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B978-3-437-55062-1.00005-3

10.1016/B978-3-437-55062-1.00005-3

978-3-437-55062-1

Elaps corallinus – Euphrasia officinalis

Elaps corallinus

Essenzielle Merkmale
Dieses Schlangengift zeichnet sich in erster Linie durch Blutung:sehr dunkel, beinahe schwarz Elaps.Blutungen aus, die sehr dunkel, ja beinahe schwarz sind. Es kann angezeigt sein bei Nasenbluten oder Uterusblutungen, aber speziell auch bei Tumoren mit derartigen schwarzen Blutungen, etwa Gebärmutterhalskrebs oder auch Magenkrebs mit Hämatemesis. Auch andere Sekrete sind sehr dunkel. Clarke bemerkt, dass Elaps sich durch die „hervorstechende Schwärze der Absonderungen Elaps.Schwärze“ seiner Absonderungen und Blutungen von den anderen Schlangengifte (hauptsächlich CROTALUS und LACHESIS) abhebe; sogar das Ohrenschmalz kann schwarz sein, wie Mure in seiner Prüfung beobachtet hat. Und Hering schreibt in dem Crotalus-Kapitel seiner Guiding Symptoms, dass „Elaps bei Otorrhö und Affektionen der rechten Lunge vorzuziehen sei“. Tatsächlich sind für diese beiden Krankheitsbilder Heilungen mit Elaps überliefert – doch es gibt eine ganze Reihe ausgeprägter Symptome, die nur dem wenig bekannten Elaps eigentümlich sind.
Gehen wir zunächst auf die Symptome im Bereich von Geist und Gemüt ein. Hier stehen ausgeprägte Ängste und ein widersprüchliches Verhältnis zu menschlicher Widersprüchliches Verhältnis zu menschlicher Gesellschaft Elaps.Gesellschaft im Vordergrund.
Elaps neigt zum Stimmenhören Elaps.Stimmenhören, ohne dass eine ausgesprochene psychische Krankheit vorliegen müsste. Nicht nur in Augenblicken besonderer Aufregung, sondern auch in normalen Unterhaltungen kann das Sprechen fremder Stimmen wahrgenommen werden. Und nicht nur das, auch imaginäres Pfeifen und Halluzinationen, akustische Elaps.Singen wird manchmal so deutlich gehört, dass die Patientin aufsteht, um die Quelle der Laute zu identifizieren. Zu diesen akustischen Halluzinationen kommen „Falschmeldungen“ des Körperempfindens. So ist z. B. eine Einbildung, immerfort vornüber zu Einbildung, immerfort vornüber zu kippen Elaps.kippen, recht kennzeichnend.
Die bedeutsamste Angst von Elaps corallinus ist eine große Furcht vor dem Angst:Alleinsein, vor Elaps.Alleinsein. Diese Furcht teilt die Arznei natürlich mit vielen anderen Mitteln; doch sieht man sie im Zusammenhang mit ihrem auslösenden Moment, so ist sie recht charakteristisch. Die Patienten haben eine ausgeprägte Furcht davor, dass etwas Schlimmes passieren Angst:dass etwas Schlimmes passieren könnte Elaps.könnte, und daher kommt die Panik vor dem Alleinsein. Das Schlimme, vor dem sie Angst haben, ist gewöhnlich eine Bedrohung durch andere Angst:Bedrohung durch andere Menschen, vor Elaps.Menschen: Sie könnten einem zu nahe kommen, in die Privatsphäre eindringen, ja gewalttätig werden. In Lippes Prüfung ist von einer Furcht die Rede, „Rowdies könnten hereinkommen“. Im Geist von Elaps-Menschen können solche Bedrohungsängste immer präsent sein, auch in ihren Tagträumen. So berichtet Mure von dieser Prüfererfahrung: „Träumereien am Tage, bildet sich ein, geschlagen zu werden.“
Dass Elaps-Patienten menschliche Gesellschaft wünschen, hat damit zu tun, dass sie Schutz gegen Übergriffe anderer Menschen suchen. Schon ein Angesprochen werden kann aber von ihnen als Übergriff angesehen werden. „Will nicht angeredet Will nicht angeredet werden Elaps.sein.“ In einem weiteren Prüfungssymptom wird davon gesprochen, dass der Prüfer „in einer tiefen Höhle sein möchte, wo er niemanden sehen kann“. So ist zu der Furcht vor dem Alleinsein doch auch der Wunsch nach Wunsch nach Einsamkeit Elaps.Einsamkeit:Wunsch nach Elaps.Einsamkeit hinzuzunehmen. „Möchte allein sein, sucht tagelang in einer Ecke des Vorzimmers Zuflucht.“
Besonders durch das Verhalten anderer Menschen können sich bei Elaps-Patienten Zustände starker Gereiztheit, Streitsucht, ja sogar veritable Wutanfälle einstellen. „Gereizte, streitsüchtige Stimmung, mit Aufgeregtheit.“ „Neigung, zuzuschlagen und Streit anzufangen.“ Ja sogar: „Unwiderstehlicher Drang, aus vollem Hals zu schreien.“ Elaps-Menschen fühlen sich sehr leicht gestört, und dann gerät buchstäblich ihr Blut in Wallung. Wie es in einem Prüfungssymptom heißt: „Bei der geringsten Widrigkeit Schauer über den ganzen Körper, das Blut scheint zu kochen, mit einem prickelnden Schauer über den ganzen Körper bei der geringsten Widrigkeit Elaps.Gefühl.“
Weitere Ängste von Elaps corallinus: zunächst eine ausgesprochene Angst:Regen und Gewitter, vor Elaps.Furcht vor Regen und besonders vor Gewitter, verbunden mit einer allgemeinen Verschlimmerung vor dem Ausbruch des Gewitters. Zudem bestehen starke Ängste davor, eine tödliche Angst:tödlicher Krankheit, vor Elaps.Krankheit zu haben; Bauchschmerzen werden schnell für Magenkrebs gehalten. Vor allem diese Krankheits- und Todesfurcht kann sich zu regelrechten Panikattacken steigern, mit „Zähneklappern und Zittern“ (Boger). Auch Schlangenfurcht und allgemein Furcht vor Tieren habe ich beobachtet.
Entsprechend sind Elaps-Personen auch sehr erregbare Erregbarkeit Elaps.Menschen mit einer Neigung zu Hysterie und Epilepsie, die sich bei Frauen besonders vor der Monatsblutung manifestiert. Epileptische Anfälle vor der Menstruation, nach Masturbation, Aufregung oder Alkoholkonsum. Ein eigentümliches Symptom aus Mures Prüfung weist darauf hin, dass die Patienten sogar in der Lage sind, sich selbst zu beißen:Neigung, sich selbst zu beißen Elaps.beißen, Neigung, sich selbst zu Elaps. „Beißt sich im Schlaf in die Hand, ohne aufzuwachen. “
Zunächst können Elaps-Patienten unter großer Langeweile leiden. In späteren Stadien wird der Intellekt massiv angegriffen. Dies zeigt sich zunächst als Zerstreutheit, „Abwesenheit der Gedanken“. Hören die Patienten in diesem Stadium jemanden sprechen, so regen sie sich nicht mehr auf – denn sie verstehen den Sinn der Worte oft gar nicht mehr richtig, obwohl sie die Laute sehr wohl hören. Schließlich kommt es zu totalen Absenzen, die wie Filmrisse erscheinen: „Vollkommener Verlust der Besinnung, Zeit vergeht unbemerkt“ (aus Mures Prüfung).
Allgemeinsymptome und Keynotes
Neben seinen psychischen Symptomen verfügt Elaps über eine ganze Reihe sehr eigentümlicher und ungewöhnlicher Symptome auf der körperlichen Ebene, die als Keynotes gelten können. So z. B.:
  • Getränke und Obst liegen wie Eis im Magen und rufen ein Kältegefühl in der Brust hervor. Oder: Nach kaltem Getränk Schaudern von Kopf bis Fuß, mit Zähneklappern. Dabei kann durchaus Verlangen nach kalten Getränken und sogar nach Eiskrem bestehen.

  • Zwölffingerdarmgeschwüre mit brennendem Ulcus duodeni:mit brennendem Schmerz, besser durch Liegen auf dem Bauch Elaps.Schmerz, gebessert durch Liegen auf dem Bauch. Diese ungewöhnliche Modalität sollte gleich an Elaps denken lassen.

  • Ein Gefühl, als bekäme man gerade einen Schlaganfall:Gefühl, als bekäme man gerade einen S. Elaps.Schlaganfall. Aus Lippes Prüfung: „Als ob sie Hirnschlag bekäme, als ob alles Blut still stände und im Kopf angesammelt wäre, kalte Hände; dann als ob das Blut vom Kopf oder von den Fingerspitzen in den Körper strömte; besser beim Aufsein.“

  • Ein Drang, den Kopf unablässig zu Kopf:Drang, unablässig den K. zu bewegen Elaps.bewegen, bedingt durch Übelkeit; mit nächtlichem Kopfschmerz, als ob das Gehirn wackelte.

  • Seltsame Empfindungen „wie durch ein Metallrohr“ (vgl. MERCURIUS CORROSIVUS). So scheinen Speisen oder Getränke schwer in den Magen zu stürzen, „wie durch ein Metallrohr“. Oder: Gefühl, als ergösse sich plötzlich eine Flüssigkeitsmenge in den Bauch, so als ob sie ein Metallrohr in sich hätte, das plötzlich mit einer Klappe verschlossen würde.

  • Gefühl, als bewegten sich die Speisen korkenzieherartig durch den Ösophagus:Gefühl, als bewegten sich die Speisen korkenzieherartig durch den Ö. Elaps.Ösophagus.

  • Schmerzen, als ob die Lungen herausgerissen würden; als ob das Brustfell abgezogen und die Lungen gewaltsam auseinander gerissen würden.

  • Auffallend sind auch die Nahrungsmittelverlangen und -abneigungen. Besonders ein Verlangen nach Orangen:Verlangen nach Elaps.Orangen ist bekannt; eine Prüferin wollte gar nichts anderes essen. Ferner wird von Verlangen nach Saurem, nach Salat:Verlangen nach Elaps.Salat und nach Rindfleisch berichtet. Die größte Abneigung besteht gegen Brot:Abneigung gegen Elaps.Brot, das auch absolut nicht hinunter will; es kann durch die Nase wiederkommen. Außerdem findet man Widerwillen gegen Bananen, manchmal auch gegen Fleisch. Schließlich fällt ein großer Durst nach gesüßter Durst:gesüßter Buttermilch, nach Elaps.Buttermilch auf.

  • Einige Krankheitsbilder:

    • Schwächerwerden des Sehvermögens mit Sehen roter Punkte oder dunkler Flecken; oder alles erscheint weiß.

    • Otorrhö mit Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit. Katarrh des Nasopharynx, mit grünlichen Krusten und subjektiv wahrgenommenem unangenehmem Geruch. Elaps ist relativ oft erfolgreich bei Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Raum angewandt worden.

    • Schleimausfluss aus der Harnröhre.

    • Affektionen vornehmlich der rechten Lunge, mit starken Schmerzen dort.

    • Hautprobleme in der Axilla, etwa Hautausschlag mit eitriger Entzündung der Achsellymphknoten.

    • Halbseitige Lähmungen. Etwa: „Rechte Seite taub, wie gelähmt, von der Schulter bis zum Knie. Am nächsten Morgen völlige Lähmung der rechten Seite, kann nicht aufstehen“ (aus Mures Prüfung). Oder: „Taubheitsgefühl, mit großer Schwäche und Kälte in der ganzen linken Körperhälfte; Dysphagie; zeitweise Schwarzwerden vor den Augen mit Schwindel; Trübsehen; Tränen des rechten Auges; sehr schwache Menses; Schmerz in der rechten Brustseite und Schulter“ (geheilter Fall in Herings Guiding Symptoms).

