen, schlimmer bei Bewegung Bry.stechend, aber auch reißende, spannende und ziehende Schmerzen sind häufig. Stechen ist überall zu finden, besonders aber in der Brustschmerzen, stechende Bry.Brust. Sie haben eine Neigung, nach hinten zu ziehen – oder auch zu dem Körperteil, auf dem man liegt. Meist etablieren sie sich langsam und allmählich. Sie zeigen sich mehr rechts und sind schlimmer durch Bewegung.

  • Bryonia ist oft angezeigt, wenn ein Gelenk verletzt ist und ARNICA nicht hilft. Stechen in dem leidenden Teil, wenn man darauf drückt Bry.Stechen in dem leidenden Teil, wenn man darauf drückt.

  • Es besteht Bewegung, Abneigung gegen die geringste Bry.Abneigung gegen die geringste Bewegung. Selbst Augenbewegungen werden möglichst vermieden, und schon wenn der Patient nur den Kopf vom Kissen hebt, können Ohnmacht, Übelkeit, Erbrechen, wenn er den Kopf vom Kissen hebt Bry.Ohnmacht, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

  • Auf Nerven und Muskeln zeigt Bryonia starke Wirkung, indem es Entzündungen, Empfindlichkeit und Wundheitsschmerz hervorruft.

  • Der typische Bryonia-Patient hat dunklen Teint und dunkles Haar und ist von plethorischer oder cholerischer Konstitution; er neigt zu Gallenbeschwerden. Entsprechend auch seine oben ausführlich diskutierte Neigung zu Reizbarkeit und schlechter Laune. Reizbarkeit sowohl des Gemüts als auch der kalte Getränke, üble Folgen von Bry.Gewebe zieht sich durch das gesamte Arzneibild.

  • Gemütsregungen rufen Beschwerden hervor; Zorn kann zu Katalepsie führen Bry.Zorn kann zu Katalepsie führen. Beschwerden auch durch Unterdrückung von Ausschlägen, Beschwerden durch Bry.Unterdrückung von Ausschlägen und Absonderungen; durch Alkohol oder ein Zuviel an nahrhaften Speisen und rotem Fleisch; durch kalte Getränke bei heißem Wetter; durch Erkältungen oder Erhitzung im Sommer, Beschwerden durch Bry.Erhitzung im Sommer; wenn nach kalten Sommertagen wieder warmes Wetter einsetzt.

  • Die Arznei kann bei Aluminiumvergiftung angezeigt sein; ebenso bei Influenza.

  • Trockenheit, besonders der Schleimhäute Bry. Trockenheit, besonders der Schleimhäute.

  • Häufig sind neuralgische (oft linksseitige) Kopf- oder Gesichtsschmerzen, die – im Einklang mit den allgemeinen Modalitäten der Arznei – schlimmer bei Bewegung und besser durch harten Druck sind; Kopfschmerzen, besser durch kalte Auflagen Bry.besser auch durch kalte Auflagen. Berstende, auseinanderpressende Kopfschmerzen, die nach hinten ziehen; Kopfschmerzen, schlimmer durch jede Bewegung oder durch Husten Bry.schlimmer durch jede Bewegung oder durch Husten.

  • Bryonia ist ein starker, unersättlicher Esser und hat viele Verdauungsbeschwerden. Das Essen liegt wie ein Stein im Magen. Symptome werden schlimmer nach einer Mahlzeit. Verlangen nach Speisen, die nicht zu bekommen sind Bry.Verlangen nach Speisen, die nicht zu bekommen sind oder die dann doch verschmäht werden.

  • Die Verdauung ist für gewöhnlich im Sommer schlechter. Teste hält den Verdauungskanal und speziell den Magen für den Hauptwirkungsbereich von Bryonia.

  • Luftaufstoßen ohne Geschmack Bry.Luftaufstoßen ohne Geschmack ist kennzeichnend. Alles schmeckt bitter.

  • Durchfall morgens, sobald der Patient sich bewegt; Durchfall, der heftig nach faulem Käse riecht. Typischer ist jedoch Verstopfung mit großen, trockenen Stühlen, die wie verbrannt aussehen.

  • Entzündung und Empfindlichkeit der Leber Bry.Empfindlichkeit der Leber und der Nieren. Der Harn ist dunkelrot, aber ohne Bodensatz.

  • Häufige Blutungen; bekommt leicht Nasenbluten, besonders nachts gegen 3 oder 4 Uhr Bry.Nasenbluten, besonders nachts gegen 3 oder 4 Uhr. Vikariierende Hämorrhagien; Nasenbluten nach Unterdrückung der Menses Bry.Nasenbluten nach Unterdrückung der Menses.

  • Bryonia hat sich bei Chlorose als heilkräftig erwiesen.

  • Mastitis mit Härte und Empfindlichkeit der Brüste.

  • Krämpfe von unterdrückten Ausschlägen, wenn die Aura mit einem Rucken im Nacken, bei Krämpfen beginnt Aura mit Bry.Rucken im Nacken beginnt.

  • Atmungsorgane und Herz werden durch Bryonia tiefgreifend in Mitleidenschaft gezogen. Ein Leitsymptom ist das häufige Bedürfnis, einen tiefen Atemzug zu tun; Lungen, glaubt die L. ausdehnen zu müssen Bry.glaubt die Lungen ausdehnen zu müssen (was aber Schmerzen bereitet, „als wenn sich etwas ausdehnte, was sich nicht ausdehnen lassen wollte“).

  • Ödematöse Schwellungen in Synovialhäuten und serösen Häuten, Berührung, ödematöse Schwellungen schmerzhaft bei Bry.schmerzhaft bei Berührung, die im Laufe des Tages zunehmen und über Nacht kleiner werden.

  • heiße Schwellung der betroffenen Teile Bry. Heiße Schwellung der betroffenen Teile.

  • Geschwulst und knotige Verhärtung von Drüsen und Lymphknoten.

  • Die Gelenke sind rot, geschwollen und steif, mit stechendem Schmerz durch die geringste Bewegung. Kinder wollen nicht getragen oder hochgehoben werden.

  • Jede Stelle im Körper tut beim Anfassen wie zerschlagen weh, besonders in der Magengrube, Wehtun wie zerschlagen in der Bry.Magengrube und vor allem morgens.

  • Schwäche, körperliche S. von der mindesten Anstrengung Bry.Körperliche Schwäche von der mindesten Anstrengung, mit Schwitzen über und über. Beim Aufstehen stellte sich eine große Abspannung und Mattigkeit ein, welche im Verlauf des Vormittags beim Herumgehen so zunahm, dass er sich förmlich schleppen musste und beim Treppensteigen in den Knien und Schenkeln eine ungemeine Schwäche in Knien und Schenkeln, beim Treppensteigen Bry.Schwäche fühlte.

  • Beim Gehen, vorzüglich nach dem Aufstehen vom Sitzen und zu Anfang des Gehens, Unfestigkeit in allen Teilen des Körpers, als wenn alle Muskeln ihre Kraft verloren hätten; beim Weitergehen wurde es besser.

  • Ohnmacht beim Aufstehen aus dem Bett Bry.Beim Aufstehen aus dem Bett wandelt ihn eine Ohnmacht an, mit kaltem Schweiß und Poltern im Bauch.

  • Nach kurzer Bettruhe verschwanden bei einem Prüfer alle Symptome außer der Schwäche und Niedergeschlagenheit.

  • Die Symptome sind im Allgemeinen rechtsseitig, schlimmer morgens gegen 9 und Verschlimmerung gegen 21 Uhr Bry.gegen 21 Uhr; ebenso am frühen Morgen, vor dem und beim Einschlafen und während des Schlafs.

  • Schlimmer durch Ärger, schlimmer durch Bry.Ärger.

  • Schlimmer durch Wärme, schlimmer bei wiedereinsetzender Wärme nach kühlen Tagen im Sommer Bry.Wärme; bei wiedereinsetzender Wärme nach kühlen Tagen im Sommer; durch kalten Wind; durch Wetterwechsel von Kalt zu Warm verschlimmert Bry.Wetterwechsel von Kalt zu Warm; bei Erwärmung im Freien, schlimmer durch Bry.Erwärmung im Freien, ebenso bei Zimmerwärme, schlimmer durch Bry.Zimmerwärme; durch kalte Getränke bei heißem Wetter; durch warme, feuchte Auflagen.

  • Schwäche schlimmer nach Aufstehen vom Sitzen und zu Beginn des Gehens, besser beim Weitergehen.

  • Verschlimmerung beim Steigen; durch körperliche Anstrengung, schlimmer durch Bry.körperliche Anstrengung; durch Laufen, schlimmer durch Bry.Laufen, Auftreten, schlimmer durch Bry.Auftreten, Erschütterung, schlimmer durch Bry.Erschütterung; durch Liegen auf der schmerzlosen Seite, schlimmer durch Bry.Liegen auf der Seite, insbesondere der schmerzlosen Seite; durch Berührung, schlimmer durch Bry.Berührung.

  • Schlimmer durch Gemüse; durch Saures.

  • Besserung der Beschwerden: durch Druck; beim Liegen auf dem betroffenen Körperteil, besser beim Bry.Liegen auf dem betroffenen Körperteil; beim Liegen auf dem Rücken, besser beim Bry.Liegen auf dem Rücken; durch festes Binden bzw. Verbinden des betroffenen Körperteils; im Kühlen; im Freien; bei Ruhe; an bewölkten, feuchten Tagen; beim Hochziehen der Knie, besser beim Bry.Hochziehen der Knie; bei Abwärtsbewegung; durch kalte Speisen und Getränke; nach Schwitzen, besser nach Bry.Schwitzen; durch Durchfall.

Lokalsymptome
SchwindelDer Bryonia-Schwindel besitzt einige einzigartige Charakteristika. So können Bryonia-Patienten bei Schwindelanfällen im Bett das Gefühl haben, Schwindel, Gefühl, im Bett nach unten wegzusacken Bry.sie sackten tief nach unten weg. Dies ist eine ganz eigentümliche, sehr kennzeichnende Empfindung; es ist, als fielen sie gerade durch das Bett hindurch oder als sänke das Bett mit ihnen in die Tiefe.
Es wird diesen Menschen besser gehen, wenn sie ganz still im Bett liegen; sobald sie versuchen, sich aufzusetzen, steigen Übelkeit und Schwindel in ihnen auf, sodass sie sich gleich wieder hinlegen müssen.
Drehschwindel, wenn sie sich im Bett aufsetzt, und Übelkeit, die in der Mitte der Brust empfunden wird Bry.Übelkeit, die in der Mitte der Brust empfunden wird, als wenn eine Ohnmacht kommen sollte.
Eine Art Schwindel, als sei er betrunken und als steige das Blut heftig nach dem Kopf.
Schwindel beim Stehen oder Gehen, dass er zurücktaumelt und Schwindel, schwankt, als ob er rücklings hinfallen wollte Bry.schwankt, als ob er rücklings hinfallen wollte.
Schwindligkeit mit einer Empfindung, als ob das Gehirn lose wäre, beim Bücken.
Schwindel, wenn er den Kopf hebt Bry.Schwindel, wenn er den Kopf hebt oder dreht; bei schnellen Kopfbewegungen; bei der leisesten Bewegung.
Früh beim Aufstehen aus dem Bett so taumelig und drehend, als wenn es im Kopf in einem Kreise herumginge.
Den ganzen Tag schwindlig im Kopf und schwach in den Gliedern.
Schwindel, sobald er vom Stuhl aufstand; es drehte sich alles um ihn herum; nach einigem Gehen verlor es sich.
Linderung des Schwindels im Sitzen; im Liegen mit hochgelagertem Kopf.
KopfHier haben wir besonders eindrucksvolle Beispiele für die Verschlimmerung durch Bewegung, diese zentrale Modalität der Arznei. So können Kopfschmerzen z. B. durch die geringfügigste Augenbewegung stärker werden; wenn der Patient auch nur ein wenig die Blickrichtung ändert, kann das Kopfweh gleich zu quälender Intensität anwachsen. Bryonia-Kopfwehkranke halten sich am liebsten in halbdunklen Räumen auf. Kommt dann jemand ins Zimmer und macht das Licht an, so wachsen die Kopfschmerzen, und höchstwahrscheinlich wird der Patient den „Störer“ ganz gereizt anschreien. Selbst die winzige Pupillenbewegung, die zur Akkommodation an das helle Licht notwendig ist, kann schon Verschlimmerung bewirken.
Ein weiteres zentrales Merkmal der Bryonia-Kopfschmerzen ist ihre Lokalität; sie sind meist Kopfschmerzen, linksseitig, über dem linken Auge Bry.linksseitig und besonders über dem linken Auge angesiedelt. Dies trifft z. B. auch für SPIGELIA zu; Bryonia ist jedoch das einzige Mittel, bei dem der Schmerz dann zum Hinterkopf geht und sich schließlich über den ganzen Kopf verbreitet. In der österreichischen Prüfung ist dies wie folgt beschrieben: „Druckschmerz über dem linken Augenbrauenbogen …, worauf sich ein dumpfer, drückend-pressender Schmerz in der Gegend der Hinterhauptshöcker einstellte, der sich von da über den ganzen Kopf verbreitete und mehr oder minder den ganzen Tag währte. Bei schneller Bewegung und nach dem Essen steigerte sich der Schmerz so sehr, dass ein deutliches Pulsieren im Inneren des Kopfes wahrgenommen wurde.“
  • Kopfschmerzen, berstend, auseinanderpressend Bry.Berstende, auseinanderpressende oder Kopfschmerzen, zusammenpressend Bry.schwer zusammenpressende, zermalmende Kopfschmerzen, als sollte alles aus dem Kopf herausgepresst werden. Hahnemann kommentiert: „Die Empfindung des Voneinanderpressens kommt mit der des Zusammendrückens … fast gänzlich überein, da sie in dem von dem unnachgiebigen Schädel eingeschlossenen Gehirn gefühlt wird; das organische Gefühl kann dann nicht unterscheiden, ob die Schmerzhaftigkeit von seiner größeren Ausdehnung oder von dem Widerstand der Hirnschale herrühre, und doch ist beides schuld.“

