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B978-3-437-55062-1.00004-1

10.1016/B978-3-437-55062-1.00004-1

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Digitalis purpurea – Dulcamara

Digitalis purpurea

Essenzielle Merkmale
Wenn man das Wort „Digitalis“ hört, wird man sicherlich nicht zuerst an die homöopathische Arzneimittellehre denken. Digitalispräparate werden bekanntlich seit langem in der Schulmedizin verwendet, hauptsächlich zur Stärkung der Kontraktionskraft des Herzens, sozusagen als Herztonikum. Doch Digitalis ist zugleich eine umfassend geprüfte homöopathische Arznei, die auch in vielen klinischen Fällen zur Heilung geführt hat.
Herzbeschwerden und -symptome
Natürlich hat Digitalis eine auffallende Organbeziehung zum Herzen. So sollen nun zunächst einmal wichtige Herzsymptome des Mittels beschrieben werden. Dazu gehört z. B. die Bradykardie Dig.Bradykardie. Hahnemann stellt fest, dass die Arznei „in ihrer Erstwirkung den Puls:ungemein verlangsamter Dig.Puls ungemein verlangsamert“, und diese Verlangsamung des Pulses bei allen möglichen Beschwerden gehört zu den wichtigsten Symptomen von Digitalis. Besonders in der ersten Zeit eines Krankheitszustands kann die Pulsfrequenz sehr tief fallen, auf 40, ja 30 Schläge in der Minute; dafür kann der Puls später ungemein schnell werden, ein schwacher, fliegender, kaum zählbarer Puls.
Ein weiteres Digitaliszeichen am Herrhythmusstörungen Dig.Herzen sind Rhythmusstörungen verschiedener Art; unregelmäßiger und ungleicher Puls. „Manchmal geringere, manchmal größere Expansion der Arterien“; Pulsus alternans. Extrasystolen, unregelmäßig oder nach jedem Schlag; Pulsus bigeminus. Intermissionen unregelmäßiger Art und Länge: „Der langsame, kleine Puls macht öfters kleinere oder größere Pausen.“
Ein starkes subjektives Symptom ist ein Herz:Gefühl, als stehe das Herz still Dig.Gefühl, als stehe das Herz still, mit großem Angstgefühl und Notwendigkeit, den Atem anzuhalten. Dieses Symptom folgt meist auf unvorsichtige, heftige Bewegungen, besonders mit den Armen nach oben. Wenn ein Patient glaubt, er dürfe sich nicht bewegen und müsse gar den Atem anhalten, sonst werde sein Herz stehen bleiben, dann ist dies ein sehr starker Hinweis auf Digitalis. (Dagegen hat GELSEMIUM ein Gefühl, als würde das Herz augenblicklich stehen bleiben, sobald man sich nicht mehr bewegt.) Bähr beschreibt, wie eine solche, der Angina pectoris ähnelnde Attacke bei einem Digitalis-Patienten aussehen kann: „Der Kranke fühlt mit Gefühl namenloser Angst und plötzlicher Ohnmachtsanwandlung das Herz stillstehen für einen Augenblick; dann folgen mehrere heftige, rasche Schläge, die mir eine Kranke beschrieb, Herz:Gefühl, als wenn das Herz sich losgerissen hätte Dig.als wenn das Herz sich losgerissen hätte und frei an einem dünnen Faden hängend sich pendelartig bewegte.“ Eine andere Patientin hatte nach plötzlichen Armbewegungen das Herz:Gefühl, als flattere das H. hin und her Dig.Gefühl, als flattere das Herz hin und her; es erfolgten einige sehr heftige Herzschläge, dann schien der Puls stillzustehen, um gleich wieder in unregelmäßiges Jagen zu verfallen. „Dabei ergreift sie eine ungeheure Todesangst mit ohnmachtartigem Niedersinken, jedoch ohne Verlust des Bewusstseins.“
Eine auffällige Modalität ist die Puls:beschleunigt durch die geringste Bewegung Dig.Bewegungsverschlimmerung. „Wenn der Puls langsam geworden ist, wird er durch die geringste körperliche Bewegung beschleunigt“, heißt es in den Chronischen Krankheiten, und in einer späteren Monografie von Bähr, aus der viele Symptome des Arzneibildes stammen, wird festgehalten: „Jede geringste körperliche Bewegung übt einen blitzschnellen akzelerierenden Einfluss auf die Schnelligkeit des Pulses aus, so eine einfache Drehung des Kopfes etc.“
Gewissensangst
Als wichtigster psychischer Zug ist die Angst:anfallsweise auftretende Dig.Angst zu nennen. Es handelt sich um eine eher unbestimmte, aber extrem starke, anfallsweise auftretende Angst, die mit einer depressiven Stimmung verbunden sein kann. Besonders charakteristisch ist eine Gewissensängste:verbunden mit Selbstvorwürfen Dig.Gewissensangst, die mit massiven Selbstvorwürfen verbunden ist (vgl. CYCLAMEN). „innere Angst, wie Gewissensangst, als habe er ein Verbrechen begangen oder Vorwürfe zu erwarten.“ „Ängstlichkeit, als habe er Böses begangen.“ Oder die Angst:Zukunft, vor der, mit bösen Ahnungen Dig.Angst richtet sich auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit, mit bösen Ahnungen und Befürchtungen. „Ängstlichkeit mit großer Furcht vor der Zukunft, am stärksten jeden Abend um 6 Uhr, mit Traurigkeit und Weinen, welches erleichtert.“ „Befürchtende Ahnungen trauriger Art, mit großer Niedergeschlagenheit:aufs höchste gesteigert, durch MusikMusik steigert Niedergeschlagenheit aufs höchste Dig.Niedergeschlagenheit, durch Musik aufs höchste gesteigert.“ Todesfurcht; auch eine Angst, den Verstand zu verlieren, ist klinisch beobachtet worden.
Die starken Angstgefühl:Epigastrium, im Dig.Angstgefühle sind oft mit großer Unruhe verbunden, auch mit nervöser Schlafllosigkeit:nervöse Dig.Schlaflosigkeit und einem Gefühl, „als müsste man gleich in Stücke zerspringen“, wie Kent ausführt. Sie haben ihren Sitz meistens im Epigastrium, also in der Gegend von Herz und Magen, und werden dort geradezu körperlich empfunden, als physische Todesangst. „Bangigkeit, wie aus dem Oberbauch.“ Präkordialangst. „Jeder Schock scheint sie körperlich im Epigastrium zu treffen, etwa auch schlechte Nachrichten.“ Ein charakteristisches Prüfungssymptom ist: „Schwäche des Magens, gleichsam ein Hinsinken Schwäche des Magens, gleichsam ein Hinsinken desselben Dig.desselben, als ob das Leben verlöschen sollte.“ Auch: „Brecherliche Übelkeit zum Sterben … mit höchster Niedergeschlagenheit des Geistes und Bangigkeiten.“ Auf diese Weise können sich die Digitalis-Angstgefühle „zum Sterben“ physisch manifestieren. Oder sie zeigen sich im Schlaf, nämlich in Form von erschreckenden Fallträume Dig.Fallträumen. „Öfteres schreckhaftes Erwachen nachts, durch einen Traum, als fiele er von einer Höhe herab oder ins Wasser.“
Niedergeschlagenheit
Digitalis-Patienten neigen zu Depression, Neigung zu Dig.depressiven Stimmungen. Sie mögen keine Gesellschaft und haben keine Lust, sich zu unterhalten oder etwas zu tun. Beständiges Seufzen, das etwas erleichtert. „Weinerliche Betrübnis über mancherlei, das ihm fehlgeschlagen.“ Oft ist die Traurigkeit dieser Menschen andererseits mit einer beträchtlichen Erregbarkeit Dig.Erregbarkeit verbunden, wie sie schon bei den starken Ängsten beobachtet werden konnte. Düstere Stimmung mit Verdrießlichkeit und Zanksucht. „Große Reizbarkeit; alles, besonders aber Trauriges, greift ihn sehr an, und die geringste Kleinigkeit kann ihn zu Verzweiflung:wegen geringster Kleinigkeitentrostloser Verzweiflung bringen.“ Auch diese „traurige Reizbarkeit“ wird manchmal geradezu körperlich gespürt, nämlich in einem Krankheitsgefühl, das sich besonders auf das Sehen auswirkt. „Er ist traurig und hat das Gefühl, als sei er ganz krank; alle Gegenstände kommen ihm vor wie im Fieber, gleich als hätte er das Sehgefühl wie im Fieber.“
Dieser Symptomkomplex kann sich zu sehr akuten Krankheitszuständen steigern, mit Delirium, Halluzinationen, manischen Schüben, psychotischen Verwirrtheitszuständen, ja selbst Suizidversuchen. „Tobsüchtige Aufgeregtheit mit Melancholie wechselnd“ (Bönninghausen). Bähr berichtet von einem mit Digitalis geheilten Fall, wo der Patient unter „delirierender Manie“ bei vollständiger Schlaflosigkeit litt und nur mit Mühe davon abgehalten werden konnte, sich aus dem Fenster zu stürzen. „Angst und Traurigkeit, mit nächtlicher Schlaflosigkeit infolge von Herzschmerzen, als Folge von Enttäuschung in der Liebe.“
Gedächtnisschwäche
Die Verstandeskräfte sind bei Digitalis spürbar beeinträchtigt. Das Gedächtnis wird Gedächtnisschwäche Dig.schwach. „Das Denken fällt ihm schwer, und er vergaß alles gleich wieder, bei innerer und äußerer Hitze im Kopf.“ Digitalis-Patienten spüren oft eine eigentümliche Benommenheit des Kopfes, die ein wenig einem Rausch ähnelt. Die Fähigkeit zu denken wird „in hohem Grad beschränkt“, doch das entspricht nicht dem subjektiven Gefühl des Patienten, der eher eine gesteigerte Gehirntätigkeit zu erleben glaubt. Um aus Jörgs Prüfung zu zitieren: „Leichte Benommenheit des Kopfes, einem geistigen oder ätherischen Rausche, einem scheinbaren Erweitern des Nervenlebens über seine gewöhnlichen Grenzen hinaus mehr gleichend als einer Beschränkung der Gehirntätigkeit.“ Besonders die Einbildungskraft kann außerordentlich lebhaft erscheinen.
Mit diesen geistigen Schwächezuständen korrespondiert auch massive körperliche Erschöpfung, besonders aber Ohnmachtsneigung Dig.Ohnmachtsneigung. „Allgemeine Schwäche, als wären alle Teile des Körpers ermattet.“ „Jählings äußerste Mattigkeit, als wenn er das Bewusstsein verlieren sollte.“
Sexualität
Der Fingerhut scheint Sexualität:gesteigerte Dig.das sexuelle Begehren zu steigern, die Potenz:verminderte Dig.Potenz aber zu vermindern bis hin zur totalen Impotenz – und so prägt sich eine Tendenz zur Masturbation aus. „Wollüstige Bilder“ drängen sich Tag und Nacht auf, und oft geht bei Männern auch nachts Sperma ab, worauf ein großes Mattigkeitsgefühl folgt; gelegentlich auch Schmerzen in Penis und Harnröhre. Sexuelle Erregung ist sehr leicht auszulösen, aber der Patient fühlt sich schrecklich müde und matt und nicht in der Lage, einen Partner zu finden. Und wenn das doch gelingt, kann er keine tiefe Befriedigung erreichen. In manchen Fällen führt diese Situation „großer Reizbarkeit neben großer Schwäche“, vor allem bei Frauen, zu promiskem Geschlechtsverkehr.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Eine bemerkenswerte Empfindung ist ein Gefühl von innerem Zucken, so als ginge ein elektrischer Schlag durch den Zucken, inneres, so als ginge ein elektrischer Schlag durch den Körper Dig.Körper.

  • Wichtige allgemeine Modalitäten:

    • Digitalis geht es Zimmerluft:warmen, schlechter in der Dig.in der warmen Zimmerluft schlechter, doch auch Kälte wird oft Symptome auslösen.

    • Auffallend ist aber besonders eine Verschlimmerung aller Zustände durch Bewegung:schlimmer durch Dig.Bewegung, insbesondere durch plötzliche, heftige Bewegungen, während Ruhe und besonders flache Rückenlage bessert.

    • Auch Gemütsbewegungen können sowohl die psychischen als auch die physischen Symptome verstärken. Linksliegen:verschlimmert Herzsymptome Dig.Linksliegen wirkt sich besonders negativ auf die Herzsymptome aus.

  • Schließlich neigen Digitalis-Patienten sehr zur Appetitlosigkeit:Neigung zu Dig.Appetitlosigkeit, und wenn sie sich zum Essen zwingen, verschlimmert dies ihre Symptome meist eher. Vor allem aber empfinden sie einen sehr starken Ekel vor Essensgeruch:Ekel vor Dig.Essensgerüchen, die tödliche Übelkeit provozieren (COCCULUS, COLCHICUM). Digitalis gehört zu den Mitteln, die Appetitlosigkeit und Ekel vor Speisen bei großem Durst haben. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass auch Gefühle von Heißhunger in der Pathogenese verzeichnet sind. Bei einer Digitalinum-Prüfung an sich selbst erwachte Bähr mit einem heftigen Hungergefühl, das schon nach kurzer Zeit von totaler Appetitlosigkeit abgelöst wurde, „als ob der Magen sehr angefüllt wäre und sein Inhalt oben im Hals anstände“. Und diese Abfolge: Hunger beim Erwachen, bald darauf totale Appetitlosigkeit, ja Ekel bei Speisegerüchen, ist ebenfalls erfolgreich als Keynote für Digitalis benutzt worden.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfSchwindel:verbunden mit Ohnmachtsanwandlung und Schwächegefühlen Dig.Schwindel mit Ohnmachtsanwandlung und Schwächegefühlen. „Schwindel mit beängstigendem Gefühl, wie wenn Ohnmacht eintreten sollte.“ Schwindel mit Zittern, besonders beim Treppensteigen; mit Schwäche der unteren Gliedmaßen.
Schwindel bei langsamem Puls, insbesondere beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen.
Schwindelgefühl mit beständigem Ohrenklingen.
Ein Kopf:benommenes Gefühl im ganzen Dig.benommenes Gefühl im ganzen benommenes Gefühl im ganzen Kopf Dig.Kopf, dabei Einschränkung des Denkvermögens; manchmal auch mit dem rauschartigen Gefühl, als wäre die eigene Gehirntätigkeit eher erweitert als beschränkt. Seltsame Empfindungen im Inneren des Kopfes: Empfindung, als ob das Gehirn wie Wasser an beiden Seiten des Schädels anschlüge und ihn zersprengen wollte, pulsweise; „wallender Kopfschmerz“ mit dieser Empfindung, besser beim Liegen und Vorbeugen, schlimmer beim Stehen und Zurückbeugen. Gefühl, als ob im Kopf etwas vorfiele, beim Bücken. Vor allem aber: Kopf:plötzlicher knackender Krach im Dig.Ein plötzlicher knackender Krach im Kopf, während des Mittagsschlafes, mit schreckhaftem Zusammenfahren.“ Dieses „Krachgefühl“ ist auch als „metallisch“ beschrieben worden, oder „als wäre das aus dünnem Glas bestehende Gehirn mit einem Schlag zerschmettert worden“, oder „als ob ein Pistolenschuss im Kopf widerhallte“. Manchmal weckt es nicht aus dem Schlaf, sondern tritt nach dem Zubettgehen auf und verhindert das Einschlafen.
Ein „unbehagliches, spannendes Gefühl im Vorderkopf“ kann auftreten, wenn man die Augen auf eine Seite dreht, ohne den Kopf zu bewegen.
Blutandrang zum Kopf:Dig.Blutandrang zum Kopf:Blutandrang zum Dig.Kopf, jedoch häufig mit blassem Gesicht; ein drückender und schwerer Kopfschmerz wie von Blutüberfülle im Kopf. Klopfende Kopfschmerzen, die in der Stirne oder auch im Grunde der Augenhöhlen empfunden werden. „Der Digitaliskopfschmerz … hat im ganzen den Charakter der Migräne; er entsteht sehr plötzlich und in heftigen Anfällen, scheint von einem plötzlichen Einschießen des Blutes in den Kopf herzurühren, ist vorwiegend halbseitig und in der Stirn.“
Halbseitige Kopfschmerzen, „wie ein inneres Jucken“.
Drückende Kopfschmerzen vorn in der Stirn und in den Schläfen, die sich Kopfschmerzen:verstärkt durch angestrengtes Nachdenken Dig.durch angestrengtes Nachdenken verstärken. „Ein ruckweises Drücken, bald in den Schläfen, bald im ganzen Kopf.“ Ein eigentümliches Symptom zeigte sich bei einem Fall von Ballard, der in Clarkes „Dictionary“ zitiert wird. Der Patient hatte Kopfweh und Schwindel, und nach Trinken ging es ihm „im Kopf gar nicht gut“. Kopfschmerzen:schlimmer nach Trinken kalten WassersNach Trinken kalten Wassers setzte sich der Schmerz in der Stirn fest und erstreckte sich die Nase herab. Schmerzen äußerlich am Kopf, vor allem drückend-stechende oder reißend-stechende Schmerzen an Stirnseite und Schläfe. „Der Kopf:fällt immer nach hinten Dig.Kopf fällt immer nach hinten, im Sitzen und Gehen, als wenn die vorderen Halsmuskeln, wie gelähmt, keinen Halt hätten.“
AugenDigitalis hat eine ganze Reihe von Sehstörungen:
  • Das Farbensehen ist verändert. Grünsehen Dig.Gelbsehen Dig.Augen:Grünsehen, Gelbsehen Dig.Grünsehen oder Gelbsehen, d. h. die Gegenstände sehen grün oder gelb aus; Gesichter erscheinen leichenblass; morgens sehen alle Gegenstände so aus, als wären sie mit Schnee bedeckt.

  • Sieht einen zuckenden Schein von leuchtenden Farben, rot, grün oder gelb; in der Dämmerung. Oder: Regenbogenfarben umgeben wie ein Hof eine Kerzenflamme. Flimmerskotom Dig.Flimmerskotom.

  • Vor den Augen scheinen dunkle, wie Fliegen wirkende Körper zu schweben, besonders wenn man weiter entfernte Gegenstände fixieren will. Wenn man die Augen bedeckt oder schließt, scheinen leuchtende Körper davor zu hüpfen.

  • Eine vorüber ziehende Dunkelheit, wie eine Wolke oder ein Nebel, mindert die Sehkraft; manchmal auch nur im oberen Teil des Gesichtsfeldes. „Abends beim Gehen ist es, als ob der obere Teil des Sehfeldes von einer dunklen Wolke beschattet würde.“ Trübsehen:verbunden mit brennendem Schmerz im Bogen der rechten Augenbraue Dig.Trübsichtigkeit, wie ein Schleier vor den Augen; mit brennendem Schmerz im Bogen der rechten Augenbraue.

  • Doppeltsehen Dig.Doppeltsehen, oder auch Dreifachsehen. Die Augenbewegungen können in eigentümlicher Weise beeinträchtigt sein: „Hang beider Augen, sich nach der linken Seite zu drehen; wendete er sie mit Anstrengung nach der rechten Seite, so schmerzten sie, und er sah dann auf dieser Seite alle nahen Gegenstände doppelt und dreifach.“

  • Interessant ist auch ein verändertes Sehgefühl:verändertes, wie im Fieber Dig.Sehgefühl, das nicht einer der beschriebenen Sehstörungen zugerechnet werden kann. Zwei Prüfungs-Beobachtungen: „Die äußeren Gegenstände stellten sich in einem falschen Scheine dar; er sah sie nicht eigentlich doppelt, aber auch nicht im rechten Licht.“ „Alle Gegenstände kommen ihm vor wie im Fieber, gleich als hätte er das Sehgefühl wie im Fieber.“

Die Pupillen können entweder erweitert oder kontrahiert sein, oft ist ihre Reaktion auf Licht herabgesetzt. Entzündung der Meibom-Drüsen:Entzündung der Dig.Meibom-Drüsen, Hordeolum internum: blassrote Schwellung der Lidränder; stülpt man das Lid um, so erkennt man gelblich-rötliche, abwärts verlaufende Stränge; Brennen der Lidränder und Photophobie.
Ophthalmie, die auf einen Schnupfen folgt, der plötzlich aufgehört hat. Entzündliche Röte der Augenwinkel, Gefühl wie von Sand oder grobem Staub in den Dig.Bindehaut und der Lider; Gefühl wie von Sand oder grobem Staub in den Augenwinkeln; drückende Schmerzen oder durchfahrende Stiche im Auge; Photophobie; fortwährendes Tränen der Augen, vermehrt durch Einfall hellen Lichtes und durch kalte Luft; reichliche Eiterabsonderung in den Canthi.
Heftige Stiche durch das Auge hindurch, nachmittags im Liegen. Blaufärbung der Augenlider:Blaufärbung der Dig.Augenlider und anderer peripherer Teile (Lippen, Nägel); Zyanose. Morgens zugeklebte Augen.
OhrenOhren:Zischen vor beiden O., wie siedendes Wasser Dig.Zischen vor beiden Ohren, wie siedendes Wasser. Wenn dieses Symptom im Zusammenhang mit Schwerhörigkeit Dig.Schwerhörigkeit auftrat, hat Digitalis bereits zu Hahnemanns Zeiten „nicht selten“ Heilungen vollbracht, wie dieser in einer Fußnote anmerkt. Krachen im Kopf, beim Einschlafen oder aus dem Schlaf weckend. Einzelne Stiche äußerlich hinter dem Ohr. Drüsen an und hinter dem Ohr schmerzhaft geschwollen.
NaseNasenbluten hellen Blutes; auch im Zusammenhang mit Zyanose. Kopfschmerz, der sich die Nase herab erstreckt, nach Trinken kalten Wassers. Nase:Essensgerüche, empfindlich gegen Dig.Sehr empfindlich gegen Essensgerüche:empfindlich gegen Dig.empfindlich gegen Essensgerüche Dig.Essensgerüche, die höchste Übelkeit erzeugen. Schnupfen „in hohem Grade“, mit Husten; kann kaum sprechen, riecht nichts mehr. Auffallend ist ein heftiges und häufiges Niesen dabei.
GesichtGesicht:blasses, bläuliches Dig.Blasses, selbst bläuliches Gesicht, eine bläuliche Tönung unter der Blässe; Augenlider, Lippen und Zunge blau. Selbst bei Kopfkongestionen kann das Gesicht auffallend blass bleiben. Gedunsenes, blasses oder livides Gesicht, auch mit Anschwellung der Venen um das Auge, an den Ohren und Lippen sowie an der Zunge.
Schwarze, entzündete, eiternde Mitesser in der Gesichtshaut. Trockene, ja ausgedörrte Lippen. Krämpfe auf einer (der linken) Gesichtsseite. Ziehende und stechende Gesichtsschmerzen, die durch Wärme verschlimmert werden; Digitalis hat unter anderem Prosopalgie infolge einer Gürtelrose im Gesicht geheilt.
MundStarker Speichelfluss:süß schmeckend Dig.Speichelfluss. Der Speichel kann süß schmecken und/oder einen sehr üblen Geruch verbreiten. Oder auch: Mundgeschmack:bitterer Dig.Bitterer Mundgeschmack; insbesondere Brot schmeckt bitter.
Speichelansammlung im Mund, mit Ausspucken und starker Übelkeit, sobald man ihn schluckt. Speichelfluss mit Wundheit im gesamten Mundraum, auch an der Zunge und am Zahnfleisch.
Ein Gefühl im Mundhöhle:Gefühl, als wäre die M. mit Samt überzogen Dig.Mund wie sanft aufgeraut, als wäre die Mundhöhle innen mit Samt überzogen; mit fadem, schleimigem Mundgeschmack.
Zunge bleich, weiß belegt oder blau; auch mit angeschwollenen Blutgefäßen. Beim Digitalis-Erbrechen ist die Zunge häufig ganz rein. Anschwellen von Lippen und Zunge, dabei stinkender Speichelfluss und Anurie.
AtemwegeHeiserkeit, hauptsächlich früh beim Erwachen; nach Nachtschweißen manchmal so groß, dass er nicht einmal sprechen kann. Schmerzlose Heiserkeit.
Festsitzender Schleim im Hals, der sich durch Husten löst. Oder auch: „Früh hängt Schleim in der Kehle, der sich leicht löst, aber, wenn er ihn auskotzen (= ausräuspern) will, gewöhnlich in den Schlund kommt, sodass er ihn verschlucken muss.“
  • Die Atmung:unregelmäßige Dig.Atmung ist oft unregelmäßig und besteht aus einer Serie tiefer Seufzer. Kurzatmigkeit:nötigt zu tiefem Atmen Dig.Kurzatmigkeit oder Atembeklemmung, die zu tiefem Atmen nötigt, doch auch das scheint nicht genug Sauerstoff zu bringen. Einige Beschreibungen dieses sehr charakteristischen Symptoms: „Peinliche Engbrüstigkeit, viele Tage lang, er musste oft tief atmen, und doch war es ihm, als fehle ihm die Luft, vorzüglich beim Sitzen“ (Hahnemann). Oder: „Höchst lästige Kurzatmigkeit, sowohl im Sitzen als auch im Gehen, am schlimmsten gegen Abend und abends. Es ist der stete Wunsch da, recht tief ausholend zu atmen; versucht er dies, so ist es, als ob die Brust:Gefühl, als ob die B. beim Atmen nur zur Hälfte mit Luft gefüllt würde Dig.Brust nur zur Hälfte mit Luft gefüllt würde. Dazu gesellt sich, besonders beim Tiefatmen, ein Husten, der nur selten etwas geballten, harten Schleim zutage fördert. Alles sitzt zu fest am Körper. Lüftung der Kleider verschafft keinen Nutzen“ (Bähr).