    • Einige Modalitäten: Ruhe bessert im Allgemeinen, freilich wird eine Reihe von Symptomen auch im Gehen besser. Verschlimmerung besonders durch Kaltes, schlimmer durch Elaps.Kaltes (kalte Luft, kaltes Essen, kalte Getränke), auch vor einem Gewitter.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfSchwindel mit Neigung, nach vorn zu Schwindel:Neigung, nach vorne zu fallen Elaps.fallen; selbst wenn man ganz still steht oder sitzt, bildet man sich ein, vornüber zu kippen. Oder auch: Der Kopf fällt schwer nach vorne.
Nachts schreckliche Kopfschmerzen auf dem Scheitel, als ob das Gehirn wackelte; sie kann den Kopf nicht ruhig halten wegen Kopfschmerzen:als ob das Gehirn wackelte Elaps.Übelkeit. Gefühl, als ob sich alles Blut im Kopf sammelte und dort Kopf:Gefühl, als ob sich alles Blut im K. sammelte Elaps.bliebe; oder: Beim Bücken schießt das Blut in den Kopf.
Ein jahrelang bestehender heftiger, stechender Schmerz in der Stirn mit Kopfschwere, der nur manchmal 8–10 Tage aussetzte, dann aber wiederkam, konnte mit Elaps geheilt werden. Er war begleitet von Ohrenbrausen mit linksseitiger Schwerhörigkeit sowie von Tränen der Augen mit Rötung und Schmerzhaftigkeit des linken Auges.
Hinterkopfschmerzen nach geistiger Anstrengung. Ziehende und zuweilen stechende Schmerzen von der Stirn zum Hinterkopf, mit Schmerzhaftigkeit an der Nasenwurzel und Schwindel. Gefühl von Beengung von der Mitte der Stirn nach dem Scheitel zu, mit Schwindel beim Bücken. Fremdkörpergefühl in der rechten Schläfe.
Starke Kopfschmerzen, wenn das Hungergefühl nicht augenblicklich befriedigt Kopfschmerzen:wenn Hungergefühl nicht augenblicklich befriedigt wird Elaps.wird.
AugenGefühl von Sand in den Augen. Augäpfel unter den Lidern wie klebrig und rau. Starke Beeinträchtigung der Sehkraft, mit zahlreichen visuellen Augen:starke Beeinträchtigung der Sehkraft, mit visuellen Illusionen Elaps.Illusionen. Etwa: „Große rote, feurige Punkte, ins Violette gehend, dann Schwarzwerden vor den Augen, beim Aufrichten; schlimmer beim Denken oder Lesen.“ Oder: Blitze vor den Augen; dunkle Flecke, auch weiße oder rote; eine schwarze Scheibe; ein roter Balken; usw. Oder: Unsicheres Sehen, als ob die Handarbeit immer hin- und her schwankte; beim Lesen laufen die Buchstaben ineinander. Oder: Kann kaum Licht von Dunkelheit unterscheiden, alles erscheint weiß, selbst nachts; deutliche Besserung der Sehkraft nach Elaps (aus einem Fall von Decran, in Rückerts Klinischen Erfahrungen, Supplementband 1, S. 151).
OhrenBeim Reinigen der Ohren finden sich kleine Kügelchen schwarzen, verhärteten Ohrenschmalz:schwarzes, verhärtetes Elaps.Ohrenschmalzes. Ausfluss einer gelbgrünen Flüssigkeit aus dem Ohr, morgens. Ohrenfluss mit Schwerhörigkeit und Otorrhö:gelbgrüne Flüssigkeit, mit Schwerhörigkeit und Ohrgeräuschen Elaps.Ohrgeräuschen. Zum Beispiel: Schwerhörigkeit nach Otorrhö, die grünliche Flecke auf der Bettwäsche hinterlässt, mit Ohrensausen, schmerzlos. Oder: Übel riechendes Sekret aus dem rechten Ohr, mit Schwerhörigkeit auf dieser Seite; permanentes Ohrensausen; ferner Nasenbluten und Hautausschläge im Gesicht, besonders um die Nase herum; heiße, trockene Haut, aber trotzdem ist ihm dauernd kalt.
Plötzlich in der Nacht auftretende Anfälle von Schwerhörigkeit, mit beständigem Rauschen und zuweilen Knacken im Ohr. Ohrgeräusche: Prasseln in den Ohren beim Ohrgeräusche:Prasseln in den Ohren beim Schlucken Elaps.Ohren:Prasseln in den O. beim Schlucken Elaps.Schlucken, bis zu zwei Stunden lang; anhaltendes Summen, als wäre eine Fliege im Gehörgang eingeschlossen. Jucken im Gehörgang, das sich in die Wange erstreckt; es scheint dem Ductus parotideus zu folgen.
NaseStarkes Nasenbluten; Blut schwarz und stetig Nasenbluten:Blut schwarz und stetig fließend Elaps.fließend; nach heftigem Schnäuzen oder nach einem Schlag auf die Nase, oder auch plötzlich beim Gehen.
Übler Geruch.Nase:übler Geruch aus Nase und Nasopharynx Elaps. Aus der Nase und dem Nasopharynx, nur subjektiv oder auch objektiv. Übel riechende Absonderungen aus der Nase, die nach verfaulten Salzheringen stinken können.
Bekommt vom geringsten Luftzug Schnupfen:geringsten Luftzug, beim Elaps.Schnupfen. Nase meist verstopft, oft hoch oben in der Nasenhöhle, mit dumpfem Schmerz in der Stirn; muss durch den Mund atmen. Retronasalkatarrh mit grünlich-gelben Belägen im Nasenrachen. Stechende Schmerzen von der Nasenwurzel zu den Ohren, besonders beim Schlucken.
HalsKrampfhafte Zusammenziehung der Speiseröhre:krampfhafte Zusammenziehung Elaps.Speiseröhre und eigentümliche Beschwerden und Missempfindungen beim Schlucken. „Der Durchgang von Flüssigkeiten wird durch die krampfhafte Kontraktion unterbrochen, dann scheinen sie schwer in den Magen zu fallen.“ Nach dem Essen Obstruktion der Speiseröhre, als läge dort ein Schwamm. „Die Speisen drehen sich korkenzieherartig die Speiseröhre hinunter, oder jeder einzelne Bissen scheint wie durch ein Metallrohr schwer in den Magen zu fallen, welcher heftig zittert.“ Flüssigkeiten passieren die Speiseröhre mit einem gluckernden Geräusch. Brennen im Hals, wie von einem Senfpflaster innen im Halsgrübchen, beim Schlucken morgens; schlimmer von Heißem, besser von Kaltem.
Entzündungen des Nasopharynx, besonders mit grünlichen Belägen und subjektiv üblem Nasopharynx:Entzündungen mit grünlichen Belägen und subjektiv üblem Geruch Elaps.Geruch. „Die hintere Rachenwand ist mit einem trockenen, grünlich-gelben Belag überzogen, runzlig und rissig, der sich zu den Choanen hinzieht; gelegentlich werden Teile davon abgelöst und durch Nase oder Mund abgesondert, wonach eine rauhe, geriefte Oberfläche zurückbleibt.“ Wenn der Patient dabei Fieber hat und die Haut heiß und trocken ist, klagt er ständig darüber, dass ihm kalt sei.
Mandelentzündung; Schlucken von Festem wie Flüssigem sehr schmerzhaft, ja fast unmöglich; äußerer Hals sehr Hals:berührungsempfindlicher Elaps.berührungsempfindlich.
AtemwegeEin Geräusch im Hals wie das Schließen einer Klappe in der Luftröhre, sodass eine Luftsäule in den Pharynx kommt.
Kommt leicht außer Atem, besonders beim Treppensteigen;Dyspnoe:Treppensteigen, besonders beim Elaps. dieses chronische Leiden verschwand während Mures Prüfung vollständig. Gefühl einer schweren Last auf der Brust.
Heftige Attacken eines trockenen Hustens, die mit Expektoration schwarzen Blutes Husten:heftige Attacken eines trockenen H. mit Expektoration schwarzen Blutes Elaps.enden; dabei furchtbare Schmerzen in der Brust, als würden die Lungen herausgerissen, besonders rechts oben. Aushusten schwarzen Blutes, mit einem schmerzhaften Reißen, das vom Herzen herzukommen scheint. Trockener Husten nach plötzlicher Erkältung, in häufigen, immer wiederkehrenden Anfällen.
Gefühl in der Brust und im Brustbein, als ob das Brustfell abgezogen und die Lungen gewaltsam auseinander gerissen Lungen:Gefühl, als ob das Brustfell abgezogen und die L. gewaltsam auseinander gerissen würden Elaps.Brustfell:Gefühl, als ob das B. abgezogen und die Lungen gewaltsam auseinander gerissen würden Elaps.würden. Stechen in beiden Lungenspitzen, besonders aber in der rechten. Äußerst schmerzhaftes Ziehen in der rechten Brustseite, kann sich deshalb nicht nach rechts lehnen. Äußere Empfindlichkeit der Brust, insbesondere der Brust:Empfindlichkeit besonders der rechten Seite Elaps.rechten Seite. Kältegefühl in der Brust nach Kältegefühl:in der Brust nach Trinken Elaps.Trinken. Mure beschreibt ein besonders seltsames Gefühl, „als ob Eiswasser auf- und abstiege, durch eine zylindrische Öffnung in der linken Lunge“, die ebenfalls nach Trinken auftrat.
HerzFühlbares Herzklopfen, mit Ängstlichkeit und Unsicherheit in den Händen.
Beschleunigter Puls.
MagenHeißhungrig, kann aber nichts Hunger:Heißhunger, kann aber nichts essen Elaps.essen. Oder: totale Appetitlosigkeit, isst nichts als Appetitlosigkeit:isst nichts als Orangen Elaps.Orangen. Oder: heißhungrig, bekommt Kopfweh, wenn sie nicht sofort isst.
Verlangen nach Orangen; nach Saurem, nach Salat, nach Rindfleisch; Abneigung gegen Brot, Bananen, Fleisch. „Einen ganzen Monat lang vermischt sich das Brot nicht mit den anderen Speisen; es kommt den ganzen Tag durch die Nase wieder, während andere Lebensmittel entweder verdaut oder durch den Mund wieder heraufgebracht werden.“ „Nachdem eine Orange zusammen mit Brot gegessen wurde, kommt die Orange zum Mund, das Brot aber zur Nase wieder herauf“ (zwei Symptome aus Mures Prüfung). Starker Durst; Verlangen nach Milch, besonders nach gesüßter Buttermilch.
Sehr langsame Verdauung, muss nach jedem Mundvoll Speise etwas trinken. Saures Aufstoßen mit Verlangen nach kaltem Wasser und sogar Eis. Andererseits werden Getränke und insbesondere Kaltes gar nicht gut vertragen. Obst und Getränke liegen wie Eis im Magen. Vom Trinken bekommt man ein Kältegefühl in der Brust, ja selbst ein Schaudern von Kopf bis Fuß mit Zähneklappern. Frühstück bekommt ganz gut, das Mittagessen aber macht Beschwerden.
Nächtliche Übelkeit, die es nicht erlaubt, den Kopf ruhig zu halten. Schweregefühl im Magen nach dem Essen. Heftiges Zittern des Magens nach jedem Bissen. Brennen im Magen, das sich zum Zwölffingerdarm hin erstreckt. Duodenalulkus, Schmerz besser durch Liegen auf dem Bauch.
AbdomenDrücken im rechten Hypochondrium, an der rechten Seite der Leber. Plötzliche schneidende Bauchschmerzen, schlimmer im Sitzen, besser beim Umhergehen und wenn man die Hände in die Hüften stemmt. Ein minutenlanges „Herabdrücken von oben“, die Patientin kann nicht stehen; schlimmer vom Trinken von Warmem.
Seltsame Empfindungen im Bauch: Gefühl wie von einem Metallrohr, durch das eine Flüssigkeitssäule in den Bauch entleert wird; mit heftigem Rumoren im Abdomen. Die Därme scheinen verdreht und dann verknotet zu werden, so als ob der Knoten die beiden Bauchseiten heftig zusammenzöge.
Rektum und StuhlAusfluss schwarzen, flüssigen Blutes aus dem Blutung:Ausfluss schwarzen, flüssigen Blutes aus dem After Elaps.After. Ausscheidung schwarzen Blutes mit dem Stuhl, mit starken Bauchschmerzen, als würden die Gedärme verdreht.
HarnwegeSchleimabgang aus der Harnröhre. Roter Urin mit schleimigem Bodensatz. Harnzwang mit Rückenschmerzen und eiskalten Füßen.
Weibliche GenitalienAbgang schwarzen Blutes zwischen den Blutung:Abgang schwarzen Blutes zwischen den Menses Elaps.Menstruationsblutungen; oder auch Menses im Abstand von zwei bis drei Wochen, mit reichlichem dunklem Blut. Gefühl, als ob etwas in der Gebärmutter bersten würde, danach ein anhaltender Strom dunklen Blutes, beim Versuch, Wasser zu lassen.
Epileptische Anfälle vor den Menses oder nach Masturbation. Die Aura kann ein deutlich sexuell getöntes Lustgefühl sein, das vom Unterleib zur Brust zieht und zum Anhalten des Atems reizt (vgl. etwa einen Fall von Müller in AHZ 1–2/1997).
Äußerer Hals und RückenSpannen und Steifheit im Nacken, kann den Kopf nicht drehen. Drückender Schmerz im Genick, als ob das Cerebellum absacken wollte.
Schmerz, der im Rückenmark empfunden wird, vom Genick bis zum Kreuzbein.
Drückendes Gefühl, als ob eine Eisenstange auf die Lenden oder das Kreuz Lenden:Gefühl, als ob eine Eisenstange auf die L. oder das Kreuz drückte Elaps.Kreuz:Gefühl, als ob eine Eisenstange auf die Lenden. oder das K. drückte Elaps.drückte.
ExtremitätenSchmerzhafte Gliedmaßen, besonders nachts; bei rheumatischen Beschwerden.
Krampfartig zusammenziehender Schmerz im Schultergelenk, sich nach der Hand hin ziehend, als ob man in der Hand etwas Schweres getragen hätte. Unsicherheit und Unfestigkeit in den Händen. Das Blut scheint sich in der Hand zu sammeln, die ganz blau aussieht und wie gelähmt ist; man muss sie hochhalten.
Schmerzen, Steifheit und Verrenkungsgefühl im Kniegelenk:Schmerzen, Steifheit und Verrenkungsgefühl im Elaps.Kniegelenk. Elaps heilte einen Fall von stechenden Schmerzen über und unter dem Knie, die durch Bewegung und Bettwärme verschlimmert wurden. Eiskalte Füße:eiskalte Elaps.Füße.
SchlafTräume von Träume:von Toten Elaps.Toten; umarmt sie oder bohrt mit einem Messer in den Wunden einer Leiche herum. Beißt sich im Schlaf in die Hand, ohne aufzuwachen.
Fieber, Frost, SchweißGroße Kälteempfindlichkeit:kalte Getränke, gegenKälteempfindlichkeit. Verträgt kalte Luft und feuchtes Wetter nicht, vor allem aber keine kalten Getränke, die wie Eis im Magen liegen und überall Kältegefühle und Schaudern hervorrufen.
Bei Fieber ist die Haut heiß und trocken, dennoch klagt der Patient pausenlos darüber, dass ihm zu kalt sei. „Abends fliegende Hitze, mit Gesichts- und Ohrenröte.“
HautStarkes Jucken in der Axilla:Jucken, starkes Elaps.Achselhöhle, mit flechtenartigem Ausschlag. Reizender Frieselausschlag in der rechten Axilla:Frieselausschlag, reizender Elaps.Axilla, mit rezidivierender Eiterung der Achsellymphknoten; seit sehr langer Zeit bestehend (mit Elaps C 200 geheilter Fall von Clarke). Hautausschläge im Gesicht, besonders um die Nase herum; bei katarrhalischen Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Eupatorium perfoliatum

Essenzielle Merkmale
Diese Arznei, der „Durchwachsenblättrige Wasserhanf“ oder „Knochenheil“ (englisch: boneset), entspricht dem Bild einer Influenza mit Muskelschmerzen am ganzen Influenza, mit Muskelschmerzen am ganzen Körper Eup.-per.Körper. Wenn solch ein generalisierter Muskelschmerz bis auf die Knochen hinunter bei allgemeinem Unwohlsein und Muskelschmerzen:bis auf die Knochen hinunter bei allgemeinem Unwohlsein Eup.-per.Krankheitsgefühl besteht – sei dies nun von einer echten Influenza, von einem grippalen Infekt, einer banalen Erkältung, einer Durchfallerkrankung oder auch einer Hepatitis hervorgerufen –, dann ist an Eupatorium perfoliatum zu denken.
Es besteht erhebliche Verwechslungsgefahr mit RHUS TOXICODENDRON. Wie ist zwischen diesen beiden Mitteln zu differenzieren? Zunächst einmal: Zwar haben beide Kälteverschlimmerung und Unruhe, doch beides ist bei RHUS TOXICODENDRON sehr viel stärker. Vor allem die Unruhe gibt ein gutes Unterscheidungsmerkmal ab, denn Eupatorium-Patienten haben eher eine physische Unruhe wider Willen: „Kann nicht stillhalten, Unruhe wider Willen, kann nicht stillhalten, obwohl er sehr gerne ruhig liegen würde Eup.-per.obwohl er sehr gerne ganz ruhig liegen würde.“ Und die Bewegung mildert die Schmerzen meist Bewegung:schlimmer durch Eup.-per.nicht, ja kann sie sogar deutlich verschlimmern. Das ist nicht die charakteristische Unruhe von RHUS-Patienten, die sich umdrehen und dann ein bisschen besser fühlen und diese Bewegungen ständig fortsetzen müssen. Auch neigen Eupatorium-Patienten zu ungewöhnlich heftigem Durst:ungewöhnlich heftiger Eup.-per.Durst, was für RHUS-TOXICODENDRON-Patienten zumindest nicht typisch ist; sie sind meist eher durstlos, wenn auch nicht immer.
Eupatorium hat auch einiges mit BRYONIA gemeinsam. Vor allem ist die Reaktion auf Husten in beiden Fällen ähnlich: Der Husten erschüttert den ganzen Körper, die Bewegungen erzeugen eine große allgemeine Schmerzhaftigkeit wie wund; Husten:muss sich vor Schmerzen die Brust halten Eup.-per.muss sich die Brust halten. Es ist nicht die massive allgemeine Bewegungsverschlimmerung von BRYONIA, aber die Verschlimmerung durch Husten ist beiden gemeinsam. Man kann sagen, Eupatorium liegt zwischen RHUS TOXICODENDRON und BRYONIA, was die Reaktion auf Bewegung angeht.
Die Muskel- und Knochenschmerzen von Eupatorium sind die stärksten der ganzen Arzneimittellehre. „Unerträglicher Schmerz, als ob die Knochen gebrochen wären.“ Das übertrifft die Schmerzen von RHUS und BRYONIA bei weitem; vor allem BRYONIA hat nicht diese extreme Schmerzhaftigkeit der Skelettmuskulatur.
Ein völlig anderes Bild bietet der Muskelschmerz von ARNICA: Er ist an der Oberfläche verortet und bleibt dort. ARNICA-Patienten senden überlaut die Botschaft aus: Fass mich bloß nicht an. Das ist bei Eupatorium ganz anders; Eupatorium-Patienten kann man anfassen und halten, ihr Schmerz geht in die Tiefe, glatt bis in die Knochen hinein.
Auffällig ist ferner, dass die Schmerzen die gesamte Skelettmuskulatur erfassen, auch die Muskeln der Muskulatur:Schmerzen in der M., auch die der Augen Eup.-per.Augäpfel. Jede Bewegung und Berührung der Augen schmerzt.
Die Symptome von Eupatorium müssen unter dem Aspekt dieses Bildes gesehen werden: allgemeiner Muskelschmerz bis tief nach innen zu den Knochen, große Mattigkeit, Unwohlsein, Krankheitsgefühl. Wenn z. B. im Repertorium Synthesis von einer „Wahnidee“ die Rede ist, weit gelaufen zu sein, so ist das eine irrige Interpretation – richtig ist statt dessen, dass die Patienten ihren Schmerz so beschreiben: Die Schmerzen sind wie von Überanstrengung, als ob ich weit gelaufen wäre. Das ist natürlich keine Wahnidee.
Nicht bestätigen kann ich übrigens auch ein weiteres Symptom, das in den Arzneimittellehren hoch eingeschätzt wird: das Galleerbrechen, das z. B. in Herings Fieber-Abschnitt in den Guiding Symptoms zwei fette Balken erhält. Ich habe das nie beobachten können. Es wird im Teil „Eine Auswahl von Symptomen“ der Vollständigkeit halber angeführt, aber es deckt sich nicht mit meiner Erfahrung.
Es gibt in der Literatur recht unterschiedliche Aussagen bezüglich der Frage, ob Schwitzen die Symptome eines Eupatorium-perfoliatum-Zustands bessert. Kent sagt: „Er schwitzt ein bisschen, und man könnte hoffen, dass es ihm jetzt besser geht, was auch stimmt – ausgenommen die Kopfschmerzen, die sich oft bis zum Ende des Anfalls immer mehr verschlimmern und manchmal Tag und Nacht anhalten… “ Dem kann ich zustimmen. Meine Erfahrung ist, dass durch Schweiß gewöhnlich sogar eine recht deutliche Schweiß: besser durch Eup.-per.Besserung eintritt.
Allgemeinsymptome und Keynotes
Eupatorium perfoliatum hat sich bei banalen grippalen Infekten, aber auch bei epidemischer Influenza als heilend erwiesen; ebenso bei intermittierenden und remittierenden Fiebertypen. Es hat bei Rückfallfieber, Malaria und sogar Gelbfieber geholfen. Kent beschreibt ausführlich seine Anwendung als Hausmittel (in Form eines Tees) bei Erkältungen in den ländlichen Gebieten des Ostens der Vereinigten Staaten. Er geht davon aus, dass die Wirkung dieses Tees auf das Ähnlichkeitsgesetz zurückzuführen ist, auch wenn die Farmer, die ihn anwendeten, nicht bewusst homöopathisch handelten. Wie jedes andere unserer Heilmittel auch, ist Eupatorium perfoliatum nach Symptomenähnlichkeit zu verschreiben.
  • Das große Leitsymptom dieser Arznei wurde schon oben erwähnt und diskutiert: sehr starke Muskel- und Knochenschmerzen, so als sollten die Knochen brechen. Ein Prüfungssymptom von Williamson lautet: „Wehtun und Schmerzen wie wund und zerschlagen in den Waden, im Kreuz und in den Armen, über und unter den Ellbogen.“ Und ein weiteres: „Wehtun in den Knochen der Extremitäten, mit Wundheitsgefühl des Fleisches.“ Immer wieder tauchen die Ausdrücke „wund“, „wie zerschlagen“, „wie zerbrochen“ in den Prüfungen und Heilungsberichten auf. „Gefühl wie geprellt und zerbrochen am ganzen Körper.“