  • Früh fängt das Kopfweh nicht beim Erwachen, sondern Kopfweh beim ersten Öffnen und Bewegen der Augen Bry.beim ersten Öffnen und Bewegen der Augen an.

  • Die Kopfschmerzen beginnen meist morgens und hören gegen Abend auf; sie können u. a. eintreten Kopfschmerzen nach übermäßigem Essen oder Trinken Bry.nach übermäßigem Essen oder Trinken; Kopfschmerzen bei Verstopfung Bry.bei Verstopfung; nach Ärger oder Zorn; vom Heben; vom Laufen; Kopfschmerzen beim Treppensteigen Bry.beim Treppensteigen; Kopfschmerzen durch zu starkes Auftreten Bry.durch zu starkes Auftreten; Kopfschmerzen nach Unterdrückung der Regel Bry.nach Unterdrückung der Regel; während der Schwangerschaft oder nach Stillen; nach Scharlach; in kalten, rauen, nassen Jahreszeiten (rheumatisches Kopfweh); Kopfschmerzen im Sommer oder bei Sonnenexposition Bry.im Sommer oder wenn er sich der Sonne aussetzt.

  • Sie werden schlimmer Kopfschmerzen, schlimmer durch Bewegung, Berührung, Hitze, Bücken, Öffnen der Augen Bry.durch Bewegung, Berührung, Hitze, Bücken oder Öffnen der Augen; jegliche Störung erhöht das Leiden.

  • Der Patient liegt am liebsten mit hochgelagertem Kopf im dunklen Zimmer; Liegen auf dem Rücken oder auf der schmerzenden Seite sowie Kopfschmerzen besser durch Liegen mit geschlossenen Augen Bry.Liegen mit geschlossenen Augen bringt Linderung. Besser auch im Kühlen und wenn er allein und in Ruhe gelassen wird.

  • Kopfweh nach Waschen mit kaltem Wasser, wenn er im Gesicht schwitzte; in solchen Fällen verstärkt sogar das Heben der Augenlider die Schmerzen.

  • Früh, vor Tage, Schmerz, als wenn der Kopf eingespannt wäre, und Schwere darin, mit Stichen untermischt; sie konnte vor Schmerz die Augen nicht offenhalten, und wenn sie sich bückte, kam sie nicht wieder in die Höhe.

Meningitis; Apoplexie.
Schwindel und Vollheit im Kopf; Vollheit, Schweregefühl im Kopf Bry.Schweregefühl, als sollte er ihn nach allen Seiten neigen, mit Druck im Gehirn nach außen und großem Drang, sich zu legen.
Blutandrang zum Kopf. Es kommt vor, dass der Kopf heiß und das Gesicht rot ist, Kopf heiß, rotes Gesicht, obwohl der Patient fröstelt Bry.obwohl der Patient fröstelt.
Kopfweh beim Bücken, als wenn alles zur Stirn herausfallen wollte. Morgens beim Erwachen benommen, morgens beim Erwachen Bry.benommen und der Kopf tut weh, als wenn man den Abend vorher gezecht und geschwelgt hätte; will auch nicht aufstehen.
Ziehen in den Schläfenbeinen von oben nach unten gegen die Jochbeine Bry.Ziehen in den Schläfenbeinen von oben nach unten gegen die Jochbeine. Bei Auftreten, Stiche im Kopf beim Bry.stärkerem Auftreten Stiche durch den Kopf, meist von vorn nach hinten.
Berstender Kopfschmerz beim Husten; Kopf, hält während des Hustens den K. mit den Händen Bry.hält während des Hustens den Kopf mit den Händen.
Kopfhaut sehr empfindlich, besonders gegen Abend; verträgt noch nicht einmal eine weiche Bürste.
Früh große Fettigkeit der Kopfhaare; die Hände wurden beim Kämmen ganz fettig.
AugenSchmerzen hinter den Augäpfel, Schmerzen hinter den Bry.Augäpfeln; Gefühl, als würden die Augen herausgedrückt.
Intermittierender Druckschmerz im linken Augapfel, besonders heftig bei Bewegung des Augapfels, mit dem Auge, Gefühl, als würde das A. kleiner und ziehe sich in seine Höhle zurück Bry.Gefühl, als würde das Auge kleiner und ziehe sich in seine Höhle zurück.
Wundheitsschmerz oder drückender, zermalmender Schmerz in den Augen, schlimmer durch Augenbewegung Bry.Wundheitsschmerz oder drückender, zermalmender Schmerz in den Augen, schlimmer durch Bewegen der Augen bzw. der Lider; besonders bei Influenza.
Schwellung der Augenlider. Zucken der oberen Augenlider, besonders rechts.
Augenschmerzen durch Anstrengung der Sehkraft Bry. Augenschmerzen durch Anstrengung der Sehkraft.
Empfindung, als ob ein Sandkorn im Auge wäre. Früh sind die Augenlider wie zusammengeklebt, etwas rot und geschwollen und tun weh wie gerieben und erhitzt.
Brennen, wie verbrüht, in den Augenwinkeln, schlimmer nachts Bry.Brennen, wie verbrüht, in den Augenwinkeln, schlimmer nachts. Augenentzündungen, besonders bei Gichtkranken und Neugeborenen; Augenentzündung, besser durch Kälte, schlimmer durch Hitze Bry.besser durch Kälte, schlimmer durch Hitze.
Glaukom. Blindheit auf dem rechten Auge.
Presbyopie: konnte wohl in der Entfernung sehen, aber nicht in der Nähe. Es flimmerte vor dem rechten Auge. Später erschienen alle Regenbogenfarben. Jeder Gegenstand war in diese Farben gekleidet. Beim Schließen der Augen erschien ein zackig gebrochener irisierender Streif, der bei längerem Zuhalten des Auges blendend weiß wurde.
OhrenOhrgeräusche: Brummen vor dem Ohr, besonders während der Regel. Ein Zwitschern wie von Heuschrecken im Kopf. Klingen vor dem linken Ohr, wie von kleinen Glöckchen. Empfindung, wie wenn man das Geräusch einer Windmühle aus größerer Entfernung hörte. Zischen im linken Ohr, ähnlich dem Geräusch siedenden Wassers. Sausen in den Ohren.
Knarren im inneren Ohr beim Schneuzen Bry.Knarren im inneren Ohr beim Schnäuzen, Räuspern u. ä. Jedes Geräusch ist unerträglich; extrem geräuschempfindlich.
Röte, Hitze und schmerzhafte Schwellung der rechten Ohrmuschel, mit stechenden Schmerzen im Ohr.
Es kommt Blut aus den Ohren; vikariierende Ohrenblutung anstelle der Menses Bry.vikariierende Blutung anstelle der Menses.
Wenn er im Freien geht und vom Spazieren nach Hause kommt, fühlt er Stiche bald in dem einen, bald in dem anderen Ohr.
NaseNeigung zu täglichem starkem Nasenbluten; der Patient wird anämisch.
  • Nasenbluten durch Unterdrückung der Regel; auch während der Menses, bei spärlicher Monatsblutung oder zur Zeit der Menopause, ebenso Nasenbluten in der Schwangerschaft Bry.in der Schwangerschaft.

  • Nasenbluten beim Gehen im Freien Bry.Nasenbluten beim Gehen im Freien; bei Keuchhusten; bei Kopfschmerzen; bei Fieberhitze oder Fieberfrost; bei Schweiß; beim Waschen des Gesichts; beim Erbrechen.

  • Nasenbluten morgens nach dem Aufstehen (eine Viertelstunde lang); im Schlaf, um 3 Uhr oder zwischen 3 und 4 Uhr (kann davon erwachen); um 8 Uhr morgens.

Geschwüre innerhalb der Nasenlöcher, mit beißendem Schmerz, besonders rechts. An der Nasenspitze (links) eine Geschwulst, mit zuckendem Schmerz darin, und beim Befühlen tut es weh, als wenn die Stelle geschwürig würde.
Häufiges Niesen.
Nach Überhitzung entwickelt sich ein starker Schnupfen. Starker Schnupfen ohne Husten. Schnupfen mit Kehlkopfentzündung Bry.Schnupfen mit Kehlkopfentzündung. Der Schnupfen wandert die Atemwege hinab in die Brust. Beschwerden durch unterdrückten Schnupfen.
GesichtGesicht, rote, heiße, weich aufgedunsen Bry.Rote, heiße, weiche Aufgedunsenheit des Gesichts. roter, runder, heißer Fleck an der Wange auf dem Jochbein Bry.Roter, runder, heißer Fleck an der Wange auf dem Jochbein. Wird rot, wird r. im Gesicht, wenn er zornig wird Bry.rot im Gesicht, wenn er zornig wird.
Oberlippe der Breite der Nase entsprechend geschwollen, rot und heiß, wie bei beginnendem Erysipel.
Einem Prüfer fiel besonders eine Steifheit der Gesichtsmuskeln auf, die beinah zwei Stunden in verschiedenem Grade andauerte; es schien, als könnte dem Gesicht jeder beliebige Ausdruck nur durch Verschiebung der Muskeln gegeben werden. Die Gesichtsmuskeln zucken im Schlaf.
Zittern der Unterlippe. Zucken der Mundwinkel (sodass er die Zigarre nicht festhalten kann).
Gesichtsschmerz wird Gesichtsschmerzen, besser durch harten Druck und Stilliegen auf der schmerzenden Seite Bry.besser durch harten Druck und Stillliegen auf der schmerzenden Seite. Hingegen erhöhen körperliche oder Gesichtsschmerzen, schlimmer durch geistige Anstrengung und Bewegung Bry.geistige Anstrengung und Bewegung die Schmerzen, bereits das Öffnen oder Bewegen der Augen verschlimmert.
Typisch sind Lippen, geschwollen, aufgesprungen, trocken Bry.geschwollene, aufgesprungene und trockene Lippen, die bei Berührung wehtun.
Starke Trockenheit der Lippen, der Zunge und des harten Gaumens bei feuchter Zungenspitze.
Lippen, Kinder zupfen an den Bry. Kinder zupfen an den Lippen.
MundDer Mund ist so Mund trocken Bry.trocken, dass die Zunge am Gaumen klebt. Mundtrockenheit, durch Trinken wird der Mund nur für Augenblicke feucht, und bald kehrt die frühere Trockenheit in noch höherem Grade zurück. Mundtrockenheit ohne Durst Bry.Mundtrockenheit ohne Durst, oder Mundtrockenheit mit Durst auf große Mengen Wasser Bry.mit Durst auf große Mengen Wasser. Trockenheitsgefühl am Gaumen nach dem Essen.
Mund, Zusammenfluss von bitterem oder schaumigem Speichel im M., abwechselnd mit Mundtrockenheit Bry.Zusammenfluss von bitterem oder schaumigem Speichel im Mund, abwechselnd mit Mundtrockenheit. bitterer Geschmack im Mund Bry.Bitterer Geschmack im Mund, verschwindet durch häufiges Trinken von kaltem Wasser. Auch fader, eklig süßer, fauliger, „ranzig räucheriger“ (Hahnemann) Mundgeschmack. Das Essen mundet nicht wegen des bitteren Geschmacks, oder nach dem Essen oder Biertrinken bleibt ein bitterer Geschmack zurück.
Aphthen im Mund bei Kleinkindern.
Die Zunge ist häufig Zunge dick weiß belegt Bry.dick weiß belegt, sie kann aber auch einen gräulichen, dunkelbraunen oder gelben Belag aufweisen. Brennender Schmerz in der Mitte der Zunge, und eine Stunde später ein hartes Knötchen von der Größe einer Linse an derselben Stelle, welches erst nach zwei Tagen verschwand.
Schmerzhaft brennende Bläschen am vorderen oder seitlichen Zungenrand. Kleine Aphthen an der Zungenspitze Bry.Aphthen an der Zungenspitze.
  • Zahnschmerz, als wenn der Zahn eingeschraubt und dann herausgehoben würde, Zahnschmerz, durch Spülen mit kaltem Wasser nur auf Augenblicke gelindert, beim Gehen im Freien besser Bry.durch Spülen mit kaltem Wasser nur auf Augenblicke gelindert, beim Gehen im Freien aber besser.