  • Digitalis kann sowohl bei schneller, kurzer als auch bei tiefer, langsamer Atmung:Gefühl, dass der Lufthunger nicht gestillt werden kann Dig.Atmung angezeigt sein; entscheidend ist das Lufthunger, kann nicht gestillt werden Dig.Gefühl, dass der Lufthunger nicht gestillt werden kann. In den Chronischen Krankheiten findet sich: „Atem schwer und langsam aus der Tiefe geholt“, aber auch: „Kurzer, mangelnder Atem; er kann ihn nicht lange anhalten und muss schnell wieder neuen schöpfen.“

  • Eine bedeutsame, mehrfach bestätigte Empfindung im Zusammenhang mit diesem Luftmangel:Gefühl, als wären die inneren Teile der Brust zusammengewachsen Dig.Luftmangel ist ein Gefühl, als wären die inneren Teile in der Brust zusammengewachsen; bekommt deshalb keine Luft, muss sich aufsetzen.

Aufgrund dieser und einer Reihe weiterer Symptome ist Digitalis nicht selten bei Asthma indiziert. Ein geheilter Fall von Bähr, dessen Symptome in die Arzneimittellehren und Repertorien eingegangen sind: „Ein 20-jähriger Bildhauer hatte asthmatische Anfälle. Gewöhnlich morgens zwischen 10 und 12 und nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr stellt sich ganz plötzlich eine Beengung des Atmens ein mit Gefühl, als würde der Brustkorb zusammengeschnürt, mit Ängstlichkeit, die keine Ruhe läßt, ohne Hitze. Wenn die Atemnot am ärgsten ist, bisweilen ein Gefühl, als würde das Brustbein zerrissen. Asthma:besser in ruhiger, horizontaler Lage Dig.Ruhige, horizontale Lage wirkt nach einiger Zeit besänftigend.“ Es gibt (wie schon oben angegeben) auch Digitalis-Fälle, wo Aufsetzen bessert; doch die Besserung in horizontaler, vor allem in Rückenlage ist allgemein recht charakteristisch für diese Arznei. Das Gefühl, als wäre etwas in der Brust zusammengewachsen, kann Digitalis jedoch auch bei anderen Beschwerden indizieren, z. B. bei neuralgischen Thoraxschmerzen infolge von Verkühlung. In einem neueren Fall (Müller, in Archiv für Homöopathik 1993/2) wurde die Empfindung mit diesen Worten beschrieben: „als klebte in der Brust etwas zusammen, das beim Aufrichten auseinandergerissen würde, oder wie wenn aus einer Federkernmatratze sich eine Stahlfeder durch die Umhüllung drückte“.
  • Mit der Kurzatmigkeit von Digitalis kann ein schmerzhaftes Kurzatmigkeit:verbunden mit Angegriffenheit und Ermattung in der Brust Dig.Brust:Angegriffenheit und Ermattung der Dig.Gefühl von Angegriffenheit und Ermattung in der Brust verbunden sein; ein solches Schwächegefühl hat kennzeichnenderweise seinen Ursprung meist in der Magengegend und steigt von dort in die Brust auf.

  • Ein weiteres charakteristisches Symptom von Digitalis ist eine keuchende Atmung:keuchende Dig.Atmung, besonders beim Einschlafen. Wie bei LACHESIS hört der Atem beim Einschlafen auf, um plötzlich mit einem Keuchen eingezogen zu werden, das wieder aufweckt. „Keuchende Atmung, jeder Atemzug wirkt so, als ob es ihr letzter wäre.“

Der Husten von Digitalis ist am besten durch ein Zitat aus Bönninghausens Keuchhusten-Buch zu charakterisieren: „Hohler, tiefer Krampfhusten, von Rauheit und Kratzen im Gaumen und in der Luftröhre erregt, morgens ohne, abends mit wenigem, schwierig auszuwerfendem gelbem, gallertartigem Schleim Husten:süßlichem Geschmack, mitvon süßlichem Geschmack, zuweilen auch mit etwas dunklem Blut. Verschlimmerung: Um Mitternacht und um die Morgenzeit. Erhitzung. Essen. Kalt-Trinken. Sprechen. Gehen. Freie Luft. (Warme Stubenluft.) Beim Erwachen. Vorbiegen des Körpers.“ Nach dem Essen kann der Husten so stark sein, dass die Speisen erbrochen werden.
Trockener Husten, mit seltenem Auswurf, der aus harten Schleimkügelchen besteht. Auch Schmerzen im Thorax, besonders in der Herzgegend, die an rheumatische Schmerzen erinnern, können mit Digitalis geheilt werden. Sie können vom linken Rand des Brustbeins auf seine rechte Seite überwechseln und dann wieder zurückkehren.
HerzIn den „essenziellen Merkmalen“ wurden bereits einige wichtige Herzsymptome von Digitalis erwähnt, insbesondere die Bradykardie, die Intermissionen und Extrasystolen, die Bewegungsverschlimmerung und das Gefühl, das Herz werde stillstehen, sobald man sich bewegte, oft gefolgt von flatterndem Gefühl am Herzen. Es gibt jedoch eine sehr große Zahl von Digitalis-Herzsymptomen, da diese Arznei bekanntlich eine besondere Affinität zum Herzen hat.
  • Unregelmäßiger Puls:langsamer und unregelmäßiger Dig.Puls, sowohl was die Stärke bzw. die Expansion der Schlagadern angeht, als auch in Bezug auf die Frequenz. Etwa: „Langsamer Puls von 50 Schlägen, die ganz unregelmäßig waren, immer zwischen 3, 4 weichen ein voller und harter.“ „Bei einer Pulsfrequenz von 78 pro Minute 12–20 starke Schläge, denen 4 oder 5 ganz schwache folgen.“ „Große Langsamkeit und Unregelmäßigkeit des Pulses.“ „Der langsame, kleine Puls macht öfters kleinere oder größere Pausen.“ Langsamkeit des Pulses, besonders zu Beginn eines krankhaften Zustands, ist typisch für Digitalis-Fälle, und dieser langsame Puls ist meistens eher ungewöhnlich stark und hart. „Einzelne, heftige und langsame Herzschläge, mit plötzlicher starker Hitze im Hinterkopf und flüchtiger Ohnmacht, das Ganze nur einen Augenblick dauernd.“ (Die Stärkung der Herzkontraktion bei Verringerung der Frequenz ist bekanntlich die erwünschte Wirkung beim allopathischen Einsatz von Digitalis-Präparaten.) Allerdings kommt auch langsamer Puls vor, der klein und selbst fadenförmig ist, und die Arznei kann durchaus auch bei jagendem, rasendem, kaum fühlbarem Puls angezeigt sein. Sehr häufig liegt jedenfalls irgendeine Art von Herzrhythmusstörungen Dig.Herzrhythmusstörung vor, besonders Herz:Bigeminie, Arrhythmie Dig.Bigeminie. Auch absolute Arrhythmie, wobei auch Herzschlag und Radialispuls nicht synchron sind.

  • Eine Beschreibung von Bähr: „Es folgen schnelleren Pulsschlägen eine Zahl vollerer, langsamerer in ganz unbestimmter Zahl. Die Intermissionen… füllen selten den Zeitraum von zwei Herzkontraktionen aus, gewöhnlich ist es eine Herzpulsation, die nach 3–5–7, selbst 15–16–18 Schlägen ausbleibt, als ob das Herz ausruhen wollte.“

  • Eine charakteristische Prüfungsbeobachtung: Puls 60 im Sitzen, 72 im Stehen, Puls:beschleunigt durch die geringste Bewegung Dig.die geringste Bewegung führte zu sofortiger Beschleunigung; ich beobachtete meinen Puls, während ich zunächst im Liegestuhl lag und mich dann langsam aufrecht setzte, und augenblicklich wurde der Puls stoßweise schneller sowie viel kleiner und schwächer. Oder auch: Die geringste Muskelanstrengung führt zu mühsamer und intermittierender Herztätigkeit.

  • Herzangst: verbunden mit krampfhaften Schmerzen im Brustbein und unter den Rippen Dig.Herzangst ist ebenfalls ein wichtiges Symptom des Fingerhutes. „Drückende, pressend zusammenziehende Herzschläge, mit Angst und krampfhaften Schmerzen im Brustbein und unter den Rippen, welche sich bei Vorbiegung des Kopfes und Oberleibs vermehren.“ Oder: „Fast hörbare, stärkere Herzschläge, mit Angst und zusammenziehenden Schmerzen unter dem Brustbein.“ Manchmal wird auch ein Gefühl gespürt, als würde das Herz von einer Hand gepackt, die langsam zudrückt (vgl. CACTUS), besonders bei jeder Intermission des Pulses.

  • Es gibt auch schwächere Ausprägungen von Herzangst, etwa ein „dumpfes, unangenehmes Gefühl“ oder eine „Unbehaglichkeit“ in der Herzgegend (Possart).

  • Plötzliche Anfälle von heftigem, arrhythmischem Herzklopfen:Anfälle von heftigem, arrhythmischem H. Dig.Herzklopfen mit Gefühl unmittelbar bevorstehenden Todes und schrecklicher Angst; Angst:schlimmer durch geringste Bewegungdurch die geringste Bewegung noch verschlimmert. Auch: Gefühl von Unruhe und Herzpalpitationen beim Aufwärtsgehen geringer Steigungen, welche früher keinerlei Wirkung hatten.

  • Herzklopfen infolge von Kummer, mit Schmerz auf der linken Brustseite und den linken Arm herab; auch mit Taubwerden der Finger. Anfälle von Herzklopfen mit großer Depression des Gemüts, Selbstvorwürfen, Angst und Furcht, den Verstand zu verlieren.

  • Herzgeräusche: blasig, wie dumpfes Rauschen und Poltern.

MagenVöllige Appetitlosigkeit:mit Ekel vor Speisegeruch, bei reiner ZungeAppetitlosigkeit, mit förmlichem Ekel vor Speisegeruch, bei reiner Zunge; auch bei unbeschreiblichem Leeregefühl im Magen. Manchmal besteht Appetit auf bittere Speisen. Oder: Starkes Hungergefühl beim Erwachen, gefolgt von totaler Appetitlosigkeit mit Gefühl, als stünde das Essen ihm vom Magen bis an den Hals. Heftiger Durst:kalte, saure Getränke, auf Dig.Durst, vor allem auf kalte und saure Getränke.
Größte Übelkeit:besonders morgens, beim Erwachen Dig.Übelkeit: wie „zum Sterben“; in wiederkehrenden Anfällen; besonders morgens, beim Erwachen; mit Brechneigung und wirklichem Erbrechen. „Gefühl von Vollheit und Übelkeit, bei reiner Zunge.“ Die Übelkeit:verbunden mit furchtbarem Schwächegefühl im Magen Dig.Übelkeit ist gewöhnlich verbunden mit einem furchtbaren Schwächegefühl im Magen, „gleichsam ein Hinsinken desselben, als ob das Leben verlöschen sollte“. Dieses „todesartige“ Gefühl ist ausgesprochen charakteristisch, und in der Reinen Arzneimittellehre heißt es: „Alle Kranke klagten darüber in denselben Ausdrücken.“ Auch extreme Niedergeschlagenheit Dig.Niedergeschlagenheit und Gefühle von „Bangigkeit“ in der Magengegend können die Übelkeit begleiten. Sehr charakteristisch für Digitalis ist es auch, wenn die Übelkeit:hält nach dem Erbrechen an Dig.Übelkeit nach dem Erbrechen fortdauert. Erbrechen von Schleim und Speisen, das Gegessene ist in weißen Schleim eingehüllt; mit Besserung der Bauchschmerzen. „Erbrechen, erst Speisen, dann Galle.“
Ein scharfes Brennen, das sich vom Magen in die Speiseröhre erstreckt und den ganzen Tag anhält. Verdauungsstörungen mit morgendlicher Übelkeit, öfterem Erbrechen, bitterem Mundgeschmack, Appetitlosigkeit, Durst, Durchfall, Schwindel und Stirnkopfschmerzen. Stechende Schmerzen von der Magengrube aus, zu den Seiten und zum Rücken hin. Große Empfindlichkeit in der Magengegend, die zu öfterem Seufzen nötigt.
AbdomenVon Digitalis wird in diesem Bereich ganz besonders die Leber:Empfindlichkeit, Drücken, Schwellung, Verhärtung in der Lebergegend Dig.Leber angegriffen. Empfindlichkeit, Drücken, Anschwellung und Verhärtung in der Lebergegend, besonders aber Gelbsucht sind häufige Symptome. Gelbsucht mit Krämpfen, mit grauen, aschfarbenen Stühlen. Ikterus: mit langsamem Puls Dig.Ikterus mit langsamem Puls.
Ungewohntes Vollheitsgefühl im Unterleib Dig.Vollheitsgefühl im Unterleib:Vollheitsgefühl im Dig.Unterleib, sowohl bei Appetitlosigkeit als auch bei gutem Appetit. Bauchschmerzen:mit furchtbarem, todesähnlichem Schwächegefühl Dig.Bauchschmerzen:als ob die Därme zusammengedreht würden Dig.Bauchschmerzen: zusammenziehend, oder als ob die Därme zusammengedreht würden, wiederum mit furchtbarem, todesähnlichem Schwächegefühl und „Hinsinken“ im Magen. „Vermehrte Bewegungen im Darmkanal, die in leichtes Leibschneiden übergingen. Dieses Schneiden erstreckte sich später bis zum untersten Teil des Bauches, bis in die Gegend der Schamknochen, verwandelte sich daselbst in Drücken und Drängen, das bis durch die Beckenhöhle hinab bis zu den Hoden reichend gefühlt wurde“ (Hartlaub/Trinks, Reine Arzneimittellehre). Oder auch: Leibschneiden mit Stuhldrang.
In der linken Seite des Unterleibs Gefühl, als drängte sich da etwas durch. Ein Gefühl von Wundheit im Bauchring, auf der linken Seite, als wollte ein Bruch heraustreten. Digitalis ist bei Einklemmung von Brüchen verordnet worden.
Rektum und StuhlBesonders charakteristisch für Digitalis sind Stuhl:heller, toniger, grauer, weißer, breiiger Dig.helle, tonige, graue oder gar weiße Stühle, die meistens weich und breiig sind.
  • Durchfälle, auch heftige, die Durchfall:aschfarbener oder kalkweißer Dig.aschfarben oder kalkweiß sind; breiig, wässrig oder „von Kot mit Schleim gemischt“. Durchfall:mit gleich anschließendem Stuhldrang im Mastdarm Dig.Durchfall, danach gleich wieder Stuhldrang im Mastdarm. Vor dem durchfälligen Stuhl Bauchschmerzen, drückend oder schneidend, die mit dem Stuhl verschwinden.

  • Verstopfung: Stuhl träge, tagelang ganz fehlend; schwierig und gering; grau und tonig.

  • Häufiger Stuhldrang, mit Harndrang; sehr kleine und weiche Stühle, die das Drängen kaum lindern.

HarnwegeDigitalis ist häufig mit Erfolg bei Ödeme Dig.Hydrops Dig.Ödemen und Hydrops gegeben worden, besonders wenn die Wasseransammlung mit Herzproblemen zusammenhing. Dabei ist, wie Hahnemann in einer Fußnote schreibt, „die Schwierigkeit zu Schwierigkeit zu harnen Dig.harnen“ ein wesentlicher Zug der Arznei.
  • Harndrang:anstrengender, fruchtloser Dig.Häufiger, auch angestrengter Harndrang, der fruchtlos ist, oder es gehen nur wenige Tropfen ab. Der Urin ist dann stark gefärbt, rötlich oder dunkelbraun und brennt beim Lassen.

  • Schwieriger Abgang des Harns wie von Verengung der Harnröhre:Gefühl von Verengung Dig.Harnröhre: ein pressend-brennendes Gefühl in der Mitte der Urethra, als ob es da zu eng wäre. Oder: Ein zusammenziehender Schmerz in der Blase, der das Wasserlassen erschwert. Oder auch: Das Urinieren schwierig, als ob kein Harn in der Blase wäre, und doch war starker Drang dazu vorhanden.

  • Ein charakteristischer pochender oder schneidender Schmerz am Wasserlassen:Schmerz, als ob ein Strohhalm vorwärts und rückwärts durch den Blasenhals gezogen würde Dig.Blasenhals beim Wasserlassen, als ob ein Strohhalm vorwärts und rückwärts hindurch gezogen würde; besonders nachts.

  • Harnverhaltung:Prostatavergrößerung, infolge von Dig.Harnverhaltung infolge von Vergrößerung der Prostata, mit beständigem Drängen.

Eine andere Digitalis-Wirkung ist, dass der Harndrang:anhaltender Dig.Harndrang nach dem Wasserlassen, auch wenn es reichlich war, nicht verschwindet. „Steter Drang, den Urin zu lassen, auch nach dem Wasserlassen noch fortdauernd.“ „Drängen nach der Harnblase, das bald das Gefühl erzeugte, als sei diese überfüllt, aber keineswegs verschwand, obgleich sie sich öfters des Urins entledigte.“ Oder auch: Nach Abgang einiger Tropfen wird der Harndrang noch stärker, vor Schmerz ist der Patient gezwungen, auf und ab zu gehen, obwohl die Bewegung den Drang sogar noch vermehrt (vgl. die Übelkeit, die nach dem Erbrechen fortdauert, und den Stuhldrang, der gleich nach dem durchfälligen Stuhlgang wieder da ist). Seltener ist reichliche Harnsekretion, die manchmal von schneidendem Ziehen in der Blase begleitet wird. „Unablässiger Drang zum Harnen, mit geringem Abgang jedesmal; dessen ungeachtet war die Absonderung sehr reichlich, 24 Stunden lang.“ „Öfterer, reichlicher Abgang blassgelben, wässrigen Harns.“ Nach derartiger Diurese kann wieder Harnverhaltung:begleitet von Übelkeit und Erbrechen Dig.Harnverhaltung einsetzen, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird.
Urin mit Bodensatz wie Ziegelmehl. Fortwährender Harndrang:besonders nachts Dig.Harndrang, besonders nachts, der zum Aufstehen nötigt; mit Schwindelgefühl, sobald man sich erhebt.
Männliche GenitalienBeschwerden von Vergrößerung der Prostatavergrößerung:Beschwerden durchProstata; schwieriges Wasserlassen, mit brennenden, schneidenden oder klopfenden Schmerzen; Restharn verbleibt in der Blase. Die Genitalien befinden sich häufig in einem Zustand „großer Reizbarkeit neben großer Schwäche“, d. h. die Patienten neigen sehr zu unerwünschten Ereketionen, unerwünschte Dig.Erektionen und Pollutionen:unerwünschte Dig.Pollutionen, aber auch zu großer Erschlaffung der Geschlechtsteile mit Impotenz „Fortwährende Reizung der Genitalien; öftere, fast schmerzhafte Erektionen störten den Nachtschlaf.“ Die sexuelle Phantasie ist stark angeregt, Tag und Nacht kommen dem Prüfer „wollüstige Bilder“ in den Sinn, und nachts geht Sperma ab. „Mehrmalige Empfindung die Nacht, als wenn Pollution kommen wollte, und es kam keine; früh eine klebrige Feuchtigkeit an der Harnröhrenmündung.“ Große sexuelle Begierde, aber unfähig, den Koitus zu vollziehen. Die Pollutionen:gefolgt von Schmerzen im Penis oder in der Harnröhre Dig.Pollutionen:gefolgt von Ermattungsgefühl Dig.Pollutionen sind oft gefolgt von Schmerzen im Penis oder in der Harnröhre und besonders von Ermattungsgefühl. Ein juckender Reiz in der Eichel, besonders wenn mit häufigem Harndrang verbunden. Digitalis ist auch bei Hydrozele Dig.Hydrozele mit Erfolg gegeben worden, selbst wenn die Schwellung extrem war. Jahr referiert: „Der Hodensack sieht aus wie eine Wasserblase.“
Weibliche GenitalienDigitalis ist angewandt worden bei Ausbleiben der Menstruation und bei verspäteter Menarche, insbesondere wenn vikariierende Lungenblutungen bestanden; bei allzu starker Menstruation, die zeitweise wochenlang anhielt; bei Menses:mit starken Leib- und Kreuzschmerzen Dig.schmerzhafter Menstruation mit starken Leib- und Kreuzschmerzen; bei Hydrometra Dig.Hydrometra; bei Ödem der Schamlippen, wodurch das Wasserlassen sehr beeinträchtigt wird. Es ist besonders dann angezeigt, wenn folgende Begleitsymptome vorliegen: sehr langsamer Puls, auch mit Intermissionen; hellfarbige Stuhl:hellfarbiger Dig.Stühle; sexuelle Phantasien:sexuelle, Tag und Nacht Dig.Phantasien Tag und Nacht.
Plötzliche Hitzewallungen, unregelmäßiger Puls und Herzklopfen bei jeder Bewegung; im Klimakterium.
ExtremitätenGliedmaßen:kalte Dig.Kalte Gliedmaßen. Schmerzen aller Gelenke, wie gerädert, besonders nach dem Mittagsschlaf. Abspannung, lähmungsartige Schwäche und Abgeschlagenheit in allen Gliedern, besonders aber in den Beinen, wie nach einer großen Reise. Extremitäten:pralle, schmerzhafte Geschwulst der Dig.
Pralle und schmerzhafte Geschwulst zunächst der Unterschenkel, bald darauf auch der Hände und Unterarme.
Arm:lähmungsartige Schwäche im ganzen linken A. Dig.Schwere und lähmungsartige Schwäche im ganzen linken Arm; kann ihn kaum heben, ja nicht einmal eine Faust machen vor Schmerzen. Scharfe Schmerzen im linken Arm, mit Kribbeln in den Fingern, besonders im Zusammenhang mit Herzbeschwerden. Im Ellbogengelenk eine „dröhnende“ Empfindung, als wollte der Arm einschlafen und als würde der Nerv gedrückt. Starkes Reißen am rechten Unterarm, eher äußerlich, bei Ruhe und Bewegung. Peinliches Gefühl von Abgeschlagenheit und Schwäche in der Handwurzel und im Unterarm. Hand:Anschwellung einer Dig.Anschwellung einer Hand samt den Anschwellung:einer Hand samt den Fingern Dig.Fingern, besonders nachts. Zittern der Hände. Leichtes, öfteres Einschlafen der Finger:Einschlafen der Dig.Finger. „Taubheit und Gefühllosigkeit der drei letzten Finger und des halben Ballens der rechten Hand.“ Kälte der einen Hand, bei Wärme der anderen.
Kraftlosigkeit und lähmungsartige Schwäche der Beine; ganz besonders in den Knien. Neigung zum Straucheln beim Gehen, vor allem bei kleinem, schwachem, seltenem und aussetzendem Puls. Mattigkeit der Unterschenkel:muss sie beständig ausstsrecken Dig.Unterschenkel, muss sie beständig ausstrecken. Ein Gefühl, Beine:Gefühl, als ob ein rot glühender Draht durch die Beine gestoßen würde Dig.als ob ein rot glühender Draht plötzlich durch die Beine gestoßen würde. Ödematöse Anschwellung der Füße und Unterschenkel, auch schmerzhaft; besonders tagsüber, nachts wieder vergehend; im Zusammenhang mit Verlust der Menstruation.
SchlafUnruhiger und unerquicklicher Schlaf:mit öfterem Erwachen wie durch Schreck Dig.Schlaf, mit öfterem Erwachen wie durch Schreck. Insbesondere Träume:als fiele er von einer Höhe herab oder ins Wasser Dig.Träume, „als fiele er von einer Höhe herab oder ins Wasser“, schrecken öfters aus dem Schlaf auf. „Öfteres Erwachen, wie von Ängstlichkeit, und als wäre es schon Zeit, aufzustehen.“ „Durch unangenehme Träume voll fehlgeschlagener Absichten gestörter Schlaf.“ Albträume:ersten Schlaf, gleich im Dig.Albträume gleich im ersten Schlaf; wacht schweißgebadet und mit Herzklopfen auf. Auf dieses Prüfungssymptom hin gab Oehme in mehreren Fällen Digitalis mit durchschlagendem Erfolg.
Umherwerfen im Schlaf:liegt immer flach auf dem Rücken Dig.Schlaf, kann auf keiner Stelle liegen; liegt immer flach auf dem liegt immer flach auf dem Rücken Dig.Rücken. Schlaflosigkeit mit starkem Herzklopfen und Pulsieren im linken Ohr. Kann nicht einschlafen, wenn er auf der linken Seite liegt; dreht er sich um, schläft er sogleich ein. „Öftere große Schläfrigkeit“, ja sogar „Schlafsucht“, Lethargie.
Fieber, Frost, SchweißKälte:innere und äußere, schlimmer durch warme Stubenluft Dig.Kälte der Haut, besonders der Extremitäten. Innere und äußere Kälte überall, mit klebrigem Schweiß und großer Kälteempfindlichkeit. Doch zugleich auch: allgemeine Verschlimmerung durch „warme Stubenluft“.
Kälte, die an den äußersten Extremitäten beginnt und sich von da aus über den ganzen Körper ausbreitet. Kälte im ganzen Körper, auch äußerlich fühlbar; bei objektiv und subjektiv warmem Gesicht. „Frost über den ganzen Körper, bei Hitze und Röte des Gesichts.“ Das Gesicht kann jedoch auch blass oder bläulich bleiben, trotz Wärmegefühls. Innere Kälte. Inneres Frösteln im ganzen Körper, mit äußerlich fühlbarer, ungewöhnlicher Wärme. Schauder und Frösteln über den ganzen Rücken.
Wärme über den ganzen Körper mit kaltem Stirnschweiß; plötzliches Wärmegefühl über den ganzen Körper, gefolgt von Schwäche aller Körperteile. Hitzewallungen im Klimakterium, mit Herzklopfen und unregelmäßigem Puls.
Nachtschweiß; profuse, kalte Schweiße.
HautHaut:Blässe der Dig.Allgemeine Blässe der Haut, auch mit bläulichem Schein. Zyanose aufgrund von Herzproblemen; Ikterus Dig.Ikterus. Ein eigentümliches fressendes Hautjucken an verschiedenen Körperteilen, das zum Kratzen reizt. Durch das Kratzen lässt der Juckreiz nach, kommt aber bald wieder. Kratzt man jedoch nicht, wird er immer stärker und wandelt sich zu „unausstehlich brennendem Nadelstechen“.