  • Bei den Fieberzuständen von Eupatorium perfoliatum können auch Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Übelkeit ähnelt in gewisser Hinsicht der von COLCHICUM und COCCULUS, denn sie wird oft von Koch- und Übelkeit:ausgelöst von Koch- und Essensgerüchen, vom Anblick oder Gedanken an Essen Eup.-per.Essensgerüchen, ja selbst vom Anblick von oder Gedanken an Essen ausgelöst. Auch vom Essen selbst und insbesondere vom Trinken wird es den Patienten leicht übel. Das ist insofern bemerkenswert, als Durst:kaltes Wasser, auf Eup.-per.regelmäßig sehr großer Durst auf kaltes Wasser besteht, unter anderem auch in allen Fieberstadien. „Erbrechen, dem Durst vorausgeht.“ „Nach Trinken kalten Wassers: Schaudern und Erbrechen von Galle.“ „Unlöschbarer Durst, doch Trinken führt zu Übelkeit und Erbrechen und beschleunigt das Eintreten des Fieberfrostes.“ „Nach dem Essen sehr starke Schmerzen; findet keine Ruhe, bis alles wieder ausgebrochen ist.“

  • Ein weiteres kennzeichnendes Symptom sind rasende Kopfschmerzen, als ob der Kopf zerspringen Kopfschmerzen:rasende, als ob der Kopf zerspringen wollte, besonders im Hinterkopf Eup.-per.wollte, insbesondere im Hinterkopf. Der Kopf scheint zu voll mit Blut, ein kongestiver Kopfschmerz, den die Patienten, in Kents Beschreibung, mit „Ausdrücken der Heftigkeit und Gewalt“ schildern. Pulsierende Kopfschmerzen, mit Wundheitsgefühl im Inneren des Kopfes; klopfende Schmerzen an der Hirnbasis, die sich aufwärts durch den Kopf verbreiten. Sehr charakteristisch ist die oben erwähnte Schmerzhaftigkeit der Augäpfel, wie wund und zerschlagen im Zusammenhang mit dem Kopfweh.

  • Eupatorium-Fieberzustände zeigen folgende Charakteristika:

    • In Eupatorium-Fieberzuständen ist im Allgemeinen sowohl der Fieberfrost als auch die Fieberhitze Fieber:starker Fieberfrost und Fieberhitze Eup.-per.stark, während das Schweißstadium schwach ausgeprägt ist und sogar ganz fehlen kann. „Frost am Morgen, Hitze den Rest des Tages, aber kein Schweiß“ (aus der Prüfung). Wenn aber Schweiß (selbst nur geringfügiger) eintritt, bessert er meist deutlich. Andere Autoren, z. B. Frost, sprechen von „reichlichem Schweiß ohne Erleichterung“, was ich jedoch nicht bestätigen kann.

    • Eupatorium-perfoliatum-Patienten frieren leicht und sind außerordentlich Kälteempfindlichkeit Eup.-per.kälteempfindlich; sie reagieren sehr stark auf kalte Luft, auf Zugluft und selbst auf kalte Getränke (vgl. DULCAMARA). Während des Fieberfrostes verlangen sie nach immer mehr warmen Decken, die sich förmlich auf ihrem Bett auftürmen. Jedes Aufdecken und jede Bewegung kann den Patienten frieren machen oder auch zu Übelkeit führen.

    • Der Frost scheint entweder im Magen oder im Kreuz zu Frost:im Magen oder im Kreuz beginnend, besonders morgens Eup.-per.beginnen und bevorzugt die Morgenstunden. Besonders Fieberfrost, der um 7 oder 9 Uhr morgens beginnt, spricht für Eupatorium perfoliatum. Häufig gehen ihm in der Nacht Prodromalerscheinungen voran. In Eupatorium-Zuständen kommt es häufig vor, dass ein Fieberanfall etwa durch nächtlichen Hunger oder Durst oder durch Übelkeit angekündigt wird. „Durst ein bis drei Stunden vor dem Durst:Frost, ein bis drei Stunden vor dem Eup.-per.Frost; er weiß, dass der Fieberfrost gleich kommen wird, weil er gar nicht genug trinken kann.“

    • Während der Fieberhitze scheint der Patient am ganzen Körper zu brennen; manchmal hat er ein Gefühl, als ob er elektrische Funken sprühte. „Brennen am Scheitel, Brennen an den Füßen, Brennen der Haut.“

  • Und schließlich neigen Eupatorium-perfoliatum-Patienten, besonders im Zusammenhang mit den heftigen Knochenschmerzen, zur Unruhe – ganz anders als bryonia-patienten, die ansonsten viel mit ihnen gemeinsam haben. Dabei bessert die Bewegung meist nicht, im Gegenteil, sie kann durchaus verschlimmern. Kent drückt das Charakteristikum von Eupatorium so aus: „Der Patient würde ja gern ruhen, aber die Schmerzen sind so stark, dass er sich bewegen muss, und so erscheint er ruhelos.“ Es handelt sich also um eine physische, schmerzbedingte Ruhelosigkeit, nicht um eine Unruhe des Gemüts. Sie ist verbunden mit Stöhnen, Ächzen, Schreien und Ängstlichkeit, vor allem aber mit tiefer, geradezu überwältigender Traurigkeit und Ruhelosigkeit:mit überwältigender Traurigkeit und Verzweiflung Eup.-per.Verzweiflung. In Berridges Prüfung zeigte sich dieses Symptom: „Konnte nicht im Bett liegen, aufgrund eines Gefühls, als ob jeder Knochen im Leibe zerschlagen wäre, dies löste ein Gefühl von Verzweiflung aus und ließ ihn stöhnen und laut aufschreien.“ Niedergeschlagenheit bis hin zur Verzweiflung wird mehrfach in Heilungsberichten erwähnt, und Kent hebt die Traurigkeit des Mittels im Kontrast zu der Gereiztheit von NUX VOMICA hervor. Dieses Gemütssymptom kann zur Differenzierung der beiden Arzneien in Fällen beitragen, wo große Kälteempfindlichkeit, starke Knochenschmerzen und Verlangen nach warmer Bedeckung vorhanden sind, Symptome, die NUX VOMICA und EUPATORIUM teilen.

  • Ferner ist eine Besserung, hauptsächlich der Schmerzen, durch Ablenkung:Schmerzen bessern sich durch Eup.-per.Ablenkung zu verzeichnen, insbesondere durch Unterhaltung mit anderen Menschen. In Williamsons Prüfung wurden z. B. Kopfschmerzen durch Unterhaltung gelindert.

  • Einige weitere Krankheitsbilder, bei denen man an Eupatorium perfoliatum denken sollte, mit charakteristischen Symptomen der Arznei:

    • Migräneartige Kopfschmerzen in Verbindung oder im Wechsel mit Gelenkschmerzen, jeden dritten und/oder siebten Tag Kopfschmerzen:migräneartige in Verbindung oder abwechselnd mit Gelenkschmerzen Eup.-per.schlimmer.

    • Gleich beim morgendlichen Aufwachen Kopfschmerzen mit Übelkeit, welche den ganzen Tag anhält, jeden zweiten Tag; am dazwischen liegenden Tag guter Appetit.

    • Hinterkopfschmerz morgens nach dem Liegen, mit großem Schweregefühl darin, kann den Kopf nur mit Hilfe der Hände heben (vgl. CHELIDONIUM). Dieses Symptom kommt oft bei leber- oder Gallenkranken vor.

    • Bronchitis mit heftigem, rauem, heiserem, schmerzhaftem Hus-ten, der den ganzen Körper erschüttern kann und starke Muskel- und Knochenschmerzen Husten:mit Erschütterung des ganzen Körpers und starken Muskel- und Knochenschmerzen Eup.-per.hervorruft, und Kratzen im Hals. Charakteristisch ist hier eine Besserung des Hustens (und speziell der mit dem Husten verbundenen Schmerzen) im Knien, vor allem in Knie-Ellenbogen-Lage.Husten:besser im Knien, vor allem in Knie-Ellenbogen-Lage Eup.-per.

    • Leber- und Gallebeschwerden mit Leber- und Gallenbeschwerden mit Ikterus Eup.-per.Ikterus Ikterus Eup.-per.sowie Vollheitsgefühl in der Lebergegend; kann keine feste Kleidung dort ertragen, jede Erschütterung schmerzt; mahagonifarbener Urin, weißlicher Stuhl.

    • Gicht und Rheumatismus, Anschwellung und Rötung der Finger-, Zehen- und Ellbogengelenke mit großer Kälteempfindlichkeit und starken Knochenschmerzen.

  • Einige weitere Allgemeinsymptome und allgemeine Modalitäten:

    • Kann nicht normal atmen, ja nicht einmal den Körper nach links oder rechts drehen, aufgrund eines starken Wundheitsgefühls hinter dem Atembeschwerden:starken Wundheitsgefühls hinter dem Sternum, aufgrund eines Eup.-per.Sternum. In diesem Fall nötigen die Schmerzen zum Stillhalten – eine Ausnahme, normalerweise machen Schmerzen das Stilliegen unerträglich. Das ändert jedoch nichts daran, dass zahlreiche Symptome durch die Bewegung, zu der der Patient genötigt ist, und durch Erschütterung noch verschlimmert Bewegung und Erschütterung, schlimmer durch Eup.-per.werden.

    • Übelkeit von der geringsten Bewegung.

    • Eigentümliche, doppelte oder mehrfache Periodizitäten:eigentümliche, doppelte oder mehrfache Eup.-per.Periodizitäten: Kopfweh jeden dritten und siebten Tag; Verschlimmerung am Morgen des einen und am Nachmittag des nächsten Tages usw. Eine morgendliche Verschlimmerung aller Symptome ist recht häufig, jeden Morgen, jeden zweiten Morgen oder seltener.

    • Allgemeine Verschlimmerung durch Kälte, kalte Luft, kaltes Getränk; Wetterfühligkeit, spürt ein nahendes Gewitter durch Schmerzen im großen Zeh.

  • Abschließend sollen zwei geheilte Fälle aus der Literatur wiedergegeben werden: „Ein kräftiger, 35-jähriger Mann, von dunkler Gesichtsfarbe, ging an einem heißen Vormittag in ein Eishaus und blieb einige Zeit daselbst. Plötzlich befiel ihn Frösteln und Anwandlung von Ohnmacht. Eine Stunde später ein äußerst heftiger Frostanfall von mehreren Stunden Dauer. Danach anhaltende, brennende Hitze, worauf am nächsten Morgen wieder Kälte folgte. Als eben die Hitze wieder eintrat, sah ich den Kranken; Gesicht gerötet; Augen schwimmend, Sklerotika gelblich rot, Zunge dick und gelb belegt. Sehr heftiger Schmerz im Hinterkopf, und der ganze Kopf fühlt unerträgliche Schwere; Übelkeit und heftige Brechneigung und das Epigastrium äußerst empfindlich, Vollheit und Empfindlichkeit in der Lebergegend mit Stichen und Wundheit bei Bewegung und Husten. Unerträglicher Schmerz im Rücken und den Gliedern, als ob die Knochen gebrochen wären. Harn gering und dunkelbraun. Harter, trockener Husten und etwas Dyspnoe. Der Kranke lag still, obwohl er heftige Schmerzen hatte. Eupatorium 3, 3stündig. In 10 Stunden Beseitigung des Fiebers und am nächsten Tag war der Kranke frei von Schmerz“ (Dunham).

  • „Influenza mit schwachem Puls und großer Erschöpfung; Knochenschmerzen, im Rücken und den Extremitäten; Mattigkeit; Haut schweißgebadet, bleich und krankhaft empfindlich“ (Hering).

Lokalsymptome
Schwindel, KopfEin schwindelartiges Gefühl früh am Morgen, das als ein Herumwirbeln im Schwindel:Herumwirbeln im Gehirn Eup.-per.Gehirn beschrieben wurde. Der Prüfer sagt, es sei so gewesen, als ob man „auf ein Rüttelsieb gesetzt und zwei- oder dreimal herumgewirbelt würde“; die Empfindung wiederholte sich nach kurzer Pause. Schwindel mit Gefühl, nach links zu fallen.
  • Zahlreiche Kopfschmerzen, von denen einige schon oben erwähnt wurden. Sie konzentrieren sich allgemein auf Scheitel, Schädelbasis und Kopfschmerzen:Scheitel, Schädelbasis und Hinterkopf, morgens beim Erwachen Eup.-per.Hinterkopf und beginnen meistens gleich morgens beim Erwachen, oder auch etwas später (z. B. gegen 9 Uhr). Periodische Kopfschmerzen:periodische Eup.-per.Kopfschmerzen, die jeden zweiten, dritten oder siebten Tag wiederkehren; oder auch jeden dritten und siebten Tag; oder morgens an einem und nachmittags am nächsten Tag.

  • Bei fiebrigen Erkrankungen bessert Schwitzen die Kopfschmerzen Kopfschmerzen:bei Fieber, keine Besserung durch Schwitzen Eup.-per.nicht.

  • Wundheitsgefühl und Pulsieren im Hinterkopf, besonders bei Bewegung; mit Schmerzhaftigkeit der Augäpfel.

  • Kopfweh, mit innerlichem Gefühl von Wundheit; besser im Haus, schlimmer gleich wenn man ins Freie geht, gelindert durch Unterhaltung“ (aus Williamsons Prüfung).

  • Frühmorgendliche Kopfschmerzen mit Übelkeit, jeden zweiten Tag.

  • Morgendliche Schwere des Hinterkopfes, kann ihn nicht ohne Hilfe der Hände heben. Dieses Symptom kann von einem sehr quälenden Kopfschmerz gefolgt sein, der den ganzen Tag anhält.

  • Sehr starke Kopfschmerzen, als ob der Kopf zerspringen sollte; „es pocht, es reißt, es sticht, es brennt“ (Kent).

  • Gefühl wie von einer fest anliegenden Metallkappe auf dem Kopf.

  • Klopfende Kopfschmerzen, die in der Hirnbasis beginnen und sich nach oben ausbreiten.

  • Schießende Schmerzen von einer Schläfe zur anderen, als ob das Blut quer durch den Kopf rauschte; von der linken zur rechten Kopfseite.

