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B978-3-437-55062-1.00003-X

10.1016/B978-3-437-55062-1.00003-X

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Cactus grandiflorus – Cyclamen europaeum

Cactus grandiflorus

Essenzielle Merkmale
Cactus grandiflorus hat eine besondere Organbeziehung zum Herzen und seinen Krankheiten, ob es sich nun um funktionelle Störungen oder um schwere organische Pathologien handelt, wobei Herzinfarkt und Angina pectoris Cact.Angina pectoris im Zentrum stehen. Dies ist darin begründet, dass Cactus in seinen Prüfungssymptomen die Hauptmerkmale eines solchen Krankheitsbildes aufweist. Freilich wird auch diese Arznei nur dann heilend wirken, wenn die Symptome übereinstimmen, vor allem das Leitsymptom „Gefühl der Zusammenschnürung um das Herz“, auf das unten näher eingegangen wird. Eine Verschreibung von Cactus „für Herzbeschwerden“ ohne homöopathische Individualisierung wird in den meisten Fällen keine befriedigenden Resultate zeitigen.
Zu den physiologischen Wirkungen dieses Mittels gehören:
  • Cactus bewirkt eine leichtere Blutgerinnung, verursacht leichtere Cact.Blutgerinnung.

  • Es verursacht starke und schmerzhafte Kontraktionen der Kontraktionen, starke und schmerzhafte, Arterien und Herz Cact.Arterien und des Herzens.

  • Es führt zu ungleichmäßigen Kongestionen, ungleichmäßige Cact.Kongestionen des Blutstroms in bestimmten Organen (Herz, Vagina usw.).

  • Es löst heftiges Herzklopfen, heftiges Cact.Herzklopfen aus.

Die Lernenden mögen ihre Phantasie anstrengen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich ein Patient unter dem Einfluss eines solchen Mittels fühlen wird.
Funktionelle und organische Herzbeschwerden
Bei funktionellen Herzbeschwerden, funktionelle Cact.Herzbeschwerden leidet der Cactus-Patient unter Herzrhythmusstörungen mit starkem Herzschlag und häufig heftigem Herzklopfen Cact.Herzklopfen sowie Zusammenschnürungsschmerzen, Herz Cact.Zusammenschnürungsschmerzen, besonders an Herz und Thorax, aber auch an anderen Körperteilen. Kent liefert ein Beispiel: „Um den Ansatz des Zwerchfells ein Gefühl, als werde ein Strick immer enger und enger gezogen; um den unteren Teil der Brust herum. Dies ist ein merkwürdiges Symptom; eine Umklammerung der Taille, die so fest ist, dass es ihm den Atem benimmt, er ringt nach Luft und will irgendetwas tun. Die Umklammerung wird enger und enger.“ Gelegentliche Attacken von Herzklopfen, zeitweise sehr massiv. Jede ungewohnte körperliche oder geistige Anstrengung kann einen Anfall herbeiführen. Schnelle Bewegung, Bücken, Umdrehen usw., all das kann Herzklopfen auslösen. Auch Herzklopfen, das im Schlaf beginnt, ist beobachtet worden; in diesen Fällen ist es meist mit Schreck oder Angst durch Träume verbunden. Gehen oder Herzklopfen, im Liegen auf der linken Seite Cact.Liegen auf der linken Seite verstärkt das Herzklopfen. Es kann auch ein flatterndes Gefühl im Herzen auftreten, wie der Flügelschlag eines Vogels. Zu den möglichen Begleitsymptomen zählen ein ohnmachtsartiges Unwohlsein in der Magengrube und eine Empfindung, als wäre der Hals eingeschnürt, mit Erstickungsgefühl und Pochen der Karotiden.
Im Bereich der organischen Pathologien passt das Symptomenbild von Cactus auch auf ausgesprochen schwere Krankheitsbilder, etwa Herzklappenfehler, Lungenödem, Myokarditis, Endokarditis, Perikarditis usw., mit all den entsprechenden Begleitsymptomen. Ich selbst habe mit Cactus gute Erfolge in Fällen von Lungenödem, Myokardinfarkt und Endokarditis erzielt, wobei allerdings Cactus allein nicht zur völligen Heilung ausreichte. Einige Beispiele aus meiner Praxis: Eine Patientin mit Lungenödem benötigte während des ersten Stadiums, das durch fiebrige Erschöpfung, Arrhythmie und Atemnot gekennzeichnet war, zunächst VERATRUM ALBUM. Nach einer deutlichen Besserung entwickelten sich starke Einschnürungsschmerzen, die nach Cactus verlangten, und Cactus half auch sofort, ohne den Fall endgültig zu bereinigen. Die Patientin benötigte später noch CALCIUM CARBONICUM, um völlige Heilung zu erlangen. In einem Fall von Endokarditis wandelten sich die Symptome nach dem ersten Mittel (ARSENICUM) und ergaben nun ein Cactus-Bild. Auch hier waren noch zwei weitere Arzneimittel nötig, um die Heilung zu vollenden. Schließlich war in einem Herzinfarktfall Cactus als Erstverschreibung angezeigt, und danach musste LYCOPODIUM und später SULFUR gegeben werden, bevor der Patient außer Gefahr war. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Cactus allein eine Heilung herbeiführt; diese sind allerdings selten.
Herzschmerzen: Zusammenschnürungsgefühl, Berührungsempfindlichkeit
Der typische Cactus-Herzpatient klagt über ein ständiges Gefühl von Zusammenschnürung, Herz, wie von einer eisernen Hand ergriffen und zusammengepreßt Cact.Zusammenschnürung in der Herz- und Oberbauchregion, als ob das Herz von einer eisernen Hand ergriffen und zusammengepresst würde. Dies ist die übliche und bekannteste Beschreibung dieses Symptoms; wir alle wissen jedoch, wie unterschiedlich die Beschreibungen jedes einzelnen Patienten ausfallen können. So finden wir bei verschiedenen Patienten eine große Zahl von Versionen desselben Symptoms: als ob das Herz „festgebunden wäre“, als ob es „nicht genug Raum zum Schlagen hätte“, als würde es „von Bolzen festgehalten“ oder „von einem Eisenband zusammengeschnürt, das die normalen Bewegungen verhindert“, als ob es „mit Drähten umwickelt“ wäre oder „von einer eisernen Hand abwechselnd zusammengedrückt, gequetscht und dann wieder losgelassen würde“, als würde es „gewaltsam zusammengepresst und kämpfte heftig darum, seine Bande zu sprengen“ usw. usf.
Solche Empfindungen gehen häufig mit starker Berührungsempfindlichkeit Cact.Berührungsempfindlichkeit und mit Wundheitsschmerzen der betroffenen Region einher. Hering zitiert z. B. dieses Symptom: „Starker Druck am Herzen, der unter der linken Achselhöhle bis zur linken Rückenseite herumzieht, wie ein Schmerzgürtel; um Mitternacht wurde der Schmerz sehr schlimm, wie eine Hand, die das Herz packt, mit Wundheit und Wehtun und Berührungsempfindlichkeit der ganzen betroffenen Region …“ Aus diesen Symptomen ist ersichtlich, dass Cactus leicht mit LACHESIS verwechselt werden kann. Die beschriebenen Schmerzsensationen sind außerordentlich quälend und machen dem Patienten große Sorgen. Ein solcher Zustand, der einer Angina pectoris ähnelt, kann durch eine plötzliche Schlag- oder Stoßeinwirkung veranlasst werden: einen Fehltritt beim Überqueren der Straße, eine Erschütterung beim Autofahren. Ein möglicher Auslöser ist auch körperliche Anstrengung, etwa Ausstrecken der Arme über den Kopf oder unvorsichtiges und unbedachtes tiefes Hinsetzen. Die Zusammenschnürungsgefühle am Herzen werden deutlich verschlimmert durch Muskelanstrengung, Stöße, Erschütterungen, lautes Lesen oder lautes Sprechen, lautes S. verschlimmert Herzbeschwerden Cact.Sprechen, durch alle Arten von Emotionen und jede größere Erregung sowie durch nächtliches Liegen auf der linken Seite.
Herzschmerzen: Wundheitsschmerz, Taubheit
Auch der typische, in den linken Arm bis zum Ellenbogen ausstrahlende Wundheitsschmerz, wie wir ihn so oft bei LATRODECTUS MACTANS antreffen, ist bei Cactus zu finden. Der Schmerz geht mit Atemnot Cact.Atemnot und einem todesähnlichen Gefühl in der Herzgegend einher. Hering sagt, dass bei solchen Zuständen manchmal die Atmung für Augenblicke völlig aussetzt, während die Haut kälter wird. Darauf folgt heftiges Ringen nach Luft und starkes Herzklopfen. Kent beschreibt, dass, wenn der Patient den Atem anhält, das Herz so rast, als ob es in Stücke bersten wollte. Dieser Zustand findet sich besonders oft in Fällen von Basedow-Struma mit Herzbeteiligung Cact.Basedow-Struma mit Herzbeteiligung. Clarke berichtet, dass bei einem Fall von Angina pectoris, der auf Cactus ansprach, das eigenartige Gefühl auftrat, als ob ein Schwarm Hornissen zum Herzen zöge.
Während und nach einem Angina-pectoris-Anfall kommt es zu massiven Angstzuständen, etwa in der Form einer Furcht, einen organischen Herzschaden zu haben, der einen plötzlichen Tod herbeiführen wird.
Die Herzschmerzen können mit Taubheit des linken Arms und Ödem der Hände, links ausgeprägter oder ausschließlich Cact.Ödem der Hände einhergehen, ausgeprägter oder gar ausschließlich auf der linken Seite. Sie sind hauptsächlich zusammenschnürender Art (obwohl auch stechende oder andere Schmerzarten möglich sind), ebenso wie die Schmerzen an anderen Körperteilen, und so stark, dass der Patient laut aufschreit.
Wenn der Zustand des Herzens sich stark verschlimmert, kann es zu einem akuten Lungenödem kommen. In derartigen, sehr bedrohlichen Zuständen finden wir heftiges Herzklopfen, heftiges Cact.Herzklopfen, quälende Atemnot, Funktionsstörungen der Herzklappen, mitrale Regurgitation und Kongestion der Lungen Cact.Kongestion der Lungen. Das Atmen wird sehr mühsam, und es ist dem Patienten Hinlegen, ist unmöglich Cact.unmöglich, sich hinzulegen. Ödeme der Gliedmaßen, besonders der Hände stellen sich ein, das Gesicht ist aufgedunsen und geschwollen, und schließlich kann der ganze Körper ödematös werden. Der Harn ist spärlich und hochgestellt, die Atmung kurz, das Herz leistet Schwerarbeit, der Patient ist unfähig zu jeder Bewegung.
In solchen fortgeschrittenen Zuständen ist es möglich, dass die zusammenschnürende Schmerzen, verschwinden im fortgeschrittenen Stadium Cact.zusammenschnürenden Schmerzen, das wichtigste Leitsymptom von Cactus, völlig verschwinden. Dies kann jedoch, außer auf die Progression der Krankheit, auch auf allopathische Medikation zurückzuführen sein. Der allopathischen Medizin steht heutzutage eine Vielzahl an Medikamenten zur Verfügung, um akute Herzzustände zu unterdrücken – und dabei schreitet die wirkliche Krankheit weiter fort, und der Zustand des Patienten wird immer schlechter, obwohl er die Schmerzen nicht spürt. Wenn allopathische Unterdrückung stattgefunden hat, sind die Symptome oft kaum mehr zu erkennen. So mag z. B. das starke Herzklopfen von einem schwachen und langsamen Puls abgelöst werden. In derartigen Fällen sollte der homöopathische Arzt im Geiste zurückgehen und das ursprüngliche Krankheitsbild daraufhin studieren, ob es mit dem Cactus-Bild übereinstimmte.
Enge- und Konstriktionsgefühl in allen Körperbereichen
Aus Darstellungsgründen habe ich versucht, eine Trennung zwischen den funktionellen Störungen und der organischen Pathologie durchzuführen, aber in der Realität sind die Grenzen nicht so klar zu ziehen. Es muss dem Lernenden darum gehen, das Muster hinter den Symptomen aufzufassen, die Idee des Mittels zu verstehen. So tritt das Enge- und Konstriktionsgefühl nicht nur am Herzen auf, sondern gehört zu den allgemeinen Merkmalen von Cactus. Es kann sich an einer Reihe von Körperteilen zeigen, etwa an der Speiseröhre, der Blase, der Vagina, am Uterus, am Thorax (wo es die Ansatzstellen des Zwerchfells quasi markieren kann, wie beschrieben), im gesamten Bauchraum usw.
  • Eine krampfhafte Zusammenschnürung der Vagina beim Einführen des Penis (Vaginismus Cact.Vaginismus) ist eine Indikation der Arznei. Die Verkrampfung ist so stark, dass sie nicht nur jede Bewegung ausschließt, sondern sogar ein Zurückziehen des Penis hindern kann. Die Frau hat dabei ein Gefühl, dass sich unmittelbar nach der Penetration ein eiserner Ring um die Scheide legt, was ihr so starke Schmerzen bereitet, dass sie in Krämpfe verfallen kann. Der Partner spürt die Einschnürung, als ob ein Strick fest um den Penis zusammengezogen würde. Dieses Problem zeigt sich nur zu Beginn des Koitus und kann ihn in schweren Fällen dauerhaft verhindern, außer an ein oder zwei Tagen vor und während der Menstruation. Im Archiv für Homöopathik (1993/4) ist eine neuere tiermedizinische Bestätigung zu finden: Eine rossige Stute bekam regelmäßig Scheidenkrämpfe, die den Deckvorgang unmöglich machten (obwohl die tierärztliche Untersuchung der Vagina problemlos verlaufen war). Cactus C 30 half sofort.

  • Die Einschnürungsgefühle und -schmerzen an verschiedenen Stellen sind sehr häufig begleitet von heftigem Blutandrang, heftiger B. nach dem betroffenen Körperteil Cact.Blutandrang nach dem betroffenen Körperteil. Diese Kombination von Symptomen beschreibt Kent anschaulich: „Angenommen, Sie legen ein Band um ein stark kongestioniertes Organ und ziehen es fest und immer fester. Es scheint mir, dass das Resultat ungefähr dem Leiden entsprechen sollte, das ein Patient empfindet, wenn er diese Zusammenschnürung eines kongestionierten Organs hat.“

  • Im Uterus z. B. werden heftigste Krämpfe, Uterus Cact.Krämpfe erzeugt. Schmerzhaftes Zusammenschnüren in der Uterusregion, als würde die Gebärmutter gepackt und festgehalten, wie ein Krampf, und in Verbindung damit heftiger Blutandrang zu dem Organ, starke Kongestion, mit unerträglichen pochenden Schmerzen. Der Blutandrang kommt so plötzlich und die Krämpfe sind so massiv, dass die Patientin laut aufschreit vor Angst und Schmerz. Daher ist Cactus bei Dysmenorrhö, mit schrecklichen Schmerzen Cact.Dysmenorrhö mit schrecklichen Schmerzen angezeigt, wenn die Merkmale der starken Hyperämie und des zusammenschnürenden Krampfschmerzes vorhanden sind. Die Monatsblutung hört auf, wenn die Patientin sich hinlegt. Oft ist die Dysmenorrhö durch Herzsymptome kompliziert oder tritt in Verbindung mit Gelenkrheumatismus auf.

  • Eine ähnliche Situation kann sich während der Wehen einstellen, mit extrem starken Schmerzen oder gar Unterdrückung der Wehen.

  • Die Zusammenschnürung kann auch den Blasenhals betreffen – in solcher Stärke, dass der Harn nicht passieren kann.

  • Farrington beschreibt eine charakteristische Form, die das Konstriktionsgefühl annehmen kann: „als ob ihr ganzer Körper in einem Drahtkäfig wäre und jeder einzelne Draht immer fester zusammengedreht würde.“ Lilienthal liefert aus einem klinischen Fall folgende Beschreibung: „Schmerzen überall – an Kopf, Armen, Beinen, Rücken, Brust, Herz; schießend und springend wie Blitzschläge und endend in einem scharfen, schraubstockartigen Griff, nur um im nächsten Moment von neuem anzufangen, mit Unruhe und Stöhnen.“

Das erste und bedeutendste Charakteristikum von Cactus sind also die zusammenschnürenden Schmerzen, so stark sind, daß der Patient aufschreit Cact.zusammenschnürenden Schmerzen, die oft so stark sind, dass der Patient laut aufschreit.
Das zweite Charakteristikum sind die Kongestionen, unregelmäßige Cact.Kongestionen, die völlig willkürlich und unregelmäßig auftreten. Das Blut scheint in sprunghafter Weise ungleich im Körper verteilt zu werden. So kommt es z. B. zu Blutandrang zum Kopf bei Kälte der Extremitäten Cact.Blutandrang zum Kopf bei Kälte der Extremitäten. Ritters Prüfung von 1936 ergab z. B. als auffallendstes Symptom „allmählich zunehmende, zuletzt sehr intensive Kopfschmerzen …, an- und abschwellend, schlimmer bei plötzlichen Bewegungen, Hitzegefühl im Kopf“, die begleitet waren von „Kongestionsgefühl, drängt förmlich aus beiden Ohren heraus“ und „objektiv deutlich nachweisbarer, der Umgebung auffallender Gesichtsröte“. Hyperämie kann es jedoch bei Cactus auch in allen möglichen anderen Organen geben: Brust, Herz, Vagina, Uterus – der Blutkreislauf funktioniert niemals wirklich gleichmäßig.
Die Kombination von Kongestion und Konstriktion ist somit ein höchst charakteristischer Zug von Cactus. In der Heftigkeit des Blutandrangs ähnelt die Arznei BELLADONNA oder ACONITUM. Wie bei ACONITUM sind die Schmerzen, unerträgliche Cact.Schmerzen unerträglich und entlocken dem Patienten Schmerzensschreie Cact.Schmerzensschreie.
  • Dennoch kann Cactus nicht mit ACONITUM verwechselt werden, da die entsetzliche Agonie und Todesangst fehlt, die ACONITUM auszeichnet. Cactus-Patienten können zwar sehr große Angst um ihre Gesundheit haben, werden dies aber nicht so deutlich zeigen, sondern eher zu verbergen suchen. Ihre Angst mag sich darin äußern, dass sie dauernd anrufen und all ihre Schmerzen und Leiden detailliert aufzählen, und dies wird man als hypochondrische Angst erkennen – aber sie ist von ihrer Intensität her gar nicht zu vergleichen mit der Todesangst, die ACONITUM-Patienten erleben. Die ACONITUM-Schmerzen haben auch nicht die eindeutig zusammenschnürende Qualität der Cactus-Schmerzen. Man könnte sagen, dass ACONITUM eher in „Pseudo“-Anginafällen mit „realer“ Todesfurcht angezeigt ist.

  • Cactus ist auch von BELLADONNA zu unterscheiden: die Arznei erzeugt nicht das Ausmaß an Hitze, das BELLADONNA auszeichnet, und auch die Schmerzqualität von BELLADONNA ist typischerweise nicht zusammenschnürend, sondern eher pochend.

In Cactus-Fällen haben wir oft einen schwerkranken Menschen vor uns, dessen Herz in bedrohlichem Zustand ist, mit geschädigten Herzklappen; er hat Ödeme der Extremitäten, ist appetitlos und abgemagert, schläft unruhig; und wenn wir mit ihm reden, gesteht er, dass er verzweifelt ist, keine Hoffnung, hat eine H. mehr, gesund zu werden Cact.Hoffnung mehr hat, noch einmal gesund zu werden, und er weint leicht und viel. Diese Stimmung kann sich auch in einem Gefühl äußern, er liege im Sterben und werde den nächsten Morgen nicht mehr erleben, aber die extreme Todesangst von ACONITUM ist hier definitiv nicht vorhanden. Das vulkanisch-eruptive Moment des Leidens von BELLADONNA- oder ACONITUM-Menschen fehlt bei Cactus völlig.
Es gibt auch eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Cactus und -ARSENICUM. Cactus-Patienten können fast so voller Ängste sein und genau das gleiche Engegefühl auf der Brust haben wie ARSENICUM-Menschen. Die begleitende Zyanose kann bei Cactus aber fehlen, was als Unterscheidungsmerkmal zu ARSENICUM gelten kann. Cactus-Menschen sind auch stiller und viel weniger unruhig als ARSENICUM-Patienten, da es ihnen schlechter geht, wenn sie sich viel bewegen.
Weitere Krankheitsbilder
Einige weitere Krankheitsbilder, auf die Cactus passen kann:
  • Ausgeprägt periodische Beschwerden Cact.periodische Beschwerden, etwa Wechselfieber Cact.Wechselfieber mit überwiegendem Frost, welcher täglich um 11 Uhr vormittags oder nachts einsetzt. Mögliche Begleitumstände des Fiebers sind Blutungen, besonders Darmblutungen, und Krämpfe. Unmittelbar nach den Anfällen kann kalter Schweiß auftreten, mit entsetzlich quälender Angst.

  • Periodisch auftretende Neuralgien, periodisch auftretende Cact.Neuralgien: Kopfschmerzen, besonders an der rechten Seite und am Scheitel, oft durch Kopfschmerzen, durch Auslassen einer Mahlzeit Cact.Auslassen einer Mahlzeit ausgelöst. Chronische Trigeminusneuralgie, rechtsseitig, veranlasst durch Weintrinken, Musik, starkes Licht oder wenn der Patient nicht zur gewohnten Zeit sein Essen bekommt; schlimmer durch die geringste Anstrengung, kann aber im Bett auch nicht stillliegen. periodische Erstickungsanfälle Cact.Periodische Erstickungsanfälle, mit Ohnmacht, kaltem Schweiß im Gesicht und sehr schwachem, kaum tastbarem Puls.

  • rheumatische Zustände Cact.Rheumatische Zustände, wo RHUS TOXICODENDRON angezeigt scheint, aber nicht dauerhaft wirkt und wo schließlich das Herz angegriffen wird. Ein typischer Fall (aus Journal of Homeopathic Clinics, 1870): „Rheumatismus, der alle Gelenke der Extremitäten befällt, mit viel Schmerz, Steifheit und Schwellung; Rheuma, schlimmer abends und dann wieder morgens beim Aufstehen Cact.schlimmer abends und dann wieder morgens beim Aufstehen; schlimmer Rheuma. schlimmer in Ruhe Cact.in der Ruhe, zu Beginn der Bewegung und durch Wetterumschwung, besonders wenn es kalt und feucht wird. Besser durch fortgesetzte, aber sanfte Bewegung.“ Dann wird das Herz in Mitleidenschaft gezogen, und die charakteristischen zusammenschnürenden Schmerzen setzen ein, die nach Cactus verlangen. Ein solcher Fall kann nach RHUS TOXICODENDRON oder TUBERCULINUM aussehen, aber die Herzbeteiligung sollte an Cactus denken lassen.

  • Es kann auch angezeigt sein, wenn der Organismus von einer schweren Infektionskrankheit geschwächt ist und sich schließlich Symptome von Herzversagen, bei von Infektion geschwächtem Organismus Cact.Herzversagen zeigen. Charakteristisch ist ein Gefühl, als ob das Herz jedes Mal, wenn der Patient den Kopf vom Kissen hebt, aufhören wollte zu schlagen.

  • Herzasthma Cact.Herzasthma, wenn sich der Patient aufgrund des Beklemmungsgefühls und der übermäßigen Schleimabsonderung nicht hinlegen kann. Er wird ganz von seinen Herzsymptomen in Anspruch genommen und klagt ständig darüber. Schleimrasseln Cact.Schleimrasseln mit Atemnot, was große Angst auslöst. Der Patient hat ein raues Gefühl in der Brust, und dazu ein Zusammenschnürungsgefühl, als ob die Brust immer enger und enger würde, bis er keine Luft mehr bekommt. Dabei können Zyanose und größere Unruhe fehlen.

  • Hypostatische Kongestion der Lungen infolge von Herzschwäche. Kann nicht liegen, muss sich im Bett aufsetzen. „Konnte nur mit hochgelagerten Schultern und auf dem Rücken liegend atmen“ (Hering).

  • Cactus kann eine solche Hirnkongestion hervorrufen, dass das Bild an einen Hirnschlag, Kongestion erinnert an Cact.Hirnschlag erinnert; der unmittelbare Anlass ist wahrscheinlich die Einschnürung eines Blutgefäßes im Gehirn. Der Patient hat den Eindruck, dass ihm die Fähigkeit zur kontrollierten Bewegung abhandenkommt, es kann zu partieller Blindheit und Sprachstörungen kommen, und der Gang, unsicher Cact.Gang wird unsicher, während sich das Gesicht rot färbt. Gleichzeitig zeigt sich das bekannte Konstriktionsgefühl am Herzen.

  • Cactus ist auch ein Blutungsmittel Cact.Blutungsmittel. Die Blutungen können auf Nachlassen der Gefäßspannung bei Herz- und Gefäßerkrankungen oder auch auf heftigen Blutandrang zu einem Körperteil oder Organ zurückzuführen sein; das Blut kann aus der Nase, den Lungen, dem Mastdarm, der Blase oder dem Magen kommen. Es wird dann jedoch schnell gerinnen und große Klumpen bilden, die Obstruktionen der Organe verursachen können.

Geist und Gemüt
Die psychischen Symptome, die Cactus erzeugt, entsprechen jenen bei Herzerkrankungen mit Traurigkeit Cact.Herzerkrankungen mit Traurigkeit (wie bei AURUM IODATUM). Die Patienten sind traurig, ängstlich und weinerlich; melancholisch, ohne einen Grund dafür finden zu können. Es kann ein unwiderstehlicher Drang zu weinen vorhanden sein. Dieser Drang ist bei Frauen am stärksten vor und während der Regel; auch hysterisches Benehmen zur Zeit der Menstruation kommt vor.
Cactus-Menschen sind schweigsam Cact.schweigsam, wortkarg und antworten nicht gern auf Fragen; allgemein neigen sie zu schlechter Laune. Sie wollen allein sein und meiden die Bekannten, die sie trösten wollen (NATRIUM MURIATICUM). Diese depressive Stimmung ist gepaart mit Selbstvorwürfen. Die Prüfungen geben folgende Symptome: „Halb reuiges Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.“ „Habe das Gefühl, mir selbst Gewalt angetan zu haben.“ Es ist auch eine außergewöhnliche Reizbarkeit beobachtet worden; der geringste widrige Umstand führt zu Wutausbrüchen. Schoelers Prüfung ergab u. a. „eine leichte Erregbarkeit, zuweilen über die belanglosesten Dinge, streitsüchtige Stimmung“; diese „steigert sich befremdlicherweise zur Unbeherrschtheit, sogar mit einer sonst nicht gekannten Neigung zu Wutanfällen“. Cactus-Patienten sind geräuschempfindlich und vertragen den Klang von Stimmen und Musik schlecht, ebenso wie starkes Licht.
Bei Herzerkrankungen wie Angina pectoris wird der Patient tatsächlich hypochondrisch Cact.hypochondrisch, ruft ständig beim Arzt an und legt in allen Einzelheiten dar, wie es ihm geht. Angst vor dem Tod kann sich einstellen, aber er macht nicht viel Aufhebens davon. Vielmehr versucht er die Angst zu verbergen und/oder erklärt sie in seiner Lage für ganz natürlich, da er ja schließlich dieses Herzleiden hat. Wenn die Schmerzen schlimm werden, glaubt er, er werde den nächsten Tag nicht überleben und sein Zustand sei unheilbar, aber dies bringt er vor wie eine logische Schlussfolgerung aus den Schmerzen und Leiden, die er empfindet. Diese können sehr intensiv sein und große Qualen verursachen; Cactus-Menschen Schreien vor Schmerzen Cact.schreien vor Schmerzen, ja können sogar das Bewusstsein verlieren.
Auch bei anderen Beschwerden findet man eine unbeschreibliche Furcht, dass einem etwas Schreckliches zustoßen werde. Der Patient neigt dazu, dies mit seinem Herzen in Verbindung zu bringen, und befürchtet dann, ein schweres Herzleiden zu haben. Cactus ist eines der wichtigsten Mittel bei Furcht vor Herzkrankheiten Cact.Furcht vor Herzkrankheiten; allerdings ist diese Furcht im Fall von Cactus-Patienten durchaus real begründet.
Die Nacht ist eine schwierige Zeit für Cactus-Menschen, weil bei Herzbeschwerden Liegen verschlimmert Cact.Liegen verschlimmert und bei Herzasthma sich eine Furcht vor nächtlichen Erstickungstod Cact.Furcht vor dem nächtlichen Erstickungstod einstellt.
Angst beim Erwachen Cact.Beim Erwachen spüren sie große Angst. Cactus hat die Morgenverschlimmerung, die bei den meisten Herzerkrankungen und den entsprechenden Arzneitypen (LACHESIS) zu finden ist, aber bei Cactus ist es vor allem die Angst, die den Patienten stört. Sie tritt morgens auf und vergeht dann im Laufe des Tages, um abends wiederzukommen. Nachts und beim Erwachen können sich auch deliröse Zustände einstellen. Rubini beobachtete in seiner Prüfung folgendes Symptom: „Redet nachts im Schlaf Unsinn; beim Erwachen redet er unzusammenhängend.“ Und Hering führt an: „Sehr beunruhigt beim Erwachen, konnte aber den Grund nicht angeben.“
Eine andere Eigenheit der Arznei sind die Impulse: etwas Komisches zu tun, das ans Groteske grenzen kann. Diese Unausgeglichenheit auf der psychischen Ebene mag man mit dem „unausgeglichenen“ Kreislauf in Zusammenhang bringen, mit der Neigung zu erratischen Kongestionen.
Auf dem Gebiet des Intellekts ist eine Verlangsamung der Denkprozesse festzustellen, eine Art Abstumpfung und Benommenheit. Die Langsamkeit kommt besonders zum Ausdruck, wenn der langsam, Entscheidungen zu treffen Cact.Patient Entscheidungen zu treffen versucht. In einer Prüfung heißt es: „Hatte beträchtliche Schwierigkeiten, sich bei dem, was er in Gedanken verfolgte, in irgendeiner Weise auf etwas festzulegen; war er aber zu einem Schluss gekommen, schien ihm dieser ganz zufriedenstellend.“ Hering erwähnt außerdem eine „Schwierigkeit, beim Aufschreiben der Symptome den richtigen Ausdruck zu finden“.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Konstriktion Cact.Konstriktion, Kontraktion Cact.Kontraktion, Kongestion Cact.Kongestion und Blutungen Cact.Blutungen, das sind die wichtigsten Züge von Cactus. Ein Teil der entsprechenden Symptomatik ist bereits behandelt worden.

  • Zusammenschnürungsgefühle können u. a. auch durch Kontraktion, Berühren des betroffenen Körperteils, durch Cact.Berühren des betroffenen Körperteils induziert werden, was auch zu Muskelzuckungen führen kann.

  • Kent kommentiert die konstriktiven Schmerzempfindungen: „Wenn Schmerzen in den glatten Muskeln der Eingeweide (und im Herzmuskel, d. Ü.) auftreten, sind sie zusammenschnürend, aber Schmerzen der langen Muskeln sind nicht zusammenschnürend, denn hier sind es nicht die zirkulär verlaufenden glatten Muskelfasern, sondern die langen Fasern der quergestreiften Skelettmuskulatur, die sich zusammenziehen, und dies nennen wir Crampi. Cactus erzeugt einige krampfartige Zustände in den langen Skelettmuskeln, aber nicht in bedeutendem Ausmaß.“

  • Und so beschreibt Kent einen kongestiven Zustand: „Heftiger Blutandrang, wird benommen davon. Blutandrang zum Gehirn, zunächst hochrotes Gesicht, das dann durch die venöse Stauung dunkler wird, dann tritt Stupor ein. Die zerebrale Kongestion macht ihn träge.“

  • Scharfe Schmerzen im Zwerchfell und „Gürtelschmerz“ um dessen Ansatz, in Verbindung mit Verdauungsstörungen.

  • Niedriger Blutdruck infolge von Herzschwäche oder Hochdruck aufgrund von Arteriosklerose.

  • Allgemeiner Schwächezustand mit Traurigkeit und schlechter Laune. Schwäche und Erschöpfung mit niedrigem Blutdruck und Kälte der Extremitäten Cact.Kälte der Extremitäten.

  • Causae: Symptome werden hervorgerufen durch jede Gefühlsregung oder Erregung, durch enttäuschte Liebe, körperliche Anstrengung oder Unregelmäßigkeiten der Atmung; oder (Herz-)Attacken im Schlaf, in Verbindung mit Schreck oder Angst im Traum.

  • Schlimmer: Viele Symptome werden schlimmer im Liegen, besonders auf der linken Seite; um 11 oder 23 Uhr; nachts; durch Treppensteigen; durch Sonne; durch Feuchtigkeit; durch Geräusche. Viele Beschwerden werden schlimmer durch unregelmäßiges Atmen.

  • Besser: durch fortgesetzte, aber sanfte Bewegung; im Freien, besser im Cact.Freien; Scheitelkopfschmerz besser durch Drücken auf den Scheitel.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel durch Blutandrang zum Kopf: rotes, gedunsenes Gesicht; Pulsieren im Hirn; Tollheit und Angst. Unsicherer Gang, beinahe schwankend, mit Drehgefühl. Schwindel durch körperliche Anstrengung, Umdrehen im Bett, Bücken, Aufrichten aus liegender Position oder tiefes Einatmen.
KopfDie Cactus-Kopfschmerzen werden oft durch Blutandrang zum Kopf oder Gehirn ausgelöst. Es handelt sich daher oft um heftige Schmerzen, die von starker Hitze im Kopf begleitet werden. Ein ausgeprägtes Symptom ist Hitze des Kopfes durch geistige Anstrengung. Oft sind die Schmerzen zusammenschnürender oder drückender Art.
  • Schwerheitsschmerz, Scheitel, besser durch äußeren Druck Cact. Cact.Schwerheitsschmerz wie von einem Gewicht auf dem Scheitel. Der Schmerz vermindert sich durch äußeren Druck, wird aber stärker durch das Hören von Stimmen, Hören von S. verstärkt Kopfschmerz Cact.Stimmen, durch jedes Geräusch oder durch starkes Licht.

    • Der Klang von Stimmen scheint den Kopf zu durchdringen, und das Gehirn ist so empfindlich, dass der Klang wie eine materielle Substanz erscheinen kann, die an das Hirn geschleudert wird, sehr ähnlich wie bei THERIDION.

    • Das Druckgefühl kann bisweilen so empfunden werden, als ob der Scheitel eingeschlagen und zertrümmert würde; andere Patienten mit dem gleichen Blutandrang empfinden eher einen auswärts gerichteten Druck. Etwa: „Kopfschmerz … mit Kongestionsgefühl, drängt förmlich aus beiden Ohren heraus. Auch objektiv deutlich nachweisbare, der Umgebung auffallende Gesichtsröte“ (aus Ritters Prüfung). Lippe bemerkt, dass die drückenden Kopfschmerzen am Scheitel als Folge von Menorrhagie oder zur Zeit der Menopause auftreten können.

  • Es kann ein Gefühl bestehen, als ob der Kopf in einen Schraubstock gespannt wäre und vor lauter Schmerz bersten wollte. Der Cactus-Kopfschmerz kann sich auch in der Form eines Spannungsgefühls besonders über dem Scheitel zeigen: als ob die Kopfhaut immer fester und fester über den Schädel gezogen würde. Auch Kopfweh, pulsierendes Cact.pulsierendes Kopfweh kommt vor. Rechtsseitige Kopfschmerzen und Neuralgien, die periodisch, pulsierend und pochend sind und extreme Formen annehmen. (Cactus ist sogar bei drohendem Schlaganfall eingesetzt worden.)

  • Schmerzattacken in der rechten Schläfe, ausgelöst durch ein Glas Wein, Opernbesuch oder verspätete Mahlzeit; morgens beginnend, sich im Lauf des Tages steigernd, mit Erbrechen; Nase völlig ausgetrocknet; muss ganz still liegen; schlimmer durch Aufbleiben, durch Geräusch, Licht und Anstrengung.

  • Pulsierender Schmerz, mit Gefühl eines Gewichts in der rechten Kopfseite, Tag und Nacht anhaltend und so stark, dass er laut aufschreit.

  • Allmählich zunehmende, zuletzt sehr intensive Kopfschmerzen in Vorder- und Hinterkopf, an- und abschwellend.

  • Gefühl, als ob etwas von der Brust zum Gehirn hinaufwirbelte, alle Arterien scheinen zu pochen; der Patient glaubt zu sterben. Kent fasst zusammen: „Cactus ist bei drohender Apoplexie empfohlen worden, wenn der Blutandrang ungemein stark und das Gesicht erhitzt und purpurrot oder hochrot ist und wenn der Pulsschlag im Gehirn und im ganzen Körper zu spüren ist. Hat das Gefühl, der Kopf dehnte sich aus, weil der Druck des Blutes so stark ist, aber ohne bedeutenden Temperaturanstieg. Zwar hat Cactus auch Fieber, aber diese Symptome hat es auch ohne Fieber. Hitze im Kopf durch geistige Anstrengung ist ein starkes Cactus-Symptom. Diesem Symptom begegnet man bei Menschen, die versuchen, mit dem Kaffeetrinken aufzuhören, und dann ist Cactus häufig das angezeigte Mittel.“

AugenTrübsichtigkeit oder Sehschwäche, periodisch wiederkehrend; Gegenstände wirken verschwommen oder verdunkelt; erkennt auf kurze Entfernung einen Freund nicht. Verlust der Sehkraft auf Augenblicke; vor den Augen erscheinen Kreise aus rotem Licht, die die Sicht trüben. Lichtempfindlichkeit, besonders bei Kopfschmerzen. Blutunterlaufene Augen; zerebrale Hyperämie bis hin zum Koma, wenn das Schweißstadium ausfällt (Wechselfieber). Akute rheumatische Ophthalmie; Basedow-Krankheit.
OhrenPulsieren in den Ohren, mit Ohrensausen, Singen oder Klingeln. Ohrensausen Cact.Ohrensausen, besonders im rechten Ohr. Rheumatische Ohrenentzündung. Otitis nach unterdrücktem Schweiß.
NaseStarkes Nasenbluten, starkes Cact.Nasenbluten, das nach kurzer Zeit aufhört. Diese Blutung wird durch den oben erwähnten heftigen Blutandrang zum Kopf verursacht. Ständig trockene Nase bei Kopfweh. Stockschnupfen, muss nachts durch den offenen Mund atmen. Fließschnupfen mit sehr scharfem Sekret, das die Nasenlöcher wund macht.
GesichtDas Gesicht rot, aufgedunsen Cact.Gesicht sieht rot und aufgedunsen aus, bei pulsierendem Kopfweh. Hitzewallungen im Gesicht, mit Erstickungsgefühl. Aber auch: Blässe des Gesichts, verbunden mit Abmagerung.
Bei Frost und bei Herzschwäche ist das Gesicht blau, mit blauroten oder fleckigen Lippen. Rechtsseitiger, chronischer Gesichtsschmerz; schlimmer durch die geringste Anstrengung, nur erträglich, wenn er still im Bett liegt; ausgelöst durch Wein, Musik, starkes Licht oder wenn er eine Mahlzeit nicht zur gewohnten Zeit bekommt.
MundSpeisen schmecken nach nichts, mit Übelkeit. Übler Mundgeruch, morgens. Die Zunge ist purpurrot, mit dickem, braunem Zahnbelag. Prickeln in der Zungenspitze.
HalsErstickendes Zusammenschnüren des Halses, erstickendes, mit pochenden Karotiden Cact.Zusammenschnüren des Halses, mit stark pochenden Karotiden.
Zusammenschnürung der Speiseröhre, am Schlucken hindernd; muss große Mengen Wasser trinken, um irgendeine Speise in den Magen zu bekommen. Plötzlich auftretendes Zusammenziehungs- und Spannungsgefühl an der linken Halsseite, Schlucken etwas erschwert. Würgen, mit Gefühl am Hals wie von einem engen Kragen.
Globus hystericus, als ob eine Kugel im Hals aufstiege, mit ständigem Schlucken und Würgen; kann auch von Krämpfen und Taubheit im linken Arm begleitet sein. Leichtes, aber eindringliches Stechen im Hals mit Schluckreiz.
Atmung und HustenAtembeschwerden; anhaltende Beklemmung, Brust Cact.Beklemmung und fortgesetztes Unbehagen, als ob der Brustkorb von einem eisernen Band zusammengeschnürt würde und sich zum Atmen nicht weiten könnte. Atembeklemmung wie von einem schweren Gewicht auf der Atembeklemmung, Brust, wie von schwerem Gewicht auf der B. Cact.Brust. Das Atmen wird immer beschwerlicher, sodass der Patient nicht liegen kann und akute Angstzustände bekommt. Bisweilen ist Atmen nur möglich, wenn er sich auf den Rücken legt und die Schultern hochlagert.
Chronische Bronchitis mit Schleimrasseln Cact.Schleimrasseln; löst große Angst und Erstickungsanfälle aus, wenn sie durch Erkältung akut wird. Chronische Bronchitis, viele Jahre lang, mit Schleimrasseln, das Tag und Nacht anhält; Atembeklemmung beim Treppensteigen, kann auch nicht flach im Bett liegen. Bronchitis, mit Herzklopfen und Bronchialkatarrh, durch übersteigerte Herztätigkeit.
periodische Erstickungsanfälle Cact.Periodische Erstickungsanfälle, mit Ohnmacht und kaltem Schweiß im Gesicht, Puls nicht tastbar. „Manchmal setzt die Atmung für eine halbe Minute völlig aus, aber ohne Bewusstlosigkeit, und die Haut wird kälter; danach Ringen nach Luft.“ „Wenn die Atmung aussetzt, heftiges Ringen nach Luft und starkes Herzklopfen“ (Hering.) Erstickungsanfälle, mit turbulenter Herztätigkeit; schlimmer um 23 Uhr.
Anomale Atemgeräusche und Bronchialatmen. Häufige Asthmaanfälle, mit Beengung der Brust wie von einem eisernen Band. Jährlich wiederkehrendes Gefühl wie von einem Reifen um den Hals, einem weiteren um das Herz und einem dritten um das Zwerchfell, bei Asthma.
Einatmen frischer Luft wirkt sehr belebend Cact. Einatmen frischer Luft wirkt sehr belebend.
Verschiedene Arten von Husten infolge von Herzbeschwerden, Husten infolge von Cact.Herzbeschwerden. Katarrhalischer Husten, mit viel zähflüssigem Auswurf. Husten mit dickflüssigem Auswurf, wie gekochte Stärke, ausgeprägte Gelbfärbung des Sekrets. Sehr starke Schleimabsonderung, mit Beklemmung beim Versuch, sich hinzulegen; das Herz fühlt sich an wie gepackt; Gesicht und Extremitäten werden kalt.
Bluthusten mit ausgeprägtem Gefäßerethismus Cact.Bluthusten mit ausgeprägtem Gefäßerethismus; Krampfhusten Cact.Krampfhusten.
BrustSchmerzhaftes Gefühl von Zusammenschnüren, schmerzhaftes Gefühl von Z. in der Brust Cact.Zusammenschnüren im unteren Teil der Brust, als ob ein Strick fest um die falschen Rippen gebunden wäre, mit Atembeklemmung. Gefühl starker Zusammenschnürung in der Mitte des Brustbeins, als ob die Teile von eisernen Zangen zusammengedrückt würden. Gefühl von Zusammenschnüren in der Brust, das am Sprechen hindert; wenn er zum Sprechen gedrängt wird, ist die Stimme schwach und heiser.
Plötzlicher und heftiger Blutandrang zur Brust Cact.Blutandrang zur Brust, mit furchtbarer Atemnot und Zusammenschnürung des Herzens; kann nicht liegen; der Anfall geht vorüber, ohne eine Entzündung nach sich zu ziehen. Druck- und Schmerzgefühl in der rechten Brustseite (Lunge), besonders in der tiefen Inspiration. Die Brustbeschwerden treten oft gegen 11 Uhr oder 23 Uhr auf bzw. werden zu diesen Zeiten schlimmer.
Lungenentzündung; Pneumonie mit Hepatisation der Lungen; erstes Stadium von Lungentuberkulose.
Greifender Schmerz hinter dem Brustbein. Schmerzen vom unteren Teil der Brust bis zu den Schulterblättern hindurch. Rheumatismus der Brustmuskeln. Bei einem Fall von Rheumatismus des Zwerchfells Cact.Rheumatismus des Zwerchfells, den Farrington mit Cactus heilte, zeigten sich diese Symptome: Zusammenschnürung im unteren Teil der Brust, wie durch einen Strick, die Einschnürung markierte die Umrisse des Zwerchfells; stoßweises Atmen; scharfe Schmerzen schießen durch den Körper, zum Rücken hin und nach oben in die Brust, mit einem Gefühl von Blutandrang zur Brust. „Cactus ist auch ein Mittel bei hypostatischer Lungenkongestion. Kann nicht liegen, muss sich im Bett aufsetzen; gedämpfter Klopfschall im unteren Teil beider Lungen, wobei diese Zone sich langsam nach oben ausweitet, aufgrund von Serumerguß in den unteren Lungenbereich. Diese hypostatische Kongestion geht auf Herzschwäche zurück. Cactus wird diesen Zustand oft ein paarmal lindern, wenn er im Endstadium von chronischen Krankheiten auftritt: in der terminalen Phase von chronischen Nierenentzündungen, von Wassersucht oder Herzleiden. Es wird den Tod hinausschieben“ (Kent).
HerzStändiger Schmerz in der Herzgegend mit Gefühl, als ob das Herz „festgebunden wäre“ oder „nicht genug Platz zum Schlagen hätte“ oder als ob es „von Bolzen festgehalten würde“. Das Herz fühlt sich an wie von einer eisernen Hand abwechselnd zusammengedrückt, gequetscht und losgelassen.
  • Dumpfer Schwerheitsschmerz im Herzen, schlimmer durch Druck; Erstickungsgefühl; blaues Gesicht; Ödem, besonders der linken Hand und der Unterschenkel bis zum Knie; eiskalte Füße; aussetzender Puls. Herzleiden mit Ödem allein der linken Hand, Herzleiden mit Cact.Ödem allein der linken Hand.

  • Starker Druck am Herzen, der unter der linken Achselhöhle bis zur linken Rückenseite herumzieht, wie ein Schmerzgürtel; um Mitternacht wurde der Schmerz sehr schlimm, wie eine Hand, die das Herz packt, mit Wundheit und Wehtun und Berührungsempfindlichkeit der ganzen betroffenen Region; außerdem Wundheitsschmerz im linken Arm bis zum Ellbogen herab; der Herzschmerz verursachte schließlich Atemnot. So schmerzhafte Stiche im Herzen, dass er anfing zu weinen und laut zu schreien, mit quälendem Herzklopfen, Ohnmacht und Atemnot. Anfälle von heftig stechendem Schmerz im Herzen, mit eiskalte Gliedmaßen Cact.eiskalten Gliedmaßen. Stechender Schmerz im Herzen, wenn das Schweißstadium ausbleibt (bei Wechselfieber). Krampfartige Herzschmerzen, die nach der linken Schulter ausstrahlen.

  • Endokarditis mit Mitralklappeninsuffizienz Cact.Endokarditis mit Mitralklappeninsuffizienz, verbunden mit starker und schneller Herzaktion, Druck- und Schweregefühl. Akute entzündliche Erkrankung des Herzens; idiopathisch oder infolge von Rheumatismus. Mitrale Regurgitation; Angina pectoris; Klappeninsuffizienz mit Erweiterung der rechten Herzkammer; Insuffizienz der Aortenklappe; Herzklappenaffektionen, wo der zweite Herzton durch ein raues Geräusch ersetzt ist. Aneurysma des Herzens und der großen Arterien Cact.Aneurysma der Herzens und der großen Arterien.

  • Funktionelle Herzbeschwerden, funktionelle Cact.Herzbeschwerden infolge von Emotionen oder Erregung. Das Herzklopfen Cact.Herzklopfen besteht in kleinen, unregelmäßigen Schlägen, und der Patient ist zu tiefem Einatmen genötigt; leichte Aufregung oder tieferes Nachdenken reicht aus, um diesen Zustand herbeizuführen. Nervöses Herzklopfen, allmählich vermehrt beim Einsetzen der Menstruation Cact.Herzklopfen, allmählich vermehrt beim Einsetzen der Menstruation. Unregelmäßige und intermittierende Herztätigkeit. Heftiger, turbulenter Herzschlag; schlägt für kurze Zeit sehr heftig und setzt dann völlig aus. Herzklopfen über einen langen Zeitraum, durch eine unglückliche Liebesbeziehung verursacht. Herzklopfen, das Tag und Nacht anhält, ausgelöst durch geringe Erregung, Herzklopfen, durch Gehen Cact.durch Gehen oder nachts im Herzklopfen, im Liegen auf der linken Seite Cact.Liegen auf der linken Seite. Herzklopfen mit Schwindel, Atemnot und Blähungen.

  • Merkwürdige Empfindungen: als ob das Herz sich herumdrehte; als ob es fest gepackt und herumgewirbelt würde.

  • Der Puls ist schwach, aussetzend oder gar nicht mehr tastbar.

MagenDyspepsie mit Herzsymptomen, Herzklopfen und Zusammenschnürung. Konstriktion, Pulsieren oder Schweregefühl, Magen Cact.Konstriktion, Pulsieren oder Schweregefühl im Magen mit einer unangenehmen Empfindung in der Magengrube, wie vom Fallen.
Anhaltendes und störendes Pochen im Magen; auch heftiges Brennen. Poltern im Magen geht einer Verschlimmerung des Herzklopfens voraus. Magenübersäuerung, ätzende Säure steigt in Hals und Mund auf, alles, was er zu essen versucht, schmeckt nach der Säure.
Heftiges Erbrechen bei Ausfallen des Schweißstadiums (Wechselfieber). Reichliches Bluterbrechen, reichliches Cact.Bluterbrechen.
Übelkeit am Morgen, die den ganzen Tag anhält. Appetitlosigkeit, oder guter Appetit bei schwacher Verdauung. Kein Verlangen mehr nach Fleisch, das er vorher gern mochte. Isst er es doch, bekommt er Schweregefühl und Schmerzen im Magen.
AbdomenAkute oder chronische Leberanschoppung infolge von Herzerkrankungen.
Unerträgliche Hitze im Bauch, als ob er innerlich verbrenne. Die Bauchdecken teilen der Hand, die sie berührt, ein brennendes Gefühl mit, sie sind deutlich wärmer als der übrige Körper.
Pochen im Bauch im Zusammenhang mit Herzklopfen. Sehr lästiges Pulsieren der Arteria colica, nach dem Essen, mit korrespondierendem Pulsieren der rechte Schläfenarterie.
Schmerz im Unterbauch und Gefühl von Herabdrängen, zeitweise sehr stark.
Häufig sehr lästige Blähungsbeschwerden.
Peritonitis; schwere Gastroenteritis, schwere Cact.Gastroenteritis; gastrisches Fieber.
Rektum und StuhlGefühl einer schweren Last im After und starker Drang, eine große Stuhlmenge auszuscheiden, aber keine Stuhlentleerung.
Stechende Schmerzen im Anus, auf leichte Reibung hin aufhörend. Analfistel mit heftigem Herzklopfen und Herzbeklemmung. Geschwollene Hämorrhoiden, geschwollene, die viel Schmerz verursachen Cact.Hämorrhoiden, die viel Schmerz verursachen. Blutende Hämorrhoiden, mit Herzsymptomen. Reichliche Blutungen vom Anus, reichliche Cact.Blutungen vom Anus; auch bei Malaria, mit Herzsymptomen.
Verstopfung wie von hämorrhoidaler Kongestion, sehr störend. Morgendiarrhö, sehr dünnflüssige Fäzes, vorher starke Schmerzen; Durchfall bei Herzerkrankungen. Spärliche Stühle, die wie Schmutzwasser aussehen, sehr häufig, manchmal stündlich (bei schleichendem Fieber).
HarnorganeZusammenschnürung des Blasenhalses, die die Passage des Urins unterbindet Cact.Zusammenschnürung des Blasenhalses, die die Passage des Urins unterbindet. Es kommt aber nicht nur Harnverhaltung, sondern auch Anurie vor, bedingt durch Hyperämie der Nieren. Paralytische Blasenschwäche, mit Harnverhaltung. Auch eine starke Neigung zu Hämorrhagien aus der Blase Cact.Hämorrhagien aus der Blase bzw. Hämaturie Cact.Hämaturie ist festzustellen. Durch die gerinnungsfördernden Eigenschaften von Cactus bedingt, können sich Blutgerinnsel, können Harnwege blockieren Cact.Blutgerinnsel bilden, die unter Umständen die Harnwege blockieren: Blutungen in die Blase mit Harnverhaltung durch Blutgerinnsel; Blutungen in die Vagina, die Druck auf die Harnröhre ausüben und Harnverhaltung bewirken. Anurie und Schmerzen in der Blase bei Fieberanfall, wenn Schweiß fehlt (Wechselfieber).
Häufiger und starker Harndrang, Pollakisurie. Urin auffallend dunkel und immer sehr trüb. Häufiger Harndrang mit reichlicher Harnsekretion bei jeder Miktion, während der Nacht. Sehr reichlicher Urin, strohfarben oder rötlich und trüb. Aber auch: Harnabgang tropfenweise, mit starkem Brennen. Spärlicher Urin, nicht sehr häufig, aber brennend. Unerträgliche Reizung in der Harnröhre, als ob er ständig Wasser lassen müsste.
Männliche GenitalienProstataleiden: Schweregefühl im After; Konstriktion der Blase; Verlangen, Wasser zu lassen, was eine Zeitlang nicht möglich war, dann aber doch ging; Harnwegsreizung, als ob er die ganze Zeit Wasser lassen müsste.
Weibliche GenitalienSchreckliche Schmerzen, schreckliche S. während der Menstruation Cact.Schmerzen während der Menstruation, die Patientin weint und schreit laut. „Vor Einsetzen der Blutung oder gleich zu ihrem Beginn kommt es zu einem heftigen Krampf, heftiger K. zu Beginn der Menstruation Cact.Krampf. Die zirkulär verlaufenden Muskelfasern des Uterus spannen sich an und ‚packen zu‘; und sie empfindet dies nach ihrer Beschreibung genau so, als ob ein Band um den wundschmerzenden und hyperämischen Uterus gespannt sei. Der Uterus füllt sich mit Blutklumpen, und die Krämpfe, die das Blut austreiben, sind so stark wie Wehenschmerzen, und sie schreit wieder, und es dauert einige Zeit, bis die Blutung frei genug fließt, um Linderung zu bringen“ (Kent). Die Schmerzen sind oft begleitet von Erstickungsanfällen und Herzkonstriktion; sie sind schlimmer abends.
Menses spärlich, Menses, spärlich, hören auf, wenn sie liegenbleibt Cact.Blutung hört auf, wenn sie (im Bett) liegenbleibt. Regel zu früh Cact.Regel zu früh; Blut, schwarzes, teerartiges B., während der Regel Cact.schwarzes, teerartiges Blut; recht profus.
Schmerzhafte Zusammenschnürung am Becken, allmählich zum Magen hinauf ziehend, mit einem Gefühl wie von einem heftigen Schlag oder Stoß in der Nierengegend, zum Aufschreien nötigend. Pulsierender Schmerz in Uterus und Ovarialregion, wie von einem eiternden Tumor; der Schmerz zieht in die Oberschenkel herab und kehrt täglich zur gleichen Zeit wieder.
Krampfhafte Zusammenschnürung der Vagina, verhindert Geschlechtsverkehr Cact.Krampfhafte Zusammenschnürung der Vagina verhindert den Geschlechtsverkehr (Vaginismus). Krampfhafte Zusammenschnürung von Uterus und Vagina, oft durch die geringste Berührung, plötzlich auftretend und nach wenigen Minuten wieder vorbei.
Unterdrückte Wehen. Metritis. Entzündung der Mammae; Vollheitsgefühl in der Brust; überempfindlich gegen kalte Luft.
Äußerer Hals und RückenBasedow-Struma mit den typischen Cactus-Herzsymptomen. Rheumatische Schmerzen in der Herzgegend und am Kreuz. Die Lendenmuskeln sind druckempfindlich und steif, besonders zu Beginn der Bewegung, nach der Ruhe.
ExtremitätenÖdem der linken Hand bei Herzerkrankungen. Ödem der Unterschenkel bis zum Knie; Haut glänzend, Fingerdruck hinterlässt Dellen, die lange bestehen bleiben.
Taubheit des linken Arms. Ameisenlaufen und Schwere in den Armen, schlimmer links. Schmerz in der Herzspitze, der den linken Arm hinunter bis in die Fingerspitzen schießt.
Rheumatische Schmerzen in den Schultern, den Ober- und Unterarmen, in den Hüften bis herab zu den Füßen; weder durch Ruhe noch durch Bewegung oder in irgendeiner Lage gebessert.
SchlafSchlaflosigkeit Cact.Schlaflosigkeit durch das Pulsieren in verschiedenen Körperteilen oder aufgrund von Schmerzen. Unruhe, Schlaflosigkeit und Herzklopfen.
Unruhiger Schlaf mit vielen Träumen; Schreckträume, Lustträume oder Träume vom Fallen Cact.Träume vom Fallen. Erwacht voller Schrecken. Nachtschweiß.
Fieber und FrostWechselfieber, mit Magenverstimmung Cact.Wechselfieber, mit Magenverstimmung. Wechselfieber mit Wechselfieber, Blutandrang zum Kopf, mit Cact.Blutandrang zum Kopf; gerötetes Gesicht; Anurie; Schmerzen in der Blase; Stiche im Herzen; heftiges Erbrechen; kein Schweiß nach Aufenthalt in der Sonne. Wechselfieber, ohne Schweißstadium Cact.Wechselfieber ohne Schweißstadium.
Quotidianfieber, jeden Tag zur gleichen Zeit; um 11 Uhr, mit großer Kälte für zwei Stunden, dann brennende Hitze, mit großer Atemnot, heftigen Kopfschmerzen, Koma, Betäubung bis Mitternacht, danach unstillbarer Durst und Schweiß.
Fieber mit Frostanfällen, regelmäßig um 11 Uhr vormittags und/oder um 23 Uhr; begleitet von Blutungen, besonders Darmblutungen; Frost dominiert; gefolgt von kaltem Schweiß und quälender Angst.
Fieber, nachdem er sich der Sonne ausgesetzt hat.
Kälte im Rücken, eiskalte Hände Cact.Kälte im Rücken und eiskalte Hände. Allgemeines Frösteln, so stark, dass er mit den Zähnen klappert; durch Zudecken nicht gebessert.
Brennende Hitze nachts nach Frost, mit Kopfweh, Kurzatmigkeit und Unfähigkeit, im Bett liegenzubleiben.
HautTrockene, schuppige Flechten, ohne Jucken, an der Außenseite der Ellbogen und an der Innenseite der Knöchel. Heftiges Jucken an Schienbeinen und Knöcheln. Jeden Abend sehr lästiges flohstichartiges Jucken an Brust und Unterleib, zum Reiben zwingend, beim Schlafengehen im Bett lässt es nach, am Tage nicht wahrnehmbar; ohne Ausschlag.

Cadmium sulphuratum

Essenzielle Merkmale
Diese Arznei ist hauptsächlich in Fällen angezeigt, die Symptome einer schweren Gastritis Cadm.Gastritis oder Gastroenteritis Cadm.Gastroenteritis aufweisen. Primär liegt eine Reizung der Magenschleimhaut vor, und die Reaktion besteht in heftigem Erbrechen, heftiges Cadm.Erbrechen. Das Erbrochene kann bräunlich und sogar Erbrechen, schwarzes Cadm.schwarz sein und wie Kaffeesatz aussehen. Das kommt daher, dass Blut langsam aus der Magenschleimhaut sickert und einige Zeit im Magen verweilt, bevor es ausgeworfen wird.
Die Intensität der Übelkeit Cadm.Übelkeit, die im ganzen Körper empfunden wird (in der Brust, im Bauch, im Mund usw.) und die an IPECACUANHA oder TABACUM denken lässt, und die Art des Erbrechens (hartnäckig, gewaltsam und häufig schwarz) legen den Verdacht nahe, dass ein schweres Magengeschwür mit langsamer Magenblutung oder auch, in chronischen Fällen, ein bösartiger Tumor besteht.
Patienten, die Cadmium sulphuratum benötigen, vermitteln sofort den Eindruck, dass sie an einer wirklich schweren Krankheit leiden – nicht in erster Linie wegen ihrer Schmerzen, sondern vor allem wegen der Art und Auswirkung des Erbrechens. Von der Erbrechen, gewaltsames, ermattet von der Anstrengung des E., will nur noch bewegungslos daliegen Cadm.Anstrengung des gewaltsamen Erbrechens sind sie völlig ermattet; sie wollen nur noch bewegungslos daliegen und jegliche Art von Störung vermeiden. Auf diese Weise versuchen sie den Fortgang des Erbrechens abzuwenden, aber trotzdem hält die Übelkeit, anhaltende Cadm.Übelkeit an und das heftige Erbrechen geht weiter. Die Übelkeit ist so groß, dass schon eine bloße Berührung der Lippen Brechreiz, bei bloßer Berührung der Lippen Cadm.Brechreiz erregt. Eine so massive Reaktion des Magens werden wir meist in Fällen von akuter Gastroenteritis, von Gelbfieber Cadm.Gelbfieber oder Cholera vorfinden, oder bei akuten Verschlimmerungen einer chronischen Gastritis, eines Duodenalgeschwürs oder eines Magenkarzinoms.
Die typische Vorgeschichte eines konstitutionellen Cadmium-Patienten könnte etwa so aussehen: Eine chronisch magenleidende Person sucht Ihre Praxis auf, und die Anamnese ergibt, dass chronische Augenbeschwerden diesem Leiden vorausgegangen sind, mit rezidivierenden Entzündungen der Augen. Praktisch ihr ganzes Leben lang hatten diese Patienten mit „laufenden Augen“ zu kämpfen, insbesondere bei jedem Wetterumschwung, bei jeder Erkältung. Sie litten an Konjunktivitis und Blepharitis, und danach blieb eine Bindehautverdickung zurück. Die Entzündungen entsprechen dem Bild, das man als „skrofulöse Augenentzündung“ (Keratoconjunctivitis phlyctaenularis) bezeichnet hat. Ein solcher Patient ist dann plötzlich von einem Tag auf den anderen von seinen Augenbeschwerden befreit, oder diese sind deutlich gebessert – doch im Verlauf weniger Monate versagt sein Magen, und seine Verdauungsbeschwerden setzen sich jahrelang fort und sind mit keiner Arznei in den Griff zu bekommen. Ein solcher Fall kann sich schließlich zur Bösartigkeit entwickeln.
Es ist diese Art von Anamnese – chronische Augenbeschwerden, die in eine Reizung der Magenschleimhaut übergehen –, die uns den Hinweis auf Cadmium liefert. Dass man durch einen Blick in die vollständige Krankheitsgeschichte des Patienten auf die Idee des angezeigten Mittels kommt, ist gar nicht selten. (Freilich müssen die Symptome übereinstimmen.) Für diesen Weg zur Arzneimittelwahl gibt es eine ganze Reihe von Beispielen:
  • So sollte man in einem Fall, wo ein hartnäckiger Hautausschlag schließlich scheinbar „geheilt“ ist, dann aber von einem Zwölffingerdarmgeschwür abgelöst wird, an GRAPHITES denken.

  • Wenn ein Hautausschlag verschwindet und dafür epileptische Krämpfe einsetzen, sind als erste Mittel ZINCUM und CAUSTICUM in Betracht zu ziehen.

  • Stellt sich nach Abklingen von Hautausschlägen ein choreatischer Zustand ein, so denke man an STAPHISAGRIA oder AGARICUS.

  • Wenn hingegen epileptische Konvulsionen nach Verletzungen auftreten, sollte man ARNICA in Erwägung ziehen – folgen aber auf Kopfverletzungen psychische Probleme, insbesondere Depressionen, so ist NATRIUM SULFURICUM in die Arzneiwahl einzubeziehen.

Man erkennt daraus, dass jede Arznei dazu neigt, ihren Krankheitsprozess vorzugsweise in ganz bestimmten Schritten zu entwickeln, die für sie spezifisch sind. Oft mag es sich um recht feine Unterschiede handeln – aber das feine Differenzieren lässt sich erlernen, wenn wir die Arzneimittellehre studieren. Allgemein ist es wichtig zu begreifen, dass jeder Organismus spezifische Anfälligkeiten auf seinen verschiedenen Ebenen hat – und dass unsere Aufgabe darin besteht, diese Anfälligkeiten mit der Symptomatologie der Arznei in ihrer Gesamtheit zur Übereinstimmung zu bringen.
Schwarzes Erbrechen, äußerste Erschöpfung, Frösteln
Kommen wir nun zurück auf Cadmium sulphuratum und gehen wir noch einmal näher auf das gewaltsame und hartnäckige, häufig schwarze schwarzes Erbrechen Cadm.Erbrechen ein – das wichtigste Leitsymptom dieser Arznei. Es ist oft begleitet von brennenden und schneidenden Schmerzen im Magen, Zusammenlaufen von viel Speichel im Mund und starker Übelkeit mit heftigem Würgen. In Verbindung mit der extremen Erschöpfung, extreme E. nach Erbrechen Cadm.Erschöpfung nach dem Erbrechen weisen diese Symptome (unterstützt durch weitere Prüfungssymptome) Cadmium sulphuratum als ein Mittel aus, das in Fällen von Gelbfieber Cadm.Gelbfieber oder Cholera angezeigt sein kann. Und tatsächlich ist es, wie Hering berichtet, erfolgreich bei einer mörderischen Gelbfieberepidemie eingesetzt worden. Das wichtigste Leitsymptom in solchen Fällen ist die schwarze Farbe des Erbrochenen. Ferner ist im Allgemeinen das erwähnte Bedürfnis vorhanden, stillzuliegen und jede Störung zu vermeiden, und schließlich fällt ein allgemeines Frösteln Cadm.Frösteln auf, ein Symptom, das in der Prüfung beobachtet wurde und in den beschriebenen Krankheitsbildern für gewöhnlich anzutreffen ist. Die Kälte steckt so tief in den Patienten, dass sie auch Kälte, tiefsitzende, kann auch in der Nähe eines Feuers nicht gelindert werden Cadm.in der Nähe eines Feuers (bzw. einer anderen äußeren Wärmequelle) nicht gelindert wird.
Clarke bezeichnet Cadmium sulphuratum als eine Art Kreuzung zwischen BRYONIA und ARSENICUM: es hat das Verlangen nach Stillliegen und die Abneigung gegen jede Bewegung von BRYONIA, zusammen mit der Erschöpfung und dem gereizten Magen von ARSENICUM. Doch meiner Erfahrung nach kann eine Verwechslung mit diesen beiden Mitteln ausgeschlossen werden, da es einige klare Unterscheidungskriterien gibt. So haben Cadmium-Menschen im Allgemeinen keinen großen Durst – höchstens auf kleine Mengen Flüssigkeit, die sofort wieder erbrochen werden. Es graut ihnen vor Einsamkeit; sie können es nicht ertragen, allein zu sein, und müssen immer jemanden bei sich haben. Andererseits mögen sie es auch nicht, wenn ein Fremder, der Arzt oder sonst jemand auf sie zukommt und sie irgendwie „belastet“: etwa indem er irgendetwas von ihnen will oder verlangt oder mit ihnen reden möchte. Sie sind zu müde und erschöpft für jede Art von Kommunikation. Man erhält von diesen Menschen einen deutlich anderen Eindruck als von einem ARSENICUM-Patienten: Cadmium-Patienten bleiben still liegen, wollen nicht gestört werden und haben wenig oder keine Todesangst, selbst wenn sie offensichtlich im Sterben liegen.
Bei Cadmium sulphuratum beherrscht die Idee der Malignität Cadm.Malignität das Krankheitsbild. Sie drängt sich förmlich auf: das schwarze Erbrechen, das Frösteln, die extreme Erschöpfung, das Grauen vor der Einsamkeit und zugleich der Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, um in Frieden sterben zu können, all dies deutet darauf hin, dass der Patient sich wirklich dem Tode nähert. Und diese Symptome fügen sich zu einem Bild zusammen, das einzigartig ist und klar und deutlich nach Cadmium sulphuratum verlangt.
Geist und Gemüt
Das psychische Bild dieser Arznei konzentriert sich in erster Linie auf die Vorstellung eines Menschen, dem jegliche Energie und Vitalität abhanden gekommen sind und der deshalb nicht die Kraft zur Kommunikation oder zum Austausch mit anderen hat; er ist unfähig zu allem, was ihn in irgendeiner Weise fordert. Dies erklärt auch den oben erwähnten Wesenszug, dass es dem Patienten unerträglich, wenn jemand etwas von ihm will oder verlangt Cadm.unerträglich ist, wenn jemand etwas von ihm will oder verlangt. Schon wenn jemand auf ihn zugeht und ihn um irgendetwas bittet, wie klein die erbetene Gefälligkeit auch sein mag, kann er das nicht aushalten. Und dennoch will der Cadmium-sulphuratum-Mensch zugleich, dass jemand bei ihm ist, er möchte nicht allein sein, besonders während des Fieberstadiums nicht – aber auf keinen Fall soll der „Gesellschafter“ ihn mit irgendetwas „belasten“. In diesen Zusammenhang müssen wir die Prüfungssymptome „Abscheu vor Arbeit“ und „Angst bei der Annäherung einer Person Cadm.Angst bei der Annäherung einer Person“ stellen, ebenso wie Kents Bemerkung: „Es besteht Abscheu vor Arbeit; Abneigung, sich in irgendeiner Weise zu betätigen, ob geistig oder körperlich.“
Auf derartige psychische Zustände wird man z. B. in fortgeschrittenen Stadien von Magenkrebs oder bei akuten Verschlimmerungen von Duodenalgeschwüren treffen, oder auch überhaupt bei schweren akuten Erkrankungen. Wenn ein solcher Patient durch irgendetwas gereizt oder verärgert wird, werden sämtliche Symptome schlimmer, und zwar in so hohem Grad, dass er lieber von vornherein jegliche äußere Störung zu vermeiden sucht, die ihm Ärger oder Verdruss einbringen könnte.
Freilich muss man hier die Tatsache berücksichtigen, dass Cadmium-sulphuratum-Patienten ohnehin äußerst reizbare oder wenigstens ziemlich leicht zu reizende Menschen sind. Diese Reizbarkeit wird natürlich wiederum auf ihre Magenschmerzen zurückwirken.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Die Wirkung dieser Arznei richtet sich in erster Linie auf die Magenschleimhaut, aber auch allgemeiner auf den ganzen Verdauungstrakt. Ferner sind oft die Augen, speziell deren Bindehäute, die Nasenschleimhaut und das Nervensystem betroffen. Zu letzterem stellt Kent fest, dass Cadmium sulphuratum Lähmungszustände wie CAUSTICUM hat; Lähmung eines Körperteils, oder halbseitige Lähmungen Cadm.Lähmung eines Körperteils, oder halbseitige Lähmungen. Wenn sich der Patient nach einem Schlaganfall wieder erholt, aber eine Schwäche eines Arms und eines Beins, nach Schlaganfall Cadm.Schwäche eines Arms und eines Beins zurückbleibt, wetteifert Cadmium mit PHOSPHORUS.

  • Petroz erwähnt zwei Fälle von halbseitiger Gesichtslähmung, halbseitige Cadm.Gesichtslähmung, mit Verziehung des Mundes und erschwertem Sprechen, nachdem die Betroffenen sich kaltem Wind ausgesetzt hatten. Beide Fälle konnten mit Cadmium sulphuratum geheilt werden.

  • Kribbelnde Empfindungen Cadm.Kribbelnde Empfindungen und Horripilationen Cadm.Horripilationen, Taubheit, Schmerz in gelähmten Körperteilen Cadm.Taubheit und Schmerz, Taubheit, in gelähmten Körperteilen Cadm.Schmerz in den gelähmten Körperteilen sind charakteristisch. Taubwerden besonderer Körperteile Cadm.Taubwerden besonderer Körperteile: Nase, Kopf, Oberschenkel usw.

  • Clarke betont in seinem „Dictionary“ vor allem die Nasensymptome; er schreibt: „Kein Mittel hat mir in Fällen von Ozäna Cadm.Ozäna und Polypen Cadm.Polypen bessere Dienste erwiesen.“

  • Und Margery Blackie empfiehlt Cadmium sulphuratum bei rheumatischen Schmerzen am oberen Ende der Wirbelsäule. Sie sagt: „Ich bin immer wieder überrascht, wie gut es wirkt, besonders wenn die Patienten auf eine ganz bestimmte Stelle zeigen und sagen, dass es ihnen genau da wehtut.“

  • Das Frösteln Cadm.Frösteln, das sich zur Eiseskälte, Frösteln steigert sich bis zur Cadm.Eiseskälte steigern kann und auch in Frösteln, Eiseskälte, auch am Feuer nicht besser Cadm.der Nähe des Feuers nicht besser wird, ist ein wichtiges Allgemeinsymptom.

  • Bei Unterdrückung von Schweiß nach Zugluftexposition hat sich die Arznei als nützlich erwiesen.

  • Beschwerden durch Ärger, Wutanfall; kalte kalte Winde, Beschwerden durch Cadm.Winde, Zugluft; in der Sonne, Beschwerden in der Cadm.Sonne; beim Treppensteigen.

  • Verschlimmerung in kalter Luft, Verschlimmerung in Cadm.kalter Luft; im Freien; beim Erheben; durch die geringste Bewegung, Verschlimmerung durch geringste Cadm.Bewegung; morgens, vormittags; beim Gehen; nach Kummer oder Ärger; durch Rauschmittel (Alkohol usw.). Magen- und Bauchschmerzen schlimmer durch Gehen und Tragen von Lasten.

  • Die Symptome zwingen zum Ruhen; allgemeine Besserung durch Essen.

  • Zwei weitere Leitsymptome:

  • Lächeln, im Schlaf Cadm.Lächeln und Stöhnen oder Seufzen im Schlaf.

  • Beängstigung vor dem Stuhlgang, Beängstigung vor dem Cadm.Stuhlgang.

Lokalsymptome
KopfSchwindel; Bett und Zimmer scheinen sich zu drehen.
Empfindungen von Zusammenschnüren, Stechen und Hämmern im Kopf; Pochen in den Schläfen. „Der gewöhnliche Kopfschmerz verlangt nicht so oft nach dieser Arznei; viel eher das Kopfweh, das bei schleichenden Fieberformen auftritt, mit starkem Blutandrang zum Kopf“ (Kent). Kopfschmerzen können einhergehen mit Unruhe, bei Kopfschmerzen Cadm.Unruhe, Angst, Eiseskälte des Körpers, bei Kopfschmerzen Cadm.Eiseskälte des Körpers, Nasenbluten, bei Kopfschmerzen Cadm.Nasenbluten, Zittern des Unterkiefers, Zusammenschnürung des Halses, Durst, Übelkeit und Erbrechen.
Gefühl von Klemmen an der Nasenwurzel; Drücken über den Augen.
AugenHornhauttrübungen, bei blenorrhoischen Augenleiden Cadm.Hornhauttrübungen, welche mit schleichenden, entzündlichen oder blennorrhoische Augenleiden, mit Hornhauttrübung Cadm.blennorrhoischen Augenleiden verbunden waren. Nach Blennorrhö bleibt eine Bindehautverdickung zurück. Hornhautflecken infolge von Verletzungen der Augen. Chronische Konjunktivitis mit Schleim- und Eiterabsonderung; bei jeder Erkältung und jedem Wetterumschwung entzünden sich die Augen von neuem.
Heiße, brennende Tränen. Das Lid kann geschwollen und gelähmt sein und herabhängen; Unfähigkeit, die Augen zu schließen, bei halbseitiger Gesichtslähmung. Erweiterung der einen Pupille, Verengung der anderen.
Kann Kleingedrucktes nicht lesen; Nachtblindheit.
NaseOzäna Cadm.Ozäna; seit langem bestehender Nasenkatarrh, der langsam das Nasenbein angreift und zerstört. Nasenpolyp Cadm.Nasenpolyp.
Die Nasenlöcher werden geschwürig. Spannen in der Nase. Die Nase ist verschwollen und verstopft. Unempfindlichkeit bzw. Taubheitsgefühl der Nase. Erysipelatöse Entzündung der Nase. Furunkel auf der Nase.
GesichtHohle Augen mit blauen Ringen darum; gräulicher Teint. Kribbelgefühl im Gesicht, wie eingeschlafen.
Halbseitige Gesichtslähmung, halbseitige Cadm.Gesichtslähmung, besonders mit Beteiligung des Augenlid, herabhängendes Cadm.Augenlids, das herabhängt; kann die Augen nicht schließen; mit verzogenem Mund, verzogener Cadm.Mund und erschwertem Sprechen und Schlucken; mit schmerzhaftem Ziehen im Gesicht. Dieser Zustand kann durch kalte Luft, besonders kalten Wind ausgelöst oder verschlimmert werden und betrifft häufiger die linke Seite.
MundDie Zunge kann Spuren des Erbrochenen aufweisen, schmutzigbraun oder schwarz.
Sordes an den Zähnen, blutende Zunge, Mund sehr trocken; wie bei Typhus, Typhoid und Gelbfieber. Die Zunge schwer beweglich Cadm.Zunge kann schwer beweglich sein, mit erschwertem Sprechen.
Störungen des Geschmackssinns. Pechgeschmack im Mund; Speisen schmecken salzig; besonders beim Schlucken wahrgenommen.
HalsZusammenschnürung des Schlundes: mit Muskellähmung, Schlucken sehr erschwert; mit Durst, Übelkeit und Erbrechen.
Atmung und BrustZusammenziehen oder Zusammenschnüren der Brust; bei Asthma. Herzklopfen, mit Zusammenschnürung der Brust Cadm.Herzklopfen, mit Zusammenschnürung der Brust. Aussetzen der Atmung beim Einschlafen; Luftmangel beim Erwachen. Brustsymptome schlimmer durch Zusammenkauern.
MagenMagenschleimhautreizung Cadm.Magenschleimhautreizung. Heftiges Würgen und Brechreiz, heftiges Cadm.Würgen und Brechreiz. Schwarzes Erbrechen, schwarzes Cadm.Erbrechen. Tödliche Übelkeit, tödliche, muss stilliegen Cadm.Übelkeit; muss stillliegen, um das schwarze Erbrechen abzuwenden, das schon vom Magen her zu riechen ist.
Der Patient verlangt nach kleinen Mengen kalten Wassers, die sofort wieder erbrochen werden. Statt hier all die Magensymptome von Cadmium sulphuratum aufzuzählen, zitiere ich einige eindrucksvolle Passagen aus Kents -Lectures:
  • „Jedesmal wenn er kaltes Wasser zu sich nimmt, nach dem er starkes Verlangen hat, bekommt er eine Gänsehaut, die Haare stehen zu Berge, ein Schaudern wie bei Capsicum …“

  • Der Magen versagt den Dienst; keine Verdauungstätigkeit mehr. Alles wird sauer; die leichtesten Speisen und Flüssigkeiten, die er geschluckt hat, kommen sauer wieder hoch; vermischt mit Blut und Galle; ranziges Aufstoßen; mit großer Erschöpfung. Die Übelkeit ist quälend. Sie wird vom Mund bis in den Bauch herab empfunden, wie bei Ipecacuanha, ANTIMONIUM TARTARICUM und ARSENICUM, ausgedehnte Übelkeit. Kalter Schweiß. Erbrechen gelbgrünen Schleims. Lippen, Berührung der L. erzeugt Brechreiz Cadm.Berührung der Lippen erzeugt Brechreiz. Bei den hier aufgezählten Symptomen würde ein erfahrener Praktiker an Gastritis denken – Erbrechen der leichtesten Speisen und Getränke. Magenschleimhautreizung nach langwierigen und erschöpfenden Krankheiten, nach zerebrospinaler Meningitis, Typhus, Gelbfieber. Der Magen kapituliert; nichts wird verdaut, alles wird erbrochen …“

  • „Viele dieser Patienten sterben, weil sie nichts mehr essen können, aber diese Arznei wird sie retten. In einem Krebsfall mit brennenden Schmerzen, Erschöpfung und Erbrechen wird Cadmium sulphuratum diese Symptome auf Wochen hinaus lindern … Es ist ein großartiges Mittel bei akuten Schleimhautreizungen in Fällen von Magenkarzinom, ein großes Palliativum; Kaffeesatzerbrechen.“

  • „Brennende und schneidende Schmerzen im Magen. Magensymptome, wie sie in der Schwangerschaft oder bei alten Säufern auftreten. Brennen im Magen, die Speiseröhre hinauf; Flüssigkeit steigt in Hals und Mund und brennt auf dem ganzen Weg; saure, scharfe Flüssigkeit. Kältegefühl im Magen.“

Petroz berichtet, dass die Magensymptome bei Schwangeren, bei Trinkern, nach Magenkrämpfen, nach Biertrinken und am Vormittag schlimmer sind.
AbdomenStechen im linken Hypochondrium. Pulsieren, Druck und Schmerz in den Seiten. Schneiden in den Eingeweiden und Nieren. Kälte, Magen, Bauch, in Cadm.Kälte in Magen und Bauch.
Der Bauch ist berührungsempfindlich, wundschmerzhaft, tympanitisch aufgetrieben; die Lebergegend ist empfindlich und tut weh. Schmerzen im Magen und den Hypochondrien schlimmer im Gehen oder beim Tragen von Lasten.
Entzündliche Erkrankungen von Leber, Milz, Magen und anderen Bauchorganen. Bei einem Fall von Leberkrebs im Endstadium war Kadmiumsulfat (neben CHOLESTERINUM, LECITHINUM und SULFUR) von günstiger Wirkung (vgl. Klassische Homöopathie, 1959/6).
Rektum und StuhlStuhl beinahe gallertartig, gelblichgrün, von halbflüssiger Konsistenz. Halbflüssige Stühle, mit Anurie. Schwarze, übelriechende Blutklumpen werden durch den Darm ausgeschieden. Die Stühle sind schwarz, blutig und übelriechend. Cholera infantum.
HarnorganeDer Harn ist mit Eiter und Blut vermischt. Die Harnröhre fühlt sich wund und wie roh an.
SchlafDie Atmung setzt beim Einschlafen aus; erwacht mit Erstickungsgefühl. Fürchtet sich vor dem Einschlafen. Schläfrigkeit vormittags und im Sitzen, mit Schlaftrunkenheit; beim Einschlafen Alpträume, Sehnenhüpfen, Rucke in den Gliedern.
Im Schlaf: Stöhnen oder Seufzen, Lächeln, die Augen stehen offen, Kopf liegt flach, mit den Händen darunter; unterbrochene Atmung; die Füße von Zuckungen bewegt; Durst, Hitze, Jucken; beim Erwachen Luftmangel. „Kann kaum schlafen; schläft, wenn überhaupt, mit offenen Augen“ (Hering).
Fieber, Frost, SchweißGelbfieber Cadm.Gelbfieber. Bei Fieber, wenn Schweiß nach Zugluftexposition unterdrückt wird. Eiseskälte Cadm.Eiseskälte am Körper. „Rückfälle bei fiebrigen Erkrankungen, mit Erbrechen, Durchfall und großer Entkräftung. Manchmal erholt sich ein Gelbfieberkranker zeitweilig recht gut, bis Zugluft eine leichte Erkältung auslöst – und schon treten plötzliche Erschöpfung, schwarzes Erbrechen, schließlich der Tod ein. In derartigen Zuständen konkurriert Cadmium sulphuratum mit Carbo vegetabilis, welches bisher das Hauptmittel in den Händen guter Verordner zu sein pflegte“ (Kent).
HautViel Hautjucken: nachts im Bett; bei Berührung; bei Frost; besser durch Kratzen, das ein Lustgefühl erzeugt. Bläuliche, gelbliche oder fahle Färbung der Haut; schuppige, rissige, nässende, eiternde Flechten.
Chloasma; gelbliche Flecken auf Wangen und Nase, schlimmer durch Sonne und Wind.
Kribbeln auf der Haut und auch zwischen den tieferen Geweben; wie von Ameisen. Hyperästhesie oder Anästhesie; Taubheit einzelner Teile. Frostbeulen.

Cainca

Essenzielle Merkmale
Cainca ist eine Arznei mit ausgeprägten Harnwegssymptomen, die vor allem in Fällen chronischer Nierenbeschwerden angezeigt sein wird. Diese manifestieren sich so: Nierenschmerzen morgens beim Erwachen, die den Patienten am Bewegen hindern, Hydrops, mit trockener Haut Cainc.Hydrops mit trockener Haut, Albuminurie Cainc.Albuminurie und Atemnot, nachts im Liegen Cainc.Atemnot nachts im Liegen.
Aufgrund seiner Bauchsymptome kann ein Cainca-Fall klinisch ähnlich wie ein LYCOPODIUM- oder PODOPHYLLUM-Fall aussehen: Übelkeit und beständiger Brechreiz, Gluckern und Kollern im Bauch Cainc.Gluckern und Kollern im Bauch mit Leibschneiden und Kneifen, durchfällige Stühle, durchfällige Cainc.Stühle mit Luftbläschen untermischt. Die Besonderheit von Cainca besteht darin, dass solche Zustände von reichlicher Harnsekretion, reichliche Cainc.Harnsekretion und beständigem Harndrang, beständiger Cainc.Harndrang begleitet werden. Es besteht Auftreibung und Berührungsempfindlichkeit des Abdomens, besonders unter dem Nabel. Reichliches Erbrechen von Speichel, Galle, Chymus und Darminhalt (kotigen Massen).
Ein eigentümliches Symptom ist ein Druckgefühl, Augenhöhlen, in den Knochen der A., mit Brechneigung, Schmerzen im Unterleib Cainc.Druckgefühl in den Knochen der Augenhöhlen, das zusammen mit Brechneigung und Schmerzen im Unterleib auftritt.
Eine äußerst deutliche Verschlimmerung, früher Abend Cainc.Verschlimmerung der Symptome ist am frühen Abend bzw. Verschlimmerung, Spätnachmittag Cainc.Spätnachmittag zu verzeichnen, etwa zwischen 16 und 18 Uhr. Der Patient kann sehr reizbar, jähzornig und heftig werden. Er ist zornig ohne rechten Grund, allein aus Müdigkeit, und Unruhe, nachts Cainc.nachts ist er unruhig und kann nicht schlafen. Bereits geringe Anstrengung erschöpft ihn, und er hat keine Lust zu geistiger Arbeit. Kopfschmerzen hindern ihn an jeder Anstrengung des Verstandes, und wenn er dennoch geistig arbeitet, wird der Schmerz immer schlimmer. Der Patient wird desinteressiert und vergesslich.
In Buchners Prüfung rief Cainca auch folgendes Symptom hervor: „In allen Handlungen herrscht eine gewisse Hastigkeit.“
Ängstlichkeitsgefühl und Unbehaglichkeit im Bauch.
Hering erwähnt zudem „Weinen beim Husten Cainc.Weinen beim Husten“ als klinisch bestätigtes Symptom.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Cainca ist bisher nicht viel benutzt worden, wurde aber mit Erfolg in Fällen von Wassersucht gegeben, besonders wenn die Haut, trockene, bei Wassersucht Cainc.Haut dabei trocken war.

  • Es kann angezeigt sein bei Pollakisurie Cainc.Pollakisurie, besonders auf Reisen (etwa mit dem Auto), worauf Herings Beschreibung hinweist: „Bei einer Kutsch- bzw. Bahnfahrt (‚in the cars‘; d. Ü.) von 18 Meilen mußte er 18mal Wasser lassen.“

  • Cainca hat auch die Müdigkeit, anstrengendem, holprigem Reisen, von Cainc.Müdigkeit von anstrengendem, holprigem Reisen beseitigt, z. B. vom Reiten.

  • Schmerzhaftigkeit des Bauchs, Berührung, bei Cainc. Schmerzhaftigkeit des Bauchs bei Berührung.

  • Allgemeine Schwäche, besonders nach Tisch so schwach, dass er sich niederlegen möchte.

  • Bewegung und Essen verschlimmern, Ruhe hingegen bessert.

  • Allgemein besteht eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen Cainca und APOCYNUM CANNABINUM.

Lokalsymptome
KopfSchwindel: beim Treppensteigen; mit Übelkeit und Brechreiz.
Starke Kopfschmerzen, besonders im Hinterkopf, die Lesen und jede geistige Tätigkeit unmöglich machen. Wenn er trotzdem weiter liest oder lernt, werden die Kopfschmerzen immer schlimmer.
Schwere und Druck in Hinterhaupt und Schläfen; Benommenheit und Vollheit des Kopfes und Drücken in der Frontalgegend. Stechen und Reißen in der Stirn und den Schläfen.
Augen und OhrenAugenentzündungen, mit Fließschnupfen Cainc.Augenentzündungen mit Fließschnupfen. Brennen in den Augen. Vermehrte Empfindlichkeit im Auge.
Ödem, Augenlider Cainc.Ödem der Oberlider, besonders des linken, mit Augenschmerzen und Beeinträchtigung des Sehvermögens. Der Schmerz kann sich manifestieren als Druck in der Mitte der Augäpfel, von oben nach unten und dann wieder nach oben, mit Gefühl, als ob die Pupille nach oben gedreht wäre Cainc.Gefühl, als ob die Pupille nach oben gedreht wäre; auch brennende und drückend-stechende Schmerzen. Dazu kommt das oben angeführte Leitsymptom, das in Buchners Prüfung vollständig so lautet: „Druck in den Knochen der Augenhöhlen, gleich darauf Herabdrücken von der oberen Hälfte des rechten Augenhöhlenrandes; ziehendes Drücken nach dem Verlaufe des Supraorbitalis unter Brechneigung und Quälungen im Unterleib; später links dieselbe Affektion.“ Unerträgliches Zischen in den Ohren. Sausen und Sumsen im Ohr, wie von einem Insektenschwarm.
NaseHeftiger Katarrh von dünnem Schleim, der die Nase wundmacht, besonders tagsüber.
MundReizung der Mundschleimhaut bis in den Kehlkopf; vermehrte Speichelabsonderung. Speichel viel und dick. Zunge weiß-schleimig belegt. Nach Tisch pappiger Schleim an den Zähnen. Übler Mundgeruch beim Erwachen.
HalsRauheit, Brennen, Kratzen, „Scharrigkeit“ und Trockenheit im Hals, was zu Heiserkeit führt und Räuspern oder Husten provoziert. Lästige Trockenheit im Hals.
Kratzen im Zäpfchen, mit Drücken des Magens bis zum Schlund hinauf, durch Aufstoßen nicht erleichtert; dabei leichter Brechreiz, später Kollern im Bauch wie vor Durchfall. Halsentzündung mit faulig riechendem Speichelfluss. Schluckbeschwerden, vom oberen Teil des Schlundes ausgehend.
Kältegefühl, Speiseröhre, die S. hinab Cainc.Kältegefühl die Speiseröhre hinab. Geschwüre im Hals, bis hinauf zur Eustachischen Röhre.
Atemwege, BrustStimme heiser und hohl, mit trockener brennender Hitze im Schlund; Heiserkeit mit ständigem Brechreiz und Kolikschmerzen, besser durch durchfälligen Stuhl.
Hustenreiz; Kitzelhusten weckt ihn um 3 Uhr morgens, zäher, grünlich-grauer Auswurf; Anfälle rauen Hustens von 19 Uhr bis 1 Uhr morgens, mit Schleimrasseln und Kurzatmigkeit und mit Ansammlung von Winden im Bauch. Husten mit Weinen.
Brustbeklemmung mit Atembeengung beim Treppensteigen. Am Rumpf eigentümliche Schmerzen, stechend und schlagend; Stechen in der Brust. Spannung in den Präkordien. Puls, beschleunigter Cainc.Beschleunigter Puls.
MagenGeschmackloses Aufstoßen, trockener Hals und Appetitlosigkeit. Magenverstimmung, mit Durchfall Cainc.Magenverstimmung mit Durchfall, versucht sich ständig zu übergeben, mit Borborygmen, gefolgt von mehreren flüssigen Stühlen.
Brechreiz, mit Schauder Cainc.Brechreiz, mit Schauder. Reichliches Erbrechen von Schleim, Galle, Chymus und Darminhalt. Kältegefühl in Magen und Oberbauch. Durstig.
AbdomenUnbehaglichkeit und Völle des Bauches, mit Gefühl von Aufgetriebenheit und mit Schmerzhaftigkeit bei Berührung, besonders unter dem Nabel; später viel Windabgang. Unbehaglichkeit und Völle nicht erleichtert nach Aufstoßen.
Viel Gluckern und Kollern im Bauch, mit herumziehenden Schmerzen, schneidend und kneifend, und Stuhldrang. Stuhl, durchfälliger, mit vielen kleinen Luftbläschen untermischt Cainc.Durchfälliger Stuhl mit vielen kleinen Luftbläschen untermischt.
Leibschneiden nach dem Essen; vor dem Stuhl jedes Mal Bauchgrimmen. Ängstlichkeitsgefühl mit vermehrter Wärme im Unterleib. Nach dem Abendessen merkliches Pulsieren der Aorta abdominalis in der Ruhe.
Schmerz in der Lebergegend; Prüfer legte sich zu Bett, weil er eine Hepatitis befürchtete. Stechen in der und durch die Milzgegend. Aszites.
Rektum und StuhlÖfterer Drang zum Stuhl, wobei bloß Winde abgehen. Stuhldrang mit Druck im Mastdarm. Brennen oder Kratzen am After, Kitzeln im Mastdarm.
Stuhl, reichlicher Cainc.Reichlicher, weicher, häufiger Stuhl. Stuhl halbflüssig und gelblich, zuvor jedes Mal Bauchgrimmen.
HarnorganeStändiger Harndrang, ständiger, mit häufiger Blasenentleerung Cainc.Harndrang mit häufiger Blasenentleerung, und zugleich kann die Harnmenge, vermehrte Cainc.Harnmenge vermehrt sein. Eine sechs Monate andauernde Polyurie verschwand unter der Wirkung von Cainca. Pollakisurie beim Reisen.
Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen, bei Männern besonders im Eichelteil der Urethra; Urin kann schmutzigbraun oder scharf-salzig sein, mit starkem animalischem Geruch.
Schmerz in der Nierengegend am Morgen; Patient kann nicht die Lage wechseln.
Männliche GenitalienAbends anhaltendes Ziehen in Hoden und Samenstrang, mit Schlaffheit und Vergrößerungsgefühl des Hodensacks und mit Schmerzen. Beim Lassen eines stechend riechenden Harns wächst der Schmerz noch.
Rücken und ExtremitätenSchmerzen im Kreuz, die in den Nieren zu sitzen scheinen, besser im Liegen mit nach hinten gebogenem Rücken. Allgemeines Ermüdungsgefühl, allgemeines, im Rücken Cainc.Ermüdungsgefühl im Rücken.
Zerschlagenheitsschmerz des linken Oberarms. Stechender Schmerz in der linken Hand.
Große Abgeschlagenheit der unteren Extremitäten, Ziehen in den Wadenmuskeln und im Kniegelenk, sowie Schmerz ähnlich dem bei Rheumatismus in den Schulter- und Rückenmuskeln der rechten Seite. Schwere der Beine; Dehnen und Strecken der unteren Extremitäten. Abgeschlagenheit der Kniegelenke, mit dem Gefühl, als sollte der Knochen über die Kniescheibe schnappen. Reißen in den Füßen.
SchlafGähnen Cainc.Gähnen; mit Dehnen und Strecken der Glieder und krampfigem Gefühl der unteren Extremitäten. Schläfrigkeit; Somnolenz; Neigung zum Schlaf.
Schlaf, unruhiger Cainc.Unruhiger Schlaf; gestört durch öfteres Erwachen und schwere Träume, z. B. vom Fallen; erwacht mit Schreien und Auffahren infolge eines schweren Traums; erwacht durch Husten. Wollüstige Träume, mit Erektionen und Unruhe, erwacht schließlich gegen Morgen von einer Pollution. Schlaflosigkeit die ganze Nacht.
Fieber, Frost, SchweißLeichter Schauder, Schütteln, dann Schwere des Kopfes, mit Hitze des Gesichts, darauf Sausen und Klingen vor den Ohren.
Trockene Hitze, kein Schweiß, schlimmer gegen Abend, ohne Durst; Buchners Prüfung ergab aber auch: „Schwitzt abends bei geringer Bewegung und niedriger Temperatur am ganzen Körper.“

Cajuputum

Essenzielle Merkmale
Cajuputum ist in erster Linie ein Hysterie Cajup.hysterisches Mittel, mit Ängsten und fixen Ideen, fixe Cajup.Ideen.
  • Ein Leitsymptom der Arznei ist ein Gefühl von Vergrößerung Cajup.Gefühl von Vergrößerung. Es kann am ganzen Körper empfunden werden, oder einzelne vergrößert, einzelne Körperteile fühlen sich v. an Cajup.Körperteile fühlen sich vergrößert an, besonders der Kopf. Beim Abwärtsschauen wirkt die Nase vergrößert und scheint ungewöhnlich weit vorzuspringen. Die geschwollen, Zunge, fühlt sich g. an Cajup.Zunge kann sich so geschwollen anfühlen, dass sie den ganzen Mund auszufüllen scheint.

  • Ein zweites Leitsymptom ist das hartnäckige hysterische Gefühl, hysterisches, einen Erstickungsanfall zu bekommen Cajup.Gefühl, einen Erstickungsanfall zu bekommen und daran zu sterben, was zu einem Panikzustand führt. Es ist eine Mischung aus hysterischer Atemnot und hysterischem Würgegefühl. In den Prüfungen zeigte sich ein krampfhaftes Zusammenschnüren, krampfhaftes Z. der Speiseröhre Cajup.Zusammenschnüren der Speiseröhre, das schlimmer wird, wenn man versucht, feste Speisen zu schlucken. Diese Würge- und Erstickungsgefühle, im Verein mit der beschriebenen exzessiven Schwellungsempfindung der Zunge, lassen den Patienten glauben, er werde bald überhaupt keine Luft mehr bekommen. Dieser Cajuputum-Zustand konnte durch Heilungen von, wie Hering es nennt, „nervöser Dyspnoe“ bestätigt werden. Der Patient hat, wo er geht und steht, eine Wasserflasche bei sich, aus der er hin und wieder einen Schluck trinkt. Er ist jedoch nicht durstig, sondern das Trinken dient ihm als eine Art Vergewisserung, dass er noch fähig ist, zu schlucken und zu atmen. Wenn er die Wasserflasche nicht bei sich hat, im Auto oder sonstwo, fühlt er sich äußerst unsicher. Das hysterische Erstickungsgefühl kann solche Ausmaße annehmen, dass Cajuputum-Menschen, wenn sie mit ihrem Wagen in einem Stau stecken, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen glauben und schnell in Panik geraten. Vor lauter Angst, nicht rechtzeitig aus dem Stau herauszukommen, reagieren sie völlig irrational und verrückt: sie steigen z. B. einfach aus und lassen das Auto mitten auf der Straße stehen. In einem solchen Panikzustand kann zudem ein Gefühl von Desorientierung auftreten: als ob sie unfähig wären, sich zu sammeln oder „einzukriegen“, als ob sie über die ganze Gegend verstreut wären (BAPTISIA).

Bei dem typischen konstitutionellen Cajuputum-Patienten ist eine eigentümliche Überreizung des Gehirns zu beobachten, die sich in einer abnormen Intelligenz äußert. Man bekommt den Eindruck, diese Leute könnten schon unsere Gedanken lesen, bevor wir noch irgendetwas gesagt haben. Das Prüfungssymptom „Kann an tausend Dinge in einer Minute denken“ ist ein Ausdruck dieser Disposition. Cajuputum-Patienten können einem erzählen, dass in ihrem Kopf ein Gedanke den anderen jagt, dass eine Unmenge an Ideen in ihren Geist drängt, dass ihr Verstand extrem klar ist – und man fragt sich, wie es möglich ist, dass ein so intelligenter Mensch mit einem so schnell arbeitenden Verstand diese Ängste und fixen Ideen nicht unter Kontrolle bringen kann, warum er so leicht in Panik gerät. Es gibt bei Cajuputum aber auch den entgegengesetzten Zustand: ein Gefühl von Betäubung und Stumpfheit, das manchmal mit Trunkenheit verglichen wird. In diesem Zustand sind die Denkprozesse verlangsamt, und die Patienten sind völlig unfähig, sich mit irgendeiner Arbeit oder Denkaufgabe zu befassen.
Weitere hysterische Phänomene: beständige Neigung zu spucken, räuspert sich pausenlos, um Schleim aus dem Hals heraufzubringen; nervöses oder hysterisches Erbrechen; Rektum scheint gelähmt; nervöse Auftreibung des Darms; die Arme fühlen sich schwer und nutzlos an, als wären sie am Körper festgebunden, besonders der linke, der ihm tatsächlich wie ausgekugelt vorkommt; allgemeines Taubheitsgefühl, besonders im Gesicht.
Bei Cajuputum-Patienten gibt es so etwas wie eine versteckte Arroganz; sie gehen nicht leicht Verbindungen mit anderen Menschen ein, die sie als „nicht standesgemäß“ betrachten. Die Prüfungen geben folgende Symptome: „Will in einer langsamen und sehr gravitätischen, würdigen Art gehen, gehe lieber allein“, und: „Ich will nicht, dass mich jemand anspricht; nichtsdestoweniger bin ich gern an Orten, wo ich andere Leute sehen und sie reden hören kann.“
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Hale berichtet, dass Cajuputum nervösen Schwindel, Kopfweh, nervöses Erbrechen, Dysphagie, krampfhafte Striktur der Speiseröhre, Schluckauf, Blähungskolik, unterdrückte Menses, Epilepsie, Hysterie, Lähmungen (wahrscheinlich hysterisch bedingt, wie Hale sagt) und andere nervös bedingte Leiden geheilt.

  • Die Arznei kann beinahe als Spezifikum für Schluckauf Cajup.Schluckauf gelten, der durch den geringsten Anlass ausgelöst wird – hysterischer Schluckauf.

  • Außer den bereits erwähnten Leitsymptomen, dem Vergrößerungsgefühl Cajup.Vergrößerungs- und dem Erstickungsgefühl Cajup.Erstickungsgefühl, gibt es noch ein drittes Keynote: eine plötzliche Rötung, plötzliche R. von knorpeligem Gewebe Cajup.Rötung von knorpeligem Gewebe, etwa der Ohrläppchen oder der Nasenflügel.

  • Cajuputum ruft starkes Schwitzen hervor.

  • Es können Gefühle von Benommenheit und Verwirrung auftreten: fühlt sich am ganzen Körper wie vergiftet; als ob er zu viel Bier getrunken hätte; als ob er sich nicht sammeln oder „zusammenhalten“ könnte. Derartige Zustände bessern sich an der frischen Luft.

  • Viele Symptome sind nachts und am frühen Morgen schlimmer (besonders gegen 5 Uhr morgens).

  • Symptome kommen und gehen plötzlich; verschwinden plötzlich beim Essen, Symptome verschwinden plötzlich beim Essen Cajup.Essen.

Lokalsymptome
KopfDer Kopf fühlt sich an wie vergrößert, voll, dumpf und schwer. Fühlt sich wie betrunken, kann kaum geradeaus gehen, glaubt über die eigenen Füße zu stolpern. Nervöser Schwindel, nervöser Cajup.Schwindel.
Stirnkopfschmerz, besonders in den Augen, schlimmer beim Vorbeugen. Starke Kopfschmerzen um 5 Uhr morgens, mit neuralgischen Schmerzen im Jochbein und steifem, trockenem Gefühl in den Kiefern; mit Gesichtsschmerz, der nach dem Frühstück plötzlich verschwindet.
Augen und OhrenDie Augen sind schwer, aber ohne Schläfrigkeit; die Oberlider fühlen sich so schwer und dick an wie Schuhleder. Die Ohrläppchen werden rot.
NasePlötzliche Röte der Nasenflügel, plötzliche Rötung der Cajup.Nasenflügel am Tage, die ebenso schnell wieder vergeht. Beim Abwärtsschauen wirkt die Nase vergrößert und scheint ungewöhnlich weit vorzuspringen.
GesichtDas Gesicht fühlt sich ganz aufgedunsen an; fühlt sich rau an. Kneifen ins Gesicht bringt keine Schmerzempfindung hervor. Extremer Gesichtsschmerz, verbunden mit starkem Kopfweh, um 5 Uhr morgens.
MundGefühl, als füllte die Zunge den ganzen Mund aus Cajup.Gefühl, als füllte die Zunge den ganzen Mund aus, was zum Lispeln nötigt. Zunge feucht, fühlt sich wie verbrüht an, sieht weiß und rau aus. Starker Speichelfluss, starker Cajup.Speichelfluss; mit Verlangen zu spucken. Die Sprache wird undeutlich („dick“) und langsam.
HalsKrampfhaftes Zusammenschnüren der Speiseröhre, krampfhaftes Zusammenschnüren der Cajup.Speiseröhre, schlimmer beim Versuch, feste Speisen zu schlucken. Der Patient hat ständig das Gefühl, zu ersticken oder zu würgen.
Stete Neigung zu spucken und große Mengen zähen, weißen Schleims auszuräuspern; spürt, wie sich der Schleim durch die Nasenöffnungen zieht.
Beißender Geschmack und Brennen im Rachen und in der Speiseröhre; als ob Lauge darin wäre.
AtmungNervöse Atemnot, nervöse Cajup.Atemnot; Heiserkeit.
Andauerndes leichtes Wärmegefühl, die ganze Luftröhre herab bis in die Lungen.
Beim Husten muss er sich fast übergeben.
Scharfe Schmerzen durch den oberen Teil einer oder beider Lungen; sie scheinen glatt durch die Lungen zu gehen, von vorne nach hinten.
MagenSchluckauf Cajup.Schluckauf beim geringsten Anlass, vom Reden, Lachen, Essen, von jeder Bewegung. Brennen im Hals bis in den Magen hinab; Übelkeit. Nervöses Erbrechen, nervöses Cajup.Erbrechen; Erbrechen bei hysterischen Personen.
AbdomenTympanitisch aufgetriebener Bauch; bei Typhus abdominalis. Blähungskolik Cajup.Blähungskolik; besonders wenn eine Entzündung der Haut und/oder der Extremitäten unterdrückt wurde und nach innen geschlagen ist.
Rektum und StuhlDer Mastdarm scheint völlig gelähmt. Nervöse Auftreibung des Darms. Wässriger, gelblicher Durchfall; Durchfall, schlimmer nachts Cajup.schlimmer nachts. Choleraartiger Durchfall durch plötzliche Unterdrückung von Schweiß.
Harnorgane und GenitalienVerminderte Urinmenge; milchiger Urin; riecht wie Katzenharn. Erektionen mit starkem sexuellem Verlangen. Langanhaltende Erektionen ohne das geringste Verlangen; der Penis schrumpft und wird schrumpelig. Ausbleibende oder schwächere und schmerzhafte Menses, wenn dies auf eine Erkältung oder auf unterdrücktes Schwitzen zurückgeht.
Äußerer Hals, Rücken, ExtremitätenAlle Halsmuskeln sind sehr druckempfindlich. Rheumatische Symptome in allen Gliedern. Gelenke fühlen sich vergrößert an, mit einigem Schmerz; die gleiche Art von Schmerz in beiden Schultern. Die Arme fühlen sich schwer und nutzlos an, als wären sie am Körper festgebunden; Taubheitsgefühl, besonders im linken Arm; linker Arm fühlt sich an wie ausgekugelt. Schwäche und Schmerz in beiden Knien, kann kaum gehen. Stechende Schmerzen durch beide Knie beim Aufrichten im Bett.
SchlafVerlangen, mit unter dem Kopf verschränkten Armen zu schlafen.
HautHeftiges Jucken; schlimmer durch Kratzen; masernartiger Ausschlag.