Dioscorea villosa

Essenzielle Merkmale
Bei folgenden Zuständen bietet sich Dioscorea villosa an.
  • Ein Patient leidet unter quälenden, furchtbar heftigen Nervenschmerzen im Abdomen:quälende heftige Nervenschmerzen im Dios.Abdomen, die so beschrieben werden, als packte eine eiserne Hand die Eingeweide, als packte eine eiserne Hand die E. und drehte sie gewaltsam herum Dios.Eingeweide und drehte sie gewaltsam herum. Er bewegt sich dauernd, zappelt im Bett herum, ohne dass das etwas nützte. Nur wenn er sich voll ausstreckt, ja hintenüber biegt, ist es einigermaßen auszuhalten; Zusammenkrümmen dagegen verschlimmert sogar. Er schreit vor Schmerzen, seine letzten Energiereserven sind erschöpft, er glaubt zu sterben – da lässt der Schmerz nach, und Ruhe kehrt ein, doch kurze Zeit später geht es wieder von vorne los. Anfallsartig auftretende Schmerzen, die durch Ausstrecken, besser durch Dios.Ausstrecken besser, durch Zusammenkrümmen:schlimmer durch Dios.Zusammenkrümmen schlimmer werden – das sind Dioscorea-Schmerzen. Ein solches Bild trifft man z. B. bei Colica mucosa oder auch bei Dysmenorrhö an; gewöhnlich wird dies Mittel eher angezeigt sein, wenn die Schmerzen neuralgischer und nicht entzündlicher Natur sind.

  • Bei Schmerzen, die von einer kleinen Stelle bis in die entferntesten Regionen ausstrahlen. Der Ausgangspunkt der Schmerzen ist oft so deutlich umrissen, dass man ihn mit der Fingerkuppe bedecken könnte. Ein Patient kann sagen, er könne seinen Finger genau auf die schmerzende Stelle legen, und in einer Prüfung ist die Rede von einem Schmerz, „als ob eine Fingerspitze auf dem Nabel platziert würde und nach oben und hinten drückte“. Doch dann strahlen sie plötzlich über den ganzen Körper aus und können bis in die entferntesten Bereiche, bis in die Finger- und Zehenspitzen „fliegen“. Solche ausstrahlenden Schmerzen können z. B. von der Gallenblase oder den Nieren ausgehen – oder vom Herzen, wie bei Angina pectoris.

  • Bei stark riechendem Schweiß:stark riechender, Genitalregion, in der Dios.Genitalien:stark riechender Schweiß in der Genitalregion Dios.Schweiß in der gesamten Genitalregion, bei Männern speziell am Hodensack.

  • Bei einer Neigung zu Nagelgeschwür:Neigung zu Dios.Nagelgeschwüren, insbesondere wenn die Schmerzen scharf schießend oder stechend sind.

Konstitutionelle Dioscorea-Patienten neigen zu chronischer Müdigkeit:chronische Dios.Müdigkeit und wollen allein sein, damit sie sich entspannen können. Sie mögen keine Gesellschaft und meiden sie, und es geht ihnen auch wirklich schlechter, wenn sie nicht allein sind. Man könnte sie verschlossen nennen; aber besser passt noch „gallig“, mürrisch, verdrossen, übellaunig: Sie sind ganz mit ihren gesundheitlichen Problemen befasst und wollen mit niemandem etwas zu tun haben. Ihre Ängste kreisen um ihre Eingeweide und knüpfen sich an Bauchschmerzen oder Stuhlgang. Ihre Haltung ist: Lass mich bloß in Ruhe (ähnlich wie bei BRYONIA). Menschenscheu Dios.Menschenscheu und auch Furcht vor Menschenmassen kann sich einstellen. Konversation macht diese Leute nur noch müder. Sie fühlen sich „stumpf und dumm“, können einem Gedankengang nicht mehr recht folgen. Eine Antriebsschwäche Dios.Antriebsschwäche entwickelt sich, es fehlt ihnen an Ehrgeiz, ja später überhaupt an Interesse, irgendetwas zu tun. Ein Prüfungssymptom: „Unübliche Mattigkeit beim Erwachen, mit Abneigung gegen geistige Anstrengung.“ Solche Ermüdung kann auch mit großer Nervosität verbunden sein. „Fühle mich müde und matt, aber trotzdem laufe ich andauernd ruhelos im Zimmer umher.“ Auf der körperlichen Ebene neigen die Patienten zu Ohnmachten:Neigung zu Dios.Ohnmachten. Ein ohnmachtsartiges Schwächegefühl in der Magengegend ist charakteristisch, es kann aber auch sonst wo im Körper empfunden werden. „Beim Stuhlgang Schwächegefühl, fast wie Ohnmacht; ich habe Angst, bewusstlos zu werden.“
Das Gedächtnis lässt nach, es treten Wortfindungsstörungen auf. Das auffälligste Symptom im Bereich des Intellekt, Unfähigkeit, Dinge beim richtigen Namen zu nennen Dios.Intellekts ist eine Unfähigkeit, die Dinge beim richtigen Namen zu Unfähigkeit, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen Dios.nennen. Der Patient sagt „rechts“ statt „links“ und „Arm“ statt „Bein“, merkt aber gleich, dass er sich vertan hat und korrigiert sich. Dennoch passiert es ihm immer wieder. In anderen Fällen verschluckt der Patient ständig das Ende eines Satzes oder die Endung eines Wortes, ist sich aber bewusst, dass das inkorrekt ist – denn regelmäßig korrigiert er sich hinterher.
Dioscorea scheint auch die Sexualhormone zu beeinflussen. Die Patienten werden zunächst hochgradig erregbar, haben viele sexuelle Träume, und Männer haben starke Erektionen und nächtliche Pollutionen. Doch dann fällt der Hormonspiegel steil ab, und die Patienten interessieren sich gar nicht mehr für das andere Geschlecht. Ein Auszug aus einem Prüfungsprotokoll: „Fühle mich abgestumpft und mürrisch; möchte allein sein; möchte keine Gesellschaft, Abneigung gegen Dios.Gesellschaft haben; eigentlich bin ich sonst sehr gern in Gesellschaft von Damen, aber jetzt erscheint mir der Gedanke förmlich abstoßend; betrübliche Verminderung meines Geschlechtstrieb, verminderter Dios.Geschlechtstriebs.“
Wenn Männer in diesem Zustand eine Ejakulation haben (ob beim Geschlechtsverkehr, bei Masturbation oder als Pollution), sind sie total erschöpft und fühlen sich elend und niedergeschlagen, mit einem Gefühl, ihr Rücken sei lahm und ihre Knie gäben nach.
Dioscorea ist des Öfteren erfolgreich bei Spermatorrhö:mit Niedergeschlagenheit, schlechtem Gedächtnis, Energiemangel, Antriebsschwäche Dios.Spermatorrhö mit psychischen Symptomen eingesetzt worden: große Niedergeschlagenheit, schlechtes Gedächtnis, Energiemangel und Antriebsschwäche. Ein Spermatorrhö-Patient von Cushing blickte, wenn er sich in der Öffentlichkeit bewegte, ständig zu Boden, obwohl er sich große Mühe gab, sich seine Verstimmung nicht anmerken zu lassen. Er litt so sehr unter den Pollutionen, dass er die ganze Nacht wach zu bleiben versuchte, damit „es nicht wieder passierte“.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Die Schmerzzustände von Dioscorea villosa sind, wie eingangs schon angerissen, sehr charakteristisch.

    • Ein anhaltender, dauerhafter dumpfer Schmerz in einem Körperteil, der sich in kürzeren oder längeren Abständen plötzlich zu einem sehr scharfen, krampfartigen, unerträglichen Kolikschmerz Dios.Kolikschmerz steigert, sollte immer an Dioscorea denken lassen. In den Prüfungen ist diese Schmerzqualität hauptsächlich im Abdomen beobachtet worden, besonders in der Nabelgegend: „Beständiger Schmerz in der Nabel- und Unterbauchregion, und alle paar Minuten starke schneidende, kolikähnliche Schmerzen in Magen und Dünndarm.“ „Ständiges dumpfes Wehtun in der ganzen Nabelgegend, mit häufigen scharf schneidenden Schmerzen durch den gesamten Dünndarm.“ Charakteristisch ist, dass der Kolikschmerz ebenso plötzlich wieder remittiert, ein dumpfer Dauerschmerz aber bestehen bleibt.

    • Die Schmerzattacken können von schneidender, kneipender, quetschender oder mahlender Art sein, doch am stärksten ausgeprägt ist ein drehender Schmerz, als ob in dem schmerzenden Körperteil etwas gewaltsam verdreht würde. Helmuth, einer der Pioniere bei der Erforschung dieser Arznei, fragte einen seiner Patienten, wie er die anfallsartig sich verschlimmernden Schmerzen in seiner rechten Bauchseite beschreiben könne. Der Patient antwortete, indem er seine Finger ineinander verdrehte: so sei der Schmerz beschaffen.

    • Der ausstrahlende Charakter vieler Dioscorea-Schmerzen wurde oben schon beschrieben. Ich möchte dazu einen sehr charakteristischen Fall von Hale zitieren: Eine Schwangere hatte Bauchschmerzen in der Sakralregion kurz vor und bei jedem Stuhlgang. Der Schmerz strahlte auf- und abwärts aus, bis er den ganzen Rumpf und die Extremitäten erfasste, bis in die Finger und Zehen, mit einem Gefühl, als sollte sie dort Krämpfe bekommen.

    • Solche Schmerzzustände betreffen meist den Bauch, insbesondere die Nabel- und die Magengegend. Doch sind sie darauf keineswegs beschränkt. „Häufige scharfe, schießende Schmerzen von einem Teil des Körpers zum schießende Schmerzen von einem Teil des Körpers zum anderen Dios.anderen“ gehören ganz allgemein zu den Leitsymptomen der Arznei. Hale fasst zusammen: „Wenn Sie bei irgendeinem Schmerzzustand im Bereich des Abdomens, des Magens, des Uterus, ja selbst des Herzens oder des Kopfes feststellen, dass es sich zwar um einen Dauerschmerz handelt, der sich aber anfallsartig verschlimmert, und dass er von krampfhaften Manifestationen (Erbrechen, Muskelkrämpfe) oder von sympathetischen Schmerzen in entfernten Körperteilen begleitet wird, so können Sie Dioscorea mit Vorteil verschreiben. Es hat z. B. remittierende Kopfschmerzen geheilt, die in Anfällen auftreten und von krampfartigen Bauchschmerzen begleitet sind; Gesichtsneuralgien; Kardialgien; Blähungs- und Krampfkoliken; schmerzhaften Tenesmus; Blasen- und Uteruskrämpfe; krampfhafte Affektionen der Gallengänge; Ischialgien, wo der Schmerz von der Hüfte bis ins Fußgelenk fährt.“

  • Schließlich sind besonders bei den Bauchschmerzen die Modalitäten von Dioscorea bedeutsam.

    • Dioscorea-Schmerzen werden gewöhnlich nur gebessert durch Ausstrecken, Aufrichten, Einnehmen einer gestreckten, aufrechten Körperhaltung, ob im Stehen, Sitzen oder Liegen, ja manchmal Bauchschmerzen:besser durch bogenförmiges Rückwärtsbeugen Dios.durch bogenförmiges Rückwärtsbeugen, wie wenn man „eine Brücke macht“. „Scharfer Schmerz am Epigastrium, schlimmer durch Vorbeugen, gebessert durch Aufrechtstehen“ (aus der Prüfung). Die Bauchschmerzen:besser durch Ausstrecken und aufrechte Haltung Dios.Besserung durch Ausstrecken und aufrechte Haltung ist ein Leitsymptom von Dioscorea. In manchen Fällen wird nicht der geringste Druck auf den Bauch ertragen, selbst nicht der der Kleidung.

    • Eine weitere allgemeine Modalität ist eine Besserung aller Symptome durch Bewegung, besonders durch Freien:besser durch Bewegung im Dios.Bewegung:besser durch Dios.fortgesetzte Bewegung im Freien. Liegt der Patient im Bett, so lindert häufig Aufstehen, Strecken und Umhergehen im Zimmer die Beschwerden. Das gilt für die Bauchschmerzen, für die Nervosität usw., aber auch für rheumatische Schmerzen. „Hände und Finger tun weh und sind sehr steif; Schließen der Hand zur Faust ist sehr schmerzhaft; Fußgelenk, Füße und Zehen sind ebenfalls steif und schmerzen fortwährend. Nachdem er zwei Stunden lang Übungen gemacht hatte, waren die Hände und Füße ganz schmerzfrei“ (vgl. RHUS TOXICODENDRON).

  • Ein eigentümliches Symptom von Dioscorea ist eine Übelkeit, die vor den Ohren:Empfindung von Übelkeit vor den O. Dios.Ohren empfunden wird. „Gefühl vor beiden Ohren, als würde ich erbrechen.“ „Ein ziehender Schmerz vor beiden Ohren, wie er dem Erbrechen vorauszugehen pflegt.“

  • Die Verdauung ist häufig ein Problembereich von Dioscorea-Patienten. Die Arznei kann angezeigt sein bei Menschen, die ohnehin schon zu Blähungen und Magenschmerzen neigen, besonders aber Bauchschmerzen:Unregelmäßigkeit beim Essen, nach jeglicher Dios.nach jeglicher Unregelmäßigkeit beim Essen heftigstes Bauchweh bekommen. Sie essen einmal zu viel oder lassen eine Mahlzeit aus, tun sich an Torten oder ungewaschenem Obst gütlich – schon müssen sie große Schmerzen leiden. Besonders Bauchschmerzen:Teekonsum, infolge von Dios.starker Teekonsum führt regelmäßig zu Bauchweh.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfAuch in diesem Bereich ist der remittierende Charakter der Symptome ein bedeutsames Zeichen. Zum Beispiel:
  • Morgens kommen allmählich Schwindelgefühle auf, mit Rumoren in den Gedärmen; der Schwindel hält vielleicht eine Stunde an und lässt dann nach, kehrt aber später plötzlich sehr intensiv zurück, mit Hitzeempfindung im Kopf; nach einer halben Stunde mildert sich der Zustand, bleibt aber mehr oder weniger stark auch noch den ganzen Abend bestehen.

  • Sehr scharfe, schneidende Schmerzen entlang der ganzen rechten Stirnseite, die nach hinten bis zum Ohr schießen; auch dieser Schmerz ist nicht konstant, sondern Kopfschmerzen:remittierende, entlang der rechten Stirnseite Dios.remittierend; er wird durch Druck und kalte Luft verschlimmert.

Vollheitsgefühl im Kopf:begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen Dios.Vollheitsgefühl im Kopf:Vollheitsgefühl imKopf, alsbald gefolgt oder auch begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen.
Schwindelgefühle: beim Niesen; bei nächtlichem Erwachen, mit Mundtrockenheit und bitterem Mundgeschmack.
Die meisten Kopfschmerzen:Gefühl, als wären die Schläfen in einen Schraubstock gespannt Dios.Kopfschmerzen sind von dumpfem Charakter und in der Stirn oder den Schläfen lokalisiert. Gefühl, als wären die Schläfen in einen Schraubstock gespannt, besonders wenn zugleich Aufstoßen großer Mengen Luft vorhanden ist. Dumpfer Stirnkopfschmerz, mit Übelkeit; verlagert sich später auf die Nase, mit Fließschnupfen und weiteren Erkältungssymptomen.
AugenAugen:Beißen in den Dios.Beißen in den Augen, besonders abends. Es kann so stark werden, dass man das Gefühl hat, heiße Luft käme heraus und strömte über das Gesicht. Augen wund und empfindlich, mit Augen:wunde, empfindliche, mit Fremdkörpergefühl Dios.Fremdkörpergefühl. Entweder Gefühl wie von einem großen, glatten Körper oder wie von kleinen Stöckchen darin. Morgens zugeklebte, schmerzende Augen. Die Symptome betreffen mehr die inneren als die äußeren Canthi.
OhrenEine Reihe von Missempfindungen und Schmerzen in der Gegend vor den Ohren. Insbesondere: Ein Ohren:ziehender Schmerz vor den O. wie vor Erbrechen Dios.ziehender Schmerz wie vor Erbrechen; ein Gefühl, als sollte man erbrechen. Auch: „Beim Husten solcher Schmerz am unteren Ende des Brustbeins, dass man sich kaum rühren kann; danach ein Ohren:harter, ziehender Schmerz vor den O., als sollte der Kopf zerspringen Dios.hart drückender Schmerz vor dem rechten, später vor beiden Ohren, als sollte der Kopf zerspringen…“ Starke Absonderung von Ohrenschmalz; Kügelchen davon fallen aus dem Ohr. Nach Naseputzen starker Schmerz im linken Ohr.
NaseIn diesem Bereich ist das auffälligste Symptom ein Nase:konstanter übler Geruch in der Dios.konstanter übler Geruch in der Nase. In den Prüfungen wird er so beschrieben: „wie von einem Kranken, der an biliöser Ruhr leidet“; „wie von galligen Stühlen“ usw. Dabei ist die Nase trocken.
Heftiges Niesen mit Schwindelgefühl. Naseputzen erzeugt starken Ohrenschmerz.
GesichtSchmerzen und Missempfindungen an den Kieferwinkeln, den Kiefergelenken und den Ohrspeicheldrüsen. Trigeminusneuralgie Dios.Trigeminusneuralgie, mit den in den „essenziellen Merkmalen“ beschriebenen Schmerzqualitäten und -modalitäten.
Trockene Lippen. Mitesser Dios.Mitesser. Während der Prüfung verschwand ein Gesichtsausschlag „kleiner Pickelchen mit schwarzen Köpfen“ (Cushing).
MundMundtrockenheit Dios.Mundtrockenheit, besonders morgens, jedoch ohne Durst; mit Mundgeschmack:bitterer Dios.bitterem, ekligem oder auch fadem Geschmack; der ganze Mund fühlt sich klebrig an. Gefühl, als wäre die Auskleidung der Mundhöhle ganz glatt, mit bitterem Geschmack, so stark, dass es ihn schaudert. Erwacht mit süßlichem Geschmack im Mund. „Mund trocken, bitter, wund, morgens um halb vier.“ „Wacht vier Uhr morgens auf, mit bitterem Geschmack, Mundtrockenheit und Schwindelgefühl.“
HalsEin Hals:schmerzhaftes Gefühl im Schlund wie erkältet Dios.schmerzhaftes Gefühl im Schlund wie erkältet. Beißende Schmerzen im Schlund. Trockenheit und Reizung im Hals.
Schluckdrang:aber Schlucken führt zu Übelkeit und Schaudern Dios.Schluckdrang aufgrund der Halstrockenheit, aber Schlucken führt zu Übelkeit und Schaudern. Der Hals kann so trocken sein, dass aufgestoßene Luft nicht bis zum Mund kommt, sondern vorher stecken bleibt.
Dioscorea kann im Anfangsstadium einer Erkältung angezeigt sein, wenn die Symptome sich im Hals manifestieren und noch nicht auf Nase, Bronchien oder Brust übergegangen sind.
AtemwegeHüsteln, hervorgerufen durch anhaltenden Kitzel tief im Hals und in den Bronchien. „Hustenreiz morgens, dann ein heftiger Hustenanfall von Kitzel tief unten im Hals; bekomme gerade noch Luft, kann aber nicht gehen; schaumiger Auswurf, der aus dem Kopf zu kommen scheint; beim Husten solcher Schmerz am unteren Ende des Brustbeins, dass ich mich kaum bewegen kann, danach ein hart drückender Schmerz vor dem rechten, dann vor beiden Ohren, als sollte der Kopf zerspringen.“ Husten mit Schmerz in der Magengegend, dumpfem Schmerz in beiden Schläfen, bräunlich-gelb belegter Zunge und schwachen Schmerzen durch beide Brustseiten, mit Schläfenkopfschmerz.
Scharf schneidende oder hart drückende Lungenschmerzen:scharf schneidende oder hart drückende Dios.Lungenschmerzen in der Gegend der Brustwarzen, die den Atem zu benehmen scheinen. Tiefes Einatmen verschlimmert den Schmerz jedoch nicht, sondern bessert ihn oftmals sogar. Ebenso wirkt äußerer Druck auf die Brust lindernd. Schmerzen, die im Rücken beginnen und durch die Lungen hindurch zur Vorderseite der Brust schießen; oder von der linken Achselhöhle zur Brustwarze, die Brustseite herab und tief in die Lunge hinein. Dioscorea kann bei Interkostalneuralgie Dios.Interkostalneuralgie angezeigt sein.
HerzScharf schneidender Schmerz in der Herzgegend, der den Atem benimmt und zum Stillstehen zwingt; auch mit ohnmachtartigem Schwächegefühl. Hale berichtet, dass Dioscorea nach diesen Indikationen bei Angina pectoris angewandt wurde.
MagenEkel vor allen Speisen, bei bitterem, fadem oder süßlichem Mundgeschmack. Magen:Aufstoßen von großen Mengen Luft Dios.Aufstoßen von großen Mengen Aufstoßen:großen Mengen Luft, von Dios.Luft, entweder geschmacklos oder sauer und bitter; manchmal auch faulig schmeckend, wie nach verdorbenen Eiern. Die Ructus können von einem Druckgefühl im Kopf begleitet sein, als ob die Schläfen in einen Schraubstock gespannt wären; oft überläuft es den Kranken während des Aufstoßens kalt.
Magenschmerzen werden durch das Luftaufstoßen häufig gebessert. Zum Beispiel: Magengrube:scharfer, krampfartiger Schmerz in derScharfer, krampfartiger Schmerz in der Magengrube, gefolgt von Heraufkommen, Aufstoßen und Ausrülpsen enormer Mengen geschmackloser Aufstoßen und Ausrülpsen enormer Mengen geschmackloser Luft Dios.Luft; danach Schluckauf und Abgang von Flatus.“ „Quälende Schmerzen in der Magengegend, gebessert durch Aufstoßen saurer, bitterer Luft, mit Schaudern.“ „Dumpfer, schwerer Schmerz in der Magengrube, schlimmer nach dem Essen, besser durch reichliches Luftaufstoßen.“
Schluckauf mit gleichzeitigem unwillkürlichem Abgang von Blähungen durch den Darm, mit Schaudern; nach einem leichten Abendessen.
Übelkeit:mit Speiseekel Dios.Übelkeit mit Speiseekel. Die Übelkeit kann im Hals entstehen und sich auf den Magen ausbreiten; besonders charakteristisch ist aber ein Übelkeitsgefühl vor den Ohren:Übelkeitsgefühl vor den Dios.Ohren, als wenn man sich übergeben müsste. „Milde, aber anhaltende Übelkeit, mit scharfen Schmerzen in der Nabel- und der rechten Darmbeingegend.“
Sodbrennen, Erbrechen und Magenschmerzen während der Schwangerschaft oder auch während der Menstruation.
Ohnmachtartiges Schwächegefühl im Magen:ohnmachtsartiges Schwächegefühl im Dios.Magen, auch Magen:Gefühl von Absacken Dios.Gefühl von Absacken.
Magenschmerzen:besser durch Vorbeugen Dios.Magenschmerzen:besser durch Aufrechtstehen Dios.Magenschmerzen, die durch Aufrechtstehen gelindert, durch Vorbeugen aber verschlimmert werden. Es kann sich um scharfe, stechend-schneidende Schmerzen handeln, aber auch um ein ohnmachtartiges Schmerzgefühl vom Magen zum Nabel hin.
Magenschmerzen, die zum Lockern der ohnehin schon sehr lockeren Kleidung nötigen. Völlegefühl in der Magengegend, als ob die Kleider zu eng wären. Magenweh wie von unverdauten Speisen im Magen, mit gelegentlichem Stechen und Hitzegefühl dort. Der Magen ist so empfindlich, dass keinerlei Druck darauf ertragen wird.
Dumpfer Dauerschmerz in der Magengegend, der sich häufig zu sehr intensiven, scharfen Schmerzen steigert. Gefühl von Schmerz und Unbehagen im Magen den ganzen Tag über, gelegentlich zu einem scharfen Schneiden anwachsend; schlimmer beim Vorbeugen, manchmal hilft nur Umhergehen bessert Dios.Umhergehen, damit man wenigstens wieder richtig Luft bekommt; beim Hinsetzen nach Fahren oder Gehen besonders schlimm.
Krampfartiger Schmerz in Magen:krampfartiger Schmerz im Dios.Magen und Bauch:krampfartiger Schmerz im Dios.Bauch, aber auch in entfernten Körperteilen, Armen und Beinen; besonders nach dem Zubettgehen. Schmerzen, die vom Magen aus in alle Richtungen ausstrahlen und manchmal plötzlich im Kopf oder in den Füßen auftauchen.
Schmerzqualitäten in der Magengegend: dumpf und schwer; scharf stechend, schneidend; brennend; krampfartig.
Scharfe Magenschmerzen, die sich zum linken Hypochondrium hin erstrecken.
Eine nützliche Indikation von Hale: „Ich habe es in großem Umfang angewandt bei Magenbeschwerden, die Verdauungsstörungen begleiten, nämlich: Dumpfer, ermüdender Schmerz in der Gegend des Mageneingangs; unmäßiges Aufstoßen; Magenkrämpfe und scharfes Stechen im Magen.“
AbdomenAuch die Bauchschmerzen können dumpf drückend und scharf schneidend sowie krampfartig sein; besonders charakteristisch sind jedoch Bauchschmerzen:drehende, quetschende, mahlende Dios.drehende, verdrehende, auch kneifende, quetschende oder mahlende Schmerzen, insbesondere in der Nabelgegend, aber auch anderswo.
Scharfe, drehende Schmerzen im linken Hypochondrium; zugleich dumpfer, schwerer, mahlender Schmerz in der Lebergegend. Scharfe Leberschmerzen, schneidend oder drückend; sich zur rechten Brustwarze hin erstreckend. Ein dumpfer, hart drückender Schmerz in der Gegend der Gallenblase. Dioscorea kann bei Gallenkolik Dios.Gallenkoliken angezeigt sein.
Im Abschnitt „Die essenziellen Merkmale“ wurden bereits zwei Prüfungssymptome zitiert, die die charakteristische Verbindung von Dauerschmerz, heftigen Schmerzattacken und Remissionen illustrieren; hier noch zwei klinische Fälle: „Sehr heftige Schmerzen im Hypogastrium, vollständige Obstipation, größte Empfindlichkeit der rechten Bauchseite. Der Schmerz hat drehenden Charakter und ist anhaltend, jedoch in Anfällen massiv verschlimmert.“ Und: „Anhaltender heftiger Schmerz, alle drei bis fünf Minuten sehr stark verschlimmert; sitzt rechts unterhalb des Nabels, in der Nähe des Blinddarms.“
  • Anhaltender scharfer Schmerz in der Nabelgegend und der ganzen unteren Darmregion, mit Neigung zum Vorbeugen und Zusammenkrümmen; doch gemildert wird der Schmerz vielmehr durch Nabelschmerz:besser durch Aufrechtstehen Dios.Aufrechtstehen, was freilich ein Frösteln mit Schwächegefühl erzeugt. Auch ganz flache, ausgestreckte Rückenlage kann bessern.