  • Kopfweh in Verbindung oder im Wechsel mit Gelenkschmerzen; häufig verbunden mit Übelkeit und Erbrechen.

  • Hitzegefühl oben auf dem Scheitel, durch Druck gelindert; mit Ohrensausen.

  • Schmerzhaftigkeit am Tuber parietale, wie wund.

  • Kopf krampfhaft nach hinten gezogen.

AugenSchmerzhaftigkeit der Augäpfel wie wund und Augen:Schmerzhaftigkeit der Augäpfel wie wund und zerschlagen Eup.-per.zerschlagen, auch mit Unverträglichkeit hellen Lichtes; bei Kopfschmerzen und Fieber. Die Augen sind generell äußerst berührungs- und druck-, auch bewegungsempfindlich; es ist ein Gefühl, als hätte man nach einer Schlägerei ein „Veilchen“ behalten. Rote Lidränder, mit klebriger Absonderung aus den Meibom-Drüsen.
Glänzende, schwimmende Augen, mit gelblich-roter Verfärbung der Skleren; bei fieberhaftem Infekt mit Leberbeteiligung. Starkes Tränen der Augen, Lichtscheu.
Trübsehen, wenn man die Augen anstrengt, um kleine Gegenstände zu erfassen; die Prüferin konnte eine Woche lang nicht nähen.
OhrenOhrensausen, mit Hitzegefühl am Scheitel.
NaseGrippale Infekte mit starkem Schnupfen und Knochenschmerzen in jedem einzelnen Knochen. Fließschnupfen mit Niesen und Heiserkeit. Äußerst geruchsempfindlich, besonders gegenüber Kochgerüchen, welche Übelkeit Übelkeit:ausgelöst durch Kochgerüche Eup.-per.auslösen.
GesichtBlasse oder gerötete Gesichtsfarbe, manchmal ein stumpfes Rotbraun wie Mahagoni, mit glänzenden Augen. Ängstlicher Gesichtsausdruck, bei erschwerter Atmung und Schlaflosigkeit.
Plötzliche starke Kontraktion der Muskeln der rechten Wange. Rhagaden der Mundwinkel.
MundZunge dick gelb oder weiß belegt. Mundschleimhaut blass. Modriger, säuerlicher Geruch des Atems.
AtemwegeHusten mit Wundheitsgefühl und Hitze in den Bronchien; dabei heisere, raue Stimme und Kratzen im Hals. Kurzer, trockener Husten, der abends schlimmer ist.
  • „Ein Husten, der einen Wundheitsschmerz in der Brust hervorruft; dieser Schmerz war so schlimm, dass er in die Knie gehen musste, weil in kniender Position der Husten weniger wehtat; dies dauerte einen Monat lang; der Husten dauerte danach in schwächerer Form noch lange fort und wurde schließlich durch eine Gabe Eupatorium perfoliatum 200 beseitigt“ (Prüfungssymptom von Berridge). Die Linderung im Knien wird unter anderem durch einen Fall bestätigt, den Clarke schildert: „Der Patient wurde seit Jahren jeden Winter von einem trockenen Husten geplagt, dessen Anfälle einige Zeit andauerten. Nur wenn er auf Hände und Knie gestützt dalag, fand er Linderung.“

  • Husten, der den ganzen Körper erschüttert, mit großer Schmerzhaftigkeit wie wund, vor allem in den Knochen; muss sich die Brust halten.

  • Husten bewirkt ein Stechen in der Lebergegend und ein Vollheitsgefühl im Kopf, treibt die Röte ins Gesicht und Tränen in die Augen.

Atembeklemmung, Dyspnoe. Angezeigt bei Asthma und Bronchitis, wenn die Dyspnoe so groß ist, dass Kopf und Schultern hoch gelagert werden müssen. Kann nicht tief einatmen wegen eines starken Wundheitsgefühls in der Brust, hinter dem Brustbein. „Ein raspelndes Gefühl in der Brust bei jedem tiefen Atemzug.“ Gefühl einer schweren Last hinter dem Brustbein. Der retrosternale retrosternale Schmerzen, jede seitliche Drehung des Rumpfes unmöglich Eup.-per.Schmerz kann auch jede seitliche Drehung des Rumpfes verunmöglichen.
HerzGefühl, als hätte das Herz zu wenig Platz. Oder: Beklemmung in der Mitte des Brustbeins, mit einem Gefühl, als ob etwas gegen das Herz drückte; dabei Herzklopfen.
MagenDurst auf kaltes Wasser, besonders Durst:kaltes Wasser, auf, besonders nachts Eup.-per.nachts; doch kaltes Wasser wird nicht vertragen, löst Übelkeit und Erbrechen aus und beschleunigt das Eintreten des Fieberfrostes. „Schaudern nach jedem Schluck Wasser.“ Verlangen nach Eiskrem; nach säuerlichen Getränken.
Appetitlosigkeit jeden zweiten Tag, mit Übelkeit und Kopfschmerz; am dazwischen liegenden Tag ausgezeichneter Appetit. Nach dem Essen sehr starke Magenschmerzen, findet keine Ruhe, bis alles wieder erbrochen ist. Ungewöhnlicher Hunger oder Durst kündigen nicht selten einen Fieberanfall Fieberanfall:Ankündigung eines F. durch ungewöhnlichen Hunger oder Durst Eup.-per.an. „Heißhunger vor oder bei Wechselfieber, oder nach Chinin-Einnahme.“ „Durst die ganze Nacht vor dem Fieberanfall.“ Auch einem Anfall von Erbrechen kann ungewöhnlich starker Durst vorausgehen.
Luftaufstoßen, mit einem Gefühl von Verstopftheit in der Magengegend. Übelkeit: durch Gerüche, insbesondere Kochgerüche, aber auch den Anblick von oder gar den Gedanken an Essen; nach Trinken; nach jeder Bewegung, mit Frösteln; mit Frieren und sehr starkem Zittern; mit Kopfweh.
Erbrechen zunächst des Mageninhalts, dann von Galle. Erbrechen von Schleim und Galle, mit Zittern, Magenschmerz und Schwächegefühl bis hin zur Ohnmacht. Zur Bedeutung dieser beiden Symptome vgl. den Abschnitt „Die essenziellen Merkmale“; ich halte die Hervorhebung, die sie teilweise in der Literatur erfahren, nicht für gerechtfertigt.
Erbrechen unmittelbar nach jedem Erbrechen:Trinken, unmittelbar nach jedem Eup.-per.Trinken. „Übelkeit und Brechneigung und das Epigastrium äußerst empfindlich.“ Gefühl, als sollte etwas aus dem Magen hochkommen, ist aber nicht in der Lage, etwas heraufzubringen. Gefühl, als wäre der Magen von beiden Seiten zugeschnürt. Allgemeines Schaudern, das vom Magen ausgeht.
AbdomenBeschwerden der Leber und Gallenblase; Gelbsucht bei Malaria und anderen fieberhaften Erkrankungen. Vollheits- und Wundheitsgefühl in der Lebergegend, mit großer Berührungs- und Vollheitsgefühl:in der Lebergegend mit großer Berührungs- und Druckempfindlichkeit Eup.-per.Druckempfindlichkeit; eng anliegende Kleidung ist unerträglich. Vollheit und Empfindlichkeit in der Lebergegend mit Stichen und Wundheit bei Bewegung und beim Husten.
Rektum und StuhlDurchfällige Durchfall:mit beißendem Schmerz und Hitzegefühl im After Eup.-per.Stühle, mit beißendem Schmerz und Hitzegefühl im After. Die Stühle können wässrig oder halbflüssig sein, reichlich, grün gefärbt. Verstopfung, mit hellfarbigen Stühlen, denen der Gallenfarbstoff fehlt.
„Die Gelbsuchtattacken können oft mit Durchfall enden; reichliche, grüne, flüssige oder halbflüssige Ausleerungen; aber nachdem sich der Anfall hingezogen hat, bis eine einzige große Darmentleerung stattgefunden hat, verschwindet dieses Symptom, und ein sekundärer Zustand tritt ein, mit Obstipation und hellfarbigem Stuhl, oder Stuhl ohne Gallenfarbstoff“ (Kent).
HarnwegeKlarer, aber dunkel gefärbter Urin; manchmal dunkelbraun.
Äußerer Hals und RückenPulsierender, pochender Schmerz im Genick und Hinterkopf; im Liegen, besonders morgens, besser nach dem Aufstehen. Rückenschmerzen wie wund und Rückenschmerzen:wie wund und zerschlagen Eup.-per.zerschlagen, wie von einer Prellung oder Quetschung, oder als ob die Wirbel gebrochen wären; im ganzen Rücken, besonders aber im Kreuz.
Lähmungsartige Schwäche im Kreuz. Zittern im Rücken während des Fiebers. Kälteüberlaufen, Schaudern, Frost, hauptsächlich im Rücken; oder im Rücken Schaudern, Frost, im Rücken oder im Rücken beginnend Eup.-per.beginnend und sich dann auf den ganzen Körper ausbreitend.
ExtremitätenSehr starke Schmerzen in allen Gliedern, als ob die Knochen gebrochen wären. Heftige Wundheitsgefühle in den Knochen und Muskeln; alle Muskeln schmerzen wie bei einem schrecklichen Muskelkater. Extremitäten:Gliederschmerzen, als ob die Knochen gebrochen wären Eup.-per.Knochenschmerzen begleiten alle Beschwerden oder leiten sie Knochenschmerzen:begleiten alle Beschwerden oder leiten sie ein Eup.-per.ein; frühmorgendliche Knochenschmerzen, kurz vor einem Fieberanfall.
  • Schmerzen in den Arme: Schmerzen in den A., besonders im Bereich des Ellbogens und des Handgelenks Eup.-per.Armen, wie wund und zerschlagen, oder als wären die Knochen gebrochen; besonders im Bereich des Ellbogens und des Handgelenks.

  • Steife Arme und Finger, der Tastsinn der Fingerspitzen ist abgestumpft.

  • Eiskalte Hände; oder heiße, gelegentlich auch feuchte Handflächen.

  • Entzündete Gichtknoten an den Fingergelenken; Kalkablagerungen um die Fingergelenke, die die Beweglichkeit beeinträchtigen.

  • Steifheit und allgemeine Schmerzhaftigkeit wie wund in den Beinen, wenn man aufsteht und losgehen will.

  • In den Beinen starke Schmerzen wie wund und Beine:Schmerzen in den B. wie wund und zerschlagen Eup.-per.zerschlagen, auch als wären die Knochen gebrochen; Schmerz in den Waden, als wäre darauf geschlagen worden.

  • Gicht, Arthritis, Rheumatismus usw.; entzündliche Anschwellungen der Gelenke an Fingern und Zehen, auch am Ellbogen. „Entzündung des linken Knies und des rechten Ellbogens; Schmerzen stärker zwischen 10 und 16 Uhr.“

  • Erschlaffen der Muskeln des linken Oberschenkels, als fielen sie vom Knochen.

  • Krampfartige Schmerzen in den Beinen, die aus dem Schlaf wecken.

  • Stechen in den Füßen, wie von feinen Nadeln, zu Beginn des Fieberfrostes.

  • Schmerz im Grundgelenk des linken großen Zehs, der plötzlich zum entsprechenden Gelenk auf der rechten Seite springt. „Hatte eine Zeitlang einen schießenden Schmerz im rechten großen Zeh, bevor Regen oder ein Gewitter aufkam, sodass er Wetterumschwünge im voraus spürte; dies verschwand während der Prüfung und kam nicht mehr wieder“ (aus Berridges Prüfung).

  • Unerträglicher Schmerz unter den Zehennägeln beider Füße; bei Wechselfieber.

  • Ödematöse Geschwulst der Unterschenkel und Füße, als Folge von Malaria oder anderen Krankheiten. Kent führt aus: „Wenn man jetzt Schwellungen der Extremitäten sieht, und man bekommt Symptome des früheren Zustands, die darauf hindeuten, dass damals Eupatorium perfoliatum angezeigt war, dann wird diese Arznei auch jetzt noch das Ödem heilen.“

Fieber, Frost, SchweißAuf die Symptome von Eupatorium perfoliatum in diesem Bereich wurde bereits im Abschnitt „Die essenziellen Merkmale“ ausführlich eingegangen. Hier zur Ergänzung noch einmal einige Prüfungssymptome im Wortlaut:
  • „Fieberfrost morgens, Fieberhitze den ganzen Tag, aber kein Schweiß.“

  • „Frost die ganze Nacht und morgens, mit Übelkeit von der geringsten Bewegung.“

  • „Frost mit sehr starkem Zittern und Übelkeit.“

  • „Der Fieberanfall beginnt gewöhnlich Fieberanfall:morgens Eup.-per.morgens. Durst tritt mehrere Stunden vor dem Frost ein und hält während Frost und Hitze die ganze Zeit Durst:Frost, mehrere Stunden vor dem Eup.-per.an.

  • „Nächtlicher Schweiß, mit Frieren von jeder Bewegung oder vom geringsten Aufdecken.“

  • „Allgemeines Frösteln, das vom Magen ausgeht.“

Dazu einige bewährte Symptome, die immer wieder die erfolgreiche Verschreibung von Eupatorium ermöglicht haben:
  • Frost und Hitze sehr stark, stärker empfunden, als die objektive Körpertemperatur rechtfertigen würde; Schweiß gering oder fehlend.

  • Schmerz, als wären sämtliche Knochen gebrochen, vor dem Beginn des Fieberfrostes; dieses Symptom kann auch alle Fieberphasen begleiten.

  • Fieberfrost herbeigeführt oder beschleunigt durch Trinken kalten Wassers.

  • Der Fieberfrost beginnt gewöhnlich im Kreuz und setzt morgens zwischen 7 und 9 Uhr ein.

  • Durst während des Frostes und der Hitze, aber Erbrechen sofort nach dem kleinsten Schluck.

  • Ein Fieberanfall kann durch eine große Zahl von relativ unspezifischen Prodromalerscheinungen angekündigt werden, etwa Heißhunger, Durst, Übelkeit, Kopfweh, Knochenschmerzen usw.

HautIkterus. Heiße, trockene Haut. Haut bleich und krankhaft Haut:krankhaft empfindliche Eup.-per.empfindlich; kann vor Schmerz nicht liegen bleiben, sondern muss sich dauernd bewegen, obwohl er viel lieber ruhen würde.

Euphorbium

Essenzielle Merkmale
Dieses „kleine Mittel“ gehört zu den Arzneien, die Hahnemann in seine Chronischen Krankheiten aufgenommen hat. Am bekanntesten ist seine Wirkung auf die Haut und auf die Schleimhäute des Verdauungstrakts.
Wann wird man Euphorbium benötigen? In erster Linie bei rosenartigen Entzündungen im Gesicht:heftigste rosenartige Entzündungen im Euph.Gesicht. Brennende Schmerzen, auch sehr starke, können die Arznei auch bei anderen Erkrankungen anzeigen, die nichts mit Erysipel zu tun haben, insbesondere als Palliativum bei brennenden Knochenschmerzen im Fall von bösartigen Tumoren Knochenschmerzen:bösartigen Tumoren, im Fall von Euph.(Sarkom u. a.). Ferner kann Euphorbium angezeigt sein, wenn etwa bei Hüftbeschwerden oder auch Ischialgie starke brennende Schmerzen auftreten, die sich nachts im Bett verschlimmern und zum Umhergehen zwingen; wichtig ist die Ruhe:schlimmer in Euph.Ruheverschlimmerung und Bewegung:besser bei Euph.Bewegungsbesserung. Und schließlich hat Euphorbium eine Beziehung zu den Augenlider:starke Schmerzen der Euph.Augen und kann sowohl bei chronischen Augenentzündungen, wenn speziell die Augenlider sehr stark schmerzen, als auch bei Trübsichtigkeit, ja sogar Linsentrübung durch Grauen Augen:Linsentrübung Euph.Star hilfreich sein.
Gehen wir etwas näher auf diese Krankheitsbilder ein:
Entzündungen im Gesicht
Euphorbium erzeugt und heilt heftigste rosenartige Entzündungen der Haut, besonders im Gesicht. Extremes Brennen, starke Rötung und Anschwellung, Bildung von Blasen mit gelbem Inhalt gehören zu seinen Symptomen, und so sollte man bei Erysipel, insbesondere bei der bullösen Form, immer auch an Euphorbium denken. Manchmal greift die Entzündung auf das Unterhautfettgewebe über, und es kommt zu eitriger Einschmelzung.
Zu den Begleitsymptomen gehören Allgemeinerscheinungen wie heftiges Fieber und große Mattigkeit; ferner starke klopfende Kopfschmerzen, hauptsächlich im Scheitel und Hinterkopf. Die Schmerzen sind in erster Linie brennend, und diese Schmerzqualität tritt bei fast allen Affektionen auf, auf die Euphorbium passt; Brennen im Gesicht, auf der Haut, in Mund, Hals, Magen, Bauch und After; Knochen, brennende Schmerzen in den Euph.brennende Schmerzen in den Knochen und Gelenken. Die Patienten fühlen sich „ganz heiß“, mit Mattigkeit und Schwereempfindungen Hitze:mit Mattigkeit und Schwereempfinden überallüberall. Ein Prüfungssymptom von Hahnemann: „Große Hitze den ganzen Tag; alle Kleidung schien ihm wie eine Last, wie auch der ganze Körper ihm zu schwer war, als hätte er eine große Last aufgeladen.“ Ferner kommen spannende Schmerzen vor, die durch Berührung oder Druck deutlich verstärkt werden.
  • Zwei auffallende Empfindungen in diesem Zusammenhang: ein Haut:Gefühl, als ob eine dünne Schnur unter der H. läge Euph.Gefühl, als ob eine dünne Schnur unter der Haut läge, das eine strichweise, striemenartige Hautrötung begleitet; und Bohren, Nagen und Wühlen vom Zahnfleisch bis ans Ohr Euph.Bohren, Nagen und Wühlen vom Zahnfleisch bis ans Ohr, mit Jucken und Kribbeln in der Wange, wenn der Schmerz nachlässt, in Begleitung einer entzündlichen Anschwellung der Wange.