Caladium seguinum

Essenzielle Merkmale
Caladium ist uns als eine Arznei überliefert worden, die vor allem bei Störungen der Sexualsphäre heilend wirkt, insbesondere bei Impotenz Calad.Impotenz und den daraus sich ergebenden Problemen. Kent beschreibt es drastisch: „Die Arznei ist angezeigt bei alten Wüstlingen, die den Geschlechtsakt nicht mehr vollziehen können. Er empfindet das quälendste Verlangen nach dem anderen Geschlecht, aber ohne zum Koitus fähig zu sein. Lüsterne Gedanken. Solche Männer stehen an der Straßenecke und weiden sich an den Körpern der vorbeigehenden Mädchen, und ihr Sperma tröpfelt in die Hose; dies ist ein Zustand, der auch bei Picricum acidum und Selenium zu finden ist.“ Meine eigene Erfahrung sagt mir jedoch: Wenn man auf einen Patienten wartet, der im Interview erzählt, dass ihm beim Anblick einer Frau das Sperma tropfenweise abgeht, dann wird man höchstwahrscheinlich niemals dazu kommen, Caladium zu verschreiben. Dennoch hat Kent recht, denn seine Beschreibung trifft ein bestimmtes Stadium des Arzneityps, die Idee von Caladium in einem fortgeschrittenen Zustand sexueller Degeneration. Sie deckt aber auf keinen Fall all die Stadien ab, die diesem Zustand vorausgehen, und wir können keineswegs erwarten, die von Kent beschriebene Verfassung in allen Caladium-Fällen vorzufinden. Diesen Fehler habe ich zu Beginn meiner Praxis selbst gemacht, und dadurch habe ich viele Jahre lang und in einer großen Zahl von Fällen das Mittel nicht erkannt.
Falsches Arzneimittelverständnis
Ein weiteres Missverständnis in Bezug auf Caladium ist der große Wert, der von verschiedenen Autoren einer bestimmten Ätiologie beigemessen wird: dass die Symptomatologie dieser Arznei auf sexuellen Exzessen, Symptome nach Calad.sexuelle Exzesse oder Masturbation zurückzuführen sei. Dies mag teilweise stimmen, ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Erschöpfungszustand, der ein hervorstechendes Merkmal von Caladium ist, kann durchaus auch andere auslösende Ursachen haben: z. B. eine Unterdrückung des sexuellen Begehrens, also gerade das Gegenteil von übermäßiger sexueller Betätigung, oder auch Überarbeitung, sei es in körperlicher oder geistiger Hinsicht, oder Unterdrückung von Ausschläge, unterdrückte Calad.Ausschlägen oder exzessiven Tabakgenuss, exzessiver Calad.Tabakgenuss.
Auch das Verhältnis von Caladium und Tabakkonsum wird immer wieder falsch verstanden und dargestellt. So behauptet etwa Kent, ähnlich wie andere Autoren der Arzneimittellehre, dass Caladium das Tabakverlangen beseitigen oder zumindest reduzieren könne. Dies stimmt so nicht, bzw. wenn Caladium tatsächlich einmal diese Wirkung hat, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Unterdrückung. Richtig ist vielmehr, dass das Rauchen von Zigaretten oder Zigarren in Caladium-Fällen ganz besonders negative, katastrophale Folgen für den Organismus nach sich zieht. Der Organismus eines Caladium-Menschen weist eine besondere Empfindlichkeit gegen das Tabakrauchen, Empfindlichkeit gegen Calad.Tabakrauchen auf, und sein Zustand Takakrauchen, verschlimmert Calad.verschlimmert sich dadurch beträchtlich. Tabakkonsum induziert beständige Reaktionen des Organismus, Husten, Herzklopfen, Verschlimmerung von Symptomen im Schlaf usw. – eine Art leichter Nikotinvergiftung. Wenn die betreffende Person dann die Warnzeichen des Organismus missachtet und weiterraucht, wird dies sehr wahrscheinlich zu bleibenden Schädigungen führen, sowohl an den Lungen als auch in anderen Bereichen. Gedächtnis, Herz und Kreislauf werden bevorzugt in Mitleidenschaft gezogen. Bei ehemals starken Rauchern kann noch jahrelang ein brennendes Gefühl, Lungen Calad.brennendes Gefühl in den Lungen zurückbleiben, so als ob die Lungen praktisch ungeschützt der eingeatmeten Luft ausgesetzt wären, sie fühlen sich wie rohes Fleisch an. Caladium wird in Fällen helfen, wo Raucher sich durch ihre Sucht die Gesundheit ruiniert haben: Lungen, Blutgefäße, Gedächtnis, Sexualfunktion, Potenz. Tatsächlich reagieren Patienten, die nach Verabreichung von Caladium wieder anfangen zu rauchen, auf den Tabak nicht mehr so stark wie vorher. Diese Arznei sollte also in Fällen verschrieben werden, in denen Rauchen Verschlimmerungen hervorruft, nicht aber „für“ exzessives Verlangen nach Tabak.
Ein weiteres Missverständnis besteht in der Vorstellung, Menschen, die Caladium benötigen, seien immer ganz verrückt nach Sex, verrückt nach Calad.Sex. Das trifft lediglich auf das von Kent beschriebene Stadium zu, also einen Zustand weit fortgeschrittenen gesundheitlichen Verfalls auf allen drei Ebenen: geistig, emotional, körperlich. In den vorausgehenden Stadien beobachten wir hingegen häufig Gleichgültigkeit gegen Sex Calad.Gleichgültigkeit gegen Sex oder ein relativ seltenes sexuelles Begehren – ist es aber vorhanden, dann kann es sehr stark sein. In den ersten Stadien der Caladium-Pathologie wiederum finden wir, besonders bei jungen Menschen, oft eine allgemein starke Erregbarkeit vor, die sich speziell auf sexuellem Gebiet manifestiert.
Entwicklung der Caladium-Pathologie
Caladium passt auf Menschen, deren Organismus eine Schwäche, Veranlagung zur Calad.Veranlagung zur Schwäche aufweist, welche erblich bedingt ist. In den Anfangsstadien können sie sexuell so erregbar sein, dass selbst eine zufällige Berührung eine extreme Erregung mit sich bringt und schnell zum Orgasmus führen kann. Junge Männer können so erregt sein, dass sie den Orgasmus nicht zurückhalten können; das Sperma geht trotz ihrer Anstrengungen und gegen ihren Willen zu früh ab, ohne dass damit ein ausgeprägtes Lustempfinden verbunden wäre. Dies erinnert an LYCOPODIUM und SELENIUM, wo Ejaculatio praecox das Resultat exzessiver sexueller Aktivität ist. Bei Caladium hingegen wird sie durch die enorme sexuelle Erregbarkeit ausgelöst; dem vorzeitigen Samenerguss müssen hier nicht unbedingt sexuelle Exzesse vorausgegangen sein.
Übersteigerte Erregung, übersteigerte E. ohne sexuelle Potenz Calad.Erregung ohne sexuelle Potenz ist ein Merkmal solcher Caladium-Fälle. Männer, selbst jüngere, haben oft keine ausreichend starken und lang genug anhaltenden Erektionen, und deshalb greifen sie nicht selten zur Masturbation. Der Penis, schlaff, trotz heftigen sexuellen Begehrens Calad.Penis bleibt schlaff trotz heftigen sexuellen Begehrens, und auch umgekehrt: starke, ja schmerzhafte Erektionen, starke, schmerzhafte E. ohne sexuelles Verlangen Calad. Calad.Erektionen morgens beim Erwachen, aber ohne sexuelles Verlangen. Gerade wenn das Verlangen am stärksten ist, ist die Potenz auf dem Nullpunkt. Oder es ist so wie in Schréters Prüfung: „Des Morgens hat er eine Erektion und übt den Koitus aus, doch plötzlich hörte die Wolllustempfindung auf, und er wusste nicht, ob Samen mitging oder nicht.“ Caladium-Männer werden bisweilen von lasziven Gedanken und Vorstellungen verfolgt, die sie oft die ganze Nacht wachhalten; dieser Zug kommt auch bei Frauen vor, hier gepaart mit nymphomanischen Neigungen. Der beschriebene Zustand kann jahrelang anhalten, ohne jemals das oben erwähnte Kentsche Bild zu erreichen – es sei denn, es handelt sich um Menschen, die hemmungslos auf Sex ausgehen und überhaupt nichts anderes im Kopf haben. Heutzutage wird man dem Spätstadium fortgeschrittener sexueller Degeneration nur selten begegnen; im Laufe einer langjährigen Praxis wird man allerdings vielleicht ein paar Patienten antreffen, bei denen es so weit gekommen ist.
Meist aber endet das Stadium der Übererregbarkeit irgendwann, und es setzt ein Zustand ein, der am besten als Enthusiasmus, Mangel an Calad.Mangel an Enthusiasmus zu beschreiben ist. Man könnte auch von Gleichgültigkeit oder Traurigkeit sprechen, aber diese Ausdrücke treffen die Eigenart des Zustands nicht ganz, denn in diesem Stadium sind die Caladium-Personen geistigen, emotionalen oder sexuellen Reizen immer noch zugänglich, und auf solche Stimuli reagieren sie erneut in jener hochgradig erregten Weise. Das Problem ist allerdings, dass sie nicht mehr so leicht auf irgendeinen Reiz ansprechen. Es kommt vor, dass sie jahrelang in einem Zustand der Freudlosigkeit leben und sich für nichts begeistern können. Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer, und nur ganz gelegentlich reißt sie ein äußerer Stimulus eine Zeitlang aus ihrer Lethargie heraus – meist eine intellektuelle Diskussion oder ein emotionaler erotischer Reiz. Es handelt sich auch nicht um einen Zustand, der als sehr schmerzvoll empfunden wird, etwa so wie bei PHOSPHORICUM-ACIDUM- oder AURUM-Menschen; vielmehr ist dieses Stadium von Caladium dadurch geprägt, dass Freude und Begeisterung verlorengegangen sind, aber nicht durch negative Emotionen ersetzt wurden. Man könnte es einen „neutralen Zustand“ nennen – der Depression benachbart, aber nicht so schmerzvoll.
  • In dieser Phase kann Caladium eine Gemütsverfassung hervorrufen, die den Eindruck vermittelt, Gefühle und Denkprozesse seien fast völlig blockiert, als ob sie eingetrocknet wären, und ebenso scheint die Sexualität blockiert zu sein, das sexuelle Lustempfinden trocknet aus und verschwindet. Die Patienten wirken, als ob sie nur ihre Zeit absitzen, ohne Interessen, ohne Freude, ohne Lust. Sie sind unfähig, sich zu verlieben, und wenn sie doch eine Liebesbeziehung eingehen, verlieren sie die Lust, sobald die erste Erregung vorbei ist, und werden gelangweilt und desinteressiert. Die geistige, emotionale und sexuelle Energie, die für eine dauerhafte Liebesbeziehung notwendig ist, scheint bei ihnen erschöpft zu sein.

  • Ein Zustand der Geistesabwesenheit stellt sich ein, und auf der intellektuellen Ebene kommt ihnen alles vage und unbestimmt vor. Alles, was Caladium-Menschen in dieser Phase erleben, scheint ihnen „einfach so zu passieren“, sie sind offenbar nicht in der Lage, irgendeine Situation selbst zu steuern. Vielleicht verfügen sie noch über genügend Energie, irgendetwas anzufangen, aber es ist keine Kraft mehr da, um dann auch weiterzumachen und durchzuhalten. Eine gewisse geistige Desorientierung und Verwirrtheit scheint zu herrschen.

Zu der Freudlosigkeit kommt nun auch noch ein Verfall des Gedächtnisses. Die spezifische Art des Verfalls der Geisteskräfte, um die es geht, schildert Kent sehr anschaulich, und da ich seine Beschreibung in meiner eigenen Praxis bestätigt gefunden habe, überlasse ich ihm das Wort: „Ein Mensch wendet seinen Geist einer Sache zu, die sich im Laufe des Tages ereignet zu haben scheint, aber er ist sich nicht recht sicher, ob sie nun wirklich geschehen ist oder nicht; er denkt darüber nach und kommt trotzdem nicht zu einem sicheren Schluss, bis er schließlich tatsächlich hingeht und womöglich die Hand auf den Gegenstand legt, um den sich seine Gedanken drehen; er überzeugt sich selbst durch unmittelbaren Kontakt und direkte Beobachtung davon, dass sein vager Eindruck richtig war; und kaum ist er weggegangen, ist er sich wieder nicht sicher, ob es nun stimmt oder nicht. Es geht dabei um Dinge, die wirklich geschehen sind … Daher wird Caladium bei einer ganzen Reihe von Störungen der geistigen Fähigkeiten eingesetzt: nämlich bei Verlust des Erinnerungsvermögens, Verlust des Calad.Erinnerungsvermögens, wenn eine solche vage, unsichere Geistesverfassung besteht. Dieser Zustand mag an Schwachsinn grenzen, oder er ist dem Wahnsinn benachbart. Den ganzen Tag ertappt sich der Patient dabei, wie er Dinge zu überprüfen versucht, die er hätte tun sollen; sie sind ihm einfach entfallen, er hat sie vergessen. Der Verstand ist stellenweise abgenutzt, wie durchgescheuert. Eine Art von Geistesabwesenheit, die auch in akuten Zuständen auftreten kann, mit Verlust des klaren Bewusstseins. Es kann ein beträchtliches Ausmaß an Hirnkongestion vorhanden sein, mit mehr oder weniger starker Erregung, aber wichtiger ist die Erschöpfung des Verstandes Cald.Erschöpfung des Verstandes, die Schwäche des Geistes Calad.Schwäche des Geistes. Unfähigkeit, geistige Arbeit zu vollbringen, es ist schlicht und einfach unmöglich. Er kann nicht denken; je mehr er sich auf einen Gegenstand zu konzentrieren versucht, desto größer wird die Ermüdung des Geistes und desto weiter scheint der Gegenstand entfernt zu sein; je mehr er es versucht, desto weniger kann sich sein Verstand auf eine Sache konzentrieren. Und so verwundert es nicht, dass die Prüfer selbst nicht recht fähig waren, ihre Gedanken in Worte zu fassen und uns ein klares Bild der Prüfung zu verschaffen … Vergesslichkeit bei Menschen, die durch sexuelle Exzesse oder durch Nikotinvergiftung Cald.Nikotinvergiftung körperlich und geistig erschöpft sind.“
Dieses Bild legt nahe, dass Caladium bei der Alzheimerschen Krankheit angezeigt sein kann, vor allem wenn die Patienten ein Leben voller sexueller Erlebnisse und geistiger Anspannung geführt haben. Was der Caladium-Patient tagsüber vergisst, kann ihm allerdings im Halbschlaf bzw. im „düseligen Schlaf“, wie Hering in seiner Prüfung sagt, wieder einfallen, oder auch wenn er nachts aufwacht und wachliegt.
Schlaflosigkeit
Und tatsächlich leiden diese Menschen unter Schlaflosigkeit und bekommen nicht genug Schlaf. Sie sind extrem geräuschempfindlich, besonders wenn sie schlafen wollen, und dann werden sie immer reizbarer und können unter Umständen sogar die ganze Nacht nicht schlafen. Manchmal spüren sie eine gewisse Ängstlichkeit vor dem Einschlafen Calad.Ängstlichkeit vor dem Einschlafen, ohne zu wissen warum. Zu anderen Zeiten wiederum schlafen sie ganz leicht ein, aber nach drei oder vier Stunden erwachen sie und können dann die nächsten zwei oder drei Stunden keinen Schlaf mehr finden. Diese wachen Stunden können auch die Zeit sein, wo ihnen all die tagsüber vergessenen Dinge wieder einfallen. Danach aber versinken sie in einen tiefen, unerfrischenden, schweren Schlaf. Wenn Caladium-Menschen einmal schlafen, ist es meist ein tiefer und schwerer Schlaf: in den ersten zwei oder drei Stunden kann sie nichts aufwecken, sie schnarchen fürchterlich und Stöhnen und Ächzen, ängstlich, im Schlaf CAlad.stöhnen und ächzen ängstlich. Es verwundert nicht, dass ein solches Schlafverhalten Leuten, die im gleichen Zimmer schlafen, einen gehörigen Schrecken einjagen kann.
Geist und Gemüt
Caladium-Menschen sind häufig reizbar und niedergeschlagen; die traurige Stimmung kann sich nach Masturbation oder Koitus einstellen, aber auch im Zusammenhang mit Impotenz. „Lautes Heulen über eine Kränkung, wie ein Kind“ (Hering).
Die ganze Zeit spüren Caladium-Patienten eine gewisse Gehetztheit, die all ihrem Handeln zugrundeliegt und besonders stark ist, wenn sie erregt sind. Alles muss in Eile geschehen, aber es fehlt ihnen an Energie – oder vielleicht ist auch gerade der Energiemangel die Ursache des Gefühls, alle Unternehmungen möglichst schnell zu Ende bringen zu müssen.
Gehen wir noch einmal zurück zur ersten Phase der Caladium-Pathologie, zum Stadium der Erregung Calad.Erregung. Die nervöse Erregbarkeit kann hier so groß sein, dass jedes Geräusch den Patienten zusammenfahren lässt: Türenschlagen, Zeitungsrascheln, „Zusammenlegen von Papier“ (Schréter). Auch sein Zorn ist leicht gereizt und kann durch den geringsten Anlass entflammt werden. Vor allem aber hat er in diesem Stadium eine Unmenge Ängste und Besorgnisse, welche abends oder kurz vor dem Einschlafen schlimmer sind (vgl. die schon erwähnte „Bangigkeit vorm Einschlafen“). Männer haben beim Rasieren Angst, sich zu schneiden. Caladium-Menschen haben auch Angst um die Zukunft und insbesondere um die eigene Gesundheit. „Sehr besorgt um seine Gesundheit und über alles besorgt und ängstlich“ (Hering). Sie gehen sehr vorsichtig und penibel mit allem um, was ihre Gesundheit betrifft, machen sich große Sorgen über die Medikamente, die sie bekommen, und fragen immer wieder, wie diese auf ihren Organismus wirken werden. Auch Furcht vor ansteckenden Krankheiten ist vorhanden; sie waschen sich immer sofort die Hände, wenn sie einen Hund oder eine Katze angefasst haben, weil sie Angst haben, sich Würmer zu holen und Echinokokkose zu bekommen. Insgesamt handelt es sich um einen Zustand, in dem sich Angst mit Erregung und einem gehetzten Gefühl mischt. Die Angstzustände gehören zu diesem ersten Stadium, dem der Erregung, wo der Patient begeisterungsfähig ist und die Freuden des Lebens genießen kann, besonders auf sexuellem Gebiet.
Wenn aber dann die Phase der Freudlosigkeit, das Stadium des Mangels an Enthusiasmus beginnt, dann machen den Caladium-Menschen auch die Ängste und Sorgen nicht mehr zu schaffen. Es ist, als ob sie tief in ihrem Inneren begraben wären. Sie kümmern sich nicht mehr um ihre Gesundheit und wie sie wieder in Ordnung gebracht werden könnte, nichts kommt an sie heran, was sie beunruhigen könnte – sie gehen tatsächlich achtlos und sorglos mit ihrem Körper und ihrem Befinden um. Es ist einfach keine Energie mehr da, sich noch um irgendetwas zu kümmern, nicht einmal um die eigene Gesundheit. In dieser Phase der Lethargie – oder wie der Patient es sonst nennen mag – ist der Caladium-Mensch völlig außerstande, Gefahren zu erkennen und einzuschätzen. Es ist, als wäre er schon gestorben – was macht es dann schon aus, ob er sich in Gefahr befindet? Er setzt sich gedankenlos jeder Art von Gefahr aus – ein Verhalten, das seine Mitmenschen vielleicht als törichte Waghalsigkeit, törichte Calad.Waghalsigkeit oder Dreistigkeit, törichte Calad.Dreistigkeit bezeichnen werden. Der Grund besteht nicht eigentlich darin, dass er keine Angst hätte; es ist vielmehr eine Art Fehleinschätzung, der Verstand ist zu träge, um über potenzielle Gefahren nachzudenken. Zudem können bedrohliche Situationen auch eine Art Stimulation für seine abgestorbenen Gefühle bieten, und wenn andere seinen Mut oder seine Gleichgültigkeit gegenüber Gefahren bewundern, gefällt ihm das.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Das Nervensystem von Caladium-Menschen ist, zumindest in den frühen Stadien der Pathologie, in einem Zustand äußerster Erregung. Nervöse und bizarre, phantastische Phänomene ziehen sich durch das Bild der Arznei und deuten auf ihre Beziehung zu Neurasthenikern und Hysterikern hin.

  • Caladium hat eine starke Reizwirkung auf Schleimhäute und Haut und erzeugt dort viele brennende Empfindungen Calad.brennende Empfindungen. Die Haut weist eine spezifische Sensibilität auf, mit Sensationen von Krabbeln oder Kriechen: als ob hier und da Spinnweben klebten, Gefühl, als ob eine Fliege auf der Haut herumkröche Calad.als ob eine Fliege auf der Haut herumkröche. Solche Empfindungen treten vor allem im Gesicht auf.

  • Auch Kälte einzelner Körperteile kommt vor, oft im Zusammenhang mit den krabbelnden Empfindungen. Außerdem wurde ein Trockenheitsgefühl von Teilen beobachtet, die normalerweise feucht sein sollten.

  • Caladium hat eine ausgeprägte Wirkung auf den Schweiß, süßlich riechender Calad.Schweiß, der süßlich riechen kann. Das „Sonderliche, Ungewöhnliche und Eigenheitliche“ am Caladium-Schweiß ist, dass er die Schweiß, lockt Fliegen an Calad.Fliegen anlockt. Margaret Tyler kommentiert: „Mit Schaudern habe ich dies bei einigen alten Bewohnern von Armenhäusern beobachtet, denen es unmöglich war, die Fliegen von ihrem Gesicht fernzuhalten.“

  • Wie wir im Hinblick auf das männliche Geschlecht bereits gesehen haben, wirkt Caladium in spezifischer Weise auf die Genitalien. Das auffallendste Symptom von Caladium in der weiblichen Genitalregion ist ein starker Juckreiz, starker, Vulva Calad.Juckreiz an der Vulva. Die Arznei kann bei extrem nervösen Frauen angezeigt sein, die an Pruritus vulvae leiden und deshalb nachts nicht schlafen können.

  • Eine wichtige Indikation im Bereich der Atemwege ist katarrhalisches Asthma, wo der Schleim nicht leicht heraufzubringen ist, aber Besserung eintritt, wenn er schließlich doch heraufkommt. Sehr charakteristisch ist Asthma, im Wechsel mit juckendem Hautausschlag Calad.Asthma im Wechsel mit juckendem Hautausschlag. Manchmal sind die beiden Zustände auch gleichzeitig vorhanden, so als ob der Organismus nicht die Kraft hätte, die Störung vollständig an die Peripherie zu treiben.

  • Bei Fieber ist Caladium besonders dann angezeigt, wenn die Fieberhitze abends größer wird. Das Caladium-Fieber verschlimmert sich ungefähr zu dem Zeitpunkt, zu dem das LYCOPODIUM-Fieber besser wird, nämlich gegen 20 Uhr; oder auch etwas früher, etwa gegen 18 Uhr. Das Fieber vergeht durch Schlaf, und eine kennzeichnende Modalität ist: Fieber, schläft abends mit F. ein und erwacht, wenn es verschwindet Calad.Schläft abends mit Fieber ein und erwacht, wenn es verschwindet.

  • Ein weiterer charakteristischer Zustand, den Caladium erzeugt und der in der Literatur nirgends aufgeführt wird, besteht in einer eigentümlichen momentanen Erschlaffung der Schließmuskeln Calad.Erschlaffung, ja beinahe Lähmung der Schließmuskeln des Körpers. Der Harnröhrensphinkter ist schlaff, und bei Harndrang geht tropfenweise Urin ab; der Patient hat das Gefühl, dass der Sphinkter sehr schwach ist, zu schwach, um den Urin zurückzuhalten. Nachts, in der ersten Schlafphase, werden die Speisen aus dem Magen so widerstandslos regurgitiert, als gäbe es überhaupt keine Barriere, als wäre die Speiseröhre einfach ein beidseitig offenes Rohr. Auch Stuhl kann in ähnlicher Weise unbemerkt abgehen, wenn irgendein ungewöhnlicher Druck auf das Abdomen ausgeübt wird.

  • Allgemeine Scheu vor Bewegung, will am liebsten die ganze Zeit liegen – dabei ist er eigentlich kräftig genug, wenn er sich nur anstrengt. Nach Schreiben, Nachdenken, Liegen und beim Aufrichten ein Gefühl, als sollte man ohnmächtig werden. In akuten Zuständen kann es auch zu Delirium, Betäubung und Bewusstlosigkeit kommen.

  • Üble Folgen vom Rauchen, üble Folgen vom Calad.Rauchen, besonders Kopfschmerzen und geistig-psychische Beschwerden. Allgemeine Verschlimmerung durch Wärme Calad.Verschlimmerung durch Wärme: im warmen Zimmer, in warmer Luft, in der Bettwärme; Besserung im Freien, an kühler Luft. Es besteht jedoch eine Abneigung gegen kalte Getränke; verträgt oder will nur warme Getränke, im Magen, verträgt nur Calad.warme Getränke im Magen. Schlimmer auch nach sexuelle Exzesse, schlimmer nach Calad.sexuellen Exzessen, durch plötzliche Geräusche und im Liegen auf der linken Seite (dumpfes Stechen in der rechten Brustseite).

  • Neben der Linderung durch frische, besonders durch kühle Luft gibt es auch eine allgemeine Besserung beim Schwitzen, Besserung beim Calad.Schwitzen sowie durch einen kurzen Schlaf am Tage.

  • Die schlimmste Zeit von Caladium liegt zwischen 21 und 23 Uhr.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel beim Schließen der Augen. Ein Gefühl wie Schaukeln oder Wiegen, wenn er sich hinlegt und die Augen schließt, am Schlafe hindernd.
Morgens nach dem Aufstehen schläfrig, es fallen ihm beim Gehen im Freien die Augen zu, dabei Übelkeit und Schwindelgefühl im Magen. Nach etwas Laufen wird ihm schwindlig. Schwindel und Übelkeit am Morgen, mit Stichen in der Magengrube.
KopfDumpfer Stirnkopfschmerz und pochende Schmerzen im Kopf, besonders bei Rauchern. Kopfweh mit Übelkeit sowie benommenem Kopf; Symptome, die an TABACUM erinnern. Empfindlich betäubender Druck in Augen und Stirn, mit Gesichtshitze und Unruhe, während des Tabakrauchens.
Kopfweh mit Schmerz in der Schulter. Dumpfe, drückende oder scharfe, schneidende Schmerzen in den Schläfen. Vollheitsgefühl im Kopf, wie von allzu großer Blutfülle. Taubheit der rechten oder der linken Kopfseite.
AugenDie Augen, entzündet, tränend Calad.Augen entzünden sich heftig und tränen; Lider, rot, entzündet Calad.Lider rot und entzündet, Augen, schmerzen brennend Calad.Augen schmerzen brennend.
Drücken in den Augäpfeln, mit schmerzlicher Empfindlichkeit bei Berührung oder Druck. Stiche in den Augen, zusammen mit Schmerz in anderen Körperteilen: Stiche im rechten Auge und Pochen im linken Knie; Stiche im linken Auge und in einem Hühnerauge am kleinen Zeh.
OhrenÄußerst geräuschempfindlich, besonders wenn er schlafen will. Beim geringsten Geräusch schreckt er hoch. „Es fällt vor beide Ohren …, als schöbe sich etwas vor“ (aus Herings Prüfung), was das Hörvermögen beeinträchtigt. Ein Pulsieren am rechten Ohr, und ringsherum eine Empfindung, als flösse warmes Wasser in einem Kreise herum.
GesichtGefühl von Spinnweben, Gesicht Calad.Gefühl, als ob hier und da Spinnweben klebten oder als kröche eine Fliege auf dem Gesicht herum, oder andere kriechende und krabbelnde Empfindungen. Gesichtshitze; gerötetes Gesicht, beinahe scharlachrot.
MundHochrote Mundschleimhäute; Anschwellen der Lippen, der Zunge, des Zäpfchens usw. Zusammen mit der Anschwellung der Zunge kann übermäßiger Speichelfluss auftreten, der wie Eiweiß aussieht und bisweilen in großen Mengen aus dem Mund läuft. Andererseits kann ein trockenes Gefühl im Magen empfunden werden, das Essen scheint ihm trocken im Magen zu liegen, sodass der Patient trinken muss (ohne dabei wirklich durstig zu sein).
Zunge, roter, trockener Streifen in der Mitte der Z., der sich zur Spitze hin verbreitert Calad.Roter, trockener Streifen in der Mitte der Zunge, der sich zur Spitze hin verbreitert (Boger, Synoptic Key). Milch schmeckt sauer und ist ihm widerlich.
HalsTrockenheit und Brennen im Rachen, ohne Durstlosikeit, Calad.Durst, ja mit Widerwille gegen kaltes Wasser Calad.Widerwillen gegen kaltes Wasser. Kratzen im Hals mit Trockenheitsgefühl, dabei viel Schleimrachsen. Nach Tabakrauchen Ausräuspern von Schleim und schleimiges Erbrechen.
Atemwege, BrustKehlkopf, wie zusammengezogen Calad.Kehlkopf und Luftröhre, wie zusammengezogen Calad.Luftröhre scheinen wie zusammengezogen, mit Giemen beim Tiefatmen und Hustenstöße, die über dem Kehlkopf zu entstehen scheinen Calad.Hustenstößen, die über dem Kehlkopf zu entstehen scheinen. Kitzeln im Hals mit Husten; schlimmer nachts. Katarrhalisches Asthma, bisweilen mit hartem Husten; Schleim ist nicht leicht heraufzubringen, wenn er aber expektoriert wird, bringt das Linderung. Asthma, im Wechsel mit juckendem Hautausschlag Calad.Asthma im Wechsel mit juckendem, brennenden Hautausschlag. Ein Beispiel aus Herings Prüfung: „Frieselausschlag innen am Vorderarme, von starken, roten Körnern, sehr juckend und brennend … Wenn er vergeht, sogleich starke Brustbeengung, dass er keinen Atem bekommen kann, als sollte ihn Schleim ersticken, ohne Angst …“Stoßweises, seufzendes Atmen.
Dumpfes Stechen in der rechten Brustseite, schlimmer, wenn er auf der linken, besser, wenn er auf der rechten Seite liegt. Der Puls ist hart und hüpfend (schnellend), oder beschleunigt und kaum tastbar.
MagenKlopfen in der Magengrube nach Gehen; macht ihn bald müde. Empfindung, als flatterte ein Vogel im Magen Calad.Empfindung, als flatterte ein Vogel im Magen und versuchte zu entkommen, was Übelkeit verursacht. Übelkeit kommt oft morgens beim Aufstehen auf. Die Übelkeit kann begleitet sein von einem benommenen Gefühl im Kopf sowie einer Art Schwindelgefühl im Magen, das wie ein Leerheitsgefühl empfunden wird; auch von Stichen in der Magengrube.
Viel Aufstoßen Calad.Aufstoßen; ein öfteres Aufstoßen von sehr wenig Luft, als wäre der Magen voll trockener Speise. Trinkt ohne eigentlichen Durst, nur weil es ihm so trocken im Magen liegt. Isst ohne Hunger, nur weil ihm der Magen so hohl ist, aber sehr hastig. Durstlosigkeit ist bei Caladium oft beobachtet worden; kein Durst bei Fieber; trinkt ganze Tage lang nicht. Es besteht sogar ein Widerwille gegen kaltes Wasser Calad.Widerwille gegen kaltes Wasser, die Patienten vertragen oder wollen häufig nur warme Getränke. Es gibt allerdings auch Caladium-Menschen, die den ganzen Tag Durst haben – sie trinken Tee, Kaffee und kalte Getränke, aber kein Wasser. Hering hat bei seiner Prüfung auch Verlangen nach Bier ohne eigentlichen Durst festgestellt; „er hätte durchaus kein Wasser trinken können“. Dieses Symptom muss nicht unbedingt die Form einer starken Abneigung gegen Wasser annehmen, es kann auch eine Art von Indifferenz sein: der Patient mag es eben einfach nicht sonderlich.
Brennen im Magen, wogegen Trinken nichts hilft. „Dumpfes innerliches Brennen in Magen und Oberbauch; wird endlich zu einem sehr heftigen Drücken, endlich aber Nagen am Magenmunde, und hindert am Tiefatmen“ (Hering).
AbdomenDer Bauch ist geschwollen und berührungsempfindlich, und es tritt krampfhaftes Leibschneiden auf, sowohl im Magen als auch im Abdomen. Windende Schmerzen, und ein Gefühl, als ob sich ein langer Gefühl wie ein Wurm in der Gegend des Colon transversum oder des Duodenum Calad.Wurm in der Gegend des Colon transversum oder des Duodenum wände. Brennen im Oberbauch; im Hypogastrium.
Rektum und StuhlDie Stühle bei Caladium sind weich, gelb, Stühle, breiige Calad.breiig, wie bei Typhus. Breiiger Stuhlgang, breiiger S. von sehr geringer Quantität Calad.Stuhlgang von sehr geringer Quantität. Breiige, lehmfarbene Stühle, die nur mit Schwierigkeiten abgehen. Bisweilen enthält der Stuhl harte Klumpen.
Nach dem Stuhlgang Abgang roten, dünnen Blutes, oder von Schleim und danach einer braunen Flüssigkeit. Brennen im Anus nach dem Stuhlgang. Stiche im Mastdarm bald nach dem Stuhl; wie mit Messern. Erschlaffung des Afterschließmuskels.
HarnorganeDie Blase scheint ihm sehr voll, mit Schmerzen in der Blasengegend, aber ohne Harndrang. Blasenregion berührungs- und druckempfindlich.
Heftiger Schmerz beim Wasserlassen. Stechen tief im Unterbauch, hinter und über der Blase. Stiche in der Harnröhre, abends. Erschlaffung des Harnröhrensphinkters; entweder Harnträufeln nach dem Wasserlassen oder der Patient verliert schon ein paar Tropfen, bevor er die Toilette erreicht.
Urin: übelriechend, mit Bodensatz; spärlich und von fauligem Geruch.
Männliche Genitaliensexuelles Begehren, bei schlaffem Penis Calad.Sexuelles Begehren bei schlaffem Penis, oder starke, schmerzhafte Erektionen, starke, schmerzhafte, ohne Verlangen Calad.Erektionen ohne Verlangen. Impotenz mit Niedergeschlagenheit Calad.Impotenz mit Niedergeschlagenheit.
Morgens im Halbschlaf Erektionen, beim völligen Erwachen hörten sie auf. Ejaculatio praecox Calad.Ejaculatio praecox. Oder: Ejakulation und Orgasmus bleiben beim Geschlechtsverkehr aus. Oder: Während des Geschlechtsverkehrs hört die Lustempfindung plötzlich auf, und er kann nicht sagen, ob er einen Samenerguss hatte oder nicht.
Caladium hat sich bei Trippererkrankungen als nützlich erwiesen. Impotenz, Unterdrückung von gonorrhoischem Ausfluss, nach Calad.Impotenz nach Unterdrückung von gonorrhoischem Ausfluss (THUJA).
Häufig nächtliche Samenergüsse; ohne Träume oder auf nicht-sexuelle Träume hin. Nach dem Koitus bleibt die Vorhaut zurückgezogen und lässt sich nicht mehr über die Eichel bringen, mit Schmerz und Anschwellung. Vorhaut geschwollen, wund am Rande, beißt beim Harnen, nötigt oft zum Reiben.
Die Glans penis ist rot, trocken und schlaff; bei Impotenz oder infolge von Masturbation.
Die Geschlechtsteile, vergrößert, wie gedunsen, schlaff, schwitzen Calad.Geschlechtsteile sind vergrößert, wie gedunsen, schlaff und schwitzen.
Kältegefühl in den Genitalien Calad.Kältegefühl in den Genitalien und kalter Schweiß, kalter S. in der Schamgegend Calad.Schweiß in der Schamgegend.
Starker Schweiß, starker S. des Hodensacks Calad.Schweiß des Hodensacks.
Pruritus Calad.Pruritus. In einem Fall eines seit langem bestehenden, heftig juckenden Ausschlag am Hodensack, schlimmer nachts, trocken und schuppig, brachte Caladium prompte Linderung (Lindsay, in: „Journal of Homeopathic Clinics“).
Weibliche GenitalienDas auffallendste Merkmal von Caladium im weiblichen Genitalbereich ist der Pruritus vaginae et vulvae Calad.Pruritus vaginae et vulvae. Zwei Fälle aus der Literatur mögen als Beispiele dienen: „Ein vierjähriges Mädchen; heftiger Juckreiz an den äußeren Genitalien, der zum Kratzen nötigte; ließ sich nicht davon abhalten, selbst nicht durch Androhung schwerer Strafen; das Kind fiel körperlich wie geistig zurück.“ „Eine Zwanzigjährige klagt plötzlich über häufig wiederkehrendes Jucken an den Genitalien, das schließlich auch von Lustempfindungen begleitet wird; drei Monate später folgt ein schleimiger Ausfluss und ein sehr lästiger Hautausschlag mit Papeln um die Genitalien herum.“ Beide Fälle konnten mit Caladium geheilt werden (Quelle: Journal of Homeopathic Clinics). Das Jucken kann auch durch Würmer verursacht werden, die vom Rektum aus in die Genitalregion gelangen. Krampfschmerzen im Uterus nach Mitternacht.
RückenDer Rücken ist steif, mit zahlreichen rheumatischen Schmerzen, z. B. zwischen den Schultern, sodass er sich kaum im Bett herumdrehen kann.
ExtremitätenSchmerzen in der Schulter, bei Kopfweh. Fühlt sich so schwach in den Gliedern, dass er nicht aus dem Bett kommt; den ganzen Vormittag matt und müde, mißmutig und verdrießlich. Gliederzittern; rheumatische Schmerzen in den Extremitäten.
Taubheit Calad.Taubheit in Armen und Händen. „Alle Finger fühlten sich sehr dick an, wie Würste; sie konnte sie nicht recht gebrauchen; sie fühlten sich an, als ob sie bald gelähmt sein würden“ (Berridge). „Arme morgens beim Erwachen eingeschlafen; kann sie kaum bewegen.“ „Der linke Daumen ist taub, wie eingeschlafen; auch der kleine Finger, mit Kribbeln“ (Hering).
SchlafWachgehalten durch seltsame kriechende oder krabbelnde Empfindungen. Schlaflosigkeit durch Juckreiz Calad.Schlaflosigkeit durch Juckreiz, besonders an den Genitalien.
Schläfrig morgens und vormittags, mit Schwäche in den Gliedern, Missmut, benommenem Kopf. Des Morgens nach dem Aufstehen schläfrig, es fallen ihm beim Gehen im Freien die Augen zu, dabei Übelkeit und Schwindelgefühl im Magen. Tagsüber schläfrig, kann aber nicht schlafen, weil der Juckreiz, unerträglicher Calad.Juckreiz (besonders an den Genitalien) unerträglich ist oder weil es ihn schaudert und ihm schwindlig ist. Äußerst geräuschempfindlich, besonders wenn er schlafen will.
Sehr lautes Schnarchen Calad.Schnarchen. Stöhnen, Ächzen, ängstlich, im Schlaf Calad.Stöhnt und ächzt ängstlich im Schlaf. Unruhiger Schlaf; heftiges Zusammenfahren im Schlaf.
Lebhafte, angstvolle Träume, an die er sich besser erinnern kann als an die Dinge, die tagsüber geschehen sind. Träume von Verstorbenen und Begebenheiten früherer Jahre, so lebhaft, dass er, wenn er aufwacht, gleich wieder einschläft und davon fortträumt.
Nachts weckt ihn Durst mit trockenen Lippen. „Es schien nicht sicher, ob sie immer durch ein Geräusch aufwachte oder ob es nicht auch oft der Durst war; jedesmal wenn sie aufwachte, bat sie um Wasser“ (Hering).
Fieber, Frost, SchweißKent führt aus: „Das Fieber dieser Arznei ist kontinuierlich, relativ gleich bleibend; nicht sehr hoch, aber gleich bleibend, mit Koma und Stupor; ‚deliröses, unverständliches Murmeln‘; geistige Erschöpfung. Caladium passt auf Fälle von Typhus oder Typhoid, die durch schleichendes, entkräftendes Fieber mit murmelndem Delir gekennzeichnet sind; es sind Fälle, die einen sehr langsamen, trägen Verlauf nehmen; kein sehr aktives Delirium, die Patienten murmeln vor sich hin; eine schleichende, passive Form von Bewusstseinstrübung, sehr oft mit Koma oder Betäubung wie bei Phosphoricum acidum.“ Dies trifft auf die Febris continua zu, die typhoide Form von Fieber. In anderen Fällen aber steigt das Fieber, steigt abends, bessert sich oder vergeht im Schlaf Calad.Fieber abends, gegen 18 oder 20 Uhr, und bessert sich oder vergeht durch Schlaf. Schläft abends mit Fieber, schläft abends mit F. ein und erwacht, wenn es verschwindet Calad.Fieber ein und erwacht, wenn es verschwindet.
Kälte einzelner Körperteile. Fröstelig, selbst in warmem Zimmer. Gesicht, Kopf und Hände heiß, Beine und Füße kalt. Oder: Vor Mitternacht heiß an Händen, Gesicht und Bauch, bei kalten Füßen; nach Mitternacht der Leib kalt, die Füße heiß.
Haut heiß und trocken bei Fieber. Schweiß gegen Abend, mit Hinfälligkeit Calad.Schweiß gegen Abend, mit Hinfälligkeit, Gähnen und Schläfrigkeit. Süßlicher Schweißgeruch, süßlicher Calad.Schweißgeruch; der Schweiß lockt die Fliegen an.
HautHeftiges Jucken, heftiges J. an verschiedenen Hautpartien Calad.Jucken an verschiedenen Hautpartien. Juckender, brennender Ausschlag, Ausschlag, juckender, wechselt mit Asthma ab Calad.der mit Asthma abwechselt. Es entsteht öfters und plötzlich ein heftiges Brennen, heftiges, auf kleinen Stellen in der Haut Calad.Brennen auf kleinen Stellen in der Haut, auf Wangen, Nase, Fußzehen, nötigt zum Berühren.
Haut rau und trocken. Merkwürdige Empfindungen, als ob eine Fliege über die Haut kröche oder als ob Spinnweben im Gesicht wären.

Calcium carbonicum

Essenzielle Merkmale
Das Arzneibild dieses großen Polychrests möchte ich mit einigen Vorbemerkungen einleiten:
Calcium carbonicum ist ein Mittel, das alle Lebensabschnitte, von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter, und alle Formen und Phasen von Krankheit abdecken kann, von einer simplen Erkältung bis hin zu bösartigen Tumoren, von einfachen Angstzuständen bis hin zu schweren psychischen Krankheitsbildern, z. B. manisch-depressiven Zuständen und Schizophrenie.
Im Laufe meiner klinischen Praxis habe ich eine sehr interessante Beobachtung gemacht: dass nämlich ein unverhältnismäßig großer Prozentsatz an Babys Calcium carbonicum benötigt – um die 40 % aller Kinder mögen es sein, die die Arznei zu Beginn ihres Lebens brauchen –, während das Mittel bei Erwachsenen weitaus seltener angezeigt ist. Warum, so können wir uns nun fragen, treffen wir nicht mehr erwachsene Calcium-carbonicum-Menschen an? Die Erklärung liegt nicht ohne weiteres auf der Hand. Natürlich ist der Kalziumbedarf bei Säuglingen und Kleinkindern enorm, weil kein anderer Stoff so wichtig für den Aufbau und das Wachstum von Skelett und Zähnen ist; aufgrund des erhöhten Bedarfs in diesem Alter macht sich die geringste Assimilationsstörung durch eine bestimmte Symptomengruppe bemerkbar, anhand derer wir sie als Störung des Kalziumstoffwechsels identifizieren können. Wenn das Kind nun heranwächst und nicht mehr so viel Kalzium benötigt, gibt es drei Möglichkeiten:
  • Die Störung wird vom Organismus selbst behoben, die betroffene Person wächst zu einem gesunden Menschen heran.

  • Wenn die Störung der Kalziumassimilation nicht korrigiert wird und die betroffenen Menschen allmählich auf der abschüssigen, heimtückischen Bahn zur chronischen Krankheit fortschreiten, verändert sich ihre Symptomatologie in Abhängigkeit von den Belastungen und Stressfaktoren, denen sie im Lauf ihres Lebens begegnen. Die Symptome wandeln sich gemäß den neuen Schichten der Pathologie, durch die die ursprüngliche Schicht, die grundlegende Disposition, überlagert wird. So kann z. B. Kummer in einem konstitutionellen Calcium-carbonicum-Fall eine IGNATIA- oder NATRIUM-MURIATICUM-Schicht erzeugen, die die ursprüngliche Disposition überlagert, und durch eine Impfung kann auf diese wiederum eine THUJA- oder MORBILLINUM-Schicht folgen, und schließlich mag eine Influenza zur Bildung einer INFLUENZINUM-Schicht führen. In einem solchen Fall wird man den Kranken nicht heilen können, wenn man bei der Arzneigabe nicht exakt in der umgekehrten Reihenfolge der Schichtenbildung vorgeht, d. h. in unserem Beispiel: zuerst INFLUENZINUM, dann THUJA bzw. MORBILLINUM, später NATRIUM MURIATICUM bzw. IGNATIA, und erst danach Calcium carbonicum. Dabei sind die genaue Abfolge und die richtigen Zeitpunkte nicht etwa durch irgendwelche theoretischen Spekulationen zu bestimmen, sondern ausschließlich durch die Symptome, die der Patient jeweils hat. Dies ist das Prinzip der „Schichten der Pathologie“ („layers of disturbance“), eine Theorie, die ich in meinen anderen Schriften näher ausführe, und dies ist zugleich die Idee, die der Miasmenlehre zugrunde liegt.

  • Andererseits ist es auch möglich, dass die erwähnten neuen Streßfaktoren lediglich zu einer Verschlimmerung der Calcium-Symptome führen. Das Krankheitsbild verschiebt sich dann auf eine tiefere Ebene, aber die Symptomatologie entspricht weiterhin Calcium. In diesem Fall bleibt der Patient sein ganzes Leben lang Calcium carbonicum, der Fall kompliziert sich nicht, es werden keine neuen Schichten aufgeprägt. Wenn wir es daher mit einem älteren Menschen zu tun haben, dessen Symptomatologie nach Calcium carbonicum verlangt, dann wird dieser Patient wahrscheinlich über eine relativ starke Konstitution verfügen. In solchen Fällen sind die Heilungsaussichten gut, wie ernst oder bösartig die Beschwerden auch sein mögen.

Nach meiner Erfahrung wird der Calcium-Zustand selbst nur selten einer anderen Disposition als neue Schicht hinzugefügt; es handelt sich vielmehr im Allgemeinen um eine fundamentale Störung, sozusagen auf der „Basis-Ebene“. Da die Menschen, die dieser dritten Kategorie zuzuordnen sind, meistens relativ gesund und ausgeglichen sind, kann ihre Widerstandskraft und Standfestigkeit nicht so leicht ausgehöhlt werden; wenn jedoch ihre Lebenskraft endlich durch bestimmte Belastungen, z. B. durch exzessive Einnahme allopathischer Medikamente, unterminiert wird, tritt die Calcium-carbonicum-Pathologie an die Oberfläche. Oft wird man feststellen, dass ältere Patienten, die Calcium carbonicum z. B. wegen Lumbago verschrieben bekommen haben, die gleiche Arznei wieder benötigen, wenn sie später andere Beschwerden entwickeln, etwa eine Bronchitis. Oder aber sie brauchen ein akutes Mittel, vielleicht BELLADONNA oder RHUS TOXICODENDRON, ohne dass man danach zu Calcium carbonicum oder einem anderen tiefwirkenden Mittel zurückkehren müsste.
Orientierungspunkte
Calcium carbonicum ist ein derart großes Mittel mit einer so breitgefächerten Symptomatologie, dass der Lernende leicht den Überblick verlieren kann und dann entweder jeden Patienten für einen Calcium-carbonicum-Fall hält oder glaubt, bei keinem seiner Fälle seien all diese Symptome zu finden. Um Anfängern eine Orientierungshilfe zu geben und erfahreneren Homöopathen Anhaltspunkte zur Klärung ihrer Beobachtungen zur Verfügung zu stellen, führe ich im folgenden diejenigen Symptome auf, die nach meiner Erfahrung im Normalfall auf diese Arznei hinweisen. Um die neunzig Prozent aller Calcium-carbonicum-Fälle dürften als solche erkannt worden sein, weil sie diese Symptome oder zumindest einen Teil davon aufgewiesen haben. Ich teile die Indikationen in zwei Gruppen: die Leitsymptome von Calcium carbonicum bei körperlichen Beschwerden und die Leitsymptome bei Geistes- und Gemütsstörungen.
Bei physischer Pathologie beobachten wir gewöhnlich,
  • eine allgemeine Verschlimmerung, allgemeine, bei kaltem und nassem Wetter Calc.Verschlimmerung bei kaltem und nassem Wetter; Die Patienten Frösteln, wird nicht warm Calc.frösteln, ihnen wird nicht warm, besonders die Füße, kalt, gleichzeitig oft von leichtem klammem, klebrigem Schweiß bedeckt Calc.Füße sind kalt und gleichzeitig oft von leichtem klammem, klebrigem Schweiß bedeckt; sie müssen im Bett Socken tragen und können nicht einschlafen, bevor sich ihre Füße warm anfühlen,

  • eine Neigung zum Dickwerden, Neigung zum Calc.Dickwerden und zur Trägheit, Schwerfälligkeit, Neigung zur Calc.Trägheit und Schwerfälligkeit,

  • Schwitzen im Schlaf, am Nacken Calc.Schwitzen im Schlaf im Bereich des Nackens,

  • ein Verlangen nach Süßigkeiten Calc.Verlangen nach Süßigkeiten und Verlangen nach weichgekochten Eiern Calc.weichgekochten Eiern,

  • Schwindel, hochgelegenen Orten, an Calc.Schwindel an hochgelegenen Orten.

Bei Krankheitsbildern von Geist und Gemüt sehen wir meist,
  • dass eine große Zahl von Ängsten vorhanden ist, etwa Furcht vor der Dunkelheit Calc.Furcht vor der Dunkelheit, Furcht vor Gespenstern Calc.vor Gespenstern, Furcht vor Gewitter Calc.vor Gewitter, Furcht vor Höhen Calc.vor Höhen, Furcht vor Mäusen Calc.vor Mäusen, Furcht vor Hunden Calc.vor Hunden, Furcht vor ansteckenden Krankheiten CAlc.vor ansteckenden Krankheiten usw.,

  • eine Furcht, beherrschende F., den Verstand zu verlieren Calc.Furcht, den Verstand zu verlieren, die den psychischen Zustand beherrscht,

  • eine spezielle Furcht, daß die Leute sie beobachteten und ihnen ihre Verwirrtheit ansähen Calc.Furcht, dass die Leute sie beobachteten und ihnen ihre Verwirrtheit ansähen

  • Verzweiflung an der Genesung Calc.Verzweiflung an der Genesung,

  • eine überwältigende Angst um die eigene Gesundheit Calc.Angst um die eigene Gesundheit und ganz besonders Furcht vor Krebs Calc.Furcht vor Krebs.

Orientiert sich der homöopathische Praktiker an diesen wichtigsten Leitsymptomen, so sollte er sich in dem riesenhaften Labyrinth der Calcium-Symptome nicht verirren. Im Allgemeinen sollten in einem Calcium-carbonicum-Fall wenigstens vier oder fünf der zehn genannten Leitsymptome vorhanden sein.
Wir müssen hier freilich eine Beobachtung in Betracht ziehen, die für das Calcium-Bild sehr bedeutsam ist: Die körperlichen Symptome können zurückgehen, ihre charakteristische Konstellation kann sich verändern, wenn die psychische Pathologie in den Vordergrund tritt. In deren Anfangsstadium, wo die unter 2a aufgeführten Ängste das Bild bestimmen, etwa die Höhenangst, sind im Allgemeinen auch die kennzeichnenden Calcium-Schweiße und die Verschlimmerung durch nasskaltes Wetter und Feuchtigkeit vorzufinden. In Fällen aber, in denen die Krankheit bis zu jenem Punkt nach innen fortgeschritten ist, dass Ängste das ganze Leben des Patienten dominieren – was z. B. für Furcht vor Krebs, vor Herzkrankheiten, vor dem Verrücktwerden usw. zutreffen kann –, kommt es gar nicht selten vor, dass die körperlichen Symptome und die anfänglichen Ängste abklingen. Das als typisch geltende Calcium-carbonicum-Bild wird dann verwischt oder ist gar nicht mehr zu erkennen. In solchen Fällen ist es z. B. durchaus möglich, dass der Patient nicht mehr fröstelt oder dass die Füße weder kalt noch feucht sind; auch das Verlangen nach Eiern kann dann verschwunden sein. Ein Calcium-Fall in diesem Stadium wird häufig schwer von anderen Arzneitypen zu unterscheiden sein und kann etwa mit ARSENICUM oder PHOSPHORUS verwechselt werden. Diese Entwicklung der Pathologie in Stadien oder Phasen gilt es immer zu beachten, wenn man in einem Fall nach Leitsymptomen sucht. Eine Symptomenliste wie die hier gegebene sollte der Praktiker daher nicht als unabänderliche Richtschnur verstehen, der stereotyp zu folgen wäre, sondern eher als Orientierungshilfe, die in der großen Mehrzahl der Calcium-carbonicum-Fälle gültig ist. Selbstverständlich ist es an dieser Stelle nicht möglich, sämtliche Aspekte und Kombinationen von Aspekten anzuführen, die ein Calcium-Fall aufweisen kann.
Wenn die auslösende Ursache der Beschwerden in Erschöpfung, nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, auslösende Ursache für Beschwerden Calc.Erschöpfung nach körperlicher oder geistiger Anstrengung besteht, so ist dies als weitere Bestätigung für Calcium carbonicum zu werten.
Der nächste springende Punkt bei Calcium carbonicum ist eine charakteristische Polarität. Schlaffheit und Verhärtung, Polarität zwischen Calc.Schlaffheit und Verhärtung und Schlaffheit, Polarität zwischen Calc.Verhärtung sind Züge, die essenziell für diese Arznei sind. Sie können sich auf das Körperliche beziehen (Schlaffheit der Muskeln versus Gewebsverhärtungen), aber auch auf die Ebene des Geistes und/oder der Emotionen, wo ebenfalls „Schlaffheit“ und/oder Verhärtung auftreten kann.
Um der Vereinfachung willen könnte man sagen, dass sich die Pathologie bei Calcium-Patienten entweder aus einem Zuwenig oder einem Zuviel an Kalzium entwickelt. Die Zahl der Fälle, bei denen die Krankheit aus Kalziummangel erwächst, ist erheblich größer als die Zahl der Patienten, die aufgrund eines Kalziumüberschusses krank werden. Man darf allerdings niemals vergessen, dass es sich hierbei um eine Verallgemeinerung handelt. Es ist nicht möglich, all die Calcium-carbonicum-Fälle nach einem derart vereinfachten Muster zu klassifizieren.
In Fällen mit Kalziummangel, wo der Organismus nicht genügend Kalzium aufnehmen oder verarbeiten kann, kommt es zur Erweichung, natürlich harten Teilen, von Calc.Erweichung von Teilen des Organismus, deren natürlicher Zustand Härte ist. Knochen, weiche Calc.Knochen und Zähne, weiche Calc.Zähne sind weich, die Muskeln, schlaffe Calc.Muskeln sind schlaff, besonders der Herzmuskel, schlaffer Calc.Herzmuskel. Im anderen Fall, d. h. wenn sich ein Kalziumüberschuss entwickelt, bilden sich überschüssige Kalkablagerungen an bestimmten Stellen der Knochen heraus, und wir finden Knochendeformationen, verhärtete Nägel, skrofulöse Muskelschwellungen und harte Geschwülste der Lymphknoten. Im Reich der Gedanken und Gefühle bedeutet dies eine gewisse Starrheit des Denkens und eine Neigung zum Eigensinn. Übrigens kommt auch eine ungleichmäßige Verteilung vor, etwa bei der Versorgung der Knochen: „Ein Teil eines Knochens, z. B. der Wirbelsäule, ist wohlversorgt, während der andere ausgehungert wird“, wie Nash es ausdrückt.
Wie bereits angedeutet, ist es die Idee der Erweichung und Schlaffheit Calc.Erweichung und Schlaffheit und Erweichung Calc.Schlaffheit, die im Calcium-carbonicum-Bild überwiegt. Davon sind nicht nur Muskeln und Knochen, sondern auch Geist und Gefühle betroffen. Der Ausdruck „Schlaffheit“ sagt mehr als einfach „Schwäche“: die Patienten sind schwach und zugleich weich, es fehlt ihnen der Tonus, die Spannkraft, das Element, das für Ausdauer und Kraft sorgt und den Geweben Halt und Unterstützung bietet. Man darf sich nicht allein auf physiologisches Wissen verlassen, sondern muss seine Wahrnehmungsfähigkeit und Vorstellungskraft benutzen, wenn man verstehen will, was in einem Organismus vorgeht, der dieses grundlegende, existenznotwendige Element nicht aufnehmen und umsetzen kann. Man wird dann erkennen, dass die Gefühle von Calcium-carbonicum-Menschen Ausdauer und Kraft vermissen lassen – und so ist es möglich, dass alle Arten von Angst den Patienten beherrschen können, und er beginnt ein innerliches Zittern zu verspüren. Der Geist hat nicht die Kraft, Schwierigkeiten zu überwinden, sich richtig zu konzentrieren, es fehlt ihm an Ausdauer, und so resignieren die Calcium-Menschen: sie geben alle Anstrengungen auf und gehen nach Hause oder ins Krankenhaus.
Ihr Verstand ist nur zur Beschäftigung mit kleinen, belanglosen, nebensächlichen Angelegenheiten fähig, er geht nicht auf das Wesentliche aus, auf die wirklich wichtigen und nützlichen Dinge des Lebens, denn dies würde Anstrengungen verlangen und eine Kraft und Ausdauer erfordern, die den Calcium-Menschen nicht zur Verfügung steht. Schon eine geringfügige Anstrengung versetzt den Calcium-carbonicum-Organismus in einen Erschöpfungszustand. Die allgemeine Erschlaffung führt zu einem Zustand drohenden Zerfalls, der Organismus spürt, dass er kurz vor dem Kollaps steht, sowohl was den Körper als auch was den Geist angeht. In Fällen von nervöser Reizbarkeit und nervöser Erregung liegt dies offen zutage. Diese Menschen fangen leicht an zu zittern, fängt leicht an zu Calc.zittern: Zittern vor Furcht und Angst Calc.Zittern vor Furcht und Angst; Zittern nach dem Geschlechtsverkehr Calc.nach dem Geschlechtsverkehr; Zittern, beim Wachwerden, nachts Calc.wenn sie nachts wach werden; Zittern, nach Erschrecken im Traum Calc.nach Erschrecken im Traum; Zittern, nach jeglicher Anstrengung, geistiger oder körperlicher Calc.nach jeglicher Anstrengung des Geistes oder Körpers. Es kann eine Art Zittrigkeit oder Beben über den ganzen Körper gehen, so als ob die Muskeln überhaupt keine Anstrengung verkraften könnten, und dies endet schließlich in dem Gefühl, innerlich zu zittern.
„Kleine Gedanken“
Wenn der Verstand eines Calcium-Menschen bereits einen recht ernsthaften, bedrohlichen pathologischen Zustand erreicht hat, geht ihm die Perspektive verloren, er hat keinen Blick mehr für größere Ziele und verfängt sich im Kleinen, Belanglosen, in „kleine Gedanken Calc.kleinen Gedanken“, wie Kent es ausdrückt. Es ist schon eigentümlich zu beobachten, wie ein Verstand, der einmal heil und ganz war, unter dem Einfluss der Calcium-carbonicum-Pathologie seine ganze Ausrichtung verändert und die ganze Zeit nur noch mit „kleinen“, unwesentlichen Dingen zubringt. Dies ist nicht einfach so zu verstehen, dass diese Menschen Kleinigkeiten besondere Aufmerksamkeit schenken, dass sie an Details ungewöhnlich interessiert sind – vielmehr handelt es sich um einen Zustand, in dem Kleinigkeiten ihren Geist völlig ausfüllen und ihr ganzes Leben beherrschen. Es ist ihnen unmöglich, diese zwanghaften Gedanken einmal beiseitezuschieben; sie scheinen nicht einmal zu merken, dass sie sich mit Belanglosigkeiten beschäftigen und dabei das Wesentliche außer Acht lassen.
Diese Art von geistige Unbeweglichkeit Calc.geistiger Unbeweglichkeit, dieses Kleben am Kleinen ist der Wesenszug, der für den wohlbekannten Eigensinn Calc.Eigensinn von Calcium verantwortlich ist, welcher besonders stark bei Kindern ausgeprägt ist. Wenn diese Menschen einmal auf ein Bedürfnis fixiert sind, dann können sie nicht mehr lockerlassen, sie müssen es unbedingt befriedigen. Die Befriedigung ihres Bedürfnisses ist von größter Bedeutung für ihr ganzes Befinden, für ihr inneres Gleichgewicht, aus dieser Quelle scheinen sie tatsächlich neue Kraft zu schöpfen. Dies ist ein kennzeichnender Zug von Calcium, der freilich in seiner Intensität variieren kann, je nachdem, wie weit die geistig-psychische Pathologie fortgeschritten ist: er mag sich als ein gewisser Mangel an Flexibilität im Denken manifestieren, oder als eine auffallende Eigensinnigkeit und Hartnäckigkeit im alltäglichen Leben, oder er kann die Form eines fast bis zum Wahnsinn gesteigerten Besessenseins von „kleinen Gedanken“ annehmen.
Kent beschreibt dies sehr anschaulich: „Wenn der Calcium-carbonicum-Patient anfängt, seinen Freunden zu erzählen, was er so denkt, sagen natürlich alle erst einmal: ‚Warum lässt du das nicht erst einmal sein; das bringt doch überhaupt nichts‘, aber für ihn ist die Sache wichtig, er kann sie einfach nicht beiseiteschieben; und so kommt eins zum anderen, und all diese Kleinigkeiten überzeugen ihn schließlich davon, dass er auf dem besten Wege ist, verrückt zu werden.“ Es kann sein, dass diese Leute pausenlos von irgendwelchen Dingen reden und reden, die keinen Menschen interessieren. Kent hat solche Patienten nach dem Grund ihres Verhaltens gefragt, und meist bekam er Antworten etwa dieses Typs: „Ich habe eine ganze Weile versucht, damit aufzuhören, aber als das nicht ging, habe ich eben so weitergemacht, es schien mir nämlich gutzutun.“
Diese Verhärtung des Denkens kann gepaart sein mit einer gewissen Schlaffheit des Geistes, was ja aufgrund der erwähnten Polarität von Calcium naheliegt. Die betroffene Person verliert ihre Fähigkeit zu tieferem und folgerichtigem Denken. Kent berichtet von einer speziellen Unfähigkeit zu rechnen: „Er kann nicht einmal die einfachsten Additionen und Subtraktionen durchführen.“ Und er fügt hinzu: „Vielleicht ist er einmal ein Philosoph gewesen, und nun hat er die Fähigkeit verloren, philosophisch zu denken. Ihm ist die geistige Tiefe abhanden gekommen.“ Freilich kann es vorkommen, wie in einem meiner eigenen Calcium-carbonicum-Fälle, dass ein Patient sagt: „Auf einer geistigen Ebene bin ich irgendwie ruhelos. Ich mag es, wenn ich intellektuell und philosophisch stimuliert werde, da liegt vielleicht meine Unruhe.“ Aber diese Art von „philosophischem Interesse“ hat nicht das mindeste mit der genuinen Auseinandersetzung mit philosophischen Themen zu tun, wie wir sie bei SULFUR-Patienten sehen. Bei Calcium-Patienten ist vielmehr die Furcht der Antrieb für solche Überlegungen, eine Furcht vor dem Sterben. Die Fragen, die solche Menschen beschäftigen, drehen sich alle um die Todesangst, die ihren eigentlichen Kern darstellt; sie lauten z. B.: „Gibt es einen Gott?“ „Was für eine Art von Gott?“ usw. Sorge um das eigene Seelenheil Calc.Sorge um das eigene Seelenheil ist ein auffallendes Symptom bei Calcium-Menschen. Ich werde im Kapitel über die Kinder noch ausführlicher auf dieses Thema eingehen, denn bei ihnen tritt diese Art von religiöser „Suche“ am häufigsten auf.
Die Erschlaffung des Intellekts kann auch die Form von Wunschdenken annehmen. Folgen wir Kents lichtvollen Bemerkungen zu diesem Thema: „Er zieht Schlussfolgerungen, die mehr von seinen Gefühlen bestimmt sind als von seiner Intelligenz. Er denkt sich die Dinge so zurecht, wie er sie haben will. Man könnte fast glauben, er möchte absichtlich verrückt werden, so viel redet er davon. Er ist völlig unfähig, irgendein Argument zu akzeptieren, und dies wird immer schlimmer. Auch die Versicherungen seines Arztes, dem er immer vertraut hat, kann er nicht mehr annehmen. Es sieht so aus, als hätte es keinen Sinn, mit ihm vernünftig zu reden; aber so weit ist es noch nicht mit ihm gekommen, bei anderen Dingen kann er logisch denken – nur in bezug auf seine eigene Gemütsverfassung nicht.“
Beschwerden durch Überanstrengung: geistig und körperlich
Calcium-carbonicum-Menschen neigen dazu, sehr an ihrer Arbeit zu hängen. Sie sind fleißig, gewissenhaft und arbeiten hart, und sie fürchten sich vor Armut; aber infolge der Erschlaffung von Körper und Geist wächst in ihnen ein Gefühl von Überanstrengung Calc.Gefühl von Überanstrengung. Doch sie sind es gewohnt, darauf nicht zu achten und sich trotz ihrer Erschöpfungsgefühle immer weiter anzutreiben, und irgendwann stellen sich Anzeichen einer gewissen Reizbarkeit Calc.Reizbarkeit ein. Sie werden schon nach viel geringerer Anstrengung müde, als es früher der Fall war, und sie fangen an, sich bei anderen über ihre Arbeitsbelastung usw. zu beklagen. Es fällt ihnen immer schwerer, sich zu sammeln; ihre Gedanken schweifen ab, wenn sie versuchen, sich zu konzentrieren. Das Gedächtnis lässt nach. Schon bei ganz geringer Anstrengung im Sprechen ist es ihnen, als würde das Gehirn gelähmt; sie können keinen klaren Gedanken mehr fassen und sich nicht besinnen, wovon eigentlich gerade die Rede ist, mit Benommenheitsgefühl im Kopf. Sie vertauschen und verwechseln Wörter und versprechen sich leicht. Benebelter Kopf beim Lesen; sie müssen aufhören zu lesen und wissen nicht mehr, wo sie waren. Ihr Verstand kommt ihnen schwach vor, das Denken fällt schwer, das Selbstvertrauen schwindet, die Arbeit wird ihnen leicht zuviel und erscheint schnell als überwältigende Belastung.
Schließlich kommt eine Zeit, wo die geringste Verantwortung, geringste V. belastet sehr Calc.Verantwortung als eine ungeheure Bürde auf ihnen lastet, und sie sehen sich nicht mehr in der Lage, damit fertigzuwerden. Dann fühlen sich Calcium-carbonicum-Menschen völlig überlastet und überwältigt, Situationen und Probleme erscheinen ihnen unüberwindlich. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem sie eine Abneigung gegen ihre Arbeit entwickeln. Es graut ihnen regelrecht vor ihrer Arbeit, vor ihrer Verantwortung, vor den Forderungen, die andere an sie stellen. Zu aller unaufgelegt, Arbeit, zu Calc.Arbeit unaufgelegt; Scheu und Ekel vor der Arbeit, bei großer Reizbarkeit und Schwere der Beine. Sie verspüren einen außerordentlich starken Drang, ihre Stelle aufzugeben, aber immer noch halten sie durch und machen weiter.
Wenn Calcium-Menschen in diesem Stadium, in dem die Angst und die „Furcht, dass etwas Schlimmes passieren wird“, offenkundig werden, mit einem zusätzlichen Stressfaktor konfrontiert werden (z. B. mit einem Kummer oder mit einer akuten Krankheit, die durch allopathische Medikamente kompliziert wird), dann verfallen sie in ein noch weit tieferes Krankheitsstadium. Sie beginnen eine sehr ausgeprägte Furcht vor Krebs Calc.Furcht vor Krebs und eine entsetzliche Angst um die eigene Gesundheit Calc.Angst um ihre Gesundheit zu entwickeln, oder eine Furcht, den Verstand zu verlieren Calc.Furcht, den Verstand zu verlieren, kommt auf. Diese beiden Ängste – vor Krebs und vor Wahnsinn – verhalten sich in ihrer Intensität der Tendenz nach umgekehrt proportional zueinander: ist die Krebsfurcht stark, so wird die Furcht vor dem Wahnsinn schwächer, und umgekehrt. Während dieses Schwächezustands von Geist und Gemüt werden die Calcium-Menschen das beunruhigende Gefühl nicht los, dass die anderen ihnen anmerken, wie unsicher sie innerlich sind. Sie haben das Gefühl, dass die Leute sie nur anschauen müssen, um sozusagen ihre Gedanken lesen zu können, und dieser Eindruck macht ihnen noch mehr Angst.
Calcium-carbonicum-Fälle, die auf Überanstrengung zurückgehen (welche schließlich einen Zusammenbruch zur Folge haben kann), durchlaufen verschiedene Stadien, von denen wir einige im folgenden näher beleuchten wollen.
Im ersten Stadium tritt eine gewisse Reizbarkeit auf, die Patienten ärgern sich schon über Kleinigkeiten; sie sind leicht aus der Fassung zu bringen, schon ein paar Worte genügen, um einen Wutanfall zu provozieren, besonders wenn sie das Gefühl haben, jemand wolle etwas von ihnen. Leicht beleidigt, ist leicht Calc.beleidigt, nehmen sie alles von der schlimmsten Seite und interpretieren eine Äußerung schnell als persönlichen Angriff. Sie steigern sich schnell in einen Erregungszustand hinein und bekommen oft Schweißausbrüche, wenn sie sich einer Situation nicht gewachsen fühlen. Auch Herzklopfen, äußeres und inneres Zittern und physische Ermüdung stellen sich ein, und häufig kommt es zu Schwindelanfällen und Benommenheit. Die Gefühle sind leicht erregbar – und ebenso leicht erschöpft. Es besteht eine Unfähigkeit, sich mit irgendetwas zu befassen, was Anstrengung erfordert.
Die Erschöpfung von Geist und Gemüt führt nun zu einer Neigung zu Bangigkeit und Besorgnis: die Patienten machen sich Sorgen um die Zukunft Calc.Sorgen um die Zukunft, um ihre Gesundheit und um ihr Seelenheil. Ängstlichkeit, ratslose Calc.Rastlose Ängstlichkeit. Sie sind schreckhaft, und ihre ängstliche Erregung lässt sie nicht zur Ruhe kommen und kann Herzklopfen, Blutwallungen und ein Gefühl von Rucken in der Magengrube auslösen. Die Ängstlichkeit scheint oft aus dem Magen aufzusteigen.
In dem Stadium, in dem sich ein Zusammenbruch abzuzeichnen beginnt und die Ängste aufkommen, leiden die Calcium-Patienten häufig an Schlaflosigkeit, besonders nach 3 Uhr morgens. Oft sind sie in der Lage, ein paar Stunden lang gut zu schlafen, aber gegen 3 Uhr wachen sie auf und können dann nicht wieder einschlafen.
Einen solchen Zustand können Calcium-carbonicum-Menschen erstaunlich lange durchhalten, ohne dass sie aufhören würden, sich weiter zu überanstrengen, aber irgendwann erreichen sie schließlich ein Stadium, in dem es ihnen unmöglich wird, ihre Arbeit fortzuführen, und so ist Aufgeben der Arbeit infolge übermäßiger Erschöpfung, übermäßiger, Aufgeben des Arbeit infolge von Calc.Erschöpfung ein charakteristisches Symptom von Calcium carbonicum. Kent beschreibt die Situation so: „Ein Calcium-carbonicum-Patient bekommt manchmal eine Abneigung gegen die Arbeit und kündigt seinen Job. Er wirft ein blühendes Geschäft einfach hin und geht nach Hause, um gar nichts mehr zu tun, denn er ist erschöpft von der Mühe, die es ihn gekostet hat, das Geschäft in diesen blühenden Zustand zu bringen. Er sagt, das Geschäft tue ihm nicht gut. Er ist müde vom Geschäftsleben, und wenn er doch wieder zur Arbeit geht, scheint sie ihn geradezu in den Wahnsinn zu treiben. Er will nichts mehr davon sehen und hören. Es ist freilich unschwer zu erkennen, dass für Calcium nicht unbedingt Schwäche und Erschöpfung durch Ärger im Beruf besonders typisch ist, obwohl Calcium auch diesen Zustand haben kann; ich spreche hier vielmehr von einem Menschen, der sich bis zur totalen Erschöpfung überarbeitet hat, und gerade wenn der Erfolg endlich da ist, wirft er alles hin und geht nach Hause – es sieht gerade so aus, als ob er faul wäre.“ Und er fügt eine wichtige Differenzierung hinzu: „Es handelt sich nicht um Menschen, die von Geburt so sind, zum Nichtstun geboren und nie zum Arbeiten aufgelegt; nein, es sind Menschen, die erst zu Nichtstuern werden.“
Dies ist die Symptomatologie, die Calcium carbonicum seinen Ruf als Heilmittel für Fälle von Zusammenbruch nach langandauernder Überarbeitung und durch ein Übermaß an Sorgen und Pflichten verschafft hat.
Es gibt allerdings auch noch ein anderes Stadium der psychischen Pathologie von Calcium carbonicum, das erheblich ernsthafter und alarmierender ist.
Furcht vor dem Wahnsinn
In diesem Stadium hat der Calcium-carbonicum-Patient das Gefühl, geistig völlig zusammenzubrechen, er glaubt nicht, dass er unter diesen Umständen überhaupt noch weitermachen kann. Sein Intellekt ist geschwächt, er beginnt wichtige Dinge zu vergessen, sein Kopf ist voll mit irgendwelchen Kleinigkeiten, während die großen und wichtigen Angelegenheiten ungelöst bleiben; er kann sich nicht mehr konzentrieren und wird völlig unfähig, Probleme im Geschäft anzugehen und einer Lösung zuzuführen. Aber der Streß bleibt, die Geschäfte laufen weiter, die Rechnungen müssen bezahlt werden, und so gerät der Patient in einen Zustand von Verzweiflung, er hat das Gefühl, dass seine Gesundheit nicht mehr mitmacht, seine Ausdauer und Energie sind total erschöpft. Dies ist der Zeitpunkt, wo er das Gefühl bekommt, Gefühl, den Verstand zu verlieren Calc.den Verstand zu verlieren. Calcium-carbonicum-Patienten behalten diese Angst vor dem Wahnsinn meist für sich, wahren sie lange Zeit als ein striktes Geheimnis. Sie fürchten sich davor, anderen von ihrer Angst zu erzählen, weil sie glauben, diese würden sie dann wirklich für verrückt halten und sie in ein Nervenkrankenhaus sperren lassen. Tag und Nacht denken sie über ihren Geisteszustand nach, sie können nicht mehr schlafen. Es ist eine Furcht, die im Laufe der Zeit übermächtig wird, und je länger sie sich dem Berufsstress aussetzen, desto stärker wird die Angst, bis sie ihren Geist schließlich auf Dauer beherrscht.
In dieser Phase kann man Situationen erleben, die etwa so aussehen: Der Patient kommt ins Sprechzimmer und zählt verschiedene Beschwerden auf – und während man noch aufmerksam zuhört, bricht er plötzlich zusammen und fängt an zu weinen, und die Tränen laufen ihm übers Gesicht. Nun wird die Verzweiflung sichtbar, und wenn man dann nach dem Grund fragt, zögert er erst eine Zeitlang, bis er endlich seine Angst eingesteht, verrückt zu werden. Und wenn diese Menschen einmal angefangen haben, über ihr wirkliches Problem zu reden, dann werden sie schließlich alles erzählen, was in ihnen vorgeht.
Dies ist das Stadium, in dem die Gemütsverfassung zum Hauptproblem der Patienten geworden ist. In dieser Phase haben sie neben der Angst, verrückt zu werden, auch eine Furcht, daß die Leute ihnen ihre Verwirrtheit ansehen Calc.Furcht, dass die Leute ihnen ihre Verwirrtheit ansehen.
Es ist übrigens interessant, dass die Patienten diese Symptome nicht von sich aus erzählen; wenn man aber den Verdacht hat, dass es sich um einen Calcium-carbonicum-Fall handelt, und daraufhin gezielte Fragen stellt, dann geben sie mit einiger Erleichterung ihr Geheimnis preis. Und dann berichten sie auch von diesem Gefühl, dass die Leute sie argwöhnisch beobachten, von ihrer Angst, von den anderen „durchschaut“ oder „erkannt“ zu werden. Wie Kent es ausdrückt: „Er denkt, dass die Leute ihn misstrauisch anschauen, und er selbst schaut sie ebenfalls misstrauisch an, und er fragt sich, warum sie davon nichts zu ihm sagen.“
Dieser Zustand grenzt an den Wahn, und er kann auch tatsächlich von Wahnvorstellungen Calc.Wahnvorstellungen begleitet sein, Wahnvorstellungen, Schließen der Augen, beim Calc.besonders wenn die Patienten die Augen zumachen, und dies auch tagsüber. Dann sehen sie grausige Phantasiebilder, und sie müssen die Augen sofort wieder öffnen und versuchen, sich selbst davon zu überzeugen, dass sie nicht verrückt sind – dass alles nur ein Spiel ihrer Phantasie ist. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass dieser Zustand weit von dem entfernt ist, was man einen gesunden Geist nennt, aber es ist auch noch kein echter Wahn, denn die Betroffenen sind immer noch in der Lage, sich im Umgang mit anderen zu beherrschen. Jedenfalls aber haben Calcium-carbonicum-Menschen in diesem Stadium definitiv den Eindruck, dass sie sich mit Riesenschritten dem Wahnsinn nähern.
Nun werden sie unter Umständen auch eingestehen, dass sie Selbstgespräche führen. In Gegenwart anderer sind sie in der Lage, ihre Selbstkontrolle aufrechtzuerhalten, aber sobald sie glauben, allein zu Haus zu sein, beginnen sie mit sich selbst zu sprechen. Dies ist speziell dann der Fall, wenn ein lang gehegter Kummer besteht. Wir können uns etwa eine Frau vorstellen, deren Mann ihr untreu war und die ihren Zorn und ihre Hassgefühle gegen ihn lange Zeit unterdrückt hat. Sie wird dann anfangen, mit sich selbst zu sprechen, und in diesen „Unterhaltungen“ ohne Partner wird sie eine Menge Worte verlieren.
Calcium-Geisteskrankheit
Das Stadium der Furcht vor dem Wahnsinn kann beschrieben werden als ein Zustand von Verwirrung, Schwäche und Versagen des Geistes. Dieser Zustand wird endlich in eine wirkliche Geisteskrankheit übergehen, welche in Calcium-carbonicum-Fällen meist eine passive Form, Geisteskrankheit, der Calc.passive Form annimmt.
Der Calcium-Wahn ist einerseits durch eine große Zahl von Wahnvorstellungen, große Zahl von sich schnell entwickelnden Calc.Wahnvorstellungen geprägt, die sich sehr schnell entwickeln. Beim Schließen der Augen, grausige Phantasiebilder beim Calc.Schließen der Augen erscheinen grausige Phantasiebilder oder fatale, groteske Gesichter. Andere Wahnideen sind etwa, dass ein über einer Stuhllehne hängender Gegenstand ein Mensch sei, der dort sitze, oder dass jemand neben dem Patienten hergehe (wie bei PETROLEUM- oder SILICEA-Menschen). Hahnemanns Prüfung berichtet von einer „Phantasie-Täuschung, als höre sie ein Poltern und Klappern über ihrem Bette, wovon sie ein Schauder überlief“.
Was andererseits das Verhalten gegenüber der Außenwelt angeht, so sitzen die Patienten die meiste Zeit einfach da und tun gar nichts, oder sie tun seltsame „kleine Dinge“: sie spielen die ganze Zeit mit ihren Fingern, zerbrechen Streichhölzer oder Stöckchen oder zerschneiden Papier in kleine Stücke. Margery Blackie berichtet von einer Patientin, die während des gesamten Interviews pausenlos ihre Handtasche auf- und zumachte.
Die allgemeine Idee der Calcium-carbonicum-Geisteskrankheit ist also ein passiver Zustand mit Wahnvorstellungen Calc.passiver Zustand mit Wahnvorstellungen, verbunden mit dem Motiv der „kleinen Dinge und Gedanken, Motiv der Calc.kleinen Dinge und Gedanken“, auf das oben bereits eingegangen wurde.
Wahnideen können auch bei schweren fiebrigen Erkrankungen schnell aufkommen, etwa bei Lungenentzündung oder Nierenbeckenentzündung. Zwei Beispiele dazu aus Herings Guiding Symptoms: „Manie; sieht viele Hunde, die auf ihn eindrängen, kämpft gegen sie (nach Verkühlung von Füßen und Beinen in Töpferton).“ „Sieht Katzen und andere Tiere im Delirium, spielt mit ihnen (bei Nervenfieber oder Typhus).“ In diesen akuteren Zuständen zeigt sich ein größeres Maß an Unruhe und Aktivität. Ein weiteres Beispiel von Hering, „fühlt sich, als ob sie am liebsten schreiend auf- und abrennen würde“, wird von Kent so kommentiert: „Hat das Gefühl, sie könnte gar nicht mehr anders, als laut zu schreien. Dies tritt bei überreizten, erschöpften Menschen auf, die durch einen Todesfall im Familienkreis in einen furchtbaren Erregungszustand geraten sind.“
Während einer akuten Verschlimmerung ihrer chronischen Geisteskrankheit kann sich bei Calcium-carbonicum-Menschen auch eine größere Aggressivität manifestieren. Dann kann man auch Zustände antreffen, die der folgenden, von Hering mitgeteilten Beobachtung ähneln: „Wirft sich heftig herum, wälzt sich auf dem Boden, versucht die Kleider der Umstehenden zu packen und stopft sie sich in den Mund, beißt und spuckt, gibt ein lautes, bellendes Geräusch von sich, alles mit offenen, stumpfen Augen.“ Doch auch solche Zustände erreichen nicht die Ausmaße und die Intensität von BELLADONNA oder STRAMONIUM, Arzneitypen, deren Delirium erheblich stärker durch Aktivität und Aggressivität, Verlangen zu beißen und zu spucken usw. gekennzeichnet ist. Calcium neigt bei delirösen und wahnhaften Zuständen eher zur Passivität. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass die Differenzialdiagnose zwischen einzelnen Mitteln besonders in akuten Zuständen häufig nur aufgrund von Abstufungen hinsichtlich der Intensität möglich ist, weil die Symptome selbst sich gerade in solchen Fällen nicht selten sehr ähnlich sind.
Verschiedene Ängste von Calcium carbonicum
Im Jahre 1976 hörte ich bei einem internationalen Seminar in Athen den namhaften Homöopathen Dr. Paschero sagen, dass Calcium carbonicum alle Ängste der Materia medica habe, dass diese Arznei nur verschrieben werden könne, wenn der Patient voller Ängste sei, und dass das Mittel, das ein Patient mit vielen Ängsten benötige, mit großer Wahrscheinlichkeit Calcium carbonicum sei. Nun ist es zwar völlig richtig, dass es bei Calcium eine große Zahl von Ängsten gibt, ebenso richtig ist es aber, dass nicht alle Calcium-carbonicum-Menschen unter Ängsten leiden – es gibt tatsächlich auch welche, die gar keine Ängste haben! (Ich werde in dem Kapitel über Kinder näher darauf eingehen, weil wir besonders bei jüngeren Calcium-Kinder oft keinerlei Ängste vorfinden.)
Dass auch und gerade die Ängste nach ihrem Intensitätsgrad und ihrem Stellenwert für das gesamte Krankheitsbild beurteilt werden sollten, ist ebenfalls eine Erkenntnis, die hier von großer Bedeutung ist. Eine bestimmte Furcht kann in milder Form ein Begleitsymptom von körperlichen Beschwerden darstellen, ein andermal aber kann die gleiche Furcht überwältigende Ausmaße annehmen, während die physischen Symptome vergehen. Gewisse Ängste werden gerade dann deutlich auf die richtige Arznei hinweisen, wenn sie das Symptomenbild beherrschen und den Patienten völlig unter ihre Gewalt bringen.
Eine überwältigende Furcht vor Gewitter z. B. ist kein starker Hinweis auf Calcium carbonicum, obwohl die Arznei diese Furcht hat. Eine extreme Furcht, wahnsinnig zu werden, bei der andere Begleitsymptome fehlen, deutet eher auf MANCINELLA als auf Calcium. Aber wenn eine dieser Ängste mit einer überwältigenden Furcht des Patienten gepaart ist, Furcht, überwältigende, daß die Leute ihm seinen geistigen Zustand anmerken könnten Calc.dass die Leute ihm seinen geistigen Zustand anmerken könnten, dann spricht dies für Calcium und nur für Calcium. In diesem Fall ist es durchaus möglich, dass all die anderen Calcium-Ängste (die wichtigsten werde ich unten aufzählen) verschwunden sind, und das gleiche kann auch für die physischen Beschwerden und Modalitäten gelten.
  • Eine jener Ängste, die bei Calcium carbonicum eine ungeheure Intensität erreichen können, ist die Angst um die eigene Gesundheit Calc.Angst um die eigene Gesundheit, verbunden Furcht vor dem Tod Calc.mit Furcht vor dem Tod. Solange körperliche Beschwerden überwiegen, kann diese Angst auf einem niedrigen Niveau bleiben, die Betroffenen schenken ihr keine große Beachtung. Aber die Calcium-Angst um die Gesundheit kann solche Dimensionen erreichen, die Furcht vor dem Tod kann so überwältigende Ausmaße annehmen, dass sie den Patienten das Leben zur Hölle macht und ihre ganze Existenz total zugrunde richtet, und dann wird die Angst auch das erste sein, worüber die Patienten im homöopathischen Interview klagen. Die häufigsten Ausprägungen dieser Angst sind die Furcht, an Krebs oder einem Herzleiden zu sterben Calc.Furcht, an Krebs oder einem Herzleiden zu sterben, und die Furcht, den Verstand zu verlieren Calc.Furcht, den Verstand zu verlieren. Diese Formen der Angst können zum Zentrum des Krankheitsbildes werden. Hingegen ist die Furcht, eine ansteckende Krankheit zu haben oder zu bekommen, in Calcium-Fällen zwar häufig anzutreffen, ich habe sie aber niemals als Hauptbeschwerde in einem Calcium-Gemütsleiden beobachten können.

  • Eine weitere starke Angst kann sich aus einem schlechten Gewissen, Angst entwickelt sich aus Calc.schlechten Gewissen entwickeln. Diese Angst, etwas Böses begangen zu haben, kann so intensiv werden, dass sie durch gutes Zureden und logische, vernünftige Argumente nicht im mindesten zu besänftigen ist. Die Schuldgefühle machen sich an Kleinigkeiten fest, die für andere Leute völlig belanglos wären, Calcium-Menschen aber steigern sich so sehr in ihr Problem hinein, dass es ihre ganze Person durchdringt und überwältigt; das Leben wird ihnen unerträglich.

  • Kommen wir nun zu den sonstigen Ängsten von Calcium carbonicum. Da ist zunächst eine Furcht, daß ihm oder anderen ein Unglück begegnen werde Calc.Furcht, dass ihm oder anderen ein Unglück begegnen werde oder Furcht, daß schlechte, betrübliche Nachrichten zu erwarten seien Calc.dass schlechte, betrübliche Nachrichten zu erwarten seien. Auch eine Furcht vor dem Alleinsein ist öfters festgestellt worden. Eine besondere Zeit für diese Ängste ist die Dämmerung, „wenn der Abend naht“, eine Zeitmodalität, die schon Hahnemann bestätigen konnte.

  • Höhenangst CAlc.Höhenangst oder auch Schwindel an hohen Orten CAlc.Schwindel an hohen Orten gehört zu den Hauptbeschwerden von Calcium carbonicum und ist in den meisten Calcium-Fällen ein Begleitsymptom. Calcium-Menschen können tatsächlich vor Angst erstarren, wenn sie eine Leiter hinaufsteigen, selbst wenn es nur um drei Sprossen geht. Die Furcht ist so groß, dass sie oft träumen, an einem hohen Ort zu stehen und sich schwindlig zu fühlen. Sie können es noch nicht einmal ertragen, andere am Rand eines Steilabfalls stehen zu sehen; sie rufen den Leuten zu, doch nicht so nahe an die Balkonbrüstung zu gehen, vor lauter Angst, diese könnten abstürzen. Auch vor dem Treppabgehen haben sie Angst, besonders wenn es sich um eine Freitreppe ohne Geländer handelt.

  • Weitere Ängste, die bei Calcium-carbonicum-Menschen häufig sind: Furcht vor Gewitter; vor dem Übernatürlichen; vor Gespenstern; vor Ansteckung und Mikroben; vor Schwindsucht, Abzehrung und Armut; vor Mäusen; vor Insekten; vor Spinnen; das Haus zu verlassen und sich auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten (Agoraphobie); vor engen Räumen (Klaustrophobie). Auch Angst nach Anhören von Grausamkeiten Calc.nach Anhören von Grausamkeiten können sie Angst bekommen.

All diese Ängste erreichen jedoch gewöhnlich nicht die allesverschlingende Intensität der zuerst erörterten Angstzustände, vielmehr sind sie meist Begleitsymptome körperlicher Beschwerden. Calcium-carbonicum-Menschen können viele von diesen Ängsten haben, aber in anderen Fällen haben sie nur wenige, manchmal sogar nur eine einzige.
Vergleicht man Calcium carbonicum in bezug auf die Furcht vor Gewitter und vor Dunkelheit (also in einer relativ frühen Phase) mit PHOSPHORUS, so stellt man fest, dass PHOSPHORUS-Patienten viel offenere Menschen mit erheblich stärker akzentuierten Ängsten sind. Die PHOSPHORUS-Furcht vor Gewitter ist entsetzlich; diese Menschen sagen, sie würden sich am liebsten unter dem Tisch verstecken, wenn es draußen stürmt. Calcium-Menschen würden ihre Angst niemals in so massiver Form zeigen. Und die Angst um die Gesundheit wird sich bei PHOSPHORUS-Menschen in einem früheren Stadium äußern als bei Calcium-Personen, bei denen diese Angst sich im Zusammenhang mit der übermächtigen, alles durchdringenden Angst um das eigene Leben und die Zukunft entwickelt. Man könnte den PHOSPHORUS-Menschen als ein dünnes Calcium-Individuum mit schärfer akzentuierten Ängsten und einem starken Verlangen nach kaltem Wasser bezeichnen. Zudem ist der Schweiß bei PHOSPHORUS geringer als bei Calcium, während die Vitalität eher auf einem höheren Niveau liegt. PHOSPHORUS-Menschen sind empfänglicher und reagieren leichter auf Einflüsse als Calcium-Personen.
Angst um die Gesundheit, Verzweiflung an der Genesung
In ihrem Leiden kommen Calcium-carbonicum-Menschen leicht zu dem Schluss, dass in ihrem Fall nichts mehr zu machen ist, dass ihnen nicht zu helfen ist, und dann überkommt sie eine entsetzliche Verzweiflung, entsetzliche Calc.Verzweiflung. Sie sind durch nichts zu beruhigen. Wenn man den Versuch macht, sie davon zu überzeugen, dass die Aussichten für ihren Fall eigentlich gar nicht so übel sind und dass man ihnen wahrscheinlich helfen kann, dann predigt man tauben Ohren – die Verzweiflung, die absolute Hoffnungslosigkeit, absolute Calc.Hoffnungslosigkeit steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Bei diesem Symptom, Verzweiflung an der Genesung Calc.Verzweiflung an der Genesung, keine Hoffnung, je wieder gesund zu werden, führt Calcium carbonicum gemeinsam mit ARSENICUM die ganze Materia medica an.
Die Angst um die eigene Gesundheit kann auch dann fürchterliche Stärke erreichen, wenn es überhaupt keine Anzeichen eines körperlichen Leidens gibt. Ein Prüfungssymptom von Hahnemann lautet: „Sie hält, hypochondrisch, sich für sterbenskrank, und konnte doch über nichts klagen.“ Calcium-carbonicum-Menschen können sich vor jeder Art von Krankheit fürchten – vor einem Herzfehler, einem Leberleiden oder sonst einer „inneren“ Krankheit –, aber am ausgeprägtesten ist die Furcht vor Krebs calc.Furcht vor Krebs. Solche Ängste treiben den Patienten dazu, einen Arzt nach dem anderen aufzusuchen. Manchmal ist tatsächlich eine leichte Colitis oder eine geringfügige Schmerzempfindung im Bauchraum vorhanden, aber der Patient ist dann völlig besessen von diesem kleinen Gesundheitsproblem. Es scheint einen Zustand unerträglicher Angst heraufzubeschwören, der mit innerlichem Zittern und Herzklopfen verbunden ist, was die Verfassung des Kranken weiter verschlimmert. Auch der Besuch beim Spezialisten ergibt keinen krankhaften Befund am Darm, und diese Auskunft macht die Sache nur noch schlimmer, statt den Patienten zu beruhigen, denn nun ist er sich ganz sicher, dass er Krebs hat und dass der Tumor zu spät entdeckt werden wird.
Dass die Calcium-Menschen schließlich zu diesem Ergebnis kommen, stürzt sie in tiefe Verzweiflung, und sie glauben, dass sie unrettbar verloren sind. Sie „verzweifeln an der Genesung“, wie es das Repertorium ausdrückt. Diese Verzweiflung muss nicht gleich beim ersten homöopathischen Interview offenbar werden; vielleicht halten sie den Homöopathen für ihre letzte Hoffnung und warten darum erst einmal ab, was er ausrichten kann. Wenn jedoch nach dem ersten Gespräch nicht Calcium carbonicum gegeben wird, dann werden sie bei der zweiten Konsultation ihre Verzweiflung zeigen – sie sagen, es gebe keine Hoffnung mehr für sie und sie seien unheilbar krank. Dies gilt ihnen als feststehende Tatsache.
Derartige Fälle können gelegentlich mit NITRICUM ACIDUM verwechselt werden. Beide Arzneitypen haben große Angst um die eigene Gesundheit, und beide haben ein Verlangen nach Süßigkeiten und Salzigem. Bei Calcium carbonicum ist aber das Süßverlangen stärker als das Salzverlangen, bei NITRICUM ACIDUM ist es umgekehrt.
Depressionen und Beschwerden durch Kummer
Calcium-carbonicum-Menschen haben häufig so schwere Depressionen Calc.Depressionen, dass man an den AURUM-Zustand erinnert wird, aber sie sind niemals so suizidgefährdet wie AURUM-Menschen. Die Calcium-Depression geht einher mit Verzweiflung und physischer Mattigkeit, der Patient ist zu nichts fähig und hat absolut keine Kraft mehr, weder geistig noch emotional, noch körperlich. Er sieht alles nur noch schwarz in schwarz. Es kann ein Zustand eintreten, wo der Patient einfach nur dasitzt und nichts mehr sagt. Die anderen sitzen um ihn herum und unterhalten sich, aber er will sich nicht an dem Gespräch beteiligen, will überhaupt nichts tun, weigert sich, auch nur zu sprechen. Glauben sich Calcium-Menschen in einem solchen Zustand allerdings allein, so werden sie manchmal Selbstgespräche führen, wie ich es oben beschrieben habe.
Diese Patienten sind des Lebens müde; sie wollen nicht mehr weiterleben. Sie haben durchaus Suizidgedanken, obwohl dieses Symptom hier nicht so stark ist wie z. B. bei AURUM; und eine charakteristische Modalität von Calcium carbonicum besteht darin, dass die Schwitzen, Suizidneigung beim CalcSuizidneigung beim Schwitzen besonders groß ist, ebenso wie die Ängstlichkeit. Sich zu erstechen erscheint ihnen am ehesten als die geeignete Art, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Die Niedergeschlagenheit und Melancholie Calc.Niedergeschlagenheit und Melancholie von Calcium kann mit einer Art von Beängstigung gepaart sein. Die Patienten neigen sehr zur Weinerlichkeit Calc.Weinerlichkeit; trübe, gedrückte Stimmung mit unwiderstehlichem Hang zum Weinen. Das Weinen kann durch Ermahnungen ausgelöst werden, und es besteht auch eine Neigung zum Weinen über Kleinigkeiten und zum Grämen und Klagen über längst vergangene Beleidigungen. Sie stöhnen und jammern, weinen und wimmern; sie fühlen sich alleingelassen und Selbstmitleid Calc.bemitleiden sich selbst, wollen aber auch nicht getröstet werden – Trost verschlimmert ihren Zustand eher noch. Das Weinen kann auch mit heftigen Lachkrämpfen abwechseln – ein Zustand, der der Hysterie ähnelt.
Dieser hysterieartige Zustand ist häufig eine Folgeerscheinung von Kummer. Nach einem Kummer können Calcium-Menschen in einen eigentümlichen Erregungszustand geraten, sie möchten schreien und kreischen, um „es loszuwerden“, sie glauben verrückt werden zu müssen, wenn sie nicht schreien – es ist, als müssten sie die Hysterie irgendwie körperlich ausagieren. Die körperliche Unruhe ist enorm; sie laufen im Zimmer auf und ab und haben das Gefühl, sie müssten jetzt einfach etwas tun. In diesem Zustand können heftige Schreikrämpfe auftreten.
Kent vermittelt ein anschauliches Bild dieses Erregungszustands nach Kummer: „Eine Mutter verliert ihr Kind oder ihren Ehemann, oder eine junge Frau verliert ihren Bräutigam. Es bricht ihr das Herz, und sie ist furchtbar erregt. Es ist ein hysterischer Zustand. Und doch habe ich das gleiche auch schon bei Männern gesehen. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem geschäftliche Sorgen die auslösende Ursache waren. Der Patient hatte genau das gleiche Gefühl; er lief im ganzen Haus hin und her, er sagte, ihm sei so, als müsse er aus dem Fenster springen oder fliegen, einfach um etwas zu tun. Dies ist analog zu der Gemütsverfassung, die man bei Hysterie vorfindet: ein Zustand starker nervöser Erregung.“
Äußere Erscheinung
Fettleibigkeit und Schlaffheit Calc.Fettleibigkeit und Schlaffheit und Fettleibigkeit Calc.Schlaffheit sind natürlich wichtige äußere Kennzeichen dieser Arznei; hochgradige Erschlaffung der Muskeln. Besonders bei Erwachsenen können wir jedoch eine Vielzahl an Erscheinungsformen feststellen, wovon nicht alle übergewichtig sind. Es gibt recht dünne Menschen, die dennoch Calcium carbonicum benötigen. Die Haut dieser schlanken Calcium-Individuen hat eine eigentümliche Textur, recht dick und grob; die Gesichtshaut kann sehr faltige Haut Calc.faltig sein, mit feinen, aber tiefen Linien, die kreuz und quer über das Gesicht laufen und es in kleine Rechtecke unterteilen. Diese Falten können im Verein mit der Angst von Calcium carbonicum einen sorgengeplagten, abgehärmten Gesichtsausdruck hervorrufen.
Calcium-Kind
Im folgenden werde ich entwickeln, wie sich das Bild von Calcium carbonicum in der Wachstumsphase präsentiert: vom Säuglingsalter bis zur Pubertät.
Das typische Gesamtbild des Calcium-Säuglings sieht etwa so aus: hellhäutig, fett, schlaff, mit vorstehendem Bauch – wobei die Betonung auf „schlaff“ liegt. Die Knochen, die zu wenig Kalzium bekommen, sind weich, brechen leicht und haben nicht genug Festigkeit und Stabilität, und so kann das Kind nicht zur normalen Zeit stehen, was wiederum der Grund für das verspätete Laufenlernen, verspätetes Calc.Laufenlernen ist. Die Störung des Kalziumhaushalts kann sich jedoch, wie erwähnt, auch noch in einer anderen Form manifestieren: in Verhärtungen und Exostosen, also Härte an den falschen Stellen, Kalkeinlagerungen in einzelnen Körperteilen.
Ein auffallendes Merkmal schon sehr kleiner Calcium-carbonicum-Kinder ist ihr Stöhnen und Ächzen Calc.Stöhnen und Ächzen, oder auch ein Jammern und Weinen, als ob ihnen irgendetwas fehlte, oft ohne dass ein erkennbares Problem vorliegt. Vielleicht ist das Kind, kurz bevor diese ersten Anzeichen einer Störung aufgetreten sind, geimpft worden. Weitere deutliche Symptome gehen damit einher. Das Kind Schwitzen am Kopf Calc.schwitzt am Kopf, oft so sehr, dass das ganze Kissen nass wird; die Neigung zum Schwitzen ist unabhängig von der Raumtemperatur. Der Schweiß riecht im Allgemeinen sauer, ebenso wie der Stuhl. Das Baby wird unruhig und strampelt die Decken weg. Manchmal wird Milch erbrochen – wirklich erbrochen, nicht nur einfach ausgespuckt. Der Appetit kann verlorengehen, und das Kind verweigert die Brust oder trinkt nicht ordentlich. Die Fontanellen, weich, bleiben zu lange offen Calc.Fontanellen sind weich und bleiben oft zu lange offen (ähnlich wie bei CALCIUM PHOSPHORICUM). Calcium-Säuglinge können auch unterernährt wirken, weil Calcium die Resorption und Assimilation von Nährstoffen beeinträchtigen kann. Ist das Kind unterernährt, so hat es oft einen großen Kopf, großer Calc.Kopf und einen dicken Bauch, während der übrige Körper unverhältnismäßig mager ist. Die Kinder haben eine blasse Haut, die sich jedoch leicht rötet. Ein weiteres komplementäres Symptom ist eine harte Schwellung der Halslymphknoten. Später, etwa im Alter von zwölf bis siebzehn Monaten, manifestiert sich die Störung des Kalziumhaushalts in den Knochen, die ungewöhnlich weich sind, mit der Folge von Schwäche beim Gehen Calc.Schwäche beim Gehen oder Stehen. Spät einsetzende Zahnung, spät einsetzende Calc.Zahnung ist ebenfalls charakteristisch. Während des Zahnens werden die Kinder schwach und matt, mit kränklich wirkendem Teint.
Man sollte nicht erwarten, dass diese Calcium-Babys kalt sein müssen; in diesem Alter sind sie meistens vielmehr warm. Sie neigen zur Überhitzung und decken sich nachts auf, wie SULFUR- oder PULSATILLA-Kinder. Erst später, ungefähr ab einem Alter von sieben Jahren, stellt sich das typische Frösteln von Calcium carbonicum ein.
Wenn Calcium-Kinder etwa zwischen sieben und zehn Jahre alt sind, zeigen sie immer noch das Stöhnen, Jammern und Wimmern der ersten Lebensjahre, während die Angstzustände, die den späteren Phasen der Calcium-Pathologie entsprechen, noch nicht da sind. Doch der typische Calcium-Eigensinn Calc.Eigensinn wird höchstwahrscheinlich zu erkennen sein. In diesem Lebensabschnitt werden körperliche Beschwerden gewöhnlich überwiegen; so kann eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege bestehen. Tatsächlich benötigen Kinder, die sich häufig erkälten, fast genauso häufig Calcium carbonicum wie TUBERCULINUM.
Sie neigen zu starkem Schwitzen, starkes, im Bereich von Nacken und Hinterkopf Calc.Schwitzen im Bereich von Nacken und Hinterkopf, besonders im Bett und in der ersten Schlafphase. Die Füße können kalt und feucht-klebrig sein. Diese Kinder haben ein stark ausgeprägtes Verlangen nach weichgekochten Eiern, Kinder Calc.Verlangen nach weichgekochten Eiern; Hering bemerkt, dass dieses Verlangen sogar schon viel früher auftreten kann, nämlich wenn sie noch nicht einmal richtig schlucken können! Wir müssen hier „weich-gekocht“ hervorheben, denn wenn ein Kind hartgekochte Eier will, ist bei ihm sehr wahrscheinlich nicht Calcium carbonicum angezeigt. Diese kleinen Details sind es, die dem erfahrenen, sorgfältig beobachtenden Praktiker seine höhere Erfolgsrate ermöglichen und seine Überlegenheit über den unerfahrenen Homöopathen begründen, der immer Calcium gibt, wenn er „Verlangen nach Eiern“ hört. Von zehn Kindern, die hartgekochte Eier mögen, benötigt vielleicht nur ein einziges Calcium carbonicum; die anderen neun verteilen sich auf andere Mittel, z. B. PULSATILLA, CAUSTICUM usw. Man mag sich das so zurechtlegen, dass durch zu langes Kochen das Kalzium oder die sonstigen Nährstoffe, die der Organismus sich aus den Eiern holen muss, zerstört werden. Der Organismus dieser kleinen Menschen besitzt eine erstaunliche Fähigkeit, sich zu suchen, was er braucht, indem er Vorlieben und Abneigungen entwickelt.
Diese Kinder werden leicht müde. Wenn sie mit anderen Kindern spielen, sind sie die ersten, die aufhören und sich hinsetzen, um sich auszuruhen. Sie geraten schnell außer Atem, werden rot im Gesicht und schwitzen schon nach geringer Anstrengung. Der Kreislauf von Calcium-carbonicum-Menschen funktioniert nicht optimal, und daher können diese Kinder, wenn die Pathologie ein wenig weiter fortgeschritten ist, unter sehr starkem Herzklopfen leiden, wenn sie nachts unsanft aufgeweckt werden. Sie haben viele Alpträume, und aus diesen wachen sie manchmal schreiend auf und können dann nicht wieder einschlafen. Es muss hier aber ausdrücklich der häufig vertretenen Meinung widersprochen werden, dass man Calcium nicht geben könne, wenn der Patient nicht ängstlich sei. Ängste treten eher im späteren Verlauf der Calcium-carbonicum-Pathologie auf, aber sie sind keinesfalls notwendige Voraussetzung für eine Verschreibung von Calcium carbonicum.
Im Alter von ungefähr sieben bis vierzehn Jahren kann man bei Calcium-carbonicum-Kindern oft einen hochinteressanten Charakterzug beobachten – sie entwickeln eine eigentümliche Hinwendung zum Religiösen. Sie stellen Fragen über Gott, die Engel und das Leben nach dem Tod, bei Kindern Calc.Fragen über Gott, die Engel und das Leben nach dem Tod. Sie greifen begierig nach allem, was sie darüber erfahren können. Eine sehr ernsthafte Religiosität kann sich ausbilden, die manchmal an Fanatismus grenzt. Wenn sie älter werden, lassen sie diese Phase des starken religiösen Interesses im Allgemeinen hinter sich; aber auch bei Erwachsenen kann es sich in Form einer scheinbaren „philosophischen Suche“ oder einer Sorge um das eigene Seelenheil erneut manifestieren, wie ich es oben beschrieben habe.
Kent gibt in seinen Lectures ein Bild dieser kindlichen Gemütsverfassung: „Es ist schon eigentümlich, mit anzusehen, wie ein fröhliches, lebhaftes kleines Mädchen von 8 oder 9 Jahren traurig und schwermütig wird, wie es anfängt, über das Leben nach dem Tode und über die Engel zu reden. Sie sagt, sie wolle sterben und bei den Engeln sein, und sie möchte den ganzen Tag in der Bibel lesen. Das ist schon etwas Sonderbares; und doch hat Calcium carbonicum diesen Zustand geheilt. Auch ARSENICUM hat solche Fälle geheilt, und ebenso LACHESIS. Diese Kinder neigen ein bisschen zur Frühreife, und sie haben die Dinge, die sie in der Sonntagsschule gelernt haben, allzu ernst genommen.“
Die Gewebe von Calcium-carbonicum-Kindern neigen zur Schlaffheit, und infolgedessen könnte man glauben, dass die Kinder auch schwach sind. Diese generalisierende Annahme wäre jedoch ein Fehler. Sie sind keineswegs immer schwach, ja sie können sogar ausgesprochen kräftig sein. Trotz ihres dicken, schlaffen Aussehens können sie über eine erstaunliche Gewandtheit verfügen. In diesem Alter kann sich bei Calcium-carbonicum-Kindern auch eine Anzahl von Ängsten zeigen; besonders haben sie eine Abneigung gegen die Dunkelheit und fürchten sich im Dunkeln. Ferner entwickeln sie ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten und vor allem nach Zucker. (Seltsamerweise ist das Verlangen nach Schokolade aber oft nicht so stark wie das Verlangen nach reinem bzw. konzentriertem Zucker.)
Calcium-carbonicum-Kinder müssen im Allgemeinen schon sehr krank sein, bevor sie ihre Konzentrationsfähigkeit und ihre Fähigkeit zu geistiger Arbeit verlieren. Beim Lernen sind sie meist ausgesprochen zielstrebig; sie arbeiten hart, und es kommt vor, dass sie sich auf die Dauer überanstrengen. Bekanntlich ist Überarbeitung ja eine der auslösenden Ursachen für einen Calcium-carbonicum-Krankheitszustand. Aber solange diese Kinder nicht zusammenbrechen, sind sie normalerweise recht gut in der Schule, manchmal sogar ausgezeichnet. Sie arbeiten stetig und systematisch, und so erzielen sie meist überdurchschnittliche schulische Leistungen. Doch ihr Ehrgeiz kann dazu führen, dass sie sich selbst allzu sehr antreiben – manchmal bis zu einem Punkt, wo ihre Kraftreserven erschöpft sind und ihre Konzentrationsfähigkeit ausgehöhlt wird. Wenn es so weit kommt, werden sie ruhelos und wollen von der Schule abgehen.
Nicht selten kann man Calcium-carbonicum-Kinder mit PULSATILLA verwechseln. PULSATILLA-Kinder können in einen ähnlichen Zustand von Religiosität geraten wie Calcium-Kinder. Auch konstitutionell bestehen Ähnlichkeiten; der Körperbau kann der gleiche sein, und PULSATILLA kann sogar das Verlangen nach weichen Eiern haben. (Die Arznei sollte in die entsprechende Repertoriumsrubrik aufgenommen werden.) Aber PULSATILLA-Kinder sind viel weicher und fangen leichter an zu weinen. Dagegen treten Calcium-Kinder bestimmter auf und können sich besser behaupten, manchmal bis hin zu einer hartnäckigen Eigensinnigkeit. Ihre Persönlichkeit ist sehr stark, ihre Wünsche und Vorlieben sind bestimmt und deutlich, und sie sind fest entschlossen, ihren Willen durchzusetzen und zu bekommen, was sie wollen.
In der Pubertät, etwa im Alter von vierzehn bis sechzehn Jahren, beginnen Calcium-carbonicum-Menschen schließlich, die beschriebene Höhenangst und den Schwindel an hohen Orten zu entwickeln. Dagegen ist dieses bei den Calcium-Erwachsenen so häufige Symptom vor der Pubertät nur sehr selten anzutreffen. Die Angst kann so stark sein, dass die Jugendlichen von Höhen träumen und Alpträume bekommen, ja dass sie nicht einmal ruhig bleiben können, wenn sie jemand anders hoch oben stehen sehen. Höhenangst ist ein ausgeprägtes Leitsymptom sowohl für Calcium carbonicum als auch für SULFUR.
Weitere Gemütssymptome
  • Die Angst von Calcium carbonicum wird, wie gesagt, häufig abends schlimmer. Hier einige Modalitäten der Angstzustände aus Hahnemanns Prüfung: „Vor dem Einschlafen, abends, ängstliche Gedanken, welche vergingen und wieder kamen; dabei hielt er die Gegenstände umher für andere, fürchtete das Dunkel und bestrebte sich, in das Helle zu sehen; was alles sich nach Blähungsabgang legte.“ „Nach dem Stuhlgange, Beängstigung auf der Brust.“ „Ängstliches Erwachen nach Mitternacht …“ „Ängstliches Erwachen die Nacht, öfters aus ängstlichen Träumen.“ „Große Angst, große A. und Herzklopfen Calc.Angst und Herzklopfen.“ Während ihrer Verzweiflungs- und Angstzustände können Calcium-Personen ihre Angehörigen Tag und Nacht mit Klagen und Jammern quälen.

  • Calcium-Patienten sind schreckhaft Calc.schreckhafte Menschen; sie fahren leicht zusammen und reagieren empfindlich auf Geräusche, besonders wenn diese laut oder schrill sind. „Den Tag vor der Regel, große Angegriffenheit; eine Kleinigkeit setzt sie in den größten Schreck“ (Hahnemann).

  • Der weibliche Zyklus kann durch emotionale Einflüsse affiziert werden. Ausbleiben der Regel nach Schreck. Erregung führt zu Dysmenorrhö, nach Erregung Calc.Dysmenorrhö; bei der geringsten Erregung, geringste E. löst Dysmenorrhö aus Calc.Erregung besteht die Gefahr, dass die Blutung wieder einsetzt bzw. eine Zwischenblutung aufkommt.

  • Ehemalige Verdrießlichkeiten oder längst vergangene Beleidigungen können die Patienten zum Zorn, ohne jede Ursache Calc.Zorn aufreizen oder auch Gram und Klagen bewirken. Reizbare und verdrießliche Stimmung mit Ärgerlichkeit, ohne Ursache Calc.Ärgerlichkeit, manchmal ohne jede Ursache. Zorn und Ärger über Kleinigkeiten kann zu Beschwerden wie Schwindel und Schlaflosigkeit führen. Der Calcium-Zorn kann ausgesprochen heftig werden.

  • „Verdrießlich, mürrisch, sehr ärgerlich und höchst gleichgültig gegen die wichtigsten Dinge; dabei verrichtete er alles mit Widerwillen und wie durch Zwang.“ „Willenlosigkeit Calc.Willenlosigkeit, und dabei doch Gefühl von Kraft.“ „Alles ist ihr zuwider, bei großer Ärgerlichkeit“ (Hahnemann).

  • Extreme Mutwilligkeit, mit Dickköpfigkeit. unausstehliche Laune Calc.Unausstehliche Laune, besonders morgens, bei großer Schläfrigkeit und drückendem Stirnkopfschmerz.