  • Zahnweh, das sich vom Liegen auf der schmerzlosen Seite unerträglich verschlimmert und nur dann vergeht, wenn man sich auf die schmerzende Wange legt.

  • Wenn man etwas Warmes in den Mund nimmt oder wenn man raucht, entsteht Zahnweh.

  • Der Zahnschmerz, verschwindet durch Druck einer Fingerspitze Bry.Zahnschmerz kann durch den Druck einer Fingerspitze zum Verschwinden gebracht werden; Kauen kann sowohl verschlimmern (Bewegung) als auch bessern (Druck).

  • Ferner können Zahnschmerzen durch Zähnebürsten, Husten und Sprechen stärker werden, ja sogar wenn der Patient Zahnschmerzen, schlimmer, wenn er andere Leute sprechen hört Bry.andere Leute sprechen hört.

  • Rheumatisches, von einem Zahn in den anderen springendes, auch in Kopf und Wangen übergehendes Zahnweh.

  • Ziehendes, zuweilen zuckendes Zahnweh in den Backenzähnen des linken Oberkiefers, nur bei und nach dem Essen, wobei die Zähne zu lang schienen und als wackelten sie hin und her.

  • Schmerzen des Zahnfleischs bei zahnenden Kindern.

HalsWegen der Trockenheit des Halses und eines kratzenden Gefühls dort ist das Sprechen sehr erschwert, und die Artikulation wird undeutlich.
Zäher Schleim im Rachen.
Halsweh: trocken und roh im Hals Halsweh beim Leerschlucken, schlimmer im warmen Zimmer Bry.beim Leerschlucken; beim Trinken vergeht diese Empfindung auf kurze Zeit, kommt aber bald wieder; am schlimmsten in der warmen Stube. Stechen im Hals beim Schlucken und beim Husten.
Schluckbeschwerden beim Schlucken fester Speisen; der Patient kann spüren, wie sie die Speiseröhre hinunterrutschen, bis sie den Magen erreichen.
Larynx und TracheaKehlkopfreizung, mit einem Gefühl, als befänden sich Apfelkerne in der Stimmritze.
Einige Heiserkeit beim Gehen im Freien. Wenn er aus der freien Luft in die warme Stube kommt, Empfindung, als sei Dampf in der Luftröhre, der ihn zum Husten nötigt; es ist ihm, als könnte er nicht genug Luft einatmen.
Wundheitsschmerz in der Luftröhre nach dem Husten, heftiger beim Reden und Tabakrauchen.
AtmungBeengung und Beklommenheit der Brust, mit dem Bedürfnis, tief durchzuatmen Bry.Bedürfnis, tief durchzuatmen.
seufzendes Atmen Bry.Seufzendes Atmen. Schnell hintereinander wiederholtes tiefes Aufseufzen, häufiges, tiefes Bry.Aufseufzen.
Die Kurzatmigkeit verschlimmert sich durch die geringste Bewegung, selbst durch Lachen oder Sprechen; der Patient muss sich vollkommen ruhig verhalten. Verstärkung der Atembeschwerden auch beim Betreten eines warmen Raums, wenn man aus dem Freien kommt; Besserung an der kalten Luft und durch Trinken von kaltem Wasser. Atembeklemmung, Kurzatmigkeit und andere Atembeschwerden können zur allgemeinen Verschlimmerungszeit von Bryonia, um 21 Uhr, auftreten oder stärker werden und dann die ganze Nacht andauern.
Brustbeengung: Sie fühlte ein Bedürfnis, tief zu atmen (als wenn es in der Brust verstopft wäre), und wenn sie tief zu atmen versuchte, so schmerzte es in der Brust, als wenn sich etwas ausdehnte, was sich nicht ausdehnen lassen wollte.
HustenTrockener, krampfhafter Husten, hauptsächlich nachts; auch Husten, nach Essen oder Trinken Bry.nach Essen oder Trinken, Husten beim Betreten eines warmen Zimmers Bry.beim Betreten eines warmen Zimmers, nach tiefem Einatmen, nach Ärger.
Husten, der im Hals kratzend schmerzt, abends nach dem Zubettgehen.
Trockener, gleichsam aus dem Magen kommender Husten; vorher ein Krabbeln und Kitzeln in der Magengrube.
  • Beim Husten: stechende Schmerzen in der Brust beim Husten Bry.Stiche in der Brust bzw. in den Brustseiten, im Brustbein, in der Magengegend oder in den Hypochondrien, im Hals; durch den Kopf fahrender Druck.

  • Husten, mit Gefühl, als sollte der Kopf oder die Brust zerspringen Bry.Gefühl beim Husten, als sollte der Kopf oder die Brust zerspringen. Niesen oder Brechreiz beim Husten.

  • Gleich vor dem Hustenanfall ein öfteres Schnappen nach Luft, schnelle krampfhafte Atemzüge, als wenn das Kind nicht zu Atem kommen und deshalb nicht husten könnte; eine Art Erstickungsanfall, worauf dann Husten erfolgt; vorzüglich nach Mitternacht.

  • Morgens ist der Husten, morgens lockerer Bry.Husten lockerer. Husten wird im Freien gelindert.

stechende Schmerzen in der Brust beim Einatmen oder beim Husten Bry.Stiche in der Brust beim Einatmen oder beim Husten; muss beim Husten, muss bei H. mit der Hand Druck auf den Brustkorb ausüben Bry.Husten mit der Hand Druck auf den Brustkorb ausüben; auch Husten, Liegen auf der schmerzhaften Seite bessert Bry.erwacht von Liegen auf der schmerzhaften Seite Bor.Liegen auf der schmerzhaften Seite bessert.
Es sticht beim Husten im Brustbein; er muss die Brust mit der Hand halten; auch beim Darauffühlen sticht es.
BrustKurze, aber so heftige Stiche in der rechten Brustseite, dass der Prüfer den Atem anhalten musste, um nicht laut aufzuschreien.
Empfindung, als wäre in der Brust alles lose und fiele herab in den Unterleib.
Brust, innere Hitze in der Bry.Innere Hitze oder Brennen in der Brust.
Vorwiegend rechtsseitige Pleuritis, vorwiegend rechtsseitig Bry.Pleuritis (exsudativa) oder Pneumonie, vorwiegend rechtsseitig Bry.Pneumonie. Pleuropneumonie mit stechenden Schmerzen; beschleunigte Atmung; blutiger Auswurf; Pneumonie hohes Fieber, berstende Kopfschmerzen, schlimmer bei Bewegung und beim tiefen Einatmen Bry.hohes Fieber; berstende Kopfschmerzen; schlimmer bei Bewegung und beim tiefen Einatmen.
HerzEndokarditis Bry.Endokarditis. Stechende Schmerzen in der Herzgegend. Heftiger und beschleunigter Herzschlag.
MagenDurst, brennender, heftiger D. mit Verlangen nach großen Mengen Wasser Bry.Brennender, heftiger Durst mit Verlangen nach großen Mengen Wasser. Starker Durst (er musste viel Kaltes trinken) mit Durst, mit innerer Hitze Bry.innerer Hitze, ohne dass er äußerlich heiß anzufühlen war. Großer Durst während sämtlicher Fieberstadien; Durst nach Zorn Bry.nach Zorn; vor und nach dem Stuhlgang. Durst, Biertrinken vermehrt den Bry.Biertrinken vermehrt den Durst.
Heißhunger, besonders morgens, manchmal bis in die Nacht anhaltend. Launenhafter Appetit, launenhafter Bry.Appetit; verlangt nach Speisen, die nicht vorhanden sind oder die er dann nicht will. Hunger mit Appetitlosigkeit. Mangel an Esslust.
  • Großes Verlangen nach Wein, Saurem, Kaffee, Austern. Verlangen auch nach Kaltem und nach Süßigkeiten.

  • Ausgeprägtes Verlangen nach Fleisch, aber auch Abneigung gegen Fleisch kommt vor.

  • Abneigung gegen Fett, Bier, hartgekochte Eier.

  • Er hat keinen Appetit auf Milch; wenn er sie aber trinkt, so kommt der Appetit, und sie fängt an zu schmecken.

  • Alles schmeckt ihm bitter, er bringt nichts hinunter; oder: Speisen schmecken nach gar nichts, aber außerhalb des Essens bitterer Mundgeschmack.

  • Die Speisen riechen ihr gut, aber sobald sie anfängt zu essen, ist der Appetit weg.

  • Widerwille gegen alles Essen.

Er musste sich beim Liegen ganz ruhig verhalten, weil beim mindesten Versuch einer Bewegung die Übelkeit sich bis zum Erbrechen steigerte.
  • Übelkeit und ohnmachtsähnliche Schwäche Übelkeit beim Aufrichten im Bett, besser durch Trinken von kaltem Wasser Bry.beim Aufrichten im Bett, gebessert durch Trinken von kaltem Wasser.

  • Anhaltende Übelkeit, anhaltende, und gleich darauf Heißhunger Bry.Übelkeit und gleich darauf Heißhunger.

  • Der Versuch, Bier zu trinken, erzeugt Ekel, Brechreiz und Schauer über den Rücken.

  • Übelkeit nach Essen oder Trinken, auch beim Mundspülen; beim Tabakrauchen; gegen Mitternacht; morgens beim Erwachen; beim Gehen im Freien.

  • Übelkeit und Erbrechen besonders in der rechten Seitenlage Bry.Übelkeit und Erbrechen besonders in der rechten Seitenlage, z. B. bei Leberaffektionen, mit Übelkeit und Erbrechen Bry.Leberaffektionen.

  • erbricht feste Speisen, aber nicht Getränke Bry.Erbricht feste Speisen, aber nicht Getränke.

  • Erbrechen sogleich nach geringsten Mengen Flüssigkeit.

  • Erbrechen beim Husten; nach Essen von Brot.

  • Erbrechen oder Bluterbrechen nach Unterdrückung der Monatsblutung; ebenso während der Zahnung.

  • Häufiges, zuweilen säuerliches oder (nach dem Essen) bitteres Aufstoßen; säuerliches Wasser läuft im Munde zusammen.

Aufstoßen, besonders nach nahrhaften Speisen, nach Brotgenuss, nach Austern, Aufstoßen nach Bry.Austern.
Sodbrennen; nach Weingenuss. Nach dem Essen Schluckauf, und bei jeder dadurch hervorgebrachten Erschütterung Druck in der Stirn, als wenn das Gehirn von hinten nach vorn wankte. Schluckauf nach Aufstoßen; nach Erbrechen.
  • Nach dem Essen Magen, Drücken im M. nach dem Essen Bry.Drücken im Magen; es lag wie ein Stein darin und machte ihn verdrießlich.