  • Drehende Schmerzen in der ganzen Darmregion, besonders im unteren Teil, die sich laufend verändern.

  • Sehr starke schneidende, drehende Bauchschmerzen:von der Nabelgegend über den ganzen Bauch ausstrahlend Dios.Bauchschmerzen, die in der Nabelgegend beginnen, dann aber über den ganzen Bauch ausstrahlen; Druck kann bessern (sofern der Bauch nicht druckempfindlich ist, was freilich oft der Fall ist), tut es jedoch meistens nicht.

  • Starke krampfartige Schmerzen, die direkt unter dem Nabel beginnen, dann zum Rücken ausstrahlen und schließlich die Finger und Zehen erreichen, wo der Schmerz sehr stark ist. Oder: Bauchschmerzen springen plötzlich auf weit entfernte Teile über, etwa auf die Akren.

  • Plötzlich auftretender, dann konstanter pressender Schmerz, wie von etwas Schwerem, etwa fünf Zentimeter unter dem Nabel.

  • Starker Schmerz, der plötzlich an einer kleinen Stelle in der rechten Iliakalregion anfängt und in voller Stärke zwei Tage lang anhält; hört ganz plötzlich wieder auf, mit einem Anfall von Erbrechen; diese Attacken wiederholen sich.

  • Krampfschmerzen vom Sigma bis zum Rücken hindurch, mit Erbrechen. Oder auch: Schmerzen im Colon ascendens, transversum und descendens, zur Lendengegend hin ausstrahlend, mit starken Blähungsgeräuschen; Schmerz schlimmer beim Schlafengehen, besser durch Aufstehen aus dem Bett und Umhergehen.

Sehr viel Luft im Luft im Bauch Dios.Bauch:Luft im Dios.Bauch. Wenn die Blähungen eingeklemmt sind und nicht herauskommen, können die Patienten fürchterliche Kolikschmerzen bekommen; aber Rumoren im Bauch:Rumoren im B. mit starkem Blähungsabgang Dios.Bauch mit sehr starkem Blähungsabgang:starker, nach oben und unten Dios.Blähungsabgang nach oben und unten ist ebenfalls ein häufiges Dioscorea-Symptom. Blähungs- oder Stuhlabgang bessern oft die Bauchbeschwerden, manchmal gilt dies auch für Harnabgang. Schmerz und Empfindlichkeit in den Leistengegenden, besonders auf der linken Seite, manchmal bis in die Hoden ziehend.
Rektum und StuhlDioscorea kann bei Durchfall:früh am Morgen Dios.Durchfällen heilend wirken, die sehr früh am Morgen aus dem Bett treiben (SULFUR). Es handelt sich meist um reichliche Mengen eines dünnen, gelben Stuhls, die unter Schmerzen und Brennen im After, starkem Drängen und Zwängen abgesetzt werden; auch schleimige, geleeartige, eiweißähnliche Stühle können vorkommen. Meistens gehen solchen Stühlen die sehr starken, drehenden, kolikartigen Bauchschmerzen:drehende, kolikartige Dios.Bauchschmerzen in der Nabelgegend voraus, wie sie oben beschrieben wurden; Stuhlgang wird oft die Bauchschmerzen lindern, wenn das auch nicht immer der Fall ist. Auf den Stuhlgang:mit nachfolgendem SchwächegefühlStuhlgang kann ein ohnmachtartiges Schwächegefühl folgen.
Einige Prüfungssymptome: „Eiliger Stuhl:Schaudern beim sowie Frösteln nach dem Dios.Stuhldrang, mit scharf schneidendem Schmerz in der Nabelgegend, der sich zum Rektum hin erstreckt, und mit Schaudern beim sowie Frösteln nach dem Stuhl.“ „Häufiger imperativer Stuhldrang, beginnend mit Schmerz im oberen Bereich des Kreuzes, der sich erst zum Rektum, dann zur Blase erstreckt und ein ohnmachtartiges Übelkeitsgefühl hervorruft; danach dumpfer Schmerz im Mastdarm und am Nabel, morgens.“
Weniger bekannt ist, dass Dioscorea auch bei hartnäckiger Verstopfung heilen kann. In einem Fall hatte eine Frau nur ungefähr einmal die Woche Stuhldrang, obwohl sie überdurchschnittlich viel aß; dabei Völlegefühl und Aufgetriebenheit des Bauches, Benommenheit im Kopf.
Bei Koliken kann anhaltender Stuhl- und Harndrang bestehen, ohne dass viel ausgeschieden würde. Unwillkürliche Schleimabgänge aus dem After.
Hämorrhoiden Dios.Hämorrhoiden. Kirschgroße Hämorrhoiden, die beim Stuhlgang heraustreten, mit großen Schmerzen am After; bleiben dann die ganze Zeit prolabiert. Schießender Schmerz von den Hämorrhoiden zur Lebergegend.
HarnwegeDioscorea hat keine eigentlichen Harnwegssymptome. Die Arznei kann jedoch angezeigt sein bei Kolikschmerzen aufgrund von Nierensteinen oder aufgrund von Behinderungen des Harnflusses (z. B. krampfhafter Harnröhrenstriktur), sofern die Symptome übereinstimmen.
Männliche GenitalienAbgang von Sperma im Schlaf ist hier das wichtigste Symptom. Es kann mit Reizzuständen der Genitalien verbunden sein, aber auch mit Erschlaffung.
Beständige Erregung der Geschlechtsteile, mit häufigen Erektionen, Tag und Nacht, sowie sexuellen Träumen. „Lebhafte Träume von Frauen die ganze Nacht.“ Häufiger sind jedoch Pollutionen:ohne sexuelle Erregung, Erektion oder sexuell gefärbte Träume Dios.Pollutionen ohne sexuelle Erregung, Erektionen oder sexuell gefärbte Träume. „Genitalien schlaff und kalt.“ Genitalien kalt, fast unempfindlich. „Stark verminderter Geschlechtstrieb; tagelang keine Erektionen.“
Die Spermatorrhö kann von einer großen Zahl psychischer Symptome begleitet sein. Insbesondere depressive Verstimmungen bis hin zur Verzweiflung, Antriebsschwäche, Gedächtnisschwäche und Lahmheitsgefühle in Rücken und Knien sind häufig. In solchen Fällen sollte unbedingt an Dioscorea gedacht werden. Die Arznei kann angezeigt sein bei Wegbleiben des sexuellen Begehrens, mit Abstumpfungsgefühl und Abneigung gegen Gesellschaft; manchmal fühlt sich der Patient von Frauen förmlich abgestoßen, ohne sich das so recht erklären zu können.
Stark riechender Schweiß am Hodensack:stark riechender Schweiß am Dios.Hodensack und im ganzen Schambereich:stark riechender Schweiß imSchambereich. Schmerzen in der Lumbal- oder Inguinalregion, die sich über den Samenstrang in die Hoden ziehen; meist linksseitig, doch auch rechts oder beidseitig.
Weibliche GenitalienDioscorea kann bei den bereits beschriebenen Kolikschmerzen angezeigt sein, wenn sie vom Uterus ausgehen, d. h. bei Dysmenorrhö oder auch bei „falschen Wehen“. Eine mehrfach bestätigte Indikation von Hale: Starke Genitalien:Kolikschmerzen, mit Krämpfen in den Beugesehnen von Fingern und Zehen Dios.Kolikschmerzen, mit Krämpfen in den Beugesehnen von Fingern und Zehen, im Wechsel mit falschen Wehen, bei einer Schwangeren.
Äußerer Hals und RückenLahmes Gefühl im Kreuz und Rücken. Schmerzen in der Gegend der Schulterblätter, die durch die Lunge hindurch nach vorn in die Gegend der Brustwarze schießen. Jucken und Brennen an beiden Schulterblättern. Ein ganz plötzlicher, sehr scharfer Schmerz in der linken Rückenseite, auf der Höhe der 10. Rippe; lässt den Prüfer zusammenzucken.
ExtremitätenExtremitäten:rheumatische Schmerzen, stärker nachts und frühmorgens Dios.Rheumatische Schmerzen, die nachts und frühmorgens stärker sind. Zu Anfang der Bewegung werden die Schmerzen noch schlimmer, aber Bewegung:besser durch Dios.auf fortgesetzte Bewegung tritt eine deutliche Besserung ein.
Steife, schmerzende Hände und Finger, Füße und Zehen. Nach etwa zwei Stunden Bewegungsübungen tritt Schmerzfreiheit ein. Zehen:Krämpfe in den Dios.Finger:Krämpfe in den Dios.Krämpfe in den Beugesehnen der Finger und Zehen, mit Bauchkoliken; auch bei Schwangeren. Auffallende Brüchigkeit der Finger- und Fußnägel. Linke Schulter schmerzhaft und wie lahm; glaubt sie nicht bewegen zu können, doch wenn er es tut, merkt er, dass Bewegung bessert. Gefühl wie von einem Dorn im Mittelfinger beider Hände, mit klopfenden Schmerzen; schießend-stechender Schmerz, wie in Knochennähe, mit Druckempfindlichkeit der schmerzenden Stelle. Nagelgeschwür Dios.Nagelgeschwür, besonders bei scharf schießenden oder stechenden Schmerzen.
Hüftbeschwerden, schmerzhafte mit Beeinträchtigungen des Gehens Dios.Hüftbeschwerden mit Schmerzen und Beeinträchtigungen des Gehens, besonders auf der rechten Seite; Ischiasschmerzen. Etwa: „Rechte Hüfte jeden Tag lahm, als wären die Gesäßmuskeln zu kurz, schlimmer beim Gehen, besser in der Ruhe.“ Oder: „Schmerz in der rechten Hüfte, der die Vorderseite des Schenkels herab bis in die Nähe des Knies zieht; muss hinken beim Gehen.“ Oder: „Den ganzen Tag krampfartiger Schmerz in der Hinterseite des rechten Oberschenkels, als ob die Muskeln zu kurz wären; tut weh beim Gehen.“ Schwäche und Schmerzhaftigkeit der Knie:Schwäche und Schmerzhaftigkeit derKnie. Gehen ist zunächst schmerzhaft, doch bessert fortgesetzte Bewegung. Wechsel der Schmerzen von einem Knie zum anderen. „Dumpfes Wehtun in den Knien, das sich in die Unterschenkel erstreckt; es verschwindet beim Reiben, taucht aber dann in den Füßen auf. Hört man zu reiben auf, so kommt der Schmerz im Knie wieder. Bewegung des Kniegelenks mildert den Schmerz, ist aber erschwert aufgrund einer Empfindung von Trockenheit und Reibung, als gäbe es zu wenig Gelenkschmiere.“ Schmerz in der Unterseite des rechten großen Zehs, wie von einer Nadel; muss aufspringen und den Fuß ausschütteln. Schmerz und Empfindlichkeit in der vierten Zehe des rechten Fußes.
SchlafUngewöhnlich schläfrig, schläft nachmittags mit einem Buch in der Hand ein.
Schlaf:verschlimmert Dios.Schlaf verschlimmert eher; zahlreiche Beschwerden beim Erwachen: Mundtrockenheit und -bitterkeit, Stuhldrang, verklebte Augen, schlechte Laune, Abstumpfungsgefühl. Zum Beispiel: „Schlafe nachmittags in meinem Zimmer ein, was sehr ungewöhnlich ist; wache auf mit sehr bitterem Mund, Schmerzen in Darm und Rektum, Stuhldrang … fühle mich abgestumpft und wie dumm, vormittags war es mir gut gegangen.“
Fieber, Frost, SchweißKälteüberlaufen oder Schaudern beim Stuhl, beim Aufstoßen, bei Mundbitterkeit usw.

Drosera rotundifolia

Essenzielle Merkmale
Der Sonnentau hat einen guten Ruf bei der Behandlung von Husten, insbesondere Keuchhusten, aber auch anderen Krankheiten der Atemwege: Asthma Dros.Asthma, chronischer Husten, Kehlkopf-, Bronchial- und Lungenaffektionen. Insbesondere Husten mit Erbrechen von Speisen und Schleim ist von dieser Arznei geheilt worden.
Besonders aber hat Drosera eine Affinität zur Tuberkulose Dros.Tuberkulose, ihren Symptomen und Nachwirkungen – und zu allem, was unter dem tuberkulinischen Miasma gefasst werden kann. Es ist erfolgreich eingesetzt worden bei einer Vielzahl von Tuberkulosemanifestationen, z. B. an den Drüsen, besonders aber bei Gelenk- und Knochentuberkulose Dros.Knochentuberkulose. Vor allem Margaret Tyler hat zahlreiche Erfahrungen damit; sie berichtet etwa von einer Spondylitis tuberculosa bei einem vierjährigen Jungen und von Skoliose bei einer jungen Frau, die mit Drosera so gebessert wurden, dass die Patienten dauerhaft beschwerdefrei waren.
Doch die entsprechenden Symptome können die Arznei natürlich auch bei anderen Krankheitsbildern indizieren: Wirbelsäule:Steifheit, Schmerz, Verkrümmung Dros.Steifheit, Schmerz und Verkrümmung der Wirbelsäule; Schmerzen und Versteifungen in den Gelenke:Versteifung der Dros.Schulter-, Hüft-, Hand-, Fuß- und Fingergelenken sowie in den Röhrenknochen, besonders den Schienbein, Schmerzen, Versteifung Dros.Schienbeinen.
Zudem gehört Drosera zu den wichtigsten Mitteln bei der Behandlung von Narben – insbesondere, aber keineswegs ausschließlich tuberkulösen. Immer wieder hat Tyler die Erfahrung gemacht, dass nach Drosera das Narbengewebe:Untergrund, löst sich vom Dros.Narbengewebe sich vom Untergrund löste und nun frei darauf verschieblich war, zugleich mit einer bedeutenden Besserung des Allgemeinzustands des betreffenden Patienten. In vielen Fällen ist nach einiger Zeit nichts mehr von der alten Narbe zu sehen!
Schließlich kann Drosera angezeigt sein bei Hypertrophie von Lymphknoten Dros.Hypertrophie von Drüsengewebe Dros.Hypertrophie von Lymphknoten- und Drüsengewebe. Insbesondere die Unterkieferdrüsen, die zervikalen und die mesenterialen Lymphknoten sowie die Peyer-Plaques können stark vergrößert und verhärtet sein. Aber selbst Fälle von Schilddrüsenhypertrophie sind mit Drosera stark gebessert worden.
Angst und Argwohn
Das konstitutionelle Drosera-Bild ist vor allem durch Ängste und Argwohn gekennzeichnet: Drosera-Patienten leben häufig in Furcht:schlechten Nachrichten, vorFurcht vor schlechten Nachrichten – und haben daher Furcht:Briefkasten, Telefon, Türklingel, vor Dros.Furcht vor dem Briefkasten, dem Telefon, der Türklingel. Ihr Gefühl sagt ihnen, dass irgendetwas Schlimmes in der Post sein wird; am liebsten würden sie die Post gar nicht öffnen, den Hörer nicht abnehmen. Ihre Angst ist stark, aber recht unbestimmt; genauer gesagt, sie könnten gar nicht genau benennen, was sie eigentlich befürchten. Man kann das auch als eine Furcht vor der modernen Welt und ihren vielen Möglichkeiten verstehen, die hier eben als Gefahren, als negative Potenziale wahrgenommen werden. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit MERCURIUS.
Solche Ängste können sich zu einem regelrechten Verfolgungswahn Dros.Verfolgungswahn steigern. Typisch ist die Einbildung, dass alle Menschen hinter ihrem Rücken Verschwörungen anzetteln, hinterlistige Pläne, um sie zu übervorteilen, aus ihrer Arbeitsstelle herauszudrängen, sie um ihren Besitz zu bringen usw. Der Drosera-Patient glaubt, „Anfeindungen von allen Seiten“ ausgesetzt zu sein, wie es in einem Prüfungssymptom heißt. „Ängstlichkeit, als wenn ihm seine Feinde keine Ruhe ließen, ihn beneideten und verfolgten.“ Es scheint ihm, als ob die anderen hinter ihrer normalen alltäglichen Fassade etwas anderes, Fremdes und Furchtbares verbergen, ein tückisches, hinterlistiges, neidisches, falsches Wesen. Das kann so weit gehen, dass er die Leute gar nicht mehr für Menschen hält, sondern für fremde Intelligenzen, für Aliens, die es darauf abgesehen haben, ihn zu verderben. Eine Furcht:außerirdischen Wesen, vor Dros.Furcht vor außerirdischen Wesen, vor Aliens, Vampiren, Gespenstern oder dergleichen, ist charakteristisch für diesen Drosera-Zustand. Bei Patienten mit solchen paranoiden Symptomen kann man manchmal herausfinden, dass sie vor Jahren an Tuberkulosemanifestationen gelitten haben.
Diese Ängste steigern sich gegen Abend, in der Dämmerung und Dunkelheit. Besonders schlimm sind sie, wenn man allein ist. Denn was dem Drosera-Patienten gegen die Ängste vor dem Fremden und Unheimlichen hilft, ist vor allem das Sprechen mit jemandem, den er kennt, besser durch Dros.Sprechen mit jemandem, den er kennt. Solange diese normale Form von menschlicher Gesellschaft und Kommunikation bestehen bleibt, kann er seine Ängste zurückdrängen, sie erscheinen ihm beinahe unwirklich; doch sobald er allein gelassen wird, kommt der Verfolgungswahn mit Macht zurück und ergreift wieder Besitz von ihm. Lesen:verschlimmert Dros.Einsame Aktivitäten dagegen, wie vor allem das Lesen, verschlimmern den psychischen Zustand des Drosera-Patienten; er wird immer unruhiger, liest einen Satz dreimal, legt das Buch weg und greift zu einem anderen. Nur die Gegenwart eines vertrauten Menschen kann die Unruhe und Angst zeitweise in Schranken halten.
Ein auffallender Zug von Drosera ist, dass die starken Ängste auch als körperlich manifestierte Ängstlichkeit gespürt werden können. Ein mulmiges Gefühl, das in der Gegend von Leber und Milz angesiedelt scheint, steigt langsam nach oben, zum Kopfe. Manchmal läuft dann plötzlich ein Hitzeschauer über den ganzen Körper und besonders über das Gesicht. Dieses mulmige Gefühl bezieht sich zunächst vor allem auf die erwähnten schlimmen Neuigkeiten, deren Eintreffen der Drosera-Patient ganz bestimmt erwartet.
Die Wahnvorstellungen:verbunden mit Schuldgefühl Dros.Wahnvorstellungen von Drosera sind manchmal mit einem diffusen Schuldgefühl verbunden, als ob sie irgendetwas falsch gemacht hätten. Denn Drosera-Menschen sind im Allgemeinen sehr eigensinnige Personen. Haben sie einmal einen Entschluss gefasst, so arbeiten sie äußerst hartnäckig an der Ausführung ihres Vorhabens und lassen sich kaum davon abbringen. Doch manchmal finden die Zweifel an der Richtigkeit ihres Handelns, die sie in ihrem Bewusstsein nicht zulassen, ein Ventil in jener Angst vor Hiobsbotschaften, Verschwörungen und fremden Mächten. Eine Heilwirkung von Drosera in Hahnemanns Reiner Arzneimittellehre wird so beschrieben: „Fröhlicher, fester Mut; er befürchtete gar nichts Böses, weil er sich bewusst war, rechtschaffen gehandelt zu haben.“ Die kranken Drosera-Patienten sind von einem solchen guten Gewissen weit entfernt, und das kann ihre düsteren Verfolgungswahnideen bestärken.
Depression und Suizidneigung
Die Drosera-Ängste können bis zur Suizidneigung Dros.Suizidneigung gehen. Dabei fühlen sich Drosera-Patienten ausschließlich vom Wasser angezogen. „Ängstlichkeit, vorzüglich abends, um 7, 8 Uhr, als wenn es ihn dazu triebe, ins Wasser zu springen, um sich durch Ersäufen das Leben zu nehmen – zu keiner anderen Todesart trieb es ihn nicht.“
Die Ängstlichkeit:verbunden mit tiefer Traurigkeit Dros.Ängstlichkeit ist häufig verbunden mit großer Unruhe und vor allem tiefer Traurigkeit. „Höchst unruhiges, trauriges Gemüt.“ Meist steht im Mittelpunkt die Sorge um das eigene Schicksal, verbunden mit dem Gefühl, von allen verfolgt und hintergangen zu werden.
Gereiztheit
Es gibt noch eine weitere Form des Drosera-Gemütszustands. Hier steht dann nicht die Ängstlichkeit, sondern eine extreme Gereiztheit, Gefühl, alles geschehe gerade ihm zum TrotzGereiztheit im Vordergrund. Der Patient hat das Gefühl, alles geschehe gerade ihm zum Trotz. Wenn der Kugelschreiber am Telefon verschwunden ist, wenn die gewohnte Duschbad-Marke ausverkauft ist oder wenn schon die dritte Ampel auf Rot steht, muss das seinem Empfinden nach alles gegen ihn persönlich gerichtet sein. Er bekommt dann allerdings keine depressiven Anwandlungen, sondern fürchterliche Wutanfälle, deren Heftigkeit er sich hinterher selbst nicht erklären kann.
Allgemeinsymptome und Keynotes
Zwei bemerkenswerte Allgemeinsymptome: „Er ist schwach im ganzen Körper, mit eingefallenen Augen und Wangen.“ „Wehtun aller Glieder, auf denen er liegt, als wenn das Lager allzu hart und nicht genug Betten untergelegt wären“ (ARNICA).
  • Die häufigste und bekannteste körperliche Affektion von Drosera-Patienten ist natürlich der Husten. Jeder kennt Drosera als „Keuchhusten Dros.Keuchhustenmittel“, und schon Hahnemann hat die Arznei sehr erfolgreich bei Keuchhusten eingesetzt – freilich nur, wenn die Symptome übereinstimmten! Die Arznei ist nicht selten bei Keuchhusten kleiner Kinder angezeigt, aber auch bei krampfhaften Hustenanfällen Erwachsener. Dabei hat Drosera eine Reihe sehr charakteristischer Eigenheiten, die den Drosera-Husten deutlich von anderen Hustenarten absetzen.