  • eigensinnige Kinder, die zum Dickwerden neigen Calc.Eigensinnige Kinder, die zum Dickwerden neigen; verdrießlich und stur. Zugleich sind Calcium-Kinder aber von sensiblem, empfindsamem Wesen; sie können schwermütig werden und denken dann ständig über Tod und Sterben oder über religiöse Dinge nach. Sie haben Angst, nachts Angst, die Augen zu schließen, Kinder Calc.die Augen zu schließen, weil sie die Schrecken der Nacht fürchten; manche Kinder haben Angst vor allem, was sie sehen.

  • Calcium-Menschen sind oft wortkarg und nicht zum Sprechen aufgelegt, was mit Abneigung gegen Gesellschaft einhergehen kann. Hahnemann gibt das Symptom: „Abneigung, Widerwille, Ekel vor den meisten Menschen“; doch finden wir in seiner Prüfung auch: „Die Einsamkeit ist ihm lästig, bei Kälte des Gesichts, der Hände und Füße.“

  • Zu der abendlichen Verschlimmerung der Ängste gibt es in Hahnemanns Prüfung ebenfalls eine Polarität, nämlich eine Besserung der Gemütsverfassung gegen Abend, wie aus diesen Symptomen hervorgeht: „Den Tag über ärgerlich und verdrießlich, abends launig und gesprächig.“ „Den ersten Teil des Tages ängstlich, den letzten heiter und zufrieden mit sich selbst.“ Die abendliche Lebhaftigkeit des Geistes und der Gedankenandrang können allerdings das Einschlafen erschweren; kann vor Mitternacht nicht einschlafen.

Müßiggang kann den psychischen Zustand verschlimmern: „Sobald er müßig und ruhig sitzt, wird er verdrießlich und schläfrig, und es ist ihm alles zuwider“ (Hahnemann). In diesem Fall bessert geistige Beschäftigung und Konzentration; Kopfweh kann bei Anstrengung der Gedanken verschwinden. Häufiger ist aber eine Verschlimmerung durch geistige Anstrengung. So werden Nervosität und Unruhe durch Anspannung des Geistes schlimmer und bessern sich im Liegen mit geschlossenen Augen. Geistige Anstrengung, geistige, löst Blutandrang zum Kopf, Chorea oder Anfälle von Zittern aus Calc.Anstrengung löst Blutandrang zum Kopf, Chorea oder Anfälle von Zittern aus.
Wichtige Leitsymptome
Wie Boericke betont, ist das Leitsymptom der Calcium-Wirkung eine Nährstoffaufnahme und -umsetzung, Störung der Calc.Störung der Nährstoffaufnahme und -umsetzung. Die Pathologie kann jedes Organsystem des Körpers in Mitleidenschaft ziehen, besonders betroffen aber sind der Bewegungsapparat, Pathologie betrifft Calc.Bewegungsapparat (Skelett und Muskulatur) und das Lymphsystem, Pathologie betrifft Calc.Lymphsystem. In Fällen, wo Bewegungsapparat und Lymphsystem gleichzeitig betroffen sind, sollte man immer auch an Calcium carbonicum denken. Es besteht eine Neigung zu skrofulösen und rachitischen Zuständen, Schwellung, Drüsen und Lymphknoten Calc.Drüsen und Lymphknoten sind häufig geschwollen, und die Schweißsekretion, erhöhte Calc.Schweißsekretion ist erhöht, sowohl allgemein als auch lokal.
Calcium-Patienten haben meist eher schlaffe Gewebe und werden leicht dick, schwerfällig, träge Calc.dick und recht schwerfällig und träge. Der Kopf ist groß, das Gesicht großflächig, die Haut ist blass und sieht kreidig oder kalkig aus.
Fettleibigkeit, Abmagerung und Anämie
Eine wichtige Polarität von Calcium carbonicum ist, dass es sowohl Fettleibigkeit Calc.Abmagerung Calc.Fettleibigkeit als auch Abmagerung Calc.Abmagerung verursachen kann. Diese Zustände sind oft mit Anämie Calc.Anämie verbunden.
  • Die Tendenz, zuzunehmen und schlaff und schwach zu werden Calc.Tendenz, zuzunehmen und schlaff und schwach zu werden, ist häufig eines der ersten Zeichen einer Calcium-carbonicum-Pathologie – je mehr Gewicht der Patient auf die Waage bringt, desto schwächer wird er.

  • Doch bei Calcium gibt es auch einen spezifischen Zustand von Abmagerung und Auszehrung.

Kinder haben oft einen dick, Bauch, vermehrtes Drüsen- und Fettgewebe, Hals und Gliedmaßen mager Calc.dicken Bauch und vermehrtes Drüsen- und Fettgewebe, vermehrtes, mit dickem Bauch, magerem Hals und Gliedmaßen Calc.Drüsen- und Fettgewebe, während mager, Hals und Gliedmaßen, bei dickem Bauch, vermehrtem Drüsen- und Fettgewebe Calc.Hals und Gliedmaßen mager sind. Kent schreibt: „Calcium entspricht in sehr hohem Grade den Bleichsüchtigen und Anämischen, mit blassem, wächsernem Teint – die trotzdem plump wirken. Es kann sowohl auf fette, schlaffe und blasse Menschen als auch auf Abmagerungszustände passen. Atrophie der Muskeln. Abmagerung am Hals; abgemagert um den Hals und weiter abwärts. Anämische Zustände; bleich, wächsern; kränklich; blasse Lippen; blasse Ohren; blasse Finger; blass und gelblich … Calcium erzeugt massivste Formen von perniziöser Anämie.“
  • Calcium carbonicum ist oft angezeigt bei fettleibigen, aber blutarmen Menschen mit gerötetem Gesicht, die ganz wie FERRUM aussehen – mit dem Unterschied, dass FERRUM-Menschen eine umschriebene Röte auf den Wangen zeigen, während bei Calcium das ganze Gesicht rot ist. Wenn eine solche Person sich körperlich anstrengt, wird sie sich bald mit Fieber ins Bett legen müssen, oder sie bekommt Kopfschmerzen.

  • In solchen Fällen ist es nicht leicht, zwischen FERRUM, BELLADONNA und Calcium zu differenzieren.

Schwäche und Erschöpfung
Schwäche calc.Dies sind wichtige Merkmale von Calcium carbonicum. Der Patient bewegt sich langsam, schwerfällig, bewegt sich Calc.langsam und schwerfällig. Ungeschicklichkeit und Schwerfälligkeit, besonders während der Schwangerschaft; fällt leicht hin. Der auffallendste Zug der Calcium-Schwäche ist die ungewöhnlich schnelle Ermüdung, schnelle, bei jeder Art von körperlicher Anstrengung calc.Ermüdung bei jeder Art von körperlicher Anstrengung. Calcium sollte als eines der ersten Mittel in Betracht gezogen werden, wenn ein Patient über Atemnot bei der geringsten Anstrengung klagt. Eine besondere Hürde für Calcium-Menschen ist das Steigen, fällt schwer Calc.Steigen: auf Hügel, Treppen usw. Sie geraten davon schnell außer Atem und werden müde und erschöpft. Wenn man von einem Patienten hört, dass er keine Treppen steigen kann, weil er so matt und müde in den Beinen ist und gleich keine Luft mehr bekommt, ist dies ein starker Hinweis auf Calcium carbonicum. Spazierengehen, kraftlos beim Calc.Spazierengehen kann ebenfalls große Kraftlosigkeit mit sich bringen, besonders in den Beinen, mit ermattendem Schweiß. Es gibt allerdings auch Schwächezustände, die durch fortgesetztes Gehen oder durch Einatmen frischer Luft besser werden, wie Hahnemann berichtet. Auch Sprechen schwächt den Organismus: „Von Sprechen wird sie schwach, sie muss aufhören“ (Hahnemann). Geschlechtsverkehr kann ebenfalls große Mattigkeit nach sich ziehen.
  • Schlimmer nach Koitus, schlimmer nach Calc.Koitus ist eine häufige Modalität bei Calcium-Menschen; sie können danach noch tagelang sehr matt, angegriffen, tagelang Calc.matt und angegriffen sein. (Man sollte sich von diesem Symptom aber nicht in die Irre führen lassen und denken, alle Calcium-Menschen seien schwach; gerade auf sexuellem Gebiet sind sie vielmehr meist recht vital, und sie neigen nicht zu sexuellen Störungen.) Mattigkeit und Erschöpfung werden nicht selten schon gleich morgens, nach dem Erwachen aus tiefem Schlaf, empfunden – der „Schlummerzustand“ (Hahnemann) dauert selbst nach dem Aufstehen noch fort. Die Müdigkeit und Schläfrigkeit kann sich dann über den ganzen Tag hinziehen.

  • So ist die Anstrengung, Verschlimmerung durch jegliche Calc.Verschlimmerung durch jegliche Anstrengung ein ausgesprochen typisches Merkmal von Calcium carbonicum. Aufgrund ihres Mangels an Ausdauer sind diese Menschen unfähig, eine ernsthafte Anstrengung durchzuhalten.

  • Beschwerden vom Verheben, Beschwerden vom Calc.Verheben etwa sind bei ihnen ebenfalls häufig; und auch Beschwerden durch plötzlich unterdrückten Schweiß, wie wir sie von BELLADONNA kennen. „Wenn er beim Gehen ins Schwitzen kommt und lange genug stehenbleibt, um sich wieder einigermaßen zu fangen, hört das Schwitzen so plötzlich auf, dass er Schüttelfrost bekommt, oder auch Kopfweh“ (Kent).

Ohmachtsanfälle
Ohnmachtsanfälle Calc.Ohnmachtsanfälle auf der Straße; beginnend mit einem Gefühl, als ob etwas vom Magen zum Kopf aufstiege, glaubt, er werde sterben; danach Gefühl von Verwirrung und Bestürzung. Auch abendliche Ohnmachtsanfälle mit Schwarzwerden vor den Augen können auftreten; und bei Frauen kann sich während der Regel eine Unruhe bis zum Ohnmächtigwerden einstellen, mit ziehend-drückenden Schmerzen und Stichen bald hier, bald da. Schwindelgefühl morgens nach dem Aufstehen, als sollte er bewusstlos hinfallen. Die Ohnmachtsanfälle können auch mit Kälte und undeutlichem Sehen einhergehen, ebenso mit großen Schweißtropfen, große S. im Gesicht Calc.Schweißtropfen im Gesicht.
Beeinträchtigt ist auch die Fähigkeit zur Rekonvaleszenz; bekommt leicht Rückfälle, bekommt leicht Calc.Rückfälle, die Genesung schreitet nicht voran Calc.Genesung schreitet nicht voran.
Knochenbildung
  • Die Bildung der Knochen ist häufig gestört. Knochengewebe entwickelt sich verspätet Calc.Knochengewebe entwickelt sich verspätet, was oft mit einer Vergrößerung der Lymphknoten Calc.Vergrößerung der Lymphknoten einhergeht.

  • Die Fontanellen, ungewöhnlich lange geöffnet Calc.Fontanellen bleiben ungewöhnlich lange offen.

  • Die Knochen sind sehr weich, die Extremitäten werden krumm und deformiert. Knochenverkrümmung, Wirbelsäule, Röhrenknochen Calc.Knochenverkrümmung, besonders der Wirbelsäule und der Röhrenknochen. Rachitis; Knochenkaries; Nekrosen; Osteomyelitis.

  • Neben solchen Krankheitsbildern mit gestörter Knochenbildung bzw. Gewebsverlust kann Calcium carbonicum aber auch abnormales Knochenwachstum erzeugen: Exostosen Calc.Exostosen, Knochentumoren.

  • Knochenverletzungen heilen langsam. Knochenhautverletzungen Calc.Knochenhautverletzungen, etwa durch einen Hammerschlag, der durch die Muskeln hindurch das Periost beschädigt, können auf Calcium ansprechen. Bohrende, stechende oder klopfende Schmerzen in den Knochen.

  • Oft sind die Gelenke betroffen. Krepitationen darin, als ob sie zu trocken wären. Arthritische Knotenbildung, mit Steifheit der Gelenke. Gelenkerkrankungen, z. B. Koxarthrose; rheumatische und gichtische Zustände der Gelenke.

Beschwerden von schwieriger Zahnung, schwieirge, Beschwerden von Calc.Zahnung. Bei Babys kommen die Zähne langsam und verspätet heraus; ältere Patienten haben Probleme mit den Weisheitszähnen.
Ein weiteres Calcium-Kennzeichen sind brüchige Fingernägel, brüchige Calc.Fingernägel; dieses Symptom wird man in den meisten Calcium-Fällen vorfinden, außer wenn tiefgehendes Leiden auf der geistigen Ebene vorhanden ist. Die Nägel können auch weiße Flecken aufweisen. Und so beschreibt Kent die Knochenprobleme von „natürlichen Kalk-Fällen“: „Sie leiden an einer angeborenen Unfähigkeit, den Kalk zu verdauen, der in ihrer natürlichen Nahrung zur Verfügung steht, und sie werden dick und schlaff und bilden mangelhaftes Knochengewebe aus. Der Anteil an Knorpelgewebe in den Knochen ist größer als der an Kalk, und so biegen sich die Knochen, und es kommt zu Knochenkrankheiten und degenerativen Prozessen. Mangelhafte Zähne, oder gar keine Zähne. Die Knochen hören einfach auf zu wachsen, und der Patient wird ausgezehrt und entkräftet.“ Er berichtet auch von den wunderbaren Heilwirkungen, die in solchen Fällen auf eine Einzelgabe Calcium carbonicum folgten: „Auf einmal fangen die Zähne zu wachsen an; die Knochen beginnen zu wachsen, die Beine werden stabil genug, dass er anfangen kann zu laufen, sie sind in der Lage, ihn zu tragen … Im Lauf von Monaten, ja von sechs Wochen nach einer Einzelgabe des ausreichend potenzierten Mittels wird man sehen, dass die Nägel, die wellig, gefurcht, uneben, fleckig und unregelmäßig waren, nun eine Randlinie ausbilden und darunter glatt und gesund weiterwachsen. Vorher waren die Zahnkronen hässlich und klein, schief und schwarz, wie sie aus dem Zahnfleisch kamen; aber unter der richtigen homöopathischen Arznei werden sie eine Grenzlinie ausbilden, und von dieser an sehen die Zähne gesund aus, von da an ist der Zahn glatt und rund; als ob das Kind einen Impuls erfahren hätte, nun bessere Zähne zu erzeugen.“
Muskulatur
  • Die Muskeln werden schlaff, sie sind leicht zu überanstrengen und neigen zu Verletzungen. Muskelatrophie; Rücken- und Extremitätenmuskeln abgemagert. Kinder fangen spät an zu laufen, Kinder fangen spät an zu Calc.laufen, aufgrund von Muskelschwäche. Kent gibt eine interessante Differenzierung: „Das Kind lernt nicht eigentlich spät laufen, es fängt vielmehr einfach spät an zu laufen. Es weiß, wie das Laufen geht, aber es kann nicht laufen. NATRIUM MURIATICUM hingegen hat zerebrale Probleme, bei denen das Kind bestimmte Dinge spät lernt.“

  • Calcium hat auch einen pyämischen Zustand mit Abszesse in den tieferen Muskeln Calc.Abszessen in den tieferen Muskeln: tief im Hals; im Oberschenkel; im Bauch.

  • Ein weiteres Merkmal von Calcium, meist bei Patienten ab 35 oder 40 auftretend, sind schmerzhafte Krämpfe, schmerzhafte Calc.Krämpfe in verschiedenen Körperteilen, besonders Wadenkrämpfe, nachts im Bett Calc.Wadenkrämpfe nachts im Bett. Crampi, die die Glieder krummziehen, besonders Zehen und Finger.

Rheumatische Beschwerden
Calcium carbonicum neigt zu einer großen Zahl rheumatische Beschwerden, viele Calc.rheumatischer Beschwerden; Muskel- und Knochenschmerzen, die im Allgemeinen durch Wärme und Trockenheit besser werden, während in erster Linie Feuchtigkeit verschlimmert Calc.Feuchtigkeit verschlimmert, ferner auch Kälte. Allgemein hat kaltes Baden auf Calcium-carbonicum-Patienten verschlimmernde, heißes Baden bessernde Wirkung. Viele rheumatische Schmerzen sind schlimmer im Liegen, ähnlich wie bei RHUS TOXICODENDRON. Muskelrheumatismus; bei rheumatischen Schmerzen kann man harte Striemen in den Muskeln spüren.
  • Zu den vorrangigen Schwächeregionen von Calcium carbonicum zählt die Lendengegend, Schwäche in der Calc.Lendengegend. Das Schwächegefühl in dieser Region hat zur Folge, dass die Patienten nicht fähig sind, längere Zeit aufrecht zu sitzen – eine Besonderheit von Calcium carbonicum. Beim Sitzen fühlt sich der Rücken überlastet und schwach an, und sie neigen dazu, im Stuhl herunterzurutschen. Schon bald nach dem Hinsetzen spüren sie, wie sie rutschen, und es ist gar nicht ungewöhnlich, solche Patienten in einer halb liegenden Position auf ihrem Stuhl „hängen“ zu sehen. Der Rücken ist einfach zu schwach, um das Gewicht des Körpers im Sitzen zu halten, und so nimmt der Patient diese zusammengesunkene Haltung ein, um die Belastung und den Druck zu erleichtern.

  • Calcium carbonicum deckt nicht nur Lumbago und Ischialgie ab, sondern auch Arthritis und Gicht, und selbst sehr schwere Krankheitsbilder wie die rheumatoide Arthritis liegen innerhalb seines Wirkungsbereichs. Es ist wichtig zu wissen, dass auch solche schweren oder systemischen Krankheiten, wenn sie ein klares Calcium-carbonicum-Bild bieten, sehr wahrscheinlich heilbar sind. Handelt es sich um Calcium-Fälle, so sind die typischen konstitutionellen Symptome zu erwarten: die kalten Füße; die Verschlimmerung durch Kälte und Nässe, besonders charakteristisch in Form einer „Wetterfühligkeit“ in bezug auf naßkaltes Wetter; die Empfindlichkeit gegen kalte Luft und Zugluft, es graut den Patienten vor kalten Winden. Diese Menschen sind empfindlich gegen Wetterlagen, wo sich ein Sturm zusammenbraut, und allgemein gegen Wetterumschwünge, besonders von warm zu kalt. Bei solchen Wetterumschwüngen scheinen sie überhaupt nicht mehr warm werden zu können, und dabei bessert Wärme ihren Zustand erheblich. Der Organismus hat Schwierigkeiten, sich auf die äußeren Temperaturschwankungen einzustellen und entsprechend zu reagieren, und so müssen die Patienten leiden.

Ferner lässt sich über die Calcium-Schmerzen sagen, dass sie fast immer beim Liegen im Bett oder beim Sitzen auftreten; auch an den Stellen, auf denen man eine Zeitlang gelegen hat. Neuralgische Schmerzen in den Gliedern, wie Schmerzen wie zerschlagen oder verrenkt, in den Gliedern Calc.zerschlagen oder verrenkt.
Zuckungen, Zittern, Krämpfe und Konvulsionen
Zuckungen, Zittern, Krämpfe und Konvulsionen sind ein weiteres hervorstechendes Merkmal dieser Arznei. Zittern, Zucken, Rucken und „Fippern“ der Muskeln. Chorea Calc.Chorea, die manchmal nur eine Körperseite affiziert und nach Schreck oder beim Durchbruch der zweiten Zähne einsetzen kann. Krämpfe zahnender Kinder. Hysterische Spasmen. Klonische Krämpfe und epileptische Anfälle.
Calcium kann bei Epilepsie Calc.Epilepsie angezeigt sein. Hering berichtet von einem Fall von Epilepsie, die seit drei Jahren bestand, mit acht oder zehn Anfällen pro Tag, schlimmer zwischen 4 Uhr und 16 Uhr; dieser Fall konnte mit Calcium carbonicum geheilt werden. Calcium-carbonicum-Patienten können ein Vorgefühl im Solarplexus spüren, das sehr schnell von den epileptischen Konvulsionen gefolgt wird.
  • Die Aura breitet sich vom Solarplexus, epileptische Aura breitet sich vom S. nach außen oder oben aus Calc.Solarplexus nach außen oder oben aus.

    • Dieses Symptom ist ähnlich wie bei INDIGO oder LYCOPODIUM. Im Fall von LYCOPODIUM ist das Gefühl von einem Jungen einmal so beschrieben worden, als ob etwas Böses vom Magen hochstiege und sich seiner bemächtigte.

    • Bei CICUTA liegt der Ursprung der Aura weiter unten im Abdomen.

  • Ein weiteres Aura-Symptom von Calcium ist das Gefühl, als liefe eine Maus den Arm hinauf Calc.Gefühl, als liefe eine Maus den Arm hinauf, oder auch vom Oberbauch zum Uterus oder zu den Beinen hinab.

  • Auslösende Ursachen für epileptische Anfälle können Kränkung, Ärger, Schreck, Masturbation, Unterdrückung eines chronischen Ausschlages oder Nasswerden sein. Calcium ist eines der Hauptmittel zur Heilung von Epilepsie bei Kindern, die viel Zeit mit Videospielen verbringen Calc.Epilepsie bei Kindern, die viel Zeit mit Videospielen verbringen. In den Chronischen Krankheiten nennt Hahnemann auch „nächtliche Fallsucht-Anfälle zum Vollmonde, mit Schreien“ als Indikation für Calcium carbonicum, und Hering fügt hinzu, dass die epileptischen Anfälle zur Zeit der Sonnenwende verstärkt auftreten. Konvulsionen können auch durch Baumeln-lassen der Beine erregt werden. Auf einen Anfall kann Heißhunger folgen.

Ein ungewöhnliches Symptom, das man bei manchen Calcium-carbonicum-Patienten antreffen wird, ist ein Gefühl von Levitation Calc.Gefühl von Levitation bei Ermüdungs- oder Erschöpfungszuständen – wie ein Schweben oder Dahintreiben, oder wie ein Verlassen des physischen Leibes. Dieses Schwebegefühl wird manchmal auch spontan empfunden.
Kreislaufstörungen
Kreislaufstörungen manifestieren sich bei Calcium oft in Form von Kongestionen, Kreislaufstörungen manifestieren sich in Form von Calc.Kongestionen. Folgen wir Kents Beschreibung: „Calcium ist voller Kongestionen. Blutandrang zum Kopf, mit kalten Füßen und heißem Kopf; Wallung des Blutes zur Brust … Bei Blutandrang zum Kopf kann dieser auf Berührung heiß sein; aber oft kommt er dem Patienten kalt vor. Die Kopfhaut fühlt sich an, als ob sie kalt wäre. Aber der übrige Körper ist fast immer kalt, sowohl objektiv als auch subjektiv, und der Patient will sich dick anziehen.“
  • Diese eigentümliche Verbindung von Hyperämie und (subjektiver und/oder objektiver) Kälte ist ein charakteristischer Zug von Calcium. Er kann sich auch wie folgt manifestieren: „Je ausgeprägter die Kongestion innerer Organe, je ausgeprägter, desto kälter wird die Körperoberfläche calc.Kongestion innerer Organe, desto kälter wird die Körperoberfläche“ (Kent).

  • Die Kongestionen und Blutwallungen können auch mit Hitzewallungen Calc.Hitzewallungen einhergehen. Häufige Hitzewallungen mit Angst und Herzklopfen; oder als würde die Patientin mit heißem Wasser übergossen, mit Verzweiflung an ihrem Leben, sehr traurigem Gemüt und Weinen. Blut, warmes Überströmen des B. von der Magengrube aus bis zum Kopf Calc.Warmes Überströmen des Blutes von der Magengrube aus bis zum Kopf. Nachts Wallung im Blut mit unruhigem Schlaf, besonders während der Regel.

  • Die Probleme im Herz-Kreislauf-System können sich auch am Herzschlag zeigen: zitterndes Schlagen des Herzens Calc.Zitterndes Schlagen des Herzens, schlimmer nach dem Essen und nachts. Heftiges Herzklopfen, heftiges Calc.Herzklopfen während der Angstzustände. „Nachts, nach Mitternacht, trockener Husten, dass ihm Herz und Adern pochten“ (Hahnemann).

  • Die Schlaffheit von Calcium carbonicum prägt alle Gewebe des Körpers, besonders aber die Blutgefäße, deren Tonus sehr gering ist: „Große Erschlaffung überall in den Geweben; Erschlaffung der Muskeln; Erschlaffung der Blutgefäße; die Gefäßwände sind so schlaff, besonders in den Beinen und am After, dass sich ausgeprägte Hämorrhoiden oder Krampfadern bilden. Erweiterte Venen, Brennen in den Krampfadern; Brennen und Beißen. Blutungen; Sickerblutungen“ (Kent).

Mangel an Lebenswärme, Infektanfälligkeit
  • Insgesamt neigt der Calcium-Patient deutlich zum Frösteln Calc.Frösteln. Er ist nicht gern im Freien, ist nicht gern im Calc.Freien, weil kalte Luft ihm sofort durch und durch geht. Trotz der großen Kälteempfindlichkeit verträgt er aber auch Sonneneinstrahlung nicht.

  • Hände und Füße sind meist sehr kalt. Die Füße liefern nicht selten einen höchst wertvollen Hinweis auf Calcium carbonicum: die meisten Patienten klagen über kalte Füße Calc.kalte Füße; oft ziehen sie Socken an, wenn sie ins Bett gehen. Später in der Nacht werden die Füße dann oft warm, und sie ziehen die Socken wieder aus. Die Füße (speziell die Sohlen) können im Lauf der Nacht gelegentlich sogar so warm werden, dass sie sie unter der Decke hervorstrecken.

  • Bei Fällen sehr häufig wiederkehrender Erkältungen, sehr häufig wiederkehrende Calc.Erkältungen sollte Calcium, neben SULFUR, PSORINUM und TUBERCULINUM, zu den ersten Mitteln gehören, die man in Betracht zieht. Aspirin kann bei Calcium-Menschen Verschlimmerungen hervorrufen; die Verschlimmerung kann allgemein sein, oder sie betrifft nur die Symptome, derentwegen der Patient das Aspirin genommen hat.

Schweiß und saure Körperabsonderungen
  • Der Typ von Schweiß, den Calcium-Menschen haben, ist ein wichtiges Erkennungszeichen. Sie schwitzen leicht und viel, bei der geringsten körperlichen oder geistigen Anstrengung. Oft ist der Schweiß kalt und klebrig. Er kann am ganzen Körper auftreten, aber noch charakteristischer sind partielle Schweiße, partielle, besonders am Kopf, am Nacken Calc.Schweiße, besonders am Kopf, am Nacken, an der Brust, an Händen und Füßen. Am stärksten ist der Schweiß nachts, im Schlaf Calc.Schweiß nachts, im Schlaf. Der Schweiß der Handflächen macht die Hände kalt und feucht, und der Händedruck vieler Calcium-Patienten ist unvergesslich, schlaff und feucht, wie er ist. Auch die Füße schwitzen ähnlich, aber nicht so stark wie bei manchen anderen Mitteln, etwa SILICEA, NITRICUM ACIDUM, GRAPHITES oder LYCOPODIUM. Im Allgemeinen ist der Schweiß nicht übelriechend.

  • Ein Kennzeichen von Calcium ist, dass es sauer ist. Die sauer, Körpersekrete Calc.Körpersekrete sind sauer: Schweiß, Stuhl, Urin. Der ganze Körper riecht sauer, der ganze Körper riecht Calc.sauer. Saurer Mundgeschmack, oder saurer Geschmack aller Speisen; saures Erbrechen, besonders bei Kindern in der Zahnungsphase; auch saurer Durchfall, der mit Schleimhautaffektionen einhergeht.

Lymphknotenverhärtungen, Tumoren und Exostosen
Tumoren Calc.Lymphknotenverhärtungen Calc.Exostosen Calc.Die Bildung von Lymphknotenverhärtungen, Tumoren Calc.Tumoren und Exostosen Calc.Exostosen, zeigt „Härte, wo Weichheit sein müsste“ –– diese Wirkung habe ich oben als Ergebnis eines Kalziumüberschusses interpretiert, als Komplementärwirkung zu den Zuständen von Kalziummangel, die bei dieser Arznei deutlich überwiegen. Es gibt eine Variante der Calcium-Persönlichkeit, die häufiger bei dünnen Patienten anzutreffen ist. Diese Menschen können recht aktiv sein und ausgesprochen optimistisch und „positiv“ denken. Sie sind es gewöhnlich, die an Drüsenschwellungen, Tumoren und Exostosen leiden.
  • Die Exostosen, ein bekanntes Calcium-Symptom, resultieren aus einer ungleichmäßigen Verteilung von Kalk im Körper, wie Kent bemerkt. Auch die Knorpel können Geschwülste aufweisen. Überhaupt liegen Tumoren, besonders eingekapselte, zystische Calc.Tumoren, besonders eingekapselte, zystische Tumoren, häufig im Wirkungsbereich von Calcium.

  • Ein besonders ausgeprägtes Calcium-Merkmal ist seine Tendenz, die Drüsen anzugreifen. Besonders die Lymphknoten, Hals, hart, entzündet, schmerzen Calc.Lymphknoten sind betroffen: am Hals, in den Leisten, im Abdomen. Häufig geht Abmagerung oder Atrophie mit Drüsenschwellungen einher, besonders bei skrofulösen Patienten. Die Lymphknoten werden hart, entzünden sich und schmerzen; knotige Schwellungen unter der Haut, oft nussgroß.

  • Calcium kann auch Geschwüre heilen, besonders wenn sie induriert sind. Kent schreibt: „Die Arznei ist angezeigt bei Verhärtungen von Geschwüren, bei Geschwüren mit verhärteter Basis oder verhärteter Umgebung – daher seine großartigen Erfolge bei der Palliation bösartiger Geschwüre und bei der Hemmung ihres Wachstums, da maligne Geschwüre immer eine verhärtete Basis haben … Bei Krebserkrankungen, denen der Patient sonst innerhalb von 16 Monaten erliegen müsste, kann Calcium die Lebenserwartung auf fünf Jahre verlängern, wenn es angezeigt ist. Das ist allerdings etwas, und in vielen Fällen ist es das Äußerste, was man bei Krebsgeschwüren erwarten kann.“

  • Eine weitere Art von Gewächsen, die Calcium häufig erzeugt und heilt, sind Polypen Calc.Polypen. Sie können sich in der Nase, in den Ohren, in der Vagina, in der Blase, im Rektum usw. bilden.

  • Eine bestimmte Art von Ausschläge Calc.Ausschlägen hinter den Ohren verlangt nach Calcium, besonders nässende Ausschläge mit Hautrissen hinter der unteren Ohrenpartie, etwa in Höhe der Ohrläppchen. Diesem Hautausschlag begegnet man in erster Linie bei Kindern. Das andere Hauptmittel für dort lokalisierte Ausschläge ist GRAPHITES; der GRAPHITES-Ausschlag sondert jedoch eine klebrige, honigartige Flüssigkeit ab.

Weitere Leitsymptome
  • Einige weitere Calcium-carbonicum-Leitsymptome:

    • Großes Verlangen, großes, sich mesmerisieren zu lassen Calc.Verlangen, sich mesmerisieren zu lassen. Dies kann sich als ein Verlangen äußern, sanft berührt und gestreichelt zu werden, was im Allgemeinen eine positive Wirkung auf den Zustand des Patienten ausübt.

    • Der Schlaf ist unruhig und gestört; erwacht gegen 2 oder 3 Uhr und kann nicht wieder einschlafen. nächtliche Angstzustände Calc.Nächtliche Angstzustände sind häufig. Pavor nocturnus bei Kindern; sie erwachen um 2 oder 3 Uhr schreiend und sind nicht ansprechbar, und morgens erinnern sie sich an nichts. Ein bekanntes und wichtiges Symptom sind Visionen, schreckliche, beim Schließen der Augen Calc.schreckliche Visionen beim Schließen der Augen. Beängstigung vor dem Einschlafen; auch „wenn der Abend naht“ (Hahnemann).

    • Tränenfluss Calc.Tränenfluss ist ebenfalls ein Leitsymptom von Calcium carbonicum. Für gewöhnlich tränt das rechte Auge, was sich im Hause ebenso zeigen kann wie im Freien; besonders leicht aber kommt es zu Tränenfluss, wenn das Auge Tränenfluss, bei frischer Luft oder Wind Calc.dem Einfluss frischer Luft oder dem Wind ausgesetzt ist, und zwar schon bei ganz geringer Luftbewegung. „Tränen der Augen, im Freien oder früh“ (Hahnemann).

    • Ein eigentümliches Leeregefühl, Magen Calc.Leeregefühl oder „Magen, flaues Gefühl im Calc.flaues Gefühl“ im Magen ist bei Calcium anzutreffen, das die Patienten zum Essen nötigen kann, obwohl sie gar keinen Appetit haben. Es ist eine Art nervösen Essens. Andere Mittel haben ein ähnliches Leeregefühl (PHOSPHORUS, SULFUR, SEPIA), aber zu bestimmten Uhrzeiten, während es bei Calcium kontinuierlich anhält. Calcium-Menschen haben ein Verlangen nach Süßem, Salzigem und nach Mehlspeisen, besonders Nudeln, und natürlich das wohlbekannte Verlangen nach Eiern, vor allem weichgekochten Calc.Verlangen nach Eiern, vor allem weichgekochten Eiern. Abneigung gegen Eier mag gelegentlich vorkommen; Verschlimmerung durch Eier aber würde sehr stark gegen Calcium carbonicum sprechen. Charakteristisch für die Arznei ist eine Abneigung gegen Fett, und auch einen Widerwillen gegen schleimige Speisen wird man häufig vorfinden. Zwei- bis vierjährige Calcium-Kinder versuchen oft alles zu essen, ob es verdaulich ist oder nicht.

    • Verstopfung Calc.Verstopfung gehört oft zu den Symptomen eines Calcium-Falles. Tritt sie bei Kindern auf, so kann man interessanterweise oft beobachten, dass sie sich, Verstopfung, Kinder fühlen sich besser, solange sie verstopft sind Calc.solange sie verstopft sind, insgesamt besser fühlen – ein Kennzeichen, das bei Erwachsenen für gewöhnlich nicht mehr vorhanden ist.

    • Bei Stomatitis aphthosa Calc.Stomatitis aphthosa im Säuglingsalter ist Calcium das erste in Betracht zu ziehende Mittel.

  • Ein abschließender Hinweis: Soweit es um chronische Zustände geht, sind Calcium carbonicum und BRYONIA einander feindlich. Deshalb gilt es, äußerste Vorsicht walten zu lassen, wenn man BRYONIA auf Calcium folgen lässt. Um es zu veranschaulichen: Sagen wir, ein Calcium-Patient ist wegen eines chronischen Leidens behandelt worden und erleidet dann einen Rückfall. Bei näherer Untersuchung des Falles stellt sich heraus, dass der Zustand nicht mehr exakt der gleiche ist wie zuvor. Vielleicht ist der Durst vermehrt und der Mund trocken, und der Patient fröstelt nicht mehr so sehr. Dies wird so gedeutet, dass im Zuge dieser Rückkehr des chronischen Leidens ein neuer Zustand, nämlich ein BRYONIA-Zustand, eingetreten ist. Man sollte sich hüten, in einem solchen Fall BRYONIA zu geben; dieses Mittel würde höchstwahrscheinlich entweder einen massiven Rückfall auslösen oder den Fall verderben. Wenn die neue Situation allerdings mit einer akuten Störung wie Grippe oder Bronchitis einhergeht und diese akute Störung ein eindeutiges BRYONIA-Bild zeigt, dann kann man es beruhigt verschreiben.

  • BELLADONNA und RHUS TOXICODENDRON sind die Komplementärmittel von Calcium. Wenn ein Calcium-carbonicum-Patient eine akute Krankheit bekommt, ist häufig BELLADONNA das angezeigte Mittel.

  • Allgemeine Modalitäten:

    • Calcium carbonicum kann angezeigt sein bei üblen Folgen von: Alkohol; Verlust von Körpersäften; sexuellen Exzessen; Masturbation; Überanstrengung; Verheben; Unterdrückung von Schweiß, Ausschlägen oder der Menses. Beschwerden durch Zorn, Kummer, Grobheit, Schreck, Sorge, Beschwerden durch Calc.Sorge, übersteigertes Geltungsbedürfnis oder schlechte Nachrichten, Beschwerden durch Calc.schlechte Nachrichten.

    • Calcium ist ein vorwiegend rechtsseitiges Mittel, außer bei Halsmuskelproblemen, Brustbeschwerden, und Ischialgie, die eher auf der linken Seite auftreten.

    • Seltsame Empfindungen, als ob Teile des Körpers bersten oder platzen wollten oder als ob sie auseinandergepresst würden; als hätte man kalte, feuchte Strümpfe an den Füßen.

    • Schlimmer durch Kälte, schlimmer durch K. in jeder Form Calc.Kälte in jeder Form; Feuchtigkeit, schlimmer durch Calc.Feuchtigkeit; Wasser, Waschen, feuchte Luft, Regenwetter; geistige oder körperliche Anstrengung, körperliche, schlimmer durch Calc.Anstrengung; bei Vollmond; am Abend (Angst usw.) und am frühen Morgen; durch Steigen, schlimmer beim Calc.Steigen; beim Zahnen, schlimmer beim Calc.Zahnen; durch Kleiderdruck, schlimmer durch Calc.Kleiderdruck; im Stehen; durch Milch, schlimmer durch Calc.Milch und geräuchertes Fleisch, geräuchertes, schlimmer durch Calc.Fleisch.

    • Besser in trockenes Klima, besser durch Calc.trockenem Klima; durch Niesen (Ziehschmerz im Hinterkopf); Berühren und Streicheln des betroffenen Körperteils; Stilliegen im Dunkeln.

    • Im Allgemeinen bevorzugen Calcium-Menschen beim Liegen auf der linken Seite, wird bevorzugt Calc.Liegen die linke Seite.

Allgemeinsymptome und Keynotes
SchwindelCalcium ist berühmt für den Schwindel, den es erzeugt, besonders Schwindel an hohen Orten Calc.Schwindel an hohen Orten. Dabei muss „hoch“ gar nicht eine bedeutende Höhe meinen; schon auf einen Stuhl zu steigen, um eine Glühbirne auszuwechseln, kann Calcium-carbonicum-Menschen schwindlig machen. Sie sind nicht einmal fähig, auch nur in die Nähe eines wirklichen Steilabfalls zu gehen, etwa in die Nähe einer Klippe. Der Schwindel kann auch durch Träume von Höhen erregt werden; ein Prüfungssymptom lautet: „Schreckhafter Traum, als falle er oder werde herabgeworfen.“ Schon wenn diese Leute eine andere Person nahe an einem Abgrund oder dicht bei der Balkonbrüstung sehen, befällt sie Schwindel. Sie werden hysterisch, und nichts auf der Welt könnte sie davon überzeugen, dass der Balkon eigentlich völlig sicher ist. „Schwindel beim Treppensteigen Calc.Schwindel beim Treppensteigen; Schwindel beim hoch Steigen Calc.Schwindel beim hoch Steigen, z. B. aufs Dach“ (Hahnemann). Kent weist darauf hin, dass der Calcium-Schwindel „bei fast allen denkbaren Gelegenheiten“ auftreten kann, „vermischt mit allen möglichen Arten von Symptomen“. Er erwähnt ein Schwindelgefühl von jeder emotionalen oder geistigen Belastung: „Wenn ihm ein Schock widerfährt, wenn er schlechte Nachrichten bekommt, bei jeder Erregung und jedem Ärgernis oder Kummer entsteht dieser Schwindel“, nämlich ein Schwindel mit Blutandrang zum Kopf. „So ärgerlich über Kleinigkeiten Calc.ärgerlich über Kleinigkeiten, dass sie den ganzen Abend schwindlig war …“ (Hahnemann). Ferner wird Schwindel erregt Schwindel bei schnellem Drehen des Kopfes Calc.bei schnellem Drehen des Kopfes; beim Gehen im Freien, als sollte man taumeln; nach Gehen, beim Stehen und Umsehen, als wenn sich alles mit einem herumdrehte.
Der Schwindel kann von Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen begleitet sein; eine besondere Indikation ist „chronischer Kopfschmerz mit Schwindel, schlimmer beim Treppensteigen, bei anämischen Frauen mit starker Monatsblutung“ (T. F. Allen). Morgens vor dem Frühstück, allgemein schlechter Calc.Morgens vor dem Frühstück ist keine gute Zeit für Calcium-Menschen; Schwindelgefühl und Zittern vor dem Frühstück.
KopfDie Calcium-Kopfschmerzen setzen typischerweise Kopfschmerzen nach Anstrengung Calc.nach Anstrengung ein. Weitere auslösende Ursachen sind Kopfschmerzen bei Regenwetter Calc.Regenwetter, Kälte und Nässe sowie Zugluft; Erkältung und Schnupfen, besonders wenn die Sekretion aus der Nase versiegt; Verheben und Anstrengung des Rückens; Koitus; und Gefühlsregungen, etwa Kummer. Starke geistige Beanspruchung (allzu viel Lernen) kann Blutandrang zum Kopf und Kopfweh auslösen (etwa „Schulkinder-Kopfschmerz“), aber geistige Betätigung kann auch eine bessernde Wirkung auf Kopfschmerzen haben. Gehen, Geräusche und Sprechen machen das Kopfweh schlimmer; gebessert wird es durch Stilliegen im dunklen Zimmer, besonders durch Stilliegen auf der linken Seite, die von Calcium-Menschen ohnehin bevorzugt wird. Linderung kann auch durch sanften Druck und leichtes Reiben erreicht werden, und es gibt einen Ziehschmerz im Hinterkopf, immer nach der Seite hin, wohin man den Kopf bewegt, der auf Niesen vergeht.
Einige wichtige Arten von Kopfschmerz:
  • Betäubender, drückender Schmerz in der Stirn, mit Unbesinnlichkeit und Benebelung des ganzen Kopfes, während des Lesens; der Prüfer musste im Lesen stillhalten und wusste nicht, wo er war.

  • Betäubendes, drückendes Weh in der Stirne, wie beim Schwindel, in Ruhe und Bewegung.

  • Große Erkältungsanfälligkeit des Kopfes, und davon Kopfschmerz, als wenn ein Brett auf dem Kopf läge, mit drängendem Schmerz darin unter Frösteln des Körpers.

  • Klopfender oder hämmernder Kopfschmerz, klopfend oder hämmernd Calc.Kopfschmerz, besonders im Hinterkopf.

  • Schwere in der Stirn, durch Lesen und Schreiben erhöht Calc.Schwere in der Stirn, durch Lesen und Schreiben erhöht.

  • Stiche im Kopf, besonders auf der Seite des Kopfes, über der Schläfe.

  • Reißender Kopfschmerz, reißender, über den Augen, zur Nase herab, mit Übelkeit Calc.Kopfschmerz über den Augen, zur Nase herab, mit Übelkeit. Kent merkt an, dass diese Art von Kopfweh sich manchmal so anfühlt, als ob ein großer Keil in die Stirn getrieben wäre. „Dieser Kopfschmerz wird im Laufe des Tages immer stärker, bis er dann abends so schlimm wird, dass Übelkeit und Erbrechen aufkommen.“

  • Gefühl, als ob das Gehirn abwechselnd zusammengequetscht und wieder losgelassen würde.

  • Kopfweh Hinterkopf, Kopfweh beginnt im H. und zieht zum Scheitel hinauf Calc.beginnt im Hinterkopf und zieht zum Scheitel hinauf; es ist so stark, Kopfweh, daß sie denkt, der Kopf werde platzen und sie werde noch verrückt Calc.dass sie denkt, der Kopf werde platzen und sie werde noch verrückt.

  • Beim Husten schmerzhafte Erschütterung des Kopfes mit Stechen und Klopfen, als wollte er zerspringen.

  • Oft halbseitige Kopfschmerzen, oft halbseitige, stets mit viel leerem Aufstoßen Calc.Kopfschmerzen, stets mit viel leerem Aufstoßen.

  • Linksseitige Migräne, bei spärlicher Regelblutung; rechtsseitige Migräne, bei starker Regel.

  • Kopfweh alle sieben oder vierzehn Tage; periodische Kopfschmerzen.

Blutandrang zum Kopf Calc.Blutandrang zum Kopf ist ein starker Zug von Calcium. Er kann begleitet sein von Hitze in Kopf und Gesicht, und der Kopf fühlt sich voll, benommen, benebelt oder betäubt an. Das Gesicht kann aufgedunsen und rot sein, oder aber der Kopf, heiß und schwer, bei blassem Gesicht Calc.Kopf ist heiß und schwer bei blassem Gesicht. Hände und Füße sind dabei oft sehr kalt.
Andererseits ist aber auch Eiseskälte im oder am Kopf Calc.Eiseskälte im oder am Kopf ein Leitsymptom. Die Kälte kann auch als ein Taubheitsgefühl im Kopf beschrieben werden, als wäre er aus Holz. Dieses Gefühl kann zugleich mit dem Blutandrang zugegen sein. Kent zufolge ist das Merkmal „je ausgeprägter die Kongestion im Inneren, desto kälter wird die Körperoberfläche“ so ausgeprägt, dass es schon fast zum Allgemeinzustand von Calcium gezählt werden kann. Brennen im Scheitel bei Kälte der Stirn Calc.Brennen im Scheitel bei Kälte der Stirn, oder Kopf, der ganze K. kann sich kalt anfühlen, außer einer brennenden Stelle am Scheitel Calc.der ganze Kopf kann sich kalt anfühlen, außer einer brennenden Stelle am Scheitel. Wie Hering sagt, kann das Brennen im Scheitel nach Kummer, Brennen im Scheitel nach Calc.Kummer auftreten.
Bei Calcium-carbonicum-Kindern ist die Entwicklung der Schädelknochen gestört, und ein charakteristischer Zug ist ein Kopf, großer K. mit offenen Fontanellen Calc.großer Kopf mit offenen Fontanellen; der Fontanellenschluss ist verzögert. Oft geht dies mit Kopfschweißen und Vergrößerung der Lymphknoten einher. Auch bei chronischem Hydrocephalus, chronischer Calc.Hydrozephalus kann Calcium angezeigt sein.
Sehr kennzeichnend sind die Kopfschweiße Calc.Kopfschweiße, besonders bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen. Reichliche nächtliche Kopfschweiße bei Kindern, reichliche, nächtliche, die das Kissen in großem Umkreis naß machen Calc.Kopfschweiße bei Kindern, die das Kissen in großem Umkreis nass machen. Der Schweiß kann in großen Perlen das Gesicht hinunterlaufen. Neigung zu saurem Schweißgeruch. Starker, abmattender Schweiß, besonders am Schweiß, Hinterhaupt, Nacken, selbst in kalter Umgebung Calc.Hinterhaupt und im Nacken; selbst in kalter Umgebung. „Man sollte normalerweise annehmen, dass jemand, der in ein kaltes Zimmer kommt, zu schwitzen aufhört, aber einem Calcium-Patienten wird manchmal im kalten Zimmer der Schweiß ausbrechen, am Kopf und an den Füßen“ (Kent). Schweiß am Kopf, abendlicher Calc.Abendlicher Schweiß am Kopf.
An der Kopfhaut wird Beißen, Brennen und kribbelndes Jucken an der Kopfhaut Calc.Jucken verspürt, das sich vom hinteren Teil des Kopfes ausbreitet und abends in der Bettwärme schlimmer wird. Kratzen führt zu beulenartigen Schwellungen und zu einem blutigen Ausschlag am Kopf, der sich abschuppt. Ausschläge auf der Kopfhaut sind häufig: Ekzem; Favus, Kopfhaut, an der Calc.Favus, dicke Schuppen, dicke, mit dickem Eiter bedeckt, Kopfhaut Calc.Schuppen, mit dickem Eiter bedeckt. Sich ausbreitender Schuppengrind; Ringelflechte; während der Zahnung. Milchschorf bei Stillkindern Calc.Milchschorf bei Stillkindern.
Das Haar ist trocken, wie Werg, mit viel Schuppen, die gelblich-weiß sind. Die Haare fallen leicht aus, manchmal bleiben kahle Stellen zurück. Ein interessantes, von Hering besonders hervorgehobenes Symptom ist ein Kratzen, ungeduldiges K. am Kopf Calc.ungeduldiges Kratzen am Kopf beim Erwachen oder nach dem Aufstehen; es wurde z. B. in Fällen beobachtet, wo die Hauptbeschwerde Hüftschmerz oder Lähmung war.
AugenDie Augensymptome werden im Allgemeinen Augensymptome, schlimmer bei Anstrengung der Augen Calc.schlimmer bei Anstrengung der Augen: beim Lesen, Augensymptome schlimmer beim Calc.Lesen, Schreiben, Augensymptome schlimmer beim Calc.Schreiben oder längeren Fixieren eines Gegenstands, längerem, Augensymptome schlimmer beim Calc.Fixieren eines Gegenstands; auch durch angestrengte Körperbewegung, angestrengte, Augensymptome schlimmer bei Calc.Körperbewegung. Helles Licht verschlimmert ebenfalls, und Augensymptome, schlimmer bei Erkältungen durch nasse Füße Calc.Erkältungen durch nasse Füße, Windexposition oder nasskaltes Wetter schlagen sich oft auf die Augen und verursachen Augenbeschwerden.
  • Ophthalmie nach Erkältung; durch Eindringen eines Fremdkörpers; Ophthalmia neonatorum. Lider rot, geschwollen, schmerzhaft, juckend. Hornhaut- und Bindehautentzündung Calc.Hornhaut- und Bindehautentzündung.

  • Starke Photophobie, starke Calc.Photophobie, schlimmer am Abend (bei künstlichem Licht).

  • Ein Symptom, das wiederholt von Calcium erzeugt und geheilt worden ist, ist Lider, morgendliches Zusammenkleben der Calc.morgendliches Zusammenkleben der Lider. In Hahnemanns Prüfung finden wir folgende Beobachtungen: „Die Lider der wässerig aussehenden Augen sind früh mit Augenbutter zugeklebt, und die Augen schmerzen, wenn er ins Licht sieht.“ „Geschwulst und Röte der Augenlider mit nächtlichem Zuschwären; am Tage sind sie voll Augenbutter mit Hitzegefühl und schründendem Schmerz, und die Augen tränen.“

  • Augen, Tränen der A. im Freien Calc.Tränen der Augen im Freien oder auch morgens ist ein weiteres Leitsymptom. Die Augen fangen auch an zu tränen, wenn sie beansprucht werden, z. B. beim Schreiben.

  • Verschließung des Tränengangs. Tränengangfistel; dicker gelber Eiter im Augenwinkel; juckende, nässende Ausschläge.

  • Pupillen, chronische Erweiterung der Calc.Chronische Erweiterung der Pupillen.

  • Spannung in den Augenmuskeln beim Wenden der Augen und Anstrengung derselben im Lesen. Die Augenmuskeln werden schwach, die Augäpfel scheinen steif und schwer beweglich zu sein; unwillkürlicher Nystagmus.

  • Schmerzhafte Empfindungen in den Augen, als wäre ein Fremdkörper hineingeraten oder Gefühl, als wenn ein Sandkorn unter dem oberen Augenlid wäre Calc.als wenn ein Sandkorn unter dem oberen Augenlid wäre.

  • Die Augenschmerzen können drückend oder stechend sein. Stechen, Brennen, in den inneren Augenwinkeln Calc.In den inneren Augenwinkeln kann es stechen oder brennen; das Stechen kann mit Klopfen abwechseln. Der Schmerz wird schlimmer während des Lesens bei Kerzenlicht am Abend.

  • Jucken in den Augen; in den Lidrändern; in den Augenwinkeln.

  • Katarakt Calc.Katarakt. Margery Blackie berichtet: „Es ist schon erstaunlich, wie oft in den alten Büchern behauptet wird, Calcium könne grauen Star heilen. Ich bin überzeugt davon, dass das richtig ist, wenn die Trübung der Sehkraft anfängt. Ich hatte zwei Fälle, bei denen der Augenarzt und ich uns ganz sicher waren, dass sie an beginnendem Katarakt litten, und beide Patienten erzählten, dass er nichts finden konnte (nach Gabe von Calcium; d. Ü.).“ Leukome Calc.Leukome und Hornhautgeschwüre Calc.Hornhautgeschwüre. Blutschwamm mit Trübung der Hornhaut Calc.Blutschwamm mit Trübung der Hornhaut. Pusteln auf der Hornhaut, Pusteln auf der Calc.Hornhaut.

  • Die Sehkraft lässt nach, besonders auf Nahdistanz; kann keine Nadel einfädeln. Trübsehen. Hemianopsie Calc.Hemianopsie. Aus Hahnemanns Prüfung: „Wie ein Schatten kommt es ihr vor die Augen, bei sehr erweiterten Pupillen, sodass ihr die Gegenstände von der einen Seite wie dunkel und unsichtbar vorkommen; so sah sie z. B. am Menschen nur ein Auge.“ Plötzliche Blindheit, plötzliche B. nach einer Mahlzeit Calc.Blindheit nach einer Mahlzeit. „Jählinge Blindheit, gleich nach dem Mittagessen; er konnte selbst den Tisch nicht mehr sehen, an welchem er saß; dabei Angstschweiß und Übelkeit, und zugleich wie ein heller Schein vor den Augen; nach einer Stunde Schlaf war es vergangen“ (Hahnemann). Sieht Nebel oder Rauch vor den Augen bei scharfem Hinsehen und beim Lesen. Schwarze Flecken vor den Augen; auch beim Lesen oder bei angestrengter Körperbewegung. Funkeln oder ein heller Schein vor den Augen, mit starkem Schwindel. Trübsehen mit Bedürfnis, die Augen zu schließen.

OhrenZahlreiche Ohrgeräusche Calc.Ohrgeräusche: Brausen, Singen, Klingeln, Donnern, Sausen, was mit Schwerhörigkeit verbunden sein kann; Schlucken oder Kauen kann Knacken, „Knurksen“ oder „Quatschen“ im Ohr hervorrufen; „Singen in den Ohren und hinterdrein Knistern darin“ ist ebenfalls in Hahnemanns Prüfung verzeichnet, ebenso ein Fauchen vor dem Ohr.
Ein Gefühl, als ob sich etwas vor das Trommelfell geschoben hätte, mit oder ohne Beeinträchtigung des Hörvermögens, bei kräftigem Naseputzen oder spontan.
Geräuschempfindlichkeit, abends beim Einschlafen Calc.Geräuschempfindlichkeit abends beim Einschlafen; Empfindlichkeit im Gehirn bei starkem Schall.
Gehörs, Beeinträchtigungen des Calc.Beeinträchtigungen des Gehörs sind oft von Calcium geheilt worden: Taubheit vom Arbeiten in Wasser Calc.Taubheit vom Arbeiten in Wasser; Schwerhörigkeit nach Chininmißbrauch Calc.Schwerhörigkeit nach Chininmissbrauch zur Unterdrückung von Wechselfieber; auch nach Schwerhörigkeit nach Tubenkatarrh Calc.Tubenkatarrh. Nasskaltes Wetter führt leicht zu Ohrenbeschwerden, sehr häufig verbunden mit Kopfschmerzen; die ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft betrifft auch die Ohren.
Entzündung und Schwellung des äußeren und inneren Gehörgangs.
Mukopurulente Otorrhö, die sich vorzugsweise am rechten Ohr zeigt; mit vergrößerten Lymphknoten. Auch die Parotis kann betroffen sein, wie alle Drüsen bei diesem Arzneityp; Parotitis bei Scharlach, mit jauchiger Absonderung; Parotitis, häufiger rechts. Calcium-Menschen neigen zudem zu Polypen, Ohren Calc.Polypen; Hering hebt folgende Indikation hervor: Ohren, Eiterung, dann Granulation, dann Polypen, mit starkem Fötor Calc.Eiterung, dann Granulation, dann Polypen, mit starkem Fötor.
Pochen und Pulsieren, Ohren, in den Calc. Pochen und Pulsieren in den Ohren.
Stiche in den Ohren; in Ohr und Schläfe, was in der Ruhe bei geschlossenen Augen verging.
Erwähnenswert ist auch ein Hitzegefühl: Hitze im Inneren der Ohren Calc.Hitze im Inneren der Ohren, wie heißes Blut; Hitze strömt gleichsam aus dem (linken) Ohr aus; Brennschmerz um das Ohr. Aber auch „öfteres Frösteln äußerlich an den Ohren“ (Hahnemann) kommt vor, ein äußeres Kältegefühl, wie es bei den Calcium-Kongestionen nicht selten ist (s.o.).
Hinter den Ohren sind häufig Ohren, hinter den O. nässende Ausschläge und Risse in der Haut, bei Neugeborenen Calc.nässende Ausschläge und Risse in der Haut, oft in gleicher Höhe mit dem Ohrläppchen; diese Risse sieht man häufig bei Neugeborenen. Beulen und Geschwülste vor und unter den Ohren. Hahnemann gibt u. a. folgendes Symptom: „Der Knochen hinter dem linken Ohr ist wie geschwollen und juckt; beim Befühlen aber schmerzt die Stelle wie geschwürig.“
NaseDie Nasenlöcher, wund und geschwürig Calc.Nasenlöcher sind wund und geschwürig; manchmal einzelne geschwürige Stellen, mit Schorf bedeckt und empfindlich gegen Berührung.
Calcium-Patienten erkältet sich außerordentlich leicht Calc.erkälten sich außerordentlich leicht und bekommen bei jedem Wetterumschwung Schnupfen, besonders wenn es kalt und nass wird. Oft plagt sie eine chronische Rhinitis, chronische Calc.Rhinitis mit wechselnden Symptomen: einmal lästige Trockenheit der Nase, lästige Calc.Trockenheit der Nase, dann wieder mit Nase, mit gelbem, übelriechendem Eiter verstopft Calc.gelbem, übelriechendem Eiter verstopft. Dickes gelbes Nasensekret macht die Oberlippe wund, und rote, juckende Effloreszenzen erscheinen an der Oberlippe und den Wangen, die Nase schwillt an. Auch Fließschnupfen mit reichlicher wasserklarer Absonderung von salzigem Geschmack ist beobachtet worden. „Trockene Nase, nachts; am Tage feuchte“ (Hahnemann). Oder der Patient atmet nachts zuerst durch die Nase, doch dann verstopft sie, und er muss durch den Mund atmen. „Morgens schnäuzt er enorme schwärzliche, blutige Brocken aus“ (Kent). Der Schnupfen kann von Kopfschmerzen begleitet sein. Kent zufolge können Nasenkatarrhe bei Calcium so lange andauern und so tief sitzen, dass Nasenbein und -knorpel infiltriert und angegriffen werden.
  • Schnupfen im Wechsel mit Kolik Calc.Schnupfen im Wechsel mit Kolik. Dieses eigentümliche Symptom wurde in der Prüfung hervorgerufen: „Arger Schnupfen, der nach zwei Tagen verging und sich in heftiges, mehrtägiges Leibschneiden verwandelte“ (Hahnemann).

  • Nasenpolypen Calc.Nasenpolypen stellen eine Indikation für Calcium dar; manchmal mit Geruchssinn, Verlust des Calc.Verlust des Geruchsinns. Kent hat die Erfahrung gemacht, dass ein paar Wochen nach der korrekten Verschreibung dieses Mittels – ohne dass er um das Vorhandensein des Polypen gewusst hätte – der Patient mit einem „zähen Gallertding im Taschentuch“ wiederkam und sagte: „Sehen Sie mal, Herr Doktor, was aus meiner Nase gekommen ist.“

  • Anschwellen der Nase und Oberlippe ist, besonders bei Kindern, ebenfalls ein typisches Symptom. „Geschwulst der Nase, besonders an ihrer Wurzel, öfters vergehend und wiederkehrend“ (Hahnemann). Knotige Geschwulst am Nasenrücken.

  • Nasenbluten tritt leicht, oft und heftig auf, manchmal fast bis zur Ohnmacht. Nasenbluten, Neigung zum N. bei fettleibigen Kindern Calc.Neigung zum Nasenbluten bei fettleibigen Kindern.

  • Häufiges Niesen, mit oder ohne Schnupfen; morgens.

  • Sehr Nase, übler Geruch in der Calc.übler Geruch in der Nase; Gestank vor der Nase wie nach Nase, Gestank in der N. nach faulen Eiern oder nach Schießpulver Calc.faulen Eiern oder nach Schießpulver.

GesichtEs sind hier unterschiedliche Aspekte möglich:
  • In vielen Fällen ist das Gesicht Gesicht, blasses Calc.blass, mit blauen Ringen unter den Augen; blasses, mageres Gesicht, mit tiefliegenden, dunkelrandigen Augen; kachektisch, fahl, Gesicht, kalt Calc.kalt, kränklich aussehend. Die bleiche Gesichtsfarbe kann auch dann bestehen bleiben, wenn der Kopf kongestioniert ist und sich heiß und schwer anfühlt. Wenn jedoch Blutandrang mit Gesichtshitze auftritt, kann sich das Gesicht auch heftig röten.

  • Oder das Gesicht sieht Gesicht, sieht alt und faltig aus Calc.alt und faltig aus, von vielen feinen Linien durchzogen, die es in kleine Rechtecke teilen.

  • Besonders bei Kindern finden wir ein Gesicht, geschwollen oder gedunsen Calc.geschwollenes oder gedunsenes Gesicht, oft mit geschwollene Oberlippe Calc.geschwollener Oberlippe; auch bei Erwachsenen kann die Oberlippe morgens geschwollen sein.

Ein allgemeines Merkmal ist jedoch die große Schwitzen, Neigung zu starkem S. im Gesicht Calc.Neigung zu starkem Schwitzen im Gesicht, wobei der Schweiß, kalter, Gesicht Calc.Schweiß oft kalt ist; schwitzt bei der geringsten Anstrengung; auch nächtlicher Schweiß auf der Stirn.
Die Lippen aufgesprungen, rissig Calc.Lippen sind oft aufgesprungen, rissig und bluten, die Mundwinkel können geschwürig sein.
Sackartige Schwellungen im Gesicht, die ständig entzündet sind und häufig eitern. Die Unterkieferdrüsen, Schmerzen, Schwellungen Calc.Unterkieferdrüsen neigen zu schmerzhaften Schwellungen mit Verhärtung; mit schmerzhaftem Spannen beim Kauen und stechendem Schmerz beim Befühlen.
Chronische Trigeminusneuralgie, besonders bei fettleibigen Menschen mit kalten, feuchten Füßen und bei Frauen mit starker Monatsblutung. Ziehende und reißende Gesichtsschmerzen Calc.reißende Gesichtsschmerzen; schlimmer bei feuchtem Wetter.
Ausschläge im Gesicht mit Jucken, heftiges, Gesicht Calc.heftigem Jucken, das zum Kratzen nötigt, sind bei Calcium häufig. Schorfige Hautblüten am Rande des Roten der Unterlippe. Ein krustiger Ausschlag auf der rechten Wange mit Jucken und Brennen, am schlimmsten nach Waschen des Gesichts, konnte mit Calcium carbonicum geheilt werden (vgl. Archiv für homöopathische Heilkunst, 17/2). Nesselausschlag, welcher immer an kühler Luft vergeht Calc.Nesselausschlag, welcher immer an kühler Luft vergeht.
Kaubewegungen der Kiefer, im Schlaf Calc.Kaubewegungen der Kiefer können im Schlaf und auch vor epileptischen Anfällen beobachtet werden.
MundHartnäckiger saurer Mundgeschmack, hartnäckiger saurer Calc.Mundgeschmack, Speisen werden im Mund sauer. Saurer Speichel sammelt sich im Mund und wird dauernd ausgespuckt. Auch ein übler Mundgeschmack, übler, wie von verdorbenem Magen Calc.Mundgeschmack wie von verdorbenem Magen, ein bitterlicher oder ein Mundgeschmack, metallischer Calc.metallischer Geschmack wie von Blei sind in der Prüfung beobachtet worden; diese Symptome traten vor allem morgens auf. „Kaltes Wasser ist das einzige, was einen guten Geschmack hat“, schreibt Hering.
  • Die Zunge ist oft Zunge, trockene Calc.trocken, besonders nachts und morgens, und schwer beweglich, sodass das Sprechen schwerfallen und unbeholfen wirken kann; redet nicht gern. Raue Streifen in der Mitte einer trockenen Zunge. Doch Speichelansammlung, exzessive Calc.exzessive Speichelansammlung im Mund ist ebenfalls ein hervorstechender Zug des Calcium-Bildes. Diese beiden Zustände können Mund, trockene Zunge alterniert mit Speichelansammlung Calc.alternieren. „Katarrhalische Entzündung von Mund und Rachen, wenn Speichelfluss mit Trockenheit von Mund und Lippen abwechselt“ (Hering).

  • Die Zunge kann Zunge weiß belegt Calc.weiß belegt sein, oder sie ist rot und rau, oder schmutzig belegt, mit widerlichem Geschmack.

  • Die Unterzungendrüsen können geschwollen sein; Schmerz unter der Zunge, Schmerz unter der Z., beim Schlucken Calc.Zunge, beim Schlucken, links Zunge, Schmerz hinter dem Zungenbein Calc.hinter dem Zungenbein. Brennschmerz auf der Zungenspitze, wie von Wundheit; konnte vor Schmerz nichts Warmes in den Mund nehmen.

  • Auf der Zunge bilden sich Bläschen auf der Zunge Calc.Bläschen, die brennen; ebenso an der Wangenschleimhaut; sie Bläschen öffnen sich und bilden Geschwüre, Zunge, Wangenschleimhaut, an Calc.öffnen sich und bilden Geschwüre. Die Wangenschleimhäute schwellen an, mit ziehend-reißendem Schmerz.

  • Ein Leitsymptom von Calcium carbonicum ist verzögerte und schwierige Zahnung, verzögerte, schwierige Calc.Zahnung. Die Zähne, sehr empfindlich, können weder Kälte noch Luftzug ertragen Calc.Zähne sind sehr empfindlich und können weder Luftzug noch Kälte ertragen. „Zahnweh in allen Zähnen (wie von feinen Nadelstichen), das von Eindringen kalter Luft verschlimmert wird“ (Hahnemann). Stechende, bohrende, reißende oder nagende Zahnschmerzen, die aufwärts in den Kopf, zum Nasenbein, in die Ohren oder in die Augen ausstrahlen. Reißen in den Zähnen, als würden die Wurzeln herausgerissen.

  • Mangelhaft entwickelte, schadhafte Zähne, mangelhaft entwickelte, schadhafte Calc.Zähne, die vor Fäulnis zerbröckeln; Karies am Zahnfleischrand Calc.Karies am Zahnfleischrand; übler Geruch aus den Zähnen.

  • Zähne können sich beim Zusammenbeißen oder Kauen locker anfühlen Calc.Die Zähne können sich beim Zusammenbeißen oder Kauen locker anfühlen. „Neigung, mit den Zähnen zu klappen, wie bei Frost“ (Hahnemann).

  • Geschwollenes Zahnfleisch, mit Klopfen darin; Zahnfleischbluten Calc.Zahnfleischbluten, auch nachts. Zahnfleischbluten nach Ausbleiben der Menses Calc.Zahnfleischbluten nach Ausbleiben der Menses.

HalsEntzündliche Geschwulst der Mandeln Calc.Geschwulst der Mandeln, mit Verlängerung des Zäpfchens und Gefühl von Enge des Schlundes beim Schlucken Calc.Gefühl von Enge des Schlundes beim Schlucken. Sowohl die Mandeln als auch der gesamte Hals- und Rachenraum sind Hals, extrem anfällig für Infekte Calc.extrem anfällig für Infekte; hat kaum Zeit, die eine Erkältung zu überwinden, da kommt schon die nächste. Geschwulst und Entzündung des Gaumens; das Zäpfchen dunkelrot und voll Bläschen. Rote Flecken im Hals, die sich bis zum Gaumendach ausweiten, mit ständigem trockenem Würgegefühl im Rachen. Aphthen erscheinen an den Mandeln und am Gaumendach, bei hochgradig entzündetem Hals. Rauer Hals und Rachen, mit schmerzloser Heiserkeit. Der Hals fühlt sich innen geschwollen an, stärker auf der linken Seite, bis in die Ohren hinauf. Viel Halsschmerz beim Schlucken Calc.Halsschmerz beim Schlucken, besonders Stiche im Hals, auch beim Sprechen Calc.Stiche im Hals; auch beim Sprechen. Die Stiche gehen bis ins Ohr hinauf.
Eine Speiseröhre, krampfhafte Verengung der Calc.krampfhafte Verengung der Speiseröhre ist kennzeichnend für Calcium. Dies kann als ein Gefühl wie von einem Kloß im Hals beschrieben werden, oder als wären Speisen im Hals steckengeblieben und nicht in den Magen gelangt. Das Fremdkörpergefühl kann einen Hals, unaufhörlicher Drang zu schlucken Calc.unaufhörlichen Drang zu schlucken auslösen, aber das Schlucken auch spürbar behindern.
Rauheit und Brennen im Hals, mit Gefühl, als wenn die ganze Speiseröhre, bis an den Magenmund, rauh und wund wäre Calc.Gefühl, als wenn die ganze Speiseröhre, bis an den Magenmund, rauh und wund wäre.
Viel Schleim in Hals und Rachen, manchmal mit Eisen- oder salzigem Geschmack; muss ihn ausräuspern.
Struma Calc. Struma.
Atemwege und HustenHeiserkeit, schmerzlose Calc.Schmerzlose Heiserkeit; kann besonders morgens kaum sprechen. Oder auch: Rauhe Stimme am Morgen, besser durch Räuspern. Heiserkeit mit Beengung der Brust kann auch nach einem Spaziergang auftreten.
Allgemein greift Sprechen, greift Patienten an Calc.Sprechen den Patienten sehr an; es verschlimmert Kopfweh und Husten.
Die Kehle, rauhe Calc.Kehle ist rauh, besonders morgens, mit Schmerz beim Schlucken. Chronische Laryngitis; Vereiterung des Kehlkopfes. Piepen in der Luftröhre, abends nach dem Niederlegen. Kitzelnder Reiz in der Luftröhre, zum Hüsteln reizend; Kitzelhusten wie von Federstaub. Dauernder Kitzelreiz unter der Mitte des Brustbeins, der kurzes, trockenes Husten erregt; schlimmer durch Sprechen und Bewegen.
Schleim auf der Brust Calc.Schleim auf der Brust, aber häufig ohne Husten bzw. ohne Expektoration. Schleimrasseln in der Brust oder der Luftröhre beim Ausatmen; schlimmer im Liegen und abends.
  • Husten nachts im Schlaf Calc.Husten nachts im Schlaf. Abendhusten im Bett Calc.Abendhusten im Bett. Morgenhusten Calc.Morgenhusten. Der Husten wird tendenziell Husten, schlimmer morgens beim Aufstehen, am frühen Abend Calc.morgens beim Aufstehen und am frühen Abend schlimmer, d. h. vor Beginn und zu Ende der Nacht.

  • Husten vom Essen; Husten vom Klavierspielen Calc.vom Klavierspielen, jeder Ton, den sie anschlug, schien im Magen zu vibrieren.

  • Prickeln im Kehlkopf, mit starkem Nachthusten, der den Patienten erschüttert und erschöpft Ccalc.Nachthusten, der den Patienten erschüttert und erschöpft; rasselnder Husten mit wenig Auswurf; lässt ihn nicht schlafen; kalte Getränke werden nicht vertragen.

  • Sehr starker Husten, anfangs trocken, dann mit häufigem, salzigem Auswurf unter Schmerz, Husten, Auswurf, als würde in der Kehle etwas losgerissen Calc.als würde in der Kehle etwas losgerissen. Der Husten wird oft auch im Kopf gespürt: „Bei jedem Hustenstoße wird der Kopf schmerzhaft erschüttert, als wolle er zerspringen“ (Hahnemann). Auch ein Schmerz wie roh in der Brust kann den Husten begleiten.

  • Der Husten ist oft Husten, trocken, besonders nachts Calc.trocken, besonders nachts. Wenn Auswurf besteht, dann ist er häufig Husten, mit Auswurf, gelb und von üblem Geruch Calc.gelb und von üblem Geruch. Auch süßlich schmeckender Auswurf kommt vor, und manchmal wird Blut ausgehustet: nach Verschlucken, bei schnellem Bewegen oder nach Trinken.Husten trocken vor Mitternacht, danach locker Calc.Husten trocken vor Mitternacht, danach locker; schmerzt in der Brust; schlimmer durch Gehen; Sputum ist gelb und dick“ (Hering). Oder: „Nachts, nach Mitternacht, trockener Husten, dass ihm Herz und Adern pochten“ (Hahnemann). „Husten mit Auswurf am Tage, aber die Nacht keinen“ (Hahnemann). Husten kann mit Erbrechen einhergehen, das Erbrochene ist von süßlichem Geschmack.

  • Husten nach Masern; Keuchhusten, Anfälle schlimmer morgens; während der Zahnung.

  • Habitueller Krupp bei skrofulösen Kindern während der Zahnung. Folgen von Krupp, Folgen von Calc.Krupp. Bronchialkatarrh bei zahnenden Kindern; mit starker Schleimsekretion, die den Körper schwächt, und Abmagerung.

Atmung und BrustDas Leitsymptom von Calcium im Bereich der Atmung ist Atmung, Verkürzung der A. beim geringsten Steigen Calc.Verkürzung des Atems beim geringsten Steigen.
  • Kurzatmigkeit, Brust, Beengung der B., beim Gehen Calc.Beengung der Brust oder „Luft-Wegbleiben“ tritt auch häufig beim Gehen oder nach einem Spaziergang auf; beim Brust, Beengung der B., beim Gehen im Wind Calc.Gehen im Wind, auch im Zimmer noch anhaltend und erneut zunehmend, wenn man nur ein paar Schritte geht; Brust, Beengung der B. beim Bücken, nachts im Liegen Calc.beim Bücken; auch nachts im Liegen, erwacht nach Mitternacht schwer atmend; Brust, Beengung der B. nach dem Stuhlgang Calc.nach dem Stuhlgang, mit Brust, Beängstigung auf der Calc.Beängstigung auf der Brust; bei Schnupfen. Beklemmung und Beängstigung können so stark sein, dass der Patient dem Ersticken nahe ist.

  • Beim Gehen ist mühsames, Atmen, lautes A. durch die Nase Calc.lautes Atmen durch die Nase vermerkt worden; dieses Symptom wird von Hering besonders betont, der es auch in Tuberkulose-Fällen beobachtet hat, bei denen Calcium hilfreich war.

Die Atembeschwerden können erleichtert werden durch Zurückbiegen der Schultern erleichtert Atembeschwerden Calc.Zurückbiegen der Schultern.
  • Beengung der Brust, als wäre sie zu voll und mit Blut angefüllt Calc.Beengung der Brust, als wäre sie zu voll und mit Blut angefüllt; oft mit Herzklopfen, Unruhe und nächtlichem Durst.

  • Gefühl von Enge und Gespanntheit in der Brust, manchmal besser durch Heben der Schultern. Öfteres Bedürfnis, tief einzuatmen, öfteres Calc.Bedürfnis, tief einzuatmen; als könnte sich die Lunge nicht genug ausdehnen. Bei diesen tiefen Atemzügen kann es zu Stichen in der Brust Calc.Stichen in der Brust und auch im Abdomen kommen; Stiche im Bauch bis zum Rücken hindurch, oder Stiche im Herzen, dabei benimmt es ihm jeweils den Atem.

  • Schluchzende oder schnarchende Atmung im Schlaf. Einschnürung der Brust, mit Beängstigung Calc.Einschnürung der Brust, mit Beängstigung; abwechselnd mit Schmerzen im Bauch. Schwäche in der Brust, nach einigem lautem Sprechen.

  • Ein Wundheitsschmerz wie roh in der Brust, beim Einatmen Calc.Wundheitsschmerz wie roh in der Brust tritt besonders beim Einatmen auf, aber auch nach vielem Sprechen und Gehen („Fußbewegung“, wie Hahnemann es nennt) oder beim Husten. Stechen in der Brust und den Seiten bei Bewegung; beim Liegen auf der betroffenen Seite; in der linken Seite beim Biegen auf dieselbe; besser durch Reiben. Es gibt auch nagende, schneidende und ziehende Schmerzen.

  • Bei Lungenerkrankungen ist besonders häufig der Lunge, Erkrankungen des oberen und mittleren Lappens der rechten L. Calc.obere und mittlere Lappen der rechten Lunge betroffen. Abszesse in den Lungen bei Kindern, besonders links; Lungengeschwüre mit eitrigem Auswurf; tuberkulöse Auszehrung Calc.tuberkulöse Auszehrung; Pleuropneumonie bei tuberkulinischen Typen. Hering gibt folgende Indikation: Drohende Lungenlähmung bei Scharlach; lautes Rasseln in der Luftröhre, der Atem ist heiß; Präkordialangst; kein Husten; Rasseln vor allem beim Ausatmen. Die ganze Brust, ganze B. sehr empfindlich gegen Berührung, Abklopfen und Druck Calc.Brust ist sehr empfindlich gegen Berührung, Abklopfen und Druck.

  • Krampf in den (linken) Interkostalmuskeln; muss sich eilig auf die Seite biegen, um sich zu erleichtern.

HerzBeängstigung am Herzen. Angst ist oft mit Herzklopfen, Angst ist oft mit H. verbunden Calc.Herzklopfen verbunden. Fliegende Hitze mit Herzklopfen und Herzangst. Ängstlicher, zitternder Herzschlag.
Herzklopfen: sehr stark, mit ungleichem Puls; Herzklopfen, mit ängstlicher Befürchtung, daß er einen organischen Herzfehler habe Calc.mit ängstlicher Befürchtung, dass er einen organischen Herzfehler habe; mit ungeheurer Angst und Unruhe, Beklemmung der Brust und Schmerz im Rücken; nach dem Essen, fühlt die Herzschläge, ohne die Hand auf die Brust zu legen; vor dem Einschlafen, mit Beängstigung; Herzklopfen, nachts Calc.nachts, mit Kältegefühl; Herzklopfen, nach unterdrückten Ausschlägen Calc.nach unterdrückten Ausschlägen. Herzklopfen beim Ersteigen eines Hügels nach dem Mittagessen. Hörbarer Herzschlag.
Krampfhafte, den Atem hemmende Zusammenziehung in der Gegend des Herzens, mit darauf folgenden heftigen Stößen. Stiche im Herzen, die den Atem benehmen und einen drückenden Schmerz im Herzen zurücklassen. Aneurysma, besonders der Aorta. Herzverfettung und Verkalkung der Blutgefäße. Gichtherz und Herzhypertrophie durch Überanstrengung.
MagenCalcium-carbonicum-Menschen spüren ihre Emotionen im Magen: Magen, spürt Furcht, Ängstlichkeit, Beängstigung, Erregung im M. Calc.Furcht, Ängstlichkeit, Beängstigung, Erregung. „Ängstlichkeit wie aus dem Magen, im Sitzen, mit heißem Brennen im Unterleibe; im Gehen oder Stehen bald wieder verschwindend“ (Hahnemann). Zittern und Klopfen in der Magengegend Calc.Zittern und Klopfen in der Magengegend, und Magen, wie geschnürt unter den Hypochondrien Calc.wie geschnürt unter den Hypochondrien. Es ist auch das merkwürdige Gefühl beobachtet worden, Gefühl, als ob etwas von der Magengrube zum Kopf hochstiege Calc.als ob etwas von der Magengrube zum Kopf hochstiege; diese Empfindung kann einen epileptischen Anfall ankündigen.
Heißhunger kommt bei Calcium ebenso vor wie gänzliche Appetitlosigkeit. Ein Leitsymptom ist Heißhunger bei schwachem Magen Calc.Heißhunger bei schwachem Magen. Daher müssen wir bei vermehrtem Appetit nicht notwendigerweise die wohlbekannte Fettleibigkeit von Calcium vorfinden; auch Abmagerung bei großem Appetit ist möglich. Isst Unmengen und verliert trotzdem Gewicht. Erhöhter Appetit und Wolfshunger kann bei Epilepsie auftreten; oder es besteht morgendlicher Heißhunger, morgendlicher Calc.Heißhunger. Schwindelgefühl und Zittern vor dem Frühstück, und wenn der Patient nicht zur gewohnten Zeit frühstückt, bekommt er Kopfschmerzen. Ein flaues Gefühl im Magen kann zu nervösem Hungergefühl, nervöses Calc.Hungergefühl führen, auch unmittelbar nach einer Mahlzeit; nervöses Eßbedürfnis ohne wirklichen Hunger. Vermehrter Appetit, vermehrter A. in Schüben, abwechselnd mit Appetitlosigkeit Calc.Appetit in Schüben, abwechselnd mit Appetitlosigkeit. Oder: Appetitlosigkeit; als das Essen aber kam, schmeckte es doch. Appetitlosigkeit mit stetem Durst, steter, besonders nach kalten Getränken Calc.Durst, besonders nach kalten Getränken und vor allem nachts.
Die Liste der Calcium-Vorlieben wird von dem wohlbekannten Verlangen nach weichgekochten Eiern Calc.Verlangen nach weichgekochten Eiern angeführt.
  • Verlangen nach Eiern, besonders bei Kindern, während der Krankheit oder in der Zeit der Rekonvaleszenz, sogar bevor sie überhaupt schlucken können“ (Hering).

  • Andere Vorlieben von Calcium carbonicum sind: Verlangen nach Süßigkeiten Calc.Süßigkeiten, Eiskrem, Limonade, sogar reiner Zucker; Salziges; Mehlspeisen, stärkehaltige Lebensmittel, wie Nudeln; Verlangen nach unverdaulichen Stoffen Calc.unverdauliche Stoffe, wie Kreide, Kohle usw.

  • Hahnemann weist auf eine allgemeine Abneigung gegen gekochte Speisen und warme Mahlzeiten hin. Insbesondere mögen Calcium-Menschen kein Fleisch und haben eine Abneigung gegen Fett. Auch schleimige Speisen können ihnen zuwider sein.

  • Milch wird schlecht vertragen Calc.Milch kann verlangt oder abgelehnt werden, aber häufig bekommt sie den Patienten nicht und verursacht Übelkeit, Erbrechen, Aufschwulken und Aufstoßen, saures Aufstoßen durch Milch Calc.saures Aufstoßen.

  • Überhaupt werden sauer, Speisen werden im Mund oder im Magen s. Calc.Speisen im Mund oder im Magen sauer, mit saurem Aufstoßen. Magens, Übersäuerung des Calc.Übersäuerung des Magens. Wassertrinken kann Übelkeit erregen, außer das Wasser, verträgt nur eiskaltes W. Calc.Wasser ist eiskalt.

Allgemein schwache Verdauung; nach dem Essen kommt leicht ein Völlegefühl wie ausgestopft auf. Schweiß nach Essen oder Trinken, und manchmal auch ein unwiderstehliches Schlafbedürfnis, unwiderstehliches Calc.Schlafbedürfnis.
Häufiges, im Allgemeinen saures Aufstoßen, aber auch leeres Aufstoßen, oder nach den genossenen Speisen schmeckend, mit Brennen von der Magengrube aufwärts. Dieses Aufstoßen kann den ganzen Tag anhalten oder zu bestimmten Zeiten auftreten: morgens beim Erwachen; nachts beim Wachliegen oder beim Erwachen; nach dem Essen. „Nachdem er sich mittags kaum halb satt gegessen, wird es ihm übel; die genossenen Speisen schwulken bis in den Mund herauf, mit ekelm Geschmacke, und es erfolgt ein stetes Aufstoßen, drei Stunden lang“ (Hahnemann). Es trieb ihr eine geschmacklose Flüssigkeit, wie Wasser, in den Mund. Aufstoßen, unruhige Bewegungen im ganzen Körper von unbefriedigtem A. Calc.Unruhige Bewegungen im ganzen Körper von unbefriedigtem Aufstoßen. Halbseitige Kopfschmerzen, die stets mit viel leerem Aufstoßen einhergehen. Häufiger Schluckauf, manchmal den ganzen Tag lang.
Brennen zum Halse heran nach allem Essen Calc. Brennen zum Halse heran nach allem Essen, besonders nach Genuss harter, trockener Speisen.
Übelkeit, morgens Calc.Übelkeit tritt besonders morgens auf, oft mit Schwindelgefühl und Zittern. Ferner kann sich Übelkeit einstellen nach Schwindelanfällen; nach Trinken von Milch oder Wasser (außer eiskaltem Wasser). Übelkeit mit dem Gefühl, als wären Speisen im Hals steckengeblieben.
Auch das Erbrechen ist bei Calcium häufig sauer. Saures Erbrechen, saures E. während der Zahnungsperiode Calc.Erbrechen während der Zahnungsperiode. Brechübelkeit mit Auslaufen säuerlichen Wassers aus dem Mund, oder nächtliches Erbrechen sauren Wassers. Schwarzes Erbrechen; Erbrechen einer süßlichen Substanz; von bitterem Schleim. Erbrechen nach epileptischen Anfällen.
Die Magengegend neigt zur Aufblähung, zur gasigen Auftreibung, und Magen, enge Kleidung um die Magengrube ist unerträglich Calc.enge Kleidung um die Magengrube ist unerträglich. Magenregion schmerzhaft bei Berührung. Ein sehr charakteristisches Symptom ist Magengrube geschwollen wie eine umgedrehte Untertasse Calc.Magengrube geschwollen wie eine umgedrehte Untertasse; druckschmerzhaft“ (Hering). Eine Anschwellung der Magengegend eher Schwellung der Magengegend, eher nach der linken Seite hin Calc.nach der linken Seite hin ist ebenfalls wiederholt von Calcium erzeugt und beseitigt worden. Magenkrämpfe durch Blähungen; nach dem Essen, aber auch wenn nüchtern; mit Übelkeit, Aufstoßen und Gähnen; gefolgt von Schweißausbruch über und über; Magenkrämpfe schneidender und zusammenpressender Art.
Drücken im Magen Calc.Drücken im Magen ist häufig; es kann den ganzen Tag anhalten und auch auf nüchternen Magen empfunden werden. Drücken quer über den Magen Calc.Drücken quer über den Magen. Der drückende Schmerz kann sich anfühlen, als ob ein schweres Gewicht oder ein Klumpen im Magen läge, auch wenn er nur eine leichte (Abend-)Mahlzeit gegessen hat; dies wird schlimmer durch Bewegung und besser durch Stilliegen auf dem Rücken. Bei nächtlichem Magendrücken hat Hahnemann jedoch auch die entgegengesetzte Modalität beobachtet: „Arges Drücken im Magen, wie Krampf, zwei Stunden lang; sie konnte nicht davor im Bette bleiben, sondern mußte aufstehen.“ Auch Magendrücken beim Husten ist in den Chronischen Krankheiten vermerkt.
AbdomenDer Bauch wird Bauch, hart und aufgetrieben Calc.hart und aufgetrieben. Eingeklemmte Blähungen, eingeklemmte Calc.Blähungen, mit Spannen im Unterleib und starker Berührungs- und Druckempfindlichkeit. Hypochondrien, enganliegende Kleidung um die H. ist unerträglich Calc.Enganliegende Kleidung um die Hypochondrien ist unerträglich. Ein merkwürdiges Symptom ist eine Unterleib, sichtbare Aufblähung des U. beim Gehen im Freien Calc.sichtbare Aufblähung des Unterleibs beim Gehen im Freien. Auch durch emotionale Einflüsse, etwa Kummer oder Kränkung, kann dieses Symptom hervorgerufen werden.
Es besteht eine Neigung zur Ausbildung starker Fettpolster, starke, am Bauch Calc.Fettpolster am Bauch. Der Bauch, sieht dick und aufgebläht aus Calc.Bauch sieht dick und aufgebläht aus, selbst wenn der Patient am ganzen übrigen Körper abgemagert ist. Neben den Fettgeweben neigen auch die Gewebe der Drüsen und Lymphknoten im Bauchraum zum Anschwellen, was der allgemeinen Wirkung der Arznei entspricht. Bei Kindern sind oft die mesenteriale Lymphknoten, hart und geschwollen Calc.mesenterialen Lymphknoten hart und geschwollen; der Bauch fühlt sich an wie mit Steinen oder eiförmigen Knochen gefüllt. Auch die Leistenlymphknoten, geschwollen, verhärtet Calc.Leistenlymphknoten sind häufig schmerzhaft geschwollen und verhärtet.
Die Blähungen sind mit stetem Gurren, stetes, im Bauch Calc.Gurren im Bauch verbunden. Manchmal ist beim Ein- und Ausatmen ein Knurren zu hören.
  • Die Calcium-Bauchschmerzen werden allgemein durch Wärme lindert Bauchschmerzen Calc.Wärme gelindert. Es sind meistens schießend-stechende, spannende oder drückende Schmerzen. Darmkoliken; ein wichtiges Prüfungssymptom von Hahnemann hierzu: „Oft arger Krampf im Darmkanal, mit Kälte der Oberschenkel Calc.Krampf im Darmkanale, jedoch vorzüglich abends und nachts, bei Kälte der Oberschenkel.“ Auch ein Kältegefühl im Unterleib kann derartige Krämpfe begleiten. Öftere Anfälle von Leibschneiden, öftere Anfälle von L. nach Vergehen eines Schnupfens Calc.Leibschneiden nach Vergehen eines Schnupfens. Nachmittägliches Schneiden und Greifen im Unterleib, mit Erbrechen der Mittagsspeisen.

  • Ziehen im Unterleib Calc.Ziehen im Unterleib und Unruhe darin, morgens beim Erwachen. Zusammenziehen des Unterleibs, Zusammenziehen des Calc.Unterleibs, nach der Brust herauf, gleich morgens. Weitere zusammenziehende Schmerzen: im Unterleib, nach dem Kreuz zu; im Oberbauch, dass sie krumm gehen mußte, besonders durch tiefes Atmen erregt; Zusammenraffen im Unterbauch, nach der Gebärmutter zu, mit Abgang blutigen Schleims durch den Stuhl.

  • Drückend-kneifendes Bauchweh, mit oder ohne Durchfall. Kneipen tief im Unterbauch, in der Blasengegend, mit Schmerz bei jedem Tritt, als würden die inneren Teile mit einem Gewicht herabgezogen. Angestrengte Körperbewegung, angestrengte, führt zu Drücken im Unterbauch Calc.Körperbewegung führt zu Drücken im Unterbauch; Spannen im Unterleib beim Sitzen nach starker Bewegung. Drücken im Unterleib, von der Magengrube an abwärts Calc.Drücken im Unterleib, von der Magengrube an abwärts.

  • Oft ist bei Calcium-Menschen die Leber affiziert. Sie kann vergrößert und verhärtet oder aber atrophiert sein. Ein Spannen und Drücken kann in der Lebergegend empfunden werden, als wäre es da sehr dick, zum Aufplatzen; der Druck wird bei jedem Tritt im Gehen gespürt. Hahnemann hebt als wichtigstes Symptom der Leberregion hervor: „Stechen in der Lebergegend, bei oder nach Bücken Calc.Stechen in der Lebergegend, bei oder nach Bücken.“ Gallensteinkoliken mit schrecklichen schießenden Schmerzen, starkem Schweiß und Unverträglichkeit von Kleiderdruck um die Taille herum sind mit Calcium geheilt worden.

  • Nach Hering treten die Bauchschmerzen, im allgemeinen eher links Calc.Bauchschmerzen im Allgemeinen eher links auf, besonders unter dem linken Hypochondrium, linken, Schmerzen unter dem Calc.Hypochondrium; reißend-stechende Schmerzen von der linken Brustseite zum Hypochondrium hinunter.

  • Reißen oder Stechen wie von Nadeln in den Bauchmuskeln unter den Rippen, von innen heraus, vor allem beim Einatmen; auch ein Spannen in den Muskeln des Oberbauchs beim Zurücklehnen, mit Schmerzhaftigkeit beim Streichen des Oberbauches mit der Hand, als wäre die Haut wund.

  • Krampfhaftes Zusammendrehen und Zusammenwickeln um den Nabel. Nabelbruch Calc.Nabelbruch. Wundheit des Nabels; eine nässende Wucherung Calc.Wundheit des Nabels; eine nässende Wucherung, wiewildes Fleisch, am Nabel bei Säuglingen.

Rektum und StuhlZum Calcium-Bild gehören sowohl eine eigentümliche Diarrhö als auch eine hartnäckige Verstopfung. Wenn es zu Stuhlgang kommt, ob weich oder hart, besteht allgemein eine ausgeprägte Neigung zu unverdauten Stühlen, Neigung zu Calc.unverdauten Stühlen. Auch weißliche oder gar ganz weiße Fäzes calc.weiße Fäzes fallen auf.
  • Sauer riechender Durchfall, sauer riechender D. bei zahnenden Kindern Calc.Durchfall bei zahnenden Kindern. Durchfälle mit unverdauten Nahrungsbestandteilen Calc.Durchfälle mit unverdauten Nahrungsbestandteilen. Reichlicher Durchfall, wässrig, schleimig, mit Klumpen geronnener Milch von saurem Geruch. Bei Kent heißt es: „Bei Kindern, die sich von Milch ernähren, passiert diese den Darm in unverdauter Form; der Stuhl ist so sauer, dass er beißt. Er macht Anus und Hinterbacken wund …“ Durchfällige, lehmartige Stühle, die sauer oder fötide, Stühle riechen Calc.sauer oder fötide riechen. Stinkender Stuhl, wie faules Ei. Weißlicher, wässriger Durchfall. Durchfall, der über längere Zeit schwächend und ermattend wirkt; Durchfallneigung schlimmer abends.

  • Die hartnäckige Verstopfung, hartnäckige Calc.Verstopfung ist oft mit stetem, erfolglosem Stuhldrang verbunden. Derartiger vergeblicher Stuhldrang kann auch die weibliche Monatsblutung begleiten. Wenn der Patient Stuhlgang hat, dann ist er häufig groß und dick geformt, hart, trocken, knotig und geht nur mit großer Anstrengung ab. Harter, unverdauter Stuhl, unverdauter S., von heller Farbe oder kreideartigem Aussehen Calc.Stuhl, von heller Farbe oder kreideartigem Aussehen. Harter Stuhl, weiß und eiförmig, nur unter starkem Pressen auszutreiben. Eine Eigentümlichkeit der Calcium-Verstopfung besteht darin, dass der Patient sich oft verstopft, am wohlsten fühlt, wenn er v. ist Calc.am wohlsten fühlt, wenn er verstopft ist, während vor Stuhlgang eine Neigung zur Reizbarkeit vorhanden ist.

Weißer, blutstriemiger Stuhlgang, bei argem Missmut und viel Leberschmerzen. Ein nützliches Prüfungssymptom, das häufig zu einer erfolgreichen Verschreibung von Calcium geführt hat: „Stuhl, öfterer Abgang erst derben, dann breiartigen, dann dünnen Stuhles Calc.Öfterer Abgang erst derben, dann breiartigen, dann dünnen Stuhles.“ Während des Stuhlgangs kann es leicht zu einem Analprolaps kommen. Außerdem kann die Defäkation mit Brennen im After oder einem Schmerz im Mastdarm, als würde er aufgerissen, einhergehen, auch dann, wenn der Stuhl nicht hart ist. Nach dem Stuhl kann sich ein Ziehen und Schneiden unten im Mastdarm einstellen, mit Hitzegefühl daselbst.
Geschwollene Hämorrhoiden, die heraustreten und den Stuhl schmerzhaft machen, auch wenn er nicht hart ist; schmerzend beim Sitzen und blutend; sehr schmerzend beim Gehen. Wenn die Hämorrhoidalblutung unterdrückt wird, kommt es zu Kopfbeschwerden (Druckgefühl im Kopf, Schwindel usw.).
Darm, Abgang von Blut aus dem, zugleich mit Schnupfen Calc.Abgang von Blut (oder blutigem Schleim) aus dem Darm. Dies kann zugleich mit Schnupfen auftreten; oder mit Blutandrang zum Kopf. Wie Heringslake riechende Feuchtigkeit träufelt aus dem After.
Würmer; bei Säuglingen, bei Kindern; Bandwürmer. Ein Prüfungssymptom ist Krabbeln im Mastdarme, wie von Maden Calc.Krabbeln im Mastdarme, wie von Maden.
Langanhaltender Krampf im Rektum, ein Zusammenkneipen und Stechen, mit großer Beängstigung, konnte nicht sitzen, sondern musste herumgehen.
Brennen am After Calc.Brennen am After, auch im Mittagsschlaf; arges Jucken, arges, am After Calc.Jucken am After. Entzündeter, brennend schmerzender, traubiger Ausschlag am After. Wundheit am After, zwischen den Hinterbacken und zwischen den Beinen.
HarnorganeNierenkolik Calc.Nierenkolik. Blasenentzündung; Tumoren und schwammartige Gewächse; Blase, Polypen und Varizen der Calc.Polypen und Varizen der Blase.
Häufiges Wasserlassen, häufiges, besonders nachts Calc.Wasserlassen, besonders nachts. In manchen Fällen geht jedes Mal nur wenig Urin ab, aber oft ist gleichzeitig auch die Harnmenge erhöht Calc.Harnmenge erhöht. „Den ganzen Tag lässt sie ungemein viel wässerigen Urin“ (Hahnemann). Man könnte bei Calcium oft von einer Reizblase sprechen. Wenn sie gerade alle Hände voll zu tun hat, muss sie schnell zur Toilette laufen und einige Tropfen Wasser lassen. Blasenkrämpfe, hysterisch und hypochondrisch. Bei der Regel kann der Harn während jeder Bewegung unwillkürlich abgehen.
Bettnässen bei fettleibigen Kindern Calc. Bettnässen bei fettleibigen Kindern.
Chronische Strangurie, chromische S. vom Stehen auf dem kalten Boden Calc.Strangurie vom Stehen auf dem kalten Boden.
Der Urin riecht häufig säuerlich, Urin riecht Calc.säuerlich. Er kann sehr dunkel gefärbt sein, ohne Bodensatz; oder dunkelbraun und stinkend, mit weißem Satz; oder auch hell und blass und dennoch von stinkendem, beißendem Geruch. Hämaturie; Blutungen aus der Harnröhre. Albuminurie. Diabetes.
Beim Harnen, Brennen in der Harnröhre, beim Harnen Calc.Brennen in der Harnröhre.
Stechen in der weiblichen Harnröhre Calc.Stechen in der weiblichen Harnröhre. Schneidendes Stechen in der Harnröhre, mit vergeblichem Harndrang. Schmerz in den Harnwegen nach geringem Nasswerden der Füße.
Männliche GenitalienCalcium carbonicum erhöht das sexuelles Verlangen, erhöhtes Calc.sexuelle Verlangen und kann Samenergüsse hervorrufen, doch der Schwäche, außergewöhnliche, nach Befriedigung des Geschlechtstriebs Calc.Befriedigung des Geschlechtstriebs folgt eine außergewöhnliche Schwäche. Ein beeindruckendes Beispiel aus Hahnemanns Prüfung: „Heftiger, bloß in üppiger Phantasie entstandener Geschlechtstrieb, wobei es dem Gliede an Steifheit fehlte, die er nur durch Anschmiegen erzwang; kaum aber eingedrungen, entging ihm der Samen; darauf folgte ungeheure Schwäche, mit großer Erregtheit der Nerven; er war unzufrieden und zornmütig, und die Knie schienen ihm vor Schwäche brechen zu wollen.“ Diese Schwäche nach Geschlechtsverkehr oder Masturbation kann Schwäche, nach Geschlechtsverkehr, mehrere Tage lang Calc.mehrere Tage lang anhalten: „Nach dem Beischlafe, einige Tage lang sehr matt und angegriffen.“ Weitere Beschwerden durch sexuelle Aktivitäten: drückender Schmerz in Kopf und Rücken; Schwäche und Zittern in den Beinen, nach sexuellen Aktivitäten Calc.Schwäche und Zittern in den Beinen, besonders über und unter den Knien; Neigung zum Schwitzen, Schwäche, Zittern der Hände; Krämpfe, Chorea, Epilepsie; Herzklopfen.
Funktionelle Störungen können unter anderem folgende Formen annehmen: schwache oder unvollständige Erektionen, schwache oder unvollständige Calc.Erektionen; Ejaculatio praecox Calc.Ejaculatio praecox; aber auch verspätete Ejakulation, verspätete Calc.Ejakulation, sodass der Samenerguss nicht im Moment des Orgasmus eintritt, sondern das Sperma „gleichsam nur hinterdrein ausläuft“, wie Hahnemann es ausdrückt. Der Samenerguss kann auch völlig fehlen; oder es kommt zur Ejakulation, aber ohne Orgasmus.
Calcium hat auch häufig Impotenz Calc.Impotenz bewirkt und geheilt. Häufige nächtliche Pollutionen, häufige nächtliche Calc.Pollutionen; besonders bei Tuberkulose. Der Geschlechtsverkehr kann schmerzhaft sein, mit Stechen und Brennen in den Geschlechtsteilen beim Samenabgang.
Jucken und Brennen der Genitalien Calc.Jucken und Brennen der Genitalien ist ein häufiges Symptom. Schneidender Schmerz in der Spitze der Eichel. Drückender Schmerz in den Hoden, mit krampfhafter Retraktion der Hoden zum Abdomen hin; schmerzhaft bei Berührung. Verhärtung der Hoden. Schwellung des Hodensacks, mit sich abschuppenden Hautstellen. Samenstrang schmerzhaft geschwollen; Schmerz wie zusammengezogen. Hydrozele bei Kindern. Phimose. Balanitis. Entzündung von Vorhaut, Frenulum und Harnröhrenmündung, mit ein wenig gelbem Eiter zwischen Frenulum und Eichel. Chronische Gonorrhö, chronische, die unterdrückt worden ist Calc.Gonorrhö, die unterdrückt worden ist. Feigwarzen, die oft wie alter Käse oder wie Heringslake riechen. Trockene, kupferfarbene Ausschläge an den Genitalien bei Kindern.
Weibliche GenitalienDas erhöhte Sexualverlangen, erhöhtes Calc.Sexualverlangen und die große Mattigkeit, große, nach Koitus oder Masturbation Calc.Mattigkeit nach Koitus oder Masturbation sind auch beim weiblichen Geschlecht Charakteristika von Calcium carbonicum. Zudem gibt Hahnemann folgendes Prüfungssymptom: „Wollüstige Empfindung in den weiblichen Zeugungsteilen (nachmittags, ohne Veranlassung), und Erguß der Natur, worauf große Mattigkeit folgte.“
Die Menstruation wird von Calcium stark beeinflusst; in den meisten Fällen kommt die Regel Menstruation, zu früh, zu stark, hält zu lange an Calc.zu früh, zu stark und hält zu lange an. Hahnemann kommentiert: „Kommt die weibliche Regel gewöhnlich mehrere Tage vor dem vierwöchentlichen Termine und im Übermaße, so ist die Kalkerde oft unentbehrlich hilfreich, und um so mehr, je mehr Blut abfließt. Kommt die Regel aber stets zum richtigen Termine oder später, so ist, wenn dieselbe dann auch nicht schwach geht, Calcium doch fast nie wohltätig.“ Das Wörtchen „fast“ sollte jedoch nicht übersehen werden; es gibt auch Fälle, wo die Monatsblutung verspätet, schwach oder unterdrückt ist und wo Calcium dennoch heilend wirkt, wie die Arzneimittellehre zeigt (s. u.) – doch diese sind die Ausnahme.
  • Starke Menstruationsblutung, stark, membranös Calc.Menstruationsblutung, membranös (mit Ausstoßung der Uterusschleimhaut als zusammenhängende Membran) und Mentruationsblutung, dunkel gefärbt, zu häufig, mit nachfolgender Anämie Calc.dunkel gefärbt; zu häufig, mit nachfolgender Anämie.

  • Zwei Wochen lang anhaltende Menses, zwei Wochen lang anhaltend, in Abständen von je zwei Wochen Calc.Menses, in Abständen von je zwei Wochen.

  • Die geringste Erregung führt zur Rückkehr der starken Monatsblutung, zu Dysmenorrhö, geringste Erregung führt zu D. oder Metrorrhagie Calc.Dysmenorrhö oder Metrorrhagie.

  • Ausbleiben der Regel durch Arbeiten im Wasser; durch Schreck; bei plethorischen Frauen. Oder: Verspätete Menstruation, manchmal spärlich, mit Aufgedunsenheit (beobachtet in Struma-Fällen).

  • Beschwerden, als ob die Regel einsetzen wollte: Schmerzen in der Lendengegend und im Darmbein.

  • Vor der Regel, die Nacht, ein sehr wollüstiger Traum.

  • Vor der Regel: Kopfweh; Hüft- und Rückenschmerzen; Schmerz und Anschwellen der Brüste; Fröste; Fluor; sehr angegriffen und schreckhaft, vor der Regel Calc.schreckhaft, eine Kleinigkeit setzt sie in den größten Schreck.

  • Beim Einsetzen der Regel schmerzhafte Krämpfe, beim Einsetzen der Regel Calc.schmerzhafte Krämpfe; Dysmenorrhö, membranöse, beim Einsetzen der Regel Calc.membranöse Dysmenorrhö. Weitere Beschwerden während der Regel: Blutandrang zum Kopf und Hitze darin, während der Regel Calc.Blutandrang zum Kopf und Hitze darin; morgens verklebte und tränende Augen, dabei schwerer Kopf, kann ihre Gedanken nicht recht fassen; Brechübelkeit und vergeblicher Stuhldrang; ziehend-drückende Schmerzen, mit Stichen, im Unterleib und an anderen Teilen des Körpers, bald hier, bald dort, mit einer Unruhe bis zum Ohnmächtigwerden; zusammenziehend-kneipender Leibschmerz, wenn der Blutfluss ein paar Stunden aufhört; unwillkürlicher Harnabgang bei jeder Bewegung.