  • Die Magenbeschwerden werden durch Magenbeschwerden, Bewegung jeder Art verschlimmert Bry.Bewegung jeder Art verschlimmert.

  • Magengegend schmerzhaft bei Druck oder Berührung Bry.Magengegend schmerzhaft bei Druck oder Berührung.

  • Zusammenziehender Schmerz in der Magengegend, als hätte sich der Magen in eine Kugel umgewandelt; erleichtert durch Anziehen der Beine an den Leib und durch Reiben der Magengegend; durch Aufrechtstehen und Gehen verschlimmert.

  • Pylorospasmus Bry.Pylorospasmus.

  • Magenschmerzen besser durch äußere Wärme, warme Getränke bessern Magenschmerzen Bry.warme Getränke, Druck, gebücktes Sitzen und Vorbeugen.

  • Stiche in der Magengegend, besonders beim Gehen, bei tiefem Einatmen, bei Neigung des Körpers auf die rechte Seite oder beim Liegen auf der Seite, beim Auftreten und Fehltreten.

  • Der Bryonia-Patient bekommt leicht Magenverstimmungen oder Verdauungsstörungen, besonders nach Gemütserregung und durch Erkältungen. Beschwerden können vor allem nach blähenden Speisen entstehen, wie Kohl, Sauerkraut etc. Unverträglichkeitsreaktionen kommen ferner vor nach Brot, Kartoffeln, Obst und Gemüse; allgemein eher nach warmen Speisen und Getränken. Nach Wein und Austern besteht ein Verlangen, obwohl sie oft nicht vertragen werden.

  • Besserung von Magenbeschwerden durch warme Getränke; durch kalte Getränke, kaltes Wasser, kalte Speisen – außer bei heißem Wetter, wenn man erhitzt ist; dann können sie Beschwerden auslösen.

AbdomenDie Bauchschmerzen des Bryonia-Patienten werden Bauchschmerzen schlimmer durch Bewegung, Erschütterung, tiefes Einatmen, Husten, Berührung Bry.schlimmer durch Bewegung, Erschütterung, tiefes Einatmen, Husten und Berührung des Bauchs.
Zahlreiche Schmerzen in der Lebergegend, stechend, brennend oder spannend, Lebergegend, Schmerzen in der L., besser im Liegen auf der rechten Seite Bry.besser im Liegen auf der rechten Seite. Spannender Schmerz im rechten Hypochondrium unter den falschen Rippen, besonders empfindlich beim Tiefatmen.
Spannung und Auftreibung des Unterleibes nach jeder Mahlzeit, besonders nachmittags.
Kneifen und Gefühl von Wundsein in den Gedärmen, verbunden mit Drängen nach unten und außen. Im Sitzen Gefühl von Schwere des Unterbauches, der auf die Schenkel herabzuhängen scheint.
Schmerzhaftes Schneiden in den Gedärmen, mit dem Gefühl, als ob man ihm mit den Fingern darin herumwühlte, zum Zusammenkrümmen nötigend.
Dumpfe Stiche in der stechende Schmerzen in der rechten Leistengegend Bry.rechten Leistengegend. Ziehen in beiden Leisten, das sich auf der rechten Seite allmählich in ein Brennen verwandelt.
Entzündliche Baucherkrankungen: Peritonitis Bry.Peritonitis, Enteritis Bry.Enteritis, Appendizitis Bry.Appendizitis.
Rektum und StuhlHartnäckige Verstopfung mit trockenem, hartem Stuhl. Die Stühle sind sehr dick geformt und gehen schwer ab, zuweilen muss der Stuhl sogar mechanisch entfernt werden. Sehr ungenügende Stuhlentleerung, erst nach vielem Pressen, welches immer Blutandrang nach dem Kopf und ein Gefühl von Benommenheit verursachte.
  • Stuhldrang beim mindesten Druck der Kleidung Bry.Stuhldrang beim mindesten Druck der Kleidung; durch Bewegung; im Stehen.

  • Der Stuhl bleibt bisweilen lange im Mastdarm, ohne Drang zur Defäkation, wie wenn Darm und Rektum untätig und zu schwach wären.

  • Seltsame Empfindungen am After: Zucken und Stiche (bei trägem Stuhl); juckende, ruckähnliche, grobe Stiche vom After in den Mastdarm herauf. Gefühl, als wenn ein Pflock im After stäke.

  • Unwillkürlich abgehender Stuhl, nachts im Schlaf oder auch im Stehen.

  • Verstopfung nach Ärger; bei alten Leuten; während der Schwangerschaft; bei Säuglingen und Wöchnerinnen; vor der Regel; von sitzender Lebensweise; nach Drogen- oder Medikamentenmissbrauch; im Wechsel mit Durchfall. Stuhlverhaltung nach der Entbindung Bry.Stuhlverhaltung nach der Entbindung.

  • Flüssige Stuhlentleerungen, wobei der Darminhalt wie aus einem Rohr mit Gewalt herausgetrieben wird.

Durchfall, besonders nachts und morgens nach dem Aufstehen, mit anschließendem Brennen und Wundheitsgefühl im After. Durchfall kann ausgelöst Durchfall durch heißes Wetter Bry.werden durch heißes Wetter, durch Erkältungen im Sommer oder durch Durchfall durch Trinken von Kaltem in erhitztem Zustand Bry.Trinken von Kaltem in erhitztem Zustand. Ebenso können Aufregung und Durchfall durch Zorn Bry.Zorn zu Diarrhö führen. Durchfall nach der geringsten Unvorsichtigkeit beim Essen (beim kleinsten Diätfehler). Durchfall, schlimmer durch Bewegung und aufrechtes Sitzen Bry.Bewegung und aufrechtes Sitzen oder Stehen verschlimmern den Durchfall; Besserung im Liegen.
HarnorganeHarndrang nach schwerem Heben.
Unwillkürlicher Harnabgang beim Bewegen, unwillkürlicher Harnabgang beim Bry.Bewegen, vor allem bei Husten, Gehen oder körperlicher Anstrengung. Es treibt ihn, auch ohne dass die Blase voll ist, mit einer solchen Eile zum Harnen, dass er den Urin kaum einen Augenblick zu halten imstande ist.
stechende Schmerzen in der Harnröhre Bry.Stechende, reißende oder ziehende Schmerzen in der Harnröhre.
Urin dunkel, bräunlich.
Männliche GenitalienSchmerzhaftes Spannen vom rechten Hoden längs des Samenstranges bis in die Leiste. Stiche in den Hoden.
Weibliche GenitalienMenses, Unterdrückung der, durch körperliche Überanstrengung und Erhitzung Bry.Unterdrückung der Menstruation bei plethorischen Frauen, die sich körperlich überanstrengt und dabei erhitzt haben; statt der Monatsblutung kann es zu Menses, Nasenbluten oder Migräne statt der Bry.Nasenbluten oder Migräne kommen.
Menses zu früh und zu stark, mit dunkelrotem Blut; während der Blutung heftig drückender Kreuzschmerz, auseinanderpressende Schmerzen im Kopf, besonders in den Schläfen, und Reißen in den Gliedern – alles schlimmer durch Bewegung.
Entzündung und stechende Schmerzen in den Eierstöcken, vor allem rechts; Eierstöcke, Liegen auf der schmerzenden Seite lindert die Schmerzen Bry.Liegen auf der schmerzenden Seite lindert die Schmerzen, während Berührung, Eierstockschmerzen, Bewegung verschlimmert Bry.Bewegung und tiefes Einatmen verschlimmern. Schlimmer auch während der Menses.
Der Uterus ist im Allgemeinen empfindlich und schmerzt wie wund; auch hier verstärkt Bewegung die Schmerzen, Ruhe und Druck erleichtern hingegen.
Abort, drohender A. durch Überhitzung Bry.Drohender Abort durch Überhitzung und körperliche Überanstrengung.
Kindbettfieber, besonders wenn die Brüste vor Milch strotzen; tiefes Einatmen ist schmerzhaft; Stiche im Bauch, welcher beträchtlich aufgetrieben ist; Durst auf große Mengen Wasser; kann nicht auf der Seite liegen.
Unterdrückung der Lochien, dabei Empfindung, als wollte der Kopf bersten Bry. Unterdrückung der Lochien, dabei Empfindung, als wollte der Kopf bersten.
Mammaabszeß im ersten Stadium Bry.Mammaabszess im ersten Stadium, wenn die Brüste hart und heiß werden und schmerzen.
Äußerer Hals und RückenIm Genick, besonders auf der rechten Seite, nach der Achsel zu, schmerzhafte Steifheit der Muskeln beim Bewegen des Kopfes. Schmerz im Genick, wo es an den Hinterkopf grenzt, wie Schmerz und Schwäche zugleich, als ob der Kopf schwach wäre.
Ein Ziehen den Rücken herab beim Sitzen, welches durch Bewegung vergeht.
Bei nächtlichem Erwachen drückender Ziehschmerz im Kreuz und in den Lenden, der das Umwenden im Bett sehr beschwerlich machte. Er kann sich Rückenschmerz, kann sich nicht biegen Bry.weder biegen noch bücken vor Schmerz im Rücken und in den Lendenwirbeln – ein Reißen im Rücken und in den Lendenwirbeln Bry.Reißen, mehr im Stehen als im Sitzen, aber nicht im Liegen. Konnte sich nachts im Liegen nicht ausstrecken, ohne heftigen Schmerz in der Kreuzgegend zu empfinden; Aufsitzen, Aufheben und Drehen des Schenkels vermehrten den Schmerz. In der Ruhe bei vorwärts gebeugtem Körper fand er noch die meiste Erleichterung. Kam morgens nur mit Mühe aus dem Bett; der Kreuzschmerz war so heftig, dass selbst das Anziehen der Hose ihm schwerfiel. Gehen (und erst recht Treppensteigen) verursachte große Anstrengung und unerträglichen Schmerz; schweres Heben ließ ihn beinahe hinstürzen. Der Schmerz erstreckte sich von der Kreuz- und Lendengegend teils längs des Rückgrats, teils zog er sich gegen den Schenkel hinab. Versuche, im Bett liegend den Schenkel auszustrecken oder geradezurichten, waren nur unter großem Schmerz zu bewerkstelligen; die meiste Erleichterung verschaffte eine gekrümmte Lage mit angezogenen Oberschenkeln, bessert Rückenschmerzen Bry.gekrümmte Lage mit angezogenen Oberschenkeln. Jede leise Berührung des Rückgrats, besonders in der Kreuzbeingegend, vermehrte den Schmerz.
Im Liegen dumpfe Stiche zwischen den Schulterblättern von hinten nach vorn.
ExtremitätenBryonia ist ein wertvolles Mittel bei rheumatischen und gichtischen Leiden der Glieder, ob akuter oder chronischer Art.
  • Die Gliederschmerzen dieser Arznei sind meist stechende Gliederschmerzen Bry.stechend sowie Gliederschmerzen, spannend, ziehend und reißend Bry.spannend, ziehend und reißend und sitzen hauptsächlich in den Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenken. Es handelt sich oft um wandernde Schmerzen. Verschiedene Schmerzarten (Ziehen, Stechen, Reißen) können gleichzeitig oder unmittelbar nacheinander auftreten. Die schmerzenden Teile, besonders Gelenke, schwellen oft an und werden berührungsempfindlich, Gelenke Bry.berührungsempfindlich.

  • Im Allgemeinen werden die Gliederschmerzen von Bryonia durch Bewegung (Auftreten, Gehen, Fahren) Gliederschmerzen, durch Bewegung erregt oder verschlimmert Bry.erregt oder verschlimmert und Gliederschmerzen besser in der Ruhe Bry.bessern sich oder verschwinden in der Ruhe (das Gegenteil kommt zwar vor, ist jedoch selten). Vor allem stechende Gelenkschmerzen bei Bewegung und Berührung Bry.stechende Gelenkschmerzen bei Bewegung und Berührung sind bemerkenswert. Bisweilen kommen sie jedoch auch nachts und können dann aus dem Schlaf wecken; der Morgen ist ebenfalls ein typischer Zeitpunkt.