  • Euphorbium kann auch angezeigt sein, wenn eine „dicke Backe“ durch dicke Backe durch Zahnschmerzen Euph.Zahnschmerzen bedingt ist. Ein Fall, bei dem Rückert das Mittel erfolgreich eingesetzt hat: „Klopfende, pochende Schmerzen, und als würden die Zähne eingeschraubt, unter dem Augenzahn (= Eckzahn) eine bei Berührung sehr empfindliche schmerzhafte Geschwulst, ein Abszess, Backen dick geschwollen, rosenartig entzündet.“ Schmerzen wie zusammengepresst oder „wie eingeschraubt“ sind recht charakteristisch für Euphorbium, und zwar nicht nur im Bereich der Zähne. In allen möglichen Regionen des Körpers finden sich einerseits zusammenziehende oder -pressende, andererseits auseinander treibende Schmerzen, etwa in Kopf, Magen, Bauch und Brust. Die Zahnschmerzen, auf die Euphorbium passt, verschlimmern sich gewöhnlich deutlich bei Berührung und beim Kauen.

Schmerzen
Überhaupt kann Euphorbium, wenn es durch die Symptome indiziert wird, sehr starke Schmerzen lindern, auch in Fällen, wo die Krankheit unheilbar ist. Insbesondere brennende Schmerzen, wie sie bei Krebs auftreten brennende Schmerzen wie bei Krebs Euph.können, werden durch Euphorbium gebessert, wenn es angezeigt ist. Clarke berichtet z. B. von brennenden Knochenschmerzen in einem hoffnungslosen Fall von Sarkom der Beckenknochen; hier konnte Euphorbium C 6 bedeutende Schmerzlinderung bringen.
Die auffälligste Modalität von Euphorbium ist eine Verschlimmerung in der Ruhe, bei Besserung durch Bewegung. Sie bezieht sich hauptsächlich auf die Rheumatismus-ähnlichen Gliederschmerzen, die durch die Arznei hervorgerufen und geheilt werden. Euphorbium hat unter anderem auch Ischiasschmerzen mit dieser Modalität beseitigt. Die Schmerzen sind oft reißend oder drückend-stechend, doch besonders bei brennenden Knochenschmerzen, etwa im Beckenbereich, ist an Euphorbium zu denken. „Brennschmerz, nachts, in den Knochen der Hüfte und Oberschenkel, dass er oft darüber aufwachte, mehrere Nächte nacheinander“ (Hahnemann, Chronische Krankheiten).
Gastritis, Darminfektionen
Ferner ist Euphorbium in bestimmten Fällen von Gastritis Euph.Gastritis und bei manchen Darminfektionen Euph.Darminfektionen angezeigt. Es ruft Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervor. Im gesamten Verdauungstrakt kann sehr starkes Brennen empfunden werden, vom Hals bis in den After. Brennen wie von Pfeffer oder wie von Feuer; „Brennen in Hals und Magen, als wenn eine Flamme herausströmte; er musste den Mund öffnen.“ Die Magen- und Bauchschmerzen sind ebenfalls massiv, brennend, zusammenziehend, zusammenschnürend, greifend, raffend oder auch auseinander treibend. Ein Keynote ist: „Zusammenziehung des Magens von allen Seiten her, nach der Mitte zu, wie zusammengeschnürt, mit Zusammenlaufen des Speichels im Mund und Brecherlichkeit.“ Luftaufstoßen, Speichelfluss und Schaudern sind häufige Begleitsymptome. Durchfallstühle können wie gekochter Leim aussehen, besonders bei Schwangeren; den Stühlen geht oft Jucken im Mastdarm voraus, und sie werden begleitet von starken Schmerzen in Bauch und After.
Augenentzündungen
Die Augenbeziehung von Euphorbium manifestiert sich einerseits in einer Reihe von Symptomen der Augenlider: Jucken:in Augenwinkeln und Augenlidern Euph.heftiges Jucken in den Augenwinkeln und Augenlidern, zum Reiben nötigend. Blassrote Entzündung der Augenlider:blassrote Entzündung mit nächtlicher Eiterabsonderung Euph.Augenlider mit nächtlicher Eiterabsonderung, wovon sie zusammenkleben. So empfiehlt schon Stapf die Arznei bei chronischen Ophthalmien mit „sehr schmerzhaften Affektionen der Augenlider, welche heftig jucken, nässen, zuschwären“, und damit liegt eine Reihe von Heilungen vor. Andererseits gibt es sehr positive Erfahrungen mit diesem Symptom von Hahnemann: „Kurzsichtigkeit und Trübsichtigkeit, dass er die ihm bekannten Personen nur ganz in der Nähe, und auch da nur wie durch Flor, erkennen konnte.“ Selbst Linsentrübungen mit starker Abnahme der Sehfähigkeit, wo sich der Patient kaum mehr auf der Straße bewegen konnte, sind noch positiv beeinflusst worden (etwa in einem Fall von Bojanus). Schließlich können Euphorbium-Personen unter eigenartigen Täuschungen des Gesichtssinnes beim Sehen leiden. Eine wird so beschrieben: „Alle Gegenstände erscheinen dem Gesicht in bunten Farben und wie zu groß, dass er auch im Gehen die Beine immer hoch aufhebt, weil er glaubt, über Berge steigen zu müssen.“ Eine andere: Doppeltsehen Euph.Doppeltsehen; sieht er einen Menschen gehen, so ist es ihm, als ginge derselbe gleich noch einmal hinterher.“
Psychisches Bild
Euphorbium-Patienten werden von vielen Ängsten und Sorgen geplagt (besonders auffällig ist eine Angst, Gift geschluckt zu Angst:Vergiftung, vor Euph.haben und deshalb sterben zu müssen). Doch es handelt sich bei ihnen eher um introvertierte Menschen, die ihre Ängste nicht äußern; sie wirken still, ernsthaft und in sich still, ernsthaft, introvertiert Euph.gekehrt. Am besten geht es ihnen, wenn sie durch eine ernsthafte Beschäftigung abgelenkt sind, und deswegen arbeiten sie gern. „Stille Ernsthaftigkeit mit Lust zur Arbeit“ (Bönninghausen). Diese Gemütssymptome sind nicht selten im Zusammenhang mit Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüren usw. anzutreffen; die Patienten „lassen nicht raus“, was sie bedrückt, stattdessen stürzen sie sich in ihre Arbeit. Die Angst:im Verdauungstrakt empfunden Euph.Furcht wird denn auch nicht selten körperlich im Verdauungstrakt empfunden, etwa als „ängstliches Weh“ oder dergleichen. Macht sich Sorgen um die Zukunft und seine Gesundheit.
Ein seltsames Gemütssymptom, das auch in einer recht skurril klingenden Repertoriumsrubrik seinen Ausdruck gefunden hat, ist die „temporäre Verrücktheit, temporäre EuphVerrücktheit“ von Euphorbium. Die Rubrik lautet „Geisteskrankheit, besteht darauf, sein Gebet am Schwanz seines Pferdes zu sprechen“, und sie geht zurück auf ein Zitat aus Noack und Trinks Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre. Noack/Trinks zitieren nach Pereira: „Ein alter Euphorbium-Arbeiter (d. h. mit der Herstellung des Gummiharzes aus dem Milchsaft der Wolfsmilch beschäftigt) bestand während des Paroxismus darauf, sein Gebet an dem Schwanze des Mühlenpferdes herzusagen.“ Hering ergänzt: „Er kennt seine Verrücktheiten selbst, er möchte für sich sein und seine Ruhe haben.“ Auch wenn sie unter Wahnideen leiden, bleiben Euphorbium-Patienten eher still, reserviert, auf sich zurückgezogen und kontrolliert.
Allgemeinsymptome und Keynotes
  • Diese Reserviertheit und Kontrolliertheit spiegelt sich auch auf der körperlichen Ebene wider.

    • Es gibt nämlich nicht nur den akuten „heißenEuphorbium-Zustand, mit hohem Fieber, heißer Haut, brennender Röte und Anschwellung, wo der Krankheitsprozess massiv nach außen drängt.

    • Daneben existiert auch ein Zustand des chronischen Wärmemangels, bei dem sich alle vitalen Kräfte auf das Zentrum zurückziehen. Er manifestiert sich in Form von dauerndem Frieren und Frösteln, leichtem Einschlafen der Extremitäten, besonders der Beine bis über die Knie, in Unausgeschlafenheit und starker Tagesschläfrigkeit wie betäubt, in Ohnmachten usw. Charakteristisch ist folgendes Prüfungssymptom: „Gefühl, als wenn ihm Wärme mangelte und er die ganze Nacht nicht geschlafen und recht ausgeschweift hätte, wobei alle Adern auf den Händen verschwunden waren.“

  • Zum Abschluss noch drei ungewöhnliche Empfindungen, die als Keynotes von Euphorbium gelten können:

    • Mundgeschmack, als wäre dieser innerlich mit ranzigem Fett überzogen.

    • Gefühl von Beklemmung, als ob die Brust nicht weit genug wäre.

    • Gefühl, als wäre der linke Lungenflügel angewachsen, kann deshalb nicht tief Luft holen.

Lokalsymptome
Schwindel, KopfDrehschwindel wie zum Hinfallen auf die rechte oder linke Seite; beim Gehen oder Stehen.
  • Kopfweh, als sollte der Kopf auseinander gepresst werden. Ein Gefühl wie eingeschraubt im ganzen Gehirn und auch in den Jochbeinen, besonders im Zusammenhang mit Zahnweh. Zusammenschnürender Kopfschmerz im Hinterkopf. Dumpfes, betäubendes Drücken in der rechten Kopfhälfte; in der Stirn; über der linken Augenhöhle.

  • Schmerzen wie geprellt am Hinterkopf oder an der Stirn, schlimmer durch Ruhe und Hitze, besser durch Bewegung und Kühlen des Kopfes, Kopfschmerzen:schlimmer durch Ruhe und Hitze, besser durch Bewegung und kühlen des Kopfes Euph.etwa durch ein feuchtes Taschentuch. Zerschlagenheitsschmerz am oder im Hinterkopf, kann nicht auf der schmerzenden Stelle liegen. Spannendes Drücken äußerlich am Kopf, besonders an der Stirn und den Nackenmuskeln.

  • Äußerlicher Druckschmerz an der Stirn, über dem linken Auge, das tränt; kann es vor Schmerz nicht aufmachen.

AugenOben wurden bereits die schmerzhaften Lidaffektionen, die Neigung zum Trübsehen und die eigentümlichen Täuschungen des Gesichtssinns beim Sehen beschrieben. Hier noch einige Ergänzungen:
  • Beißen in den Augen, mit Tränen.

  • Ein Trockenheitsgefühl in den Augenlidern, die aufs Auge zu drücken scheinen. „Im Auge drückt es wie Sand.“

  • Klebriges Gefühl, als ob das Auge voll Eiter wäre.

  • Morgendliches Zusammenkleben der Augenlider, kann die Augen nur mit Mühe öffnen; auch bei Blepharitis, mit nächtlicher Eiterabsonderung Euph.Blepharitis mit nächtlicher Eiterabsonderung.

  • Entzündungen der Augen, auch langwierige, besonders mit Jucken und Trockenheit in den Lidern und Winkeln“ (Jahr).

  • Der oben angesprochene Katarakt-Fall von Bojanus, der in die Arzneimittellehren eingegangen ist, sei hier einmal ganz wiedergegeben: „Ein 53-jähriger, stets gesunder Mann leidet seit einem Jahr an Abnahme des Gesichts. Ziemlich ausgebildeter, jedoch noch nicht ganz reifer Linsenstar. Sehr undeutliches Sehen, kann auf der Straße nicht allein gehen. Euphorb. tinct., täglich 2mal 2 Tr. Nach 5 Wochen kann der Kranke schon etwas besser sehen, dennoch ist an den Augen keine Veränderung bemerklich; 6 Wochen später kann er schon Farben unterscheiden, während an den Augen nur eine beginnende Veränderung wahrgenommen werden kann. – Euphorb. tinct. wird fortgebraucht und erst gegen das Ende der Krankheit, also nachdem schon sehr bedeutende Besserung eingetreten war, wird Euphorb. tinct. im Wechsel mit SULFUR 12 (jenes früh, dieser Abends) gegeben. Nach 2 Jahren völlige Heilung, subjektiv und objektiv“ (nach Rückerts Klinischen Erfahrungen, Supplementband 2, S. 184).

OhrenNächtliches Brausen vor den Ohren:nächtliches Brausen vor den Euph.Ohren, mit Zittern und Umherwerfen im Bett; kann nicht schlafen, ja nicht einmal die Augen zumachen. Klingen im Klingen im Ohr Euph.Ohr, unter anderem auch beim Niesen. Zwitschern im Ohr, wie von Heimchen. Ohrenschmerzen, besonders wenn man sich im Freien aufhält.
NaseStarke Schleimabsonderung aus der Nase:starke Schleimabsonderung Euph.Nase, besonders aus den Choanen, häufig ohne Niesen. „Starker Schleimabfluss aus der Nase, ohne Niesen, mit erstickendem Beißen darin bis in die Stirnhöhle, dass sie keine Luft kriegen kann.“
Gesicht„Rote, entzündete, schmerzhafte Backengeschwulst mit gelblichen Blasen, die eine dicke, gelbe Feuchtigkeit absondern“ (Bönninghausen). Dieses und eine ganze Reihe ähnlicher Symptome indizieren Euphorbium bei Erysipelas Erysipelas bullosum Euph.bullosum. Zum Beispiel: „Spannschmerz im Backen, als wenn er geschwollen wäre.“ „Heftiges Brennen im Gesicht.“ „Rote, entzündliche Anschwellung der Wange, mit Gefühl brennender Wange:Schwellung mit Gefühl brennender Hitze Euph.Hitze.“ „Geschwulst der linken Backe, mit Spannschmerz für sich und Stoßschmerz beim Daraufdrücken.“ Ein Fallbericht aus Herings Guiding Symptoms: „Erysipel der Wangen, dem Fieber und Frost im Wechsel vorausgehen; zusammenschnürende Kopfschmerzen, besonders im Hinterkopf; Brennen, Stechen und Jucken der befallenen Teile; gelbe Blasen.“ Merrill bemerkt in seinem Prüfungsbericht, dass Euphorbium in vielen Fällen eine phlegmonöse Entzündung der Gesichtshaut erzeugt, begleitet von heftigen pochenden Kopfschmerzen in Stirn und Oberkopf. „Die Arznei scheint eine besondere Affinität zum Gesicht und zum Kopf zu haben.“ Ein Prüfungssymptom aus den Chronischen Krankheiten: „Rote, entzündete Backengeschwulst, mit Bohren, Nagen und Wühlen vom Zahnfleisch bis ans Ohr, und mit Jucken und Kribbeln im Backen, wenn der Schmerz nachlässt.“
Die Arznei kann natürlich auch angezeigt sein, wenn die Backe aus anderen Gründen geschwollen ist, etwa wegen eines entzündeten Zahnes.
MundEuphorbium hat sich mehrfach bei kariesbedingten Zahnschmerzen als nützlich erwiesen.
  • „Abbröckeln der Zähne“ (Jahr). Stapf beschreibt die Schmerzen wie folgt: „Zahnschmerzen drückend-stechender Art, oder mit dem Gefühl, als sei der Zahn eingeschraubtZahnschmerzen:mit dem Gefühl, als sei der Zahn eingeschraubt Euph., durch Berührung verschlimmert.“ In einem klinischen Fall handelte es sich um klopfende, pochende Schmerzen.