Zwischenblutungen Calc.Zwischenblutungen; reichlich, von hellrotem Blut; mit Fluor, während des Klimakteriums. Überhaupt besteht eine deutliche Neigung zu Uterusblutungen, Neigung zu Calc.Uterusblutungen; auch eine Veranlagung zu Fehlgeburten. Calcium kann bei Patientinnen mit starker Regelblutung und Neigung zu Fehlgeburten angezeigt sein. Manchmal setzt sich die Blutung sogar im ersten Schwangerschaftsmonat noch fort, mit starken Schmerzen.
Milchiger Fluor, milchiger, juckend und brennend Calc.Fluor, juckend und brennend. Der Fluor kann Fluor, vor oder nach der Regel Calc.vor oder nach der Regel auftreten, und manchmal Fluor, vermischt sich mit der Regelblutung Calc.vermischt er sich mit der Regelblutung; oft geht er vor allem Fluor, geht beim Wasserlassen ab Calc.beim Wasserlassen ab. Häufiger Fluor, häufiger, zwischen starken und zu früh einsetzenden Menstruationsblutungen Calc.Fluor zwischen starken und zu früh einsetzenden Menstruationsblutungen. Fluor in Schüben; Fluor, schlimmer nach körperlicher Betätigung Calc.schlimmer nach körperlicher Betätigung; Fluor, sehr schwächend Calc.sehr schwächend; mit Stechen im Muttermund und Wehtun in der Vagina; mit Brennen im Gebärmutterhalskanal; mit Ansammlung von Schleim zwischen Schamlippen und Oberschenkeln.
Brennen und Jucken der Genitalien calc.Brennen und Jucken der Genitalien ist ein ausgeprägtes Merkmal (ebenso wie beim männlichen Geschlecht). Entsetzliches Jucken gegen Abend oder nach dem Zubettgehen. Schmerzen der Eierstöcke oder des Uterus, rechtsseitig, zu den Oberschenkeln herab; schlimmer durch Lesen oder Schreiben. Vagina, ständiger Schmerz in der Calc.Ständiger Schmerz in der Vagina.
Schwere- und Wundheitsgefühl im Uterus. Uterusprolaps Calc.Uterusprolaps mit Gefühl von Druck auf die Gebärmutter. Gefühl von Herabdrängen, Gebärmutter Calc.Gefühl von Herabdrängen („bearing down“), als ob die Gebärmutter vorfallen wollte und die inneren Organe unten herauskämen, daher Beschwerden beim Stehen. Geschwüre, Polypen oder Krebs der Uterusschleimhaut. Warzen am Muttermund. Polypen in der Vagina Calc.Polypen in der Vagina, Scheidenfistel Calc.Scheidenfistel.
Unfruchtbarkeit, besonders wenn die Regel zu früh und zu stark ist.
Schwangere, die schwerfällig, ungeschickt, Schwangere sind Calc.schwerfällig und ungeschickt sind und leicht hinfallen; müde schon nach einem kurzen Spaziergang, durch ein allgemeines Gefühl von Lahmheit im Becken. „VerkehrteWehen, verkehrte, aufwärts gerichtet Calc.Wehen, aufwärts gerichtet. Lochien, die übermäßig lang anhalten oder ein milchiges Aussehen haben. Laktationsstörungen Calc.Laktationsstörungen sind ein hervorstechendes Merkmal. Übermäßige Milchsekretion, übermäßige Calc.Milchsekretion; Galaktorrhö Calc.Galaktorrhö. Die exzessive Milchproduktion führt in Verbindung mit Schweißen zu spürbarer Schwäche. Oder: Brüste geschwollen, Milch spärlich Calc.Brüste geschwollen, Milch spärlich; ihr ist kalt, sie ist sehr empfindlich gegen kalte Luft; zuwenig Aktivität der Lebenskraft für ausreichende Milchproduktion. Oder: „Die Milch vergeht einer Säugenden aus ihren Brüsten“ (Hahnemann). Die Milch, schmeckt dem Kind oft nicht Calc.Milch schmeckt dem Kind oft nicht, es verweigert die Brust, die Milch ernährt es nicht ausreichend, auch wenn sie in großer Menge produziert wird.
Die weiblichen Brüste schmerzen wie von subkutanen Geschwüren, besonders beim Befühlen. Die Brustwarzen sind eingerissen, geschwürig und sehr empfindlich. Beim Stillen starke innere Stiche in den Mammae, als ob Pfeile hindurchgetrieben würden.
Äußerer Hals und RückenCalcium-Patienten überanstrengen ihren Rückens, leicht Überanstrengung des Calc.Rücken sehr leicht, und es kommt zu zahlreichen Beschwerden von Verheben Calc.Beschwerden von Verheben, unter anderem zu Steifheit und Starre des Genicks Calc.Steifheit und Starre des Genicks, verbunden mit Kopfschmerz. Diese Nackensteifigkeit kann auch beim Bücken verspürt werden, oder wenn man sich erkältet hat. Kreuzschmerzen von schwerem Heben, aber auch wie von Verheben.
Der Rücken ist so schwacher Rücken Calc.schwach, dass der Patient beim Sitzen im Stuhl hinunterrutscht; kann nicht aufrecht sitzen. Oder: Schmerz im Kreuz Calc.Schmerz im Kreuz, dass er kaum wieder aufstehen konnte, wenn er gesessen hatte. Schwächegefühl im Rücken, schlimmer durch Ärger und Verdruß, Schwächegefühl im Rücken schlimmer durch Calc.Ärger und Verdruss.
Schmerzhafte Steifheit im Rückgrat, mit Trägheit und Schwere der Beine, morgens beim Erwachen und nach dem Aufstehen; hinterher strömt das Blut zum Kopf und zur Brust. Häufig wird über Verrenkungsschmerzen im Rücken geklagt, besonders in den Seiten des Rückens. Das Rückgrat schmerzt beim Zurückbiegen.
Geschwulst und Verkrümmung der Hals- und Brustwirbel. Tabes dorsalis. Spina bifida der Neugeborenen. Rückenmarksentzündung. Schmerzhafte Rucke in der rechten Rückenseite beim Atmen, mit Frost und kaltem Überlaufen. Kälte- und Taubheitsgefühl auf der Seite des Rückens, auf der er gelegen hatte.
Am Hals neigen die Halslymphknoten, Hals, schmerzhaftes Anschwellen der Calc.Lymphknoten zu schmerzhafter Anschwellung. Dies kann von einem Ausschlag auf der behaarten Kopfhaut begleitet sein. Plötzlicher Schmerz am Halse, plötzlicher, wie von Verrenkung Calc.Schmerz am Halse, wie von Verrenkung, beim Drehen und Wenden des Kopfes. Oder: Am Halse, beim Drehen und Wenden des Kopfes, Schmerz, als wollte da ein Bruch oder eine Beule heraustreten. Brennschmerz im Nacken, zum Hinterkopf hin; den ganzen Tag; hört erst auf, wenn er abends schlafen geht.
Schwitzen am Nacken im Schlaf Calc.Schwitzen am Nacken im Schlaf ist ein Leitsymptom von Calcium carbonicum.
Zwischen den Schulterblättern werden häufig Schmerzen empfunden. Druck zwischen den Schulterblättern Calc.Druck zwischen den Schulterblättern, bei Bewegung, den Atem benehmend. Auch schneidende oder ziehende Schmerzen zwischen den Schulterblättern Calc.ziehende Schmerzen kommen dort vor, oder ein kneipendes Zusammenziehen.
Kreuzschmerzen Calc.Kreuzschmerzen sind ein außerordentlich häufiges Calcium-Symptom. Lumbago. Ischialgie. Zerschlagenheitsschmerz, wie gelähmt im Kreuz Calc.Zerschlagenheitsschmerz wie gelähmt im Kreuz (und auch in den Röhrenknochen der Beine) bei Bewegung; auch im Sitzen oder Stehen.
Druckschmerz in der Nierengegend. Wehtun in der Nieren- und Lendengegend beim Fahren. Schmerzen des Rückgrats in der Nierengegend beim Ausstrecken. Greifen im Kreuz während der Regel. Kreuzschmerz bei eingeklemmten Blähungen. Stetes Drängen im Kreuz nach dem Mastdarm zu. Rheumatismus der Lendenwirbel, mit heftigem bohrendem, reißendem, brennendem Schmerz, abwärts ziehend, mit Neigung zum Bewegen. Ziehendes und reißendes Kneipen im Steißbein; Hitzeempfindung um das Steißbein herum.
ExtremitätenSchwäche und Müdigkeit in allen Gliedern Calc.Schwäche und Müdigkeit in allen Gliedern ist ein allgemeiner Zug von Calcium carbonicum. Er zeigt sich hauptsächlich nach der geringsten körperlichen Anstrengung, abends vor dem Zubettgehen, morgens nach dem Erwachen oder während einer Erkältung, und zwar ausgeprägter in den Beinen und vor allem den Füßen. Margery Blackie nennt als eine Indikation für Calcium carbonicum eine „anhaltende Schwäche, anhaltende S. in verrenkten oder gebrochenen Gliedern Calc.Schwäche in verrenkten oder gebrochenen Gliedern“.
Die Gelenke neigen zu Gelenke, rheumatische Beschwerden und Schmerzen in den Calc.rheumatischen Beschwerden und Schmerzen, die häufig nach Wetterumschwung zu naßkaltem Wetter, Beschwerden in den Gelenken durch Calc.Wetterumschwung zu nasskaltem Wetter schlimmer werden (wobei „nass“ die wichtigere Modalität ist). Kaltes Baden verschlimmert, während ein warmes Bad eher bessert. Auch beim Liegen im Bett, Gelenkschmerzen stärker im Calc.Liegen im Bett sind die Schmerzen oft stärker. Steifheit Calc.Steifheit in allen Gelenken zu Beginn des Bewegens.
Gichtbeschwerden, besonders in Zehen und Fingern Calc.Gichtbeschwerden in den Gelenken, mit Anschwellung; besonders betroffen sind die kleinen Gelenke, die der Zehen und Finger. Gichtknoten der Hand- und Fingergelenke.
Rheumatoide Arthritis Calc.Rheumatoide Arthritis. „Schmerzen schießen durch die Gliedmaßen, sowohl die oberen als auch die unteren; er begann sich einzubilden, er werde rheumatisches Fieber bekommen“ (aus Robinsons Prüfung). Ziehender Druck in den Gelenken. Reißen in den Gelenken von Armen und Beinen; auch reißend-stechende oder ziehend-stechende Schmerzen. Körperliche Anstrengung, körperliche, verstärkt Gelenkschmerzen Calc.Anstrengung verstärkt diese Gelenkschmerzen.
Verkrümmung und Deformierung der Röhrenknochen Calc.Verkrümmung und Deformierung der Röhrenknochen ist ein Krankheitsbild, das häufig auf Calcium anspricht, in Übereinstimmung mit der allgemeinen Wirkung der Arznei auf die Knochengewebe.
Lähmungserscheinungen der Glieder, mit aufgehobener oder eingeschränkter Beweglichkeit und „lähmiger Schmerz, wie zerschlagen Calc.lähmigem Schmerz“, oft wie zerschlagen. Zerschlagenheitsschmerz zeigt sich auch beim Treppensteigen, in den Oberarmen und der Mitte der Oberschenkel. Verrenkungsschmerzen Calc.Verrenkungsschmerzen in den Gelenken sind ebenfalls häufig, oft verbunden mit Schwäche.
Die Gliedmaßen schlafen leicht ein, besonders Hände, Finger und Füße, aber auch andere Körperteile: Arme, Hüften, Oberschenkel usw.
Krämpfe, Waden Calc.Krämpfe in verschiedenen Muskeln: in den Unterarmen, Händen, Waden, Zehen; Krämpfe, die die Glieder krumm ziehen.
Merkwürdige ruckende, zuckende und zitternde Bewegungen der Glieder finden sich in großer Zahl: Einzelne unwillkürliche Bewegungen und Zuckungen im rechten Oberschenkel, in der linken Schulter und im linken Arm; schmerzloses Zucken einzelner Glieder; schmerzhaftes Zucken in den Armmuskeln; stechender Ruck in das rechte Bein, sodass es plötzlich in die Höhe schnellt; choreatisches Zittern der Arme und Beine.
Kälte und Schweiß, an Händen und Füßen, besonders nachts Calc.Kälte und Schweiß der Hände und Füße, besonders nachts.
Nächtliches Ziehen und Reißen in den Armen. Nächtliche Schmerzen im Rücken und in den Armen.
Plötzliche Mattigkeit in den Armen, plötzliche, wie Lähmung Calc.Mattigkeit in den Armen, wie Lähmung.
Gefühl, als liefe eine Maus den Arm hinauf Calc. Gefühl, als liefe eine Maus den Arm hinauf, vor einem epileptischen Anfall.
Unruhe und Angst in den Arm- und Handgelenken.
Stiche im linken Achselgelenk, den ganzen Tag. arthritische Schmerzen, rechte Schulter Calc.Arthritische Schmerzen in der rechten Schulter. Nachts, zu Anfang des Schlafs, werden ihm die Schultergelenke steif; muss die Arme über den Kopf legen. Die Arme schmerzen wie zerschlagen beim Bewegen und beim Anfassen. „Brennend lähmiger Schmerz im ganzen rechten Arme, von den Fingergelenken bis zur Schulter“ (Hahnemann). Krampf im ganzen linken oder rechten Arm Calc.Krampf im ganzen linken oder rechten Arm, eine Viertelstunde lang. Eingeschlafenheit des Arms, auf dem er liegt, mit Schmerzen. Schwäche, eine Art Lähmung, linker Arm Calc.Schwäche und eine Art Lähmung des linken Arms; es fällt ihm schwer, ihn zu bewegen oder zu heben; er will von selbst wieder niederfallen.
Krampfhaft reißender Schmerz, Unterarme, außen am Calc.Krampfhaft reißender Schmerz außen am Unterarme, vom Ellbogen bis in die Handwurzel, sobald er etwas mit der Hand anfasst. Schmerz wie von Verrenkung im rechten Handgelenk, oder als wäre etwas vergriffen oder verstaucht. Zu den letzten beiden Prüfungssymptomen ein neueres Beispiel von Keller („Klassische Homöopathie“, 36/1992, S. 189): „Seit Monaten litt ich an einem ‚Tennisarm‘. Nach ausgedehnter handwerklicher Betätigung bildeten sich ein Schmerz und eine Bewegungsbehinderung am linken äußeren Epikondylus und am rechten Handgelenk heraus, der Ellbogenschmerz hinderte mich daran, mit ausgestrecktem Arm proniert etwas anzuheben, der Handgelenkschmerz war manchmal beim Aufstützen des Arms oder bei Anstrengung der Hand spürbar, so als hätte ich das Handgelenk übergriffen.“ Die starke Ähnlichkeit mit den genannten Prüfungssymptomen ließ Keller nach Calcium carbonicum greifen, und nach dreiwöchiger Einnahme bekam er einen Katarrh, an dessen zweitem Tag die Armschmerzen plötzlich verschwunden waren. (Auch der Katarrh klang in deutlich kürzerer Zeit ab, als Keller es gewohnt war.)
Krampf in den Händen, nachts Calc.Krampf in den Händen, nachts, bis früh zum Aufstehen. Zittern in den Händen, mehrere Stunden lang, nachmittags. Schwitzen der Hände Calc.Schwitzen der Hände. Schweiß der Handflächen, bei geringer Körperbewegung. Hände, kalte, weiße Calc.Kalte, weiße Hände; auch nach leichtem Schreck. Schmerzhafte Schwellung an der Handwurzel, mit Jucken bei Berührung. Anschwellen der Hände.
Ausschlag auf dem Handrücken, Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind; auf Kratzen vergrößern sie sich und nehmen die Form eines Nesselausschlags an.
Warzen an den Armen; Händen; Fingern. Psoriasis palmaris.
Absterben der Finger; der drei mittleren Finger, sie wurden weiß, kalt und gefühllos, vorher ein gelindes Ziehen darin. „Die Fingergelenke, stark geschwollene Calc.Fingergelenke schwollen stark an“ (aus der Prüfung von Berridge). Aber auch: „Schmerz der Fingergelenke, als wären sie geschwollen, beim Erwachen aus dem (Abend-)Schlafe, ohne sichtbare Geschwulst“ (Hahnemann). Krampfartiges Zusammenziehen der Muskeln und Sehnen der Finger; in gestrecktem Zustand werden sie wie „strammend und eingebogen“ empfunden, „als wären sie zusammengeklebt“ (Hahnemann). Brüchige Fingernägel, brüchige Calc.Fingernägel. Deformationen der Nägel, mit tiefsitzendem Panaritium.
Schmerzhafte Müdigkeit der Beine, schmerzhafte Calc.Müdigkeit der Beine, besonders der Oberschenkel, wie nach angestrengtem Gehen. Extreme Müdigkeit der Beine beim Gehen; abends; nach Geschlechtsverkehr; so ermattet, als könnten sie den Körper nicht mehr tragen und als wollten die Knie sich beugen. Diese Mattigkeit kann in den Oberschenkeln, den Knien, Knöcheln, Füßen oder überall gespürt werden. Einschlafen der Beine, abends im Sitzen. „Lähmiger“ Zerschlagenheitsschmerz der Röhrenknochen und Gelenke der Beine bei Bewegung; die Muskeln tun bei Berührung weh. Große Unruhe in den Beinen; abends, kann sie nicht still liegenlassen; manchmal mit vielem Aufstoßen. Laufenlernen, verspätetes, bei Kindern Calc.Kinder fangen spät an zu laufen, oder sie verlernen es wieder.
Nachtschweiß nur an den Beinen, klebrig anzufühlen.
Ziehende und schießende Schmerzen in den Hüften; Hüftschmerz mit ziehenden Stichen, oder mit Reißen oder Schneiden. Ziehender Verrenkungsschmerz im Hüftgelenk, im Gehen. Koxarthrose mit Kontrakturen oder Luxation. Ischiasschmerz, nach Arbeiten in kaltem Wasser Calc.Ischiasschmerz nach Arbeiten in kaltem Wasser, der in die Beine herabzieht und dort einen Zustand ständiger Unruhe erzeugt. „Taubfühligkeit auf der rechten Hüfte und dem Oberschenkel, als wären diese Teile mürbe und wie kurz und klein“ (Hahnemann).
Müdigkeit und eine Empfindung wie Straffheit in den vorderen Muskeln der Oberschenkel, morgens, zu Beginn des Gehens. Abmagerung der Oberschenkel und Lähmung der Oberschenkelstreckmuskeln. Jucken an den Oberschenkeln. Schenkelgeschwüre; fistelartige Öffnungen.
Gichtische Geschwulst der Knie Calc.Gichtische Geschwulst der Knie. Stechen im Knie beim Stehen und Sitzen; Ziehschmerz im Knie beim Sitzen und Gehen; Stiche von der Kniescheibe herauf zum Hüftgelenk, beim Auftreten, zu Anfang des Gehens. Der Unterschenkel schmerzt in der Wade beim Gehen und Auftreten, beim Berühren und beim Biegen des Fußes.
Heftiger Wadenkrampf, nachts. Krampf in Waden und Kniekehlen Krampf, Waden, in den, beim Ausstrecken des Beins Calc.beim Ausstrecken des Beins, der beim Anziehen des Beins nachlässt, beim Ausstrecken aber wiederkommt. Varizen an den Unterschenkeln, schmerzhaft oder schmerzlos. Viel Jucken an den Unterschenkeln und Füßen. Jucken unter beiden Waden. „Rote Striefe auf dem Schienbein, die aus Frieselkörnern besteht, mit argem Jucken, und Brennen nach Reiben“ (Hahnemann). Heftig juckender, beißender, zum Kratzen nötigender, an den Füßen sich zeigender Ausschlag, beim Kratzen blutend und in der Umgegend in nesselsuchtartigen Ausschlag übergehend. Schmerz im Knöchel wie gebrochen oder verrenkt, besonders beim Gehen und Auftreten. Osteochondritis, mit starken Schmerzen an den Innenseiten beider Fersen; Unterschenkel kalt anzufühlen und schweißnass.
Krampf in der Fußsohle Calc.Krampf in der Fußsohle. Krampf in den Zehen Calc.Krampf in den Zehen. Große Zehen sehr empfindlich; beim Gehen; fühlen sich beim Krümmen taub an; schlimmer nachts.
Fußschweiß, besonders abends und nachts. Übelriechender Schweiß macht die Fußsohlen wund. Füße, kalte, feuchte Calc.Kalte, feuchte Füße. Gefühl in den Füßen und Unterschenkeln, als Gefühl, als ob man kalte, feuchte Strümpfe anhätte Calc.ob man kalte, feuchte Strümpfe anhätte. Kalte und eingeschlafene Füße, besonders nachts im Bett. Aber auch: Brennen in den Fußsohlen, besonders später in der Nacht, wenn die Füße warm werden.
SchlafDer Schlaf ist oft gestört, was tendenziell zu der allgemeinen Schwäche des Calcium-Organismus beiträgt. Kent schreibt: „Er kann nicht schlafen und so dem Körper oder dem Geist ein bisschen Ruhe gönnen. Sein Schlaf wird von schrecklichen Träumen gestört. Es ist ein unruhiger Schlaf.“
  • Calcium-carbonicum-Menschen haben sehr häufig Einschlafprobleme Calc.Einschlafprobleme. Sie sind abends beim Einschlafen geräuschempfindlich, beim Einschlafen, abends Calc.geräuschempfindlich. Lebhaftigkeit des Geistes und ein Andrang unwillkürlicher Gedanken lassen sie lange nicht einschlafen. Diese Gedanken können teils erotisch, teils ärgerlich sein und sind einfach nicht loszuwerden; sie verfolgen die Patienten häufig im Schlaf und sogar noch morgens nach dem Erwachen. Oder manchmal kommt ihnen immer wieder der gleiche unangenehme Gedanke in den Sinn und weckt sie jedesmal, wenn sie in einen leichten Schlummer gefallen sind. Infolge dieser Störungen können Calcium-Menschen oft vor 2 oder 3 Uhr morgens nicht einschlafen. Und haben sie endlich Schlaf gefunden, so wachen sie nicht selten nach kurzer Zeit wieder auf, oder sie erwachen öfters im Lauf der Nacht. Gerade 2 oder 3 Uhr morgens ist zugleich auch eine Zeit, zu der sie oft erwachen und dann nicht mehr einschlafen können. „Schlaf nur von 11 bis 2, 3 Uhr; dann kann sie nicht mehr schlafen und ist bloß munter“ (Hahnemann).

  • Grausige Phantasiebilder vor dem Einschlafen, unmittelbar Phantasiebilder, grausige, nach Schließen der Augen Calc.nach Schließen der Augen, sind ein wohlbekanntes Symptom von Calcium carbonicum. Angst- oder Schreckträume stellen sich häufig ein, sobald die Patienten endlich eingeschlafen sind, und diese können sich die ganze Nacht fortsetzen. Sie fahren schreiend und voller Angst aus dem Schlaf auf, manchmal mit schwerem Atem. Kinder wachen nach Mitternacht schreiend auf und sind nicht zu beruhigen. Träume von Kranken und Leichen Calc.Träume von Kranken und Leichen quälen sie. Margery-Blackie berichtet: „(Kinder) haben den sehr hartnäckigen Calcium-carbonicum-Traum, Leichen zu sehen. Manchmal finde ich es schon recht besorgniserregend, von einem kleinen Mädchen zu hören, dass sie im Traum überall im ganzen Zimmer Leichen herumliegen sieht. Erwachsene sagen manchmal sogar, dass sie die Leichen riechen können. Die Calcium-Träume sind wirklich so schlimm, dass sie den Patienten nachts Schreie abpressen.“ Selbst beim Erwachen kommen sie von ihren Träumen oft nicht los.

  • Die charakteristische Furcht, den Verstand zu verlieren, verfolgt ihn bis in den Schlaf Calc.Furcht, den Verstand zu verlieren, verfolgt Calcium-carbonicum-Menschen ebenfalls im Schlaf. „Nachts, Angst, als sei oder werde sie närrisch; dann, einige Minuten, Schüttelfrost, und darauf Gefühl im Körper von Vernichtung, wie zerschlagen“ (Hahnemann). Und so verwundert es nicht, dass Kent von einem Schlaf, unruhiger Calc.unruhigen Schlaf spricht. Auch körperliche Beschwerden plagen die Calcium-Menschen: Husten die ganze Nacht; Herzklopfen; häufiger Harndrang; Krämpfe in den Waden und in den Händen; reißende und ziehende Schmerzen in den Armen; kalte, feuchte Füße; Blutandrang zum Kopf, mit Hitze; usw. Ständiges Herumwerfen. Die Atmung kann kurz, asthmatisch, schnarchend und schluchzend sein. Der unruhige Schlaf wird oft von Schlaf, unruhiger, mit Schwitzen, besonders am Kopf und am Nacken Calc. Calc.Schwitzen begleitet, besonders am Kopf und am Nacken. Ein Prüfungssymptom von Hahnemann macht deutlich, wie Schwäche und Schläfrigkeit mit Schlaflosigkeit einhergehen können: „Nachts, Betäubung im Kopfe, worüber er erwacht und die immer stärker wird, fast bis zur Ohnmacht, darauf Zittern in den Gliedern und anhaltende Mattigkeit, dass er nicht wieder einschlafen kann.“

Morgens haben Calcium-Menschen Schwierigkeiten, richtig wach zu werden Calc.Schwierigkeiten, richtig wach zu werden. „Beim Erwachen aus tiefem Schlafe, früh, sehr erschöpft, sodass der Schlummerzustand selbst nach dem Aufstehen aus dem Bett noch fortdauerte“ (Hahnemann). Andererseits stellen wir eine ausgeprägte Schläfrigkeit am Tage Calc.Schläfrigkeit am Tage fest. Den ganzen Tag sehr müde und schläfrig; schlief vormittags mehrmals ein. Strecken, Dehnen und häufiges Gähnen, häufiges Calc.Gähnen, manchmal gefolgt von erschütterndem Klopfen in Kopf, Unterleib und Brust, mit starker Hitze im Gesicht. Häufig findet man auch Drang zu schlafen, unwiderstehlicher, nach einer Mahlzeit Calc.nach einer Mahlzeit einen unwiderstehlichen Drang zu schlafen vor, besonders nach dem Abendessen.
Fieber, Frost, SchweißWie bereits erwähnt, neigen Calcium-carbonicum-Menschen zur Frösteligkeit Calc.Frösteligkeit und sind sehr anfällig für Beschwerden von Kälte, anfällig für Beschwerden von Calc.Kälte und für Erkältungen, anfällig für Calc.Erkältungen.
Häufig werden Calcium-Personen von großer innerer Frostigkeit, große innere Calc.Frostigkeit berichten, aber noch kennzeichnender ist Kälte der Körperoberfläche selbst bei Kongestionen innerer Teile Calc.Kälte der Körperoberfläche selbst bei Kongestionen innerer Teile. Kälte einzelner Körperteile: Kopf, Gesicht, Kälte, Hände und Füße Calc.Hände und Füße; Kälte des Körpers und kalter Schweiß bei Herzklopfen mit Angst und Unruhe; Zunge, Lippen und Hände ganz weiß und kalt, mit Kälte von Stirn und Gesicht, nach einem Schreck; Kälte des Körpers und undeutliches Sehen bei einem Ohnmachtsanfall.
Frost, abends Calc.Frost zeigt sich unter anderem abends, mehrere Stunden lang; Frost, nach einem Spaziergang Calc.nach einem Spaziergang, Frost, mit Müdigkeit und Durst Calc.mit Müdigkeit und Durst; nach dem Aufstehen aus dem Bett. Kalte Luft oder Zugluft wird nicht vertragen und macht den Patienten schaudern, mit Gänsehaut an den Ober- und Unterschenkeln, die Füße werden taub, wie abgestorben. Arbeiten im Wasser und Waschen verschlimmern alle Symptome. Innerliches Frösteln im Wechsel mit Hitzewallungen.
Frost um 14 Uhr, beginnt im Körperinneren, in der Magengegend.
Plötzliche Hitzewallungen Calc.Hitzewallungen sind ebenfalls ein häufiges Symptom. Öftere Anfälle plötzlicher allgemeiner Hitze, als würde sie mit heißem Wasser übergossen, mit Verzweiflung am Leben und traurigstem Gemüt. Warmes Überströmen des Blutes von der Magengrube aus, bis zum Kopf. Hitzewallungen und Zittern Calc.Hitzewallungen und Zittern. Nachts kann eine innere Hitze, innere Calc.Hitze empfunden werden, besonders in den Hitze, innere, in den Füßen Calc.Füßen und Händen; morgens dann trockene Zunge, ohne Durst, mit äußerer Hitze des Kopfes. Brennen in den Fußsohlen Calc.Brennen in den Fußsohlen, besonders wenn sie später in der Nacht warm werden, während sie im ersten Teil der Nacht oft sehr kalt sind. Hektisches Fieber: mit Frost und Hitze abwechselnd; öftere fliegende Hitze, mit Herzklopfen und Herzangst, oder ständiges Schaudern am Abend, mit roten Wangen. Abendfieber, mit brennender Hitze im Bauch und Durst nach Wasser die ganze Nacht. Fieberhitze alle Tage um 11 Uhr vormittags. Wechselfieber, nach Chininabusus; mit Frost, der im Magen beginnt, und quälendem Schweregefühl, das mit dem Frost stärker wird und mit ihm verschwindet; bei Menschen, die viel in kaltem Wasser arbeiten.
Der wohlbekannte Schweiß, reichlicher, kalter und klebriger Calc.reichliche, kalte und klebrige Schweiß von Calcium carbonicum ist an anderer Stelle schon erörtert worden. Einige kennzeichnende Schweiß-Symptome:
  • Viel Schweiß, sowohl am Tage, beim Gehen, als auch die Nacht, im Bett.

  • Schweiß am Tage, Schweiß, bei der geringsten Bewegung Calc.bei der geringsten Bewegung.

  • Starker Schweiß am Tage, bei kalter Luft.

  • Nachtschweiß, bei kalten Beinen.

  • Frühschweiß, alle Morgen Calc.Frühschweiß alle Morgen.

  • Nachtschweiß, besonders an Kopf und Nacken Calc.Nachtschweiß, besonders an Kopf und Nacken, bei Kindern so stark, dass das Kissen in großem Umkreis naß ist.

  • Allgemeiner Schweiß. Schweiße, partielle Calc.Partielle Schweiße: Kopf; Brust; Nacken; Handflächen; Füße; Schweiße, oft mit kalten Gliedern und sehr kalten Füßen Calc.oft mit kalten Gliedern und sehr kalten Füßen.

  • Heiße Haut, dann kalter, klebriger Schweiß.

  • Arger Magenkrampf, bis Schweiß über und über ausbrach.

HautDie Haut von Calcium-carbonicum-Menschen Haut, schlecht heilende Calc.heilt allgemein schlecht; selbst kleine Verletzungen gehen in Eiterung über und wollen nicht wieder heilen. Sie sieht blass und schlaff aus, oder trocken, runzlig und gelb. Ein aufgedunsenes Aussehen ist ebenfalls beobachtet worden. Oft fühlt die Haut sich auf Berührung kalt an.
  • Raue und trockene, frieselartige Haut; oder ein kleieartiger Überzug der Haut. Rhagaden Calc.Rhagaden, besonders bei Menschen, die im Wasser arbeiten.

  • Sichtbares Pulsieren in der Haut, von den Füßen bis zum Kopf hinauf, wo dann Schwindelgefühl entsteht.

  • Ausbrechen juckender und brennender Ausschläge an verschiedenen Körperteilen; das Jucken, schlimmer beim Warmwerden im Bett, gegen Morgen Calc.Jucken wird schlimmer beim Warmwerden im Bett, und ganz besonders gegen Morgen.

  • Blasenausschlag, juckender Calc.Juckender Blasenausschlag am ganzen Körper, besonders über den Hüften.

  • Chronische Formen von Nesselausschlag, vergeht an kühler Luft Calc.Nesselausschlag, welcher im Allgemeinen an kühler Luft vergeht.

  • Erysipel, in wiederholten Schüben auftretend.

  • Milchweiße Flecken auf der Haut, mit dunklen Rändern.

  • Ausschlag von weißen Stellen und einigen verstreuten roten Flecken, an Handgelenken, Handrücken, Ober- und Unterschenkeln und Knöcheln, die Haut ist stark gereizt.

  • Petechiales Exanthem Calc.Petechiales Exanthem.

  • Ekzem, dünner, feuchter Grind auf dem Kopf; mit geschwollenen Halslymphknoten; Ekzem hinter den Ohren Calc.Ekzem hinter den Ohren.

  • Akne indurata oder punctata.

  • Bläschen, die raue Stellen zurücklassen oder sich in Geschwüre umwandeln, besonders am Ellbogen, am Ober- und Unterarm; dabei sieht das Gesicht aufgedunsen, lebhaft rot und schuppig aus, und die Füße sind voller Schorfe und Schuppen.

  • Alte Geschwüre, tief, fistelbildend, nekrotisierend; mit klopfendem Schmerz und Reißen drumherum, und Geruch wie von faulen Eiern.

  • Runde Geschwülste erscheinen an verschiedenen Stellen: an den Gelenken der Arme, den Unterschenkeln, Füßen und Brüsten.

  • Stechen in der Haut, wie von Nadeln.

  • Eingekapselte Tumoren.

  • Warzen Calc.Warzen; sie entstehen, jucken, bluten und verschwinden wieder; oder sie entzünden sich, mit stechenden Schmerzen, Eiterung und Geschwürbildung.

  • Unterdrückung von Ausschlägen kann verschiedene Arten von Krankheiten induzieren, unter anderem Epilepsie, Migräne, nervöses Herzklopfen.

Calcium causticum

Essenzielle Merkmale
Calcium causticum ist ein Mittel, das heute nicht oft gegeben wird. Dabei handelt es sich um eine mächtige Arznei, die bei bestimmten Krankheiten unserer modernen Gesellschaft zunehmend benötigt werden wird, besonders beim Chronisches Müdigkeitssyndrom Calc-caust.Chronischen Müdigkeitssyndrom („CFS“, Chronic Fatigue Syndrom); ebenso bei Hypoglykämie Calc-caust.Hypoglykämie.
Fälle, die nach Calcium causticum verlangen, können das folgende Erscheinungsbild zeigen: Man bekommt eine Grippe und erholt sich nicht mehr so recht davon. Ein Gefühl der Mattigkeit, eine Schwäche in den Gliedern ist geblieben. Immer wieder einmal fühlt man sich elend, „erledigt“, erschöpft und völlig antriebslos. Das morgendliche Aufstehen ist eine Tortur, man ist müde, mürrisch, schlechtgelaunt und benommen, als hätte man am Vortag den größten Rausch gehabt. Die Benommenheit im Kopf, linksseitig Calc-caust.Benommenheit im Kopf wird eigentümlicherweise oft nur auf einer Seite empfunden, nämlich meist auf der linken. Während diese Menschen tagsüber müde sind, werden sie nachts unruhig, sie können nicht schlafen oder leiden unter unangenehmen Träumen, ja Alpträumen.
Da wir bislang über kein vollständiges Arzneimittelbild von Calcium causticum verfügen, sind wir bisher noch nicht in der Lage, seine „Essenz“ klar herauszuarbeiten, und so sind wir bislang über auf bestimmte Leitsymptome angewiesen, die sich in der Prüfung gezeigt haben, nämlich etwa:
  • Vorübergehendes Gefühl, Haare, Gefühl, als würden sie vorn auf dem Kopf emporgezogen Calc-caust.als würden die Haare vorn auf dem Kopf emporgezogen;

  • Eigentümliche Benommenheit im Kopf, linksseitig Calc-caust.Benommenheit des Kopfes, meist auf der linken Seite, oft mit Kopfweh verbunden und so massiv, dass man seiner Arbeit nicht nachgehen kann und jegliche Form von geistiger Betätigung schwerfällt. Die Patienten können sagen, es sei einfach nicht auszuhalten. Der Schmerz ist drückend, manchmal mit periodischem Stechen verbunden. Er kann morgens auftreten (dann erinnert er an einen schlimmen Kater), aber auch abends, nachdem man eine geringe Menge Bier getrunken hat.

  • Gefühl, als wäre ein Dorn im linken Auge, das zum Reiben zwingt, auch mit Unfähigkeit, das Auge aufzumachen.

  • Empfindung im Hals, als steckte ein Knochen darin.

  • Gefühl am Gaumen, als wäre Schleim dort, den man wegräuspern will, aber es geht kein Schleim weg.

  • Dick belegte Zunge von grünlich-gelbem Aussehen.

  • Herabhängenlassen des Arms erzeugt Schmerz des Schultergelenks Calc-caust.“Wehtun“ des (linken) Schultergelenks beim Herabhängenlassen des Arms.

  • Starkes Brennen der Haut vor dem Einschlafen Calc-caust.Brennen der Haut vor dem Einschlafen.

  • Zahnschmerzen jede Nacht um 2 Uhr mit einem Gefühl, als wäre der betroffene Zahn zu groß und pelzig.

  • Gefühl wie pelzig und eingeschlafen in beiden Schulterblättern am Abend.

Neben der extremen Mattigkeit, große Calc-caust.Mattigkeit und Benommenheit Calc-caust.Benommenheit, welche die Anwendung von Calcium causticum beim Chronischen Müdigkeitssyndrom nahelegen, hat die Arznei auch eine Vielzahl an rheumatischen Schmerzen. Sie kann angezeigt sein bei rheumatische Zustände mit Beteiligung der Kiefergelenke Calc-caust.rheumatischen Zuständen, Polyarthritis Calc-caust.Polyarthritis, rheumatoider Arthritis, besonders wenn die Kiefer und ihre Gelenke beteiligt sind, und speziell dann, wenn RHUS TOXICODENDRON und THUJA nichts bewirkt haben. Calcium causticum ist jedoch nicht so empfindlich gegen Kälte und Nässe wie RHUS TOXICODENDRON oder auch CALCIUM CARBONICUM. Eine Bestätigung für die Wahl von Calcium causticum kann das Vorhandensein von Hornschwielen an den Fußsohlen sein, ebenso ein rheumatisches Reißen in den Fersen. Weitere Symptome der Arznei sind Steifheit und reißende Schmerzen im gesamten Hals- und Rückenbereich, auch im Steißbein, sowie in den Gliedmaßen, besonders in der linken Achillessehne und Ferse; ein Reißen in einer Schulter, den Arm hinunter Calc-caust.Reißen in einer Schulter, den Arm hinunter; ein Reißen im rechten Jochbein. Ein rheumatischer Kopf- und Zahnschmerz, der seinen Sitz hauptsächlich im rechten Kiefergelenk hatte, wurde durch das Mittel deutlich gebessert.
Menschen, die diese Arznei benötigen, präsentieren oft eine Vorgeschichte häufiger Erkältungen, die nicht selten im Hals lokalisiert sind; akute Entzündungen oder chronische subinflammatorische Zustände im Hals mit stechenden Schmerzen. Die Patienten leiden unter Heiserkeit Calc-caust.Heiserkeit, und das Stechen im Hals wie von einem Dorn, das sie spüren, ähnelt dem Dorn- oder Splittergefühl von HEPAR SULPHURIS und NITRICUM ACIDUM. Sie haben ein Gefühl von Rauheit in der Luftröhre, auf das Husten folgen kann.
Allgemein sollte man an Calcium causticum denken in Fällen, wo Arzneien wie THUJA, RHUS TOXICODENDRON, NITRICUM ACIDUM oder HEPAR SULPHURIS angezeigt scheinen, aber keine Wirkung zeigen.
Clarke erwähnt, dass Calcium causticum in Fällen von Appendizitis Calc-caust.Appendizitis imstande gewesen ist, ein schnelles Abklingen aller entzündlichen Vorgänge zu bewirken; und dass es in einem schweren Fall von Hämorrhoiden alle Beschwerden beseitigt haben soll. Ferner ist bei der Prüfung der Abgang von Bandwurm, Stücke gehen ab Calc-caust.Bandwurmstücken beobachtet worden.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Die Mattigkeit Calc-caust.Mattigkeit von Calcium causticum wurde bereits erwähnt; morgens beim Aufstehen mürrisch, müde, morgens beim Aufstehen Calc-caust.müde und müde, mürrisch, morgens beim Aufstehen Calc-caust.mürrisch. Das Denken fällt schwer. Große Erschöpfung mit Zittern der Extremitäten Calc-caust.Erschöpfung mit Zittern der Extremitäten, verschwindet nach Essen Calc-caust.Zittern der Extremitäten. Das Zittern kann nach Essen verschwinden, z. B. nach einem Stück Brot.

  • Es existiert eine große Zahl von rheumatischen Schmerzen, und die vorherrschende Schmerzqualität ist reißende Schmerzen Calc-caust.reißend; die neuralgischen Schmerzen in verschiedenen Körperteilen können jedoch auch stechenden oder klopfenden Charakter haben.

  • Die meisten Symptome verschlimmern sich am Abend; auch durch Biertrinken, Verschlimmerung durch Calc-caust.Biertrinken und Rauchen, was die Benommenheit, die drückenden Kopfschmerzen und die Ohrenschmerzen erheblich verschlimmert. Eine Reihe von Symptomen zeigt sich auch morgens beim Aufstehen, Verschlimmerung Calc-caust.morgens beim Aufstehen.

  • Bewegung wird im Allgemeinen eher verschlimmern, wie Clarke sagt; aber ein Kreuzschmerz morgens beim Erwachen verliert sich bei Bewegung.

KopfSchwindel, als liefe das Zimmer im Kreis Calc-caust.Schwindel, wie wenn das Zimmer im Kreis herumliefe; sie glaubt vom Stuhl zu fallen.
Die oben erwähnten Symptome der Benommenheit im Kopf Calc-caust.Benommenheit bzw. „Eingenommenheit“ des Kopfes werden gelegentlich Anlaß zur Diagnose eines Chronischen Müdigkeitssyndroms geben. Ich gebe einige von ihnen wörtlich nach Kochs Prüfungen wieder: „Vormittags eingenommener Kopf, Benommenheit im Kopf, linksseitig Calc-caust.besonders der linken Seite, mit periodischen Stichen. Der Kopfschmerz ist drückender Art, sodass eine geistige Arbeit nur mit Mühe ausgeführt werden kann.“ „Nachdem abends, wie gewöhnlich, Bier getrunken wurde, war der Kopf so eingenommen, dass es fast nicht auszuhalten war.“ „Kopf außerordentlich eingenommen, dumpfer, drückender Schmerz auf der Stirn bis ins Hinterhaupt gehend, sodass die Person ihre Geschäfte kaum besorgen konnte.“ „Morgens ein Unwohlsein, als hätte er den Tag vorher den größten Rausch gehabt (sogenannter Katzenjammer).“
Nach dem Mittagessen klopfender Schmerz in der Stirnhöhle, dass die Person die Stirnhaut stets zusammenziehen muss, was ihr Erleichterung verschafft. Bücken, beim B. heftige Schmerzen im Kopf, als ob das Gehirn der Schwerkraft folgte Calc-caust.Beim Bücken heftige Schmerzen im Kopf, als ob das Gehirn der Schwerkraft folgen würde. Kopfschmerz auf der Stirn, besonders direkt über den Augen.
reißender Kopfschmerz Calc-caust.Reißender Schmerz an der linken Schläfe hinauf bis zum linken Stirnhügel; oder Reißen auf der Stirn, oberhalb der Augenbrauen. Dumpfer rheumatischer Schmerz im Hinterkopf, um 17 Uhr. Stiche durch den Kopf von vorn nach hinten.
Das Gefühl, Haare, Gefühl, als würden sie vorn auf dem Kopf emporgezogen Calc-caust.als ob die Haare vorn auf dem Kopf emporgezogen würden, wurde bereits als „sonderliches, ungewöhnliches und eigenheitliches“ Symptom erwähnt. Ferner ist eine Tendenz zum Haarausfall Calc-caust.Haarausfall festgestellt worden. Diese zeigte sich unter anderem bei einem Patienten, der Kalkwasser gegen „Schleimschwindsucht“ (Lungenphthise) benutzt hatte: Er verlor sämtliche Haare, sowohl am Kopf als auch an Gesicht und Körper (Franks Magazin 1, S. 353).
AugenPhotophobie. Brennen der Augen bei künstlichem oder Kerzenlicht, besonders beim Lesen Calc-caust.Brennen der Augen bei künstlichem Licht oder Kerzenlicht, besonders beim Lesen. Tränen der Augen in freier Luft; die Neigung zum Tränen ist ausgeprägter beim rechten Auge. Dorngefühl im Auge Calc-caust.Empfindung eines Dorns im linken Auge morgens beim Aufstehen, musste das Auge reiben; konnte das Auge nicht öffnen.
Schmerz im rechten Auge wie von einem Fremdkörper unter dem Oberlid, mit Stichen gegen die Stirn hinauf und geröteter Bindehaut des Lids. Heftige Schmerzen in beiden Oberlidern, sodass die Augen bei jeder Bewegung wehtaten. Starker Druck und Schwere der Augenlider.
Schmerz im Auge, als ob der Bulbus herausgedrückt würde. Neuralgische Schmerzen: Ein heftiger stechender Schmerz vom rechten Auge zum Stirnhöcker (Nervus supraorbitalis), sodass Tränen aus den Augen flossen. Stiche im Verlauf des Nervus supraorbitalis und supratrochlearis der linken Seite. Stoßweise bohrender Schmerz im oberen Orbitalrand des rechten Auges.
OhrenHeftiges Spannen und Drücken im inneren Ohr. Ohrenschmerz, dumpf-stechend, wie von Fremdkörper Calc-caust.Dumpfer, stechender Schmerz in einem oder gleichzeitig in beiden Ohren, als wäre ein Fremdkörper darin. Heftig stechender, herauspressender Schmerz im inneren Teil des linken Ohrs; fast fortwährend, nur mal mehr, mal weniger; schlimmer abends, beim Biertrinken und Rauchen. Krampfartig stechender Schmerz im linken Ohr bis zur Mündung der Tuba eustachii in den Rachen. Reißen hinter dem rechten Ohr (im Processus mastoideus). Reißen durch die inneren Teile beider Ohren.
Klingen und Brausen in den Ohren.
NaseAbsonderung von dickem, zähem Schleim aus der Nase, die trockener geworden ist. Schnupfen, besonders der linken Nasenhälfte.
GesichtVorübergehender reißender Schmerz vom Supraorbitalrand der linken Augenhöhle am inneren Augenwinkel herunter bis zum Nasenflügel. Reißender Schmerz vom inneren Winkel des rechten Auges bis zur Oberlippe herunter, mit dem Gefühl, als wollten diese Stellen anschwellen. Stiche vom linken Nasenflügel an, im Winkel an der Nase hinaufgehend, bis zum inneren Augenwinkel. Steifheit in den Kiefergelenken Calc-caust.Steifheit in den Kiefergelenken wurde in der Prüfung mehrfach beobachtet. Bei einer Prüferin verschwand ein nervöser und rheumatischer Zahn- und Kopfschmerz, an dem sie ein halbes Jahr lang gelitten hatte, unter der Wirkung des Mittels; aber nach einem Fußbad kehrte der Schmerz zurück, wurde sehr heftig und setzte sich im rechten Kiefergelenk fest, das unbeweglich wurde, bei Anschwellen der Wange. Wiederholung von Calcium causticum beseitigte den Schmerz und sorgte für ruhige Nächte.
MundInnere Schleimhaut der Lippen leicht gerötet, mit Äderchen durchzogen.
Die Zunge ist dick belegt, von grünlich-gelbem Aussehen, mit einem bitteren Geschmack im Mund. Der Gaumen fühlt sich an, als wäre Schleim darauf, aber es geht keiner weg.
Zahnschmerzen jede Nacht um 2 Uhr Calc-caust.Jede Nacht um 2 Uhr heftige Zahnschmerzen, wie wenn der Zahn pelzig und zu groß wäre; dabei spannender Schmerz im linken Ohr, als ob etwas darin stäke.
HalsSchleim im Hals, der schwer wegzuräuspern ist und fast zum Erbrechen reizt.
Halsweh morgens beim Aufstehen mit Schluckbeschwerden beim Leer- und Vollschlucken Calc-caust.Schluckbeschwerden beim Leer- und Vollschlucken, den ganzen Tag anhaltend. Empfindung im Hals, Knochen, als steckte ein Knochen im Hals Calc-caust.als steckte ein Knochen darin.
Atemwege und BrustHeiserkeit mit Halsschmerzen Calc-caust.Heiserkeit mit Halsschmerzen. Ausräuspern eines bröcklig-klebrigen Stoffs (wie gekochter Reis), der sich im Kehlkopf und in der Luftröhre sammelt. Dumpfe Stiche in der linken Seite des Larynx Calc-caust.Stiche in der linken Hälfte des Kehlkopfes. Rauheitsgefühl in der Trachea Calc-caust.Gefühl von Rauheit in der Luftröhre. Husten mit Stichen auf der Brust; mit Schleim- und Blutauswurf.
Morgens beim Erwachen Drücken auf der Brust morgens beim Erwachen Calc-caust.Drücken auf der Brust, das sich nach einer halben Stunde verlor, mit Kreuzschmerz; wie nach Alpdrücken und wie wenn im Unterleib alles Blut gestockt wäre.
Beklemmung über das Brustbein herüber. Drückend-stechender Schmerz unter dem Brustbein, über die Präkordien und Hypochondrien.
Stechen beim Einatmen, bei rheumatischem Schmerz zwischen den Schulterblättern, mit Beklemmung nach vorne, bis zum Brustbein. Stechen in der Rippengegend links, durch Einatmen vermehrt Calc-caust.Stechender Schmerz in der Gegend der sechsten und siebten linken Rippe, durch Einatmen vermehrt, aber ohne Husten, in einen reißenden Schmerz übergehend. Der Sitz scheinen die Interkostalmuskeln und die Pleura kostalis zu sein. Beißen an den (weiblichen) Brustwarzen, ohne Ausschlag.
MagenAppetitlosigkeit, oder auch starker Hunger drei Stunden nach dem Essen. Einem Prüfer schmeckte abends sein gewohntes Bier nicht mehr. Aufstoßen von Luft, häufig Calc-caust.Viel Luftaufstoßen. Aufstoßen von Speisen mit säuerlich-bitterem Geschmack. Auf Essen von etwas Brot Übelkeit mit Aufstoßen von schaumiger Flüssigkeit Calc-caust.Übelkeit mit Aufstoßen von schaumiger Flüssigkeit und allgemeines Unwohlsein, das eine Stunde andauert. Übelkeit, gefolgt von Erbrechen einer sauren Flüssigkeit, eine halbe Stunde nach dem Mittagessen.
Spannendes Gefühl im Magen. Krampfartiges Zusammenziehen des Magens.
AbdomenBeklemmung über die epigastrische Gegend und die Hypochondrien. Zusammenziehende, kneifende und stechende Schmerzen im Abdomen; mittags Kneifen im Unterleib mit Blähungen; zusammenziehende Schmerzen im Unterleib gegen den Uterus hin. Stiche in der Dünndarmgegend beim Vorwärtsbeugen Calc-caust.Heftige Stiche in der Dünndarmgegend beim Vorwärtsbeugen. An der linken Seite in der Milzgegend ein Schmerz, wie wenn eine Kugel sich um ihre Achse dreht. Kollern im Bauch.
Rektum und StuhlIm Mastdarm, gegen den After hin, stechend-reißende Bewegungen. Kribbeln in Rektum und After. Calcium causticum kann angezeigt sein in Fällen von sehr lästigen Hämorrhoiden mit schmerzhaftem Stuhl, als ob spitze Gegenstände oder Nägel mit abgingen und den After peinigten. Wechselhafter, aussetzender Stuhl, oft mehrere Tage lang kein Stuhl. Mehrere dünne Stühle vor und nach dem Frühstück; ein dünner, breiiger Stuhl mit viel Schleim nach dem Frühstück. Mit dem Stuhl werden Stücke eines Bandwurm, Stücke gehen ab Calc-caust.Bandwurms ausgeschieden.
Äußerer Hals und RückenReißende Schmerzen im Rücken Calc-caust.Reißende Schmerzen im ganzen Rücken, insbesondere in den Reißen in den Nackenmuskeln Calc-caust.Nackenmuskeln, im Reißen im Kreuz Calc-caust.Kreuz und am Reißen am Steißbein Calc-caust.Steißbein.
Spannen der Halsmuskeln auf beiden Seiten; Steifheit aller Nackenmuskeln, steifes Genick. Schulterblätter, heftige Schmerzen in den, bis ins Kreuz, beim Sitzen Calc-caust.Beim Sitzen heftige Schmerzen zwischen den Schulterblättern, bis ins Kreuz hinunter. Rheumatischer Schmerz in beiden Schulterblättern; zwischen den Schulterblättern, mit Stechen beim Einatmen und Beklemmung nach vorne, bis zum Brustbein. Reißen in beiden Schulterblättern; zwischen den Schultern, dann durch den Nacken und den Hinterkopf hinauf, bis an die Stirn. Am Abend Gefühl von Pelziges Gefühl in beiden Schulterblättern Calc-caust.Pelzigkeit und Einschlafen in beiden Schulterblättern.
Stechender Kreuzschmerz Calc-caust.Stechender Kreuzschmerz, oder auch drückend-reißender Kreuzschmerz; morgens beim Erwachen, auf Bewegung sich verlierend.
ExtremitätenZittern der Extremitäten, verschwindet nach Essen Calc-caust.Gliederzittern mit Mattigkeit; am Arbeiten hindernd, gebessert durch Essen; auch Zittern der Extremitäten, abends im Bett Calc-caust.abends im Bett.
Rheumatische Schmerzen, abwechselnd, wandernd, in allen Gelenken Calc-caust.Rheumatische Schmerzen, abwechselnd, wandernd, in allen Gelenken. Herumziehende Schmerzen in den Extremitäten Calc-caust.Herumziehende Schmerzen in den Extremitäten. Vielerlei reißende Schmerzen Calc-caust.reißende Schmerzen.
  • Bei Anstrengung oder ungeschickter Lage eines Gelenks ziehend-reißender Schmerz.

  • Reißen in den Schultern Calc-caust.Reißen in den Schultern; Armen; Reißen in den Achselhöhlen Calc-caust.Achselhöhlen; Ellbogengelenken; Handgelenken; Händen; Fingern.

  • Reißend-ziehender Schmerz im linken Schultergelenk, welcher sich über den ganzen Oberarm erstreckt und so heftig wird, dass der Arm nicht leicht in die Höhe gehoben werden kann; der Hauptsitz ist im Musculus deltoideus, in der Fascia und im Schultergelenk. Dies dauerte drei Stunden.

  • Nach dem Mittagessen ziehend-reißender Schmerz im ersten Gelenk des linken Zeigefingers, in Verrenkungsschmerz übergehend.

  • Ein ziehend-reißender, dumpfer Schmerz im linken Unterarm, wie im Knochen oder im Ligamentum interosseum (es ist wohl das Ligamentum anulare radii gemeint).

  • Reißen in beiden Oberschenkeln, besonders im rechten; Reißen in den Knien, durch die Füße hinaus Calc-caust.in den Knien, durch die Füße hinaus; in der rechten Seite der rechten Tibia bis zu den Zehen; in den Waden; Reißen in der linken Achillessehne Calc-caust.in der linken Achillessehne und Reißen in der linken Ferse Calc-caust.Ferse.

Wehtun des linken Schultergelenks Herabhängenlassen des Arms erzeugt Schmerz des Schultergelenks Calc-caust.beim Herabhängen des Arms; den ganzen Tag andauernd.
Nachmittags um 17 Uhr lähmungsartiger Zustand der rechten Hand, kann nichts heben, 17 Uhr Calc-caust.lähmungsartiger Zustand der rechten Hand, sodass sie nichts in die Höhe heben konnte und die Hand der Schwere des Gegenstandes folgen mußte.
Lästiges Spannen in den unteren Extremitäten. Stiche vom rechten Hüftgelenk bis zur Mitte des Oberschenkels herab; Stiche im Hüftgelenk beim Auftreten, 17 Uhr Calc-caust.heftige Stiche im Hüftgelenk beim Auftreten, um 17 Uhr; auch vormittags beim Auftreten und im Freien. Stiche im rechten Knie beim Auftreten Calc-caust.Heftig stechende Schmerzen im rechten Kniegelenk beim Auftreten; im Bett bei Bewegung noch fortdauernd. Wehtun der ersten Phalanx des (rechten) großen Zehs bei Bewegung des Gelenks. Stechender Schmerz in einem Hühnerauge.
SchlafViel Gähnen Calc-caust.Gähnen. Große Schläfrigkeit abends, der aber ein Schlaf unruhig Calc-caust.unruhiger Schlaf folgt, mit starker Benommenheit des Kopfes und vielen Träume, viele Calc-caust.Träumen, oft unangenehmen, und auch Alpträume Calc-caust.Alpträumen. Häufig wussten die Prüfer, dass sie unruhig geschlafen und viel geträumt hatten, konnten sich jedoch morgens an keinen ihrer Träume erinnern.
Fieber und FrostFrieren am ganzen Körper, beim Schlafengehen oder vor dem Aufstehen Calc-caust.Heftiges Frieren am ganzen Körper, beim Schlafengehen oder vor dem Aufstehen am Morgen; heftiger Schüttelfrost bis zum Zähneklappern, gefolgt von starker Hitze im Kopf.
Schauer durch den Rücken hinauf.
HautLästiges Spannen der Haut, das ihn morgens weckt; starkes Brennen der Haut vor dem Einschlafen Calc-caust.Brennen der Haut vor dem Einschlafen.
Bläschen, mit klarer oder eitriger Flüssigkeit gefüllt, von rotem Hof umgeben, heftig juckend und stechend Calc-caust.Heftiges Jucken und Stechen auf der Haut; es erheben sich kleine Bläschen, mit klarer oder eitriger Flüssigkeit gefüllt, von einem roten Hof umgeben; an verschiedenen Körperteilen; zuerst im Nacken und Rücken, später auf der Brust, am Hals, hinter den Ohren, am Hinterkopf.
Feiner, frieselartiger Ausschlag an der Stirn, ohne Beißen. Auf dem unteren Teil der Tibia (des linken Beins) waren sechs braunrote, z. T. einzeln stehende, z. T. etwas zusammenlaufende, flohstichartige, pfenniggroße, schmerzlose Flecken; die Haut war etwas geschwollen.
Anmerkung des Verlags
„Eine Unze Ätzkalk wird in einem zuvor erwärmten Glase mit 5 Unzen Wassers übergossen und wohl verstopft, bis zum Erkalten stehen gelassen, dann schüttelt man den zu feinem Pulver zerfallenen Kalk wohl auf und gießt 5 Unzen Weingeist hinzu. Nach mehreren Tagen, während welchen das Gemisch oft geschüttelt wurde, wird dieselbe Flüssigkeit in kleine Fläschchen gebracht und vor dem Zutritte der Luft wohl verwahrt“ (Segin, in: Hygea 3, S. 158).
Dies ist die Vorschrift, nach der Calcium causticum oder der „Ätzkalk“ für die Kochschen Prüfungen zubereitet wurde, die den größten Teil unseres Wissens über diese wenig benutzte Arznei ausmachen. Die Prüfungen gehen auf eine Preisaufgabe des „Vereins homöopathischer Ärzte im Großherzogtum Baden und im Elsaß“ zurück, in der eine vergleichende Prüfung der wie oben präparierten Calcium causticum und der kohlensauren Kalkerde (CALCIUM CARBONICUM) verlangt wird, wobei letztere nicht aus Austernschalen (wie CALCIUM CARBONICUM hahnemanni), sondern aus reiner getrockneter Kreide hergestellt werden sollte. Denn die Aufgabensteller waren mit Hahnemanns Präparaten nicht zufrieden: „Hahnemanns CAUSTICUM besteht nicht“, heißt es kurzerhand, und an seiner CALCIUM CARBONICUM wird bemängelt, dass sie als Tierprodukt stark mit anderen Stoffen verunreinigt sei. Dies trifft natürlich zu, und auch CAUSTICUM ist chemisch sicherlich nicht die Substanz, die dem Ätzkalk „seine ätzende Beschaffenheit erteilt“, wie Hahnemann annahm. Doch die Kritik der „Hygea“ verfehlt ihr eigentliches Ziel, wie die vielfach durch Heilungen bestätigten, charakteristischen und umfassenden Arzneibilder unserer großen Polychreste CAUSTICUM und CALCIUM CARBONICUM beweisen; der Wunsch nach chemischer Reinheit ist nur aus der Zeit und der Haltung der Hygea-Gruppe zu verstehen und hat nichts mit der Heilkraft einer Arznei zu tun.
Hat sich also die Kritik an Hahnemann längst durch die Zeit (und durch die homöopathische Erfahrung der letzten 150 Jahre) erledigt, so verdanken wir der Preisaufgabe doch eine detaillierte Prüfung eines „kleinen Mittels“, die immerhin einige eigentümliche und charakteristische Symptome erbracht hat. Zumindest über ein Teilbild des „Ätzkalks“ verfügen wir somit, und wie Vithoulkas zeigt, kann uns diese heute selten verschriebene Arznei gerade bei Krankheitsbildern, die sich in unserer Zeit häufen, sehr nützlich sein – wenn sie nach dem Ähnlichkeitsprinzip gewählt wird.

Calcium fluoricum

Essenzielle Merkmale
Calcium fluoricum ist wohlbekannt für seine starke Affinität zum Knochengewebe und zu den Zähnen. Es besteht eine Tendenz zur Ausbildung von Exostosen Calc-f.Exostosen, und dies ist ein Leitsymptom des Mittels. Die Knochen entwickeln sich langsam; die Zahnung ist langsam und schwierig, die Zähne weisen Schmelzdefekte auf und neigen zur Karies. Die Nägel sind spröde und brechen leicht ab.
Diesen physischen Charakteristika entspricht ein spezifischer Gemütszustand. Ein sehr ausgeprägtes Gemütssymptom von Calcium-fluoricum-Menschen ist, dass sie unter dem Katastrophe, Gefühl einer drohenden, in bezug auf Gesundheit Calc-f.Gefühl einer drohenden Katastrophe in Bezug auf ihre Gesundheit leiden (vgl. KALIUM CARBONICUM). Sie haben den Eindruck, mit ihrer Gesundheit gehe es bergab, sowohl körperlich als auch psychisch. So wie ihre Nägel abbrechen und ihre Zähne bröckeln und zerfallen, so scheint ihnen ihre Gesundheit überhaupt zu bröckeln. Dieses Gefühl von körperlichem und geistigem Verfall führt schließlich zu einer massiven Angst um die eigene Gesundheit Calc-f.Angst um die eigene Gesundheit mit Furcht vor dem Tod Calc-f.Furcht vor dem Tod (KALIUM ARSENICOSUM, CALCIUM CARBONICUM, LYCOPODIUM, NITRICUM ACIDUM). Doch bei Calcium fluoricum ist die Angst um die Gesundheit von passiver Art. Sie kann jahrelang bestehen, ohne dass die betreffende Person jemals professionelle Hilfe sucht. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu CALCIUM-CARBONICUM-Menschen, die von ihrer Angst stärker belästigt und aufgeregt werden; sie reagieren dann auch stärker und fühlen sich dazu getrieben, aktiv auf die Suche nach Hilfe zu gehen. Calcium-fluoricum-Menschen befürchten einfach, dass mit ihrer Gesundheit irgendetwas nicht stimmt, und sie scheinen sich beinahe sicher zu sein, dass sie todgeweiht seien und ihnen niemand mehr helfen könne. Sie spüren nicht den Drang, Erleichterung zu suchen; stattdessen bereiten sie sich schicksalsergeben auf den Tod vor. Dieses Gefühl von passiver Resignation stellt eine tiefere Pathologie dar als der aktivere Zustand, der z. B. für CALCIUM CARBONICUM typisch ist. Calcium fluoricum sollte in der Repertoriumsrubrik „Angst um die Gesundheit“ ergänzt werden.
Geist und Gemüt
Das psychische Bild von Calcium fluoricum ist vor allem geprägt durch eine in der Tiefe lauernde Angst und eine Neigung, sich fest an bestimmte Menschen zu Binden, Neigung, sich fest an bestimmte Menschen zu Calc-f.binden, ja diese an sich zu fesseln. Diese Personen haben das starke Bedürfnis, ein Netzwerk von Menschen, auf die sie sich verlassen können, um sich herum aufzubauen. Ihre Bindung an andere kann sehr stark sein, und dies wird leicht zu einer Quelle der Enttäuschung Calc-f.Enttäuschung, wenn sie Anlaß zu der Vermutung sehen, dass ihre Gefühle von den Menschen, an denen ihnen liegt, nicht in gleicher Weise erwidert werden. So etwas können sie sehr übelnehmen.
Die Gefühle von Calcium-fluoricum-Personen sind lebhaft, stark und ungehemmt. Sie verhalten sich nicht unbedingt berechnend und manipulierend, aber sie versuchen doch, die anderen dazu zu bringen, dass sie ihren Wünschen entgegenkommen. Ihre Methode besteht hierbei nicht in offener Beeinflussung, sondern vielmehr in einer subtilen Art von Überredung, die eher der weiblichen Geschlechtsrolle entspricht. So können sie z. B. versuchen, sich Freunde und Freundinnen mit allen möglichen Tricks in die Nachbarschaft zu holen, damit sie „in der Nähe wohnen“, wie eine Patientin, von der Morrison berichtet. Diese Frau, die sich große Sorgen um ihre persönliche Sicherheit machte, wurde von Morrison mit Calcium fluoricum geheilt (vgl. „Proceedings of the 1989 Professional Case Conference“, Seattle).
Eine weitere Angst um Geldangelegenheiten Calc-f.Angst, die bei Calcium fluoricum häufig zu beobachten ist, dreht sich um Geldangelegenheiten. Diese Menschen neigen zu der Besorgnis, dass sie in Armut geraten könnten, dass es mit ihrer finanziellen Lage „rückwärtsgehen“ könnte, und das ohne erkennbaren Grund. Die Angst vor Armut kann eine Art von Geiz bewirken; die amerikanischen Prüfungen sprechen von einer „Neigung, dem Geld einen höheren Wert beizumessen, als es sonst in ihrer Natur lag“. Dieser Zustand ist oft mit Niedergeschlagenheit Calc-f.Niedergeschlagenheit und Unentschlossenheit Calc-f.Unentschlossenheit verbunden. Die Neigung, immer die düstere Seite der Dinge zu sehen, die in der Angst um die Gesundheit zum Vorschein kommt, ist auch hier zu beobachten: eine pessimistische Haltung.
Dem deutschen Homöopathen Mezger verdanken wir eine umfangreiche Prüfung aus dem Jahre 1953, die weitere charakteristische Geistes- und Gemütssymptome von Calcium fluoricum erbracht hat. Aus den Prüfungsberichten spricht vor allem eine auffallende Polarität:
  • Einerseits erfuhren die Prüfer nicht selten eine bedeutende Zunahme ihrer geistigen Aufnahmefähigkeit, eine Steigerung der Konzentration; „kann den ganzen Tag intensiv geistig arbeiten, bis um Mitternacht, ohne zu ermüden“. Sie verfügten über eine bemerkenswerte Unternehmungslust, die sich bis zu Unruhe und Hastigkeit steigern konnte.

  • Andererseits zeigte sich häufig eine starke Konzentrationsfähigkeit und Arbeitslust vermindert Calc-f.Herabminderung der Konzentrationsfähigkeit und der Arbeitslust; „muss einen Satz mehrmals lesen und versteht ihn dann immer noch nicht“. Ein Unternehmungslust, Verlieren jeder Calc-f.Verlieren jeder Unternehmungslust, jeder Initiative und Arbeitslust war zu verzeichnen, mit Angst vor den Aufgaben des Tages, ja gesteigert bis zu einer allgemeinen depressiven Verstimmung. Doch Mezger vermerkt auch: „Unternehmungslust trotz geistiger Abspannung, und gesteigerte Leistungsfähigkeit trotz erheblicher Schlafstörung.“

Das folgende Zitat zeigt die Polarität in nu „Euphorie mit innerer Gelöstheit und Arbeitslust – Gereiztheit, innere Unruhe und Hast Calc-f.Gereiztheit, innere Unruhe und Hast, ängstlich-depressive Stimmung Calc-f.ängstlich-depressive Stimmung, ja geradezu Angst vor den Aufgaben des Tages Calc-f.Angst vor den Aufgaben des Tages.“ Mezger selbst beobachtete das Symptom: „Sehr ungeduldig und dann gereizt gegen andere; seine Arbeit kann ihm nicht schnell genug gehen.“ Eine wichtige Modalität ist in diesem Zusammenhang die Essen, Besserung durch Calc-f.Besserung durch Essen, sowohl was die geistige und psychische als auch was die körperliche Verfassung angeht; allgemeine Verschlimmerung bei leerem Magen.
Weitere Merkmale
  • Das sexuelle Verlangen von Calcium-fluoricum-Menschen kann recht unterschiedlich ausgeprägt sein: sehr schwach (bis hin zur Abneigung gegen Sex), mit Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen, besonders bei Frauen, manchmal aber auch recht stark. Doch eine „Hypersexualisierung“ wie bei FLUORICUM ACIDUM werden wir hier nicht finden.

  • Häufig hören wir von Calcium-fluoricum-Menschen Klagen über Herzklopfen mit Hitzewallungen Calc-f.Herzklopfen und Hitzewallungen mit Herzklopfen Calc-f.Hitzewallungen, im Wechsel mit einer Kälteempfindlichkeit Calc-f.Empfindlichkeit gegen und Kälte, Verschlimmerung durch Calc-f.Verschlimmerung durch Kälte. Diese Leute können recht warm sein (was sie tendenziell von CALCIUM CARBONICUM unterscheidet), und dennoch vertragen sie nasskaltes Wetter nicht. Das Moment der Wallungen kann sich recht ausgeprägt zeigen, mit einem plötzlichen Hitzegefühl. Im Zusammenhang mit diesen Hitzeanwandlungen können Herzrhythmusstörungen auftreten.

  • Auf der körperlichen Ebene gibt es ein starkes und wohlbekanntes Leitsymptom, das eingangs schon erwähnt wurde: die Neigung zu Exostosen Calc-f.Exostosen. Ferner können wir eine gewisse Steifheit vorfinden, die durch rheumatische und arthritische Beschwerden bedingt ist. Die Schmerzen von Calcium fluoricum werden durch Wärmeanwendungen und Bewegung, besonders fortgesetzte Bewegung gebessert, wie bei RHUS TOXICODENDRON; aber anders als RHUS-TOXICODENDRON-Personen sind Calcium-fluoricum-Menschen eher warm.

Calcium fluoricum ist eines der Schüßlerschen „biochemischen“ oder „Gewebemittel“ und gilt als sein „Knochensalz“. Es hat eine machtvolle Wirkung auf das Bindegewebe, besonders auf die elastischen Fasern, sowie auf die Knochen, Sehnen und Bänder.
Wirkung auf Knochen
Allgemein beobachten wir eine ausgeprägte Neigung zur Bildung von Knochenwucherungen an Hand- und Fußwurzelgelenken und Fingern Calc-f.Knochenwucherungen und knöchernen Gewächsen, besonders in den Gelenken der Hand- und Fußwurzelknochen und an den Fingern, aber auch überall sonst im Körper. Harte, raue, geriffelte Erhebungen auf der Oberfläche der Knochen; Exostosen nach Verletzungen Calc-f.Exostosen nach Verletzungen; knöcherne Infiltrate in der Knochenhaut Calc-f.knöcherne Infiltrate in der Knochenhaut. Einige Beispiele: Burnett heilte eine Frau mit einer glänzenden, harten, schmerzhaften Geschwulst am linken Zeigefinger (Enchondroma), so groß wie eine Walnuss, aber flacher, mit Calcium fluoricum. Die Geschwulst verlor ihre knorpelige Beschaffenheit, wurde kleiner und weicher und verschwand innerhalb von drei Monaten völlig. Andere Homöopathen wandten die Arznei bei osteoplastischen Sarkomen ein, die infolge einer Knochenverletzung entstanden waren, und erzielten bedeutende Besserung. Margery Blackie beobachtete bei Calcium-fluoricum-Patienten eine knöcherne Wucherung in der Nase, die aussah, als ob das Septum mehr in die eine Richtung als in die andere gewachsen wäre; sie vergrößerte sich und blockierte die Nase. Dies war meist von einem dicken, gelben Katarrh begleitet. Wesselhoeft heilte zwei Fälle von Knochenhautgeschwülste Calc-f.Knochenhautgeschwülsten syphilitischen Ursprungs (einmal an der rechten Elle, einmal an der linken Speiche) mit dieser Arznei.
Eine weitere Indikation sind Fälle von Knochenbrüchen, die langsam heilen. Der Heilungsprozess kann verzögert sein durch einen Mangel an Reaktion der Lebenskraft: es kommt nicht zu ausreichender Eiterung. Auch bei Entzündungen und Vereiterungen von Knochen kann die Arznei angezeigt sein, wie SILICEA und CALCIUM PHOSPHORICUM; ebenso bei Periostitis Calc-f.Periostitis. Rarefizierende Knochen- und Knochenhautentzündungen; Knochenkaries. Farrington behandelte mit Calcium fluoricum einen Fall von Nekrose des Unterkiefers auf der linken Seite. Aus dem Hohlraum kam ein ständiger Ausfluss: eine übelriechende, dunkle, blutige Flüssigkeit, vermischt mit kleinen Stücken verfaulten Knochengewebes. Calcium fluoricum brachte den Zerstörungsprozess zum Stillstand, und es begann sich überall Granulationsgewebe zu bilden.
Nicht nur die Knochen, sondern auch die Zähne sind oft unzureichend ernährt. Zahnschmelzdefekte Calc-f.Zahnschmelzdefekte sind häufig, und die Zahnung vollzieht sich langsam und verursacht viele Beschwerden.
Die Nägel neigen zu vermehrtem Wachstum, Hypertrophie, Verhärtung und Sprödigkeit.
Wirkung auf Sehnen, Bänder, Bindegewebe
Häufig ist auch die Bildung von Tumoren, knotige, im Verlauf der Sehnen und Bänder Calc-f.knotigen Tumoren im Verlauf der Sehnen und Bänder. Die Gelenke können entzündet sein; chronische Synovialitis des Kniegelenks; Reiskörperchen in Gelenkhöhlen oder Sehnenscheiden. Chronische, rezidivierende Abszesse; Abszesse, die sich um die Gelenke herum bilden. Kent bezeichnet Calcium fluoricum als nützliche Arznei bei Gichterkrankungen mit reichlichem, blassem Urin, Durchfall und einer traurigen, elenden Gemütsverfassung.
Aufgrund der Schwäche des Bindegewebes beobachten wir eine Neigung zur Lockerheit und Überstreckbarkeit der Gelenke bei Kindern, und die Gelenke nutzen sich oft vermehrt ab, was Arthrosen zur Folge hat. Es ist daher nicht überraschend, dass Calcium fluoricum oft bei Verletzungen durch Überanstrengung und Überbeanspruchung angezeigt ist.
Die Bindegewebe, Erschlaffung der elastischen Calc-f.Erschlaffung der elastischen Bindegewebe kann sich auch in einer Erschlaffung und Erweiterung der Blutgefäße, in Erschlaffung und Lageveränderung des Uterus, in Erschlaffung der Bauchdecken mit „Hängebauch“, in Uterusblutungen usw. manifestieren. Senkung der inneren Organe (Enteroptosis) gehört zu den Indikationen dieser Arznei.
Verwachsungen, Resorption von, nach Operationen Calc-f. Resorption von Schwarten und Verwachsungen, auch nach Operationen.
Tumoren, Wucherungen, Verhärtungen
Calcium fluoricum hat eine starke Tendenz zur Bildung von Tumoren, Wucherungen, Geschwülsten, die oft steinharte Tumoren Calc-f.steinhart sind. Die ausgeprägte Verhärtungen Calc-f.Verhärtung ist eine bedeutsame Wirkung dieser Arznei und hat schon oft den Weg zur Wahl von Calcium fluoricum gewiesen. Infiltrationen, verhärtete, in Drüsen und Lymphknoten Calc-f.Indurierte Infiltrationen finden sich insbesondere in den Drüsen und Lymphknoten, auch in den Tonsillen. Basedow-Struma; einfache und knotige harte Strumen; toxisches Adenom. Mezger berichtet von einem Schilddrüse geschwollen, mit Beengungsgefühl und Pulsieren; muss Kleider öffnen Calc-f.Anschwellen der Schilddrüse mit Gefühl von Beengung und von Pulsieren, sodass die Kleider geöffnet werden müssen. G. P. Hale hat Verhärtungen nach Typhlitis mit Calcium fluoricum geheilt, ebenso eingekapselte Tumoren der Augenlider. Eine Verhärtung nach mechanischer Verletzung in der Magengegend (verursacht durch den Tritt eines Pferdes) sprach ebenfalls gut auf Calcium fluoricum an. Tumoren verhärten sich, der Boden von Geschwüren wird hart. Verhärtungen in den Muskeln.
Calcium fluoricum kann zahlreiche Arten von Wucherungen beeinflussen: bösartige Tumoren, Karzinome; eingekapselte Tumoren; Fibrome; Hygrome; Nävi. Kent berichtet von einem Fibrom in der Kniekehle, das chirurgisch entfernt wurde, aber sich dann erneut bildete und zu Faustgröße anwuchs. Der Unterschenkel wurde im Winkel von 45 Grad hochgezogen, das Gelenk wurde unbeweglich. Aufgrund der Symptome des Falls und der Härte der Geschwulst wurde Calcium fluoricum verschrieben. Die Geschwulst schrumpfte nach und nach, und das Bein wurde wieder normal. Erfolgreich angewandt wurde die Arznei auch beim Kephalhämatom Calc-f.Kephalhämatom und der Geburtsgeschwulst, einer fluktuierenden Schwellung am Schädel von Neugeborenen (Kent). Knoten in den Mammae Calc-f.Harte Knoten in den weiblichen Brüsten können ebenfalls durch dieses Mittel geheilt werden, wie O. A. Palmer (in: Boericke & Dewey, The Twelve Tissue Remedies of Schüssler) berichtet; in einem Fall hatten sie seit drei oder vier Jahren bestanden, in einem anderen Fall empfahl ein führender Chirurg die sofortige operative Entfernung des Knotens, aber Calcium fluoricum brachte ihn innerhalb von sechs Wochen zum Verschwinden.
Wirkung auf Lymphsystem, Pankreas
Wie die Drüsenschwellungen vermuten lassen, hat Calcium fluoricum eine starke Beziehung zum Lymphsystem, ähnlich wie andere Arzneien, die Fluor enthalten. Es wirkt auf die Schleimhäute, Lymphknoten und Tonsillen. Mezger hebt hervor, dass Calcium fluoricum wie andere „Fluor-Mittel“ besonders bei chronischen Entzündungen der Schleimhäute, der Drüsen, der Knochen usw. bedeutende Heilkraft hat, während die nahe verwandten „Jod-Mittel“ für frischere, aktivere und akutere Zustände in Frage kommen. Die Fluor-Mittel folgen daher oft gut auf die Jod-Mittel, indem sie deren Wirkung vervollständigen. Mezger selbst gelang es, eine schwere chronische Stirnhöhlenentzündung mit Calcium fluoricum bedeutend zu bessern. Die Arznei kann unter Umständen auch beim Morbus Hodgkin (Lymphogranulomatose) angezeigt sein.
In seiner Prüfung stellte Mezger weiterhin einen besonderen Einfluss des Mittels auf die Pankreasstörungen Calc-fl.Bauchspeicheldrüse fest, mit fettglänzenden Stühlen und Unverträglichkeit von Fettgenuss, welcher zu Durchfall führt.
Wirkung auf Gefäße
Die Wirkung von Calcium fluoricum auf die Gefäßwände wurde oben ebenfalls schon angedeutet. Varizen Calc-f.Varizen sind durch die Arznei erzeugt und geheilt worden, wie Mezger berichtet. Die Venen sind erweitert und blau durchscheinend. Die Entstehung von Phlebektasien und Teleangiektasien ist als Arzneiwirkung dokumentiert. Bei Mezgers Prüfung bildete sich eine federkieldicke Krampfader am Oberschenkel heraus. Hämorrhoiden; Hämangiome; Aneurysma; Arteriosklerose; drohender Schlaganfall. Der Blutkreislauf wird von Calcium fluoricum stark in Mitleidenschaft gezogen, was sich bei der Prüfung unter anderem in Füße, Anschwellen der, bei heißem Wetter Calc-f.geschwollenen Füßen bei heißem Wetter und einem Bedürfnis, die schweren Beine hochzulegen, äußerte. Vena saphena, Schmerz entlang der Calc-f.Schmerz entlang der Vena saphena. Die Füße werden nachts zur Abkühlung aus dem Bett gestreckt, müssen aber aufgrund eines Kältegefühls bald wieder zurückgezogen werden. In Verbindung mit den oben erwähnten Hitzewallungen kommt es auch zu Kopfkongestionen, und wenn dies der Fall ist, werden die Kopfbeschwerden durch frische Luft, durch Zugwind und durch Absprudeln mit kaltem Wasser gebessert.
Clarke erwähnt im Übrigen, dass Calcium fluoricum bei Hämoptyse erfolgreich angewandt wurde, und führt diese Wirkung auf eine durch die Arznei ausgelöste Kontraktion der Blutgefäße zurück.
Empfindlichkeit der Sinnesorgane
Ein weiteres Merkmal ist eine übermäßige Sinnesorgane übermäßig empfindlich Calc-f.Empfindlichkeit der Sinnesorgane. Lichteinflüsse oder Geräusche (wie Radiomusik) steigern die Kopfschmerzen, und der Geruchssinn ist übermäßig fein, während die Prüfer beim Geschmackssinn von einer gewissen Abstumpfung berichteten. Die Sensibilität der Haut ist bis zur Schmerzhaftigkeit bei Berührung gesteigert; Liegen, Schmerzhaftigkeit der Teile, auf denen man liegt Calc-f.Schmerzhaftigkeit der Teile, auf denen man liegt, oder Gefühl, als läge man auf Krümeln. Mezgers Prüfung erbrachte jedoch nicht nur hyperästhetische, sondern auch anästhetische Hautbezirke, mit Ausfall der Sensibilität an einzelnen Stellen.
Calcium fluoricum ist erfolgreich bei Erkrankungen der Augen mit Beeinträchtigung der Sehschärfe angewandt worden: Flimmerskotom; Katarakt.
Innerer und äußerer Hals
Calcium fluoricum hat eine besondere Affinität zum Halsbereich, besondere Affinität zu Calc-f.Bereich des inneren und äußeren Halses, wie in Mezgers Prüfung festgestellt wurde. Nicht nur die Muskeln und Gelenke des Halses und der Halswirbel zeigten eine deutliche Reaktion, sondern auch die Schleimhäute des Kehlkopfes und die Schilddrüse. Die Kälteempfindlichkeit in diesem Bereich, die bereits in der älteren Prüfung von Bell erwähnt wurde, konnte von Mezger bestätigt werden.
Verdauungsapparat
Was den Verdauungsapparat anbetrifft, wurde Heißhunger mit ausbleibendem Sättigungsgefühl beobachtet; doch trotz guten Appetits kam es zur Abmagerung. Calcium-fluoricum-Patienten sind meist eher schlanke Menschen, die sich leicht schwach fühlen und schnell müde werden. „Gefühl der Müdigkeit den ganzen Tag“ (aus Bells Prüfung).
Essen, Besserung durch Calc-f.Die Besserung durch Essen, die eine auffallende Modalität von Calcium fluoricum darstellt, gilt allgemein: Sie bezieht sich nicht nur auf den „Hungerschmerz“ im Magen, sondern auch auf die geistigen Funktionen, die Kopfschmerzen, die nervöse Unruhe und Reizbarkeit und die allgemeine Spannkraft. Calcium fluoricum hat diese ausgeprägte allgemeine Modalität mit anderen Halogenen gemeinsam.
Nach Mezger hat Calcium fluoricum ein Verlangen nach Salz und gesalzenen Speisen, nach pikanten Speisen und nach Süßigkeiten, wobei letztere jedoch nicht gut vertragen werden. Abneigung gegen Fleisch und Fett, welches Durchfall verursacht; Abneigung gegen Eier.
Wie bei den anderen Kalksalzen findet sich auch bei Calcium fluoricum eine Neigung zu Schweiße, reichliche, übelriechende Calc-f.reichlichen Schweißen, die hier jedoch einen übelriechenden Charakter annehmen, wie bei FLUORICUM ACIDUM.
Clarke zufolge wandte Dr. Sarah Hogan Calcium fluoricum erfolgreich in einem Fall von Blähungen bei einer Schwangeren an. Die Patientin kam ganz leicht durch die Wehen, während sie bei einer früheren Geburt große Probleme gehabt hatte. In einer großen Zahl anderer Fälle machte Dr. Hogan die Erfahrung, dass die Arznei Geburten erleichterte. Im übrigen stellte sie fest, dass Blähungen auch unabhängig von einer Schwangerschaft eine ausgeprägte Indikation für das Mittel darstellen (was durch einige Prüfungssymptome gedeckt ist).
Auswahl an Symptomen: Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Phatak erwähnt als ein Allgemeinsymptom, dass Absonderungen, grasgrüne Calc-f.Absonderungen zu einer grasgrünen Färbung neigen. Zudem gibt er Verbrennungen durch Röntgenstrahlen als Indikation für Calcium fluoricum an.

  • Eine auffallende Linksseitigkeit Calc-f.Linksseitigkeit der Symptome wurde in Mezgers Prüfung beobachtet, und Mezger schreibt, dass diese mit der besonderen Affinität der Arznei zur Bauchspeicheldrüse im Zusammenhang gesehen werden müsse. Nur die linke Körperseite betrafen bei mehreren Prüfern folgende Symptome: Zerschlagenheitsgefühl, Gelenkschmerzen, Pelzigkeitsgefühl und Prickeln, Schmerzhaftigkeit einer Tonsille.

  • Ich habe bereits einige wichtige Modalitäten von Calcium fluoricum erwähnt: Essen, Besserung durch Calc-f.die Besserung durch Essen und die Verschlimmerung der meisten Symptome (rheumatische Schmerzen usw.) durch naßkaltes Wetter, Verschlimmerung durch Calc-f.nasskaltes Wetter. Hitze und Wärmeanwendungen wirken meist bessernd. Dasselbe gilt für warme Getränke, während kalte Getränke verschlimmern. In der Ruhe und zu Beginn der Bewegung sind die Symptome stärker, aber fortgesetzte Bewegung bessert. Symptome wie Kopfkongestion und Hitze in Beinen und Füßen werden allerdings durch Hitze verschlimmert und durch frische Luft und kaltes Wasser gebessert. Und eine heißes, schwüles Wetter, unverträglich Calc-f.Unverträglichkeit von heißem und schwülem Wetter und von Sonneneinstrahlung ist ein charakteristischer Zug, den Calcium fluoricum mit anderen Halogenen gemeinsam hat.

  • Eine deutliche Zeitmodalität ist die ausgeprägte nachts, 3–5 Uhr, Verschlimmerung Calc-f.Verschlimmerung zwischen 3 und 5 Uhr nachts. Zu dieser Zeit zeigt sich eine nervöse Unruhe, die zur Unterbrechung des Schlafs führt und mit Kopfschmerzen, Schwindel und Lustlosigkeit verbunden ist. Diese Beschwerden dauern auch morgens nach dem Aufstehen noch an, und nach dem Mittagsschlaf wird über Gereiztheit und Verstimmung geklagt. Man kann somit von einer Schlaf, Verschlimmerung durch Calc-f.Verschlimmerung durch Schlaf sprechen. Während Berührung die Symptome eher verstärkt, wirkt fester Druck häufig bessernd (bei Kopf- und Magenschmerzen sowie Herzbeschwerden).

Eine Lokalsymptome
KopfEin knarrend-ziehend-zerrendes Geräusch im Kopf stört den Schlaf erheblich. Dumpfer Schmerz über den ganzen Kopf, mit vager Übelkeit im Magen den ganzen Nachmittag über, besser am Abend. Kopfschmerzen an sämtlichen Teilen des Kopfes, verbunden mit Benommenheit, Drücken, wie zum Zerspringen, oder bohrend, stechend, schneidend, mit Besserung an der frischen Luft, selbst bei Zugluft, durch Eintauchen des Kopfes in kaltes Wasser, durch Druck; schlimmer durch Bücken, Hitze, Besonnung, schwüles Wetter, Treppensteigen, Abwärtsfahren im Fahrstuhl, Alkoholgenuss. In manchen Fällen kommt jedoch auch eine Besserung durch Wärme vor. Kopfschmerzen, Schwindel und Lustlosigkeit zwischen 3 und 5 Uhr nachts; morgens nach dem Aufstehen fortbestehend. Lichteindrücke und Geräusche wie Radiomusik verstärken die Kopfschmerzen; Essen bessert sie hingegen.
Exostosen am Kopf bei Neugeborenen Calc-f.Exostosen und Kephalhämatom Calc-f.Kephalhämatom bei Neugeborenen. Das Haar ist glanzlos oder fettig; Haarausfall, auch Ausfallen der Augenwimpern und der Schamhaare.
AugenBells Prüfung ergab folgendes Symptom: „Nachdem er eine Weile geschrieben hatte, war er nicht mehr in der Lage, klar zu sehen, weil er eine Art verwischten Fleck oder Nebel vor den Augen hatte, mit so etwas wie Wehtun im Augapfel; Trübsehen, Schließen der Augen und Druck bessert Calc-f.besser beim Schließen der Augen und leichtem Daraufdrücken.“ Das optische Bild des Gelesenen bleibt noch eine Weile vor den Augen stehen. Mückensehen (Mouches volantes) nach übermäßigem Tabakgenuss.
Keratoconjunctivitis phlyctaenularis Calc-f.Keratoconjunctivitis phlyctaenularis. Leukom; Hornhauttrübungen; Katarakt. Rezidivierende Tumoren der Augenlider; eingekapselte Tumoren; Zysten, subkutane, an den Augenlidern Calc-f.subkutane Zysten an den Augenlidern. Rezidivierende Gerstenkörner Calc-f.Gerstenkörner.
OhrenGehör überempfindlich Calc-f.Überempfindliches Gehör; Geräusch des Radios im Nebenzimmer ist unerträglich. Mittelohrentzündung, chronische eitrige Calc-f.Chronische eitrige Mittelohrentzündung. Ein Fall von Kalkablagerungen am Trommelfell, mit Brausen im Ohr, schlimmer nachts, mit den Begleitsymptomen Kälte der Füße, Handgelenke und Knöchel sowie einem Kribbelgefühl auf der Haut, konnte mit Calcium fluoricum geheilt werden (vgl. Hayes, in: Boericke & Dewey, a. a. O.).
Sklerose der Gehörknöchelchen und der Pars petrosa ossis temporalis, mit Taubheit und klingelnden und brausenden Ohrgeräuschen (Boericke). Mastoiditis, wenn vor allem die Knochenhaut betroffen ist.
NaseDer Geruchssinn ist verstärkt. Geruchstäuschungen. Ausschneuzen von viel Schleim aus der Nase, mit vergeblichem Drang zu niesen. Adenoide Vegetationen im postnasalen Raum und im Rachen (Rachenmandelhyperplasie). Dicke, gelblich-grüne Nasensekrete; übelriechender, seit langem bestehender Katarrh. Knöcherne Wucherungen in der Nase, die diese blockieren, für gewöhnlich mit dickem, gelbem Katarrh.
Rhinitis atrophica Calc-f.Rhinitis atrophica. Ozäna. Erkältung mit verstopften Atemwegen; Stockschnupfen.
GesichtHarte Schwellung der Wange (u. U. Zahnfleischabszess), schmerzhaft oder mit Zahnschmerz. Harte Geschwulst des Kiefers durch Zahnleiden oder Verletzung. Geschwulst unter dem Kinn, mit Induration und unebener Oberfläche. Nekrose des Unterkiefers, linksseitig. Herpes labialis. Kleine Hautabszesse an Lippen und Mundwinkeln.
MundGroße Mundtrockenheit. Gefühl des Anschwellens an Lippen und Zunge. Abgestumpfter Geschmackssinn.
Zunge rissig und verhärtet Calc-f.Rissiges Aussehen der Zunge, mit oder ohne Schmerzen; Verhärtung der Zunge, auch nach Entzündung. Zahnschmelzdefekte Calc-f.Zahnschmelzdefekte, die Zahnoberfläche ist rauh und uneben. Die Zähne werden kariös, bröckeln und verfallen. Die Zahnung vollzieht sich langsam und schwierig; Kinder haben schon früh Löcher in den Zähnen. Die Zähne fühlen sich locker an oder werden wirklich locker. Zahnschmerzen durch jede Berührung mit Speisen; Zahnschmerzen schlimmer durch Kälte.
Hals, Larynx, TracheaIn der Prüfung von Bell stellte sich ein Prickeln und Brennen mit Erstickungsgefühl im Hals, schlimmer nachts und durch kalte Getränke, besser durch warme Getränke Calc-f.Erstickungsgefühl im Hals ein, das nachts stärker wurde; kalte Getränke schienen zu verschlimmern und warme Getränke, allerdings nur für kurze Zeit, zu lindern. Nach einigen Tagen verstärkten sich die Symptome, und der Prüfer hatte solche Atembeschwerden, dass es ihm vorkam, Epiglottis, Gefühl fast völliger Verschließung Calc-f.als wäre die Epiglottis fast völlig verschlossen oder als müßte er durch einen dicken Stoff hindurch atmen, der nur einen geringen Luftstrom zu den Lungen durchdringen ließ.
Tonsillen rauh und zerklüftet Calc-f.Tonsillen rau und zerklüftet. Schleimpfröpfchen bilden sich beständig in den Krypten der Tonsillen. Tonsillen schmerzhaft geschwollen, eitrig belegt Calc-f.Schmerzhafte Anschwellung der Mandeln mit eitrigem Belag. Chronische Tonsillitis, chronische Calc-f.Tonsillitis.
Schluckschmerzen, dabei Rötung der hinteren Rachenwand, der Seitenstränge und des Rachenrings. Wundheit und Rauheit im Hals bis hinab zur Bifurkation, dabei Husten mit hellem, wässrigem Auswurf, schlimmer im Liegen. Heiserkeit nach Lachen Calc-f.Sehr heiser nach Lachen; auch vom lauten Lesen.
Das Zäpfchen hängt schlaff herab, was Kitzelreiz und Husten erzeugt. Trockenheit und Kitzel im Kehlkopf mit dem Bedürfnis zu räuspern. Kitzelndes Jucken im Kehlkopf mit krampfhaftem Husten, schlimmer zwischen 15 und 16 Uhr Calc-f.Kitzelndes Jucken im Kehlkopf, das krampfhaften Husten auslöst; schlimmer zwischen 15 und 16 Uhr. Trockener Husten durch Kitzel im Kehlkopf, wie von einem kleinen Fremdkörper; mit Bedürfnis zu schlucken, aber weder der Husten noch das Schlucken bringt Erleichterung. Krupp.
Schilddrüse geschwollen, mit Beengungsgefühl und Pulsieren; muss Kleider öffnen Calc-f.Beengungsgefühl in der Gegend der Schilddrüse mit Pulsieren; muss die Kleider öffnen. Struma, harte Calc-f.Harte Struma; Adenoma toxicum Calc-f.Adenoma toxicum.
HerzBeklemmungsgefühl am Herzen mit Angst, als ob das Herz versagen würde. Gefühl von Schwereempfinden am Herzen wie von einem Stein, schlagartig verschwindend durch Gegendruck mit beiden Fäusten. Intensives Herzstechen beim Sitzen in gebückter Haltung.
MagenSteigerung des Appetits und des Hunger-Gefühls; Sättigungsgefühl bleibt aus, könnte immerfort essen Calc-f.Ausbleiben des Sättigungsgefühls, könnte immerfort essen; Abmagerung trotz gutem Appetit Calc-f.Abmagerung trotz gutem Appetit.
Hungerschmerz zwei Stunden nach dem Essen, besser durch Essen Calc-f.Hungerschmerz zwei Stunden nach dem Essen mit Besserung durch Essen. Sehr zornig, wenn er hungrig auf das Essen warten muss; wenn es dann schließlich kommt, wird es ihm zum Ekel. Aber auch: Verlust des Appetits. Schwacher, wählerischer Appetit, Übelkeit und Schmerzen nach dem Essen, bei Kindern, die durch die Schule überfordert sind.
Verlangen nach Salz, Gesalzenem, pikanten Speisen, Süßigkeiten (die aber nicht vertragen werden); Abneigung gegen Fleisch, Fett und Eier. Fett verursacht Durchfall Calc-f.Fett wird nicht vertragen und verursacht Durchfall.
Morgendliches Ausräuspern von Schleim verursacht einen erschöpfenden, langanhaltenden Anfall von Schluckauf, der den ganzen Tag immer wieder auftritt.
Sodbrennen. Erbrechen unverdauter Speisen Calc-f.Erbrechen von unverdauten Speisen; Erbrechen bei Zahnung Calc-f.Zahnungserbrechen. Magenverstimmung von Ermüdung und geistiger Erschöpfung Calc-f.Akute Magenverstimmung von Ermüdung und geistiger Erschöpfung; viel Blähungen.
AbdomenVöllegefühl mit Blähbauch, besser nach Abgang von Blähungen. Blähungen während der Schwangerschaft Calc-f.Blähungen während der Schwangerschaft. Blähungen, Blähungen, schlimmer beim Fahren Calc-f.schlimmer beim Fahren (oder Reiten) und gegen Abend, besser nach Zubettgehen.
Gegen Mitternacht oder bald danach erwachte er durch einen scharfen, stechenden Schmerz im rechten Hypochondrium, unterhalb der elften Rippe, der anfallsweise auftrat; schlimmer beim Liegen auf der schmerzhaften Seite, so sehr, dass es ihm wie eine Sprengung vorkam; besser beim Liegen auf der schmerzlosen Seite und durch Zusammenkrümmen; begleitet von Unruhe. Häufige Attacken desselben stechenden Schmerzes in der Lebergegend, schlimmer im Sitzen, besser beim Herumlaufen. Magen- und Bauchschmerzen besser durch Auflegen der Hand; auch durch Liegen auf dem Bauch.
Pankreasstörungen Calc-f. Pankreasstörungen.
Rektum und StuhlHämorrhoiden, mit Rückenschmerzen tief im Kreuzbein Calc-f.Hämorrhoiden, blind oder blutend, häufig mit Rückenschmerzen, tief im Kreuzbein, bei Hämorrhoiden Calc-f.Rückenschmerzen, meist tief im Kreuzbein, und Verstopfung. Analfissur oder Analfistel.
Nachts von einem Jucken am Anus geweckt, wie von Würmern. Anus, Brennen und Jucken, Stechen und Splitterschmerzen Calc-f.Brennen und Jucken, Stechen und Splitterschmerzen am Anus. Nässen und Feuchtigkeit am Anus; Intertrigo Calc-f.Intertrigo.
Leichter Durchfall; der erste Teil des Stuhls ist normal, der letzte dünn, mit drängendem Schmerz vor dem Stuhlgang. Durchfälle: breiig oder spritzend; fettglänzende Durchfälle Calc-f.fettglänzend; gleich nach dem Essen. Durchfall von fetten Speisen Calc-f.Fette Speisen rufen Durchfall hervor.
Verstopfung mit Schwindelgefühl und dumpfem Kopfschmerz. Stuhl hart, wie Schafkot, oder aus großen, harten Knollen bestehend. Beim Abgang harten Anus, Gefühl, als ob er zerrissen würde Calc-f.Stuhls Gefühl, als ob der Anus zerrissen würde. Gefühl des Zurückgleitens des harten Stuhls.
HarnorganeVermehrter Abgang blassen Urins. Mußte nachts zweimal aufstehen, um reichlich Wasser zu lassen. Oder: Urin spärlich, hochgestellt, trübe. Blasenreizung, häufiger Harndrang; der Urin verursacht einen brennenden Schmerz entlang der Harnröhre, besonders an ihrer äußeren Mündung; er strömt einen beißenden Geruch aus.
GenitalienVerhärtung der Hoden. Orchitis. Hydrozele.
Sehr starke Menstruationsblutung mit herabdrängendem Schmerz. Drängender Schmerz in der Gegend des Uterus und der Oberschenkel; Herabdrängen des Uterus. Vor der Periode Schmerzen im Genitale und in den Brüsten. Uterusverlagerungen.
Außerordentlich starker Fluor, sehr stark, gelblich-milchig Calc-f.Fluor von gelblich-milchiger Beschaffenheit. Nachwehen aufgrund schwacher Kontraktionen.
Uterusfibrome Calc-f.Uterusfibrome. Knoten in den Mammae Calc-f.Harte Knoten in den Brüsten.
Äußerer Hals und RückenHalslymphknoten, steinharte Schwellung Calc-f.Steinharte Schwellung der Halslymphknoten. Schmerzen in der Halswirbelsäule. Schiefhals.
Lumbago von Überanstrengung; chronische Lumbago, schlimmer zu Beginn der Bewegung, besser bei fortgesetzter Bewegung und durch Wärme. Müdigkeitsschmerz in den Lendenwirbeln, wie nach einem langen Ritt, obwohl der Prüfer gar nicht weit geritten war. Müdigkeitsschmerz tief im Rücken, mit körperlicher Unruhe. Rückenschmerzen, tief im Kreuzbein, bei Hämorrhoiden Calc-f.Schmerzen tief im Kreuzbein in Fällen von Hämorrhoiden.
ExtremitätenKrepitationen in den Gelenken, mit Luxationsneigung, besonders der Finger- und Zehenglieder; Überstreckbarkeit der Gelenke. Spontane Hüftluxation.
Arthritische Knoten und Exostosen an den Fingern Calc-f.Exostosen bilden sich an den Knochen; besonders an den Fingern. Margery Blackie berichtet, dass ein Sarkom am Humerus durch Calcium fluoricum stark gebessert wurde und dass Knochensporne an den Fersen durch das Mittel beseitigt werden können (vgl. HECLA LAVA). Hygrom am Handgelenk. Plötzlich auftretende anästhetische Zone im rechten Nervus ulnaris. Taubheit im linken Ring- und Kleinfinger, schlimmer durch Kälte. Varizen an den Beinen Calc-f.Varizen an den Beinen.
Gefühl von Schwere und Schwäche der Beine, mit dem ausgeprägten Beine hochlegen, Besserung durch Calc-f.Bedürfnis, die Beine hochzulegen, was die Beschwerden bessert. Vena saphena, Schmerz entlang der, bei Berührung Calc-f.Schmerz entlang der Vena saphena bei Berührung. Eine steinharte rachitische Schwellung des gesamten Oberschenkels bei einem 2-jährigen Kind sprach prompt auf Calcium fluoricum an (Ward, in: Boericke & Dewey, a. a. O.).
Chronische Synovialitis des Kniegelenks. Fibrome in der Kniekehle Calc-f.Fibrome in der Kniekehle. Nächtliche Wadenkrämpfe, nachts, besser durch Aufdecken und Strecken Calc-f.Wadenkrämpfe, besser durch Aufdecken und durch Strecken. Schwellung der Füße, teigig, an warmen Tagen Calc-f.Teigige Schwellung der Füße an warmen Tagen. Streckt nachts die Füße unter der Decke hervor, um sie abzukühlen, muss sie aber bald darauf wieder zurückziehen wegen eines Kältegefühls.
SchlafSchlaf gestört durch ständige Träume: lebhaft und deutlich; vom Tod eines Verwandten, mit großem Kummer und Weinen; von vergeblichen Bemühungen, diverse Tätigkeiten auszuführen; Träume von neuen Schauplätzen und Orten, nicht unangenehm, aber mit einem Gefühl von drohender Gefahr Calc-f.von neuen Schauplätzen und Orten, nicht unangenehm, aber mit einem Gefühl von drohender Gefahr.
Schlaf unterbrochen zwischen 3 und 5 Uhr morgens Calc-f.Unterbrechung des Schlafs zwischen 3 und 5 Uhr morgens, bei lebhaftem Gedankenzudrang.
Beim Erwachen morgens Gefühl des Nichtausgeschlafenseins sowie Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Mattigkeit, Lustlosigkeit. Der gewohnte Mittagsschlaf kann nicht gefunden werden. Nach dem Mittagsschlaf erhebliche innere Gereiztheit und „scheußliche“ Stimmung.
Fieber, Frost, SchweißHitzewallungen mit Herzklopfen, manchmal mit Herzrhythmusstörungen, im Wechsel mit Kälteempfindlichkeit Calc-f.Hitzewallungen mit Herzklopfen, manchmal mit Herzrhythmusstörungen, im Wechsel mit Kälteempfindlichkeit. Warmes Gefühl am ganzen Körper, mit Hitzewallungen. Brennende Hitze der Fußsohlen; ebenso der Hände.
Frieren mit Zittern Calc-f.Frieren mit Zittern; wird nicht warm nach einer kalten Dusche.
Fieberanfälle, die eine Woche oder länger dauern, mit Durst; trockene, braune Zunge.
Neigung zu Schweißen bei der geringsten Anstrengung; der Schweiß besitzt einen Schweiße, übelriechende, bei der geringsten Anstrengung Calc-f.üblen Geruch.
HautDie Haut sieht Haut dünn, durchscheinend und auffallend weiß Calc-f.dünn, durchscheinend und auffallend weiß aus. Sie ist rauh und trocken und neigt zu Risse der Haut Calc-f.Rissen, Sprüngen, Rhagaden Calc-f.Rhagaden und Fissuren der Haut Calc-f.Fissuren.
Narben, verhärtete Calc-f.Bildung von verhärteten Narben; Narbenkeloide. Ekchymosen; Nävi. Entzündungserscheinungen der Haut, wie Akne, Pusteln, Papeln, Herpesbläschen. Die Umgebung der Körperöffnungen ist der bevorzugte Sitz von Hautaffektionen (Mundwinkel, Lippen, Lidränder, Nasenlöcher, hinter den Ohren, Glans penis, Skrotum, Anus).
Lästiges Jucken der Haut mit oder ohne sichtbare Hautveränderungen, Hautjucken, schlimmer in der Bettwärme Calc-f.schlimmer in der Bettwärme, besser durch Aufdecken.
Mezger kommentiert: „Die Haut ist wesentlich stärker affiziert, als man dies beim bloßen Kalk erwarten könnte. Es bilden sich Akneknötchen, Pusteln, Furunkel und kleine Hautabszesse, ferner Herpesausschläge, die in flächige Ekzeme von nässendem Charakter übergehen. Dabei wird heftiges Jucken angegeben, welches jedoch auch ohne Hautausschläge geklagt werden kann. Die Neigung alter Narben, sich zu entzünden, die wir von FLUORICUM ACIDUM her kennen, prägt sich wenigstens in einem Juckreiz derartiger Narben aus.“

Calcium phosphoricum

Essenzielle Merkmale
Calcium phosphoricum ist ein tief wirkendes Mittel mit breitgefächerter Symptomatik. Leider wird es nicht selten mit verschiedenen Polychresten verwechselt, am häufigsten mit CALCIUM CARBONICUM, PHOSPHORUS, PHOSPHORICUM ACIDUM, TUBERCULINUM und CHAMOMILLA. Ein tieferes Verständnis dieses Mittels wird dem Homöopathen die Differenzierung zwischen Calcium phosphoricum und den genannten Arzneien erleichtern.
Drei auslösende Faktoren sind es in der Hauptsache, die die Entwicklung eines Calcium-phosphoricum-Falles induzieren können:
  • Schlechte Ernährung, schlechte, als Causa Calc-p.Ernährung

  • Schlechte Nachrichten, schlechte, als Causa Calc-p.Nachrichten

  • Schlechtes Wetter, schlechtes, als Causa Calc-p.Wetter

Mangel- bzw. Fehlernährung führt zu jenem Bild von Calcium phosphoricum, das als klassisch gelten kann und insbesondere die körperliche Ebene betrifft. Gemeint sind die grundlegenden organischen Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen, die in älteren Texten beschrieben werden:
  • Rachitis Calc-p.Rachitis

  • Abmagerung Calc-p.Abmagerung, Marasmus Calc-p.Marasmus

  • Knochenkrankheiten Calc-p.Knochenkrankheiten

  • Ausbleibende Frakturheilung, ausbleibende Calc-p.Frakturheilung

  • Offenbleiben von Suturen und Fontanellen, Offenbleiben von F. bei Kindern Calc. phos.Fontanellen bei Kindern

  • Spätes Gehenlernen, spätes Calc. phos.Gehenlernen, auch spätes Sprechenlernen, spätes Calc. phos.Sprechenlernen

  • Verspätete Zahnung, verspätete, mit Beschwerden Calc. phos.Zahnung, Beschwerden in der Dentitionsphase

  • anämische Zustände Calc. phos.Anämische Zustände

    Langsame bzw. schlechte Rekonvaleszenz, langsame bzw. schlechte Calc. phos.Rekonvaleszenz nach akuter Krankheit

Auslösender Faktor: Mangelernährung
Ich möchte hier darauf hinweisen, dass Calcium phosphoricum heute nicht mehr so häufig angezeigt ist, wie es vor 50 oder 100 Jahren der Fall war, zumindest nicht in den westlichen Industrieländern. Dies liegt daran, dass die Ernährungssituation sich im Allgemeinen erheblich verbessert hat. Deshalb begegnen uns in der heutigen Praxis nicht mehr so häufig jene „klassischen“ Fälle von Calcium-phosphoricum-Kindern, wie sie unsere Vorgänger immer wieder antrafen und wie sie in der homöopathischen Literatur in großer Zahl dokumentiert sind. In den Entwicklungsländern allerdings können wir derartige Fälle noch oft zu Gesicht bekommen.
Auslösender Faktor: unerwartet schlechte Nachrichten
Nicht nur Mangelernährung kann den Organismus aus dem Gleichgewicht bringen und den betroffenen Menschen krank machen – ähnliche Wirkungen kann es auch haben, wenn unerwartet schlechte Nachrichten eintreffen. Es gibt natürlich auch noch andere Auslöser für Calcium-phosphoricum-Zustände – einmal abgesehen von der Prädisposition, die Kinder von ihren Eltern erben können –, nämlich die psychischen Belastungen, die das moderne Alltagsleben in verstärktem Maße mit sich bringt, Kummer, Ängste, Unsicherheiten, Zorn, Widerspruch, Beleidigungen, Kränkungen usw.; aber ganz besonders sind es unerwartete schlechte Nachrichten, die eine verheerende Wirkung auf den Organismus ausüben. Er kann diese Art von Schock nicht verkraften, das Gleichgewicht wird massiv gestört, und Krankheit ist die Folge – freilich nur bei Menschen, die entsprechend veranlagt sind. Diese Causa ist eines der großen Kennzeichen von Calcium phosphoricum. Ein Beispiel: Eine Person bekommt einen Anruf, dass ein naher Verwandter einen Autounfall hatte, und ihr Organismus scheint nicht in der Lage, mit dieser Nachricht fertig zu werden. Sie wird krank, und die Störung der inneren Balance vergeht nicht wieder, sondern wird zum chronischen Zustand. Es kommt zu Erregungszuständen mit Herzklopfen und Ohnmachtsanfällen. Die Erregung wird auch von starken Schweißausbrüchen begleitet, besonders um den Hals und am Kopf. Es verlangt sie die ganze Zeit nach „Belüftung“ an diesen Körperteilen. Furcht überkommt sie, und sie kann schlechte Neuigkeiten absolut nicht mehr aushalten; schon der Gedanke, sie könnte etwas Schlimmes zu hören bekommen, ist ihr unerträglich. Solche Menschen geraten außer sich bei jeder Art von unangenehmen Nachrichten.
Die pathologischen Folgen eines solchen Schocks können die geistige, die emotionale oder die körperliche Ebene des Organismus affizieren, oder auch alle drei Ebenen gleichzeitig.
  • Ein Mensch, der zuvor eine geduldige und ausgeglichene Persönlichkeit war, wird nun ängstlich, verdrießlich Calc. phos.ängstlich, verdrießlich und fängt an, Furcht vor der Dunkelheit Calc. phos.Furcht vor der Dunkelheit und vor dem Alleinsein zu entwickeln. Diese Leute werden überempfindlich: sie können niemanden mehr leiden sehen, und diese Empfindlichkeit nimmt krankhafte Ausmaße an.

  • Und es entwickeln sich auch Reizbarkeit Calc. phos.Reizbarkeit und Zorn Calc. phos.Zorn. Bei Calcium phosphoricum kann man Wut, Raserei, Fluchen fast in dem Grad antreffen wie in einem NUX-VOMICA-Fall. Die Prüfungen geben unter anderem folgende Symptome: „Wird sehr heftig, wenn man anderer Meinung ist oder ihm widerspricht, sodass es ihn dann ärgert, dass er nicht imstande war, sich zu beherrschen.“ Oder: „Heftig, ärgerlich, auffahrend, am meisten greift es ihn unangenehm an, wenn er hört, dass jemand unrecht gehandelt hat; es steigt eine Indignation in ihm auf, und möchte gern dem Gespräch ausweichen.“ Es besteht eine Neigung, sehr kritisch gegenüber anderen, aber auch gegenüber der eigenen Person zu sein, und diese Neigung kann zu jenen reizbaren und heftigen Stimmungen führen. Kaffeekonsum hat diesbezüglich einen verstärkenden Effekt: er kann nicht nur Übelkeit, Sodbrennen, Benommenheit und Kopfweh verursachen, sondern auch sehr schlechte Laune und Reizbarkeit heraufbeschwören oder verschlimmern.

Die Auswirkungen schlechter Nachrichten, schlechte, als Causa Calc-p.Nachrichten auf einen Calcium-phosphoricum-Menschen sind in den Prüfungen z. B. so beschrieben: „Eine unangenehme Nachricht bringt ihn ganz außer sich, er kann sonst über nichts Ernstes denken, kann keine Gedanken sammeln, und kommt darüber ganz in Schweiß.“ Phatak schreibt auch, dass „Taubheit und Kribbeln“ durch schlechte Nachrichten auftreten können, eine Angabe, die wahrscheinlich auf folgenden Prüfungsbericht von Schréter zurückgeht: „Sehr verstimmt, will nichts reden, es ist ihm am liebsten, wenn man ihn nichts frägt und ihn in Ruhe lässt, nach einer unangenehmen Nachricht. – Sehr unruhiger Schlaf, wirft sich viel herum. – Des Morgens nach dem Erwachen sind die Extremitäten eingeschlafen, besonders die Hände und Füße (nach einer tags vorher unangenehmen Nachricht).“ Ärger durch schlimme Neuigkeiten kann auch andere Symptome nach sich ziehen: Niedergeschlagenheit, Depression, Gefühl wie lahm; unfähig zu arbeiten, kann nicht einmal gehen; Durchfall; usw.
Interessanterweise ist Calcium phosphoricum nur selten bei Folgen von enttäuschter Liebe angezeigt. In Liebesbeziehungen gibt es nämlich oft irgendwelche Warnzeichen einer bevorstehenden Trennung, ob sie nun offen ausgesprochen werden oder sich nur in versteckten Andeutungen äußern. Werden solche Warnzeichen wahrgenommen, so kann man sich bis zu einem gewissen Grad auf den Schock vorbereiten, und er kommt nicht mehr ganz plötzlich aus heiterem Himmel. Es ist dann nicht der gänzlich unerwartete Schlag, der typischerweise einen Calcium-phosphoricum-Zustand auslöst.
Calcium phosphoricum ist häufig bei Beschwerden von Kummer, Beschwerden von Calc. phos.Kummer angezeigt, insbesondere wenn der Kummer tief ist und die Person ganz plötzlich überwältigt. Eine unerwartete Kränkung, unerwartete, Beschwerden durch Calc. phos.Kränkung, die unbeantwortet bleibt, kann ebenfalls einen Calcium-phosphoricum-Zustand heraufbeschwören. Hier sind Verwechslungen mit STAPHISAGRIA möglich.
Auslösender Faktor: Wetter
Wetterumschwünge, kaltes und nasses Wetter, als Causa Calc. phos.Wetterumschwünge, besonders zu kaltem und nassem Wetter, lösen häufig starke Symptome aus. Es können rheumatische Schmerzen auftreten, die im Winter (bei kaltem Wetter) am schlimmsten sind, im Frühling besser werden und dann im Herbst wiederkommen. Doch bei den rheumatischen Beschwerden ist auch eine andere jahreszeitliche Modalität beobachtet worden: Schneeschmelze, schlimmer bei Calc.-phos.schlimmer, wenn die Luft „von schmelzendem Schnee erfüllt ist“ (Nash), also im Frühling und u. U. auch im Herbst oder frühen Winter. Dies ist ein wertvolles und oft bestätigtes Symptom.
Nasswerden im Regen führt ebenfalls oft zu rheumatischen Schmerzen, in Schultern, Brust, Gliedern; der Schmerz „fliegt“ durch alle Teile des Rumpfs und der Gliedmaßen. Ferner wurde ein dumpfer Gliederschmerz in den Beinen bei feuchtem, regnerischem, kaltem Wetter beobachtet, oder auch Empfindungen wie lahm und zerschlagen, etwa in den Gesäßbacken, aber auch in anderen Körperteilen.
Unzufriedenheit und Unruhe
Ein zentrales Thema von Calcium phosphoricum ist die Unzufriedenheit, mürrisch, jammern und stöhnen Calc.-phos.Unzufriedenheit. Es handelt sich um Menschen, die nie mit sich zufrieden scheinen, und ihre innere Unzufriedenheit macht sie aggressiv und extrem mürrisch Calc-p.mürrisch, sie klagen beständig, genauer: sie Jammern Calc-p.jammern und Stöhnen Calc-p.stöhnen. Dies ist ein Charakteristikum, das man vor allem bei Kindern beobachten kann; sie sind aus verschiedenen Gründen (Knochenschmerzen, Probleme bei der Zahnung usw.) unzufrieden und stöhnen und jammern dann pausenlos, Stunden um Stunden. Die Eltern beklagen sich, dass das Gejammer ihnen den letzten Nerv raubt, und es ist typisch für Mütter von Calcium-phosphoricum-Kindern, dass sie erzählen, ihr Kind sei ein „Jammerkind“, womit sie die ganze Situation auf den Punkt bringen und die Essenz des Falls beim Namen nennen.
Ich erinnere mich an den Fall eines vierjährigen Jungen. Er war hingefallen und hatte eine Kopfverletzung davongetragen. Ohne dass ein objektiver Grund festgestellt werden konnte, stöhnte, jammerte und kreischte er 72 Stunden lang so gut wie ununterbrochen. Sein Vater trug ihn herum und ging mit ihm um den Block, was aber kaum half. CHAMOMILLA zeigte bei diesem Kind keine Wirkung, aber unter Calcium phosphoricum fiel er sofort in einen erholsamen Schlaf, aus dem er ausgeruht und beschwerdefrei erwachte. Calcium phosphoricum ist auch das erste in Betracht zu ziehende Mittel bei Kindern, die im Schlaf Stöhnen, im Schlaf Calc.-phosstöhnen; bei Erwachsenen ist das Hauptmittel hier AURUM.
Die Unzufriedenheit von Calcium phosphoricum kann der von TUBERCULINUM gegenübergestellt werden.
  • Bei TUBERCULINUM bezieht sich die Unzufriedenheit mehr auf die Umwelt: Diese Menschen fühlen sich in ihrer Umgebung nicht wohl, und deshalb entwickeln sie einen Drang zu reisen, ihr Umfeld, ihre Situation, „die Tapeten“ zu wechseln, immer auf der Suche nach etwas Neuem, was sie nicht langweilt, nach kräftiger Stimulation auf geistigem Gebiet.