Außer den Schmerzen sind auch Mattigkeits-, Abgeschlagenheits- und Lähmungsgefühle sowie Einschlafen der Glieder und Schwere- und Steifheitsempfindungen charakteristisch.
Rheumatische Schmerzen, die sich nach einer Erkältung einstellen oder wenn nach kalten Tagen wieder warmes Wetter einsetzt; akuter Gelenkrheumatismus.
schabende Schmerzen in den Röhrenknochen Bry. Schabende Schmerzen in den Röhrenknochen.
Alle Glieder wie zerschlagen und gelähmt, als ob er auf einem harten Lager gelegen hätte Bry.Glieder sind wie zerschlagen und gelähmt, als ob er auf einem harten Lager gelegen hätte.
Steifigkeit der Glieder, schmerzhaft, als Folge von Schreck Bry. Schmerzhafte Steifigkeit der Glieder als Folge von Schreck.
Schwere und Müdigkeit in allen Gliedern; die Füße kann sie im Gehen vor Schwere kaum fortbringen.
Lahmheitsempfindung, Spannung und Schwere im Akromion beim Hochheben der Arme; auch Verrenkungsschmerz. Schmerzhafter Druck auf dem rechten Akromion, bei Berührung heftiger; beim Tiefatmen ein heftiges Stechen dort, welches sich nach hinten und außen bis in das Schultergelenk erstreckt. Morgens heftig reißende Schmerzen in der rechten Schulter und dem Oberarm, die später mit einem ähnlichen Schmerz in der Hüfte abwechseln.
Reißen in der rechten Schulter mit Lähmungsgefühl im Arm; er konnte mit der Hand nichts festhalten, und wenn er es versuchte, z. B. beim Schreiben, nahmen die Schmerzen im Schultergelenk zu.
Schwellung am Ellbogen, bis zur Mitte des Ober- und Unterarms Bry.Schwellung am Ellbogen, bis zur Mitte des Ober- und Unterarms (hielt in der Prüfung drei Stunden lang an). Am rechten Ellbogengelenk ein Gefühl, als wenn der Arm dort gebrochen wäre, mit lästigem „Lähmigkeitsschmerz“.
Im Handgelenk Schmerz wie verstaucht oder verrenkt bei jeder Bewegung. Feines Stechen in der Handwurzel, wenn die Hand warm wird und in der Ruhe; vergeht auch bei Bewegung nicht. Beim Schreiben oder Anfassen von Gegenständen ein Fingergelenke, Gefühl, als wären die F. gelockert und geschwollen Bry.Gefühl, als wären die Fingergelenke gelockert und geschwollen; schmerzhaft auch bei stärkerer Anstrengung und bei Berührung. Etwas heiße, blasse Schwellung des untersten Kleinfingergelenks; es sticht darin beim Bewegen des Fingers und beim Daraufdrücken.Ovarialschmerzen, vor allem rechts Bry.
Ovarialschmerzen, Bewegung verschlimmert Bry.Lähmungsartig ziehender Schmerz am (linken) Hüftkopf, der durch Daraufdrücken mit der Hand gemildert wurde, aber jedes Mal beim Gehen wiederkehrte und bei jedem Schritt mit deutlichem Knacken im Gelenk verbunden war. in paar große Stiche, wie Messerstiche, in der Hüfte.
Phlegmasia alba dolens Bry.Phlegmasia alba dolens. Spannende, schmerzhafte Steifigkeit der Knie. Gefühl, als sollten die Kniescheiben zerbrechen (besonders beim Treppabgehen) oder als ob man längere Zeit gekniet hätte.
Ziehende Schmerzen, die von einem Knie zum anderen wandern. Die Knie wanken und knicken zusammen im Gehen. stechende Schmerzen in den Knien, durch Bewegung, Treppensteigen, Gehen oder warmes Zudecken ausgelöst Bry.Stechende Schmerzen in den Knien, die durch Bewegung, Treppensteigen, Gehen oder warmes Zudecken ausgelöst werden. Morgens beim Aufstehen Mattigkeit und Empfindung wie gelähmt in beiden Knien, was sich im Gehen steigerte, in der Ruhe aber verminderte. Kniegeschwulst, mit Spannungsschmerz in den Bändern.
Die Unterschenkel sind so matt, dass sie ihn kaum zu halten vermögen, zu Anfang des Gehens und auch schon beim Stehen. An der äußeren Seite der linken Wade Zerschlagenheitsschmerz beim Bewegen und Wenden des Fußes, ebenso beim Befühlen; in völliger Ruhe Taubheitsempfindung an dieser Stelle.
Schmerz in den Füßen wie vertreten, besonders bei Bewegung; Spannen im Fußgelenk beim Bewegen. Füße, heiße, entzündliche Schwellung der F., mit Rötung Bry.Heiße, entzündliche Schwellung der Füße, mit Rötung. Die Füße abends wie gespannt oder geschwollen Bry.Füße sind abends wie gespannt oder geschwollen. Wenn er gegessen hat und aufsteht, sind ihm die Füße zentnerschwer, beim Aufstehen nach dem Essen Bry.Füße zentnerschwer. Heiße Geschwulst des Spanns, mit Zerschlagenheitsschmerz, wenn der Fuß ausgestreckt wird; der Fuß spannt, wenn man auftritt, und beim Befühlen tut es weh, als wäre ein Eitergeschwür darunter. Stiche wie von Nadeln, Haken oder Messern in den Fersen oder Fußsohlen, besonders im Liegen und beim Auftreten.
Zehe, plötzlicher Schmerz im Ballen der großen Bry.Plötzlicher Schmerz im Ballen der großen Zehe. Stechen und Drücken im Ballen der großen Zehe; auch Zehe, große, Schmerz wie erfroren Bry.Schmerz wie erfroren dort.
SchlafGroße Schläfrigkeit und immerwährendes Gähnen, obwohl er die letzte Nacht gut geschlafen hat. Am Tage, wenn er allein ist, viel Schläfrigkeit. Schläfrigkeit jeden zweiten Tag Bry.Schläfrigkeit jeden zweiten Tag: Fester Nachtschlaf bis morgens mit Schläfrigkeit am Tag, die nächste Nacht unruhiger Schlaf und den Tag über munter.
Sehr unruhiger Schlaf; konnte fast keine halbe Stunde schlafen und war während dieses Schlummers unausgesetzt mit dem am Vorabend Gelesenen beschäftigt.
Schlaflosigkeit vor Mitternacht Bry.Schlaflosigkeit vor Mitternacht, die bis 1 oder 2 Uhr oder gar bis 4 Uhr morgens andauern kann. Er konnte nicht gut einschlafen, eine Wärme und Unruhe im Blut hielt ihn davon ab bis Mitternacht. Kann vor Mitternacht nicht einschlafen wegen öfterer Schauderempfindung, die über ein Bein oder über einen Arm läuft; hierauf etwas Schweiß.
Schlaf gestört durch ängstigende Träume. Zusammenschrecken beim Einschlafen, jeden Abend; Aufschrecken im Schlaf bis zum Erwachen, oder aus Angstträumen, mit lautem Aufheulen.
Träume voll Zänkerei und ärgerlicher Dinge Bry.Träume voll Zänkerei und ärgerlicher Dinge. Träumt die ganze Nacht sehr lebhaft von ängstlicher und genauer Besorgung seiner Träume von Haushaltsgeschäften Bry.Haushaltsgeschäfte. Er beschäftigt sich im Traum mit der Hauswirtschaft. Träume von Schlägereien, an denen der Prüfer tätigen Anteil nahm.
Träumt wachend, er wollte jemandem die Fenster einwerfen. Alpträume und Schlafwandeln.
Schlaflage: Schlaflage auf dem Rücken Bry.auf dem Rücken, oder zusammengerollt wie ein Hund, oder Schlaflage auf der schmerzenden Seite Bry.auf der schmerzenden Seite. Gefühl, als habe er auf einem harten Lager gelegen; morgens tut ihm alles weh, worauf er liegt.
Fieber, Frost, SchweißDie Fiebererkrankungen von Bryonia zeichnen sich durch vorherrschende Kälte aus, Frösteln, unangenehmes Bry.unangenehmes Frösteln ist häufiger als Schüttelfrost. Oft ist dabei zugleich der Kopf heiß, mit geröteten Wangen, und der Patient hat starken Durst, verbunden mit großer Mattigkeit und trüber Gemütsstimmung.
  • Das Frösteln wird in einem warmen Zimmer oder am heißen Ofen nicht gemildert, eher verschlimmert, während Frösteln, Aufenthalt im Freien bessert Bry.Aufenthalt im Freien nicht selten sogar bessert. Charakteristisch ist ein Frost, der nur die rechte Körperhälfte befällt Bry.Frost, der nur die rechte Körperhälfte befällt.

  • In allen Fieberstadien will der Patient ganz stilliegen, verlangt nach totaler Ruhe.

  • Frost, der an den Lippen sowie an den Finger- und Zehenspitzen beginnt Bry.Frost, der an den Lippen sowie an den Finger- und Zehenspitzen beginnt.

  • Fieberfrost durch Aufenthalt in Sumpfgebieten und tropischen Ländern oder durch Nasswerden; auch bei stürmischem Wetter oder bei heißem Sommerwetter.

  • Frost nach Zorn.

  • Heftiger Schüttelfrost durch das Umwenden im Bett und das dadurch bewirkte Lüften der Bettdecke.

Nach dem Mittagsschlaf frostig und benommen im Kopf, nach dem Mittagsschlaf Bry.frostig und benommen („wüste“ nennt es Hahnemann) im Kopf. Eigentümliches Schauergefühl während des Waschens in der Stirn- und Schläfengegend.
Sogleich nach dem Niederlegen, abends im Bett, Hitzeempfindung und äußere Hitze über und über, ohne Durst, die ganze Nacht hindurch; er legt sich von einer Seite zur anderen, darf sich aber an keinem Teil entblößen, weil sonst sogleich heftiges Bauchweh, ein kneipendes Stechen oder stechendes Kneipen entsteht, wie von hier- und dorthin tretenden krampfhaften Blähungen, bei Schlaflosigkeit von einer Menge herausströmender Gedanken; am Morgen legt sich dieser Zustand, ohne dass er Blähungen merkt.
Innere trockene, brennende Hitze überfällt ihn abends im Bett, ohne vorausgegangene Kälte, mit Trockenheit des Mundes, aber Durstlosigkeit. Innerlich starke Wärme, das Blut scheint in den Adern zu brennen.
Bei jeder Bewegung und jedem Geräusch befällt sie jählings eine trockene Hitze. Fieber von 21 Uhr bis Mitternacht Bry.Fieber von 21 Uhr bis Mitternacht (oder Fieber von 21 Uhr an die ganze Nacht hindurch Bry.die ganze Nacht hindurch). Hitze, Gefühl von H. im Gesicht, mit Röte und Durst Bry.Gefühl von Hitze im Gesicht, mit Röte und Durst. Vormittags Hitze im Kopf; es wollte zur Stirn heraus.
Nachtschweiß von 22 Uhr bis 10 Uhr morgens Bry.Nachtschweiß von 22 Uhr bis 10 Uhr morgens. Schwitzt beim Gehen in kalter Luft über und über. Schwitzen von Zorn und Ärger; beim Schließen der Augen; nach Krämpfen; Schwitzen beim Trinken von Warmem Bry.beim Trinken von Warmem; nach dem Essen, besonders Schwitzen nach warmen Speisen Bry.nach warmen Speisen; bei der geringsten Anstrengung. Öliger Schweiß. Schweiß, der Fliegen anzieht. Schweiß von saurem oder süßlich-saurem Geruch, vorwiegend nachts nach 3 Uhr auftretend. Im Allgemeinen lindert das Schwitzen die Beschwerden.
HautGelbsucht: Der ganze Körper wird gelb, auch das Gesicht, z. B. nach Zorn oder Kränkung.
  • Haut, trockene, brennende Empfindung der Bry.Trockene, brennende Empfindung der Haut.

  • Langsame Entwicklung oder Zurücktreten des Ausschlags bei akute Exantheme, langsame Entwicklung oder Zurücktreten des Ausschlags, mit erschwerter Atmung Bry.akuten Exanthemen (z. B. Scharlach), mit erschwerter Atmung oder entzündlichen Thoraxaffektionen, z. B. Pleuritis.

  • Masern, Beschwerden nach M. oder nach Unterdrückung von Bry.Beschwerden nach Masern oder nach Unterdrückung von Masern bzw. sonstiger Exantheme.