  • Zu den Prüfungssymptomen zählen unter anderem: Zahnweh wie eingeschraubt im hohlen Zahn, mit Rucken darin, als sollte er herausgerissen werden. Zahnweh beim Anfang des Essens, mit Frost; ein nagendes Reißen, mit Kopfschmerz zugleich, wie zerrüttet vom Zahnschmerz und wie eingeschraubt im Gehirn und in den Jochbeinen. Zahnweh, das bei Berührung und beim Kauen sich verschlimmert, am vorletzten linken Backenzahn der oberen Reihe.

  • Bei Zahnschmerzen:mit schmerzhafter, empfindlicher, eiternder Geschwulst des Zahnfleischs Euph.Zahnschmerzen mit schmerzhafter, empfindlicher, eiternder Geschwulst des Zahnfleischs und roter, entzündlicher Anschwellung der Wange ist ebenfalls an Euphorbium zu denken.

Zusammenfließen von viel Speichel im Mund, salzig schmeckend; mit Brechreiz, Schauder und starken Magenschmerzen; mit Brennen vom Mund bis zum Magen. Oder auch: „Speichelfluss nach vorgängigem Schauder und Greifen im Magen“ (Bönninghausen). Ein widerwärtiger Mundgeschmack:als wäre der Mund innerlich mit ranzigem Fett überzogen Euph.Mundgeschmack, als wäre der Mund innerlich mit ranzigem Fett überzogen.
HalsBrennen im Hals, bis in den Magen, wie von Pfeffer oder „als wenn eine Flamme herausströmte“, zum Öffnen des Mundes nötigend; mit Hitze am ganzen Körper, Zittern und Ängstlichkeit; mit Brechreiz; mit Zusammenlaufen von Speichel im Mund, oder gar mit Auslaufen von Wasser aus dem Mund. „Am Gaumen oben löst sich ein Häutchen ab.“
AtemwegeHusten, ausgelöst durch einen brennenden Kitzel im oberen Teil der Luftröhre oder ein „leises Krabbeln im Hals“. Oder: trockener, hohler Husten, von einem Kitzeln mitten in der Brust, in der Ruhe. Husten Tag und Nacht, mit Brustbeengung und Kurzatmigkeit; morgens viel Auswurf. Die Arznei kann bei Asthma angezeigt sein.
Starker, krampfhafter Husten, Tag und Nacht, der aus dem Schlaf weckt und sehr angreifend ist; der Husten ist trocken, mit stechenden Schmerzen, die von der Magengrube nach beiden Seiten der Brust zu zielen scheinen.
Beklemmungsgefühl, als ob die Brust nicht weit genug Beklemmungsgefühl, als ob die Brust nicht weit genug wäre Euph.wäre, mit spannendem Schmerz in den rechten Brustmuskeln, besonders wenn man den Oberkörper nach rechts dreht.
Kann nicht tief durchatmen wegen eines Lunge:Gefühl, als wäre der linke Lungenflügel angewachsen Euph.Gefühls, als wäre der linke Lungenflügel angewachsen. Krampfhaftes auseinander Pressen in den unteren Teilen der Brust.
Wärmegefühl in der Mitte der Brust, als ob man heißes Essen verschluckt hätte. Stiche in der linken Brustseite, in der Ruhe, bei Bewegung vergehend.
MagenGroßer Hunger:großer, bei schlaff herunterhängendem Magen Euph.Hunger, bei schlaff herunterhängendem Magen, der Bauch ist so eingefallen, als ob er gar keinen hätte; isst viel und mit dem größten Appetit.
Brennen in Hals, Magen und Bauch, wie von Feuer, von Pfeffer oder von glühenden Magen:Brennen im, wie von Feuer Euph.Hals:Brennen im H. wie von Feuer Euph.Bauch:Brennen im, wie von Feuer Euph.Kohlen. Durst auf kalte Getränke.
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Morgendliche Übelkeit von Säufern oder Schwangeren; die Kranken schütteln sich geradezu vor Übelkeit. Gastritis. Starke, hauptsächlich brennende oder zusammenziehende Magenschmerzen:brennende oder zusammenziehende Euph.Magenschmerzen. Zum Beispiel: Krampfhafte Zusammenziehung des Magens mit Luftaufstoßen. Zusammenziehung des Magens von allen Seiten her nach der Mitte zu, wie zusammengeschnürt, mit Zusammenlaufen des Speichels im Mund und Brechreiz. Schmerzen in der linken Magenseite wie ein Greifen und Raffen, mit nachfolgender Zusammenschnürung des Magenmundes, unter vermehrter Absonderung salzigen Speichels und Schaudern auf der Haut. Schmerzhaftes Greifen im Magen, als wenn er zusammengedrückt würde, mit nachfolgendem Speichelfluss und Übelkeit zum Brechen.
Schmerz des Magens beim Betasten, als ob man darauf geschlagen worden wäre.
AbdomenEuphorbium ist angezeigt bei Unterleib:brennende, zusammenschnürende oder auseinander treibende Schmerzen im Euph.kolikartigen, heftig brennenden, zusammenschnürenden oder auseinander treibenden Schmerzen im Unterleib. Hitze und Unruhe im Unterleib.
Krampfhafte Blähungskolik, morgens im Bett; die Blähungen drücken gegen Hypochondrien und Brusthöhle und verursachen ein krampfhaftes Auseinanderpressen und Zusammenschnüren, das durch Umdrehen besser wird, bei ruhiger Lage aber sofort wiederkommt. Oder: Blähungskoliken werden nur dadurch besser, dass man den Kopf auf Ellbogen und Knie aufstützt; der resultierende Druck führt zum Abgang von Winden. Weitere Bauchschmerzen: „Ängstliches, wundhaftes Weh im Unterbauch“ (Hartlaub/Trinks); „Leibweh wie von innerer Wundheit“; ein Drehen und Winden oder Grimmen im gesamten Darmkanal, das von Durchfall gefolgt wird. Gefühl, als wenn der Bauch ganz leer wäre, wie nach einem Brechmittel, morgens; oder der Bauch:kommt einem so eingefallen vor, als ob man keinen hätte Euph.Bauch kommt einem so eingefallen vor, als ob man überhaupt keinen hätte, bei großem Hunger und schlaff herabhängendem Magen.
Rektum und StuhlDurchfall, auch Brechdurchfall Euph.Brechdurchfall. Während des Dranges wird häufig ein Jucken um den Mastdarm herum empfunden, das die Diarrhö ankündigt. Beim Stuhlgang Brennen am After, Bauchauftreibung und Bauchweh, als wäre man innerlich wund. Nach dem Stuhl Jucken in Mastdarm und After; oder Mastdarm:brennender Wundschmerz Euph.brennender Wundheitsschmerz um den Mastdarm herum. Stapf fasst zusammen: Stuhlbeschwerden mit Tenesmus und schmerzlichen Empfindungen im After. Besonders bei Schwangeren können Durchfallstühle auftreten, die wie gekochter Leim aussehen.
HarnwegeHarnbeschwerden mit Tenesmus und schmerzlichen Empfindungen in der Harnröhre. Strangurie. Tropfenweiser Harnabgang, mit stechendem Schmerz in der Eichel, gefolgt von normalem Wasserlassen.
Äußerer Hals und RückenSpannen und Drücken in den Nackenmuskeln; steifes Genick. Schmerzhaftigkeit des Steißbein:Schmerzen im Euph.Steißbeins, der Schmerz wird im Knochen empfunden; schlimmer beim Aufstehen und zu Beginn der Bewegung; berührungsempfindlich; mit durchfälligen Stühlen, die den Steißbeinschmerz verschlimmern.
ExtremitätenSchmerzhafte Affektionen der Extremitäten. Rheumatische Gliederschmerzen, meistens reißender oder drückend-stechender Art, Extremitäten:Schmerzen fast nur in Ruhe, bei Bewegung vergehend Euph.fast nur in der Ruhe, bei Bewegung vergehend. Brennende Gelenk- und Knochenschmerzen. Lähmungsartige Schwäche in den Gelenken, mit erschwertem Aufstehen vom Sitzen.
Spannschmerzen in der rechten Schulter, die am Heben des Arms hindern; beim Spazierengehen nachlassend, in der Ruhe sogleich wieder stärker werdend. Aber auch: „Im Achselgelenk Spannen wie Lähmung, früh, nach dem Aufstehen, durch Bewegung verschlimmert.“ Krampfhaftes Ziehen in der rechten Hand, beim Schreiben; Schreibkrampf Euph.Schreibkrämpfe.
Brennender Schmerz: in den Knochen der Hüfte und Oberschenkel, nachts, sodass man oft davon aufwacht; um die Fußgelenke herum, so stark, dass man schreien möchte, mit Hitze der Teile. Schmerzen wie verrenkt: in beiden Hüftgelenken; im linken Oberschenkel, ganz oben, bei der Schoßbeuge; in der linken Ferse, periodisch wiederkehrend. Schmerzhaftes lähmendes Gefühl der äußeren Seite des rechten Hüftgelenks beim Auftreten.
Spannschmerz von den Gesäßmuskeln bis in die Kniekehle, als ob die Sehnen im linken Oberschenkel zu kurz wären; beim Vorwärtsschreiten. Schmerz wie von einem Schlag auf die Außenseite der linken Wade. Große Schwäche der Unterschenkel:Schwäche der Euph.Unterschenkel bis ans Knie, als wollten sie zusammenbrechen und könnten den Körper nicht halten. Einschlafen:der Füße, bis über die Knie, beim Sitzen Euph.Häufiges Einschlafen der Füße bis über die Knie, beim Sitzen, kann sie dann nicht von der Stelle rühren; mit schmerzhaftem Kribbeln darin.
SchlafSchlaf:unausgeschlafen und als ob es an Körperwärme mangelt Euph.Fühlt sich sehr unausgeschlafen und als ob es ihm an Körperwärme mangelte. Tagsüber große Schläfrigkeit:tagsüber Euph.Schläfrigkeit, besonders nach dem Mittagessen. Kann sich des Schlafes nicht erwehren, fällt in einen betäubungsartigen Halbschlaf, aus dem er gar nicht mehr herauszufinden scheint.
Schläft mit weit über den Kopf ausgestreckten Armen. Schlaflosigkeit und zittriges Umherwerfen im Bett, mit Brausen vor den Ohren. Nachts, beim Wachliegen im Bett, plötzliches Zusammenfahren, wie durch elektrischen Schlag. Ängstliche Träume.
Fieber, Frost, SchweißMangel an Mangel an Körperwärme mit ständigem Frieren Euph.Körperwärme:Mangel an, mit ständigem Frieren Euph.Körperwärme, mit ständigem Frieren. „Frostig am ganzen Körper, früh.“ Schauder über den ganzen Oberkörper. „Immer Frösteln, unter stetem Schweiß.“ Andererseits, vor allem in akuten Zuständen, auch große Hitze mit Rötung der Haut und starkem Hitze:mit Rötung der Haut und starkem Brennen Euph.Brennen. Dabei Mattigkeits- und Schweregefühle; alles scheint zu schwer, selbst der eigene Körper, die Beine scheinen ihn nicht mehr tragen zu wollen.
Jeden Morgen im Bett und beim Aufstehen Schweiß am Schweiß:am Hals, an Ober- und Unterschenkeln, jeden Morgen Euph.Hals.
Morgenschweiß an Ober- und Unterschenkeln, aber nicht an den Füßen. Morgens kalter Schweiß an den Unterschenkeln.
HautWie bereits beschrieben, kann Euphorbium Erysipel erzeugen und heilen, mit starker Röte, Schwellung und Hitze der Haut. Meist bilden sich gelbliche Blasen. Heftige Fiebererscheinungen begleiten die Beschwerden. „Euphorbium reizt die Haut, besonders bei reizbaren Personen, und erzeugt große Blasen mit gelblichem Serum. Dieser Ausschlag wird begleitet durch mehr oder weniger diffuse Hautrötung der affizierten Teile. Es scheint eine besondere Affinität zum Gesicht und zum Kopf zu haben und bewirkt in vielen Fällen, wenn das Gift zu diesen Teilen transportiert worden ist, heftige phlegmonöse Entzündung, die einem Anfall von Erysipel zum Verwechseln ähnlich ist, mit großer Anschwellung und heftigen klopfenden Schmerzen im Kopf, speziell in Stirn und Oberkopf“ (Merrill).
Ein bemerkenswertes Prüfungssymptom: Scharlachrote, drei bis vier Finger lange, parallel verlaufende Striemen am linken Unterarm, die bei Berührung mit dem Finger jucken, beim Darüberstreichen mit dem Finger jedoch verschwinden; mit einem Gefühl, als ob dünne Schnur unter der Haut läge.
Stechendes, brennendes, fressendes oder kitzelndes Jucken an verschiedenen Stellen des Körpers, zum Kratzen reizend. Furunkel; alte Geschwüre; Nekrosen.