  • Bei Calcium phosphoricum hingegen handelt es sich um eine undefinierbare innere, passive Unzufriedenheit, innere, passive Calc.-phos.Unzufriedenheit, im Gegensatz zu der aktiven bei TUBERCULINUM. Im Kern ist es bei Calcium phosphoricum eher eine Unzufriedenheit mit sich selbst Calc.-phos.Unzufriedenheit mit sich selbst als mit anderen – auch wenn im Verhalten dieser Menschen Züge wie große Reizbarkeit, Zorn und Tadelsucht zutage treten können. Im Grunde ist der Calcium-phosphoricum-Patient ein Realist, kein Träumer. Seine innere Unzufriedenheit holt ihn immer wieder zurück auf die Erde, zurück zu seinem Organismus, der träge und langsam arbeitet, stumpf, unreflektiert, freudlos.

Es ist daher nicht überraschend, dass Calcium phosphoricum das Verlangen zu reisen zwar im Repertorium mit TUBERCULINUM teilt, dass aber die Bedeutung hier eine völlig andere ist. Genaugenommen ist es noch nicht einmal ein wirklicher Wunsch zu reisen, sondern ein Verlangen, von dort wegzukommen, wo man sich im Moment befindet. Die innere Unzufriedenheit, die innere Unruhe bessert sich mit dem Wechsel der Eindrücke, der mit einem Ortswechsel verbunden ist, und auch mit dem Wechsel des unmittelbaren Ziels, das zu erreichen ist; es ist eine Ablenkung von den eigenen Beschwerden, und das bringt Calcium-phosphoricum-Menschen Linderung, weil ihre Symptome definitiv Darandenken, Symptome schlimmer durch Calc.-phos.schlimmer werden, wenn sie an sie denken. Wenn sie zu Hause sind, gehen sie aus irgendeinem unwichtigen Grund gleich wieder weg und besuchen Freunde, die in einer anderen Stadt leben – aber wenn sie dann dort sind, werden sie auch schnell wieder unzufrieden und wollen zurück nach Hause. Sie wollen einfach „irgendwohin weg“, die Besserung kommt durch den Akt der Fortbewegung, nicht dadurch, dass man etwas Neues zu sehen bekommt, wie es bei TUBERCULINUM der Fall ist. Mit IGNATIA teilt Calcium phosphoricum ein Reisezeit, Besserungsgefühl während der Calc.-phos.Gefühl der Besserung während der Reisezeit.
An diesem Punkt sehe ich mich genötigt, eine Warnung auszusprechen. Es ist bedauerlich und sorgt für Verwirrung, dass einige Autoren auf der Grundlage meiner „Essenzen“ in ihren Vorträgen oder Schriften Persönlichkeitsmerkmale ihrer Klienten beschreiben – anstatt der Psychopathologie des Patienten. Aber zur Wahl und Verschreibung einer Arznei sind nicht die Persönlichkeitszüge heranzuziehen, sondern allein die geistige und emotionale Pathologie. Für den Homöopathen ist das von Interesse, was sich mit oder nach der Krankheit auf der mentalen und emotionalen Ebene geändert hat. Ein neugieriger Mensch z. B., der gerne Leute aus fremden Ländern kennenlernt, wird auf die Frage, ob er gern verreist, mit ja antworten – aber das ist nichts Pathologisches!
  • Ein weiterer Ansatzpunkt zur Differenzierung zwischen Calcium phosphoricum und TUBERCULINUM, speziell bei Kindern: Wenn ein Calcium-phosphoricum-Kind verletzt oder verärgert ist, zieht es sich zurück und fängt an zu klagen und zu jammern, und das von morgens bis abends. Es scheint mit nichts zufrieden zu sein, es scheint selbst nicht zu wissen, was es will.

  • Das TUBERCULINUM-Kind neigt dagegen mehr dazu, seine Unzufriedenheit aktiv auszuagieren: indem es boshaft wird und andere zu verletzen sucht. Wenn eine Mutter sagt: „Mein Kind ist so richtig garstig“, dann würde man nicht an Calcium phosphoricum denken. Die Unterscheidung der beiden Mittel auf der Basis ihrer Unzufriedenheit wird dadurch praktisch besonders relevant, dass es auf einer oberflächlichen Ebene einige Ähnlichkeiten gibt, insbesondere das starke Verlangen nach geräuchertem Fleisch, Speck und Wurst sowie das schon erwähnte Verlangen zu reisen.

Entrüstung
Ein weiteres Charakteristikum von Calcium phosphoricum ist Entrüstung Calc.-phos.Entrüstung. Wenn diese Menschen von jemandem beleidigt werden, dann stellen sie sich nicht zum Kampf; sie wehren sich nicht, sondern ziehen sich mit einem Gefühl der Indignation zurück. Interessanterweise können sie sogar über unangenehme Träume, indigniert über unangenehme Calc.-phos.Träume indigniert sein. Dies ist ein weiterer Punkt, in dem sie STAPHISAGRIA ähneln. Aber denken Sie daran, dass STAPHISAGRIA sanft und mild und nachgiebig ist, während Calcium-phosphoricum-Personen heftig, zornig, kritisch und unzufrieden mit sich und anderen sind. Das Symptom ist dasselbe, aber der ganze Kontext ist anders.
Trägheit
Ohne genau zu wissen, woran es liegt und woher es kommt, merken Calcium-phosphoricum-Patienten, dass irgendetwas mit ihrem Organismus nicht stimmt. Sie werden träge Calc.-phos.träge. Früher war vielleicht alles bestens in Ordnung mit ihnen, doch ganz plötzlich merken sie, dass sie leichter müde werden. Sie fangen an, das Interesse an den all-täglichen Tätigkeiten zu verlieren, an der Arbeit ebenso wie an Freizeitaktivitäten. Sie sind geistig nicht mehr so rege, der Intellekt wird stumpf. Um ihn in Schwung zu bringen, brauchen sie Anregungsmittel, ob psychische – eine gute Unterhaltung – oder physische: eine gute Tasse starken Kaffee … Woher ihre vage Unzufriedenheit kommt, können sie sich selbst nicht erklären; sie nehmen lediglich wahr, dass sie nichts Aufregendes oder Begeisterndes mehr am Leben finden, dass ihre Aufnahmefähigkeit nachgelassen hat, dass sie nicht mehr so schnell verstehen – dass sie einfach müde sind. Diese Trägheit auf der geistigen Ebene könnte als „geistige Erschlaffung“ bezeichnet werden, analog zu der körperlichen Schlaffheit, die Calcium phosphoricum kennzeichnet – in ähnlicher Weise, wie ich es für CALCIUM-CARBONICUM-Patienten ausgeführt habe.
Bei Calcium-phosphoricum-Patienten ist die Denk- und Reflexionsfähigkeit, Beeinträchtigung der Calc.-phos.Denk- und Reflexionsfähigkeit stark beeinträchtigt. (Dies ist das genaue Gegenteil von CHAMOMILLA, wo das Denkvermögen sehr aktiv ist.) Geistige Aktivitäten brauchen sehr viel mehr Zeit als vorher; geistige Anstrengung fällt sehr schwer und kann Kopfweh auslösen. Calcium phosphoricum ist in der Tat eines der Hauptmittel bei Schulkinder-Kopfschmerz Calc.-phos.Schulkinderkopfschmerz (vgl. NATRIUM MURIATICUM). CALCIUM CARBONICUM hingegen ist das wichtigste Mittel bei Kopfweh durch körperliche Anstrengung.
Die fortschreitenden Defizite im Bereich des Verstandes nehmen z. B. folgende Formen an: das Gedächtnis wird ungenauer (ein Prüfer berichtete etwa, er habe „sich nicht mehr an gängige Symptome gängiger Arzneimittel erinnern können“) oder setzt völlig aus, sodass man überhaupt nicht mehr weiß, was man eben getan hat oder was man tun sollte. Intellektuelle Operationen verlieren ihre gewohnte Klarheit; ganz normale Denkvorgänge können nur mit Schwierigkeiten vollzogen werden. Worte werden verwechselt (einem Prüfer fiel auf, dass er versehentlich „Hals“ statt „Mandeln“ schrieb, „rot“ statt „geschwollen“ usw.) oder zweimal geschrieben. Es wird immer schwieriger, die Dinge und Begriffe auseinanderzuhalten, um die es gerade geht. Die geistige Ausdauer beginnt zu leiden; man hält längere geistige Anstrengungen nicht mehr durch.
Anstrengung und Erschöpfung
Infolge ihres trägen Verstandes mögen Calcium-phosphoricum-Menschen keine geistigen Anstrengungen, ja eigentlich haben sie eine Abneigung gegen jede Art von Arbeit; wenn sie allerdings gar nichts tun, haben sie das Gefühl, ihre Pflichten vernachlässigt zu haben, und leiden dann noch mehr unter Unzufriedenheit. Wenn sie sich einen Ruck geben und mit der Arbeit beginnen oder wenn jemand anders sie dazu anregt, fühlen sie sich zunächst einmal besser durch die geistige Beanspruchung. Für kurze Zeit erleben sie ein Gefühl von Befriedigung, etwas Sinnvolles getan zu haben. Aber die Trägheit gewinnt wieder die Oberhand, das nagende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, und die Unzufriedenheit kommen zurück und werden immer schlimmer. Wenn diese Menschen ihre Aufmerksamkeit ihren Symptomen zuwenden – ihren Konzentrationsschwierigkeiten, ihrem schlechten Gedächtnis usw. –, dann fühlen sie sich erheblich schlechter, und ihre Unzufriedenheit wächst. Wie bei OXALICUM ACIDUM geht es Calcium-phosphoricum-Menschen schlechter, wenn sie über ihre Symptome und Beschwerden nachdenken.
Das Auffassungsvermögen kann sich so weit verschlechtern, dass die Patienten anfangen, Dummheiten zu machen; sie reißen dumme Witze oder sagen törichte Dinge, die der Situation unangemessen sind. Solche „Sprüche“ wären akzeptabel und verständlich, wenn sie im Scherz vorgebracht würden, aber häufig sind sie vollkommen ernst gemeint, und die Betreffenden nehmen kaum wahr, wie sie damit auf die anderen wirken.
Auch die Emotionen von Calcium-phosphoricum-Menschen leiden unter Ermüdung. Sie werden gleichgültig Calc.-phos.gleichgültig, emotional träge und unbeweglich. Diese Indifferenz ist in der Art ähnlich wie die von PHOSPHORICUM ACIDUM, aber nicht annähernd so tiefgreifend.
Seufzen
Seufzen ist ein wohlbekanntes Leitsymptom von Calcium phosphoricum. Ein Calcium-phosphoricum-Fall kann durchaus fälschlich für IGNATIA gehalten werden, weil das Seufzen bei beiden Arzneitypen so häufig ist. Doch bei Calcium phosphoricum ist es hauptsächlich Seufzen, körperlich bedingtes Calc.-phos.körperlich bedingt, im Gegensatz zu der psychischen Ätiologie bei IGNATIA. Es scheint eher organisch-pathologische als psychologische Ursachen zu haben: die Neigung zum Seufzen datiert nicht vom Zeitpunkt einer leidvollen Erfahrung – obwohl sie sich dann verstärken kann –, sondern findet sich schon viel früher in der Geschichte des Falles, ohne erkennbaren psychischen Anlass. Ein seelischer Schock, z. B. Kummer, wird bei Calcium phosphoricum vorzugsweise andere Symptome auslösen, etwa solche, wie sie im Abschnitt über „schlechte Nachrichten“ aufgezählt wurden. Bei IGNATIA steht das Seufzen dagegen in direktem Zusammenhang mit einem kummervollen Erlebnis, und man kann die Spur bis zu diesem Erlebnis zurückverfolgen. In Calcium-phosphoricum-Fällen mag z. B. eine Schwäche des Atmungsapparates vorliegen, die zu einem tiefen Atemzug nötigt, und das unwillkürliche tiefe Einatmen, das daraus folgt, klingt wie ein Aufseufzen.
Übersteigertes Mitgefühl und Ängste
Für gewöhnlich sind Calcium-phosphoricum-Personen sensible, empfindsame Menschen. Bevor sie jenen Zustand der inneren Unzufriedenheit erreichen, sind sie recht offen und gesellig. Zwar sind sie scheuer als PHOSPHORUS, aber das phosphorische Element trägt zu ihrer Geselligkeit bei. Ihre Gefühle können allerdings ziemlich leicht verletzt werden, und wenn das geschehen ist, neigen sie dazu, eine Abneigung gegen Gesellschaft zu entwickeln – sie schmollen und werden auch zornig. Somit findet sich bei Calcium phosphoricum sowohl das Verlangen nach Gesellschaft als auch die Abneigung dagegen, aber in jeweils verschiedenen Stadien der Pathologie.
Auch ein starkes, übersteigertes Mitgefühl mit dem Leid anderer ist bei Calcium phosphoricum beobachtet worden; häufig entwickelt sich eine massive Angst, andere, um Calc.-phos.Angst um andere (was wiederum das phosphorische Element in diesen Menschen zeigt). Dieses Symptom und auch einige Ängste, etwa Furcht, Gewitter, vor Calc.-phos.vor Gewitter, Furcht, Dunkelheit, vor Calc.-phos.vor Dunkelheit, Furcht, Hunden, vor Calc.-phos.vor Hunden, Furcht, Katzen, vor Calc.-phos.vor Katzen, Furcht, Alleinsein, vor Calc.-phos.vor dem Alleinsein, die allesamt charakteristisch für PHOSPHORUS oder CALCIUM CARBONICUM sind, wird man häufig bei Calcium-phosphoricum-Kindern antreffen. Das Element des Mitgefühls nimmt krankhafte Ausmaße an; es gehört jedoch zu einer früheren Phase der Pathologie als die innere Unzufriedenheit, die in den fortgeschrittenen Stadien so ausgeprägt ist.
Sexualität
Was die Sexualität betrifft, so kann einerseits die allgemeine Schwäche des Organismus dazu führen, dass Calcium-phosphoricum-Patienten weniger zu sexuellen Aktivitäten geneigt sind. Andererseits haben einige Calcium-phosphoricum-Menschen, vor allem Frauen, ein sehr starkes sexuelles Verlangen, was bei manchen so weit geht, dass sie unter der Macht dieses Begehrens leiden. Diese „Nymphomanie“ ist vor den Menses am stärksten. Und ein Orgasmus kann bei Calcium-phosphoricum-Patienten wiederum manchmal für eine Art Energieschub sorgen, sodass sie sich danach allgemein besser fühlen, mit gutem Appetit und Arbeitslust nach Koitus Calc.-phos.Lust zum Arbeiten nach dem Koitus.
Calcium-phosphorium-Kind
Das allgemeine Erscheinungsbild von Calcium-phosphoricum-Kindern, besonders in Fällen, bei denen Mangelernährung die auslösende Ursache ist, ist in der homöopathischen Literatur oft beschrieben worden. Ein gutes Bild ist z. B.: Das Kind ist blass, dünn, mager, stark untergewichtig, geistig wie körperlich unterentwickelt, langsam beim Laufenlernen (oder verlernt es wieder), wacklige Beine, kann kaum sprechen, Kopf neigt zum Wackeln, Bauch schlaff Calc.-phos.Bauch schlaff und entweder vorstehend oder eingesunken, sehr instabiles Nervensystem, sehr unruhig, Neigung zu Bronchitis und Tonsillitis. Als Vergleichsmittel sollten etwa BARYTA CARBONICA, CALCIUM CARBONICUM, BORAX, PHOSPHORICUM ACIDUM, NATRIUM MURIATICUM, MEDORRHINUM und MAGNESIA CARBONICA herangezogen werden.
Probleme bei der Knochenbildung indizieren häufig Calcium phosphoricum, ebenso wie eine Neigung zu Knochenkrankheiten und Knochenschmerzen. Das Mittel sollte bei Fällen in Erwägung gezogen werden, wo die Ossifikation der Schädelknochen, zu langsam Calc.-phos.Ossifikation der Schädelknochen langsam vonstattengeht bzw. nicht mit dem Wachstum des Körpers Schritt hält. Die Fontanellen schließen sich nicht rechtzeitig oder öffnen sich gar erneut. Clarke weist in diesem Zusammenhang auf eine interessante Differenzierung hin: „Calcium carbonicum hat eine offene Stirnfontanelle; Calcium phosphoricum hat beide offen, besonders die Hinterhauptfontanelle.“ Der Schädel, dünn und weich, in der Gegend der Suturen Calc.-phos.Schädel ist oft dünn und weich, auf Fingerdruck fühlt er sich stellenweise an wie knisterndes Papier oder gibt elastisch nach. Es treten Schmerzen in den Schädelknochen auf, besonders in der Gegend der Suturen.
Eine weitere Indikation sind die sog. „Wachstumsschmerzen“ bei schnell wachsenden Kindern; die Schmerzen treten besonders nachts auf. Oft reicht die Assimilation von Nährstoffen nicht aus, um das rapide Wachstum dieser Kinder zu unterstützen, und dies führt zu Problemen im Bereich des Skeletts und der Zähne. Eine Anzahl von Krankheitsbildern, die durch Calcium phosphoricum geheilt oder günstig beeinflusst wurden: laterale Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose); Hydrozephalus, akut oder chronisch; Rachitis, häufig mit Durchfall (Cholera infantum), bei abgemagerten Kindern; Zahnkaries, Neigung zu Fäulnis und Verfall der Zähne, besonders der Milchzähne; verzögerte oder langsame Zahnung, in Verbindung mit einer Unmenge von Beschwerden: Husten, Durchfall, Krämpfe, besonders ohne Fieber. Selbst in Fällen von Spina bifida soll Calcium phosphoricum positive Wirkungen gezeigt haben. Tonsillen und Rachenmandeln, vergrößert Calc.-phos.Vergrößerte Tonsillen und Rachenmandeln sind häufig.
Ein wichtiges Symptom, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei CALCIUM CARBONICUM, ist starker Nachtschweiß, starker, um den Kopf herum Calc.-phos.Nachtschweiß um den Kopf herum. Was den Bereich von Geist und Gemüt angeht, sind einige wichtige Züge bereits beschrieben worden. Die Unzufriedenheit, mit Stöhnen, Unruhe Calc.-phos.Unzufriedenheit mit dem typischen Stöhnen (vor allem im Schlaf) und der Unruhe bilden den Kern der geistigen und emotionalen Pathologie. Calcium-phosphoricum-Kinder neigen dazu, verdrießlich, mürrisch, schlecht gelaunt Calc.-phos.verdrießlich, mürrisch und schlecht gelaunt zu sein. Boericke beschreibt sie so: „Anämische Kinder, die launisch und schlaff sind, mit kalten Gliedmaßen und schwacher Verdauung.“ Säuglinge drehen sich die ganze Zeit hin und her, weinen viel, sind unruhig, bewegen dauernd die Gliedmaßen, strampeln und treten. Wenn man sie zu trösten versucht und hochnimmt, bringt das gar nichts; im Gegenteil, es macht das Ganze noch schlimmer und kann sogar einen Erstickungsanfall auslösen, mit zyanotischem Gesicht und extremer Unruhe. Diese Verschlimmerung durch Hochheben kontrastiert mit der Verschlimmerung durch Abwärtsbewegung, die BORAX auszeichnet.
Eine Beschreibung von Hering: „Ein fünfzehn Monate altes Kind, mit großem Kopf und offenen Fontanellen … schreit heftig, greift in großer Qual nach der Mutter; kalter Schweiß, am meisten im Gesicht, der ganze Körper kalt …“
Ängste sind bei Kindern, die Calcium phosphoricum benötigen, ebenfalls ein häufiges Symptom. Sie hängen oft mit körperlichen Beschwerden zusammen (Bauchschmerzen, Brust- und Atmungssymptome, Zahnprobleme). Die Kinder sind meist eher schüchtern und scheu. Sie schrecken leicht auf und neigen zu Krämpfen durch Schreck oder andere äußere Einflüsse. Auch gegen Kälte und Erschütterungen sind sie sehr empfindlich.
Der Wachstumsprozess ist häufig nicht nur auf körperlichem, sondern auch auf intellektuellem Gebiet gestört. Die Kinder haben ein schlechtes Gedächtnis und scheuen vor geistigen Anstrengungen zurück; längere geistige Beanspruchung kann Symptome auslösen (den erwähnten Schulkopfschmerz, aber auch z. B. eine Art dumpfer Trägheit mit Verlangen nach Alleinsein).
Geistige Retardierung, geistige, bei körperlicher Hyperaktivität Calc.-phos.Retardierung bei körperlicher Hyperaktivität ist eine Indikation, die mehr als einmal bestätigt werden konnte, z. B. von Stiegele, der selbst bei schwereren Formen dieses Syndroms (etwa nach zerebraler Polio) vielversprechende Ergebnisse beobachten konnte.
Die Vorlieben beim Essen sind sehr ungewöhnlich und stark ausgeprägt. „Starkes fetter Speck, Verlangen nach Calc.-phos.Verlangen nach fettem Speck“, oder, wie Margaret Tyler schreibt, „nach Schinkenschwarte“ ist ein gut abgesichertes Symptom bei Kindern. Oft mögen sie geräuchertes Fleisch am liebsten. Es gibt auch ein Wurst, Verlangen nach Calc.-phos.Geräuchertes, Verlangen nach Calc-p.Verlangen nach Wurst, Kartoffeln und Mehlspeisen, ebenso nach unverdaulichen Dingen – dies kann sich sowohl auf Speisen beziehen, mit denen die Verdauung des kranken Kindes nicht fertig wird (z. B. fetter Speck bei Cholera infantum), als auch auf Dinge wie Bleistifte, Lehm u. ä. Statt Verlangen ist allerdings auch schon Abneigung gegen Schinken beobachtet worden. Der Appetit ist häufig vermehrt, das Kind möchte die ganze Zeit essen oder gestillt werden; dies tritt oft bei ausgemergelten Kindern auf, die trotzdem nicht zunehmen. Es gibt auch Säuglinge, die die Muttermilch verweigern; dies liegt allerdings meistens an der Milch, die bei Calcium-phosphoricum-Müttern salzig schmecken und verdorben aussehen kann.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Der Bewegungsapparat stellt den Hauptwirkungsbereich von Calcium phosphoricum dar, insbesondere wirkt das Mittel auf die Knochen, aber auch auf verwandte Gebilde, wie die Zähne. Einige pathologische Zustände der Knochen sind oben bereits beschrieben worden. Allgemein sind die Knochen meist unterversorgt, weich, dünn, brüchig usw. Besonders betroffen sind die Knochenverbindungen: Knochennähte, Symphysen, Gelenke usw.

  • Die Muskeln, Sehnen und Bänder sind lahm, schwach, wie wund schmerzend, besonders nach Belastungen oder bei kaltem Wetter. Die Strecker sind interessanterweise oft Extensoren stärker betroffen als Flexoren Calc.-phos.stärker betroffen als die Beuger.

  • Auch die Drüsen und Lymphknoten leiden unter Nährstoffmangel. Nicht selten sind sie geschwollen und tun weh. Besonders die Tonsillen und Rachenmandeln sind betroffen; vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln, vergrößerte Calc.-phos.Rachenmandeln sind bewährte Indikationen. Es treten auch Schwellungen der Hals-, Leisten- oder Mesenteriallymphknoten auf.

  • Wie CALCIUM CARBONICUM, so ist auch Calcium phosphoricum ein nützliches Mittel bei Schleimhautpolypen Calc.-phos.Schleimhautpolypen: an Nase, Uterus, Rektum.

  • Hinsichtlich der Modalitäten sind zunächst die eingangs als Causae erwähnten Bedingungen bedeutsam:

    • Ernährung, schlechte, schlimmer durch Calc.-phos.Verschlimmerung durch schlechte Ernährung, Nachrichten, schlechte, schlimmer durch Calc.-phos.schlechte Nachrichten, Wetter, schlechtes, schlimmer durch Calc.-phos.schlechtes Wetter (d. h. kalt und nass). Sobald der Patient ohne Kopfbedeckung ausgeht, barfuß draußen oder in der Wohnung herumläuft oder nasse Füße bekommt, erkältet er sich. Frostschauder laufen den Rücken hinauf oder herab. Wärme wird im Allgemeinen bessern. Der eine oder andere Patient mag, infolge des phosphorischen Elements, warmblütig sein; doch auch die Lokalsymptome dieser Menschen werden durch nasskaltes Wetter stärker. Zugluft, schlimmer durch Calc.-phos.Zugluft kann ebenfalls sehr leicht Beschwerden auslösen, und jede Änderung des Wetters wird eine deutliche Verschlimmerung bringen. Die Verschlimmerung durch Kälte erstreckt sich auch auf das Essen: Speiseeis, Gefrorenes und gekühlte Getränke können leicht Kolik oder Durchfall verursachen. Ähnliche Wirkungen haben Obst und Apfelwein.

    • Eine weitere stark ausgeprägte Modalität ist, dass Anstrengung, besonders Anstrengung, geistige, Beschwerden durch Calc.-phos.geistige Anstrengung, Beschwerden auslösen kann. Aber auch körperliche Beanspruchung, etwa Heben, wirkt sich negativ aus (Rückenschmerzen usw.).

    • Denken an die Beschwerden, schlimmer durch Calc.-phos.Verschlimmerung durch Denken an die Beschwerden; durch Trost.

    • Warmes, trockenes Wetter bessert den Zustand in den meisten Fällen; das gleiche gilt häufig für das Hinlegen. Manche Beschwerden werden auch durch Waschen mit kaltem Wasser besser.

  • Die Zeit der Zahnung, Beschwerden während der Calc.-phos.Zahnung und die Pubertät sind kritische Phasen in der Entwicklung eines jungen Calcium-phosphoricum-Menschen.

  • Calcium-phosphoricum-Menschen neigen dazu, groß und schlank zu sein, ja sogar dürr, was einen deutlichen Unterschied zu der eher aufgeschwemmten Erscheinung eines CALCIUM-CARBONICUM-Menschen ausmacht. Beide haben einen schlaffen Bauch, schlaffer Calc.-phos.Bauch; bei Calcium phosphoricum kann er aber eingefallen sein, während er bei CALCIUM CARBONICUM üblicherweise vorsteht. Der Teint von Calcium-phosphoricum-Personen ist meist nicht so kalkweiß wie bei CALCIUM CARBONICUM, sondern eher schmutzigweiß oder bräunlich.

  • Ein ausgeprägtes Merkmal von Calcium phosphoricum ist die Schwäche und Mattigkeit Calc.-phos.Schwäche und Mattigkeit auf allen Ebenen. Die Abgeschlagenheit wird schlimmer durch Treppensteigen; will sich hinsetzen und dann nicht mehr aufstehen. Beine, Bauch und Kreuz schlafen ein, er kommt nicht mehr von seinem Stuhl hoch. Zustände von Schwäche und Abgeschlagenheit treten etwa auf im Zusammenhang mit der Regel oder einer Schwangerschaft; bei vaginalem Ausfluss; bei Durchfall; Schwäche, Zahnung, während Calc.-phos.während des Zahnens; nach akuten Erkrankungen. Anstrengungen jeder Art bringen ein Schwächegefühl hervor, vornehmlich geistige, aber auch körperliche, selbst Sprechen kann erschöpfen. Auch Ärger kann Schwächezustände auslösen.

  • Physisch ist eine Schlaffheit der Muskeln typisch für Calcium phosphoricum; besonders ein erschlaffter Unterbauch ist oft auffällig. Im Laufe der Herausbildung eines Calcium-phosphoricum-Zustands wird ein Mensch, der vorher muskulös und voller Energie gewesen sein mag, seine Kräfte einbüßen, oft ganz rapide und plötzlich; die Muskeln verlieren ihre Festigkeit und Stärke, er beginnt Fett anzusetzen. Die Erschlaffung breitet sich auf den ganzen Organismus aus, und dies wirkt sich nicht selten auf die Knochen und Gelenke aus. Bei höheren Altersgruppen deckt Calcium phosphoricum viele Fälle von Arthritis ab, besonders wenn die Bänder mit betroffen sind und wenn Steifheit Calc.-phos.Steifheit ein herausragendes Symptom ist. Viele dieser Fälle erinnern an RHUS TOXICODENDRON; die Patienten können so steif sein, dass es an eine Kontraktur grenzt, die beinahe die Beweglichkeit aufhebt. Den Patienten, die unter solchen Versteifungen leiden, geht es etwas besser, wenn sie ein wenig herumlaufen. Es kann ein sehr schwächender und unangenehmer Zustand sein. Schlechte Nachrichten können ein plötzliches Hinken zur Folge haben.

  • Steifheit der Nackenregion Calc.-phos.Steifheit der Nackenregion, ganz besonders an den Rändern der Trapezmuskeln, ist ein ausgeprägtes Merkmal von Calcium phosphoricum. Zugluft wird dieses Symptom massiv verschlimmern; die Patienten sind allgemein zugluftempfindlich, ganz besonders aber in der Zervikalregion. Calcium phosphoricum, RHUS TOXICODENDRON und CIMICIFUGA sind die Hauptmittel für Steifheit und Schmerzen in der Nackengegend, die durch Zugluft schlimmer werden. Bei Calcium phosphoricum tritt der steife Nacken gewöhnlich in Verbindung mit einer gewissen Stumpfheit und Trägheit des Verstandes auf; es ist, als würde die Blutversorgung des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen. Im Fall von CIMICIFUGA wird die Steifheit so schlimm, dass man das Gefühl hat, das Gehirn sei wie in eine Wolke gehüllt. Und bei RHUS TOXICODENDRON ist es ein Gefühl von Reizbarkeit, das die Steifheit begleitet – die Patienten werden gereizt und wollen umhergehen, sie können keine fünf Minuten stillsitzen; Reizbarkeit und Unruhe durch die Steifheit. RHUS-TOXICODENDRON-Patienten neigen außerdem dazu, sich dauernd am Nacken zu reiben. Bei Calcium phosphoricum fehlt diese Ruhelosigkeit; die Patienten sitzen still da, und ihr Geist wird immer stumpfer und benommener. Bei beiden Arzneitypen finden wir eine Neigung, durch Halsbewegungen ein Knacken durch Halsbewegungen Calc.-phos.Knacken zu produzieren, und in beiden Fällen ist das Knackgeräusch von eindrucksvoller Lautstärke.

  • Übrigens ist die Nackenregion heutzutage bei sehr vielen Menschen streßempfindlich; alle Welt scheint heutzutage Verspannungen und Steifheit im Nacken zu haben, vor allem bei Ermüdung. Aber ganz besonders zeigen sich diese Symptome, wenn jemand merkt, dass die Verantwortung, die er übernommen hat, seine Kräfte übersteigt – oder auch, wenn das Bedürfnis, die Erwartungen anderer zu erfüllen, frustriert wird.

  • Einige weitere Allgemeinsymptome von Calcium phosphoricum:

    • Kribbeln Calc.-phos.Kribbeln, Taubheits- und Kältegefühle, auf kleine Stellen begrenzt Calc.-phos.Taubheits- und Kältegefühle sind charakteristische Empfindungen, die schon Schüßler, der Verfechter der „Gewebemittel“, erkannte. Oft begleiten sie Schmerzen, die durch anämische Zustände bedingt sind. Diese Sensationen sind oft auf kleine Stellen begrenzt.

    • Zittern, besonders der Arme und Hände Calc.-phos.Zittern, besonders der Arme und Hände, ist ebenfalls ein häufiges Begleitsymptom anderer Beschwerden (Uterusprobleme, Kopfweh, Bauchweh usw.).

    • Die Absonderungen albuminös Calc-p.Absonderungen von Calcium-phosphoricum-Menschen sind meist albuminös: Eiweiß enthaltend und wie Eiweiß aussehend.

  • Calcium phosphoricum kann auch bei Krämpfe Calc.-phos.Krämpfen angezeigt sein. Schüßler nannte als spezielle Indikation: Krämpfe ohne Fieber bei zahnenden Kindern. Krampfhaftes Hochfahren bei Kindern, wenn sie auf dem Rücken liegen, was in der Seitenlage aufhört. Bei Krämpfen von Kindern muss die Arznei allerdings außerhalb der Krampfphase gegeben werden, um die beste Wirkung zu erzielen.

  • Epileptische Konvulsionen, epileptische Calc.-phos.Konvulsionen: nach unterdrückten Menses infolge eines Bades; bei jungen Menschen, deren körperliche Entwicklung noch im Gange ist. Krampfattacken, Krämpfe, wie ein elektrischer Schlag Calc.-phos.die durch den Körper gehen wie ein elektrischer Schlag, sodass die Patientin hinfällt, etwa eine Minute andauernd und bis zu dreißigmal am Tag auftretend.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel, bei windigem Wetter Calc.-phos.Schwindel, Taumel beim Gehen im Freien Calc.-phos.Taumel beim Gehen im Freien, bei windigem Wetter, mit Ziehen im Nacken und auch mit Benommenheit Calc.-phos.Benommenheit. Schwindel und Gedächtnisverlust während des Mittagessens; Schwindel bei vaginalem Ausfluss vor der Menstruation. Allgemein kann Anstrengung, ob geistig oder körperlich, Schwindel auslösen.
Schwindel beim Aufstehen aus dem Bett oder vom Sitzen, besonders Schwindel bei alten Menschen Calc.-phos.bei alten Menschen. Auch wenn der Schwindel alter Leute in Verbindung Schwindel in Verbindung mit Verstopfung Calc.-phos.mit Verstopfung und harten, blutigen Stühlen auftritt und von Niedergeschlagenheit und Kopfweh begleitet wird, hat sich Calcium phosphoricum als heilsam erwiesen.
KopfKribbelgefühle laufen über den Scheitel, mit einem eisigen Kältegefühl, als ob Eis auf dem oberen Teil des Hinterkopfs läge Calc.-phos.Kältegefühl, als ob Eis auf dem oberen Teil des Hinterkopfs läge. Der Kopf kann heiß sein, mit schmerzenden Haarwurzeln. Hitze im Kopf; Brennen auf dem Scheitel, das bis zu den Zehen hinunterläuft Calc.-phos.Brennen auf dem Scheitel, das bis zu den Zehen hinunterläuft.
  • Kopfweh wie von Vollheit des Kopfes Calc.-phos.Vollheit des Kopfes, als ob das Hirn schmerzhaft gegen den Schädel drückte, am schlimmsten am Scheitel. Dieses Symptom aus Herings Prüfung zeigte sich zunächst in Abständen von zehn Sekunden und wurde dann zu einer fast permanenten Schmerzempfindung. Diese Art Kopfweh ist schlimmer bei Bewegung, beim Bücken, beim Aufsetzen vom Liegen, beim Aufstehen vom Sitzen; auch durch äußeren Druck (durch eine Kopfbedeckung). Es wird gelindert beim Stilliegen, Kopfweh besser im Calc.-phos.Stillliegen; oft will der Patient einfach nur in Ruhe gelassen werden.

  • Pochende Kopfschmerzen, pochende, schlimmer durch schnelle Bewegung Calc-p.Kopfschmerzen, durch eine oder beide Seiten gehend, schlimmer durch Erschütterung (Auftreten) und besonders durch schnelle Bewegung.

  • Kopfweh durch geistige Anstrengung Calc.-phos.Kopfweh durch geistige Anstrengung ist eine wohlbekannte Indikation von Calcium phosphoricum, besonders bei Schulkindern, in Verbindung mit Durchfall. (Auch wenn Kinder vom Fernsehen Kopfweh vom Fernsehen Calc.-phos.Kopfweh bekommen, kann Calcium phosphoricum angezeigt sein.) Wenn diese Kinder ins Freie gehen, an die frische Luft, kann das die Kopfschmerzen bessern. Allerdings kann geistige Arbeit Kopfschmerzen gelegentlich auch lindern, wahrscheinlich weil die Gedanken dabei von den Schmerzen abgelenkt werden. In den Prüfungen finden wir z. B. das folgende Symptom: „Kopfweh morgens beim Erwachen, eine lastende, schmerzhafte Benommenheit, scheint dicht an den Schädelknochen zu sitzen, von innen und von außen drückend, schlimmer am Scheitel; es scheint bei geistiger Anstrengung zu verschwinden und bei körperlicher Betätigung zurückzukehren; besser durch Waschen mit kaltem Wasser.“

  • Weitere bemerkenswerte Modalitäten: Drängen zum Stuhlgang kann von Kopfweh begleitet sein; auch Magen- oder Uterusbeschwerden gehen oft mit Kopfweh einher. Herings Prüfung brachte auch die folgende eigentümliche Beobachtung hervor: „Starkes Verlangen nach Tabakrauchen; Kopfweh gelindert.“

    Durch Wetterumschwünge, Kopfschmerz durch Calc.-phos.Wetterumschwünge wird oft ein Kopfschmerz ausgelöst oder verstärkt, der abwärts zieht: von der Stirn zur Nase, oder von den Schläfen zum Kiefer; dieser Kopfschmerz kann mit rheumatischen, reißenden Schmerzen in anderen Körperteilen verbunden sein, z. B. von den Schlüsselbeinen zu den Handgelenken.

Die Probleme der Knochenbildung beim Kind wurden bereits erörtert; bei Hydrozephalus Calc.-phos.Hydrozephalus (oft mit Durchfall und Erbrechen), verspätetem Fontanellenschluss, verspäteter Calc.-phos.Fontanellenschluss, weichen, dünnen Schädelknochen, weiche, dünne Calc.-phos.Schädelknochen ist an Calcium phosphoricum zu denken. Manchmal sieht man Kinder mit großem, wackelndem Kopf, bei denen der Hals zu schwach ist, um den Kopf richtig zu unterstützen. Knochenschmerzen, ziehende, reißende, in der Gegend der Suturen Calc.-phos.Knochenschmerzen zeigen sich besonders in der Gegend der Suturen und sind von ziehender, reißender, zerreißender Art.
Die Kopfhaut neigt zu Jucken, Kopfhaut Calc.-phos.Jucken und Wundheit Calc.-phos.Wundheit, und daher ist Calcium phosphoricum erfolgreich bei Impetigo oder Ekzem der Kopfhaut angewandt worden. Haarausfall Calc.-phos.Haarausfall (Alopecia areata) oder mangelhafte Qualität der Haare ist nicht selten anzutreffen.
AugenGefühl, als wäre etwas im Auge, Auge, Gefühl eines Fremdkörpers im, schlimmer, wenn man andere darüber reden hört Calc-p.erneuert, wenn man andere darüber reden hört. Bisweilen scheint es im Auge umherzuwandern, oft aber wird diese ausgesprochen lästige Empfindung in der Gegend des inneren Augenwinkels verspürt. Sie kann von morgendlicher Eiterabsonderung aus dem inneren Augenwinkel und Röte und Schwellung oben am Canthus gefolgt sein.
Im Auge ein Schmerz wie geschlagen, er muss es leise drücken und halten, bis es vergeht. Hitzegefühl in den Augen Calc.-phos.Hitzegefühl in den Augen, besonders in den Lidern, mit Schweiß der Augenbrauen und Lider Calc.-phos.Schweiß der Augenbrauen und Lider. Auch ein Kühle, Gefühl von K. zu den Augen hin oder hinter den Augen Calc.-phos.Gefühl von Kühle zu den Augen hin oder hinter den Augen ist berichtet worden.
Entzündung des (linken) Auges, Hornhaut verschleiert, von roten Blutgefäßen durchzogen, mit
Photophobie. Die Kapillargefäße können in Streifen von den Augenwinkeln zur Hornhaut sichtbar sein. Maculae corneae nach einem Abszess.
Lichtscheu: Licht tut den Augen weh, insbesondere künstliches Licht (auch Kerzenlicht). In den Prüfungen kam Trübsehen Calc.-phos.Trübsehen vor, mit Verstärkung einer schon vorher bestehenden Kurzsichtigkeit – das Gesichtsfeld war wie aus kleinen, runden, gräulichen Flecken, Gesichtsfeld aus kleinen, runden, gräulichen F. zusammengesetzt Calc.-phos.Flecken zusammengesetzt. Buchstaben verwandeln sich in kleine schwarze Flecken, oder die Patienten berichten, dass sie so etwas wie einen kleinen Vogel sehen, der von links nach rechts fliegt. Phänomene wie Kreise, schimmernde, funkelnde, feurige K. vor den Augen Calc.-phos.schimmernde, funkelnde, feurige Kreise vor den Augen sind ebenfalls berichtet worden.
Calcium phosphoricum hat sich bei krampfhaften Affektionen der Augenlider als nützlich erwiesen, wenn MAGNESIA PHOSPHORICA nicht wirkte. Ein wertvoller Hinweis von Margery Blackie: „Sie haben oft lange Wimpern, lange Calc.-phos.Wimpern und ziemlich dunkelblaue Augen.“ Natürlich ist dies nur eine nützliche Beobachtung, die niemals für sich eine Verschreibung begründen kann!
OhrenKältegefühl oder objektive Kälte der Ohren Calc.-phos.Kältegefühl oder objektive Kälte der Ohren, gefolgt von Pochen, Hitze und Schwerhörigkeit. Oder: Brennendes Jucken, brennendes, an den Ohren im warmen Zimmer Calc.-phos.Jucken an den Ohren im warmen Zimmer, nach Reiten (obwohl es draußen nicht kalt war), die Ohren sind rot, aber bei Berührung nicht warm; bei Aufenthalt im Haus den ganzen Tag anhaltend. Rheumatisches Reißen in den Ohren, wenn das Wetter kalt wird. Wundsein und Schmerz in den und um die Ohren; in den Knochen um die Ohren herum; auch in der Gegend der Parotiden.
Starker Ohr, brennender Schmerz an einer kleinen Stelle Calc.-phos.brennender Schmerz an einer kleinen Stelle über dem Ohr, diese Stelle ist extrem berührungsempfindlich. Ohrenschmerzen von rechts nach links Calc.-phos.Ohrenschmerzen von rechts nach links, die einem Ziehen über dem Schambein von rechts nach links folgen. Wundmachende Otorrhö. Schwerhörigkeit, fast bis zur Taubheit, Schwerhörigkeit, durch Hypertrophie der Gaumen- oder Rachenmandeln Calc.-phos.durch Hypertrophie der Gaumen- oder Rachenmandeln.
NaseEiskalte Nasenspitze. Gefühl, Nase, Gefühl als ob etwas in die N. geraten Calc.-phos.als ob etwas in die Nase geraten und nicht mehr herauszubekommen wäre (wie ein Krümel beim Essen).
Neigung zu heftigem Niesen und Schnupfen, heftiges Calc.-phos.Niesen und Schnupfen, oft sind die Nasenlöcher und das Innere der Nase wund. Der Schnupfen kann sehr stark sein („kommt mit drei Schnupftüchern kaum aus über den Tag“, heißt es in Schréters Prüfung). Dem gleichen Prüfer war außerdem aufgefallen, dass er im kühlen Zimmer (nach einer Ausfahrt) Fließschnupfen hatte, während die Nase draußen, wo es heiß war, verstopft war. Schnupfen, der sich auf die Nebenhöhlen schlägt.
Große, gestielte Nasenpolypen, große, gestielte, leicht blutende Calc.-phos.Nasenpolypen, die leicht bluten. In der Nasenscheidewand bildet sich ein Geschwürchen, das sehr schmerzt, Schnäuzen verursacht Wundschmerz.
GesichtDas Gesicht ist meist blass und wächsern, erdfahl, manchmal mit einem Stich ins Gelbliche. Es kann voller Pickel und Pusteln sein; Akne, besonders bei Mädchen. Kupferrote Verfärbung oder dunkle Flecken im Gesicht sind ebenfalls mit Calcium phosphoricum geheilt worden. Das Gesicht kann heiß sein, bei sonst kaltem Körper; auch kalter Gesichtsschweiß bei kaltem Körper kommt vor.
Gesichtsschmerz, sich ausbreitender, den Ort wechselnder Calc.-phos.Gesichtsschmerz Calsc.-phos.Gesichtsschmerz neuralgischer oder rheumatischer Art, schlimmer nachts. Er befällt vor allem den Oberkiefer und neigt dazu, sich auszubreiten oder den Ort zu wechseln: von rechts nach links, oder er beginnt in Gesichtsschmerz, beginnt in anderen Körperteilen und erstreckt sich zum Gesicht Calc.-phos.anderen Körperteilen und erstreckt sich zum Gesicht, oder umgekehrt. Einige Modalitäten der Gesichtsschmerzen: schlimmer durch nasses Wetter, durch Zugluft; durch körperliche oder geistige Anstrengung; durch Geräusche; besser im Liegen.
Geschwollene Oberlippe; schmerzhaft, hart und brennend.
Mundbitterer Mundgeschmack, wenn die Regel einsetzt Calc.-phos.Bitterer Mundgeschmack: morgens, mit Kopfweh; wenn die Regel einsetzt; Brot und selbst Wasser schmecken bitter. Der Geschmack, schlechter G. morgens beim Aufwachen Calc.-phos.schlechte Geschmack morgens beim Aufwachen kann auch fade und widerlich („garstig“) sein. Dieser Mundgeschmack kann mit einem weißen Zungenbelag einhergehen. Aus Schréters Prüfung: „Früh weißlich belegte Zunge, mit Furchen auf derselben, wie gespalten, und fadem, süßlichem Geschmack nach dem tags zuvor genossenen Gefrorenen.“
Die Zunge kann geschwollen sein, taub und steif, mit Pickeln darauf. Die Zungenspitze brennt wie wund oder verbrannt; manchmal finden sich dort kleine brennende Bläschen.
Wunde Stellen an den Wangenschleimhäuten, wunde Stellen an den Calc.-phos.Wangenschleimhäuten zeigten sich bei zwei Prüfern.
Kinder neigen dazu, den Finger in den Mund zu stecken. Zähne, Zahnung, problematische Calc.-phos.
Zähne und Zahnung sind oft problematisch. Langsame und schwierige Zahnung, langsam, schwierig, mit Beschwerden Calc.-phos.Zahnung mit einer Vielfalt von Beschwerden (Husten, Durchfall, Erbrechen, Kältezittern, Krämpfe ohne Fieber, während der Zahnung Calc.-phos.Krämpfe ohne Fieber, Abmagerung usw.). Karies Calc.-phos.Karies tritt in großem Ausmaß auf und zeigt sich bei Kindern häufig schon sehr früh; die Zähne verfallen schnell und bröckeln. Empfindliche Zähne; die Berührung und der Druck vom Kauen werden nicht vertragen. Frische Luft, besonders kalter Luftzug ist ebenfalls unerträglich und verschlimmert das Zahnweh, ebenso wie warme und kalte Speisen.
HalsCalcium phosphoricum hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Gaumen- und Rachenmandeln.
  • Chronische Vergrößerung, chronische V. der Tonsillen, mit Abneigung, den Mund zu öffnen Calc.-phos.Vergrößerung der Tonsillen, mit Abneigung, den Mund zu öffnen. Wenn der Patient ihn dennoch aufmacht, z. B. um zu gähnen, verspürt er einen wunden Schmerz in den Mandeln, wunder Schmerz in den Calc.-phos.Mandeln.

  • Die Arznei kann auch angezeigt sein bei Rachenmandelhyperplasien Calc.-phos.Rachenmandelhyperplasien, die den Nasopharynx vollständig blockieren können.

Jede Erkältung setzt sich im Hals fest. Wundheits- und Roheitsgefühl beim Schlucken, viel Schleim im Hals. Muss sich häufig räuspern, muss sich häufig Calc.-phos.räuspern, erst nach Räuspern kann er deutlich sprechen. Auch abends zu fortwährendem Räuspern genötigt, um den Schleim herauszubekommen, selbst noch im Räuspern im Schlaf Calc.-phos.Schlaf.
Wenn die Patienten sich kalter Luft aussetzen, bekommen sie leicht Halsschmerzen. Zwei Beschreibungen aus den Prüfungen: „Gestern Halsweh; heute Mandeln, Zäpfchen und Rachen rot und geschwollen, Schmerz beim Schlucken vermehrt“ (Cate). Und: „Halsweh morgens beim Erwachen, schlimmer rechts, tief unten im Schlund, mehr nach dorsal; schlimmer beim Schlucken; verschwindet nach dem Aufstehen und beim Frühstück; warmes Getränk verursacht keine Schmerzen“ (Hering).
Schlucken kann überhaupt zu Schmerzen an verschiedenen Orten führen: in der Zunge, in der Brust, in der Magengrube.
Es ist auch ein merkwürdiges Leere- oder Schwächegefühl im Rachen bemerkt worden.
Stimme, Atemwege, AtmungHeiserkeit kommt häufig vor, besonders morgens und beim Gehen im Freien; muss sich räuspern, bevor er sprechen oder singen kann.
Katarrhalische Erkrankungen der Atemwege. Schweratmig, mit Zusammenschnüren der Brust; besser im Liegen, Zusammenschnüren in der Brust besser im Calc.-phos.Liegen, beim Aufstehen am Morgen wieder schlimmer, mit starkem Schmerz in der Brust beim Atmen. Erstickungsanfälle bei der leichtesten Anstrengung, oder beim Treppensteigen; Erstickungsanfälle bei Kindern, wenn sie aus der Wiege gehoben werden Calc.-phos.bei Kindern, wenn sie aus der Wiege gehoben werden.
Die Atmung wird mühsamer, schneller und kürzer. Die Prüfer waren oft genötigt, einen tiefen seufzenden Atemzug zu tun, was zu dem wohlbekannten Leitsymptom des unwillkürlichen Seufzen, unwillkürliches Calc.-phos.Seufzens führt. Tiefes Atmen, tiefes A. kann Schmerzen auslösen oder verstärken Calc.-phos.Atmen kann allerdings auch Schmerzen auslösen oder verstärken: scharfe Schmerzen in der linken Brust, auch links von der linken Mamma, gefolgt von dumpfem Schmerz; scharfen Schmerz in der Herzgegend; stechenden Schmerz in der Lebergegend.
HustenKurzer, trockener Husten, schlimmer bei feuchtkaltem Wetter, bei dünnen, blassen, kränkelnden Leuten. Trockener Husten mit Heiserkeit, Wundheit und Trockenheit im Hals. Kurzer, trockener Husten und Fließschnupfen während eines Frostschauders.
Husten mit gelbem Auswurf, stärker morgens; mit Fieber, Trockenheit und Durst; während schwieriger Husten, Zahnung, bei schwieriger Calc-p.Zahnung, auch mit Schleimrasseln auf der Brust, der Schleim ist schwer auszuwerfen. Husten während der Sonnenstunden des Tages, von 6 bis 18 Uhr Calc.-phos.Husten während der Sonnenstunden des Tages, von 6 bis 18 Uhr.
Chronischer Husten bei Schwindsüchtigen, die unter kalten Extremitäten leiden. Keuchhusten bei zahnenden Kindern, auch in hartnäckigen Keuchhustenfällen mit Abmagerung.
Brust und HerzEin Brust, scharfer Schmerz in der linken B., in der Herzgegend Calc.-phos.scharfer Schmerz in der linken Brust, in der Herzgegend, manchmal von schneidender und stechender Art, ist von mehreren Prüfern beobachtet worden. Er wird hauptsächlich Brustschmerz bei tiefem Einatmen Calc.-phos.bei tiefem Einatmen verspürt und ist manchmal Brustschmerz, so stark, daß er den Atem benimmt Calc.-phos.so stark, dass er den Atem benimmt. Ein Prüfer hatte dieses Symptom hauptsächlich morgens vor dem Aufstehen, ein anderer den ganzen Tag. Zeitweise kann dieser Schmerz mit einem ähnlichen Schmerz in der rechten Brust abwechseln.
Brennendes Gefühl in der Brust, bis in den Hals hinauf; manchmal auch abwärts. Ein scharfer Schmerz, als ob ein scharfes Werkzeug das untere Ende des Brustbeins herausstieße. Reißen, Drücken, Schießen im Brustbein. Dumpfes Wehtun in der Brust, die berührungsempfindlich ist. Brust, Schmerz in der B. beim Schlucken Calc.-phos.Schmerz in der Brust beim Schlucken. Schmerzen an den Verbindungen der Rippen und der Rippenknorpel. Wundheitsschmerz an und über den Schlüsselbeinen, der sich den Arm herab bis ins Handgelenk erstrecken kann. Brustschmerz, kalter Luftzug kann B. verursachen Calc.-phos.Kalter Luftzug kann Brustschmerzen verursachen.
Geschwür über dem Brustbein oder dem Schlüsselbein. Harter Tumor, wie eine Walnuss, in der linken männlichen Brust. Schweißige, ausgezehrte Brust; reichlicher Schweiß und kalte Extremitäten bei Tuberkulose. Herzklopfen mit Angst, gefolgt von zittriger Schwäche, besonders in den Waden.
MagenDie auffälligsten Vorlieben sind bereits im Kinder-Kapitel genannt worden: Verlangen nach fettem Speck, Schinken, Schinkenschwarte, Salz- oder Räucherfleisch, Wurst Calc.-phos.Verlangen nach fettem Speck, Schinken, Schinkenschwarte, Salz- oder Räucherfleisch, Wurst, Kartoffeln, Mehlspeisen, unverdaulichen Dingen. Hinzuzufügen ist ein Verlangen nach Käse, Fisch und scharf gewürzten Speisen, besonders Verlangen nach Pfeffer Calc.-phos.Pfeffer. In Bezug auf Eier ist sowohl Verlangen als auch Abneigung möglich, wobei die Abneigung gegen weichgekochte Eier recht stark sein kann (starkes Verlangen: CALCIUM CARBONICUM). Auch bei Milch, Vorliebe oder Abneigung Calc.-phos.Milch (Muttermilch oder Kuhmilch) kann starke Vorliebe oder massive Abneigung bestehen.
Trotz Abmagerung kann ein wahrer Heißhunger vorhanden sein. Säuglinge wollen die ganze Zeit gestillt werden, erbrechen aber leicht. Ein spezieller Zeitpunkt für ein plötzlich auftretendes starkes Hungergefühl, starkes Calc.-phos.Hungergefühl ist nachmittags gegen 16 Uhr. Vor und während der Menstruation kann der Appetit gänzlich verlorengehen. Hering hat zudem die folgende interessante Beobachtung gemacht: „Kein Appetit von einem Mittag zum nächsten; aber sobald sie daran denkt, möchte sie essen.“
Es kommt leicht zu Magenverstimmungen. Kolikschmerzen, durch Trinken von kaltem Wasser, Essen von Eiskrem oder Obst Calc.-phos.Trinken von kaltem Wasser, Essen von Eiscreme oder Obst erregt Kolikschmerzen und Erbrechen oder Durchfall. Clarke gibt an, dass eine bestimmte Art von Dyspepsie mit Calcium phosphoricum geheilt wurde: „Schmerz kurzzeitig besser durch Luftaufstoßen; wenn nüchtern, geht der Schmerz bis hin zur Wirbelsäule, mit Gefühl, als sollte man Luft aufstoßen, könnte das aber nicht. Dyspepsie mit unbeschreiblicher Qual in der Magengegend, nur zeitweise besser durch Essen.“ Aber auch: Heftiger Schmerz im Magen, mit großer Schwäche, Kopfweh und Durchfall; der kleinste Bissen, der den Magen erreicht, erregt diesen Schmerz.
Übelkeit nach Kaffeetrinken, mit anfänglichem Sodbrennen Calc.-phos.Übelkeit nach Kaffeetrinken, mit anfänglichem Sodbrennen, außerordentlich unangenehmes Gefühl, begleitet von Benommenheit, Kopfweh und sehr schlechter Laune. Sodbrennen nach dem Mittagessen Calc.-phos.Sodbrennen nach dem Mittagessen, das einige Zeit anhält, ist in den Prüfungen mehrmals beobachtet worden. Übelkeit, von der Magengrube aufsteigend, bei Bewegung; besser in Ruhe; gefolgt von Kopfweh und Mattigkeit.
Allgemein hat Calcium phosphoricum viele Blähungen, viele Calc.-phos.Blähungen in Magen und Bauch, die lautes Aufstoßen provozieren. Dadurch können Blähungskoliken für eine Weile gelindert werden, aber manchmal bleibt nach saurem Aufstoßen ein Brennen im Oberbauch zurück.
Durch Schleim im Hals wird oft Brechreiz ausgelöst. Die Magenschmerzen sind oft Magenschmerzen, brennende Calc.-phos.brennend. Eine Empfindung von unbeschreiblichem Unwohlsein in der Magengegend ist wiederholt berichtet worden: ein flaues Leeregefühl, oder auch ein Gefühl, als ob der Magen mit Speisen vollgestopft und aufgetrieben wäre.
AbdomenBlähungen und Blähungskoliken Calc.-phos.Blähungen und Blähungskoliken sind häufig, vom Essen oder durch bestimmte Speisen (s. o.), und der Schmerz, der oft von schneidender Schmerz am Nabel Calc.-phos.schneidender, scharfer Qualität ist, ist besonders um den Nabel lokalisiert. „Schmerz in der Mitte des Abdomens während und nach dem Essen, eine halbe Stunde lang; nach einem reichlichen Abgang stinkender Flatus klang dieser Schmerz ab“ (aus Cates Prüfung). Nicht immer bringt Windabgang eine so deutliche Besserung, manchmal lässt der Schmerz nur etwas nach, oder nicht einmal das. Oft gehen die Winde nur unter Schwierigkeiten ab. Scharfe Schmerzen um den Nabel herum können auch von einem Gefühl von Wundheit begleitet werden. Die Blähungen können ausgesprochen massiv sein, mit starken Schmerzen und auch mit Benommenheit, die sich zu einem dumpfen Kopfschmerz steigert Calc.-phos.Benommenheit, die sich zu einem dumpfen Kopfschmerz steigert, welcher beim Bücken schlimmer ist; nach einer dünnen Stuhlentleerung kann der Schmerz nachlassen.
Gefühl im Bauch wie von einem Lebewesen.
brennende Schmerzen, überall im Bauch Calc.-phos.Brennende Schmerzen: überall im Bauch; um den Nabel herum; im Oberbauch; in die Brust und den Hals aufsteigend.
Flaues Leeregefühl um den Nabel, oder im ganzen Bauch.
Auch in der Lebergegend, Beschwerden in der Calc.-phos.Lebergegend sind einige Beschwerden lokalisiert: ein Pochen im rechten Hypochondrium, Pochen im rechten Calc.-phos.Hypochondrium, das durch Windabgang nach oben oder unten besser wird. Stechen in der Lebergegend während eines langen Atemzuges, wie von Blähungen; auch durch plötzliche Bewegung. Leberschmerzen mit Empfindlichkeit der Leberregion können durch Verkühlung ausgelöst werden und werden nach Essen und durch Bewegung schlimmer; der Patient will Ruhe, möchte sich nicht bewegen.
Schmerzen in den Hypochondrien, Schmerzen in den H. durch zu langes Sitzen Calc.-phos.Hypochondrien durch zu langes Sitzen. Wundheitsschmerz, Schneiden und Ziehen in der linken Leiste, später in der rechten. Äußerst unangenehmes Kribbeln über das ganze Abdomen, beträchtliche Zeit andauernd; auch eine Art Zittern der Bauchdecke. Bauchwandhernie, bei anämischen Patienten.
Säuglinge, Sickern einer serös-blutigen Flüssigkeit aus dem Nabel bei Calc.-phos. Sickern einer serös-blutigen Flüssigkeit aus dem Nabel bei Säuglingen.
Rektum und StuhlJucken von Rektum und Anus, besonders abends Calc.-phos.Jucken von Rektum und Anus ist charakteristisch, besonders abends. Ein Beispiel aus Schréters Prüfung: „Jucken, Kitzeln, Prickeln im Mastdarm mit dem Bedürfnis, ihn stark einzuziehen, nachdem er den ganzen Tag keinen Stuhl hatte; abends im Bette.“ Auch Rektum, Schneiden und Stechen im Calc.-phos.Schneiden und Stechen im Rektum wird verspürt, oder ein Wundheitsschmerz im After Calc.-phos.Wundheitsschmerz im After, der abends, besonders beim Gehen, auftauchen kann, oder auch morgens beim Aufstehen.
Während der Prüfungen wurden bereits bestehende Hämorrhoiden viel schlimmer; sie traten vor und bereiteten starke Schmerzen, die von schneidender, wühlender und juckender Art waren; auch wundschmerzend und pochend; mit Blutabgang, besonders nach Stuhl, oder Aussickern einer gelben Flüssigkeit. Kent schreibt, der Schmerz könne so stark sein, dass der Patient wochenlang im Bett bleiben muss; schlimmer durch Stehen, Gehen, Berührung; besser durch Hitze; kehrt jedes Mal wieder, wenn das Wetter kalt wird.
Kleiner Furunkel, in der Nähe des Anus Calc.-phos.Furunkel in der Nähe des Anus, nach rechts hin, sehr schmerzhaft; kann nicht sitzen, muss stehen oder auf der linken Seite liegen; Sekretion von Blut oder Eiter, eine schmerzlose Fistel bleibt zurück (bei zwei Prüfern beobachtet). Analfistel, im Wechsel mit Brustsymptomen Calc.-phos.Analfistel im Wechsel mit Brustsymptomen, etwa Husten mit schmerzendem, trockenem Hals und dumpfem Wehtun in der Brust; oder bei Personen, denen jeder Wetterumschwung Schmerzen in allen Gelenken bereitet.
Reichlicher Windabgang, häufig stinkend. Eine Disposition zum Wurmbefall bei anämischen, kränkelnden Personen kann durch Calcium phosphoricum geheilt werden.
Der Patient bekommt heftigen Durchfall von saftigem Obst oder Speiseeis, auch von Apfelwein oder kaltem Wasser. Ärger kann ebenfalls Diarrhö auslösen, und Stühle, durchfällige, mit viel Windabgang Calc.-phos.durchfällige Stühle mit viel Windabgang zeigen sich während der (ersten) Zahnung oder im Zusammenhang mit Schulkinder-Kopfschmerzen.
  • Dünnflüssige Stühle, die viele kleine weiße Punkte oder Flocken enthalten. Grüne, durchfällige Stühle bei Kindern, manchmal schleimig; oder wässrige, sehr heiße Stühle; oder weiß und breiig. Durchfällige Stühle, durchfällige, oft sehr übelriechend Calc.-phos.Stühle sind oft sehr übelriechend.

  • Diarrhö im Wechsel mit Hautausschlägen. Morgens ausgiebiger weicher Stuhl; beim Abwischen gleich neuer Stuhldrang, worauf noch eine unbedeutende Menge abging.

  • Auch Verstopfung findet sich bei dieser Arznei, besonders bei älteren Menschen: harter Stuhl mit Blut, einhergehend mit Niedergeschlagenheit, Schwindel und Kopfweh.

  • Nach dem Abendessen Druck im Rektum, mit Stuhlgang; zuerst hart, dann dünnflüssig.

HarnorganeDie Blase ist Blase schwach und reizbar Calc.-phos.schwach und reizbar, mit öfterem und dringendem Bedürfnis, Wasser zu lassen, oft und dringend Calc.-phos.Bedürfnis, Wasser zu lassen, häufiger Abgang kleiner Mengen von hellem, blassem Urin. Solche Zustände sind mit viel Schmerz und Unwohlsein verbunden; sie werden ausgelöst oder verschlimmert, wenn man sich Kälte und Nässe aussetzt. Aber auch: Häufiger, Harnabgang, reichlich, mit Schwäche, Abgeschlagenheit Calc.-phos.reichlicher Harnabgang, mit Schwäche und Abgeschlagenheit. Calcium phosphoricum kann bei Bettnässen mit allgemeinem Schwächezustand angezeigt sein; außerdem bei Glykurie in Diabetes-mellitus-Fällen, wenn die Lungen in Mitleidenschaft gezogen sind. Bei Männern ist Erschlaffung und Schwäche der Genitalien nach dem Wasserlassen beobachtet worden.
Dunkler Urin, wärmer als gewöhnlich und von durchdringendem Geruch; dunkelgefärbt, heiß, wie starker Tee riechend.
Ein Prüfer (Cate) hatte einige Stunden lang keine Gelegenheit, Wasser zu lassen; dabei verspürte er wachsende Schmerzen in Blase und Prostata. Als er schließlich urinierte, kam nur ein dünner Strahl, und die Miktion nahm beträchtliche Zeit in Anspruch. Als sie beendet war, spürte er einen erheblichen Wundheitsschmerz in der Blase, worauf wiederum häufiges Harnen folgte.
Schmerzhafte Empfindung im Blasenhals, ähnlich dem Gefühl, wenn der Harnstrahl plötzlich unterbrochen wird. Bei Frauen kommt ein Blase, Aufwärtsziehen in der B. beim Urinieren Calc.-phos.Aufwärtsziehen in der Blase beim Urinieren vor, und nach dem Wasserlassen ist ein Drücken und Schneiden in der Blase berichtet worden. Drückender Schmerz in der Blase, einseitig (links oder rechts); ebenso Schneiden in der Blase vor dem Wasserlassen.
Schneiden und Stiche in der Harnröhre sind in den Prüfungen häufig registriert worden; auch beim Wasserlassen, öfter aber „außer dem Harnen“. Ein auffälliges, mehrfach aufgetretenes Symptom eines männlichen Prüfers (Schréter): „Beim Urinieren dehnt sich die Harnröhre, dehnt sich stark aus, schwillt an und wird hart, und dabei Brennen, beim Urinieren Calc.-phos.Harnröhre stark aus, schwillt an und wird hart, und dabei Brennen; gegen Abend.“ Dieses Prüfungssymptom dürfte die Basis für die Indikation „chronische Verhärtung der Harnröhre“ und für Herings Symptom „Erektion, schmerzhaft, mit Brennen in der Harnröhre und Spannen im Penis, abends“ abgegeben haben. Bei demselben Prüfer war die Harnröhrenmündung etwas entzündet und verklebt; nach dem Harnen spritzte noch einmal eine Quantität Urin nach.
Nierengegend, Schmerz in der N. beim Heben, Graben, Schneuzen Calc.-phos. aufschreitSchmerz in der Nierengegend beim Heben, Graben, Schnäuzen, oft so heftig, dass der Patient laut aufschreit.
Männliche GenitalienDas sexuelle Begehren ist oft vermehrt, aber das Verlangen nach Geschlechtsverkehr kann auch vermindert sein – infolge der allgemeinen Schwäche des Calcium-phosphoricum-Organismus. Morgens kann das Koitusverlangen besonders stark sein, „verbunden mit sehr ungewöhnlichem Orgasmus“, wie es in Herings Prüfung heißt. Darauf folgte dort allgemeines Wohlbefinden, mit gutem Appetit auf das Frühstück und mehr Lust zum Arbeiten als zuvor. Andererseits ist auch von Schwäche in den Füßen nach dem Koitus Calc.-phos.Schwäche in den Füßen nach dem Koitus berichtet worden, ähnlich wie bei CALCIUM CARBONICUM. Nachts 1 Uhr eine starke Pollution, starke, mit einem wollüstigen Traum Calc.-phos.Pollution mit einem wollüstigen Traum, als übe er mit seiner Gattin den Beischlaf aus. Beim längeren Fahren starke Erektionen ohne Wolllustgefühl.
Nach Miktion oder Stuhlgang sind die Genitalien, erschlafft, schwach, nach Miktion oder Stuhlgang Calc.-phos.Genitalien erschlafft und schwach. Calcium phosphoricum hat Kent zufolge zahlreiche Fälle chronischer Gonorrhö, chronische Calc.-phos.Gonorrhö geheilt, bei denen Ausfluss bestand und scharfe Schmerzen in der Harnröhre und der Prostata auftraten. Weißes Sekret aus der Harnröhre bei anämischen Patienten. Eine schießende Empfindung durch das Perineum hindurch in den Penis. Schießende Empfindung in Peniswurzel und Blase. Geschwulst der Hoden. Hodensack wund, seröse Flüssigkeit absondernd; feucht, schweißig; juckend, es entstehen Pickel.
Weibliche GenitalienBei Frauen ist das sexuelles Verlangen oft gesteigert Calc.-phos.sexuelle Verlangen oft gesteigert, manchmal bis ins Unersättliche, sodass die Patientin darunter leidet, besonders vor der Menstruation, sexuelles Verlangen gesteigert vor der Calc.-phos.Menstruation. Erektion der Klitoris mit sexuellem Verlangen kommt auch nach dem Wasserlassen vor. Ein Prüfungssymptom ist ein „wollüstiges Gefühl, als ob alle weiblichen Organe sich mit Blut füllten; sie spürt Pulsieren in den weiblichen Genitalien Calc.-phos.Pulsieren in all diesen Teilen, bei gesteigertem sexuellem Verlangen.“
Die Monatsblutung kommt bei Mädchen oft zu früh wieder, mit viel hellrotem Blut; bei erwachsenen Frauen setzt sie eher zu spät ein (manchmal um Wochen verspätet), mit dunkelrotem Blutfluss. Es sind auch Fälle mit zuerst hellroter, dann dunkler Blutung beobachtet worden. Dunkle Monatsblutungen, dunkle, bei rheumatischen Erkrankungen Calc.-phos.Monatsblutungen finden sich besonders oft bei Frauen mit rheumatischen Erkrankungen.
Calcium phosphoricum kann häufig bei Dysmenorrhö Calc.-phos.Dysmenorrhö helfen, besonders bei jungen Mädchen, und dies ist auch der Hauptgrund für Kents Urteil: „Die Frau hat keinen besseren Freund als Calcium phosphoricum.“ Extreme, wehenartige Schmerzen Calc.-phos.wehenartige Schmerzen, die häufig vor Beginn der Monatsblutung einsetzen, begleiten oft die Menses. „Heftige Krämpfe im Uterus und in den Leisten, einige Stunden bevor die Menstruation einsetzt Calc.-phos.Krämpfe im Uterus und in den Leisten, einige Stunden bevor die Menstruation einsetzt, gelindert, nachdem die Blutung voll da ist“ (Kent). Der Schmerz ist so stark, dass sie laut schreien muss, und es geht ihr so schlecht, dass sie im Bett bleiben muss. Eine Uterus, schmerzhafte Empfindung von Abwärtsdrängen des Calc.-phos.schmerzhafte Empfindung von Abwärtsdrängen des Uterus, als ob er heraustreten wollte, ist ein häufiges Symptom vor den und während der Menses. Die schmerzhaften Menses können seit einer Erkältung bei der ersten Monatsblutung bestehen, und es kommt vor, dass die Patientin dann bis zum Klimakterium unter Menstruationsbeschwerden leidet (wenn sie nicht die heilende Arznei bekommt).
Weitere Symptome in Verbindung mit der Menstruation:
  • Vor der Regel: Kopfweh drei bis sieben Tage zuvor; Kneifen und Rumoren in den Eingeweiden; stechende Schmerzen in der linken Kopfseite; Ausfluss, mit Schläfrigkeit tagsüber. Calcium phosphoricum ist erfolgreich beim prämenstruelles Syndrom Calc.-phos.prämenstruellen Syndrom eingesetzt worden, mit extremer Reizbarkeit, extreme Calc.-phos.Reizbarkeit, geschwollenen Augenlidern, aufgeblähtem Bauch, wunden Brüsten, Schweregefühl des Uterus, Kreuzschmerz, scharfem Schmerz im Rektum und einer Unzahl anderer Symptome.

  • Während der Menstruation: Schwindel und Pochen in der Stirn, das Blut strömt zum Kopf; pochendes Kopfweh; Druck über dem Schambein; Appetitlosigkeit; Bauchweh und Durchfall; schießende Rückenschmerzen; Abgeschlagenheit der Beine; Übermüdung; fühlt sich beim Treppensteigen über und über steif; Brennen in Vagina und Uterus.

Eiweißartige Leukorrhö, eiweißartige Calc.-phos.Leukorrhö, Tag und Nacht, schlimmer morgens nach dem Aufstehen, von Leukorrhö, von süßlichem Geruch Calc.-phos.süßlichem Geruch; Leukorrhö, verstärkt beim Stuhlgang Calc.-phos.verstärkt beim Stuhlgang, weiß und übelriechend. Ausfluss zwei Wochen lang nach der Menstruation, oder von einer Monatsblutung bis zur nächsten.
Während einer Schwangerschaft Mattigkeit in allen Gliedern; schmerzende Brüste: kneifende, schießende, brennende Schmerzen, berührungsempfindlich; Brustwarzen schmerzend, wund.
Blutungen während der Stillphase. Die Muttermilch ist Muttermilch wäßrig und dünn Calc.-phos.wässrig und dünn, oder sie hat einen Muttermilch, salziger Geschmack, sodass das Kind sie nicht trinken will Calc.-phos.salzigen Geschmack, sodass das Kind sie nicht trinken will.
Es besteht eine Neigung zu Uterusverlagerungen Calc.-phos.Uterusverlagerungen, oft in Kombination mit rheumatischen Schmerzen. Schwäche und Schmerzen in der Uterusregion mit Neigung zum Prolaps, schlimmer während des Abgangs von Stuhl, Urin oder Menstruationsblut. Drücken, Ziehen und Wundheitsgefühl, Gefühl als ob die Menses einsetzen wollten Calc.-phos.als ob die Menses einsetzen wollten; Wundsein, Schmerz, Drücken in Uterus und Vagina; Hitzewallungen in den Lenden; Mattigkeit vom Treppensteigen; Schmerzen von der rechten Leiste in die linke Hüfte. Pochen, Stechen, Kribbeln, Wundheitsschmerz oder Drücken in den Genitalien, nach oben in die Schamfuge, nach unten zu den Oberschenkeln ziehend. Aufwärtsdrücken, Pochen u. ä. Empfindungen über dem Schamberg.
Morgendliches Wehtun im Uterus; Uterusschmerzen bei naßkaltem Wetter Calc.-phos.Uterusschmerzen bei nasskaltem Wetter. Gebärmutterhals und Muttermund sind geschwollen, rot, schmerzhaft.
Brennen in der Vagina, mit Schmerzen auf beiden Seiten von Blase und Gebärmutter; Brennen wie Feuer bis in die Brust hinauf. Vagina, Wehtun in der V. nach Nasenbluten Calc.-phos.Wehtun in der Vagina nach Nasenbluten. Vagina, Schmerzen ziehen vom Bauch, besonders vom Nabel, zur V. Calc.-phos.Schmerzen ziehen vom Bauch, besonders vom Nabel, zur Vagina.
Äußerer Hals und RückenDie Hals- und Nackengegend, empfindlich Calc.-phos.Hals- und Nackengegend ist ein äußerst empfindlicher Bereich bei Calcium phosphoricum, und er gehört auch zu den ersten Körperregionen, die angegriffen werden.
  • Der Hals ist oft Hals schwach und dünn Calc.-phos.schwach und dünn, sodass Kopfwackeln vorkommen kann. Nacken, nach einem leichten Zugwind heftig rheumatisch ziehende Schmerzen im N. Calc.-phos.Nach einem leichten Zugwind heftig rheumatisch ziehende Schmerzen im Nacken mit einer Art Steifheit und mit Benommenheit im Kopf. Die Steifheit wird oft begleitet von einem Verlangen, das Genick ‚knacken zu lassen Calc.-phos.Verlangen, das Genickknacken zu lassen“, was jedoch nur momentane Linderung bringt. Krampfartige Schmerzen im Nacken, erst auf der einen, dann auf der anderen Seite.

  • Schmerz in der Zervikalregion, Schmerz in der Z., der sich zum Kehlkopf erstreckt Calc.-phos.Zervikalregion, der sich zum Kehlkopf erstreckt, welcher bei Berührung sehr schmerzt. Im Sitzen Nacken, spürt Pulsschlag im Calc.-phos.spürt er den Pulsschlag im Nacken und in der linken Brust.

  • Schmerzen und Wehtun in und nahe, zwischen und vor allem unter den Schulterblättern, pochend, ruckend.

  • Schmerz wie geprellt auf beiden Seiten der Brust- und Lendenwirbelsäule, Schmerz auf beiden Seiten, wie geprellt Calc.-phos.Brust- und Lendenwirbelsäule, in der zweiten Nachthälfte und morgens, der nach Bewegung verschwand. Heftige Kreuzschmerzen, heftige, bei der geringsten körperlichen Anstrengung Calc.-phos.Kreuzschmerzen bei der geringsten körperlichen Anstrengung; manchmal so schlimm, dass er schreien musste; auch durch Erschütterungen (Schnäuzen usw.); besonders in der Nierengegend.

  • Scharfer Schmerz in der Lendenwirbelgegend und am oberen Ende des Kreuzbeins, gefolgt von Wundheit.

  • Taubheit von Kreuz und Beinen Calc.-phos.Taubheit von Kreuz und Beinen. An der Wundheitsgefühl an der sakroiliakalen Symphyse Calc.-phos.sakroiliakalen Symphyse Wundheitsgefühl, als wäre sieauseinandergegangen“.

  • Wunde, drückende, reißende und schießende Schmerzen im Steißbein; besonders durch Berührung oder Druck.

  • Ziehen im Rücken und in den Gliedern, mit Gähnen, Strecken, Rückwärtsbeugen; schlimmer abends und morgens.

  • Rückenschmerzen, durch Mangel an Muskelkraft, bei jungen Mädchen Calc.-phos.Rückenschmerzen, wenn bei jungen Mädchen in der Wachstumsphase ein Mangel an Muskelkraft besteht; mit Fehlbildung der Wirbelsäule; Krümmung der Brustwirbelsäule nach links. Rückenschmerzen mit Uterusschmerzen; Rückenschmerzen, als ob die Regelblutung einsetzen wollte. Gefühl, als ob ein elektrischer Schlag die Wirbelsäule entlangliefe.

Extremitätenrheumatische Schmerzen in allen Gliedern durch kaltes und nasses Wetter Calc.-phos.Rheumatische Schmerzen in allen Gliedern durch kaltes und nasses Wetter; für gewöhnlich verschlimmert Bewegung. Am stärksten betroffen sind die Gelenke; Schmerzen in allen Gelenken, am meisten auf der linken Seite.
  • Gichtige Finger und Zehen werden bei kaltem Wetter schmerzhaft. Wehtun und extreme Abgeschlagenheit aller Glieder. Steifheit nach Ruhe, auch morgens.

  • Wehtun in den Knochen, wie Wachstumsschmerzen.

  • Wundheitsschmerz um die Sehnenscheiden Calc.-phos.Wundheitsschmerz um die Sehnenscheiden, sowohl beim Strecken als auch beim Beugen.

  • Rheumatische Schmerzen und Lähmungssymptome befallen tendenziell die Strecker, stärker befallen als die Beuger Calc.-phos.Strecker stärker als die Beuger.

    • Lahmheitsgefühl der Flexoren; Streckmuskeln, plötzliches Wehtun der S. in allen Gliedern Calc.-phos.plötzliches Wehtun der Streckmuskeln in allen Gliedern.

    • Rheumatischer Schmerz im Oberarm nahe beim Schultergelenk; kann den Arm nicht heben.

    • Rheumatische Schmerzen in Schulter und Arm, auch mit Anschwellen des erkrankten Körperteils und fiebriger Hitze. Alle Knochen des Arms schmerzen, besonders die der Daumen, Schmerzen in den Knochen der Calc.-phos.Daumen.

  • In Butes Prüfung trat eine Lähmung des ganzen linken Arms auf.

  • Harte bläuliche Knoten unter dem Arm, nässend und schuppend, nach unterdrückter Krätze.

  • Dumpfe Schmerzen in den Armen, Schmerzen in den Armen, erst links, dann rechts Calc.-phos.erst links, dann rechts; von den Schultern bis zu den Fingern, vom Schlüsselbein bis zum Handgelenk; schlimmer durch Wetterwechsel. Die Ellenbogen, Kondylen der E. neigen zum Anschwellen Calc.-phos.Kondylen der Ellenbogen neigen zum Anschwellen.

  • Schießen durch die Ellenbogen, meist erst links, dann rechts. brechende Schmerzen in den Unterarmknochen Calc.-phos.Brechende Schmerzen in den Unterarmknochen.

  • Calcium phosphoricum ist eines unserer Hauptmittel beim Karpaltunnelsyndrom Calc.-phos.Karpaltunnelsyndrom. Beide Hände können befallen sein, was bei diesem Syndrom recht selten ist. Die Hände werden schwach, lassen Dinge fallen.

  • Handgelenk, Schmerz im H., mit Lahmheit wie zerschlagen Calc.-phos.Schmerz im Handgelenk, mit Lahmheit wie zerschlagen; krampfartige Schmerzen, wenn es bewegt oder belastet wird; Taubheit, die sich nach oben ausbreitet; brennender Schmerz. Alle Daumengelenke wie verrenkt oder verstaucht.

  • Schmerzen in den Fingern der rechten Hand beim Schreiben, abends; Schreibkrampf Calc.-phos.Schreibkrampf. Krampfhafte Bewegungen der Daumen. Geschwürschmerzen in den Nagelwurzeln, besonders am Mittelfinger Calc.-phos.Geschwürschmerzen in den Nagelwurzeln, besonders am Mittelfinger. Wunde Fingerspitzen, wunde Calc.-phos.Fingerspitzen.

  • Die unteren Extremitäten sind besonders stark betroffen, mit reißenden, schießenden, rheumatischen Schmerzen usw. Kent meint, wahrscheinlich bestehe der Grund darin, dass die Glieder, untere Gliedmaßen bis zum Knie hinauf immer kalt Calc.-phos.unteren Gliedmaßen bis zum Knie hinauf immer kalt sind und dass bei diesem Arzneityp immer die kalte Körperteile leiden am meisten Calc.-phos.kalten Körperteile die sind, die am meisten leiden.

  • Glieder, Schweregefühl, Abgeschlagenheit und Steifheit, besonders während der Menstruation oder einer Schwangerschaft Calc.-phos.Schweregefühl, Abgeschlagenheit und Steifheit zeigen sich ebenfalls stärker an den Beinen als an den Armen, besonders während der Menstruation oder während einer Schwangerschaft.

  • Taubheit Calc.-phos.Taubheit, Einschlafen und Kribbeln verschiedener Körperteile, besonders der Gesäßbacken. Dieses Gefühl erstreckt sich nach oben bis zum Kreuzbein oder nach unten bis zu den Fußsohlen. Es kann im Sitzen aufkommen, nach dem Aufstehen vom Sitzen oder durch Fahren im Wagen. Es kann von einer eigentümlichen Unruhe in den Beinen Calc.-phos.Unruhe in den Beinen begleitet sein. Schréters Prüfung rief das folgende Symptom hervor: „Einschlafen der Gesäßmuskeln mit Unruhe in den Unterschenkeln, er muss sie immer bewegen, die Lage wechseln, dabei ein Ängstlichkeitsgefühl, er möchte aus dem Wagen springen, wendet er sich auf die rechte Seite halb liegend, so schmerzt der Nervus ischiadicus wie gedrückt und (er) muss sich gerade setzen (beim längeren Fahren nachts).“ Lahmheit in den Gesäßbacken, wie zerschlagen; nach einem Sturm alle Arten von Schmerzen mit Wundheitsgefühl, vor allem von rechts nach links gehend, aber wechselnd; am stärksten auf der rechten Seite. Stechende, brennende, juckende Empfindungen an kleinen Stellen des Gesäßes, es entwickeln sich nässende Hautblüten, die Schorfe bilden und nach dem Kratzen weiter jucken.

  • Calcium phosphoricum kann bei Koxarthrose nützlich sein.

  • Wehtun und Wundheitsschmerz der Oberschenkel, wie zerschlagen, mit Schmerzen im Kreuzbein. Scharfe Schmerzen in den Sehnen an der Innenseite der Oberschenkel, stärker beim Gehen.

  • Spannendes Ziehen in der Kniekehle Ziehen, Kniekehle, beim Aufstehen und beim Ausstrecken des Fußes, als wären die Sehnen zu kurz Calc.-phos.beim Aufstehen und beim Ausstrecken des Fußes, als wären die Sehnen zu kurz; durch längeres Gehen gemildert.

  • Knieschmerzen: wie verrenkt oder verstaucht, wie wund, bohrend; schlimmer beim Gehen oder beim Ausstrecken des Beins. Chronische Kniegeschwulst; Hygroma patellae.

  • Die Knochenschmerzen der Untergliedmaßen machen sich am meisten im Schienbein, Knochenschmerzen im Calc.-phos.Schienbein bemerkbar. Im linken Unterschenkel, im linken U. brechende Knochenschmerzen wie zerschlagen Calc.-phos.Unterschenkel brechende Knochenschmerzen wie zerschlagen.

  • Wadenkrämpfe, ziehender, reißender, schießender Schmerz; Krampf an einer kleinen Stelle innen, beim Gehen.

  • Zusammenziehen um die linke Wade herum, als wäre er dort gebunden.

  • Sprunggelenke wie verrenkt Calc.-phos.Sprunggelenke wie verrenkt; sie neigen zur Schwäche und sind verletzungsanfällig. Geschwüre am Knöchel Calc.-phos.Geschwüre am Knöchel; fistelartige Öffnungen, Knöchel Calc.-phos.fistelartige Öffnungen.

  • Aus Herings Prüfung: „Alter Gichtschmerz im großen Zeh, mit Neigung, die Gelenke knacken zu lassen Calc.-phos.Neigung, die Gelenke knacken zu lassen, was er aber nicht tat.“ Schmerzen im großen Zeh, wie ein Krampf, oder Wehtun im Bereich der Nagelwurzel Calc.-phos.Wehtun im Bereich der Nagelwurzel, erst rechts, dann links.

SchlafDen ganzen Tag sehr müde; unwiderstehliche Schläfrigkeit, unwiderstehliche Calc.-phos.Schläfrigkeit, besonders vormittags, ständiges Gähnen und Strecken, auch mit Schweiß im Gesicht Calc.-phos.Schweiß im Gesicht; Gähnen mit Tränen in den Augen und Benommenheit des Kopfes. Schläfrigkeit vor der Monatsblutung. Morgen, kann am frühen Morgen nicht wach werden Calc.-phos.Kann am frühen Morgen nicht wach werden. Ein Symptom aus Schréters Prüfung: „Des Morgens zeitig erwacht mit Erektionen ohne Wollustgefühl, darauf verfiel er in Schlummer, in dem er alles hörte, sich aber nicht ermuntern konnte, und von Reisen träumte, wobei lauter Hindernisse eintraten.“ Der Nachtschlaf hingegen ist oft gestört. Kann nicht einschlafen, muss sich hin- und herwenden, es juckt ihn am Körper, legt sich öfters auf den Bauch, schläft erst nach 2 Uhr morgens ein.
Sehr lebhafte Träume von Reisen CAlc.-phos.Träume: von Reisen; vom Wiedersehen alter Bekannter; von Begebenheiten des vergangenen Tages; von Räubern oder einer Armee von Katzen; von Gefahren (jedoch ohne Angst); von Feuer (aber ohne viele Flammen). Erwacht mit Aufschrecken aus Schreckträumen. Kinder schreien im Schlaf.
FieberCalcium-phosphoricum-Patienten neigen im Allgemeinen zum Frösteln Calc.-phos.Frösteln; sie frieren leicht und bekommen oft Beschwerden von Verkühlung oder Naßwerden Calc.-phos.Beschwerden von Verkühlung oder Nasswerden. Es überläuft sie oft kalt; Kälte-, Kribbel- und Taubheitsempfindungen bei Schmerzen. Fröste laufen den Rücken hinauf oder herunter. Aber auch: Hitze im Kopf, die bis zu den Zehen herabläuft. Der untere Teil des Körpers ist fast immer kalt, aber das Gesicht kann heiß sein. Frost morgens nach dem Anziehen; Schüttelfröste, wenn man ins Freie geht.
Reichliche Nachtschweiße; partielle Schweiße (Kopf und Hals); Schwitzen weckt aus dem Schlaf. Profuse Schweiße bei Tuberkulose. Schweiße, kalte, bei kaltem Körper Calc.-phos.Kalte Schweiße, bei kaltem Körper. Emotionen können Schweißausbrüche auslösen: Schweiß, durch schlechte Nachrichten; Traurigkeit Calc.-phos.schlechte Nachrichten; Traurigkeit.
HautDie Haut hat oft eine schmutzigweiße oder auch dunklere (braune) Färbung; manchmal auch leicht gelblich. Trockene Haut, mit trockenen, schuppigen Hautaffektionen, trockene, schuppige Calc.-phos.Hautaffektionen; Ekzem bei Anämie. Jucken und Brennen überall auf der Haut. Aus Schréters Prüfung: „Nach einem kalten Flussbade ganz krebsrot am Körper mit Beißen und Prickeln wie von Brennesseln.“
Calcium phosphoricum kann bei Geschwürbildungen Calc.-phos.Geschwürbildungen von Nutzen sein: Exulzerationen alter Narben, z. B. nach einer Amputation; Geschwüre, die sich aus Furunkeln entwickeln. Geschwüre, die durch fortgesetzte äußerliche Anwendungen (z. B. Senfpackungen) entstehen; fistelnde Geschwüre an den Knöcheln.
Hautausschläge treten oft an Hautausschläge an verletzten Körperteilen Calc.-phos.verletzten Körperteilen auf. Akne bei Jugendlichen, besonders bei Mädchen.Haut, Jucken und Brennen überall auf der Calc.-phos.

Calcium silicium

Essenzielle Merkmale
Calcium silicium sollte in Fällen angewandt werden, die nach CALCIUM CARBONICUM oder SILICEA aussehen, wo diese Mittel aber nicht wirken. Es handelt sich um ein sehr tief wirkendes Mittel, das einen profunden Einfluss auf Haut, Schleimhäute, Gelenke, Drüsen und Lymphknoten ausübt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Calcium silicium häufig in Fällen von schwerer Akne, schwere Calc.-sil.Akne, schwerer Verstopfung, schwere Calc.-sil.Verstopfung, Arthritis, Gicht und Angstneurosen angezeigt ist. Kent zufolge hat das Mittel auch Epitheliom und Lupus geheilt, und es hat einen guten Ruf bei Cornea, Absorption von Exsudaten der Calc-sil.Exsudaten der Cornea, deren Absorption es fördert. Auch Atrophie bei Kindern Calc.-sil.Atrophie bei Kindern kann eine Indikation für Calcium silicium sein. Kinder, die diese Arznei benötigen, sind typischerweise unterernährt, aus-gemergelt, fröstelig und schwitzen stark. Typische Krankheitsprozesse, die bei Calcium silicium zu erwarten sind, sind unter anderem Geschwüre und Abszesse mit Geschwüre mit scharfkantigenen, gestanzten Rändern Calc-sil. nscharfkantigen, wie ausgestanzten Rändern und dicker, grünlich-gelber Eiterabsonderung. Ebenso katarrhalische Erkrankungen mit grünlich-gelbem Auswurf; rezidivierende Bronchitis; chronische Sinusitis. Eine wichtige Kategorie von Beschwerden in Calcium-silicium-Fällen besteht in Beschwerden durch unterdrückten Schweiß Calc.-sil.Beschwerden durch unterdrückten Schweiß. Diese Menschen neigen zu starkem Schwitzen, aber der Schweiß wird durch Zugluft oder Kälte leicht gehemmt, mit der Folge, dass die Symptome allgemein schlimmer werden und der Patient steif und lahm werden kann.
Physische und psychische Zerbrechlichkeit
Wenn man jedoch das Arzneibild in seiner Gesamtheit betrachtet, fällt als Erstes die tiefe Müdigkeit, große Calc.-sil.Müdigkeit und Schwäche auf, an der ein Calcium-silicium-Patient den ganzen Tag hindurch leidet. Der Patient hat keine Energie, irgendetwas zu tun, jede Anstrengung verschlimmert die Symptome und die Müdigkeit. Kein Wunder, dass eine ausgeprägte Abneigung gegen jegliche Anstrengung, besonders körperliche Calc.-sil.Abneigung gegen jegliche Anstrengung, besonders körperlicher Art besteht. Diese Schwäche und Abgespanntheit führt dazu, dass der Patient sich häufig hinlegen muss, und Liegen bessert Calc.-sil.Liegen bessert den Allgemeinzustand, die Schwäche und eine Reihe anderer Symptome (wie bei MANGANUM-Fällen). Wenn er eine Weile gelegen hat, scheint es dem Patienten sehr gut zu gehen, aber sobald er anfängt herumzulaufen, kommt die Mattigkeit zurück, und er muss sich erneut hinlegen. Calcium silicium ist ein tuberkulinisches Mittel wie manganumMANGANUM und STANNUM; so stark wie bei STANNUM ist die Müdigkeit jedoch nicht.
Der Calcium-silicium-Mensch ist fragil Calc.-sil.schwach und Schwäche Calc-sil.fragil, leicht einzuschüchtern, er hat kein Selbstvertrauen, kein Calc.-sil.Selbstvertrauen, ist schüchtern und mutlos, mit vielen Ängste, viele Calc-sil.Ängsten. Sein Gemüt ist ständig beunruhigt von allerlei Sorgen und kleinen Dingen; voller Angst um seine Gesundheit Calc.-sil.Angst um seine Gesundheit, macht sich Sorgen um Familienangelegenheiten, macht sich Calc.-sil.Sorgen um Familienangelegenheiten oder Geldprobleme. Dies ist das allgemeine Bild des konstitutionellen Typs. Die physische und psychische Zerbrechlichkeit findet ihre Entsprechung in der Körperstruktur: das einzig Harte am ganzen Körper scheinen die Nägel zu sein, aber sie sind nicht stark oder kräftig, sondern neigen vielmehr zum Brechen, zum Splittern oder zu sehr langsamem Wachstum (vergleiche SILICEA).
Ängste
Die Angst um die Gesundheit von Calcium silicium sieht wie eine Kombination der Ängste von CALCIUM CARBONICUM und SILICEA aus, hat aber eine Eigentümlichkeit: die Ängste treten meist nachts im Bett auf Calc.-sil.Ängste treten meist nachts im Bett auf. Der Patient kann die ganze Nacht mit vielen Ängsten wachliegen, wie z. B. dass er Furcht, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden Calc.-sil.an einer unheilbaren Krankheit leidet, dass er einen Gehirntumor hat und nie mehr gesund werden wird. Während der Nacht, sogar im Schlaf scheint der gesamte Organismus extrem sensibilisiert zu sein für Ängste, Furcht, Schrecken usw. Calcium-silicium-Menschen schreien im Schlaf oder schrecken auf, und sie können auch im Schlaf weinen. Wenn sie dann wach werden, können sie sich oft kaum davon abhalten, in Schluchzen auszubrechen vor lauter imaginären Ängsten und Sorgen; sie sitzen da und weinen stundenlang. Sie haben viele Alpträume, furchtbare, schreckliche Träume, Träume vom Tod, von Krankheit, von Mord usw. Morgens beim Erwachen sind sie oft ängstlich und irgendwie erschrocken, ohne auch nur zu ahnen, warum. Geistige Anstrengung kann ebenfalls Angstzustände hervorbringen; eingebildete Ängste und Kümmernisse, eingebildete, nach geistiger Anstrengung Calc.-sil.Ängste und Kümmernisse nach geistiger Anstrengung.
  • Zwei interessante Modalitäten: Während Furcht und Angst nachts im Bett am schlimmsten sind, ist der Mangel an geistiger Energie, tagsüber am schlimmsten, abends besser Calc.-sil.Mangel an geistiger Energie tagsüber am schlimmsten und wird in den Abendstunden besser. Am Tag hat der Patient keinen Antrieb, irgendetwas zu tun, er kann regelrecht Abscheu oder Furcht vor Arbeit und jeglicher Anstrengung entwickeln, aber abends steigt sein Energieniveau, der Verstand ist nicht mehr so stumpf, er kann besser denken und sich konzentrieren. Die Ideen, an denen es ihm tagsüber mangelt, sind abends und nachts im Überfluss vorhanden, wie bei SEPIA, MEDORRHINUM und AURUM.

  • Und obwohl geistige Anstrengung, bringt Symptome hervor oder verschlimmert Calc.-sil.geistige Anstrengung oft Symptome hervorbringt oder verschlimmert, geht es dem Patienten doch gleichzeitig merklich besser, wenn er beschäftigt ist Calc.-sil.besser, wenn er beschäftigt ist.

Traurigkeit
Traurigkeit ist ein starkes psychisches Merkmal von Calcium silicium. In manchen Fällen fühlt sich der Patient die meiste Zeit traurig und niedergeschlagen, vor allem tagsüber Calc.-sil.traurig und niedergeschlagen, vor allem tagsüber, ohne ersichtlichen Grund und ohne selbst zu wissen, warum. Die Depression kann so stark werden, dass der Patient unter Umständen sogar eine Suizidneigung entwickelt und den Impuls, zu springen Calc.-sil.Impuls haben kann, zu springen, wenn er sich an einem hochgelegenen Ort befindet oder am Fenster steht. Aufgrund dieser Symptome wird oft AURUM anstelle von Calcium silicium verschrieben, insbesondere weil die Modalitäten „besser am Abend“ und „besser bei Beschäftigung“ auch für AURUM typisch sind.
Unzufriedenheit und Reizbarkeit
Calcium-silicium-Menschen spüren eine tiefe Unzufriedenheit, nichts gefällt ihnen, sie begehren das begehrt das Unerreichbare Calc.-sil.Unerreichbare, wie TUBERCULINUM. Sie versuchen, Gefallen an neuen Dingen zu finden, werden aber schon bald müde und gereizt. Der Ärger und die Reizbarkeit, die sie verspüren, sind oft eine Reizbarkeit infolge geistiger Anstrengung Calc.-sil.Folge geistiger Anstrengung, welche sie auch zornig machen kann. (Margery Blackie bemerkt dazu, dass diese Patienten oft zu schwach sind, um wirklich zornig zu werden, aber wenn es doch geschieht, können sie „wegen nichts“ eine ziemliche Wut entwickeln.) Reizbarkeit, durch Geschlechtsverkehr ausgelöst Calc.-sulph.Geschlechtsverkehr und andere sexuelle Aktivitäten können ebenfalls Reizbarkeit auslösen und die psychischen Symptome verschlimmern. Im Allgemeinen mögen diese Menschen keine Kommunikation, sie reden nicht gerne mit anderen, sie wollen allein bleiben mit ihrer stumpfen Trägheit. In ihrem Zustand von Sorge und Müdigkeit wollen sie sich einfach nur hinlegen. Wenn irgendjemand versucht, sie zu stören, mögen sie das nicht und reagieren gereizt. Sie wollen keine Fragen beantworten, und sie mögen keinen Trost. Sie sind Vorwürfe, überempfindlich gegen Calc.-sil.überempfindlich gegen Vorwürfe, selbst gegen den milden Tadel eines Freundes. Andere Mittel, mit denen Calcium silicium in dieser Hinsicht leicht verwechselt werden kann, sind SEPIA und NATRIUM MURIATICUM.
Intellekt und geistiger Zustand
Der Intellekt von Calcium silicium ist völlig zerrüttet und kann sogar einen Zustand erreichen, der der Alzheimersche Krankheit Calc.-sil.Alzheimerschen Krankheit ähnelt. Anfangs ist es das Gedächtnis, das bei diesen Menschen leidet, sehr schwach wird. Ideenmangel tagsüber, der Patient ist geistesabwesend Calc.-sil.geistesabwesend, die Konzentration fällt schwer, besonders bei Gesprächen, und er neigt dazu, beim Sprechen Fehler zu machen und Worte an die falsche Stelle zu setzen. Die geistige Erschöpfung kann später extreme Ausmaße annehmen und durch eine totale Unfähigkeit gekennzeichnet sein, sich auf das zu konzentrieren, was er gerade liest oder hört. Er ist ganz durcheinander, besonders morgens beim Erwachen und bei jedem Versuch, nachzudenken. Ein solcher Patient kann so vergesslich sein, dass er sich erinnern, kann sich nicht einmal an den gerade gesprochenen Satz e. Calc.-sil.nicht einmal an den gerade gesprochenen Satz erinnern kann. Kent berichtet von einer Patientin: „Sie sitzt lange Zeit an einem Platz, schaut ins Leere und antwortet nicht, wenn sie angesprochen wird.“
Schließlich erfolgt der geistige Zusammenbruch, der Patient gerät in einen Zustand des Delirium und Wahnsinn Calc.-sil.Deliriums und Wahnsinns. Er fängt an, mit Delirium, redet mit Verstorbenen Calc-sil.Leuten zu reden, die schon längst tot sind; er sieht sie, hört ihre Stimmen und antwortet ihnen. Eine Frau glaubte, dass ihr vor langer Zeit verstorbener Ehemann im Nebenzimmer sei, und grämte sich, weil sie nicht zu ihm durfte; sie wollte ihm das Essen bringen und bildete sich ein, dass er verhungern müsse, wenn sie nicht zu ihm könnte. Sie nannte ihren lebenden Sohn bei dem Namen des längst verstorbenen. Es können auch andere Wahnvorstellungen und Schreckensvisionen Calc-sil.Schreckensvisionen auftreten: sieht im halbwachen Zustand unerfreuliche Menschen; sieht Leichen; sieht nachts Hunde. Delirium, murmelt törichtes Zeug Calc.-sil.Murmelt törichtes Zeug; ruheloses Delirium, wandert die ganze Nacht schlaflos in ihrem Zimmer umher.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Der Patient ist schwach, müde und abgemagert Calc.-sil.schwach, müde und abgemagert, kalt und fröstelig Calc.-sil.kalt und fröstelig, Kälte, sehr empfindlich gegen Calc.-sil.sehr empfindlich gegen Kälte.

    • Schwach und abgespannt bei Tag und bei Nacht, muss die ganze Zeit liegen, Liegen, fühlt sich am wohlsten, wenn er im Bett auf dem Rücken liegt Calc.-sil.fühlt sich am wohlsten, wenn er im Bett auf dem Rücken liegt. Dieser allgemeine Schwächezustand ist sehr lebendig beschrieben worden: „Er ist immer so müde“ (Kent); „Mangel an Vitalität, sie sagt, dass sie sich nie ganz wohlfühle, sie habe ein erbärmliches Leben, weil sie immer wie erschlagen sei“ (Blackie). Die Schwäche zeigt sich besonders nach der geringsten Anstrengung, körperlich oder geistig; vom Gehen im Freien. Treppensteigen verursacht Schwäche und lässt den Patienten außer Atem geraten, wie bei CALCIUM CARBONICUM.

    • Extrem empfindlich gegen Zugluft, Kälte Calc.-sil.empfindlich gegen Zugluft; gegen Kälte im Allgemeinen; gegen kalte Luft; gegen nasskaltes Wetter; gegen Aufdecken. Er scheint sich ständig zu erkälten, scheint kaum fähig, den Winter zu überstehen, aber im Sommer geht es ihm wesentlich besser. Viel Zittern am ganzen Körper. Beschwerden von plötzlicher Unterdrückung des Schweißes durch Zugluft oder Kälte. Kaltes Essen, Verschlimmerung durch kalte Milch Calc.-sil.kalte Milch und kalte Getränke verschlimmern viele Beschwerden. Abneigung gegen und Baden, kaltes, Abneigung gegen und Verschlimmerung durch Calc.-sil.Verschlimmerung durch Baden, insbesondere kaltes Baden, ist ein Leitsymptom (Kent beobachtete es bei einem Prüfer, der sonst immer gern kalt gebadet hatte). Aber trotz des allgemeinen Mangels an Lebenswärme und des Wärmeverlangens tritt eine entschiedene Verschlimmerung bei Überhitzung Calc.-sil.Verschlimmerung bei Überhitzung ein. Neigung zu Kopfkongestionen; das Blut scheint vom Rumpf zum Kopf zu schießen, mit starken Hitzewallungen.

  • Nach Pahuds Erfahrung ist eine länger anhaltende Eiterung des Nasopharynx bei frösteligen Leuten mit Fußschweiß Calc.-sil.Eiterung des Nasopharynx bei frösteligen Leuten mit Fußschweiß ein Hinweis auf Calcium silicium (Klassische Homöopathie, 1959).

  • Die Funktion von Organen und Drüsen ist träge und oft stark beeinträchtigt. Anschwellen von Drüsen und Lymphknoten, mit Härte. Neigung zu Krampfadern.

  • Berührung verschlimmert an vielen Körperstellen; Grauen, Berührung, vor Calc-sil.es graut ihm vor Berührung; Knochen schmerzen bei Berührung. Überall schmerzempfindlich; extrem empfindlich gegen Erschütterung in allen inneren Organen.

  • Viele Taubheitsgefühle, besonders in den Körperteilen, auf denen er liegt, und in schmerzenden Körperteilen.

  • Die Schleimhäute bluten leicht; Blutungen aus Hals, Nase, -Lungen.

  • Es besteht eine Krampfneigung, die sich in der Kontraktion von Körperöffnungen äußert; Muskelzuckungen.

  • Pulsieren überall am Körper – innerlich und äußerlich.

  • Periodizität Calc.-sil. Ausgeprägte Periodizität vieler Symptome.

  • Drei Modalitäten: Verschlimmerung der Symptome um die Zeit der Menstruation herum (davor, währenddessen oder danach); Verschlimmerung nach dem Frühstück; Verschlimmerung aller Symptome durch Bewegung.

Lokalsymptome
SchwindelVon einem „schwummrigen Gefühl im Kopf“ nach Unterdrückung von Schweiß durch Betreten eines kühlen Zimmers berichtet Margery Blackie. Schwummriges Gefühl, als ob man nicht gerade gehen könnte, nach der geringsten Menge Alkohol.
Schwindel tritt vor allem morgens beim und nach dem Aufstehen auf; auch durch geistige Anstrengung oder beim Gehen im Freien.
KopfKälte des Kopfes, besonders des Hinterkopfes und am Scheitel, Kälte am Calc.-sil.Scheitel. Hitze im ganzen Kopf, schlimmer in der Stirn, abends. Blutandrang zum Kopf, besonders nachts und beim Husten. Ausgeprägtes Vollheitsgefühl im Kopf; der Kopf neigt dazu, vornüber zu sinken.
  • Die Kopfschmerzen sind stark und treten überall im Kopf auf, der Schmerz kommt anfallsartig. Die Schmerzen können so heftig werden, dass der Patient sich wie betäubt fühlt. Periodische Kopfschmerzen, periodische Calc.-sil.Kopfschmerzen (jeden Tag oder einmal pro Woche).

  • Anstrengung der Augen, Berührung, Gehen, Wein oder Schreiben, all dies kann Kopfschmerzen auslösen. Der Schmerz wird schlimmer durch Kopfschmerzen, schlimmer durch kalte Luft und Zugluft Calc.-sil.kalte Luft und Zugluft; Kopfschmerzen, schlimmer bei kaltem feuchtem Wetter Calc.-sil.bei nasskaltem Wetter, aber auch Kopfschmerzen, schlimmer durch Überhitzung Calc.-sil.durch Überhitzung; durch Aufstecken der Haare; durch Geräusch, Licht, Erschütterung; durch körperliche Anstrengung (Treppensteigen) oder geistige Beanspruchung. Muß sich hinlegen.

  • Stirn, ständiger dumpfer schwerer Schmerz, besser nach dem Essen und nach Beschäftigung Calc.-sil.Ständiger dumpfer, schwerer Stirnkopfschmerz, besser nach dem Essen und bei Beschäftigung, Kopfschmerz, Stirn, schlimmer durch geistige Anstrengung Calc.-sil.schlimmer durch geistige Anstrengung; Kopfschmerz, Stirn, besser durch vollkommene Ruhe Calc.-sil.besser durch vollkommene Ruhe.

  • Drückende Schmerzen im Hinterkopf, in den Schläfen und am Scheitel. Reißen in Stirn und Hinterkopf.