  • Gespannte, heiße, blasse oder rote Anschwellungen, gespannte, heiße, rote A. mit Stechen Bry.Anschwellungen, mit Stechen darin bei Bewegung und Daraufdrücken.

  • Dichtstehende Miliaria alba, mit Brennen und Jucken Bry.Miliaria alba, mit Brennen und Jucken.

  • Auf eine kleine Gemütserregung (auf Lachen) entsteht jählings ein stechendes (juckendes) Brennen über den ganzen Körper, stechend, juckend, nach Gemütserregung Bry.Brennen über den ganzen Körper, als wenn er einen Nesselausschlag hätte, wiewohl nichts auf der Haut zu sehen war; dies Brennen kam hiernach schon auf den bloßen Gedanken daran oder wenn er sich erhitzte.

  • Solange er sich ganz still verhält, juckt es nicht; aber Jucken, bei Regung des Körpers oder des Gemüts Bry.bei der geringsten Regung des Körpers oder des Gemüts beginnt es zu jucken, und dies steigert sich dann bis zur Unerträglichkeit.

  • Urticaria durch Erdbeeren Bry.Urtikaria durch Erdbeeren.

  • Erysipel, besonders an den Gelenken.

  • Krätzeartiger Ausschlag nur an den Gelenken (Ellbogen, Knie, Handgelenk).

  • Purpura Bry.Purpura. Purpura senilis. Petechien Bry.Petechien.

  • Es friert ihn an seinem Geschwür, und das Geschwür schmerzt, als wenn es von allzugroßer Kälte getroffen würde.

Bufo rana

Essenzielle Merkmale
Die vier Hauptmerkmale dieses Krötengifts lassen sich wie folgt zusammenfassen:
  • Bufo rana übt eine bemerkenswerte Wirkung auf das Nervensystem, die Geschlechtsorgane und die Haut aus; daher wird die Unterdrückung eines Hautausschlages zu Symptomen am zentralen oder peripheren Nervensystem führen, meist in Form von Krämpfen oder epileptischen Anfällen.

  • Die Patienten sind retardiert, geistig-psychisch, bei Überentwicklung des Körpers Bufogeistig und psychisch zurückgeblieben, retardiert; sie sind unreif und verhalten sich kindisch, während der Körper eher überentwickelt ist.

  • Bufo gilt als ein Mittel, das die niedersten Leidenschaften, Anstachelung der niedersten BufoLeidenschaften anstachelt. Dies ist so zu verstehen, dass das sexuelle Begehren von Bufo-Patienten (meist handelt es sich um Männer oder Jungen) häufig jegliche Hemmungen vermissen lässt und ohne jede Verfeinerung oder Kultivierung ist; es ist oft nicht mit einem Bedürfnis nach emotionaler Nähe verbunden, sondern erschöpft sich im puren physischen Trieb. Diese Menschen können zu Sklaven ihrer sexuellen Bedürfnisse werden, die extrem stark sind. Häufig sind sie einer maß- und schrankenlosen Masturbationspraxis verfallen. Wie die Prüfungen zeigen, suchen sie die Einsamkeit, um zu Masturbieren, sucht Einsamkeit um zu Bufomasturbieren. In manchen Fällen wird Bufo auch Impotenz BufoImpotenz auslösen.

  • Es kommt zu epileptischen Anfällen, die für gewöhnlich nachts auftreten und auf die ein tiefer Schlaf folgt, einem Koma vergleichbar, aus dem die Patienten mit Kopfschmerzen erwachen. Epileptische Anfälle von Jugendlichen, die exzessiv masturbieren. Da Bufo eine Arznei ist, die sehr viele Symptome und Formen des Krankheitsbildes der Epilepsie abdeckt, werden die verschiedenen Modifikationen dieser Krankheit unten gesondert behandelt und im Detail erörtert.

Entwicklungsverzögerung
Bufo kann leicht mit BARYTA CARBONICA verwechselt werden. Beide Arzneitypen leiden unter einer Art geistiger Retardierung, geistige BufoRetardierung, der Intellekt, unreif BufoIntellekt ist nicht gereift, die Patienten sind geistig nicht voll entwickelt, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: BARYTA-CARBONICA-Menschen sind im Allgemeinen auch körperlich nicht voll entwickelt, Bufo-Patienten dagegen sehr wohl, man könnte sagen, sie sind überentwickelt: Sie wirken ausgesprochen kräftig und muskulös. Anders das körperliche Erscheinungsbild von Menschen, die BARYTA benötigen; sie sehen klein und unentwickelt aus, und manchmal sind sie zwergwüchsig. Bufo-Patienten sind groß an Körper und klein an Geist. Der Geist bleibt kindlich, nur der Körper wächst. Bufo gehört zu den Hauptmitteln bei Entwicklungsverzögerung auf geistigem Gebiet; die Patienten verhalten sich sehr unreif und wirken beinahe schwachsinnig – wirklicher Schwachsinn allerdings wird auf die Arznei nicht ansprechen. Oft benehmen sie sich kindisch, sie lachen und Kichern Bufokichern ohne ersichtlichen Grund oder über Dinge, die nicht lustig sind. Diese kindliche Gemütsart ist ein Hinweis darauf, dass Bufo auch in Fällen frühzeitiger Senilität angezeigt sein kann.
Ausgeprägter Sexualtrieb
Die Wirkung von Bufo ist nach unten gerichtet, das Mittel zieht die gesamte Person abwärts, auf die Erde oder, vielleicht noch treffender ausgedrückt, zu den trüben, schlammigen Wassern herab. Bufo-Patienten werden tendenziell auf ihre tiefsten, primitivsten Triebe reduziert. Ihr Verstand ist oft sehr schwach, und die höheren geistigen Fähigkeiten sind unterentwickelt. Und auch die Emotionen, Bedürfnisse und Leidenschaften, insbesondere im sexuellen Bereich, reduzieren sich auf das primitivste Niveau. Verfeinerung und Kultiviertheit wird man hier vergeblich suchen; die Patienten werden beherrscht von einem primitiven, ungezügelten Sexualtrieb, der auf Befriedigung unter allen Umständen drängt.
Im Sprechzimmer mag man einen großen, muskulös gebauten Jungen vor sich haben, der körperlich größer ist, als es seinem Alter entspricht, aber dessen merkwürdiges Verhalten den Eindruck vermittelt, dass er in geistiger Hinsicht weit hinter seinen Jahren zurückgeblieben ist. Manchmal scheint es fast, als hätte er nichts anderes im Kopf als das eine: wie er denn seinen sexuellen Hunger stillen könnte. Er zeigt kein echtes Interesse an seinem Gegenüber oder an seiner Umgebung, das einzige, was ihn beschäftigt, ist sein innerer Drang, der von den Hormonen regiert wird. Houats Prüfung gibt das Symptom: „Er sucht die Einsamkeit, um sich der Masturbation hinzugeben.“ Eine solche Information wird man von dem Patienten allerdings niemals bekommen. Das Symptom muss als Symbol für den Zustand verstanden werden, in dem er sich befindet: er wird von seinen Hormonen getrieben, Verstand, moralisches Urteil, moralische Hemmungen haben nur begrenzten Raum zur Entwicklung, weil das sexuelle Begehren ihn so sehr beherrscht.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, wie solch ein Junge aussieht. Seine Lippen sind dick und meistens halb offen, und man kann seine Zunge sehen, die nicht unbedingt heraushängen muss, aber sich doch in dem halboffenen Mund zeigt. Wenn die innere Pathologie fortschreitet und die geistige Schwäche immer deutlicher hervortritt, dann tritt auch die Zunge mehr und mehr hervor, bis man schließlich das voll entwickelte Bufo-Bild mit tatsächlich aus dem Mund geschobener Zunge vorfindet. Die Zunge ist auf eigentümliche Weise mit dem Gehirn verbunden und scheint einen großen Bereich des Gehirns zu repräsentieren – und je mehr das Hirn gelähmt ist, desto mehr gerät die Zunge außer Kontrolle und fällt nach vorn, aus dem Mund heraus.
Das Symptom der Masturbation sollte man jedoch vorsichtig bewerten und nicht jedem jungen Mann, der zur Masturbation neigt, Bufo verschreiben. Die meisten jungen Männer masturbieren irgendwann, aber natürlich brauchen sie nicht alle Bufo. Masturbation muss keineswegs immer ein pathologisches Symptom sein. Zudem ist es generell unerlässlich, ein solches Verhalten nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang der Person zu sehen; nur auf diese Weise können uns die Symptome den Weg zur korrekten Mittelwahl zeigen.
Die Masturbationspraxis von Bufo-Patienten ist wirklich beeindruckend; sie befriedigen sich sehr häufig, oft mehrmals am Tag, und ohne jegliche Zurückhaltung oder Hemmung; nur an der Lust sind sie interessiert, nichts anderes zählt für sie. Es ist ein unwiderstehlicher Drang, der schließlich sogar zu einer Erschöpfung der Lebenskraft führen kann. In einem solchen Erschöpfungszustand können epileptische Anfälle oder gar Zustände von Geisteskrankheit auftreten. ANANTHERUM ist in dieser Hinsicht Bufo ähnlich.
Bufo-Menschen können auch andere Formen sexuellen Verhaltens praktizieren, die als pathologisch zu bezeichnen sind, und zwar deshalb, weil sie ebenfalls durch einen unwiderstehlichen Drang geprägt sind. Das charakteristische Merkmal besteht darin, dass die Patienten nicht anders können, dass sie nicht in der Lage sind, sich davon abzuhalten, während die Art der Perversion bzw. des Verhaltens keine wesentliche Rolle spielt. Sie haben gar nicht das Gefühl, dass irgendetwas damit nicht in Ordnung ist, und selbst wenn sie etwas Derartiges empfinden, ist es nicht stark genug, um sie zur Beherrschung des Zwangs zu bringen. Das „Synthetische Repertorium“ spiegelt dies in der Rubrik „Schamlos BufoSchamlos“, in der Bufo zweiwertig verzeichnet ist. Wir finden die Arznei auch in den Rubriken „Obszön“, „Obszöne Reden“ und „Geisteskrankheit, erotische“.
Geist und Gemüt
Bufo-Menschen haben ein jähzorniges Temperament und werden leicht wütend, wird leicht Bufowütend; in diesem Zustand neigen sie zum Beißen. Hering berichtet von einem Patienten, der in seiner Reichweite befindliche Dinge zum Mund führte, um darauf zu beißen. Der Zorn dieser Menschen wird oft entfacht, wenn sie sich Zorn, wenn er sich mißverstanden fühlt Bufomissverstanden fühlen. Dies ist kennzeichnend für Bufo und als Leitsymptom zu werten. Die Missverständnisse können im Übrigen manchmal darauf zurückzuführen sein, dass die Patienten Worte nur halb aussprechen. Wutanfälle können einem Krampfanfall vorausgehen und diesen ankündigen.
Der Zorn kann sehr weit gehen und sich bis zur Raserei BufoRaserei steigern. Eine eigentümliche Modalität von Bufo ist Wut beim Alleinsein BufoWut beim Alleinsein, oder, wie die Prüfung es sagt: „Wutanfälle, die aufhören, sobald er jemanden sieht.“ Bei solchen Anfällen von Manie können die Patienten den Wunsch, zu schlagen und zu zerstören BufoWunsch haben, zu schlagen und zu zerstören, was an HYOSCYAMUS erinnert.
Bufo-Menschen haben oft eine Abneigung gegen Fremde. Sie möchten gern allein sein und haben doch zugleich Angst, alleingelassen zu werden, was wiederum zu Verlangen nach Gesellschaft führen kann. Es sind schweigsame Menschen, die sich nicht gerne unterhalten.
Ungeduld, Reizbarkeit und Unruhe BufoUnruhe sind ebenfalls kennzeichnende Züge des psychischen Bufo-Bildes; vor allem vor einem Unruhe, epileptischem Anfall, vor Bufoepileptischen Anfall sind Bufo-Menschen unruhig. Nachts können sie in einen Unruhe- und Erregungszustand mit Schlaflosigkeit geraten, der mit Schläfrigkeit gepaart ist; sie werfen sich unaufhörlich im Bett herum. Sie sind im Allgemeinen aber keine sonderlich aktiven Menschen, sondern neigen zur Faulheit und sind kaum zum Arbeiten aufgelegt.
In den Prüfungen werden auch Zustände von Schlechtgelauntheit erwähnt: so z. B. abends beim Schlafengehen und auch noch morgens beim Erwachen; ebenso nach den Menses. Bufo-Menschen können trotzig und gehässig sein, und auch zu Falschheit BufoFalschheit sind sie fähig.
Während deliröser oder apathischer Zustände ist der Kopf oft heiß, bei kaltem Körper. Dieses Phänomen begleitet auch andere Zustände, etwa Kopfweh, Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung. „Große Hitze im Inneren des Kopfes, mit Gefühl, als ob das Gehirn kochte“ (aus Desternes Prüfung).
Bei Bufo-Menschen finden wir viel Traurigkeit, Weinen, Klagen BufoKlagen und Jammern. Im Schlaf sprechen, weinen und seufzen sie, beim Erwachen immer noch schluchzend; trauriges Erwachen. Sie sind leicht erregbar und weinen bei der geringsten Kleinigkeit. Klagen und Jammern kann mit Weinen abwechseln. Weinen und Lachen zugleich BufoWeinen und Lachen und Weinen zugleich BufoLachen zugleich; lacht und weint leicht, neigt dazu, viel zu weinen. Die Lach- oder Kicherkrämpfe sind bereits erwähnt worden.
Stuporzustände folgen häufig auf einen epileptischen Anfall. Der Stupor kann mit Unfähigkeit zu sprechen einhergehen und sogar einem Koma ähneln, mit totaler Bewusstlosigkeit. Es gibt auch stuporöse Zustände in Verbindung mit Schwindel; in einer Prüfung heißt es: „Schwindelgefühl, der Kopf scheint sich wie beim Walzer zu drehen und fortgetragen zu werden; darauf Betäubung und Schwinden der Sinne, manchmal eine volle Minute lang andauernd …“ Es wird von einem schwindelartigen Gefühl wie betrunken oder betäubt berichtet, das am Morgen und nach jeder Mahlzeit auftreten kann.
Bufo kann die geistigen Fähigkeiten ernsthaft beeinträchtigen. Nicht nur Geistesschwäche (Imbezillität BufoImbezillität), sondern auch Zustände von Geistesabwesenheit BufoGeistesabwesenheit und Gedächtnisverlust BufoGedächtnisverlust treten auf. Die Geistes- und Gedächtnisschwäche bessert sich zum Abend hin. Der Patient macht Fehler beim Sprechen, benutzt die falschen Worte oder spricht sie nur halb aus, sodass er manchmal schwer zu verstehen ist – was ihn wiederum sehr zornig machen kann, wie oben schon erwähnt.
Bufo-Patienten sind ausgesprochen empfindliche Menschen, denen das geringste Geräusch lästig ist; auch Musik bringt schnell (positive oder negative) Reaktionen bei ihnen hervor. Sie erschrecken leicht und neigen zum Auffahren.
Ängste sind ebenfalls zahlreich vertreten. Bufo-Menschen haben Angst vor Tieren und in einer Menschenmenge; sie sind ängstlich in Bezug auf ihren Gesundheitszustand, mit Furcht vor dem Tod oder davor, dass ein Unglück passieren könnte; und sie haben Angst, sich bei anderen anzustecken. Sie können keine hellen oder glänzende Gegenstände, kann keine g.<2009>G. anschauen Bufoglänzenden Gegenstände, wie Spiegel, anschauen.
Bufo-Kind
Bufo ist eine Arznei, die Kindern (besonders Jungen) häufig erfolgreich verschrieben worden ist – nicht nur in Fällen von Epilepsie, sondern auch bei Ekzem, Panaritium, nervösen Tics und Verhaltensstörungen (z. B. extremer Aggressivität). Doch die klinische Diagnose ist nicht der springende Punkt bei der Arzneiwahl; es gilt jeweils die individuellen Symptome des Kindes zu beobachten, die uns dann zum Simillimum leiten werden. Im folgenden gebe ich einige Bufo-Symptome an, die in letzter Zeit bei Behandlungen von Kindern bestätigt werden konnten (insbesondere von Alfons Geukens).
  • Ständiges Herumwerfen oder Schütteln des Kopf, ständiges Herumwerfen oder Schütteln des BufoKopfes kommt vor, oder das Kind schlägt den Kopf gegen die Wand, ohne aber Verletzungen davonzutragen. Das Kopfschütteln setzt nach einem Kopf, Schütteln des K. nach Schreck BufoSchreck ein; es kann auch durch Schelten ausgelöst werden.