    • Ein Charakteristikum des Drosera-Hustens ist die Husten:verbunden mit Atemnot Dros.Atemnot, die mit ihm verbunden ist. „Husten, dessen Stöße so heftig aufeinander folgen, dass er kaum zu Atem kommen kann.“ Es kann zu realer Erstickungsgefahr kommen, mit Blauwerden und Anschwellen des Gesichts und Hervortreten der Augen. Die dem Sonnentau eigentümlichste Atmungsstörung, Gefühl von Brustbeklemmung, als würde die Luft beim Husten und Sprechen in den Atemwegen zurückgehalten Dros.Atmungsstörung ist jedoch ein Gefühl von Brustbeklemmung, als würde die Luft beim Husten und Sprechen in den Atemwegen zurückgehalten, sodass sie nicht nach außen kommen kann. Besonders das Sprechen:verschlimmertSprechen verschlimmert die Brustbeklemmung:Sprechen verschlimmert Dros.Brustbeklemmung und erschwert auch die Einatmung sehr; bei jedem Wort scheint es den Hals zusammenzuziehen. Es ist bemerkenswert, dass Sprechen einerseits die psychische Ängstlichkeit von Drosera deutlich mildert, andererseits die Atmung stark behindern kann.

    • Ferner ist mit dem Husten:verbunden mit schmerzhaftem Zusammenschnürungsgefühl Dros.Husten meist ein massives, schmerzhaftes Zusammenschnürungsgefühl verbunden, das die Brust, aber auch die Hypochondrien und sogar den Unterbauch betreffen kann; der Patient ist genötigt, die Hand auf die betreffende Stelle zu drücken, um den Schmerz wenigstens ein bisschen zu lindern. Beispielsweise: „Die Gegend unter den kurzen Rippen leidet einen zusammenziehenden Schmerz, welcher den Husten hemmt; er kann vor Schmerz nicht husten, wenn er nicht mit der Hand auf die Herzgrube drückt.“

    • Mit diesem Husten:verbunden mit Brechreiz Dros.Zusammenschnürungsgefühl ist häufig Brechreiz verbunden, insbesondere dann, wenn durch Expektoration nichts ausgeworfen werden kann. „Unter dem Husten will er sich erbrechen.“ „Beim Husten bricht er Wasser, Schleim und Speisen aus.“ „Der Husten griff, wenn der Auswurf nicht gut war, den Unterleib an, wie ein Zusammengreifen und Brech-Heben.“

    • Schließlich wird der Husten meist erregt durch einen eigentümlichen Kitzelreiz im Hals:Kitzelreiz, als ob sich etwas Weiches im Hals befände Dros.Hals. Besonders wenn dieser Reiz mit einem Gefühl verbunden ist, als ob sich etwas Weiches im Hals befände, etwa eine Feder, spricht dies sehr für Drosera. Aber auch „brennende Rauheitsempfindung“ und „rauhe, scharrige Trockenheitsempfindung“ im Hals werden genannt. Kehlkopf:Kitzelreiz im Dros.Husten durch Kitzelreiz im Kehlkopf, mit Erbrechen von Speisen“ ist eine bewährte Drosera-Indikation, die in zahllosen Fällen zur Heilung geführt hat.

    • Husten:mit Bluten aus der Nase, dem Mund Dros.Husten mit Bluten aus der Nase oder dem Mund; Epistaxis, Hämoptysis, Hämatemesis. Das Blut kann sowohl hellrot und schaumig als auch schwarz und geronnen sein. Blutungen auch aus anderen Körperteilen: Augen, Rektum usw.; Blutunterlaufungen, blutiger Durchfall.

    • Der Husten verschlimmert sich im Liegen, auch gleich nach dem Hinlegen. Die auffallendste Modalität aber ist eine Mitternacht, Verschlimmerung nach Dros.Verschlimmerung nach Mitternacht, bis zum Morgen hin. Wenn der erste Teil der Nacht relativ beschwerdefrei ist, nach Mitternacht aber sehr heftiger Husten einsetzt, der aus dem Schlafe weckt, so ist dies ein starker Hinweis auf Drosera. Tagsüber werden Gemütsbewegungen mit Lachen oder Weinen zum Husten reizen, besonders aber Trinken (oder auch Essen) von Kaltem.

  • Ferner kann Drosera, wie oben erwähnt, bei chronischen Krankheiten heilend wirken, die die Gelenke und Knochen in Mitleidenschaft ziehen, insbesondere die Röhrenknochen der Arme und Beine. Bei rheumatoider Arthritis, Morbus Paget und anderen, sehr schwer zu behandelnden Krankheitsbildern ist an Drosera zu denken. Besonders charakteristisch sind starke nächtliche Schmerzen in der Tibia:nächtliche Schmerzen in der Dros.Tibia oder in den Humeri. Hahnemann hebt u. a. dieses Symptom hervor: „Ein aus Nagen und Stichen zusammengesetzter Schmerz in den Knochenröhren der Arme und der Ober- und Unterschenkel, besonders stark an den Gelenken, mit starken Stichen in den Gelenken, beim Bewegen weniger merkbar als in der Ruhe.“ Die Handgelenke:krampfartig kontrahierte Dros.Fingergelenke:krampfartig kontrahierte Dros.Hand- und Fingergelenke können krampfartig kontrahiert und in ihrer Beweglichkeit massiv eingeschränkt sein; Ähnliches kann für die Gelenke der unteren Extremitäten gelten, mit Hinken beim Gehen.

  • Anfälle:epileptische, nachfolgendem Schlaft und Blutauswurf, mit Dros.Epileptische Anfälle, mit Zuckungen der Glieder, nachfolgendem Schlaf und Blutauswurf“ (Jahr) ist meiner Erfahrung nach ebenfalls eine erfolgversprechende Indikation der Arznei.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfSchwindel beim Gehen im Freien, mit Neigung, auf die linke Seite zu fallen. Kopf benommen und schwer, besonders bei Fieber; auch mit klopfendem Schmerz im Hinterkopf.
Drückende Stirnkopfschmerz:mit Betäubung und ÜbelkeitKopfschmerzen, besonders in der Stirn, mit Betäubung und Übelkeit. Nach außen drückende Schmerzen in Stirn und Jochbeinen. Reißende Schmerzen im Gehirn, vor allem im Stirnbereich, durch Augenbewegungen verschlimmert, aber Stützen des Kopfes auf die Hand bessert Dros.durch Stützen des Kopfs auf die Hand gemildert. Druck mit der Hand gegen den schmerzenden Körperteil bessert bei fast allen Drosera-Schmerzen. Reißend spannender Kopfschmerz in der Stirn, beim Bücken heftiger. Dumpf ziehender Schmerz in der linken Gehirnseite, zur Schläfe hin.
Scharf schneidende Nadelstiche in der rechten Stirnseite.
Eine Reihe von Symptomen der Kopfhaut bzw. des äußeren Kopfes: Wundheitsempfindung in der rechten Schläfenhaut (in der Prüfung mehrfach aufgetreten). Beißendes Brennen am Scheitel; juckendes Nagen am Vorderkopf, durch Reiben vergehend; fressendes Jucken an der ganzen behaarten Kopfhaut, besonders aber an den Kopfseiten, zum Kratzen nötigend.
AugenPupillen zunächst verengt, später erweitert. Eingefallene Augen, häufiger aber Augen:hervortretendehervortretende Augen, besonders bei Keuchhusten. Drosera hat sogar einen ausgeprägten Exophthalmus Dros.Exophthalmus bei starken Lymphknotenschwellungen fast völlig beseitigen können, wie Margaret Tyler aus ihrer Praxis berichtet.
Augen:blutunterlaufene Dros.Blutunterlaufene Augen, Augenlider:schwärzlich-blau gefärbte Dros.schwärzlich-blau gefärbte Augenlider, infolge von geborstenen Blutgefäßen; beim Husten. Starkes Stechen zu den Augen heraus, besonders beim Bücken.
Augenschwäche; wie ein Schleier vor den Augen, Buchstaben laufen ineinander. Drosera kann bei Weitsichtigkeit angezeigt sein, wenn bei dem Versuch, etwas Kleines scharf zu fixieren, ein Vibrieren vor den Augen gespürt wird.
OhrenOhrgeräusche: Brausen, Summen oder ein Geräusch wie von einer weit entfernten Trommel; mit Schwerhörigkeit.
Stechen und Zwängen in den Ohren, besonders beim Schlucken. „Ein Schmerz im inneren, rechten Ohr, als wenn alles zusammengedrückt würde“, fast krampfartig.
NaseNasenbluten Dros.Nasenbluten oder Nase:Ausschneuzen von Blut aus der N. Dros.Ausschneuzen von Blut aus der Nase, insbesondere bei Keuchhusten; Hustenanfälle, die mit starkem Nasenbluten enden. Häufiges Niesen, mit oder ohne Schnupfen.
GesichtGesicht:blauschwarz angelaufenes, gedunsenes, vorstehenden Augen, mit Dros.Blauschwarz angelaufenes, gedunsenes Gesicht, mit vorstehenden Augen, bei Hustenanfällen mit Atemnot; oder blass, mit eingefallenen Augen und Wangen. Gesicht:heißes Dros.Heißes Gesicht, Gesichtshitze, überlaufende, bei eiskalten Händen Dros.überlaufende Gesichtshitze, bei eiskalten Händen; mit Ängstlichkeit, als ob man eine unangenehme Nachricht erfahren sollte. Oder: Kälte der linken Gesichtshälfte, mit stechenden Schmerzen darin, rechte Gesichtshälfte aber heiß und trocken; nach Mitternacht.
Gesichtsschmerzen, die durch Druck und Berührung verschlimmert werden.
Unterlippe:aufgesprungen, in der Mitte Dros.Unterlippe in der Mitte aufgesprungen (NATRIUM MURIATICUM, SEPIA). Lippen immer trocken, wenig Geschmackssinn.
In der linken Wange: prickelnd-brennender Schmerz unter dem Unterlid; plötzliches feines Zucken, das ihn zusammenfahren lässt. Brennender Schmerz in der Haut vor dem rechten Mundwinkel. Stechendes Reißen am linken Unterkiefer, wie im Periost. Unterkieferdrüsen, vergrößerte Dros.Enorm vergrößerte Unterkieferdrüsen. Gesichtsausschlag: Pusteln hie und da, beim Berühren fein stechend. Mitesser am Kinn. Ohr:schmerzhafter Knoten hinter und unter dem linken O. Dros.Hinter und unter dem linken Ohr ein schmerzhafter Knoten.
MundMund:Blutungen aus demBlutungen aus dem Mund, besonders bei Husten; blutiger Speichel. Speichel:häufiges Ausfließen wässrigen Speichels Dros.Häufiges Ausfließen wässrigen Speichels; auch im Zusammenhang mit Fieber.
Brot schmeckt bitter.
Stechendes Zahnweh morgens nach warmen Getränken; Kälteempfindung in der Krone eines Schneidezahns. Geschwürchen oder schmerzlose Geschwulst auf der Zunge. Feine, pickende Stiche auf dem Zungenrücken; stechendes Beißen in der Zungenspitze und rechten Zungenseite; Beißen wie von Pfeffer in der Wangenschleimhaut, linke Seite.
HalsUnangenehme Empfindungen im Hals:Gefühl wie von zurückgebliebenen Speisekrümchen Dros.Hals: Brennende Rauheitsempfindung, gleich nach dem Mittagessen; Gefühl wie von zurückgebliebenen Speisekrümchen; Kratzen im Hals nach Genuss salziger Speisen. Schlund:Trockenheit im, bei Durstlosigkeit Dros.Trockenheit im Schlund, bei Durstlosigkeit. „Am weichen Gaumen und tief im Rachen eine rauhe, scharrige Trockenheitsempfindung, welche zum Hüsteln reizt.“ Ausräuspern gelben und grünen Schleims. Schwieriges Schlucken fester Speisen, als ob der Schlund verengt wäre. Stechen im Hals beim Schlucken.
Entzündung des Gaumensegels. Struma:mit Exophthalmus Dros.Struma, mit Exophthalmus, stark beschleunigtem Puls (150), einer Kette bis walnussgroßer lymphadenomatöser Geschwülste entlang des Sternocleidomastoideus und bläulichen, verhärteten Stellen an beiden Waden, durchsetzt von Ulzerationen (Erythema induratum Bazin), Tb in der Familienanamnese. Nach Drosera C 200 erstaunliche Besserung aller Symptome (Margaret Tyler).
AtemwegeStimme:schwach, heiser, hohl Dros.Stimme:kann nur mit Anstrengung und dann in einem tiefen Bass sprechen Dros.Schwache Stimme: heiser, hohl, kann nur mit Anstrengung und dann in einem tiefen Bass sprechen. Chronische Heiserkeit als Folgeerscheinung der Masern, oder nach öfters wiederholten Katarrhen zurückbleibend. Chronischer Katarrh mit Wundheitsgefühl im Kehlkopf und Abnahme der Stärke der Stimme, welche nur mit Anstrengung normal, im gewöhnlichen Konversationston aber rau, heiser, gedämpft erscheint (bei einem professionellen Redner).
Kehlkopf:Kribbeln im Dros.Kribbeln im Kehlkopf:Gefühl, als ob sich dort ein weicher Körper (etwa eine Feder) befände Dros.Kehlkopf, das zum Hüsteln reizt, mit einem Gefühl, als ob sich dort ein weicher Körper (etwa eine Feder) befände, mit feinen Stichen im Kehlkopf bis zur rechten Seite des Schlundes.
Raue, „scharrige“, Rachen:zum Hüsteln reizende Trockenheitsempfindung tief im R. Dros.zum Hüsteln reizende Trockenheitsempfindung tief im Trockenheitsempfindung tief im Rachen Dros.Rachen, mit gelbem Schleimauswurf und Heiserkeit.
Zerschlagenheitsgefühl im Kehlkopf beim Einatmen.
Laryngitis, akut oder chronisch, mit Chorditis; Kehlkopftuberkulose (hier bereits von Hahnemann empfohlen). Schleim in der Luftröhre, der bald verhärtet, bald weich erscheint und grau, grün oder gelb aussieht.
Atembeklemmung, bei jedem Sprechen Dros.Atembeklemmung bei jedem Sprechen, bei jedem Wort zieht es ihm den Hals zusammen – aber keine Atmungsbeschwerden beim Gehen. Schweratmigkeit:Mitternacht, nach Dros.Schweratmig, besonders nach Mitternacht. Die Arznei kann bei Asthma bronchiale angezeigt sein. Erstickungsanfälle, infolge von Hustenattacken Dros.Erstickungsanfälle infolge der Heftigkeit und Geschwindigkeit der aufeinander folgenden Hustenattacken, mit Blaufärbung des Gesichts und Schnappen nach Luft; inspiratorischer Stridor. „Fühlt in der Brust:Beklemmung, als hielte etwas beim Husten und Sprechen die Luft zurück Dros.Brust eine Beklemmung, als hielte da etwas bei Husten und Sprechen die Luft zurück, dass der Atem nicht ausgestoßen werden könnte (mehrere Tage lang).“
Der Husten von Drosera ist bereits in den „essenziellen Merkmalen“ ausführlich beschrieben worden. Zur Ergänzung hier zunächst einige zusätzliche Prüfungssymptome von Hahnemann:
  • Ganz tief aus der Brust kommender Husten:tief aus der Brust kommender Dros.Husten. Abends, gleich nach dem Niederlegen, Husten. Nachthusten Dros.Nachthusten. Er wacht die Nacht, um 2 Uhr, auf kurze Zeit zum Husten auf und schläft dann wieder ein. Bruststechen beim Husten. Beim Husten Schmerz in den Hypochondern, als wenn diese Gegend mit Gewalt zusammengeschnürt würde.

  • Eine zusammenfassende Beschreibung des Drosera-Keuchhustens aus dem Buch Bönninghausens über diese Krankheit: Heftiger Keuchhusten:mit schnell aufeinander folgenden, bellenden oder klanglosen Stößen Dros.Keuchhusten, in periodischen, alle ein bis drei Stunden wiederkehrenden Anfällen, mit schnell aufeinander folgenden, bellenden oder klanglosen Stößen, die nicht zu Atem kommen lassen, von Kitzel oder Trockenheitsgefühl oder Kehlkopf:Gefühl wie von weichen Federn im Dros.wie von weichen Federn im Kehlkopf erregt, abends ohne, morgens mit etwas gelbem, meist bitterem Auswurf, den er niederschlingen muss. Verschlimmerung: Abends nach dem Niederlegen und noch mehr Mitternacht:schlimmer mach Dros.nach Mitternacht. Ruhe. Liegen im Bett. Wärme. Trinken. Tabakrauch. Lachen. Singen. Weinen. Erkältung. Nach Masern.

  • Kent ergänzt, dass Husten:Essen oder Trinken von Kaltem, nach Dros.Husten nach Essen oder Trinken von Kaltem typisch für Drosera ist.

  • Jahr gibt in seinem Symptomencodex an: Krampfhusten, trockener, mit Brechwürgen Dros.Trockener Krampfhusten, mit Brechwürgen; Keuchhusten, mit Bluten aus Mund und Nase, Angst, Blauwerden des Gesichts, pfeifendem Atmen und -Erstickungsanfällen. Bluthusten, mit Auswurf hellroten, schaumigen oder schwarzen, geronnenen Blutes.

  • Einige weitere klinische Beschreibungen des Keuchhustens: „Wenn der Keuchhusten voll ausgebildet ist, der Kranke vor schneller Aufeinanderfolge der Hustenstöße nicht soviel Zeit gewinnt, ordentlich einatmen zu können, wodurch Erstickungsgefahr eintritt, wenn der Husten:Anfälle nach Mitternacht bei Kindern Dros.Husten durch Kribbeln und Kitzeln im Kehlkopf hervorgerufen und das Kind häufig nach Mitternacht im Schlaf durch Anfälle gestört wird, wenn Blut aus Mund und Nase hervorkommt und am Tage Singen, Lachen, Weinen, Gemütsbewegungen den Husten erregen …“ (Hartmann).

  • Wenn der Patient durch den Husten aufgeweckt wird, beginnt meist ein Schweißausbruch (Hering), entweder allgemein oder auf der Stirn, und häufig von kaltem Schweiß.

  • „In Fällen, wo der Husten bereits mehrere Wochen stets zunehmend angedauert hatte, Tag und Nacht meist nach ein- bis zweistündigen Pausen und so heftig eintrat, dass die Kranken kaum dabei Luft schöpfen konnten und zu Ende des Anfalls bei an die Wand gestemmtem Kopf viel zähen Schleim mit Speisen gemischt erbrachen, oft auch das Gesicht gedunsen erschien …“ (Bethmann).

  • „Keuchhusten, am heftigsten nach Mitternacht, mit hellklingenden, schnell aufeinanderfolgenden Stößen, die nicht zu Atem kommen lassen, Keuchhusten:mit blauschwärzlichem Gefühl Dros.blauschwärzlichem Gesicht, Gefühl von Zusammenschnüren in Brust und Hypochondern, zum Aufdrücken mit der Hand nötigend, Bluten aus Nase oder Mund, von Trinken und Tabakrauch verschlimmert, zu Ende Erbrechen, erst Speisen und dann Schleim“ (Bönninghausen).

  • Ein weiteres bemerkenswertes Leitsymptom hat Schrön entdeckt und wiederholt beobachtet: „Wenn dem Hustenanfall, mit vorangehendem Rasseln durch auf- oder absteigenden Schleim in den Bronichen Dros.Hustenanfall 15–20 Minuten ein Rasseln durch auf- oder absteigenden Schleim in den Bronchien vorhergeht, dem dann die Kranken den Hustenanfall allein zugeschrieben wissen wollen.“

  • Weitere Symptome im Bereich von Atemwegen und Brust:

    • Der Geschmack des Ausgehusteten kann bitter oder salzig sein, morgens schmeckt es ekelhaft. Hartmann schreibt: „In einigen Arten Schwindsucht mit heftigen Brustschmerzen, Eiterauswurf und einem Auswurf:fauler, eitriger Geschmack Dros.faulen, eitrigen Geschmack im Mund wird man sie immer mit Nutzen anwenden.“ Vor allem aber ist Drosera bei sekundären Formen von Tuberkulose erfolgreich angewendet worden, wie in den „essenziellen Merkmalen“ angedeutet: Knochen- und Gelenktuberkulose, Wirbeltuberkulose, Hauttuberkulose usw.

    • Schmerzen in der Brust beim Niesen und Husten, muss sich die Brust halten.

    • Unerträgliches Stechen beim Husten und beim Tiefatmen oben in der Brustseite, nicht weit von der Achselhöhle, nur durch Aufdrücken der Hand etwas gemildert.