Euphrasia officinalis

Essenzielle Merkmale
Der Augentrost kann vor allem nützlich sein in Fällen extremer Lichtscheu:extreme Euphr.Lichtscheu, bis hin zum Lidkrampf; bei Erkältung:Augensekrete, scharfe brennende Euphr.Erkältungen Augensekrete, scharfe brennende Euphr.mit viel scharfen brennenden Augensekreten, während die Nasenabsonderung meist Erkältung:Nasenabsonderung, milde Euphr.mild ist, d. h. nicht brennt oder ätzt; bei Blepharitis, die vor allem die Lidränder angreift; bei Kombination oder Wechsel von Augenbeschwerden mit solchen in weit entfernten Körperteilen (Bauchweh, Zyklusstörungen, Prostataleiden, Gicht); bei Heuschnupfen Euphr.Heuschnupfen, wenn die genannten Augensymptome wenigstens teilweise vorhanden sind; und bei ausschließlich tagsüber auftretendem Husten:ausschließlich tagsüber Euphr.Husten.
Gehen wir zunächst näher auf die genannten Krankheitsbilder und Symptome ein. Ein großer Teil der Prüfungssymptome von Euphrasia bezieht sich auf die Augen, und die Arznei ist auch hauptsächlich bei Augenaffektionen verwendet worden. Insofern trägt sie ihren deutschen Namen „Augentrost“ (und ihren englischen Namen „Eyebright“) nicht zu Unrecht, wie schon Hahnemann in seinem Vorwort zur Euphrasia-Prüfung in der Reinen Arzneimittellehre bemerkt hat.
Scharf e Absonderungen aus Auge und Nase
Ich beginne mit dem bekanntesten und auffälligsten Symptom von Euphrasia, mit dem es einzig dasteht in der Materia medica: Es betrifft die Absonderungen bei Entzündungen der Augen- und Nasenschleimhaut. Die Sekrete von den Augen:Sekrete scharf und brennend Euphr.Augen, sowohl die Tränenflüssigkeit als auch dickere, eitrig-schleimige Absonderungen, sind im Allgemeinen ausgesprochen scharf und brennend und reizen die von ihnen benetzten Teile stark. Auch die Nasenabsonderung fließt reichlich, doch sie ist mild und macht Haut und Schleimhäute nicht wund. Es ist also genau umgekehrt wie bei ALLIUM CEPA, das scharfe Nasensekrete und milden Tränenfluss hat.
Die Tränen bzw. schleimig-eitrigen Sekrete beißen und brennen im Auge, aber auch auf der Gesichtshaut; manchmal werden die von den Absonderungen berührten Stellen geradezu verätzt. In Herings Guiding Symptoms heißt es z. B., dass das Gewebe dann wie lackiert aussehen kann.
Das Auftreten dieser Symptomenkombination ist ein sehr starker Hinweis auf Euphrasia, und die Absonderungen aus den Augen sind tatsächlich fast in allen Fällen heiß, brennend, scharf und beißend. Der Ausfluss aus der Nase hingegen wird zwar meistens mild sein, doch kommt auch das Gegenteil vor. Zum Beispiel: „Fließschnupfen mit scharfem, wässrigem Ausfluss“ (Bönninghausen). Oder: „Ausfluss wasserheller, scharfer Flüssigkeit durch die Nase“ (Noack/Trinks). Auch solche Fälle hat Euphrasia geheilt! Man darf sich also nicht durch eine schematische Auffassung des Keynotes „Augenabsonderung scharf, Nasensekret mild“ in die Irre leiten lassen; wenn es vorhanden ist, wird sehr wahrscheinlich Euphrasia angezeigt sein, doch durch einen scharfen Nasenkatarrh wird Euphrasia nicht kontraindiziert.
Euphrasia-Patienten haben gerötete, brennende, juckende Augen; es kann Chemosis Euphr.Chemosis vorhanden sein. Vor allem die Lidrand:rote, geschwollener, juckender, brennender Euphr.Lidränder sind rot, geschwollen, juckend und brennend. In Verbindung mit anderen Charakteristika können diese Symptome die Arznei bei Heuschnupfen und anderen allergischen Reaktionen indizieren.
Fremdkörpergefühl im Auge
Ein Gefühl eines Fremdkörpers im Auge:Gefühl eines Fremdkörpers im Euphr.Auge ist ebenfalls ein häufiges und starkes Euphrasia-Symptom; es kann ein Gefühl sein, als ob ein Sand- oder Staubkorn ins Auge geraten wäre, oder ein Haar scheint ins Auge zu hängen, sodass man ständig wischen muss. Eine sehr charakteristische Empfindung ist ein Trockenheitsgefühl in den Auge:Trockenheitsgefühl Euphr.Augen, so als ob man sehr müde wäre und eine schlaflose Nacht hinter sich hätte. Oder auch: „Gefühl, als ob die Cornea viel mit Schleim überzogen Auge:Gefühl, als ob die Cornea mit viel Schleim überzogen wäre Euphr.wäre.“
Lichtscheu und Sehstörungen
All diese schmerzhaften und unangenehmen Empfindungen erzeugen starken Drang zum Blinzeln, starker Drang zum Euphr.Blinzeln, der durch die enorme Lichtscheu des Mittels noch verstärkt wird. Der Patient muss oft das Zimmer abdunkeln lassen, damit er es noch aushalten kann. Die Lichtscheu kann sich bis hin zu Lidkrämpfen steigern. Ein interessantes Phänomen ist übrigens in diesem Zusammenhang, dass Euphrasia-Patienten häufig erschreckende Träume von Feuer und Träume:von Feuer und Blitz Euphr.Blitz haben.
Der englische Name „Eyebright“ spricht ein weiteres Thema der Euphrasia-Pathogenese an: Das Mittel hat in den Prüfungen eine Verdunkelung des Sehens Euphr.Verdunkelung des Sehens hervorgerufen. Die Prüfer konnten Gegenstände nur wie durch einen Schleier sehen, manchmal so undeutlich, als wären sie ständig in Bewegung; das Licht scheint zu schwanken, so als ob das Stromnetz überlastet wäre und die Glühbirne plötzlich etwas schwächer brennen würde. Euphrasia kann in solchen Zuständen der Verdunkelung aufhellend wirken (bright = hell). Es ist übrigens nicht nur bei subjektiven Veränderungen des Visus erfolgreich eingesetzt worden, sondern auch z. B. bei Hornhauttrübungen (Pannus) und sogar nach Kataraktoperationen.
Die eitrig-schleimigen Absonderungen können so stark sein, dass die Augenlider über Nacht Augenlid:verkleben über Nacht Euphr.verkleben. Auch der Tränenfluss ist nicht nur scharf, sondern auch profus. Besonders im Wind und in kalter Luft beginnen sogleich die Tränen zu fließen.
Auffallend bei den Augenentzündungen von Euphrasia ist neben der starken und scharfen Sekretion auch eine massive Hyperämie, die nicht nur zur Rötung der Augen, sondern auch zu starker Augen:Gefäßinjektion, starke Euphr.Gefäßinjektion führt. Schon in der Reinen Arzneimittellehre heißt es: „Bis nahe an die Hornhaut gehende Adern der weißen Augenhaut“, u. ä. Beobachtungen sind in zahlreichen geheilten Fällen gemacht worden.
Symptomenkombination
Oben wurde auch der Wechsel bzw. die Kombination von Augensymptomen mit Beschwerden in weit entfernten Körperteilen erwähnt, ein eher wenig bekannter Zug des Augentrostes. Einige Beispiele: Augensymptome wechseln mit Bauchweh ab; wenn die Menstruation ausbleibt oder gestört ist, setzt eine Augenentzündung ein; Augenentzündung nach Beseitigung von Gichtschmerzen im Fuß; Tränen der Augen mit Niesen und Prostatabeschwerden.
Am häufigsten freilich sind die Augensymptome mit Schnupfen und anderen Atemwegssymptome verbunden. Viel Niesreiz: pausenloser Euphr.Niesen, manchmal pausenloser Niesreiz den ganzen Tag. Starker Fließschnupfen, starker, nicht reizender Euphr.Fließschnupfen, nicht nur nach vorn, zu den Nasenlöchern, sondern auch durch die Choanen abgesondert; gewöhnlich nicht reizend. Schmerzhaftigkeit und Wundheit der inneren Nase, innere:Schmerzhaftigkeit und Wundheit Euphr.Nase; manchmal auch großes Trockenheitsgefühl, zusammen mit derselben Empfindung in den Augen.
Oft sind die Stirnhöhlen:drückende Stirnkopfschmerzen EuphrStirnhöhlen mit betroffen, und es kommt zu „schmerzhafter Wüstheit“ im Kopf und drückenden Stirnkopfschmerzen, vor allem in der Nähe der Nasenwurzel. „Drückend schneidende Schmerzen in den Augen, als bohrend nagender Schmerz bis in die Stirnhöhlen verbreitet.“
Modalitäten
Am Husten:nur tagsüber, liegen bessert Euphr.Husten dieser Arznei ist besonders eine Modalität bemerkenswert: Er tritt nur tagsüber auf oder ist am Tage jedenfalls weit schlimmer; „nachts hat er keinen Husten“ (Hahnemann) oder jedenfalls nur wenig. Insbesondere bessert das Liegen den Husten (und häufig auch die Atembeschwerden!). Um aus einem Fall von Groß zu zitieren: „Nachts Ruhe vor dem Husten, aber von dem Augenblick, wo er sich vom Lager erhob, bis da, wo er sich wieder legte, konnte er fast nicht zu Atem kommen, ein ewiges Kitzeln in der Luftröhre unterhielt den Husten …“ In diesem Punkt erinnert Euphrasia stark an MANGANUM.
Die meisten Symptome haben aber eine andere Verschlimmerungszeit, nämlich gegen Abend:schlimmer gegen Euphr.Abend. Wie es Bönninghausen ausdrückt: „Der Husten fast nur am Tage, nicht die Nacht; aber das Befinden überhaupt abends schlimmer.“ In einigen Fällen ist sogar eine Verschlimmerung des Schnupfens nachts und im Liegen beobachtet worden. Dies bringt Kent dazu, beim Euphrasia-Husten eine „äußerst seltene Symptomengruppe“ zu konstatieren: Husten mit beschwerlichem Atmen und reichlichem Auswurf, zugleich mit Schnupfen oder auf Schnupfen folgend; dabei sind Husten und Atembeschwerden nachts und im Liegen besser, der Schnupfen dagegen nachts und im Liegen Schnupfen:schlimmer nachts und im Liegen Euphr.schlimmer. Grippefälle mit solchen paradoxen Modalitäten werden sehr wahrscheinlich durch Euphrasia geheilt werden, insbesondere wenn auch die Augen angegriffen sind.
Während der Taghusten ein vielfach bestätigtes Euphrasia-Symptom ist, kommt der nächtlichen Verschlimmerung des Schnupfens nicht die gleiche Bedeutung zu. Das heißt, ein Husten, der vorzugsweise in der Nacht auftritt, wird nicht auf Euphrasia ansprechen; doch auf einen tagsüber verstärkten Schnupfen kann die Arznei durchaus passen, wenn die Symptome übereinstimmen. In einem Fall, den Noack und Trinks zitieren, wurde übrigens folgende interessante Modalität beobachtet: „Fließschnupfen am Tage, Stockschnupfen nachts.“
Eine prägnante Zusammenfassung des bisher Besprochenen von Constantin Hering: „Fließschnupfen, schlimmer abends, mit Tränenfluss und Husten weisen auf Euphrasia; besonders wenn die Absonderung von der Nase nicht scharf ist, die Tränen dagegen scharf, der Husten schlimmer den Tag über.“
Es liegt nahe, dass tränende Augen und laufende Nasen im Freien schlimmer sind als im Zimmer, und tatsächlich ist mehrfach festgehalten worden, dass in Euphrasia-Fällen die Augen gegen frische, besonders kalte Luft und Wind sehr Augen:empfindlich gegen frische, besonders kalte Luft und Wind Euphr.empfindlich waren (und natürlich auch gegen Sonnenlicht). Doch dies lässt sich keinesfalls verallgemeinern. So werden die charakteristischen Stirnkopfschmerzen im Allgemeinen im Freien gelindert, und das allgemeine Befinden der Patienten ist außerhalb geschlossener Räume ganz generell Freien:besser im Euphr.besser. Und wenn auch Husten, Schnupfen und Augensymptome meist durch Aufenthalt im Freien eher schlimmer werden, so kommt doch durchaus auch das Gegenteil vor, eine ausgeprägte Verstärkung der Beschwerden in geschlossenen Räumen.
Sprache und Sprechen
Euphrasia hat auch eine ausgeprägte Wirkung auf die Sprache und das Sprechen. Die Stimme wird leicht heiser, besonders morgens. Es stellt sich ein seltsames Beengungsgefühl im Kehlkopf:Beengungsgefühl im Euphr.Kehlkopf ein, so als würde er zusammengedrückt. Im Hals sitzt viel Heiserkeit:Schleim im Hals, durch viel Euphr.Schleim, der manchmal durch Räuspern in großer Menge herausgebracht werden kann; doch in anderen Fällen scheint das Räuspern irgendwie gehemmt, und der Versuch, den störenden Schleim loszuwerden, kann zu Brechwürgen und sogar Erbrechen der letzten Mahlzeit führen.
Das Problem sitzt jedoch keineswegs nur im Kehlkopf und den Atemwerkzeugen. Vielmehr werden auch die Wangen und Lippen leicht steif und hart und hindern so massiv am Sprechen. Die Oberlippe kann anfallsweise so steif werden, als wäre sie aus Holz; es ist wie ein Krampf, der sprachliche Artikulation kurzzeitig völlig unmöglich macht.
Und schließlich hat Euphrasia auch Sprachstörungen Euphr.Sprachstörungen, die ihre Wurzel im Gehirn haben. Die Patienten setzen mehrfach an, ein Wort auszusprechen; es ist wie ein Stottern, nur bezieht es sich nicht nur auf einzelne Wörter, sondern auf ganze Satzteile. Die Redewendung, die sie eben benutzt haben, scheint ihnen nicht mehr recht zu gefallen, und sie unterbrechen sich und versuchen dasselbe noch einmal anders zu sagen.
Manchmal scheinen also alle Funktionen, die für das Sprechen benötigt werden, gehemmt zu sein; Wangen und Lippen, Kehlkopf, Nerven und Gehirn scheinen nur widerwillig zu arbeiten. Auch von Gedächtnisschwäche ist bei Hering die Rede. Und es ist in diesem Zusammenhang nicht verwunderlich, dass unter den Geistessymptomen von Euphrasia Unlust zu Unlust zu sprechen Euphr.sprechen hervorsticht.
Konstitutionelle Aspekte
Euphrasia-Patienten sind oft introvertiert und still, sie sagen meist nicht viel, sie teilen sich der Außenwelt nicht mit; und sie nehmen auch oft nicht viel von der Außenwelt in sich auf. „Träge, hypochondrisch; die äußeren Gegenstände hatten keinen Reiz, kein Leben für ihn“ heißt es in der Reinen Arzneimittellehre. An Euphrasia könnte man daher denken bei depressiven Zuständen, die mit Augenbeschwerden und Sprachstörungen verbunden sind. (Übrigens bedeutet das lateinische, aus dem Griechischen entlehnte Wort „Euphrasia“ „Frohsinn, Wohlbefinden“.) Bei einem anderen Prüfer wurden statt der Teilnahmslosigkeit „verdrießliche Gemütsstimmung“ und „große Reizbarkeit des Gemütes“ beobachtet. Manchmal findet man ein übellauniges Schweigen mit gelegentlichen Wutausbrüchen.
Im Schlaf oder Halbschlaf, in Zuständen also, in denen die Kontrolle des Bewusstseins gelockert ist, neigen Euphrasia-Patienten zu Schreckensvisionen und Erschrecken. Das zeigt sich in den oben zitierten Träumen von „Feuersbrunst und Entzündungen vom Blitze“, aber auch im öfteren Aufschrecken aus dem Schlaf. Eine Prüferin verfiel in einen fiebrigen Halbschlaf, in dem sie bei geschlossenen Augen große, fürchterliche Grimassen schneidende Gesichter vor sich sah.
Es gibt einige fiebrige Zustände, bei denen Euphrasia angezeigt sein kann. An erster Stelle stehen hier die Masernkonjunktivitis Euphr.Masern, insbesondere wenn die Masern-Konjunktivitis stark ausgeprägt ist. Die Symptome entsprechen besonders dem ersten Stadium der Masern (vor dem Ausbruch des Exanthems), mit Lichtscheu, starker Schleimabsonderung an den Lidern und heftigem Fließschnupfen; wenn die Augenabsonderung scharf und der Schnupfen mild ist und Husten vorhanden ist, der nachts schweigt oder deutlich gebessert ist, wird wahrscheinlich Euphrasia angezeigt sein. Auch wenn das Masernexanthem nicht recht herauskommen will, kann Euphrasia ihm zum Durchbruch verhelfen und den Krankheitsverlauf erleichtern und abkürzen – falls die Symptome übereinstimmen.
Auch bei „katarrhalischen Fiebern“, bei Erkältungen mit Augenbeteiligung, grippalen Infekten und selbst Influenza kann Euphrasia passen. Hartmann nennt einige typische Euphrasia-Zeichen in solchen Krankheiten: „… bedeutende entzündliche Reizung der Schleimhäute der Augen mit Tränen derselben, Lichtscheu, eitrigem nächtlichem Zuschwären (= Zukleben der Augen), schmerzhafter Zerschlagenheit mit Hitze im Kopf, wie zum Zerspringen, bei häufigem Fließschnupfen, Schmerzhaftigkeit der inneren Nase, Niesen und starkem Auswurf, Husten besonders früh.“
Lokalsymptome
Schwindel, KopfBeim Erwachen Schwindelgefühl und Schwere im Kopf, mit Übelkeit und Schweißausbruch; Schwindel zum Seitwärtsfallen, durch jede Bewegung vergrößert.
Kopfschmerzen mit Katarrh der Augen und Kopfschmerzen:mit Katarrh der Augen und Nase Euphr.Nase; reichliche wässrige oder schleimige Absonderungen. Meist handelt es sich um einen dumpfen Stirnkopfschmerz, der in der Nähe der Nasenwurzel zu sitzen scheint und im Allgemeinen im Freien und durch Kälteanwendung gemildert wird. Bohrend-nagende Schmerzen in den Stirnhöhlen, die von den Augen zu kommen scheinen.
Sehr starker Zerschlagenheitskopfschmerz bei Fließschnupfen; der Patient muss sich hinlegen, weil er so erledigt ist, aber das macht den Kopfschmerz sogar noch schlimmer.
Kopfschmerz mit Blenden vom Sonnenlicht, als sollte der Schädel Kopfschmerzen:mit Blenden vom Sonnenlicht, als sollte der Schädel zerspringen Euphr.zerspringen. Oder: Sehr heftige klopfende Kopfschmerzen, das Klopfen kann äußerlich fühlbar sein; mit großer Lichtscheu und roten Augen, bei Masern.
Stechende Schmerzen, die im Gehirn gespürt werden. Sie sind schlimmer im Zimmer und besser im Freien; auch das Auflegen einer kühlen Hand auf die Schläfe kann den Schmerz lindern.
Halbseitige reißende Kopfschmerzen, besonders über einem Auge, in der Augenbrauengegend; bei Augenentzündungen. Der Schmerz kann sich bis in die Mitte der Stirn erstrecken und allmählich drückend werden.
AugenDie Symptome in diesem Bereich wurden schon oben ausführlich erörtert. Hier zunächst eine kurze Zusammenfassung und danach einige Ergänzungen aus den Prüfungen und der homöopathischen Literatur.
  • Entzündung der Augen, insbesondere der Bindehaut, mit starker Rötung und Schwellung, speziell der Lidränder, mit Jucken, Brennen, Trockenheits- und Fremdkörpergefühlen, die zum häufigen Blinzeln zwingen. Große Lichtscheu. Starker Tränenfluss:starker Euphr.Tränenfluss, auch Absonderung von Schleim und Eiter, wodurch die Lider nachts zukleben können; die wässrigen ebenso wie die schleimigen Sekrete sind meist scharf und brennend und greifen die von ihnen benetzten Teile an, während der Ausfluss aus der Nase gewöhnlich mild ist.