Gehirn, Wehtun tief im Calc-sil.Wehtun tief im Gehirn, mit Pulsieren bei Bewegung. Merkwürdige schüttelnde oder wallende Empfindungen im Gehirn. Zucken der Kopfmuskeln.
Kopfhaut, Krusten-, Ekzem- oder Pustelausschläge Calc-sil.Krusten-, Ekzem- oder Pustelausschläge auf der Kopfhaut; viel Jucken der Kopfhaut. Das Haar sträubt sich, steht zu Berge; Neigung zu Haarausfall. Schwitzen der Stirn; der behaarten Kopfhaut; von Gesicht und Kopfhaut.
AugenKonjunktivitis mit dicker Absonderung. Augenlider von Eiter verklebt. Auffallende Rötung der Augen: der inneren Augenwinkel, der Lider, der Blutgefäße. Calcium silicium hat sich bei Trübung, Flecken und Geschwüren der Cornea als nützlich erwiesen.
Sehr starke Augenschmerzen, schlimmer durch Licht, Augenschmerzen, vor und während eines Sturms Calc.-sil.vor und während eines Sturms, mit Röte.
Jucken der Augen. Schwere Lider; Lidzucken. Lähmung des Sehnervs; Photophobie; Pulsieren in den Augen, mit verengten Pupillen. Flimmern oder Farben vor den Augen. Anstrengung der Augen verursacht Kopfschmerzen und viele nervöse Symptome.
OhrenOtorrhö: übelriechend, eitrig, dick, Otorrhö, gelb oder grünlichgelb Calc.-sil.gelb oder grünlichgelb; auch wässrig und blutig. Gehör zuerst überempfindlich, später beeinträchtigt.
Heiße Ohren. Jucken tief in den Ohren. Flatternde oder klatschende Empfindung in den Ohren; viele Ohrgeräusche: Brummen, Klingeln, Brausen, Schwirren; Knacken beim Kauen.
Heftige ziehende, zuckende, stechende, reißende Schmerzen in den Ohren. Pulsieren mit und ohne Schmerz; Schwellung im Ohr mit Gefühl wie verstopft; vermehrtes Ohrenschmalz; Zucken in den Ohren. Entzündung, Eiterung, Schwellung der Parotis.
NaseStarke Erkältungsneigung, starke Calc.-sil.Erkältungsneigung. Das Mittel kann bei chronischer Rhinitis, chronische Calc.-sil.Rhinitis, Heuschnupfen und Sinusitis Calc.-sil.Sinusitis angezeigt sein, oft begleitet von Bronchitis und Husten, Sinusitis begleitet von Calc. -sil.Bronchitis und Husten. Reichlicher, dicker, gelber oder grünlicher Nase, Katarrh von der N. und den hinteren Nasenöffnungen, reichlich, dick, gelb, grünlich Calc.-sil.Katarrh aus der Nase und den Choanen. Das Sekret kann auch harte Krusten bilden. Im Freien wird das Sekret flüssig, und der Patient fühlt sich dabei besser.
Nasenbluten mit hellrotem Blut; beim Naseputzen. Schmerzen hoch oben in der Nase, in der Nasenwurzel. Geruchssinn zuerst überempfindlich; später vermindert und am Ende ganz verloren.
GesichtSehr blass, anämisch, erdfahl; Lippen bläulich, aufgesprungen, trocken. Das Gesicht kann aber auch heiß und rot sein, mit umschriebener Wangenröte; besonders bei Kopfschmerzen. Gesichtsschmerz bei Kälte, besser durch Wärme.
Calcium silicium ist ein großes Aknemittel: Akne mit Mitessern Calc.-sil.Akne mit Mitessern; Furunkel; Ekzem; Herpes; Flechten; Pickel, Eiterpusteln; Hautausschläge überall im Gesicht Calc.-sil.Hautausschläge überall im Gesicht.
MundLeukoplakie. Mundschleimhäute sind mit bedeckt. Geschwüre der Mundschleimhäute, Geschwüre an den, mit entzündeten Rändern Calc.-sil. Calc.-sil.Mundschleimhaut, schmerzhaft, sich ausbreitend, mit entzündeten Rändern. Aphthen Calc.-sil.Aphthen.
Zunge: weiß belegt; sehr wund, mit reichlichem Speichelfluss und Schwierigkeiten beim Sprechen; geschwollen, auch das Zahnfleisch ist angeschwollen.
Übler, sogar fauliger Mundgeruch. Geschmack: schlecht, metallisch, faulig oder sauer; manchmal Verlust des Geschmackssinns.
Die Zähne werden locker und fühlen sich zu lang an. Karies, Zähne Calc.-sil.Karies. Zahnschmerzen schlimmer durch kalte Luft und alles Kalte im Mund, besser durch äußere Wärme oder warme Dinge im Mund.
HalsEntzündung von Hals, Rachen und Mandeln, mit Trockenheit und Rötung. „Frosch im Hals“, will sich ständig räuspern. Viel Halsschmerzen, oft wund und brennend; bei Verkühlung und Kaltwerden; beim Husten. Schmerzen wie von einem Splitter beim Schlucken, welches schwerfällt.
Mandeln und Zäpfchen geschwollen; Ulzerationen im Hals. Zäher, klebriger Schleim im Hals, wie ein Kloß; grünlicher Schleim aus den Choanen, der im Hals steckt und klebt.
Atmung, Brust und HerzCalcium silicium hat eine starke Wirkung auf die Atemwege, und sein Ruf als Mittel bei chronischer Bronchitis, chronische B. mit Husten Calc.-sil.Bronchitis mit Husten ist vielfach bestätigt. Kent schreibt: „Es hat verzweifelte Fälle von Bronchialkatarrh geheilt … Chronische Entzündung der Bronchien und der Lunge.“ Die Patienten sind meist abgemagert, schwach und fröstelig Calc.-sil.abgemagert, schwach und fröstelig.
Luftwege, chronische Reizung der L., mit reichlicher, dicker, gelblich-grüner Absonderung Calc.-sil.Chronische Reizung der Luftwege, mit reichlicher, dicker, gelblich-grüner Absonderung. Häufig auch Bluthusten Calc.-sil.Bluthusten.
Atmung, kurze, asthmatische Calc.-sil.Kurze, asthmatische Atmung, rasselnd, erstickend; Atembeschwerden beim Husten und im Liegen.
Der Husten, nachts Calc.-sil.Husten von Calcium silicium kommt oft nachts, aber auch morgens nach dem Aufstehen und wieder abends im Bett; er kann durch feuchtkalte Luft, kalte Getränke, alles Kalte ausgelöst werden und wird durch Reden verschlimmert. Krampfhafter Husten, besonders abends, der den ganzen Körper peinigt.
Herzklopfen: nachts; nach dem Essen; durch Anstrengung, schon bei der geringsten Bewegung.
MagenStarker Durst, besonders nachts; dabei Abneigung gegen Milch Calc.-sil.Abneigung gegen Milch. Es kann allerdings auch ein Verlangen nach Milch bestehen.
Appetit zuerst gesteigert, dann Heißhunger und schließlich Appetitlosigkeit, mit Abneigung gegen Speisen, besonders Fleisch Calc.-sil.Abneigung gegen Speisen, besonders Fleisch. Die Verdauungsfunktion ist träge, so wie die meisten Organfunktionen von Calcium silicium. Wasseraufschwulken; Sodbrennen; Schluckauf; saures Aufstoßen.
Übelkeit morgens; während und nach dem Essen, besser nach leerem Aufstoßen. Erbrechen morgens und nachts; beim Husten; nach Milchtrinken; Erbrechen von schwarzem Blut.
Gefühl von Magen, Gefühl von Angst im Calc.-sil.Angst im Magen. Kältegefühl im Magen, besonders wenn er leer ist. Magen, Leeregefühl im M., auch durch Essen nicht gelindert Calc.-sil.Leeregefühl im Magen, das auch durch Essen nicht gelindert wird. Aber auch: Völle, Auftreibung, Blähungen nach dem Essen. Oder: Magen, Gefühl von einem Stein im Calc.-sil.Gefühl eines Steins im Magen; ausgeprägte spannende Empfindung.
Magenschmerzen nach kalten Getränken, auch beim Husten und nach dem Essen. Pulsieren im Magen.
AbdomenAuftreibung des Bauches nach dem Essen. Blähungen mit starkem Rumoren und Völlegefühl Calc.-sil.Blähungen mit viel Rumoren und Völlegefühl; mit einem Gefühl von Bewegungen im Bauch Calc.-sil.Gefühl, als bewegte sich etwas im Bauch. Ausgeprägtes Spannen; sogar tympanitische Auftreibung. Bauch sehr hart, Leber vergrößert, hart. Drückende Krampfschmerzen; morgens und nachts; vor den Menses. Bauchfellentzündung.
Rektum und StuhlExtreme Verstopfung, extreme, mit Darmträgheit Calc.-sil.Verstopfung, mit Darmträgheit, Gefühl, als wäre der Mastdarm gelähmt. Patient muss sehr pressen. Bei Verstopfung ist der Stuhl trocken, hart, knotig, groß, er kann aber auch weich und hell sein.
Calcium silicium hat eine Striktur des Rektums geheilt, die nur noch Bleistiftstühle zuließ. Schmerzlose Diarrhö, mit reichlichen Stühlen; übelriechend, faulig; sauer; lienterisch. Dysenterie, mit blutigen, spärlichen Stühlen. Reichliche, übelriechende Blähungen.
Ausgeprägte Wundheit des Anus; Nässen um den Anus; Jucken; Brennen während und nach dem Stuhl. Drückende, stechende und reißende Schmerzen.
Hämorrhoiden, die während des Stuhlgangs hervortreten und bei Berührung wehtun, schlimmer im Gehen. Blutung aus Rektum und Anus beim Stuhlgang. Analfistel.
HarnorganeTenesmus der Blase, Harnverhaltung, drückender Schmerz in der Blase. Harndrang nachts, schlimmer beim Umhergehen, besser im Liegen; häufiges nächtliches Wasserlassen, auch unwillkürlich.
Der Harn enthält oft Blut oder Schleim; Blasenkatarrh.
Schneiden und Brennen beim Wasserlassen. Eitrige, grünliche, gelbe Absonderung aus der Harnröhre. Calcium silicium ist bei Harnröhrenstriktur, aber auch bei Diabetes mellitus erfolgreich angewandt worden.
Männliche GenitalienVerstärktes sexuelles Verlangen, verstärktes, ohne Erektionen Calc.-sil.sexuelles Verlangen ohne Erektionen. Nächtliche Erektionen ohne erotische Gedanken oder Träume. Samenergüsse.
Hoden angeschwollen. Calcium silicium hat Hydrozele geheilt; ebenso Verhärtung der Hoden. Schweiß der Genitalien; übelriechend. Die Prostata ist vergrößert und empfindlich; Abgang von Prostatasekret beim Pressen zum Stuhl.
Weibliche GenitalienVermehrtes sexuelles Verlangen. Menstruationsblutung scharf, hellrot; reichlich, zu früh, zu lang anhaltend; die Menses können aber auch ausbleiben, oder sie sind unregelmäßig und schmerzhaft. Zwischenblutungen. Fluor kann milchig-weiß oder Fluor, gelblich-grün Calc.-sil.gelblich-grün sein.
Schweregefühl des Uterus; Uterusprolaps.
Ausschlag an der Vulva mit starkem Jucken. Wundsein der Genitalien; Muttermund, Geschwüre am Calc.-sil.Geschwüre von Schamlippen, Vagina, Muttermund.
Äußerer Hals und RückenKälteempfindung im Rücken Calc.-sil.Kälteempfindung im Rücken; im Nacken und im Kreuzbein. Die Wirbelsäule, berührungsempfindlich, an vielen Stellen Calc.-sil.Wirbelsäule ist an vielen Stellen berührungsempfindlich.
Der Rücken ist schwach, besonders in der Lendengegend. Steifer Hals, mit Spannen in der Zervikalregion; steifer Rücken.
Viel Rückenschmerz, besonders nachts; auch zur Zeit der Menses; schlimmer bei Bewegung, beim Aufstehen vom Sitzen, im Sitzen. Schmerzen in den Schulterblättern und dazwischen, in der Wirbelsäule; im Steißbein.
Rücken, Ausschläge, Akne, Mitesser, Pickel, Pusteln Calc.-sil.Ausschläge: Akne, Mitesser, Pickel, Pusteln; besonders in der Nackenregion. Schwitzen am Rücken, schlimmer im Nacken Calc.-sil.Schwitzen am Rücken, schlimmer im Nacken.
ExtremitätenSchwäche aller Gliedmaßen calc.-sil.Schwäche aller Gliedmaßen, besonders der Gelenke; leicht überanstrengt und verstaucht; Knöchel leicht verdreht Calc.-sil.vertritt oder verdreht sich leicht die Knöchel. Steifheit; Ungeschicklichkeit; Schwere, besonders der Beine und Füße.
Neigung zu Gelenkentzündungen. Stechende oder reißende Schmerzen in allen Gelenken, besonders aber im großen Zeh. Schmerzen in allen Gliedern, mit Steifheit bei nasskaltem Wetter. Schwellungen: der Hände, Unterschenkel, Knöchel, Füße. Kälte aller Gliedmaßen; kalter Schweiß. Aber auch: Brennen der Füße und Fußsohlen. Heftiges Jucken aller Glieder, besonders der Unterschenkel und Füße.
Nägel, hart und brüchig Calc.-sil.Nägel hart und brüchig; Nägel, Wachstum verlangsamt oder gestoppt Calc.-sil.wachsen sehr langsam oder gar nicht mehr.
Nächtliche Schmerzen in den Armen; schlimmer durch Kälte, Bewegung und beim Ergreifen eines Gegenstandes. Blackie berichtet von einem Fall mit Schmerzen in den Armmuskeln nach mäßiger Anstrengung (Tragen eines schweren Koffers), die nicht weniger als zehn Tage anhielten. Calcium silicium heilte innerhalb von 24 Stunden. Lähmungsgefühl der Arme; der Hände.
Viele Hautrisse, Hände und Finger Calc-sil.Hautrisse an Händen und Fingern. Zusammenziehung der Sehnen von Händen und Fingern. Warzen an den Händen Calc.-sil.Warzen auf den Händen; an Rücken oder Ballen des Daumens; große, harte Viruspapillome. Gichtknoten an den Fingern Calc.-sil.Gichtknoten an den Fingern können eine Indikation für die Arznei sein. Kribbeln in den Fingern.
Heftige Schmerzen im Hüftgelenk; Schmerzen, als wollte sich ein Abszess bilden. Das Mittel kann bei Koxarthrose Calc.-sil.Koxarthrose nützlich sein. Neigt zu Schmerzen in den Unterschenkeln, welche regelmäßig taub werden. Krämpfe, besonders in den Waden, Füßen, Sohlen und Zehen. Ulcus cruris; mit dickem, grünlich-gelbem Pfropfen darin; keine Heilungstendenz, „wird es nicht los“, fühlt sich elend.
Die Füße schwitzen leicht, Schweiß oft kalt und übelriechend. Viele Hühneraugen, schmerzhaft, wund und stechend.
SchlafUnruhiger Schlaf, durch lebhafte Träume gestört. Schlaflosigkeit, Gedankenflut, durch Calc-sil.Schlaflosigkeit durch Gedankenflut; kann nicht wieder einschlafen, wenn er einmal aufgewacht ist. Unerquicklicher Schlaf, erwacht früh, wacht öfters auf. Müdigkeit und Schläfrigkeit tagsüber, besonders nach dem Essen.
Viele Träume: von Verstorbenen, von Tod, von Mord; von Krankheit, Träume von kranken Menschen Calc.-sil.kranken Menschen und Krankenpflege; von Zorn; bange, wirre, erotische, furchtbare oder erschreckende Träume; Alpträume.
Fieber, Frost, SchweißFrost überwiegt Calc.-sil.Frost überwiegt bei diesem Mittel. Frost im Freien, in kalter Luft, aber auch im Bett; Schüttelfrost; Frost mit Zittern vom Aufdecken, Verlangen nach Wärme, die jedoch keine Besserung bringt Calc.-sil.verlangt nach Wärme, die jedoch keine Besserung bringt; Frösteln beim Stuhlgang.
Ausgeprägte Fieberhitze abends und nachts; Hitze wechselt mit Frost. Äußerliche Hitze mit Frösteln; Hitzewallungen.
Starkes Schwitzen, der Schweiß kann heiß oder kalt sein. Kalter Schweiß, kalter S. vor allem an den Extremitäten Calc.-sil.Schweiß vor allem an den Extremitäten (besonders an den Füßen). Schweiß bei jeder Anstrengung, ob körperlich oder geistig. Schwitzen mit großer Angst. Der Schweiß kann sauer oder übelriechend sein. Was die oben erwähnten Beschwerden durch Schweiß, Beschwerden durch unterdrückten Calc.-sil.unterdrückten Schweiß betrifft, möchte ich ein Beispiel von Margery Blackie zitieren, das die Besonderheiten solcher Fälle sehr anschaulich beschreibt: „Sie sagte: Ich schwitze nicht richtig, aber ich kann ‚feucht werden‘, wie ich es nenne. Aber wenn ich in ein kühles Zimmer gehe, Zugluft abkriege oder ins Freie komme, hört es sofort auf. Hinterher fühle ich mich dann ganz durcheinander und ein bißchen schwummrig im Kopf.“
HautEine gute Beschreibung von Hautbeschwerden bei Calcium silicium findet sich bei Boericke: „Juckt, brennt, ist kalt und blau, sehr empfindlich. Pickel Calc.-sil.Pickel, Mitesser Calc.-sil.Mitesser, Grützbeutel Calc.-sil.Grützbeutel. Psorische Hautausschläge.“ Bei einem schweren Aknefall, der von Wolfgang Springer erfolgreich behandelt wurde, waren die Haut, bläuliche Verfärbung bei Akne Calc.-sil.bläuliche Verfärbung, die kühle Haut und die Mitesser wichtige Hinweise für die Verschreibung von Calcium silicium.
Die Haut neigt zu Rissen, Sprüngen, Abschuppungen, wunden, rauen Stellen, Verhärtungen, Furunkeln, Warzen, Epitheliomen, Lupus; zu allen Arten von Hautausschlägen: Ekzem, Flechten, Pickel, Pusteln, Nesselausschläge; mit Sekretion von Eiter oder eine weißen, eiterähnlichen Substanz; beißend, brennend, juckend. Jucken tritt auch ohne Ausschlag auf; Kratzen verschlimmert im Allgemeinen. Jucken, Strahlungshitze lindert das Calc.-sil.Strahlungshitze (Heizung, Ofen usw.) lindert das Jucken. Geschwüre Calc.-sil.Geschwüre sind ebenfalls häufig; keine Heilungstendenz, gestanzte Ränder, grünlich-gelbe Absonderung, brennende und stechende Schmerzen.

Calcium sulfuricum

Essenzielle Merkmale
Die allgemeine Idee, die sich durch das Arzneimittelbild von Calcium sulfuricum zieht, ist die eines Organismus, der zur Bildung von Tumoren und Abszessen neigt. Es handelt sich um Abszesse, die nicht nur schlecht heilen, sondern auch Abszesse, eiternde, über einen langen Zeitraum Calc.-sulph.reichlich eitern, und das über einen langen Zeitraum hinweg. Der charakteristische Zug dieses Mittels ist somit nicht in erster Linie die Neigung zur Abszessbildung an sich, sondern vielmehr die Tatsache, dass ein offener Abszess Abszeß, langsam heilend, gelben Eiter absondernd Calc.-sulph.sehr langsam verheilt und fortwährend gelben Eiter absondert. Das Vorhandensein von Eiter, der einen Abfluss gefunden hat Calc.-sulph.Eiter, der einen Abfluss gefunden hat, ist typisch für Calcium sulfuricum. Die Eiterung hält selbst dann noch an, wenn kein Infiltrat mehr vorhanden ist. Im Fall einer Entzündung erreicht der Organismus schnell ein Stadium der Eiterung.
Ich habe mit Calcium sulfuricum gute Erfahrungen bei der Behandlung bösartiger Akne Calc.-sulph.Akne von Jugendlichen gemacht, und auch in Fällen von Hidradenitis suppurativa Calc.-sulph.Hidradenitis suppurativa mit nachfolgender Narbenbildung. Ich muss hier jedoch darauf hinweisen, dass es bei dieser Art von chronischen Leiden einige schwere Fälle gibt, die zur vollständigen Heilung mehr als ein Mittel benötigen. Bei Akne weisen beide Wangen eine hässliche, unebene Kruste auf, die aus eingetrocknetem Eiter, vermischt mit Blut und Serum, besteht. Die Eiterbildung ist so reichlich, dass der Patient den Eiter gar nicht schnell genug abwischen kann; kaum ist er beseitigt, bildet er sich schon wieder neu.
Abszesse, Fisteln und Prozesse der Eiterbildung
Calcium sulfuricum kann bei bösartigen Tumoren, bösartige Calc.-sulph.Tumoren nützlich sein, nachdem Geschwürbildung eingesetzt hat, wobei sich viel Eiter bildet. Laut Kent kann dieses Mittel, „wenn es rechtzeitig gegeben wird, verhindern, dass eine bösartige Wucherung ihr gewöhnliches Ende nimmt“, und selbst später kann es „ein ausgezeichnetes Palliativum sein“.
Abszesse an Zähnen und Zahnfleisch Calc.-sulph.Abszesse an Zähnen und Zahnfleisch (Wurzelspitzengranulome, Zahnfleischabszesse) mit eitrigen Absonderungen sind mit Calcium sulfuricum leicht in den Griff zu bekommen, selbst in hartnäckigen Fällen. Manchmal haben wir mit Verschreibungen aufgrund von Symptomen auf einer „oberflächlichen“ körperlichen Ebene, etwa aufgrund derartiger Zustände der Zähne, tiefgreifende Heilungen des Organismus erzielt – der Calcium-sulfuricum-Patient neigt generell stark zu rezidivierenden Zahn- und Zahnfleischabszessen. Wenn Sie den Fall eines Patienten, der an einer inneren Krankheit leidet, über einen längeren Zeitraum betrachten und in seiner Geschichte rezidivierende Abszesse, schwere Akne oder gar Hidradenitis vorfinden, die durch Antibiotika unterdrückt wurden, dann besteht definitiv die Möglichkeit, dass es sich um einen Fall von Calcium sulfuricum handelt.
Ein weiterer pathologischer Zustand, der bei diesem Mittel häufig vorkommt, ist die Bildung von Fisteln, insbesondere von perianalen Fisteln, perianale F. mit schmerzhaften Abszessen Calc.-sulph.Fisteln mit schmerzhaften Abszessen. Dies ist auch in jüngster Zeit mehrfach bestätigt worden, z. B. durch Wolfgang Springer, der mit Calcium sulfuricum einen Fall von multipler perianaler Fistelbildung von mehrjähriger Dauer geheilt hat. Und Vogt (AHZ, 1963) führt mehrere Fälle von eiternden Fisteln auf, die sich infolge von Injektions- oder Drainagewunden gebildet hatten und unter diesem Mittel auf Anhieb verschwanden.
Calcium sulfuricum kann auch in Fällen von Glomerulonephritis mit Ausscheidung von Harnzylindern und Eiweiß helfen, wenn diese als Komplikation nach einer Kinderkrankheit (z. B. Scharlach) auftritt und das Herz mitbetroffen ist. Es ist auch nützlich in fortgeschrittenen Diabetesfällen, wo sich Geschwüre auf der Haut gebildet haben, die keine Heilungstendenz zeigen.
Es gibt noch eine Reihe anderer pathologischer Zustände, die auf Calcium sulfuricum ansprechen, meist solche, die mit der allgemeinen Idee der Eiterung verknüpft sind.
  • Eiterung in irgendeinem Organ oder Körperteil Calc.-sulph.Eiterung in irgendeinem Organ oder Körperteil weist auf dieses Mittel hin: eitrige Absonderung aus dem Ohr, z. B. bei Mittelohrentzündung, eitriger Nasenkatarrh, Lungentuberkulose mit viel schleimigem und eitrigem Auswurf, Mandelabszesse, Drüsen, eiternde Calc.-sulph.eiternde Drüsen, eitrige Exsudationen in seröse Hohlräume (etwa Pleuraergüsse), tiefe eiternde Geschwüre auf der Cornea usw.

  • Abszesse, rezidivierende Calc.-sulph.Rezidivierende Abszesse der Haut oder irgendeines anderen Organs sind ein starker Hinweis auf Calcium sulfuricum. Das Mittel ist außerdem bei Verbrennungen, Verbrühungen oder Frostbeulen angezeigt, wenn und sobald Eiterung auftritt. Kurz: „Bei allen Beschwerden, bei denen der Eiterungsprozess zu lange anhält und die Eiterung die Epithelgewebe angreift“ (Boericke und Dewey), sollte man Calcium sulfuricum in Betracht ziehen.

  • Allgemein ist der abgesonderte Eiter, gelber Calc.-sulph.Eiter meist gelb, auch mit Blut vermischt, und oft Eiter, dick und klumpig Calc.-sulph.dick und klumpig. Dieselben Eigenschaften haben meist auch die Absonderungen der Schleimhäute, etwa bei Husten, Gonorrhö, Fluor, Schnupfen usw.

Haut, Bindegewebe
Wir beobachten pathologische Veränderungen der Haut wie Milchschorf oder „Kopfgrind“ bei Kindern; Ekzeme mit Krustenbildung, oft in Verbindung mit Drüsenschwellungen; Hauterkrankungen mit gelblichen, grünlichen oder bräunlichen Krusten; dicke, gelbe, eitrige Exsudate; Lupus vulgaris und Lupus erythematoides; Akne vulgaris Calc.-sulph.Akne vulgaris; Pemphigus foliaceus Calc.-sulph.Pemphigus foliaceus. Zudem besteht eine Veranlagung zur Bildung verschiedener Arten von Tumoren: eingekapselte Tumoren, Fibromata und Fibroide; auch bösartige Tumoren wie Skirrhus. Fibröse Polypen der Schleimhäute.
Ein weiterer Wirkungsbereich von Calcium sulfuricum ist das Bindegewebe. Es ist schwach, und aufgrund dieser Schwäche ist es anfällig für Entzündungen und Eiterung.
Auch der Bewegungsapparat ist häufig betroffen. Calcium sulfuricum kann bei Beschwerden durch Anstrengung der Muskeln und Sehnen von Nutzen sein, durch Verheben usw., wenn der Schmerz lange anhält und scheinbar angezeigte Arzneien nicht wirken. Das Mittel ist auch nützlich bei Erkrankungen der Knochen, einschließlich Knochenkaries.
Es besteht eine Neigung zu Schwellungen und Geschwürbildung an Drüsen und Lymphknoten.
Epilepsie, Krämpfe
Epilepsie, epileptiforme und hysterische Krämpfe sind ebenfalls der Wirkung von Calcium sulfuricum zugänglich; Muskelzuckungen am ganzen Körper.
Folgen mangelnder Wertschätzung
Es ist kein einfaches Unterfangen, einen konstitutionellen Calcium-sulfuricum-Patienten zu behandeln, und es ist nicht leicht, die Arznei an den psychischen Charakteristika des Patienten zu erkennen. Dieser Patient weiß nicht, wie krank er ist, und er wird seinen Gemütszustand verbergen. Er spricht nicht darüber, und die Informationen werden eher von den Angehörigen kommen.
Das wichtigste Merkmal der psychischen Pathologie, das ich festgestellt habe, ist ein übersteigertes Gefühl der eigenen Wichtigkeit, übersteigertes Calc.-sulph.Gefühl der eigenen Wichtigkeit. Es besteht ein ausgeprägtes verborgenes Geltungsbedürfnis, ausgeprägtes verborgenes Calc.-sulph.Geltungsbedürfnis, das häufig traumatische Auswirkungen haben kann. Solche Menschen gehen mit der Erwartung durchs Leben, dass jeder anerkennen muss, wie nett und wie klug sie doch sind, und daher verletzt es sie tief, wenn jemand sie nicht richtig beachtet oder sie nicht gebührend zu schätzen weiß. Sie klagen und beschweren sich und hegen Groll gegen andere Menschen, wenn sie das Gefühl, daß andere sie nicht schätzen Calc.-sulph.Gefühl haben, dass diese sie nicht schätzen. Dies ist eine zentrale Idee von Calcium sulfuricum.
Stellen Sie sich einen Menschen mit einer inneren Verletzung vor, die nicht heilen will, die sich nicht schließen kann, die nässt und eitert. Sie wundern sich, wo nur all dieser Eiter herkommt, Tag für Tag, Woche für Woche, oder sogar Jahr für Jahr. Diese Vorstellung lässt sich auf die Seele übertragen, die verwundet worden ist und nicht blutet, sondern eitert. Es ist etwas faul im Inneren dieses Patienten, in ihm vollzieht sich ein Fäulnisprozess. Das Ich ist verletzt worden und die Seele weint, aber nicht auf gesunde Art und Weise. Eine allgemeine Unzufriedenheit Calc.-sulph.Unzufriedenheit kommt zum Vorschein, mit mürrischer und störrischer Laune. Der Patient verabscheut das Leben und wird boshaft Calc.-sulph.boshaft gegen andere. Er hat ein streitsüchtiges Wesen, und weil er erwartet, dass andere tun, was er sagt, fühlt er sich beleidigt oder gekränkt, wenn dies nicht der Fall ist. Hass oder Verachtung überkommen ihn, nur Haß weil andere nicht seiner Meinung sind Calc.-sulph.weil andere nicht seiner Meinung sind. Er will nicht angesprochen werden, er hat eine Abneigung dagegen, Fragen zu beantworten, und gegen Gesellschaft überhaupt. Eine andere mögliche Reaktion bei einem solchen Menschen wurde bereits beschrieben: Er verlegt sich aufs Lamentieren, weil er sich nicht gebührend anerkannt fühlt.
Reizbarkeit, Eifersucht. Calcium-sulfuricum-Menschen sind schnell gereizt, gerät schnell in Zorn Calc.-sulph.gereizt und geraten leicht in Zorn. Oft sind sie von sehr ungeduldiger und hitziger Wesensart, und sie scheinen immer in Eile zu sein. Große Reizbarkeit, große R. am späten Nachmittag Calc.-sulph.Reizbarkeit ist am späten Nachmittag und auch abends festgestellt worden, und auch „Reizbarkeit nach Koitus“ ist ein Symptom, das beobachtet wurde. Ist er seinen Ärger und Zorn losgeworden, so gerät der Patient in einen Zustand totaler Erschöpfung und großer Schwäche.
Eifersucht Calc.-sulph.Eifersucht ist ein starker Aspekt von Calcium sulfuricum. In dieser Hinsicht ähnelt die Arznei LACHESIS und SALICYLICUM ACIDUM; eine bösartige Eifersucht ist allen drei Mitteln eigen. Reizbarkeit und Eifersucht können fast hysterische Reizbarkeit und Eifersucht Calc.-sulph.hysterische Ausmaße annehmen.
Stimmungsschwankungen
Stimmungsschwankungen Calc.-sulph.Stimmungsschwankungen kommen bei Calcium sulfuricum häufig vor, besonders nachmittags und abends. Manche seiner Gemütszustände sind morgens schlimmer, mit Traurigkeit beim Erwachen Calc.-sulph.morgens schlimmer, mit Traurigkeit beim Erwachen, abends heiter Calc.-sulph.abends hingegen werden die Patienten heiter, sie machen sogar Späße und lachen laut heraus. Dieses Symptom wurde von Springer in seinem oben erwähnten Fistelfall als Leitsymptom benutzt und damit bestätigt, da es zur erfolgreichen Verordnung der Arznei führte. Die Arzneiprüfung hat für die Stimmungsschwankungen eine ganze Reihe an Zeitmodalitäten ergeben: „Gute Stimmung, am besten gegen 18 Uhr.“ „Übergroße Fröhlichkeit, übergroße F. am Nachmittag Calc.-sulph.Fröhlichkeit am Nachmittag.“ „Sehr niedergeschlagen am frühen Abend, dann etwas heiterer, dann wieder trübsinnig.“ Auch die umgekehrte Reihenfolge wurde beobachtet: „Große Unruhe am Nachmittag und Abend, traurig Calc.-sulph.Unruhe am Nachmittag und Abend, traurig, mag nicht reden; verdrießlich; es verlangt ihn danach, zu weinen und elend, allein und unglücklich zu sein; einigermaßen gutgelaunt am Morgen; die Stimmung ändert sich nicht plötzlich, aber der Umschlag erfolgt etwa zwischen 14 und 15 Uhr.“
Diese Art von weinerliche Stimmung Calc.-sulph.weinerlicher Stimmung, die ein allgemeines Merkmal des Mittels ist, paart sich oft mit düsterer Melancholie. Manchmal lässt sich der Patient leicht aus diesem Zustand herausreißen und in eine Unterhaltung einbeziehen. In anderen Fällen aber sitzt er da und Grübeln, vertieft in eingebildetes Unglück Calc.-sulph.grübelt, vertieft in eingebildetes Unglück, und weigert sich zu antworten; apathisch und gleichgültig, will auf keinen Fall gestört werden.
Manchmal besteht das Verlangen, etwas zu tun, aber es hält nicht lange an, wie ein Symptom von Hering zeigt: „Zuweilen ein Verlangen auszugehen, verschwindet beim Versuch Calc-s.Verlangen, zu irgendeinem Zweck auszugehen; sobald sie sich aber anschickte, es zu tun, war das Verlangen verschwunden.“
Ängste, Befürchtungen
Der Calcium-sulfuricum-Mensch befindet sich in einem Zustand steter Besorgnis Calc.-sulph.Besorgnis. Er kann die ganze Zeit schüchtern Calc.-sulph.schüchtern, scheu und ängstlich sein, was eine Unterhaltung mit ihm sehr erschwert; außerdem hat er viele kleine Wahnvorstellungen, Grillen und seltsame Phantasien. Er leidet unter Anfällen extremer, bitterer Melancholie mit quälenden Befürchtungen, dass denen, die er liebt, etwas Schlimmes zustoßen könnte. Eine Vielzahl von Ängste Calc.-sulph.Ängsten und Befürchtungen peinigt ihn: Angst um die Zukunft; Angst um sein Herz und seine Gesundheit im Allgemeinen; Angst um sein Seelenheil; Furcht vor dem Tod; Furcht, dass ihn Unheil treffen könnte; wahnsinnig zu werden; vor Unglück. Angst und Furcht treten vor allem im Bett auf: abends oder in der Nacht, aber auch morgens beim Erwachen. Nachts sieht er Schreckensvisionen, nachts, wenn er versucht zu schlafen Calc.-sulph.Schreckensvisionen, wenn er versucht zu schlafen. In der Fieberhitze sind Angst und Furcht ebenfalls stärker, und der Patient verzweifeln an der Genesung Calc.-sulph.verzweifelt dann an seiner Genesung. In der frischen Luft jedoch werden die Ängste geringer, wie auch viele andere Beschwerden des Arzneimittels im Freien, besser im Calc.-sulph.Freien besser werden.
Benommenheit, geistige Schwäche
Der Intellekt wird träge. Besonders morgens beim Erwachen und dann wieder abends besteht ein Zustand von Benommenheit und Verwirrung, morgens beim Erwachen Calc.-sulph.Benommenheit und Verwirrung, ein Zustand, der auch durch geistige Anstrengung hervorgerufen werden kann. Diese Menschen können einen plötzlichen Gedächtnisverlust, plötzlicher Calc.-sulph.Gedächtnisverlust erleiden, sie können sich kaum erinnern, was sie gerade tun wollten. „Alte Probleme, die schon längst entschieden sind, kommen mir in den Sinn, und ich kann mich nicht an meine Entscheidung erinnern“, ist ein Symptom, das bei einem Prüfer plötzlich nach dem Mittagessen auftrat. Mitten im angestrengten Nachdenken können die Gedanken plötzlich vollkommen entschwinden. Verhaspelt sich beim Sprechen und setzt Worte an die falsche Stelle. Diese Art von Benommenheit oder Verwirrung ist ebenfalls an der frischen Luft besser.
Zustände von geistiger Schwäche Calc.-sulph.geistiger Schwäche können auch von Gleichgültigkeit gegenüber der Umgebung begleitet sein, mit Abstumpfung der Sinne, einer Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, Unentschlossenheit und sehr viel Ängstlichkeit. Abneigung gegen jede geistige Betätigung, Trägheit und Müdigkeit, manchmal verbunden mit Unruhe.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Calcium-sulfuricum-Patienten neigen im Allgemeinen zum Frieren, und sie erkälten sich leicht, besonders wenn sie Zugluft, Kälte oder nassem Wetter ausgesetzt sind. Gleichzeitig sind sie aber auch auffallend wärmeempfindlich Calc.-sulph.wärmeempfindlich. Bei Krupp oder ähnlichen Leiden haben sie ein starkes Verlangen, starkes, sich aufzudecken Calc.-sulph.Verlangen, sich aufzudecken, und tatsächlich bessert frische Luft bessert Calc.-sulph.frische Luft ihren Zustand (im Gegensatz zu HEPAR). Aber Wärme kann bestimmte Beschwerden auch bessern: so werden körperliche Schmerzen oft durch lokale Wärmeanwendungen gelindert. Dies gilt für Schmerzen von Fisteln und auch von akutem und chronischem Rheumatismus. Stehen verschlimmert die Schmerzen in den Gelenken.

  • Überall in Brust und Kopf heftige Blutwallungen, Hitzewellen, Pulsieren, manchmal bis in die Extremitäten.

  • Trägheit Calc.-sulph.Trägheit, Mattigkeit, Schwäche Calc.-sulph.Schwäche und Müdigkeit Calc.-sulph.Müdigkeit kommen häufig vor.

    • Den ganzen Tag sehr müde und benommen, könnte glatt einschlafen. Müdigkeit und Unruhe, mit Traurigkeit. Zittrige Schwäche; verlangt nach Aufputschmitteln, um sie zu überwinden. Die Müdigkeit kann mit einer gewissen Steifheit und schmerzhaften Starre verbunden sein, besonders in den Muskeln der Extremitäten.

    • Extreme Müdigkeit zwischen 10 und 12 Uhr; unerträgliche Abgespanntheit am Nachmittag, nach einem Mittagsschlaf, fühlt sich vollkommen elend, schwach und matt. Große Erschöpfung nach dem Erwachen aus einem schrecklichen Traum.

  • Calcium-sulfuricum-Menschen sehen oft sehr Blässe Calc.-sulph.blass aus und neigen zur Korpulenz. Aber mit ihrer Tendenz zu vielerlei Hauterkrankungen können sie, Margery Blackie zufolge, auch die rauhe rote Haut von SULFUR haben. Laut Candegabe neigen sie zu teigiger Fettleibigkeit, haben häufig eine gebeugte Körperhaltung und breite Hände mit langen Fingern.

  • Calcium sulfuricum hat sich als besonders nützlich erwiesen in Fällen, wo die Konstitution infolge von Alkoholismus ruiniert war.

  • Mangel an Reaktionsfähigkeit ist ein allgemeines Merkmal von Calcium sulfuricum. Wenn sorgfältig gewählte Mittel nur kurze Zeit wirken, kann, neben SULFUR, TUBERCULINUM und PSORINUM, auch Calcium sulfuricum angezeigt sein.

  • Springer empfiehlt, in Fällen von Drüsenschwellungen, die ungewöhnlich weich sind, an Calcium sulfuricum zu denken.

  • Schlimmer: durch Zugluft verschlimmert Calc.-sulph.Zugluft; Berührung (aber, laut Clarke, ohne die extreme Berührungsempfindlichkeit von HEPAR); durch Kälte und Nässe, aber auch durch Wärme, Bettwärme verschlimmert Calc.-sulph.Wärme in vielerlei Form: warme Räume, warme Umschläge, Bettwärme, Warmwerden oder Erhitzung. Nachts; auch beim Erwachen. Anstrengung (körperlich oder geistig).

  • Starkes Verlangen, an der frischen Luft zu sein, wo er sich besser fühlt Calc.-sulph.Verlangen, an der frischen Luft zu sein, wo er sich besser fühlt. Besser durch Aufdecken, Baden, Essen, lokale Wärme (körperliche Schmerzen).

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel morgens beim Aufstehen, gelegentlich abends von neuem auftretend; Schwindel, besser im Freien Calc.-sulph.besser im Freien. Schwindel mit tödlicher Übelkeit; bei schneller Bewegung des Kopfes. Beim Gehen schwindlig im Kopf; zu gleicher Zeit eine Schwäche und Beklemmung vom Kopf bis hinunter zum Magen. Schwindel mit Fallneigung. Epileptischer Schwindel.
KopfHitzewallungen im Kopf: morgens und abends; an der Stirn und am Scheitel. Blutandrang zum Gehirn, bei Ausleiben der Regel Calc.-sulph.Blutandrang zum Gehirn tritt häufig auf, besonders abends und nachts; in einem warmen Zimmer; nach Stimulanzien; beim Husten; während der Menses oder bei Ausbleiben der Regel. Auch dieses Symptom ist wieder besser im Freien. Aber auch: Kälte des Kopfes, besonders am Scheitel.
Der Kopf fühlt sich an wie zusammengeschnürt, besonders die Stirn und der Hinterkopf. Eine Empfindung um den Kopf, als hätte er seinen Hut auf Calc.-sulph.Empfindung um den Kopf, als hätte er seinen Hut auf; griff hinauf, um ihn abzunehmen, aber er war nicht da. Schmerz um den Kopf herum, mehrmals vor dem Zubettgehen. Reißen um den ganzen Kopf herum, mit Übelkeit, beim Aufstehen vom Liegen; besser im Liegen. Aufstehen vom Liegen verursacht Pulsieren und verstärkt den Schmerz.
Viele hartnäckige chronische und periodische Kopfschmerzen sind durch Calcium sulfuricum geheilt worden.
  • Die periodischen Kopfschmerzen setzen häufig Kopfschmerzen, periodische, morgens oder abends Calc.-sulph.morgens (beim Erwachen) oder abends (nach dem Abendessen) ein, und das Schmerzzentrum liegt oft in der Stirn, Zentrum der Kopfschmerzen ist die Calc.-sulph.Stirn. In den meisten Fällen werden sie Kopfschmerzen im Freien besser Calc.-sulph.im Freien besser. Periodische Migräne mit Übelkeit und Erbrechen.

  • Einige Causae des Kopfwehs: von Erschütterung (Stoß); durch Kopfschmerzen durch Kaltwerden, aber durch kühle Luft gebessert Calc.-sulph.Kaltwerden, aber durch kühle Luft gebessert; durch Erhitzung, schlimmer durch Erschütterung.

  • Fast alle Kopfschmerzen sind von Pulsieren begleitet. Krampfartiges pochendes Kopfweh, hauptsächlich in der Stirnregion, morgens.

  • Viele Kopfschmerzen sind von drückender Art und werden schlimmer durch geistige Anstrengung (Lesen usw.).

  • Einige weitere Modalitäten: Kopfschmerzen schlimmer vom Hochschauen, beim Bewegen des Kopfes, durch Geräusch, im Stehen, beim Bücken, durch Sonnenhitze, Reden, Waschen, kaltes Wetter; besser durch Druck.

Milchschorf mit eitriger Absonderung; mit gelben Eiterkrusten. Pickel, Pusteln, harte Schwellungen, Ekzeme erscheinen auf der Kopfhaut, häufig mit Eiterung und Grind- oder Krustenbildung, manchmal aber auch trockene Ekzeme. Die betroffenen Stellen können wund sein und manchmal brennen oder jucken. Starke Schuppenbildung und Tendenz zu Haarausfall.
AugenAugenentzündung, mit Absonderung von dickem, gelbem Eiter Calc.-sulph.Augenentzündung, mit Absonderung von dickem, gelbem Eiter; schlimmer abends und nachts; besonders die Augenwinkel sind betroffen. Augen rot und heiß; rot wie rohes Fleisch; trüb, rot.
Keratitis und Konjunktivitis phlyctaenularis, mit vergrößerten Halsdrüsen. Eitrige Absonderung bei Ophthalmia neonatorum.
Calcium sulfuricum hat sich bei Augenverletzungen durch Fremdkörper bewährt, Augenverletzungen, Eiter wird nicht absorbiert Calc.-sulph.wenn viel Eiter austrat und vom Organismus nicht absorbiert werden konnte. In einem Fall hatte ein eingedrungener Holzsplitter eine Bindehaut- und Lidentzündung sowie den Verlust des Sehvermögens auf dem betroffenen Auge verursacht. Die Hornhaut war trüb, die vordere Augenkammer zwischen Hornhaut und Iris hatte ein dunstiges Aussehen, und fluktuierender Eiter war deutlich zu erkennen. HEPAR half nicht, aber Calcium sulfuricum führte zur vollständigen Absorption des Eiters, das Sehvermögen wurde wiederhergestellt und die Entzündung verschwand (Köck, bei Boericke und Dewey).
Hornhaut, tiefe Geschwüre auf der Calc.-sulph.Tiefe Geschwüre auf der Hornhaut. Schneidender Schmerz im Augapfel, mit Schmerzhaftigkeit, als wären die Augen in den Kopf eingesunken, mit Kopfweh. Schmerz im rechten Auge vom Schauen auf ein Blatt Papier.
Fissuren der Augenwinkel. Brennen in den inneren Augenwinkeln Calc.-phos.Brennen in den inneren Augenwinkeln. Verklebte Lider am Morgen. Zucken der Augen und Augenlider, zuweilen mit vorübergehender Blindheit. Ausfallen der Wimpern.
Trüb- oder Nebelsehen. sieht einen Gegenstand nur zur Hälfte, spät abends Calc.-sulph.Sieht einen Gegenstand nur zur Hälfte, spät abends. Flimmern vor den Augen.
OhrenOhr, Eiterabsonderung aus dem Mittelohr Calc.-sulph.Eiterabsonderung aus dem Mittelohr, der Eiter ist dick, mit Blut vermischt, manchmal übelriechend; kann von Schwerhörigkeit und Ohrgeräuschen begleitet sein, wie Ohrgeräusche, Singen oder Klingen Calc.-sulph.Singen oder Klingen. Solche Symptome bestehen oft seit einer Scharlacherkrankung. Der Gehörgang, mit Eiter gefüllt Calc.-sulph.Gehörgang kann mit Eiter gefüllt sein; Abszesse im Gehörgang Calc.-sulph.Abszesse im Gehörgang sind eine wichtige Indikation für Calcium sulfuricum. Die Otorrhö kann, muss aber nicht von Schmerzen begleitet sein.
Tubenkatarrh. Mastoiditis.
Dunkelbraunes Ohrenschmalz, dunkelbraunes Calc.-sulph.Ohrenschmalz; Ohrenschmerz besser, wenn es entfernt wird. Die rechte Ohrspeicheldrüse wund, rechte Calc.-sulph.Ohrspeicheldrüse ist wund; besser beim Gehen im Freien. Pickel um das Ohr oder oben auf dem Ohr; empfindliche Schwellungen hinter den Ohren mit Eiterungstendenz.
Naseerkältet sich leicht und häufig, besonders durch Zugluft Calc.-sulph.Erkältet sich leicht und häufig, besonders durch Zugluft (offene Fenster). Schnupfen, dicker, gelber, klumpiger Sekret, eitrig, blutgestreift Calc.-sulph.Schnupfen mit dickem, gelbem, klumpigem Sekret; oft eitrig und blutgestreift. Kent merkt an, dass Calcium sulfuricum selbst hartnäckigste Fälle von Nasenkatarrh geheilt hat und dass die Fälle mit einseitige Beschwerden, Bei Nasenkatarrh Calc.-sulph.einseitigen Beschwerden am besten auf das Mittel angesprochen haben. Zum Beispiel: Gelblicher Schleim aus dem linken Nasenloch mit Tränen des linken Auges.
Es gibt zwei wichtige Modalitäten für den Schnupfen und das Niesen.
  • Erstens bessert auch hier oft der Aufenthalt im Freien. Die Prüfungen ergaben Symptome wie: „Neigung zu Schnupfen und Niesen, verschwindet an der frischen Luft.“ „Sehr geringer Auswurf, aber starker Schnupfen, verschwindet im Freien und ist schlimmer im rechten Nasenloch.“

  • Zweitens übt Baden oder Waschen, besonders mit kaltem Wasser, übt starken Einfluss aus Calc.-sulph.Baden oder Waschen, besonders mit kaltem Wasser, einen starken Einfluss aus. Die Nasensekretion kann dadurch verursacht oder verschlimmert, aber auch gebessert werden: „Schnaubt immer gelblichen oder grünlichen Schleim aus der Nase, morgens nach dem Baden“, aber auch: „Wundmachender Schnupfen im Freien, verschwindet bald, wenn er im Haus ist und nachdem er sich das Gesicht mit kaltem Wasser gewaschen hat.“ Letzteres Symptom zeigt, dass frische Luft auch verschlimmern kann.

Am Tage Stockschnupfen im linken Nasenloch, während das rechte weißen, wässrigen Schleim in kleinen Mengen absondert; nachts ist es umgekehrt: das rechte Nasenloch ist zu, das linke läuft.
Wässriger Schnupfen aus den vorderen Nasenöffnungen; die Choanen aber sind verstopft, er muss durch den Mund atmen.
Blutiger Schnupfen bei Säuglingen. Nasenbluten im Schlaf und täglich beim Waschen des Gesichts.
Verlust des Geruchssinns. Karies des Nasenbeins.
Beben oder Kribbeln an der Nasenwurzel, Beben oder Kribbeln in der N., erstreckt sich zu den WangenNasenwurzel, erstreckt sich zu den Wangen.
GesichtBlasse und kränkliche Gesichtsfarbe, aber viele Ausschläge, viele Calc.-sulph.Ausschläge und auch häufiges Erröten, häufiges Calc.-sulph.Erröten.
Akne bildet Akne, bildet Krusten aus Eiter und Serum Calc.-sulph.Krusten aus Eiter und Serum. Pickel und Geschwürchen Calc.-sulph.Pickel und Geschwürchen mit trockenen gelben Grinden, juckend. Pusteln; Herpes, Flechten; Furunkel an der Stirn; Ekzem; Lupus erythematoides. Viele Pickel unter dem Bart, die nach dem Kratzen bluten oder eine ölige, durchsichtige Substanz absondern.
Die Lippen können aufgesprungen sein, und gelbe, bläschenartige Geschwürchen zeigen sich dort, die bei Berührung brennend schmerzen.
Empfindung von großer Hitze in Gesicht und Augen, aber objektiv sind die Teile kühl; großes Verlangen nach und Besserung durch frische Luft. Schießende Nervenschmerzen in der rechten Gesichtshälfte.
MundTrockener, heißer Mund. Geschwüre und Bläschen im Mund. Entzündung und Schwellung der Schleimhäute.
Wundheit an der Innenseite der Lippen, roh und brennend Calc.-sulph.Wundheit an der Innenseite der Lippen, roh und brennend; am Gaumen, wie verbrannt, beim Mittagessen.
Hinten an der Zunge, hinten an der Z. gelblicher Belag, einer Lage halbgetrockneten gelblichen Lehms gleichend Calc.-sulph.Zunge gelblicher Belag, einer Lage halbgetrockneten gelblichen Lehms gleichend. Schwellung und Entzündung der Zunge; wenn Eiterung einsetzt. Die geschwollene, steife Zunge macht das Sprechen schwierig.
Geschmack seifig, sauer, scharf oder bitter.
Calcium sulfuricum ist ein wichtiges Mittel bei Zahnfleischabszesse Calc.-sulph.Zahnfleischabszessen und Wurzelspitzengranulom Calc.-sulph.Wurzelspitzengranulom. Geschwollenes, wundes Zahnfleisch; es blutet beim Zähneputzen. Die Zahnschmerzen werden sehr viel schlimmer, wenn man leicht über das Zahnfleisch streicht. Die Zähne sind empfindlich gegen kalte Luft und kaltes Wasser.
HalsZu diesem Thema möchte ich Margery Blackies anschauliche Beschreibung zitieren: „Ein großes Halsmittel. Charakteristisch ist, dass es in der Lage ist, Infektionen herauszutreiben. Der ganze Mund ist trocken. In der Regel sieht der Mund vorne völlig sauber aus. Wenn man die Patienten jedoch bittet, den Mund etwas weiter zu öffnen, dann sieht man, dass der ganze hintere Bereich gelb belegt ist, mit einer Menge Sekret, das sie nicht loswerden. Sie haben Schmerzen beim Schlucken, es besteht eine Neigung zu Mandelvereiterung, und auch die Halslymphknoten werden schnell in Mitleidenschaft gezogen. Volheits- und Erstickungsgefühl, Hals Calc.-sulph.Vollheits- und Erstickungsgefühl, recht oft eine Art Lufthunger Calc.-sulph.Lufthunger, Durst auf kalte Getränke oder Verlangen nach Obst. Regelmäßig Verschlimmerung, wenn Heißes in den Hals gelangt …“
Einige Ergänzungen: Rachen und Hals geschwollen, rot, wund; Halsweh mit Vereiterung. Dicker, gelber Schleim wird von den hinteren Nasenöffnungen in den Hals gezogen. Hals, Pflockgefühl im Calc.-sulph.Pflockgefühl im Hals. Tonsillitis Calc.-sulph.Tonsillitis mit eiterndem Peritonsillarabszess.
Atmung, Brust, HerzHartnäckige Heiserkeit, besser im Freien Calc.-sulph.Heiserkeit, besser im Freien. Gefühl von Staub im Kehlkopf.
Erstickungsgefühle Calc.-sulph.Erstickungsgefühle sind charakteristisch für Calcium sulfuricum, ebenso wie für HEPAR. Krupp mit viel Erstickungsgefühl Calc.-sulph.Krupp mit viel Erstickungsgefühl, der Patient wirft die Bettdecke von sich und verlangt nach Luft, die auch eindeutig bessert – wogegen bei HEPAR Aufdecken und der leichteste Luftzug verschlimmern.
  • Viel Schleim in den Atemwegen, Katarrh mit dicker, gelber oder weißlicher, klumpiger Absonderung, oder mit eiterartigem Sekret Calc.-sulph.Katarrh mit dicker, gelber oder weißlicher, klumpiger Absonderung, oder mit eiterartigem Sekret. Reichliche Expektoration, reichliche Calc.-sulph.Expektoration. Auswurf von durchsichtigem Schleim früh am Tag, gelblich von etwa 12 bis 15 Uhr, gegen Abend dann wieder durchsichtig.

  • Erschwertes Atmen: rasselnd und kurz; mit Giemen und Erstickungsanfällen, das Mittel kann daher bei Asthma angezeigt sein. Asthma oder Husten mit hektischem Fieber; eitriges, blutiges Sputum. Asthmatischer Husten, asthmatischer, kruppartig morgens beim Erwachen und nach der Mittagsruhe Calc.-sulph.Husten, kruppartig morgens beim Erwachen und nach der Mittagsruhe.

  • Viel Schleim in den Atemwegen, mit Rohheits- und Schmerzempfindung; Katarrh, der dick, klumpig, weiß-gelb oder eiterartig ist.

Enger, kurzer Husten, der ein Kratzen im Hals und eine Spannungs- oder Stressempfindung in Brust und Kopf hinterlässt. Husten nach Baden Calc.-sulph.Husten nach Baden; Husten oft besser in kalter Luft oder im Freien Calc.-sulph.Husten oft besser in kalter Luft oder im Freien.
Bronchitis mit gelbem, gelblich-grünem oder blutvermischtem Auswurf. Beklemmung und Rauheit der Brust; Brennen und Schwäche in der Brust. Brust wie gelähmt und wie roh hinter dem Sternum, mit Übelkeit am Vormittag, die einen Höhepunkt gegen 13:30 Uhr erreichte, in einem kleinen, engen, überfüllten Raum, vom Zuschauen bei einer Operation; danach tödliche Übelkeit und Schwindel; er schaffte es kaum auf die Straße, wo er sich nach etwa 15 Minuten besser fühlte.
Empyem, Eiteransammlung in der Pleurahöhle. Angst in der Herzgegend. Ängstliches Herzklopfen; nachts.
MagenGesteigerter Appetit und Durst, bis hin zum Heißhunger Calc.-sulph.Heißhunger; oder der Appetit fehlt ganz. Essen bessert den Zustand im Allgemeinen.
Verlangen nach grünem, saurem Obst und Gemüse Calc.-sulph.Verlangen: grünes, saures Obst und Gemüse; Tee und Wein; erfrischende Dinge, Salziges. Abneigung gegen Fleisch Calc.-sulph.Abneigung gegen Fleisch, Milch und Kaffee.
Übelkeit: mit Schwindel; bei Kopfweh; mit Schmerzen im Becken.
Bitteres oder saures Aufstoßen; nachts. Anfällig für Verdauungsstörungen, anfällig für Calc.-sulph.Verdauungsstörungen, besonders nach dem Frühstück.
Schweregefühl im Magen und in der Brust morgens, besser nach dem Mittagessen. Schmerzen im und am Magen: Krämpfe; ein einzelner, schneidender Kolikspasmus im Magen geht dem Stuhlgang voraus; Wundheitsschmerz; wandernde Schmerzen in Magen und Bauch; Schmerzen vom Magen zur Leber; Kolik, vorübergehend gelindert durch Trinken kalten Wassers, mit Gefühl von Zusammenschnürung im Magen, gefolgt von Stuhlgang, danach viele Blähungen und Aufstoßen.
AbdomenHeftige Schmerzen in der Lebergegend. Krämpfe und Kolik in den Hypochondrien, Krämpfe und Kolik in den Calc.-sulph.Hypochondrien; den ganzen Tag, oder spät abends; nachts, nachdem er sich zur Ruhe begeben hat, mit großer Unruhe.
Blähungen Calc.-sulph.Blähungen, mit Auftreibung und Kolik. Faulig riechende Blähungen. Blähungen und Aufstoßen nach Baden.
Große Kälte im Bauch, mit Auftreibung. Scharfe, schneidende, schießende Kolik; nach Eiswasser (was für den Prüfer sehr ungewöhnlich war); mit Kollern; mit trüben Augen. Appendizitis. Gefühl am Unterbauch, als ob die Haut zu eng wäre, mit Schmerzen. Schmerzen in der rechten Beckenseite, gefolgt von Mattigkeit, Übelkeit und Magenschmerzen.
Rektum und StuhlCalcium sulfuricum ist häufig bei schmerzenden oder schmerzlosen Abszesse, Anus mit anhaltender Eiterabsonderung, schmerzend oder schmerzlos Calc.-sulph.Abszessen um den Anus mit anhaltender Eiterabsonderung angezeigt. Auch Analfisteln Calc.-sulph.Analfisteln sind eine wohlbestätigte Indikation. Analprolaps.
  • Rektum, Jucken und Ameisenlaufen im Calc.-sulph.Jucken und Ameisenlaufen im Rektum. Feuchtigkeit um den Anus, die Brennen und Jucken verursacht. Druck auf den Darm, wie zum Stuhl, und Zusammenschnüren des Anus nach dem Frühstück.

  • Dem Stuhlgang können schneidende Kolikspasmen im Magen oder Bauch vorausgehen. Stühle mit starkem Tenesmus, mit wundmachender, beißender und brennender Empfindung am Anus während oder nach dem Stuhlgang. Große, harte Stühle, Tenesmus am Ende des Stuhlgangs, mit krampfhaftem Schaudern während der Entleerung, beißend-brennenden Schmerz am Anus hinterlassend.

  • Chronische Verstopfung; schwierige, ungenügende Stühle.

  • Diarrhö: Morgen- oder Abenddurchfall; von Wetterwechsel oder nach Genuss von Ahornzucker; mit Absonderung von Eiter oder blutigem Eiter. Calcium sulfuricum ist sehr nützlich bei Durchfall bei Kindern Calc.-sulph.Durchfall von Kindern, schlimmer, wenn sie noch so wenig gegessen haben, schmerzlos, unwillkürlich. Seit langem bestehende Diarrhö, Stühle von breiiger Konsistenz, belegte Zunge.

  • Dysenterie, wenn der Stuhl aus eiterartigem Schleim besteht; kann mit Blut vermischt sein.

  • Drängen zum Stuhl, morgens beim Erwachen; der erste Teil hart, der letzte Teil dünn.

  • Stühle von heller Farbe; unverdaut.

HarnorganeChronische Nephritis, mit starken Schmerzen in der Nierengegend Tag und Nacht, und reichlicher, schwächender Absonderung von Eiter mit dem Urin. Nephritis nach Scharlach. Calcium sulfuricum ist ein wertvolles Mittel für Blasenkatarrh, wenn reichlich gelber Eiter ausgeschieden wird. Harnröhrenabsonderungen: gelb, blutig, oft wie Nachtripper. Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen. Roter Harn bei hektischem Fieber.
Männliche GenitalienAbszess der Prostata. Spermatorrhö bei Impotenz.
Unangenehme Empfindungen in den Genitalien; Schmerzen in den Hoden wie gequetscht oder sonst wie verletzt; Ziehen im Samenstrang und in den Hoden, mit fast unwiderstehlichen erotischen Phantasien und Begierden. Hydrozele bei Jungen.
Weibliche GenitalienDie Menses kamen später und dauerten länger, die üblichen Symptome wie Kopfweh, nervöses Zucken, Krampfschmerzen, Schwäche waren schlimmer. Menses, Abwärtszerren im Becken während der Calc.-sulph.Abwärtszerren im Becken während der Menses, wie von Uterusprolaps. Fibroide Tumoren der Gebärmutter. Geschwüre der Vulva; des Muttermundes.
Jucken in der Vagina nach den Menses, Schwellung der Schamlippen; Jucken der Genitalien während der Menses oder bei Fluor. Die Schamlippen sind wund, entzündet und eitern.
Fluor, dick, gelb oder weiß, klumpig; Fluor, blutig, brennend Calc.-sulph.blutig; brennend; wundmachend.
Mastitis, wenn Eiter sich zu bilden beginnt oder während der Eiterung; auch wenn nach ausgedehntem Stillen Eiter abgesondert wird.
RückenSchmerzhafte Steifheit an der Halsseite oder im Nacken. Schwäche des Rückens, besonders in der Lendengegend Calc.-sulph.Schwäche des Rückens, besonders in der Lendengegend. Kent sagt, dass Calcium sulfuricum sich als wertvolles Mittel bei der Behandlung von Rückgratverkrümmungen in der Lendengegend erwiesen hat, die das Aufsetzen erschweren. Schwäche des Kreuzes, nur spürbar in Rückenlage Calc.-sulph.Schwäche des Kreuzes, nur spürbar in Rückenlage. Schwäche des Rückens mit Steifheit der Hände und geschwollenen Fingern. Rückenschmerzen abends, nachdem der Patient sich zur Ruhe begeben hat, verursachen große Unruhe und Unbehagen.
ExtremitätenRheumatische Gelenkschmerzen. Jucken, oft brennendes Jucken der Haut an den Extremitäten; Pickel und Bläschen entstehen.
Zunehmende schmerzhafte Steifheit, schmerzhafte S. der Arme Calc.-sulph.Steifheit der Arme, Schultern und des Rückens, vom Vormittag bis in den späten Nachmittag. Besonders die Schultern, extrem steif und starr, schmerzen bei Berührung Calc.-sulph.Schultern sind extrem steif und starr und schmerzen bei Berührung; das An- und Ausziehen eines Mantels bereitet Schmerzen; schlimmer morgens und abends; besser im Freien und beim Gehen. Neuralgische Schmerzen in der Schulter, die in das Handgelenk und den Handrücken ausstrahlen.
Taubheit der Hände, mit klebrigem Gefühl. Schmerzhafte Krämpfe in der rechten Hand, mit Steifheit und Taubheit des kleinen Fingers. Die Finger sind Finger, dick, geschwollen, steif, starr Calc.-sulph.dick, geschwollen, steif, starr, besonders morgens; auch am Nachmittag, mehr an der rechten Hand; ungeschickt und plump. Fingerglieder geschwollen. Kleiner Finger entzündet und geschwollen. Nach Verletzungen der Finger mit anhaltender Eiterung. Nagelgeschwür, wenn die Eiterung beginnt.
Hüftgelenksentzündung; in den Eiterungsstadien der Koxarthrose. Ischialgie. Schmerzhafte Steifheit in den Oberschenkeln, am schlimmsten am frühen Abend.
Mattigkeit der Knie, Mattigkeit der K. nach dem Gehen Calc.-sulph.Knie nach dem Gehen, für gewöhnlich in den Waden verspürt. Die Innenseite des linken Knies ist sehr lahm, beim Bücken oder Schnellgehen.
Unterschenkel steif, schwach, berührungsempfindlich Calc.-sulph.Unterschenkel steif, schwach, berührungsempfindlich; Füße geschwollen und empfindlich. Tiefe Geschwüre, tiefe Calc.-sulph.Geschwüre. Margery Blackie sagt, dass Calcium-sulfuricum-Menschen fast immer sehr kalte Füße Calc.-sulph.kalte Füße haben, bei Hitze überall sonst am Körper. Kalter, übelriechender Fußschweiß. Es sind aber auch heiße, brennende Füße beobachtet worden, mit starkem Brennen und Jucken Calc.-sulph.Brennen und Jucken der Sohlen. (Vergleiche die beiden Komponenten des Kombinationsmittels Calcium sulfuricum, CALCIUM und SULFUR.) Schmerzende Hühneraugen, schmerzen, stechend, brennend Calc.-sulph.Hühneraugen; stechend, brennend.
SchlafSchläfrig am Tage; wach in der Nacht. Schlaflosigkeit durch hartnäckige Gedanken und Unruhe.
Schreckträume, gefolgt von Krämpfen. Träumte, sie hätte einen Krampf von Erschrecken; erwachte schreiend, sehr erschöpft. Träumte, er versuchte, einen Aal zu fangen und festzuhalten, und schaffte es nicht, weil seine Finger so steif waren.
Fieber, Frost, SchweißHitzewallungen Calc.-sulph.Hitzewallungen, Pulsieren Calc.-sulph.Pulsieren, pochende Hitze, pochende Calc.-sulph.Hitze; als wäre er kurz vor einem Schweißausbruch, oder auch verbunden mit Schweiß. Hitzewallungen während des Essens. Das Mittel hat mehrere Fälle von chronischem Wechselfieber mit abendlichem Frost geheilt. Hektisches Fieber: durch Eiterbildung ausgelöst; bei Asthma und Husten; mit Brennen in den Fußsohlen.
Reichliches Schwitzen, durch die geringste Anstrengung; kalter und übelriechender Fußschweiß.
HautCalcium sulfuricum hat zahlreiche Hautsymptome, was, wie Kent bemerkt, nach einem Studium seiner Komponenten CALCIUM CARBONICUM und SULFUR erwartet werden konnte.
  • Wunden (Schnitte, Prellungen, Quetschungen usw.) zeigen allgemein Wunden, schlechte Heilungstendenz Calc.-sulph.schlechte Heilungstendenz und neigen zur Eiterung.

  • Im Winter neigt die Haut dazu, nach dem Waschen rissig zu werden, besonders an den Händen.

  • Die meisten Hautbeschwerden sind durch Brennen, Jucken, bei Hautbeschwerden Calc.-sulph.Brennen, Jucken und sehr oft durch Eiterung gekennzeichnet.

  • Viele Hautsymptome sind bereits beschrieben worden. Eine kurze zusammenfassende Aufzählung: Flechtenausschläge überall am Körper, Psoriasis, Lichen Calc.-sulph.Lichen; Pemphigus foliaceus; Eiterpusteln, Akne Calc.-sulph.Akne; Ekzeme bei Kindern, Milchschorf; Furunkel, Karbunkel; eiternde Verbrennungen, Verbrühungen, Frostbeulen; Geschwüre, die dicken gelben oder blutigen Eiter absondern Calc.-sulph.Geschwüre, die dicken gelben oder blutigen Eiter absondern; Abszesse Calc.-sulph.Abszesse; eiternde Fisteln, eiternde Calc.-sulph.Fisteln; Hidradenitis suppurativa Calc.-sulph.Hidradenitis suppurativa, Schweißdrüsenabszesse Calc.-sulph.Schweißdrüsenabszesse, besonders in den Achselhöhlen; Zellulitis, Phlegmone; Urticaria usw.

Margery Blackie hält Calcium sulfuricum für „das beste aller Aknemittel, es sei denn, es gäbe starke Indikationen für ein anderes Mittel“. Die Läsionen heilen langsam. Der Teint kann blass, gräulich oder bleifarben sein; nichtsdestotrotz kann die Haut auch ein raues, rotes Erscheinungsbild haben wie bei SULFUR.

Calendula officinalis

Essenzielle Merkmale
Calendula ist für Rißwunden Calend.Risswunden, was ARNICA für Prellungen ist. Beide gelten als spezifische Heilmittel für Verletzungen Calend.Verletzungen (ebenso wie LEDUM, BELLIS PERENNIS und einige andere Arzneien). Wenn die Haut bzw. das betroffene Organgewebe nicht zerrissen ist und das Trauma nur einen Blutaustritt ins Gewebe bewirkt hat, ist ARNICA angezeigt. Wenn aber eine Risswunde der Haut oder ein Einriss eines Organs vorliegt und ein Entzündungsprozess einsetzt, dann ist Calendula das Mittel der Wahl – allerdings nicht immer, denn die Verletzungen müssen bestimmte charakteristische Merkmale der Arznei aufweisen, wenn das Mittel wirken soll.
Folgen von Verletzungen, Entzündung
Ein wichtiges Merkmal von Calendula ist, dass die im Falle einer Verletzung, Entzündung oder Geschwürbildung empfundenen Schmerzen, werden sehr heftig empfunden Calend.Schmerzen sehr heftig sein können und oft in keinem Verhältnis zum Ausmaß der Verletzung stehen. Auch der Allgemeinzustand des Patienten wird stark beeinträchtigt: allgemeine Schwäche, allgemeine, sehr viel größer als zu erwarten wäre Calend.Schwäche, die wiederum sehr viel größer sein kann, als man es vom Grad der Verletzung her erwarten würde. Die Erschöpfung kann auch durch starken Blutverlust aus dem verletzten Organ bedingt sein, oder durch Entzündungen mit schwächender Eiterung und drohender Sepsis; aber Schwäche und Schmerzen sind auch dann übermäßig, wenn die Wunde gar nicht so schlimm ist. In diesem Zustand heftiger Schmerzen und Schwäche kann dem Patienten auch übel werden. Das physische Trauma hat auch noch andere Folgeerscheinungen: Fieberfrost, Verletzungen, nach Calend.Fieberfrost ist ein ausgeprägtes Merkmal, und wie die Prüfung gezeigt hat, treten viele Symptome während des Frostes auf; auch Fieber und Kopfschmerzen können zu den Folgen einer Verletzung gehören.
Calendula kann bei Verletzungen der Muskeln und Sehnen, Verletzungen der Calend.Muskeln und Sehnen angezeigt sein (in Fällen, wo normalerweise BRYONIA oder RHUS TOXICODENDRON gegeben wird), auch wo heftige Entzündungen eintreten und die Symptome nach BRYONIA aussehen, BRYONIA aber nicht hilft. Der Schmerz ist schlimmer bei Bewegung des betroffenen Körperteils verschlimmert Schmerz Calend.Bewegung des betroffenen Körperteils und gelindert, Schmerzen, besser wenn der Patient vollkommen still liegt Calend.wenn der Patient vollkommen still liegt. Die verletzte Stelle ist empfindlich gegen Berührung, verletzte Stellen empfindlich gegen Calend.Berührung, die Wunde schmerzt auch noch nach dem Verbinden. Aber wir beobachten bei Calendula auch eine Umhergehen, Besserung durch Calend.Besserung durch Umhergehen; außerdem eine Verschlechterung durch nasses Wetter Calend.Verschlimmerung durch nasses Wetter (wie RHUS TOXICODENDRON) bei Schmerzen, die anfallsweise auftreten (LACHESIS).
  • Bei Verletzungen fördert Calendula (äußerlich angewandt, aber auch oral gegeben) eine gesunde Granulation und primäre Wundheilung, ohne entstellende Narbenbildung.

  • Die Granulation, Förderung der Calen.granulationsfördernde Wirkung hat dazu geführt, dass Calendula bei überschießender Wucherung von Granulationsgewebe („wildes Fleisch“) und bei Narbenkeloiden verwendet wurde. In solchen Fällen ist es besonders dann angezeigt, wenn das Narbengewebe am Trommelfell situiert ist und das Gehör beeinträchtigt.

  • Cooper hat gezeigt, dass Calendula eines der besten Mittel bei Schwerhörigkeit, Narbengewebe auf dem Trommelfell, durch Calen.Schwerhörigkeit oder Taubheit durch Narbengewebe auf dem Trommelfell ist. Er hat das Mittel auch erfolgreich in Fällen von Schwerhörigkeit mit unterdrückten Hautausschlägen in der Vorgeschichte eingesetzt. Seine wichtigsten Modalitäten waren dabei: Taubheit, nasses Wetter verschlimmert Calend.Taubheit schlimmer bei nassem Wetter und vom Taubheit, Trinken verschlimmert Calen.Trinken.

Konstitutioneller Calendula-Zustand
Der konstitutionelle Calendula-Zustand zeigt einen Menschen mit geschwächten Abwehrkräfte, geschwächte Calend.Abwehrkräften, der sich häufig erkältet und leicht müde wird – geistig, emotional und körperlich –, der extrem nervös, reizbar und schreckhaft ist, sehr empfindlich gegen Geräusche, bei denen er hochfährt. Er vermittelt den Eindruck eines schwachen und angsterfüllten Menschen. Jede schwierige Situation, jede Belastung löst bei ihm Panik aus. Eine Furcht, daß etwas Schlimmes passieren wird Calend.Furcht, dass etwas Schlimmes passieren wird (wie bei CAUSTICUM oder PHOSPHORUS), beherrscht ihn, „ein Gefühl, als ob ein überwältigendes Unglück über mir lauern würde, so stark, dass es so gut wie unerträglich ist“, wie ein Prüfer es ausgedrückt hat, und diese Angst macht ihn sehr unruhig Calend.unruhig. Calendula-Patienten sind sehr empfindlich Calend.empfindlich und reagieren verärgert und gereizt, wenn sie angegriffen oder beleidigt werden. mürrische, verdrossene Stimmung Calend.Mürrische und verdrossene Stimmung, die mit Angst und Besorgnis, besonders bei Frost Calend.Angst und Besorgnis verbunden sein kann, besonders bei Fieberfrost, oder aber mit einem schläfrigen, traumartigen Zustand. Der psychische Schmerz ist so heftig, dass er ganz und gar unerträglich werden kann, mit Qual und Verzweiflung, und daher kann der Kranke sich schließlich in einen Zustand der Gleichgültigkeit flüchten und wie verhärtet wirken. (In diesem Kontext ist es interessant, dass Calendula erfolgreich in Fällen angewendet wurde, bei denen die Haut der Hände und/oder Fußsohlen verdickt, hart und schwielig war.)
Bei einem Baby verursachte Calendula Schreien, Zucken der Hände und des Gesichts, mit kolikartigen Schmerzen (offenbar durch Blähungen). Das Kind hatte sogar Krämpfe, mit starrem Blick, und erbrach Milch mit Schleim. Diese Symptome waren mit der erwähnten extremen Unruhe und Geräuschempfindlichkeit verbunden. Ein weiteres Symptom war eine deutliche Gelbtönung der Haut und auch der Stühle („von der Farbe der Ringelblume“). Laut Clarke, der von dieser unfreiwilligen Prüfung berichtet, sind Fälle von Gelbsucht Calend.Gelbsucht erfolgreich mit Calendula behandelt worden. Starke Reizbarkeit, starke, während Frost schlimmer Calend.Reizbarkeit, die, wie viele Symptome dieses Mittels, während des Frierens schlimmer wird, kann ein Charakteristikum in diesen Fällen sein.
Allgemeinsymptome und Keynotes
In den meisten Fällen wurde das Mittel äußerlich als Lösung (meist heiß) der Tinktur oder der Potenz angewandt, es ist aber auch oral verabreicht worden (in Tinktur oder Potenz), entweder ohne äußerliche Applikation oder um deren Wirkung zu unterstützen.
  • Calendula ist als Wundheilmittel wohlbekannt, besonders bei Rißwunden mit Gewebsverlust Calend.Risswunden mit Gewebsverlust, bei eiternde Wunden und Geschwüre Calend.eiternden Wunden und Geschwüre, eiternde Calend.Wunden und Geschwüren; bei Knochenbrüche, komplizierte Calen.Knochenbrüchen, besonders wenn sie kompliziert sind und langsam heilen; Folgen von Stoß, Schlag oder Sturz; Dekubitus; Verbrennungen. Jahr, der sich im blutigen Jahr 1849 in Paris aufhielt, wandte das Mittel bei mehreren Opfern von Schussverletzungen Calend.Schussverletzungen mit Trümmerfrakturen an; Gliedmaßen, die andernfalls amputiert worden wären, konnten mit Calendula gerettet werden.

  • Entzündungen infolge mechanischer Traumata (Ophthalmie usw.). Nützlich auch nach chirurgische Eingriffe, nach Calend.chirurgischen Eingriffen, nach Dammriß bei der Geburt, nach Calend.Dammriss bei der Geburt; Clarke weist darauf hin, dass „die Applikation eines mit heißer Calendula-Lösung getränkten Schwammes nach der Entbindung der Patientin größte Erleichterung bringt“.

  • Wenn Wunden nach Zahnoperationen Calend.Zahnoperationen (Extraktionen usw.) sich nicht rechtzeitig schließen und die Blutung anhält. Die bemerkenswerte Fähigkeit des Mittels, Eiterung, Sepsis und Gangrän, verhindert Calend.Gangrän zu verhindern, ist oft bestätigt worden.

  • Neuritis Calend.Neuritis als Folge von Risswunden.

  • Blutige und seröse Infiltrationen der Zellgewebes, blutige und seröse Infiltrationen des Calend.Zellgewebe in offenen Wunden und Geschwüren (Sugillation, Suffusion) werden ebenfalls als Indikationen genannt.

  • Auch in manchen Fällen von Karbunkeln wirkt es prompt, indem es Schmerzen und Fieber dämpft.

  • Bei schlechter Vernarbung oder überschüssiger Narbengewebebildung, Keloiden, Schwäche und anderen Folgen schlecht verheilter Verletzungen oder Geschwüre hat Calendula gute Wirkungen erzielt.

  • Andere Indikationen, bei denen Calendula mit gutem Ergebnis verordnet wurde: Lähmung nach Schlaganfall; Rheumatismus, der bei Bewegung schlimmer wird; chronisches Erbrechen; Menstruationsstörungen, insbesondere Ausbleiben der Regelblutung und dadurch bedingte Beschwerden; und anderes mehr. „Äußerlich aufgelegt und als Bähung (Umschlag) sollen vorzüglich die Blumen … Zahn- und Kopfweh stillen“ (Hahnemanns Apothekerlexikon).

  • Ein allgemeines Merkmal ist Erkältungen, große Anfälligkeit für, besonders bei feuchtem Wetter Calend.große Anfälligkeit für Erkältungen, besonders bei feuchtem Wetter. Katarrhalische Leiden.

Lokalsymptome
KopfRisswunden der Kopfhaut, Rißwunden der Calend.Kopfhaut. Komplizierte Schädelbrüche.
Benommenheit des Kopfes, wie bei einem Kater. Schwere des Kopfes morgens, wie nach einer langen Krankheit.
Dumpf drückende Empfindung, besonders im Hinterkopf, dumpf drückende Empfindung Calend.Hinterkopf. Stirnkopfschmerz nach dem Essen, mit Hitzegefühl in der Stirn. Fliegende Hitze in der Stirn, abends.
AugenTraumatisch bedingte Ophthalmie, traumatische O. mit Eiterung Calend.Ophthalmie mit Eiterung (z. B. durch einen Fremdkörper im Auge); Konjunktivitis, Iritis, Keratitis. Riss- oder Schnittwunden der Augen. Nach Augen- oder Lidoperationen, um Entzündung und Eiterung zu vermeiden. Verletzungen der Lider und Augenbrauen, die schlecht behandelt worden sind und eitern. Bei der Prüfung von Franz ergab sich das folgende Symptom: „Das Weiße in den Augen ist entzündet, bei drückenden Kopfschmerzen bald der Stirne, bald der Schläfe im Liegen, aber nicht im Sitzen und Stehen.“
Blennorrhö Calend.Blennorrhö aus dem Tränensack. Trockenheit und Beißen der Lidränder, wie von Rauch. Gelbsehen.
OhrenSchwerhörigkeit oder Taubheit Calend.Schwerhörigkeit oder Taubheit, mit Trommelfell, Narbengewebe auf dem Calend.Narbengewebe auf dem Trommelfell. Manchmal finden sich in der Vorgeschichte Otorrhö und unterdrückte Ekzeme. In einem Fall von Schwerhörigkeit war nach Unterdrückung eines Ekzems eine Verdickung der Epidermis am Handrücken zurückgeblieben, und dies war entscheidend für die Wahl von Calendula.
Das Gehör besser in lauter Umgebung Calend.Gehör kann besser in einer lauten Umgebung sein, auch Gehör besser beim Fahren im Zug oder Bus Calend.beim Fahren im Zug oder Bus. Entfernte Geräusche werden besser gehört. Ohren, schlimmer in feuchter, schwerer Luft Calend.Schlimmer, wenn die Luft feucht und schwer ist; Ohren, schlimmer vom Trinken Calend.vom Trinken. Schlimmer bei Erkältung oder Müdigkeit. Taubheit, durch Baden ausgelöst Calend.Baden kann Schwerhörigkeit auslösen. Kann nicht zwei Menschen gleichzeitig sprechen hören, ist unfähig zu unterscheiden, woher der Schall kommt.
NaseSchnupfen in einem Nasenloch; mit viel grüner Absonderung. Heftiges Niesen.
Gesicht„Blaues Auge“, durch Blutaustritt ins Gewebe nach einer Verletzung. Gesicht aufgedunsen und geschwollen, besonders unter den Augen.
Nachdem er einen Teelöffel der Tinktur eingenommen hatte, erlebte Price dies: „Sofort das Gefühl, als wären die Lippen geschwollen; von den Lippen breitete es sich zu den Nasenflügeln aus und -gewann schnell an Intensität. Nach einer Stunde waren die Lippen stark geschwollen und die Pupillen erweitert…“
Mund und HalsNach Zahnextraktionen oder -operationen, hilfreich nach Calend.Zahnextraktionen oder -operationen, die Risswunden im Zahnfleisch zur Folge hatten.
Verbrennungen auf Lippen und Zunge, Verbrühungen der Mundschleimhaut; Zunge trocken, rot und eingerissen. Verbrühungen des Halses, mit Substanzverlust.
Die Unterkieferdrüsen, geschwollen, schmerzhaft Calend.Unterkieferdrüsen sind geschwollen und schmerzhaft bei Berührung, wie geschwürig, auch die Achsellymphknoten schmerzen bei Berührung. Oder: Die Unterkieferdrüsen schmerzen wie geschwollen bei Berührung und verursachen noch außer derselben spannenden Schmerz, der besonders beim Schlucken zum Drücken im Hals wird. Oder: In den Drüsen hinter dem linken Ast des Unterkiefers herauf ziehend spannender Schmerz, bei Bewegung des Kopfes.
Ein Fall von heftigem Zahnschmerz, der als akute Pericoronitis diagnostiziert worden war, wurde mit einer einzigen Dosis Calendula C 200 (oral verabreicht) erfolgreich behandelt. Die Symptome waren: Starke Schmerzen in den Muskeln und im Knochen des linken Unterkiefers; schlimmer nachts; Schmerz strahlt zum linken Ohr aus; Müdigkeit, Schwäche und Übelkeit; allgemeine Verschlimmerung durch Wärme. Calendula wurde aufgrund eines Ratschlags verschrieben, den der behandelnde Homöopath bei einem Workshop erhalten hatte: dass das Mittel bei allen septischen Zuständen in Betracht zu ziehen sei, bei denen keine andere Arznei indiziert ist (Gregory Pais, Simillimum, Winter 1991, S. 82).
Vor dem Essen bitterer Geschmack des Schleimes im Hals; das Essen schmeckt aber normal.
Husten, BrustHusten mit Heiserkeit und grünem Auswurf; mit Auftreibung des Leistenrings.
Ziehendes Drücken in der linken Brustseite und auf dem Brustbein, mit Stichen in der rechten Brustseite. Drücken und Beklemmung auf der linken Brustseite, abends im Bett.
MagenSodbrennen mit Gänsehaut Calend.Sodbrennen mit Gänsehaut ist ein eigentümliches Symptom dieser Arznei. Flaues Gefühl; Anwandlungen von Übelkeit Calend.Übelkeit. Übelkeit wird in der Brust verspürt Calend.Übelkeit wird in der Brust verspürt. Chronisches Erbrechen: nach einer Erkältung; mit Kardialgie, hektischem Fieber und Abmagerung; mit Schmerzen in der Uterusregion; nach vorausgegangener Diarrhö. Epigastrium, Auftreibung des Calend.Auftreibung des Epigastriums.
AbdomenIm Gehen ein Nabelgegend, bohrender und wühlender Schmerz tief in der Calend.bohrender und wühlender Schmerz tief in der Nabelgegend. Stumpfe, grobe Stiche in der Mitte der rechten Bauchseite bei Bewegung, die in der Ruhe vergingen.
Enteritis durch Fremdkörper. Ständige Schmerzhaftigkeit der Bauchdecke und Empfindlichkeit in der linken Iliakalregion, mit häufigen, fast ausschließlich aus Schleim bestehenden Stühlen.
Rektum und StuhlStuhlgang nach vorhergegangenem Kneifen und Angst im Unterleib, unter Fieberfrost. Verstopfung: mit Blähungen, presst, hat aber keinen Stuhlgang; durch Retroversio uteri. Diarrhö: mit Blähungen; den Anus wundmachend; mit Erbrechen.
HarnorganeVerletzung der Blase Operation, Verletzung nach einer Calend.nach einer Operation. Reißen in der Harnröhre während des Frostes Calend.Reißen in der Harnröhre während des Fieberfrostes.
Häufiges Wasserlassen mit Ausscheidung eines weißen, wasserhellen Urins, der sehr heiß ist und brennt. Urin dunkel, übelriechend. Clarke erwähnt, dass Wasserlassen, Schwierigkeiten beim Calend.Schwierigkeiten beim Wasserlassen, wie sie bei alten Männern sehr verbreitet sind, für einige Tage ganz beseitigt waren, nachdem der Betroffene ein paar Minuten lang ein Blatt der Ringelblume (Calendula) gekaut hatte.
Männliche GenitalienMechanische Exkoriation der Schleimhaut des Präputiums nach Koitus; in zwei Tagen geheilt durch eine Lösung von Calendula C 200, hergestellt aus ein paar in Wasser gelösten Globuli (Journal of Homœopathic Clinic, Bd. 4, S. 116).
Weibliche GenitalienAnschwellung und Verhärtung des Uterus; mit Spannen und Zerren in den Leisten; Vollheits- und Schweregefühl im Becken; Menorrhagie; Verstopfung durch gelegentliche Retroversio uteri; Schmerz bei plötzlichen Bewegungen. Prolaps. Ausbleibende Monatsblutung; mit Husten.
  • Ulzeration des Muttermundes Calen.Ulzeration des Muttermundes; mit übelriechendem Fluor. Muttermund, Kondylome am äußeren Calend.Kondylome am äußeren Muttermund. Calendula ist sogar bei Uterus- oder Brustkrebs angewandt worden.

  • Calendula ist hilfreich bei Einreißen der Zervix und des Damms während der Entbindung, oder zur Behandlung der verletzten Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt.

  • Entzündung der Genitalien nach Koitus Calend.Entzündung der Genitalien nach Koitus. Entzündung der Vulva infolge von Schnitt- oder Risswunden.

  • Reichliche, übelriechende, wässrige Absonderung aus der Vagina, mit großer Erschöpfung, nach Zangengeburt.

  • Brustwarzen, wunde und rissige Calend.Wunde und rissige Brustwarzen. Knoten in der Brust.

Äußerer Hals und RückenDrückend-reißender Schmerz zwischen den Schulterblättern. Drückender Schmerz unter der rechten unteren Schulterblattspitze mit der Empfindung, als wäre alles geschwürig und zerschlagen.
Rheumatisch ziehender Schmerz in der rechten Halsseite, der sich beim Beugen des Halses zu dieser Seite und beim Heben des rechten Armes verschlimmert und bis zur Schulter erstreckt.
ExtremitätenZiehend-drückendes Spannen in Händen und Fußgelenken, in der Ruhe. Schmerz wie zerschlagen an der Außenseite der Knie, im Sitzen. Brennender, reißender Schmerz oben auf der Wade, im Sitzen. Ziehend-krampfartiger Schmerz am inneren Rand der Fußsohle, im Sitzen. Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung in den unteren Extremitäten Calend.Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung in den unteren Extremitäten; kalte Hände und Füße.
Ulcus cruris varicosum Calend.Ulcus cruris varicosum. Tiefe, gezackte Geschwüre mit häufig auftretenden furchtbaren Schmerzen, reichlicher Eiterung und scheußlichem Gestank der Absonderung (CALCIUM SULFURICUM).
SchlafIn der Nacht liegt er sehr unruhig, keine Lage bringt ihm Ruhe, immer wieder wacht er auf, muss öfters Urin lassen und trinkt viel. Fallen, Empfindung von, beim Einschlafen Calen.Beim Einschlafen das Gefühl, aus der Höhe herabzufallen.
Fieber, Frost, SchweißDie Frost- und Fiebersymptome aus der Prüfung von Franz sind sehr auffallend, markant und zahlreich:
  • Den ganzen Morgen fröstelig, sehr empfindlich gegen Zugluft, den ganzen Morgen Calend.fröstelig, und sehr empfindlich gegen Zugluft.

  • Fast alle Symptome treten mit dem Fieberfrost, fast alle Symptoe treten mit F. auf Calend.Fieberfrost auf. Gemüt während des Frostes ängstlich, mürrisch und besorgt. Den ganzen Vormittag Fieberfrost in Händen und Füßen ohne Durst; dabei ziehend-drückende Schmerzen durch den ganzen Körper; die Rippen tun weh wie zusammengedrückt und zerschlagen, wenn er einige Zeit gesessen hat.

  • Während die Haut warm anzufühlen ist, empfindet er Schauder und eine Art Gänsehaut.

  • Bei Schauder im Rücken Drücken an der letzten wahren Rippe links mit Bewegungen in der Magengrube und im Unterleib, als würde er ohnmächtig.

  • Nachmittags Hitze, mit unterlaufendem Schauder und häufigem Durst, aber Trinken verursacht jedes Mal Schauder und Schüttelfrost.

  • Gegen Abend Hitzegefühl in den sonst kalten Händen und im ganzen Kopf, mit unterlaufendem Schauder, er hat keinen Durst und fast eine Abscheu vor dem Trinken Calend.Abscheu vor dem Trinken.

  • Hitze, abends im Bett große Calend.Abends im Bett große Hitze, fängt an zu schwitzen, besonders die Füße brennen stark und schwitzen.

  • Den ganzen Vormittag große Hitze, mit viel Schweiß, flaues Gefühl auf der Brust, die Schultern sind sehr heiß.

HautHaut, Gelbtönung der Calend.Gelbtönung der Haut; Gelbsucht. Traumatisches Erysipel.
Alte, vernachlässigte Wunden, die zu stinken anfangen. Hautverdickungen Calend.Hautverdickungen, schwielig, besonders an Handrücken oder Fußsohlen. Keloide Calend.Keloide. Vernarbung, Beschwerden durch schlechte oder übermäßige Calend.Beschwerden durch schlechte Vernarbung oder überschüssiges Narbengewebe.
Einige Fälle haben gezeigt, dass Calendula einen vorteilhaften Einfluss auf Hautkrebs haben kann (maligne Epitheliome usw.).

Camphora

Essenzielle Merkmale
Camphora ist so wirkungsvoll, dass es die meisten unserer Arzneien antidotiert. Man sollte Kampfer nicht in der Nähe anderer homöopathischer Mittel aufbewahren und ihn meiden, während man in homöopathischer Behandlung ist.
Diese Eigenschaft von Camphora ist kein Zufall, denn die Arznei hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Lebensprozesse im Körper. Camphora hindert das Blut, zur Peripherie zu gelangen: zum Kopf, zu den Extremitäten oder auch zum Penis. Es verursacht Kollaps Camph.Kollaps (infolge des Blutmangels im Gehirn), das Raynaud-Syndrom Camph.Raynaud-Syndrom (Blutleere in Händen und Füßen, weil das Blut aufgrund von Spasmen der Blutgefäße nicht die Peripherie erreicht) oder Impotenz Camph.Impotenz (aufgrund der Tatsache, dass die Blutzufuhr unterbrochen ist) – in der Form, dass der Koitus für eine Weile normal verläuft, dann aber plötzlich die Erektion verlorengeht. Dies sind einige der pathologischen Zustände, an die wir bei Camphora denken sollten.
Die Ergebnisse von Prüfungen und klinischen Erfahrungen mit Camphora lassen sich in einer Trias zusammenfassen: extreme Kälte, mit Kollaps und Krämpfen Camph.Kälte, Kollaps, Krämpfe, tonische Camph.Krämpfe (insbesondere tonische Krämpfe). Aus diesen Symptomen erklärt sich die wohlbekannte prompte Heilwirkung des Kampfers bei Ohnmachten und Kreislaufzusammenbrüchen.
Äußere Erscheinung
Vom Erscheinungsbild her präsentiert sich ein Camphora-Patient als eine Person mit Kälte der Körperoberfläche, vor allem der peripheren Teile, des Gesichts, besonders der Nase; das Gesicht ist blass und eingefallen, vielleicht auch bläulich (zyanotisch). Der Mund und selbst die Zunge, kalte Camph.Zunge sind ebenfalls kalt, und der Atem scheint aus einem dumpfen Keller zu kommen, oder gar aus dem Grab … Trotz dieser Kälte besteht Verlangen nach eiskaltem Wasser, und der Durst kann enorm, praktisch unstillbar sein. Das eigentümliche Syndrom, das Camphora in solchen Fällen indiziert, ist ein Zustand von plötzlichem Kollaps, plötzlicher, mit eiskaltem Körper, lehnt es ab, zugedeckt zu werden Camph.Kollaps, bei dem der Körper eiskalt ist und der Patient es dennoch ablehnt, zugedeckt zu werden. Wird er trotzdem zugedeckt, leidet er oft unter der Hitze und schwitzt stark. Kent beschreibt dies für Fälle von Hitzewallungen in der Menopause: „Die Gliedmaßen und das Abdomen sind sehr kalt, sie leidet unter der Kälte, wenn sie aufgedeckt ist, und schwitzt stark, wenn sie zugedeckt ist. Sie kann es nicht ertragen, sich zuzudecken, um ihre Gliedmaßen zu wärmen, obwohl ihr so kalt ist.“ Andererseits kann auch ein Zustand von brennender innerer Hitze, innere, brennende, mit Angst und Schweiß, lehnt Aufdecken ab Camph.Hitze auftreten, mit großer Angst und Schweiß, und dann lehnt der Patient jede Entblößung des Körpers ab. Ihm ist es entweder zu warm oder zu kalt: Wenn er drinnen ist, will er, dass die Fenster geöffnet werden, will etwas Kaltes spüren; wenn er draußen ist, ist es ihm zu kalt. Der Kreislauf scheint aus den Fugen geraten. Es ist, als könnte die natürliche Reaktion der Blutgefäße auf Temperaturänderungen, die Konstriktion oder Dilatation der Gefäßwände, nicht stattfinden. Kent liefert eine sehr eindrucksvolle Beschreibung davon, wie dieses eigentümliche Phänomen aussehen kann: „Der Camphora-Kranke ist in der Pflege ein höchst schwieriger Patient: nichts und niemand kann es ihm recht machen. Wenn sich etwa eine Blasenentzündung entwickelt, ist dieser Bereich ungemein schmerzhaft und empfindlich, und durch den schockartigen Einfluss der Schmerzempfindungen gerät der Patient in einen wahnartigen Zustand. Dann kommt die Kälte, und der Patient möchte die Bettdecken forthaben; es verlangt ihn nach kalter Luft, die Fenster sollen geöffnet werden; doch bevor man diese Wünsche erfüllen kann, überkommt ihn schon wieder eine Hitzewelle: auf einmal möchte er zugedeckt sein, die Heizung soll aufgedreht werden, und er verlangt eine Wärmflasche. Bald geht auch dieses Stadium vorüber, und wenn die Schwester gerade die Wärmflasche bringt, soll sie schon wieder die Fenster öffnen, und alles soll kalt sein. Man sieht sofort, dass es sich hier um ernste Fälle handelt …“
Camphora-Pathologie
Wir können uns vorstellen, dass Camphora eine plötzliche Erweiterung der Blutgefäße bewirkt, sodass zu viel Blut zur Peripherie gelangt – und dann ziehen sie sich plötzlich zusammen und schneiden die Blutzufuhr fast völlig ab, was zu Kollaps und Kälte führt.
Ganz sicher ist der Camphora-Zustand ein Zustand der Gegensätze, nicht nur was die Wärmeregulation anbetrifft. Eine analoge Situation finden wir auch auf der emotionalen Ebene. Beim geringfügigsten Anlass, bei der geringsten Entzündung oder dem leichtesten Schmerz reagiert der Patient mit extremer Erregung, dann mit Reizbarkeit, die bald in eine Art Raserei übergeht. Die Patienten können sich nicht beherrschen und wissen überhaupt nicht, was sie wollen. Zustände von extremer Reizbarkeit, von Raserei oder gar gewalttätigem Verhalten – und wenn diese Phase vorüber ist, gleitet der Patient nicht etwa sanft in einen Normalzustand, nein, er fällt ins andere Extrem, sieht vollkommen erschöpft aus, beinahe kollabiert, ist kalt am ganzen Körper, man kann ihm keinerlei Reaktion entlocken, er scheint nichts zu fühlen, alle Sinnesempfindungen scheinen blockiert. Selbst der Tastsinn, kann verloren sein Camph.Tastsinn kann verloren sein, die Haut ist kalt und unempfindlich wie Marmor.
SECALE CORNUTUM ist ein Mittel, das Camphora in gewisser Weise ähnelt, weil es ebenfalls das Verlangen hat, sich bei Kälte aufzudecken, aber bei Camphora vermischen sich oft die Phasen von Hitze, Kälte, Raserei und Schmerzen. Unerträgliche innere Hitze kann z. B. mit extremer objektiver Kälte der Körperoberfläche einhergehen. Dieses Bild der „verrückten“ und merkwürdigen Symptome und Modalitäten wird vervollständigt durch ein weiteres Leitsymptom, das fast unerklärlich scheint. Nachdenken über die bestehenden Beschwerden hat einen starken Einfluss auf den Zustand des Patienten, was auch für andere Mittel keineswegs ungewöhnlich ist. Aber in den meisten anderen Fällen verschlimmert dieses Nach-denken, wohingegen der Camphora-Patient sich für gewöhnlich besser besser, fühlt sich b., wenn er an seine Beschwerden denkt Camph.fühlt, wenn er an seine Beschwerden denkt – eine merkwürdige Modalität, die erstmals in Hahnemanns Prüfung beobachtet wurde.
Die Intensität und Plötzlichkeit des Leidens bei Camphora kann man vielleicht besser verstehen, wenn man an den Ruf denkt, den sich das Mittel bei der Heilung der Cholera Camph.Cholera erworben hat, wenn die Symptome übereinstimmten. Ein solcher Cholerazustand kann so aussehen: Plötzlicher Kräfteabfall, plötzlicher Camph.Kräfteabfall, tödliche Kälte, tödliche K. am ganzen Körper Camph.Kälte am ganzen Körper, die sehr bald nach der Infektion auftritt, hoffnungslose Mutlosigkeit und Angst Camph.hoffnungslose Mutlosigkeit und Angst, die sich in allen Gebärden ausdrückt, Krampfschmerzen und Zuckungen der Muskeln, besonders der Waden Camph.Krampfschmerzen und Zuckungen der Muskeln, besonders der Waden, später dann heftiger, entkräftender Durchfall und Erbrechen, schließlich Kollaps, und dies alles innerhalb eines kurzen Zeitraums von 24 bis 48 Stunden. Nach Hahnemann und anderen homöopathischen Autoren war Camphora indiziert, wo Kälte und tonische Krämpfe vorherrschten, während die Stadien der wiederholten reichlichen Entleerungen oft nach anderen Mitteln, wie z. B. CUPRUM, verlangten.
Krankheitsbilder
Camphora kann bei verschiedenen Krankheiten und krankhaften Zuständen angezeigt sein, meist bei akuten, aber auch bei chronischen Leiden.
  • Es ist z. B. eines der Mittel, die wir bei Erkältungen und grippalen Infekten anwenden, wenn der Patient kalte Luft, reagiert sehr empfindlich auf Camph.sehr empfindlich auf kalte Luft reagiert und die Kälte des ganzen Körpers, objektiv wie subjektiv, extrem ist, mit Frösteln und Niesen, aber einer Abneigung gegen Zudecken.

  • Wir verwenden Camphora aber auch bei allen Arten von schweren Entzündungen: Meningitis, Entzündungen der Harnwege, des Darms, der Leber, der Augen usw. Bei Zystitis ist der Verlauf so heftig, dass der Fall nach CANTHARIS aussieht, mit heißem Brennen in der Harnröhre, heißes Camph.Brennen in der Harnröhre, Strangurie Camph.Strangurie, Tenesmus des Blasenhalses Camph.Tenesmus des Blasenhalses, mit blutigem Urin, der nur tropfenweise kommt – aber die Kälte des Körpers unterscheidet Camphora von CANTHARIS. Camphora kann bei Hirnkongestionen angezeigt sein, oder wenn der Organismus sich durch die heftige Entzündung eines Organs oder aufgrund einer Verletzung in einem Schockzustand befindet. Camphora ist eines der Hauptmittel bei Schock, wenn der Patient Schock, mit schnell eintretendem Kollaps Camph.schnell kalt wird und kollabiert.

  • Bei einem perforierten Magengeschwür, perforiertes, mit heftigem durst auf eiskaltes Wasser Camph.Magengeschwür z. B., mit heftigen Schmerzen im Oberbauch und extremer Kälte der Haut, sehr schwachem Puls, sehr niedrigem Blutdruck und heftigem Durst, heftiger, auf eiskaltes Wasser Camph.Durst auf eiskaltes Wasser, heißt das Mittel nicht CARBO VEGETABILIS oder PHOSPHORUS, sondern Camphora. Krämpfe sind ebenfalls eine wichtige Indikation. Sie können mit hysterischer Erregung verbunden sein, mit Schreien, Brüllen, bei Konvulsionen Camph.Schreien, Brüllen, Hilferufen. Oder es besteht Erbrechen und häufiger Harndrang bei krampfhaften Kontraktionen der Extremitäten und Verlust der Besinnung. Tonische und sogar tetanusartige Krämpfe, epileptische Anfälle, bei denen der Patient bewusstlos hinfällt, sind häufig beschriebene Wirkungen von Camphora, aber auch klonische Krämpfe des Gesichts und der Extremitäten wurden beobachtet.

  • Die meisten akuten Beschwerden sind von einem Zustand extremer nervöser Erregung, bis fast zur Raserei, begleitet, mit ungeheurer Angst und Unruhe, Krämpfen und Konvulsionen, Erweiterung und Pochen der Blutgefäße, gefolgt von einem rapiden, plötzliches, rapides Sinken der Kräfte Camph.plötzlichen Sinken der Kräfte und totaler Erschöpfung.

Furcht und Angst
Auf der geistigen und emotionalen Ebene fallen die Ängste und Befürchtungen auf, die zunächst wie eine Mischung aus PHOSPHORUS, CALCIUM und LYCOPODIUM aussehen, aber Camphora hat eine ganz eigene Kombination von Ängsten. Ein Ausdruck großer Angst, Ausdruck großer A. liegt auf dem Gesicht Camph.Angst liegt auf dem Gesicht. Die Angst erreicht ein Stadium der Qual, ja sogar des Wahnsinns.
Alle äußeren Gegenstände können bei dem betroffenen Menschen eine „zurückstoßende Verdrießlichkeit, zurückstoßende V. bei allen äußeren Gegenständen Camph.Verdrießlichkeit“ (Hahnemann) hervorrufen. Die Gedanken fließen unkontrolliert, sie scheinen ein Eigenleben zu führen, auch gegen seinen Willen, und erzeugen einen Zustand furchtbarer Qual; er bekommt Angst vor seinen eigenen Gedanken, aber er hat keine Möglichkeit, sie aufzuhalten. Er empfindet nicht XE \"Furcht vor dem Tod CAmph.\"nur Furcht vor dem Tod, sondern er hat ein Tod, Gefühl des Todes Camph.Todesgefühl, was etwas ganz anderes ist. Der Tod ist da, ist gegenwärtig und wird auch so empfunden. Ein mit Camphora vergifteter Mann hatte z. B. das Gefühl, dass die ganze äußere Welt verschwunden sei, und er konnte nicht an sich halten auszurufen: „So bin ich wirklich tot, die Hölle, an die ich sonst gedacht, ist keine Dichtung, ich bin ihr verfallen auf ewig!“
Im Anfangsstadium, dem Stadium der Erregung, mischt sich ungeheure Ruhelosigkeit in die Furcht, der Patient wirft sich in großer Angst im Bett herum. Jedes Geräusch, das im Zimmer zu hören ist, erschreckt ihn. Seine Phantasie belebt die Dunkelheit mit Geistern, Gespenstern und übernatürlichen Erscheinungen. Er wagt nicht, sein Bett im Dunkeln zu verlassen, bohrt den Kopf tief ins Kissen, um sich den abscheulichen Gesichtern zu entziehen. Alles, was sich bewegt, scheint ihm ein Gespenst zu sein, die unbelebten Dinge im Zimmer werden lebendig und jagen ihm Schrecken ein, wie bei PHOSPHORUS. Diese Zustände kommen meist beim Alleinsein im Dunkeln auf, und so wird eine enorme Furcht, Alleinsein, vor Camph.Furcht vor Alleinsein und Furcht, Dunkelheit, vor Camph.Dunkelheit empfunden. Ein Prüfer ging abends nicht allein in den Keller, sondern pflegte seine kleine Tochter mitzunehmen, ein Mädchen von gerade einmal acht oder neun Jahren. Eine unbändige Angst vor Spiegeln, „dass er sich darin sehen könnte“, wurde beobachtet. „So extrem war diese Angst manchmal nachts, dass er aufgestanden wäre und die Spiegel zerbrochen hätte, wäre seine Angst, allein im Dunkeln aufzustehen, nicht noch größer gewesen.“ Eine andere Angst ist, dass ein Mörder am Bettrand stehen könnte. Schreckliche Angst vor dem Atomkrieg, vor der allumfassenden Katastrophe (NATRIUM MURIATICUM).
All diese Ängste und Wahnideen müssen im Zusammenhang mit dem Gesamtbild der Agonie, der Raserei, der Kälte und der Krämpfe gesehen werden, wenn man eine Verschreibung von Camphora rechtfertigen will. Wenn jedoch dieses Stadium der Erregung vorüber ist, tritt ein Zustand von Unempfindlichkeit Camph.Unempfindlichkeit, Erschöpfung, Kollaps und Kälte ein. Der Patient reagiert nicht auf Außenreize, spürt überhaupt nichts, all seine Sinne scheinen verloren. Er liegt mit geschlossenen Augen da, so als schliefe er, man kann ihn nicht aufrütteln, er antwortet nicht auf Fragen und will nicht berührt werden.
Reizbarkeit und Depression
Im chronischen Zustand ist der Camphora-Patient reizbar und leicht aufbrausend, jedenfalls innerhalb der Familie. Diese Menschen sind schnell gekränkt, sie neigen dazu, alles übelzunehmen, und fühlen sich auch dann beleidigt und angegriffen, wenn kein ersichtlicher Grund vorhanden ist. Sie sind streitsüchtig, legen eine dogmatische Besserwisserei an den Tag und neigen dazu, allem und jedem zu widersprechen. Sie werden diktatorisch Camph.diktatorisch (allerdings nicht gegenüber Außenstehenden). Es besteht eine Tendenz, andere zu dominieren, zu beherrschen; Frauen fühlen sich zu Männern hingezogen, die ihre Hilfe brauchen. Auf der anderen Seite neigen sie dazu, unentschlossen, ja sogar schüchtern und furchtsam zu sein. Oft leiden sie unter Minderwertigkeitskomplexen, sie denken, dass jeder sie für einen Versager hält, und deswegen fühlen sie sich elend.
Wenn die gereizte Stimmung vorübergeht, kann der Patient in einen selbstzerstörerischen Zustand verfallen, er wird niedergeschlagen, traurig und verzweifelt. Er hat ein unbeschreibliches Ekelgefühl, Unbehagen, unbeschreibliches Camph.Gefühl von Unbehagen und Ekel, körperlich wie emotional. Ihm ist nach Weinen, ihm ist nach W. zumute, aber seine Augen bleiben trocken Camph.Weinen zumute, aber seine Augen bleiben trocken. In einem solchen Stadium können Suizidneigungen auftreten, mit einem Drang, sich aus dem Fenster zu stürzen, das auf den Patienten eine gefährliche Anziehungskraft ausüben kann. Die Depression kann auch mit einem Gefühl von ungewöhnlicher Mattigkeit und mit häufigem Gähnen und Dehnen einhergehen, ein Zustand, der sich allmählich verstärkt und bald ausgesprochen störend und beschwerlich wird.
Selbst schwere Fälle agitierter Depression können mit Camphora geheilt werden, wie ein Fall von Müller zeigt (Allgemeine Homöopathische Zeitung, 1992).
Allgemein sind Camphora-Menschen verschlossene Personen. Wenn sie etwas zu sagen versuchen, was in direkter Verbindung zu ihren Gefühlen steht, ist es charakteristisch, dass ihre Hände kalt werden, so als würde die Blutzufuhr abgeschnitten.
Gedächtnisverlust und Benommenheit
Die intellektuellen Fähigkeiten werden durch Camphora stark beeinträchtigt. Geistige Trägheit und Abstumpfung kommt auf, mit Benommenheit und Abneigung gegen jede geistige Arbeit, besonders während des Froststadiums. Die Konzentration fällt sehr schwer; beim Lesen ist der Patient nicht in der Lage, dem Gedankengang des Autors zu folgen und sich einen klaren Begriff davon zu machen, was dieser sagen will. „Unvermögenheit zu denken, zu empfinden, sich zu erinnern“ (Hahnemann).
Gedächtnisverlust Camph.Gedächtnisverlust ist ein wichtiges Merkmal. Nach geistigen, psychischen oder sensorischen Störungen, wie sie oben beschrieben wurden oder noch zu beschreiben sind, ist oft das Gedächtnis für alles, was der Patient während dieser Zeit getan hat, vollkommen verloren, er kann sich nicht mehr erinnern, was er getan hat. Vergesslichkeit kann auch von Ideenflucht begleitet sein. Wenn man die Alzheimersche Krankheit und das Raynaud-Syndrom gleichzeitig in einem Fall beobachtet, sollte man an Camphora denken.
Delirium und Halluzinationen
In Zuständen von Delirium, wie etwa bei Meningitis, ist Camphora schwer von HYOSCYAMUS oder BELLADONNA zu unterscheiden. Ähnlich wie bei diesen Mitteln kann ein aktives Delirium auftreten, bei dem der Patient wilde Reden führt und ständig denselben Satz wiederholt. Camphora hat sich in einigen manischen Zuständen mit extremer Erregbarkeit als heilend erwiesen: heftige und Reden, beleidigende, obszöne Camph.beleidigende, auch obszöne Reden; heftige, rasende Gebärden; schlägt, kratzt, spuckt (BELLADONNA) und beißt; zerreißt die eigene Kleidung Camph.zerreißt sich die Kleider (TARENTULA); hat Schaum vor dem Mund. Er wirft sich mit fürchterlichem Geschrei rückwärts aufs Bett und versucht nach allem zu greifen und es zu zerreißen.
Das Camphora-Delirium hat oft eine sexuelle Komponente: Frauen entblößen ihre Brüste und reißen sich die Kleider vom Leib (HYOSCYAMUS), klammern sich an ihren Ehemann; Männer ziehen sich nackt aus und tanzen wild herum, versuchen manchmal, aus dem Fenster zu springen. In einem Fall, bei dem Camphora erfolgreich angewandt wurde, wälzte sich ein junger Mann in seinem eigenen Kot, ohne die geringste Empfindlichkeit oder Scham zu zeigen. Er wollte sich nirgends hinlegen, außer auf den nackten Fußboden. Lachen, Weinen, Reden und Schreien, einander abwechselnd Camph.Lachen, Weinen, Reden und Schreien können einander abwechseln, oder lautes Lachen wechselt mit tiefer Depression und Angst zu sterben. Diese Zustände der Raserei sind häufig von heftigen Krampfanfälle, heftige Camph.Krampfanfällen begleitet.
Es gibt auch noch eine andere Art von delirösem Wahnsinn bei Camphora, die genauso intensiv, aber weniger geräuschvoll und heftig ist. Ein gutes Beispiel dafür findet sich im Bericht eines Vergiftungsfalls: „Wie im Wahnsinn erfaßt mich der Gedanke, ‚ich bin tot, nein, ich bin nicht tot, ja, ich bin es doch‘ … Die äußere Welt war für mich verschwunden, meine Gedanken vergangen, nur ein einziger fürchterlicher war mir geblieben: ich glaubte mich in eine andere Welt versetzt, alles Übrige war für mich erloschen … ich war allein im großen Weltraum, ich allein war von allem übrig geblieben … Es war in mir kein anderes Gefühl als das meines unendlichen, ewigen Verderbens. Hingestreckt auf dem Bette hielt ich mich für den Dämon des Bösen in einer Welt, aus der Gott ausgeschieden …“ Dies ähnelt HYOSCYAMUS oder MANCINELLA. Ein Gefühl von Leichtigkeit kann solche Zustände begleiten, ein Gefühl, als flöge man, als glitte man über den Boden, ohne ihn zu berühren, oder als würde man trotz allen Widerstands durch die Luft davongetragen.
Tranceartige Zustände: steht bewegungslos und ohne Bewusstsein da, die Augen starr, reagiert nicht auf Fragen.
Die Wahnideen treten meist Wahnideen, nachts beim Alleinsein Camph.nachts beim Alleinsein auf. Der Patient leidet unter Anfällen großer Angst, weil absurde Gestalten vor seinen Augen schweben, alles scheint lebendig und in Bewegung, Gespenster überall im Zimmer. Starkes Verlangen nach Gesellschaft, schreit um Hilfe.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Camphora hat tiefe Kälte, der Körper kann eine bläuliche Farbe annehmen. Es ist eine merkwürdige Empfindung beobachtet worden, als Gefühl, als ob ein kalter Wind über den Körper oder Teile des Körpers wehte Camph.ob ein kalter Wind über den Körper oder Teile des Körpers wehte, oder als ob eine kalte Flüssigkeit darüber liefe. Das Gefühl des kalten Windes wird sogar an bedeckten Stellen, Gefühl kalten Windes an Camph.bedeckten Stellen empfunden, aber gleichzeitig schwitzt der Patient stark, wenn er zugedeckt ist.