  • Ungeduld BufoUngeduld, Unruhe BufoUnruhe und Stillsitzen, kann nicht BufoUnfähigkeit stillzusitzen prägen oft das Verhalten von Bufo-Kindern. In einem Fall ging die Ungeduld so weit, dass das Kind, ein 14-jähriges Mädchen, Wutanfälle bekam, wenn sie nicht immer alles gleich haben konnte, was sie wollte (siehe Alfons Geukens, Homöopathische Praxis, Bd. 3, S. 43 ff.). Wir begegnen häufig Anfällen von Zorn und Aggressivität BufoAggressivität, die manchmal mit großer Zerstörungswut BufoZerstörungswut einhergehen: das Kind tritt und schlägt alles in Stücke; aber auch eine exzessive Neigung zum Weinen kommt vor. Diese Symptome sind nicht selten mit Verstandesschwäche BufoVerstandesschwäche und Retardierung, geistige Entwicklung, der BufoRetardierung der geistigen Entwicklung verbunden.

  • Traumartige Zustände, in denen die Kinder in einer anderen Welt zu leben scheinen; sie hören offenbar gar nicht zu. „Aber wenn man ihn was fragt, was ihn interessiert, kriegt er es doch mit“ (Geukens).

  • Spielen mit den Genitalien, Spielen mit den BufoGenitalien und Masturbation sind wichtige Symptome, die zum allgemeinen Wesen dieses Mittels passen, wie es oben beschrieben wurde. Bufo-Kinder können auch in der Nase, Bohren in der BufoNase bohren und Nägel beißen.

  • Eine besondere Sensibilität für Musik ist festgestellt worden – nicht immer in dem negativen Sinn, den die Prüfung angibt („Musik ist unerträglich“); die Kinder hören oft gern Musik und tanzen dazu.

  • Oft haben sie ein Verlangen, nach draußen zu gehen, mit freie Luft, Besserung an der BufoBesserung im Freien, während Hitze eher verschlimmert.

  • Bufo ist ein wichtiges Mittel bei Krämpfen und epileptischen Anfällen von Kindern und Säuglingen. Eine besondere Indikation ist Epilepsie, nach Schreck oder Wutanfall der Mutter während der Stillperiode BufoEpilepsie nach einem Schreck oder Wutanfall der Mutter während der Stillperiode.

Ein Beispiel für die epileptischen Anfälle eines Bufo-Kindes: Er hatte einen Anfall nach dem anderen. Er saß auf dem Fußboden und spielte mit seinen Spielzeugtrommeln, und dabei bekam er wiederholt Anfälle: er begann nach hinten zu fallen, kam aber wieder aus dem Anfall heraus, bevor er wirklich hingefallen war, setzte sich auf und spielte weiter, offenbar ohne überhaupt zu bemerken, was passiert war. Die meisten Anfälle waren nicht generalisiert, sondern zeigten sich nur partiell. Sie begannen mit einer Grimasse, als wollte er zum Stuhl pressen, ähnlich wie der Gesichtsausdruck, den eigensinnige kleine Kinder manchmal zeigen, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollen. Häufig streckte er den rechten Arm zur Seite und nach hinten und machte eine Faust dazu.
Kennzeichen der Epilepsie bei Bufo
Bufo ist bei Epilepsie besonders dann angezeigt, wenn die Anfälle epileptische Anfälle, nachts im Schlaf Bufonachts im Schlaf auftreten. Der Patient kann davon aufwachen oder auch nicht; wenn nicht, dann hat er später beim Erwachen heftige Kopfschmerzen, heftige, beim Erwachen nach epilept. Anfällen BufoKopfschmerzen und manchmal ein Druckgefühl am Scheitel.
Die Aura, epileptische, in Genitalien und Solarplexus BufoAura wird in vielen Fällen in den Genitalien, epileptische Aura wird in den G. verspürt BufoGenitalien und im Solarplexus, epileptische Aura wird im S. verspürt BufoSolarplexus gespürt, etwa vom Uterus zum Magen. Aber auch in anderen Körperteilen kann dieses Vorgefühl empfunden werden: im Gesicht, im Bauch, im Gehirn usw. Es gibt eine große Zahl von Symptomen, die einen epileptischen Anfall ankündigen können. Eine Auswahl:
Ruhelosigkeit, bei Epilepsie BufoRuhelosigkeit; unruhige Bewegungen von Gliedmaßen und Rumpf. Läuft schreiend durchs Haus und ringt die Hände. Zorn kann ebenfalls einem epileptischen Anfall vorausgehen; manche Patienten sind vor den Konvulsionen tagelang zornig gestimmt. Der Kopf, wird zuerst zur Seite gezogen, bei epilept. Anfall BufoKopf kann zuerst zur Seite gezogen werden (nach links oder rechts), dann nach hinten. Manchmal kündigt auch eine Arme, Versteifung der, vor epilept. Anfall BufoVersteifung der Arme, der Beine oder des ganzen Körpers einen Anfall an; die Muskeln befinden sich im Zustand tonischer Kontraktion, dann setzen Jaktationen oder Zuckungen ein. Die Zuckungen nehmen rasch zu, bis die gesamte Muskulatur in einem Zustand heftiger Erregung ist. „Anfälle eingeleitet durch ein Zucken im Nacken, Zucken im, vor epilept. Anfall BufoNacken“ (Hering). Oder: Leckbewegungen der Zunge, reibt sich die Nase, danach Kontraktionen der Finger, Daumen eingezogen. Oder: Mund weit offen vor dem Anfall. Pupillen stark erweitert BufoPupillen stark erweitert,Pupillen, reagieren nicht auf Licht Bufo reagieren nicht auf Licht. Die Augen sind nach oben und nach links gedreht.
Während eines epileptischen Anfalls können wir u. a. folgenden Symptomen begegnen: beißt sich auf die Zunge, rotes Gesicht, Verzerrung und Turgor des Gesichts, Schaum vor dem Mund, blutiger Speichel, unwillkürlicher Harnabgang, Kreischen, Zähneknirschen, Schwindel, krampfhafte Bewegungen von Mund und Augen usw. Starker Schweiß, starker S. bei Krämpfen BufoSchweiß begleitet die Krämpfe; schweißgebadet am ganzen Körper, besonders an Händen und Armen. Hering beschreibt einen Anfall so: „Fällt bewusstlos zu Boden, mit einem Schrei, der einem das Blut in den Adern erstarren lässt, gefolgt von Krämpfen in den Gliedern; verzerrtes Gesicht, Zähneknirschen und Schaum vor dem Mund; der Anfall endet in Schlaf mit lautem Schnarchen, nach Krampfanfall BufoSchlaf mit lautem Schnarchen.“ Wiederholte Stöße oder Schläge durch den ganzen Körper.
Oft fällt der Patient nach solch einem Krampfanfall in ein tiefes Koma, tiefes, nach KrampfanfallKoma. Diesem kann ein tiefes Seufzen vorausgehen, und danach ist er durch nichts mehr wachzubekommen.
Allgemein lässt sich sagen, dass die Bufo-Epilepsie gewöhnlich, in größerem oder geringerem Ausmaß, mit Störungen der Sexualsphäre, Störung der, durch Epilepsie BufoSexualsphäre verbunden ist.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Bufo erzeugt eine Unmenge von Konvulsionen BufoKonvulsionen und Krämpfe BufoKrämpfen. Krämpfe durch Zahnextraktionen BufoZahnextraktionen, Schreck, Krämpfe durch Masturbation BufoMasturbation, Unterdrückung oder Einsetzen der Regel können zu Krämpfen führen. Vereiterungen der inneren Organe können ebenfalls Causa der Krämpfe sein oder mit ihnen verbunden sein. Es kommt zu Konvulsionen während des Geschlechtsverkehrs BufoKonvulsionen während des Geschlechtsverkehrs mit schmerzhaften Krämpfen und Steifheit der Extremitäten, schmerzhafte Krämpfe und Steifheit der BufoExtremitäten. Krämpfe können mit konvulsivischen Bewegungen im Bauch aufhören. Bufo-Patienten können sehr häufig epileptische Anfälle haben, mehrmals pro Woche oder sogar pro Tag; manchmal zeigen sie sich periodisch bei Neumond, epileptische Krämpfe bei BufoNeumond. Die Krampfattacken können manchmal gebrochen werden, wenn die Krämpfe, epilept. wenn Füße in heißes Wasser getaucht werden BufoFüße in heißes Wasser getaucht werden und wenn etwas Heißes getrunken wird.