    • Dieser immer wieder auftauchenden Brustbeschwerden, besser durch Druck Dros.Besserung von Brustbeschwerden durch Druck steht nur eine einzige Beobachtung von Jahr gegenüber: „Brustbein schmerzt wie unterschworen (= vereitert), beim Aufdrücken.“

MagenEkel vor Schweinefleisch. Vor allem fettes Fleisch löst Übelkeit aus, und die Arznei kann bei Übelkeit:von fettem Essen in der Schwangerschaft Dros.Übelkeit von fettem Essen in der Schwangerschaft angezeigt sein. Schon durch die bloße Vorstellung kann Übelkeit eintreten. Sie ist meist Übelkeit:am schlimmsten in der zweiten Nachthälfte Dros.am schlimmsten in der zweiten Nachthälfte und morgens.
Durst, besonders morgens.
Aufstoßen:bitteres oder saures Dros.Bitteres oder saures Aufstoßen undHochkommenin den Mund; bitterer Mundgeschmack beim Essen, besonders Brot schmeckt bitter; bitter im Mund morgens und vormittags. Saure Speisen werden schlecht vertragen und machen Bauchweh. Öfters Schluckauf.
Brechreiz und wirkliches Erbrechen von Wasser, Schleim und Speisen im Zusammenhang mit Husten. Erbrechen, das solange fortgesetzt wird, bis Galle hochkommt. Bluterbrechen Dros.Hämatemesis. Ein „klemmendes Spannen“ in der Magengrube, als würde da alles nach innen gezogen, besonders bei tiefer Inspiration. Oder: Feines, flüchtiges Zusammenkrallen in der Magengrube.
AbdomenAm auffälligsten ist hier ein gewaltsames Gefühl von Abdomen:Zusammenschnüren, Zusammenziehen, Zusammengreifen unter den Rippen oder im Hypogastrium Dros.Zusammenschnüren, Zusammenziehen oder „Zusammengreifen“ unter den Rippen oder auch im Hypogastrium, gewöhnlich im Zusammenhang mit Husten:nötigt zum Aufdrücken mit der Hand Dros.Husten, das zum Aufdrücken mit der Hand nötigt (weil sonst der Schmerz zu groß wird) und häufig Husten:mit Übelkeit und Brechreiz Dros.Übelkeit und Brechreiz erregt.
Plötzliches Zusammenziehen des Unterbauchs abends beim Liegen im Bett, wenn man ausatmet; wie ein Heben zum Brechen; Husten erregend. Ein „Zusammengreifen und Brechheben“ im Abdomen, wenn der Husten keinen befriedigenden Auswurf produziert. Stechen in der rechten Bauchseite, im Sitzen. Ein „stumpfer, ziehender Stich“ von der rechten Bauchseite quer über das Abdomen zur linken hin, fast den Atem benehmend; beim Gehen.
Beträchtliche Vergrößerung der Mesenteriallymphknoten, Vergrößerung der Dros.Mesenteriallymphknoten; Hypertrophie der Peyer-Peyer-Plaques, Hypertrophie der Dros.Plaques.
Rektum und StuhlEin herauspressender Schmerz im Mastdarm, nicht mit dem Stuhlgang zusammenhängend.
Drosera-Patienten neigen zum Durchfall:blutiger, schleimiger, am schlimmsten nach Mitternacht Dros.Durchfall, der oft mit Blut und Schleim vermischt ist. Bis zu vierzehn durchfällige Stühle pro Tag. Die Diarrhö ist Mitternacht:am schlimmsten nach Dros.am schlimmsten nach Mitternacht.
HarnwegeHäufiger Harndrang, meist aber jedes Mal nur geringe Harnmenge, oft nur wenige Tropfen. Brauner, stark riechender Urin. Oder: Öfterer, reichlicher Harnabgang, den ganzen Tag.
Männliche GenitalienZiehender Stich von der linken Lendengegend bis in den Penis. Juckender, stumpfer Stich in der Eichel, einige Minuten lang anhaltend.
Weibliche GenitalienVerspätete oder ausbleibende Menstruation; verspätete Menarche. Ausfluss mit wehenartigen Bauchschmerzen. Übelkeit von fettem Essen während der Schwangerschaft, vor allem nach Mitternacht bis morgens, mit Bitterkeit im Mund beim Essen.
Äußerer Hals und RückenNacken:steifer, bei Bewegung schmerzhafter Dros.Nacken steif und bei Bewegung schmerzhaft.
Rückenschmerzen:wie zerschlagen, wie gerädert Dros.Rückenschmerzen wie zerschlagen, wie gerädert. Rheumatismusähnlicher Schmerz, der sich von einer Stelle zwischen den Schulterblättern zum Kreuz erstreckt, bei Bewegung. Ein stechendes Reißen vom Rückgrat bis zur linken vorderen Spina iliaca, beim Sitzen. Juckendes Stechen im Steißbein, beim Sitzen.
Drosera hat bei Wirbelsäule:Veränderungen der W. infolge von Tuberkulose Dros.massiven Veränderungen der Wirbelsäule, insbesondere infolge von Tuberkulose, stark bessernd und gelegentlich heilend gewirkt, etwa bei Wirbeltuberkulose im Halsbereich, mit starker Deformation der Halswirbelsäule, Skoliose usw.
ExtremitätenExtremitäten:schmerzend, wie gelähmt, wie zerschlagen Dros.Alle Gliedmaßen schmerzend, wie gelähmt, wie zerschlagen, oft auch äußerlich schmerzhaft. Vor allem die Teile, auf denen man liegt, tun weh, als wäre die Unterlage zu hart. Starker Schmerz in den Beingelenke:Knochenröhren, Schmerz in den Dros.Armgelenke:Knochenröhren, Schmerz in den Dros.Knochenröhren der Arme und Beine, besonders an den Gelenken, vor allem in der Ruhe. Schmerzhaft stechendes Drücken in den Muskeln der oberen und unteren Gliedmaßen zugleich, in jeder Lage. Versteifung und Deformation der Gelenke, besonders der Hand und des Fußes; bei Tb, rheumatoider Arthritis usw.
Ein Vibrieren auf der rechten Schulter, bloß in der Ruhe. Schmerzen im Schultergelenk:Schmerz wie zerschlagen Dros.Schultergelenk wie zerschlagen, beim Bewegen des Arms, auch beim Betasten. Oder: Schmerz in der Schulter, als sollte der Arm einschlafen und wäre matt und schwach; fortgesetzte Bewegung bessert. Nächtliches Reißen in den Oberarmknochen:nächtliches Reißen in den Dros.Oberarmknochen, das am Tag bei Bewegung vergeht. Schmerz im Handgelenke:Schmerzen beim Beugen und Drehen der Hand Dros.Handgelenk beim Beugen und Drehen der Hand.
Die Finger:krampfartig zusammengezogene, können nur mit Mühe gerade ausgestreckt werden Dros.Finger neigen dazu, sich krampfartig zusammenzuziehen, und können nur mit Mühe gerade ausgestreckt werden. Fingergelenke:Versteifung der Dros.Versteifung der Fingergelenke beim Zugreifen, als wollten die Sehnen nicht nachgeben; Krampf, sobald man etwas zu greifen versucht (etwa den Besenstiel). Erschwerung oder gar Unmöglichkeit des Faustschlusses. Eiskalte Hände, bei heißem Gesicht.
Lähmender Schmerz in Hüftgelenk, lähmender Schmerz im Dros.Hüftgelenk, Oberschenkel:lähmender Schmerz im Dros.Oberschenkel und Fußgelenke:lähmender Schmerz in den Dros.Fußgelenk, muss beim Gehen vor Schmerz hinken. Heftiger scharfer Stich im Sitzbein beim Aufstehen vom Sitzen. Drückender Ischiasschmerz, schlimmer durch Druck, Liegen auf dem schmerzenden Teil und Vorbeugen, besser durch Aufstehen aus dem Bett.
Empfindlicher Schmerz in Femur, Schmerz, nachts im Schlaf Dros.Femur und Tibia:Schmerz, nachts im Schlaf Dros.Tibia, der nachts im Schlaf entsteht; muss beim Erwachen sogleich das Bein beugen, um den Schmerz zu erleichtern. In den hinteren Oberschenkelmuskeln drückender Schmerz, kann nicht darauf liegen; hört nach dem Aufstehen auf. Schneidendes Stechen in der Mitte der Vorderseite des Oberschenkels, das ab und zu wiederkehrt.
Schmerzhafte Steifheit der Kniekehlen:schmerzhafte Steifheit der Dros.Kniekehlen, kann kaum die Knie beugen. Sehr starke nächtliche Schienbein:Schmerzen, nächtliche Dros.Schienbeinschmerzen; etwa bei Paget-Syndrom. Stechen in der Wadenbeinröhre aufwärts, nachts aus dem Schaf weckend. Fein schneidendes Stechen in der Wade, beim Sitzen entstehend, beim Gehen verschwindend.
Fußgelenke:steife, können nicht gebeugt werden Dros.Fußgelenke sehr steif, können nicht gebeugt werden. Reißende Schmerzen im Fußgelenk, wie wenn es ausgerenkt wäre. Kaltschweißige, stets frierende Füße.
SchlafÖfteres Strecken und Gähnen, als ob man nicht ausgeschlafen hätte. Erwachen:nächtliches Dros.Öfteres nächtliches Erwachen: als ob man schon ausgeschlafen hätte und jetzt aufstehen müsste; „jedes Mal über anfangendem Schweißausbruch“; wie von Schreck oder Furcht, hat aber beim Erwachen keine Angst. Schlaf:gestört, nach MitternachtSchlaf nach Mitternacht häufig gestört, vor allem durch Hustenanfälle, aber auch Übelkeit, Durchfall, Schweißausbrüche usw.
Fieber, Frost, SchweißEin andauerndes Kältegefühl:kann sich nicht erwärmen Dros.Kältegefühl ist vorherrschend; „es ist ihm immer wie zu kalt, er kann sich nicht erwärmen.“
  • Schaudert vor Kälte besonders bei der Ruhe; nicht wenn er sich bewegt. Friert selbst im Bett, auch dann, wenn der Körper objektiv keineswegs kühl ist.

  • Fieberschauder über den ganzen Körper, mit Gesichtshitze und eiskalten Händen. Oder auch: Gesicht, Nase und Hände sind kalt.

Wärme und Hitze nur im oberen Teil des Körpers, insbesondere im Gesicht. Hitzegefühl überläuft den ganzen Körper, besonders aber das Gesicht, mit Ängstlichkeit, als sollte man etwas Unangenehmes erfahren.
Schweiß:nächtlichen Erwachen, beim Dros.Schweiß: nur im Gesicht, drei Nächte hintereinander; beim nächtlichen Erwachen ausbrechend, vor allem wenn man durch einen Hustenanfall geweckt wird; kalter Stirnschweiß; Schweißausbruch:Mitternacht, gleich nach Dros.Schweißausbruch gleich nach Mitternacht.
HautHeftiges Jucken beim abendlichen Auskleiden, beim Kratzen geht leicht die Haut ab. Mitesser, im Gesicht, am Kinn, an Brust und Schulter Dros.Mitesser im Gesicht, am Kinn, an Brust und Schulter. Narbengewebe:tuberkulöses Dros.Narbengewebe, besonders tuberkulöses. Margaret Tyler hat bei Fällen von Hauttuberkulose enorme positive Wirkungen von Drosera-Hochpotenzen beobachtet. „Bei tuberkulöser Lymphadenitis verkleinern sich die Noduli, die alten Narben lösen sich vom Untergrund, treten an die Oberfläche und verschwinden allmählich; die Verfärbung der Haut geht zurück“ (Tyler).

Dulcamara

Essenzielle Merkmale
Wenn Sie eine Kombination von rheumatischen oder arthritischen Beschwerden mit chronischen Kombination von rheumatischen oder arthritischen Beschwerden mit chronischen Hautleiden Dulc.Hautleiden vorfinden, so sollten Sie prüfen, ob der Bittersüß angezeigt ist.
Gewöhnlich ist in diesem Fall auch eine starke Reaktion auf nass-kaltes Wetter anzutreffen; unter nasser Kälte haben Dulcamara-Patienten sehr zu leiden. Eine Berufsgruppe, die geradezu unter einer Dulcamara-Berufskrankheit litt, waren früher (als es noch keine Kühlschränke gab) die Kühlhausarbeiter und Eisverkäufer. Sie mussten Eisblöcke aus großen Behältern holen – und das hieß, sie mussten immer wieder ins Nasskalte. Kent schreibt: „Im Kühlraum müssen sie mit dem Eis umgehen, dann gehen sie hinaus in die Sommerhitze und erhitzen sich, dann wieder zurück in die Kälte …“ In solchen Situationen entwickeln sich sehr leicht Dulcamara-Symptome, und umgekehrt vertragen Dulcamara kaum etwas schlechter als gerade dies. Eis, Kälte, vor allem aber nasse Kälte – das ist die wichtigste Causa dieser Arznei.
Eine weitere bemerkenswerte Indikation für Dulcamara ist eine Lähmung einzelner Lähmung einzelner Körperteile, aufgrund feuchter Kälte Dulc.Körperteile, und zwar besonders aufgrund feuchter Kälte. Dagegen wird eine solche Lähmung, wenn sie auf trockene Kälte zurückgeht, nach CAUSTICUM (oder ACONITUM) verlangen. z. B.: ein Motorradfahrer bekommt nach einer nächtlichen Tour in der Kälte eine halbseitige Fazialislähmung. Nun ist es wichtig, herauszufinden, ob die Nacht trocken-kalt, frostig und sternklar war oder ob der Patient durch Schnee und Regen gefahren ist. Im ersten Fall kann Dulcamara kaum angezeigt sein, im zweiten dagegen kommt es sehr in Frage – ebenso wie CALCIUM CARBONICUM.
Entwickelt ein Patient nach Durchnässung o. Ä. eine Polyradikulitis:nach Durchnässung, wenn zugleich eine Hautaffektion vorliegt Dulc.Polyradikulitis, etwa das Guillain-Barré-Syndrom, so kann ebenfalls Dulcamara angezeigt sein, vor allem dann, wenn zugleich auch noch eine Affektion der Haut vorliegt. Bei der Differenzialdiagnose zwischen Dulcamara und CALCIUM CARBONICUM ist das ein wichtiger Punkt. Beide können zahlreiche Erkältungs- oder Verkühlungsbeschwerden infolge von Exposition gegenüber nasser Kälte bekommen, unter anderem Lähmungserscheinungen, rheumatische und arthritische Affektionen, aber wenn gleichzeitig ein Hautausschlag auftritt, z. B. eine Urtikaria oder eine Pemphigus-artige Hautveränderung, dann spricht dies stark für Dulcamara.
Besitzergreifende Liebe
Ich habe in meiner Praxis eine große Zahl von Dulcamara-Fällen gesehen, und dabei habe ich festgestellt, dass ein ganz bestimmter Frauentyp häufig diese Arznei benötigt. Es handelt sich um starke Persönlichkeiten, die auch zu starken Gefühlen von Liebe und Zuneigung fähig sind. Doch diese Liebe ist regelmäßig allzu Besitz ergreifend, allzu dominierend. Dabei ist dies keineswegs die blanke Herrschsucht, die sich nur als Liebe tarnt – nein, die Zuneigung der Dulcamara-Patientinnen zu ihrem Mann, ihrem Sohn, ihrer Tochter ist durchaus echt. Doch sie haben das Gefühl, sie müssten ihre Lieben beschützen – vor Krankheit, vor Ärger, vor fremden Ansprüchen. Eine genuine Angst um Angst:Angehörigen um die Dulc.andere und besonders um ihre Angehörigen treibt sie an. Und darum regieren solche Frauen rücksichtslos in das Privatleben ihrer Angehörigen hinein, sie können einfach nicht aufhören damit. Von ihnen kann man Dinge hören wie: „Mein Sohn, Du hast die falsche Frau geheiratet, und deshalb muss ich Dich vor ihr beschützen. Darum tu jetzt das, was ich Dir sage.“
Es ist interessant, dass Dulcamara-Patientinnen oft sexuell sehr aktive Frauen mit starken sexuellen Bedürfnissen sind. Wenn dieses gesteigerte sexuelle Begehren nicht befriedigt werden kann und unterdrückt wird, kann es sublimiert werden zu jener Art von Besitz ergreifender Liebe, die ich oben beschrieben habe – und die sich meist auf Verwandte und Angehörige richtet, ganz besonders aber auf den eigenen Sohn. Den beherrschen und manipulieren sie dann – mit der Begründung, sie machten sich Sorgen um ihn und müssten ihn beschützen. Sie sind in der Lage zu sagen: „Keiner wird mir nachsagen können, dass ich meinen Sohn nicht liebe, und keiner hat das Recht zu sagen, dass ich das nicht darf.“ Und es ist wahr, sie lieben ihn wirklich – aber mit welcher Leidenschaft! Sie können ihre Angehörigen geradezu erdrosseln mit dieser übermäßig Besitz ergreifenden Liebe. Und es ist gut möglich, dass sich dahinter Angst und Unsicherheit verbirgt, die wiederum aus sexueller Frustration entsteht.
Tadelt andere, Streitsucht
Allgemein (nicht nur für diesen Frauentyp) gilt: Dulcamara-Personen sind übermäßig kritisch gegenüber übermäßig kritische gegenüber anderen Dulc.anderen, neigen zum Herumstreiten und zur Ungeduld Dulc.Ungeduld, auch zur Launenhaftigkeit. „Ungeduldig, früh, er stampfte mit den Füßen, wollte alles wegwerfen, fing an zu phantasieren und zuletzt zu weinen“ (aus den Chronischen Krankheiten). „Ungeduldiges Verlangen nach diesem und jenem, das verschmäht wird, sobald man es erhalten“ (Jahr, Symptomencodex). Sie sind immer in Eile und sexuell sehr leicht erregbar. Frauen haben große Probleme vor der Menstruation:große Probleme vor der Periode Dulc.Periode, insbesondere auf der psychischen Ebene; dann können sie in wahnartige Zustände verfallen. Manchmal steigert sich zu dieser Zeit ihr ohnehin starkes sexuelles Begehren noch mehr, bis hin zu einer Art erotischer Besessenheit; auch die Missstimmung, Gereiztheit und Zanksucht kann vor der Monatsblutung noch zunehmen. Es kommt vor, dass sie fluchen, eine ganz grobe, von sexuellen Ausdrücken durchsetzte Sprache führen, Leute beschimpfen – ohne eigentlich wirklich zornig zu sein; einfach nur, weil es sie dazu treibt, vergleichbar mit ANACARDIUM oder NITRICUM ACIDUM. ein eigentümliches Prüfungssymptom von Dulcamara lautet, nach der Reinen Arzneimittellehre zitiert: „Nachmittags eine eigene Gemütsstimmung, als müsste er sich mit jedem zanken, ohne sich dabei zu ärgern.“
Wahnideen (Delusions)
Wahnartige Zustände kommen auch nachts und vor allem morgens beim Wahnartige Zustände:nachts und vor allem morgens beim Erwachen Dulc.Erwachen vor – die schlimmste Tageszeit für Dulcamara. „Furchteinflößende und verworrene Träume; muss mitten in der Nacht aufstehen und im Zimmer umhergehen; ein Gefühl von Versinken, als ob man durch das Bett fallen würde.“ Gerade dieses Gefühl von Versinken ist eine kennzeichnende Wahnidee von Dulcamara. „Sie erwacht früh, wie von einem Ruf, und sieht eine sich immer vergrößernde Gespenstergestalt, welche in der Höhe zu verschwinden scheint.“
Hier zeigt sich schon, dass derartige Zustände nicht wahnartig sein müssen, sondern auch von Benommenheit und Benommenheit und Verwirrung Dulc.Verwirrung geprägt sein können; von einer Abstumpfung von Geist und Gefühlen. Bisweilen schwindet auch das klare Bewusstsein, die Patienten scheinen nicht einmal mehr recht zu wissen, wo sie sich befinden; man hat den Eindruck, dass sie die Außenwelt gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen, dass sie gar nicht reagieren, wenn sie angesprochen werden usw. Auch dies ist nachts oder morgens beim Erwachen am schlimmsten. Dann können auch depressive Verstimmungen aufkommen, mit plötzlichen Tränenausbrüchen, und es dauert eine Zeitlang, bis sie wieder „halbwegs zurück“ sind.
Das führt uns zum geistigen Bild von Dulcamara. Die Patienten können sich nicht Konzentrationsstörung Dulc.konzentrieren, haben Wortfindungsstörung Dulc.Wortfindungsstörungen, vergessen, was sie gerade sagen wollten. Die Geisteskräfte versagen. Dazu kommt eine auffallende Unruhe, die Patienten können einfach nicht stillhalten. Verbindet man das mit den Hautaffektionen und rheumatischen Zuständen, dann könnte man auch an RHUS TOXICODENDRON denken. Doch DULCAMARA hat eine deutlich stärkere Tendenz zu Lähmungen, und auch der geistige Zustand ist so zu interpretieren: als ein Gefühl von geistiger Lähmung. Die erwähnten Konzentrations- und Gedächtnisschwächen fallen schließlich zusammen mit einer Gleichgültigkeit, als wäre einem alles egal, emotionale Antriebe und geistige Fähigkeiten, ja der ganze Organismus langt allmählich an einem toten Punkt an: Es ist, als ob ein Alzheimer-Krankheitszustand herannahte.
Allgemeinsymptome und typische Krankheitsbilder
Zunächst ein Krankheitsverlauf, der ganz typisch für eine Dulcamara-Pathologie ist: Nach Zurücktreten eines Hautausschlags bekommt er Kopfweh, rheumatische Beschwerden oder eine Lähmung, was in feuchtkalter Umgebung erheblich schlimmer wird. In diesem Verlauf sind die zentralen Wesenszüge der Arznei enthalten.
Ein paar Erläuterungen zum „Nasskalten“:
  • Besonders häufig folgen Dulcamara-Zustände auf Wetterwechsel zu feuchtkaltem Wetter, also z. B., wenn nach einer Reihe schöner Herbsttage Schneeregen einsetzt und alle Straßen voller Matsch sind. Im Mittelmeerraum sind Dulcamara-Beschwerden deswegen typische „Winterkrankheiten“, in Mitteleuropa finden sie sich auch oft im Herbst und Frühling. „Heiße Tage und kalte Nächte“ begünstigen ebenfalls das Auftreten einer akuten Dulcamara-Pathologie; Kent nennt als Beispiel die Landaufenthalte in den Bergen im Sommer, wie sie zu seiner Zeit im Osten der Vereinigten Staaten üblich waren: „Jedes Jahr, wenn die Frauen zu Ende des Sommers ihre kleinen Kinder wieder aus den Bergen in die Stadt bringen, haben wir wieder ein paar Dulcamara-Fälle.“ Denn in den Bergen ist tagsüber die Sonnenhitze stark, aber abends wird es schon sehr kalt, und die Babys erkälten sich und bekommen Durchfall. Oder die Erwachsenen erhitzen sich beim Spazierengehen, fangen an zu schwitzen, ziehen sich den Mantel aus und geraten dann in einen kalten Luftzug, der den Schweiß verschwinden lässt – Ergebnis: Erkältungen durch Schweißunterdrückung.

  • Auch wenn man in einem feuchtkalten Zimmer leben muss, wenn man auf feuchtem Boden schläft usw., kann sich ein Dulcamara-Zustand einstellen. Bei Clarke wird z. B. ein Fall von Stimmbandlähmung zitiert, die „vom Schlafen über einem feuchten Keller“ herrührte. Auch wenn man sich erkältet, weil man stundenlang im kalten Wasser gewatet ist (z. B. beim Angeln) oder gar weil man ins Wasser gefallen ist, wird die Arznei häufig angezeigt sein. Es sind Beschwerden von Flüchtlingen mit Dulcamara geheilt worden, die nach dem Versenken ihres Schiffs stundenlang im kalten Wasser schwimmen mussten, und auch Krankheiten, die sich nach Arbeiten im Freien einstellten, nachdem man von einem Regenguss überrascht wurde. Übrigens kann es sich hier durchaus um sehr langwierige Erkrankungen handeln, die manchmal erst Jahre nach dem auslösenden Ereignis spürbar werden.

  • Selbst das Herunterstürzen kalter Getränke in erhitztem Zustand kann Dulcamara-Beschwerden verursachen (vgl. BELLIS PERENNIS), und das, obwohl häufig ein unstillbarer durst auf möglichst kaltes Getränk besteht. Magenverstimmungen und Durchfälle können die Folge sein.

  • Praktisch sämtliche Körperteile und Organe können von einer Dulcamara-Krankheit nach Exposition gegenüber nasser Kälte angegriffen werden. Natürlich sind Schnupfen, Husten und auch schwerere Affektionen der Atemwege häufig. In diesem Zusammenhang sind auch Stirnhöhlenentzündungen nicht selten, ebenso „katarrhalische“ Kopfschmerzen bei nasskaltem Wetter. Ferner kommen Magenverstimmungen, Bauchschmerzen und Durchfälle vor. Blasen- und Nierenentzündungen mit der genannten Causa sollten immer an Dulcamara denken lassen. Und dabei ist die Wirkung der Arznei keineswegs auf akute Fälle beschränkt. Sie kann z. B., wie Kent sagt, den Organismus von Kindern „befestigen gegen die Neigung zu pausenlosen Erkältungen“; sie kann auch etwa eine chronisch rezidivierende Nierenentzündung dauerhaft heilen, wenn die Symptome passen. Über die besonders charakteristischen rheumatischen und arthritischen Leiden sowie Lähmungen wurde ja schon oben gehandelt.

  • Die Haut:Hautleiden als Begleitsymptom einer allergischen Erkrankung Dulc.Hautleiden von Dulcamara, die so wichtig in der Differenzialdiagnose zu CALCIUM CARBONICUM sind, können Begleitsymptome einer allergischen Beschwerde sein, z. B. von Heuschnupfen oder Asthma, die ja häufig mit allergischen Hautreaktionen verbunden sind – freilich ist Dulcamara nur dann wirklich angezeigt, wenn die Symptome passen. Es kann sich um Nesselausschläge, Pemphigus-artige Erscheinungen o. Ä. handeln. Die Hautsymptome zeigen sich meist gleich zu Beginn der Erkrankung. Nasse Kälte kann sie verschlimmern, aber auch zu ihrem Verschwinden führen. Und in manchen Fällen kommen erst nach diesem Verschwinden des Ausschlages von der Körperoberfläche schwere Lähmungserscheinungen, Neuralgien, Ödeme u. ä. auf. Dulcamara ist mithin auch ein Mittel bei Hautausschläge, unterdrückte Dulc.Haut:Beschwerden nach Unterdrückung von Hautausschlägen durch nasse Kälte Dulc.Beschwerden nach Unterdrückung von Hautausschlägen durch nasse Kälte.

  • Dulcamara hat nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Schleimhaut:übermäßige Sekretion, von zähem Schleim Dulc.Schleimhäute eine starke Wirkung. Die Schleimhäute werden zu übermäßiger Sekretion angeregt, sodass es in der Nase, im Rachen, im Hals und in der Brust große Ansammlungen zähen Schleims gibt. Auch die Ausscheidungen aus der Blase und dem Darm sind häufig schleimig oder mit Schleim durchsetzt. In seinem Keuchhusten-Buch schreibt Bönninghausen: „Dulcamara ist wohl selten anders anzuwenden als da, wo nach unterdrückten Ausschlägen oder nach starker Erkältung … übermäßige Schleimabsonderung in inneren Teilen dasselbe anzeigt.“ Und unter den Begleitsymptomen des Keuchhustens nennt er: „Untätigkeit der äußeren Haut, bei übermäßigen Absonderungen der inneren Schleimhäute und Schleimdrüsen.“ Freilich ist die Untätigkeit der Haut mit „gänzlichem Mangel an Schweiß“ (Bönninghausen) keineswegs in allen Dulcamara-Fällen zu finden (siehe auch unten, „Fieber, Frost, Schweiß“).

  • Charakteristisch für Dulcamara ist ein unscheinbares Symptom, das man oft ganz zufällig im Interview erfährt. Dulcamara-Patienten bekommen nämlich häufig ganz plötzlich Harndrang:ganz plötzlicher starker, bei Kälte Dulc.starken Harn- oder Stuhldrang, wenn ihnen kalt wird. Wenn Sie dieses Symptom von einem Patienten hören, sollten Sie auf jeden Fall Dulcamara in Erwägung ziehen.

  • Eine auffällige Lokalisation von Dulcamara bei Bauchschmerzen und Hautleiden ist der Nabel:Schmerzen am Nabel und in der Nabelgegend Dulc.Nabel. In den Prüfungen zeigten sich stechende, kneipende, drehende, wühlende, nagende und pochende Schmerzen am Nabel und in der Nabelgegend. Bei Durchfällen, die mit Dulcamara geheilt wurden, verspürten die Patienten regelmäßig ein heftiges Schneiden in den Gedärmen um den Nabel herum vor dem Stuhl. Schmerzen, die ihr Zentrum „mitten im Loch“ haben (Tyler); Hautausschläge im Nabel und um ihn herum.