  • Die Entscheidung für die Gabe von Camphora sollte jedoch nicht darauf beruhen, dass der Patient fröstelig ist – viele unserer Arzneien haben starkes Frieren –, sondern auf der Tatsache, dass der Patient, je mehr er leidet, um so kälter, leidet mehr, je k. er wird Camph.kälter wird und sich aufdecken muss, wenn ihm kalt, will sich aufdecken wenn ihm k. ist Camph.kalt ist.

  • Der ganze Körper wird unempfindlich gegen Berührung Camph.unempfindlich gegen Berührung, trokken und unempfindlich wie Marmor Camph.trocken und unempfindlich wie Marmor, es ist keine Lebenswärme mehr zu spüren. Nicht nur der Tastsinn geht verloren, sondern auch das Unterscheidungsvermögen zwischen heiß und kalt, ist abhanden gekommen Camph.Unterscheidungsvermögen zwischen heiß und kalt. Kochend heißer Tee scheint kalt, und Zunge, Mund und Hals können objektiv kalt sein, selbst beim Trinken heißer Flüssigkeiten.

  • Das plötzliche, vollständige Sinken der Kräfte, plötzlich, vollständig Camph.Sinken der Kräfte, ein allgemeines Camphora-Merkmal, kann sich in schnell aufeinanderfolgenden Ohnmachtsanfälle, schnell aufeinanderfolgende Camph.Ohnmachtsanfällen manifestieren. Plötzliche Ohnmacht, der Patient fällt bewusstlos zu Boden; manchmal angekündigt durch ein Gefühl von schwüler Hitze in Kopf und Rumpf. Atmung und Puls werden sehr schwach, oft kaum wahrnehmbar. Der Körper, besonders die Stirn, kann von kaltem Schweiß bedeckt sein.

  • Camphora ist für seine Tendenz zu Konvulsionen und Krämpfe Camph.Konvulsionen und Krämpfen bekannt; trotzdem wird das Mittel bei Epilepsie oder bei Krämpfen aufgrund von Entzündung oder hohem Fieber oft außer Acht gelassen. Trismus und andere Tetanussymptome. Sehnenhüpfen mit Erregbarkeit, Rucken, Zucken und Zittern. Die Arme können sich krampfhaft im Kreis bewegen Camph.Arme können sich krampfhaft im Kreis bewegen. Der Kopf wird oft krampfhaft nach hinten oder zu einer Seite gezogen. Die Augen sind konvulsivisch nach oben verdreht. Epileptische Anfälle, gefolgt von extremem Erschöpfungszustand.

  • Eine wichtige Camphora-Indikation sind Krämpfe bei Kindern, wenn ein Exanthem, nicht herauskommendes Camph.Exanthem nicht herauskommt (bei Masern, Scharlach). Krämpfe können auch nach einer unterdrückten Erkältung oder bei Neugeborenen auftreten. Asphyxia neonatorum mit Zyanose und Krämpfen.

  • Einige weitere bemerkenswerte Allgemeinsymptome:

    • Hastig im Handeln und Sprechen.

    • Nach dem Essen, Essen, nach dem E. Frost und Ziehen durch den ganzen Körper Camph.Frost und Ziehen durch den ganzen Körper, mit kalte Arme, Hände und Füße Camph.kalten Armen, Händen und Füßen.

    • Gefühl von Trockenheit im und am Körper Camph.Gefühl von Trockenheit im und am Körper, am meisten im Kopf und in den Bronchien, Gefühl von Trockenheit in den Camph.Bronchien.

    • Ein Gefühl von Unbehagen, unbeschreibliches Camph.unbeschreiblichem Unbehagen im ganzen Körper.

    • Schmerzen ziehen vom Kopf bis in die Fingerspitzen, mit Zittern und Unruhe Camph.Schmerzen ziehen vom Kopf bis in die Fingerspitzen, mit Zittern und Unruhe.

    • Er findet Wohlgefallen am Trinken, aber ohne Durst.

    • Ekel vor Tabak.

    • Camphora kann bei üblen Folgen von Schock, Verletzung oder Entzündung, durch Camph.Schock (durch eine Verletzung oder Entzündung), Ärger, Sonnenstich oder extremer Kälteeinwirkung indiziert sein. Üble Folgen von Unterdrückung: Kopfschmerzen oder andere Symptome durch Unterdrückung des sexuellen Verlangens; Krämpfe durch Unterdrückung von Exanthemen, Hautausschlägen oder Absonderungen.

    • Es besteht eine starke Empfindlichkeit gegen kalte Luft und Zugluft, Empfindlichkeit gegen Camph.kalte Luft und Zugluft, welche verschlimmert (aber Kälte kann durch kalte Luft besser und durch Zudecken schlimmer werden!). Plötzlicher Wetterwechsel kann katarrhalische Affektionen mit Kopfschmerzen hervorrufen. Bewegung verschlimmert tendenziell, und die meisten Schmerzen von Camphora treten bei Bewegung auf.

    • Starkes Schwitzen bessert meist (jedoch nicht immer).

    • Besserung wird auch durch warme Luft und das Trinken von kaltem Wasser bewirkt, ebenso durch Kaltwassergüsse.

Lokalsymptome
SchwindelSchwindel ist ein häufiges Symptom bei Camphora. Er tritt oft in Schwindel in häufigen, kurzen Anfällen Camph.häufigen, kurzen Anfällen auf, die sehr heftig sein können; manchmal ausgelöst durch übermäßige geistige Anstrengung. Schwindelgefühl nach Übelkeit und Würgen, mit Funken vor den Augen, Trübsehen, Klingeln in den Ohren, Hitze und Zittern; neigt dazu, vornüber zu fallen.
Schwere des Kopfes mit Schwindel, der Kopf sinkt hintenüber; besonders beim Bücken. Camphora erzeugt oft ein trunkenes Gefühl im Kopf Camph.trunkenes Gefühl im Kopf, mit Benommenheit; er torkelt beim Gehen CAmph.torkelt beim Gehen, als ob er hinfallen sollte, unsicherer Gang.
Beim Lesen scheint das Buch sich mit der Sonne zu drehen, er kann sich kaum auf dem Stuhl halten, hat das Gefühl, nach rechts zu fallen und in Schlaf oder Bewusstlosigkeit zu sinken. Schwindel, wenn er aus dem Fenster schaut; alles auf der Straße scheint in größtem Tumult und größter Verwirrung zu sein, es kommt ihm vor, als wäre er darin verwickelt; fühlt sich in Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren.
KopfBlutandrang zum Kopf CAmph.Blutandrang zum Kopf, zum Gehirn; Pochen der Schläfenadern, Erweiterung der Jugularvenen. Hitze im Kopf Camph.Hitze im Kopf und Gefühl, in Schweiß auszubrechen, mit Kälteschauer über die Extremitäten und den Bauch Camph.Kälteschauern über die Extremitäten und den Bauch. Schwere und Hitze in der Stirn, schlimmer beim Gehen. Kalter Schweiß, besonders auf der Stirn; mit Angst.
  • Hervorstechend sind die Kopfschmerzen, klopfende Camph.klopfenden Kopfschmerzen. Sie werden besonders im Kopfschmerzen, besonders im Kleinhirn empfunden, wie Schläge eines Hammers Camph. PulsschlagKleinhirn empfunden, wie Hammerschläge, isochron mit dem Pulsschlag. Klopfen im Nacken und im Hinterkopf, als sollte er zerspringen; besser durch Aufrichten, schlimmer beim Vornüberbeugen des Kopfes.

  • Klopfend stechender Kopfschmerz in der Stirn, welcher die Nacht über anhält, mit allgemeiner, trockener Hitze, aber ohne Durst.

  • Flüchtiger Kopfschmerz, als würde der Kopf von beiden Seiten zusammengepresst; er Kopfschmerz, spürt ihn nur, wenn er nicht auf seinen Körper achtet Camph.spürt ihn nur, wenn er nicht auf seinen Körper achtet; sobald er sich seines Schmerzes bewusst wird und daran denkt, verschwindet dieser augenblicklich. Diese Modalität hat sich als allgemeines Leitsymptom von Camphora erwiesen.

  • Ein zusammenschnürender Schmerz im Grunde des Gehirns, -besonders im Hinterhaupt und über der Nasenwurzel, der ohne abzusetzen anhält, wobei der Kopf auf die eine oder die andere Seite gelehnt wird; ein Schmerz, der sich durch tiefes Bücken, Niederlegen oder äußerliches Aufdrücken sehr vermehrt – bei Kälte der Hände und Füße, heißer Stirne und „wachendem Schlummer“.

  • schneidende Stöße, durch die Stirn und die Schläfen, bis ins Gehirn Camph.Schneidende Stöße fahren durch die Stirn und die Schläfen bis mitten ins Gehirn, nach kurzen Pausen wiederkehrend, nach dem Hinlegen. Schneidender Druck von der linken Seite des Hinterkopfes zur Stirn.

  • Kopfschmerz, bohrender Camph.Bohrender Kopfschmerz in der rechten Schläfe, mit einem Stich endend, der bis ins Auge und in einen Zahn fährt, in kurzen Anfällen.

  • Stumpfes Kopfweh über der Stirn, mit Übelkeit, Neigung zum Erbrechen. Dumpfer Kopfschmerz, mit flüchtigen Stichen in beiden Schläfen und Augenhöhlen.

  • Von innen herausdrückender Kopfschmerz in der Stirn. Drückender Kopfschmerz über dem linken Auge, abends.

  • Kopfschmerz, als wäre das Gehirn zerschlagen oder wund.

Meningitis: nach Sonnenstich; besonders mit hämmerndem Schmerz im Kleinhirn. Hydrozephalus; die Haut ist sehr kalt, trotzdem lässt sich das Kind nicht zudecken. Der Kopf wird Kopf krampfhaft seitlich zur Schulter hingezogen Camph.krampfhaft seitlich zur Schulter hingezogen.
AugenBlick, stierer, wilder Camph.Stierer, wilder Blick; die Augen sind Augen, krampfhaft aufwärts verdreht Camph.krampfhaft aufwärts (oder zur Seite) verdreht; manchmal sind die Lider dabei halb geschlossen und in ständiger Bewegung. Extrem zusammengezogene Pupillen, zusammengezogene Camph.Pupillen; manchmal abwechselnd mit Erweiterung der Pupillen.
Photophobie. Empfindung, als ob alle Gegenstände zu hell und glänzend wären Camph.Empfindung, als ob alle Gegenstände zu hell und glänzend wären. Sieht Funken und feurige Räder; kleine schwarze Punkte schweben vor den Augen. Beim Lesen Lesen, beim L. verschwimmen die Buchstaben Camph.verschwimmen die Buchstaben, was das Lesen sehr schwierig macht; wenn er aufhört zu lesen, erscheinen helle Kreise vor den Augen. Trübsehen, Trübsehen, Gegenstände verlieren sich im Nebel Camph.Gegenstände scheinen sich im Nebel zu verlieren. Camphora hat sich in einigen Fällen von Trübsehen bewährt; wie durch einen Nebel, oft Doppeltsehen; beim Fixieren eines Gegenstandes schien dieser sich fortzubewegen, als bekäme er einen Ruck zur Seite, wodurch das Bild noch undeutlicher wurde. Sehvermögen besser am Morgen, viel schlechter abends. Nach Einnahme des Mittels traten leichte Schwindelanfälle auf, und während der Schwindel stärker wurde, besserte sich das Sehvermögen.
Wundheitsgefühl oder angespanntes, steifes Gefühl in Augen und Augenlidern, den ganzen Tag. Die Augenlider sind mit vielen roten Flecken besetzt. Druck auf den rechten Augenbrauenmuskel. Chronische, hartnäckige Augenentzündung.
OhrenBlutandrang zu den Ohren; heiße, rote Ohrläppchen, heiße, rote Camph.Ohrläppchen. Sausen oder Ohren, Klingen in, mit Schwindel Camph.Klingen in den Ohren; mit Schwindel. Stechen ins Ohr vom Luftzug oder Wind Camph.Stechen ins Ohr von Luftzug oder Wind.
Im äußeren Gehörgang ein dunkelrotes Geschwür, größer als eine Erbse, bei Berührung fühlte er einen stechenden Druck.
Naseerkältet sich leicht Camph.Erkältet sich leicht, mit Fließ- oder Stockschnupfen, Niesen, Frösteln; oft bei älteren Menschen angezeigt. Camphora ist erfolgreich in den Anfangsstadien von Erkältungen angewandt worden.
Morgens beim Aufstehen Nasenschleim, Ausfluss dünnen N., morgens beim Aufstehen Camph.Ausfluss dünnen Nasenschleims, ohne Niesen und ohne echten Schnupfen.
Nase kalt Camph.Nase kalt und spitz. Selbst die Zimmerluft, die durch die Nase eingeatmet wird, erscheint kühler.
Hartnäckiges Nasenbluten, mit Gänsehaut Camph.Nasenbluten; besonders wenn zugleich Gänsehaut besteht.
Ziehen in der linken Nasenseite. In der Haut der Nasenwurzel Stechen oder Kribbeln vom Nasenrücken zur Spitze Camph.Stechen oder Kribbeln vom Nasenrücken zur Spitze, nötigt zum Reiben; dadurch wird es besser, aber das Gefühl kehrt bald zurück. Stechender Schmerz im vorderen Winkel der Nasenlöcher, Nasenlöcher, wie geschwürig und wund Camph.wie geschwürig und wund.
GesichtDas Gesicht ist oft blass, sogar bläulich, mit blauen Lippen, blaß, abgehärmt, hager und eingefallen Camph.abgehärmt, hager und eingefallen, mit Augen, die tief in den Höhlen liegen, umgeben von blauen Ringen, mit ängstlicher Blick Camph.ängstlichem Blick, der Verzweiflung ausdrückt; aber dies kann auch mit einem Gesicht dunkelrot, glühend Camph.dunkelroten, glühenden Aussehen abwechseln. Die Gesichtszüge können kollabiert, paralytisch erschlafft, Gesicht, ausdruckslos Camph.ausdruckslos erscheinen; oder heftig verzerrt, mit unaufhörlichen krampfhaften Bewegungen und Grimassen, starrem, wildem Blick und Schaum vor dem Mund.
Die Lippen sind oft Oberlippe hochgezogen Camph.hochgezogen, sodass die Zähne entblößt werden, insbesondere die Oberlippe; dieses Symptom kann Anfälle von Bewusstlosigkeit begleiten, mit tetanischen Krämpfen und Kälte am ganzen Körper; es ist aber auch bei Magenschmerzen beobachtet worden, wenn kalte Schweißtropfen auf der Stirn stehen.
Kieferklemme Camph.Kieferklemme. Hochrotes Gesicht, wie bei Erysipel. Gesichtsrose, mit gelben Blasen um das Ohr herum; mit Rötung der Ohrläppchen und Wangen. Bohren im rechten Jochbogen.
MundDer ganze Mund, kalter Camph.Mund ist kalt, auch die Zunge, kalte Camph.Zunge ist kalt und zittert, selbst der Atem ist kalt. Die Kälte kann sogar noch Kälte im Mund beim Schlucken heißer Flüssigkeiten Camph.beim Schlucken heißer Flüssigkeiten empfunden werden. Aber auch ein brennendes Gefühl und unangenehme Wärme in Mund und Rachen sind beobachtet worden.
Der ganze innere Mund, samt Zunge, Zahnfleisch und Gaumen, fühlt sich wie geschwollen an. Gaumen, kratziges, trockenes Gefühl am Camph.Kratziges, trockenes Gefühl am Gaumen.
Verstärkter Geschmack aller Speisen: Essen schmeckt bitter, besonders Fleisch Camph.Essen schmeckt bitter, besonders Fleisch; Tabak schmeckt bitter und widerwärtig.
Schlechter Geschmack, Übelkeit, Erbrechen, besonders morgens. Übler Mundgeruch morgens, den der Prüfer selbst an sich bemerkte. Ansammlung von Speichel im Mund, der manchmal schleimig und zäh ist.
Die Zunge ist dick, schwammig, rissig, mit viel zähem gelblichem Schleim belegt. Trockenheitsgefühl auf dem hinteren Teil der Zunge Camph.Trockenheitsgefühl auf dem hinteren Teil der Zunge, wie kratzig, mit viel Speichel.
Zahnschmerzen schlimmer durch Kaffee und Spirituosen, bei Berührung mit jeglicher Speise, für Augenblicke besser durch Trinken von kaltem Wasser, wenn aber Zahnschmerzen, schlimmer wenn kaltes Wasser im Mund behalten wird Camph.kaltes Wasser im Mund behalten wird, verschlimmert sich der Schmerz ungeheuer; merkwürdigerweise lindert Biertrinken lindert Zahnschmerzen Camph.Biertrinken den Schmerz, ebenso wie Tabakrauchen. Geschlechtsverkehr bringt die Zahnschmerzen, verschwinden durch Geschlechtsverkehr Camph.Zahnschmerzen zum Verschwinden. Beim Aufenthalt in kalter oder windiger Luft zieht ein stechender Schmerz von einem Zahn zum Auge. Zahnfleisch schmerzhaft, locker, Zähne fühlen sich zu lang an oder wackeln.
HalsHitze in Mund, Rachen, Magen. Heftiges Brennen am Gaumen bis in die Speiseröhre hinunter, das ihn zum Trinken zwingt, aber das Trinken bringt keine Linderung. Halsweh, schlimmer beim Schlucken, wie wund und „aufgeritzt“ (Hahnemann), mit einem Gefühl, als hätte er ranzige Speisen gegessen.
Stimme, Atemwege, Atmung, HustenStimme belegt und tief; Stimme schwach, spröde, heiser Camph.schwach, spröde, heiser; unsicher; kann nur flüstern; auch Aphonie. Große Schwierigkeiten beim Sprechen; kann sich kaum verständlich machen.
Schleim in der Luftröhre, der die Stimme unrein macht und durch Räuspern nicht entfernt wird. Luftröhre, Schmerzen in der L. und in den Bronchien, meist beim Husten, aber auch beim Räuspern Camph.Schmerzen in der Luftröhre und in den Bronchien, meist beim Husten, aber auch beim Räuspern. Luftröhre, schneidende, kalte Empfindung in der Camph.Schneidende, kalte Empfindung in der Luftröhre, die Stechen auf der Brust und Hüsteln auslöst.
Die Bronchien fühlen sich trocken an Camph.Bronchien fühlen sich trocken an. Die Kehle fühlt sich an wie zusammengeschnürt, wie von Schwefeldämpfen; mit Erstickungsgefühl; krampfartiges Zusammenziehen der Luftröhre.
Atmung, beklommen, ängstlich, keuchend Camph.Atmung beklommen, ängstlich, keuchend; mit Bronchophonie und Rasseln. Die Atmung kann unregelmäßig und hastig sein oder fast vollständig zum Stillstand kommen. Atemnot, Erstickungsgefühl, mit Camph.Atemnot zum Ersticken; wie von einem Druck in der Magengrube; Asthmaanfälle mit starker Atembeklemmung; Asphyxia neonatorum mit resultierenden Krämpfen.
Sehr erschöpfender Husten, ohne irgendetwas heraufbringen zu können. Husten, mit Schmerz in Hals, Brust, Magen und Bauch.
Beständige Kälteempfindung, von der Magengrube über die Brust, wird als kalter Hauch ausgeatmet Camph.Kälteempfindung, die von der Magengrube ausgeht, sich über die ganze Brust verbreitet und als kalter Hauch ausgeatmet wird.
Brust und HerzBlutandrang zur Brust Camph.Blutandrang zur Brust. Zusammenziehung und Beklemmung der Brust.
Stiche auf der, in und durch die Brust, die sich häufig bis ins Rückgrat erstrecken. Herz, krampfartige Stiche in der Herzgegend, mit Beklemmung Camph.Krampfartige Stiche in der Herzgegend mit Beklemmung im Liegen auf der linken Seite; beim Umdrehen auf die rechte Seite hören sie auf.
Zittern, Brustseite und linker Arm, beim Liegen auf der linken Seite Camph.Inneres Zittern der linken Brustseite und des linken Arms im Liegen auf der linken Seite; beim Umdrehen auf die rechte Seite hört es auf. Nach dem Essen fühlt und hört er das Pochen seines Herzens an die Rippen. zitternde Bewegung des Herzens Camph.Zitternde Bewegung des Herzens. Angst und Unbehagen in der Herzgegend, sehr stark, begleitet von einem Gefühl großer Kälte und unwiderstehlicher Schläfrigkeit. Puls klein, hart, langsamer und langsamer; schwach, kaum spürbar.
MagenWeder Appetit noch Durst; oder er isst gierig und hat häufig Durst; oder: Unstillbarer Durst, unstillbarer, mit großen Mengen kalten Wassers nicht zu stillen Camph.Durst, mit großen Mengen kalten Wassers nicht zu stillen.
Häufiges leeres Aufstoßen nach dem Essen. Aufstoßen und Herausrülpsen des Mageninhalts.
Tödliche Übelkeit mit Brechreiz, mit Schweiß, kalter S. im Gesicht Camph.kaltem Schweiß im Gesicht. Übelkeit und Erbrechen, morgens Camph.Übelkeit und Erbrechen morgens; chronisch, von saurem Schleim; einer wässrigen, schleimigen Masse. Erbrechen gefolgt von Kälte am ganzen Körper; von kurzen Schwindelanfällen.
Starkes Kältegefühl im Magen, abwechselnd mit brennendem Hitzegefühl Camph.Kältegefühl im Magen oder in der Magengrube (das sich manchmal über die ganze Brust ausbreitet). Dies kann mit einem brennenden Hitzegefühl im Magen abwechseln, das schreckliche Ausmaße annehmen kann, mit ungeheurer Pein, die den Patienten zur Verzweiflung treibt.
Die Magengrube, sehr empfindlich, schmerzhaft bei Berührung Camph.Magengrube ist sehr empfindlich und überaus schmerzhaft bei Berührung. Unbehagliches Gefühl in der Magengrube, mit leichtem, vorübergehendem Schwindel. Drückender Schmerz in der Magengrube oder im vorderen Teil der Leber.
AbdomenKälteempfindung im Ober- und Unterbauch, abwechselnd mit heftig brennender Hitze Camph.Kälteempfindung im Ober- und Unterbauch, die mit heftig brennender Hitze abwechseln kann. Oder aber es kann ein Brennen, inneres, im Abdomen bei äußerer Kälte Camph.inneres Brennen im Abdomen bei äußerer Kälte auftreten.
Bei Bauchschmerzen deckt er sich zu, aber wenn die Schmerzen vorüber sind, wird die Haut kalt, und er wirft die Decken von sich. Starker kolikartiger Bauchschmerz; schneidende Schmerzen in der Nacht oder wenn er sich erkältet hat. Sehr starker Schmerz im Oberbauch, über das ganze Abdomen und bis in die Extremitäten ausstrahlend.
Ziehender Zerschlagenheitsschmerz in der ganzen rechten Seite des Unterleibs, bis zur Lebergegend und Brust, mehr innerlich als äußerlich, besonders beim Einatmen. Hypogastrium, rechtsseitig, Schwere, stechend-ziehend Camph.In der rechten Seite des Unterbauchs eine stechend-ziehende Schwere, deutlicher spürbar beim Daraufdrücken.
Gefühl von Härte und Schwere über dem Nabel. Zusammenziehender Schmerz unter den kurzen Rippen bis zu den Lendenwirbeln. Brennendes Stechen auf einer handgroßen Stelle, unter dem vorderen Darmbeinkamm.
Rektum und StuhlDie erfolgreiche Anwendung von Camphora bei der Cholera ist ein Vermächtnis Hahnemanns. Bei einer unlängst ausgebrochenen Choleraepidemie in Peru konnte die französische Gruppe „Homéopaths sans Frontières“ einmal mehr die Wirkung dieses Mittels bestätigen (neben anderen Arzneien, vor allem veratrum album und cuprum). Hahnemann empfahl Camphora besonders für das erste Stadium der Krankheit, in dem Symptome wie eisige Kälte am ganzen Körper und tonische Krämpfe überwiegen und die entkräftenden Durchfälle noch nicht eingesetzt haben. Kent beschreibt einen Cholerazustand, bei dem Camphora wirken kann: „Manchmal streckt sich der Cholerapatient, der kalt ist und dessen Haut bläulich verfärbt ist, und strengt sich an zu erbrechen, er leidet unter furchtbarem Stuhlzwang, nur um ein bisschen Stuhl loszuwerden, und hat Krämpfe hier und da am Körper. Diese Symptome verstärken sich allmählich, bis ein Lähmungszustand eintritt, eine totale Unfähigkeit, zum Stuhlgang zu pressen. Der Mastdarm scheint zusammengezogen und tut weh.“
  • Der Anus, paralytischer Zustand des Camph.paralytische Zustand des Anus ist ein wichtiges Camphora-Symptom; er ähnelt einem tonischer Krampf, ähnlich wie Camph.tonischen Krampf. Das Rektum fühlt sich an wie verengt, geschwollen, schmerzhaft, selbst beim Abgang von Blähungen. Blähungen, manchmal so schwer herauszupressen wie der härteste Stuhl Camph.Blähungen sind manchmal so schwer herauszubringen wie der härteste Stuhl. Dies kann auch für Sommerdurchfall zutreffen, mit Reiswasserstühlen, durch Blähungen eingeleitet Camph.Reiswasserstühlen, die durch starken Blähungsabgang eingeleitet und nur unter größten Schwierigkeiten ausgeschieden werden.

  • Mezger zufolge taucht Durchfall in den Arzneimittelprüfungen von Camphora nicht auf, aber das ist nicht korrekt, wie ein Symptom aus Hahnemanns Prüfung zeigt: „Er kann sich leicht verkälten, und dann erfolgt entweder Frostschauder, oder Durchfall, Kaffeesatzstühle Camph.Abdomen, Schneiden im, mit Durchfall von Kaffeesatzstühlen Camph.Schneiden im Leibe, mit durchfälligem Abgange schwarzbraunen oder schwarzen Kotes, wie Kaffeesatz.“ Dieses Symptom hat zur Heilung von Durchfall mit kolikartigen Schmerzen nach Verkühlung geführt, besonders wenn dabei das Gefühl auftrat, Gefühl, als bliese kalte Luft sogar über die bedeckten Körperteile Camph.als bliese kalte Luft selbst durch die bedeckten Körperteile.

  • Plötzlicher Anfall von Diarrhö, plötzlicher Anfall von Camph.Diarrhö, mit plötzlichem und starkem Sinken der Kräfte, eisiger Kälte des Körpers und kaltem Schweiß.

HarnorganeStrangurie Camph.Strangurie, Tenesmus des Blasenhalses Camph.Tenesmus des Blasenhalses, schmerzhaftes, brennendes Wasserlassen Camph.schmerzhaftes, brennendes Wasserlassen ist ein sehr ausgeprägtes Symptom von Camphora in diesem Bereich, das zur Anwendung des Mittels bei Zystitis Camph.Zystitis geführt hat (vergleiche CANTHARIS, das aber nicht die für Camphora so typische kalte Körperoberfläche hat).
Harnverhaltung, bei voller Blase Camph.Harnverhaltung bei voller Blase; mit ständigem Druck in der Blase und Harndrang, aber es wird nichts ausgeschieden; mit sehr langsamem Urinieren, langsames Camph.Urinieren, die Blase scheint wie gelähmt zu sein; mit tröpfelndem Urinieren; mit schmerzhafter Miktion, brennend und stechend; mit Urin, blutiger Camph.blutigem Urin. Harnverhaltung oder Anurie bei Cholera; durch Unterdrückung von Tripperausfluss; durch Harnverhaltung, unterdrückte Hautausschläge, durch Camph.unterdrückte Hautausschläge (besonders Masern); bei Neugeborenen; bei Frauen während der Schwangerschaft.
Nach heftigem Harndrang unwillkürliches Urinieren. Heftig brennend-schneidende Schmerzen im Blasenhals bis hin zur Fossa navicularis, besonders vor und nach dem Urinieren. Fast unwillkürliches Wasserlassen und Harnröhre, Schmerz in der H. nach dem Urinieren, wie ein Zusammenziehen von vorne nach hinten Camph.Schmerz in der Harnröhre nach dem Urinieren, wie ein Zusammenziehen von vorne nach hinten. Beißender Schmerz im hinteren Teil der Harnröhre beim Wasserlassen, gefolgt von Drücken in der Blasengegend, wie erneuter Harndrang.
Gelbgrüner, trüber Urin von dumpfigem Geruch.
GenitalienCamphora hat eine starke Beziehung zu den Sexualfunktionen und Geschlechtsorganen. Das Mittel kann eine Verstärkung des sexuelles Verlangen, verstärktes Camph.sexuellen Verlangens auslösen (sowohl bei Männern als auch bei Frauen), aber auch einen totalen Ausfall des Sexualtrieb, totaler Ausfall des Camph.Sexualtriebs.
Männliche GenitalienEr leidet unter Anfällen von heftigem Priapismus, besonders nachts. Erlebt ungewöhnliche sexuelle Leidenschaft, mit anhaltenden Wahnideen, die sich um seine Sexualpartnerin drehen. Heftiger Priapismus mit einem tranceartigen Zustand.
Fehlendes sexuelles Verlangen und Impotenz ohne sexuelles Verlangen Camph.Impotenz. Oder: Völlig impotent, keine Impotenz, bei ständigem sexuellem Verlangen Camph.Erektion, äußere Reize haben keine Wirkung, trotz ständigen sexuellen Verlangens. Unvollständige Erektionen mit schwachem Verlangen, das bald verschwindet. Oder: Frustriert durch plötzliches Erschlaffen des Penis, erschlaffung, plötzlich Camph.Penis. Nächtliche Pollutionen, mit oder ohne erotische Träume.
Skrotum erschlafft; kalt. Zusammenziehendes Gefühl in den Hoden. Drängendes Gefühl in der Richtung der Samenstränge nach den Hoden hin.
Weibliche GenitalienManische Zustände im Kindbett mit exzessivem sexuellem Begehren, wobei sie ständig die Brüste entblößt, mit bleichem Gesicht und starrem Blick; kühle, trockene Haut. Fürchtet sich vor Sex; hat Angst, überwältigt zu werden.
Camphora hat eine stärkere Monatsblutung verursacht, kann aber auch das gänzliche Ausbleiben der Blutung bewirken.
Die Arznei kann bei drohender Fehlgeburt, drohende Camph.Fehlgeburt angezeigt sein, besonders in Zeiten von Grippeepidemien, wenn mit stärkerer Ausbreitung der Grippe immer mehr Frauen Fehlgeburten erleiden; besonders bei Frauen mit blasser, schlaffer, kalter Haut und Neigung zu Katarrhen.
Wehen, schwache Camph. Wenn die Wehen schwach sind oder ganz aufhören, mit kalter, trockener, gerunzelter Haut, die Patientin will nicht zugedeckt sein und ist unruhig.
Hitzewallungen und Schweiß, bei großer Kälte von Abdomen und Extremitäten, während der Menopause.
Eitern der Brüste; feines Stechen in den Brustwarzen.
Äußerer Hals und RückenSteifheit im Nacken. Spannender Schmerz in den Halsmuskeln, bei jeder Bewegung und Drehung des Kopfes heftiger. Reißender Schmerz im Genick beim Vorbeugen des Kopfes. Schmerzhaftes Ziehen und Steifheitsempfindung an der Seite des Halses und im Nacken herab, beim Gehen im Freien. Schwitzen im Nacken beim Gehen.
Ziehend schmerzende Stiche durch die Schulterblätter und zwischen denselben, ziehende, schmerzende Camph.Stiche durch die Schulterblätter und zwischen denselben, bis in die Brust, bei Bewegung der Arme. Reißendes Drücken am vorderen Rand des Schulterblatts, das die Bewegung des Armes erschwert.
Rücken, heftiger Schmerz im, den ganzen Tag Camph.Heftiger Schmerz im Rücken, den ganzen Tag. Starke Schmerzen im Rückgrat, die es schwer machen, sich aufrecht zu halten. Zerschlagenheitsschmerz des Rückens. Häufiges Rücken, Frösteln im R. als bläse kalte Luft darüber Camph.Frösteln im Rücken; als bliese kalte Luft darüber. Innerliches Frösteln zwischen den Schulterblättern; in der Frösteln in der Lendengegend und im Kreuz Camph.Lendengegend und im Kreuz, schlimmer im Gehen, schon nach wenigen Schritten. Rücken, Empfindung von Hitze und innerlichem Beben Camph.Empfindung von Hitze und innerlichem Beben, die im Nacken und zwischen den Schulterblättern beginnt und sich als Drücken in die Extremitäten erstreckt. Abwechselnd Frösteln und Hitze im Kreuz beim Gehen. Drücken im Kreuz, mit Extremitäten so schwer wie Blei.
ExtremitätenSchwerbeweglichkeit der Glieder Camph.Schwerbeweglichkeit der Glieder. Extremitäten, Krämpfe und Konvulsionen der Camph.Krämpfe und Konvulsionen der Extremitäten: krampfhafte Kontraktionen; tetanische Krämpfe Camph.tetanische Krämpfe, Schultern zurückgebogen, die Arme anfangs leicht gekrümmt, dann gerade ausgestreckt und steif, Finger steif und gespreizt; der Daumen ist eingekrümmt oder weit nach außen und hinten gebogen, fast im rechten Winkel zu seinem Mittelhandknochen; Zehen hochgezogen oder gespreizt; konvulsivische Rotation der Arme; Krämpfe im Allgemeinen stärker in den oberen Extremitäten.
Kalte Extremitäten, oft mit einem Gefühl von Taubheit und Kribbeln, oder mit klebrigem Schweiß und großer Erschöpfung. Trotz der Kälte scheint Zudecken scheint unerträglich Camph.Zudecken unerträglich. Kälte, Eis, wie, Hände und Füße Camph.Hände und Füße eiskalt. Reißendes Stechen in den Gelenken, bald da, bald dort. Knacken und Knarren in den Gelenken der Lenden, der Hände und Füße. Schmerz im Periost aller Knochen.
  • Ziehen in den Muskeln des linken Oberarms beim Gehen. Drücken und Ziehen an der Innenseite beider Arme, in Ruhestellung der Teile, das vergeht, wen man sie bewegt. Müdigkeitsgefühl von der Schulter zum Handgelenk, ebenfalls durch Bewegung gebessert. Reißen an der Innenseite des linken Armes, manchmal abwärts bis in den Daumen und den Zeigefinger.

  • Schmerzhafter Druck im rechten Ellbogengelenk, schmerzhafter Druck im rechten Camph.Ellbogengelenk, beim Aufstützen desselben heftiger, wovon sich der Schmerz bis in die Hand zieht.

  • Hände blass, bläulich; Hände werden kalt beim Gehen Camph.werden kalt beim Gehen; zitternd. Mit Stichschmerz verbundenes Jucken auf dem Handrücken und den Fingerknöcheln, durch Kratzen vergehend.

  • Im untersten Daumengelenk, bei Bewegung desselben, ein Schmerz wie verstaucht.

  • Große Mattigkeitsempfindung der Beine beim Gehen; die Schenkel sind wie zerschlagen und wie gespannt. Beine, Wanken, Müdigkeit und Schwere der Camph.Wanken, Müdigkeit und Schwere der Beine. Die Knie sind wie zerschlagen und scheinen einzuknicken. Zittern der Füße CAmph.Zittern der Füße, Wanken der Beine, zittrig Camph.zittriges Wanken der Beine.

  • Oberschenkel, innere Kälte durch den rechten O., als bliese kalte Luft darauf Camph.Innere Kälte durch den rechten Oberschenkel, als bliese kalte Luft darauf; auch im rechten Unterschenkel bis zu den Zehen, als zöge ein kalter Luftstrom durch die Wade zum Fuß.

  • Im Sitzen und beim Beugen des Knies schläft der Oberschenkel ein, mit Kälteempfindung. Stechen auf der Kniescheibe im Sitzen.

  • Knie schmerzhaft Camph.Schmerzende Knie; drückendes Ziehen unter der Kniescheibe, an der Innenseite des Knies Camph.Ziehen unter der Kniescheibe, an der Innenseite des Knies.

  • Schwere der Unterschenkel Camph.Schwere in den Unterschenkeln, wie von einem im Kniegelenk hängenden und sie herabziehenden Gewicht. Wadenkrämpfe Camph.Wadenkrämpfe.

  • Morgens, beim Auftreten und Gehen, Schmerz im Fußgelenk, als wäre es vertreten oder verstaucht. Reißender Krampfschmerz auf dem Fußrücken, längs der äußeren Wade herauf bis in die Oberschenkel. ziehender Krampfschmerz auf dem Fußrücken Camph.Ziehender Krampfschmerz auf dem Fußrücken, vor allem bei Bewegung.

  • Eiskalte Füße Camph.Eiskalte Füße. Die Wärmeregulation der Füße kann sich verhalten wie bei CALCIUM CARBONICUM: geht mit eisigen Füßen zu Bett, aber bald werden sie heiß und rot und brennen, und er muss sie unter der Decke hervorstrecken.

  • Wundheitsschmerz auf den Knöcheln der Zehen und in den Hühneraugen.

  • Reißen in den Zehenspitzen und unter den Zehennägeln, am linken Fuß, beim Gehen.

SchlafSchläfrigkeit, Benommenheit, mit Camph.Schläfrigkeit und Benommenheit. Gähnen und Schläfrigkeit, den Tag hindurch Camph.Gähnen und Schläfrigkeit den Tag hindurch, nachts kann er dann nicht schlafen (STAPHISAGRIA), mit Unruhe und kalten Gliedern.
Furcht vor dem Schlafengehen; wenn er glaubt, einschlafen zu können, flieht ihn plötzlich der Schlaf, die Augen öffnen sich von selbst, und seine Gedanken werden auf mystische und unheimliche Gegenstände gedrängt. Wenn er doch schläft, hat er viele Träume, oft sehr verworrene: eifersüchtige Träume und ängstigende von Diebereien, träumt auch leicht über Gegenstände, von denen bei Tag die Rede war; Alpträume, er ruft um Hilfe, weil ihm ist, als stünde ein Mörder an seinem auszuführenden Vorhaben; erotische Träume.
Murmeln, Seufzen, Schnarchen im Schlaf; Reden im Schlaf Camph.Reden im Schlaf, die ganze Nacht, mit leiser Stimme. Der Schlaf wird durch Auffahren gestört; auch im Wachliegen fährt er erschrocken hoch, mit Herzklopfen.
Fieber, Frost, SchweißDie eisige Kälte, eisige K. des ganzen Körpers Camph.Kälte des ganzen Körpers, Zunge und Atem eingeschlossen, ist ein Leitsymptom von Camphora, besonders in Verbindung mit einer Abneigung gegen Zudecken. Subjektives Kältegefühl und objektive Kälte des Körpers. Schüttelfrost, Zähneklappern.
  • kongestiver Frost Camph.Kongestiver Frost; Eiseskälte mit Blutandrang zum Kopf und zur Brust.

  • Die Haut ist kalt und in der Regel Haut trocken, kalt Camph.trocken, oder auch mit Schweiß, kalter, klebriger Camph.kaltem, klebrigem Schweiß bedeckt.

  • Friert leicht, starke kalte Luft, Abneigung gegen Camph.Abneigung gegen kalte Luft, wenn er kalte Luft, friert durch und durch bei Exposition Camph.kalter Luft ausgesetzt ist, friert er durch und durch.

  • Aber Kälte, äußere K. kann mit brennender innerer Hitze verbunden sein Camph.äußere Kälte kann auch mit brennender innerer Hitze verbunden sein, oder Kälte und Hitze wechseln einander ab Camph.Kälte und Hitze wechseln einander ab.

    Große Hitze am ganzen Körper, mit aufgetriebenen Adern. Hitze am ganzen Körper, die im Gehen aufs Höchste steigt. Vermehrte Wärme des ganzen Körpers, mit Röte des Gesichts.

    Morgens beim Erwachen ein sonderbares Gefühl von Hitze auf der ganzen Körperoberfläche, wie kurz vor einem Schweißausbruch.

    Deckt sich zu während der Fieberhitze; wenn sie vorbei ist, wird die Haut kalt, und nun entblößt er sich wieder.

Viel Schweiß im Schlaf. Starkes Schwitzen bessert im Allgemeinen, kann aber auch schwächend wirken, wie das folgende Symptom zeigt: „Am nächsten Morgen erwachte er elend und schwach, der Schweiß hatte die ganze Unterseite des Federbetts durchdrungen, Nachthemd und Bettwäsche waren schweißdurchtränkt.“ Der Schweiß kann nach Kampfer riechen (oder er ist geruchlos).
HautDie Haut des ganzen Körpers ist Haut schmerzhaft empfindlich Camph.schmerzhaft empfindlich, schon leichte Berührung, leichteste B. tut weh Camph.Berührung tut weh. Aber auch: Verlust aller Tastempfindungen Camph.Verlust aller taktilen Empfindungen, nicht einmal heiß und kalt können unterschieden werden.
Die Haut ist welk, kühl, schlaff, oft sehr kalt. Der Haut, Elastizität verloren Camph.Verlust der Elastizität der Haut ist ein kennzeichnendes Merkmal. Im Hitzestadium jedoch kann sie auch gespannt sein, heiß und trocken, wie Pergament.
Üble Folgen von unterdrückten oder zurückgetretenen Hautausschläge, unterdrückte oder zurückgetretene, üble Folgen von Camph.Exanthemen (Krämpfe, Harnverhaltung usw.). erysipelatöse Entzündung Camph.Erysipelatöse Entzündung, mit Kälte, Blässe, Schwächegefühl und Abneigung gegen Zudecken. Erysipel bei Säuglingen, mit Krämpfen. Ein Beispiel: Ein Kind, fünf Wochen alt, wurde sehr unruhig, schrie unablässig und bekam rote Flecken am rechten Oberschenkel und in der Schamgegend, die sich rasch vergrößerten und zusammenflossen; nach drei Tagen waren sie schon deutlich hart, die Rötung breitete sich nach oben zum Nabel hin aus, der berührungsempfindlich wurde. Abends kamen leichte, aber anhaltende Zuckungen auf, verstärkt, wenn das Kind aus der Rückenlage kam. Camphora ließ alle Symptome verschwinden; an ihrer Stelle trat ein allgemeiner roter Hautausschlag auf, aber mit ihm kamen auch Schlaf, Schweiß, Appetit und allgemeines Wohlbefinden.

Carcinosinum

Zur Geschichte der Krebsnosode
Der erste, der Carcinosinum, die Krebsnosode, erwähnte und anwendete, war James Tyler Kent. Er nennt sie „Carcinoma“, und folgendermaßen hat er sie zubereitet: „Das Carcinoma-Präparat, das ich jahrelang verwendet habe, wurde aus einem Mammakarzinom gewonnen. Aus dem offenen Tumor der Patientin sickerte ständig eine klare, farblose, wässrige Flüssigkeit. Eine kleine Menge dieser Flüssigkeit wurde aufgefangen und potenziert, und diese Zubereitung hat in vielen fortgeschrittenen Krebsfällen zufriedenstellende Dienste geleistet.“ Kent benutzte das Mittel als Palliativum bei Krebs-fällen: „Carcinoma lindert die scharfen, brennenden, reißenden Schmerzen. Unter diesem Mittel (dieser Nosode) blieb das Befinden von Patienten viele Jahre lang gut, wenn eine Heilung unmöglich war und der Tumor sich weiterentwickelte. Der maligne Prozess wurde verzögert, und die Beschwerden, die für gewöhnlich mit dem Zustand einhergehen, wurden vermieden.“ (Kent, New Remedies, Lesser Writings, Clinical Cases, Aphorisms and Precepts, S. 523 f.).
Der englische Homöopath James Compton Burnett und sein bekannter Kollege J. H. Clarke waren die nächsten, die auf dem Gebiet der Krebsnosoden forschten und praktizierten. Sie verwendeten hauptsächlich SCIRRHINUM, das aus einem Karzinom von harter Konsistenz (Scirrhus) gewonnen sein soll, und Carcinosinum (nach Clarkes Darstellung in seinem Buch The Cure of Tumours stammt auch diese Nosode von einem harten Karzinom). Sie begannen diese beiden Mittel auch bei anderen Erkrankungen als Krebs anzuwenden (z. B. bei Befall mit Fadenwürmern und bei bestimmten psychischen Störungen). Clarke berichtet, dass Burnett auch eine fragmentarische Arzneimittelprüfung mit SCIRRHINUM an sich selbst vorgenommen habe.
Später hören wir nicht viel über die Krebsnosoden (abgesehen von ein paar Zeilen in Boerickes Pocket Manual und einigen wenigen Erfahrungsberichten anderer Autoren, darunter Nebel, der in Davos arbeitete, sowie LeHunt Cooper und Burford, die einige Fälle von erfolgreicher Krebsbehandlung mit Carcinosinum veröffentlichten). Donald Foubister ist derjenige, dem die Homöopathie die Wiederentdeckung dieser Mittel zu verdanken hat. 1952 fiel ihm auf, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Krebs gehabt hatten, ein bestimmtes Erscheinungsbild aufwiesen, das hauptsächlich aus Skleren, blaue Carc.blauen Skleren, Café-au-lait-Teint Carc.einem Café-au-lait-Teint und Muttermale, zahlreiche kreisrunde schwarze Carc.zahlreichen kreisrunden schwarzen Muttermalen bestand, und er begann sich zu fragen, ob dieses Aussehen seinen Ursprung in der Krebserkrankung der Mütter habe. Er begann, ähnliche Fälle zu sammeln und bestimmten Patienten, die diese Merkmale aufwiesen und Krebsfälle in der Familienanamnese hatten, Carcinosinum zu verschreiben, womit er beachtliche Erfolge erzielte. Daraufhin führte Lees Templeton eine reguläre Arzneimittelprüfung durch. (Die Herkunft des von der Firma Nelson bezogenen Präparats, das die Prüfer erhielten, ist leider unbekannt geblieben. Möglicherweise geht es auf die Arbeiten von Kent, Clarke, Nebel oder Cooper zurück.) Dies war der Beginn einer schnellen Entwicklung des homöopathischen Wissens über die Krebsnosoden, einer Entwicklung, an der viele Homöopathen mitwirkten. Neue Zubereitungen sind her-gestellt und angewandt worden, u. a. CARCINOSINUM ADENO-STOM. (vom Drüsenepithelkrebs des Magens), CARCINOSINUM LUNGE, CARCINOSINUM MAMMAE, CARCINOSINUM INTEST. CA. (vom Darmkrebs), CARCINOSINUM UTERUS, CARCINOSINUM ADENO-VESICA (vom bösartigen Papillom der Blase).
Essenzielle Merkmale
Carcinosinum kann als die Nosode eines Miasmas betrachtet werden: des cancerinischen Miasmas. Unter cancerinischem Miasma verstehen wir die ererbte Prädisposition eines Organismus, in einer bestimmten Phase seines Lebens maligne Erkrankungen zu entwickeln. Ich bin sicher, dass Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet arbeiten, bald auf den genetischen Code stoßen werden, der die Veranlagung für diese Krankheit liefert, und dass eine solche Entdeckung uns bei der Verschreibung von Carcinosinum helfen kann.
Seit dreißig Jahren vertrete ich die Auffassung, dass die Entwicklung von Krebs in einem Organismus eine Frage der Prädisposition ist, die zumindest in den meisten Fällen ererbt werden kann. Damals war diese Idee noch nicht voll anerkannt, aber ich glaube, dass sie heute auf wachsende Akzeptanz stößt. Die Tatsache, dass Carcinosinum bei Patienten wirkt, die viele Krebsfälle in der Familiengeschichte haben, unterstützt die Richtigkeit dieser Behauptung. Trotzdem ist hier Vorsicht angebracht, denn nicht alle Patienten mit Krebs in der Familienanamnese werden auch tatsächlich Krebs entwickeln. Krebs ist nicht eigentlich eine Krankheit per se, sondern eine allumfassende Störung des Organismus; es gibt kein System, kein Organ, keine Stelle im Körper, die nicht von Krebs befallen werden kann. Die Art der Manifestation und die spezifische Lokalisierung dieser Störung sind abhängig von den inhärenten Empfänglichkeiten des Organismus, die ererbt oder im Laufe des Lebens entwickelt wurden. Einflüsse aus einer gestörten Umwelt gehören ebenfalls zu den auslösenden Faktoren. Allgemein lässt sich Krebs als das unvermeidliche Ergebnis eines fundamentalen Ungleichgewichts beschreiben, das sich durch die Zeitalter und Generationen aus verschiedenen Krankheiten entwickelt hat, die durch falsche Medikation unterdrückt oder modifiziert wurden.
Wir müssen begreifen, dass die globale Entwicklung einer Pathologie ein Kontinuum ist, wie ich es in meinem Buch A New Model for Health and Disease erläutert habe. Krankheitsprozesse entwickeln sich auf dieselbe oder auf eine ähnliche Art, wie die soziale oder spirituelle Evolution der Menschheit stattfindet – oder zumindest das, was wir als Evolution bezeichnen. Wir sagen, dass dieses Volk höflicher ist als jenes, dass Norweger zivilisierter sind als Nigerianer. Was sich hinter einer solchen Aussage, uns selbst unbewusst, eigentlich verbergen mag, ist, dass dieses entwickelte Volk eine Reihe degenerativer Prozesse durchgemacht hat, über mehrere Krankheitsgenerationen hinweg, welche die primitiven Instinkte in akzeptablere Formen des Sozialverhaltens umgewandelt haben – aber nicht unbedingt in größere Gesundheit. Evolution kann Hand in Hand gehen mit Degeneration, indem einige elementare Lebenstriebe, die dem Menschen auf der körperlichen Ebene Lust oder Glück verschaffen, gemäßigt oder gezügelt werden. Wenn er den Lustgewinn auf der körperlichen Ebene verliert, versucht der Mensch das Glück der spirituellen Bewusstheit zu erlangen. Somit ist Krankheit der Lehrmeister des Menschen bei seinem Aufstieg zur spirituellen Evolution.
Der Heiler muss sich dieser Wahrheiten oder Realitäten bewusst sein, wenn er in einem Fall tiefen Leidens die richtige Hilfe geben und den Patienten aus dem Unglück der Krankheit zum Glück wahrer Gesundheit führen soll (siehe die Definition von Gesundheit in meinem Buch „Die wissenschaftliche Homöopathie“, wo die Kreativität des Menschen als das Kriterium der Gesundheit herausgearbeitet wird).
Carcinosinum ist ein Mittel mit einem breiten Anwendungsgebiet und deckt viele verschiedene Pathologien ab. Dennoch glaube ich, dass wir die exakte und einzigartige Symptomatik, die dieses Mittel erzeugt und heilt, bis heute noch nicht kennen. Carcinosinum – oder einige seiner Spielarten – ist dabei, ein fast universelles Mittel zu werden, weil mehr und mehr Generationen von Krebsfällen in Erscheinung treten und ihre Spuren bei ihren Nachkommen hinterlassen. Das Mittel ist mehr und mehr auf Patienten von heute anwendbar, wie TUBERCULINUM und MEDORRHINUM in früheren Zeiten. Ich glaube auch, dass die jeweiligen Arzneibilder von Präparaten der verschiedenen Krebsarten ausgearbeitet und differenziert werden sollten, damit wir die unterschiedlichen Fälle von cancerinischem Einfluss abdecken können.
Carcinosinum kann entweder als konstitutionelles Mittel angezeigt sein, das tief wirkt, auch als Wiederholungsmittel bei Rückfällen, oder es kann dazu dienen, eine bestimmte Schicht der Störung freizulegen und einen Fall zu öffnen; in letzterem Fall wird es nur einmal wirken, und eine Wiederholung wird keinerlei Ergebnis zeigen.
Carcinosinum kann auch ein nützliches Mittel in manifesten Krebsfällen sein, so wie bei vielen anderen Krankheiten auch, aber, so enttäuschend dies sein mag, es hat keine tiefe oder heilende Wirkung in den meisten aktiven Krebsfällen – was darauf schließen lässt, dass der Patient die „sonderlichen, ungewöhnlichen und eigenheitlichenSymptome der Arznei aufweisen muss, damit sie ihm nützt. Dies stimmt mit Kents Darstellung überein, wonach auch bei Krebsfällen „das Ziel des Arztes als erstes, als letztes und immer sein muss, das Mittel zu finden, das dem Patienten am meisten entspricht, und für den Patienten zu verschreiben, an welcher Manifestation dieser zur Zeit der Mittelwahl auch leiden mag“ (a. a. O., Cancer Cures, S. 522 f.). Es ist daher sehr wichtig, die Essenz und die Individualität der Pathogenese von Carcinosinum zu verstehen, soweit sie heute bekannt ist.
Man sollte auf jeden Fall an dieses Mittel denken, wenn in der Familie eine starke Tendenz zu Krebserkrankungen, Tendenz zu Carc.Krebserkrankungen besteht, selbst wenn die Eltern des Patienten nicht von der Krankheit betroffen waren, aber z. B. die Großeltern, Onkels oder Tanten. (Bedenken Sie jedoch, dass man nicht von einer „starken Tendenz“ sprechen kann, wenn ein einzelnes Familienmitglied in sehr hohem Alter Krebs bekommen hat.)
In der individuellen oder Familienanamnese von Carcinosinum-Fällen können auch andere Krankheiten vorhanden sein, Krankheiten, die am Entwicklungsprozess des cancerinischen Miasmas beteiligt gewesen sein mögen. Wir können in der Familienanamnese Krankheiten vorfinden wie Diabetes, Tuberkulose und andere Krankheiten der Atemwege (inkl. Asthma), perniziöse Anämie, Leukämie, Probleme des Verdauungstrakts (z. B. Magengeschwüre). Eine heftige Impfreaktion (oder eine Impfung, die scheinbar nicht „angegangen“ ist) bei den Eltern oder in der persönlichen Vorgeschichte des Patienten kommt in Carcinosinum-Fällen ebenfalls vor, ebenso wie ungewöhnlich früh auftretender und langwieriger Keuchhusten oder auch ein verspätetes Auftreten von Kinderkrankheiten (nach der Pubertät). Man sollte das Auftreten dieser Pathologien in der individuellen oder Familienvorgeschichte jedoch nicht als sichere Leitlinie für die Verschreibung von Carcinosinum bewerten; es sind wichtige Hinweise, nicht mehr. Nur eine Familienanamnese von Krebserkrankungen kann als Leitsymptom für die Verschreibung von Carcinosinum angesehen werden.
Boericke schreibt, unter Verweis auf Clarke: „Es wird behauptet, dass Carcinosinum auf all jene Fälle günstig und modifizierend wirkt, bei denen entweder eine Vorgeschichte von Krebs ans Licht gebracht werden kann oder die Symptome der Krankheit selbst existieren.“ Dem „all“ kann ich zwar nicht zustimmen, aber ganz entschieden ist Carcinosinum ein Mittel, das in solchen Fällen bedacht werden sollte.
Um die Besonderheiten des Mittels zu verstehen, müssen wir uns die Hauptmerkmale der Krebserkrankung vor Augen halten:
  • Sie ist mit entsetzlichen Schmerzempfindungen verbunden.

  • Es liegt eine Störung der Abwehrkräfte des Organismus vor, eine Desorganisation, die zur totalen Zerstörung mittels Vermehrung der erkrankten Zellen tendiert – eine Tendenz, gegen die die Abwehrkräfte verzweifelt ankämpfen, um wieder Ordnung zu schaffen.

  • Es ist eine schreckliche Erfahrung für den krebskranken Menschen, etwas so Abscheuliches wie den Krebstumor in seinem Körper zu haben.

Die wichtigsten Kennzeichen des Mittels sind:
  • Leicht beleidigt, leicht b., kann keinerlei Tadel ertragen Carc.beleidigt, kann keinerlei Tadel ertragen.

  • strebt nach Ordnung und Kontrolle Carc.Strebt nach Ordnung und Kontrolle, wird pingelig Carc.pingelig und pedantisch.

  • mitfühlend, mitleidig, fühlt intensiv den Schmerz anderer Menschen Carc.Mitfühlend, mitleidig, spürt intensiv den Schmerz anderer Menschen.

  • Schreckliche Dinge ergreifen sie tief.

  • Mangel an Mangel an Selbstvertrauen Carc.Selbstvertrauen, will es jedem recht machen, hat Schuldgefühle für etwas, das er nicht getan hat Carc.Schuldgefühle für etwas, was er nicht getan hat.

  • Mangel an Reaktionen Carc.Reaktionsmangel auf Krankheitsreize, z. B. Apyrexie.

  • frühreif Carc.Frühreife.

Wir werden nun versuchen, den roten Faden dieses Arzneimittelbildes aufzuspüren, und uns dabei an einigen dieser Merkmale orientieren.
Verletzlichkeit, überempfindlich gegen Vorwürfe
Carcinosinum-Menschen sind im Allgemeinen sehr leicht zu verletzen, sie sind emotional sehr verwundbar, emotional Carc.verwundbar, versuchen aber diese Verletzlichkeit zu verbergen. Es gibt bei diesem Arzneityp allerdings verschiedene Arten der Manifestation und der Reaktion. Nach meinem Verständnis lassen sich zwei Typen des Carcinosinum-Patienten unterscheiden, obwohl es sicherlich noch andere geben wird. Beim ersten Typ von Menschen, die Carcinosinum benötigen, manifestiert sich die Verletzlichkeit in einer extremen Sensibilität, extreme, für psychischen oder körperlichen Schmerz Carc.Sensibilität für psychischen oder körperlichen Schmerz, und infolgedessen können sie keinerlei Kritik, kann keinerlei K. vertragen Carc.Kritik vertragen. Eine große Furcht vor Demütigung Carc.Furcht vor Demütigung ist vorhanden. Die Empfindlichkeit für Tadel ist so ausgeprägt, dass sie jede Art von Kritik wie einen Schock erleben. Wenn sie getadelt werden, können sie in einen Zustand von regelrechter Weinen, nach Tadel Carc.Hysterie geraten, sie können weinen und Schluchzen, nach Tadel Carc.schluchzen und so aus der Fassung geraten, dass sie aufhören zu Atmung, stockt wenn getadelt Carc.atmen und Rot im Gesicht, wenn getadelt Carc.puterrot werden. Schon die geringste kritische Bemerkung scheint sie schwer zu kränken, weil sie Kritik so schmerzlich empfinden. Selbst wenn der andere gar nicht die Absicht hat, sie anzugreifen oder ihnen Schmerz zuzufügen, selbst wenn anderen Menschen die Bemerkung unbedeutend und unwichtig erscheint, empfinden sie so; sie neigen dazu, übelnehemen, nimmt alles übel Carc.alles übelzunehmen. Die Mutter eines Jungen, der Carcinosinum benötigte, erzählte, dass sie „ihm nichts sagen konnte, weil er schon beim leisesten Anflug eines Vorwurfs in Weinkrämpfe ausbrach“. Wenn diese Menschen etwas aus der Fassung bringt, denken sie oft tagelang darüber nach, sie können es einfach nicht vergessen. Sie neigen zum Brüten und Grübeln. Manche müssen später über den Vorfall reden; jedes Mal, wenn sie getadelt worden sind, kommen sie wieder und stellen Fragen: was, warum, wie usw.. Sie können die Sache nicht auf sich beruhen lassen. In diesem Verhalten können wir einen Zug von Hartnäckigkeit erkennen, ein Symptom, das bei Carcinosinum mehrfach beobachtet wurde.
Diese Art von Empfindlichkeit bewirkt, dass Carcinosinum-Menschen ständig unglücklich sind. Kummer und Sorgen finden schnell Eingang in ihr Leben, weil sie so leicht zu verletzen sind. Kummer kommt bei Carcinosinum nicht unbedingt von großen und schwerwiegenden Schicksalsschlägen, es genügen die alltäglichen Ereignisse des Lebens. Ein Ereignis, das sich für andere Menschen vielleicht als eine etwas kompliziertere Situation darstellt, kann bei ihnen furchtbaren Schmerz auslösen. Nach einigen Jahren entwickeln diese Patienten ernsthafte Symptome als Folge dieses aufgestauten Kummers. Es ist ein Kummer, über den sie nicht sprechen, über den sie nicht klagen, den sie nicht zeigen. Man kann ihn als stillen Kummer, stiller Carc.Kummer bezeichnen. In diesem Zustand scheint Carcinosinum NATRIUM MURIATICUM ähnlich, einem Mittel, mit dem es auch eine Reihe weiterer Symptome teilt.
Aber der stille Kummer von Carcinosinum hat einen anderen Ursprung, und er ist auch von anderer Art. Der Kummer von Carcinosinum entspringt aus einem Gefühl der Willensschwäche – einer Neigung, Konfrontationen aus dem Wege zu gehen, nichts für sich zu verlangen: kurz, einer Neigung, eher hinzunehmen als zu fordern. Der Kummer bei NATRIUM MURIATICUM oder auch bei IGNATIA ist dagegen oft ein tiefes Gefühl, das von dem Verlust einer geliebten Person herrührt, es ist ein Kummer, der die Emotionen einschnürt und dem Patienten nicht erlaubt, irgendwelche Gefühle zu äußern. Und Carcinosinum-Menschen resignieren auch leichter und halten eher still, weil sie Angst haben, andere mit ihren Klagen zu stören. In dieser Hinsicht liegt Carcinosinum gewissermaßen zwischen STAPHISAGRIA und NATRIUM MURIATICUM. Verdrängung von Gefühlen Carc.Verdrängung von Gefühlen ist bei diesem Typ von Carcinosinum etwas sehr Verbreitetes.
Typ I: Unterwürfig und unterdrückt
Furcht vor der Grobheit anderer Carc.Furcht vor der Grobheit anderer kommt bei Carcinosinum-Menschen des ersten Typs ebenfalls häufig vor. Da ihre Abwehr geschwächt ist, fühlen sie sich von Kindheit an nicht in der Lage, der Aggressivität der Welt die Stirn zu bieten. Kinder dieses Typs sind gehorsam, Kinder Carc.gehorsam, wohlerzogen, „pflegeleicht“, überangepasst. Sie erscheinen sehr brav und nett, folgsam und hilfsbereit. Es sind die Kinder, die ihren Eltern gefallen wollen (und oft genug auch wirklich gefallen), und doch werden intelligente und sensible Eltern ihre Schwachpunkte wahrnehmen, sie werden sich Sorgen machen und sich an einen Arzt wenden, weil sie begreifen, dass diese Art von Unterwürfigkeit „nicht normal ist“. Denn Carcinosinum-Kinder dieses Typs können keine Forderungen an andere stellen, sie können sich in der Schule nicht gegen andere Kinder behaupten, aber sie sind auch unfähig, ihren Eltern deutlich zu machen, was sie brauchen und wollen, und deshalb kann der Anschein entstehen, sie würden von den Eltern unterdrückt (was zutreffen kann oder auch nicht). Dieses Verhalten wird verstärkt, wenn die Eltern sich der besonderen Empfindlichkeit des Kindes tatsächlich nicht bewusst sind.
Diese Kinder haben nie die Fähigkeit (und/oder die Erlaubnis) besessen, ihre Individualität zum Ausdruck zu bringen. Sie können nicht „sie selbst sein“, aus Furcht, nicht akzeptiert, geschätzt und geliebt zu werden Carc.Angst, nicht akzeptiert, nicht geschätzt, nicht geliebt zu werden, und deshalb befinden sie sich in einem Zustand ständiger Unsicherheit. Das ist die tieferliegende Ursache ihres Verhaltens.
Wenn sie älter werden, spüren sie weiterhin, dass sie einen schwachen Willen haben, nicht nein sagen können, es allen recht machen wollen, sie wirken unterwürfig und gehemmt, scheinen sich alles gefallen zu lassen, aber sie begreifen und empfinden dies nicht als pathologisch – sie sind vielmehr überzeugt, dass dies der beste Weg ist, durchs Leben zu kommen.
Typ I: Mangel an Selbstvertrauen und Depressionen
Es liegt nahe, dass es diesen Menschen auch an Selbstvertrauen, Mangel an Carc.Selbstvertrauen mangelt. Sie glauben nicht genug an sich selbst, um das verfolgen zu können, was sie wirklich wollen. Jede Stress- oder Konfliktsituation auf der emotionalen Ebene macht sie fast krank. Sie gehen jeder Situation aus dem Weg, die zu einer Auseinandersetzung führen könnte; Kinder lassen es sich z. B. gefallen, dass andere Kinder ihnen das Spielzeug wegnehmen, um nur ja Streit zu vermeiden. Und auf einen Streit zwischen ihren Eltern reagieren sie sehr empfindlich, sie können weinen und voller Verzweiflung sein … Sie wünschen sich Harmonie und Vollkommenheit.
All diesen Verhaltensweisen liegt eine Sehnsucht nach Zuwendung Carc.Sehnsucht nach Zuwendung zugrunde. Kinder und Erwachsene, die Carcinosinum benötigen, sehnen sich nach Liebe. Oft werden sie es niemals müde, umarmt zu werden, Zuneigung gezeigt zu bekommen, beschützt zu werden. Das Gefühl, ungeliebt zu sein, kann zu verschiedenen Beschwerden führen: Fieber, Magenschmerzen, Asthma usw. Aber wenn Patienten dieses Typs deprimiert sind, wollen sie oft lieber für sich sein – damit andere sie nicht bedauern. In einem solchen Zustand reden sie nicht gern, sie wollen keinen Trost, sie ziehen es vor, allein zu sein und ihre Ruhe zu haben. Es besteht eine Abneigung gegen Gespräche (die sich auch in der Prüfung zeigte), und durch Gespräche geht es ihnen schlechter. Ein interessantes Merkmal, das bei verschiedenen Carcinosinum-Fällen beobachtet wurde, ist „Traurigkeit, kann aber nicht weinen Carc.Traurigkeit, kann aber nicht weinen“, sogar in Fällen schweren Kummers (z. B. nach dem Tod der Mutter). So ist auch dieses Ventil für die Emotionen blockiert. Ein ständiges Gefühl von Traurigkeit, Unzufriedenheit und Unglücklichsein stellt sich ein, und schließlich werden diese Menschen apathisch und gleichgültig, selbst ihrer Familie gegenüber, oder geraten gar in einen Zustand echter Depression mit Suizidneigung Carc.Suizidneigung.
Typ II: Aggressivität, Wut, Destruktivität
Auch Menschen des zweiten Typs von Carcinosinum können Tadel, Kritik, kann nicht ertragen Carc.Tadel, Kritik, Vorwürfe nicht ertragen, aber sie reagieren in genau entgegengesetzter Weise darauf. Wenn sie von ihren Eltern oder Verwandten in irgendeiner Form provoziert werden, etwa durch eine Bemerkung, die als Vorwurf aufgefaßt werden kann, fühlen sie sich ungeheuer beleidigt und verletzt, und sie reagieren mit Aggressionen, verbal oder körperlich Carc.Aggressionen, ja mit Gewalt, verbal oder körperlich Carc.Gewalt, verbal oder gar körperlich. Sie fluchen und schlagen, im Zorn neigen sie dazu, andere herumzuschubsen und einzuschüchtern, sie terrorisieren ihre ganze Umgebung. Und ihr Zorn ist leicht anzufachen, sie sind sehr reizbar und neigen zu destruktive Ausbrüche Carc.destruktiven Ausbrüchen, zu Zerstörungswut. In ihrem Zorn sind sie wie Bulldoggen. Die Neigung zu destruktiven Ausbrüchen kann gelegentlich auch beim ersten Carcinosinum-Typ auftreten, aber beim zweiten hat sie eine besondere Qualität: sie nehmen überhaupt keine Rücksicht, keine R. auf die Gefühle anderer Carc.Rücksicht auf die Gefühle anderer. Oft sind sie brutal und grob in ihrem Verhalten gegenüber Verwandten, aber nett zu Fremden. Das zugrundeliegende Problem ist auch hier wieder, dass diese Menschen sich nicht anerkannt, nicht geliebt fühlen.
Kinder dieses Typs bewegen sich in einem Teufelskreis. Ihre innere Unausgeglichenheit macht sie so aggressiv und verletzend, und wegen eben dieses Benehmens bekommen sie wiederum nicht genug Anerkennung und Unterstützung von ihren Eltern, die z. B. gegenüber dem Bruder oder der Schwester, die sich besser benimmt, ein anderes Verhalten an den Tag legen. Die Eltern neigen dann oft dazu, die Äußerungen des Carcinosinum-Kindes als Bosheit oder Angriff zu interpretieren, und das Kind spürt dies und fühlt sich durch jeden Kommentar um so mehr verletzt, wobei es wiederum auf eine aggressive Art reagiert, die absolut unakzeptabel ist (zumindest für die Eltern). Diese Kinder wehren sich gegen Kontrolle und Unterdrückung, indem sie sich beleidigend und aggressiv verhalten. So wirken innere und äußere Faktoren zusammen und machen die ganze Situation immer schlimmer. Der Zug der Hartnäckigkeit und des Eigensinns, der schon oben erwähnt wurde, taucht hier wieder auf, aber in sehr viel direkterer Weise.
Eine andere Art, auf Zurückweisung zu reagieren, ist die Entwicklung von Eßstörungen. In manchen Fällen stopfen die Kinder wahllos Essen in sich hinein, alles durcheinander. Sie nehmen viel zu, werden dick und fett, und obwohl sie sich selbst verabscheuen, können sie einfach nicht widerstehen. Das Essen scheint an die Stelle der fehlenden Zuneigung zu treten.
Schreckliche Dinge und das Übernatürliche
Beide Typen von Carcinosinum-Menschen haben eine besondere Sensibilität für schreckliche Dinge, für alles, was schrecklich aussieht. Carcinosinum gehört als Nachtrag in die Repertoriumsrubrik „Schreckliche Dinge, traurige Geschichten ergreifen sie tief Carc.Schreckliche Dinge, traurige Geschichten ergreifen sie tief“. Sogar der zweite Typ hat, trotz seines tyrannischen Verhaltens, Angst vor allem, was in seinen Augen schrecklich aussieht. Wenn er etwa ein verletztes Tier sieht, kann er nicht hinschauen, es graust ihn schon beim bloßen Gedanken. (Der Leser mag dieses Merkmal mit der oben erwähnten schrecklichen Vorstellung eines Tumors vergleichen, der im Körper heranwächst.) Hier besteht eine Verbindung zu dem mitfühlenden Zug von Carcinosinum, auf den wir noch eingehen werden.
Zusammen mit der Furcht vor schrecklichen Dingen verbindet beide Typen eine besondere Sensibilität für das Übernatürliche. Die Patienten vom zweiten Typ haben, bei all ihrer Aggressivität, Angst vor dem Jenseits, dem Übernatürlichen, vor Geistern usw. Aber gleichzeitig können Geistergeschichten eine magische Anziehungskraft auf sie ausüben! Und wenn Carcinosinum-Patienten von ihren destruktiven Ausbrüchen zu einem Stadium echter Geisteskrankheit fortschreiten, dann tritt wieder das Element der Übertreibung Carc.Übertreibung, des Gewaltigen, Übernatürlichen, Element des Carc.Übernatürlichen hervor. In ihrem Wahnzustand äußern die Patienten diese Übersteigerung auf verschiedene Arten. Oft haben sie das Gefühl, übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen, etwa auf Entfernung Menschen zu beeinflussen, Lebewesen auf anderen Planeten zu manipulieren, Dinge zu materialisieren, fliegende Untertassen herbeizuzaubern, zu anderen Galaxien zu reisen, mit ihnen zu kommunizieren, das Wetter zu ändern, kraft ihres Wortes über die Naturgewalten zu gebieten.
Gewaltige Naturphänomene wie etwa Gewitter können ebenfalls einen starken Einfluss auf diese Menschen ausüben. Sie können Furcht vor Gewitter empfinden, aber sie können Unwetter auch genießen, ganz wie SEPIA-Patienten.
Typ I: Ordentlich, perfektionistisch, pingelig
Ein weiteres ausgeprägtes Merkmal, das sich nur bei dem ersten Typ von Carcinosinum findet, ist ein inneres Bedürfnis, Ordnung zu schaffen Carc.Bedürfnis, Ordnung zu schaffen, die Unordnung um sich her zu beseitigen (oder was sie als solche empfinden), und indem sie diesem Bedürfnis nachgeben, können sie pingelig Carc.pingelig werden. Es ist, als spürten sie unbewusst die Drohung der inneren Desorganisation auf sich zukommen.
Ihr starker Ordnungssinn lässt sie sehr reinlich Carc.reinlich werden. Kinder räumen ihre Zimmer peinlich auf, das Spielzeug steht in Reih und Glied. Erwachsene arbeiten sehr genau, mit übertriebener Aufmerksamkeit für Details, übertriebene Carc.Aufmerksamkeit für Details. Sie sind gewissenhaft in Kleinigkeiten und spüren einen Drang nach Perfektion in allem, was sie tun. Sehr leicht stellen sich Schuldgefühle Carc.Schuldgefühle ein, ein Gefühl, etwas nicht korrekt erledigt zu haben Carc.Gefühl, etwas nicht korrekt erledigt zu haben, selbst wenn klar ist, dass es nichts dergleichen zu befürchten gibt. Es kann das Bedürfnis bestehen, die ganze Zeit etwas zu tun zu haben – die Repertoriumsrubrik „Fleißig, -Arbeitswut“ drückt diesen Zug aus. Oft bessert Beschäftigung, besonders körperliche, den Allgemeinzustand, während Ruhe verschlimmert.
Der ausgeprägte Ordnungssinn, ausgeprägter Carc.Ordnungssinn ist ein Merkmal, das bei Carcinosinum sogar noch stärker betont ist als bei ARSENICUM-Menschen, auf die wiederum der Begriff des Pingeligen, Pedantischen, Wählerischen („fastidious“) besser passt. Es gibt auch Carcinosinum-Fälle, bei denen Ordnungsliebe in den meisten Angelegenheiten einhergeht mit Unordentlichkeit in Dingen, die der Patient für unwichtig hält.
Wenn wir es allerdings mit dem zweiten Carcinosinum-Typ zu tun haben, können wir totale Unordnung und Unsauberkeit vorfinden, eine absolute Gleichgültigkeit gegenüber Ordnung, Disziplin und ähnlichen Dingen. Diese Menschen mögen zwar auch von anderen Ordnung erwarten, aber sie wenden dieses Prinzip nicht auf sich selbst an und sind dazu auch gar nicht in der Lage.
Ängste und Befürchtungen
Alle Carcinosinum-Patienten neigen zur Ängstlichkeit, und das Arzneimittelbild enthält viele Ängste. Oft ist große Erwartungsangst mit Furcht vor Versagen Carc.Erwartungsangst mit Furcht vor Versagen vorhanden, besonders bei Prüfungen, aber auch in anderen Situationen. Sie steht in engem Zusammenhang mit der oben erwähnten Angst vor Demütigung und Vorwürfen CArc.Angst vor Demütigung und Vorwürfen und kann auch die Form einer Angst um die Zukunft Carc.Angst um die Zukunft annehmen. Es gibt auch eine Furcht, die Kontrolle zu verlieren, die sich z. B. so äußern kann: „Ich habe das Gefühl, dass es schrecklich ist, wenn ich überanstrengt bin. Es wird mir einfach alles zu viel.“
Verschiedenartige Phobien Carc.Phobien sind ebenfalls bei Carcinosinum beobachtet und mit dem Mittel geheilt worden. Höhenangst Carc.Höhenangst kann in manchen Fällen sehr stark sein. Es gibt auch die Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie), vor belebten Straßen (in einer Menschenmenge) und viele andere. Angst vor Tieren ist häufig: vor Hunden, Katzen, Vögeln; vor „ekligen“ Tieren, ein mit Angst vermischter Ekel vor Fröschen, Schlangen, Spinnen, vor allen möglichen Insekten, Bienen, Wespen usw. Doch wie die übernatürlichen Phänomene und gewaltigen Naturereignisse, die oben erwähnt wurden (Angst vor Gespenstern und doch auch Faszination durch Geistergeschichten; Angst vor Gewitter, aber auch Begeisterung, wenn man ein Gewitter erlebt), können Tiere auch eine große Anziehungskraft auf Carcinosinum-Menschen ausüben, und sie können große Tierfreunde sein, wenn auch nicht im selben Maße wie AETHUSA-Patienten.
Weitere Ängste sind: Angst beim Autofahren, besonders beim Schnellfahren; Angst im Dunkeln und Furcht vor der Dunkelheit; Furcht vor Erdbeben. Carcinosinum-Menschen können auch eine unerklärliche Angst, unerklärliche Carc.Angst verspüren, etwas, wovon sie nicht sagen können, wo es herkommt, verbunden mit Nervosität und Unruhe.
Sie haben große Angst um ihre Gesundheit, insbesondere die Furcht, an Krebs zu erkranken. Aber Angst um die Gesundheit bezieht sich bei diesem Mittel oft auch auf die Gesundheit anderer, besonders auf Familienmitglieder und geliebte Menschen. Die Angst um andere Carc.Angst um andere kann bei Carcinosinum so stark sein wie bei ARSENICUM, PHOSPHORUS und SULFUR, und dies gilt für beide Typen. Dies ist wirklich ein merkwürdiges Merkmal bei Personen des zweiten Typs, die in ihren Wutanfällen so rücksichtslos gegen andere erscheinen. Es kann aber auch eine völlige Gleichgültigkeit gegenüber der Familie und geliebten Personen bestehen, und der zweite Typ von Carcinosinum kann sogar völlig blind für den Schmerz anderer Menschen sein und überhaupt keine Notiz davon nehmen (oder es scheint zumindest so).
Typ I: Mitfühlend und äußerst verantwortungsbewusst
Um noch einmal auf den ersten Typ von Carcinosinum-Patienten zurückzukommen: diese Menschen sind sehr einfühlsam und mitfühlend Carc.einfühlsam und mitfühlend. Wenn man bedenkt, dass sie nichts für sich selbst fordern können und gleichzeitig Schmerz und Leid so intensiv fühlen, ist es leicht zu verstehen, warum sie so sehr auf die Probleme anderer eingehen. Sie sind so sensibel für das Leid anderer Menschen, dass sie sich vom Umgang mit deren Problemen ganz erschöpft fühlen. Sie spüren den Schmerz der anderen buchstäblich am eigenen Leib Carc.spüren den Schmerz der anderen buchstäblich am eigenen Leib. Bei diesem Typ von Carcinosinum-Patienten handelt es sich um Menschen, die ihr Wohlergehen für andere opfern, die das Gefühl haben, anderen alles schuldig zu sein, während diese ihnen nichts schulden. Sie sind oft ausgesprochen fähige und intelligente Menschen, die sich allerdings nicht für ihre eigenen Rechte einsetzen, selbst wenn sie ganz offensichtlich im Recht sind. Es sind Menschen, die Gerechtigkeit für andere begehren und anderen zu ihrem Recht verhelfen, aber nicht reagieren, wenn sie von anderen ungerecht behandelt werden.
In diesem Zusammenhang ist ein starkes Verantwortungsbewußtsein, starkes Carc.Verantwortungsbewusstsein zu erwähnen. Kinder fühlen sich von klein auf übermäßig verantwortlich, sie übernehmen die Verantwortung für die ganze Familie. Sie versorgen sehr zuverlässig ihre Haustiere, kümmern sich um den Haushalt usw. Ihr übersteigertes Verantwortungsbewusstsein für das Wohlergehen von Verwandten und geliebten Personen kann zu Schuldgefühlen, Angstattacken und schließlich zu depressiven Zuständen führen.
Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und mit ihnen mitzufühlen, die in einigen Fällen an Hellsichtigkeit grenzt, kann bei diesen Menschen so ausgeprägt sein, dass sie tagelang weinen könnten, wenn sie einen traurigen Vorfall mit angesehen haben, z. B. einen Unfall, bei dem jemand verletzt wurde. Auch wenn sie Gewalttaten in den Nachrichten oder in einem Film sehen, können sie tief betroffen sein. Mit dieser Art von Mitgefühl und Offenheit, in Verbindung mit der Angst um andere, ähneln sie PHOSPHORUS-Menschen.
Der zweite Typ von Carcinosinum ist dagegen vollkommen rücksichtslos, egozentrisch, verantwortungslos und selbstsüchtig. Diese Menschen fordern nur von anderen und geben nichts dafür, und wenn man ihnen ein Unrecht antut, „hat man sein Fett“.
Intellekt
Carcinosinum-Patienten können Menschen mit starken intellektuellen Fähigkeiten sein, oft sind es Literaten oder Wissenschaftler, die gern lernen, lesen, ihren Verstand anregen. Aber auch schwere Störungen der intellektuellen Fähigkeiten kommen vor, insbesondere was das Gedächtnis betrifft.
Wenn diese Menschen sich viel Verantwortung aufbürden, kann ihr Verstand zur Erschöpfung neigen, er beginnt zu kapitulieren, und das Gedächtnis ist das erste, was versagt. Schlechtes Gedächtnis, schlechtes Carc.Gedächtnis ist ein hervorstechendes Symptom in der Prüfung. Sie vergißt normale alltägliche Dinge Carc.vergessen normale alltägliche Dinge (Templeton berichtet, dass einer seiner Prüfer dreimal umkehren musste, weil er seine Brille vergessen hatte), und sie müssen eine Willensanstrengung unternehmen, ihrem Verstand einen absichtlichen Ruck geben, damit ihnen die Dinge wieder einfallen. Sie werden reizbar wegen ihrer Vergesslichkeit.
Das schlechte Gedächtnis kann mit einer allgemeinen geistige Abstumpfung Carc.Abstumpfung des Geistes einhergehen. Konzentration und Denken fallen schwer, der Geist ist träge, der Intellekt langsam; sich zum Denken zu zwingen erfordert Anstrengung. Das Gehirn scheint zusammengeschnürt. Ein Gefühl der Schwäche und der Müdigkeit kann Geist und Körper überkommen. Die Patienten werden desinteressiert, geistesabwesend, mit einem Gefühl wie benebelt; es kann als ein Gefühl beschrieben werden, betrunken oder „weggetreten“ zu sein. Sie können nichts aufnehmen; in einer Unterhaltung sind sie sich zwar bewusst, etwas zu hören, aber die Worte kommen nicht wirklich an, und sie reagieren nicht mehr richtig, geben z. B. keine Antworten. Eine Abneigung gegen Unterhaltung Carc.Abneigung gegen Unterhaltung ist daher nicht verwunderlich; und sie taucht tatsächlich als hervorstechendes Symptom in der Prüfung auf. Das Gefühl der Schwäche und Müdigkeit kann nach einem kurzen Schaf vergehen, es kann aber auch „weggearbeitet“ werden. Ein Prüfer drückte es so aus: „Wenn ich gegen diese Müdigkeit ankämpfe und kein Schläfchen halte, kann ich mich nach kurzer Zeit wieder an meine Bücher setzen und mit ebenso viel Energie wie vorher weiterarbeiten.“ Auch die klinische Erfahrung spricht dafür, dass geistige Anstrengung bessert den Allgemein- und Geisteszustand Carc.geistige Anstrengung ebenso wie körperliche Betätigung bessert den Allgemein- und Geisteszustand Carc.körperliche Betätigung oft den Allgemein- und Geisteszustand bessert.
Carcinosinum-Kind
Frühreife Carc.Frühreife ist ein Charakteristikum von Carcinosinum, das wir häufig bei Kindern antreffen. Extrem frühe und schnelle Entwicklung auf körperlicher und geistiger Ebene (dazu gehört auch das übertriebene Verantwortungsbewusstsein, das ich oben beschrieben habe). Diese Kinder können sehr früh laufen lernen und vorzeitig „sauber sein“, sie haben oft einen scharfen Verstand und lernen schnell. Man kann sie als „Frühentwickler“ bezeichnen. Insbesondere ihre sprachlichen Fähigkeiten sind verblüffend. Man hat fast das Gefühl, mit einem Erwachsenen zu reden; von einem dreieinhalbjährigen Carcinosinum-Jungen sagte seine Mutter, er „rede wie ein Rechtsverdreher“. Diese besondere Fähigkeit, Sprechen, kann in sehr frühem Alter sehr gebildet Carc.in sehr frühem Alter sehr gebildet und altklug zu reden, ist ein nützlicher Anhaltspunkt.
Auch die sexuelle Entwicklung kann bei diesen Kindern sehr früh einsetzen und schnell fortschreiten. Sie sind ungewöhnlich früh sexuell erregbar, was zu früher und häufiger Masturbation führen kann.
Andererseits können Carcinosinum-Kinder aber auch sehr langsam in ihrer Entwicklung, Kinder Carc.langsam in ihrer Entwicklung (besonders der geistigen) sein. Schwierigkeiten, sich in der Schule sozial zu behaupten, treten bei vielen Carcinosinum-Kindern unterschiedlichen Typs auf, aber bei diesen Spätentwicklern liegen die Probleme auch auf der geistig-intellektuellen Ebene. Kindisches Benehmen, keine Lust zu lernen. Alle Prüfungssymptome, die oben erwähnt wurden, können bei diesen Kindern auftreten: geistige Stumpfheit, Desinteresse, Konzentrationsschwierigkeiten usw. Carcinosinum ist auch bei geistig zurückgebliebenen oder unterentwickelten Kindern mit gutem Ergebnis angewandt worden. Selbst bei Kindern, die am Down-Syndrom leiden, sollte Carcinosinum als Konstitutionsmittel in Betracht gezogen werden (ebenso wie MEDORRHINUM), weil sie von der Wirkung sehr profitieren können, auch wenn an der zugrundeliegenden Chromosomenaberration nichts zu ändern ist. Foubister beobachtete bei einer solchen Behandlung gute Resultate.
Ein bedeutendes Charakteristikum von Carcinosinum-Kindern ist ihre Schlaflosigkeit Carc.Schlaflosigkeit, die manchmal von den ersten Lebenstagen an da ist und sehr hartnäckig und extrem sein kann. Sie können abends einfach nicht einschlafen, können nicht schlafen bis spät in die Nacht. Oft sind sie abends sehr aufgeregt und lebendig und wollen nichts von dem verpassen, was um sie herum passiert, und so wollen sie auch nicht ins Bett gehen. Und damit sie einschlafen können, brauchen sie häufig die Gesellschaft ihrer Mutter. Sie wollen im Bett der Eltern schlafen oder können nachts nicht durchschlafen, und wenn sie dann aufwachen und die Eltern nicht sehen, rufen sie nach ihnen oder gehen zu ihnen ins Bett. Manche können viel leichter einschlafen, wenn sie gewiegt werden.
Sie wachen häufig auf, manchmal mit einem plötzlichen Ruck, wie von einem Schreck (ähnlich wie SULFUR-Kinder). Sie erschrecken leicht; erwachen zitternd vor Angst. Im Schlaf können oft unfreiwillige Zuckungen auftreten, die sie ebenfalls aufwecken können; im fortgeschrittenen Stadium finden wir manchmal chronische Krämpfe in der Nacht vor. Auch häufiges nächtliches Wasserlassen kann sie lange Zeit wachhalten. Manche Kinder müssen immer und immer wieder herumgetragen werden und können nicht länger als eine Stunde am Stück schlafen, dabei sind sie äußerst erschöpft und übermüdet. Oder sie wachen nach Mitternacht auf und können die nächsten zwei oder drei Stunden nicht wieder einschlafen. Auch Pavor nocturnus Carc.Pavor nocturnus ist beobachtet worden. Ein Fall von Foubister: „Sie schreit, während sie noch schläft; wenn sie geweckt wird, gibt sie korrekte Antworten, und am Morgen hat sie den Zwischenfall vergessen“ (ein seit fünf Jahren andauernder Zustand; ein Rückfall zwei Jahre später sprach ebenfalls auf Carcinosinum an).
Die Schlafposition von Carcinosinum-Kindern ist oft die Bauchlage, und, noch genauer, die Schlafposition, Knie-Ellbogen-Lage Carc.Knie-Ellbogen-Lage, wie bei MEDORRHINUM. Laut Foubister ist dies ein wertvolles Symptom, wenn das Kind älter als ein Jahr ist, denn im ersten Lebensjahr nehmen viele Kinder diese Stellung ein, um später davon abzukommen.
Eine weitere Pathologie, der wir bei Kindern häufig begegnen und die wir kennen müssen, ist die Tendenz, asthmatische Erkrankungen Carc.asthmatische Erkrankungen zu entwickeln. In vielen Fällen wird das Asthma dieser Kinder Carcinosinum brauchen, bevor es sich verliert. Es ist interessant zu sehen, wie der Mangel an Zuwendung, den diese Kinder so intensiv empfinden, zu einer Pathologie führt, die mit dem Entzug von Liebe und Zuwendung in einem sehr engen Zusammenhang steht.
Aussehen, Sexualität und andere wichtige Merkmale
Die klassische Trias des Erscheinungsbildes von Carcinosinum wurde bereits in der Einleitung erwähnt: ein Teint, bräunlicher Café-au-lait- T. Carc.bräunlicher Café-au-lait-Teint, blaue Skleren Carc.blaue Skleren und zahlreiche, kreisförmige schwarze Muttermale, zahlreiche, kreisförmige, schwarze Carc.Muttermale. Es gibt einige Variationen: die Haut kann auch blass und durchscheinend sein und dem Patienten ein feines und zerbrechliches Aussehen verleihen, das in seinem Verhalten eine Entsprechung findet; und es können auch braune Flecken auf der Haut auftreten (Lentigines). Der Kopf kann unverhältnismäßig groß sein, wobei insbesondere die Stirn gewaltig ist, und es kann eine Neigung zu ungewöhnlichem Haarwuchs im Gesicht oder auf der Wirbelsäule bestehen. (Für die Verschreibung eines Mittels ist es natürlich nicht notwendige Bedingung, dass das Aussehen „stimmt“, und man sollte das auch im Einzelfall nicht erwarten.) Es besteht eine Tendenz zur Bildung von Keloiden, und Paschero hat festgestellt, dass Carcinosinum, vor plastischen Operationen gegeben, die Bildung von Narbenkeloiden verringert hat.
Was ihr Sexualleben angeht, sind Carcinosinum-Menschen oft sehr leidenschaftlicher Natur; besonders Frauen hängen mit großer Leidenschaft an ihrem Partner. Sie verspüren ein so starkes Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung, dass sie ein geradezu zwanghaftes Verlangen entwickeln können, soviel Sex wie möglich zu bekommen. Sex ist für sie immer einfacher zu geben und zu nehmen, weil ihr schüchternes und anspruchsloses Wesen sie davon abhält, Zuneigung auf einer emotionalen Ebene einzufordern. Die Tatsache, dass sie sich schwach und wehrlos fühlen und ihre Bedürfnisse und Wünsche nicht ausdrücken können, gibt ihnen noch mehr das Gefühl, von ihrem Partner abhängig zu sein. Sie sind nicht promisk, aber sexuell sehr leicht erregbar. Selbst wenn sie merken, dass das Interesse bei der anderen Person eher gering ist, können sie sehr an ihr bzw. ihm hängen und sind dann sehr deprimiert, weil sie so viel von sich selbst gegeben haben.
Carcinosinum-Patienten sind oft künstlerisch begabt Carc.künstlerisch begabte Menschen; sie sind sensibel für Musik, tanzt leidenschaftlich gern Carc.tanzen leidenschaftlich gern und haben ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl. Oft Lesen, gern und viel Carc.lesen sie sehr gern und viel, schon kleine Kinder sind begeistert von Literatur („Leseratten“). Alles, was sie emotional nicht verletzen kann, aber gleichzeitig geeignet ist, Geist und Phantasie anzuregen, spricht sie sehr an. So kann schöne Musik sie zum Weinen bringen, wenn sie eine Geschichte lesen, dann leben sie die Handlung intensiv mit, traurige Geschichten rühren sie zu Tränen. Ein ähnlicher Wesenszug ist ihre Liebe zur Natur Carc.Liebe zur Natur. Nun kann man natürlich sagen, dass „jeder die Natur liebt“ und dass dies keine Pathologie ist, kein Symptom. Aber Carcinosinum-Menschen haben eine besonders geartete Sehnsucht nach der Natur, sie fühlen sich in der Natur am wohlsten, weil die ihre Gefühle niemals verletzen oder beleidigen wird. Ihre große Schwäche, die Verletzlichkeit, ist bei diesem Liebesobjekt ungefährdet und in guter Obhut. Sie reisen auch gern, aber nicht so sehr, um andere Menschen kennenzulernen, sondern um „mit der Natur zu leben“.
Was Vorlieben beim Essen angeht, haben Carcinosinum-Menschen ein starkes Verlangen nach Schokolade Carc.Verlangen nach Schokolade. Oft zeigen sie starkes Verlangen oder Abneigung gegen Obst und das Fett vom Fleisch Carc.Verlangen nach oder Abneigung gegen Obst und Fett von Fleisch, und auch ein Verlangen nach Gewürzen kommt vor. Die Vorlieben und Abneigungen beim Essen werden im Magen-Kapitel ausführlich behandelt.
Zwei wichtige Modalitäten: Häufig findet sich eine Seeluft, starke Verschlimmerung oder eine Besserung durch Carc.starke Verschlimmerung oder Besserung durch Seeluft. Foubister merkt an, dass ein Patient in Südengland z. B. Besserung an der Ostküste und Verschlimmerung an der Südküste erfahren kann – oder umgekehrt. Eine starke Abendliche Besserung Carc.Besserung am Abend ist ebenfalls charakteristisch, das Energieniveau ist zu dieser Zeit hoch. „Müde in der Sonne, besser abends“ und „müde am Morgen, besser am Abend“ sind Modalitäten, die bei Carcinosinum-Patienten oft beobachtet wurden. (Aber die Prüfung hat auch eine Schwäche und Müdigkeit hervorgerufen, die am späten Abend schlimmer war; außerdem hat sie eine allgemeine Verschlimmerung in der Zeit von 18 bis 19 Uhr bewirkt.)
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Widersprüchliche und alternierende Zustände Carc.Widersprüchliche und alternierende Zustände Carc.alternierende Zustände. Foubister erwähnt auch, dass Carcinosinum Symptome hat, die von einer Seite zur anderen wechseln. Die Prüfung hat einige Empfindungen hervorgebracht, die in verschiedenen Teilen des Organismus auftraten: Gefühle von Enge und Zusammenschnürung, Pochen und Zuckungen in verschiedenen Muskelgruppen, besonders im Gesicht (Augenlider). Hui Bon Hoa hat bestätigt, dass nervöse Tics CArc.nervöse Tics, oft bizarrer Art, Teil des Arzneimittelbildes von Carcinosinum sind. Er nennt die folgenden Beispiele: „Einer meiner Patienten tippte seinen Brüdern ständig mit den Fingerspitzen auf den Schädel; ein anderer pflegte Kinder sanft in die Fingerspitzen zu beißen, Finger für Finger; im Alter von 40 Jahren war er noch nicht von dieser Gewohnheit abgekommen. Manche Carcinosinum-Patienten zupfen an ihrer Nagelhaut, zupft an der Carc.Nagelhaut.

  • Hier noch einige Modalitäten, die in den Essenziellen Merkmalen nicht aufgeführt wurden:

    • Sowohl Hitze als auch Kälte können verschlimmern, allerdings wird im Allgemeinen vor allem Hitze sich negativ auswirken. Carcinosinum-Menschen sind tendenziell warmblütig, und in warmen, stickigen Räumen geht es ihnen oft schlechter. „Weniger gesprächig, schlimmer im stickigen Zimmer, besser im Freien“ (aus der Prüfung).

    • „Ausziehen verschlimmert“ ist ebenfalls eine interessante Modalität, die auf den Husten und die Hautsymptome zutrifft.

    • Schlaf, allgemeine Besserung durch einen kurzen Carc.Allgemeine Besserung, allgemeine B. durch einen kurzen Schlaf Carc.Besserung durch ein kurzes Schläfchen.

  • Für gewöhnlich haben Carcinosinum-Patienten einen enormen Appetit; sie sind gierige Esser. Sie können sehr dick werden, regelrecht unförmig.

  • Nahrungsmittelallergien wurden beobachtet; allergisch gegen Eier, verträgt keinen Eiergeruch.

  • Reichlicher, übelriechender Achselschweiß.

  • Einige Pathologien, bei denen Carcinosinum sich als nützlich erwiesen hat: Mononucleosis infectiosa („Pfeiffersches Drüsenfieber“; hier kann es nach Foubister bei epidemischem Auftreten fast ein Spezifikum sein); rezidivierende Infektionen bei Kindern (auch rezidivierende Tonsillitis); zyklisches Erbrechen; Neurodermitis.

  • Das Mittel kann bei Beschwerden angezeigt sein, die mit jährlicher Periodizität auftreten, z. B. Heuschnupfen.

  • Reisekrankheit Carc. Reisekrankheit.

  • Hitzewallungen während der Wechseljahre.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfSchwindel und Angst vor hochgelegenen Orten Carc.Schwindel und Angst an hochgelegenen Orten. Gehirn, enges, einschnürendes Gefühl im Carc.Enge- und Einschnürungsgefühl im Gehirn, das auch eine Abneigung gegen Gespräche bewirken oder verstärken kann. Ein Gefühl wie von dumpfen Schlägen, vor allem an der rechten Seite des Kopfes.
  • Hämmernder Kopfschmerz hinter den Augenbrauen von 13 bis 18 Uhr. Kopf, pochender Schmerz tief drinnen im Carc.Pochender Schmerz tief drinnen im Kopf, wobei die Eigenschaft „tief drinnen“ sehr ausgeprägt ist.

  • Schwere hinter dem rechten Auge; zwischen den Schläfen. Dumpfer schwerer Stirnkopfschmerz; Schwere in der Stirnregion über den Augen Carc.Schwere in der Stirnregion über den Augen, mit Benommenheit und Schwindelgefühl; besser im Freien.

  • Schmerz in der rechten Schläfe, als drückte jemand darauf.

  • Stirnkopfschmerz, der in die Augen ausstrahlt.

  • Kopfschmerzen im Hinterkopf, besonders am späten Nachmittag, die von 17 Uhr bis zur Schlafenszeit andauern. Schwere, drückende Hinterkopfschmerzen, die zur Hirnbasis und in den Nacken ausstrahlen.

Diese Kopfsymptome aus der Prüfung haben zur Anwendung von Carcinosinum bei Migräne geführt, die von Sehstörungen und Erbrechen begleitet sein kann. Auf die Migräne können asthmatische Beschwerden folgen, oder Migräne und Asthma können einander abwechseln.
Kopfweh vor Gewitter Carc.Kopfweh vor Gewitter. Eine Kopfverletzung (selbst bei der Geburt oder in der Kindheit) oder Gehirnerschütterung in der Vorgeschichte kann laut Foubister auf Carcinosinum hindeuten.
AugenBlaue Skleren. Augen, Zucken der A., Lider, Brauen Carc.Zucken der Augen, Lider, Brauen; des linken Unterlids; wiederholtes Blinzeln, Tics, Augen Carc.Tics.
Wehtun hinter dem rechten Auge, empfindlich gegen Druck. Die Lidränder sind wund und trocken. Stechen in den Oberlidern. Nässende Gerstenkörner. Die Augen fühlen sich überanstrengt und schwach an.
OhrenGefühl, als wäre das Ohr verstopft; entzündete Meatuswand. Rechtes Ohrläppchen, rechtes O. entzündet Carc.Ohrläppchen entzündet. Bildung von Furunkeln in den Ohren, von einem Ohr zum anderen überwechselnd. Die Patientin war nie länger als ein oder zwei Wochen frei von Furunkeln (Foubister).
NaseChronischer, langanhaltender Schnupfen oder ständig wiederkehrende Erkältungen seit der Kindheit. Wundmachende Absonderung, oder verstopfte Nase mit dicker Absonderung, Kehle, wie ein Kloß in der Carc.wie ein Kloß in der Kehle. Heuschnupfen.
GesichtTics; macht alle Arten von Grimassen; Zuckungen mit Kribbelgefühl. Glatte, weiche, bräunliche Haut; Café-au-lait-Teint. Viele Hautausschläge: Akne (trat in der Prüfung auf), Akne mit Bläschenbildung; Ekzem, das blutig gekratzt wird; Herpes an der Oberlippe und Nase. Steifheit des Unterkiefers.
MundMundgeschwüre Carc.Mundgeschwüre am Zahnfleisch des Oberkiefers und an der Seite der Zunge; Geschwüre mit fauligem Geschmack. Aphthen bei Kindern Carc.Aphthen bei Kindern. Leukoplakie-Flecken an Zahnfleisch und Gaumen.
Fehlen der Papillen an der Zungenspitze. Die Zunge bewegt sich ständig vor und zurück, wobei sie an die Zähne anstößt; sie wird wund, mit starken Schmerzen (Fall von Meyer-König, geheilt mit Carcinosinum M).
Empfindliches Zahnfleisch, druckschmerzhaft, mit steifem Unterkiefer. Wehtun an den Zahnwurzeln. Früh auftretende Karies.
HalsHalsweh, mit Kloßgefühl am Gaumen Carc.Halsweh, schlimmer bei Wärme, besser bei Kälte. Der Halsschmerz hat eine besondere Lokalisation: Halsschmerz am Gaumen, als wäre dort ein Kloß Carc.am Gaumen, als wäre dort ein Kloß. Halsschmerzen beim Schlucken von Speichel (Leerschlucken), schlimmer morgens, im Laufe des Tages besser, nachts wiederkehrend; Halsweh beim Nichtschlucken. Rezidivierende Tonsillitis.
Stimme, Atemwege, Husten, Brust, Herzräuspert sich ständig Carc.Räuspert sich ständig; muss sich räuspern, bevor er sprechen kann. Stottern, Stammeln; unfähig, bestimmte Worte auszusprechen, z. B. die Zahl „acht“. Kloßgefühl in der Kehle.
Wiederkehrender Katarrh der Atemwege. Asthma, bei Kindern Carc.Asthma: bei Kindern; Asthma, seit einem schweren Schock Carc.seit einem schweren Schock (durch eine Fliegerbombe); Asthma, besser oder schlimmer am Meer Carc.besser oder schlimmer am Meer; schlimmer bei nassem oder windigem Wetter, besser an kühlen, trockenen Tagen. Kurzatmigkeit beim Laufen.
Die Prüfung hat eine ganze Reihe von Hustensymptomen hervorgebracht:
  • Husten, der im Magen wehtut, durch ein Kitzeln im Hals; Kitzelhusten nachts, räuspert sich dauernd; schlimmer beim Reden, Singen, Lachen, im warmen, vor allem stickigen Zimmer; Husten, schlimmer morgens Carc.schlimmer morgens, Husten, beim Anziehen, Waschen oder Rasieren Carc.beim Anziehen, Waschen oder Rasieren; Husten, schlimmer beim Ausziehen Carc.schlimmer beim Ausziehen; schlimmer beimDehnen des Halses“, etwa Husten, schlimmer beim Gähnen Carc.beim Gähnen.

  • (Husten-)Reiz in Rachen, Kehlkopf und Schilddrüse, schlimmer, wenn er aus der kalten Luft ins Warme kommt. Magenhusten beim Sprechen, der Hals ist „zu“ und wird dann durch Husten frei.

  • Husten kann in der kalten Luft oder in der Zimmerwärme verschlimmert werden, besonders aber beim Wechsel von kalt zu warm oder umgekehrt.

  • Langwieriger Keuchhusten, langwieriger Carc.Keuchhusten oder chronische Pneumonie, chronische Carc.Pneumonie; Vorgeschichte solcher Erkrankungen in der frühen Kindheit.

Stechender Schmerz hinter dem Brustbein. Gefühl, als wäre das Herz beklommen und zusammengeschnürt, als wollte man seufzen. Herzklopfen von 14 bis 18 Uhr, „kann sein Herz spüren und hören, im Liegen“. Stechender Herzschmerz im Stehen.
MagenCarcinosinum-Menschen können einen unersättlichen Appetit haben und wahllos alles durcheinander essen. Öfter aber haben sie beim Essen sehr ausgeprägte Vorlieben und Abneigungen, mit der Eigentümlichkeit, dass sie ein bestimmtes Essen einmal gern mögen, ein anderes Mal aber eine deutliche Abneigung gegen eben diese Speise haben („widersprüchliche und alternierende Zustände“).
  • Nach folgenden Nahrungsmitteln kann ein ausgeprägtes Verlangen bestehen: Verlangen nach Schokolade Carc.Schokolade und andere Süßigkeiten, einschließlich Eiscreme, sogar reiner Verlangen nach Zucker Carc.Zucker (Paschero berichtet von Kindern, die nur Zucker essen wollten); Fett, Verlangen nach Carc.Fett und das Fett von Fleisch, Verlangen nach Carc.Fett von Fleisch, Schinken, geräucherter Speck, Butter, Wurst; Verlangen nach rohen Kartoffeln Carc.rohe Kartoffeln; pikante Speisen, Verlangen nach Carc.pikante Speisen; Salz; Suppe; Süßes und Saures; Obst, saure Äpfel; Kakao; kalte Getränke, besonders Milch; Eier.

  • Ausgeprägte Abneigungen: Obst, Abneigung gegen Carc.Obst; Eier, sogar gegen den Geruch von Eiern; Fleisch, Fett, Butter; Abneigung gegen Kartoffeln Carc.Kartoffeln; Abneigung gegen Milch Carc.Milch; Abneigung gegen Salz Carc.Salz; Süßigkeiten.

  • Unverträglichkeit von Honig, Milch, Zwiebeln; Allergie gegen Eier; Ekel vor Senfgeruch.

  • Sehr durstig, Durst auf große Mengen; oder sehr wenig Durst.