  • Schmerzhafte Krämpfe und Zuckungen der Glieder. Häufige Muskelkrämpfe, doppelt schmerzhaft in kalter Luft, abends und morgens.

  • Clarke stellt fest, dass Bufo schleichende Formen von Entzündungen erzeugt, mit übelriechenden Ausdünstungen, übelriechende BufoAusdünstungen und Absonderungen, übelriechende BufoAbsonderungen. In Krebsfällen mit hoffnungsloser Prognose hat er mit Bufo den üblen Geruch der Tumoren beseitigen können. Hencke hat mit Bufo schmerzhafte Krebserkrankungen (besonders Brustkrebs mit lanzinierenden Schmerzen) erfolgreich behandelt.

  • Hering berichtet, dass bei einer Bufo-Epileptikerin ein bläschenartiger Ausschlag eine dünne gelbe Flüssigkeit absonderte, die auch im Erbrochenen und im Fluor vaginae gefunden wurde.

  • Guernseys Hauptindikation für Bufo ist Panaritium (oder auch schwarze Verfärbung der Finger aufgrund einer Verletzung), wenn der Schmerz, zieht strichweise den ganzen Arm hinauf BufoSchmerz strichweise den ganzen Arm hinaufzieht. Diese Schmerzqualität beobachten wir auch bei Lymphangitis BufoLymphangitis des Arms.

  • E. E. Case führt folgenden Fall an: „Nasenbluten, mit gerötetem Gesicht BufoNasenbluten fast täglich mehrere Wochen lang, manchmal mehrere Anfälle an einem Tag, gewöhnlich mit gerötetem Gesicht und Hitze und Schmerzen in der Stirn, Schmerzen in der S., bei Nasenbluten BufoStirn, was durch das Nasenbluten, lindert Schmerzen in der Stirn BufoNasenbluten gemildert wird. Schwitzt leicht, der Schweiß ist oft übelriechend, besonders an den Füßen.“ Bufo CM heilte sofort.

  • Bufo affiziert den Blutkreislauf und erzeugt Hitzewallungen, Rötungen und Brennen, an verschiedenen Körperstellen BufoBrennen an verschiedenen Körperstellen.

  • Der Körper fühlt sich geschwollen, Körper fühlt sich g. an Bufogeschwollen an; merkwürdige Empfindungen, etwa ein Gefühl, als wäre die Haut bis zum Platzen gespannt.

  • Lähmungen BufoLähmungen und Ödeme BufoÖdeme.

  • Allgemeine Schwäche BufoSchwäche. Mitten in einer Mahlzeit überfällt ihn ein allgemeines Schwächegefühl, eine Art totaler Erschöpfung, kann weder sprechen noch sich bewegen, getrübtes Sehen, Schmerz und Bedrängnis in der Herzgegend. Unbehagen und Schwäche, besonders morgens, ist nicht in der Lage herumzulaufen. Ohnmacht nach dem Frühstück BufoOhnmacht nach dem Frühstück. Ohnmachtsgefühl vor den Mahlzeiten. Ohnmacht bei Magenerkrankungen.

  • Taumelnder Gang, ähnelt mehr einem Gang, hüpfender BufoHüpfen als einem Gehen. Diese Neigung zum Hüpfen, die bereits in einer Prüfung beschrieben wird, zeigt sich oft bei Chorea und ist klinisch bei mehreren Bufo-Kindern bestätigt worden.

  • Die Knochen sind empfindlich und brüchig. Schwellungen und Geschwüre der Knochen. Schmerzen in den Gelenken wie zertrümmert.

  • Launischer Appetit, weiß nicht, was er will, oder verweigert, was ihm angeboten wird. Abneigung gegen salzige Speisen; Durst auf Zuckerwasser und Spirituosen BufoDurst auf Zuckerwasser und Spirituosen.

  • Alle Symptome schlimmer morgens beim Erwachen. Große Empfindlichkeit gegen kalte Luft und Wind. Aber auch: Stubenwärme ist lästig.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindeligkeit, besonders morgens, Schwindeligkeit Bufomorgens, mit Schwäche wie von Blutverlust; danach Rötung des Gesichts, Herz wie zusammengepresst, Brust wie in einen Schraubstock gespannt. Schwindelgefühl, der Kopf scheint sich wie beim Walzer zu drehen und fortgetragen zu werden. Gefühl wie schwindlig und betrunken, nach dem Mittagessen; nach jeder Mahlzeit. Epileptischer Schwindel.
KopfEin epileptischer Anfall kündigt sich durch Kopfbewegungen, epilept. Anfall kündigt sich an durch BufoKopfbewegungen an. Er wird erst zur Seite gezogen, nach rechts oder links, dann nach hinten. Oder: Stiche im Kleinhirn, die den Kopf nach hinten ziehen; darauf epileptischer Anfall. Dieser ist von heftigen Kopfschmerzen gefolgt.
Hinterkopf schmerzt, wenn man ihn aufs Kissen legt. Druck in den Schläfen, als ob der Kopf von zwei eisernen Händen zusammengedrückt würde.
Heftiger Blutandrang zum Kopf. Kongestives Kopfweh und gerötetes Gesicht, viel schlimmer im warmen Zimmer oder in der Nähe eines Ofens, besser durch kaltes Bad oder an kalter Luft.
Nasenbluten bessert oder beendet Schmerzen und Hitze in der Stirn oder rechtsseitige Migräne.
Heißer Kopf, heißer K. bei kaltem Körper BufoKopf bei kaltem Körper. Schwere, des Kopfes BufoSchwere des Kopfes; der Stirn. „Schwere in Stirn und Augenlidern; Sehstörungen; Funken vor den Augen; Schmerz am Herzen; kalter Schweiß am Kopf und in den Haaren; Kälte des Körpers, besonders der Füße, und so durchdringende Kolikschmerzen, dass eine Ohnmacht nahe ist; zugleich brennender Durst, Erbrechen nach dem Trinken; Erbrechen von Speisen, dann bitterer und scharfer Stoffe; die geringste Bewegung verschlimmert die Kopfschmerzen und ruft Übelkeit und Erbrechen hervor“ (aus Desternes Prüfung).
Dumpfer Kopfschmerz in der linken Seite. Pochender und stechender Schmerz wie von einem Abszess im Kopf. Kopfschmerz mit Berührungsempfindlichkeit: in der Stirn oder in Schläfe und Scheitel; beim Erwachen gegen 3 Uhr morgens oder nachmittags um 16 oder 17 Uhr. Kopfweh während der Arbeit, Kopfweh während der BufoArbeit, im Sitzen; nach hartem Stuhlgang. Kopfweh schlimmer durch Licht und Geräusch; besser nachts und im Liegen. Bewegung verschlimmert die Kopfsymptome. Die Kopfschmerzen neigen zu einem wellenförmigen Verlauf: minutenlange Steigerung, dann im gleichen Zeitintervall wieder zurückgehend.
AugenEinige zusätzliche Augensymptome im Zusammenhang mit Epilepsie: Das rechte Auge war offen, das linke fast geschlossen; vor einem Anfall rollten die Augäpfel nach oben und nach links. Es entwickelten sich starke Gefäßinjektionen; die Augen wirkten zusammengezogen und leblos, sobald sich die Anfälle häuften. Eingesunkene Augen während des Krampfanfalls. Der Patient kann ein hässliches Schielen entwickeln.
Schwere Lider; kann unmöglich die Augen offen halten. In komaähnlichen Zuständen, etwa nach epileptischen Anfällen, unfähig, die Augen aufzuschlagen. Das linke Augenlid ist gelähmt und hängt herab (bei Gehirnerweichung beobachtet).
Der Anblick glänzender Gegenstände ist unerträglich. Alle Gegenstände erscheinen schief, Gegenstände erscheinen s. Bufoschief. Wie ein Schleier vor den Augen jeden Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr, mit Brennen in den Augen und Tränen.
Lidränder und Augenwinkel werden geschwürig, mit Bläschenbildung und Rötung, in den Wimpern hängen Krusten. Ausfallen von Wimpern und Brauen.
OhrenDas kleinste Geräusch, das kleinste G. stört BufoGeräusch stört. Musik, ruft starke Reaktionen hervor BufoMusik ruft starke Reaktionen hervor (positiv oder negativ). Widerhallen der Herzschläge im Ohr, wie von einer großen Trommel.
Klopfende Schmerzen im Ohr. Warzenartige Auswüchse, am Ohr BufoWarzenartige Auswüchse am Ohr. Entzündliches Anschwellen der Ohren und der Parotiden. Geschwürbildung, Ohrmuscheln, an den BufoGeschwürbildung an den Ohrmuscheln, mit Eiterung und Bluten. Flechtenausschlag, Ohren, hinter den BufoFlechtenausschlag oder Ekzem, Ohren, hinter den BufoEkzem hinter den Ohren.
Kaltes Waschen macht die Ohrenbeschwerden schlimmer.
NaseNasenbluten, Hitze und Schmerz in der Stirn, mit BufoNasenbluten mit gerötetem Gesicht und Hitze und Schmerz in der Stirn, wobei letzteres durch das Nasenbluten besser wird. Nasenbluten besonders morgens und abends.
Häufiges Niesen, häufiges, abends beim Zubettgehen BufoNiesen abends beim Zubettgehen; Schnupfen mit Schwere des Kopfes und der Augenlider. Das Nasensekret ist gelblich, grünlich oder gräulich und übelriechend. Schleim gerät aus der Nase in die Choanen und den Hals.
Schmerzen und Wundwerden der Nasenlöcher, Schmerzen und Wundwerden der N. durch eingeatmete kalte Luft BufoNasenlöcher durch eingeatmete kalte Luft. Geschwürige Nasenlöcher, wie verbrannt.
Brennende, stechende Schmerzen in der Nase, bis zur Stirn sich erstreckend. Pochender und nagender Schmerz im Nasenbein. Bohrt mit dem Finger in der Nase. Anhaltendes Jucken in der Nase, anhaltendes Jucken in der N. vor epilept. Anfällen BufoNase vor epileptischen Anfällen.
GesichtTörichter, verwirrter oder berauschter Gesichtsausdruck. Das Gesicht kann gräulich oder rot aussehen; oft fettige Gesichtshaut Bufofettige Gesichtshaut.
Die Lippen, dicke BufoLippen sind dick und für gewöhnlich halb geöffnet, und die Zunge zeigt sich zwischen den Lippen (ohne unbedingt herauszuhängen). Manchmal sind die Lippen, schwarze BufoLippen schwarz, ebenso wie die Zunge.
Ist genötigt, sich morgens das Gesicht, ist genötigt morgens das G. zu reiben BufoGesicht zu reiben.
Während epileptischer Krämpfe ist das Gesicht, schweißgebadet, bei epilept. Anfällen BufoGesicht schweißgebadet. Hitzewallungen im Gesicht, für Augenblicke.
Stechende Gesichtsschmerzen, mit Zerschlagenheitsgefühl in den Knochen.
Es können sich Pickel an den Lippen und Pusteln auf der roten und geschwollenen Nase zeigen. Schmerzhaftes Anschwellen der Unterkieferdrüsen, vor allem rechts. Phlegmonöses Erysipel.
MundSchwierige, eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge, undeutliches Sprechen, stammelnd, unverständlich, besonders bei Chorea oder vor epileptischen Anfällen.
Stechende, bohrende und wühlende Zahnschmerzen, durch kalte Luft ausgelöst. Schmerz, als ob die Zähne herausgerissen würden, mit Zusammenbeißen der Kiefer und Zähne. Zahnweh besonders abends und nachts. Zahnfleischentzündung, mit Abszessbildung. Die Zähne scheinen verlängert zu sein und zu wackeln. Zahnausfall durch Parodontopathie.
Brennen, Mund, im, wie von Säure, schlimmer durch kaltes Wasser Bufo