  • Die Dulcamara-Schmerzen sind häufig stechend und fallen vor allem durch ihre Richtung auf: Im Normalfall gehen sie Schmerzen:von innen nach außen Dulc.von innen nach außen. Das gilt für den Kopf, den Rücken, die Glieder und den ganzen Körper. Hahnemann schreibt: „Stumpfe Stiche hie und da in den Gliedern und am übrigen Körper, gewöhnlich herauswärts.“ Von dieser allgemeinen Regel gibt es nur wenige Ausnahmen.

  • Ein seltsames Symptom: „Schmerz, als sollte der Leib in der Lendengegend über den Hüften abgeschnitten werden; vor Schmerz bewegt er sich hin und her, ohne still sitzen zu können, doch ohne Linderung.“

Lokalsymptome
SchwindelAls er früh aus dem Bett aufstehen wollte, wäre er fast gefallen vor Schwindel, allgemeiner Schwäche und Zittern am ganzen Körper. Morgens beim Erwachen heißer Kopf mit Schwindelgefühl und Schwarzwerden vor den Augen. Schwindel beim Gehen, mittags vor dem Essen, als wenn alle Gegenstände vor ihm stehen blieben und es ihm schwarz vor den Augen würde.
KopfDulcamara heilt besonders „katarrhalische und rheumatische Kopfschmerzen:schlimmer in naßkaltem Wetter Dulc.Kopfschmerzen, die in naßkaltem Wetter schlimmer sind“. Nach einer Erkältung stellt sich ein Schnupfen ein, doch plötzlich versiegt die Sekretion, die Atemwege fühlen sich extrem trocken an, und starke Kopfschmerzen beginnen. Andererseits kann Dulcamara auch unter dumpf drückenden Kopfschmerzen leiden, die mit starker Schleimabsonderung verbunden Kopfschmerzen:dumpf drückend, verbunden mit starker Schleimabsonderung Dulc.sind, mit kräftigem Schnupfen, Stirnhöhlenentzündung und anderen Atemwegsaffektionen. „Dumpfer Kopfschmerz in Stirn und Nasenwurzel, als hätte er ein Brett vor dem Kopfschmerzen:als hätte er ein Brett vor dem Kopf Dulc.Kopf.“ „Den ganzen Tag ein dumpfer Kopfschmerz, besonders am linken Stirnhügel. Abends wird der dumpfdrückende Kopfschmerz ärger, bei zunehmendem Schnupfen.“ Die Schmerzen können betäubend wirken und zu „Dummlichkeit“ im Kopf führen. „Betäubender, drückender Kopfschmerz im Hinterhaupt, vom Nacken herauf.“
Ferner findet man bei Dulcamara-Kopfschmerzen häufig ein Stechen, Bohren oder Wühlen von innen nach Kopfschmerzen:Stechen, Bohren, Wühlen von innen nach außen Dulc.außen; wie oben schon erwähnt, ist diese Richtung der Schmerzen für Dulcamara allgemein charakteristisch. Einige Beispiele:
  • Schwere in der Stirn, mehrere Tage lang, mit Stichen in der Schläfengegend von innen nach außen.

  • Schwere des Kopfes, mit herausbohrendem Schmerz in der Schläfe und Stirn, wie auf Nachtschwärmerei.

  • Bohrender Schmerz von innen heraus, bald in der Stirn, bald in den Schläfen.

  • Wühlen und Drücken im ganzen Umfang der Stirn.

Manchmal wird auch ein Gefühl von Auftreibung oder Vergrößerung des Gehirn:Gefühl von Auftreibung oder Vergrößerung Dulc.Gehirns berichtet: „Heftiges Kopfweh wie ein Wühlen in der Mitte des Gehirns, im Vorderkopf, wie Düsterheit und Empfindung, als wäre das Gehirn aufgetrieben.“ „Gefühl, als habe sich der Hinterkopf vergrößert.“
Schmerzen, als sollte der Kopf zerspringen, von der Stirn bis zum Nasensattel.
Kopfweh, das nur eine ganz kleine Stelle einnimmt, „wo es sich als Druck wie mit einem stumpfen Instrument artet“.
  • Einige Modalitäten, neben der bekannten Verschlimmerung durch nasse Kälte: Die Kopfschmerzen sind meist abends am stärksten; sie werden meist, im Gegensatz zu den allgemeinen Modalitäten, durch Bewegung verstärkt und in der Ruhe gemildert.

  • Ein geheilter Fall: „Eine gesunde Frau von 40 Jahren bekam, nachdem sie plötzlich besinnungslos zu Boden gefallen und wieder zu sich gekommen war, folgenden Kopfschmerz: Starkes bohrendes Brennen in der Stirn und dem Scheitel, mit Wühlen im Gehirn, von innen nach außen; Gefühl, als wenn ein Brett vor der Stirn das Wühlen zurückdrücke. Bei jeder Bewegung, selbst beim Sprechen, der Schmerz heftiger; Schwerheitsgefühl im Kopf; Speichelzusammenfluss im Mund, bei Trockenheit der Zunge und Durst; Puls hart, gespannt; große Schwäche und Zerschlagenheit der Glieder. Sie erkrankte bei feuchter, regnerischer Witterung“ (Gaspary).

  • Weitere klinische Beobachtungen: „Kopfschmerzen besonders von Erkältung, z. B. heftiger drückender Stirnschmerz und Kopfbetäubung nach vorherigem Reißen in den Beinen, Fließschnupfen und darauf Nasenverstopfung, Mattigkeit, Appetitmangel, Bittergeschmack“ (Hartlaub). Oder: Beständiger dumpfer Schmerz in Kopf, Brust und Magen, mit großer Unruhe, Niedergeschlagenheit, mühsamer Atmung, Benommenheit und Unfähigkeit, die Gedanken zu sammeln.

  • Blutandrang zum Kopf, mit Ohrensausen und Schwerhörigkeit.

  • Ein Frösteln über Hinterkopf, Genick und Rücken, jeden Abend Frösteln:über Hinterkopf, Genick und Rücken, jeden Abend wiederkehrend Dulc.wiederkehrend, mit Gefühl wie Sträuben der Haare.

Zahlreiche Ausschläge auf dem Kopf, insbesondere Milchschorf und Haut:Ausschläge auf dem Kopf, insbesondere Milchschorf und Ringelflechte Dulc.Ringelflechte. Milchschorf mit dicken, gelben, braunen Grindborken; Ringelflechte der Kinder an der behaarten Kopfhaut.
AugenAugenentzündungen an kalter, feuchter Augen:Entzündungen an kalter, feuchter Luft Dulc.Luft; auch allergisch bedingte Reizungen der Augen, etwa im Zusammenhang mit Heuschnupfen. Rötung der Augen, dicke, gelbe, eitrige Absonderungen. „Jedes Mal, wenn ich mir eine Erkältung einfange, schlägt sie sich auf die Augen“, zitiert Kent einen Patienten. Augenentzündung der Neugeborenen, bei Ausbleiben des Stuhles.
Lidptosis infolge von kalter Augenlid:Ptosis infolge von kalter Nässe Dulc.Nässe, etwa wenn man bei Dauerregen im Freien gearbeitet hat. „Eine Art Lähmung des oberen Augenlides, als wenn es herabfallen sollte“ (aus der Prüfung). Zucken der Augenlider, bei kalter Augenlid:Zucken bei kalter Luft Dulc.Luft.
Drücken in den Augen, beim Lesen verschlimmert. Geweitete Pupillen.
Trübsehen, dass man alles wie durch einen Schleier sieht. Funken vor den Augen. Ein Gefühl, als ob Feuer aus den Augen sprühte, beim Gehen in der Sonne; dasselbe Gefühl dann auch im Zimmer.
OhrenKinder mit großer Neigung zu katarrhalischen Mittelohrentzündungen nach jeder Ohren:katarrhalische Mittelohrentzündungen nach jeder Erkältung Dulc.Erkältung. Sehr starke Ohrenschmerzen, besonders nachts, in der Ruhe; die ganze Nacht hindurch, sodass man nicht schlafen kann. Morgens kann der Schmerz plötzlich aufhören, doch bleibt ein Rauschen im Ohr zurück. Ohrenschmerzen verbunden mit großer Übelkeit.
„Reißen im linken Ohr, mit Stichen darin von innen nach außen, dabei Trommeln und Bubbern vor dem Ohr, dass er nicht gut hört, und Knistern darin, beim Öffnen des Mundes, als ob es entzwei sei.“ Eine Art Prickeln, erst im einen, dann im anderen Ohr, als ob sehr kalte Luft hineingeraten wäre. Feine Stiche im Gehörgang und der Ohrspeicheldrüse; letztere ist häufig geschwollen.
NaseNase:starke Neigung zu Erkältungen, mit Verstopfung der Nase Dulc.Starke Neigung zu Erkältungen und Schnupfen, vor allem mit Verstopfung der Nase. Patienten, die erzählen: „Doktor, wenn es draußen nasskalt ist, kriege ich immer gar keine Luft durch die Nase.“ Muss durch den Mund atmen, schnarcht deshalb stark im Schlaf.
Starkes Ausfließen von Schleim aus der Nase; Kinder mit ewig laufenden Nasen. Besonders aber dann angezeigt, wenn der Fließschnupfen bei Einwirkung kalter Luft plötzlich aufhört und die Nasenlöcher sich Schnupfen:Fließschnupfen hört bei Einwirkung kalter Luft plötzlich auf, verstopfte Nasenlöcher Dulc.verstopfen. Trockener Schnupfen, wo die Sekretion an kalter Luft plötzlich aufhört und ein Gefühl extremer Trockenheit in den Atemwegen eintritt; nach Aufhören der Sekretion kommt es zu Kopfschmerzen, Aphonie oder anderen Komplikationen. Oder auch: sehr viel Schleim im Retronasalraum.
Schnupfen, der sich durch Bewegung Schnupfen:besser durch Bewegung Dulc.bessert, in der Ruhe aber stärker wird. „Jedes Jahr, wenn die Nächte wieder kälter werden und die Herbstregen fallen, verstopft sich die Nase, der Patient muss dauernd niesen und wünscht, dass die Nase warm ist. Ich habe solche Leute gesehen, wie sie in der geheizten Stube saßen, mit einem in heißem Wasser ausgewrungenen Tuch über dem Gesicht, um den lästigen Katarrh der Nase und die Reizung der Augen zu lindern. Hitze bessert die verstopfte Nase, verstopfte:Besserung durch Hitze Dulc.Nase. Mit dem heißen Tuch über dem Gesicht bekommen diese Patienten manchmal Luft durch die Nase, aber wenn sie z. B. der Nachtluft ausgesetzt sind oder sich in einem kalten Raum aufhalten müssen oder in kalten Regen geraten, geht es ihnen sehr schlecht“ (Kent).
Heuschnupfen und andere allergische Heuschnupfen Dulc.Reaktionen, mit großer Empfindlichkeit gegen frisch gemähtes Gras; verstopfte Nase und rote, tränende Augen; besser durch Wärme, schlimmer durch Kälte.
Starkes Nasenbluten, das Blut ist hellrot und warm; mit Druckgefühl über der Nase und besonders im Bereich des Sinus sagittalis.
GesichtNeuralgien, Lähmungen und Krämpfe im Gesicht, nach geringster Gesicht:Neuralgien, Lähmungen und Krämpfe, nach geringster Kälteexposition Dulc.Kälteexposition; besser durch äußere Wärme. Linksseitige Trigeminusneuralgie, die vom Jochbein auszugehen scheint; kurz vor dem Anfall werden die betroffenen Teile eiskalt; begleitet von Heißhunger. Nach Durchnässung zunächst Nervenschmerzen, dann linksseitige Fazialislähmung; verbunden mit einem juckenden, roten Frieselausschlag, schlimmer bei nassem Wetter. Die Verbindung von Nervenbeschwerden und Haut:Verbindung von Nervenbeschwerden und Hautaffektionen Dulc.Hautaffektionen ist sehr charakteristisch für Dulcamara. Schiefgezogener Mund, Lähmung des Unterkiefers, beim Kaltwerden.
Krämpfe, die in den Gesichtsmuskeln beginnen und sich dann auf den ganzen Körper ausweiten. Zuckende Bewegungen der Augenlider und Lippen bei kalter Luft.
Zahlreiche Hauterscheinungen im Gesicht, vor allem Impetigo Dulc.Haut:Impetigo Dulc.Impetigo; Pusteln, milchschorfartige Krusten, Pickel, Bläschen. Zum Beispiel: „Aus kleinen, bald nahe aneinander liegenden, bald einzeln stehenden, mit rotem Hof umgebenen Pusteln, die schnell aufbersten, ergießt sich eine Menge zäher, klebriger, gelblicher Flüssigkeit, die schnell zu dicken, gelben, braunen Grindborken zusammentrocknet und Stirn, Schläfe, Wangen, Kinn usw. bedeckt; mit Mühe hält man die Kinder vom Kratzen ab, wozu sie das heftige Jucken, besonders nachts, zwingt. Unter den Schorfen dauert die eitrig-lymphatische Absonderung fort; abgefallene Krusten erzeugen sich schnell wieder.“
Oder: „Eine Gruppe kleiner, stecknadelkopfgroßer, dicht beisammenstehender Bläschen mit rotem Hof, links auf der Backe nach dem Auge, und beim Mundwinkel, rechts am Halse, mit bis ins Bläuliche spielender Röte der Backen und bedeutenden Erkältungsbeschwerden.“
Nässende Flechten auf den Backen. Warzen im Haut:Warzen im Gesicht Dulc.Gesicht. Tyler berichtet von einer Patientin mit einer Warze auf dem Unterlid, die so groß war, dass sie das Sehen beeinträchtigte. Nach einer Gabe Dulcamara CM begann sie auszutrocknen, und die Patientin rieb sie im Verlauf der nächsten vierzehn Tage vollständig weg.
Blasses Gesicht, mit umschriebener Wangenröte. Aufgedunsenes Gesicht, brennend heiß.
MundZungenlähmung infolge von feuchter Zunge:Zungenlähmung infolge von feuchter Kälte Dulc.Kälte ist ein Leitsymptom von Dulcamara. Clarke gelang es, die von einem Sarkom an der Schädelbasis ausgehenden stechenden Schmerzen zum Vorderkopf massiv zu lindern. Damit verbunden war eine partielle Zungenlähmung, die das Wahl anzeigende Symptom für Dulcamara hergab.
Anschwellen und Lähmung der Zunge, was rasch schlimmer wird; spricht unartikuliert, bringt kein deutliches Wort mehr hervor; trotzdem versucht er andauernd zu sprechen. Geschwulst der Zunge, mit verhindertem Sprechen und Atmen. Juckendes Kribbeln auf der Zungenspitze.
Trockene, raue Zunge und heftiger Durst auf Kaltes, dennoch vermehrte Speichelabsonderung.
Zäher, seifenartiger Speichel, zäher Dulc.Speichel, der in großer Menge ausfließt; dabei lockeres, schwammiges Zahnfleisch. Zähne stumpf und wie gefühllos. Bitterer Mundgeschmack. Mundfäule, besonders nach Mundfäule:besonders nach Erkältung Dulc.Erkältung. Ehrhardt behandelte 1839 zahlreiche Fälle einer Stomatitis-Epidemie, bei der Dulcamara dem Genius epidemicus entsprach. Seine Beschreibung in Auszügen: „Das Fieber war remittierend, morgens exacerbierend, und ließ mit Ausbruch des Mund-Exanthems nach; letzteres aber war bedeutend, entkräftete sehr, die Rekonvaleszenz zog sich in die Länge. Die Bewohner ganzer Ortschaften und Landstriche wurden zugleich befallen. Die Schleimhaut der Mundhöhle war in ihrer ganzen Ausbreitung sehr angeschwollen, hier und da roh und exkoriiert, hochrot, die vom Epithelium entblößten Stellen höchst schmerzhaft, Sprechen, Kauen, Schlucken sehr behindert, die Zähne mit zähem, schmutzigem Schleim dick belegt, in die Wangen und den Zungenrand tief eingedrückt. Atem und Ausflüsse des Kranken aashaft riechend, steter Speichelfluss.“ Ein Prüfungssymptom: „Am Inneren der Oberlippe, am Vorderteil des Gaumens, auch äußerlich um den Mund herum Blütchen und Geschwürchen, welche bei Bewegung der Teile reißend schmerzten.“
HalsVon jeder Wetterveränderung zum Kalten Halsentzündung mit Hals:Entzündung mit Tonsillitis Dulc.Tonsillitis. Erkältungen beginnen oft in der Nase und wandern über den Nasen-Rachen-Raum abwärts. Hyperämie der Uvula; Drücken im Hals, wie wenn das Zäpfchen zu lang wäre.
Sehr viel Schleim im Schlund, es kratzt im Hals, und der Patient ist zum ständigen Ausräuspern sehr zähen Schleims genötigt.
AtemwegeHeiserkeit:Schleim in der Luftröhre, von viel Dulc.Heiserkeit und raue Stimme, von viel Schleim in der Luftröhre, vor allem nach Erkältung. Wenn diese Beschwerden mit Hautreaktionen verbunden sind, weist dies zusätzlich auf Dulcamara hin. Braun berichtet von einem Fall, wo mit Heiserkeit und Husten Warzen an den Fingern und Berührungsempfindlichkeit der Haut am Oberkörper einhergingen (AHZ 2/1995).
  • Aphonie infolge von Stimmbandlähmung, weil man über einem feuchten Keller geschlafen Aphonie:infolge von Stimmbandlähmung, weil man über einem feuchten Keller geschlafen hat Dulc.hat (Clarke); eine bemerkenswerte Lähmungserscheinung nach Exposition gegenüber feuchter Kälte.

  • Bronchitis, von Kindern und alten Leuten mit Mangel an Lebenswärme Dulc.Bronchitis von Kindern und alten Leuten mit Mangel an Lebenswärme und verminderten Abwehrkräften.

  • Asthma Asthma:mit reichlich Schleimsekretion, besonders bei nassem Wetter Dulc.mit reichlicher Schleimsekretion, besonders bei nassem Wetter; zuvor können Ausschläge im Gesicht auftreten, bei deren Verschwinden beginnen die asthmatischen Beschwerden.

  • Brustbeklemmung von Verschleimung; mühsames Atmen. Großer Beklemmungsschmerz in der ganzen Brust, besonders beim Ein- und Ausatmen.

  • Husten bei nasskaltem Wetter oder auch von Nasswerden (etwa nachdem man ins Wasser gefallen ist); reichliche Schleimproduktion, muss aber lange husten, um den Schleim loszuwerden; besonders bei Kindern und alten Leuten.

  • „Eine Art Keuchhusten nach Erkältung“ (Hahnemann) oder auch nach Zurücktreten von Hautausschlägen. Feuchter Husten, besonders nach Erkältungen mit Heiserkeit, zuweilen mit nächtlichem Auswurf hellroten Blutes; oder keuchender, bellender Hus-ten, Husten:schlimmer im Zimmer und im Liegen, besser bei Bewegung Dulc.schlimmer im Zimmer und im Liegen, besser bei Bewegung; erregt durch Tiefatmen. Charakteristisch sind hier Causae und Modalitäten des Hustens, ferner die profuse Schleimabsonderung. Bönninghausen gibt in seinem Keuchhustenbuch folgende Kennzeichen des Dulcamara-Hustens an: „Keuchhusten von übermäßiger Schleimabsonderung im Kehlkopf und in der Luftröhre erregt, daher bei jedem Anfall beträchtlicher, leichter Auswurf von geschmacklosem Schleim, oft mit hellrotem Blut.“ Zu den Modalitäten der Verschlimmerung rechnet er unter anderem: „Lange Ruhe und darauf Anstrengung. Tiefatmen.Verschlimmerung:nasse Kälte, zurückgetretene Hautausschläge verschiedener Art Dulc. Nasse Kälte. Zurückgetretene Hautausschläge verschiedener Art.“ Unter „Begleitung“ finden sich etwa: „Viel Schleim im Schlunde. Schleim-Erbrechen. Schleim-Durchfall. Schleimiger Bodensatz im Harn. Stockschnupfen in kalter Luft. Die Luftröhre voll von Schleim. Brustbeklemmung von Verschleimung. Untätigkeit der äußeren Haut, bei übermäßigen Absonderungen der inneren Schleimhäute und Haut:Untätigkeit der äußeren H. bei übermäßigen Absonderungen der inneren Schleimhäute Dulc.Schleimdrüsen. Gänzlicher Mangel an Schweiß.“

  • Heftiges Stechen in der Brust, bald auf der rechten, bald auf der linken Seite; muss viel husten und wirft einen zähen Schleim aus.

  • Zahlreiche Schmerzen im Schmerzen:im Thoraxbereich, häufig neuralgischer Art Dulc.Thoraxbereich, häufig neuralgischer Art. Zum Beispiel: „Durch die linke Brustseite zieht sich in Absätzen ein sehr empfindlicher, wellenartiger Schmerz, fast wie reißender Druck.“ Eine Reihe stumpf stechender und schneidender Schmerzen; sie können von innen nach außen verlaufen (wie es in den meisten anderen Körperregionen der Fall ist, vgl. den Abschnitt „Die essenziellen Merkmale“), aber auch von außen nach innen. Einige Prüfungssymptome: „Stumpfer, betäubender Stich unter dem rechten Schlüsselbein in die Brust hinein.“ „Stechender Schmerz in der linken Brustseite, wie von einem stumpfen Messer, in der Gegend der fünften, sechsten Rippe.“ „Mitten auf dem Brustbein ein stechend reißender Schmerz, der durch die ganze Brust bis zum Rückgrat ging, im Sitzen, und beim Aufstehen verging.“ „Tief schneidender Schmerz in der linken Brustseite, dicht unter dem Schlüsselbein, durch Daraufdrücken vergehend.“