Übelkeit beim Auto- oder Busfahren; Reisekrankheit. Aufstoßen schmeckt nach Erbrochenem.
Wenn Angst, Magengrube, wird in der M. verspürt Carc.Angst oder Erwartungsspannung, Magengrube, wird in der M. verspürt Carc.Erwartungsspannung in der Magengrube, Angst oder Erwartungsspannung wird in der M. verspürt Carc.Magengrube oder im Oberbauch verspürt wird, kann Carcinosinum indiziert sein, besonders CARCINOSINUM ADENO-STOM. (laut Foubister). Magenschmerzen vom Husten. Geschwüre des Magens und Zwölffingerdarms; in der individuellen oder Familienanamnese.
Abdomen und RektumDie Prüfungen ergaben ein ständiges Zusammenschnürung, Empfindung, Magen, Bauch, Rektum Carc.Gefühl von Zusammenschnürung in Magen, Bauch und Rektum. Dieser Magen, zusammenschnürender Schmerz, besser durch Druck, Beugen und heiße Getränke Carc.zusammenschnürende Schmerz wurde besser durch Druck, Beugen des Rumpfs und heiße Getränke.
Verdauungsstörungen, Ansammlung von Blähungen in Magen und Darm.
Hartnäckige Verstopfung, hartnäckige Carc.Verstopfung. Verstopfung mit Schmerz über dem Nabel, der langsam kommt und geht, schlimmer von 16 bis 18 Uhr. Verstopfung mit nur sehr geringem Stuhldrang Carc.Verstopfung mit nur sehr geringem Stuhldrang (aber vielen Blähungen), Stuhl sehr hart und trocken, geht schwierig und unter Schmerzen ab. Der Stuhl bleibt lange im Mastdarm.
Viel Blähungen bei Neugeborenen; Windeldermatitis Carc.Windeldermatitis.
Prolapsus ani; von psychischem Stress durch unfaire Behandlung bei der Arbeit; bei Kindern.
Analfisteln. Fissuren und schmerzhafte Risse im anal-rektalen Bereich.
HarnorganeChronische oder rezidivierende Infektionen; Zystitis; Nephritis; Pyelonephritis. Harn enthält granulierte Zylinder. Unwillkürliches Wasserlassen. Ständiges Aussickern von kleinen Mengen Urin. Oder: Enuresis nocturna, auch noch im Alter von 12–14 Jahren (Kokelenberg).
Weibliche GenitalienDysmenorrhö Carc.Dysmenorrhö. Der erste Tag der Menses ist extrem schmerzhaft, die Patientin muss sich zusammenkrümmen und schwitzt vor Schmerzen. Extremer Druck im unteren Rückenbereich während der Menses, der die Patientin an Wehen denken lässt und sie manchmal nachts wachhält. Krampfhafter und herabzerrender Schmerz, der sich in die Oberschenkel erstreckt.
Übelkeit und Erbrechen zu Beginn der Regel. Schwellung und Schmerz der Brüste vor den Menses, in der Mitte des Zyklus beginnend. prämenstruelles Syndrom Carc.Prämenstruelles Syndrom. Aufgedunsen, ängstlich, furchtsam.
Rezidivierende Ovarialzysten, rechtsseitig, verursachen einen betäubenden Schmerz bis hinab in den Oberschenkel. Bildung von Ovarialzysten und zugleich Akne und Furunkel, die Eiter dick wie Butter absondern. Rechtsseitiger Ovarialschmerz.
Fibroide in der Gebärmutter Carc.Fibroide in der Gebärmutter; Endometriose. Flatus aus der Vagina. Herpes genitalis.
Rezidivierende Scheinschwangerschaft mit vergrößertem Abdomen und Milch in den Brüsten. chronische Mastitis Carc.Chronische Mastitis.
Äußerer Hals und RückenSchmerzen in der rechten Halsseite beim Drehen des Kopfes nach rechts. Schmerz am inneren Winkel des linken Schulterblattes. Zucken im Rücken; mit Kribbeln.
ExtremitätenKälte der Extremitäten, schlimmer durch Zugluft.
Schmerzen in Armen und Beinen, akute Kälte von Händen und Füßen; Schmerzen schlimmer bei Kälte und beim Stillsitzen. Die Hände können weiß und blau werden.
Allgemeines Gefühl von Schwäche und Müdigkeit, vor allem in den Beinen, am späten Abend; besser, wenn er aktiv blieb und sich nicht hinlegte; besser auch nach kurzem Schlaf.
Schmerzen an der Hinterseite der Oberschenkel, mit Taubheit und Kribbeln in Armen und Beinen, wenn er die Arme kreuzt oder beugt. Muskelzuckungen, Hüpfen, Oberschenkel und Arme Carc.Muskelzuckungen in Oberschenkeln und Armen, die Muskeln hüpfen, mit einem Kribbelgefühl. Schmerzen „wie Zahnweh“ (aus der Prüfung) in den Schultermuskeln, besser durch Wärme und Bewegung. Niednägel; zupft oder kaut an der Nagelhaut.
Schmerz in den Hüften, rechts und links, schlimmer bei Bewegung, schlimmer, wenn das Gewicht nicht auf den Beinen ruht. Ischialgie. Rheumatische Schmerzen in den Beinen, besser durch Wärme und leichte Bewegung, wohingegen schnelle Bewegung verschlimmert. Schwäche der Knöchel.
SchlafHartnäckige Schlaflosigkeit, hartnäckige, besonders bei Kindern Carc.Schlaflosigkeit, besonders bei Kindern. Braucht lange zum Einschlafen. müde, aber geistig viel zu rege, um einzuschlafen Carc.Müde, aber geistig viel zu rege, um einzuschlafen, liegt lange Zeit wach, oft den größten Teil der Nacht.
Schlaf unruhig, gestört; leichter Schlaf, häufiges Aufwachen. erwacht um 4 Uhr morgens Carc.Erwacht um 4 Uhr morgens und kann nicht wieder einschlafen. Generalisiertes Muskelzucken im Schlaf; wacht mit Zucken auf; erwacht mit einem Ruck, wie von Schreck.
Müde beim Erwachen am Morgen, selbst wenn er gut geschlafen hat; unerholsamer Schlaf.
Neben der Knie-Ellbogen-Lage CArc.Knie-Ellbogen-Lage, bei welcher der Kopf ins Kissen gedrückt wird (vergleiche MEDORRHINUM), sind auch noch andere Schlafpositionen beobachtet worden: schläft auf dem Rücken, die Hände über dem Kopf; oder kann nur auf der linken Seite schlafen.
Träume: Traum, davon, jemanden zu suchen und ihn nicht zu finden Carc.jemanden zu suchen und ihn nicht zu finden; zu arbeiten; zu reisen; dahinzutreiben; von Mord; Angstträume (z. B. in Sorge, bei der Arbeit etwas nicht korrekt erledigt zu haben); Alpträume; von Vampiren; erschöpfende Träume; aufregende Träume.
HautViele pigmentierte Naevi, pigmentierte, schwarz und kreisförmig oder braun Carc.Naevi, schwarz und kreisförmig oder braun (Muttermale Carc.Muttermale, Lentigines Carc.Lentigines).
Die Prüfung bewirkte die Rückkehr eines alten Ekzems (das seit der Kindheit nicht mehr aufgetreten war) Ekzem, zwischen den Schultern und auf dem Brustbein Carc.zwischen den Schultern und auf dem Brustbein, offenbar eine seborrhoische Reizung, die beim Ausziehen schlimmer wurde.
Ekzem mit Jucken; muss sich kratzen, bis es blutet; Ekzem schlimmer nach Milchtrinken; Neurodermitis Carc.Neurodermitis mit rauher und trockener Haut. Wunden und Geschwüre heilen langsam. Neigung zur Bildung von Furunkel Carc.Furunkeln. Warzen Carc.Warzen sind wiederholt mit Carcinosinum geheilt worden: an den Lippen; am Bauch; am Handrücken; an den Fingern; an der Grenze zu den Fingernägeln; an den Fußsohlen.
VerwandtschaftenCarcinosinum kann jedem Mittel vorausgehen oder folgen. Foubister hat eine Liste von Komplementärmitteln zusammengestellt: ALUMINA, ARSENICUM ALBUM und ARSENICUM IODATUM, BELLIS PERENNIS, CALCIUM CARBONICUM und CALCIUM PHOSPHORICUM, DYSENTERIAE COMPOSITA, GRAPHITES, LACHESIS, LYCOPODIUM, MEDORRHINUM, NATRIUM MURIATICUM und NATRIUM SULFURICUM, NITRICUM ACIDUM, OPIUM, PSORINUM, PULSATILLA, SEPIA, STAPHISAGRIA, SULFUR, SYPHILINUM, THUJA, TUBERCULINUM. Er sagt, dass „Carcinosinum-Kandidaten bei anderen Leiden oft mit einem oder mehreren dieser Mittel geholfen worden war“, und er schlägt vor, Carcinosinum in Betracht zu ziehen, wenn ein Patient auf ein sorgfältig ausgewähltes Mittel aus dieser Liste nicht anspricht oder wenn für zwei oder mehr von ihnen starke Argumente sprechen, aber keines den Fall angemessen abdeckt.
Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Idee nicht ausreichend bestätigt wurde. Allerdings wird Carcinosinum manchmal wirken, indem es einen Fall „knackt“ (ohne ihn zu heilen), sodass ein Folgemittel erkannt und verschrieben werden kann, das dann auch in der Lage ist zu wirken. Und es ist durchaus möglich, dass dasselbe Mittel schon vor Carcinosinum gegeben wurde, ohne eine Wirkung zu erzielen.

Cannabis indica

Essenzielle Merkmale
Cannabis indica ist ein Mittel, das heute immer häufiger benötigt wird, und dies hauptsächlich wegen des weit verbreiteten Missbrauchs von Haschisch und Marihuana. Der unüberlegte Konsum von Haschisch kann in vielen Fällen einen chronischen Cannabis-indica-Zustand hervorrufen. Die Vorstellung, dass Cannabis ein ungefährliches, harmloses Kraut oder „Gras“ sei, ist ein großer Mythos, denn wir haben Hunderte von Fällen gesehen, die noch Jahre, nachdem sie die Droge genommen hatten, unter den Nebenwirkungen litten. Die Gewissheit, dass dieses Symptomenbild durch die Einnahme der Droge entstanden ist, leitet sich aus der Tatsache her, dass solchen Menschen mit Hochpotenzgaben von Cannabis indica geholfen werden konnte – sofern die Symptome übereinstimmten. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Cannabis indica bei allen Personen indiziert ist, die unter den Folgen von Haschischmissbrauch leiden. Der Organismus kann auch in anderer Form reagieren und die Symptomatik eines anderen Mittels hervorbringen. Außerdem ist eine Vorgeschichte von Cannabis-Konsum natürlich nicht notwendige Bedingung für die Entwicklung eines Cannabis-indica-Zustands. Cannabis-Zustände können auch spontan auftreten, als Ergebnis einer individuellen Prädisposition oder als spezifische Reaktionsweise auf äußere Einflüsse oder innere Störungen. Trotzdem ist festzuhalten, dass man bei einer Anamnese von Haschisch- oder Marihuana-Missbrauch Cannabis indica als Mittel in Betracht ziehen sollte.
Wenn wir von einem Cannabis-indica-Zustand reden, meinen wir damit immer einen gewissen Grad an Verwirrung Cann-i.Verwirrung. Das Spektrum reicht von leichter Benommenheit, einem milden Rausch-zustand vergleichbar, bis hin zum vollkommenen Wahn, bei dem hauptsächlich alle möglichen Wahnvorstellungen Cann-i.Wahnvorstellungen zutage treten. Wenn wir versuchen, die zentralen Elemente dieses wichtigen Mittels auf den Punkt zu bringen, können wir sagen, dass sich Cannabis-indica-Fälle vor allem durch die folgenden Symptome auszeichnen: Verwirrung, maßloses Theoretisieren, maßloses Cann-i.Theoretisieren, ätherische Empfindungen Cann-i.ätherische Empfindungen (Schwebegefühle), Furcht vor Wahnsinn Cann-i.Furcht, verrückt zu werden oderdie Furcht davor, die Kontrolle zu verlieren Cann-i.Kontrolle zu verlieren, und eine extreme Angst, extreme, um die Gesundheit Cann-i.Angst um die Gesundheit.
Zum besseren Verständnis der essenziellen Merkmale dieses Mittels können wir annehmen, dass es zwei Haupttypen von psychischer Pathologie gibt, die unter dem Einfluss von Cannabis indica auftreten können.
Beim ersten Typ dominiert die Verwirrung das Bild, aber wir sind nicht mit eigentlichen Wahnideen konfrontiert; wir sehen Sprunghaftigkeit des Verstandes mit endlosem Theoretisieren, aber keine totale Inkohärenz der Gedanken; wir erleben eine Schwäche der intellektuellen Fähigkeiten, aber nicht ein völliges Beherrschtsein von Illusionen; wir beobachten eine Furcht, die Kontrolle zu verlieren, eine Furcht vor dem Wahnsinn, aber nicht den ausgebildeten Wahn, der in den Krankheitsbildern des zweiten Typs vorliegt. Der erste Zustand ist eindeutig quälender und peinigender als der zweite, zu dem ich gleich kommen werde, denn der Patient ist sich seines geistigen Verfalls bewusst. Sein Denken ist nicht nur wirr, sondern auch unklar und verzettelt, und aus diesem Zustand geht eine überwältigende Angst um die geistige Gesundheit hervor, der Patient kann den drohenden Wahnsinn tatsächlich kommen spüren.
Und trotzdem ist dieser Typ von Pathologie zweifellos immer noch deutlich besser als der zweite Krankheitstyp, der hauptsächlich bei akuten Erkrankungen auftritt, wie bei Fieber oder akuten psychischen Störungen, aber auch in chronischen Zuständen, etwa bei chronischen Fällen von Geistesstörungen und Geisteskrankheiten. Bei all diesen Zuständen hat der Geist tatsächlich kapituliert, der Kontakt zur Realität geht verloren, totale geistige Verwirrung gewinnt die Oberhand, und unausweichlich zeigen sich Wahnideen Cann-i.Wahnideen verschiedener Art und Stärke.
Wahnideen
Cannabis indica könnte als das Mittel für Wahnideen bezeichnet werden. Es gibt kein anderes Mittel, das eine solche Mannigfaltigkeit an Wahnideen erzeugt und geheilt hat, obwohl ich glaube, dass andere halluzinogene Drogen, wenn sie kunstgerecht geprüft würden, eine ähnliche Zahl und Vielfalt an Wahnideen hervorbringen könnten. Was Cannabis indica betrifft, so kann man sagen, dass es praktisch keine Wahnvorstellung gibt, die bei jemandem, der unter dem Einfluss der Droge steht oder das Mittel benötigt, nicht auftreten könnte. Werfen wir nun einen Blick auf die eindrucksvolle Mannigfaltigkeit der Wahnideen, die in den Prüfungen aufgezeichnet wurden (viele von ihnen sind durch substantielle Dosen der Droge hervorgerufen worden).
Empfindungen von Unwirklichkeit, Empfindungen von Cann-i.Unwirklichkeit sind oft beschrieben worden: glaubt in einem Traum zu sein, Gefühl, als ob die Dinge nicht wirklich wären Cann-i.als ob die Dinge nicht wirklich wären; vertraute Gegenstände erscheinen fremd und unwirklich, auch Menschen, sogar die eigene Familie; die Stimme klingt merkwürdig, als wäre es nicht seine eigene Cann-i.Stimme klingt merkwürdig, als wäre es nicht seine eigene, fremd und unwirklich, als wäre es jemand anders, der da spricht; manchmal weiß er nicht, wo er ist; glaubt, jemand anders zu sein; zweifelt an seiner eigenen Existenz, die Idee beschäftigt ihn, dass er nicht wisse, ob er sei, ob der Mensch überhaupt existiere und wozu er existiere.
Es gibt viele verschiedene Sinnestäuschungen, Halluzinationen von großer Vielfalt, die sich oft schnell ändern und manchmal in Synästhesie vermengt sind. Hört den Ton von Farben; schwimmt in einem Meer von Klängen; spürt eine Wolke von Musik und Parfüm um sich herum. Sieht Sterne auf seinem Teller und das Firmament in seiner Suppenschüssel. Sein Erbrochenes erscheint ihm wie der Kopf eines Nilpferds, dann wie ein Haufen Würmer. Sieht eine schweigende Armee vorbeimarschieren und erkennt in ihr die Armee der Zeitalter, die vorüberziehen in die Ewigkeit. Halluzinationen, auf einem Pferd zu reiten; blaues Wasser zu sehen, glaubt zu schwimmen oder der Kapitän eines Schiffs zu sein. Wasser scheint köstlicher Nektar zu sein, vom Geschmack ebenso wie vom Aussehen, funkelnd von göttlichem Feuer. Visionen, erhabene Cann-i.Erhabene Visionen von wunderschönen Landschaften, großartiger Architektur, Visionen, die nur im Paradies Ihresgleichen finden. Hört Stimmen; jemand ruft ihn; hört sich selbst rufen und singen, auch wenn er es in Wirklichkeit nicht tut; seine Stimme scheint so laut, dass sie aus jedem Winkel des Gebäudes widerhallt wie Donner. Hört das Rauschen eines Wasserfalls, das sich in menschliche Stimmen und das Rumpeln von Fahrzeugen verwandelt, und dann in Kanonendonner. Der Wind, der im Schornstein seufzt, wächst zu einem beständigen Surren an, wie ein riesiges Rad in immer schnellerer Drehung, und dann zum hallenden Dröhnen einer gewaltigen Orgel. Hört Musik, hört Cann-i.Musik; Sphärenmusik; die erhabensten Melodien und Harmonien.
Nicht nur das Erhabene, sondern, oft gleichzeitig, auch das Element des Absurden, Grotesken und Lächerlichen ist in den Wahnideen stark ausgeprägt und bewirkt manchmal, dass er in Lachkrämpfe, bricht in L. aus Cann-i.Lachkrämpfe ausbricht. Bildet sich ein, die Spritzdüse einer Pumpe zu sein, durch die ein Strahl heißes Wasser rauscht, und droht seinem Freund mit einem Wasserguss. Sein Kopf scheint ein umgekehrtes Pendel zu sein, das nach unten gedrückt werden muss, weil es von der Decke angezogen wird. Alles, was er sieht, kommt ihm lächerlich vor; alle Gegenstände um ihn herum nehmen einen so wunderlichen Ausdruck an und werden so unsagbar komisch und absurd, dass er einen langen Lachanfall bekommt.
Wahnideen von Größe, oft eine Art von Größenwahn Cann-i.Größenwahn. Bildet sich ein, alle Reichtümer der Welt zu besitzen, und mit einer Mildtätigkeit, die diesem Wohlstand nicht nachsteht, überschüttet er all die Bedürftigen um sich her mit Reichtümern. Seine Kräfte werden übermenschlich, sein Wissen umfasst das Universum, sein Gesichtsfeld wird unendlich; er glaubt, dass seine Worte schöpferische Kraft haben, dass er nur zu sprechen braucht und es wird geschehen. Glaubt, er sei der wiedererstandene Christus, gekommen, um den Frieden auf Erden wiederherzustellen. Wird Kaiser, Feldherr, Kommandant einer Armee. Häufig geht solch ein Zustand mit eindrucksvoller Redegewandtheit einher (die jedoch manchmal nur vom Patienten selbst als brillant empfunden wird), und die Fähigkeit vieler Cannabis-indica-Personen, inmitten ihrer Verwirrung wortgewandte Debatten zu führen, ist wirklich verblüffend. Wahnideen von Vergrößerung des Körpers Cann-i.Wahnideen von Vergrößerung des Körpers oder seiner Teile, Wahnideen von der Ausweitung des Raums Cann-i.von der Ausweitung des Raums, Wahnideen von der Cann-i.Ausweitung des Raums und der Wahnideen von der Ausdehnung der Zeit ins Unendliche Cann-i.Ausdehnung der Ausdehnung der Zeit ins Unendliche Cann-i.Zeit ins Unendliche sind sehr häufig und werden in einem besonderen Kapitel ausführlich behandelt. Es gibt Halluzinationen und Wahnideen, durch den Raum befördert zu werden, meist in eine gewaltige und erhabene Umgebung. Glaubt, er werde in den Himmel getragen; wähnt sich in der Ewigkeit. Es ist ihm, als würde er von der Ebene auf einen Berg, von da auf eine steile Höhe, dann auf einen nackten Felsen, endlich auf einen Bergrücken mit einem ungeheuren Abgrund vor sich versetzt. Gefühl, als fliege er von einem ungeheuren Felsen in einen furchterregenden und dunklen Abgrund Cann-i.Gefühl, als fliege er von einem ungeheuren Felsen in einen furchterregenden und dunklen Abgrund. Glaubt sich in eine andere Welt versetzt, deren Gegenstände er nicht wahrnehmen kann, deren Wege er nicht kennt. Scheint in einer riesigen Arena umherzulaufen, die von ungeheuren Wänden umschlossen ist.
Die Wahnideen sind oft begeisternd, aber sie können sich in schreckliche Erlebnisse verwandeln. Nicht nur in den Himmel kann er sich versetzt fühlen, sondern auch in die Hölle; sieht Teufel, die ihm eine weißglühende Forke in die Seite stoßen und ihn in eine feurige Wiege schleudern. Hat das Gefühl, ein Nichts zu sein, sitzt da und erwartet seine Auslöschung. Ist fest überzeugt, dass er sterben müsse und bald seziert werde, so fest, dass er von den Anwesenden Abschied nimmt; kann auch das Gefühl haben, dass er schon gestorben ist. Die Wände des Raums scheinen aufeinander zuzugleiten, die Decke kommt herunter, der Fußboden hebt sich, schließlich gibt es einen großen Krach, und er fühlt, wie alle seine Sinne in der Dunkelheit erlöschen. Oder die Krisis einer Wasserkatastrophe bildet den Abschluss jeder Vision, mit dem regelmäßig wiederkehrenden Gefühl, zu ertrinken oder vom Ertrinken bedroht zu sein. Wahnideen, mißtrauisch Cann-i.Misstrauische und argwöhnische Wahnideen, die paranoiden Zuständen ähneln, sind ebenfalls häufig: meint, es wären Leute gedungen worden, ihn zu töten; wenn er Leute in einem Zimmer flüstern hört, ist er der festen Überzeugung, dass sie ein Komplott schmieden.
Es können Empfindungen auftreten, unbeweglich und hart wie Stein zu sein. Plötzlich hat er das Gefühl, eine Marmorstatue zu sein, mit Frost am ganzen Körper, unfähig, sich zu bewegen. Das Gehirn scheint in Marmor verwandelt, ebenso die Augen. Aber häufiger ist ein Gefühl von Levitation Cann-i.Gefühl von Levitation. Glaubt, dass er schwerelos sei; dass sein Körper durchsichtig sei und das Licht hindurchleuchten könne, meint, er könne in seinen Körper hineinschauen. Empfindung, als würde der Körper oder ein Körperteil in die Höhe gehoben Cann-i.Empfindung, als würde der Körper oder ein Körperteil in die Höhe gehoben, Empfindung, als begänne er zu schweben oder in die Luft aufzufliegen Cann-i.als begänne er zu schweben oder aufzufliegen; Gefühl, als könnte er fliegen wie ein Vogel. Verliert das Gefühl für die Existenz seines eigenen Körpers; er scheint in der Luft zu hängen; scheint in einen Zylinder oder eine Kugel verwandelt. Ein Gefühl, den Körper zu verlassen Cann-i.Gefühl, den eigenen Körper zu verlassen, wird empfunden, oft mit einem gespaltenen, verdoppelten Wahnidee, doppelt zu sein Cann-i.Bewusstsein, so als wäre die Seele vom Körper getrennt und schaute auf diesen herab, oder als wäre der Körper zu klein für die Seele und müsste auf die passende Größe gedehnt werden, oder als teilte er sich von Kopf bis Fuß in zwei Teile und spaltete sich in zwei Personen.
Diese Erfahrungen des Verlassens des eigenen Körpers können angenehm sein, besonders im Anfangsstadium des Cannabis-Zustands. (Die hier und später benutzte Bezeichnung „Anfangsstadium“ sollte nicht mit den beiden Typen der Psychopathologie verwechselt werden, die ich oben erwähnt habe; ich spreche hier von der Entwicklung des Cannabis-Zustands und den Wirkungsstadien der Droge, nicht von den Grundtypen der geistigen Pathologie.) Die Droge erzeugt eine gehobene, exaltierte Stimmung, oft verbunden mit den beschriebenen erhabenen Visionen und begleitet von großer Freude und Heiterkeit. Eine sonderbare ekstatische Empfindung kann Körper und Sinne durchdringen, ein Schauder von Glückseligkeit überläuft die Glieder und lässt sie erzittern. Diese Verzerrungen der Sinnes- und Geisteswahrnehmungen und die Erfahrungen von Auflösung und Schwerelosigkeit spiegeln eine tiefere Dissoziation, die sich zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib vollzieht. Das Ergebnis ist ein traumartiger Zustand: die Person wird sich einer anderen Ebene der Existenz bewusst, die vielleicht eine Verwandtschaft zu dem hat, was als ätherische oder astrale Ebene bezeichnet worden ist – ein Zustand, der jedoch als der Anfang von Geisteskrankheit verstanden werden muss.
Dieser ekstatische Zustand, den Cannabis zu erzeugen in der Lage ist, ist der Grund dafür, dass eine ganze Generation von Haschischkonsumenten fälschlich glaubte, dass „Gras“ oder „Dope“ ihr neue Dimensionen des Verstehens geben könnte, mehr Offenheit des Geistes, ein erweitertes Bewusstsein und größere Spiritualität – aber was sie wirklich davon hatte, war ein „ausgeflippter“ Geisteszustand, in dem Wirkliches und Unwirkliches nicht mehr unterschieden werden konnten. Die Droge schien ihren Konsumenten die Öffnung zu neuer Freiheit zu versprechen, aber in Wirklichkeit sperrte sie sie in ihrem eigenen Unterbewussten ein. Sie versprach den Geist in seiner Entwicklung schneller voranzubringen, aber in Wirklichkeit zerrüttete sie ihn und machte ihn zur Beute der unterbewussten Ängste und der zufälligen Eindrücke der Umwelt, die sich auf verwirrende Art vermengten. Selbst nach vielen Jahren können wir Homöopathen manchmal noch sehen, wie tiefgreifend sich dieses „Wundermittel“ auf die Gesundheit ausgewirkt hat.
Ich erinnere mich an einen dramatischen Fall, den ich in Gstaad in der Schweiz gesehen habe. Ein italienischer Kameramann hatte mit Freunden eine Party gefeiert, auf der sie große Mengen Cannabis konsumierten und obendrein vielfachen Geschlechtsverkehr hatten, es war eine Art hemmungsloser Orgie, aus der er am nächsten Tag als totales Wrack hervorging. Seine Augen konnten nichts mehr fixieren, er war vollkommen verwirrt, konnte den Harn nicht halten, der die ganze Zeit tröpfelte, er hatte seine Willenskraft und seine sexuelle Energie verloren, seine Schwäche war unglaublich – aus ihm war eine Art Zombie geworden. Sobald er versuchte, durch seine Kamera zu blicken, wurde ihm schwindelig, und er war absolut nicht in der Lage, weiter hindurchschauen. Er verlor seinen Arbeitsplatz. Ich sah ihn einen Jahr nach diesem Vorfall, und all diese Symptome waren immer noch da. Es ist interessant, dass in diesem Fall nicht Cannabis indica, sondern PHOSPHORICUM ACIDUM als Heilmittel angezeigt war, was wieder einmal beweist, dass der Organismus nicht immer das Symptomenbild der vergiftenden Substanz erzeugt, sondern auch Symptome und Zustände anderer Mittel annehmen kann. (Die Folgen von Haschischmissbrauch sind natürlich nicht immer so dramatisch, aber wenn die Konstitution zu schwach ist, um der Wirkung der Droge zu widerstehen, oder wenn eine zu hohe Dosis genommen wird und eventuell noch andere Einflüsse hinzukommen, kann dies tatsächlich zu so schwerwiegenden Störungen wie in dem beschriebenen Fall führen. Dies gilt insbesondere für chronische Zustände, wie sie im folgenden Abschnitt beschrieben werden.)
Furcht vor Wahnsinn und Furcht, die Kontrolle zu verlieren
In den Frühstadien der Entwicklung des Cannabis-indica-Zustands lassen sich zusätzlich zu den allgemeinen Levitationserlebnissen andere, mehr lokalisierte Symptome der Dissoziation beobachten. Das Gefühl, als ob ein Glied oder alle Extremitäten zu schweben begännen oder nach oben bewegt würden, ist verbreitet. Der Patient liegt auf dem Bett, und plötzlich scheint ein Arm oder ein Bein in die Luft „emporzuschweben“. Die Extremität fühlt sich an, als besäße sie kein Fleisch, keine Knochen; sie ist gar nicht richtig „da“, nicht körperlich. Beat Spring berichtet, dass eine Cannabis-indica-Patientin sich in solchen Zuständen am Stuhl festhalten musste, weil sie das Gefühl hatte, sie würde sonst davonfliegen. Solche Empfindungen werden oft als entschieden unangenehm erlebt und können schließlich richtig erschreckend werden. Sie sind dann der Auslöser für die Entwicklung von Furcht, einer großen Furcht vor Wahnsinn Cann-i.Furcht vor Wahnsinn und auch Furcht vor dem Tod Cann-i.vor dem Tod.
Diese Furcht vor dem Wahnsinn ist bei Cannabis indica sehr ausgeprägt, aber selten wird sie von einem Patienten so in Worte gefasst. Er spricht eher von einer Angst, die Kontrolle zu verlieren Cann-i.Angst, die Kontrolle zu verlieren. Die Levitation und die Schwebeempfindungen geben den Patienten das Gefühl, dass ihre ganze Existenz in Auflösung begriffen ist und dass sie die Herrschaft über sich verlieren, und aus dieser quälenden Erfahrung entspringt die überwältigende Furcht vor dem Wahnsinn, die daher als Angst vor Kontrollverlust empfunden wird. Die Patienten sträuben sich dagegen, ihre heftige Furcht zu offenbaren, oft geben sie nicht einmal zu, dass sie diese Schwebeempfindungen haben, und sie fürchten sich häufig davor, der Arzt könnte im Zusammenhang mit ihnen das Wort „Geisteskrankheit“ gebrauchen. Es besteht ein ausgeprägtes Verlangen nach Kontrolle Cann-i.Verlangen nach Kontrolle, das aus dem Gefühl der Dissoziation erwächst; sie wenden all ihre Kraft auf, um sich zusammenzureißen, und dies unter großen Schwierigkeiten und ständiger Anstrengung. Das kann zur Folge haben, dass sie meinen, alles kontrollieren zu müssen; wenn man sie z. B. im Auto mitnimmt, können sie den Drang verspüren, einem zu erzählen, wie man fahren soll: „Halt an, fahr weiter, fahr nicht so schnell …“
Bei PULSATILLA ist die Furcht vor dem Wahnsinn ganz anderer Art. Hier sieht man nicht die gleiche Angst und Panik. PULSATILLA-Menschen sagen unter vielen Tränen: „Ich werde verrückt.“ Sie weinen und weinen. Cannabis-indica-Patienten stellen ihre Emotionen nicht so zur Schau; stattdessen spürt man an ihnen eine enorme Intensität, hinter der sich eine ungeheure Angst verbirgt. Ihre Fragen kommen mit großer Vehemenz: „Bin ich verrückt? Welches Mittel wollen Sie mir geben? Wird es das richtige sein?“
Diese Furcht vor Wahnsinn in der Form einer Angst, die Kontrolle zu verlieren, kann so überwältigend und beunruhigend sein, dass sie ihrem unglücklichen Opfer das Leben dauerhaft zur Hölle macht (statt zu dem Paradies, das die Droge zu versprechen scheint). Andere Symptome wie Gleichgültigkeit, Verwirrung, endloses Theoretisieren, gestörtes Zeitgefühl usw. sind nichts im Vergleich zu dem Aufruhr, den die Angst vor Wahnsinn heraufbeschwört. Gerade wegen solcher Zustände haben wir schon Patienten behandelt, bei denen der Haschischkonsum schon zehn oder fünfzehn Jahre zurückliegt und die immer noch an den Folgen leiden.
Oft ist diese Angst vor Wahnsinn mit einer überwältigenden Angst um die Gesundheit Cann-i.Angst um die Gesundheit im Allgemeinen verbunden, die aber ebenso wenig eingestanden wird. Ich werde später noch erklären, auf welche Art diese Ängste sich normalerweise bei den Patienten äußern.
Neben der Furcht vor Wahnsinn können auch noch andere Ängste auftreten, besonders ein Dunkelheit, Horror vor der Cann-i.Horror vor der Dunkelheit. Andere Beispiele aus den Prüfungen: Angst vor Ohnmacht; „Furcht vor Kongestion, Schlaganfall, Blutungen und einer Vielfalt von Todesarten“; wacht vor Mitternacht auf, überwältigt von dem schrecklichen Gefühl zu ersticken (vergleiche LACHESIS); Angst, einen Anfall zu bekommen; vor Gespenstern; Furcht, dass jemand ihnen näherkommen könnte; vor glänzenden Gegenständen und Wasser (Hydrophobie); vor dem Ertrinken. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die anderen Ängste in dem Maße zurücktreten, in dem die Furcht vor dem Wahnsinn in den Vordergrund tritt.
Ausdehnung der Zeit, Ausweitung des Raums und des Körpers
Ein sehr charakteristisches Kennzeichen des Cannabis-indica-Zustands ist eine Verzerrung und Verwirrung des Zeitgefühls. Die Zeit ist in diesem Zustand gedehnt; es scheint beinahe, als wäre sie zum Stillstand gekommen. „Zeit vergeht zu langsam Cann-i.Zeit vergeht zu langsam“ heißt die Repertoriumsrubrik, die diesen eigenartigen Zug ausdrückt, und Cannabis indica ist dort dreiwertig verzeichnet. Diese Ausdehnung der Zeit kann sehr eindrucksvolle, ja ungeheure Formen annehmen: in Wirklichkeit mögen fünf Minuten vergangen sein, aber dem Menschen im Cannabis-Zustand scheint es, als wären Stunden, Tage, Jahre oder gar Zeitalter verstrichen. In den Prüfungen heißt es: „Eine außergewöhnliche Langsamkeit der Zeiterfahrung, die die Prüfer auf so einzigartige Weise beeindruckte und sie so ungeduldig machte, dass sie immer wieder auf ihre Uhren blickten und mit einer Art Ehrfurcht beobachteten, wie aus Minuten Epochen wurden.“ Dieses Gefühl von Ausdehnung ist bei der Zeit am stärksten ausgeprägt, gilt aber auch für die Vorstellung des Raums. „Extreme Übersteigerung der Zeitdauer und der Raumausdehnung – Zeit, ein paar Sekunden erscheinen wie Zeitalter Cann-i.ein paar Sekunden erscheinen wie Zeitalter, das Aussprechen eines Wortes so lang wie ein Drama, Entfernung, wenige Meter sind wie eine E., die niemals zurückgelegt werden kann Cann-i.wenige Meter sind wie eine Entfernung, die niemals zurückgelegt werden kann.“ Ein Spaziergang auf der Straße scheint zu einer unendlichen Reise zu werden. Das Zimmer scheint sich auszudehnen, Decke und Wände laufen in gleitender Bewegung nach oben hin, als wären sie belebt durch eine plötzliche Kraft widerstandslos fortschreitenden Wachstums. Äußere Gegenstände scheinen vergrößert, scheinen lebendig zu werden. Wenn diese Empfindungen intensiver und dramatischer werden, kommt die Wahnidee auf, durch den Raum befördert zu werden, in eine andere Welt versetzt zu sein usw. Die Droge kann dann bewirken, dass ihr Konsument sich abwechselnd an verschiedenen Plätzen und in verschiedenen Seinszuständen wiederfindet: einmal ist er Gondoliere in Venedig, ein anderes Mal türmen sich die Alpen vor seinem Blick auf … Der Prüfer, der dies erlebte, nannte Haschisch die „Reisedroge“. Diese Überdehnungen von Zeit und Raum können einen erhabenen und feierlichen Charakter annehmen, es mag scheinen, als offenbare sich die ureigene Zeit der Seele in diesen Erfahrungen; sie können aber auch furchterregend und erschreckend sein.
Das Thema der Ausdehnung spiegelt in der Tat viel von dem spezifischen Cannabis-indica-Zustand wider, und es bezieht sich auch auf den Körper des Patienten. Der ganze Körper, der ganze K. oder Teile davon scheinen anzuschwellen, sich auszudehnen Cann-i.Körper oder Teile davon scheinen anzuschwellen, sich auszudehnen, manchmal in unendliche Dimensionen. Er hat das Gefühl, die ganze Erde zu bedecken. Der Kopf scheint zu gigantischen Ausmaßen anzuschwellen; die Unterlippe kann sich so dick anfühlen, dass sie bis zur Nase zu reichen scheint; die Augenwimpern scheinen verlängert zu sein; alle Gliedmaßen fühlen sich vergrößert an, oder nur die Hände nehmen eine monströse Größe an; ein Bein scheint länger zu werden, sodass er darauf hüpfen muss, oder eine Seite des Körpers scheint vergrößert, sodass er das Gefühl hat, er werde sich zur anderen Seite hinüberlehnen müssen, wenn sie noch weiter wüchse; Fingernägel können die Größe und Form von Tellern annehmen … Diese Gefühle von Aufblähung und Größe sind oft mit den beschriebenen Erfahrungen von Levitation und Verlassen des Körpers verbunden. Alle Sinnestäuschungen und Wahnideen von Ausdehnung können als vorübergehende Phantasien zusammen mit der Angst vor Wahnsinn erlebt werden (erster Typ), oder es kann sich um ständige Wahnideen bei wirklicher Geisteskrankheit handeln, wobei die quälende Angst vor dem Wahnsinn nicht mehr gespürt wird (zweiter Typ). Das Ausmaß, die Dauer und die Intensität der Wahnideen sind somit eine Frage des Grades der geistigen Störung.
Wenn die Empfindungen und Wahnideen freudig und angenehm sind, können nervöse Lachanfälle, nervöse Cann-i.Lachanfälle auftreten. Dies stimmt mit der Neigung zum Absurden, Grotesken, Lächerlichen überein, die in den Prüfungen erfahren wurde. lacht unmäßig bei ernsthaften Bemerkungen Cann-i.Lacht unmäßig bei ernsthaften Bemerkungen; lacht unterschiedslos bei allem, was man sagt, oder bei der geringsten Kleinigkeit, oder ohne ersichtlichen Grund. Es können krampfhafte Anfälle von absolut kramphafte Anfälle von unkontrollierbarem Gelächter Cann-i.unkontrollierbarem Gelächter auftreten, bis das Gesicht purpurrot anläuft und Rücken und Lenden wehtun. Fröhliches Scherzen über sich selbst und andere wird beobachtet, auch albernes Verhalten: schreit herum, springt in die Luft, klatscht vor Freude in die Hände. Es kann allerdings einen Teil im Inneren des Bewusstseins geben, der versucht, dieses Verhalten zu kontrollieren und die Person davon abzuhalten, „irgendwelche Dummheiten anzustellen“.
Das fröhliche Verhalten kann mit depressiven Zuständen abwechseln, mit grundlosem Weinen. Seufzen, Stöhnen, Lachen und Weinen können abwechselnd auftreten. Im Zustand von Depression und Angst kann ein Gefühl aufkommen, von allen um sich herum isoliert zu sein, eine große Einsamkeit (sogar inmitten all ihrer Freunde), ein Gefühl, verlassen zu sein (vergleiche PULSATILLA). Die Heftigkeit der Angstzustände kann sich auch in einem Gefühl von Unruhe und Nervosität Cann-i.Unruhe und Nervosität und in entsprechendem Verhalten ausdrücken, ebenso in Stöhnen Cann-i.Stöhnen – ein Symptom, unter dem Cannabis indica dreiwertig verzeichnet ist.
Die Symptome des zweiten Typs geistiger Pathologie, insbesondere die Wahnideen, aber auch die Launenhaftigkeit, haben zur Anwendung von Cannabis indica bei einigen delirösen Zuständen geführt: Delirium tremens mit Halluzinationen, besonders mit Störungen der Zeit- und Raumwahrnehmung, auch mit Zittern. Wochenbettpsychose ist ebenfalls als Indikation genannt worden. Manchmal erotisches Delirium. Während die meisten delirösen Zustände eher passiven Charakters sind, ist gelegentlich auch ein Delirium mit Raserei und Zerstörungswut beobachtet worden.
Duales Bewusstsein
Es ist interessant zu sehen, dass das Symptomenbild bei den Prüfungen recht unterschiedlich sein konnte, je nach der individuellen Disposition der Person, die das Mittel genommen hatte. Die Entwicklung des Zustands hängt besonders von den Inhalten des Unterbewussten ab. Wenn das Unterbewusste der Person voller Ängste ist, steht Angst auch im Mittelpunkt des zum Vorschein kommenden Symptomenbildes, wenn aber das Unterbewusste von Schuldgefühlen beherrscht wird, wird die Symptomatik in eine andere Richtung gehen, und es bildet sich z. B. eine Art Bewußtseinsspaltung Cann-i.Bewusstseinsspaltung heraus (vergleiche die oben angeführten Wahnideen dieser Art). Boericke beschreibt dies so: „Zustand von Dualität. Ist scheinbar unter der Kontrolle des zweiten Selbst, aber das ursprüngliche Selbst verhindert die Durchführung von Handlungen, die unter der Herrschaft des zweiten Selbst stehen. Anscheinend können die beiden Instanzen nicht unabhängig voneinander handeln, eine überwacht die andere.“ Diese Art von Dualität kann in verschiedenen Manifestationen existieren: scheint zwei Existenzen zu haben, oder sich zweier Zustände bewusst zu sein, oder in zwei Sphären zu existieren. In den Prüfungen finden wir Symptome wie: „Hatte ein Gefühl von Dualität. Der eine Teil des Geistes dachte über etwas nach, während der andere darüber lachte.“ Oder: „Mein Wille oder meine spirituelle Existenz war getrennt von meiner körperlichen Existenz, er spornte sie an, trieb sie vorwärts und benutzte sie, so wie ein Handwerker sein Werkzeug benutzt.“ Oder: „Ein Teil von mir wachte auf, während der andere sich weiterhin in vollkommener Halluzination befand. Der wache Teil befand es für notwendig, dass ich mich auf dem Nachhauseweg in den Seitenstraßen hielt, damit nicht ein unpassender Ausbruch von Ekstase in den belebteren Hauptstraßen Aufsehen erregte.“
Dies ähnelt einem schizophrenen Zustand, der infolge einer solchen Spaltung zwischen dem physischen Leib und dem Ätherleib entsteht. Beim Schizophrenen kann der Energie- oder Ätherleib sich nicht vollständig in den physischen Leib integrieren, und infolgedessen wandert das Bewusstsein unkontrollierbar über die astrale Ebene, ein Reich psychischer Projektionen. Freilich kann ein Bewusstsein dieser Existenzebene bisweilen auch zu gültigen Einsichten führen; so können beim Cannabis-indica-Patienten tatsächlich Hellsichtigkeit und prophetische Träume auftreten. Lebhafte, ekstatische Träume kommen vor, aber auch sehr eindrucksvolle Alp-träume. Die Dissoziation kann auch für einen Traumzustand verantwortlich sein, in dem der Cannabis-indica-Patient sich fühlt, als fiele er in einen dunklen Abgrund, in den leeren Raum. Man könnte dies vielleicht so erklären: Wenn der Ätherleib in den physischen Leib zurückkehrt, tritt dieses Gefühl des Fallens auf und endet mit einem plötzlichen Schock, wenn die beiden Körper sich vereinigen. Diese Idee kommt in einigen Prüfungssymptomen zum Ausdruck: „Als er das Bewusstsein wiedererlangte, fuhren heftige Schläge durch sein Gehirn.“ Oder: „Ich wurde durch ein lästiges Kräuseln oder Knacken im Gehirn beunruhigt, gerade im Moment des Einschlafens oder Aufwachens.“ Es kann sogar ein Geräusch wie ein Krachen oder eine Explosion sein, eine Empfindung, die den ganzen Körper durchfährt.
Der Homöopath sollte diese Zustände erkennen und versuchen, sie richtig zu verstehen und zu beurteilen. Was wie ein schizophrener Zustand aussehen mag, ist vielleicht in Wirklichkeit nur eine vorübergehende Abspaltung des Astralleibs vom physischen Leib. Es liegt im Wesen von Cannabis indica, solche Symptome und Zustände zu erzeugen, aber oft regulieren sie sich von selbst und gehen vorüber, obwohl sie unter Umständen in einer anderen Situation wiederkommen können. Aber es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass solche Zustände andauern, und dann haben wir es mit einer ernsten geistigen Erkrankung zu tun.
Exzessives Theoretisieren
Ein allgemeines Merkmal von Cannabis indica in allen Stadien ist die Tendenz des Patienten, auf theoretische Diskussionen und Erklärungen, mag Cann-i.theoretische Diskussionen und Erklärungen „abzufahren“. Der Verstand produziert Gedanken und Vorstellungen mit großer Geschwindigkeit, und der Patient scheint keine Kontrolle darüber zu haben. Ideenflucht und Neigung zum Theoretisieren Cann-i.Theoretisieren sind Leitsymptome von Cannabis indica.
Um dieses charakteristische Merkmal zu illustrieren: Sie treffen einen Menschen, der vollkommen normal und geistig gesund wirkt, er kann z. B. Bankangestellter sein. Aber in dem Moment, in dem die Diskussion auf ein philosophisches Thema kommt, bringt der Mann seine Argumente mit einer solchen Geschwindigkeit vor, dass Sie dem Gang seiner Gedanken nicht richtig folgen können. Das gleiche passiert ihm, wenn er emotional engagiert ist, etwa beim Flirt mit einer Frau. Er beginnt mit allen möglichen theoretischen Ausführungen, natürlich mit dem Ziel, sie zu beeindrucken, aber er bringt dauernd neue Gedanken ins Spiel, sodass sie bald verwirrt ist und gar nicht mehr weiß, was eigentlich Sinn und Zweck der Diskussion ist. Dieses „Diskutieren“ oder Theoretisieren wird ständig fortgeführt, und obwohl er weiß, dass sein Redefluss der Situation völlig unangemessen ist oder dass er gar nur Unsinn von sich gibt, kann er nichts dagegen tun, er kann einfach nicht aufhören. Das ist die Art von Verhalten, die den Eintrag von Cannabis indica unter der Repertoriumsrubrik „Theoretisieren“ rechtfertigt.
Es ist eine rastlose geistige Aktivität, die sich nicht beherrschen lässt, der Verstand arbeitet in seiner eigenen Geschwindigkeit, so schnell, dass die Sprache ihm nicht zu folgen vermag. „Wunderbare Theorien bilden sich ständig im Geiste“, wie Kent schreibt, eine Ideenflucht, eine Idee nach der anderen Cann-i.Idee folgt auf die andere, und die Ideen treiben ihn immer weiter; aber die Gedanken Ideen drängen ineinander Cann-i.drängen ineinander und lösen Verwirrung aus, und oft sind sie von unwahrscheinlicher, unglaublicher Art, von rationalem Denken weit entfernt. Oder aber es sind hartnäckige Gedanken, fixe Ideen Cann-i.fixe Ideen, von denen der Patient einfach nicht lassen kann. Er geht vom Rationalen zum Irrationalen über, in schneller Folge, hin und her. Kent beschreibt es so: „Jede Bemühung, vernünftig zu denken, wird unterbrochen durch Höhenflüge von wilder Phantasie und Theorie.“ Wenn diese Menschen sich an Diskussionen beteiligen, schweifen sie von einem Thema zum nächsten und spinnen dabei unausgesetzt neue Theorien.
Ihre Gedanken sind jedoch schwach, nicht klar oder stark genug, um verfolgt oder realisiert zu werden. Große Pläne werden geschmiedet, aber den Patienten fehlt es an Willenskraft und geistiger Disziplin, um eine Ordnung in ihre Konzepte zu bringen und danach zu handeln. Sie verlassen niemals das Reich der Diskussion. Wenn man einen Cannabis-indica-Patienten vor sich hat, mag man im ersten Moment von seinen phantastischen Vorstellungen und der enormen Geschwindigkeit seines Denkens und Theoretisierens überrumpelt werden, aber bald merkt man, dass mit dem Typ etwas nicht stimmt, weil er einfach keine Grenzen kennt und vor nichts haltmacht.
Maßlose Geschwätzigkeit, maßlose Cann-i.Geschwätzigkeit, als würde er ständig von seinem Geist weitergetrieben, ist die Folge dieses Ideendrangs (sie ist in der Literatur auch als „Logorrhö“ bezeichnet worden), eine Geschwätzigkeit, die ganz anders ist als die von LACHESIS. Der große Unterschied besteht darin, dass ein LACHESIS-Patient sehr leidenschaftlich über Angelegenheiten oder Situationen redet, die ihn emotional berühren. Bei LACHESIS dreht sich alles um Leidenschaften, um Eifersucht, es geht um menschliche Gefühle und um die Beziehungen zu den Mitmenschen. Cannabis-indica-Menschen dagegen theoretisieren. Sie reden lieber über abstrakte Dinge als über persönliche Gefühle; was sie sagen, betrifft den Verstand, die Gefühle sind nicht beteiligt, jedenfalls nicht leidenschaftlich. Es ist der Intellekt, der stimuliert wird, nicht die Emotionen, nicht die erotischen oder -sexuellen Leidenschaften, in einem Wort: sie sind verkopft Cann-i.verkopft.
Wenn dieser Zustand fortdauert, wird ihr Verstand unscharf, nebelhaft, zerstreut. Sie werden untauglich für ihre Arbeit, können sich nicht einmal für kurze Zeit auf die Realität konzentrieren, haben ihren Verstand nicht mehr so weit unter Kontrolle, dass sie vernünftig über irgendetwas nachdenken könnten. Es ist typisch für diese Menschen, dass sie von einer Arbeitsstelle zur anderen getrieben werden, aus einer Art Unzufriedenheit heraus. Sie geben eine Stelle auf, einfach weil sie das Interesse daran verloren haben; sie wollen lieber etwas anderes tun. Sie fühlen überhaupt keine Bitterkeit deswegen. Tatsächlich handelt es sich im Allgemeinen um sehr liebe, nette Menschen; sie wirken oft gelassen und unbeschwert.
In vielen Fällen mag Cannabis indica den Verstand beschleunigen, aber gerade wegen dieser Geschwindigkeit kann er auch zusammenbrechen. Wo die Geisteskräfte bei jungen Menschen nicht sehr stark sind, können sie diese Geschwindigkeit manchmal nicht aushalten, und ihr Geist kapituliert – eine verheerende Erfahrung. Dies ist ein Punkt, an dem sich die ungeheure Furcht entwickelt, Furcht, die Kontrolle zu verlieren und wahnsinnig zu werden Cann-i.die Kontrolle zu verlieren und wahnsinnig zu werden, und diese Furcht kann das Hauptmerkmal eines chronischen Zustands werden.
Geistige Stumpfheit, Gedächtnisschwäche
In ähnlicher Weise, wie der Verstand beschleunigt wird, kann er auch verlangsamt werden. Eine Gedächtnisschwäche Cann-i.Gedächtnisschwäche kann sich entwickeln. Der Patient vergisst, was er gerade in einer Unterhaltung gesagt hat; beantwortet Fragen unpassend und vergisst sofort, wonach er gefragt wurde und was er geantwortet hat; vergisst Eigennamen; eine neue Idee folgt der anderen, aber jede wird augenblicklich wieder vergessen; vergisst, was er gerade gelesen oder geschrieben hat. Oft beobachten wir, dass der Patient sich nicht erinnert, was er gerade tun wollte. In einem Fall von Berridge finden wir folgende Beschreibung: „Schlechtes Gedächtnis; vergisst beim Sprechen, was sie sagen will; vergisst, was sie zu tun hat, wenn sie es sich nicht aufschreibt.“ Besonders beim Sprechen oder Schreiben besteht diese Tendenz, zu vergessen, Tendenz zu v., was man sagen oder schreiben wollte Cann-i.vergessen, was man gerade tun wollte, was nicht nur zu einer unzusammenhängenden Sprechweise führt, sondern auch zu dem merkwürdigen Symptom, dass die Patienten unfähig, einen Satz zu beenden Cann-i.unfähig sind, einen Satz zu beenden. Aufgrund dieses Prüfungssymptoms verschrieb Nash Cannabis indica erfolgreich im Fall einer Frau, die infolge einer Herzklappenerkrankung an Wassersucht gelitten hatte und nach Beseitigung des Ödems plötzlich nicht mehr reden konnte. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen: „Wenn sie auf eine Frage antworten wollte, konnte sie einen Satz beginnen, ihn aber nicht zu Ende führen, weil sie sich nicht daran erinnern konnte, was sie sagen wollte. Sie war deswegen sehr ungeduldig und weinte, aber sie konnte den Satz nicht beenden. Sie konnte aber ihre Zustimmung signalisieren, wenn jemand anders ihn für sie zu Ende führte.“ Cannabis indica gab ihr schnell die Kraft zurück, sich auszudrücken.
Eine andere Beschreibung: „Ich vergaß vollkommen, was ich im vorherigen Moment gedacht, gesagt oder getan hatte. Zum Beispiel konnte ich plötzlich aufschrecken, weil ich sozusagen das Echo der letzten Worte eines Satzes hörte, den ich selbst gesagt hatte, ohne zu wissen, worüber ich gesprochen hatte …“ In solchen Fällen kann ein ernstzunehmender Niedergang des Gedächtnisses festgestellt werden. Es können Sprachstörungen unterschiedlicher Art auftreten: „Einmal fehlen ihm die Worte, dann wieder versagt die Stimme“ (Clarke). Ähnliche Probleme können sich auch beim Lesen zeigen: „Konnte nicht lesen, teils bedingt durch Anfälle von traumartigen Zuständen, teils, weil er nicht die volle Sehkraft hatte“ (Hering).
Konzentrationsschwierigkeiten können aufkommen; kann seine Gedanken auf nichts fixieren. Es kann eine übermäßige Geräuschempfindlichkeit bestehen; kann sogar ein Flüstern im angrenzenden Zimmer hören und ist verärgert darüber. Dann werden diese Menschen unfähig, über längere Zeit den Worten anderer zu folgen; sie sind verwirrt wie in einem Traum; machen Fehler beim Schreiben, wie z. B. Wiederholen oder Auslassen von Wörtern. Die Gedanken beginnen plötzlich abzuschweifen, besonders während geistiger Tätigkeiten wie Lesen oder Schreiben. Eine Abneigung gegen geistige Arbeit macht sich breit.
Häufig treten Zustände von Geistesabwesenheit, Zustände von Cann-i.Geistesabwesenheit und Verträumtheit auf; ist ganz vertieft in seine eigenen Gedanken und Phantasien, will in vollkommener Stille verharren, ohne zu sprechen, sogar ohne sich zu bewegen. Es gibt in diesem Zustand also auch eine ausgeprägte Tendenz zum Schweigen, genau das Gegenteil der oben beschriebenen Logorrhö. Und schließlich ist es auch möglich, dass die Gedanken scheinen stillzustehen Cann-i.Gedanken stillzustehen scheinen. Er kann sich zwar auf diese und jene Dinge besinnen, aber die Ideen bleiben fest, wie stillstehend, unter langem Hinsehen auf den zu bearbeitenden Gegenstand. Das Reflexions- und Vorstellungsvermögen scheint verloren, der Patient ist geistlos Cann-i.geistlos, apathisch Cann-i.apathisch, gleichgültig Cann-i.gleichgültig.
Überwältigende Angst um die Gesundheit, mit Panikattacken
Die Cannabis-indica-Patienten, die zum ersten Typ gehören, diejenigen also, die den Kontakt zur Realität noch nicht ganz verloren haben, entwickeln schließlich eine ungeheure Angst, ungeheure A. um die Gesundheit Cann-i.Angst um ihre Gesundheit. Sie wird nicht als solche benannt, und vielleicht erkennen die Patienten nicht einmal, dass sie unter einer solchen Angst leiden. Tatsächlich erzählen sie dem Arzt, dass sie überhaupt keine Angst um ihre Gesundheit haben. Die Art, wie sie ihre Symptome darstellen und mit dem Arzt reden, vermittelt allerdings schnell den Eindruck einer substantiellen Angst. Ich erinnere mich an einen NITRICUM-ACIDUM-Fall, der die Angst um die Gesundheit, die Cannabis indica und NITRICUM ACIDUM gemeinsam haben, sehr lebhaft illustriert. Ein Mann schrieb mir aus Frankreich einen Brief, in dem er über Lumbago klagte. Er war bei einem Chiropraktiker gewesen, dessen Manipulationen den Schmerz nur noch verschlimmert hatten. Er hatte viele andere Ärzte und später einen Homöopathen konsultiert, dessen Verschreibungen keine Wirkung gehabt hatten. Der Mann war ans Bett gefesselt und konnte nicht arbeiten. Der Brief, den er mir schrieb, war zwölf Seiten lang – zwölf Seiten! Ich las und las, notierte ein Symptom nach dem anderen. Er schrieb, dass er sicherlich sterben oder sich in ein Kloster zurückziehen werde, dass sein Leben nicht mehr lebenswert sei. Beim Lesen des Briefes wurde offenkundig, dass dieser Mann an einer tiefen Angst um seine Gesundheit litt – das einzige Symptom, das er nicht erwähnte! Ich schickte ihm eine Gabe NITRICUM ACIDUM 10 M, und binnen einer Woche erholte er sich vollständig. Ähnliche Zustände lassen sich auch bei Cannabis indica beobachten.
Das ausgeprägte Verlangen nach Kontrolle Cann-i.Verlangen nach Kontrolle, das in dem Kapitel „Furcht vor Wahnsinn“ beschrieben wurde, kostet Cannabis-indica-Patienten viel Anstrengung. Daher haben sie bei jeder kleinen Belastung das Gefühl, zusammenzubrechen. Sie fühlen sich ganz erschöpft und flüchten sich ins Bett. Und wenn sie zum Arzt gehen, klagen sie über eine Unmenge von Symptomen – Erschöpfung, Verstopfung, Kopfweh, Schmerzen, usw., und so fort … Die Litanei ihrer Symptome und Leiden kann phantastisch sein. Schon wenn sie keine Arzneimittellehre gelesen haben, ist es schwierig genug, mit der Liste ihrer Symptome fertigzuwerden; aber sollten sie jemals eine studiert haben, schwillt die Symptomenflut zum Ozean an. Sie können zwanzig Seiten mit Symptomen produzieren, es gibt kein Symptom, das sie nicht hätten, und sie sagen dem Arzt, dass er auch ganz bestimmt das eine Symptom zweimal, ein anderes dreimal unterstreichen solle, weil es sehr wichtig sei, usw.. Und wenn der Arzt sie nach einem Symptom fragt, haben sie es natürlich auch gleich. Wenn man sich allein auf die berichteten Symptome konzentriert, ist der Fall hoffnungslos verwirrend. Dann folgt man einer Sackgasse nach der anderen.
Häufig macht man in Cannabis-indica-Fällen die Erfahrung, dass die Patienten in Panik beim Berichten der Beschwerden Cann-i.panischem Tonfall und mit größter Intensität über ihre zahlreichen Beschwerden klagen, aufgrund ihrer starken Angst. Sie rufen ihren Arzt sehr häufig an, manchmal jeden Tag. Andere Mittel wie AGARICUS, ARSENICUM, NITRICUM ACIDUM zeigen ein ähnliches Verhalten. Cannabis-indica-Patienten halten den Arzt mit ihren Beschwerden lange am Telefon fest; ihre Angst lässt sich trotz angestrengter Bemühungen des Arztes nicht leicht beschwichtigen. Sie fordern Erklärungen, aber wenn sie sie bekommen, lassen sie sich auch nicht so ohne weiteres beruhigen. Auch PHOSPHORUS-Menschen rufen ihren Arzt häufig aus Angst um die Gesundheit an, aber sie können leicht binnen weniger Minuten beruhigt werden; ihre Besorgnis verfliegt schnell.
Cannabis-indica-Menschen können ihren Arzt testen, indem sie einen zweiten aufsuchen und zusehen, ob dieser ihnen die gleichen Antworten gibt wie der erste – ein Verhalten, in dem sich auch das mißtrauisch Cann-i.misstrauische Element des Mittels manifestiert (Cannabis indica steht dreiwertig in dieser Rubrik). Das Verlangen nach Kontrolle zeigt sich auch in ihren Nachfragen zum Behandlungsplan. Sie fragen immer wieder: „Was geben Sie mir da?“ Sie wollen lange im Voraus wissen, was im Laufe der Behandlung passieren wird.
Die Verkopfung, der Hang zum Theoretisieren ist bei Cannabis-indica-Patienten auch im Hinblick auf ihre Angst um die Gesundheit ausgeprägt. Sie sind voller Theorien und haben einen starken Drang, die Dinge detailliert zu erklären (sich selbst, ihren Zustand, den Zustand anderer, der Gesellschaft, der Welt, und so fort). Der Arzt muss ihnen zuhören, um sicherzustellen, dass sie das Gefühl haben, alles losgeworden zu sein, was sie zu sagen hatten. Und trotzdem legen sie dann oft noch einmal nach und übermitteln schriftlich oder telefonisch zwei Extraseiten mit Symptomen, die sie „vergessen hatten“. Dieses Verhaltensmuster ist ganz typisch.
Ein weiteres wichtiges Merkmal sollte an Cannabis indica denken lassen: Diese Patienten haben immer das Gefühl, dass ihr Mittel antidotiert worden ist. Sie liefern mehrere Gründe dafür, dass sie ihr Mittel antidotiert haben, garniert mit vielen Theorien. Dieses Charakteristikum ist eine weitere Manifestation der Panik, die jede ihrer Krisen verschlimmert. Ihre Symptome werden durch diese Panik um ein Mehrfaches verstärkt; ein Patient kann z. B. ein leichtes Schwindelgefühl verspüren, aber die Panik verschlimmert diese Beschwerden in einem Ausmaß, dass er das Gefühl hat, sein Kopf schwebe in der Luft oder seine Arme seien vom Körper abgetrennt und schwebten davon. Diese Panikzustände sind eine entsetzliche Erfahrung für den Patienten.
Ausweichendes Patientenverhalten
Im folgenden geht es um ein weiteres Charakteristikum, das sich bei Cannabis-indica-Patienten beobachten lässt; es erinnert an THUJA. Nehmen wir einmal an, Sie möchten ein Symptom bestätigen und fragen den Patienten: „Sind Sie wirklich durstig?“ Die anfängliche Antwort kann sein: „Ja.“ „Sehr durstig?“ fragen Sie noch einmal nach, und wieder ist die Antwort: „Ja.“ Dann sagen Sie, dass Sie sich bei der Verschreibung auf diesen Durst stützen werden. In dem Moment, in dem Sie eine solche Erklärung abgeben, bekommt der Patient Angst, dass Sie einen Fehler machen könnten, indem Sie dieses Symptom benutzen, und er entwickelt eine Theorie, um es in Zweifel zu ziehen: „Aber gestern habe ich viel Salz zu mir genommen, und vorgestern habe ich Sardinen gegessen. Vielleicht kommt mein Durst nur daher!“ „Sind Sie denn nicht die ganze Zeit durstig?“ fragen Sie. „Schon, aber es ist erst in der letzten Zeit so stark geworden. Deswegen habe ich es auch betont. Ich weiß nicht. Bin ich wirklich durstig?“ Sollten Sie ein anderes Symptom wählen, weicht er wieder genauso aus. Das Ausmaß an Erklärungen kann wirklich phantastisch sein. Freilich ist dieser Zug auch bei anderen Patienten häufig. Aber der wichtige Punkt, den man sich bei Cannabis indica merken sollte, ist die Intensität beim Berichten der Beschwerden Cann-i.Intensität, mit der die Symptome vorgebracht werden, und das Ausmaß, in dem die Patienten versuchen, die Validität der Symptome mittels diskreditierender Theorien zu sabotieren. Diese Züge lassen auf die Stärke der zugrundeliegenden Angst um die Gesundheit schließen.
Diese Patienten haben auch Schwierigkeiten, im Follow-up-Gespräch zu berichten, ob es ihnen besser geht oder nicht, was teilweise auf die Verwirrung zurückzuführen ist, die ihren Geist beherrscht. Daher muss der auswertende Arzt beim Analysieren der Antworten des Patienten sehr umsichtig sein.
Ein interessanter Fall hilft vielleicht, das psychische Bild von Cannabis indica und die Art, wie sich seine Angst um die Gesundheit manifestiert, anschaulicher zu machen. Es handelte sich um einen Patienten, der ohne Erfolg an unserer Klinik behandelt worden war. Er hatte ARSENICUM und NITRICUM ACIDUM usw. bekommen, ohne Erfolg, aber er blieb dabei, denn er hatte sich etwas mit Homöopathie beschäftigt und spürte, dass „da was dran ist“. Er half uns bei unserer Öffentlichkeitsarbeit. Im Laufe seiner Tätigkeit kam er öfter zu mir, um bestimmte Fragen zu diskutieren; er konnte reden und reden bis zu dem Punkt, an dem ich der Diskussion müde wurde. In der Zwischenzeit versuchten mehrere Ärzte der Klinik, ihn zu behandeln. Er ging von einem Arzt zum anderen und beschwerte sich: „Er hat meinem Fall nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet.“ Ich bekam die Fallberichte und verschrieb anhand der Symptome, doch ohne Ergebnis. Vielleicht war ein Grund für seine Mithilfe bei unserer Öffentlichkeitsarbeit, dass er sich die Chance erhoffte, schließlich von mir persönlich behandelt zu werden, aber nichtsdestoweniger glaube ich, dass er uns wirklich helfen wollte. Er arbeitete auch in einem Ministerium; bei dieser Arbeit konnte er ebenfalls reden und reden, eine Menge spekulieren. Zwischen seinen Ergüssen brachte er natürlich immer wieder die Sprache auf seine Gesundheit. Schließlich erkannte ich die Zusammenhanglosigkeit seines Denkens und die Intensität der Angst um die Gesundheit – beim Thema Gesundheit konnte er eine echte Nervensäge sein. Und da kam es mir: „O mein Gott, das ist ein Cannabis-indica-Fall.“ Ich fragte ihn, ob er jemals Cannabis als Droge genommen hätte. Nachdem er dies mehrmals abgeleugnet hatte, gab er schließlich einen einmaligen Drogengebrauch zu. Vielleicht bestand keine Beziehung zu seiner Drogenerfahrung, oder vielleicht hatte er eine besondere Prädisposition hinsichtlich der Droge, dass eine einmalige Einnahme sich so schwerwiegend auswirken konnte, vielleicht hatte er mich aber auch angelogen und sie doch öfter genommen – wie auch immer, sein Geist lief aus dem Ruder.
Emotional wirr und diffus; sanft und nachgiebig
Die Emotionen von Cannabis-indica-Patienten können unter denselben Tendenzen leiden wie ihr Geist: auf beiden Ebenen kann die gleiche Zerstreutheit und Diffusion erfahren werden. Im Grunde werden die Emotionen „wegerklärt“, sie werden nicht als echte Gefühle durchlebt, sondern eher als etwas Intellektuelles oder Intellektualisiertes. Oft sind sich die Patienten ihrer Schwäche im emotionalen Bereich bewusst und versuchen aus diesem Grund, gefühlsmäßige Verwicklungen zu meiden. Wenn sie sich dann doch einmal emotional engagieren, neigen sie dazu, ihre Gefühle auf törichte, -alberne Art auszudrücken.
Nehmen wir z. B. einen Mann, der mit einer Frau flirtet. Sie haben ihre erste Verabredung, vielleicht zum Tee bei ihr zu Hause. Während sie sich unterhalten, wird er immer aufgeregter, und er fängt an, beim Reden von einem Thema zum anderen zu wandern. Eigentlich will er fragen: „Möchtest du mit mir schlafen?“, aber er kann es nicht. Deshalb erzählt er Belanglosigkeiten und wechselt dauernd das Thema. Er beginnt zu merken, dass er nervös und verwirrt ist, und ihm wird angst und bange. Mitten in diesem Aufruhr der Gefühle verliert er plötzlich die Beherrschung und reißt die Frau hysterisch an sich, mit den Worten: „Ich liebe dich!“ Wenn er sich hinterher den Vorfall ins Gedächtnis ruft, fühlt er sich gedemütigt, weil er sich so dumm verhalten hat.
Der Cannabis-indica-Zustand kann auch aus vielen Liebesgefühlen bestehen, die jedoch unkontrolliert sind. Es steckt keine Kraft oder Disziplin hinter der Liebe, die es ihr erlauben würde, sich in Handlungen zu manifestieren. Die Liebe existiert im Reich der Phantasie; sie erscheint eher eingebildet als real. Diese Menschen können recht sanft wirken, ganz wie die „Blumenkinder“ vergangener Zeiten, und in den meisten Fällen sind sie sehr nett zu anderen.
Ich habe an Cannabis-indica-Konsumenten einen interessanten Zug beobachtet (es handelt sich um einen starken Eindruck, aber ich bin nicht sicher, ob er voll zutrifft): Personen, die diese Droge wiederholt genommen haben, scheinen sanfter geworden zu sein, leichtgläubiger und leichter zu überzeugen, besonders in spirituellen Fragen. Sie werden bereitwillig zu Anhängern von Gurus, die offensichtlich falsche Idole sind, aber sie finden nichts Verkehrtes an ihnen; jede seltsame Verhaltensweise ihres Gurus werden sie weg-erklären. Es scheint, als ob der Geist empfänglicher, mitfühlender geworden wäre, in einem Wort: menschlicher, er hat seinen egoistischen Antrieb eingebüßt. Diese Menschen unterwerfen sich leichter dem Willen anderer, sie neigen dazu, willige Jünger zu werden. Wenn diese Personen eine Revolution durchführen, dann tun sie dies unter Vermeidung von Gewalt, sie sind Anhänger der Ökologiebewegung und von allem, was sanft und gewaltfrei ist. Es ist bestimmt kein Zufall, dass die Generation der Sechziger, die viel Haschisch rauchte, den Namen „Blumenkinder“ trug, dass sie nach Frieden und einem schönen Leben voller Freuden strebte – eigentlich könnte man sie eher die „Graskinder“ nennen. Und so glaube ich, dass Cannabis indica einerseits unserem Planeten viel Gutes gebracht hat (weil es die Härte bezähmt, die wir in uns haben, dieses Zeichen von Abwehr und Trennung), dass es aber andererseits bei den Individuen, die die Droge eingenommen haben, viel Unheil gestiftet hat – indem es ihren logischen Verstand, ihr Urteilsvermögen geschwächt und ihre geistige Gesundheit beeinträchtigt hat.
Da ihre Antriebskräfte vermindert sind, sind diese Menschen der Arbeit abgeneigt und fühlen sich unfähig, ihren Pflichten nachzukommen. Oft sieht ihre Vorstellung vom Leben so aus: ein bisschen arbeiten, vielleicht im Haus herumwerkeln, sich dann für eine Weile ins Bett legen, dann aufstehen und ein bisschen weitermachen usw.. Sie gehen ungern nach draußen, aber wenn man sie dazu nötigt, fühlen sie sich an der frischen Luft besser.
Sexualverhalten
Cannabis indica erzeugt ein Übermaß an sexuellem Begehren (allerdings mit all den Problemen der „Umsetzung“, die oben erwähnt wurden), kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben und Gleichgültigkeit oder gar Aversion gegen Sex bewirken. Bei dem verkopften oder ersten Typ von Cannabis-indica-Patienten sehen wir für gewöhnlich ein sehr starkes Verlangen nach Sex, starkes Cann-i.Verlangen nach Sex. Bei ihren Anstrengungen, die Kontrolle über sich aufrechtzuerhalten, scheint sich die Lebensenergie auf den sexuellen Bereich zu konzentrieren. Das Verlangen ist so stark, dass sie zur Masturbation Zuflucht nehmen, wenn sie im Moment keinen Partner zur Verfügung haben. Sie sind nicht besonders wählerisch in Bezug auf ihre Partner; sie wollen einfach schnelle Befriedigung. Infolgedessen sind sie ziemlich anfällig für Gonorrhö.
Cannabis indica ist eines der Mittel, die bei akuter Gonorrhö verwendet worden sind. Allerdings hat der typische Ausfluss, gelb oder gelblich-weiß und schleimig, manchmal dick, manchmal wässrig, keinen Wert für die Verschreibung, weil er bei Gonorrhö üblich ist; es müsste schon das charakteristische psychische Bild vorhanden sein. Ich glaube, dass Cannabis in akuten Fällen selten wirkt, aber von größerem Nutzen bei Beschwerden nach einer Gonorrhö sein könnte.
Ein häufiges Symptom bei Männern sind schmerzhafte Erektionen, schmerzhafte E. in der Nacht Cann-i.Erektionen in der Nacht (CANTHARIS, STAPHISAGRIA); bei Cannabis indica sind diese Erektionen mechanischer Art, ohne Drang zur Masturbation oder zum Koitus, es handelt sich um eine Art von Erektion ohne (sexuelle) Empfindung.
Schlussbemerkungen
Die beiden anfangs beschriebenen Zustände oder Typen können sich in unterschiedlichem Ausmaß überschneiden. So kann z. B. der erste Patiententyp, der eher verkopft und kontrollierend ist, recht angenehme ätherische Zustände erleben, etwas Ähnliches wie Zustände erhöhter spiritueller Bewusstheit. Er kann sich tatsächlich in eine andere Sphäre versetzt fühlen, eine kleine Welt für sich. Beschrieben wird etwa ein Gefühl, von einer ätherischen Flüssigkeit umgeben zu sein, weniger dicht als Wasser, aber nicht so dünn wie Luft, die Bewegungen Widerstand entgegensetzt, welcher durch geistige Willenskraft überwunden werden muss. Diese Art von Empfindung tritt häufig auf, wenn der Patient sich in einem hypnagogischen Zustand befindet, ganz kurz vor dem Einschlafen, und sie wird als angenehm empfunden und bereitwillig ertragen. Aber wenn diese Tendenz sich zum Krankhaften hin entwickelt, beginnen verstörende Visionen aufzutreten. Unerwünschte Gesichte erscheinen, wenn der Patient die Augen schließt, um zu schlafen; sie können sogar tagsüber, bei offenen Augen kommen. Dann treten Erregungszustände auf, die nervöses und maßloses Gelächter heraufbeschwören. Derartige Zustände werden bei geistig stark gestörten Kindern und Erwachsenen beobachtet. Da diese Menschen zunehmend den Kontakt mit den wirklichen Ereignissen, mit der Realität verlieren, erscheint ihnen alles verblüffend unwirklich, und sie gleiten in die Psychopathologie des zweiten Typs hinüber. Ein ähnliches Gefühl von Unwirklichkeit tritt auch bei ALUMINA und MEDORRHINUM in Erscheinung. Es ist interessant, sich die Ähnlichkeiten des Geisteszustands von Cannabis indica und MEDORRHINUM vor Augen zu führen. Beide Mittel teilen auch die Desorientierung des Zeitsinns, das Gefühl, die Zeit vergehe zu langsam.
Wie oben angedeutet, kann der chronische Cannabis-indica-Zustand durch übermäßigen Drogengenuss verursacht werden, und zwar nicht nur von Haschisch und Marihuana, sondern auch von anderen Rauschmitteln. Zu erwähnen ist hier ein spezieller Menschentyp mit einer Geschichte von Cannabismissbrauch: Menschen, die, nachdem sie dem Haschisch reichlich zugesprochen haben, extrem empfindlich dagegen werden, fast allergisch. Die kleinste Menge kann einen Zustand auslösen, der einem Alptraum im Wachen gleicht. Sie können die Droge nicht mehr anrühren. Und zugleich zeigen diese Menschen chronische Symptome von Cannabis indica – schwere Depressionen und quälende Angst, dazu die Angst vor dem Verrücktwerden und um die eigene Gesundheit. Cannabis indica ist ein Spezifikum in solchen Fällen.
Zusammenfassend ist zu bemerken, dass man sich bei Cannabis indica vor allem auf die geistig-psychische Ebene konzentrieren sollte, besonders auf die Diffusität und Verwirrung Cann-i.Verwirrung, die für diese Ebene so charakteristisch ist.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Manchmal hat Cannabis Krämpfe und Konvulsionen hervorgerufen, in einer Reihe von Fällen Spasmen klonischer Art, mit heftiger Muskelbewegung, zumeist aber tonische Krämpfe, sogar kataleptische Zustände oder Flexibilitas cerea. Das Mittel wurde bei Epilepsie gegeben, wenn vor einem Anfall alle geistigen und körperlichen Kräfte angeregt waren. Erregung oder geistige Anstrengung, Krämpfe durch Cann-i.geistige Anstrengung können Krämpfe verschiedener Art auslösen oder intensivieren.

  • Zittern ist häufig; zitternde Bewegungen von Händen und Füßen; unangenehmes Schaudern durch alle Glieder, mit einem schmerzhaften Schweregefühl im Hinterkopf und einer intermittierenden starrkrampfartigen Kontraktion der Nackenmuskeln.

  • Anästhesie des ganzen Körpers oder einer Seite; gelähmt, unfähig, die betroffenen Teile zu bewegen, sie scheinen versteinert, mit einer Empfindung von Marmorhärte, Empfindung von Cann-i.Marmorhärte, z. B. im Gehirn oder in den Augen; mit Kribbeln oder Stechen in den betroffenen Teilen Cann-i.Kribbeln oder Stechen in den betroffenen Teilen, das manchmal in unwillkürliche Zuckungen übergeht. Cannabis indica kann in den Frühstadien bestimmter neurologischer Erkrankungen angezeigt sein, die durch Schwäche und Taubheit der Extremitäten gekennzeichnet sind – vor dem Stadium der echten Lähmung oder eines klinisch diagnostizierbaren Zustands.

  • Andererseits ist auch ein sonderbares Gefühl von Luftigkeit und Leichtigkeit der Bewegungen beobachtet worden.

  • Merkwürdige Empfindung von Vibrationen Cann-i.Vibrationen oder Zuckungen, die durch den ganzen Körper gehen; plötzliche und heftige Schläge schießen durch das gesamte Skelett, durchbohren das Gehirn; Schläge, Stöße und Zittern in verschiedenen Körperteilen.

  • Eine charakteristische Empfindung ist ein Kältegefühl wie ein Tröpfeln Cann-i.Kältegefühl wie ein Tröpfeln, als fielen kalte Wassertropfen auf die Haut oder von einem Körperteil, in verschiedenen Körperregionen, besonders am Kopf, am Herzen, im Bereich des Anus. Es gibt auch ein Gefühl, als würde wiederholt heißes Wasser über den Patienten gegossen, oder auch als flösse warmes Wasser den Rücken hinauf.

  • Anfallsartige Traumzustände, anfallsähnliche, die tagsüber periodisch wiederkehren Cann-i.Traumzustände, die tagsüber periodisch wiederkehren. „Alle Augenblicke verlor er sich selbst und wachte dann sozusagen wieder auf.“ Plötzliche, Bewußtlosigkeit, vorübergehende Anfälle von Cann-i.vorübergehende Anfälle von Bewußtlosigkeit, die durch Sinneseindrücke wie Kerzenlicht oder Musikhören ausgelöst werden können. Erwacht vor Mitternacht in einem halbbewussten Zustand, mit Bewegungsunfähigkeit, Herzklopfen, langsamem, tiefem, mühsamem Atmen und einem Gefühl, als läge er im Sterben. Ohnmachtsgefühle, die jeden Tag wiederkehren können, manchmal fällt er einfach ohnmächtig hin.

  • Cannabis indica hat nicht nur optische und akustische Halluzinationen, sondern auch eine verstärkte Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche, manchmal bis zur Hellsichtigkeit Cann-i.Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit Cann-i.Hellhörigkeit gesteigert. „Visuelle Hellsichtigkeit“ wurde oft in den Prüfungen erlebt. Dazu zwei Beschreibungen: „Scheinbare Hellsichtigkeit, das heißt, ich sah Gegenstände in einem anderen Zimmer oder bildete es mir ein, aber das Gefühl war nur von kurzer Dauer.“ „Genau um Mitternacht wachte er plötzlich und vollständig auf; das Zimmer war dunkel, doch schien ihm der Standort eines jeden Gegenstands um ihn herum vollkommen klar zu sein, er konnte die Titel von Büchern lesen, die sich auf einem vier oder fünf Meter entfernten Tisch befanden.“ Oder die Hellhörigkeit betreffend: „Sein Gehör war extrem geschärft; er hörte sehr deutlich, was weit entfernt und mit leiser Stimme gesprochen wurde.“ Solche Erlebnisse können ziemlich beunruhigend sein.

  • Es ist typisch für Cannabis-indica-Menschen, dass sie extrem durstig, extrem Cann-i.durstig sind, besonders in akuten Zuständen. Dieses Symptom, zusammen mit der Todesfurcht, kann zu einer Verwechslung mit ARSENICUM führen. Es gibt allerdings einen wichtigen Differenzierungspunkt: Cannabis-indica-Patienten wollen sich immer ausruhen, haben ein starkes Verlangen, starkes V. sich tagsüber hinzulegen Cann-i.Verlangen, sich tagsüber hinzulegen und fühlen sie dadurch besser, wie sie sagen. Nach meinen Beobachtungen beruht diese Modalität in Wirklichkeit auf Intellektualisierung. Sie kommen vom Verstand her zu dem Schluss, dass es ihnen besser gehen müsse, wenn sie sich hinlegen, und deshalb tun sie es. Wenn man sie drängt, einen frische Luft, besser durch Spazierengehen an der Cann-i.flotten Spaziergang zu machen, besonders in kühler, frischer Luft, fühlen sie sich besser. Besonders Gemütssymptome, wie ein Gefühl von quälender Angst, das mit großer Beklemmung einhergeht, sind im Freien besser. Man muss jedoch bei diesen Patienten darauf achten, sie nicht übermäßig zu beanspruchen; Überanstrengung macht alle Cannabis-indica-Symptome schlimmer. Die Prüfungen liefern auch die folgenden Symptome: „Vollkommen erschöpft nach einem kurzen Spaziergang“, und: „Große Mattigkeit nach kleiner Bewegung“, wie z. B. Treppensteigen.

  • Der Durst, von Furcht vor dem Trinken begleitet Cann.-i.Durst kann jedoch auch mit Abscheu vor Trinken einhergehen; der Patient kann unfähig sein, auch nur einen einzigen Schluck zu trinken, obwohl er so durstig ist.

  • Der Puls, langsamer Cann-i.Puls ist ungewöhnlich langsam, und er kann schwach sein, manchmal kaum spürbar, und unregelmäßig aussetzend, aber dies kann abwechseln mit frequentem Puls, hüpfend, flatternd, voll usw. Kent nennt ihn sehr passend einen „nervösen Puls“. Manchmal wird röchelndes Atmen bzw. Cheyne-Stokes-Atmung beobachtet.

  • Neben dem Gemüt sind bei Cannabis der Kopf und die Harnorgane am meisten betroffen.

  • Einige Modalitäten: Schlimmer beim Urinieren, schlimmer beim Cann-i.Urinieren (Schmerz in den Harnwegen); Dunkelheit, schlimmer bei Cann-i.Dunkelheit; Überanstrengung, schlimmer durch Cann-i.Überanstrengung; Alkohol, Tabak; enge Kleidung.

  • Besser an der frische Luft, besser an der Cann-i.frischen Luft, vom Tiefatmen; Waschen mit kaltem Wasser; Ruhe; Kaffee (Schwindel und Kopfschmerzen).

  • Hinlegen kann bessern oder verschlechtern, ebenso mäßige Bewegung.

  • Was die Zeitmodalitäten betrifft, wird am häufigsten Verschlimmerung am Morgen und Vormittag beobachtet.

Lokalsymptome
SchwindelChronischer Schwindel, chronischer, als schwebte er davon Cann-i.Schwindel, als schwebte er davon, als würde er emporgehoben. Schwindel beim Aufstehen, mit einem betäubenden Schmerz im hinteren Teil des Kopfes, und er fällt hin. Schwindlig beim Gehen, mit einem Gefühl zu fallen oder tatsächlichem Vornüberfallen und der gleichzeitigen Empfindung, als schwänden ihm die Sinne. Heftiger Schwindel; Clarke berichtet von einem Fall, bei dem die Patientin die Empfindung hatte, als stürze das Haus über ihr ein; Cannabis indica beseitigte dieses Gefühl.
Das spezifische Schwindelgefühl von Cannabis indica wird durch Umhergehen verstärkt und klingt in Ruhe ab. Starker Kaffee kann es ebenfalls lindern.
KopfEin merkwürdiges Symptom ist das Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel Cann-i.Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel. Der Kopf scheint sich auszuweiten, als teilte er sich an den Schädelnähten, mit einem Gefühl, dass kalte Luft ins Gehirn bläst, und dann scheint er wieder mit einem schlurfenden Geräusch in sich zusammenzufallen. Oder es ist ein Gefühl im Kopf, als kochte das Gehirn über und höbe die Schädeldecke, Gefühl, als würde sie gehoben wie der Deckel eines Teekessels Cann-i.Schädeldecke wie den Deckel eines Teekessels. Kopfschmerz mit einem Gefühl von Öffnen und Schließen in der rechten Schläfe und am Scheitel; beginnt beim Erwachen und hält den ganzen Tag an, aussetzend und wieder anfangend; schlimmer durch Geräusche; Empfindung, als sollte der Kopf in alle Richtungen fallen.
  • Heftiger Blutandrang zum Kopf, mit einem Gefühl, als kochte das Blut. Vollheit in der Stirn, als wollte sie zerbersten. Oder: Andrang des Blutes nach dem Kopf mit angenehmer Wärme im Gehirn, doch mit drückendem Kopfschmerz in den Schläfen.

  • Hitze im Kopf bei Kälte der Extremitäten.

  • Spannen erst im Hinter-, dann auch im Vorderkopf, zuletzt in den Schläfen.

  • Merkwürdige Gefühle im Kopf: Gehirn, heftige Schläge durch das G. beim Wiedererlangen des Bewußtseins Cann-i.heftige Schläge durch das Gehirn beim Wiedererlangen des Bewusstseins; Geräusch wie ein Krachen oder eine Explosion im Schlaf Cann-i.Geräusch wie ein Krachen oder eine Explosion im Schlaf; Kopf, knackende, kräuselnde Empfindung, besonders beim Einschlafen und Aufwachen Cann-i.kräuselnde oder knackende Empfindung, besonders beim Einschlafen und Aufwachen; Kopf, pendelartige Schwingungen Cann-i.pendelartige Schwingungen. Gefühl, als stiege etwas vom hinteren Teil des Kopfes zur Stirn.

  • Zucken in der rechten Stirnseite und zum inneren und hinteren Teil des Kopfes hin.

  • Starke Zusammenschnürung im Kopf, wie von einer eisernen Schädelkappe.

  • Der Vorderkopf wird von den Augenhöhlenrändern bis zu den Schläfen zusammengepreßt; Vorbücken erleichtert nicht.

  • Kopf, dumpfer, schwerer, pochender Schmerz durch den Cann-i.Dumpfer, schwerer, pochender Schmerz durch den Kopf, mit Gefühl wie von einem schweren Schlag auf Hinterkopf und Nacken. Pochen im Hinterkopf Cann-i.Pochen im Hinterkopf. Pochender Schmerz in der Stirn.

  • Hinterkopf, Empfindung einer schweren Last Cann.-i.Empfindung einer schweren Last am Hinterkopf. Dies kann als ein zermalmendes Gewicht auf Kleinhirn, Hals und Schultern empfunden werden, das es unmöglich macht, sich aus einer gebeugten Haltung aufzurichten, mit einem dumpfen Schlagen im Kopf (während eines Schüttelfrostes beobachtet). Das Schweregefühl am Hinterkopf kann auch von Schmerzen begleitet sein, Schmerzen, die die Kopfseiten hoch zu den Schläfen und zum Scheitel schießen Cann-i.die von dort aus die Kopfseiten hinauf zu den Schläfen und zum Scheitel schießen, so stark, dass sie dem Patienten zum Weinen bringen. Schwerer, unwiderstehlicher Druck aufs Gehirn, der ihn zwingt, sich zu bücken.

  • Kopf, Schmerz in der ganzen rechten Kopfseite Cann-i.Schmerz in der ganzen rechten Kopfseite. Cannabis indica hat bei Hemikranie geholfen, z. B. mit dem Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel, oder wenn dem Anfall ungewöhnliche Erregung mit Geschwätzigkeit vorausgegangen ist.

  • Dumpfer ziehender Schmerz in der Stirn, besonders über den Augen.

  • Drückender Kopfschmerz mit extremer Lichtempfindlichkeit.’

  • Heftiger Kopfschmerz, heftiger K. mit Halluzinationen Cann-i.Kopfschmerz mit Halluzinationen.

  • Kopfschmerzen mit Blähungen Cann-i.Kopfschmerzen mit Blähungen, die anhalten, bis er nach oben oder nach unten Wind ablassen kann; mit Pochen im Hinterkopf.

  • Kaffee wird manchmal augenblicklich die Kopfschmerzen lindern.

  • Häufiges unwillkürliches Kopfschütteln, häufiges, unwillkürliches Cann-i.Kopfschütteln ist ein charakteristisches Symptom.

  • Der Kopf scheint in der Luft zu schweben; als wäre er vom Körper getrennt.

  • Die Kopfhaut tut bei Berührung weh und kann sich anfühlen, als wäre sie straff über den Schädel gespannt, „wie eine Blase, die über einen Topf gezogen ist“. Kribbeln auf der Kopfhaut oben am Kopf.

  • Auf einer kleinen Stelle des Seitenbeins (später auch auf anderen Stellen des Kopfes) ein Kältegefühl, als wäre ein Tropfen kalten Wassers darauf getropft.

AugenDie Augen werden rot und klein. Bindehaut, Gefäßinjektion der Cann-i.Gefäßinjektion der Bindehaut wird häufig beobachtet. Starrer Blick; Augen leuchtend, sehr hell und glänzend; manchmal auch auffallend stumpf.
Gefühl von Ausdehnung in den Augäpfeln, als wollten sie aus dem Kopf springen; sie tun weh, wenn er versucht zu lesen. Die Pupillen weiten und verengen sich im selben Licht. Augen, Empfindung von krampfhaftem Ziehen in den Cann-i.Empfindung von krampfhaftem Ziehen in den Augen. Drücken hinten an den Augen auswärts. Zucken im äußeren Augenwinkel und Lid. Entzündung der Caruncula lacrimalis beider Augen.
Gefühl von Augenschwäche und Schwäche im Sehen Cann-i.Gefühl von Augenschwäche und Schwäche im Sehen; Gegenstände sind undeutlich; trübes, verschwommenes Sehen. Nach langem Fixieren eines Gegenstandes Nebel vor den Augen, kann nicht gut sehen. Beim Lesen, beim L. laufen die Buchstaben ineinander Cann-i.Lesen laufen die Buchstaben ineinander. Vorübergehende Blindheit, mit Ausnahme eines kleinen Punktes genau in der Blickrichtung (während eines Schüttelfrostes erlebt). Photopsie Cann-i.Photopsie. Aufblitzen, Zittern und Flackern vor den Augen. Visuelle Verzerrungen, Gegenstände vergrößert oder weiter entfernt; visuelle Halluzinationen; Lichtempfindlichkeit; visuelle Hellsichtigkeit.
OhrenOhren, Pochen und Vollheit in beiden Cann-i.Pochen und Vollheit in beiden Ohren. Bohrender Schmerz unmittelbar über und hinter dem rechten Ohr. Verstopfungsgefühl im rechten Ohr.
Ohrgeräusche, Sausen, Klingeln Cann-i.Ohrgeräusche: Sausen; Klingeln; wie kochendes Wasser. Ohren, periodisches Klingen in den O. bei Anfällen traumartiger Zustände Cann-i.Periodisches Klingen in den Ohren bei Anfällen traumartiger Zustände, oder beim Dösen im Liegen; immer nachlassend, wenn er zu sich kommt oder aufsteht, aber erneuert bei der nächsten Traumattacke. Alle Klänge, besonders Stimmen scheinen weit weg zu sein Cann-i.Klänge, besonders Stimmen (seine eigene eingeschlossen), scheinen weit weg zu sein, wie gedämpft durch einen Schleier oder Gaze. Große Geräuschempfindlichkeit, leicht gereizt durch Geräusche; akustische Halluzinationen; Hellhörigkeit.
NaseTrockenheit in der Nase Cann-i.Trockenheit in der Nase, Trockenheit in der Cann-i.Nase, objektiv ebenso wie subjektiv; mit Hitze darin. Vollheitsgefühl und Schmerzen an der Nasenwurzel. Schnupfen nach dem Essen.
GesichtAusdruck matt, erschöpft; niedergeschlagen, abgehärmt; Gesichtsausdruck, schläfrig, benommen Cann-i.schläfrig-benommen und dumm; ängstlich und Gesicht blaß Cann-i.blass.
Gesicht blass, wie bei Ohnmacht, besser an der frischen Luft. Aber auch: Hitze nur im Gesicht.
Gesicht, eichtes Palpitieren an vielen Stellen, besonders im linken Backenmuskel Cann-i. Leichtes Palpitieren an vielen Gesichtsstellen, besonders im linken Backenmuskel.
Die Gesichtshaut, besonders an Stirn und Kinn, Gesichtshaut, fühlt sich an wie fest gespannt Cann-i.fühlt sich an wie fest gespannt.
Gefühl, als ob die Gesichtsmuskeln um den Kiefer herum fest angespannt wären. Unterkiefer sehr steif und unbeweglich vor dem Einschlafen. Starrkrämpfe um die Kiefer. Oder: Unterlippe hängt im Schlaf herunter. Lippen sind zusammengeklebt Cann-i.Lippen sind zusammengeklebt; sehr trocken. Zittern der Lippen.
Mund und Halsnd, Hals und Lippen sind extrem trocken Cann-i.Mund, Hals und Lippen sind extrem trocken, ausgedörrt, mit heftigem Durst auf kaltes Wasser, oder auch ganz ohne Durst. Der Speichel ist weiß, dick, schaumig und klebrig Cann-i.Speichel ist weiß, dick, schaumig und klebrig.
Jede Speise, jede S. ist extrem schmackhaft Cann-i.Speise ist extrem schmackhaft; einfaches Brot wird zur Delikatesse erklärt und in großen Mengen gegessen.
Ekelhafter Geschmack im Mund morgens beim Erwachen, der nach dem Zähneputzen verschwindet, aber nach den Mahlzeiten wiederkehrt.
Zähne, Zusammenbeißen und Knirschen der Z. im Schlaf Cann-i.Zusammenbeißen und Knirschen der Zähne im Schlaf. Auch wenn er wach ist, scheint es ihm, als müsse er die Kiefer gewaltsam zusammenpressen. Zahnschmerz neigt dazu, nach unten zu ziehen.
Empfindung eines Pflocks, der im Hals aufsteigt und ihn würgen lässt. Drücken in den Mandeln.
Stimme, Atmung, Brust, HerzKann seine Stimme, kann seine S. nicht beherrschen Cann-i.Stimme nicht beherrschen; spricht unkontrollierbar laut und korrigiert sich dann selbst, oder sehr leise mit belegter Stimme, oder die Stimmlage ist viel höher als gewöhnlich. Plötzliches Versagen der Stimme. Stammeln und Stottern.
Brennen im Hals beim Einatmen. Tiefes Einatmen erfordert große Anstrengung.
Atembeklemmung und Herzklopfen; banges Gefühl im Hals. Asthma mit Atemnot und extremer Erregung; Erstickungsanfälle; kann nur atmen, wenn er sitzt oder aufrecht Atemnot, Stehen bessert Cann-i.steht, besonders mit vorgebeugtem Oberkörper am offenen Fenster stehend.
Beklemmung der Brust, mit tiefem, mühsamem Atmen; hat das Gefühl zu ersticken und will Luft zugefächelt bekommen. Beklemmung mit quälender Angst, besser im Freien Cann-i.Beklemmung mit quälender Angst, besser im Freien. Atembeklemmung, besonders beim Aufwachen in der Nacht, vor Mitternacht; Furcht zu ersticken, mit Gefühl zu sterben, oder langsames, tiefes, mühsames, aussetzendes Atmen. Drückender Schmerz im Herzen, mit Atemnot die ganze Nacht.
Herzen, Stiche im H., begleitet von starker Beklemmung Cann-i. Stiche im Herzen, begleitet von starker Beklemmung; letztere wird durch tiefes Durchatmen gelindert.
Rauher Husten, rauher, kratzt in der Brust unmittelbar unter dem Brustbein Cann-i.Husten, kratzt in der Brust unmittelbar unter dem Brustbein.
Scharfer, schneidender Schmerz hinter dem Brustbein, schlimmer beim Schlucken. Stiche zur Brust, von beiden Brustwarzen aus. Herzklopfen, das ihn aus dem Schlaf weckt. Stiche im Herzen beim Liegen auf der linken Seite. Gefühl, als fielen Tropfen vom Herzen.
MagenIn den meisten Fällen ist der Appetit gesteigert Cann-i.Appetit gesteigert, oft in einem gewaltigen Ausmaß. „Heißhunger Cann-i.Heißhunger, der durch Essen ungeheurer Mengen nicht vermindert wird; hört nur auf zu essen aus Angst, sich dadurch etwas anzutun.“ Besonders stark ist das Verlangen nach Süßigkeiten; alles scheint köstlich zu schmecken und scheint auch gut verdaut zu werden. Auch Bulimie wird in den Prüfungen erwähnt. Manchmal kann der Appetit jedoch auch schlecht sein, mit einem Widerwillen gegen Fleisch, das der Patient früher gern mochte.
Extremer Durst, extremer, mit Abscheu vor Flüssigkeiten Cann-i.Durst ist häufig, kann jedoch mit Abscheu vor Flüssigkeiten verbunden sein (wie Hydrophobie). Durst auch nachts im Bett; die ganze Nacht, oder beim Aufwachen gegen Mitternacht.
Aufstoßen: bei Bewegung; Aufstoßen von bloßer Luft Cann-i.von bloßer Luft; Aufschwulken von geschmackloser Flüssigkeit bis in die Luftröhre, sodass er sich immer verschluckt; Aufschwulken einer bitter-sauren, kratzigen Flüssigkeit Cann-i.Aufschwulken einer bitter-sauren, kratzigen Flüssigkeit.
Übelkeit und angestrengte Versuche zu erbrechen nach dem Essen. Erbrechen einer schleimigen, bitterlich schmeckenden Flüssigkeit, oder von säuerlichem, zähem Schleim. Kaffee kann Erbrechen verursachen, aber auch die Übelkeit lindern.
Schmerz am Mageneingang Cann-i.Schmerz am Mageneingang, durch Druck gelindert.
Gefühl von Wärme in der Magengrube. Pyloruskrämpfe; Pylorus-Syndrom beim Zwölffingerdarmgeschwür (Schmerzbesserung durch Essen); Schmerzanfälle gehen mit Schweiß und ohnmächtiger Schwäche einher. Beim Essen fühlt sich der Magen so geschwollen und die Brust so beklommen an, als würde er ersticken; er muss die Kleider lockern.
AbdomenGefühl von extremer Spannung in den Blutgefäßen des Abdomens; sie fühlen sich zum Platzen geweitet an. Pochen hier und da. Es fährt mit schmerzlichem Rucken im Bauch herum von einer Stelle zur anderen, als wäre etwas Lebendiges darin. „Im Unterleibe, Schüttern der Eingeweide bei heftiger Bewegung der Arme, als wären die Eingeweide ganz los.“ Oder ein herabdrängendes Gefühl, als ob alle Eingeweide sich senkten und herausgepresst würden, in Mastdarm und Kreuz empfunden. Stiche im rechten Hypochondrium, beim Atmen.
Blähungen morgens beim Aufstehen; mit Kopfschmerzen. Gefühl, als wäre der Bauch geschwollen, gelindert durch Aufstoßen einer beträchtlichen Menge Luft. Unangenehmes Rumoren, von Blähungen oder so als wollte Durchfall kommen, gleich beim Hinlegen, oder nachts im Liegen.
Rektum und StuhlGefühl im Anus, als säße er auf einem Ball; als wäre der Anus und ein Teil der Harnröhre mit einem harten, runden Körper ausgefüllt. Am After Gefühl, als träufelte etwas heraus an der Haut hin, was kalt wäre.
Während einer schwierigen Darmentleerung, nachts, exzessive Absonderung von Prostatasekret.
HarnorganeCannabis indica hat eine Vielzahl von Harnwegssymptomen und ist häufig bei Blase, Infektionen der Cann-i.Infektionen der Blase, Harnröhre, Infektionen der Cann-i.der Harnröhre und der Nieren, Infektionen der Cann-i.Nieren angezeigt. Das Urinieren bereitet oft Schwierigkeiten, als läge eine Lähmung der Blase, ein Sphinkterkrampf oder eine Harnröhrenstriktur vor. Muss einige Zeit warten, bis der Harn fließt, und selbst dann bleibt die Entleerung unvollständig; muss viel pressen, muss die letzten Tropfen mit den Händen herausdrücken.
  • Der Urin, Nachtröpfeln Cann-i.Urin tröpfelt nach, nachdem der Harnstrahl aufgehört hat.

  • Starker und hartnäckiger Harndrang, hartnäckig Cann-i.Harndrang, der oft noch nach der Urinausscheidung anhält und mit viel Pressen verbunden sein kann; starke Strangurie beim Wasserlassen; manchmal kaum fähig, den Harn lange genug zu halten, manchmal trotz heftigen Harndrangs unfähig, auch nur einen Tropfen auszuscheiden.

  • Häufiges Wasserlassen, häufiges Cann-i.Wasserlassen, besonders abends und nachts, aber für gewöhnlich nur in kleinen Mengen. Häufiges Urinieren, mit brennendem Schmerz, abends. Es kann jedoch auch ein Wechsel zwischen reichlicher Ausscheidung klaren, hellen Urins und häufiger Entleerung kleiner Mengen unter Schmerzen vorkommen. Der Urin kann viel Schleim enthalten, besonders nach Aufenthalt in feuchter Kälte.

  • Urin spärlich, tropfenweise mit Brennen abgehend Cann-i.Urin spärlich, tropfenweise mit Brennen abgehend, bisweilen mit Blut vermischt, mit stetem unerträglichem Drang.

  • Harnröhre, Stechen, Beißen und Brennen in der H. vor, während und besonders nach dem Wasserlassen Cann-i.Stechen, Beißen und Brennen in der Harnröhre vor, während und besonders nach dem Wasserlassen ist ein kennzeichnendes und vielfach bestätigtes Symptom. Der Schmerz zieht oft nach hinten zur Blase Cann-i.Schmerz zieht oft nach hinten zur Blase.

Unbehagen und Unruhe, mit brennendem Gefühl in Penis und Harnröhre und häufigem Harndrang. Ein Beispiel für pathologische Zustände, die mit Cannabis geheilt werden konnten: Harnröhrenentzündung mit brennendem, beißendem Schmerz, der sich beim Urinieren rückwärts zur Blase erstreckt, nach der Entleerung aber schlimmer wird, mit häufigem Harndrang (alle 15 bis 20 Minuten); sehr schmerzhaftes krampfhaftes Schließen des Sphinkters, und gleichzeitig starke Striktur des Anus mit Drang zum Stuhl, aber Unfähigkeit, ihn auszuscheiden. Ein merkwürdiges Symptom ist ein Stechen, scharfes, wie von Nadeln, in der Harnröhre Cann-i.scharfes Stechen, wie von Nadeln, in der Harnröhre, so stark, dass ein Schauer durch Wangen und Hände geht.
Nierenschmerzen sind ebenfalls häufig. Nierenschmerzen, die ihn nachts wachhalten Cann-i.Nierenschmerzen, die ihn nachts wachhalten. Schmerzen in den Nierenschmerzen beim Lachen Cann-i.Nieren beim Lachen (oder durch andere Erschütterungen). Brennende Nierenschmerzen. Nierenkolik. Nephritis mit ständigem dumpfem Schmerz in der Nierengegend, mit heftigen kolikartigen Schmerzen längs der Harnleiter; auch dumpfer Schmerz in der Eichel. Ziehender Schmerz von der Nierengegend an bis in die Leistenlymphknoten, mit ängstlicher Übelkeitsempfindung in der Magengrube.
GenitalienWie oben erwähnt, kann Cannabis indica bei Gonorrhö indiziert sein, wenn auch recht selten. Es ist erfolgreich bei akuten gonorrhoischen Erkrankungen angewendet worden, wo die Harnröhre sehr empfindlich gegen Berührung und Druck war und der Patient gezwungen war, breitbeinig zu gehen. Die Absonderung war weißgelb, schleimig und reichlich oder dünn und wässrig; oft schmerzlos. Häufiger kann Cannabis jedoch bei Beschwerden nach Gonorrhö von Nutzen sein, denn Cannabis-Menschen neigen dazu, sich mit Tripper anzustecken, und leiden oft lange Zeit unter den Folgen.
Eine wichtige Indikation bei Männern war eine Vorhaut, starke Schwellung der Cann-i.starke Schwellung der Vorhaut.
Das sexuelles Verlangen, verstärktes, bei beiden Geschlechtern Cann-i.sexuelle Verlangen ist bei beiden Geschlechtern oft verstärkt, manchmal maßlos, mit Nymphomanie bzw. Satyriasis; aber wir beobachten auch Abneigung oder Gleichgültigkeit gegen Sex.
Männliche GenitalienSchmerzhafte Erektionen, schmerzhafte, nachts Cann-i.Erektionen nachts, aber meist eher „mechanisch“, ohne Verlangen nach sexueller Betätigung. Erektionen beim Fahren, Gehen, auch beim Stillsitzen, Erektionen, nicht durch erotische Gedanken verursacht Cann-i.nicht durch erotische Gedanken verursacht. Das ganze Glied ist etwas geschwollen, ohne eigentliche Erektion. Es gibt jedoch auch Erektionen mit erotischen Gefühlen und Sehnsüchten; mit wollüstigen Träumen und reichlichen Samenergüssen; mit Priapismus. Maßloses sexuelles Verlangen, maßloses, mit häufigen Erektionen während des Tages Cann-i.Verlangen mit häufigen Erektionen während des Tages. Die Potenz kann gesteigert sein; in den Prüfungen heißt es: „Sexuelle Erregung stark verlängert, mit mehr als einem Dutzend Samenergüssen.“ Die Erektion kann lange nach dem Koitus anhalten und so schmerzhaft werden, dass der Penis mit kaltem Wasser gekühlt werden muss.
Neben diesem lästigen Problem können bei Cannabis-indica-Männern auch noch andere Störungen der sexuellen Funktionen und Empfindungen auftreten: Keine Ejakulation, es kommt zwar zum Orgasmus, aber er besteht nur aus einem heftigen Brennen. Oder: Wenig oder kein Gefühl beim Koitus, aber bald danach ein recht scharfer Schmerz in den Lenden oder im Rücken. Der Penis kann auch ungewöhnlich schlaff und sogar geschrumpft sein.
Nächtliche Pollutionen mit Blut gemischt.
Starke Schwellung der Vorhaut Cann-i.Schwellung der Vorhaut, an Phimose grenzend. Stechend-brennender Wundheitsschmerz in der Eichel. Jucken (angenehm oder unangenehm) der Eichel, der Vorhaut oder unter der Vorhaut, am Frenulum; Jucken und Brennen des Hodensacks. Eichel, Schleimabsonderung, eiweißartig, beim Zusammendrücken Cann-i.Beim Zusammendrücken der Eichel sickert weißer, eiweißartiger Schleim heraus. Die Prostata kann affiziert sein: mit Ausscheidung von transparentem Sekret, manchmal während des Stuhlgangs; das unter „Rektum“ aufgeführte Ballgefühl kann auch in Verbindung mit Prostatabeschwerden auftreten.
Weibliche GenitalienEs heißt, dass Cannabis indica Sterilität hervorgerufen hat, und es ist auch bei Sterilität angewendet worden, besonders wenn zugleich das sexuelle Verlangen verstärkt war.
Dysmenorrhö Cann-i.Dysmenorrhö ist ebenfalls eine Indikation für das Mittel. Laut Hale „scheint es bei den neuralgischen und krampfhaften Varianten zu wirken, ist aber besonders dann angezeigt, wenn … vor, während oder nach den Menses ungewöhnliches sexuelles Verlangen auftritt.“ Bei Dysmenorrhö sind die Menses im Allgemeinen Menses, sehr starke Cann-i.sehr stark, dunkel, aber ohne Klumpen; die Blutung kann verlängert sein (Hering berichtet von einem Fall, bei dem sie 18 Tage dauerte). Menorrhagie mit heftiger krampfhafter Uteruskolik; Schmerzen wiederkehrend wie Wehen; starke Erregung und Schlaflosigkeit. Die starke Menstruationsblutung kann auch von Dysurie und einem Gefühl von Wundheit im ganzen Harnröhrenverlauf begleitet sein.
Cannabis indica ist auch benutzt worden, wenn die Menstruation spärlich, aber zu häufig war (alle zwei Wochen), mit Verschlimmerung der Rückenschmerzen während der Regel.
Drohende Fehlgeburt: mit Blutungen aus der Vagina noch im achten Schwangerschaftsmonat; bei Tripperpatientinnen, mit Brennen beim Wasserlassen und eitrigem Ausfluss.
Cannabis indica hat bei Metrorrhagie und Blutungen, postpartale Cann-i.postpartalen Blutungen geholfen; begleitet von heftiger Uteruskolik, mit schmerzhaften Krämpfen in den Extremitäten.
Fluor bei jungen Mädchen, mit Dysurie und Wundheitsschmerz der Vulva bei Berührung.
Das Mittel hat entzündliche Schwellung der Vagina verursacht, als wenn sie wund wäre, mit beißendem Fluor albus.
Äußerer Hals und RückenIntermittierende starrkrampfartige Kontraktionen der Nackenmuskeln; kataleptische Krämpfe. Ziehen vom Nacken zum Ohr, mehr krampfartig und äußerlich. Das Kinn wurde plötzlich zum Brustbein heruntergezogen, es dauerte mehrere Tage, bis sich der Krampf löste.
Eigentümliches Gefühl wie ein Strom von warmem Wasser, der sich allmählich den Rücken heraufstahl und sich seinen Weg bis ins Gehirn bahnte.
  • Rückenschmerzen: können bei Männern durch Koitus verursacht werden; schlimmer vom Lachen; Rückenschmerzen schlimmer während der alle 14 Tage erscheinenden Menses.

  • Rückenschmerzen mit außerordentlicher Angst und Qual, die Sprache hebt sich. Oder: Rückenschmerz versetzt ihm den Atem.

  • Reflexbewegungen des Rückgrats, die wellenartig verlaufen.

  • Rücken, Schmerz durch Schultern und Wirbelsäule Cann-i.Schmerz durch Schultern und Wirbelsäule, der zum Bücken zwingt und am aufrechten Gehen hindert; oder zermalmendes Gewicht auf Kleinhirn, Hals und Schultern, kann sich nicht aus einer gebückten Haltung aufrichten.

Kältegefühl im Kreuz und zwischen den Schultern. Auf dem Steißbein Druck wie von einer stumpfen Spitze.
ExtremitätenWie bereits erwähnt, kann Cannabis indica bei Glieder, extreme Schwäche- und Müdigkeitszustände der Cann-i.extremen Schwäche- und Müdigkeitszuständen der Glieder angezeigt sein, selbst bei lähmungsartigen Zuständen, oft mit Taubheit und Kribbeln in den betroffenen Körperteilen. Das Müdigkeitsgefühl in den Extremitäten kann mit Schmerzen in den Gelenken verbunden sein, manchmal mit Schüttelfrost.
  • Einseitige Lähmung. Die Prüfungen ergaben auch andere Symptome von partieller Lähmung, etwa gleichzeitige Lähmung der Beine und des rechten Arms.

  • Vollständige Lähmung der Beine, vollständige Cann-i.Lähmung der Beine. Bleiernes Gefühl in den Gliedern, als ob er sie nicht bewegen könnte, für einige Zeit.

Krampfhafte Bewegungen der Extremitäten sind ebenfalls beobachtet worden; es kann eine Art von gestikulierenden Krämpfen in Armen und Beinen auftreten, oder eine roboterartige und schnelle Bewegung der Hände, wobei eine Hand an die Brust gepresst war und heftig mit der Handfläche der anderen Hand gerieben wurde; Aneinanderschlagen der Knie; veitstanzartige Bewegungen. Tonische Krämpfe Cann-i.Tonische Krämpfe, Gliederstarre Cann-i.Gliederstarre. Unangenehmes Schaudern durch alle Glieder. Kontraktionen und auch Kontrakturen von Muskeln und Sehnen werden ebenfalls beobachtet: heftiger Schmerz mit Zusammenziehung in der Achillessehne und Kontraktionsgefühl im linken Fuß; Kontraktur der Finger nach einer Verstauchung.
„Schaudernde“ Empfindungen: Angenehmes Schaudern, angenehmes, durch Arme und Hände Cann-i.Schaudern durch Arme und Hände; angenehmes Schaudern, angnehmes in beiden Beinen Cann-i.Schaudern in beiden Beinen von den Knien abwärts, mit einem Gefühl, als ob Vogelkrallen die Knie umklammerten.
Eine interessante Modalität, von der Boger in seinem Synoptic Key berichtet: Schmerzen in den Extremitäten schlimmer durch einen tiefen Atemzug.
Schmerz wie von Müdigkeit in der rechten Ellenbeuge. Schweregefühl des Unterarms, als wäre ein Gewicht darauf Cann-i.Schweregefühl des Unterarms, als läge ein Gewicht darauf; unfähig, die Hände zu heben. Kalte Hände (objektiv wie subjektiv). Schmerzen in den Fingergelenken.
Mattigkeit und Wanken der Knie, und wie ein dumpfer Schmerz darin. Kann keine Treppen steigen, die Beine sind fast gelähmt, mit Steifheit und Müdigkeitsschmerz in beiden Knien. Die Beine scheinen kaum fähig, den Körper zu tragen, manchmal tatsächliches Hinfallen. Große Schwere der Füße. Wadenkrämpfe können ebenfalls lähmend wirken. Dislokation (Schnappen) der Kniescheibe beim Treppensteigen. Beim Versuch zu gehen verspürte er intensive, heftige Schmerzen, als träte er auf eine Anzahl von Dornen, die sich in die Fußsohlen bohrten und durch seine Beine hindurch bis in die Hüften vordrangen; schlimmer auf der rechten Seite, und begleitet von ziehenden Schmerzen in beiden Waden; er war gezwungen zu humpeln und musste laut aufschreien.
Taubheitsgefühl in der linken Fußsohle, dann im Fuß Cann-i. Taubheitsgefühl in der linken Fußsohle, dann im Fuß, das sich zu einer Taubheit des ganzen Beines verstärkte.
Schießende Schmerzen in den Zehgelenken Cann-i.Schießende Schmerzen in den Zehengelenken, schlimmer im großen Zeh; Wehtun und stechender Schmerz im Ballen des linken großen Zehs.
SchlafTagsüber schläfrig, aber nachts oft Schlafstörungen durch Schmerzen oder sexuelle Erregung. Schl