    • „Zuweilen ein Beißen in den Augen; es läuft beißendes Wasser heraus“ (Hahnemann).

    • Schmerzhaftes Drücken im inneren linken Augenwinkel; das Auge tränt.

    • Schläfriges, trockenes Drücken in beiden Augen. Oder: „Lästige Trockenheit in den Augen, gleich als hätte er den Schlaf übergangen.“ Oder auch: „Die Augen schmerzen vom Lichtschein, als wenn man nicht ausgeschlafen hat.“

    • Heftiges Drücken im rechten Auge, welches tränt; die Lider erscheinen dabei wie zusammengezogen, die Pupille trüb, das Auge wird als kalt empfunden; nach einer Stunde wechselt das Symptom zum linken Auge.

  • Drücken in der Augengegend mit Lichtscheu und Tränenfluss; muss das Zimmer verdunkeln lassen. Lichtscheu und Schmerz der Augen besonders vom Tages- und Sonnenlicht. Lichtscheu, die bis zum Lidkrampf gehen kann.

  • Aufwulstung der Lidränder, mit Trockenheitsgefühl dort.

  • Trockenheit der Augen, die ihn vorzüglich beim Lesen oder Schreiben nötigt, die Augendeckel zu schließen.

  • Drang zum Blinzeln, aufgrund einer „von beiden Seiten zusammenziehenden Empfindung“ in den Augen. Oder: Beim Ausgehen Jucken in den Augen, zum öfteren Blinken und Wischen an denselben nötigend, worauf vermehrte Tränenabsonderung. Augendrücken und häufiges Blinken, im Dunkeln besser.

  • „Gefühl, als ob die Cornea viel mit Schleim überzogen wäre; es blendet und nötigt ihn zum öfteren Schließen und Zusammendrücken der Augenlider.“

  • Störungen des Sehens: „Das Licht schien ihm zu wanken und bald dunkler, bald heller zu brennen.“ Verschwimmen der Buchstaben beim Lesen. Getrübtes Sehen, wie durch einen Schleier. „Eine halbe Stunde nach dem Aufstehen verdunkeln sich die Augen derart, dass er beinahe eine halbe Stunde nicht imstande ist, einen Gegenstand deutlich wahrzunehmen. Alles schien ihm in einen Flor eingehüllt und sich zu bewegen.“

  • Einige klinische Beschreibungen: „Augenentzündung: Geschwulst und Verklebung der Lider, Injektion der Augen, schleimiger, mit Blut vermischter Ausfluss aus den Augen, Fließschnupfen am Tag, Stockschnupfen nachts“ (Noack/Trinks).

  • „Entzündung der Augen mit scharfen, beißenden Tränen und Lichtscheu“ (Bönninghausen).

  • „Wenn es viel drückt im Auge, viel Schleim oder beißende Tränen ausfließen, die Lider sich zusammenziehen, das ganze Auge sehr rot ist; arge Kopfschmerzen und Schnupfen dabei, des Abends schlimmer“ (Hering).

  • „Katarrhalische Ophthalmie seit drei Monaten. Conjunctivae chemotisch gerötet; steter Tränenfluss; Ausfluss wasserheller, scharfer Flüssigkeit durch die Nase; Lichtscheu, muss in dunkler Kammer sich aufhalten; drückend schneidende Schmerzen in den Augen, als bohrend nagender Schmerz bis in die Stirnhöhlen verbreitet; Hornhautgeschwüre“ (Weigel).

  • „Augenentzündung infolge von Erkältung; Konjunktiven der Lider und des Bulbus gerötet, mit injizierten Gefäßen, die aus den Augenwinkeln herkommen. Unausstehliches Jucken, Schmerzgefühl wie von Sandkörnern, Tränen der Augen und Lichtscheu“ (Frank).

  • „Augenentzündung mit morgendlicher Verklebung der Lider; Brennen, Jucken und Beißen; kalte Luft und Wind verursachen Tränenfluss; schlimmer im künstlichen Licht.“

  • Heuschnupfen: mit Fremdkörpergefühl, Juckreiz und Trockenheitsempfindung in den Augen; mit Anschwellung der Augengegend und brennenden Tränen, die die Gesichtshaut wund machen; mit starker Photophobie.

  • „Ein Strom heißer, brennender Tränen aus den Augen, mit großer Lichtscheu; starker Ausfluss aus der Nase, ohne Brennen; Husten nur tagsüber; Masern.“

  • „Flecken, Bläschen und Geschwüre auf der Hornhaut; Pannus.“

  • Wechsel von Augenbeschwerden und Leibweh; Ophthalmie und Hornhauttrübung, nachdem Gichtsymptome im Fuß verschwunden sind; „bei ausbleibendem oder gestörtem Monatlichen Augenentzündung, die Augen sind in Tränen gebadet“ (Hering).

NaseNiesen mit starkem Fließschnupfen, sowohl vorne durch die Nase als auch durch die hinteren Nasenöffnungen geht viel Schleim ab. Gewöhnlich sind zugleich die Augen angegriffen, mit Rötung, Schwellung und Tränen. Die Nasenabsonderung ist gewöhnlich mild, im Gegensatz zu den scharfen Tränen der Augen; aber auch scharfer, wässriger Ausfluss aus der Nase ist möglich.
Morgens häufiger Fließschnupfen, mit starkem Husten und viel Auswurf. Leicht fließender Schnupfen beim morgendlichen Erwachen, mit Drücken in der Stirn, in der Nähe der Nasenwurzel; kaltes Waschen des Körpers bessert. Schnupfen am stärksten abends, manchmal auch nachts, im Liegen; oder Fließschnupfen tagsüber, Stockschnupfen nachts.
Schnäuzen schmerzhaft, vor allem die innere Nase ist empfindlich und tut beim Naseputzen weh wie wund.
Den ganzen Tag anhaltender starker Niesreiz, auch ohne Erkältung und Schnupfen. Niesanfälle mit Jucken in der Nase und im Nasopharynx.
Große Trockenheit:Nase und Augenlider Euphr.Trockenheit der Nase, zugleich auch der Augenlider. Anschwellung der äußeren Nase, mit Verhärtung. „Schmerzhaftes, trockenes Geschwür neben dem Nasenrücken, seit dem Ausbleiben des Monatlichen sich entwickelnd“ (Hering).
GesichtFrieselausschlag:im Gesicht, besonders um die Augen herum Euphr.Frieselausschläge im Gesicht, besonders um die Augen herum, in der Wärme juckend, beim Befeuchten rot werdend und brennend.
Brennen der Haut:Brennen der H. nach Benetzung mit Tränen Euphr.Haut nach Benetzung mit der Tränenflüssigkeit, manchmal scheint sie regelrecht angeätzt zu werden, mit Aussehen „wie lackiert“. Pusteln neben den Nasenflügeln. Steifheit der linken Wange:Steifheit der linken W. beim Sprechen und Kauen Euphr.Wange beim Steifheit der linken Wange beim Sprechen und Kauen Euphr.Sprechen und Kauen, mit Hitzegefühl und einzelnen Stichen darin.
Oberlippe steif und hart wie Oberlippe:steif und hart wie Holz Euphr.Holz. „Letzteres Übel kam periodisch und wie krampfhaft, die Lippe verzog sich und hinderte im Sprechen, ja machte dasselbe auf Augenblicke unmöglich.“
MundEine eigentümliche Sprachstörung: „Er setzt im Reden allzuoft an, sowohl beim ersten Wort (eine Art Stottern) als auch in den Perioden (= Sätzen) setzt er öfters an, um eine andere Wortfügung zu treffen – da er doch ehedem zusammenhängend sprach.“
Atemwege„Die Stimme ist am Morgen etwas heiser.“ Oder: Keine Heiserkeit abends, obwohl man lange laut gelesen hat; wohl aber schließlich ein Druck im Kehlkopf, als ob seine lichte Weite geringer würde.
Erkältungen, die von der Nase in den Kehlkopf absteigen, mit hartem Husten. Viel Schleim im Hals. Entweder häufiger Schleimauswurf durch freiwilliges Räuspern, oder es ist sehr schwierig, den Schleim zu lösen. „Räuspern merklich Räuspern:gehemmtes Euphr.gehemmt, Atembeschwerden sehr groß“; Versuche zu räuspern können sogar zu Brechwürgen und Erbrechen führen. Morgens scheint Expektoration noch am besten möglich zu sein. „Abends hatte er mehrmals einen Reiz im Kehlkopf, der ihn zum Husten nötigte, worauf sich ein spannender Druck unter dem Sternum einstellte.“ Oder auch: „Beim Treppensteigen heftiger Husten, der durch Kitzel im Kehlkopf erregt wird und nach einigen Sekunden wieder aufhört.“
Husten mit Brustschleim, der nicht losgehen will. Der Husten ist oft mit Atemlosigkeit Husten:mit Atemlosigkeit Euphr.verbunden („fast wie bei Keuchhusten“) und tritt praktisch nur tagsüber auf; nachts, beim Liegen im Bett, stark gebessert oder ganz verschwindend.
  • Hering gibt folgende zusammenfassende Indikation: „Euphrasia bei Husten mit starkem Schnupfen, der auch die Augen angreift, am Tage mit schwierigem Auswurf, zuweilen mit Atemversetzung, über Nacht gar nicht, des Morgens wieder ärger und mit vielem Schleimauswurf.“

  • Bönninghausen empfiehlt die Arznei bei folgendem Zustand: „Hustenanfälle, wie Keuchhusten, von vielem, fade schmeckendem, zuweilen blutstreifigem, wässrigem Schleim in der Brust und im Hals erregt, welcher sich schwer löst und nur in der Morgenzeit ausgeworfen werden kann. Der Husten fast nur am Tag, nicht in der Nacht; aber das Befinden überhaupt abends besser.

  • Kent lenkt besondere Aufmerksamkeit auf Fälle, wo der Schnupfen nachts und im Liegen schlimmer, der Husten aber nachts und im Liegen besser ist; diese seien prädestiniert für Euphrasia.

  • Groß schildert einen geheilten Fall von Husten im Wechsel mit Husten:abwechselnd mit Hämorroiden Euphr.Hämorrhoiden: „Ein alter Forstmann, zu Husten geneigt, verlor die vierwöchentlich regelmäßig und stark fließenden Hämorrhoiden. Binnen Jahr und Tag folgender Zustand: Nachts Ruhe vor dem Husten, aber von dem Augenblick, wo er sich vom Lager erhob, bis da, wo er sich wieder legte, konnte er fast nicht zu Atem kommen, ein ewiges Kitzeln in der Luftröhre unterhielt den Husten, durch Tabakrauch vermehrt, nur beim Essen schwieg er und ließ sich durch Schlückchen Bier oder Wasser unterdrücken.“ Euphrasia besserte schnell, bald blieb der Husten ganz weg und die Hämorrhoiden stellten sich wieder ein.

Die Atmung kann deutlich erschwert sein: „Mühsames Atemholen, selbst im Zimmer.“ „Tiefatmen wird ihm schwer, selbst im Sitzen.“ Dyspnoe, nachts im Liegen gebessert. Dyspnoe:besser nachts im Liegen Euphr.Druckschmerz unter dem Brustbein, besonders vormittags, mit flüchtigen Stichen hier und da in der Brust.
Magen, AbdomenErbrechen infolge von Schleimräuspern. Beim Ausräuspern übel schmeckenden Schleims wird ihm übel, und das Frühstück kommt ihm wieder hoch. „Bauchkneipen in kurzen Anfällen.“ Derartige Schmerzattacken wechseln stets mit den Augenbeschwerden ab.
Rektum und StuhlHämorrhoiden Euphr.Hämorrhoiden, mit Brennen und Jucken am After; auch im Wechsel mit Husten oder anderen Beschwerden. Prolapsus ani, seit neun Monaten bestehend, verschwand dauerhaft, nachdem Euphrasia für Schnupfen und tränende Augen mit Lichtscheu gegeben worden war. Kondylome am After, mit sehr heftigem Brennen, besonders nachts. Hartnäckige Obstipation Euphr.Stuhlverstopfung. Manchmal wird der Kot endlich in großen, trockenen, harten Ballen abgesetzt, unter großen Schwierigkeiten; es ist, als ob er den After zerreißen würde.
Harnwege und GenitalienÖfteres Wasserlassen. Prostatabeschwerden alter Prostatabeschwerden:häufiges Aufstehen nachts zum Wasserlassen Euphr.Männer, die nachts öfters zum Wasserlassen aufstehen müssen. Clarke berichtet, dass Euphrasia, gegen tränende Augen und Niesen gegeben, nicht nur diese Symptome, sondern auch die Prostataprobleme besserte; seitdem sei die Arznei öfters bei solchen Beschwerden gegeben worden, mit gutem Erfolg.
Menstruation allzu kurz, manchmal dauert die Blutung nur eine Stunde lang. Augenentzündung mit Tränen, bei ausbleibender oder gestörter Menstruation.
Feigwarzen an den Geschlechtsteilen, juckend und stechend, besonders beim Gehen; wund und brennend beim Betasten.
ExtremitätenGrößte Mattigkeit, besonders in den Beinen, sodass man sich beim Gehen ungemein anstrengen muss.
Krampfartige Schmerzen an verschiedenen Stellen im Körper, besonders aber in den Waden. Kribbeln wie von einer Fliege die eine oder andere Extremität he-rauf, mit Taubheit des Teils.
Gichtschmerzen im Wechsel mit Augenentzündung; sobald die Gicht nachlässt, beginnt eine Ophthalmie mit Hornhauttrübung.
SchlafUngemeines Gähnen, beim Gehen im Freien. Große Schläfrigkeit, die bei den Augen anzufangen Schläfrigkeit:die bei den Augen anzufangen scheint Euphr.scheint, mit „schläfrigem, trockenem Drücken“ in diesen.
Große Mattigkeit und fiebriger Halbschlaf, beim Schließen der Augen erscheinen große, grimassierende Gesichter. „Unterbrochener Schlaf, mit Hin- und Herrücken, das Unterbett dünkte ihm hart und er konnte keine ruhende Stelle finden“ (vgl. ARNICA).
Nachts öfteres Erwachen, wie von nachts:öfteres Erwachen, wie von Schreck Euphr.Schreck. „Schreckliche Träume von Feuersbrunst und Entzündungen vom Blitze.“
Fieber, Frost, SchweißStete Frostigkeit:Armen, besonders an den Euphr.Frostigkeit; Frieren besonders an den Armen, welche ganz kalt werden. Nachtschweiße, manchmal von starkem Geruch, besonders an der Brust. Grippale Infekte; Influenza; Masern.
Haut„Die ganze Nacht hindurch flüchtige, juckende Stiche bald hier, bald da.“ Euphrasia kann möglicherweise auch bei allergischen Hautreaktionen im Zusammenhang mit Heuschnupfen o. Ä. angezeigt sein. So gibt es etwa klinische Erfahrungen mit dieser Arznei bei allergisch bedingter Urtikaria, die jedoch noch der Bestätigung bedürfen.

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