HerzStarkes, äußerlich fühlbares Herzklopfen, besonders nachts. Herzklopfen mit der eigenartigen Empfindung, „als fühlte er das Herz außerhalb der Brusthöhle schlagen“.
MagenVerdauungsstörungen mit Frösteln, jedes Mal wenn das Wetter kalt wird.Verdauungsstörungen:mit Frösteln, bei kaltem Wetter Dulc.
Hunger, aber zugleich Widerwillen, ja Ekel gegen jede Speise, mit einem Schaudern, als ob Erbrechen kommen wollte. Oder auch: „Appetit, er verlangt viel, stößt es aber beim Darreichen Appetit, er verlangt viel, stößt es aber beim Darreichen zurück Dulc.zurück.“ (Dieses Symptom, klinisch zuerst an einem 13 Monate alten Jungen mit Pemphigus und durchfälligen Stühlen beobachtet, ist auch als „kapriziöses“ Gemütssymptom verstanden und klinisch bestätigt worden.)
Abneigung gegen Kaffee. Heftiger Durst auf Durst:Kaltes, auf Dulc.Kaltes; „das Getränk konnte er nicht kalt genug bekommen.“ Dennoch werden kalte Getränke keineswegs sonderlich gut Unverträglichkeit:kalte Getränke Dulc.vertragen, vielmehr oft sofort wieder erbrochen. Sie können auch Magenverstimmungen und sogar Brechdurchfall auslösen. Auch dies kann als „Folge nasser Kälte“ verstanden werden.
Viel Aufstoßen. Leeres Aufstoßen, mit Schütteln wie von Ekel; wiederholtes Aufstoßen beim Essen, sodass einem das Gegessene wieder hochkommt.
Große Übelkeit mit Brechreiz, oft verbunden mit Frösteln. Übelkeit, die den Stuhldrang begleitet.
Erbrechen des Getrunkenen, auch von Galle, besonders aber Erbrechen:Schleim, von Dulc.Schleimerbrechen. „Erbrechen bloß zähen Schleims.“ „Es kommt ihm so warm in die Höhe und dann erfolgt Erbrechen von Schleim, morgens.“
Gefühl von Aufgetriebenheit in der Magengrube, mit unangenehmer Leereempfindung im Bauch. Oder: Eingezogene Magengegend, mit brennendem Schmerz; bei Brechdurchfall.
AbdomenSehr charakteristisch ist in diesem Bereich Bauchweh „wie von Verkältung“ bzw. „wie von naßkalter Witterung zu entstehen Bauchschmerzen:infolge von Erkältung mit einem Gefühl als ob Durchfall entstehen sollte Dulc.pflegt“. Solche Bauchschmerzen sind meist verbunden mit einem Gefühl, als ob Durchfall entstehen sollte, und nicht selten kommt es auch wirklich zu durchfälligen Stühlen. Einige Prüfungssymptome, die auf Schmerzqualitäten und Begleitsymptome hinweisen: „Knurren im Bauch, als wollte Stuhlgang erfolgen, mit etwas Kreuzweh.“ „Stumpfes Kneipen im Bauch, als wenn Durchfall entstehen wollte.“ „Es geht ihm kneipend und schneidend und wühlend im Bauch herum, als sollte Durchfall entstehen.“
Eine sehr häufige Lokalisation von Bauchschmerzen, aber auch von Hautaffektionen ist der Nabel.Bauchschmerzen:Nabelgegend, in der Dulc. Schmerzen, die „mitten im Loch“ empfunden werden (M. Tyler), sollten an Dulcamara denken lassen. In der Prüfung kommen z. B. vor: „Drehendes Wühlen und Kneipen um die Nabelgegend.“ „Nagendes Pochen gleich über dem Nabel.“ „Stechender Schmerz in der Nabelgegend.“ Klinisch wurde in einer großen Zahl von Fällen, vor allem wo die Hauptbeschwerde Diarrhö war, ein Schneiden in den Gedärmen, besonders um den Nabel herum, beobachtet.
Eine seltsame Schmerzempfindung: „Heftiges Bauchkneipen, Bauchschmerzen:als ob ein langer Wurm in den Eingeweiden auf und ab kröche Dulc.als ob ein langer Wurm in den Eingeweiden auf und ab kröche und nagte und kneipte.“
Dulcamara hat auch eine deutliche Wirkung auf die Lymphknoten:Vergrößerung und Entzündung der Leistenlymphknoten, besonders nach Erkältung Dulc.Leistenlymphknoten, die sich vergrößern und entzünden können, besonders nach Erkältung. In Noack/Trinks/Müllers Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre wird ein geheilter Fall von Knorre resümiert: „Entzündliche Anschwellung der Leistendrüsen, durch Erkältung entstanden, vorzüglich schmerzhaft beim Bewegen der Füße und beim Versuch zu gehen, weniger bei Berührung, dabei ziehender, spannender Schmerz in dem affizierten Teil bis über den Schambogen verbreitet, Erbrechen, Durchfall, leichtes Fieber.“
Rektum und StuhlSchleimige Durchfälle mit Bauchschmerzen, vor allem in der Nabelgegend, infolge von Durchfälle:schleimige, mit Bauchschmerzen, vor allem in der Nabelgegend, infolge von Erkältung Dulc.Erkältung – das ist das charakteristische Krankheitsbild von Dulcamara in diesem Bereich. Jahr fasst die Symptome in seinem Symptomencodex so zusammen: „Schleimige Durchfälle, weiß oder grün oder gelb; Durchfälle mit Leibschmerzen nach Erkältung, besonders im Sommer, mit nächtlichen wässrigen Ausleerungen, oder mit Vorfall des Mastdarms; langwieriger blutiger Durchfall, mit Beißen am After, oder mit Erbrechen, Aufstoßen und Durst.“ Die übliche Causa der Durchfälle, „Erkältung“ oder „Verkühlung“, sieht in den meisten Fällen so aus, dass plötzlich ein jäher Durchfall:nach plötzlichem Temperaturabfall Dulc.Temperaturabfall stattfindet. Das kann der Fall sein im Herbst (kalte Nächte nach heißen Tagen), bei Arbeitern in Kühlräumen (die aus dem Warmen immer wieder ins Kalte müssen), wenn man ins Wasser fällt oder (z. B.) beim Angeln durch kaltes Wasser watet, wenn man beim Wandern nasse Füße bekommt, ja selbst durch Trinken von Kaltem in erhitztem Zustand (vgl. BELLIS PERENNIS). Sehr eiliger Stuhldrang, sobald einem kalt Stuhldrang:sehr eiliger Stuhldrang, sobald einem kalt wird Dulc.wird, ist ein Leitsymptom der Arznei.
Der Durchfall ist meist schleimig, gelegentlich auch flüssig, und häufig von großer Mattigkeit gefolgt. Ein Prüfungssymptom: „Abends im ganzen Unterbauch Kneipen, mit Anregung zum Stuhl; … bekam einen starken, feuchteren Stuhl, und zuletzt viel, ganz dünnen, sauer riechenden Stuhl, worauf er sich erleichtert, aber matt fühlt.“ Häufig sind die Durchfälle von Übelkeit, manchmal auch Erbrechen begleitet. Ein Fall von Groß: „… litt nach Erkältung seit einem Monat an Durchfall. Heftiges Schneiden in den Gedärmen, besonders um den Nabel herum, dann Übelkeit, kalter Schweiß, flüssiger Stuhl und bisweilen zugleich Erbrechen. Die letzte Nacht folgten die Stühle ununterbrochen aufeinander, Übelkeit hörte nicht auf, zugleich Aufstoßen, stets lästiger Durst; im Mastdarm Beißen wie Salz; Ausleerungen oft grün, gallertartig.“ Auch schleimig-blutige Absonderungen sind mit Dulcamara geheilt worden. Die Arznei ist z. B. angezeigt bei ruhrartigen Durchfällen mit Grippesymptomen, etwa Ziehen, Reißen, Steifheit der Gliedmaßen, Nackensteifheit, Kreuzweh usw.
In den Chronischen Krankheiten wird auch eine ganze Reihe von Symptomen aufgezählt, die Dulcamara bei Obstipation indizieren könnten; doch gibt es bisher kaum klinische Bestätigungen. Immerhin könnte man bei andauerndem vergeblichem Stuhldrang mit Übelkeit an Dulcamara denken; berichtet wird ferner von Stuhlverstopfung als Begleitsymptom von Strangurie sowie von Ophthalmia neonatorum.
HarnwegeDulcamara ist recht häufig angezeigt bei Blasenentzündung, rezidivierende Dulc.rezidivierenden Blasenentzündungen und auch Nierenbeckenentzündung:nasser Kälte, infolge von Dulc.Nierenbeckenentzündungen infolge von nasser Kälte, etwa wenn man nach dem Baden noch längere Zeit im Badeanzug herumgesessen hat, aber auch z. B. nach Schiffbrüchen u. dgl. Es kann bei akuten und bei chronifizierten Harnwegsinfekten heilend wirken, auch dann, wenn die Causa schon sehr lange zurückliegt. Schleim, Eiter und Blut im Urin; beständiger, schmerzhafter Harndrang.
Clarke führt eine Symptomenkombination an, die Dulcamara indiziert: schleimig-eitriger Urin mit allgemeiner einseitiger Empfindlichkeit, besonders im Bauchraum. Ein geheilter Fall, der diese Indikation belegt: Harnbeschwerden seit Jahren; häufiges Wasserlassen, jedoch jedes Mal nur tropfenweiser Abgang; färbt die Wäsche gelb. Verschlimmerung nachmittags und bei nasskaltem Wetter. Niere:Schmerzhaftigkeit über der linken Dulc.Schmerzhaftigkeit über der linken Niere und in der linken Iliakalregion, Schmerzhaftigkeit in der linken Dulc.Iliakalregion, Wärme:besser in der Dulc.Nierenschmerzen:besser nach Bewegung und in der Wärme Dulc.Bewegung:besser nach Dulc.besser nach Bewegung und in der Wärme. Schwitzt schnell, erkältet sich leicht, bekommt dann immer Halsweh. Mag keine Süßigkeiten.
Ein Leitsymptom, das sofort aufhorchen lassen sollte: Sagt eine Patientin, Wasserlassen:muss augenblicklich W., wenn ihr kalt wird Dulc.sie müsse augenblicklich Wasser lassen, wenn ihr kalt werde, so ist unbedingt Dulcamara in Erwägung zu ziehen. Einige Prüfungssymptome: Beim Wasserlassen:Brennen in der Mündung der Harnröhre Dulc.Harnröhre:Brennen in der Mündung der H. beim Wasserlassen Dulc.Wasserlassen Brennen in der Mündung der Harnröhre. Trüber, weißlicher, auch übel riechender Harn; manchmal mit stinkendem Schweiß verbunden. Rötlich gefärbter, brennender Harn. Schleimiger, bald roter, bald weißer Satz im Harn.
Dulcamara kann bei Ischurie angezeigt sein, auch wenn diese chronisch ist. In Rückerts Klinischen Erfahrungen findet sich z. B. der Fall eines 60-jährigen Mannes, der nach einer Erkältung neun Jahre lang unter starken Harnbeschwerden litt. Die Symptome: „Fast beständiger Harndrang, Drang tief im Unterleib, von da in den Schoß, mit Brennen in den Hüften, als sollte Wasser kommen, aber es scheint ein Hindernis da zu sein. Dabei heftiges Drängen und heftiges schmerzhaftes Brennen durch das ganze männliche Glied. Harn geht bloß tropfenweise, in kleinen Absätzen ab, befördert durch Druck mit dem Finger auf die Prostata.“ Der Drang kehrte Tag und Nacht spätestens nach einer halben Stunde wieder; der Urin hatte einen zähen, schleimigen Satz, roch faulig und enthielt blutige Knötchen. Zu den Begleitsymptomen gehörte ein Zittern besonders des rechten Arms.
Ferner kann Dulcamara bei Harnabgang:unwillkürlicher, infolge von Blasenlähmung Dulc.unwillkürlichem Harnabgang infolge von Blasenlähmung heilend wirken. Es hat auch eine 16-jährige geheilt, die zunächst unter Strangurie litt, welche nach einiger Zeit in Bettnässen übergegangen war; auffällige Gemütssymptome waren Ungeduld und Streitsucht.
Schließlich noch ein bemerkenswertes Symptom, das bei einem einjährigen, an Pemphigus leidenden Jungen beobachtet wurde: „Urin riecht stark, ist beim Abgang trübe, und Urin:verursacht auf den von demselben benetzten Hautstellen juckendbrennende Schmerzen Dulc.Pemphigus:Urin verursacht auf den von demselben benetzten Hautstellen juckendbrennende Schmerzen Dulc.verursacht auf den von demselben benetzten Hautstellen juckendbrennende Schmerzen.“ Nicht nur die Hautkrankheit, sondern auch das Harnwegssymptom wurde mit Dulcamara beseitigt. Kombinationen von Hautsymptome, kombiniert mit Harnwegssymptomen Dulc.Harnwegssymptome, kombiniert mit Hautsymptomen Dulc.Harnwegs- und Hautsymptomen kommen bei Dulcamara übrigens generell häufig vor, besonders nach Verkühlung.
Männliche GenitalienEiternde, nässende Hautausschläge an den männlichen Geschlechtsteilen; Herpes genitalis. Hitze, Jucken und Reiz zum Koitus an den Genitalien.
Weibliche GenitalienBegehren, gesteigertes sexuelles, besonders bei feuchtem Wetter Dulc.Gesteigertes sexuelles Begehren, mit Hitzegefühl und Jucken in der Scham; besonders bei feuchtkaltem Wetter. Hering schreibt in seiner Gynäkologie und Geburtshilfe: „Sowie das Wetter kalt wird, besonders nach plötzlichen Änderungen, und wenn feuchtes Wetter eintritt, verschlimmern sich alle ihre Beschwerden, sogar der Geschlechtstrieb ist vermehrt.“
Monatsblutung vermindert und verspätet, auch ganz ausbleibend; besonders von Erkältung. Bei Ausbleiben der Menstruation sind die Brüste aufgetrieben und hart. Menses:Frieselausschlag vor den Dulc.Frieselausschlag:Menses, vor den Dulc.Frieselausschlag vor der Menstruation. Dysmenorrhö bei Frauen, die zu Erkältungen neigen; die Haut zeigt am ganzen Körper Flecken.
Flechtenartige Ausschläge auf den großen Schamlippen, schlimmer bei jeder Wetterveränderung zum Kalten oder nach Verweilen an feuchtkalten Orten.
Drohende Frühgeburt, plötzliches Aufhören der Lochien, Unterdrückung der Milchsekretion – alles nach Kälte- oder Nässeexposition. Bei Stillenden die Milch spärlich, die Haut:empfindlich gegen Kälte, bei Stillenden Dulc.Haut empfindlich, besonders gegen Kälte; Ausschläge zeigen sich nach Aussetzen an die Kälte.
Äußerer Hals und RückenSchmerzen und Steifheit der Nackenmuskeln, besonders beim Seitwärtsdrehen des Kopfes; so als hätte der Kopf ungünstig gelegen. „Schnürender Schmerz in den Nackenmuskeln, als würde ihm der Hals umgedreht.“
Lymphknoten:Anschwellung und Entzündung der zervikalen L. Dulc.Anschwellung und Entzündung der zervikalen Anschwellung:mit Entzündung der zervikalen Lymphknoten Dulc.Lymphknoten, oft sehr schmerzhaft; jede Kopfbewegung tut weh. Nackensteifheit:Verkühlung, im Gefolge einer Dulc.Nackensteifheit, Rückenschmerzen:Verkühlung, im Gefolge einer Dulc.Rückenschmerzen, Lahmheit von Kreuz und Gliedern, im Gefolge einer Verkühlung Dulc.Lahmheit von Kreuz und Gliedern im Gefolge einer Verkühlung. Rückenschmerzen:rheumatische, schlimmer nachts und in RuheHeftige stechende und drückende rheumatische Schmerzen im Rücken, nachts und in Ruhe stärker, bei Bewegung nachlassend; nach Kälteeinwirkung in verschwitztem Zustand.
Heftig stechendes rheumatisches Ziehen in Kreuz und Schultern. Kreuzschmerzen, wie nach langem Bücken. Kreuz:Lähmung nach Erkältung Dulc.Lähmung des Kreuzes nach Erkältung; Ziehen vom Kreuz durch den Schenkel herab, in der Ruhe, mit Stichen darin bei Bewegung, die sich durch Aufdrücken mindern. Kältegefühl im Kreuz; am Kreuzbein.
Eigentümliche Schmerzen im Lendenbereich: „In der Lende über der rechten Hüfte, ein tief schneidender Schmerz … In der Lende über der linken Hüfte ein wühlend stechender Schmerz, der beim Gehen verging, im Sitzen aber wiederkam … Lenden:stumpfes Stechen wie ein Herausdrängen in beiden L. Dulc.Stumpfes Stechen, wie ein Herausdrängen, in beiden Lenden, bei jedem Einatmen, während gekrümmten Sitzens.“
Lähmungen und Sensibilitätsstörungen infolge von Rückenmarkserkrankungen. Etwa: Nach Erkältung zunächst leichtes Frösteln und dumpfer Schmerz in den unteren Hals- und oberen Brustwirbeln; Umdrehen im Bett und Aufrichten des Kopfes erschwert. Am nächsten Morgen die Arme schwer beweglich, wie hölzern, besonders die rechte Hand, in der Kribbeln und Taubheitsgefühl empfunden werden; Faustschluss unmöglich. Stuhlverhaltung. Halsteil des Rückgrates völlig steif.
ExtremitätenExtremitäten:Lähmung nach Kälteeinwirkung oder Durchnässung Dulc.Schmerzen und Lähmungen der Gliedmaßen nach Kälteeinwirkung oder Durchnässung. Bereits Hahnemann spricht von „Gliederreißen nach Verkältung“ als bewährter klinischer Indikation. Großes Zerschlagenheitsgefühl in allen Gliedern, den ganzen Tag. „Es ist ihm frostig und unbehaglich in allen Gliedern.“ Zittern aller Glieder.
Fieber:rheumatisches Dulc.Rheumatisches Fieber. „Stechende und ziehend-reißende Gliederschmerzen, wie häufig nach Ablauf akuter Hautausschläge oder nach Erkältung, die meistens nachts oder auch abends in der Ruhe sich verschlimmern, weil größtenteils das Fieber mit starker Hitze, Trockenheit und Brennen der Haut, Durst in dieser Zeit exacerbiert, finden in Dulcamara ihr Heilmittel. Dulcamara passt mehr bei Verkühlung:plötzliche, nach starkem Schweiß Dulc.Verkühlung, die plötzlich nach starkem Schweiß erfolgt.“
Schmerzen, wenn man in einer beliebigen Position verbleibt, nur durch Bewegung gemildert. Chronischer Muskelrheumatismus, der mit Darmkatarrh abwechselt.
Lähmungsschmerz wie von einer Quetschung im linken Arm, in der Ruhe; bei Bewegung stark gemindert; ohne Kraftverlust. Oder: Dumpfer, heftiger Schmerz im ganzen rechten Arm, wie nach einem Schlaganfall; der Arm:bleischwerer, eiskalter, fast völlig gelähmter Dulc.Arm ist bleischwer, eiskalt und fast völlig gelähmt, bei angespannten Muskeln. Zittern der Hände bei feuchtkalter Witterung.
Hände:Warzen bedecken die Dulc.Warzen bedecken die Warzen bedecken die Hände Dulc.Hände; besonders an den Fingern und Handrücken. Erkältungssymptome an Atemwegen, Verdauungstrakt oder Harnwegen, mit Warzen an den Händen. Flechtenartige Ausschläge an den Armen, besonders aber den Händen. Viel Schweiß in den Handflächen.
Oberschenkel:Gehen, Schmerzen verschweinden beim Dulc.Schmerzen in den Oberschenkeln, die beim Gehen verschwinden, dann aber „in Müdigkeit ausarten“ (Hahnemann); beim Sitzen kehren sie sogleich wieder. Sie können ziehend reißenden Charakters sein, oder es handelt sich um einen Dauerschmerz, der einmal als stechend, einmal als pochend, einmal als kneipend empfunden wird. Ziehen in den Oberschenkelmuskeln hier und da, mit Empfindlichkeit beim Betasten.
Ein aufwärts gerichtetes Reißen im rechten Schienbein:aufwärts gerichtetes Reißen im rechten Dulc.Schienbein, morgens. Unerträgliche Schienbeinschmerzen, besonders nachts und in der Ruhe, muss herumlaufen; am meisten bei feuchtem Wetter. Aufgedunsenheit und Anschwellung des Unterschenkels (nicht des Fußes), mit spannendem Schmerz und einer Empfindung von äußerster Müdigkeit, gegen Abend. Brennen in den Füßen; oder auch Kribbeln wie von Ameisen. Flechtenartige Hautausschläge an den Knien; an den Füßen.
SchlafEinschlafen:fährt beim E. in die Höhe Dulc.Fährt beim Einschlafen in die Höhe, wie von Schreck. Unruhiger Schlaf; wirft sich unbehaglich im Bett herum; Schlaf:unterbrochen von Schweißausbrüchen und verworrenen Träumen, schlimmer nach Mitternacht Dulc.Schlaf oft von Schweißausbrüchen und verworrenen Träumen unterbrochen; schlimmer nach Mitternacht, besonders aber nach 4 Uhr.
Träume:furchteinflößende, verworrene Dulc.Furchteinflößende und verworrene Träume; Schlaf:muss mitten in der Nacht aufstehen und im Zimmer umhergehen Dulc.muss mitten in der Nacht aufstehen und im Zimmer umhergehen; ein Gefühl von Versinken, als ob man durch das Bett fallen würde.
Schlaflosigkeit mit Unruhe und Zucken. Schnarcht sehr, mit offenem Mund. Sehr frühes Erwachen; dabei jedoch schwindlig und schwarz vor den Augen, müde und matt usw.
Fieber, Frost, SchweißViel Frösteln:vom Rücken ausgehend Dulc.Frösteln, das im Allgemeinen vom Rücken ausgeht; über Nacken und Hinterhaupt sich erstreckend. Im Rücken kann aber auch das Gegenteil empfunden werden: Brennen in der Haut des ganzen Rückens, als säße man am heißen Ofen. Auch: allgemeiner Schweiß, besonders im Rücken. Frösteln und Schauder begleiten oft die Dulcamara-Beschwerden oder kündigen sie an. „Schütteln, wie von Frost und Übelkeit, mit Kältegefühl und Kälte am ganzen Kälte:am ganzen Körper Dulc.Körper, dass er sich am heißen Ofen nicht erwärmen konnte.“
Hitze und Hitzegefühl über den ganzen Körper, besonders in den Händen. Heftiges Fieber, mit starker Hitze, Trockenheit der Haut und Phantasieren, das sich täglich wiederholt, im Abstand von 15–16 Stunden.
Schweiß: nachts am ganzen Körper, tagsüber unter den Achseln und in den Handflächen; tagelang anhaltend; übel riechend, mit gleichzeitigem Abgang übel riechenden Harns. Oder auch: Schweiß:gänzlicher Mangel an Dulc.gänzlicher Mangel an Schweiß (Bönninghausen). Ein zentrales Charakteristikum der Arznei ist: Schweiß:unterdrücktem, Beschwerden nachBeschwerden, nachdem man geschwitzt hat und dann ins Kalte gekommen ist, sodass der Schweiß unterdrückt wurde.
HautDulcamara hat eine sehr große Zahl von Hautaffektionen, die entweder allein stehen oder – was sehr oft vorkommt – andere Beschwerden begleiten (etwa im Bereich der Verdauung, der Atemwege, der Harnwege oder des Nervensystems).
Mitbeteiligung der Haut bei Erkältung:mit Beteiligung der Haut Dulc.Erkältungen, Entzündung:mit Beteiligung der Haut Dulc.Entzündungen, allergischen Reaktionen, wo auch immer diese sich im Organismus abspielen.
  • Im Allgemeinen sind auch die Hautausschläge schlimmer durch Kälte und besonders nasse Kälte, obwohl gelegentlich das Gegenteil vorkommt. So berichtet Knorre und nach ihm Hering auch von fieberhaftem Nesselausschlag, der in der Kälte verschwand und dennoch von Dulcamara geheilt wurde. Typisch für Dulcamara ist jedoch auch bei Hautausschläge:Verschlimmerung oder Entstehung in nasser Kälte Dulc.Hautausschlägen die Verschlimmerung oder Entstehung in nasser Kälte.

  • Feuchtkalte Luft kann auch das Exanthem:Zurücktreten in feuchtkalter Luft Dulc.Zurücktreten eines Exanthems bewirken, das von schwerwiegenden Symptomen gefolgt wird. Dies ist eine Situation, die sehr charakteristisch für Dulcamara ist, und so wird Dulcamara in einer Vielzahl von Fällen helfen. Geheilt wurden mit dieser Arznei z. B.: Heftigste Gliederschmerzen und generalisiertes Ödem nach Zurücktreten eines Scharlachexanthems; Lähmung eines Arms oder der Zunge nach Unterdrückung von herpetischen Ausschlägen; Asthma oder Trigeminusneuralgie nach Vertreibung eines Gesichtsausschlags.

  • Besonders häufige Formen der Hautausschläge: Urtikaria über den ganzen Urticaria über den ganzen Körper Dulc.Körper, mit oder ohne Fieber und andere Erscheinungen. Flechtenartige Borken über den ganzen Körper; dicke, gelbbraune Krusten, wie bei Milchschorf, im Gesicht. Rote, flohstichartige Flecken. Herpes labialis und genitalis; „Fieberbläschen“.

  • Warzen im Gesicht und an den Händen Dulc.Warzen, besonders im Gesicht:Warzen im Dulc.Gesicht und an den Hände:Warzen an den Dulc.Händen.

  • Jahr gibt in seinem Symptomencodex bereits eine stattliche Liste geheilter Hautleiden an, darunter: „Flechtenausschläge: nässende, eiternde; trockene, kleienartig sich abschuppende; blasse, die beim Kratzen Wasser ergießen; rötliche mit rotem Hof, oder kleine, runde, gelbbräunliche, beim Kratzen blutend, mit rötlichem Rand, von kaltem Wasser schmerzend; Flechtenausschläge mit geschwollenen Drüsen; Flechten in den Gelenken. Juckende Pusteln, die zu Geschwüren werden und sich mit Schorf bedecken, besonders an den Untergliedern und der Rückseite des Körpers. Verdickte Hautstellen, die sich abschuppen.“

  • Die Dulcamara-Symptome ähneln besonders dem Pemphigus Dulc.Pemphigus und Pemphigoid Dulc.Pemphigoid, und so hat die Arznei gerade bei diesen Hautaffektionen häufig Heilungen erzielt. Ein „klassischer“ Fall mit auffallenden Gemütssymptomen: „Eine Art Blasenausschlag, es schießen erbsengroße, eine gelbliche, wässrige, durchscheinende Flüssigkeit enthaltende, auf rotem Grund sitzende, heftig juckende Blasen auf, welche unter sich fressende, eine etwas hellrötliche Jauche absondernde Geschwüre bilden, nach einigen Tagen eintrocknen, eine dicke, braunrote, bei Berührung schmerzhafte Borke erzeugen, die nach einigen Tagen abfällt und dann wieder auf etliche Tage einen hellroten Fleck hinterlässt. Der ganze Körper, am meisten aber die hintere Hälfte desselben, sowie die Extremitäten waren damit bedeckt, nur das Gesicht war frei davon.“ Der Patient, ein 13 Monate altes Kind, hatte unter anderem auch die Symptome: „Appetit, er verlangt viel, stößt es aber beim Darreichen zurück“ und „Sehr unruhig, unleidlich, will bald da, bald dorthin.“Bisweilen beschränken sich die Hautaffektionen auch auf bloße Empfindungen (ohne Effloreszenz). In der Prüfung finden sich etwa: „Stechendes Jucken an verschiedenen Körperteilen“ und „Trockenheit, Hitze und Brennen der Haut.“ Aber auch eine bloße Berührungsempfindlichkeit der Haut am Oberkörper, die die Patientin sonst von Angina kennt, kann eine Dulcamara-Hautreaktion darstellen, wie Braun in der AHZ 2/1995 dokumentiert.

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